# loky* - Newsletter & Community > Relevante Nachrichten & Zuhausegefühl. Seriös und lässig. Public Ghost content for AI and LLM tooling. This file includes a bounded export of public pages first, then recent public posts. Append `.md` to any post or page URL to get the content in Markdown (for example, `/example-post.md`). ## Pages ### Über uns URL: https://www.loky.news/about/ Last updated: 2026-01-15T13:36:15.000Z loky\* wurde 2025 von Juliane Schader und Philipp Schwörbel gegründet. Hat aber einen eigenen Urschleim, und der führt uns ins Jahr 2010\. Damals war hyperlokaler Online-Journalismus der heißeste Scheiß und der Prenzlauer Berg eine Info-Wüste, über die man wenig erfahren konnte, wenn man nicht persönlich regelmäßig in der Bezirksverordnetenversammlung abhing. Und wer tat das schon, freiwillig, in seiner Freizeit? Auftritt: Prenzlauer Berg Nachrichten, kurz PBN. Freund:innen durften Prenzlette sagen. 15 Jahre lang waren die Prenzlauer Berg Nachrichten, von wechselnden Teams spielt, die kleine Online-Lokalzeitung mit dem großen Herzen für alles, was zwischen die Bepflanzung von Baumscheiben und die Verdrängung durch Umwandlung in Eigentum passt. 15 Jahre?! In Internetjahren erscheint das von heute ungefähr so weit entfernt wie Push-Benachrichtigungen von Achtsamkeit, und so wurde es für die Zeit für Neues. Womit Juliane und Philipp wieder ins Spiel kommen, hier zu sehen im Zahnduell-Selfie: ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2024/02/IMG_5799-Kopie-300x209.jpg) Juliane ist Journalistin, Vöbb-Ultra und in der Lage, "Das Auto meiner Mutter ist ein deutsches Auto" auf Chinesisch zu sagen. Philipp ist Diplom-Kaufmann, Filterkaffee-Verfechter und Besitzer eines Segelschiffs (was völlig falsche Assoziationen weckt, wie er findet). Sie glauben, dass wir alle uns nur zu Hause fühlen können, wenn wir unser Zuhause auch kennen. Dass es einfach, bequem und spaßig sein muss, sich zu darüber zu informieren. Und dass ein Medium besser wird, wenn alle mitreden und mitmachen, und zwar auf Augenhöhe. Ihr wollt mehr wissen? Hier gibt es mehr Infos zur [Vision](https://www.loky.news/vision/), zu unseren Vorstellungen von [Journalismus](https://www.loky.news/journalismus/) und [Community](https://www.loky.news/community/) und [unserem Team.](https://www.loky.news/journalismus/) ### Dein Kontakt zu loky* URL: https://www.loky.news/contact/ Last updated: 2026-06-03T13:24:12.000Z ## Support Für Fragen zu Mitgliedschaft, Abonnements, Zahlung, Events usw.: [support@loky.news](mailto:support@loky.news) ## Redaktion **Juliane Schader** (Chefredakteurin) [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) ## Geschäftsführung **Philipp Schwörbel** (Geschäftsführer) [post@loky.news](mailto:gf@loky.news) ## Postanschrift loky\* Redaktion c/o merconic Schönhauser Allee 59B 10437 Berlin ### Impressum URL: https://www.loky.news/imprint/ Last updated: 2026-09-17T14:39:12.000Z Transparenz ist uns wichtig! Hier findest du alle wichtigen Angaben zu loky\*, unserem Team und den rechtlichen Verantwortlichkeiten. Wir stehen für unabhängigen, lokalen Journalismus und freuen uns über dein Interesse. Falls du Fragen hast oder uns erreichen möchtest, schreib uns einfach – wir sind gerne für dich da! --- **loky**\* **Redaktionsanschrift:** Schönhauser Allee 59B 10437 Berlin E-Mail: [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) **Redaktion:** Juliane Schader (Chefredakteurin), Johann Voigt, Lena Schubert. Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Juliane Schader Wir sind den Grundsätzen des Deutschen Presserats verbunden. **Geschäftsführer:** Philipp Schwörbel loky\* wird herausgegeben von der ZENTRAL Mediennetzwerk UG, USt.-ID.: DE364217455, Handelsregister Berlin-Charlottenburg: HRB 256869 B Verantwortlich gemäß § 6 TMG i. V. m. § 55 RStV: Philipp Schwörbel ### Allianz für neue Lokalmedien loky\* ist Gründungsmitglied der neuen [Allianz für Lokalmedien.](https://correctiv.org/aktuelles/starthub/2025/08/25/wir-staerken-unsere-demokratie-vor-ort-mit-community-journalismus/?mc%5Fcid=2d9bcdaea4&mc%5Feid=4db56adc0e&ref=loky.news) Verlässliche Informationsversorgung, Engagement und Begegnung vor Ort sind das Fundament für unsere Demokratie. Wir schaffen mit den Mitteln des Journalismus eine empathische, gut informierte und beteiligungsfreudige Gesellschaft. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/0374bd7c-c11f-034d-0c5c-fd1096178a3b-2-1.png) ### Hinweis bezüglich externer Links: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. Bei direkten oder indirekten Verweisen auf fremde Internetseiten („Links“), die außerhalb des Verantwortungsbereiches von „loky\*“ liegen, würde eine Haftungsverpflichtung ausschließlich in dem Fall in Kraft treten, in dem „loky\*“ von den Inhalten Kenntnis hat und es ihr technisch möglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern. „loky\*“ erklärt daher ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung die entsprechenden verlinkten Seiten frei von illegalen Inhalten waren. „loky\*“ hat keinerlei Einfluss auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung und auf die Inhalte der verlinkten/verknüpften Seiten. Deshalb distanziert sich „loky\*“ hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten/verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden. Diese Feststellung gilt für alle innerhalb des eigenen Internetangebotes gesetzten Links und Verweise. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist. ### Streitbeilegung Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass wir weder verpflichtet noch bereit sind, an Verfahren zur Streitbeilegung vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen. Sollte es zu Unstimmigkeiten kommen, legen wir Wert darauf, gemeinsam mit Ihnen eine einvernehmliche Lösung zu finden, und bitten Sie, sich direkt an uns zu wenden. Unsere Kontaktdaten finden Sie oben im Impressum. ### Finanzierung loky\* finanziert sich durch Beiträge zahlender Mitglieder. Ergänzt wird dies ab 2027 durch Werbe- und Sponsoring-Einnahmen. Zusätzliche Mittel erhält loky\* über ein Kooperationsprojekt mit dem Media Forward Fund: **Media Forward Fund (MFF):** Einige Newsletter entstehen im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem Media Forward Fund (MFF), das der MFF ab 2025 begleitend finanziert. In dem Projekt soll herausgefunden werden, wie gemeinwohlorientierte Lokalmedien mithilfe von alltagsnahem Newsletter-Journalismus und regelmäßigem Austausch mit den Nutzenden eine Local-News-Community aufbauen können, um so die Demokratie und die Volksbildung zu stärken. Die redaktionelle Verantwortung verbleibt uneingeschränkt bei loky\*. ### AGB der Prenzlauer Berg Nachrichten GmbH (gültig für Mitgliedschaften vom 12.11.2021 und 4.3.2025) URL: https://www.loky.news/terms-of-service-2021/ Last updated: 2025-02-27T10:22:55.000Z *Info: Der folgende Text umfasst die zum 13.11.2021 neugefassten:* - *Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)* - *inkl. Anbieterinformationen* - *inkl. Hinweise zu den wesentlichen Merkmalen der erbrachten Dienstleistung* - *Widerufsbelehrung inkl. Musterformular* (Hinweis: Für Mitgliedschaften, die vor dem 31.5.2017 abgeschlossen wurden gelten die[ alten AGB ](https://www.loky.news/legal-terms-12-2010-05-2017/)weiter, für Mitgliedschaften, die zwischen dem 31..5.2017 und dem 12.11.2021 abgeschlossen wurden geltend [diese alten AGB](https://www.loky.news/legal-terms-31-5-2017-12-11-2021/), es sei denn beide Vertragsparteien bestätigen die Gültigkeit der neu gefassten AGB auch für die Altverträge). Hinweis: Die Prenzlauer Berg Nachrichten werden seit 2025 unter dme namen loky\* von der ZENTRAL Mediennetzwerk UG (Haftungsbeschränkt) herausgegeben. Sie ist eine Tochterfirma der Prenzlauer Berg Nachrichten GmbH, die sich im Rahmen einer Reorganisatioin in Schwörbel Medien & Managenmet GmbH umbenannt hat. Die Vertragsbeziehungen aller Mitgliedschaften mit Abschlußdatum vor dem 4.3.2025 verbleiben aus organiatorischen Gründen bei der Schwörbel Medien & Management GmbH. Diese hat die ZENTRAL Mediennetzwerk UG mit der Leistungserbringung beauftragt. ## **ALLGEMEINE GESCHÄFTSBEDINGUNGEN (AGB)** – Stand 12.11.2021 – Allgemeine Geschäftsbedingungen (im Folgenden „AGB“) der Firma Prenzlauer Berg Nachrichten GmbH, Woelckpromenade 5, 13086 Berlin, (im Folgenden „PBN“) für die Nutzung der durch PBN unter der Domain www.prenzlauerberg-nachrichten.de (einschließlich aller Subdomains) angebotenen Online-Zeitung Prenzlauer Berg Nachrichten (im Folgenden „Prenzlauer Berg Nachrichten“). ## I. Allgemeine Bedingungen §1 Geltungsbereich (1) Die AGB in ihrer jeweils zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gültigen Fassung gelten für alle Geschäftsbeziehungen zwischen der PBN GbR und natürlichen Personen, die ein Mitgliedskonto erstellt haben (im Folgenden „Mitglied“ bzw. „Mitglieder“). (2) Abweichende Bedingungen eines Mitglieds erkennt PBN nicht an, es sei denn, es ist etwas anderes schriftlich vereinbart. (3) Die AGB gelten auch in dem Fall, dass die Prenzlauer Berg Nachrichten über Angebote (u.a. aber nicht abschließend Websites, Apps) Dritter genutzt werden, die den Zugang zu den Prenzlauer Berg Nachrichten z.B. über eine API, RSS-Feed ermöglichen. (4) Zusätzlich zu den in diesen AGB enthaltenen bzw. anhängigen allgemeinen Bestimmungen (I.), der Übersicht über die wesentlichen Merkmale der angebotenen Dienstleistungen (II.), den Anbieterinformationen (III.) und der Widerufsbelehrung gelten die in den Prenzlauer Berg Nachrichten veröffentlichten Allgemeine Nutzungsbedingungen und die Allgemeinen Datenschutzbestimmungen gleichermaßen. § 2 Vertragsgegenstand (1) Die Prenzlauer Berg Nachrichten sind ein im Internet erscheinendes journalistisches Angebot (Online-Zeitung) für den Stadtteil Prenzlauer Berg und den Bezirk Pankow in Berlin. Veröffentlich werden journalistische Beiträge in Form von u.a. Text, Bild, Ton und Video (im Folgenden „Beiträge“). (2) Mitglieder haben die Möglichkeit eine zeitlich begrenzte, kostenpflichtige Mitgliedschaft (im Folgenden „Mitgliedschaft“) zu erwerben. Die Mitgliedschaft umfasst insbesondere die folgenden Leistungen: a) Uneingeschränkter Zugang zu allen (insb. aktuellen) Beiträgen der Prenzlauer Berg Nachrichten, insbesondere für die Beiträge, die zahlenden Mitgliedern vorbehalten sind und die für nicht zahlende Nutzer nicht zugänglich sind („Mitgliederbereich“) b) Bezug eines exklusiven Newsletters c) Die technische Möglichkeit, Beiträge in den Prenzlauer Berg Nachrichten im Rahmen der Nutzungsbedingungen, sowie im Rahmen der geltenden Gesetze und unter Wahrung von Rechten Dritter in eigener inhaltlichen Verantwortung zu kommentieren (3) PBN kann Mitgliedern unterschiedliche Mitgliedschaften anbieten, die sich über die unter (2) beschriebene Leistungen und Rechte hinaus insbesondere (aber nicht ausschließlich) in ihrer Laufzeit, Preisgestaltung oder Zusatzleistungen unterscheiden können. Maßgeblich hierfür ist die jeweils zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses veröffentlichte Produkt- und Leistungsübersicht. (4) Das Recht, auf einzelne Beiträge / Inhalte / Newsletter o.ä. exklusiv zuzugreifen, darf nicht zur Umgehung der allgemeinen Zugangsbeschränkung für Beiträge für nicht zahlende Nutzer missbraucht werden. Es ist u.a. nicht gestattet, Dritten Zugang zum Mitgliedskonto, dem Mitgliederbereich bzw. zu den entsprechenden Zugangsdaten zu gewähren. (5) Soweit nichts anderes vereinbart ist, ist die gewerbliche oder geschäftsmäßige Nutzung der Prenzlauer Berg Nachrichten, wie z.B. der Zugriff auf einzelne Beiträge zur geschäftlichen Nutzung oder Weiterverbreitung (z.B. im Rahmen eines Pressespiegels) ausgeschlossen. (6) Ein Recht auf Veröffentlichung von Kommentaren besteht nicht. Die Nutzung der Kommentarfunktionen ist ausschließlich zur sachlichen Diskussion der im jeweilig vorstehenden Beitrag dargestellten Inhalte vorgesehen. Eine kommerzielle Nutzung ist nicht gestattet. Die Nutzung zur Verbreitung von rassistischen, beleidigenden oder anderer rechtswidrigeren Äußerungen ist ebenfalls nicht erstattet. PBN behält sich ausdrücklich vor, Kommentare vor Veröffentlichung zu prüfen und Kommentare, die gegen diese Bedingungen, geltendes Recht oder den Pressekodex verstoßen, zu löschen, bzw. nicht freizugeben. (7) PBN ist bemüht die Verfügbarkeit der angebotenen Leistungen durchgängig zu gewährleisten. Insbesondere (aber nicht abschließend) durch technische Störungen oder Wartungsarbeiten kann die Inanspruchnahme der Leistungen ganz oder teilweise eingeschränkt sein. Eine diesbezügliche Haftung auf Schadenersatz ist genauso wie die Übernahme jedweder Garantien ausgeschlossen. PBN kann die angebotenen Mitgliedschaften / Leistungen jederzeit nach eigenem Ermessen und ohne Ankündigung ändern oder einstellen. §3 Vertrag über den Kauf einer Mitgliedschaft im Abonnement (1) Alle Angebote sind freibleibend und unverbindlich. Ein Anspruch auf Erwerb einer Mitgliedschaft besteht nicht. (2) Soweit nicht anderes vereinbart, werden Mitgliedschaften im Abonnement verkauft. D.h. eine vorher vereinbarte Vertragslaufzeit (z.B. 1 Monat oder 1 Jahr) verlängert sich nach Ablauf automatisch um eine weitere Vertragslaufzeit, es sei denn der Vertrag wurde ordnungsgemäß gekündigt. Näheres zur den genauen Abonnementsbedingungen einzelnen Mitgliedschaften enthalten die jeweilig gültigen Leistungs- und Produktinformationen. (3) Mitglieder mit einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft können während der Laufzeit der Mitgliedschaft die unter §2 beschrieben und von PBN dafür bereitgestellten Leistungen nutzen. (4) Voraussetzung für den kostenpflichtigen Erwerb einer Mitgliedschaft ist die Registrierung als Mitglied / die Eröffnung eines Mitgliedskontos („Konto“) bei der Steady Media GmbH (www.steadyHQ.com) und die Zustimmung zu diesen AGB, den Datenschutzbestimmungen und die Kenntnisnahme der Widerrufsbelehrung, sowie die Zustimmung zu den AGB, den BVB, den Datenschutzbestimmungen und den Widerufsbelehrungen der Fa. Steady Media GmbH. Die Fa. Steady Media GmbH wickelt für die PBN das Abonnementsgeschäft technisch ab. § 4 Vertragsabschluss / Zustandekommen des Vertrags (1) Die auf den Seiten der Prenzlauer Berg Nachrichten dargestellten Angebote über Mitgliedschaften stellen kein rechtlich bindendes Vertragsangebot dar, sondern nur eine unverbindliche Aufforderung an Mitglieder, eine Mitgliedschaft zu erwerben. Mit der Buchung einer bestimmten Mitgliedschaft gibt ein Mitglied ein für ihn bindendes Angebot auf Abschluss eines Kaufvertrages ab. (2) Der kostenpflichtige Erwerb einer Mitgliedschaft („Vertrag über den Kauf Mitgliedschaft“) kommt wie folgt zustande („Buchungsprozss“): 1. Auswahl einer gewünschten Mitgliedschaft / Abonnements unter www.prenzlauerberg-nachrichten.de im „Shop“ durch das Mitglied. Die Auswahl erfolgt über den Klick auf den Button „Mitgliedschaft auswählen“ / „Kostenlosen Probemonat beginnen“ (oder einem vergleichbaren Button-Text) 2. Eingabe von Persönlichen Daten („Rechnungsdetails“) (einschließlich E-Mail und Passwort zum zukünftigen Login) des Käufers zur Registrierung / Eröffnung eines Kontos (sofern noch nicht geschehen), die Übersicht über die Bestellung (inkl. der anfallenden Kosten) zur Kontrolle, Auswahl einer angebotenen Zahlungsmethode (z.B. Rechnung, Kreditkarte, PayPal, Lastschrift) und Zustimmung zu diesen AGB (inkl. die Kenntnisnahme der Widerrufsbelehrung) („Häkchen setzen“) durch Bestätigung per Klick auf den Button „Weiter“ / „Jetzt anmelden“ / „Jetzt kaufen“ (oder einen vergleichbaren Button-Text) 3. Weiterleitung zu dem ausgewählten Zahlungsdienstleister und Eingabe der Zahlungsdaten (PayPal-Zugangsdaten, IBAN, Kreditkarteninformationen). 4. Je nach Zahlungsanbieter die Möglichkeit, die eingegebenen Zahlungsdaten zu überprüfen. 5. Das Mitglied erhält von PBN GbR eine Buchungsbestätigung per E-M-Mail. Die E-Mail enthält zudem diese AGB, die Datenschutzbestimmung und die Widerufsbelehrung. Hiermit wird das Angebot angenommen. Mit Beginn der Vertragslaufzeit wird die erste Rechnung/Bestellung im Mitgliederbereich / -konto hinterlegt. (3) Nach erfolgreichem Vertragsabschluss ist das Mitglied bereits eingeloggt und kann Leistungen der Mitgliedschaft sofort in Anspruch nehmen. Nicht eingeloggte Mitglieder können sich über die Schaltfläche „Kundenkonto / Login“ jederzeit mit der bei der Registrierung / Eröffnung Mitgliedskonto angegebenen E-Mail-Adresse und Passwort einloggen. (4) Dieser Vertragstext wird von PBN GbR nicht gespeichert, sondern zusammen mit der Bestellbestätigung per E-Mail an das Mitglied verschickt. (6) Eingeloggte Mitglieder haben in Ihrem Kontobereich über die Schaltfläche „Mitglieder-Konto“ jederzeit Zugang zu den bei der PBN GbR hinterlegten vertragsrelevanten Daten (Name, Anschrift etc.), den ggf. erworbenen Mitgliedschaften und allen Rechnungen, die dort hinterlegt sind. § 5 Laufzeit und Preis einer Mitgliedschaft (1) Die Laufzeit und die Verlängerungsbedingungen des Vertrags bzw. der Mitgliedschaft richten sich nach der ausgewählten und gebuchten Mitgliedschaft und ist der jeweiligen, beim Vertragsabschluss gültigen Beschreibung der Mitgliedschaft („Produkt- und Leistungsinformation“) zu entnehmen. (2) Der Preis einer Mitgliedschaft richtet sich nach der ausgewählten und bestellten Mitgliedschaft und ist der jeweiligen, beim Vertragsabschluss gültigen Beschreibung der Mitgliedschaft („Produkt- und Leistungsinformation“) zu entnehmen. Die angegebenen Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer. § 6 Rechnungsstellung, Zahlung, Zahlungsabwicklung (1) Mitglieder können ihre aktuellen Rechnungen im „Konto“ abrufen / downloaden. (2) Mitglieder haben die Möglichkeit, den Kaufpreis / Abonnementspreis für erworbene Mitgliedschaften per Rechnung, Kreditkarte, per SEPA-Lastschrift oder per PayPal zu begleichen. Es gelten die jeweiligen Nutzungsbedingungen der beteiligten Zahlungsdienstleister (u.a. Visa, MasterCard, stripe, GoCardless, PayPal). PBN GbR kann die Zahlarten jederzeit erweitern oder einschränken. (3) Der Kaufpreis / Abonnementspreis ist jeweils zu Beginn einer Vertragslaufzeit im Voraus fällig, es sei denn es ist etwas anderes, z.B. entsprechend der jeweiligen Produkt- Leistungsinformation, vereinbart. (4) PBN GbR nutzt zur Abrechnung und zur Verwaltung von Kunden- und Mitgliedschaften inkl. der Zahlungen den Dienst der Fa. Steady Media GmbH. (5) PayPal Zahlungen werden über das PayPal-Konto der Prenzlauer Berg Nachrichten GmbH abgewickelt. Lastschriften werden über die Fa. CoCardless abgewickelt. Kreditkartenzahlungen werden über die Fa. Braintree abgewickelt. Vertragspartner ist regelmäßig die PBN. § 7 Kündigung (1) Der Vertrag kann von beiden Seiten ordentlich mit einer Kündigungsfrist von 1 Tag zum Ende der Vertragslaufzeit gekündigt werden. (2) Wird nicht rechtzeitig gemäß (1) gekündigt, verlängert sich die Vertragslaufzeit fortlaufend jeweils um die abgeschlossene Vertragslaufzeit. (3) Die Kündigung kann über eine Schaltfläche im Mitgliedskonto-Bereich erfolgen. (4) Das beidseitige Recht zur außerordentlichen Kündigung bliebt unberührt. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung wird insb. auch begründet durch den wiederholten Verstoß gegen diese AGB oder die Nutzungsbestimmungen der Prenzlauer Berg Nachrichten. § 8 Haftung und Freistellung (1) Die Haftung auf Schadenersatz der PBN und ihren Gesellschaftern aus diesem Vertragsverhältnis, einschließlich ihrer Vertreter und/oder Erfüllungsgehilfen beschränkt sich auf die unbeschränkte Haftung bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit, bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit und bei zwingender gesetzliche Haftung, bzw. auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden, bei der fahrlässigen Verletzung von wesentlichen Vertragspflichten. (2) Mitglieder haften für die von ihnen in die Prenzlauer Berg Nachrichten (insb. im Kommentarbereich) und auf Plattformen, die unter die Impressumspflicht der PBN fallen (u.a. Facebook-Seite der Prenzlauer Berg Nachrichten), eingestellten Inhalte (Bilder, Fotos, Text, Video etc.) und stellen PBN GbR von Ansprüchen Dritter wegen Verletzung etwaiger Rechte frei. Die Verlegerhaftung ist davon unberührt. § 9 Widerruf (1) Mitgliedern, die Verbrauer (§ 13 BGB) sind, steht grundsätzlich ein Widerrufsrecht zu. Näheres regelt die Widerrufsbelehrung . § 10 Datenschutz (spezielle Regelungen im Rahmen der AGB) (1) Bei Anbahnung, Abschluss, Abwicklung und Rückabwicklung des Vertrags werden von PBN Daten im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen erhoben, gespeichert und verarbeitet. (2) Die personenbezogenen Daten, die PBN durch ein Mitglied z. B. bei einer Bestellung oder per E-Mail mitgeteilt werden (z. B. Name und Ihre Kontaktdaten), werden nur zur Korrespondenz mit dem Mitglied und nur für den Zweck verarbeitet, zu dem Sie uns die Daten zur Verfügung gestellt haben. PBN gibt Daten nur an Unternehmen weiter, die mit der Leistungserbringung betraut sind und soweit dies notwendig ist. Zur Abwicklung von Zahlungen gibt PBN GbR Zahlungsdaten an die mit der Zahlung beauftragten Zahlungsanbieter und Zahlungsdienstleister (z.B. Kreditkartenunternehmen, PayPal, Bank) weiter. (3) Personenbezogenen Daten werden von PBN im Übrigen nicht an Dritte weitergeben, es sei denn, dass PBN dazu gesetzlich verpflichtet wäre oder das Mitglied vorher ausdrücklich eingewilligt hat. Soweit wir zur Durchführung und Abwicklung von Verarbeitungsprozessen Dienstleistungen Dritter in Anspruch nehmen, werden die Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes eingehalten. (4) Personenbezogene Daten, die PBN oder dem mit der Zahlungsabwicklung betrauten Unternehmen mitgeteilt worden sind, werden nur so lange gespeichert, bis der Zweck erfüllt ist, zu dem sie uns anvertraut wurden. Soweit handels- und steuerrechtliche Aufbewahrungsfristen zu beachten sind, kann die Dauer der Speicherung bestimmter Daten bis zu 10 Jahre betragen. (5) Sollten Mitglieder mit der Speicherung Ihrer personenbezogenen Daten nicht mehr einverstanden oder diese unrichtig geworden sein, wird PBN auf eine entsprechende Weisung hin im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen die Löschung, Korrektur oder Sperrung der Daten veranlassen. Auf Wunsch erhalten Mitglieder unentgeltlich Auskunft über alle personenbezogenen Daten, die PBN das Mitglied gespeichert hat. Bei Fragen zur Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung von personenbezogenen Daten, für Auskünfte, Berichtigung, Sperrung oder Löschung von Daten wenden sich Mitglieder bitte an: Prenzlauer Berg Nachrichten GmbH Woelckpromenade 5, 13086 Berlin E-Mail: datenschutz@prenzlauerberg-nachrichten.de (6) Es gilt zudem die jeweils gültige und in den Prenzlauer Berg Nachrichten veröffentlichte Allgemeine Datenschutzbestimmungen, die als Teil dieser AGB zu verstehen sind. § 10 Schlussbestimmungen (1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Das UN-Kaufrecht wird ausgeschlossen. (2) Die Vertragssprache ist deutsch. (3) Gerichtsstand ist Berlin, sofern es sich um das Mitglied nicht um einen Verbraucher im Sinne des Gesetzes handelt. (4) Änderungen dieser Allgemeinen Geschäftsbedingungen werden Mitgliedern spätestens 1 Monat vor dem Zeitpunkt ihres Wirksamwerdens in schriftlich (z. B. per E-Mail) angeboten. Die Zustimmung durch ein Mitglied gilt als erteilt, wenn das Mitglied seine Ablehnung nicht vor dem Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderungen angezeigt hat. (5) Sollte eine Bestimmung dieser AGB unwirksam sein, wird davon die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht berührt. ## II. Informationspflichten zu den wesentlichen Merkmalen der Dienstleistung bzw. der digitalen Inhalte (1) Die wesentlichen Merkmale der Dienstleistung ergeben sich aus dem jeweiligen Funktionsumfang der Prenzlauer Berg Nachrichten sowie gemäß § 2 der AGB. (2) Information zum Abschluss einer Mitgliedschaft in Form eines Abonnements, über die Laufzeit des Vertrags und Kündigungsbedingungen finden sich insbesondere in § 3 (Vertrag über eine Mitgliedschaft im Abonnement) , §5 (Laufzeit und Preise) und § 7 (Kündigung) der AGB. (3) Das Zustandekommen des Vertrages erfolgt gemäß § 4 der AGB. (4) Die Rechnungsstellung und Zahlung erfolgt gemäß § 6 der AGB. (5) Die Funktionen der Dienstleistungen bzw. digitalen Inhalte stehen Mitgliedern sofort nach Login zu Verfügung. (6) Der Vertragstext (AGB) wird von PBN nicht gespeichert. Die wesentlichen Vertragsbestandteile und Informationen zum Vertrag werden von PBN aber in einer der Bestellung folgenden E-Mail dokumentiert. Alle Information zur laufenden Mitgliedschaft (nächste Zahlung etc.) sind im Mitgliedskonto abrufbar. (7) Informationen zur Mängelhaftung: Es gilt die gesetzliche Mängelhaftung. (8) Information zum Widerrufsrecht: Verbrauchern (Definition: § 13 BGB) steht grundsätzlich ein Widerrufsrecht zu. Nähere Informationen zum Widerrufsrecht ergeben sich aus der Widerrufsbelehrung von PBN GbR. (9) Der Vertragsschluss erfolgt gemäß § 11 der AGB ausschließlich in deutscher Sprache. (10) Während der Buchung kann das Mitglied / Nutzer seine Eingaben laufend über die üblichen Tastatur- und Mausfunktionen korrigieren. Vor der verbindlichen Bestellung werden alle vertragsrelevanten Informationen noch einmal in einer Buchungsübersicht angezeigt und können dann auch mittels der üblichen Tastatur- und Mausfunktionen korrigiert werden. ## III. Anbieterinformationen Prenzlauer Berg Nachrichten GmbH c/o SCHWOERBEL Woelckpromenade 5, 13086 Berlin E-Mail: post@prenzlauerberg-nachrichten.de Internet: https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de Geschäftsführer: Philipp Schwörbel Gesellschafter: Philipp Schwörbel Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: USt.-ID.: DE274494896 Verantwortlicher i.S.d. § 55 Abs. 2 RStV und im Sinne des Presserechts: Philipp Schwörbel Stand: November 2021 # **WIDERRUFSBELEHRUNG UND MUSTERFORMULAR** **Widerrufsrecht** Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsabschlusses. Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie uns (Prenzlauer Berg Nachrichten GbR, c/o Krautreporter Bürogemeinschaft, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin, E-Mail [widerruf@prenzlauerberg-nachrichten.de](mailto:widerruf@prenzlauerberg-nachrichten.de)) mittels einer eindeutigen Erklärung (z. B. ein mit der Post versandter Brief, Fax oder E-Mail) über Ihren Entschluss, diesen Vertrag zu widerrufen, informieren. Sie können dafür das beigefügte Muster-Widerrufsformular verwenden, das jedoch nicht vorgeschrieben ist. Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden. **Folgen des Widerrufs** Wenn Sie diesen Vertrag widerrufen, haben wir Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhalten haben, einschließlich der Lieferkosten (mit Ausnahme der zusätzlichen Kosten, die sich daraus ergeben, dass Sie eine andere Art der Lieferung als die von uns angebotene, günstigste Standardlieferung gewählt haben), unverzüglich und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag zurückzuzahlen, an dem die Mitteilung über Ihren Widerruf dieses Vertrags bei uns eingegangen ist. Für diese Rückzahlung verwenden wir dasselbe Zahlungsmittel, das Sie bei der ursprünglichen Transaktion eingesetzt haben, es sei denn, mit Ihnen wurde ausdrücklich etwas anderes vereinbart; in keinem Fall werden Ihnen wegen dieser Rückzahlung Entgelte berechnet. Haben Sie verlangt, dass die Dienstleistungen während der Widerrufsfrist beginnen soll, so haben Sie uns einen angemessenen Betrag zu zahlen, der dem Anteil der bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie uns von der Ausübung des Widerrufsrechts hinsichtlich dieses Vertrags unterrichten, bereits erbrachten Dienstleistungen im Vergleich zum Gesamtumfang der im Vertrag vorgesehenen Dienstleistungen entspricht. **Muster-Widerrufsformular** Wenn Sie den Vertrag widerrufen wollen, dann füllen Sie bitte dieses Formular aus und senden Sie es zurück. An: Prenzlauer Berg Nachrichten GbR, c/o Krautreporter Bürogemeinschaft, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin, E-Mail widerruf@prenzlauerberg-nachrichten.de Hiermit widerrufe(n) ich/wir (\*) den von mir/uns (\*) abgeschlossenen Vertrag über den Kauf der folgenden Waren (\*)/die Erbringung der folgenden Dienstleistung (\*) \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Bestellt am (\*)/erhalten am (\*) \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Name des/der Verbraucher(s): \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Anschrift des/der Verbraucher(s): \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Unterschrift des/der Verbraucher(s) (nur bei Mitteilung auf Papier): \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Ort, Datum\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ (\*) Unzutreffendes bitte streichen. \*\*\*\*\*\*\*\*\*\* Ende der Widerrufsbelehrung \*\*\*\*\*\*\*\*\*\* ### AGB (gültig für Mitgliedschaften vor dem 31.5.2017) URL: https://www.loky.news/legal-terms-12-2010-05-2017/ Last updated: 2025-02-24T20:56:00.000Z *Info: Der folgende Text umfasst die zum 15.4.2015 neugefassten und für Mitgliedschaften / Abos, die bis zum 30.5.2017 abgeschlossen wurden, gültigen* - *Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)* - *inkl. Anbieterinformationen* - *inkl. Hinweise zu den wesentlichen Merkmalen der erbrachten Dienstleistung* - *Widerufsbelehrung inkl. Musterformular* # **ALLGEMEINE GESCHÄFTSBEDINGUNGEN (AGB)** # (gültig für Mitgliedschaften abgeschlossen vor dem 31.5.2017) Allgemeine Geschäftsbedingungen (im Folgenden „AGB“) der Firma ACTA URBIS Stadtteilzeitungen GmbH, Pasteurstr. 17, 10407, (im Folgenden „ACTA URBIS“) für die Nutzung der durch ACTA URBIS unter der Domain www.prenzlauerberg-nachrichten.de (einschließlich aller Subdomains) angebotenen Online-Zeitung Prenzlauer Berg Nachrichten (im Folgenden „Prenzlauer Berg Nachrichten“). ## I. Allgemeine Bedingungen §1 Geltungsbereich (1) Die AGB in ihrer jeweils zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gültigen Fassung gelten für alle Geschäftsbeziehungen zwischen der ACTA URBIS und natürlichen Personen, die ein Mitgliedskonto erstellt haben (im Folgenden „Mitglied“ bzw. „Mitglieder“). (2) Abweichende Bedingungen eines Mitglieds erkennt ACTA URBIS nicht an, es sei denn, es ist etwas anderes schriftlich vereinbart. (3) Die AGB gelten auch in dem Fall, dass die Prenzlauer Berg Nachrichten über Angebote (u.a. aber nicht abschließend Websites, Apps) Dritter genutzt werden, die den Zugang zu den Prenzlauer Berg Nachrichten z.B. über eine API, RSS-Feed ermöglichen. (4) Zusätzlich zu den in diesen AGB enthaltenen bzw. anhängigen allgemeinen Bestimmungen (I.), der Übersicht über die wesentlichen Merkmale der angebotenen Dienstleistungen (II.), den Anbieterinformationen (III.) und der Widerufsbelehrung gelten die in den Prenzlauer Berg Nachrichten veröffentlichten Allgemeine Nutzungsbedingungen und die Allgemeinen Datenschutzbestimmungen gleichermaßen. § 2 Vertragsgegenstand (1) Die Prenzlauer Berg Nachrichten sind ein im Internet erscheinendes journalistisches Angebot (Online-Zeitung) für den Stadtteil Prenzlauer Berg in Berlin. Veröffentlich werden journalistische Beiträge in Form von u.a. Text, Bild, Ton und Video (im Folgenden „Beiträge“). (2) Mitglieder haben die Möglichkeit eine zeitlich begrenzte, kostenpflichtige Mitgliedschaft (im Folgenden „Mitgliedschaft“) zu erwerben. Die Mitgliedschaft umfasst insbesondere die folgenden Leistungen: a) Uneingeschränkter Zugang zu allen (insb. aktuellen) Beiträgen der Prenzlauer Berg Nachrichten, insbesondere für die Beiträge, die zahlenden Mitgliedern vorbehalten sind und die für nicht zahlende Nutzer nicht zugänglich sind („Mitgliederbereich“) b) Das einfache, nicht übertragbare Recht, einzelne Beiträge der Prenzlauer Berg Nachrichten anderen, nicht zahlenden Nutzern zur privaten Nutzung zugänglich zu machen c) Die technische Möglichkeit, Beiträge in den Prenzlauer Berg Nachrichten im Rahmen der Nutzungsbedingungen, sowie im Rahmen der geltenden Gesetze und unter Wahrung von Rechten Dritter in eigener inhaltlichen Verantwortung zu kommentieren (3) ACTA URBIS kann Mitgliedern unterschiedliche Mitgliedschaften anbieten, die sich über die unter (2) beschriebene Leistungen und Rechte hinaus insbesondere (aber nicht ausschließlich) in ihrer Laufzeit, Preisgestaltung oder Zusatzleistungen unterscheiden können. Maßgeblich hierfür ist die jeweils zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses veröffentlichte Produkt- und Preisübersicht. (4) Das Recht, einzelne Beiträge anderen zur privaten Nutzung zugänglich zu machen (lt. (2) b)), darf nicht zur Umgehung der allgemeinen Zugangsbeschränkung für Beiträge für nicht zahlende Nutzer missbraucht werden. Es ist nicht gestattet, Dritten Zugang zum Mitgliedskonto, dem Mitgliederbereich bzw. zu den entsprechenden Zugangsdaten zu gewähren. (5) Soweit nichts anderes vereinbart ist, ist die gewerbliche oder geschäftsmäßige Nutzung des Rechts, einzelne Beiträge anderen zur privaten oder geschäftlichen Nutzung (z.B. im Rahmen eines Pressespiegels) zugänglich zu machen (lt. (2) b)), ausgeschlossen. (6) Ein Recht auf Veröffentlichung von Kommentaren besteht nicht. Die Nutzung der Kommentarfunktionen ist ausschließlich zur sachlichen Diskussion der im jeweilig vorstehenden Beitrag dargestellten Inhalte vorgesehen. Eine kommerzielle Nutzung ist nicht gestattet. Die Nutzung zur Verbreitung von rassistischen, beleidigenden oder anderer rechtswidrigeren Äußerungen ist ebenfalls nicht erstattet. ACTA URBIS behält sich ausdrücklich vor, Kommentare vor Veröffentlichung zu prüfen und Kommentare, die gegen diese Bedingungen, geltendes Recht oder den Pressekodex verstoßen, zu löschen, bzw. nicht freizugeben. (7) ACTA URBIS ist bemüht die Verfügbarkeit der angebotenen Leistungen durchgängig zu gewährleisten. Insbesondere (aber nicht abschließend) durch technische Störungen oder Wartungsarbeiten kann die Inanspruchnahme der Leistungen ganz oder teilweise eingeschränkt sein. Eine diesbezügliche Haftung auf Schadenersatz ist genauso wie die Übernahme jedweder Garantien ausgeschlossen. ACTA URBIS kann die angebotenen Mitgliedschaften / Leistungen jederzeit nach eigenem Ermessen und ohne Ankündigung ändern oder einstellen. §3 Vertrag über den Kauf einer Mitgliedschaft im Abonnement (1) Alle Angebote sind freibleibend und unverbindlich. Ein Anspruch auf Erwerb einer Mitgliedschaft besteht nicht. (2) Soweit nicht anderes vereinbart, werden Mitgliedschaften im Abonnement verkauft. D.h. eine vorher vereinbarte Vertragslaufzeit (z.B. 1 Monat oder 1 Jahr) verlängert sich nach Ablauf automatisch um eine weitere Vertragslaufzeit, es sei denn der Vertrag wurde ordnungsgemäß gekündigt. Näheres zur den genauen Abonnementsbedingungen einzelnen Mitgliedschaften enthalten die jeweilig gültigen Preis- und Produktinformationen. (3) Mitglieder mit einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft können während der Laufzeit der Mitgliedschaft die unter §2 beschrieben und von ACTA URBIS dafür bereitgestellten Leistungen nutzen. (4) Voraussetzung für den kostenpflichtigen Erwerb einer Mitgliedschaft ist die Registrierung als Mitglied / die Eröffnung eines Mitgliedskontos („Konto“) und die damit verbundenen Zustimmung zu diesen AGB, den Datenschutzbestimmungen und die Kenntnisnahme der Widerufsbelehrung. § 4 Vertragsabschluss / Zustandekommen des Vertrags (1) Die auf den Seiten der Prenzlauer Berg Nachrichten dargestellten Angebote über Mitgliedschaften stellen kein rechtlich bindendes Vertragsangebot dar, sondern nur eine unverbindliche Aufforderung an Mitglieder, eine Mitgliedschaft zu erwerben. Mit der Buchung einer bestimmten Mitgliedschaft gibt ein Mitglied ein für ihn bindendes Angebot auf Abschluss eines Kaufvertrages ab. (2) Der kostenpflichtige Erwerb einer Mitgliedschaft („Vertrag über den Kauf Mitgliedschaft“) kommt wie folgt zustande („Buchungsprozss“): 1. Auswahl einer gewünschten Mitgliedschaft / Abonnements unter www.prenzlauerberg-nachrichten.de/mitgliedschaft/ durch das Mitglied. Die Auswahl erfolgt über den Klick auf den Button „Paket auswählen“ 2. Eingabe von Persönlichen Daten (einschließlich E-Mail und Passwort zum zukünftigen Login) des Käufers zur Registrierung / Eröffnung eines Kontos (sofern noch nicht geschehen) und Zustimmung zu diesen AGB und die Kenntnisnahme der Widerufsbelehrung („Häckchen setzen“) durch Bestätigung per Klick auf den Button „Jetzt Mitglied werden“. 3. Weiterleitung der Produkt-Auswahl (Mitgliedschaft) und der persönlichen Daten an einen Serviceprovider zur Buchung und Abrechnung der Mitgliedschaften 4. Möglichkeit zur Ergänzung bzw. Prüfung der bereits gemachten Angaben zu Auswahl und persönlichen Daten und Bestätigung durch Klick auf den Button „Weiter“ 5. Auswahl einer angebotenen Zahlungsmethode (z.B. Rechnung, Kreditkarte, PayPal, Lastschrift) und Eingabe der entsprechenden Zahlungsdaten je nach Zahlungsart und Bestätigung durch den Klick auf die Schaltfläche „Weiter“. 6. Nochmalige Bestätigung aller Daten, ggf. Bestätigung „Häckchen setzen“ eines SEPA-Lastschriftmandats und verbindliche Absendung der Buchung durch Klick auf die Schaltfläche „Produkt jetzt kaufen“. Das Mitglied kann vor Absendung der Buchung über die Schaltfläche „zurück“ zu der Eingabemaske für die persönlichen Daten navigieren, um diese dort noch einmal zu verändern. Zudem ist ein Abbruch der Buchung jederzeit über das Schließen des benutzen Internetbrowsers möglich. 