Ihr Lieben.
Was macht für euch das Leben im Kiez aus? Für mich sind es definitiv die vielen Cafés und Restaurants.
Gerade jetzt, wo sich die Sonne wieder häufiger blicken lässt, könnte ich ganze Nachmittage damit verbringen, Cappuccino um Cappuccino zu bestellen und das Treiben auf der Straße beobachten.
Und: Als Zugezogene werde ich wohl nie über das Gefühl hinwegkommen, sich binnen weniger Straßenzüge einmal quer durch die Welt probieren zu können. Von Pizza über Phó bis Fufu gibt es alles, was das Herz – man sollte wohl eher sagen: der Magen – begehrt.
Umso mehr schmerzt es, wenn das Lieblingscafé oder -restaurant schließen muss. Gefühlt passiert das in letzter Zeit öfter.
Auch ihr fragt euch: Was ist da los?
"Könnt ihr vielleicht in Erfahrung bringen, warum der Bekarei-Vermieter den Vertrag nicht mehr verlängert? Wir haben inzwischen so viel Leerstand im Kiez", fragt Maria.
"Haben Sie statistische Daten zur Situation der Restaurants in Pankow?", will Vincent von der Crêperie Suzette wissen.
Jetzt schon – also los!
Worum geht's?
Das SowohlAlsAuch, die Bekarei, die Filialen der Bäckerei Zessin und die Oderquelle sind Geschichte (oder schließen bald) – und das sind nur einige Beispiele von vielen.
Zuletzt haben etliche beliebte Restaurants, Cafés und Kneipen im Kiez dicht gemacht.

Warum ist das wichtig?
Die Verkäuferin in der Bäckerei um die Ecke kennt uns mit müden Augen am Montagmorgen und weiß, dass es Croissants zum Sonntagsfrühstück gibt. Der Lieblingsitaliener fragt: "Das Übliche?" Und in der Eisdiele heißt es wissend: "Mit Smarties?" Natürlich!
Gerade bei uns, wo die Wohnungen eng sind und Freund:innen am anderen Ende der Stadt wohnen, wird das Café schnell zum Arbeitszimmer, die Bar zum Wohnzimmer und das Restaurant zur Küche. Aus Besitzerinnen, Kellnern, Barkeeperinnen und Verkäufern werden gute Bekannte; manchmal entstehen sogar Freundschaften.
Wenn der Lieblingsladen dicht macht, verlieren wir nicht nur ein Stück Kiez, sondern auch ein Stück Zuhause.
Was sagen die Zahlen?
Wir haben bei IHK und Dehoga für euch nachgefragt, wie sich die Gastronomie seit 2019 entwickelt hat.
Warum 2019? Weil 2020 eine kleine Pandemie die komplette Branche durchgerüttelt hat.
Die kurze Antwort
In unseren Kiezen zwischen Mitte und Pankow gibt es derzeit rund 4.600 gastronomische Betriebe. Die Zahl ist – mit kleinen Einbrüchen in der Corona-Pandemie – sogar leicht gestiegen. 2019 gab es rund 4.200.
Doch das Gefühl, dass viele vertraute gastronomische Angebote verschwunden sind, stimmt trotzdem. Seit 2019 wurden etwa 1.600 Betriebe beim Gewerbeamt abgemeldet. Gleichzeitig sind rund 1.900 neu dazu gekommen.
Die lange Antwort:
Welche Betriebe mussten schließen?