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Kaputte Heizung, gefällte Bäume, offene Hotels

Heizungsausfall bei -10 Grad; Gesobau will umstrittene Bäume fällen; Nextbike muss von der Straße; Pankows Hotels öffnen für die Nachbarschaft.

Kaputte Heizung, gefällte Bäume, offene Hotels
Alles nur Fassade. Nicht im Bild: die kaputte Heizung.

Ihr Lieben.

Wer braucht Kaffee, wenn er auch morgens beim ersten Blick ins Redaktions-Postfach solche Nachrichten haben kann:

"In der Gaudystraße 18 gibt es seit Ende Dezember ständig Heizausfall. Mal ist Wärme da, dann wieder eiskalt. Die Gewobag ist wie immer schlecht zu erreichen. Seit drei Wochen gelingt es offensichtlich nicht, alle Mieter*innen gleichmäßig und dauerhaft mit Wärme zu versorgen."

Geschrieben hatte Sabine, deren Wohnung aktuell kalt war, nachdem die Heizung zuletzt funktioniert hatte.

Ein paar Telefonate mit ihr und Sebastian Schmidt aus der Pressestelle der Gewobag später kann ich vermelden:

Unlängst saß ich in einem sehr verspäteten Zug der Deutschen Bahn – und war nicht genervt! Das lag ausschließlich am Zugbegleiter, der mit klaren Ansagen ("Vor uns sind Menschen auf dem Gleis. Die Polizei ist informiert. Die Weiterfahrt dauert noch mindestens 30 Minuten") Transparenz in eine normalerweise undurchsichtige Situation gebracht hatte.

Um Verständnis aufzubringen, muss man halt wissen, wofür.

Am Telefon hatte mir der Sprecher der Gewobag übrigens noch gesagt, man wisse um das Kommunikations-Problem und sei gerade dabei, die Hotline für Mieter:innen von einem externen Dienstleister zurückzuholen und auch wieder vor Ort Ansprechpartner:innen zu installieren.

In der Version, die er danach per Mail schickte, klang das so:

"Die Gewobag verbessert kontinuierlich ihre Arbeitsabläufe und Kommunikationswege, insbesondere die Erreichbarkeit für MieterInnen."

🤷‍♀️

Wie sind eure Erfahrungen? Von welcher Hausverwaltung kann die Gewobag was lernen? Wer hat ebenfalls Probleme? Und vor allem: Geht die Heizung bei euch?

Schreibt an redaktion@loky.news oder direkt in unseren Briefkasten. #communikationiskey


Wissen im Schnelldurchlauf

Streit um Hof-Bebauung

Die Gesobau will noch vor dem 1. März mehr als 60 Bäume im Hof ihrer Wohnanlage am Pankower Schlosspark fällen, um Platz für den Bau von 100 Wohnungen für Geflüchtete zu schaffen. Seit Jahren wehren sich Nachbarschaft und Naturschutz dagegen, aus Sorge um den Lebensraum geschützter Vögel und Fledermäuse.

Ein Gericht kassierte zuletzt eine Sondergenehmigung des Bezirks für die Fällung. Die Gesobau interpretiert das Urteil so, dass sie nun gar keine Genehmigung mehr brauche. Bezirk und Naturschützer:innen widersprechen – es bräuchte im Gegenteil strengere Auflagen.

Die Eile der Gesobau hat einen Grund: Ab 1. März beginnt die Brutperiode, in der Fällungen bis Ende September verboten sind. (Quellen: Tagesspiegel, BUND Berlin)

Aktuelles Nextbike-Angebot im Kiez (Screenshot: nextbike.de)

Leihräder: Nextbike muss seine 6.500 Räder von Berlins Straßen räumen. Die Erlaubnis vom Land Berlin für das Angebot war schon im vergangenen Jahr abgelaufen; der Radverleih hatte wegen eines offenen Rechtsstreits darüber erstmal weitergemacht. Nun hat ein Gericht den Betrieb endgültig untersagt. (Quelle: Tagesschau)

Radverkehr: Die Berliner Straße am S-Bahnhof Pankow ist Berlins zweitbeliebteste Radstrecke – zumindest unter denen, wo eine Säule die Radler:innen zählt. Knapp 6000 Mal am Tag radelte dort 2025 jemand vorbei. Nur an der Oberbaumbrücke mit 11.000 Zählvorgängen war mehr los. (Quelle: Verkehrsmanagement Berlin)

Baum-Bilanz: Bis 2040 will Berlin die Zahl der Straßenbäume auf über zwei Millionen Stück verdoppeln. Im Pankow erfordert das ein massives Umsteuern, denn 2025 wurden zwar 410 Bäume gepflanzt, aber 830 gefällt. Im Jahr zuvor standen 640 neue 1500 gefällten Bäumen gegenüber. (Quelle: Kleine Anfrage der Grünen beim Bezirk)