7. Das Mitglied erhält von ACTA URBIS eine Buchungsbestätigung per E-M-Mail. Die E-Mail enthält zudem diese AGB, die Datenschutzbestimmung und die Widerufsbelehrung. Hiermit wird das Angebot angenommen. Mit Beginn der Vertragslaufzeit wird die erste Rechnung im Mingliederbereich / -konto hinterlegt. (3) Nach erfolgreichem Vertragsabschluss ist das Mitglied bereits eingeloggt und kann Leistungen der Mitgliedschaft sofort in Anspruch nehmen. Nicht eingeloggte können sich über die Schaltfläche „Login“ jederzeit mit der bei der Registrierung / Eröffnung Mitgliedskonto angegebenen E-Mail-Adresse und Passwort einloggen. (4) Dieser Vertragstext wird von ACTA URBIS nicht gespeichert, sondern zusammen mit der Auftragsbestätigung per E-Mail an das Mitglied verschickt. (6) Eingeloggte Mitglieder haben im Kundendashboard über die Schaltfläche „Konto“ jederzeit Zugang zu den bei dem für ACTA URBIS tätigen Dienstleister für das Zahlungsmanagement (s. § 6 (4) hinterlegten vertragsrelevanten Daten (Name, Anschrift etc.), den ggf. erworbenen Mitgliedschaften und allen Rechnungen, die dort hintelegt sind. § 5 Laufzeit und Preis einer Mitgliedschaft (1) Die Laufzeit und die Verlängerungsbedingungen des Vertrags bzw. der Mitgliedschaft richten sich nach der ausgewählten und gebuchten Mitgliedschaft und ist der jeweiligen, beim Vertragsabschluss gültigen Beschreibung der Mitgliedschaft („Produkt- und Preisinformation“) zu entnehmen. (2) Der Preis einer Mitgliedschaft richtet sich nach der ausgewählten und bestellten Mitgliedschaft („Paket“) und ist der jeweiligen, beim Vertragsabschluss gültigen Beschreibung der Mitgliedschaft („Produkt- und Preisinformation“) zu entnehmen. Die angegebenen Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer. § 6 Rechnungstellung, Zahlung / Zahlungsabwicklung (1) Mitglieder können ihre aktuellen Rechnungen im Kundendashboard („Konto“) abrufen / downloaden. Zudem erhalten MItglieder einen Link zur Rechnung per E-Mail geschickt. (2) Mitglieder haben die Möglichkeit, den Kaufpreis / Abonnementspreis für erworbene Mitgliedschaften per Rechnung, Kreditkarte, per SEPA-Lastschrift oder per PayPal zu begleichen. Es gelten die jeweiligen Nutzungsbedingungen der beteiligten Zahlungsdienstleister (u.a. Visa, MasterCard, PayPal). ACTA URBIS kann die Zahlarten jederzeit erweitern oder einschränken. (3) Der Kaufpreis / Abonnementspreis ist jeweils zu Beginn einer Vertragslaufzeit im Voraus fällig, es sei denn es ist etwas anderes, z.B. entsprechend der jeweiligen Produkt- Preisinformation, vereinbart. (4) Für Abwicklung einige Zahlarten nutzt ACTA URBIS den Dienstleister Paymill GmbH. Es gelten – sofern abwendbar – die Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen der Fa. Paymill GmbH. (5) ACTA URBIS nutzt zur Abrechnung und zur Verwaltung von Kunden- und Mitgliedschaften inkl. der Zahlungen den Dienst „fastbill automatic“ der Fa. Fastbill GmbH. Hierzu wird der Nutzer im Laufe des Bestellprozesses auf Seiten der Fastbill Gmbh geleitet. Es gelten – sofern abwendbar – die Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen der Fa. Fastbill GmbH. § 7 Kündigung (1) Der Vertrag kann von beiden Seiten ordentlich mit einer Kündigungsfrist von 7 Tagen zum Ende der Vertragslaufzeit gekündigt werden. (2) Wird nicht rechtzeitig gemäß (1) gekündigt, verlängert sich die Vertragslaufzeit fortlaufend jeweils um die abgeschlossene Vertragslaufzeit. (3) Die Kündigung kann über eine Schaltfläche im Mitgliedskonto-Bereich, schriftlich oder per E-Mail erfolgen. (4) Das beidseitige Recht zur außerordentlichen Kündigung bliebt unberührt. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung wird insb. auch begründet durch den wiederholten Verstoß gegen diese AGB oder die Nutzungsbestimmungen der Prenzlauer Berg Nachrichten. § 8 Haftung und Freistellung (1) Die Haftung auf Schadenersatz der ACTA URBIS aus diesem Vertragsverhältnis, einschließlich ihrer Vertreter und/oder Erfüllungsgehilfen beschränkt sich auf die unbeschränkte Haftung bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit, bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit und bei zwingender gesetzliche Haftung, bzw. auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden, bei der fahrlässigen Verletzung von wesentlichen Vertragspflichten. (2) Mitglieder haften für die von ihnen in die Prenzlauer Berg Nachrichten (insb. im Kommentarbereich) und auf Plattformen, die unter die Impressumspflicht der ACTA URBIS fallen (u.a. Facebook-Seite der Prenzlauer Berg Nachrichten), eingestellten Inhalte (Bilder, Fotos, Text, Video etc.) und stellen ACTA URBIS von Ansprüchen Dritter wegen Verletzung etwaiger Rechte frei. Die Verlegerhaftung ist davon unberührt. § 9 Widerruf (1) Mitgliedern, die Verbrauer (§ 13 BGB) sind, steht grundsätzlich ein Widerufsrecht zu. Näheres regelt die Widerufsbelehrung . § 10 Datenschutz (spezielle Regelungen im Rahmen der AGB) (1) Bei Anbahnung, Abschluss, Abwicklung und Rückabwicklung des Vertrags werden von ACTA URBIS Daten im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen erhoben, gespeichert und verarbeitet. (2) Die personenbezogenen Daten, die ACTA URBIS durch ein Mitglied z. B. bei einer Bestellung oder per E-Mail mitgeteilt werden (z. B. Name und Ihre Kontaktdaten), werden nur zur Korrespondenz mit dem Mitglied und nur für den Zweck verarbeitet, zu dem Sie uns die Daten zur Verfügung gestellt haben. ACTA URBIS gibt Daten nur an Unternehmen weiter, die mit der Leistungserbringung betraut sind und soweit dies notwendig ist. Zur Abwicklung von Zahlungen gibt ACTA URBIS Zahlungsdaten an die mit der Zahlung beauftragten Zahlungsanbieter und Zahlungsdienstleister (z.B. Kreditkartenunternehmen, PayPal, Bank) weiter. (3) Personenbezogenen Daten werden von ACTA URBIS im Übrigen nicht an Dritte weitergeben, es sei denn, dass ACTA URBIS dazu gesetzlich verpflichtet wäre oder das Mitglied vorher ausdrücklich eingewilligt hat. Soweit wir zur Durchführung und Abwicklung von Verarbeitungsprozessen Dienstleistungen Dritter in Anspruch nehmen, werden die Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes eingehalten. (4) Personenbezogene Daten, die ACTA URBIS oder dem mit der Zahlungsabwicklung betrauten Unternehmen mitgeteilt worden sind, werden nur so lange gespeichert, bis der Zweck erfüllt ist, zu dem sie uns anvertraut wurden. Soweit handels- und steuerrechtliche Aufbewahrungsfristen zu beachten sind, kann die Dauer der Speicherung bestimmter Daten bis zu 10 Jahre betragen. (5) Sollten Mitglieder mit der Speicherung Ihrer personenbezogenen Daten nicht mehr einverstanden oder diese unrichtig geworden sein, wird ACTA URBIS auf eine entsprechende Weisung hin im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen die Löschung, Korrektur oder Sperrung der Daten veranlassen. Auf Wunsch erhalten Mitglieder unentgeltlich Auskunft über alle personenbezogenen Daten, die ACTA URBIS das Mitglied gespeichert hat. Bei Fragen zur Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung von personenbezogenen Daten, für Auskünfte, Berichtigung, Sperrung oder Löschung von Daten wenden sich Mitglieder bitte an: ACTA URBIS Stadtteilzeitungen GmbH Pasteurstr. 17 10407 Berlin Tel.: 030 – 37 30 81 86 E-Mail: datenschutz@prenzlauerberg-nachrichten.de (6) Es gilt zudem die jeweils gültige und in den Prenzlauer Berg Nachrichten veröffentlichte Allgemeine Datenschutzbestimmungen, die als Teil dieser AGB zu verstehen sind. § 10 Schlussbestimmungen (1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Das UN-Kaufrecht wird ausgeschlossen. (2) Die Vertragssprache ist deutsch. (3) Gerichtsstand ist Berlin, sofern es sich um das Mitglied nicht um einen Verbraucher im Sinne des Gesetzes handelt. (4) Änderungen dieser Allgemeinen Geschäftsbedingungen werden Mitgliedern spätestens 1 Monat vor dem Zeitpunkt ihres Wirksamwerdens in schriftlich (z. B. per E-Mail) angeboten. Die Zustimmung durch ein Mitglied gilt als erteilt, wenn das Mitglied seine Ablehnung nicht vor dem Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderungen angezeigt hat. (5) Sollte eine Bestimmung dieser AGB unwirksam sein, wird davon die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht berührt. ## II. Informationspflichten zu den wesentlichen Merkmalen der Dienstleistung bzw. der digitalen Inhalte (1) Die wesentlichen Merkmale der Dienstleistung ergeben sich aus dem jeweiligen Funktionsumfang der Prenzlauer Berg Nachrichten sowie gemäß § 2 der AGB. (2) Information zum Abschluss einer Mitgliedschaft in Form eines Abonnements, über die Laufzeit des Vertrags und Kündigungsbedingungen finden sich insbesondere in § 3 (Vertrag über eine Mitgliedschaft im Abonnement) , §5 (Laufzeit und Preise) und § 7 (Kündigung) der AGB. (3) Das Zustandekommen des Vertrages erfolgt gemäß § 4 der AGB. (4) Die Rechnungstellung und Zahlung erfolgt gemäß § 6 der AGB. (5) Die Funktionen der Dienstleistungen bzw. digitalen Inhalte stehen Mitgliedern sofort nach Login zu Verfügung. (6) Der Vertragstext (AGB) wird von ACTA URBIS nicht gespeichert. Die wesentlichen Vertragsbestandteile und Informationen zum Vertrag werden von ACTA URBIS aber in einer der Bestellung folgenden E-Mail dokumentiert. Alle Information zur laufenden MItgliedschaft (nächste Zahlung etc.) sind im Mitgliedskonto abrufbar. (7) Informationen zur Mängelhaftung: Es gilt die gesetzliche Mängelhaftung. (8) Information zum Widerrufsrecht: Verbrauchern (Definition: § 13 BGB) steht grundsätzlich ein Widerrufsrecht zu. Nähere Informationen zum Widerrufsrecht ergeben sich aus der Widerrufsbelehrung von Krautreporter. (9) Der Vertragsschluss erfolgt gemäß § 11 der AGB ausschließlich in deutscher Sprache. (10) Während der Buchung kann das Mitglied / Nutzer seine Eingaben laufend über die üblichen Tastatur- und Mausfunktionen korrigieren. Vor der verbindlichen Bestellung werden alle vertragsrelevanten Informationen noch einmal in einer Buchungsübersicht angezeigt und können dann auch mittels der üblichen Tastatur- und Mausfunktionen korrigiert werden. ## III. Anbieterinformationen ACTA URBIS Stadtteilzeitungen GmbH, Pasteurstr. 17, 10407 Berlin Telefon: 030 – 37 30 81 86 Fax: 030 – 37 30 81 91 E-Mail: post@prenzlauerberg-nachrichten.de Internet: https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de Geschäftsführer: Philipp Schwörbel Registergericht: Handelsregister Amtsgericht Charlottenburg HRB 130019 B Gesellschafter: Philipp Schwörbel Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE274494896 Verantwortlicher i.S.d. § 55 Abs. 2 RStV und im Sinne des Presserechts: Philipp Schwörbel Redaktion: Anja Mia Neumann, Juliane Wiedemeier, Thomas Trappe Stand: April 2015 # **WIDERRUFSBELEHRUNG UND MUSTERFORMULAR** **Widerrufsrecht** Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsabschlusses. Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie uns (ACTA URBIS Stadtteilzeitungen GmbH, Pasteurstr. 17, 10407 Berlin, E-Mail [widerruf@prenzlauerberg-nachrichten.de](mailto:widerruf@prenzlauerberg-nachrichten.de), Tel.: 030 – 37 30 81 86, Fax 030 – 37 30 81 91) mittels einer eindeutigen Erklärung (z. B. ein mit der Post versandter Brief, Fax oder E-Mail) über Ihren Entschluss, diesen Vertrag zu widerrufen, informieren. Sie können dafür das beigefügte Muster-Widerrufsformular verwenden, das jedoch nicht vorgeschrieben ist. Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden. **Folgen des Widerrufs** Wenn Sie diesen Vertrag widerrufen, haben wir Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhalten haben, einschließlich der Lieferkosten (mit Ausnahme der zusätzlichen Kosten, die sich daraus ergeben, dass Sie eine andere Art der Lieferung als die von uns angebotene, günstigste Standardlieferung gewählt haben), unverzüglich und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag zurückzuzahlen, an dem die Mitteilung über Ihren Widerruf dieses Vertrags bei uns eingegangen ist. Für diese Rückzahlung verwenden wir dasselbe Zahlungsmittel, das Sie bei der ursprünglichen Transaktion eingesetzt haben, es sei denn, mit Ihnen wurde ausdrücklich etwas anderes vereinbart; in keinem Fall werden Ihnen wegen dieser Rückzahlung Entgelte berechnet. Haben Sie verlangt, dass die Dienstleistungen während der Widerrufsfrist beginnen soll, so haben Sie uns einen angemessenen Betrag zu zahlen, der dem Anteil der bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie uns von der Ausübung des Widerrufsrechts hinsichtlich dieses Vertrags unterrichten, bereits erbrachten Dienstleistungen im Vergleich zum Gesamtumfang der im Vertrag vorgesehenen Dienstleistungen entspricht. **Muster-Widerrufsformular** Wenn Sie den Vertrag widerrufen wollen, dann füllen Sie bitte dieses Formular aus und senden Sie es zurück. An: ACTA URBIS Stadtteilzeitungen GmbH, Pasteurstr. 17, 10407 Berlin, E-Mail widerruf@prenzlauerberg-nachrichten.de Hiermit widerrufe(n) ich/wir (\*) den von mir/uns (\*) abgeschlossenen Vertrag über den Kauf der folgenden Waren (\*)/die Erbringung der folgenden Dienstleistung (\*) \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Bestellt am (\*)/erhalten am (\*) \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Name des/der Verbraucher(s): \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Anschrift des/der Verbraucher(s): \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Unterschrift des/der Verbraucher(s) (nur bei Mitteilung auf Papier): \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Ort, Datum\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ (\*) Unzutreffendes bitte streichen. \*\*\*\*\*\*\*\*\*\* Ende der Widerrufsbelehrung \*\*\*\*\*\*\*\*\*\* ### Hilfe & FAQ URL: https://www.loky.news/support/ Last updated: 2026-01-15T13:18:09.000Z ### Ihr habt Fragen, wir antworten. Wir erweitern den FAQ-Bereich ständig. Deine Frage ist nicht dabei? Schreib an [support@loky.news.](mailto:support@loky.news.) #### Kann ich loky\*-Premium testen? Ja, klar! Wenn du den ****Premium-Plan** wählst, bekommst du eine ****30-tägige Testphase**. Das bedeutet: - Die erste Abbuchung erfolgt erst ****nach 30 Tagen**. - Du kannst jederzeit vorher kündigen, ganz unkompliziert in deinem Konto. - Zusätzlich hast du ein gesetzliches ****Widerrufsrecht**. Probier’s einfach aus! Falls du Fragen hast, schreib uns gerne an ****support@loky.news**. #### Kann ich loky\* auch kostenlos nutzen? Ja, das kannst du! Die loky\*-Basis-Mitgliedschaft ist dein Einstieg für mehr Zuhausegefühl im Kiez, ganz ohne Kosten. - loky\*-Newsletter - Regelmäßige Erinnerungen, wie toll unser Premium-Angebot ist, das z.B. vorrangigen Zugang zu Events beinhaltet. ;-) ****Dauerhaft kostenlos.** ****Keine Kreditkarte oder Zahlungsmethode nötig.** Probier’s einfach aus. Wir freuen uns auf dich! #### ****Wie kann ich mich einloggen?** Gehe auf [****www.loky.news**](https://www.loky.news/) und klicke oben rechts auf ****„Login“**. Gib dort einfach deine ****E-Mail-Adresse** ein (das ist die, mit der du unsere Newsletter bekommst). Kurz darauf erhältst du eine E-Mail mit einem ****Login-Link**. Einfach anklicken – und du bist drin! ****Kein Passwort nötig.** #### ****Wie kann ich meine Mitgliedschaft verwalten oder kündigen?** Du kannst deine Mitgliedschaft ganz einfach selbst verwalten und kündigen: 1. ****Logge dich auf** [****www.loky.news**](https://www.loky.news/) **ein.** 2. Klicke oben auf das runde "Mensch"-Symbol. Du gelangst dann in den Bereich ****„Konto“**. 3. Dort kannst du deine Mitgliedschaft mit wenigen Klicks beenden. Falls du Fragen hast oder Hilfe brauchst, schreib uns einfach an ****support@loky.news**. Wir helfen dir gerne weiter! #### Wo und wie bekomme ich meine Rechnung? Deine Rechnungen findest du ganz einfach in unserem loky\*-Rechnungsportal, das von unserem Abrechnungsdienstleister ****Stripe** bereitgestellt wird. So geht’s: 1. Klicke unten auf jeder Seite von loky auf den Link „[loky\*-Rechnungs-Portal](https://billing.stripe.com/p/login/cN24h30F6fEya7CfYY?ref=loky.news)“. 2. Gib deine E-Mail-Adresse ein (die, mit der du bei loky\* registriert bist). 3. Kein Passwort nötig! Du bekommst sofort einen Login-Link per E-Mail von Stripe. 4. Einfach auf den Link klicken – und du bist drin! Falls du Probleme hast oder etwas nicht findest, schreib uns gerne an support@loky.news. Wir helfen dir weiter! #### ****Ich bekomme den Newsletter und möchte jetzt zahlendes Mitglied werden. Wie geht das?** Super, dass du dabei sein willst! So funktioniert’s: 1. ****Logge dich auf** [****www.loky.news**](https://www.loky.news/) **ein.** 2. Gehe zum Bereich ****„Preise“** und wähle die Mitgliedschaft, die am besten zu dir passt. 3. Du wirst dann zu ****Stripe** weitergeleitet, wo du deine Zahlungsdetails eingibst und den Abschluss bestätigst. Sobald das erledigt ist, bist du offiziell Mitglied und hast Zugriff auf alle exklusiven Inhalte! Falls du Fragen hast, melde dich gerne unter ****support@loky.news**. ### AGB (gültig für Mitgliedschaften vom 31.5.2017 - 12.11.2021) URL: https://www.loky.news/legal-terms-31-5-2017-12-11-2021/ Last updated: 2025-01-10T09:46:14.000Z ## **ALLGEMEINE GESCHÄFTSBEDINGUNGEN (AGB)** – Stand 1.6.2017 – gültig bis 12.11.2021 Allgemeine Geschäftsbedingungen (im Folgenden „AGB“) der Firma Prenzlauer Berg Nachrichten GbR, Schönhauser Allee 36, c/o Bürogemeinschaft Krautreporter, 10435 Berlin, (im Folgenden „PBN“) für die Nutzung der durch PBN GbR unter der Domain www.prenzlauerberg-nachrichten.de (einschließlich aller Subdomains) angebotenen Online-Zeitung Prenzlauer Berg Nachrichten (im Folgenden „Prenzlauer Berg Nachrichten“). ## I. Allgemeine Bedingungen §1 Geltungsbereich (1) Die AGB in ihrer jeweils zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gültigen Fassung gelten für alle Geschäftsbeziehungen zwischen der PBN GbR und natürlichen Personen, die ein Mitgliedskonto erstellt haben (im Folgenden „Mitglied“ bzw. „Mitglieder“). (2) Abweichende Bedingungen eines Mitglieds erkennt PBN GbR nicht an, es sei denn, es ist etwas anderes schriftlich vereinbart. (3) Die AGB gelten auch in dem Fall, dass die Prenzlauer Berg Nachrichten über Angebote (u.a. aber nicht abschließend Websites, Apps) Dritter genutzt werden, die den Zugang zu den Prenzlauer Berg Nachrichten z.B. über eine API, RSS-Feed ermöglichen. (4) Zusätzlich zu den in diesen AGB enthaltenen bzw. anhängigen allgemeinen Bestimmungen (I.), der Übersicht über die wesentlichen Merkmale der angebotenen Dienstleistungen (II.), den Anbieterinformationen (III.) und der Widerufsbelehrung gelten die in den Prenzlauer Berg Nachrichten veröffentlichten Allgemeine Nutzungsbedingungen und die Allgemeinen Datenschutzbestimmungen gleichermaßen. § 2 Vertragsgegenstand (1) Die Prenzlauer Berg Nachrichten sind ein im Internet erscheinendes journalistisches Angebot (Online-Zeitung) für den Stadtteil Prenzlauer Berg und den Bezirk Pankow in Berlin. Veröffentlich werden journalistische Beiträge in Form von u.a. Text, Bild, Ton und Video (im Folgenden „Beiträge“). (2) Mitglieder haben die Möglichkeit eine zeitlich begrenzte, kostenpflichtige Mitgliedschaft (im Folgenden „Mitgliedschaft“) zu erwerben. Die Mitgliedschaft umfasst insbesondere die folgenden Leistungen: a) Uneingeschränkter Zugang zu allen (insb. aktuellen) Beiträgen der Prenzlauer Berg Nachrichten, insbesondere für die Beiträge, die zahlenden Mitgliedern vorbehalten sind und die für nicht zahlende Nutzer nicht zugänglich sind („Mitgliederbereich“) b) Bezug eines exklusiven Newsletters c) Die technische Möglichkeit, Beiträge in den Prenzlauer Berg Nachrichten im Rahmen der Nutzungsbedingungen, sowie im Rahmen der geltenden Gesetze und unter Wahrung von Rechten Dritter in eigener inhaltlichen Verantwortung zu kommentieren (3) PBN GbR kann Mitgliedern unterschiedliche Mitgliedschaften anbieten, die sich über die unter (2) beschriebene Leistungen und Rechte hinaus insbesondere (aber nicht ausschließlich) in ihrer Laufzeit, Preisgestaltung oder Zusatzleistungen unterscheiden können. Maßgeblich hierfür ist die jeweils zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses veröffentlichte Produkt- und Leistungsübersicht. (4) Das Recht, auf einzelne Beiträge / Inhalte / Newsletter o.ä. exklusiv zuzugreifen, darf nicht zur Umgehung der allgemeinen Zugangsbeschränkung für Beiträge für nicht zahlende Nutzer missbraucht werden. Es ist u.a. nicht gestattet, Dritten Zugang zum Mitgliedskonto, dem Mitgliederbereich bzw. zu den entsprechenden Zugangsdaten zu gewähren. (5) Soweit nichts anderes vereinbart ist, ist die gewerbliche oder geschäftsmäßige Nutzung der Prenzlauer Berg Nachrichten, wie z.B. der Zugriff auf einzelne Beiträge zur geschäftlichen Nutzung oder Weiterverbreitung (z.B. im Rahmen eines Pressespiegels) ausgeschlossen. (6) Ein Recht auf Veröffentlichung von Kommentaren besteht nicht. Die Nutzung der Kommentarfunktionen ist ausschließlich zur sachlichen Diskussion der im jeweilig vorstehenden Beitrag dargestellten Inhalte vorgesehen. Eine kommerzielle Nutzung ist nicht gestattet. Die Nutzung zur Verbreitung von rassistischen, beleidigenden oder anderer rechtswidrigeren Äußerungen ist ebenfalls nicht erstattet. PBN GbR behält sich ausdrücklich vor, Kommentare vor Veröffentlichung zu prüfen und Kommentare, die gegen diese Bedingungen, geltendes Recht oder den Pressekodex verstoßen, zu löschen, bzw. nicht freizugeben. (7) PBN GbR ist bemüht die Verfügbarkeit der angebotenen Leistungen durchgängig zu gewährleisten. Insbesondere (aber nicht abschließend) durch technische Störungen oder Wartungsarbeiten kann die Inanspruchnahme der Leistungen ganz oder teilweise eingeschränkt sein. Eine diesbezügliche Haftung auf Schadenersatz ist genauso wie die Übernahme jedweder Garantien ausgeschlossen. PBN GbR kann die angebotenen Mitgliedschaften / Leistungen jederzeit nach eigenem Ermessen und ohne Ankündigung ändern oder einstellen. §3 Vertrag über den Kauf einer Mitgliedschaft im Abonnement (1) Alle Angebote sind freibleibend und unverbindlich. Ein Anspruch auf Erwerb einer Mitgliedschaft besteht nicht. (2) Soweit nicht anderes vereinbart, werden Mitgliedschaften im Abonnement verkauft. D.h. eine vorher vereinbarte Vertragslaufzeit (z.B. 1 Monat oder 1 Jahr) verlängert sich nach Ablauf automatisch um eine weitere Vertragslaufzeit, es sei denn der Vertrag wurde ordnungsgemäß gekündigt. Näheres zur den genauen Abonnementsbedingungen einzelnen Mitgliedschaften enthalten die jeweilig gültigen Leistungs- und Produktinformationen. (3) Mitglieder mit einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft können während der Laufzeit der Mitgliedschaft die unter §2 beschrieben und von PBN GbR dafür bereitgestellten Leistungen nutzen. (4) Voraussetzung für den kostenpflichtigen Erwerb einer Mitgliedschaft ist die Registrierung als Mitglied / die Eröffnung eines Mitgliedskontos („Konto“) und die damit verbundenen Zustimmung zu diesen AGB, den Datenschutzbestimmungen und die Kenntnisnahme der Widerrufsbelehrung. § 4 Vertragsabschluss / Zustandekommen des Vertrags (1) Die auf den Seiten der Prenzlauer Berg Nachrichten dargestellten Angebote über Mitgliedschaften stellen kein rechtlich bindendes Vertragsangebot dar, sondern nur eine unverbindliche Aufforderung an Mitglieder, eine Mitgliedschaft zu erwerben. Mit der Buchung einer bestimmten Mitgliedschaft gibt ein Mitglied ein für ihn bindendes Angebot auf Abschluss eines Kaufvertrages ab. (2) Der kostenpflichtige Erwerb einer Mitgliedschaft („Vertrag über den Kauf Mitgliedschaft“) kommt wie folgt zustande („Buchungsprozss“): 1. Auswahl einer gewünschten Mitgliedschaft / Abonnements unter www.prenzlauerberg-nachrichten.de im „Shop“ durch das Mitglied. Die Auswahl erfolgt über den Klick auf den Button „Mitgliedschaft auswählen“ / „Kostenlosen Probemonat beginnen“ (oder einem vergleichbaren Button-Text) 2. Eingabe von Persönlichen Daten („Rechnungsdetails“) (einschließlich E-Mail und Passwort zum zukünftigen Login) des Käufers zur Registrierung / Eröffnung eines Kontos (sofern noch nicht geschehen), die Übersicht über die Bestellung (inkl. der anfallenden Kosten) zur Kontrolle, Auswahl einer angebotenen Zahlungsmethode (z.B. Rechnung, Kreditkarte, PayPal, Lastschrift) und Zustimmung zu diesen AGB (inkl. die Kenntnisnahme der Widerrufsbelehrung) („Häkchen setzen“) durch Bestätigung per Klick auf den Button „Weiter“ / „Jetzt anmelden“ / „Jetzt kaufen“ (oder einen vergleichbaren Button-Text) 3. Weiterleitung zu dem ausgewählten Zahlungsdienstleister und Eingabe der Zahlungsdaten (PayPal-Zugangsdaten, IBAN, Kreditkarteninformationen). 4. Je nach Zahlungsanbieter die Möglichkeit, die eingegebenen Zahlungsdaten zu überprüfen. 5. Das Mitglied erhält von PBN GbR eine Buchungsbestätigung per E-M-Mail. Die E-Mail enthält zudem diese AGB, die Datenschutzbestimmung und die Widerufsbelehrung. Hiermit wird das Angebot angenommen. Mit Beginn der Vertragslaufzeit wird die erste Rechnung/Bestellung im Mitgliederbereich / -konto hinterlegt. (3) Nach erfolgreichem Vertragsabschluss ist das Mitglied bereits eingeloggt und kann Leistungen der Mitgliedschaft sofort in Anspruch nehmen. Nicht eingeloggte Mitglieder können sich über die Schaltfläche „Kundenkonto / Login“ jederzeit mit der bei der Registrierung / Eröffnung Mitgliedskonto angegebenen E-Mail-Adresse und Passwort einloggen. (4) Dieser Vertragstext wird von PBN GbR nicht gespeichert, sondern zusammen mit der Bestellbestätigung per E-Mail an das Mitglied verschickt. (6) Eingeloggte Mitglieder haben in Ihrem Kontobereich über die Schaltfläche „Mitglieder-Konto“ jederzeit Zugang zu den bei der PBN GbR hinterlegten vertragsrelevanten Daten (Name, Anschrift etc.), den ggf. erworbenen Mitgliedschaften und allen Rechnungen, die dort hinterlegt sind. § 5 Laufzeit und Preis einer Mitgliedschaft (1) Die Laufzeit und die Verlängerungsbedingungen des Vertrags bzw. der Mitgliedschaft richten sich nach der ausgewählten und gebuchten Mitgliedschaft und ist der jeweiligen, beim Vertragsabschluss gültigen Beschreibung der Mitgliedschaft („Produkt- und Leistungsinformation“) zu entnehmen. (2) Der Preis einer Mitgliedschaft richtet sich nach der ausgewählten und bestellten Mitgliedschaft und ist der jeweiligen, beim Vertragsabschluss gültigen Beschreibung der Mitgliedschaft („Produkt- und Leistungsinformation“) zu entnehmen. Die angegebenen Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer. § 6 Rechnungsstellung, Zahlung, Zahlungsabwicklung (1) Mitglieder können ihre aktuellen Rechnungen im „Konto“ abrufen / downloaden. (2) Mitglieder haben die Möglichkeit, den Kaufpreis / Abonnementspreis für erworbene Mitgliedschaften per Rechnung, Kreditkarte, per SEPA-Lastschrift oder per PayPal zu begleichen. Es gelten die jeweiligen Nutzungsbedingungen der beteiligten Zahlungsdienstleister (u.a. Visa, MasterCard, stripe, GoCardless, PayPal). PBN GbR kann die Zahlarten jederzeit erweitern oder einschränken. (3) Der Kaufpreis / Abonnementspreis ist jeweils zu Beginn einer Vertragslaufzeit im Voraus fällig, es sei denn es ist etwas anderes, z.B. entsprechend der jeweiligen Produkt- Leistungsinformation, vereinbart. (4) PBN GbR nutzt zur Abrechnung und zur Verwaltung von Kunden- und Mitgliedschaften inkl. der Zahlungen den Dienst „WooCommerce“. (5) PayPal Zahlungen werden über das PayPal-Konto der ACTA URBIS Stadtteilzeitungen GmbH („ACTA URBIS“) abgewickelt. ACTA URBIS ist als (Mit-)Gesellschafterin Trägerin der PBN GbR. § 7 Kündigung (1) Der Vertrag kann von beiden Seiten ordentlich mit einer Kündigungsfrist von 1 Tag zum Ende der Vertragslaufzeit gekündigt werden. (2) Wird nicht rechtzeitig gemäß (1) gekündigt, verlängert sich die Vertragslaufzeit fortlaufend jeweils um die abgeschlossene Vertragslaufzeit. (3) Die Kündigung kann über eine Schaltfläche im Mitgliedskonto-Bereich erfolgen. (4) Das beidseitige Recht zur außerordentlichen Kündigung bliebt unberührt. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung wird insb. auch begründet durch den wiederholten Verstoß gegen diese AGB oder die Nutzungsbestimmungen der Prenzlauer Berg Nachrichten. § 8 Haftung und Freistellung (1) Die Haftung auf Schadenersatz der PBN GbR und ihren Gesellschaftern aus diesem Vertragsverhältnis, einschließlich ihrer Vertreter und/oder Erfüllungsgehilfen beschränkt sich auf die unbeschränkte Haftung bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit, bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit und bei zwingender gesetzliche Haftung, bzw. auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden, bei der fahrlässigen Verletzung von wesentlichen Vertragspflichten. (2) Mitglieder haften für die von ihnen in die Prenzlauer Berg Nachrichten (insb. im Kommentarbereich) und auf Plattformen, die unter die Impressumspflicht der PBN GbR fallen (u.a. Facebook-Seite der Prenzlauer Berg Nachrichten), eingestellten Inhalte (Bilder, Fotos, Text, Video etc.) und stellen PBN GbR von Ansprüchen Dritter wegen Verletzung etwaiger Rechte frei. Die Verlegerhaftung ist davon unberührt. § 9 Widerruf (1) Mitgliedern, die Verbrauer (§ 13 BGB) sind, steht grundsätzlich ein Widerrufsrecht zu. Näheres regelt die Widerrufsbelehrung . § 10 Datenschutz (spezielle Regelungen im Rahmen der AGB) (1) Bei Anbahnung, Abschluss, Abwicklung und Rückabwicklung des Vertrags werden von PBN GbR Daten im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen erhoben, gespeichert und verarbeitet. (2) Die personenbezogenen Daten, die PBN GbR durch ein Mitglied z. B. bei einer Bestellung oder per E-Mail mitgeteilt werden (z. B. Name und Ihre Kontaktdaten), werden nur zur Korrespondenz mit dem Mitglied und nur für den Zweck verarbeitet, zu dem Sie uns die Daten zur Verfügung gestellt haben. PBN GbR gibt Daten nur an Unternehmen weiter, die mit der Leistungserbringung betraut sind und soweit dies notwendig ist. Zur Abwicklung von Zahlungen gibt PBN GbR Zahlungsdaten an die mit der Zahlung beauftragten Zahlungsanbieter und Zahlungsdienstleister (z.B. Kreditkartenunternehmen, PayPal, Bank) weiter. (3) Personenbezogenen Daten werden von PBN GbR im Übrigen nicht an Dritte weitergeben, es sei denn, dass PBN GbR dazu gesetzlich verpflichtet wäre oder das Mitglied vorher ausdrücklich eingewilligt hat. Soweit wir zur Durchführung und Abwicklung von Verarbeitungsprozessen Dienstleistungen Dritter in Anspruch nehmen, werden die Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes eingehalten. (4) Personenbezogene Daten, die PBN GbR oder dem mit der Zahlungsabwicklung betrauten Unternehmen mitgeteilt worden sind, werden nur so lange gespeichert, bis der Zweck erfüllt ist, zu dem sie uns anvertraut wurden. Soweit handels- und steuerrechtliche Aufbewahrungsfristen zu beachten sind, kann die Dauer der Speicherung bestimmter Daten bis zu 10 Jahre betragen. (5) Sollten Mitglieder mit der Speicherung Ihrer personenbezogenen Daten nicht mehr einverstanden oder diese unrichtig geworden sein, wird PBN GbR auf eine entsprechende Weisung hin im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen die Löschung, Korrektur oder Sperrung der Daten veranlassen. Auf Wunsch erhalten Mitglieder unentgeltlich Auskunft über alle personenbezogenen Daten, die PBN GbR das Mitglied gespeichert hat. Bei Fragen zur Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung von personenbezogenen Daten, für Auskünfte, Berichtigung, Sperrung oder Löschung von Daten wenden sich Mitglieder bitte an: Prenzlauer Berg Nachrichten GbR c/o Krautreporter Bürogemeinschaft Schönhauser Allee 36 10435 Berlin E-Mail: datenschutz@prenzlauerberg-nachrichten.de (6) Es gilt zudem die jeweils gültige und in den Prenzlauer Berg Nachrichten veröffentlichte Allgemeine Datenschutzbestimmungen, die als Teil dieser AGB zu verstehen sind. § 10 Schlussbestimmungen (1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Das UN-Kaufrecht wird ausgeschlossen. (2) Die Vertragssprache ist deutsch. (3) Gerichtsstand ist Berlin, sofern es sich um das Mitglied nicht um einen Verbraucher im Sinne des Gesetzes handelt. (4) Änderungen dieser Allgemeinen Geschäftsbedingungen werden Mitgliedern spätestens 1 Monat vor dem Zeitpunkt ihres Wirksamwerdens in schriftlich (z. B. per E-Mail) angeboten. Die Zustimmung durch ein Mitglied gilt als erteilt, wenn das Mitglied seine Ablehnung nicht vor dem Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderungen angezeigt hat. (5) Sollte eine Bestimmung dieser AGB unwirksam sein, wird davon die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht berührt. ## II. Informationspflichten zu den wesentlichen Merkmalen der Dienstleistung bzw. der digitalen Inhalte (1) Die wesentlichen Merkmale der Dienstleistung ergeben sich aus dem jeweiligen Funktionsumfang der Prenzlauer Berg Nachrichten sowie gemäß § 2 der AGB. (2) Information zum Abschluss einer Mitgliedschaft in Form eines Abonnements, über die Laufzeit des Vertrags und Kündigungsbedingungen finden sich insbesondere in § 3 (Vertrag über eine Mitgliedschaft im Abonnement) , §5 (Laufzeit und Preise) und § 7 (Kündigung) der AGB. (3) Das Zustandekommen des Vertrages erfolgt gemäß § 4 der AGB. (4) Die Rechnungsstellung und Zahlung erfolgt gemäß § 6 der AGB. (5) Die Funktionen der Dienstleistungen bzw. digitalen Inhalte stehen Mitgliedern sofort nach Login zu Verfügung. (6) Der Vertragstext (AGB) wird von PBN GbR nicht gespeichert. Die wesentlichen Vertragsbestandteile und Informationen zum Vertrag werden von PBN GbR aber in einer der Bestellung folgenden E-Mail dokumentiert. Alle Information zur laufenden Mitgliedschaft (nächste Zahlung etc.) sind im Mitgliedskonto abrufbar. (7) Informationen zur Mängelhaftung: Es gilt die gesetzliche Mängelhaftung. (8) Information zum Widerrufsrecht: Verbrauchern (Definition: § 13 BGB) steht grundsätzlich ein Widerrufsrecht zu. Nähere Informationen zum Widerrufsrecht ergeben sich aus der Widerrufsbelehrung von PBN GbR. (9) Der Vertragsschluss erfolgt gemäß § 11 der AGB ausschließlich in deutscher Sprache. (10) Während der Buchung kann das Mitglied / Nutzer seine Eingaben laufend über die üblichen Tastatur- und Mausfunktionen korrigieren. Vor der verbindlichen Bestellung werden alle vertragsrelevanten Informationen noch einmal in einer Buchungsübersicht angezeigt und können dann auch mittels der üblichen Tastatur- und Mausfunktionen korrigiert werden. ## III. Anbieterinformationen Prenzlauer Berg Nachrichten GbR c/o Krautreporter Bürogemeinschaft Schönhauser Allee 36 10435 Berlin E-Mail: post@prenzlauerberg-nachrichten.de Internet: https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de Geschäftsführer: Kristina Auer & Philipp Schwörbel Gesellschafter: Kristina Auer, ACTA URBIS Stadtteilzeitungen GmbH Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE274494896 Verantwortlicher i.S.d. § 55 Abs. 2 RStV und im Sinne des Presserechts: Kristina Auer Redaktion: Kristina Auer (Leitung), Constanze Nauhaus Stand: Juni 2016 # **WIDERRUFSBELEHRUNG UND MUSTERFORMULAR** **Widerrufsrecht** Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsabschlusses. Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie uns (Prenzlauer Berg Nachrichten GbR, c/o Krautreporter Bürogemeinschaft, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin, E-Mail [widerruf@prenzlauerberg-nachrichten.de](mailto:widerruf@prenzlauerberg-nachrichten.de)) mittels einer eindeutigen Erklärung (z. B. ein mit der Post versandter Brief, Fax oder E-Mail) über Ihren Entschluss, diesen Vertrag zu widerrufen, informieren. Sie können dafür das beigefügte Muster-Widerrufsformular verwenden, das jedoch nicht vorgeschrieben ist. Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden. **Folgen des Widerrufs** Wenn Sie diesen Vertrag widerrufen, haben wir Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhalten haben, einschließlich der Lieferkosten (mit Ausnahme der zusätzlichen Kosten, die sich daraus ergeben, dass Sie eine andere Art der Lieferung als die von uns angebotene, günstigste Standardlieferung gewählt haben), unverzüglich und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag zurückzuzahlen, an dem die Mitteilung über Ihren Widerruf dieses Vertrags bei uns eingegangen ist. Für diese Rückzahlung verwenden wir dasselbe Zahlungsmittel, das Sie bei der ursprünglichen Transaktion eingesetzt haben, es sei denn, mit Ihnen wurde ausdrücklich etwas anderes vereinbart; in keinem Fall werden Ihnen wegen dieser Rückzahlung Entgelte berechnet. Haben Sie verlangt, dass die Dienstleistungen während der Widerrufsfrist beginnen soll, so haben Sie uns einen angemessenen Betrag zu zahlen, der dem Anteil der bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie uns von der Ausübung des Widerrufsrechts hinsichtlich dieses Vertrags unterrichten, bereits erbrachten Dienstleistungen im Vergleich zum Gesamtumfang der im Vertrag vorgesehenen Dienstleistungen entspricht. **Muster-Widerrufsformular** Wenn Sie den Vertrag widerrufen wollen, dann füllen Sie bitte dieses Formular aus und senden Sie es zurück. An: Prenzlauer Berg Nachrichten GbR, c/o Krautreporter Bürogemeinschaft, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin, E-Mail widerruf@prenzlauerberg-nachrichten.de Hiermit widerrufe(n) ich/wir (\*) den von mir/uns (\*) abgeschlossenen Vertrag über den Kauf der folgenden Waren (\*)/die Erbringung der folgenden Dienstleistung (\*) \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Bestellt am (\*)/erhalten am (\*) \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Name des/der Verbraucher(s): \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Anschrift des/der Verbraucher(s): \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Unterschrift des/der Verbraucher(s) (nur bei Mitteilung auf Papier): \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Ort, Datum\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ (\*) Unzutreffendes bitte streichen. \*\*\*\*\*\*\*\*\*\* Ende der Widerrufsbelehrung \*\*\*\*\*\*\*\*\*\* ### Kostenlose Newsletter-Anmeldung und Preise für Mitgliedschaften URL: https://www.loky.news/membership/ Last updated: 2026-01-15T13:15:46.000Z #### Ich suche eine Mitgliedschaft für Menschen mit weniger Geld. Habt ihr da was? Ja, haben wir. Für Studierende, Schüler:innen, Empfänger:innen von Bürgergeld oder Menschen, die es sich im Moment nicht leisten können, eine reguläre Mitgliedschaft zu erwerben, uns aber trotzdem finanziell unterstützen wollen, haben wir unsere loky\*-Support-Mitgliedschaft. ****loky\*-Support-Mitgliedschaft: Für**[ **3,49 Euro / Monat** ](https://www.loky.news/#/portal/signup/687785603b65a80001177860/monthly)****bzw. für** [****34,99 Euro / Jahr**](https://www.loky.news/#/portal/signup/687785603b65a80001177860/yearly)****.** Die Support-Mitgliedschaft entspricht der Premium-Mitgliedschaft und hat einen kostenlosen Testzeitraum von 7 Tagen: - Alle loky\*-Newsletter - Vorrangiger Zugang zu loky\*-Events - Keine "Werd-endlich-Mitglied!"