Ihr Lieben,
wo im dicht bebauten loky*land ist eigentlich noch Platz für Jugendliche?
Der DIY-Skatepark Nähe S Greifswalder wird irgendwann dem geplanten Neubauviertel weichen müssen. Nächtliches Cornern auf Spielplätzen und in Parks nervt die Nachbarschaft. Und wenn im Ernst-Thälmann-Park Abiturient:innen feiern, gibt's einen Aufstand.
Was bleibt? Beatrix aus der Community hat's beobachtet: die Dächer der Stadt! Zumindest, wenn man einen Weg nach oben findet. Aber weil unsere U18 bekanntlich schlau genug ist, sich auch easy zu U2-Fahrerkabinen Zutritt zu verschaffen, sind zwei, drei Türen bis zum Dachfenster keine Hürde.
Beatrix findet das „romantisch”, war früher selbst auf den Dächern. Da gab's nur noch nicht überall Dachterassen und es war deswegen etwas weniger – verboten?
Weil am Abend der Dach-Eroberung zufällig ihre Fotografinnen-Cousine in der Prenzlauer Allee zu Besuch war, sind großartige Bilder entstanden – von einem Moment, in dem sich ein paar Jugendliche in den Sommerferien die Stadt erschließen.

Ich frage mich trotzdem: Wo haben Jugendliche aus den Kiezen Raum für sich? Wo werden sie nicht verjagt, wo können sie einfach SEIN, wenn sie zum Beispiel zu viel Höhenangst für Dächer haben?
Wisst ihr mehr? Kennt ihr wen, die oder der mit uns darüber sprechen will? Schreibt's gern an redaktion@loky.news oder (auch anonym) an unseren Briefkasten.
Wissen im Schnelldurchlauf
Stinkepanke: Woher der modrige Panke-Geruch im Sommer kommt, wollte Benjamin wissen. „Biogene Gase aus Sedimenten“ und der „Abbau organischer Substanzen durch Bakterien“, beschleunigt durch die Hitze, nennt die zuständige Senatsverwaltung als Gründe. Auch Algen können fischig riechen. Dazu kommt ein latenter Weichspülergeruch, der mit der aktuellen Klärtechnik nicht aus dem Wasser zu kriegen ist. Ein weiterer Aspekt des Stinke-Potpourris: Es wird mehr Abwasser in die Panke gelassen, um den Tegler See als Trinkwasserquelle zu schonen. Aber es ist Besserung in Sicht: In den nächsten Jahren wird die Panke weiter renaturiert, das Wasser besser gefiltert. Bis dahin heißt's jedes Jahr aufs Neue: Nase zu und durch. (Quelle: loky*-Anfrage an die Senatsverwaltung für Umwelt)

Parkplatz-Blockierer: Überrall Wohnwägen und Wohnmobile rund um die Neumannstraße und die Arnold-Zweig-Straße. Macht der Bezirk da gar nichts, fragen sich Frank und andere Nachbar:innen. Die Riesendinger blockierten seit Jahren Parkplätze im Kiez; teilweise den ganzen Winter mit Plane und aufgebockten Rädern. Anhänger unter zwei Tonnen dürfen maximal zwei Wochen parken. Für Wohnmobile unter 7,5 Tonnen gibt es jedoch keine maximale Parkdauer. Das Ordnungsamt sagt daher: Uns sind die Hände gebunden. Es nimmt Beschwerden aber auf und kontrolliert. Wie viele Verstöße in den letzten Jahren erfasst wurden? Hat keiner gezählt. (loky*-Anfrage an das Ordnungsamt Pankow)
Ausverkauf: Offiziell ist der Kleiderwald in der Stargarder schon zu, aber bis Ende Juli wollen die Verantwortlichen noch Babykleidung, Spielzeug, Möbel und mehr loswerden. Vorbeikommen könnt ihr bis Ende Juli von Montag bis Samstag am Nachmittag oder frühen Abend. Wer auf Nummer sicher gehen möchte: Mail schreiben (kleider_wald@gmx.de) oder anrufen (030 6092 8013). (Quelle: loky*-Anfrage an den Kleiderwald)
Pfeil vermisst: Seit knapp zwei Jahren ist der grüne Pfeil für Rechtsabbieger an der Ecke Berliner Allee/Pistoriusstrasse spurlos verschwunden. Warum, fragte uns Andrea. Es hat mit der Grundschule am Weißen See zu tun. Der Grüne Pfeil wurde zugunsten eines sicheren Schulwegs kassiert. (Quelle: loky*-Anfrage an die Senatsverwaltung für Verkehr)
Lernen, lernen, lernen: Schwere Entscheidung: In der freien Ferien-Zeit Tadschikisch lernen oder lieber Wildkräuter beschnuppern? Oder beides? Alles ist möglich an der VHS Pankow, deren Sommerprogramm ihr hier checken könnt.
Grundschule am Weißen See: Millionen-Debakel?

Worum geht's?
Dass die Sanierung der Grundschule am Weißen See sich seit 2018 zieht (u.a. wegen Denkmalschutz, Corona und Frost) und die Kosten sich auf rund 37 Millionen Euro verdoppelten (u.a. wegen Denkmalschutz, Corona und Baupausen)? Nichts Neues.
Doch jetzt brachte eine Anfrage von Dennis Buchner (SPD) im Abgeordnetenhaus ans Licht, dass das Bezirksamt offenbar unsauber mit der Kostenexplosion umging.
SPD und Grüne im Bezirk sprechen von einem „Millionen-Debakel“.