-Hinweise mehr - Das gute Gefühl, loky\* möglich zu machen - 18% Rabatt bei jährlicher Zahlung - Inkl. 7% Mwst. - Sicher mit Kreditkarte oder Lastschrift zahlen - 7 Tage kostenloser Testzeitraum Vielen Dank, dass Du loky\* unterstützt. Wir wissen das zu schätzen! ### Archiv URL: https://www.loky.news/archive/ Last updated: 2025-01-15T12:38:12.000Z _No content available._ ### Einloggen URL: https://www.loky.news/signin/ Last updated: 2025-01-15T09:32:51.000Z _No content available._ ### Für den kostenlosen Newsletter registrieren URL: https://www.loky.news/signup/ Last updated: 2025-03-19T18:31:15.000Z _No content available._ ### CTA Block Homepage (home-subscribe section) URL: https://www.loky.news/home-subscribe/ Last updated: 2026-05-08T14:50:56.000Z ## **Jetzt kostenlos loky\* - Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee & Mitte abonnieren** Was geht? Wir wissen's, vonBezirkspolitik bis Xylophonkonzert. Wir halten dich auf dem Laufenden über alles, was für dein Leben vor Ort wichtig ist. Anmeldung kostenlos. Kein Spam. Keine Kreditkarte o.ä. nötig. ### Unsere Vision URL: https://www.loky.news/vision/ Last updated: 2026-06-03T13:31:57.000Z ### Unsere Vision & Mission loky\* will einen Lokaljournalismus, dem **die Menschen in ihrem Leben wieder einen Platz einräumen** – weil er relevant und unterhaltsam ist. Weil er ihnen ihre Nachbarschaft und damit ihr Zuhause näherbringt. Weil er ihren Alltag bereichert und einfacher macht. Für uns in Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee – sowie Mitte, das wir 2026 Stück für Stück ebenfalls zum loky\*-Land machen. Wir schaffen ein **Info-Ökosystem** bzw. (deutsche Sprache, sperrige Sprache) eine **Local-News-Community** und verbinden als Teil einer aktiven Nachbarschaft Menschen, lokale Gruppen, Organisationen und Unternehmen, ihre Infos und ihr Wissen zu einem lebendigen Netzwerk. 🫶 ****Unsere Vision:** loky\* schafft Nähe, Orientierung und Zuhausegefühl durch Information und Austausch. 💡 ****Unsere Mission:** loky\* hilft Menschen – besonders in der Rushhour des Lebens – dabei, sich in Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee und Mitte stärker zuhause zu fühlen, informierter zu leben und bessere Entscheidungen für ihren Alltag zu treffen. Immer lässig, optimistisch, nahbar und mit einer gewissen Leichtigkeit. Dafür bauen wir: 1. **Eine kleine Redaktion** mitten im Kiez, die nicht nur sendet, sondern auch empfängt, zuhört und ins Gespräch bringt, immer auf Augenhöhe. 2. **Eine aktive Community**, die ihr Wissen teilt und sich konstruktiv einbringt. Wir arbeiten nach journalistischen Kriterien, sind integer und optimistisch, humorvoll und vernünftig. ### Das Problem, das wir lösen: Zu viel, zu laut, zu irrelevant Lokalzeitungen stecken in einer existenziellen Krise, in der Print nicht mehr und online (noch) nicht funktioniert. Menschen wenden sich bewusst ab, weil ihnen die Berichterstattung zu negativ, zu klickgetrieben oder schlichtweg nicht gut oder relevant genug ist. Online-Journalismus richtet sich oft nach den Bedürfnissen der Werbung, nicht denen der Leser:innen. Die merken das. In der Folge spielen Lokalmedien im Alltag vieler keine Rolle mehr. Die entstehende Lücke füllen soziale Medien. Diese arbeiten jedoch nicht journalistisch. Informationen werden nicht auf Richtigkeit überprüft, sondern oft aus dem Kontext gerissen und der Logik intransparenter Algorithmen folgend ausgespült. Statt Vernetzung, Hilfe und Gespräch fördern sie Polarisierung. Das ist ein Problem, weil Vertrauen verloren geht – für die Demokratie im Großen, aber auch im Kleinen, für jede:n, jeden Tag. #### Was macht ihr genau? Menschen wollen wissen, was um sie herum passiert. Sie suchen Nähe, konkrete Hilfe, Tipps oder Zerstreuung und wollen sich einbringen und mitgestalten. Mit loky\* machen wir unseren Nutzer:innen ein Angebot, das relevant und kompakt, hintergründig, lustig und nahbar ist – und bei dem sie immer auf Augenhöhe mitreden und mitgestalten können. In der Regel erscheinen zweimal in der Woche ein Newsletter mit allen Neuigkeiten, Hintergründen und Tipps für den Alltag im Kiez. Darüber hinaus bringen wir Menschen auch offline zusammen – bei Events, Kiezspaziergängen, Umfragen oder regelmäßigen Treffen. Für die Zukunft sind noch eine Community-Plattform und ein KI-gestützter News-Ticker mit Echtzeit-Updates geplant. Zur Finanzierung setzen wir vor allem auf unsere Leser:innen. So können wir deren Bedürfnisse ins Zentrum unserer Arbeit stellen. #### Wofür steht ihr? Unsere Werte: Wir arbeiten nach journalistischen Kriterien, sind integer und optimistisch, humorvoll und vernünftig. ****Unser Versprechen:** Ihr seid mit loky\* nicht nur gut informiert, sondern verbunden. Wir machen aus Nachbarschaft Zuhause, in dem ihr euch auskennt, mitreden könnt und wohlfühlt. #### Was macht Euch besonders? 1. ****Sound, Look & Feel:** Lokaljournalismus kann ****relevant** sein und ****Spaß** machen. Wir kombinieren Vernunft mit Charme, Integrität mit Optimismus, Seriösität mit Lässigkeit. 2. ****Fokus:** Alles ist viel, auch bei uns. Wie ****sortieren** und präsentieren euch das wirklich Wichtige. 100 % für euch, 0 % Clickbait. 3. ****Form:** Wir sorgen mit kompakten Info-Snippets für den Überblick, gehen mit recherchierten Artikeln in die Tiefe, wo es nötig ist, und setzen bei allem auf Community. Sich informieren ist bei loky\* ****einfach, bequem, schnell.** Und verdammt nice. ### Der Elefant im Raum Zur Wahrheit gehört: [Wir sind ein kleines Team ](https://www.loky.news/team/)und verschicken Newsletter. Aber manchmal braucht es kleine Anfänge für große Veränderungen. Wir glauben an einen Lokaljournalismus, den Menschen wirklich gerne lesen. Dafür brauchen wir dich. Denn loky\* ist nur so gut wie seine Community. Wir sind loky\*. Sei du es auch. [Jetzt loky\*-Ultra werden](#/portal/signup) ### Community URL: https://www.loky.news/community/ Last updated: 2026-01-15T11:49:03.000Z ### We are in this together Wisst ihr noch, damals, als das Internet schön glänzend und neu war und mediale Fegefeuer wie X oder die Kommentarspalte im Angelforum undenkbar erschienen? Zu der Zeit trendete ein hübscher Begriff: **Schwarmintelligenz**. Let's make *that* great again! Warum ist die Bäckerei im Kiez seit zwei Wochen geschlossen? In welcher Schule fällt der Matheunterricht ständig aus? Und wo ist plötzlich eine Baulücke, wo gestern noch ein Parkhaus stand? Vieles bekommt ihr viel früher mit als wir, die Redaktion, und auf vieles wisst ihr auch die Antwort. Wir hingegen haben das journalistische Handwerk (und die Zeit – ist schließlich unser Job) und können Hintergrund und Kontext ergänzen, kritisch nachfragen und alles zum großen Bild und kleinen Newslettern zusammenfügen. Gemeinsam schaffen wir ein Info-Ökosystem, das das Leben für uns alle besser macht. ### **So kannst du mitmachen:** - Schick uns Themenvorschläge und Fragen zu allem, was dich im Kiez beschäftigt. - Teil dein Insider:innen-Wissen – von der neuen Baustelle bis zum sympathischsten Barrista. - Bring deine Expertise ein, wenn wir über dein Fachgebiet berichten. - Sag uns, wenn wir etwas übersehen haben oder ein Fehler durchgerutscht ist. Schreib uns an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder nutze unseren [anonymen Themen-Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). ### **Das bekommst du dafür:** - Eine Redaktion, die deinen Input ernst nimmt und ihm nachgeht. - Antworten auf deine Fragen zum Kiez. - Den direkten Draht zu anderen Menschen vor Ort. - Die Chance, deinen Kiez aktiv mitzugestalten. Wir lieben digital. Aber wir wären doch mit dem Klammerbeutel gepudert, als Lokalmedium vor Ort auf analog zu verzichten. Daher bedeutet Community für uns auch Events. Wir bringen dich zu interessanten Orten, spannenden Leuten und dabei vor allem: zusammen. Mit deiner Nachbarschaft und den Menschen, die diese prägen. Dabeisein kann jeder. Doch die Extra-Portion Community gibt es für unsere [zahlenden Mitglieder](https://www.loky.news/membership/). Mach mit. Wir freuen uns auf dich! ### Journalismus URL: https://www.loky.news/journalismus/ Last updated: 2026-05-01T14:57:13.000Z ### Vom Senden auf Empfang umstellen Senden. Gatekeepen. Senden. Und ab und an einen Kommentar wegmoderieren. So funktioniert Journalismus seit Jahrhunderten. Als hätten das Internet und vor allem die Erfindung sozialer Medien unser Kommunikationsverhalten nicht grundlegend verändert. In etablierten Zeitungshäusern dürfen Leser:innen vor allem eins beitragen: ihre Meinung. Bei loky\* ist das anders. Wir wissen, dass Anwohner:innen die wahren Expert:innen für den Kiez sind, die mitreden wollen und können, wenn es um unterbeleuchtete Themen, neue Trends und die große Frage geht, warum zur Hölle im Thälmann-Teich plötzlich kein Wasser mehr ist? *(Stimme aus dem Off):* "Macht ihr dann nicht Bürgerjournalismus?" *(Tiefes Seufzen. Allein das Wort schon!)* ### Willkommen, Info-Ökosystem Nö! Wir betreiben ein Info-Ökosystem, zu dem alle beitragen können, und das von der Redaktion nach journalistischen Kriterien organisiert wird. Sie recherchiert, fragt kritisch nach und sorgt für Kontext, Austausch und Debatte. Das aber immer auf Augenhöhe und mit dem Anspruch, das bestmögliche Ergebnis für eine Leserschaft zu liefern, die einen herausfordernden Alltag und viel um die Ohren hat. Apropos: Als Nordstern dienen uns bei loky\* die **Bedürfnisse der Leser:innen**, nicht die der Werbewirtschaft. Aus der Forschung (Stichwort [User Needs](https://smartocto.com/research/userneeds/?ref=loky.news)) wissen wir, dass sie sich Orientierung, Inspiration, aber auch Unterhaltung wünschen. Geliefert bekommen sie aber oft Update-Text um Update-Text sowie viel zu viel Clickbait, weil die Finanzierung über Anzeigen vorrangig über Masse funktioniert. Diesen Teufelskreis wollen wir durchbrechen. Dieses "Zu viel" ist mit ein Grund, weshalb sich viele Menschen gerade von etablierten Medien abwenden. Zudem beklagen sie den stetigen Fokus aufs Negative sowie eine vermeintlich tendenziöse Berichterstattung. Unsere Antwort darauf ist ein kompakter, optimistischer und strukturierter Journalismus. Bei uns gibt es keine ellenlange Texte, in denen man sich trotz Zwischenüberschriften ständig verläuft und beim Scrollen immer den einen Aspekt übersieht, der einen wirklich interessiert hätte. Stattdessen unterteilen wir unsere Texte in Kategorien wie "Worum geht's?", "Warum ist der wichtig?" oder "Was sagen die Betroffenen?". So machen wir ein Info-Angebot, aus dem sich jede:r schnell und nach den eigenen Bedürfnissen bedienen kann und durchbrechen nebenher noch den Fluch des Narrativs, ohne das ein Long Read sonst nie auskommt (und das als tendenziös empfunden werden kann). Wir wollen das Rad nicht neu erfinden. Wir wünschen uns nur, dass es wieder besser rollt. Das bekommen wir aber nur gemeinsam hin. Was meint ihr? Wir freuen uns über Feedback, Hinweise, Debattenanstöße und Insider:innen-Wissen an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news). Denn ohne funktioniert es nicht. ### Tag-Kategorien Homepage (topic-list) URL: https://www.loky.news/topic-list/ Last updated: 2025-02-26T14:45:08.000Z _No content available._ ### Das sagt unsere Leseschaft über loky* URL: https://www.loky.news/home-reviews/ Last updated: 2026-01-15T11:40:42.000Z #### Marie-Luise A. "Ihr füllt eine redaktionelle Lücke, die uns im Kiez so viel schenkt, Infos, Vernetzung, Community. Danke!!!" #### Petra S. "Dankeschön für eure Arbeit, die ich jede Woche genieße und wertschätze." #### Cornelia K. "Velen Dank für loky\* – relevante Infos knapp auf den Punkt gebracht, genau richtig." #### Stefan A. "Ich freue mich, euch mit meiner monatlichen Zahlung zu unterstützen und dafür so gute Inhalte zu bekommen." #### Molly W. "Velen Dank für die Mails. Ich finde sie äußerst informationsreich und zugleich witzig." ### Content-Block Startseite (home-content) URL: https://www.loky.news/home-content/ Last updated: 2026-04-27T08:36:16.000Z ## Relevante News und Zuhausegefühl. Seriös und lässig. Alles ist viel, auch in Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee & Mitte. Wir sortieren und präsentieren dir das wirklich Wichtige. 100 % für dich, 0 % Clickbait. [Kostenlos abonnieren](#/portal/signup/free) ### Dein Zuhause-Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee. Und jetzt auch Mitte. URL: https://www.loky.news/newsletters/ Last updated: 2026-07-01T16:31:36.000Z loky\* schaut vom Kiez auf die Stadt. Wir kombinieren alltagstaugliche News aus den Ortsteilen Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee und Mitte mit relevanten Infos aus Bezirk und Berlin. In der Regel bekommst du zweimal in der Woche einen Newsletter mit allen Neuigkeiten, Hintergründen und Tipps, die du für deinen Alltag im Kiez brauchst. Bislang gibt es loky\* für alle aus Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee. Seit 2026 nehmen wir zudem Stück für Stück auch Mitte mit auf. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/3_720.jpg) --- ### ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/02/Prenzlette-Bieber-mit-Jute-Beutel-1.png) ## Er ist schon Mitglied. #justsaying Wir sind loky\*. Sei du es auch. [Jetzt Mitglied werden](#/portal/signup) ### AGB und Widerruf URL: https://www.loky.news/terms-of-service/ Last updated: 2025-02-25T12:33:31.000Z ## **ALLGEMEINE GESCHÄFTSBEDINGUNGEN (AGB)** Stand: 3.4.2025 Willkommen bei loky\*! Wir freuen uns, dass du Teil unserer Community wirst. Damit alles fair und klar bleibt, haben wir hier unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für dich zusammengefasst. Lies sie dir in Ruhe durch – sie regeln, wie du loky\* als Mitglied nutzen kannst. Außerdem erfährt Du, wer wir sind, was wir tun und welche Rechte Du hast, wenn du einen Vertrag widerrufen möchtest. loky\* ist ein Angebot der Firma ZENTRAL Mediennetzwerk UG (haftungsbeschränkt), Woelckpromenade 5, 13086 Berlin, im Folgenden sagen wir loky\*. (Bist Du schön länger Mitglied (yeah!!), dann gelten für Dich ggf. andere AGB, die Du [hier](https://www.loky.news/terms-of-service-2021/) findest.) --- ## **I. Allgemeine Bedingungen** ### **§1 Geltungsbereich** (1) Diese AGB gelten für alles, was mit der Nutzung von loky\* und www.loky.news zu tun hat – egal, ob du als Person oder Vertreter:in eines Unternehmens einfach so vorbeischaust oder dir ein Mitgliedskonto anlegst. (2) Falls du loky\* über eine andere Plattform nutzt (z. B. über eine API), gelten diese AGB trotzdem. (3) Falls du denkst, dass deine eigenen Bedingungen Vorrang haben: Sorry, aber das geht nur, wenn wir das vorher ausdrücklich vereinbart haben. --- ### **§2 Leistung: Was bietet loky\*?** (1) loky\* ist ein journalistisches Inhalte-Angebot mit interaktiven und diskursiven Elementen. (2) Hier gibt es hochwertige Newsletter, Artikel, Bilder, Videos und mehr. (3) Die meisten Inhalte sind exklusiv für registrierte oder zahlende Mitglieder verfügbar. Wir bieten eine kostenfreie Mitgliedschaft mit eingeschränktem Leistungsumfang und eine oder mehrere kostenpflichtige Mitgliedschaften mit erweitertem bzw. vollem Leistungsumfang. (4) Als Mitglied kannst du - je nach Mitgliedschaft - z. B.: - Inhalte ohne Einschränkungen nutzen. - Exklusive Newsletter abonnieren. - In den Kommentaren mitdiskutieren und dich mit anderen Mitgliedern austauschen. - An Events teilnehmen. (5) Die genauen Leistungsumfänge entnimmst du der jeweils gültigen Preis- und Mitgliedschaftsübersicht. (6) Wir prüfen Kommentare nicht systematisch vor Veröffentlichung, behalten uns aber das Recht vor, Inhalte zu entfernen, die gegen Gesetze oder unsere Regeln verstoßen. (7) loky\* ist zur persönlichen Nutzung gedacht. Willst du unsere Inhalte kommerziell nutzen oder innerhalb deines Unternehmens weitergeben ("Pressespiegel"), dann müssen wir das ausdrücklich miteinander vereinbaren. --- ### **§3 Mitgliedschaft: Wie wirst du Mitglied?** (1) Um loky\* in vollem Umfang zu nutzen, brauchst du ein Mitgliedskonto und musst eine Mitgliedschaft auswählen. (2) Die Anmeldung als Mitglied ist kostenlos oder kostenpflichtig – je nach Mitgliedschaftsmodell. (3) Es gibt keinen Anspruch darauf, Mitglied zu werden. Falls du dich aber korrekt anmeldest, freuen wir uns, dich an Bord zu haben! Dazu gehört, dass du unsere [Datenschutzhinweise](https://www.loky.news/privacy-policy/), [Nutzungsbedingungen](https://www.loky.news/terms-of-use/) und eben diese AGB zur Kenntnis nimmst und akzeptierst. (4) Mitglied kann werden, wer volljährig und voll geschäftsfähig ist. Das gilt auch für Vertreter:innen von Unternehmen. --- ### **§4 Mitgliedschaft, Laufzeit & Kündigung** (1) Deine Mitgliedschaft läuft je nach gewählter Laufzeit für eine bestimmte Zeit (z.B. ein Monat oder ein Jahr). (2) Kündigen kannst du jederzeit zum Ende der Laufzeit – direkt im Mitgliedskonto oder per E-Mail an uns. (3) Falls du nicht kündigst, verlängert sich deine Mitgliedschaft als Abonnement automatisch um die gewählte Laufzeit. (4) Kündigst du deine bezahlte Mitgliedschaft, erhältst du nach Ablauf automatisch eine kostenlose Mitgliedschaft. (5) Sollte etwas Außergewöhnliches passieren, können wir auch außerordentlich kündigen. --- ### **§5 Preise & Bezahlung** (1) Die Preise und genauen Leistungen für die Mitgliedschaften stehen immer aktuell auf unserer Website. (2) Die Zahlung erfolgt direkt bei Abschluss der Mitgliedschaft, immer im Voraus. (3) Wir arbeiten mit **Stripe** zusammen – du kannst per Apple Pay, Google Pay, SEPA-Lastschrift oder Kreditkarte bezahlen. (4) Um eine Mitgliedschaft abzuschließen, musst du im Bezahlprozess auf eine Schaltfläche „Jetzt bezahlen“ oder Ähnliches klicken. (5) Rechnungen gibt’s über das Kundenportal von Stripe – dort kannst du alles einsehen und verwalten. Wir stellen dir einen Link dahin zur Verfügung. --- ### **§6 Deine Verantwortung als Mitglied** (1) Dein Konto gehört nur dir – sei bitte vorsichtig mit deinen Zugangsdaten, du bist dafür verantwortlich. (2) Deine hinterlegten Daten (Name, E-Mail etc.) müssen korrekt sein. Falls sich was ändert, bitte aktualisieren. (3) Deine Zugangsdaten gehören dir – bitte nicht weitergeben oder teilen. --- ### **§7 Schutzmaßnahmen & Konsequenzen bei Verstößen** (1) Falls du gegen unsere AGB oder Gesetze verstößt, können wir Maßnahmen ergreifen. Dazu gehören: - Löschen von Kommentaren oder Inhalten - Verwarnungen - Vorübergehende oder dauerhafte Sperrung deines Kontos - Kündigung deiner Mitgliedschaft --- ### § 8 Widerruf (1) Wenn Du ein:e Verbraucher:in bist, also kein:e Unternehmer:in, steht dir grundsätzlich ein Widerrufsrecht zu. Mehr Informationen stehen in der Widerrufsbelehrung. --- ### **§9 Datenschutz: spezielle Regelungen für Mitglieder** (1) Deine Daten sind bei uns sicher – wir halten uns strikt an unsere [Datenschutzbestimmungen](https://www.loky.news/privacy-policy/). Sie sind Teil dieser AGB und immer auf dem neuesten Stand. (2) Damit alles reibungslos läuft, speichern und verarbeiten wir deine Daten, wenn du dich bei loky\* anmeldest, etwas bestellst oder mit uns in Kontakt trittst – natürlich immer im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. (3) Die Daten, die du uns gibst (z. B. Name, E-Mail-Adresse oder Zahlungsinformationen), nutzen wir nur für das, was notwendig ist: um dir unsere Leistungen bereitzustellen, mit dir zu kommunizieren oder deine Zahlungen abzuwickeln. Falls nötig, geben wir bestimmte Daten an unsere Partner weiter, etwa Zahlungsdienstleister wie Stripe. Falls wir mit externen Dienstleistern zusammenarbeiten, achten wir darauf, dass alles nach den Datenschutzregeln abläuft. Aber keine Sorge: Wir verkaufen deine Daten nicht und geben sie nur weiter, wenn es wirklich erforderlich ist. (4) Zahlungsdaten werden nur von [**Stripe**](https://stripe.com/de/privacy?ref=loky.news) verarbeitet – wir speichern sie nicht. (5) Eine Weitergabe deiner Daten an andere Dritte erfolgt nur, wenn das gesetzlich vorgeschrieben ist oder du uns ausdrücklich dein Einverständnis gegeben hast. (6) Wir speichern deine Daten nur so lange, wie es wirklich nötig ist. Sobald sie nicht mehr gebraucht werden, löschen wir sie – es sei denn, wir müssen sie aufgrund gesetzlicher Aufbewahrungspflichten (z. B. nach dem Handelsgesetzbuch) noch etwas länger speichern. Manche Daten müssen wir deshalb bis zu 10 Jahre aufbewahren. (7) Falls du deine Daten aktualisieren, löschen oder einfach wissen willst, was wir über dich gespeichert haben, melde dich bei uns! Wir kümmern uns darum, dass deine Angaben stimmen und du alle Infos bekommst, die du brauchst. Schreib uns einfach an. --- ### **§10 Haftung – was passiert, wenn was schiefläuft?** (1) Wir haften unbegrenzt bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit. (2) Falls wir eine wesentliche Vertragspflicht verletzen, haften wir nur für den vorhersehbaren, typischen Schaden. --- ### **§11 Übertragung auf Dritte** (1) loky\* kann Rechte und Pflichten der Mitgliedschaften und diesen AGB ganz oder teilweise auf Dritte übertragen. In diesem Fall wirst du mindestens 6 Wochen vorher per E-Mail informiert. Falls du damit nicht einverstanden bist, kannst du innerhalb dieser 6 Wochen außerordentlich kündigen. Tust du das nicht, gilt die Übertragung als genehmigt. --- ### **§12 Freistellung** (1) Du stellst loky\* von allen etwaigen Ansprüchen Dritter frei, die durch deine Nutzung oder durch von dir veröffentlichte Inhalte entstehen. Falls es zu rechtlichen Auseinandersetzungen kommt, übernimmst du die notwendigen Verteidigungskosten. (2) Falls die Rechtsverletzung nicht von dir zu vertreten ist, gilt diese Regelung nicht. Beide Seiten sind verpflichtet, im Falle einer Inanspruchnahme durch Dritte alle notwendigen Informationen bereitzustellen. --- ### **§13 Schlussbestimmungen, Änderung der AGB** (1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. (2) Um uns auszutauschen, sprechen wir Deutsch. (3) Falls du Unternehmer:in bist, ist Berlin der Gerichtsstand. Für Verbraucher:innen gilt der gesetzliche Gerichtsstand. (4) Wir können diese AGB ändern, werden dich aber mindestens 4 Wochen vorher per E-Mail informieren. Falls du widersprichst, kannst du kündigen. Falls nicht, gelten die neuen AGB als akzeptiert. --- ## **II. Informationspflichten zu den wesentlichen Merkmalen der Dienstleistung bzw. der digitalen Inhalte** (1) Die wichtigsten Merkmale der Dienstleistung findest du in **§2 der AGB** – dort erfährst du, was loky\* dir bietet. (2) Infos zum Abschluss einer Mitgliedschaft, zur Laufzeit und zu den Kündigungsbedingungen findest du in **§3 (Mitgliedschaft: Wie wirst du Mitglied?), §4 (Mitgliedschaft, Laufzeit & Kündigung) und §5 (Preise & Bezahlung) der AGB**. (3) Wie genau der Vertrag zustande kommt, steht in **§3 der AGB**. (4) Alles rund um Rechnungen und Zahlungen erfährst du in **§5 der AGB**. (5) Sobald du dich eingeloggt hast, stehen dir die Funktionen der Mitgliedschaft zur Verfügung. (6) Wir speichern den Vertragstext (AGB) nicht dauerhaft. Die wichtigsten Vertragsinfos bekommst du aber per E-Mail nach deiner Bestellung. Außerdem findest du alle Details zu deiner Mitgliedschaft in deinem Mitgliedskonto. (7) Falls mal etwas nicht funktioniert, gilt die gesetzliche Mängelhaftung – du kannst dich darauf berufen. (8) Falls du Verbraucher:in bist (Definition: §13 BGB), hast du ein Widerrufsrecht. Mehr Infos dazu findest du in der **Widerrufsbelehrung von loky**\*. (9) Der Vertrag wird auf Deutsch abgeschlossen – das steht auch in **§13 der AGB**. --- ## III. Anbieterinformationen **loky**\* wird herausgegeben und betrieben von der **ZENTRAL Mediennetzwerk UG (haftungsbeschränkt)** z.H. Philipp Schwörbel Woelckpromenade 5 13086 Berlin E-Mail: [post@loky.news](mailto:post@loky.news) **Geschäftsführer:** Philipp Schwörbel USt.-ID.: DE364217455 Handelsregister Berlin-Charlottenburg: HRB 256869 B --- # **WIDERRUFSBELEHRUNG UND MUSTERFORMULAR** **Widerrufsrecht** Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsabschlusses. Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie uns **ZENTRAL Mediennetzwerk UG (haftungsbeschränkt)** z.H. Philipp Schwörbel Woelckpromenade 5 13086 Berlin E-Mail: [post@loky.news](mailto:post@loky.news) mittels einer eindeutigen Erklärung (z. B. ein mit der Post versandter Brief, Fax oder E-Mail) über Ihren Entschluss, diesen Vertrag zu widerrufen, informieren. Sie können dafür das beigefügte Muster-Widerrufsformular verwenden, das jedoch nicht vorgeschrieben ist. Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden. **Folgen des Widerrufs** Wenn Sie diesen Vertrag widerrufen, haben wir Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhalten haben, einschließlich der Lieferkosten (mit Ausnahme der zusätzlichen Kosten, die sich daraus ergeben, dass Sie eine andere Art der Lieferung als die von uns angebotene, günstigste Standardlieferung gewählt haben), unverzüglich und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag zurückzuzahlen, an dem die Mitteilung über Ihren Widerruf dieses Vertrags bei uns eingegangen ist. Für diese Rückzahlung verwenden wir dasselbe Zahlungsmittel, das Sie bei der ursprünglichen Transaktion eingesetzt haben, es sei denn, mit Ihnen wurde ausdrücklich etwas anderes vereinbart; in keinem Fall werden Ihnen wegen dieser Rückzahlung Entgelte berechnet. Haben Sie verlangt, dass die Dienstleistungen während der Widerrufsfrist beginnen soll, so haben Sie uns einen angemessenen Betrag zu zahlen, der dem Anteil der bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie uns von der Ausübung des Widerrufsrechts hinsichtlich dieses Vertrags unterrichten, bereits erbrachten Dienstleistungen im Vergleich zum Gesamtumfang der im Vertrag vorgesehenen Dienstleistungen entspricht. **Muster-Widerrufsformular** Wenn Sie den Vertrag widerrufen wollen, dann füllen Sie bitte dieses Formular aus und senden Sie es zurück. An: **ZENTRAL Mediennetzwerk UG (haftungsbeschränkt)** z.H. Philipp Schwörbel Woelckpromenade 5 13086 Berlin E-Mail: [post@loky.news](mailto:post@loky.news) Hiermit widerrufe(n) ich/wir (\*) den von mir/uns (\*) abgeschlossenen Vertrag über den Kauf der folgenden Waren (\*)/die Erbringung der folgenden Dienstleistung (\*) \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Bestellt am (\*)/erhalten am (\*) \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Name des/der Verbraucher(s): \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Anschrift des/der Verbraucher(s): \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Unterschrift des/der Verbraucher(s) (nur bei Mitteilung auf Papier): \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ Ort, Datum\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ (\*) Unzutreffendes bitte streichen. ## Posts ### Alk-Aus und Bleibe-Bib URL: https://www.loky.news/zlb-alex-baugruppe-pankow-thalmann-denkmal-sanierung/ Last updated: 2026-10-16T08:45:14.000Z Ihr Lieben. Falls sich eure Köpfe gerade etwas seltsam anfühlen, ist das entweder die gerade grassierende Grippe. #herbst Oder wir. Denn seit ein paar Tagen versuchen wir intensiv, telepathisch in eure Hirne zu kriechen und herauszufinden, was ihr euch vom „Machen“ wünscht – also unserer Rubrik, in der wir Tipps aus dem Kiez bündeln. Die soll nämlich schöner werden. Mehr Service. Mehr Übersicht. Mehr Tipps. Ein paar Ideen haben wir schon. Aber schreibt doch zur Sicherheit, was euch derzeit fehlt, ihr anders haben wollt oder auch was ihr besonders schätzt an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder direkt [in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). Das nehmen wir dann mit in den Betriebsurlaub. Denn wie die Schulkinder macht auch loky\* kurz Ferien. Heute haben wir aber nochmal durchgezogen: --- ## Wichtig zu wissen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/10/IMG_8226-1.JPG) Mauer-Fuhrpark. **Mauerpark-Sanierung:** zündet die nächste Stufe. Bis Frühjahr 2027 ist der Abschnitt von Amphitheater bis Schmelinghalle dran. Ersteres soll in Zukunft auch für Menschen zugänglich sein, die keine riesigen Steinquader erklimmen können. Zudem geplant: neue Wege und robuste Pflanzen für den Hügel. Die Graffiti-Community bekommt für die Zwischenzeit eine Ausweichfläche. (Quelle: Pressemitteilung von Grün Berlin auf [Mauerpark.de](https://www.mauerpark.berlin/service-infos/aktuelles/detail/qualifizierung-des-urspruenglichen-mauerparks-sicherung-des-noerdlichen-sonnenhuegels-startet/?ref=loky.news)) **Letzte Runde:** Seit gestern darf man an den Bahnhöfen der Deutschen Bahn keinen Alkohol mehr trinken – das gilt auch an allen S-Bahn-Stopps. In den Zügen sind „offene Getränke“ sowie „offene Speisen“ (Döner, ich meine dich!) schon länger verboten – übrigens auch in denen der BVG. Am U-Bahnhof darf man erstmal weiter trinken. Überall erlaubt: Alkohol kaufen, verschlossen mitnehmen sowie in der Bahnhofs-Gastro konsumieren. Wie die Regeln in [Middle Fritham](https://www.youtube.com/watch?v=aGU90ug9jBw&ref=loky.news) sind, reichen wir nach. (Quellen: [S-Bahn Berlin](https://sbahn.berlin/aktuelles/artikel/alkoholkonsumverbot-an-saemtlichen-db-bahnhoefen/?ref=loky.news), [rbb24](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/10/bahn-alkohol-alkoholverbot-bahnhof-berlin-brandenburg.html?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Wie läuft das? Die Baugruppe URL: https://www.loky.news/baugruppe-asta8-pankow-neubau-wohnung-mietenkrise-nachhaltig/ Last updated: 2026-10-15T09:00:37.000Z Die Wohnungsfrage in Berlin braucht viele Antworten. Eine davon lautet: Baugruppe! Also sich mit anderen zusammenzutun, gemeinsam ein Mehrparteienhaus zu bauen, zu bezahlen und eines Tages zu bewohnen. Ihr wolltet wissen, wie das funktioniert. Justus von der [Asta8](https://www.cohousing-berlin.de/projekte/asta-8?ref=loky.news) erklärt's! **Das Ziel:** Ein ökologischer Neubau mit 12 Eigentumswohnungen in der Asta-Nielsen-Straße hinter dem Neumanncenter. Inklusive Gemeinschaftsgarten, Dachterrasse, Sauna, Jokerraum und lebendiger Haus-Community. **Warum?** Wer eine Wohnung braucht und es kann, entflieht dem Mietmarkt. Keine Lust auf anonyme Eigentümergemeinschaft, aber auch nicht auf Kommunen-Vibes? In einem Baugruppenhaus wohnt man mit Gleichgesinnten und Wänden dazwischen. Das kostet etwa so viel wie ein Wohnungskauf sonst, verspricht aber mehr Gemeinschaft und Mitsprache. _This post is for subscribers only._ ### Lese-Liebe und Velo-Diebe URL: https://www.loky.news/lese-liebe-und-velo-diebe/ Last updated: 2026-10-15T09:03:16.000Z Ihr Lieben. Zehntausend Dank! Denn genau so viele von euch lesen mittlerweile den loky\* - Newsletter! Mit dieser Info habt ihr uns ziemlich überwältigt, und wir müssen jetzt erst mal einen drauf trinken. Und zwar den herbstüblichen Halswärmertee bzw. Immunsaft. Denn ehrlich gesagt ist kein Crémant der Welt so gut, wie diesen Newsletter jede Woche von Neuem für euch abzuschmecken. Und damit ist das heutige Büffet eröffnet: --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Zeit für mehr Brot:** bald auch in der Rykestraße. Wie bald, hängt vom Tempo der Behörden ab, die bei der Bäckerei-Eröffnung mitreden. Start ist also wohl erst im November, dann ohne eigene Backstube, aber mit Belieferung mehrmals frisch am Tag. (Quelle: Zeit-für-Brot-Büro am Telefon) **Pankower Perle:** Das Logo sieht nach Eckkneipe aus. Aber was zur Hölle ist mit der Kopfbedeckung des darauf abgebildeten Typs los? Falls ihr euch das auch mal im Angesicht einer Flasche Nordberliner Pils, Hellem oder Radler gefragt haben solltet: dahinter steckt keine Traditionsbrauerei, sondern der Pankower Rapper [Shacke One](https://www.instagram.com/shacke%5Fone/?hl=de&ref=loky.news). Was als Schnapsidee begann, steht heute in vielen Spätis im loky\*land. Gebraut wird in Chemnitz. Nur so war der Preis <2,50 Euro zu halten. Testtrinken konnte ich in der Arbeitszeit noch nicht, aber der [Werbespot](https://youtu.be/g34Ks4uKsgU?si=uN9oLRmI94p3t-5X&ref=loky.news) fetzt. Bleibt nur die Frage, ob ebenfalls Rapper Lucky das auch in [seinem Späti ](https://www.instagram.com/lucky.teute/?hl=de&ref=loky.news)zu stehen hat? (Quelle: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article413363726/deutschrapper-und-bierbrauer-dieser-mann-steckt-hinter-dem-nordberliner-bier.html?ref=loky.news)) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/10/Futurium-Mobil-aufgeklappt.jpg) Das Futurium-Mobil, made in PB. (Foto: Archimedes) **Made in Prenzlauer Berg:** Denkt man beim Besuch vom Deutschen Dom oder Futurium nicht als erstes dran. Aber einer muss die Wände, Installationen und interaktiven Boxen gestalten und bauen. Seit genau 30 Jahren macht das Archimedes. In ihren Werkstätten in der Alten-Königsstadt-Brauerei entstanden unzähliche Ausstellungsbauten – heute zu finden vom phaeno in Wolfsburg bis zum Science Center in Shenzhen. Damit ist das ehemalige HdK-Studierenden-Startup (nannte man das damals schon so?) deutscher Meister in seinem Feld. Die Party zum 30\. stieg gestern im Planetarium. (Quelle: Mail von Archimedes) _This post is for subscribers only._ ### Jugend im Kiez: Gibt es genug Orte zum Abhängen? URL: https://www.loky.news/jugendliche-im-kiez-gibt-es-genug-orte-zum-abhangen/ Last updated: 2026-10-12T09:04:13.000Z ### Worum geht’s? „Es ist echt nervig, dass die Chance ziemlich groß wird, von der Polizei weggeschickt zu werden, sobald man als größere Gruppe im Friedi ist. Und das auch, wenn man sich ganz normal verhalten hat“, sagt Nick aus Prenzlauer Berg. Das langsam vorfahrende Polizeiauto, das einem ziemlich deutlich sagt: Jetzt ist Feierabend: Das kennen viele junge Menschen im Kiez. Mal ehrlich: Welche Orte kennt ihr, an denen 10, 15 oder 20 Jugendliche einfach zusammen sein können, ohne etwas zu kaufen, sich anzumelden oder ein Programm zu buchen? Wahrscheinlich nicht viele. An welchen Orten werden Jugendliche im Kiez mitgedacht? Welche werden tatsächlich genutzt, welche fehlen – und was könnte besser laufen? Da ich selbst 18 bin, habe ich [eine kleine Umfrage](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfvckBIIyqTGEZa1b53fjbsCn0wBEo2Ly3JeDtkuFej%5FTzXTw/viewform?ref=loky.news) in meinem Umfeld und in der loky\*-Community gestartet. Die Ergebnisse lest ihr hier. ### Warum ist das wichtig? - Wo Jugendliche in Gruppen auftauchen, treffen schnell unterschiedliche Interessen aufeinander: Anwohner:innen wollen ihre Ruhe, Sportplätze haben Öffnungszeiten und öffentliche Orte ihre Regeln. Das ist verständlich. Trotzdem bleibt die Frage: Wo dürfen Jugendliche einfach sein? - Nicht jede Freizeit braucht ein festes Angebot. Gerade Jugendliche mit weniger Möglichkeiten benötigen Orte im Kiez, die einfach immer zugänglich sind. - Das ist auch eine Frage des Vertrauens: Wer Jugendliche nur dort willkommen heißt, wo Aufsicht, Anmeldung oder feste Zeiten gelten, lässt wenig Raum, selbst zu entscheiden, was man mit seiner Freizeit anfängt. ### Welche Orte gibt es für Jugendliche? Spielplätze sind für Kinder, Bars für Erwachsene. Aber wo finden Jugendliche ihren Platz? Meine Umfrage ergibt: _This post is for subscribers only._ ### Buch-Gesuch und Poller-Koller URL: https://www.loky.news/kiezblock-koppenplatz-baustopp-jahnsportpark/ Last updated: 2026-10-09T04:00:16.000Z Ihr Lieben. Auf euch ist Verlass! Und daher stricken Rachel, Astrid und Dina unserer Giraffe nach unserem [Aufruf](https://www.loky.news/volksbad-wahlen-pankow-mitte-kauf-dich-glucklich/) nicht nur einen Rollkragenpulli, sondern auch Wechselwäsche. Wir freuen uns riesig, und zünden direkt die nächste Stufe der Community-Werdung: den loky\*-Buchclub. Naja, fast. Auf die Idee brachte mich „Das tickende Herz”. Der neue Roman von Lutz Seiler ist gerade erschienen und spinnt die Geschichte von Carl Bischoff weiter, der in „Stern 111“ durch Prenzlauer Berg und Mitte der Wendezeit mäandriert – einerseits. Andererseits die neue Jahreszeit. Wenn ich schon den unendlichen Ersatzverkehr auf M1 und 12 im Nieselregen ertragen muss, dann doch mit Aussicht auf Kakao und gutes Buch. Aber welches? Natürlich kann ich 84 Literaturpodcasts hören, Perlentaucher lesen und Marcel Reich-Ranicki auf Youtube stalken. Aber die besten Tipps bekomme ich stets von Menschen, die ich mag. Also: Was lest und empfehlt ihr? Statt per Mail bitte ich diesmal um Rückmeldung direkt unter dem hier verlinkten Artikel. Denn so können gleich alle lesen, was ihr lest, und sich austauschen und diskutieren. Bitte schön: [Das liest loky\*landDas Wetter sagt grau, wir sagen: Was sind eure Buch-Favoriten?![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/icon/Gira-ohne-Hintergrund-3-98bb821a-46b3-497f-bac2-a1b63a03f7f3.png)loky\* - Newsletter & CommunityJuliane Schader![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/thumbnail/ChatGPT-Image-8.-Okt.-2026--12_37_50-1-33e4572d-b188-4e87-99c8-b3117234946e.png)](https://www.loky.news/das-liest-loky-land-2026/) Los geht's! --- ## Wichtig zu Wissen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/10/StefanieLoos_SL20261007a0806.jpg) Außen Bibliothek, innen pleite: Potemkin wäre stolz auf die Galeria am Alex. (Foto: Stefanie Loos, ZLB) **Klebe-Kletterei:** diese Woche an der Galeria am Alex. Dort soll [bekanntlich](https://www.loky.news/wahlen-2026-pankow-mitte-berlin/) nach 2030 die Zentrale Landesbibliothek mit 550.000 Medien und 2.000 Arbeitsplätzen in die oberen Etagen ziehen. Nun wurden als Vorschau schonmal Buchrücken an die Fassade geklebt. Unten soll eigentlich neben Gastro auch die verkleinerte Galeria erhalten bleiben. Ob das nach der mittlerweile vierten Insolvenz so bleibt, ist offen. (Quellen: [Pressemitteilung ZLB](https://www.zlb.de/presse/neues-kapitel-fuer-den-alexanderplatz/?ref=loky.news), [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-wirtschaft/vierte-insolvenz-der-warenhauskette-galeria-eigentumer-der-filiale-am-alexanderplatz-bereitet-sich-auf-plan-b-vor-16119872.html?bezuggrd=LEU&utm%5Fsource=leute-mitte)) **Fontänen-Comeback:** am Weißen See. Dienstag wurde sie wieder in Betrieb genommen – und direkt danach für die Wintermonate unter die Wasseroberfläche versenkt. Nach [Monaten der Unsicherheit](https://www.loky.news/weisser-see-fontane/) konnte der Bezirk die für eine Sanierung nötigen 30.000 Euro doch noch auftreiben. Ab Frühjahr soll die Fontäne dann wieder sprudeln wie eh und je. (Quelle: [Bezirksamt Pankow)](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1721912.php?ref=loky.news) **Spatzen-Schwund:** am Jahn-Sportpark, und zwar um 60 Prozent in einem Jahr. Offenbar gefallen den Tieren die Nist-Boxen nicht, die ihnen die Senatsverwaltung als Alternative zur abgerissenen Arena hingestellt hat. Nur ein Drittel der Dinger sind bewohnt. Die Bürgerinitiative Jahnsportspark hat bei der Pankower Naturschutzbehörde deswegen Baustopp beantragt – und damit dem ewigen Streit um den inklusiven, aber auch sehr teuren Stadion-Neubau ein weiteres Kapitel hinzugefügt. (Quelle: [BI Jahnsportpark](https://www.jahnsportpark.de/2026/10/fuehren-artenschutzprobleme-erneut-zu-baustopp/?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Das liest loky*land URL: https://www.loky.news/das-liest-loky-land-2026/ Last updated: 2026-10-08T14:23:11.000Z Natürlich kann ich 84 Literaturpodcasts hören, Perlentaucher lesen und Marcel Reich-Ranicki auf Youtube stalken. Aber die besten Leseempfehlungen bekomme ich von Menschen, die ich kenne und mag. Daher ist jetzt und hier für alle loky\*s die Kommentarspalte geöffnet. Schreibt rein: Welches Buch sollten wir alle dringend lesen? Natürlich kann es gerne irgendwas mit loky\*land zu tun haben, also entweder hier spielen oder Wohnort des Autors oder der Autorin sein. Muss aber nicht. Empfehlt, diskutiert, habt Spaß! ### Giraffen-Dasein und Altbau-Schwein URL: https://www.loky.news/volksbad-wahlen-pankow-mitte-kauf-dich-glucklich/ Last updated: 2026-10-06T04:00:06.000Z Ihr Lieben. Was ist das größte Problem der Welt derzeit? Ganz recht: Unsere Büro-Giraffe hat keinen Rollkragenpulli! Kurzer Rückblick: Wir schreiben Januar 2025, und Philipp und ich sind auf der Suche nach einem optischen Element für unsere loky\*-Website, die nicht das U-Bahn-Viadukt an der Schönhauser ist. Ich, leicht übermüdet: „Hey, KI, wenn loky\*land ein Tier wäre: Welches wäre es?" KI: „Eine Giraffe im Rollkragenpullover: Ragt überall heraus, schaut auf andere herab und ernährt sich ausschließlich von den obersten Bio-Blättern. Trifft man meist in Designer-Concept-Stores, wo sie mit ihrem langen Hals die Preisschilder studiert und seufzend feststellt, dass sie sich das eigentlich nicht leisten kann.“ Okay... Aber weil Giraffen auch für Weitblick, Einzigartigkeit und Harmonie (Quelle: Internet) stehen, haben wir seitdem ein Logo-Tier, was uns zur Ausgangsfrage zurückbringt: Hat zufälligerweise jemand Zeit, Lust und Fähigkeit, sie jahreszeitgemäß einzukleiden? Das wäre ungefähr die coolste Community-Aktion, seitdem Margarete einfach so [Kuchen in die Reaktion brachte](https://www.loky.news/rechtsextrem-hass-die-linke-pankow-extremismus-grundschule-weissensee-bvv-pankow-schule-muehlenkiez-unfall-wahl-beat81/). Wir freuen uns über Freiwillige unter [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news). --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/10/IMG_1210-1.jpg) Ein Bild aus besseren Pommes-Tagen. **Badefazit:** nach zwei Monaten Volksbad vor der Volksbühne lautet: 20.000 Badegäste. 410.000 Euro Kosten (statt geplanter 300.000). Und eine Debatte um ein Schwimmangebot für Schwarze Menschen, das als „rassistisch“ kritisiert wurde. Jetzt macht die Bühne erstmal wieder Theater, [seit Neuestem](https://www.loky.news/obdachlosigkeit-prater-theater-schonhauser-allee-obdachlose-stromausfall-kneipe-kiezblock/) auch im Prater, wo „Perfection“ nach dem Roman von Vincenzo Latronicos Roman gerade ausverkauft ist. Aber ab November gibt es wieder [Tickets](https://www.volksbuehne-berlin.de/?stage=prater&ref=loky.news), sodass ihr die Kritiken („quälend langweilig“, „erstaunlich lahm“) selbst überprüfen könnt. (Quellen: [rbb24](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/09/volksbad-volksbuehne-berlin-bilanz-schwimmbad.html?ref=loky.news), [SZ](https://www.sueddeutsche.de/kultur/matthias-lilienthal-berliner-volksbuehne-rimini-protokoll-li.3555743?reduced=true&ref=loky.news), [Spiegel](https://www.spiegel.de/kultur/berlin-volksbuehne-eroeffnet-neue-intendanz-mit-geschichts-shows-wie-house-of-hopes-a-0ef17c0e-0ee8-4ca2-8f48-9f07286ea6bf?ref=loky.news)) **158 + 1 AfD = 153:** Sitze zählt nach neue Berechnung das zukünftige Abgeordnetenhaus. Grund für die Verkleinerung ist eine Neuauszählung in einem Spandauer Wahlkreis, der nun an die AfD statt die CDU geht. In der Folge (irgendwas mit Überhang- und Ausgleichsmandaten) verliert wohl u.a. die Pankower Grüne Oda Hassepass ihren Sitz. Auf Landesebene wollen Linke, SPD und Grüne bis Mittwoch ausloten, ob sie Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Von den Gesprächen auf Bezirksebene hört man wenig, aber auch die laufen (unter den demokratischen Parteien, wie alle betonen). (Quellen: loky\*-Recherche, [rbb24](https://www.rbb24.de/politik/berlin-wahl-2026/beitraege/neuauszaehlung-wahlpanne-berlin-spandau-abgeordnetenhaus-tabor.html?ref=loky.news), [nochmal rbb24](https://www.rbb24.de/politik/berlin-wahl-2026/beitraege/linke-gruene-spd-regierungsbildung-berlin.html?ref=loky.news), [Tagesspiegel Checkpoint](https://www.tagesspiegel.de/checkpoint/der-checkpoint-am-morgen-so-liefen-die-vorsondierungen-zwischen-linken-grunen-und-spd-16118096.html?ref=loky.news)) **Grabstein-Schmierereien:** wurden vergangene Woche im Ehrenhain für NS-Opfer auf dem Friedhof am Bürgerpark entdeckt. Der Staatsschutz ermittelte schon, dann kam raus: waren nur Markierungen einer Steinmetzfirma, die die Beschriftungen erneuert. (Quelle: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article413314850/doch-kein-vandalismus-steinmetze-beschmierten-grabsteine-aus-diesem-grund.html?ref=loky.news)) **25 Jahre Kauf Dich glücklich:** Es begann als mit einem Spleen für alte Möbel. Die aus Platzgründen aus der Studi-WG in einen Laden in der Oderberger wandern mussten. Wo man dann auch Eis anbot (2002 in Prenzlauer Berg halt). Heute hat das Unternehmen 28 Filialen und eine eigene Modekollektion. Ein Zeitreisen-Interview mit dem Gründungs-Team Andrea Dahmen und Christoph Munier hat der [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/25-jahre-kauf-dich-glucklich-in-berlin-die-leute-sassen-in-unserer-mobelausstellung--teilweise-bis-morgens-um-vier-16105834.html?ref=loky.news). _This post is for subscribers only._ ### Inklusion bei Knalle Popcorn URL: https://www.loky.news/inklusion-bei-knalle-popcorn/ Last updated: 2026-10-05T13:56:02.000Z ### Wor**um geht's?** Das Kiez-Unternehmen Knalle aus der Raumerstraße macht nicht nur Franzbrötchen-Popcorn und Tim-Raue-Collabs. Sondern beschäftigt auch seit Jahren Menschen mit Behinderung, die z.B. Etiketten auf Tüten kleben. Einige von ihnen machen das in einer Werkstatt, andere (bald) in Festanstellung bei Knalle. Das liegt auch daran, dass manche sich in der Werkstatt finanziell besser abgesichert fühlen – obwohl sie dort weit unter Mindestlohn verdienen. Was ist da los? ### Warum ist das wichtig? Gerade bei uns gibt es viele Unternehmen, die Sachen anders machen wollen – durch flexiblere Arbeitszeiten, andere (oder keine) Hierarchien oder auch inklusiver. Das Beispiel Knalle zeigt, wie schwer es ist, gute Ideen in einem System umzusetzen, das sich nicht so schnell verändert. #### Fakten-Box: Behinderung in loky\*land - Wer heute nicht behindert ist, könnte es morgen sein. Denn das ist meist Ergebnis von Krankheit oder Verletzungen. Einer von 14 Menschen in loky\*land [ist schwerbehindert.](https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/k-iii-1-2j?ref=loky.news) - Damit sie es auf dem Arbeitsmarkt leichter haben, müssen bei Unternehmen mit mehr als 20 Angestellten mindestens 5 Prozent eine Schwerbehinderung haben. Die Alternative: Eine [Ausgleichsabgabe](https://www.berlin.de/lageso/behinderung/inklusionsamt-arbeit-und-behinderung/ausgleichsabgabe/?ref=loky.news) zahlen – bzw. mit Werkstätten arbeiten, in die Menschen aufgenommen werden, die durch ihre Behinderung keinen Job finden. Für Knalle war das aber nicht der Auslöser, sagt das Gründungsteam. ### Knalles Weg mit Inklusion Gründer Christopher und André erzählen: _This post is for subscribers only._ ### Rewe-Öhr und Bio-Rettung URL: https://www.loky.news/rewe-biokraftkeller-skatepark-chor-neubau-cafe-kraft-weissensee-parkzone-greifi/ Last updated: 2026-10-02T04:00:13.000Z Ihr Lieben. Der Rewe an der Schivelbeiner Straße hat wiedereröffnet. Und zwar als Labyrinth! Laut loky\*-Testerin und -Werksstudentin Emilia ist dort seither quasi gar nichts mehr serviceorientiert (abgesehen von dem Aufsteller mit Hinweis, dass diesen Samstag Feiertag ist!!): - Wollt ihr vom Frischebereich am Eingang weiter Richtung Trockenfutter bzw. Kasse, müsst ihr erst mal durchs neue Rewe-Öhr: Ein gut 1,5 Meter schmaler Durchgang mit Sushi-Theke – im Kiez der Kinder- und Wochenendeinkaufswägen. - Gegängelt wird auch bei den Kühlregalen, die wir nicht mehr linear abspazieren können, sondern im Slalomlauf bezwingen müssen. Wobei zu rätseln ist, ob man den Tilsiter verpasst oder Rewe ihn aus dem Sortiment genommen hat. Wart ihr schon da? Habt ihr's wieder rausgeschafft? Interessiert euch Supermarkt-Architektur überhaupt? Schreibt uns, an [redaktion@loky.news](mailto: redaktion@loky.news), oder (auch anonym) an [unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/IMG_7970-1-1.JPG) Nicht im Bild: Kund:innen, die diesem Laden tausende Euro spendeten. **Bio lebt!** Der Biokraftkeller in der Schwedter Straße hat dank einer Spendenaktion mehr als 10.000 Euro gesammelt und dadurch Preiserhöhungen abgewendet – vorerst. Denn [der Struggle](https://www.loky.news/biomarkt-krise-dirk-stettner-sportwiese/?ref=loky-newsletter) bleibt, dass dm und Rossmann kleinen Öko-Läden mit günstigen Eigenmarken immer mehr Kundschaft abluchsen. (Quellen: Bertil per E-Mail und Biokraftkeller am Telefon) **Ciao Café Kraft:** Lange ist ein [neues Stadtquartier](https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-polizei-aushang-pankower-anger-neubau/?ref=hey-prenzlauer-berg-newsletter) in Filet-Lage am Pankower Anger geplant, jetzt hat der Bezirk den Bebauungsplan für die frühere Kaufhallen-Fläche abgenickt. Näher rückt damit der Bau von Wohnungen, Läden und Gastro und das Aus für die Zwischennutzer vom Café Kraft. (Quelle: [Pressemitteilung des Bezirksamts Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1720297.php?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### DIY-Skatepark im Thälmann-Park: Kann er weiter bestehen? URL: https://www.loky.news/diy-skatepark-im-thalmann-park-kann-er-weiter-bestehen/ Last updated: 2026-10-01T13:15:19.000Z ### Worum geht's? Seit etwa sechs Jahren tüfteln, skaten und feiern Menschen im selbstgebauten Skatepark unweit der S Greifswalderim Ernst-Thälmann-Park. Aus einer überwucherten Brache ist ein Ort für Skate-Contests, Kurse, Konzerte und vor allem: Gemeinschaft geworden.Zum Skatepark gehören: selbst gebaute Rampen, Hindernisse, Sitz- und Hangout-Bereiche. Dazu kommen ein Pool und eine Bar. Das Problem: Das Grundstück gehört nicht der Community, sondern dem privaten Investor Christian Gérôme, der dort Wohnungen bauen will. Nach den aktuellen Planungen müsste der „Greifi“ dafür weichen. ### Warum ist das wichtig? Mehr als 10.000 Menschen besuchen den Ort laut einer Broschüre der Skatepark-Community jedes Jahr. Dazu kommen Skate-Kurse, Workshops, Contests und andere Veranstaltungen. Ein Skatepark, den eine Community selbst baut, pflegt und ständig weiterentwickelt, ist mehr als Beton und Rampen. Der Greifi ist ein Rückzugsort, ein Stück Kultur und eine Gemeinschaft. Die ist nun akut bedroht. #### ****Güterbahnhof Greifswalder: Was ist und was werden soll** 2011 kaufte Christian Gérôme das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs von der Deutschen Bahn. Da es lange Streit um das Baurecht hab, siedelten sich dort Zwischennutzungen an; neben dem Skatepark auch der Club Jonny Knüppel und der Zirkus Mond. Doch nun kommt Bewegung in die Sache. Geplant ist ein neues Wohnquartier mit rund 400 Wohnungen. Entlang der Ringbahn soll eine achtgeschossige Bebauung entstehen, dazu ein 16- bis 17-geschossiges Hochhaus und weitere Gebäude mit Läden. Ein Quartiersplatz und eine neue Fuß- und Radwegeverbindung durch den Thälmannpark sollen das Viertel ergänzen. Das historische Bahnhofsgebäude von 1870 soll erhalten bleiben. Für das neue Quartier muss nicht nur der Skatepark, sondern auch der Club weichen. Der Zirkus Mond zog bereits Ende September an einen neuen Standort in Friedrichshain. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/IMG_1988-1.jpg) Hier rollen vielleicht bald Bagger statt Skateboards. ### Was sagt die Community? _This post is for subscribers only._ ### Prater-Premiere und Obdach-Ohnmacht URL: https://www.loky.news/obdachlosigkeit-prater-theater-schonhauser-allee-obdachlose-stromausfall-kneipe-kiezblock/ Last updated: 2026-09-29T04:30:52.000Z Ihr Lieben. Wenn ich morgens in die loky\*-Redaktion radle, rattere ich öfter mal an einem auf einer Matratze schlummernden Obdachlosen vorbei. Vom Sehen kenne ich ihn besser als die meisten in meinem Haus. Aber Kontakt? Hatten wir noch nie. Anders ist das am Helmholtzplatz, wo die Initiative SUN seit einem Dreivierteljahr statt Nebeneinander das Miteinander-Lösungen-Finden probt. Und das offenbar mit Erfolg: - Seit unserem [Ortsbesuch im Juni](https://www.loky.news/obdachlose-hilfe-helmholtzplatz-nachbarschaft-initiative/) konnten vier Obdachlose den Platz verlassen. Manni z.B. zog in eine Unterkunft und Anwar in ein Tiny House, für das die Nachbarschaft zusammengelegt hat. - Diesen Winter soll ein Gespann namens „Kulturkutsche“ Unterschlupf für eine weitere Person direkt am Platz bieten. Bekannt wurde das Gefährt als „[Nothotel](https://www.sueddeutsche.de/magazin/leben-und-gesellschaft/berlin-obdachlosigkeit-hilfe-not-hotel-szm.94589?reduced=true&ref=loky.news)“, für den Helmi-Einsatz aber umgetauft, weil es ab Frühjahr als Kulturbasis der Nachbarschaft öffnen soll – und z.B. als Mini-Galerie oder mobile Werkstatt genutzt werden kann. Nicht an allen Camp-Hotspots tut sich so viel. Wie der Bezirk damit umgeht: Das lest ihr unten. --- ## Wichtig zu Wissen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/grafik-7.png) **Volksbühne im Prater:** eröffnet am Freitag mit dem Stück „Perfection“, wobei die frisch sanierte Spielstätte zum „Metabühnenbild“ (🤔) wird. Bis Sommer 2027 stehen weitere Premieren und insgesamt 90 bis 120 Vorstellungen an. Die werden meist zwischen 22 und 24 Uhr enden. Um einen Prater-Kater in der Nachbarschaft zu vermeiden, will der Abenddienst das Publikum möglichst schnell rein- und rausschleusen. (Quellen: [Berliner Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article413252540/prater-in-prenzlauer-berg-es-geht-los-ohne-ueberblick-und-gesamtplan.html?ref=loky.news); [Volksbühnen-Website](https://www.volksbuehne-berlin.de/produktionen/perfection/?ref=loky.news)) **Für Kiezblock-Beef:** sorgt die angekündigte Verkehrsberuhigung am Arnimplatz. Das zeigte auch die emotionale Debatte beim Bezirksamts-Workshop zur Neugestaltung der Paul-Robson-Straße [vergangenen Donnerstag](https://www.loky.news/wahlen-2026-pankow-mitte-berlin/). Sorgen machen der Nachbarschaft vor allem geplante Sitzflächen, die den Partypulk vom Platz unters eigene Schlafzimmerfenster locken könnten. (Quellen: [SPD-Mauerpark auf Insta](https://www.instagram.com/p/Ddt0r0pqQp3/?ref=loky.news), Online-Beteiligung bei [mein.berlin](https://mein.berlin.de/projekte/module/ideensammlung-204/?ref=loky.news)) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/IMG_2164-1.jpg) Das Übereck in der Prenzlauer Allee: Vor der Kneipe wächst ein Gedenkort für den verstorbenen Wirt. _This post is for subscribers only._ ### Obdachlosigkeit: Hilflose Helfer URL: https://www.loky.news/obdachlosigkeit-camps-raumung-hilfe/ Last updated: 2026-09-28T16:54:34.000Z ### Worum geht's? Zelte, Matratzen, Kleiderhaufen von Menschen, die auf der Straße leben müssen: Obdachlosencamps sind bei uns überall. [Am Helmholtzplatz](https://www.loky.news/obdachlose-hilfe-helmholtzplatz-nachbarschaft-initiative/), unter dem U-Bahn-Viadukt an der Schönhauser oder unter der Bösebrücke. Meistens verschwinden die Camps nach wenigen Wochen wieder. Oft werden sie geräumt. Oft sind sie kurz danach aber wieder da. Die Bezirke Pankow und Mitte haben klare Leitlinien für den Umgang mit Obdachlosen im öffentlichen Raum entwickelt. So soll dafür gesorgt werden, dass obdachlose Personen einerseits so gut es geht in Würde leben können, sie andererseits aber öffentliche Flächen nicht dauerhaft vereinnahmen. Wie genau läuft das? Und läuft da was schief? Wir haben in den Ämtern nachgefragt und das für euch aufgeschlüsselt. ### Warum ist das wichtig? - Wir haben in den letzten Monaten viele Nachrichten von euch mit Fragen zu Obdachlosencamps bekommen. Die Grundstimmung: Einerseits Mitgefühl und eine Suche nach Lösungen, die nicht mit der Verdrängung von Obdachlosen enden. Andererseits: Verunsicherung, ein Gefühl der Machtlosigkeit, Ängste. - Mittlerweile gibt es eingespielte Hilfssysteme in den Bezirken. Doch nachhaltig gegen Obdachlosigkeit helfen die offensichtlich nur bedingt. ### Zahlen und Rechtslage - Campieren im öffentlichen Raum ist grundsätzlich verboten. Die Ordnungsämter der Bezirke sind dafür verantwortlich, das zu kontrollieren und illegale Camps zu räumen. - Im Ortsteil Mitte wurden in diesem Jahr bisher 195-mal Camps gemeldet, oft mehrfach. 29 Camps wurden geräumt. - Der Bezirk Pankow hat auf Anfrage keine aktuellen Zahlen für die Ortsteile Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee genannt. Aus einer [Kleinen Anfrage](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-26944.pdf?ref=loky.news) im Abgeordnetenhaus ergeben sich über 300 Meldungen allein in diesem Jahr über die Ordnungsamtsapp, die mit Obdachlosigkeit in Verbindung stehen. ### Wie gehen Mitte und Pankow mit Obdachlosencamps um? _This post is for subscribers only._ ### Posten-Plan und Solo-Schwan URL: https://www.loky.news/wahl-bvv-abgeordnetenhaus-politik-schwan-weissensee-burgermeister-olympia-torstrasse-weisser-see/ Last updated: 2026-09-25T04:30:21.000Z Ihr Lieben. What a time to be a loky\*! Nach dem [Wahlabend-Fieber](https://www.loky.news/wahlen-2026-pankow-mitte-berlin/) (Redaktionsschluss: 00:36 Uhr) begrüßte uns Montagmorgen im Postfach ein dicker Batzen Dankesmails. Ehrlich jetzt: Gegen euch kann jeder Energydrink einpacken! Im Lauf der Woche rasselten dann Abschiedsmeldungen bekannter Kiez-Politiker:inen durchs Netz, von [Linda Vierecke (SPD)](https://www.instagram.com/p/Ddjdk8FCo42/?hl=de&img%5Findex=1&ref=loky.news) und [Tilo Schopf (SPD)](https://www.instagram.com/p/DdjEPxPCuRT/?ref=loky.news) über Louis Krüger (Grüne) bis Dirk Stettner (CDU), die es allesamt nicht erneut ins Abgeordnetenhaus geschafft haben. Wer die Posten auf Bezirksebene ergattert, ist trotz des linken Wahl-Triumphs alles andere als ausgemacht. So sieht's in Pankow aus: - Die Linke will ihren Kandidaten Jonas Teune als Bürgermeister. Das geht mit Stimmen der Grünen oder denen von SPD und Volt bzw. BSW – solange [die CDU das toleriert](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/spannende-sondierungen-in-pankow-rot-grune-hassliebe-fuhrt-zu-rathaus-krimi-in-berlins-einwohnerstarkstem-bezirk-16084278.html?ref=loky.news). - Auch die bisherige Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch (Grüne) möchte bleiben. Eine Mehrheit dafür bekäme sie z.B. mit CDU, SPD und Volt bzw. BSW. - Von den sechs Stadträt:innen stellen vermutlich Linke und Grüne je zwei, AfD und CDU je einen. In jedem Fall heißt das Stühlerücken, denn CDU und SPD müssen je einen Platz abgeben. In Mitte steht es so: - Mittes next Bürgermeister könnte der bisherige Jugendstadtrat Christoph Keller (Linke) werden. Dafür müssen entweder die Grünen oder SPD und Volt bzw. BSW supporten. - Die aktuelle Bezirksbossin Stefanie Remlinger [klingt nicht](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/mitte/so-hat-mitte-gewahlt-linke-klar-vorne--klatsche-fur-die-grunen-im-herzen-berlins-16069278.html?bezuggrd=LEU&utm%5Fsource=leute-mitte), als wolle sie ums Amt kämpfen. Auf [Insta](https://www.instagram.com/p/DdjDfX6oWJU/?hl=de&ref=loky.news) schrieb sie, dass sie stattdessen gern Stadträtin macht. - Die Ansprüche diesbezüglich dürften so ausfallen: Linke 3, Grüne 2 und CDU 1\. - In die BVV Mitte gewählt: Beatrix von Storch, die die Bezirksliste der AfD anführt. Mehr Mehrheiten und eine Liste aller vorraussichtlichen Bezirksverordneten gibt's [hier](https://www.rbb24.de/politik/berlin-wahl-2026/bvv/ergebnisse/03-bezirksverordnetenversammlung-berlin-pankow.html?ref=loky.news) (Pankow) bzw. [hier](https://www.rbb24.de/politik/berlin-wahl-2026/bvv/ergebnisse/01-bezirksverordnetenversammlung-berlin-mitte.html?ref=loky.news) (Mitte). --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/IMG_1493.jpg) Ein paar unnütze Ausgaben stehen fest: dieses Plakat und die gesamte Olympia-Kampagne. **Doch-nicht-lympia:** Das Land Berlin ist [der No-lympia Kampagne](https://www.loky.news/olympia-oder-nolympia/) zuvorgekommen und hat seine Bewerbung für Olympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 zurückgezogen. So verpassen wir die Welt zu Gast bei Freunden, auch in Jahnsportpark, Schmelinghalle und SSE – oder entgehen einem totalen finanziellen Desaster, je nach Sichtweise. Grund für den Rückzug ist laut Berlins Olympia-Beauftragten Kaweh Niroomand nicht das schlechte Konzept, sonder das Wahlergebnis von Sonntag bzw. fehlende „politische Stabilität“. (Quelle: [rbb24](https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2026/09/olympia-aus-rueckzug-berlin-wegner-spranger-niroomand-statement.html?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Solo-Schwan wird nicht verkuppelt URL: https://www.loky.news/schwan-weisser-see-weissensee-schwanin-jungtiere-vandalismus-ufer-nabu-bezirk-wildtiere/ Last updated: 2026-09-24T10:10:51.000Z ### Worum geht's? Das Schwanenpaar vom Weißen See hat sich dank fiedrigem Nachwuchs über die Jahre sogar eine [Facebook-Fangruppe](https://www.facebook.com/groups/596406598076227/) mit knapp 200 Mitgliedern erarbeitet. Doch heute schippert der Schwanenmann solo durch den größten See loky\*lands. Seine Partnerin starb letztes Jahr beim Brüten, wohl durch eine [Fuchsattacke](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/besturzung-und-ratselraten-brutende-schwanin-am-weissen-see-in-berlin-getotet-13772086.html?ref=loky.news). Das fiel auch Leser Alexander auf, der manchmal um den Weißen See joggt und ein paar Fragen in die [offene loky\*-Redaktion](https://www.loky.news/tote-planetarium-wahlen-muell-volksbad-flussbad/) mitbrachte: Bekommt der Schwan wieder eine Partnerin und damit vielleicht Kinder? Was passiert mit den Jungen am Ende einer Saison, bzw.: Wo sind die heute erwachsenen Schwanen-Kids der letzten Jahrgänge abgeblieben!? ### Was sagt der Bezirk? Das Büro der Pankower Umwelt- und Naturschutzstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) hat den Überblick: - Nachdem der Schwanenmann seine Partnerin verlor, konnte er ihre liegengebliebenen Eier nicht ausbrüten. Deswegen gab es letztes Jahr keine Jungen; der Schwan blieb trotzdem und verteidigte sein Revier. _This post is for subscribers only._ ### loky*land wählt links. Und grün. URL: https://www.loky.news/wahlen-2026-pankow-mitte-berlin/ Last updated: 2026-09-21T04:00:14.000Z Ihr Lieben. Bevor ihr euch wundert: Dies ist kein normaler Newsletter. Ihr ahnt, warum. Gestern haben wir uns mit Pizza und Bier, natürlich alkoholfrei, in der Redaktion verschanzt, um die zentrale Frage des Abends zu diskutieren: Wo ist der FUN beim Jever?! Kleiner Scherz. Wir meinen natürlich: Warum wählen in loky\*land alle lieber Linke statt Grüne (wir pauschalisieren, genauer wird's unten), und was ist das mit derAfD in Weißensee Nord? Dort holte die Partei das Direktmandat. Auch sonst war sie vor allem im Norden des Bezirks Pankow stark. In unseren Kiezen hingegen auffällig: Ihr wählt bewusst. - Wer sich vor Ort reinhängt, den oder die wählt ihr auch direkt ins Abgeordnetenhaus. - Im Bezirk gibt's nur eine 3-Prozent-Hürde? Dann gebt ihr eure Stimme auch mal einer kleineren Partei. - Und Briefe sind euer Ding (30 Prozent Briefwahl-Quote). Wir hoffen, es ist okay, wenn wir euch trotzdem weiter Mails schreiben. Und jetzt gehen wir rein: --- ## Wahl-Ergebnisse ### Bezirkswahl in Pankow _This post is for subscribers only._ ### Rechtsradikale Runen an linkem Büro URL: https://www.loky.news/rechtsextrem-hass-die-linke-pankow-extremismus-grundschule-weissensee-bvv-pankow-schule-muehlenkiez-unfall-wahl-beat81/ Last updated: 2026-09-18T17:59:18.000Z Ihr Lieben. Ich soll an dieser Stelle was Lustiges schreiben, sagt mein loky\* *\-*Mitgründer Philipp immer. Denn das ist loky\*: Lässig. Lustig. Und im Idealfall auch superrelevant für euch und euer Leben im Kiez. Aber dann bringt man Mittwochmorgen das Kind zur Kita und sieht, welche rechten Radikalen\* dieser Tage aus dem Schatten treten. > „Die Hassbotschaften sind nicht die ersten – schon häufiger wurde ,AfD' oder ähnliches an unsere Geschäftsstelle geschmiert, aber noch nie gab es einen Einschüchterungsversuch in diesem Ausmaß“, sagt Pankows Linker Bürgermeister-Kandidat Jonas Teune. [Mittlerweile](https://www.tagesspiegel.de/berlin/dpa-auch-ss-runen-geschmiert-parteiburo-der-linken-mit-hakenkreuz-beschmiert-16063924.html?ref=loky.news) ermittelt der Staatsschutz; wer in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch jemand oder etwas Verdächtiges gesehen habe, soll sich melden. Mit mir macht das was. Ich habe dann zunächst Sebastian angerufen. Er ist Politik-Prof und kennt die [Möglichkeiten](https://petitionen.landtag-bw.de/Petitionen/Details/6d29a4a1-53cb-4d40-810a-6bbb9f77b12c?sfnsn=scwspwa&ref=loky.news) der Demokratie, sich gegen Extremismus zur Wehr zu setzen. Er sagt: - Rechtsradikale versuchen, öffentliche Räume auch optisch zu besetzen. Dagegen hilft: ihnen diese Räume nicht zu überlassen.Also: Zettel und Schmierereien entfernen, abreißen, überkleben. - Alles bei der Polizei anzeigen. - Und, wer kann: sich in NGOs und Parteien engagieren. Ja, klingt vernünftig. Lasst uns das machen. Das fiese Gefühl ging von den Tipps aber nicht weg. Dann klingelte es an der Redaktionstür und rein kam die mir bis dahin unbekannte Margarete, einen Zwetschgenkuchen im Gepäck. Sie wohnt um die Ecke. Sie liest gerne loky\*. Und sie hatte das Gefühl, dass man uns so eine Freude machen könne. Wie recht sie hatte! ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/img_7037_1024-1.jpg) Der Streusel gewordene Hoffnungsschimmer mit euren loky\*s Juliane, Emilia, Lena und Philipp. Nur Johann fehlt, der ist in Elternzeit. Dabei geht es nicht um den Kuchen (wenn auch sehr lecker). Es geht darum, dass Fremde ihn einander backen, einfach so. Nimm das, gespaltene Gesellschaft! Wir sagen „Danke!“ und „Mehr Margarete wagen“. 🫶 *\*In der ursprünglichen Version war von „rechtsradikalen Ratten, die aus ihren Löchern kriechen“ die Rede. Das war sprachlich nicht angemessen und bitte ich zu entschuldigen.* --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **6,3 Millionen**: soll Pankow zur kürzlich abgeschlossenen Sanierung der Grundschule am Weißen See beisteuern, abzustottern in drei Raten à zwei Millionen in den Jahren 2029 bis 2031\. Warum? Weil Pankows Schulstadtrat Jörn Pasternack (CDU) Bauaufträge [vergeben hatte](https://www.loky.news/grundschule-am-weissen-see-millionen-debakel-spd-gruene-cdu-weissensee-schule-baukosten-schulden/), bevor das für die Finanzierung eigentlich zuständige Land die Mehrkosten genehmigen konnte. Das kommt nicht gut, weil Pankow aktuell schon auf 23 Millionen Euro Schulden [sitzt](https://www.loky.news/bezirkshaushalt-berlin-autofrei/). Der Landesrechnungshof ist mittlerweile eingeschaltet – wie auch bei der [Reinhold-Burger-Schulsportanlage](https://www.loky.news/baustopp-ghosting-und-schulsport-bei-4-grad/), bei deren Sanierung es wohl ähnliche Probleme gab. (Quellen: Kleine Anfrage der SPD im Abgeordnetenhaus; [Pressemitteilung von SPD und Grünen](https://www.spd-pankow.de/meldungen/6-3-millionen-euro-debakel-unter-stadtrat-pasternack-cdu/?ref=loky.news)). **Neues Familienzentrum im Mühlenkiez:** Klar, die Kulturmarkthalle und das Mühlenbergcenter. Aber absonsten hat der Kiez hinter der S Greifwalder in Sachen soziale Infrastruktur ein wenig Nachholbedarf. Seit Anfang September gibt es nun regelmäßig Basteltreff, FamilyRave, Krabbelgruppe & Co, gleich neben der Kita Bewegungsreich. Die Einweihungs-Party folgt noch: am 9.10., 15-18 Uhr. (Quelle: Familienzentrum per E-Mail) _This post is for subscribers only._ ### Wahl-Prep und Ampel-Gehampel URL: https://www.loky.news/wahl-bvv-bezirk-club-ampel-supermarkt-torstrasse-burger-gastro-senefelderplatz-cyberangriff/ Last updated: 2026-09-15T04:30:05.000Z Ihr Lieben. Stellt euch vor: In der Stadt der fröhlichen Rote-Ampel-Ignoranz kämpfen Bürger:innen für eine Ampel! Da Berlin aber weiterhin Berlin-Sachen macht, ist das Ampel-Anliegen unter die Räder der Bezirkspolitik geraten. Was da los ist? - Das Baustellenpatchwork rund um den Senefelderplatz blockiert diverse Verbindungen zwischen Schönhauser und Prenzlauer Allee. - 24/7 offen bleibt die Saarbrücker Straße, die deshalb unfreiwillig Karriere als Hauptverkehrsader macht – zum Ärger der Nachbarschaft, darunter loky\*-Leserin Viktoria. - Gemeinsam machten sie Druck in der BVV. Im Januar [beschloss](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/to020%5Fr.asp?TOLFDNR=62892&ref=loky.news) diese, dass der Bezirk die Verkehrslage – etwa durch eine provisorische Ampel – absichern solle. Oder sich bei fehlender Zuständigkeit bei den zuständigen Stellen dafür einsetzen. Der Rest ist folgende Geschichte: - Das Büro der Ordnungsstadträtin schreibt auf loky\*-Anfrage: Die BVV habe ihren Antrag an die falsche Adresse gerichtet; zuständig sei die Verkehrsverwaltung. - Die hat aber nie etwas vom Ampel-Antrag gehört, wie sie uns schreibt. - Was das soll? Der Bezirk antwortet auf Nachfrage: Ist liegengeblieben, jetzt aber weitergereicht worden. Die Polizei kommt auch gucken. Julianes Crashkurs, was die Bezirkspolitik eigentlich macht, wenn sie schon nicht über Ampeln entscheiden darf, lest ihr weiter unten. --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Supermarkt-Sterben?** Hannah aus Mitte wollte wissen, warum diverse Supermärkte im Kiez dichtmachten (Netto Torstraße und Bio Company Schönhauser) oder es vorhaben (Edeka Straßburger Straße ab nächster Woche). Warum, verriet nur Letzterer („wirtschaftliche Gründe“). Keine der Ketten sagt, wer nachrückt. Wir konnten aber ermitteln: Auf die Bio Company folgt ein Rossmann, der damit die große Drogerie-Lücke auf den 100 Metern zwischen Budni und dm schließt. (Quelle: Anfragen an Netto, Bio Company und Edeka) **Cyberangriff-Anlaufstelle:** Die Stadt hat einen [digitalen Infopunkt](https://www.berlin.de/cyberangriff/informationen-fuer-buergerinnen-und-buerger/?ref=loky.news#headline%5F1%5F6) rund ums Datenleak der Senatsverwaltungen für Bauen und Verkehr eingerichtet. Neben FAQs gibt's dort Hilfskontakte (z.B. für alle mit dem Verdacht, dass jemand gerade ihre Kontodaten spazierenführt). Die Senatskanzlei will noch alle Betroffenen kontaktieren. Kann aber dauern. (Quelle: [Senatskanzlei](https://www.berlin.de/cyberangriff/informationen-fuer-buergerinnen-und-buerger/?ref=loky.news#headline%5F1%5F6)) **Kinkclub-Preview:** Wer vor dem Einstandsbesuch im neuen ROSA an der Storkower schauen will, wie ein „nicht so maskulin-industrial“ designter Club aussieht: [hier entlang](https://www.rbb24.de/kultur/av/av24/video-clubszene-rosa-club-eroeffnung-berlin.html?ref=loky.news). (Quelle: rbb24) **Kiez-Klassiker:** Warum immer nur die New Kids on the Block anpreisen, wenn es im loky\*land Gastro-Größen gibt, die ihre Nachbarschaft schon seit Jahren mitprägen? Aber gerade auch unter Wirtschaftsflaute leiden. Fragte Andrea und lieferte ein Beispiel: den [MarienBurger](https://www.marienburgerie.de/?ref=loky.news) (den ich auch nur unter diesem Namen kenne, dabei heißt er offiziell MarienBurgergie). Andrea: „Unkonventionell, unprätentiös. Die haben schon Burger gemacht, die super schmeckten, bevor es den Hype gab.” Geht gerne mal vorbei. Und schreibt uns eure Kiez-Klassiker für weitere Teile dieser neuen Serie an [redaktion@loky.news](mailto:redakion@loky.news) oder in unseren [Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). (Quelle: Andrea) --- ## Thema: Bezirkswahl: Bitte was?!! ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/bvv-wahl-collage-16x9-1.jpg) Pankows next Bezirksboss gesucht. ### Worum geht's? Kurzes Quiz: - Wer ist zuständig, wenn in der Grundschule am Weißen See das Betriebsklima [Eiszeit feiert?](https://www.loky.news/grundschule-am-weissen-see-arbeitsklima-vorwuerfe-schulleitung-konflikt-schulaufsicht-eltern-kinder-weissensee/) - Wer entscheidet, ob die Gleimstraße eine Fahrradstraße wird [oder nicht?](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/streit-uber-umwandlung-in-fahrradstrasse-ist-die-zukunft-der-gleimstrasse-in-berlin-jetzt-entschieden-13988267.html?ref=loky.news) - Und wer stellt den Bebauungsplan für das umstrittene Neubauprojekt an Pankows[ Elisabeth-Aue ](https://www.loky.news/wohnen-wahl-berlin-2026/)auf? _This post is for subscribers only._ ### Wer steht in Pankow und Mitte zur Wahl? URL: https://www.loky.news/kandidaten-wahl-2025-pankow-mitte/ Last updated: 2026-09-14T15:07:57.000Z Das Personal zur Wahl 2026 im loky\*land, in alphabetischer Reihenfolge ihrer Parteien. Zur Kurzinfo haben wir die Websites verlinkt. Da nicht alle eine haben, manchmal auch das Instagram-Profil. ## Bezirksbürgermeister-Kandidat:innen ### Pankow - CDU: [Manuela Anders-Granitzki](https://www.manuela-andersgranitzki.de/?ref=loky.news) - FDP: [Julius Grottke](https://www.instagram.com/juliusgrottke/?ref=loky.news) - Grüne: [Cordelia Koch](https://cordeliakoch.de/?ref=loky.news) - Linke: [Jonas Teune](https://www.die-linke-pankow.de/wahlen/pankow-2026/unser-buergermeisterkandidat-fuer-pankow-jonas-teune/?ref=loky.news) - SPD: [Mike Szidat](https://www.spdboetzowviertel.de/mike-szidat/?ref=loky.news) - AfD: [Daniel Krüger](https://www.instagram.com/danielkrueger%5Fafd%5Fpankow/?ref=loky.news) ### Mitte - CDU: [Carsten Spallek ](https://www.carsten-spallek.de/?ref=loky.news) - FDP: [Bastian Roet](https://www.instagram.com/bastianroet/?ref=loky.news) - Grüne: [Stefanie Remlinger](https://stefanie-remlinger.de/?ref=loky.news) - Linke: [Christoph Keller](https://www.instagram.com/rathaus%5Fkeller/?hl=de&ref=loky.news) - SPD: [Alexandra Wend](https://www.instagram.com/alexwend/?ref=loky.news) --- ## Direktkandidat:innen fürs Abgeordnetenhaus ### Wahlkreis 1 Charité, Rosenthaler Platz, Oranienburger Tor und Zionskirchplatz _This post is for subscribers only._ ### Berlins Bezirke: Bitte was? URL: https://www.loky.news/berlin-wahlen-2026-bezirke-pankow-mitte/ Last updated: 2026-09-14T14:36:56.000Z ### Worum geht's? Kurzes Quiz: - Wer ist zuständig, wenn in der Grundschule am Weißen See das Betriebsklima [Eiszeit feiert?](https://www.loky.news/grundschule-am-weissen-see-arbeitsklima-vorwuerfe-schulleitung-konflikt-schulaufsicht-eltern-kinder-weissensee/) - Wer entscheidet, ob die Gleimstraße eine Fahrradstraße wird [oder nicht?](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/streit-uber-umwandlung-in-fahrradstrasse-ist-die-zukunft-der-gleimstrasse-in-berlin-jetzt-entschieden-13988267.html?ref=loky.news) - Und wer stellt den Bebauungsplan für das umstrittene Neubauprojekt an Pankows[ Elisabeth-Aue ](https://www.loky.news/wohnen-wahl-berlin-2026/)auf? Nope. Das ist nicht der Bezirk. Auch wenn der sich im Stadtstaat Berlin eigentlich um die Themen kümmern soll, die besonders nah dran sind an unserem Alltag. Kurz vor der Wahl laden wir euch zum Crashkurs Bezirkspolitik ein. Los geht's mit: ### 1.) Hä? Was machen die Bezirke denn dann? - Sie halten den Laden am Laufen – mit Bürgeramt und- und Sozialamt, Kita-Gutscheinstelle, Grünflächen- oder Ordnungsamt. - Zudem dürfen sie Bebauungspläne aufstellen. Außer, die Gebiete sind von „landesweiter Bedeutung“ wie die Elisabeth Aue. Dann nimmt die Landesebene den Bezirken die Verantwortung ab. - Bei Schulen kümmern sie sich um Gebäude und Verwaltung. Inhalte und Lehrpersonal sind ebenfalls Landessache. - Tempo 30? Kiezblocks? Auch im Bereich Verkehr hat der Bezirk etwas zu melden, zumindest bei Nebenstraßen. Hauptstraßen sind (Überraschung!) Landessache. ### 2.) Wenig Geld = wenig Gestaltungsspielraum _This post is for subscribers only._ ### Krach-Knick und Schnaps-Standort URL: https://www.loky.news/verkehr-pankow-wahlen-2026-gewerbe-weissensee-schonhauser-allee-bruecke/ Last updated: 2026-09-11T04:30:55.000Z Ihr Lieben. Hi! Na? Yep. Mir geht's auch so. Als wäre unser Leben nicht schon ausgefüllt genug mit der Frage, ob die Lunch-Box die bei Insta propagierte angemessene Menge an Protein enthält, und wie die SEV-Beschreibungen der BVG an der Tram 12 zu interpretieren sind, geht es plötzlich auch darum - aus welcher Perspektive die[ aktuellen Ermittlungen ](https://www.tagesspiegel.de/berlin/niedersachsen-ermittelt-gegen-berlins-spd-spitzenkandidaten-justizministerin-ahnte-nicht-dass-die-razzia-steffen-krach-galt-16037119.html?ref=loky.news)gegen den SPD-Bürgermeisterkandidaten Steffen Krach nicht verheerend sind? Denn entweder ließ er sich bestechen, was er vehement bestreitet, oder jemand hat Interesse daran, dass es zumindest so aussieht, und beides ist mir zu viel House of Cards. - ob wir unsere Kinder in Zukunft besser zum Bund oder ins dunkelblau gewählte, sachsen-anhaltische [Schnaudertal](https://www.spiegel.de/panorama/afd-erfolg-in-sachsen-anhalt-uns-wurde-viel-versprochen-aber-angekommen-ist-nichts-a-f406f67d-de59-4193-a555-bd4a09db233e?ref=loky.news) schicken, um unsere Demokratie zu stabilisieren? - und wann der Kollege endlich den Knopf findet, um die Warntags-Probemeldung stumm zu schalten? Zum Glück ist loky\* ja das Newsletter gewordene stets halbvolle Glas, und daher sage ich euch: Irgendwo sitzt gerade jemand, der sich auf das Herstellen von Baustellenabsperrungen für das Land Berlin spezialisiert hat. Und meine Güte; diese Person hat gerade die Zeit ihres Lebens! ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/IMG_1385.jpg) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/IMG_1384.jpg) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/IMG_1379.jpg) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/IMG_1205.jpg) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/Absperrung-Wichert-1.jpg) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/Absprerrung-Driesener-1-1.jpg) Und das sind nur die Bilder, die ich gerade bei der panischen Suche nach Bildmaterial für diesen Newsletter auf meinem Handy gefunden habe. --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Schnaps!** Ist natürlich angesichts von siehe oben keine Lösung, aber ein Teil der Zukunft für die riesige Gewerbefläche zwischen Roelckestraße und Industriebahn, gegenüber vom neuen Toom in Weißensee. Spätestens ab Mitte nächsten Jahres produziert und vertreibt dort der Berliner Spirituosenhersteller O’Donnell Moonshine seine Whiskys und Liköre, die ihr entweder dank ihrer Marmeladenglas-Verpackung kennt oder durch die [Jars Bar](https://www.instagram.com/jars.bar/?ref=loky.news), die das Unternehmen im Frühjahr am Helmholtzplatz eröffnete. Das Start-up vergrößert mit dem Umzug auf 5.000 qm seine Produktionsmöglichkeiten. Wer die restlichen 12.000 qm Gewerbefläche mietet, wurde beim Pressetermin am Mittwoch nicht verraten. Die Nachbarschaft soll durch einen Grünstreifen von zu viel Lärm geschützt werden. Mehr Verkehr, als bisher, soll aus der neuen Nutzung auch nicht folgen. (Quellen: Pressemitteilung Projektentwickler Prologis per Mail, [odonnel.de](https://odonnell.de/pages/ueber-uns?ref=loky.news), loky\*-Recherche) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/IMG_6916-1.jpeg) Gewerbegebiet Industriebahn: heute Baustelzen, morgen Whisky-Produktion. **Baugruppe, die nächste:** Nach unserer [Meldung](https://www.loky.news/winter-pizza-und-rats-roboter/) zum Projekt Weißenseer Spitze schickte auch Andrew von der [Asta8](https://www.asta8.de/?ref=loky.news) einen Aufruf: Wenn ihr Bock auf Holz-Lehm-Haus mit Gemeinschaftsgarten im Schatten des Neumann-Centers habt, meldet euch [hier](https://www.cohousing-berlin.de/projekte/asta-8?ref=loky.news)! Apropos: Interessiert euch das Thema Baugruppen generell? Wir haben uns gefragt, ob wir da mal reingehen sollen. Falls „ja“, schickt uns das an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder [unseren Briefkasten.](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news) _This post is for subscribers only._ ### Verkehr(te) Welt URL: https://www.loky.news/verkehr-wahl-berlin-pankow-2026/ Last updated: 2026-09-14T14:37:26.000Z ### Worum geht's? Wie kommen wir von A nach B? Das ist im loky\*land nicht nur eine logistische Frage, sondern auch eine emotionale. Das lesen wir zumindest aus euren vielen Antworten auf unsere [Frage](https://www.loky.news/biomarkt-krise-dirk-stettner-sportwiese/), was euch am meisten am Verkehr hier aufregt. Ihr meint: - Die meisten Unfälle mit Kindern. Hier bei uns. In Pankow. - Verkehrsteilnehmer:innen dort, wo sie nicht hingehören, also z.B. Räder auf dem Gehweg oder parkende Autos auf dem Radweg. - Fehlende E-Ladestationen - Unzureichende Informationen zu öffentlichen Bauarbeiten Ob die Parteien in ihren Wahlprogrammen Antworten darauf haben? Wir gehen rein. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/baustellenautos-1.jpeg) Einfahrt verboten oder Baustellen: Was bringt den Kiez-Verkehr ins Stocken? ### **Achtung, B**austellen! So wie es mit den Bauarbeiten in Berlin derzeit läuft, kann es nicht weitergehen. Da sind sich alle Parteien einig. Aber was ist die Alternative? Dazu bilden sich zwei politische Lager: - CDU, BSW, FDP und SPD wollen Straßen und Brücken sanieren und neu bauen, also mehr Bauarbeiten. Die sollen aber schneller erledigt werden als bislang. Wer rechtzeitig fertig wird, soll einen Bonus bekommen, wer nicht, eine Strafe zahlen. Baustellen sollen zudem überwacht und digitalisiert werden. - Grüne, Linke und Volt fordern, dass der Senat die Baustellen koordiniert, regelmäßig überprüft und ein Vetorecht hat für Baustellen, die zu Überlastung führen. Zudem soll es einen Baustellenatlas geben, um für alle transparent zu machen, wo sich wie lange welche Baustellen befinden, und wer zuständig ist. ### Autos Wie viel Autoverkehr darf's denn sein? Das ist die Frage, bei der sich die Parteien uneinig sind. Genau wie darüber, wie schnell und wo sie fahren und parken sollen. _This post is for subscribers only._ ### Kultur-Kampf und Sandwich-Mampf URL: https://www.loky.news/kultur-kampf-und-sandwich-mampf-wahl-bvv-briefwahl-kissingenviertel-mull-casting-toilette-rewe-heizung-datenleck/ Last updated: 2026-09-08T04:30:15.000Z Ihr Lieben. Sonntag habe ich mich gefühlt wie eine Wahl-Anfängerin. [Origami-Frösche](https://www.loky.news/grundschule-am-weissen-see-schulleitung-volkspark-grillen-rosengarten-cafe/) falten? Stapelweise [sensible Dokumente](https://www.loky.news/grundschule-am-weissen-see-arbeitsklima-vorwuerfe-schulleitung-konflikt-schulaufsicht-eltern-kinder-weissensee/) durchackern? Alles kein Problem. Aber kommt mir nicht mit Briefwahl! Beantragen: easy, z.B. per QR-Code auf der Wahlbenachrichtigung (noch [bis 15\. September](https://service.berlin.de/dienstleistung/349992/?ref=loky.news)). Stimmzettel ausfüllen: Check. Denn dank der [loky\*-Wahlinfos](https://www.loky.news/tag/wahl-2026/) konnte ich den maximal verwirrenden Plakatewald links liegen lassen (warum grinst Wolfgang Kubicki von unseren Laternenpfosten, tritt aber nirgends an?) Mein Endgegner: der Umschlag. Den ich zuklebte, bevor Stimmzettel Nr. 2 (BVV!!!) ebenfalls versenkt war. Da mir als loky\*-Redakteurin klar ist, wie wichtig gerade die Bezirkswahl ist, bat ich das Amt um eine zweite Chance (geht z.B. per Mail). Das schrieb gleich am Montagvormittag: Ersatz-Umschlag mit Ersatz-Umschlag geht raus! Kommt aber erst in fünf bis sieben Tagen. Fazit: Briefwahl besser früher als später vermurksen! --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/09/IMG_7733-1.jpg) Bei loky\* schreiben wir Cybersicherheit groß. **Daten-Gau:** Erinnert ihr euch an den Hack der Berliner Verwaltungen für Bauen und Verkehr [Mitte August? ](https://www.loky.news/biomarkt-krise-dirk-stettner-sportwiese/)Übers Wochenende sind 1,4 Millionen dabei erbeutete Dokumente im Darknet aufgetaucht. Betroffen sind sehr viele Menschen und Ebenen. Öffentlich sind jetzt u.a. Lohnabrechnungen, Schwerbehindertenausweise, E-Mail-Konten hochrangiger Senatsmitglieder und Notfallpläne („Welche Krankenhäuser schützen wir wie im Ernstfall?“) sowie Infos zu kritischer Infrastruktur. Aber auch Baupläne am Bundeskanzleramt oder „Dickes B“ von Seed als mp3\. Aufgrund der Masse an Daten ist das wirkliche Ausmaß noch nicht ganz klar. Vor der Veröffentlichung hatten die Hacker zunächst versucht, zwei Millionen Euro zu erpressen. Der Senat hat angekündigt, Betroffene zu informieren – die in jedem Fall Strafanzeige stellen sollen. Ins System rein kamen die Hacker vermutlich über eine Phishing-Mail. (Quellen: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/interaktiv/das-berliner-datenleck-in-grafiken-wie-viele-menschen-betroffen-und-welche-dateien-brisant-sind-16021746.html?ref=loky.news),[ rbb24](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/09/berlin-cyberangriff-neues-datenpaket-rhysida-darknet.html?ref=loky.news), [Deutschlandfunk](https://www.deutschlandfunk.de/nach-gescheiterter-erpressung-hacker-veroeffentlichen-private-daten-von-buergern-im-darknet-100.html?ref=loky.news), [Senatskanzlei](https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1710757.php?ref=loky.news)) **Frisch frittiert:** werden die japanischen Sandwiches im neu eröffneten [Café Yohaku](https://www.instagram.com/yohakuberlin/?ref=loky.news) in der Oderberger. Eingezogen ist es in die Räume des Kiez-Klassikers Kaffee Krone, das Ende Juli mit dem Versprechen dicht machte, an anderem Ort neu zu starten. Wo und wann? Zumindest das ist: offen. (Quelle: Hinweis von Leserin Barbara; Kaffee Krone bei [Insta](https://www.instagram.com/p/DbKglhjswuL/?ref=loky.news)) **Heizkosten sparen:** Bis zu einer Million Euro pro Jahr haben andere Bezirke schon durch smarte Heizungen in Schulen, Sporthallen & Co eingespart. Wie viel Kohle das noch-nicht-so-smarte, aber dauerklamme Pankow „verheizt“? Stadtrat Jörn Pasternack (CDU) sagt: Lässt sich nicht beziffern. Hot take, denn wie die [Wärmeplanung](https://www.loky.news/heizung-fernwaerme-waerme-warmeplan-pankow-weissensee-prenzlauer-berg-heizkosten/) zeigt, gibt’s in Berlin kundige Leute, die das ausrechnen könnten. (Quelle: [Pressemitteilung der Grünen Pankow](https://gruene-fraktion-pankow.de/2026/09/03/pankow-verheizt-oeffentliche-gelder-gruene-fraktion-pankow-fordert-kurswechsel/?ref=loky.news)) **Rewe renoviert:** noch bis zum 24.09\. um 9 Uhr seinen Laden an der Schievelbeiner. Dann hat das Skandinavische Viertel zumindest einen seiner wegen Umbau geschlossenen Supermärkte wieder. Das Datum der Wiedereröffnung des Alnaturas an der Schönhauser schuldet uns die Pressestelle noch. (Quelle: Aushang via Liska aus der Community) **Öffentliche stille Örtchen:** Bis zu 365 Euro im Monat zahlt Berlin privaten Betrieben, die ihr Klo der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. So soll das Netz an öffentlichen Klos über die Wall-Buden hinaus vergrößert werden. Im loky\*land konnte mit dem Café Paula in der Florastraße auch schon ein Kooperationspartner gewonnen werden ([Übersichtskarte](https://gdi.berlin.de/viewer/main/?MAPS=%7b%22center%22:%5b389953.88570268144,5819446.136624085%5d,%22zoom%22:3%7d&LAYERS=%5b%7b%22id%22:%22hintergrund%5Fdefault%5Ffarbe%22,%22visibility%22:true,%22transparency%22:0%7d,%7b%22id%22:%22toiletten:toiletten%22,%22visibility%22:true,%22transparency%22:0%7d%5d&ref=loky.news)). Auf dass das berühmte [Pankower Toilettenloch](https://www.loky.news/schoenfliesser-brueecke-toilettenloch-tunnelzaun-basf-gls-stadtteilzentrum/) bald der Vergangenheit angehört. (Quelle: [Senatsverwaltung für Mobilität und Verkehr](https://www.berlin.de/sen/uvk/mobilitaet-und-verkehr/infrastruktur/oeffentliche-toiletten/berlin-wc-kooperationsprogramm/?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Winter-Pizza und Rats-Roboter URL: https://www.loky.news/winter-pizza-und-rats-roboter/ Last updated: 2026-09-04T04:30:08.000Z Außerdem: Clubcommission kickt Musikbrauerei; Bildungs-Pläne der Parteien zur Wahl; Schönhauser wird Mode-Meile. _This post is for subscribers only._ ### Gibt's auch noch: Kultur! URL: https://www.loky.news/kultur-berlin-wahl-positionen-parteien/ Last updated: 2026-09-11T09:59:49.000Z ## Warum geht'? Das ist schon ein riesiges Privileg: Film schauen im Lichtblick Kino, direkt danach kurz ins Volksbühen-Freibad springen und dann weiter zum Pop-Kultur-Festival. Alles Kultur, alles im loky\*land entspannt mit dem Fahrrad erreichbar – und eine der Sachen, für die Berlin steht. Die Frage ist nur: Wie lange noch? Kulturpolitik spielt im aktuellen Wahlkampf kaum eine Rolle. Zwar wird mit Berlins kultureller Vielfalt geworben, doch in der aktuellen Legislatur die Mittel gekürzt. Wie will die Politik dafür sorgen, dass Berlin **–** und damit auch loky\*land zwischen Mitte-Galerie und Kunsthochschule Weißensee **–** Kulturhotspot bleibt? Ich habe mir die Wahlprogramme angeschaut und bei denen nachgefragt, die das alles am meisten betrifft: Theater, Festivals, Kinos und Co. ## Wie wollen sich die Parteien für Kultur einsetzen? ### Museumssonntag und Kostenlos-Kultur für junge Menschen - Im Dezember 2024 wurde der monatliche Museumssonntag aus Spargründen abgeschafft. SPD, Linke, Grüne und BSW sagen: wollen wir zurück. - Die Linke fordert zudem einen Kulturpass für 16- bis 21-Jährige, die Grünen vier kostenlose Kulturbesuche für Schüler:innen pro Jahr, das BSW ein Kulturguthaben für 15- bis 18-Jährige und die SPD etwas konkreter: 50-Kultur-Euro pro Jahr für alle 18- bis 23-Jährigen. - Die CDU will das Programm [KulturLeben Berlin](https://kulturleben-berlin.de/ueber-uns/?ref=loky.news) auch für Kinder und Jugendliche öffnen – es kümmert sich bisher darum, dass arme Menschen Zugang zu Kultur in der Stadt haben. - Bei Volt und FDP gibt's weder den Museumssonntag noch einen Kulturpass oder ähnliches für junge Menschen. ### Infrastruktur und Geld - Die SPD will die kulturelle Infrastruktur sichern (heißt: Ateliers, soziokulturelle Zentren und so weiter), spricht aber nicht über die Erhöhung der Haushaltsmittel. Grüne und BSW setzen auf ein Kulturfördergesetz zur Absicherung; Letztere wollen die zuletzt unter der schwarz-roten Koalition vorgenommenen Kürzungen rückgängig machen. Hauptziel der Linken ist den Anteil der Ausgaben für Kultur im Haushalt kurzfristig auf 2,5 Prozent und langfristig auf 3 Prozent zu erhöhen. - Die FDP sieht als besten Weg zu mehr Kunstfreiheit in Berlin die Selbstfinanzierung von Kulturorten. Heißt: Kultureinrichtungen sollen zu privatrechtlichen Unternehmen werden. Außerdem: Weniger einzelne Projektmittel, stattdessen institutionelle Förderung und gefestigte Strukturen (FDP und Volt). Für die CDU stehen vor allem Investitionen in Konzerthäuser und Opern im Fokus. ### Musikschulen und Bibliotheken Parteiübergreifend von links bis rechts sagen alle: Wir müssen die Situation von Musikschulen und (Landes)-Bibliotheken verbessern. Heißt: mehr Platz und finanzielle Sicherheit für die Bibliotheken, mehr festangestellte Lehrkräfte an den Musikschulen. --- ### AfD Die AfD konzentriert sich in ihrem Programm auf das Bewahren des „christlich-abendländischen Erbes“. Mehr Personal für Denkmalschutz und die Rekonstruktion historischer Gebäude. Ideen, wie sich die Bedingungen für Kunstschaffende und Kulturorte in der Stadt verbessern lassen, hat die Partei keine. Auch der Museumssonntag steht nicht im Programm. Wir berücksichtigen in unserer Wahlberichterstattung die Parteien, die im loky\*land in der Vergangenheit relevante Wahlergebnisse erzielt haben. Dazu gehört auch die AfD. Für uns als Redaktion ist diese jedoch keine Partei wie jede andere. Daher dokumentieren wir ihre Positionen gesondert. Ihr habt dazu Fragen oder Anmerkungen? Schreibt uns an [redaktion@loky.news. ](mailto:redaktion@loky.news.) --- ## Ideen, die herausstechen (Parteien in alphabetischer Reihenfolge): _This post is for subscribers only._ ### Bessere Bildung! Aber wie? URL: https://www.loky.news/bildungs-abc-2/ Last updated: 2026-09-11T10:00:18.000Z ### Worum geht's? Von Oberschulnot bis Handyverbot: Bildung ist für uns ein großes Thema. Inhaltlich ist diese in Berlin Landessache. Auf dieser Ebene wird entschieden, ob Gymnasien oder Gemeinschaftsschulen gestärkt werden, was in den Lehrplänen steht oder wie Prüfungsordnungen oder Zeugnisstandards gestaltet sind. Die Bezirke agieren hingegen als Schulträger. Sie kümmern sich um Instandhaltung und Neubau von Gebäuden, definieren Einzugsgebiete bei Grundschulen und müssen im Blick behalten, ob die Schulpflicht eingehalten wird und wo neue Schulplätze benötigt werden. In diesem Text geht es eher um Inhalte. Daher haben wir dafür analysiert, was die Parteien auf Landesebene vorhaben. ### Alle oder Ausgewählte? Bildung liegt allen Parteien am Herzen. Nur bei der Frage, wie sie für wen finanziert wird, gibt es zwei Pole: - SPD, Grüne, Linke, BSW und Volt möchten, dass Bildung und alles, was dazu gehört, für alle von Kita bis Universität kostenlos ist und allen ermöglicht wird. - CDU und FDP wollen primär eine gute Qualität des Unterrichts und der Schulen sicherstellen, bevor sie ermöglichen, dass alle Bildungsleistungen für alle kostenlos sind. Sie befürworten zwar kostenfreie Bildung im Sinne des Unterrichts, wollen staatliche Subventionen bei Zusatzleistungen wie Essen oder Klassenfahrten aber auf Familien konzentrieren, die nachweislich finanzielle Unterstützung benötigen. ### Benotung oder Berichte? Ob und ab wann es Noten geben soll, darüber sind sich die Parteien uneinig: - Linke, Volt und Grüne wollen Zensuren schrittweise durch qualitative Lernentwicklungsberichte abschaffen. - Die SPD will ein differenziertes Notensystem, aber gleichzeitig alternative Rückmeldungsoptionen wie beispielsweise Lernentwicklungsberichte. - CDU, FDP und BSW wollen Zensuren, weil sie Leistung transparent und messbar für alle machen und sowohl Orientierung als auch Ansporn bieten. ### Campus oder Chaos? Die Hochschulen sind in den Parteiprogrammen kein großes Thema. Ein paar Besonderheiten habe ich dennoch für euch herausgearbeitet: _This post is for subscribers only._ ### Grundschule am Weißen See: Viel Kritik, keine Folgen? URL: https://www.loky.news/grundschule-am-weissen-see-arbeitsklima-vorwuerfe-schulleitung-konflikt-schulaufsicht-eltern-kinder-weissensee/ Last updated: 2026-09-07T14:58:43.000Z ### Worum geht's? Im Juni berichtete loky\*, dass an der Grundschule am Weißen See [einiges](https://www.loky.news/kita-platze-prenzlauer-berg-grundschule-weisser-see/) [schiefläuft](https://www.loky.news/grundschule-am-weissen-see-millionen-debakel-spd-gruene-cdu-weissensee-schule-baukosten-schulden/) – zumindest aus Sicht der Eltern. Die Senatsverwaltung für Bildung [kommentierte](https://www.loky.news/gls-hotel-grundschule-weisser-see/) damals sinngemäß: halb so wild. Prompt hatte ich wieder Post aus dem Schulumfeld, die sagt: Doch, es gibt ein Riesenproblem! Es geht um das Verhältnis zwischen Schulleitung und Mitarbeitenden, das offenbar massiv kriselt. ### Warum ist das wichtig? - Schule, da müssen alle durch. Erst als Kinder, und viele später nochmal als Eltern. Ein mieses Lernklima drückt die Chancen der Schüler:innen. Und damit unser aller Zukunft. - Daher ist es besonders bitter, wenn Eltern und Mitarbeitende Missstände ansprechen und sich um Lösungen bemühen, damit aber nichts erreichen. So läuft es offenbar seit Jahren an der Grundschule am Weißen See – obwohl das Thema der zuständigen Schulaufsicht und der Senatsverwaltung bekannt ist. - Viele Lehrkräfte und Erzieher:innen verlassen meiner Recherche nach mittlerweile die Schule oder denken darüber nach. Das verunsichert wiederum Schüler:innen und Eltern, die dann ebenfalls einen Schulwechsel erwägen. So kommt eine Abwärtsspirale in Gang, mit Folgen für alle. ### Was sind die Vorwürfe? Im Juli erreichte uns ein offener Brief; laut Text stammt er von 51 aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden der Schule – vom Hausmeister über Sachbearbeiterinnen bis zu Erzieher:innen und Lehrkräften. Die Rede ist von: - einer „Schule im Niedergang“. Der Grund: Eine Schulleitung, „die toxisch ist für das Schulklima“ und Mitarbeitende in Überlastung, Krankheit und Schulwechsel treibe. - einem „autokratischen Führungsstil“, gekennzeichnet durch „Intransparenz, Unehrlichkeit, Misstrauen, Bedrohung und Bestrafung“. - mehrfachen Bemühungen, etwa „persönliche Schreiben und offene Briefe, Gesprächstermine und Absichtserklärungen“, die „nichts geändert“ hätten. Ich habe in den folgenden Wochen dutzende Seiten E-Mails und Briefe aus der Schule ausgewertet und mit sechs Menschen aus dem Schulumfeld gesprochen, um die Vorwürfe zu prüfen. So habe ich eine Vielzahl an Geschichten gesammelt, die ich jedoch nicht alle hier öffentlich machen kann – weil sie Rückschlüsse auf einzelne Personen zulassen könnten, die anonym bleiben möchten. Die Tendenz ist jedoch eindeutig und deckt sich mit folgenden Beispielen, die schon vor mehr als einem Jahr in einem Brief von „20 Mitarbeitenden“ an die Schulaufsicht formuliert wurden. Dort heißt es u.a.: _This post is for subscribers only._ ### Schul-Stress und Frosch-Finale URL: https://www.loky.news/grundschule-am-weissen-see-schulleitung-volkspark-grillen-rosengarten-cafe/ Last updated: 2026-09-02T08:05:53.000Z Ihr Lieben. Lag bei euch in der Schule auch etwas in der Luft? Also nicht ausgetretenes Linoleum oder stinkige Klos – sondern etwas, das weder durchs Auslüften von Turnbeuteln noch durch eine Sanierung loszukriegen ist? Und zwar: Ein mieses Arbeits- und Lernklima? Ein solches hängt an der Grundschule am Weißen See. Menschen, die dort arbeiten oder ihre Kinder hinschicken, gingen deswegen vor den Ferien mit ziemlich heftigen Vorwürfen gegen Schulleitung und Schulaufsicht an die Presse. Weswegen die schlechte Luft dieser Schule auch mich bis in die Sommerpause verfolgt hat. Meine Verantwortung als Journalistin spürte ich in diesen Tagen ganz besonders: Auf der einen Seite Menschen, die mir Geschichten von Angst, Druck und Hilflosigkeit erzählten. Auf der anderen Seite eine Person, die uns ihre Sichtweise nicht persönlich schildern wollte. Und eine Abwägung, die wir selbst treffen mussten: Wann gehört ein Konflikt in die Öffentlichkeit? Wir denken: Wenn er sich über Jahre verschlimmert – und Mitarbeitende und jetzt auch Kinder in die Flucht schlägt. Mehr lest ihr unten. --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/08/IMG-20260801-WA0001-1-1.jpg) Unterschiedliche Bedürfnisse: Den einen stinkt's gewaltig, den anderen schmeckt's gut. Quelle: Anwohner Neuer Hain **Gegrilltes**: Die Initiative „Anwohner Neuer Hain“ lässt nicht locker: Nachdem die BVV Friedrichshain-Kreuzberg ihren Wunsch nach Grillverbot im Volkspark Friedrichshain [abgelehnt hatte,](https://www.loky.news/grillen-volkspark-es-stinkt-aerger-boetzowviertel/) eskaliert sie nun nach oben und hat bei Senatsverwaltung für Umwelt und Abgeordnetenhaus Fachaufsichtsbeschwerde eingereicht. Der Vorwurf unter anderem: Bezirksamt und Ordnungsamt kontrollierten die Grillwiese nicht wirksam. Anfang August sollen etwa DJ-Pult, Stromgenerator und Trommel neben den Grills gestanden haben. Das Ordnungsamt winkte das durch. Die Initiative fordert von der Landesebene, ein Grillverbot zu prüfen. (Quelle: Fachaufsichtsbeschwerde der Initiative „Anwohner Neuer Hain“ per Mail) **Restaurant-Neustart:** Die Oderquelle musste Anfang des Jahres [dicht machen](https://www.loky.news/loky-mit-gastro-news-nazi-notwehr-und-leisem-kopfsteinpflaster/), jetzt gibt's, Stichwort Gegrilltes, Bewegung einige Meter weiter: Die Taverne Müşterek hat vor kurzem in der Oderberger ihren zweiten Standort eröffnet. Es gibt türkische Mezze und Fisch, gegrillt werden keine Würste, sondern Artischockenherzen, Oktopus und Kalbsbries. loky\*-Restauranttester Philipp hat's geschmeckt. (Quelle: [Müşterek](https://musterek.de/?ref=loky.news), loky\*-Recherche) **Am Rosengarten nicht Neues:** Seit 2024 ist das Café im Bürgerpark dicht. Das Gebäude [müsste saniert werden](https://www.loky.news/sanierung-torstrasse/); das Straßen- und Grünflächenamt Pankow ist verantwortlich – doch es passiert: nichts. „Bisher wurde die Sanierung aufgrund fehlender Mittel vertagt“, sagt das Amt. Und wann geht's los? „Voraussetzung für die Erstellung eines Zeitplans wäre die Sicherstellung der Finanzierung.“ Aha, (Nicht)-Business as usual. (Quelle: [Kleine Anfrage der SPD ans Bezirksamt](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/ka020%5Fr.asp?KALFDNR=5076&ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Ratten-Parcours und Pflaster-Rasur URL: https://www.loky.news/ratten-kopfsteinpflaster-prenzlauer-berg-planetarium-wahl-wohnen-grundschule-kekse-baustelle/ Last updated: 2026-08-28T08:44:24.000Z Ihr Lieben. Wie ihr wisst, sind wir bei loky\* stets bemüht, auch das Positive im Kiez zu besprechen. Zum Beispiel war die BVG an der Mega-Baustelle Senefelderplatz so nett, dem Snack-Automat eine Nische zu zimmern und ihn somit von der halbseitigen Sperrung des Bahnsteigs auszusparen. Und hey, wer braucht schon einen Direktzug nach Pankow, wenn's Knoppers satt gibt?! Die Auflösung, weshalb ich dort strandete, folgt demnächst. Heute geht es erstmal um ein ebenfalls vertracktes Thema: die Wohnungsnot. Auf unsere [Frage von Dienstag](https://www.loky.news/tote-planetarium-wahlen-muell-volksbad-flussbad/), wie ihr euch im Wohnungs-Dilemma behelft, habt ihr uns eine außergewöhnliche Anzahl E-Mails geschickt. Zum Vergleich: Suchen wir die besten Scones im Kiez? Ihr bewerft uns mit Tipps. Fragen wir nach Wohnungs-Hacks? Meldet sich: niemand. Gut, dass Berlins Politik zur Wahl ein paar Lösungsvorschläge hat. Welche, hat meine Kollegin Katharina für euch aufgeschrieben. Dafür bitte hier klingeln, äh, klicken: [Berliner Buden BitteWoher nehmen, wenn nicht stehlen? Berlins Parteien haben da einige Ideen in ihren Programmen für die Wahl am 20\. September.![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/icon/Gira-ohne-Hintergrund-3-d23b6c61-532a-4d29-ab46-f0715297eac9.png)loky\* - Newsletter & CommunityKatharina Finke![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/thumbnail/Wohnung-a82f4cd5-d9c5-41cb-b117-d087e38a8f11.jpg)](https://www.loky.news/wohnen-wahl-berlin-2026/) Klingeln könnt ihr aber auch: bei uns! --- ## Kommt Samstag zur offenen loky\*-Redaktion! ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/08/IMG_7610-1-1.JPG) loky\* *\-*Tür am Donnerstag: zu. loky\* *\-*Tür am Samstag: offen! **Was?** Wir öffnen unsere Redaktionstüren, damit ihr uns – und wir euch – besser kennenlernen können. Damit wir uns nicht komplett verquatschen, haben wir sogar ein **Programm:** - 10.30 Uhr: Wer wie was warum ist loky\*? - 11.00 Uhr: Offene Newsletterkritik. Sonst besprechen wir unter uns, was an der letzten Ausgabe gut oder schlecht war. Diesmal mit euch. - 11.30 Uhr: Wie finanzieren wir uns? - 12.00 Uhr: Offene Redaktionskonferenz. Bitte bringt eure Themen mit! **Wann?** Samstag, 29.08\. von 10 bis 13 Uhr **Wo?** Schönhauser Allee 59b, VH Hochparterre (leider nicht barrierefrei) **Wer?** Fast alle loky\*s (Lena, Johann, Katharina, Juliane & Philipp) und ihr! **Sonst noch wichtig:** Keine Anmeldung, kein Eintritt. Dafür Kaffee, Kekse und Giraffen zum Ausmalen für alle mitgebrachten Kinder. --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/08/IMG_1031-1-.jpg) Trauerort im Park am Planetarium. **Die Tötung von Ilse Hartmann:** bewegt uns alle. Nahe dem Gebüsch, wo der Leichnam der 46-Jährigen am Freitag [gefunden wurde](https://www.loky.news/tote-planetarium-wahlen-muell-volksbad-flussbad/), wächst nun ein Gedenkort. Währenddessen sucht die Mordkommission weiter Hinweise zur Tat. (Quellen: loky\*-Recherche; [Polizei Berlin](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2026/pressemitteilung.1705979.php?ref=loky.news)) **Weitere 10 Jahre Kulturbrauerei:** Das Land Berlin hat den Mietvertrag mit dem Immobilienkonzern Aroundtown verlängert. Auch künftig gibt's subventionierte Räume für Kultur, z.B. das Theater RambaZamba. In der Vergangenheit hatten Mieter:innen Verdrängung durch steigende Mieten befürchtet und sich bei der Politik für die langfristige Sicherung als Kulturstandort eingesetzt – auch nach dem Ende des alten Vertrags 2026\. Das hat jetzt offenbar geklappt. (Quellen: [Berlin.de](https://www.berlin.de/sen/kultgz/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1706606.php?ref=loky.news), [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/reicht-der-rettungsplan-nicht-aus-mieter-der-berliner-kulturbrauerei-furchten-weiter-verdrangung-465972.html?ref=loky.news), [Website Aroundtown](https://www.aroundtown.de/portfolio/asset-list?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Berliner Buden Bitte URL: https://www.loky.news/wohnen-wahl-berlin-2026/ Last updated: 2026-09-11T10:00:47.000Z ### Worum geht's? „Jeder hat das Recht auf angemessenen Wohnraum“ – steht in der [Berliner Verfassung](https://www.berlin.de/rbmskzl/politik/senat/verfassung/?ref=loky.news), Artikel 28. Die Realität? Sieht anders aus: zu wenige Zimmer, zu teure Mieten, oder beides. Die Parteien wissen das auch. Anlässlich der anstehenden Wahlen in Berlin habe ich mich durch den Abschnitt „Wohnungspolitik“ in ihren Wahlprogrammen gearbeitet. Einig sind sich alle: Wir brauchen mehr Wohnungen. Wie und wo die entstehen sollen, dazu haben die Parteien aber unterschiedliche Ansätze. Dröseln wir das mal entlang der zentralen Fragen auseinander, wobei wir uns an den Themen, nicht den Parteien orientieren. ### Woher sollen neue Wohnungen kommen? Alle wollen ungenutzte Gewerbe-und Büroflächen als Wohnraum nutzen und neue Wohnungen bauen. Das war's dann aber mit den Gemeinsamkeiten. - Linke, BSW und Grüne setzen auf landeseigenes und genossenschaftliches Bauen und wollen, dass die Stadt vor allem Sozialwohnungen schafft und das Eigentum auch in ihrer Hand bleibt. - CDU, Volt und FDP sehen die Lösung im privatwirtschaftlichen und schnelleren Bauen. Dafür soll es gesetzliche Erleichterungen und Anreize geben, etwa die Grunderwerbssteuer für den Kauf der ersten, eigenen Wohnung zu senken. CDU und Volt sind ebenfalls für den Neubau von Sozialwohnungen, die FDP nicht. - Die SPD will eine Kombination aus staatlichen und privaten neuen Wohnungen, von denen die Hälfte Sozialwohnungen seien sollen. - Alle Parteien sind für Dachaufstockungen; Linken und BSW ist die soziale Verträglichkeit dabei besonders wichtig. - CDU, SPD, FDP und Volt wollen Nachverdichtung. Linke, BSW und Grüne nur, wenn Natur- und Erholungsräume dadurch nicht gefährdet werden. ### Wo und wann sollen bei uns im Kiez neue Wohnungen entstehen? Im Bezirk Pankow sind ganze Stadtviertel mit tausenden Wohnungen geplant. Die meisten davon weiter im Norden, wo schlichtweg noch mehr Platz ist. Aber mit dem Pankower Tor und der Michelangelostraße sind auch zwei Projekte im Herzen des loky\*landes vertreten. #### Hier sind in Pankow neue Stadtviertel geplant - ****Blankenburger Süden**: größtes Neubauvorhaben Berlins. Geplant sind ca. 8.600 Wohnungen auf rund 160 Hektar zwischen den Ortskernen Blankenburg und Heinersdorf. - ****Karow Süd:** bisher 100 Hektar ungenutztes oder landwirtschaftliches Areal. Später bis zu 5.000 Wohnungen, Gemeinschaftsschule, Sportanlagen und Kitas. Beginn: 2030er, fertig: 2040er. - ****Elisabeth-Aue:** rund 73 Hektar landeseigene, landwirtschaftliche Fläche in Blankenfelde. Zählt zu den umstrittensten städtebaulichen Projekten Berlins, u.a. wegen der Größe. Geplant: bis zu 5.000 Wohnungen. - ****Alter Schäferei**: bis zu 4.000 Wohnungen, Gemeinschaftsschule und Kita in Französisch Buchholz. Beteiligt: Gewobag und private Unternehmen. - ****Am Sandhaus**: 2.700 Wohnungen mit Grundschule und Kitas in Buch. Besonderheit: „10-Minuten-Stadt“: autoarm, klimagerecht und nachhaltig konzipiert. Durch die Nähe zur Moorlinse gibt es Bedenken von Naturschützer:innen. - ****Pankower Tor:** rund 2.000 neue Wohnungen, Möbelmarkt, Kitas sowie Grün- und Parkflächen auf dem ehemaligen Bahngelände zwischen S Pankow und S Heinersdorf. Jahrelang politisch und rechtlich heftig umstritten, sind nun Verträge zwischen Investor, Bezirk und Senat unterschrieben, das Bebauungsplanverfahren läuft. - ****Michelangelostraße:** Nachverdichtungsprojekt mit bis zu 1.500 neuen Wohnungen und Gemeinschaftsschule. Stockt wegen ungeklärter Eigentums- und Grunderwerbsfragen. In der Umsetzung sind den Parteien unterschiedliche Dinge wichtig: - CDU und SPD wollen die Bauprojekte zeitnah umsetzen. SPD ist dabei der Anteil von Sozialwohnungen wichtig. - Grüne und Volt wollen neue Wohnungen, aber nicht um jeden Preis. Bedingung ist, dass ökologische Standards, klimaneutrale Bauweisen, Natur-und Artenschutz gewährleistet werden. - Linke und BSW sind kritisch und nur dafür, wenn es einen hohen genossenschaftlichen und mietpreisgebundenen Wohnungsanteil gibt. - Großer Konfliktpunkt ist auch die ÖPNV-Anbindung: CDU, FDP und SPD akzeptieren, wenn die erst nach dem Bezug der Wohnungen erfolgt; für Grüne, Linke, Volt und BSW muss das davor passieren. ### Was passiert mit vorhandenen Wohnungen? - CDU und SPD wollen in einem Mietenkataster Mieten zentral erfassen. Die FDP ist dagegen, weil sie Verwaltungsapparate abbauen und nicht aufblähen will. - Grüne, Linke und BSW befürworten inhaltlich das Mietenkataster und fordern zudem noch ein Wohnungskataster: Leerstände sollen strenger erfasst, der Abriss von Wohngebäuden verboten und härter durchgegriffen werden, wenn Wohnungen für andere Dinge als zum Wohnen genutzt werden. - Linke und BSW fordern WBS-Quoten, SPD und Grüne darüber hinaus Anreize setzen, WBS-Wohnungen untereinander zu tauschen. Volt geht auch mit, will die Prozesse nur digitalisieren und zudem, dass WBS-Mieter:innen, die in nicht für sie angemessenen Wohnungen leben, Abgaben dafür zahlen. Die FDP will WBS eingrenzen und auch Milieuschutzgebiete und das öffentliche Vorkaufsrecht massiv einschränken. ### Wird die Höhe der Miete geregelt und enteignet – oder nicht? - Linke und BSW wollen einen Mietendeckel und unterstützen die Umsetzung des Volksentscheids „Deutsche Wohnen & Co enteignen.“ - SPD und die Grünen befürworten starke staatliche Regulierungen und schärfere Kontrollen des Mietmarktes. Bei der Frage der Enteignung sind sie gespalten. Die SPD in der Tendenz eher ablehnend, die Grünen eher befürwortend. - CDU, FDP und Volt sind klar gegen Mietendeckel und Enteignung. --- **AfD:** mehr, schnelleres, privates Bauen durch weniger Vorschriften. Landeseigene Wohnungsunternehmen sollen sich auf vorhandenen Wohnraum konzentrieren. Mit WBS: Mietzuschüsse für Wohnungen auf dem freien Markt; Abgaben für unzulässig genutzten Wohnraum.„Einheimische“ sollen bei der Vergabe von Sozialwohnungen bevorzugt werden. Zudem soll die [Sonderregelung](https://www.gesetze-im-internet.de/bbaug/%5F%5F246.html?ref=loky.news), die schnelles Bauen von Geflüchtetenunterkünften ermöglicht, neu gefasst werden. Ziel: Sonderbaurecht „speziell für Einheimische“ schaffen. Nein zur Enteignung. Wir berücksichtigen in unserer Wahlberichterstattung die Parteien, die im loky\*land in der Vergangenheit relevante Wahlergebnisse erzielt haben. Dazu gehört auch die AfD. Für uns als Redaktion ist diese jedoch keine Partei wie jede andere. Daher dokumentieren wir ihre Positionen gesondert. Ihr habt dazu Fragen oder Anmerkungen? Schreibt uns an [redaktion@loky.news. ](mailto:redaktion@loky.news.) --- Habt ihr noch Fragen und Ideen zum Thema Bauen, Mieten und Wohnen? Schreibt uns an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder [direkt in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). --- ### Wahlen bei loky\* Am 20\. September wählen wir Abgeordnetenhaus und Bezirksverordnetenversammlung. In den nächsten Wochen ist das bei uns großes Thema. Bislang dazu erschienen: - Wahl-FAQ: [Alles, was ihr über die Berlin-Wahlen wissen müsst.](https://www.loky.news/berlin-wahlen-abgeordnetenhaus-bezirksverordnetenversammlung-bvv-faq/) - Thema Müll: [So soll Berlin sauberer werden.](https://www.loky.news/so-soll-berlin-sauberer-werden/) - Thema Bildung: [Bessere Bildung! Aber wie?](https://www.loky.news/bildungs-abc-2/) - Thema Kultur: [Gibt's auch noch: Kultur!](https://www.loky.news/kultur-berlin-wahl-positionen-parteien/) - Thema Verkehr: [Verkehr(te) Welt](https://www.loky.news/verkehr-wahl-berlin-pankow-2026/) --- ## Nachschlag gefällig? Den gibt's hier (Parteien in alphabetischer Reihenfolge): - Wahlprogramme der Berliner Landesverbände: [BSW](https://bsw.berlin/wp-content/uploads/Wahlprogramm-BSW-Berlin-AGH-Wahl-2026.pdf?ref=loky.news), [CDU](https://berlin-wird.de/image/uploads/data/regierungsprogramm2026%5F2031.pdf?ref=loky.news), [FDP](https://www.fdp-berlin.de/wahlprogramm?ref=loky.news), [Grüne](https://gruene.berlin/berlin-waehlt/unser-plan-fuer-berlin?ref=loky.news), [Linke](https://dielinke.berlin/partei/wahlen/abgeordnetenhauswahlen-2026/wahlprogramm/?ref=loky.news), [SPD](https://spd.berlin/wahlprogramm/?ref=loky.news), [Volt](https://voltdeutschland.org/berlin/programm/programme/programm-berlin-2026?ref=loky.news) und [AfD](https://afd.berlin/abgeordnetenhauswahl/?ref=loky.news). - Wahlprogramme der Bezirksverbände Pankow: [BSW](https://pankow.be.bsw-vg.de/wahlprogramm-pankow-gestalten-sozial-nachhaltig-friedenstuchtig?ref=loky.news), [CDU](https://www.cdupankow.de/wahlprogramm?ref=loky.news), [FDP](https://www.fdp-pankow.de/bezirkswahlprogramm-der-fdp-pankow?ref=loky.news), [Grüne](https://gruene-pankow.de/pankow-in-guten-haenden/?ref=loky.news), [Linke](https://www.die-linke-pankow.de/wahlen/pankow-2026/unser-programm-fuer-pankow/?ref=loky.news), [SPD](https://www.spd-pankow.de/wieder-ein-pankow-das-wir-gemeinsam-gestalten/?ref=loky.news), [Volt](https://voltdeutschland.org/storage/assets-berlin/pdf/policy-wahlprogramm-2026/bezirke/bezirksprogramm%5Fpankow.pdf?ref=loky.news) und [AfD](https://pankow.afd.berlin/wp-content/uploads/2026/04/Kommunalwahlprogramm-2026.pdf?ref=loky.news). - Wahlprogramme der Bezirksverbände Mitte: [CDU](https://www.cdumitte.de/image/inhalte/file/Wahlprogramm%20der%20CDU%20Mitte%202.pdf?ref=loky.news), [FDP](https://www.hauptstadtmitte.de/sites/default/files/2021-11/Wahlprogramm%5FMitte%5FV3.pdf?ref=loky.news), [](https://www.spd-pankow.de/wieder-ein-pankow-das-wir-gemeinsam-gestalten/?ref=loky.news)[Grüne](https://gruene-mitte.de/meldungen/das-bezirkswahlprogramm-von-buendnis-90-die-gruenen-berlin-mitte-2026?ref=loky.news), [Linke](https://www.dielinke-berlin-mitte.de/berlin-wahlen-2026/bvv-wahl/wahlprogramm-bvv/?ref=loky.news), [SPD](https://www.spd-berlin-mitte.de/dl/kommunales%5FWP%5FLangfassung%5F25062026.pdf?ref=loky.news), [Volt](https://voltdeutschland.org/storage/assets-berlin/pdf/policy-wahlprogramm-2026/bezirke/bezirksprogramm%5Fmitte.pdf?ref=loky.news). --- Dieser Newsletter entsteht im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem Media Forward Fund. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei loky\*. ### Baden, Ratten, Retten URL: https://www.loky.news/tote-planetarium-wahlen-muell-volksbad-flussbad/ Last updated: 2026-08-25T04:30:47.000Z Ihr Lieben. Es gibt Zeiten, da ist unser Alltag alles gleichzeitig. Am Freitag war ich erschüttert von der Nachricht, dass hinter dem Planetarium eine Frau tot aufgefunden wurde – nachdem sie dort längere Zeit gelegen hatte (mehr dazu weiter unten). Am Samstag habe ich als bekennende Gegnerin des Außenbadens bei Temperaturen diesseits der 30 Grad zumindest die Pommes am Volksbad getestet und für sehr gut befunden. Am Sonntag bin ich aus Versehen Urbanliner testgefahren (kann man machen. Ist halt ’ne Tram) und habe festgestellt, dass Berlin am touristischsten Ort von allen, dem Nikolaiviertel, durchaus Selbstironie beweist. Natürlich gibt es dort das Brandenburger Tor als Kühlschrankmagnet und den Fernsehturm als Schlüsselanhänger. Aber als Kuscheltiere halt auch Ratten und Tauben. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/08/Ratten.jpg) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/08/Tauben-1.jpg) Und am Montag haben wir dann als Teamleistung diesen Newsletter erstellt und lange überlegt, wie man einen Einstieg schreibt, der diesem großen Spagat gerecht wird. Dies ist der Versuch. --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Getötete Prenzlauer Bergerin:** Am Freitag fand ein Passant die 46-jährige Ilse Hartmann tot im Gebüsch am Planetarium. Laut Bild soll die Verstorbene nur ein paar Schritte weiter gewohnt haben. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass die Frau getötet wurde und [bitten um Hinweise](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2026/pressemitteilung.1705979.php?ref=loky.news): Wer kennt Ilse Hartmann, hat sie am Park oder vorher gesehen, weiß sonst etwas über sie? (Quelle: [Polizei Berlin](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2026/pressemitteilung.1705979.php?ref=loky.news), [Bild](https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-die-tote-aus-dem-gebuesch-wochenlang-lag-eine-frauenleiche-mitten-in-berlin-6a89ad5bc3692834ff6d961e?ref=loky.news)) **Wen wählen?** Für die Wahl des Abgeordnetenhauses (nicht der BVV) gibt es seit gestern wieder den [Wahl-O-Mat](https://www.bpb.de/themen/wahl-o-mat/?ref=loky.news). Wer das Thema Umwelt besonders wichtig findet, kann zusätzlich den [NABU-Berlin-Wahl-Check](https://berlin.nabu.de/wahlcheck/?ref=loky.news) machen – ohne AfD, da diese mit den Werten des NABU nicht vereinbar ist. ****SAve the Date** ****🦒 Offene Redaktion am Samstag, 29.08.** Wer sind wir, die wir „euch Lieben“ hier immer so ankumpeln? Warum machen wir loky\*? Wir finden wir unsere Themen, und wie finanziert sich der ganze Spaß? Am Samstagvormittag öffnen wir unsere Redaktionstür, um euch kennenzulernen, Fragen zu beantworten und einen Blick hinter unsere Kulissen zu ermöglichen. Das genaue Programm folgt am Freitag. Heute schon vormerken: ****Was?** Offene loky\*-Redaktion ****Wann?** Samstag, 29.08\. von 10 bis 13 Uhr ****Wo?** Schönhauser Allee 59b Und ja, natürlich gibt es auch Filterkaffee, Dinkel-Kekse und Kinderprogramm in Form von Giraffen zum Ausmalen. **LAP für Bier:** Angesichts von 6 Euro für ein Gezapftes war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Startup auch den Bar-Bier-Preis durch den Einsatz von Technik (Karte am Tisch scannen und über eine App bestellen) drückt. Ergebnis: 3,30 Euro für 0,4 Liter Kellerbier; 4,50 Euro für den Gin Tonic. Zapfen und Servieren machen bei Pub&Go aber noch Menschen. Nach der ersten Filiale in Bayreuth nun auch in der Stubbenkammer Straße, wo früher das Bräugier (und noch früher die legendäre [Aquariums-Kneipe](https://www.loky.news/auf-ein-glas-mit-dr-doom/) Bumerang) war. Weitere Standorte in Berlin folgen. Hinter Pub&Go steckt die Gründerfamilie von brillen.de. (Quelle: [Pub&Go](https://www.pubandgo.de/ueber?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### So soll Berlin sauberer werden URL: https://www.loky.news/so-soll-berlin-sauberer-werden/ Last updated: 2026-09-11T10:01:04.000Z ## Worum geht's? Glasflaschen-Skulpturen vor Glascontainern, halbe Wohnzimmerausstattungen auf dem Fußweg, Waschmaschinen im Park: ihr kennt's. Houston, wir haben ein Müll-Problem. Die Ordnungsämter der Bezirke sind überfordert. Das haben wir in Pankow in den letzten Monaten immer wieder gehört, wenn wir Ordnungsstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) mit Problemen konfrontierten und oft die Antwort erhielten: [Wir versuchen, was möglich ist](https://www.loky.news/loky-mit-altglas-altpapier-und-manner-futterung/), aber haben zu wenig Geld und zu [zu wenig Personal](https://www.loky.news/mull-pankow-ordnungsamt-app-bsr/). Auch die BSR hat zu wenig Kapazitäten. Sie wird sowohl aus Landesmitteln finanziert als auch durch Gebühren, bspw. für die Straßenreinigung. Die große Frage ist: Wie wird Berlin sauberer? Die Parteien haben dazu unterschiedliche Strategien, irgendwo zwischen Öko-Utopie und Totalüberwachung. Das erfahren wir sowohl aus ihren Wahlprogrammen als auch aus den Antworten auf zehn Fragen, die wir jeweils an BSW, CDU, FDP, Grüne, Linke, SPD, Volt und AfD verschickt haben – also die Parteien, die eine realistische Chance haben, ins Abgeordnetenhaus oder in die Bezirksverordnetenversammlungen von Pankowund Mitteeinzuziehen. Abgesehen vom BSW haben alle Parteien diese Fragen auch beantwortet. ## Welche Lösungsansätze haben die Parteien? ### Das Sperrmüll-Problem - BSW, FDP, Grüne, Linke und SPD wollen Sperrmüll direkt vor der Hautür ohne Mehrkosten abholen lassen, einmal im Jahr für alle Haushalte (Grüne), zweimal jährlich (BSW, Linke und SPD), in Abstimmung mit der BSR (FDP). Zudem setzten sich außer dem BSW alle vier Parteien für mehr BSR-Kieztage ein. - Die CDU und Volt wollen keinen kostenlosen Sperrmüll-Abhol-Service. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/08/IMG_9854.jpeg) ### Die Rolle der BSR und der Recyclinghöfe _This post is for subscribers only._ ### Bye Bye Bio? URL: https://www.loky.news/biomarkt-krise-dirk-stettner-sportwiese/ Last updated: 2026-08-21T04:30:05.000Z Ihr Lieben. Vielleicht liegt es daran, dass ich eine Hafermilch favorisierende Vegetarierin ohne Auto bin. Aber als ich unlängst nach meinem Urlaubs-Finale in Brandenburg am Gesundbrunnen aus dem Regionalexpress stieg, hätte ich am liebsten jede Ratte persönlich mit Handschlag begrüßt. Mögen mir auch gerade alle Wahlplakate suggerieren, dass ich in einem verf\*\*\*ten Failed State wohne: Ich mag Berlin! Und das loky\*land natürlich besonders. Das liegt auch an euch und dem, was ich jeden Tag in unserem Postfach lese oder am Mittwochabend bei unserem loky\*salon erleben durfte. Zu Gast hatten wir Dirk Stettner, Vorsitzender der CDU Pankow und der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Und euch, die ihr vieles seid: Mitglieder in ADFC, Volt oder SPD, Ur-Prenzlauer-Bergerin, Sozialrichter, gelernte Logopädin oder Verwaltungs-Experte. Ergebnis dieser wilden Mischung? Eine wahnsinnig fachkundige und trotz anderer Meinungen wertschätzende Debatte über den langen Weg zu neuen Wohnungen am Pankower Tor (Stettner: Kommen jetzt), die Möglichkeit einer Magnetschwebebahn (Stettner: viel günstiger als eine U-Bahn) oder die Frage, wie gerne man als Frau nach 22 Uhr am Steinberg abhängt (ihr: nicht nur für Frauen keine schöne Ecke!). ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/08/IMG_6845-2-1.jpeg) Was hat Dirk Stettner sonst noch gesagt? - „Ohne das Angebot zu erhöhen, werden wir das Wohn-Problem nicht gelöst bekommen.” - „Wenn wir seriell vorgefertigt und modular bauen, bekommen wir auch innerstädtisch Wohnungen für 10 bis 12 Euro Nettokaltmiete hin.” - „Die Öffis müssen bis Brandenburg ausgebaut werden. Dann fahren auch weniger Menschen Auto. Das finde ich gut - auch als Konservativer. Ich habe drei Kinder, eine berufstätige Frau. Früher haben wir in Pankow gewohnt. Da gab es nur einen Bus und wir hatten zwei Autos. In Weißensee haben wir vier Trams – und brauchen kein Auto mehr.“ - „KI wird in der Berliner Verwaltung ankommen. Meine Vision: Eine weitestgehend digital aufgestellt Verwaltung, die schon weiß, dass der Personalausweis abläuft, bevor man es selbst merkt.“ Weitere Erkenntnis: Wir machen das definitiv wieder! Habt ihr Wünsche, wen ihr gerne mal als Gast eines loky\*salons treffen würdet? Müssen auch nicht immer Politiker:innen sein. Schreibt gerne an [redaktion@loky.news ](mailto:redaktion@loky.news)oder direkt in unseren [Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/08/Kutzner.jpg) Und jetzt alle so: Was ist mit Tiernahrung? **Bio-Krise im Bio-Kiez:** Der Biokraftkeller in der Schwedter Straße sammelt gerade Spenden – damit er trotz steigender Kosten durch den stets mauen Sommer kommt. Bei Kutzner & Kutzner an der Schönhauser gibt es derweil jeden Samstag 10 Prozent auf alles. Beide Läden merken, dass wir alle zwar immer mehr Bio kaufen (+6 Prozent mehr Umsatz im vergangenen Jahr). Nur halt lieber bei DM und Rossmann (+20 Prozent) als im unabhängigen Lädchen nebenan. _This post is for subscribers only._ ### Alles, was ihr über die Berlin-Wahlen wissen müsst URL: https://www.loky.news/berlin-wahlen-abgeordnetenhaus-bezirksverordnetenversammlung-bvv-faq/ Last updated: 2026-09-09T20:07:28.000Z ### Wann wird in Berlin gewählt? Die Berlin-Wahlen finden am 20\. September 2026 statt. ### Was kann ich da genau wählen? Zum einen: die Mitglieder des Abgeordnetenhauses. Direktkandidat:innen aus eurem Wahlkreis mit der Erststimme, die Landes- bzw. Bezirks-Listen der Parteien mit der Zweitstimme. Ins Berliner Parlament ziehen direkt gewählte Kandidat:innen ein; der Rest der Sitze verteilt sich auf alle Parteien mit über 5 Prozent der Zweitstimmen. Aus den vertretenen Parteien bildet sich die Regierungskoalition. Außerdem wählt ihr die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) des Bezirks, in dem ihr gemeldet seid. Dort gibt es keine Direktmandate. Die Anzahl der Stimmen entscheidet, wie viele Sitze eine Partei erhält. Anders als im Abgeordnetenhaus sind hier nur 3 Prozent der Stimmen nötig, um einzuziehen. ### Wer wird regierende:r Berliner Bürgermeister:in? Das entscheiden die von euch gewählten Mitglieder des Abgeordnetenhauses. In der Regel stellt die Partei mit dem besten Wahlergebnis auch das Stadtoberhaupt – vorausgesetzt, sie regiert mit. ### Was machen die von uns gewählten Politiker:innen im Abgeordnetenhaus so? _This post is for subscribers only._ ### Eis und vorbei URL: https://www.loky.news/eis-und-vorbei-volksbad-volksbuehne-dirk-stettner-walhlkampf/ Last updated: 2026-08-18T04:29:59.000Z loky* ist zurück aus der Sommerpause! Unsere Themen: Volksbad an der Volksbühne; erfundene Lehrkräfte; Schulumzug in Weißensee. _This post is for subscribers only._ ### Save the date: loky*salon & loky*lokalrunde URL: https://www.loky.news/save-the-date-loky-salon-loky-lokalrunde/ Last updated: 2026-08-11T13:37:43.000Z Ihr Lieben. Wo erwischen wir euch? Strand? Schreibtisch? Schienenersatzverkehr? Wir loky\*s sind noch im Betriebsurlaub. Aber auch der endet, und zwar nächste Woche und gleich so richtig. Also nicht nur mit neuen Newslettern, sondern auch mit einem Festival der loky-Events (lokyvents, hihi). Damit ihr planen könnt, hier schonmal die wichtigsten Daten und Infos: _This post is for subscribers only._ ### Ferien in Fleece URL: https://www.loky.news/obdachlose-helmholtzplatz-bsr-windrad-pankow/ Last updated: 2026-07-24T04:30:43.000Z Ihr Lieben. Falls ihr das Memo noch nicht bekommen habt: Die Kombi aus kurzer Hose und Fleecejacke ist DAS Outfit für den Sommer 2026 im Kiez. So zumindest meine Straßenrecherche der vergangenen Tage. Es trägt sich super zu allem, von Crocks über Birkenstocks bis zu Gummistiefeln in Größe 25, und falls ihr euch nun fragt, ob aus loky\* ein Fashion-Newsletter geworden ist: Nee. Das ist nur dieses berühmte Sommerloch, das offensichtlich auch zuschlägt, wenn die Temperaturen eher auf November stehen. Wir machen aus der Sache nun das Beste: nämlich ebenfalls Urlaub, und zwar bis 18\. August. Macht euch also bitte keine Sorgen, wenn ihr in den kommenden Wochen nichts von uns hört: Mit eurem Spam-Filter ist alles in Ordnung; wir hängen nur an der Ostsee, in Wien bzw. im Kleingarten ab und tanken, wenn schon keine Sonne, dann immerhin Energie, um mit euch in einen wilden Wahl-Herbst zu starten. Der wird famos! Heute haben wir aber nochmal die bewährte Mischung Infos und Terminen für euch. Lediglich der geplante Artikel ist leider nicht mehr fertig geworden: Statt einer Stellungnahme bekamen wir nur die Nachricht vom Abwesenheitsassistenten. Wenn die Zeichen der Zeit auf Urlaub stehen, geh mit der Zeit. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/ChatGPT-Image-23.-Juli-2026--12_57_56-1.png) Heute noch Kalenderspruch in diesem Newsletter. Morgen schon Wandtattoo in deiner Ferienwohnung. (Quelle: ChatGPT meets Koffein-Überdosis) --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Mit Windkraft raus aus den Schulden?** Pankow will eigene Flächen im Norden des Bezirks verpachten, damit dort bis zu vier neue Windräder entstehen können. Mit den zwei schon existierenden Rädern verdient der Bezirk jedes Jahr 65.000 Euro, plus Gewinnbeteiligung am erzeugten Strom. Im Vergleich zu anderen deutschen Kommunen spielen erneuerbare Energien als Einkommensquelle in Berlin zwar nur eine kleine Rolle. Doch knapp 10 Millionen Euro sind perspektivisch pro Jahr drin, wobei Photovoltaik auf dem Dach viel mehr Geld (und Strom) verspricht als die paar Windräder an der Stadtgrenze. (Quellen: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article412575308/pankow-will-geld-mit-windkraft-verdienen-und-buerger-sollen-profitieren.html?ref=loky.news), Studie im Auftrag des Wirtschaftsministeriums, uns zur Verfügung gestellt von CORRECTIV.Lokal). **Wessen ruhende Baustelle:** ist dasvor dem Sommerbad Pankow, fragte uns Ulli. Nicht unsere, schreiben das Büro der Ordnungsstadträtin und die Berliner Bäder-Betriebe. Letztere geben den Tipp: Wasserbetriebe. Die erklären: In der Gegend wird die Trinkwasserleitung ersetzt; seit Sommer 2025 ist der Abschnitt bis zum Sommerbad dran. Für Frischwasser in der Zwischenzeitwurde eine Ersatzleitung verlegt – wegen eines „Planungsfehlers“ aber schon 2022\. Ende 2026 soll der Bereich fertig und das Provisorium ausgebaut werden. (Quellen: Mail von Ulli, Anfrage an das Büro der Ordnungsstadträtin, die Berliner Bäder- und Wasserbetriebe) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/IMG_0851.jpg) Ist das noch Außengastronomie oder schon Zumutung? _This post is for subscribers only._ ### Grundschule am Weißen See: Millionen-Debakel? URL: https://www.loky.news/grundschule-am-weissen-see-millionen-debakel-spd-gruene-cdu-weissensee-schule-baukosten-schulden/ Last updated: 2026-09-07T14:59:00.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ### Worum geht's? Dass die Sanierung der Grundschule am Weißen See sich seit 2018 zieht (u.a. wegen Denkmalschutz, Corona und Frost) und die Kosten sich auf [rund 37 Millionen Euro](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1646857.php?ref=loky.news) verdoppelten (u.a. wegen Denkmalschutz, Corona und Baupausen)? Nichts Neues. Doch jetzt brachte eine [Anfrage](https://dennis-buchner.de/files/2026/07/S19-26388.pdf?ref=loky.news) von Dennis Buchner (SPD) im Abgeordnetenhaus ans Licht, dass das Bezirksamt offenbar unsauber mit der Kostenexplosion umging. SPD und Grüne im Bezirk sprechen von einem „[Millionen-Debakel](https://gruene-fraktion-pankow.de/2026/07/13/cdu-stadtrat-verschweigt-millionen-debakel-die-rechnung-zahlt-pankow/?ref=loky.news)“. ### Warum ist das wichtig? - Die Schulgemeinschaft harrt seit rund acht Jahren in einem maroden Ersatzbau aus. Sie braucht keinen Skandal, sondern eine sanierte Schule. - Womöglich bleibt der ohnehin [verschuldete Bezirk Pankow](https://www.loky.news/bezirkshaushalt-berlin-autofrei/) auf rund 6 Millionen Euro Baukosten sitzen – die dann anderswo fehlen. - Die Causa verrät viel über das Miteinander von Bezirk und BVV bzw. Bezirk und Land – insbesondere in Wahlkampfzeiten. ### Was ist passiert? _This post is for subscribers only._ ### Dach-Eroberung und Millionen-Streit URL: https://www.loky.news/dach-eroberung-und-millionen-streit/ Last updated: 2026-07-21T04:30:24.000Z Ihr Lieben, wo im dicht bebauten loky\*land ist eigentlich noch Platz für Jugendliche? Der DIY-Skatepark Nähe S Greifswalder wird irgendwann dem [geplanten Neubauviertel](https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2026/04/berlin-pankow-prenzlauer-berg-ernst-thaelmann-park-wohnprojekt.html?ref=loky.news) weichen müssen. Nächtliches Cornern auf [Spielplätzen](https://www.loky.news/ketwurst-schonhauser-alain-kugelbahn-cafe-weissensee-lebensmittelkontrolle-pankow/) und in Parks nervt die Nachbarschaft. Und wenn im Ernst-Thälmann-Park Abiturient:innen feiern, gibt's [einen Aufstand](https://www.loky.news/falkplatz-prenzlauer-berg-muell-abi-thalmannpark/). Was bleibt? Beatrix aus der Community hat's beobachtet: die Dächer der Stadt! Zumindest, wenn man einen Weg nach oben findet. Aber weil unsere U18 bekanntlich schlau genug ist, sich auch easy zu [U2-Fahrerkabinen](https://www.berliner-kurier.de/verkehr/irre-u-bahn-piraten-zwingen-u2-passagiere-im-tunnel-zum-aussteigen-li.2293443?ref=loky.news) Zutritt zu verschaffen, sind zwei, drei Türen bis zum Dachfenster keine Hürde. Beatrix findet das „romantisch”, war früher selbst auf den Dächern. Da gab's nur noch nicht überall Dachterassen und es war deswegen etwas weniger – verboten? Weil am Abend der Dach-Eroberung zufällig ihre Fotografinnen-Cousine in der Prenzlauer Allee zu Besuch war, sind großartige Bilder entstanden – von einem Moment, in dem sich ein paar Jugendliche in den Sommerferien die Stadt erschließen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/Carla-Schmidt-Fotografie-Berlin-IMG_3072.png) Dach-Kletterei: die Zweite. Quelle: [Carla Schmidt](https://www.instagram.com/carlaschmidtfotografie/?ref=loky.news) Ich frage mich trotzdem: Wo haben Jugendliche aus den Kiezen Raum für sich? Wo werden sie nicht verjagt, wo können sie einfach SEIN, wenn sie zum Beispiel zu viel Höhenangst für Dächer haben? Wisst ihr mehr? Kennt ihr wen, die oder der mit uns darüber sprechen will? Schreibt's gern an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder (auch anonym) [an unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Stinkepanke**: Woher der modrige Panke-Geruch im Sommer kommt, wollte Benjamin wissen. „Biogene Gase aus Sedimenten“ und der „Abbau organischer Substanzen durch Bakterien“, beschleunigt durch die Hitze, nennt die zuständige Senatsverwaltung als Gründe. Auch Algen können fischig riechen. Dazu kommt ein latenter Weichspülergeruch, der mit der aktuellen Klärtechnik nicht aus dem Wasser zu kriegen ist. Ein weiterer Aspekt des Stinke-Potpourris: Es wird mehr Abwasser in die Panke gelassen, um den Tegler See als Trinkwasserquelle zu schonen. Aber es ist Besserung in Sicht: In den nächsten Jahren wird die Panke weiter renaturiert, das Wasser besser gefiltert. Bis dahin heißt's jedes Jahr aufs Neue: Nase zu und durch. (Quelle: loky\*-Anfrage an die Senatsverwaltung für Umwelt) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/ohne-nummernschild.png) Vanlife in Pankow. **Parkplatz-Blockierer:** Überrall Wohnwägen und Wohnmobile rund um die Neumannstraße und die Arnold-Zweig-Straße. Macht der Bezirk da gar nichts, fragen sich Frank und andere Nachbar:innen. Die Riesendinger blockierten seit Jahren Parkplätze im Kiez; teilweise den ganzen Winter mit Plane und aufgebockten Rädern. Anhänger unter zwei Tonnen dürfen maximal zwei Wochen parken. Für Wohnmobile unter 7,5 Tonnen gibt es jedoch keine maximale Parkdauer. Das Ordnungsamt sagt daher: Uns sind die Hände gebunden. Es nimmt Beschwerden aber auf und kontrolliert. Wie viele Verstöße in den letzten Jahren erfasst wurden? Hat keiner gezählt. (loky\*-Anfrage an das Ordnungsamt Pankow) **Ausverkauf**: Offiziell ist der Kleiderwald in der Stargarder schon zu, aber bis Ende Juli wollen die Verantwortlichen noch Babykleidung, Spielzeug, Möbel und mehr loswerden. Vorbeikommen könnt ihr bis Ende Juli von Montag bis Samstag am Nachmittag oder frühen Abend. Wer auf Nummer sicher gehen möchte: Mail schreiben ([kleider\_wald@gmx.de](mailto:kleider%5Fwald@gmx.de)) oder anrufen (030 6092 8013). (Quelle: loky\*-Anfrage an den Kleiderwald) **Pfeil vermisst**: Seit knapp zwei Jahren ist der grüne Pfeil für Rechtsabbieger an der Ecke Berliner Allee/Pistoriusstrasse spurlos verschwunden. Warum, fragte uns Andrea. Es hat mit der Grundschule am Weißen See zu tun. Der Grüne Pfeil wurde zugunsten eines sicheren Schulwegs kassiert. (Quelle: loky\*-Anfrage an die Senatsverwaltung für Verkehr) **Lernen, lernen, lernen**: Schwere Entscheidung: In der freien Ferien-Zeit Tadschikisch lernen oder lieber Wildkräuter beschnuppern? Oder beides? Alles ist möglich an der VHS Pankow, deren Sommerprogramm ihr [hier](https://www.berlin.de/vhs/volkshochschulen/pankow/aktuelles/sommerprogramm-1431286.php?bezuggrd=LEU&utm%5Freferrer=newsletter&utm%5Fsource=leute-pankow) checken könnt. --- ## Grundschule am Weißen See: Millionen-Debakel? ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/grafik-3.png) Seit 1931 steht die Schule in der Amalienstraße; seit 2018 wird sie saniert. ### Worum geht's? Dass die Sanierung der Grundschule am Weißen See sich seit 2018 zieht (u.a. wegen Denkmalschutz, Corona und Frost) und die Kosten sich auf [rund 37 Millionen Euro](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1646857.php?ref=loky.news) verdoppelten (u.a. wegen Denkmalschutz, Corona und Baupausen)? Nichts Neues. Doch jetzt brachte eine [Anfrage](https://dennis-buchner.de/files/2026/07/S19-26388.pdf?ref=loky.news) von Dennis Buchner (SPD) im Abgeordnetenhaus ans Licht, dass das Bezirksamt offenbar unsauber mit der Kostenexplosion umging. SPD und Grüne im Bezirk sprechen von einem „[Millionen-Debakel](https://gruene-fraktion-pankow.de/2026/07/13/cdu-stadtrat-verschweigt-millionen-debakel-die-rechnung-zahlt-pankow/?ref=loky.news)“. _This post is for subscribers only._ ### Es geht um die (Ket)Wurst URL: https://www.loky.news/ketwurst-schonhauser-alain-kugelbahn-cafe-weissensee-lebensmittelkontrolle-pankow/ Last updated: 2026-07-17T10:08:04.000Z Ihr Lieben, wie viele Ketwürste esst ihr so pro Woche? Ich in diesem Jahr: 0,1. Ketwurst, ihr wisst schon, das ist neben Krusta eine der hochwissenschaftlich entwickelten realsozialistischen Streetfood-Alternativen zu HotDog, Pizza und Co. Die Geheimformel: Wurst, gefühlte 10 - 50 Liter Ketchup, Brötchen. Angeblich können Profis sie essen, ohne sich einzusauen. Ich bin kein Profi und gehe darum zum Training an die Schönhauser/Ecke Dänenstraße zu Alain' Snack. Das geht aber leider nur noch bis Ende des Jahres. Der Imbiss, zu dem gerne auch mal wurstwütige [Foodblogger:innen](https://www.instagram.com/p/C99WQYQMvve/?ref=loky.news) pilgern, macht Ende 2026 dicht, bestätigt uns ein Mitarbeiter. Der Grund: die [Baumaßnahmen](https://www.loky.news/megabaustelle-schoenhauser-allee-bruecke-das-kommt-die-nachsten-7-jahre-auf-uns-zu-prenzlauer-berg/) an der Schönhauser-Allee-Brücke. Ein neuer Standort? Sei aktuell nicht in Aussicht. Nach der Zwangspause soll es weitergehen. Wie lange die dauert? Unklar. Den Imbiss an der Ecke gibt's schon seit den 80ern; davor war die kleine Hütte ein Buchladen. Nach der Wende übernahm der Franzose Alain den Laden und führt ihn bis heute. Wie haltet ihr's mit der Ketwurst? Habt ihr dazu eine Verbindung, holt ihr euch bis Ende des Jahres noch eine bei Alain (gibt's auch vegan)? Schreibt's uns an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder (auch anonym) [an unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/Gethsemane.jpg) Vielleicht kann das Grünflächenamt mal das Schild freischneiden? Bittedanke! **Sprungfedern vs. Federbett:** Am Gethsemane-Spielplatz springen zur nachtschlafenden Zeit unten Leute Trampolin; oben fallen genervte Anwohnende aus den Betten. Berichtete uns eine Nachbarin, die in solchen Fällen auch schon die Polizei gerufen hat. Die klärte die Situation verlässlich – aber immer nur für den Moment. Eine Dauerlösung? Ist da, in Form eines Info-Schildes mit Nutzungszeiten, sagt das Pankower Ordnungsamt. Kontrollen? Leider nicht möglich, da die Streifen pünktlich zur Sprung-Verbotszeit um 22 Uhr Feierabend machen. Die Lösung laut Amt: Polizei rufen. **🔄** (Quelle: loky\*-Anfrage beim Pankower Ordnungsamt) **Klinik auf:** Nach dem [Kauf der Park-Klinik](https://www.loky.news/von-zelten-und-zaunen/) Weißensee durch die Sana Kliniken hat sich (noch) nicht viel geändert: Das Haus bleibt geöffnet, das Personal wurde „nahezu“ komplett übernommen, und obwohl ein paar Kilometer weiter das Sana Klinikum Lichtenberg liegt, wird nichts zusammengelegt. Stattdessen sollen sich die Häuser „ergänzen“. Ein Beispiel: In Weißensee gibt's bislang keine Geriatrie; jetzt können Lichtenberger Spezialist:innen beraten oder Patient:innen zu sich nehmen. Was allerdings offen bleibt: Die Sana will das Angebot in Weißensee aufstocken; womit, klamüsert sie noch aus. Wir bleiben dran. (Quelle: Anfrage an die Sana Kliniken) **Klinik zu:** Jemand aus der Community wollte wissen, wie es nach der Insolvenz mit der Schmerzklinik Berlin in der Schmohlstraße weitergeht. Die Antwort: gar nicht. Aktuell läuft das Insolvenzverfahren; die Klinik ist schon seit Herbst 2025 geschlossen. Der ehemals geschäftsführende Arzt ist aber noch an anderer Stelle aktiv: Er betreibt das Schmerzzentrum in der Schönhauser Allee mit. (Quellen: [Insolvenzindex](https://www.insolvenzindex.de/insolvenz/sbw-schmerzklinik-berlin-gmbh-berlin-hrb-190837?ref=loky.news), Schmerzklinik Berlin bei [Instagram](https://www.instagram.com/p/DPT8NCTDHN2/?ref=loky.news), [NorthData](https://www.northdata.de/SBW%20Schmerzklinik%20Berlin%20GmbH,%20Berlin/Amtsgericht%20Charlottenburg%20%28Berlin%29%20HRB%20190837%20B?ref=loky.news)) --- ## Gastro in Pankow: Eine saubere Sache? ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/IMG_2713.jpeg) Pankow Anno 2014\. Was man halt so alles im privaten Foto-Archiv findet. Erinnert ihr euch noch an den Hygienesmiley? _This post is for subscribers only._ ### Pankow dreht Restaurant-Transparenz zurück. :-( URL: https://www.loky.news/pankow-dreht-restaurant-transparenz-zuruck/ Last updated: 2026-07-20T14:05:48.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ### Worum geht‘s? Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie oft die Pommesbude im Sommerbad ihr Fett wechselt? Oder ob der Hot Pot wirklich als „energetisiert nach Reiki-Art“ ausgezeichnet werden darf, wie es auf der Speisekarte steht?? Das Vertrauen bei Essen und Trinken außer Haus ist ein hohes Gut, das auch durch ständige Kontrollen und anschließende Berichte der Lebensmittelaufsicht aufrechterhalten wird. Pankow hatte diesbezüglich lange eine bundesweite Vorreiterstellung: Die Hygienekontrollberichte aller Gastgewerbe im Bezirk inklusive Fotos und einer Bewertung über ein Smiley-System wurden jahrelang proaktiv [auf einer Website](https://pankow.lebensmittel-kontrollergebnisse.de/?ref=loky.news) veröffentlicht. Dies ist nun Geschichte. Im Februar wurde die Seite [offline genommen. ](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/berlin-verliert-warnsystem-fur-schwere-hygienemangel-einmaliges-smiley-portal-fur-restaurantkontrollen-abgeschaltet-15302826.html?ref=loky.news) ### Warum ist das wichtig? In Deutschland gilt das Verbraucherinformationsgesetz, das EU-Transparenzvorgaben für Deutschland konkretisiert. Auf dieser Grundlage müssen Behörden auf Antrag Zugang zu bestimmten Informationen aus den Kontrollberichten gewähren. Aber eben nur auf Antrag. Wer füllt schon ein Formular aus, bevor er einen Döner bestellt? Die Pankower Lösung hat es den Verbraucher:innen einfacher gemacht. War‘s das jetzt? ### Warum wurde die Website abgeschaltet? Bis zur Abschaltung im Feburar konnte man online zu allen kontrollierten Gastgewerben im Bezirk eine tabellarische Einordnung der Ergebnisse mitsamt Fotos einsehen. Allerdings folgten keine anderen Bezirke dem Pankower Modell. Dies führte zu dem absurden Umstand, dass man auf der Torstraße Informationen zu Restaurants auf der Prenzlauer-Berg-Seite einsehen konnte, während dies für die gegenüberliegenden Gaststätten aus Mitte nicht galt. Der Berliner Senat wollte mit einem Gesetz mit dem schwerverdaulichen Namen „Lebensmittelüberwachungstransparenzgesetz“ ein einheitliches Transparenzbarometer einführen - und scheiterte krachend. - Dieses sollte prominent in jedem Geschäft aushängen und Einblick in die Kontrollergebnisse geben. - Gleichzeitig wurde Betrieben ein Anspruch auf Nachkontrollen innerhalb von acht Wochen eingeräumt. - Die Bezirke setzten die Regulierung schlicht nicht um, da sie nicht für den personellen und finanziellen Mehraufwand aufkommen konnten und wollten. Schon jetzt herrscht ein massiven Personalmangel in den Ämtern, der mit der Regelung nicht vom Senat adressiert wurde. Am Ende hing in ganz Berlin genau ein Transparenzbarometer, und das Gesetz wurde Anfang 2026 wieder abgeschafft. ### Was sagt der Bezirk? Die Lebensmittelaufsicht gehört zum Arbeitsbereich von Pankows Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU). Ihr Büro betont: - Die Aufhebung des Berliner Gesetzes steht nicht im Zusammenhang mit der Abschaltung der Website. Für die Veröffentlichung der Kontrollergebnisse ist ohnehin eine EU-Kontrollverordnung die relevante rechtliche Grundlage. - Aktuell ist allerdings ein Verfahren am Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg anhängig, in dem die Rechtmäßigkeit der Smiley-Bewertungsskala geprüft wird. Betroffene Unternehmen hatten gegen die Veröffentlichungen des Bezirks geklagt. - Ob und wann die Seite wieder online geht, ist noch unklar und hängt maßgeblich vom Ausgang des Gerichtsverfahrens ab. Für die Abschaltung der Website nennt der Bezirk in einer Antwort auf eine [schriftliche Frage im AGH](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/s19-25215.pdf?ref=loky.news) außerdem technische Gründe. Durch ein Update der Fachanwendung müssten Schnittstelle und Website angepasst werden. Die technischen und personellen Kosten könnten aktuell aber nicht mehr vom Bezirk abgedeckt werden. Immerhin: Laut Bezirksamt werden trotz des Fachkräftemangels jeden Monat einige hundert Betriebe kontrolliert. Die von ihnen erstellten Hygienekontrollberichte müssen allerdings nun wieder einzeln angefragt werden. ### Welche Lösungen gibt es anderswo? Andernorts sind einsehbare Hygienekontrollberichte gängige Praxis. In New York gibt es beispielsweise das ABC-System: Gaststätten mit der schlechtesten Bewertung „C“ müssen diese prominent in den Räumlichkeiten sichtbar machen. Andere Länder gehen noch weiter: In Dänemark werden Kontrollberichte proaktiv veröffentlicht und es gibt seit mehr als 20 Jahren ein landesweites Smiley-System. Laut foodwatch Deutschland hat es zu besseren Hygieneverhältnissen und einer Entlastung der Bürokratie geführt. Individuelle Anträge, um Hygienekontrollberichte zu erhalten, sind dort nicht nötig. ### Und jetzt? ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-09-um-16.49.05.png) Screenshot: Topf Secret Das sogenannte „Saubere Küchen Gesetz“ des Senats ist zwar seit Februar Geschichte, die EU-Transparenzvorgaben haben aber Bestand: - Mithilfe des Verbraucherinformationsgesetzes (VIG) kann jeder Mensch weiterhin Anträge auf Einblick in Hygienekontrollberichte stellen. - Am besten geht dies über die Seite [Topf Secret](https://fragdenstaat.de/kampagnen/lebensmittelkontrolle/app/?ref=loky.news) von [FragDenStaat](https://fragdenstaat.de/?ref=loky.news). Einfach auf der Karte nach dem gewünschten Restaurant suchen, Angaben ausfüllen undabschicken. - Sollte euch bereits jemand mit einem Antrag zuvorgekommen sein und Berichte hochgeladen haben, könnt ihr diese über die Karte einsehen. Aber Achtung, falls es um den Schnitzelbräter um die Ecke geht, bei dem du namentlich bekannt bist – die Betriebe können auf Nachfrage den Namen der Antragsstellenden erfahren. Wichtig zudem: Die Anträge lösen keine Kontrolle aus, sondern geben nur Einblick in Berichte der letzten fünf Jahre. Solltet ihr also einen akuten Verdacht haben, wendet euch lieber direkt an die [Lebensmittelaufsicht](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/ordnungsamt/veterinaer-und-lebensmittelaufsicht/lebensmittelaufsicht-1520282.php?ref=loky.news). P.S: Echte Füchse dürften auch kein Problem haben, noch eine Version der Bewertungsseiten im [Web-Archive](https://web.archive.org/) zu finden. Die alten Links zu den Smiley-Ergebnissen können noch [hier](https://pankow-restaurant-inspection-map.netlify.app/?ref=loky.news) eingesehen werden. *Autor:* [*Dénes Jäger*](https://mastodon.online/@denes?ref=loky.news) *ist freier Journalist aus Berlin und stellt leidenschaftlich gerne Anträge, um Einblick in Hygienekontrollberichte zu erhalten. Zudem arbeitet er bei der Open Knowledge Foundation Deutschland daran, dass Verwaltungen mehr Daten proaktiv veröffentlichen, um Anträge dieser Art überflüssig zu machen.* --- Dieser Newsletter entsteht im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem Media Forward Fund. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei loky\*. ### Hitze bleibt, Wegner weg URL: https://www.loky.news/wegner-wahl-berliner-allee-hitzeschutz-hitze-waermeplan/ Last updated: 2026-07-14T09:27:22.000Z Ihr Lieben. Wo wart ihr Freitagnachmittag? Als Kai Wegner verkündete, nicht als CDU-Spitzenkandidat der Berlin-Wahl anzutreten? Die einen so: im Livestream natürlich!!! Die anderen: Kai wer?!? Wegner. Der Typ mit dem [Blackout](https://www.tagesspiegel.de/berlin/anders-als-zuvor-behauptet-wegner-hat-am-morgen-des-stromausfalls-mit-niemandem-dienstlich-telefoniert-15807013.html?icid=in-text-link%5F15825960&ref=loky.news), der ab September Regierender Bürgermeister gewesen sein wird. Unser erster Eindruck aus Gesprächen mit euch (z.B. während der [loky\*tour](https://www.loky.news/kreuzpfuhl-weissensee-gls-hotel-prenzlauer-berg-hitze/) letzte Woche): Lokales findet ihr wichtig. Lokalpolitik eher: uff. Jetzt wollen wir es genauer wissen: Was meint ihr? Prägen unsere Politiker:innen die Stadt bzw. den Kiez? Oder, wenn nicht, wer dann? Schreibt uns an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder (auch anonym) [an unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Primo-Levi-Gymnasium wächst:** Weißensees einziges Gymnasium wird erweitert – das haben Bezirk, Senatsverwaltung und die ausbauende HOWOGE abgemacht. Durch den Neubau nebenan (Woelckpromenade 8-11) soll die Schule ein 2-6-6-zügiges Gymnasium werden (d.h.: zwei Unterstufen-, je sechs Mittel- und Oberstufenklassen). Wie zügig? Offiziell bis 2033; die HOWOGE will jedenfalls mit „gewohnter Geschwindigkeit loslegen“. (Quelle: [Pressemitteilung des Bezirksamts Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1691950.php?ref=loky.news)) **Clubgeburt:** Clubkultur im Kiez ist nicht tot, nur anders organisiert als früher. Das sieht man am „ROSA“, einem neuen Kink-Club, der am 5\. September in der Storkower eröffnen wird. Mit zwei bis drei Floors, Outdoor-Bereich, No-Photo-Policy. Früher war in den Räumen des „ROSA“ das Mensch Meier, ein dezidiert linker Club, als Kollektiv betrieben und mit Einheitslohn. Das „ROSA“ ist deutlich kommerzieller ausgerichtet. (Quelle: [Groove](https://groove.de/2026/07/08/rosa-hive-macher-eroeffnet-kink-club-in-den-raeumen-des-mensch-meier/?ref=loky.news)) **Essen von „**[**Hier**](https://www.essenvonhier.de/?ref=loky.news)**“**: Seit Juni gibt's an der Schönhauser Allee regionalen Bio-Lunch für 8 bis 13 Euro. Suppe, Salat und Ofenschmaus kommt aber nur unter der Woche von 12 bis 15 Uhr auf die Teller. Den Rest des Tages verdingt sich das Team mit Catering. (Quelle: [Berliner Morgenpost](https://www.morgenpost.de/gastronomie/article412316766/so-geht-moderner-lunch-urban-und-regional-im-hier.html?utm%5Fsource=newsletter&utm%5Fmedium=email&utm%5Fcampaign=cp%5Fbmo%5FTzMAWyFTJcbbBickx%5FTiFaKWvS2dFR7Lony&utm%5Fcontent=cleverpush%5Fbm%5Fbmo%5Fmein%5Fpankow-2026-07-09)) **Ordnung muss sein!** Zumindest beim Sommerfest der Kita Libelle. Rund 350 Euro musste die dem Ordnungsamt zahlen, um ein paar Bänke an den Humannplatz stellen zu dürfen. Das erfuhr Leser Christian, als er am Donnerstag an der Party vorbei spazierte, und kommentiert: „Finde ich eine klassische Paragrafen-Posse, diejenigen zu schröpfen, die sowieso schon wenig haben und sich um Kids kümmern.“ (Quelle: Christian per E-Mail) – *Nachtrag von Dienstag, 14\. Juli: Wir haben Post von der Kita Libelle bekommen; die musste doch bloß 35 Euro zahlen, schrieb uns Vorständin Andrea. Die Beantragung „immer Monate vorher“ sei „etwas arbeitsaufwendig, tja.“ Wir bitten, die Falschinfo zu entschuldigen und werden künftig direkt nachfragen.* --- ## Hitzeschutz: Weniger heiße Luft! Aber wie? ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/IMG_0811-1.jpg) Mhh, lecker: Gratis-Wasser. ### Worum geht's? Gabriele schrieb uns, dass sie sich am Hitze-Wochenende Ende Juni allein gelassen gefühlt habe: Orte zum Abkühlen fehlten, am Sonntag hatten auch die Einkaufszentren geschlossen, Parkbänke seien bei 39 Grad keine Hilfe und die [Erfrischungskarte](https://erfrischungskarte.odis-berlin.de/map?latitude=52.520952&longitude=13.400033&zoom=14&ref=loky.news) eine Frechheit. Sie fragt: Wie ist Pankow für die nächsten Hitzewellen gewappnet? _This post is for subscribers only._ ### So sollen wir künftig heizen URL: https://www.loky.news/heizung-fernwaerme-waerme-warmeplan-pankow-weissensee-prenzlauer-berg-heizkosten/ Last updated: 2026-07-14T08:28:09.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ## Worum geht's? Heizen. Jup, mitten im Hitzesommer. Und zwar, weil Berlin seit Ende Juni einen Plan hat, wie wir bis 2045 klimaneutral durch den Winter kommen. Das ist diese Jahreszeit, in der der manche den Briefschlitz zutapen oder Dichtungsspaghetti in die Fensterrahmen friemeln. Um Heizkosten zu sparen. Die dank steigender CO₂-Preise [nochmal teurer werden dürften](https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/so-viel-teurer-macht-der-co2preis-ihre-heizkosten-43806?ref=loky.news) bei allen, die mit Kohle (anyone?), Öl oder Gas heizen. Letzteres tun die allermeisten von uns, zumindest auf Umwegen a.k.a. Fernwärmerohren. Wie wir vom fossilen Heizen wegkommen? Das zeigt der Wärmeplan. ## Warum ist das wichtig? ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/IMG_6934.JPG) Wer noch nie von Fernwärme gehört hat: Einfach ins nächstbeste Bauloch gucken. - Krasse 40 Prozent der Berliner CO₂-Emissionen stammen aktuell aus der Wärme-Versorgung. Meint: vor allem Heizungen und heiße Duschen, aber auch die „Prozesswärme“ in Unternehmen – von der Bäckerei in Mitte bis zur Pharma-AG in Weißensee. _This post is for subscribers only._ ### Fischesterben im Kreuzpfuhl URL: https://www.loky.news/fischesterben-im-kreuzpfuhl-hitze-starkregen-fisch-thw-nachbarschaft-weissensee-kleingewaesser/ Last updated: 2026-07-20T14:06:01.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ### Worum geht's? Marion aus Weißensee schrieb uns vor zwei Wochen, dass im Kreuzpfuhl unweit des Weißen Sees tote Fische treiben (Fotos ersparen wir euch). Kein Wunder, der Bezirk bringe den See „seit Jahren aus Geldnot nicht in Ordnung“. ### Warum ist das wichtig? - Schon [2022 teilte das Bezirksamt Pankow mit](https://spd-weissensee.de/wp-content/uploads/2022/12/0451-IX.pdf?utm%5Fsource=chatgpt.com), dass der Kreuzpfuhl keinen natürlichen Zufluss hat; dank der Klimaerhitzung ist die Pegel-Tendenz: sinkend. (Spoiler: zumindest, solange es keinen Starkregen gibt.) - Der frisch veröffentlichte [](https://www.berlin.de/sen/uvk/natur-und-gruen/biologische-vielfalt/berliner-beispiele/arten-und-lebensraeume/kleingewaesser/?ref=loky.news)[Kleingewässerreport](https://www.bund-berlin.de/fileadmin/berlin/publikationen/Naturschutz/Wasser/final-BUND-Kleingewaesserreport-BERLIN-2026.pdf?ref=loky.news) des BUND Berlin zeigt, dass der Kreuzpfuhl kein Einzelfall ist. Besonders schlimm steht's meist um Gewässer, für die Bezirke verantwortlich sind – denn den Grünflächenämtern fehlt oft Geld und Personal. - Besser geht's Teichen, Weihern und Co., die der Senat pflegt. Der will zudem 30 Kleingewässer zu „[blauen Perlen](https://www.berlin.de/sen/uvk/natur-und-gruen/biologische-vielfalt/berliner-beispiele/arten-und-lebensraeume/kleingewaesser/?ref=loky.news)“ aufpolieren, u.a. durch zusätzlich eingespeistes Regenwasser. Los ging's mit Pilotprojekten in Hellersdorf und Steglitz. Der Kreuzpfuhl? Ist laut Senatsverwaltung für Umwelt nicht auf der Liste, weil, s. oben: der ist ja Bezirks-Business. ### Was sagt der Bezirk? Wir haben beim Büro der Ordnungsstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) nachgefragt, woher das Fischsterben kam, und was unternommen wurde, und erfahren: _This post is for subscribers only._ ### Wir sind ganz Ohr URL: https://www.loky.news/kreuzpfuhl-weissensee-gls-hotel-prenzlauer-berg-hitze/ Last updated: 2026-07-10T04:29:59.000Z Ihr Lieben. Was hat euch in dieser anlaufenden Feriensaison auf dem Weg vom Schienenersatzverkehr zum Sonnencremekauf gerade noch gefehlt? Wir! Dachten sich am Mittwoch meine Kollegin Katharina und ich und stellten uns frech in die Stargarder. Die Idee: Menschen anquatschen und zuhören, wie es euch geht? Welche Themen im Kiez euch umtreiben? Und was ihr euch von der anstehenden Berlin-Wahl im Herbst erhofft? Als treue loky\*s wisst ihr natürlich, dass wir diese Infos permanent [per Mail](mailto:redaktion@loky.news) oder [über unseren Briefkasten ](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news)entgegennehmen. Aber überraschenderweise kennen noch nicht alle im loky\*land auch loky\*, und so konnten wir unseren Recherche-Kreis erweitern (und zudem ein wenig Eigenwerbung betreiben). Warum ich euch das erzähle? Damit ihr allen euren Freundinnen und Bekannten von loky\* erzählt! [Empfehle loky\* per Mail](mailto:?subject=Kennst%20du%20loky%2A%20schon%3F&body=Hey%2C%20ich%20lese%20loky%2A%2C%20den%20Newsletter%20f%C3%BCr%20unseren%20Kiez%2C%20echt%20gern.%20Dachte%2C%20das%20interessiert%20dich%20auch%3A%0A%0Ahttps%3A%2F%2Floky.news) Und weil ich drei Dinge gelernt habe: - Auch wenn es gerade wahrlich nicht an Angequatsche auf der Straße mangelt (Grüße geh'n raus an den Wahlkampf), seid ihr super freundlich und geduldig. - Zuhören wird völlig unterbewertet. - Prenzlauer Bergs Jugend setzt klare Prioritäten und fordert den Abriss des Mühlenbergcenters wegen akuter Hässlichkeit – und das, obwohl "Alter, da ist unser Gym!!" Zudem haben wir einige Themen mitgenommen, von denen ihr in den nächsten Wochen hier lesen könnt. Zwischenfazit: Miteinander reden: leider geil. --- ## Wissen: Bauen und Wohnen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/IMG_0789-1.jpg) Klo, Steine, Scherben. **Heute schon an Schlitten denken:** Die großen Sanierungs-Festspiele im Mauerpark haben mittlerweile den Sonnenhügel erreicht. Dabei ist aufgefallen: der erodiert! Erste Gegenmaßnahme sind Steinblöcke am Hangende. Keine gute Idee, weil dort im Winter gerodelt wird, findet der Verein „Freundes des Mauerparks“. Ob das Abrutschen der Erde auch anders verhindert werden kann, wird gerade getestet. (Quellen: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/erdrutschgefahr-im-berliner-mauerpark-wird-der-beliebte-sonnenhugel-jetzt-komplett-umgebaut-15819268.html?bezuggrd=CHP&utm%5Freferrer=newsletter&utm%5Fsource=cp-vollversion&bezuggrd=CHP&utm%5Freferrer=newsletter&utm%5Fsource=cp-vollversion), [Bau-Projektwebsite von Grün Berlin](https://www.mauerpark.berlin/entwicklung-beteiligung/entwicklung/bauticker/detail/sonnenhuegel-langfristig-sichern-und-erhalten/?ref=loky.news)) **Aufs Dach steigen**: will Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD). Der hatte begutachten lassen, wie viele Wohnungen sich in seinem Bezirk durch Dachgeschossausbau und die Aufstockung bestehender Häuser gewinnen ließen. Mittelfristig: 1800\. Langfristig 10.000\. In der Theorie super. In der Praxis muss jeder Einzelfall geprüft werden. Und Pankow? Hat und plant keine derartige Analyse. (Quelle: [Pressemitteilung Bezirksamt Mitte](https://www.berlin.de/ba-mitte/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1690922.php?ref=loky.news), loky\*-Anfrage beim Bezirksamt Pankow) **Mieten-Comeback:** An der Berliner Straße, gleich gegenüber von Penny, [baut](https://primusimmobilien.de/de/portfolio/arrive-pankow?ref=loky.news) der Projektentwickler Primus knapp 300: Mietwohnungen! Das ist nämlich nach Jahren des Eigentumswohnungs-Fokus finanziell wieder attraktiv – wohl auch dank Neuvertragsmieten von 20 Euro/m2. (Quellen: [Immobilien-Zeitung](https://www.iz.de/finanzen/news/magazin-immobilienfinanzierung-die-wiederauferstehung-beginnt--der-mietwohnungsbau-wird-wieder-finanzierbar-2000045732?ref=loky.news), [Handeslblatt](https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/immobilien-berlin-zieht-investoren-an-doch-der-wohnungsbau-haengt-hinterher/100233267.html?ref=loky.news)) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-07-um-17.32.48-1-1.png) Komisch. In der Visualisierung des Architekturbüros sieht die Ecke viel weißer aus. _This post is for subscribers only._ ### Streit um neues GLS-Hotel an der Kastanienallee URL: https://www.loky.news/streit-um-neues-gls-hotel-an-der-kastanienallee/ Last updated: 2026-07-13T13:49:08.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Mitte**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ### Worum geht's? Im Hof des GLS-Campus an der Kastanienallee soll ein Hotel entstehen. Bislang ist dort ein Parkplatz. - Die Bauherrinnen sehen in dem Neubau eine Stärkung der lokalen Wirtschaft. - Engagierte aus der Nachbarschaft sorgen sich um Baulärm, Touristification und das Biotop, das der Hof aus ihrer Sicht darstellt. Sie fordern massive Änderungen im Bauvorhaben. Derzeit wird der Bauantrag vom Pankower Bauamt geprüft. ### Warum ist das wichtig? In unserem Kiez ist Platz Mangelware. Umso emotionaler läuft der Streit, wenn sich an der bisherigen Nutzung etwas ändern soll (für Belege bitte einmal „Kiezblock“ oder „Gesobau Neubau Schlosspark“ googeln). Die Leitplanken in solchen Situationen sind unsere Gesetze. Doch an diesem Beispiel zeigen sich zwei strukturelle Probleme: - Angesichts der vielen Berichte über Personal- und Geldnot in den Pankower Behörden bezweifeln Engagierte aus der Nachbarschaft, dass diese noch ihre Arbeit machen können. Sie unterstellen Überforderung – und infolge dessen deren komplette Arbeit in Frage. - Auf der anderen Seite skandalisieren die gleichen Bürger:innen in ihrer Argumentation gegen das Hotel Aspekte, die der aktuellen Rechtslage entsprechen. Gehen wir rein. ### Was ist geplant? _This post is for subscribers only._ ### Hotel-Hass und Linden-Liebe URL: https://www.loky.news/gls-hotel-grundschule-weisser-see/ Last updated: 2026-07-07T08:00:13.000Z Ihr Lieben. Wie sehr hättet ihr persönlich Bock auf den Bau eines Hotels in eurem grünen Hinterhof? Och nö? Nöööö!!! Oder doch eher: Nöööööööö!!!!!? Womit ich sagen will: Ich persönlich kann es total verstehen, dass in der Kastanienallee gerade Anwohnende mobil machen gegen den geplanten Neubau im Hof der GLS. Andererseits bin ich über ein paar ihrer Argumente gestolpert, und da ist das flapsig im Gespräch hingeworfene „Zur Not finden wir da auch noch ne Kreuzkröte“ gar nicht dabei. Aber lest selbst, direkt nach dem --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Neues Kino:** am Pfefferberg, ab Frühjahr 2027, in den Räumen des ehemaligen Bassy Clubs. Neben Abendprogramm soll's vormittags Vorführungen für Schüler:innen geben. Hinter dem Projekt stehen das Lichtblick-Kino und Mitarbeiter der Produktionsfirma Filmgalerie 451; 200.000 Euro gibt's von der deutschen Filmförderanstalt. (Quellen: [BZ](https://www.bz-berlin.de/unterhaltung/im-ehemaligen-bassy-club-werden-bald-filme-gezeigt?ref=loky.news), [FFA-Förderbericht](https://www.ffa.de/files/ffa/foerderentscheidungen%20%28bearbeitet%20HS%29/kinofoerderung/2026-06%5FFFA-Kinofoerderung.pdf?ref=loky.news)) **Grundschulkrise am Weißen See:** ist halb so wild, schreibt die Senatsverwaltung für Bildung. Im Juni [berichteten wir](https://www.loky.news/kita-platze-prenzlauer-berg-grundschule-weisser-see/) über massive Kritik aus der Elternschaft an Streits zwischen Leitung und Kollegium, Unterrichts- und Hortausfällen und der unendlichen Sanierung. Die Senatsverwaltung kommentiert: Dass jährlich fünf bis sechs Lehrkräfte gehen, sei „im üblichen Rahmen”, zum Folgejahr gab's stets Ersatz, also keinen „strukturellen“ Unterrichtsausfall. Außerdem habe die Schule einen neuen Träger für den Hort angeheuert. Laut Bezirk geht's auch bald zurück in den sanierten Altbau. Wann genau? Steht nicht fest. (Quelle: Anfrage an die Senatsverwaltung für Bildung und den Schulstadtrat Pankow) **S-Bahn-Pause:** Ferienzeit ist Bahnstrecken-Bau-Zeit: Vom 10\. Juli bis 17\. August gibt es keinen S-Bahnverkehr zwischenBornholmer Straße und Schönholz. Die Linien S1, S25, S26, S8 und S85 sind unterbrochen; es fahren Ersatzbusse. (Quelle: [rbb](https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2026/07/berlin-brandenburg-bahn-sbahn-sommerbausaison-einschraenkungen-schienenersatz.html?ref=loky.news)) **Verschleppter Klimaschutz:** Zwar hat Pankow dafür seit 2024 ein Konzept – umgesetzt wird es aber zu langsam, kritisiert der von der BVV beauftragte Klimarat. Es fehlen Geld und Personal; dazu denken die Ämter Klimaschutz kaum mit. In der Folge werden mehr Bäume gefällt als gepflanzt und auf Bezirksgebäuden fehlen Solarpanele, obwohl der Senat das seit 2024 vorschreibt. Insgesamt hat das Statement rund 20 Seiten. Wir schauen uns noch genauer an, wo es in Sachen Klima bei uns hakt. (Quelle: Stellungnahme des Klimarats per E-Mail) _This post is for subscribers only._ ### Rechte Vorfälle in Pankow, wenig Konsequenzen URL: https://www.loky.news/rechte-vorfalle-ke/ Last updated: 2026-07-13T13:49:22.000Z Was hinter Statistiken, Polizeimeldungen und Gerichtsverhandlungen steckt. _This post is for subscribers only._ ### Rechte, Reizgas und rote Badehose URL: https://www.loky.news/rechte-reizgas-und-rote-badehose/ Last updated: 2026-07-03T04:30:28.000Z Ihr Lieben, vielleicht habt ihr die Videos aus loky\*land gesehen, die diese Woche kursierten. Ein Mann, oberkörperfrei und in roter Badehose, bedrohte am Montag an der Malmöer/Ecke Czarnikauer Straße Kinder. Die Polizei kam, der Mann schlug um sich, kletterte aufs Dach eines Polizeiautos. Das Resultat: Festnahme, 13 verletzte Polizist:innen. Klingt krass, oder? Und wurde in vielen Medien auch so reproduziert. Ein Satz in der [Polizeimeldung](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2026/pressemitteilung.1687716.php?ref=loky.news) dazu hat mich stutzig gemacht: Ein Polizist wurde geschlagen, die anderen „klagten nach dem Einsatz über eine Reizung der Atemwege und Augen und wurden ambulant behandelt”. Bedeutet: Sie haben Reizgas eingesetzt und sich oder ihre Kolleg:innen selbst verletzt. Stimmt genau, sagte mir ein Polizeisprecher am Telefon. Welche Strategien es gibt, um so was zu vermeiden? Konnte er nicht sagen. Ich finde das absurd und frage mich mal wieder, wie nachhaltig so ein Spray ist – nicht nur bei der Polizei, sondern auch in unseren Taschen. Also: Bitte aufpassen mit Reizgas, und: Polizeimeldungen unbedingt kritisch lesen! Auch die zu rechten Vorfällen in den Kiezen, um die es weiter unten in diesem Newsletter geht. --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/IMG_5837.jpeg) Für alle, die gerne ein paar Runden im Kreis fahren: Am Mirbach-Platz geht's wieder. **Kreisverkehrs-Beruhigung?** Der Mirbach-Kreisel ist nach der „Versackung“ (🍻) vorletzte Woche wieder frei. Warum die Straße an der Kirchen-Baustelle absank, bleibt unklar; sicher ist, dass die Berliner Wasserbetriebe dort zuvor gebuddelt hatten. Nach der unfreiwilligen Verkehrs-Ruhe fragt sich Leser Christian: Gibt's Pläne, den Kreisel-Verkehr eines Tages dauerhaft zu beruhigen? Nope, sagen Bezirksamt und Senatsverwaltung. (Quellen: Anfragen beim Ordnungsamt Pankow und der Senatsverwaltung für Verkehr) **Freies-Bad-Karte:** Spätestens seit dem letzten Wochenende wissen wir: In der Schlange fürs Sommerbad brüten – schlechte Idee! Dank einer Übersicht der Berliner Bäder könnt ihr vorher checken, wo es gerade voll ist. (Quelle: [Karte der Berliner Bäder](https://www.berlinerbaeder.de/baeder/sommerbaeder-auslastung/?ref=loky.news)) **Gegenrede-App:** Wenn in Büro, Familienchat oder Eckkneipe rechtsradikale Sprüche und Falsch-Infos fielen, rang Software-Entwickler Chris aus der loky\*-Community oft um „die ruhigen Worte und die passenden Zahlen“, wie er uns schrieb. Was macht ein Tech-Experte dann? Eine [App](https://gegenrede.app/?ref=loky.news) bauen. Die hilft mit Fakten, Argumentations-Übungen und Tipps für den richtigen Tonfall („ruhig, neugierig oder direkt“ – choose your fighter). (Quelle: Chris per E-Mail) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/BVG_Urbanliner_--BVG_Andreas_Su------1-.webp) Vorsicht, ein Urbanliner in freier Wildbahn. Quelle: BVG, Andreas Süß **Tram-Riese unterwegs**: Der Urbanliner ist seit Montag zugelassen und ab Mitte Juli unterwegs. Die 50 Meter langen Bahnen werden zuerst auf der M4 zwischen Hackescher Markt und Hohenschönhausen/Falkenberg eingesetzt. Test- und Schulungsfahrten starten schon kommende Woche. Bis Jahresende sollen 15 Züge fahren, langfristig könnte die Linie komplett umgestellt werden. Zuvor gab's Probleme, weil der Koloss zu schwer für die Überquerung der U-Bahn-Tunnel am Alex war. Zwei neue Stützen im Tunnel waren die Lösung. (Quellen: [Pressemitteilung der BVG](https://www.bvg.de/de/unternehmen/medienportal/pressemitteilungen/20260701-urbanliner-steht-in-den-startloechern?ref=loky.news), [Entwicklungsstadt](https://www.entwicklungsstadt.de/urbanliner-neue-bvg-tram-darf-starten-aber-nicht-ueberall/?ref=loky.news)) **Lesetipp**: Kurz bevor [bekannt wurde](https://www.loky.news/super-salon-und-hecken-meck/), dass Schüler der Heinz-Brandt-Schule Deepfakenacktbilder von Schülerinnen erstellt haben, gab es dort einen Kritische-Männlichkeit-Workshop. Ein Reporter von der Morgenpost war dabei und hat eine lesenswerte Reportage darüber geschrieben; [hier](https://www.morgenpost.de/berlin/article412396496/berlin-bro-komm-mal-klar-die-gen-z-und-das-problem-mit-der-maennlichkeit.html?ref=loky.news) oder [hier](https://www.pressreader.com/germany/berliner-morgenpost-1/20260630/281925959741995?srsltid=AfmBOoo5wmu9UHcbvWZBoJgbF6LuSENcTNQ3wtyLy4uxpmuGorULJbyJ&ref=loky.news) nachzulesen. **Grillwiesen-Limit**: Nicht nur [manchen Anwohnenden ](https://www.loky.news/grillen-volkspark-es-stinkt-aerger-boetzowviertel/)wird es zu viel: Nun hat sich auch der Betreiber des Imbiss „Neuen Hain“ im Volkspark Friedrichshain zu Wort gemeldet – unter einer negativen Google-Bewertung. An Wochenenden werde der Bereich regelrecht überrannt, Regeln und Platzbegrenzungen (46 Plätze) würden oft ignoriert. Trotz Einsatz von Ordnungsamt, Polizei und Personal komme es zu Überfüllung, Müll und Rauch; teils werde mehrmals täglich Hilfe gerufen. Die Bitte: Nur kommen, wenn Plätze frei sind und die [Belegung online prüfen](https://www.neuer-hain.de/grillen-im-volkspark?ref=loky.news). Auf den Kommentar hingewiesen hatte uns SPD-Politiker Tino Schopf. (Quelle: [Antwort des Betreibers auf Google Maps](https://www.google.com/maps?cid=3370299350000954736&hl=de&gl=de&entry=ac&ref=loky.news)) --- ## Community Unser [Text](https://www.loky.news/instagram-manuela-anders-granitzki-cdu/) über den Instagram-Account „politicalinstyle”, der regelmäßig Fotos von Pankows Ordnungsstadträtin Manuela Anders-Granitzki postete, hat für viel Gesprächsbedarf gesorgt. Das Spektrum eurer Mails ging von - „spannend und relevant” (Wenke) bzw. „wichtige Recherche” (Julia) bis - „Da wird skandalisiert, was kein Skandal ist.” (Mirko) bzw. „vollkommen belanglos” (Gregor). - Lara wies uns noch darauf hin, dass sehr gut möglich ist, dass der Account automatisiert oder teilautomatisiert lief. Und wir wissen jetzt, dass sich Manuela Anders-Granitzki von der [Medienrechtskanzlei Schertz Bergmann](https://www.ardmediathek.de/video/der-star-anwalt-christian-schertz-und-die-medien/der-star-anwalt-christian-schertz-und-die-medien/ard/NzU5OWJlMzQtNmNlMi00NmE0LTlmNjAtN2JmODA1OGViOGZl?ref=loky.news) vertreten lässt. --- ## Rechte Vorfälle, wenig Konsequenzen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/07/gericht.webp) ### Worum geht's? Was hat es eigentlich für ein Nachspiel, wenn jemand einem nachts „Heil Hitler” hinterherruft? Das fragte mich ein Freund, der das im Komponistenviertel erlebt hat. Und was steckt hinter einer Polizeimeldung, in der es heißt: Zwei Personen haben in Pankow erst "Ausländer raus" gesungen und dann einen Mann geschlagen, der sie dafür kritisierte? Oft verpuffen solche Meldungen und Erzählungen, ohne das wir jemals erfahren, was die Polizei ermittelt und die Gerichte entschieden haben. Ich habe mir deswegen die zwei Fälle aus dem loky\*land genauer angesehen. _This post is for subscribers only._ ### Weißer See: Wildbaden trotz Hecke URL: https://www.loky.news/weisser-see-wildbaden-hecke-strandbad-weissensee-ticket/ Last updated: 2026-09-02T09:30:26.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ## Worum geht's? Fabi aus der Community war am Weißen See: - „Es war ein Schock für mich, dass der Ort, an dem ich seit Jahren baden gehe, jetzt nicht mehr frei zugänglich ist.“ - „Ich würde deshalb wirklich gerne mehr über diese Entscheidung erfahren, über die Gründe und darüber, ob andere Lösungen in Betracht gezogen werden.“ Ihr wisst schon: Um Wildbaden zu stoppen, hat der Bezirk eine Totholz-Hecke um den See gebaut – und damit gleichzeitig einen ellenlangen Wohnblock für Insekten, Vögel und Co. gezimmert. [How it's going](https://www.rnd.de/medien/how-it-started-how-its-going-so-ist-das-twitter-meme-entstanden-HXGV2ZYR5FFYFOV3J25QA3VSFQ.html?ref=loky.news): ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/grafik-1-1-1-1.png) Nein, das ist nicht das Strandbad, und der Kinderwagen ist kein Ticketschalter. ### Warum ist das wichtig? - Der Weiße See ist relativ klein und ohne natürlichen [Zufluss](https://www.berlin.de/lageso/gesundheit/gesundheitsschutz/badegewaesser/badegewaesserprofile/artikel.339137.php?ref=loky.news). Stattdessen strömten in prä-heckischen Zeiten Menschen hin: an heißen Tagen [laut Bezirksamt bis zu 4.000](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/nach-todlichem-unfall-im-weissen-see-baden-sie-grundsatzlich-nur-im-bereich-der-uberwachten-badestelle-14216168.html?ref=loky.news). Eine ziemliche Strapaze für Gewässer und Ufer. - Seit 2014 [sind mindestens ](https://www.berliner-kurier.de/berlin/neue-mauer-berlin-weissensee-li.10004396?utm%5Fsource=chatgpt.com)14 Wildbadende im See ertrunken. Die Strandbad-Rettungsschwimmer:innen können [laut Bezirksamt](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1219578.php?utm&ref=loky.news) nicht den ganzen See screenen. - Aber: Das Strandbad kostet regulär 9,50 Euro Eintritt. Wildbaden: nichts. ### War die Combo „Hecke + Strandbad“ die einzige Lösung? Diese Alternativen waren im Gespräch: _This post is for subscribers only._ ### Super-Salon und Hecken-Meck URL: https://www.loky.news/super-salon-und-hecken-meck/ Last updated: 2026-07-01T12:48:07.000Z Ihr Lieben. Es wird Zeit für eine kleine Liebeserklärung — an euch. Denn ihr schickt uns nicht nur ständig interessante, motivierende und uns zum Nachdenken anregende kritische Post. Sondern ihr kommt auch an einem Donnerstagabend vor einem Deutschlandspiel bei fast 30 Grad, um mit Pankows Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch (Grüne) über Bezirkspolitik im Allgemeinen und Globalsummenzuweisungen im Speziellen zu diskutieren. Genau das geschah vergangene Woche bei unserem ersten loky\*salon: Ein Gespräch in kleiner Runde, das wir in Zukunft regelmäßig anbieten wollen. Denn wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, täten wir das nicht; so toll war der. ### Was haben wir gelernt? - Ihr interessiert euch so sehr für euer Umfeld, dass ihr der Bezirksbürgermeisterin sogar eure Hilfe anbietet, in Zeiten von Geld- und Personalnot: „Was können wir tun?“, fragte ein Leser. „Als Grünen-Politikerin begrüße ich es, wenn Menschen sich auch selbst für ihre Nachbarschaft engagieren und einbringen“, antwortete Koch. - Mögen alle über verhärtete Fronten und Verrohung der Debattenkultur reden: Ihr seid an echtem Austausch interessiert. - Und beim nächsten Mal wählen wir einen Termin, an dem wir im Anschluss noch Zeit zum Quatschen haben. Den Ort, die neue Filiale des Coffee Circle an der Kollwitzstraße, können wir hingegen sehr empfehlen. Gründer Martin ist eins unserer zahlenden loky\*-Mitglieder. Viele Grüße und danke, dass wir bei euch zu Gast sein durften. ### Was haben wir von Cordelia Koch erfahren? Ihre zentralen Punkte: - „Allein der Bezirk Pankow bildet mit seiner Ausdehnung von der Stadtgrenze bis Prenzlauer Berg die Komplexität ganz Deutschlands ab. Dennoch nimmt die Bedeutung der Bezirke ab und die Landesebene zieht immer mehr Zuständigkeiten zu sich.“ - „Der Pankower Haushalt hat jedes Jahr ein Volumen von ca. einer Milliarde Euro. Davon sind aber 950 Millionen fest gebunden. Unser Gestaltungsspielraum als Bezirk ist entsprechend klein.“ - „Natürlich macht es dennoch einen Unterschied, welche Parteien im Pankower Rathaus regieren. Schließlich geht es nicht immer nur um Geld und Ausgaben, sondern auch darum, wie man Themen angeht.“ - „Wir haben viele engagierte Mitarbeitende in der Verwaltung. Dennoch gibt es große Beharrungskräfte, was etwa die Digitalisierung sehr erschwert.” - „In meiner Amtszeit habe ich dafür gesorgt, dass unser Haushaltsdefizit halbiert wurde. Zudem habe ich ein Freiraum- und Erholungskonzept für den Bezirk initiiert. Dies hat dazu geführt, dass nun die Grünentwicklung in den Fokus rückt, nachdem über Jahrzehnte ausschließlich das Thema Wohnen im Fokus stand.“ Der nächste loky\*salon ist laut aktueller Planung am 19.08\. mit dem Weißenseer CDU-Politiker und Vorsitzenden seiner Fraktion im Abgeordnetenhaus, Dirk Stettner. Sobald die Orga steht und ihr euch anmelden könnt, geben wir Bescheid. --- Eins noch, bevor wir gleich ins Speed-Dating mit der Nachrichtenlage gehen: Wir haben nach unserer[ Berichterstattung vom Mittwoch ](https://www.loky.news/instagram-manuela-anders-granitzki-cdu/)über Pankows Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU), einen großen Instagram-Account, der sexualisierte Bilder von ihr postete, und ihre eigene Präsenz auf der Plattform viel Post bekommen. Zuspruch, aber auch Kritik. Wir werten das gerade noch aus, sagen aber schon mal „Danke!” für die Rückmeldungen. --- ## Wichtig zu Wissen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-29-um-15.40.08.png) Quelle: Demo-Aufruf der Atelierhausgemeinschaft **Atelierhaus-Eskalation**: In der Prenzlauer Promenade haben Künstler:innen am Freitag protestiert. Der Kultur-Plattenbau gehört aktuell dem Land Berlin und wird von der gemeinnützigen Gesellschaft für Stadtentwicklung verwaltet. Einige Mieter:innen würden das Haus gern abkaufen und haben dafür eine Genossenschaft gegründet. Ihnen hat die GSE jetzt offenbar Kündigungen und Mieterhöhungen geschickt; die Gemeinschaft spricht von „Einschüchterung“. (Quelle: Pressemitteilung von Atelierhausgemeinschaft; [Demoaufruf der Initiative](https://www.atelierhausprenzlauerpromenade.de/protestkundgebung-freitag-26-06-2026-1300-uhr/?ref=loky.news)) **Keine Schule, dafür Bäume**: Der geplante Grundschulneubau auf dem Georgen-Parochial-Friedhofs III wird nicht kommen; die auf dem Areal geplanten knapp 600 Wohnungen sind [schon länger](https://www.loky.news/hey-weissensee-friedhof-neubau-gymnasium-kinderkrankenhaus/) vom Tisch. Der Grund: Naturschutz, vor allem der Erhalt alter Bäume. Der Bezirk Pankow müsste als Ausgleich 30 Hektar Naturfläche an anderer Stelle schaffen, was aktuell nicht umsetzbar ist. (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/pankow-wirft-neubau-plan-um-ist-dieser-verwunschene-friedhof-in-berlin-jetzt-endgultig-gerettet-15747021.htmltagesspiegel.de?ref=loky.news)) **Neue Geflüchtetenunterkunft:** Die entsteht in der ehemaligen Polizeischule in der Elsa-Brändström-Straße mit Platz für etwa 180 Personen. Dafür wird das Gebäude bis Sommer 2027 umgebaut. (Quellen: [Entwicklungsstadt](https://www.entwicklungsstadt.de/elsa-braendstroem-strasse-in-pankow-leerstehendes-gebaeude-bekommt-neue-nutzung/?ref=loky.news), [Kleine Anfrage der Grünen im Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-26208.pdf?ref=loky.news)) **Schülerinnen-Deepfakes:** An der Heinz-Brandt-Schule haben zwei Schüler mit KI Nacktbilder von Mitschülerinnen erstellt. Die Polizei ermittelt; die beiden hauptverantwortlichen Schüler wurden vom Unterricht suspendiert. Außerdem gibt es laut Schulleitung „Maßnahmen“ gegen Schüler:innen, die die Bilder gesehen und nicht gemeldet haben. (Quelle:[ Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article412379915/deepfake-nacktbilder-an-berliner-schule-verbreitet-polizei-ermittelt.html?ref=loky.news)) --- ## Weiterhin Wildes Baden am Weißen See ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/grafik-1-1-1-1.png) Niemand hat die Absicht, diesen Zaun zu respektieren. ### Worum geht's? Fabi aus der Community war am Weißen See: - „Es war ein Schock für mich, dass der Ort, an dem ich seit Jahren baden gehe, jetzt nicht mehr frei zugänglich ist.“ - „Ich würde deshalb wirklich gerne mehr über diese Entscheidung erfahren, über die Gründe und darüber, ob andere Lösungen in Betracht gezogen werden.“ Ihr wisst schon: Um Wildbaden zu stoppen, hat der Bezirk eine Totholz-Hecke um den See gebaut – und damit gleichzeitig einen ellenlangen Wohnblock für Insekten, Vögel und Co. gezimmert. Letztere Idee mag funktionieren. Erstere, s. oben, eher nicht. ### Warum ist das wichtig? - Der Weiße See ist relativ klein und ohne natürlichen [Zufluss](https://www.berlin.de/lageso/gesundheit/gesundheitsschutz/badegewaesser/badegewaesserprofile/artikel.339137.php?ref=loky.news). Stattdessen strömten in prä-heckischen Zeiten Menschen hin: an heißen Tagen [laut Bezirksamt bis zu 4.000](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/nach-todlichem-unfall-im-weissen-see-baden-sie-grundsatzlich-nur-im-bereich-der-uberwachten-badestelle-14216168.html?ref=loky.news). Eine ziemliche Strapaze für Gewässer und Ufer. - Seit 2014 [sind mindestens ](https://www.berliner-kurier.de/berlin/neue-mauer-berlin-weissensee-li.10004396?utm%5Fsource=chatgpt.com)14 Wildbadende im See ertrunken. Die Strandbad-Rettungsschwimmer:innen können [laut Bezirksamt](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1219578.php?utm&ref=loky.news) nicht den ganzen See screenen. - Aber: Das Strandbad kostet regulär 9,50 Euro Eintritt. Wildbaden: nichts. ### War die Combo „Hecke + Strandbad“ die einzige Lösung? Diese Alternativen waren im Gespräch: _This post is for subscribers only._ ### Instagram-Account sexualisierte Pankower Stadträtin URL: https://www.loky.news/instagram-manuela-anders-granitzki-cdu/ Last updated: 2026-06-30T15:23:13.000Z Ihr Lieben. Vor ein paar Wochen war ich zum Gespräch bei Pankows Ordnungsstadträtin Manuela Anders-Granitzki von der CDU. Zum Abschluss machten wir auf ihren Wunsch noch ein gemeinsames Foto, im Garten der Behörde, für ihren Instagram-Account. Mittlerweile bin ich sehr froh, dass ich an dem Tag keine Strumpfhosen trug. Denn mein Kollege Johann hat einen Instagram-Account entdeckt, der nichts anderes machte, als Fotos von Anders-Granitzkis offiziellem Account erneut zu posten und dabei in Foto-Slide-Shows immer weiter auf ihre Beine und Füße zu zoomen – und im Zweifel die von neben ihr stehenden Personen gleich mit. Die sexualisierenden Kommentare ließen dann nicht lange auf sich warten. Seit gestern Mittag ist der Account „[politicianinstyle](https://www.instagram.com/politicianinstyle/?ref=loky.news)“ offline. Zuvor zählte die Politikerin noch zu seinen Follower:innen. Am Vormittag hatten wir Manuela Anders-Granitzki und den CDU-Landesverband Berlin mit den Ergebnissen unserer Recherche konfrontiert. Daher schreiben wir euch ausnahmsweise schon heute. Das hat Johann recherchiert: --- ### Worum geht's? Manuela Anders-Granitzki ist Pankows stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, Ordnungsstadträtin und aktuell Bezirksbürgermeisterkandidatin für die CDU, außerdem stellvertretende Landesvorsitzende ihrer Partei – und deren mit Abstand führende Instagram-Persönlichkeit. Wie viele Follower:innen haben die Accounts? - [Kai Wegner](https://www.instagram.com/kaiwegner.cdu/?ref=loky.news)? ca.14.000 - [CDU Berlin](https://www.instagram.com/cduberlin/?ref=loky.news)? ca. 8.300 - Bildungssenatorin: [Katharina Günther-Wünsch](https://www.instagram.com/katharina.guenther%5Fwuensch/?ref=loky.news)? ca.4.500 - Pankows Schulstadtrat [Jörn Pasternack](https://www.instagram.com/jornpasternack/?ref=loky.news): ca.270 - [Manuela Anders-Granitzki](https://www.instagram.com/manuela%5Fandersgranitzki/?ref=loky.news): ca.19.400 Unsere Recherchen deuten darauf hin, dass für diese Reichweite auch ein weiterer Instagram-Account mitzuletztca.11.700 Follower:innen mitverantwortlich ist: „[politicianinstyle](https://www.instagram.com/politicianinstyle/?ref=loky.news)“. Dessen Fokus: das Aussehen, teilweise die Sexualisierung der Bezirkspolitikerin. Dafür wurden oft die gleichen Fotos genutzt, die auch auf Anders-Granitzkis verifiziertem Account zu sehen sind. Kurz nach unseren Anfragen dazu an die Politikerin und den CDU-Landesverband Berlin ging der Account offline. Screenshots, die alle Informationen in diesem Text belegen, liegen uns vor. ### Was hat es mit dem Account „politicianinstyle“ auf sich? ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-24-um-15.40.32.png) Quelle: Screenshot von [https://www.instagram.com/politicianinstyle](https://www.instagram.com/politicianinstyle?ref=loky.news) - Der Account postete Fotos von Anders-Granitzki, verlinkte ihren Account, rief dazu auf, ihr zu folgen. Das Motto des Accounts: „Germany's most attractive politician. Lookbook of the most beautiful pictures & greatest styles“. - InKarussell-Posts mit mehreren Fotos wurde immer weiter auf ihre Beine und Füße gezoomt; ihr Gesicht war dann nicht mehr zu sehen. - Fotos von anderen Personen, die mit Anders-Granitzki posierten, fanden sich dort ebenfalls. Es wurde zum Beispiel auch auf die Beine und Schuhe der Kreisvorsitzenden der CDU-Frauenunion Pankow gezoomt*.* Seit einiger Zeit wurden die Gesichter anderer Personen auf den Fotos meist verpixelt, in diesem Fall aber nicht. - Viele der meist männlichen Personen bezogen sich in den Kommentaren unter den Posts auf das Äußere der Politikerin. Teils auf ihre Nylon-Strümpfe, auf ihre Füße und ihre Beine. Es gab auch[KI-Videos](https://www.instagram.com/p/DZKGdkspJ5P/?ref=loky.news)**,** auf denen zu sehen war, wie sie ihre überschlagenen Beine löst. Sie wurde klar sexualisiert. - Unter den vom Account geposteten Bildern waren auch Fotos, die Anders-Granitzki in mindestens einem Fall mit einem Kind sowie mit einer Zuckertüte oder auf dem jüdischen Friedhof zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht zeigten. Auch auf diesen Fotos wurde auf ihre Beine und Füße gezoomt und es gab sexualisierende Kommentare. Etwa: „Nylonqueen“, „Sexy🔥🔥🔥“ oder „my cute lady love your beautiful legs in shiny Tan pantyhoes and black heels“. - Anders-Granitzkis verifizierter Account folgte „politicianinstyle“ bis zum 24.6.2026, dann plötzlich nicht mehr. Kurz darauf verschwanden erst alle Beiträge, dann der ganze Account „politicianinstyle“. Vormittags hatten wir eine Anfrage zu dem Thema an die Politikerin und den CDU-Landesverband geschickt. - Sie sagt dazu: „der von Ihnen benannte Instagram-Account ,politicaninstyle' wird weder von mir betrieben noch steht er mit mir in Verbindung; er wird mir auch nicht angezeigt. Möglicherweise wurde ich blockiert, nachdem ich ihm vor über einem Jahr folgte.“ - Aber: Es ist nach unseren Informationen nicht möglich, Follower:in eines Accounts zu sein, der eine:n blockiert. Unsere Nachfrage dazu bei Anders-Granitzki blieb bislang unbeantwortet. - Seit April dieses Jahres existierte zudem ein weiterer Account in dem Stil: „[politicsmeetsbeauty](https://www.instagram.com/politicsmeetsbeauty/?ref=loky.news)“. Auch dem folgte @manuela\_andersgranitzki bis vor unserer Anfrage an sie. Auch dieser Account wurde nun deaktiviert. ### Warum ist das wichtig? _This post is for subscribers only._ ### Kita-Platz-Kind verzweifelt gesucht! URL: https://www.loky.news/update-kitas-kinderladen-kindergarten-prenzlauer-berg-weissensee-pankow/ Last updated: 2026-06-23T13:53:28.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ### Worum geht's? Vor zwei Jahren [vermeldeten wir](https://www.loky.news/pbn-labor-1-mit-zu-vielen-kita-platzen/), dass es freie Kita-Plätze in Prenzlauer Berg gibt; [letztes Jahr](https://www.loky.news/loky-kita-plaetze-abbau-prenzlauer-berg/) dann, dass Kinderläden & Co. zunehmend um Eltern buhlen. Letztere finden die neue Auswahl natürlich toll. Für Kitas ist der Kindermangel aber ein dickes Problem. Und das wächst. Nicht nur in Prenzlauer Berg, sondern auch in Weißensee und Pankow-Süd. ### Warum ist das wichtig? Ohne Kinder kein Geld. Nichts Geringeres als die Existenz der Kitas steht also auf dem Spiel. _This post is for subscribers only._ ### Dorf-Disse und Kita-Dämmerung URL: https://www.loky.news/kita-platze-prenzlauer-berg-grundschule-weisser-see/ Last updated: 2026-06-23T04:30:53.000Z Ihr Lieben. Am Sonntag war ich auf dem Dorf, zumindest [vom Feeling her.](https://zitate.woxikon.de/gefuehl/869-andreas-moeller-ich-hatte-vom-feeling-her-ein-gutes-gefuehl?ref=loky.news#google%5Fvignette) Ich war mal eben, Stichwort Fête de la Musique, zum Konzert vors Café nebenan geschlappt. Dort begrüßten mich nicht nur Besitzer Altan ("Wie immer?"), eine Seh-Bekanntschaft vom Spielplatz und unsere Nachbarin, sondern auch loky\*-Leser Peter, den ich seit unseren [letzten Lokalrunden](https://www.loky.news/campus-weissensee-cafe-wahl-helfer-pinke-panke/) kenne. Ich schätze Berlin, weil man hier ungestört bei 30 Grad einen Schlitten durch die S25 ziehen kann (was am Sonntag ebenfalls passierte. Fragt nicht). Aber ich liebe es, weil es innerhalb dieser Anonymität persönliche Anker gibt. Was ich hier auch erzähle, weil es uns zu einer der Kernideen von loky\* bringt. Denn wir haben hier so ein ähnliches Ding am Laufen wie meine Nachbarschaft: persönlichen Kontakt. Austausch. Freundliches Miteinander. Jede Woche bekommen wir mal 15, mal 30, mal noch mehr persönliche Mails von euch. Die wir alle lesen und beantworten. Manche landen als Community-Beitrag in diesem Newsletter. Manche werden zu Meldungen und Artikeln. An manchen erfreuen wir uns einfach, weil es motivierende Worte zu unserer Arbeit sind. Das ist toll und ich wollte einfach mal sagen: danke! Ihr seid großartig! Und jetzt: weitermachen! An [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder direkt in unseren [Postkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/IMG_0632-1.jpg) Was aus so einer Ecke vorm Friseur werden kann, wenn die Bolschewistische Kurkapelle anrückt. --- Unser ****loky\*salon mit Pankows Bürgermeisterin Cordelia Koch** am Donnerstag ist leider schon ausgebucht. Aber: Es gibt eine Warteliste. Tragt euch gerne noch ein. Bitte an alle mit Karten: Kommt! Oder sagt ab, damit wir alle Plätze auch vergeben können. [Hier kostenlos in Warteliste eintragen ](https://www.eventbrite.de/e/lokysalon-mit-pankows-burgermeisterin-cordelia-koch-grune-tickets-1991975493323?aff=oddtdtcreator&keep%5Ftld=true&ref=loky.news) --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Krisen-Grundschule am Weißen See:** Dort soll es Zoff zwischen Schulleitung und Team geben. Seit Jahren kündigen offenbar ständig Lehrkräfte und Erzieher:innen; Unterricht und Hortangebot fallen immer wieder flach. Dazu kommt die schleppende Sanierung. Viele Eltern wollen das nicht mehr hinnehmen – zumindest laut einer Umfrage der Gesamtelternvertretung, die uns aus dem Schul-Umfeld zugespielt wurde: Von 149 Elternteilen überlegen 61 Prozent, ihre Kinder von der Schule zu nehmen; 19 Prozent haben das schon erledigt oder es vor. Wir haben bei der Schulleitung und dem zuständigen Bezirksstadtrat Jörn Pasternack nachgehakt, was da los ist, und halten euch auf dem Laufenden. (Quelle: Mail aus dem Schul-Umfeld) _This post is for subscribers only._ ### Freie Kitaplätze – und nun?! URL: https://www.loky.news/daskitaplatz-in-prenzlauer-berg-zwischen-platz-frei-und-realitat/ Last updated: 2026-07-13T13:50:09.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ### Worum geht's? In Lebenswirklichkeiten wie unseren ist die Kita oft die einzige Unterstützung, die wir haben. Großeltern und die sonstige Verwandtschaft leben weit entfernt; Freund:innen sind mit der Betreuung ihrer eigenen Kinder völlig ausgelastet. Umso wichtiger ist es, dass die Kitas verlässlich sind – im Umgang mit den Kindern, aber auch in vermeintlichen Banalitäten wie Öffnungszeiten. Lange mussten wir im loky\*-Land den Kita-Platz nehmen, den wir bekamen. Doch mit Rückgang der Nachfrage können wir plötzlich wählen. Kita-Platz? Wählen?! Wie geht das? ### Der offizielle Weg zum Kita-Platz - [**Kita-Navigator Berlin**](https://kita-navigator.berlin.de/?ref=loky.news). Zentrale Anlaufstelle für alle Suchenden im Land Berlin. Nicht jede Kita, die dort verzeichnet ist, pflegt diesen Account aber auch. - [**Jugendamt Pankow**](https://www.berlin.de/jugendamt-pankow/?ref=loky.news), Rubrik Kindertagesbetreuung. Vermittlung und Beratung. - [**Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden (DaKS).** ](https://daks-berlin.de/?ref=loky.news)Vermittlung von Tageseltern und Kita-Plätzen. **⚠️** Der **Kita-Gutschein** kann frühestens 9 Monate, spätestens 2 Monate vor Betreuungsbeginn beantragt werden. ### Tagespflege oder Kita? Beides ist offiziell gleichgestellt, beides wird über den Kita-Gutschein finanziert – und doch unterscheidet sich der Alltag deutlich. _This post is for subscribers only._ ### In Pankow fehlen die Bunker, Mitte hilft aus URL: https://www.loky.news/schutzraum-bunker-berliner-unterwelten-zivilschutz-pankow-prenzlauer-berg/ Last updated: 2026-06-19T11:14:23.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ## Mini-Serie Notfallversorgung Wir haben es schon angekündigt: Auf [Wasser-](https://www.loky.news/krawall-vorwurf-und-limo-losung/) und [Stromversorgung](https://www.loky.news/rechte-gewalt-katastrophenschutz/) folgt in unserer Mini-Serie das Thema Bunker. ## Schutzraum-Albtraum und Backup-Bunker ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/Bunker.png) Überleben für Fortgeschrittene. ### Worum geht’s? Woran denkt ihr beim Wort Bunker? a) einen berühmten Techno-Club der 90er b) die Boros Collection c) einen Schutzraum Steile These: Vor ein paar Jahren hätten mehr Leute a) oder b) gewählt. Mittlerweile ist c) aber ganz nach oben gerutscht, weshalb wir euch heute dazu mit Infos versorgen. Die unerfreulichste zuerst: Bei uns gibt es derzeit keinen einzigen einsatzbereiten öffentlichen Schutzraum – und im Rest von Berlin auch nicht. ### Warum ist das wichtig? Krieg, das war lange weit weg – dann kam der Überfall auf die Ukraine. Leoparden und Marder wurden zu Panzern. Und die Frage, wer sein Land mit der Waffe verteidigen würde, schaffte es vom Stammtisch [ins Klassenzimmer. ](https://www.tagesspiegel.de/politik/sollte-nicht-standard-sein-menschen-zu-toten-so-emotional-diskutiert-eine-berliner-schule-den-wehrdienst-15677383.html?ref=loky.news) Der Krieg hat unser Sicherheitsgefühl verändert. Die Infrastruktur hinkt aber hinterher. _This post is for subscribers only._ ### Wird-schon-Wahl und Backup-Bunker URL: https://www.loky.news/wahl-pankow-2026-planetarium-neubau-hamburger-platz/ Last updated: 2026-06-22T09:32:00.000Z Ihr Lieben, habt ihr euch schon mit der Wahl beschäftigt? Ich schon. Denn das ist gerade meine Aufgabe bei loky\*. Hi, ich bin Katharina, freie Journalistin und lebe seit über einem Jahrzehnt in Berlin. Ich hab auch mal in der Husemannstraße gewohnt und im loky\*-Land aus meinen Sachbüchern gelesen. Nun aber genug von mir und zurück zu den Wahlen. Nicht schlimm, wenn ihr die noch nicht auf dem Schirm habt, es ist ja noch Zeit: Am 20\. September wählt Berlin sein neues Abgeordnetenhaus und seine Bezirksverordnetenversammlungen (BVV). Hat das, was da beschlossen wird, überhaupt Einfluss auf unseren Alltag? Auf meinen schon: Nachdem ich protestiert hatte, wurden Kulturkürzungen zurückgenommen und meine Nachbarinnen und ich haben als erstes Haus in Berlin das kommunale Vorverkaufsrecht geltend gemacht hat. Dafür waren wir häufig bei der BVV. Ja, es gibt Spannenderes, aber am Ende hat es was gebracht. Wie sind eure Erfahrungen? Hat eure Stimme schon was verändert? Glaubt ihr, dass sie es in Zukunft wird? Wer gestaltet unsere Kieze, Berlin? Wir freuen uns auf eure Antworten an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder [direkt in unseren Briefkasten. ](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news) Bis September wollen wir uns den Themen widmen, die für unseren Alltag relevant sind, und schauen, was die Parteien, aber auch andere Akteur:innen dazu zu bieten haben. Was hoffentlich mehr ist, als die Slogans versprechen. Schaut mal: - Bündnis Sarah Wagenknecht: „Für ein Berlin mit Vernunft: sozial gerecht, sicher, bezahlbar – und frei im Denken.“ - Grüne: „Raus aus dem Rückwärts – Keine Versprechen, ein Plan für Berlin“ - FDP: „Ein starkes Team für eine Stadt, die wieder funktioniert“ - Volt: „Berlin. Damit wird dich lieben.“ - SPD: „Wieder Berlin mit Steffen Krach“ - Linke: „Berlin bezahlbar machen“ - AfD: „Berlin.Stark.Machen“ - CDU: „Berlin wird.“ Wird schon. 🤷‍♀️ --- ## Kommt zum loky\*salon mit Pankows Bürgermeisterin! ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/loky-Salon-1.png) **Was?** loky\*-Community und loky\*-Redaktion sprechen in kleiner Runde und auf Augenhöhe mit einem Gast über Themen, die uns bewegen. **Wer?** Diesmal mit Pankows Bürgermeisterin Cordelia Koch (Grüne). **Warum?** Manchmal fragen wir uns, wie viel Gestaltungsspielraum die Bezirke noch haben, wenn eh für alles Geld und Personal fehlt, und beim Rest die von der Gegenpartei geleitete Senatsverwaltung dazwischenfunkt. Von dem Gespräch erhoffen wir uns einen Blick hinter die Kulissen. **Wann und wo?** Donnerstag, 25.06\. um 19 Uhr im frisch eröffneten Coffee Circle an der Wörther Straße/Ecke Kollwitzstraße. Also früh genug, um danach um 22 Uhr noch das Deutschlandspiel zu sehen. [Jetzt kostenlos Ticket sichern](https://www.eventbrite.de/e/lokysalon-mit-pankows-burgermeisterin-cordelia-koch-grune-tickets-1991975493323?aff=oddtdtcreator&keep%5Ftld=true&ref=loky.news) Die Plätze sind begrenzt – ganz bewusst, damit die Runde nicht zur Podiumsdiskussion wird. Es wäre also schön, wenn ihr euch nur die Tickets sichert, die ihr wirklich braucht, und absagt, falls ihr doch nicht könnt. Für alle anderen berichten wir natürlich hier, wie's war. --- ## Wichtig zu wissen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/Planetarium.jpg) Raketenstarts gibt's hier auch weiterhin nicht, aber vielleicht bald ein Space Science Center. (Quelle: [Fotograf und Leser Friedemann Schmidt](https://geosetter.de/about-de/?ref=loky.news)) **Space Odysee:** Das Zeiss-Großplanetarium plant mit Unterstützung der Bildungsverwaltung ein „Space Science Center“. Wissenschaft soll dort erlebbar werden, mit Projektionen auf Boden, Wänden und Decke. Ob Anbau, Neubau oder unterirdisch gebaut wird, ist noch offen. Genauso die Größe, die Kosten und der genaue Zeitplan. (Die unendliche Weiten der Berliner Bauprojektplanung: ihr kennt's.) (Quelle: loky\*-Anfrage an die Stiftung Planetarium Berlin) _This post is for subscribers only._ ### Wer beklaut die Nachbarschaft? URL: https://www.loky.news/einbruche-pankow-weissensee-prenzlauer-berg/ Last updated: 2026-06-18T15:33:18.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. Im Sommer letzten Jahres tauchten in der Woelckpromenade in Weißensee in mehreren Häusern Markierungen durch Klebefäden an Türen auf. Dann begannen die Einbrüche: Bargeld, Schmuck, Koffer und Taschen verschwanden. Zu acht Fällen zwischen August 25 und Februar 26 ermittelt die Polizei. In einigen Häusern wurde aufgerüstet: neue Schlösser, neue Videokameras. Trotzdem bleibe die Unsicherheit, ob da noch was komme, erzählte uns eine Leserin. Die Täter:innen? Unbekannt. Und die Polizei? Sagt, dass hier trotz der Serie kein Einbruchschwerpunkt liege. Wie kann das sein? ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/2a9674ce-e0fc-464f-8106-17bcd6609eda-1.JPG) Kaum zu erkennen: Markierung mit Klebefäden in einem Haus in der Woelckpromenade ### Warum ist das wichtig? - Die Klebefäden und die Einbruchserie in der Woelckpromenade sorgen für ein konstantes Unsicherheitsgefühl bei den Anwohner:innen – und sind auch in anderen Straßen im loky\*-Gebiet zu beobachten. - Auffällig ist die Masche: Die Konzentration auf einzelne Häuser und Straßenzüge, die immer wieder betroffen sind. Die Einbrecher:innen kundschaften also ihre Ziele genau aus, gehen systematisch vor und ziehen irgendwann weiter. - Die Polizei scheint die Lage nur bedingt im Griff zu haben. In den letzten drei Jahren haben sich die Einbrüche allein im Bezirk Pankow fast verdoppelt. ### Wo wird am meisten eingebrochen? Hier seht ihr, wo in Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee in den letzen fünf Jahren die Einbruch-Hotspots waren. Die – allerdings auch recht kurze – Woelckpromenade gehört trotz der aktuellen Einbruchserie nicht zu den am meisten betroffenen Straßen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-11.36.33-1.png) Quelle: Antwort der Polizei Berlin auf loky\*-Anfrage ### Was ist über die Taten bekannt? _This post is for subscribers only._ ### Einbruchs-Profis und S-Bahn-Jubel URL: https://www.loky.news/einbruchs-profis-und-s15-bahn-jubel/ Last updated: 2026-06-18T14:18:04.000Z Ihr Lieben, Hand hoch, wer von euch ist heute Nacht um drei aufgestanden, um Iran gegen Neuseeland zu schauen? Ich habe tief geschlafen und bin froh drüber. Mein letztes Fußball-Erlebnis war ein ehrliches 5.-Liga-Spiel (Lichtenberg 47 vs. TeBe, Endstand 0:1). Dort gab's nette Leute und keinen Kommerz. Damit bin ich erst mal versorgt. Was ich bisher von der WM mitbekommen habe: eine Bosnien-Autofahne, zwei Türkeiflaggen, drei Deutschlandflaggen an Fenstern in der Nachbarschaft und einen riesigen Fernseher vorm Späti um die Ecke. Manchmal trötet jemand mit einer Tröte. WM-Stimmung? Na ja. Mich interessiert: Wo im loky\*-Gebiet guckt ihr die Spiele am liebsten; Kommt bei euch in der Straße die viel beschworene WM-Stimmung auf und was ist das überhaupt? Schreibt's mir gern an [redaktion@loky.news ](mailto:redaktion@loky.news)oder [direkt in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news) oder kommt zur nächsten loky\*-Lokalrunde, um zu diskutieren. ☕ **Morgen ist wieder loky\*-Lokalrunde!** Lust auf einen Kaffee mit Philipp und Juliane, dem loky\*-Gründungsteam? Idee: Einfach rumkommen, kennenlernen, persönlich quatschen. Nächster Termin (weitere folgen!): ****Mittwoch, 17.6\. von 9 bis 11 Uhr** im Spreegold in der Stargarder Straße. --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/DB302007.jpg) Tuuut-Tuuut! (Quelle: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben) **SIE! ROLLT!:** Die neue S15 zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof fährt seit gestern wirklich, und das nur neun Jahre später als geplant. Wir sind gespannt auf eure Fahrtberichte. (Quelle: [rbb](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/06/berlin-neue-s-bahnlinie-s15-nimmt-betrieb-auf.html?ref=loky.news)) **Olé, Olé, Olé:** Auch das Amt für Statistik ist in WM-Stimmung und hat sich gefragt: Wo in Berlin leben eigentlich die meisten Menschen aus dem WM-Gastgeberland Mexiko? Die Antwort: Zum Beispiel bei uns rund um Falkplatz (38), Kollwitzplatz (30) und Teutoburger Platz (83). Wenn Mexiko ein Tor schießt, dann hört ihr's dort zuerst. (Quelle: [Amt für Statistik Berlin-Brandenburg](https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/news/2026/fussball-weltmeisterschaft-kieze?ref=loky.news)) **Schulplatz-Lotterie**: Endlich ist klar, wo es nach den Sommerferien weitergeht. 91 Prozent der Kinder aus Pankow mit Erstwunsch an einer Schule im Bezirk wurden versorgt – allerdings nicht alle mit einem Platz bei ihrem Favoriten. Einigen Kindern wurden darüber hinaus Schulen zugeteilt, die für sie nicht an erster, zweiter oder dritter Stelle auf der Liste standen. 62 Kinder (ursprünglich stand hier 63, das war ein Tippfehler) aus Pankow müssen in einem anderen Bezirk auf die Oberschule – nicht über 200, wie [hier ](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/dramatischer-kampf-um-gymnasiumsplatze-hunderte-siebtklassler-aus-berlin-pankow-an-wunsch-schulen-abgewiesen-15703945.html?ref=loky.news)berichtet wurde. Besonders gefragt waren Gymnasien und integrierte Sekundarschulen. (Quellen: loky\*-Anfrage an das Bezirksamt Pankow, [Pressemitteilung des Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1680829.php?ref=loky.news)) **Lieblingshosen-Retter:** Wann der Reparatur-Bonus zurückkommt, wird noch ausgehandelt; Bis dahin gibt's zumindest die Jeans-Reparatur bezuschusst. So geht's: 50%-Gutschein online sichern, mit der Hose zu einer der teilnehmenden Schneidereien gehen und einlösen. Gefördert wird die Aktion von der EU. Sie soll die Kreislaufwirtschaft ankurbeln. [Hier](https://repairdeal.circular.berlin/?ref=loky.news#faq) gibt's alle Infos. **Leben nach dem Tod**: Ein Projekt von TU und UDK archiviert die Seele von Berliner Clubs: unter anderem vom Jonny Knüppel, das Ende des Jahres schließen muss. Für ein 3D-Modell wird der Club gerade vermessen und fotografiert, dazu wird Sound aufgenommen, um die Akustik originalgetreu nachstellen zu können. Außerdem werden Zeitzeug:innen interviewt. Das Ziel: Man soll irgendwann mit einer VR-Brille den Vibe von früher nachvollziehen können. (Quelle: [rbb](https://www.rbb-online.de/rbbkultur-magazin/archiv/20260613%5F1830/club-szene-berlin-tresor-archiv-museum-weltkulturerbe-stadt-kultur-geschichte.html?ref=loky.news)) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/1000083035-1.jpg) Dieser Poller ist KEIN Union-Berlin-Fan. Aber was dann? **Poller-Mützen:** Im Bezirk Pankow sind seit vorletzter Woche plötzlich Poller bemützt – gehäkelt, rot-weiß gestreift. "Waren das Strickfreunde, 'Wo ist Walter'- oder Union Fans“, fragt sich Erik aus der Community. Falsche Fährte. Das Ganze war eine Aktion zum Sehbehindertentag vorletzte Woche. Die Mützen sollen darauf aufmerksam machen, dass Poller, aber auch E-Scooter auf dem Fußweg, für Sehbehinderte schnell zum gefährlichen Hindernis werden können. (Quellen: Mail von Erik, [Stadtteilzentrum Pankow bei Instagram](https://www.instagram.com/p/DZKTpOYMaZd/?ref=loky.news)) **Rechte Würste:** Heike und Dirk Kupkewaren auf dem Wochenmarkt am Kollwitzplatz bekannt für ihre Wurst, werden aber in Zukunft nicht mehr dort verkaufen. Das Entschied die Marktleitung. Denn auf dem Hof der Kupkes in Brandenburg fand ein Treffen von Rechtsextremen statt – darunter viele aus dem Umfeld der verbotenen völkischen Neonazigruppe Artgemeinschaft (Quelle: [taz](https://taz.de/Bauern-und-verbotene-Artgemeinschaft/!6184599/?ref=loky.news)). **Wasser marsch**: Dass Berlin, sagen wir mal, nicht optimal gewappnet ist, wenn's Probleme mit dem Trinkwasser gibt, hat Anna-Lena [recherchiert](https://www.loky.news/krawall-vorwurf-und-limo-losung/). Jetzt gibt es neue Zahlen zu den Trinkwassernotbrunnen: In Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee funktionieren davon 117, 17 sind kaputt. In ganz Berlin ist sogar knapp ein Drittel der Brunnen nicht funktionsfähig. (Quelle: [Kleine Anfrage der Grünen im Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-26121.pdf?ref=loky.news)) --- ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/giraffe.png) Wären wir eine Giraffe im Rollkragenpullover und würden einen Wohnungseinbrecher erwischen, dann würden wir vermutlich: nicht so reagieren. ## Wer beklaut die Nachbarschaft? Im Sommer letzten Jahres tauchten in der Woelckpromenade in Weißensee in mehreren Häusern Markierungen durch Klebefäden an Türen auf. Dann begannen die Einbrüche: Bargeld, Schmuck, Koffer und Taschen verschwanden. Zu acht Fällen zwischen August 25 und Februar 26 ermittelt die Polizei. In einigen Häusern wurde aufgerüstet: neue Schlösser, neue Videokameras. Trotzdem bleibe die Unsicherheit, ob da noch was komme, erzählte uns eine Leserin. Die Täter:innen? Unbekannt. Und die Polizei? Sagt, dass hier trotz der Serie kein Einbruchschwerpunkt liege. Wie kann das sein? _This post is for subscribers only._ ### Campus Weißensee: Warten auf die Utopie URL: https://www.loky.news/campus-weissensee-warten-auf-die-utopie/ Last updated: 2026-06-18T12:18:47.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ### Worum geht's? Der geplante Campus Weißensee klingt nach einer super Idee. Neue Wohnungen für Studierende sowie Platz für Ateliers, Initiativen aus dem Kiez, eine Kantine und eine Vergrößerung der Uni. Er soll auf der Fläche der Kleingartenanlage „Hamburg“ direkt neben der Kunsthochschule Weißensee entstehen. Seit sechs Jahren wird entworfen, geplant, geprüft. Aber: „Baubeginn sollte 2025 sein, passiert da noch was? Bisher ist nichts zu sehen? Wisst ihr mehr?“, schrieb uns jemand aus der Community. Was ist los mit dem [groß angekündigten](https://mein.berlin.de/projekte/campus-weissensee/?ref=loky.news) Projekt? Spoiler: Es ist kompliziert. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-08-um-15.59.33.png) Hier soll es hin. Quelle: Screenshot OpenStreetMap ### Warum ist das wichtig? Der Campus Weißensee bietet Lösungen für aktuelle und große Herausforderungen im Kiez – Betonung auf „aktuell“ und „groß“. Wenn die an Umsetzung und Bürokratie scheitern, ist das ein Problem.. ### Was ist bisher passiert und was nicht? - Geplant wird der Campus seit 2020 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. - Eine große [Onlinebeteiligung](https://mein.berlin.de/projekte/campus-weissensee/?ref=loky.news) fand statt. Ideen dazu, wie der Campus aussehen soll, gibt es auch schon ([hier](https://studiomdrei.eu/campus-weissensee/?ref=loky.news) und [hier](https://mlaplus.com/projects/berlin-weissensee/?ref=loky.news)). - Weil für den Bau Kleingärten weichen müssen, wird in Weißensee als Alternative [aktuell](https://www.loky.news/mull-schilder-color-chaos-grannen/) die neue Kleingartensparte Sonnenstern an der Hansastraße gebaut. - Eigentlich sollte es im nächsten Schritt 2025 eine Öffentlichkeitsbeteiligung für den Campus geben; danach sollte noch im selben Jahr der Bau beginnen. Doch das Projekt stagniert. _This post is for subscribers only._ ### Campus-Kater und Moden-Ciao URL: https://www.loky.news/campus-weissensee-cafe-wahl-helfer-pinke-panke/ Last updated: 2026-06-18T12:19:17.000Z Ihr Lieben. Ich bin Lena, die Neue bei loky\* und stelle mich, klassisch Berlin, mit einem Funfact vor: Es ist nicht das erste Mal, dass ich in diesem Teil der Stadt mein Geld verdiene. Vor rund zehn Jahren wurde ich dafür bezahlt, vor der Freilichtbühne Weißensee den legendären DDR-Sänger Gundermann anzuhimmeln. Bzw. Alexander Scheer, der den singenden Baggerfahrer darstellte im [Biopic](https://www.gundermann-derfilm.de/?ref=loky.news), bei dem ich Komparsin war. Hingebungsvoll hatte Regisseur Andreas Dresen uns (Generation Tokio Hotel) gebrieft, wie es sich anfühlt, wenn der Lieblings-Act zwischen zwei Songs die eigene Stasi-Vergangenheit beichtet. Ich spule vor: Der Film bekam ein paar Preise. Und ich wurde Journalistin. In dieser Rolle schustere ich ab jetzt gemeinsam mit meinen Kolleg:innen diesen Newsletter. Schön, dass ihr dabei seid! Und los geht's. --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/IMG_0767-1-1.jpg) Diese Wurzel darf bleiben. **Achtung, Stolperfalle:** Bianca fragte, was die neuen Poller mitten auf dem Gehweg an der Ecke Sonnenburger/Kopenhagener sollen. Uns vor der Kirschbaumwurzel (s.o.) warnen. Fällen kommt nicht in Frage; das Gewächs war ein Geschenk aus Japan und ist gesund. (Quelle: loky\*-Anfrage bei Pankows Ordnungsstadträtin Manuela Anders-Granitzki, CDU) **Entwurf fürs Pankower Tor:** Wohnungen, Bücherei, Galerie u.v.m.: Nach [mehr als 16 Jahren](https://www.loky.news/rangierbahnhof-pankow-ein-lehrstuck-der-berliner-stadt-nicht-entwicklung/) Planung wird am 23\. Juni [online](https://pankower-tor.de/?ref=loky.news) der Entwurf für den Ex-Rangierbahnhof zwischen S+U Pankow und Prenzlauer Promenade vorgestellt; danach können wir mitbestimmen. (Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1679389.php?ref=loky.news)) **Ciao Modenschau:** Keine Flucht- und Rettungswege, also auch kein Fashion-PopUp unter der U-Bahn an der Schönhauser Allee. Das entschied Pankows Straßenamt. Die Mode-Aktion sollte ein Test sein für den Ernstfall [Großbaustelle](https://www.loky.news/megabaustelle-schoenhauser-allee-bruecke-das-kommt-die-nachsten-7-jahre-auf-uns-zu-prenzlauer-berg/): Umliegende Läden sorgen sich ums Geschäft, wenn die Brücke über Jahre neu gebaut wird. Damit Genehmigungen künftig flutschen, wollen Grüne und SPD ein Sonder-Nutzungs-Kommando. Darüber diskutiert nun Pankows Lokalpolitik. (Quelle: [Berliner Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article412185313/eine-modenschau-auf-der-schoenhauser-allee-wird-zum-politikum.html?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Obdachlosenhilfe am Helmi URL: https://www.loky.news/obdachlose-hilfe-helmholtzplatz-nachbarschaft-initiative/ Last updated: 2026-06-11T14:26:51.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ### Worum geht’s? Am Helmholtzplatz gibt es eine neue Nachbarschaftsinitiative: SUN – das steht für Solidarität unter Nachbar:innen. Es geht darum, sich gegenseitig zu unterstützen – bei Einsamkeit oder mit einer Bohrmaschine. Das Besondere: Obdachlose Menschen sind mitgemeint. Gegründet wurde sie von Laura und Sebastian, die direkt am Platz wohnen. ### Warum ist das wichtig? Auf dem Helmholtzplatz leben mehrere obdachlose Menschen. Der prominenteste von ihnen: Manni mit seinem Cowboyhut. Auch der 70-jährige Anwar wohnt hier. Hinzu kommen nach SUN-Schätzung bis zu sechs weitere Menschen, die unregelmäßig dort schlafen. Die Obdachlosen seien auf Hilfe aus der Nachbarschaft angewiesen, sagt Laura von SUN. Zwar kommt die Help-Stiftung einmal wöchentlich auf den Platz; verteilt warme Mahlzeiten und bietet Beratung an. Doch das sei nicht genug. Die Kürzungen im Sozialbereich machten sich auch hier bemerkbar; die Sozialarbeiter:innen hätten nicht genug Zeit. Gleichzeitig gibt es Konflikte: Anwohner:innen beschweren sich über Lärm, Müll und Rauch. _This post is for subscribers only._ ### Von Zelten und Zäunen URL: https://www.loky.news/von-zelten-und-zaunen/ Last updated: 2026-06-09T04:30:34.000Z Ihr Lieben. Was denkt ihr beim Anblick des obigen Fotos? Hilfsbedürftige Nachbar:innen und versagender Sozialstaat? Oder eher Angst im Dunkeln und Uringeruch? In den vergangenen Wochen haben wir in der loky\*-Redaktion viel über das Thema Obdachlosigkeit diskutiert. Anna-Lena recherchiert dazu gerade; ihren Text über Obdachlosigkeit und Nachbarschaftshilfe am Beispiel Helmholtzplatz lest ihr weiter unten. Die Strategie der zuständigen Pankower Behörden [bislang](https://www.loky.news/pbn-labor-8-eure-themen-obdachlosigkeit-grellstrasse-autofreiheit/): Ansprechen. Hilfe anbieten. Räumen. Und dann wieder von vorne, denn die Verscheuchten sind immer bald zurück. Wo sollen sie auch hin? Pankows CDU [fordert nun](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/vo020%5Fr.asp?VOLFDNR=7219&ref=loky.news), das Konzept zu überarbeiten. Darüber diskutieren unsere Lokalpolitiker:innen bei ihrer Tagung am Mittwoch. Was meint ihr? Schreibt uns an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news), in unseren [Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news) – oder erzählt es uns morgen persönlich! Denn: ☕ **Morgen ist wieder loky\*-Lokalrunde!** Lust auf einen Kaffee oder ein Bier mit Philipp und Juliane, dem loky\*-Gründungsteam? Idee: Einfach rumkommen, kennenlernen, persönlich quatschen. Nächste Termine: ****Mittwoch, 10.6\. von 16 bis 18 Uhr** im Prater-Biergarten in der Kastanienallee. ****Mittwoch, 17.6\. von 9 bis 11 Uhr** im Spreegold in der Stargarder. --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Klinik-Rettung**: Der Krankenhauskonzern Sana hat die insolvente Park-Klinik Weißensee, [wie geplant](https://www.loky.news/rechte-gewalt-katastrophenschutz/), zum 1\. Juni übernommen. Der Senat gab grünes Licht. Was das konkret für deren Entwicklung bedeutet? Wir bleiben dran! (Quelle: loky\*-Anfrage an Sana) **Hbf-Shuttle:** Am 15\. Juni soll die neue S15 erstmals zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof rollen – [diesmal wirklich](https://www.loky.news/wahlen-2026-pankow-s15/) und im 15-, äh, 10-Minutentakt. (Quelle: [S-Bahn Berlin](https://sbahn.berlin/aktuelles/artikel/neue-s-bahn-linie-s15-geht-in-betrieb/?ref=loky.news)) **Fußball vs. Nachtruhe:** Die krasse Zeitverschiebung bei der Fußball-WM ruiniert vielleicht euren Biorhythmus, aber nicht das Public Viewing, zumindest bei Deutschlandspielen. Die dürfen immer draußen gezeigt werden. Bei anderen Partien ist mit Anstoß nach 20 Uhr, ab Sechzehntelfinale (🤷‍♀️) nach 21 Uhr Schluss. (Quelle: [Infoblatt: Public Viewing in der Außengastronomie](https://www.berlin.de/umwelt/%5Fassets/laerm/spv-bln-info-blatt.pdf?ts=1780310857&ref=loky.news)) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/IMG_0556.jpg) Gekommen, um zu bleiben: dieser Zaun. **Gesobau-Hof Kavalierstraße:** Auch wenn weiterhin unklar ist, ob im Hof der Anlage am Schlosspark 100 Wohnungen für Geflüchtete errichtet werden ([Wunsch der Gesobau](https://www.gesobau.de/wohnungsbau/wohnhaeuser-fuer-gefluechtete-in-der-uebersicht/kavalierstrasse/?ref=loky.news)) oder nicht (aktuelle [Gerichts-Entscheidungs-Lage](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article411162716/bauprojekt-in-pankow-gesobau-scheitert-erneut-mit-eilantrag-gegen-rodungsverbot.html?ref=loky.news), wegen Artenschutz): Die seit 2023 den Hof absperrenden Zäune bleiben erstmal stehen, weil die dort wachsenden, teilweise toten oder kranken Bäume lange nicht beschnitten wurden. (Quelle: [Kleine Anfrage der Linken im Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-26040.pdf?ref=loky.news)) **Postfiliale schließt**: Lange bekannt, jetzt wird's ernst: Am 23\. Juni macht die Post in den Schönhauser Allee Arcaden zu. Ausweichen könnt ihr z.B. auf die Späti-Poststelle in der Schönhauser/Ecke Gleimstraße. (Quellen: Community-Hinweis, [Deutsche Post](https://www.deutschepost.de/de/s/standorte.html?standorttyp=filialen&ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Eis, Eis, Eis URL: https://www.loky.news/eis-preise-kugel-groesse/ Last updated: 2026-06-11T14:27:27.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. Die Temperaturen steigen und die Eispreise verdrängen langsam aber sicher das schlechte Wetter von Platz 1 der Small-Talk-Themen. Es ist aber auch teuer geworden! Wir ersparen euch unsere persönlichen Eispreis-Historien beginnend im Pfennig-Zeitalter. Stattdessen ein Blick in unserem Kiez: Die üblichen Verdächtigen – Hokey Pokey, Süßfein, Jones Ice Cream – haben die 3 Euro-Marke erreicht – oder im Fall von Hokey Pokey mit 3,20 pro Kugel sogar geknackt. ### Warum ist das so teuer? Das hat mehrere Gründe: v.a. steigende Kosten für Personal, Lebensmittel, Energie und Miete. _This post is for subscribers only._ ### E-Lade-Punke: Lädst du noch oder parkst du schon? URL: https://www.loky.news/e-lade-punke-prenzlauer-berg-parkplatze/ Last updated: 2026-06-11T12:43:35.000Z ### Worum geht's? Bei uns gibt's immer mehr Elektroauto-Ladepunkte. Und damit immer mehr Fragen. - Monika will wissen: „Warum sind die seit Monaten eingerichteten Plätze in der Kopenhagener/Ecke Sonnenburger nicht nutzbar?“ Ein eigenes Auto hat sie zwar nicht, nutzt „aber immer mal Miles, die ich in der E-Variante dann durchaus auch anschließen würde.“ - Alexx grübelt zu nagelneuen Säulen in der Carl-Legien-Siedlung: „Mir ist nicht ganz klar, wer die aufgestellt hat und vor allem, ob es ein Parkverbot für Verbrenner an diesen Säulen gibt.“ ### Warum ist das wichtig? Das Parkplatzgame ist bei uns eh eine knappe Nummer. Hinter vielversprechenden Lücken grüßen mittlerweile immer öfter E-Ladesäulen. Von Mitte bis ins südliche Pankow ploppen auf einer [Karte der Bundesnetzagentur](https://bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/E-Mobilitaet/Ladesaeulenkarte/start.html?ref=loky.news)etwa 250 öffentlich zugängliche Stationen auf. Die meisten haben Platz für zwei oder mehr Autos. Der Ausbau ist ein echter Business-Case. Nicht nur für die Stadtwerke Berlin, sondern auch für private Unternehmen, zum Beispiel: _This post is for subscribers only._ ### Ladepunkt-Anarchie und Eis-Berge URL: https://www.loky.news/e-auto-ladepunkte-eis-preise-schwimmbad-volksbuhne/ Last updated: 2026-06-05T08:35:32.000Z Ihr Lieben. Wie lange bleibt man eigentlich „die Zugezogene”? Ich habe letztens erst mit Schrecken festgestellt, dass mich mein extrem local geglaubtes „P-Berg“ ganz eindeutig als solche identifiziert. Noch schlimmer wäre nur Prenzlberg. Habe ich gehört. Dabei lebe ich inzwischen sieben Jahre hier, brauche Maps nur noch auf 50 Prozent meiner Wege (bzw. steige mit viel mehr Selbstbewusstsein in die falsche Bahn) und weiß als Journalistin eigentlich ganz gut Bescheid, was in Berlin passiert. Doch für's Zuhausegefühl fehlten Infos aus meiner direkten Nachbarschaft! Einer der Gründe, warum ich mich jetzt für loky\* quer durch den Kiez recherchiere. Das Coolste daran: Der Austausch mit euch! Fühlt sich immer an wie ein spontaner Schnack im Treppenhaus. In diesem Sinne: Wie ist es bei euch? Seid ihr neu im Kiez oder schon ewig hier? Was beschäftigt euch? Schreibt uns an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder direkt in unseren [Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). **Oooder kommt zur loky\*-Lokalrunde!** Idee: Wir sitzen im Café oder Biergarten, ihr kommt dazu und wir quatschen über alles, was uns umtreibt. Nächste Termine, diesmal mit dem loky\*-Gründungsteam Juliane und Philipp: - **Mittwoch, 10.06., 16 Uhr** im Prater-Biergarten in der Kastanienallee - **Mittwoch, 17.06., 9 Uhr** im Spreegold an der Stargarder. Kommt einfach rum; wir freuen uns! --- ## E-Lade-Punke: Lädst du noch oder parkst du schon? ![upload in progress, 0](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/IMG_6695-1.JPG) Dies ist ein Lade-Punkt. Und sonst nichts. ### Worum geht's? Bei uns gibt's immer mehr Elektroauto-Ladepunkte. Und damit immer mehr Fragen. - Monika will wissen: „Warum sind die seit Monaten eingerichteten Plätze in der Kopenhagener/Ecke Sonnenburger nicht nutzbar?“ Ein eigenes Auto hat sie zwar nicht, nutzt „aber immer mal Miles, die ich in der E-Variante dann durchaus auch anschließen würde.“ - Alexx grübelt zu nagelneuen Säulen in der Carl-Legien-Siedlung: „Mir ist nicht ganz klar, wer die aufgestellt hat und vor allem, ob es ein Parkverbot für Verbrenner an diesen Säulen gibt.“ ### Warum ist das wichtig? Das Parkplatzgame ist bei uns eh eine knappe Nummer. Hinter vielversprechenden Lücken grüßen mittlerweile immer öfter E-Ladesäulen. Von Mitte bis ins südliche Pankow ploppen auf einer [Karte der Bundesnetzagentur](https://bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/E-Mobilitaet/Ladesaeulenkarte/start.html?ref=loky.news) etwa 250 öffentlich zugängliche Stationen auf. Die meisten haben Platz für zwei oder mehr Autos. Der Ausbau ist ein echter Business-Case. Nicht nur für die Stadtwerke Berlin, sondern auch für private Unternehmen, zum Beispiel: - Das zur Shell-Gruppe gehörende Ubitricity, das die Säulen in der Carl-Legien-Siedlung gepflanzt hat. - Das Start-Up Qwello, das sich selbst mal „[Apple der Ladesäulen](https://www.electrive.net/2020/11/19/wie-qwello-das-apple-der-ladesaeulen-werden-will/?ref=loky.news)“ nannte und für die beiden Kunstinstallationen mit den in Luftpolsterfolie verhüllten Steckern im Gleimkiez verantwortlich ist. Laut Qwello hakt's beim Netzanschluss; frühestens im Juli soll es Saft geben. Egal ob in oder außer Betrieb: Der Joker im Park-Tetris sind diese Plätze nicht. ### Was ist (nicht) erlaubt? Das Büro von Pankows Ordnungsstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) erklärt: _This post is for subscribers only._ ### ColorChaos im Kiez URL: https://www.loky.news/colorchaos-im-kiez/ Last updated: 2026-07-13T13:51:12.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Mitte**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. Kennt ihr Actionpainting? Da wirft man mit Schmackes Farbe auf Leinwände, saut sich von Kopf bis Fuß ein und hat hinterher moderne Kunst, die man sich übers Sofa hängen kann. Daniel und Robert machen das beruflich. Die beiden haben ColorChaos gegründet; vor zwei Wochen war große Eröffnung. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/ColorChaos-1.jpg) Daniel und Robert vor ihren Erstlingswerken. - Das Studio ist in der Hosemannstraße 8, Nähe Ostseestraße. - Es gibt zwei Räume: einen für Gruppen und einen für Paare. - Gestellt werden: Schutzanzüge, Farben, Pinsel. Aber auch Tennisschläger und Wasserpistolen (für die Action beim Painting). _This post is for subscribers only._ ### Schutt-Schild und Grannen-Greuel URL: https://www.loky.news/mull-schilder-color-chaos-grannen/ Last updated: 2026-06-02T04:30:03.000Z Ihr Lieben. Auf einer Skala von „Hä?“ bis „Aye aye, Sir!“: Wie sehr lasst ihr euch vom oben abgebildeten Schild davon abhalten, in dessen direkter Nähe euer altes Sofa zu entsorgen? Ja, ich weiß. Für euch ist schon die Frage an sich eine Beleidigung, weil wir als Generation Zero Waste sogar das Kaugummi unverpackt kaufen und alte Sofas nur dort entsorgen, wo sie hingehören: im eigenen Keller. Aus diesem Schwarzen Loch tauchen Dinge schließlich nur im Falle eines Umzugs wieder auf. Und wer zieht heute noch um? Doch ich schweife ab. Was ich eigentlich erzählen wollte: Die CDU Pankow hat in solchen Schildern (oder etwas größeren, mehrsprachigen [Versionen](https://www.instagram.com/p/DY4aX57ib63/?ref=loky.news) derselben) die Lösung unseres Müllproblems entdeckt. In einem [Antrag](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/vo020%5Fr.asp?VOLFDNR=7335&ref=loky.news) wünscht sie sich das Aufstellen etwa an der Greifswalder, Storkower oder am Volkspark Prenzlauer Berg. Der Verkehrsausschuss debattiert die Idee nun. Auf Initiative von Pankows Ordnungsstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) wurden an anderen Stellen im Bezirk schon solche Schilder platziert. Ich bin durch jahrelangen Lokaljournalismus bzw. das Waten durch Altkleiderbeutel direkt unter dem oben abgebildeten Schild viel zu zynisch, um zu glauben, das brächte was. Daher brauche ich eure Hilfe: Wie seht und erlebt ihr das? Schreibt an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder direkt in unseren [Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). Und sonst macht weiter wie bisher. Das hilft definitiv. --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/06/ChatGPT-Image-1.-Juni-2026--11_23_29.png) Alter Markt, neuer Platz. **Markt-Umzug:** Ist schon seit 1\. Mai so, aber uns erst jetzt aufgefallen: Der Markt am Arnimplatz ist nun wirklich ein Markt am Arnimplatz und nicht länger einer neben dem Rewe am Arnimplatz. Grund dafür ist nicht etwa die [Baustelle am Supermarkt](https://www.loky.news/krawall-vorwurf-und-limo-losung/), sondern der für 2027 angekündigte [Neubau der Schönfließer Brücke](https://www.loky.news/neubau-schonfliesser-brucke-was-kommt-was-war-und-die-sorgen-der-nachbarschaft/). Der neue Standort ist zunächst für drei Jahre geplant. (Quelle: loky\*-Telefonat mit Roy Hackbarth von der Marktverwaltung) **Kleingarten, entschleunigt:** Wo man in Berlin noch einen Kleingarten ergattern kann? Mit etwas Glück an der Hansastraße in Weißensee. Die Anlage Sonnenstern ist die erste neue Kleingartenkolonie Berlins im 21\. Jahrhundert (!); geplant sind 60 Parzellen. Das Problem: Es dauert. Letztes Jahr sollte dort schon gegärtnert werden, gebaut wird aber noch immer. Eine begrünte Lärmschutzwand fehlt, außerdem: Zäune, Wege und die Bepflanzung der Böschung. Im Frühjahr 2027 soll alles fertig sein. Einer der Bezirksverbände der Kleingärtner (Weißensee oder Prenzlauer Berg) darf die Parzellen dann verpachten. (Quelle: loky\*-Anfrage an das Bezirksamt Pankow, [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article407210719/neue-kleingartenanlage-mit-laermschutzwand-ueberraschende-wendung.html?ref=loky.news), [Stadtentwicklungsamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/stadtentwicklungsamt/stadtplanung/artikel.959816.php?ref=loky.news)) **Mietcheck:** Um sieben Prozent sind die Mieten in Berlin 2026 gestiegen – so stark wie zuletzt 2017\. Laut neuem Mietspiegel sind Mitte und Prenzlauer Berg mit „überwiegend guter Wohnlage“ besonders teuer; Pankow liegt im Mittelfeld. Wer’s genau wissen will, kann [hier](https://mietspiegel.berlin.de/berliner-mietspiegel/mietspiegelabfrage/?ref=loky.news) die Vergleichsmiete für die eigene Straße checken – und rausfinden, ob die Mietpreisbremse greift. (Quelle: [Senatsverwaltung für Stadtentwicklung](https://mietspiegel.berlin.de/?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Zu-Späti und keine Kunst-Kohle URL: https://www.loky.news/artspring-cooling-point-spati-volksbegehren/ Last updated: 2026-05-29T04:30:31.000Z Ihr Lieben, habt ihr euch schon mal gefragt, wie Künstler:innen im Kiez überleben? Durch den Verkauf ihrer Arbeiten schon mal kaum. Ich habe selbst an einer Kunsthochschule studiert und kenne den riesigen Druck beim, aber vor allem nach dem Studium. Die große Frage ist: Woher kommt die Kohle? Einige geben ganz auf, viele malochen. Sie haben Nebenjobs – Lagerist, Lokführer, Pflegekraft, alles dabei – und sind auf Förderungen angewiesen. Die hat Berlin aber gerade gekürzt. Mehr dazu lest ihr im heutigen Newsletter. Beim artspring-Festival könnt ihr an diesem Wochenende auch selbst mit Kunstschaffenden aus den Kiezen ins Gespräch kommen. Nicht in sterilen Groß-Galerien, sondern direkt in ihren Ateliers in der Nachbarschaft. Schreibt uns gern, wo ihr beim artspring unterwegs wart, und was euch am meisten beeindruckt hat – an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder [direkt in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/Karte-Zeitung-2026-16zu9.jpg) [Hier](https://www.artspring.berlin/veranstaltung/die-offenen-ateliers/?ref=loky.news) sind am Wochenende überall Ateliertüren geöffnet. (Screenshot: artspring) --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Späti-Begehren**: Mit einem Volksbegehren will der Berliner Späti-Verein (ganz recht:[ DER BERLINER SPÄTI-VEREIN](https://www.spaeti-ev.de/?ref=loky.news)) die Sonntagsöffnung für Late-Shops & Co. zurückholen. Vor 20 Jahren wurde das Gesetz verschärft, einige Geschäfte mussten schließen, andere retteten sich mit Halbmast-Rollläden durch die Sonntage oder erklärten sich mit Aufback-Brötchen zur Bäckerei. Jetzt will der Späti-Verein sie auf ein Level mit Bahnhofs-Läden & Tankstellen stellen. (Quelle: [rbb24](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/05/berlin-spaeti-spaetverkauf-volksbegehren.html?ref=loky.news)) **Plansch-Update:** In Mitte sind die Planschen und Wasserspielplätze ja [schon in Betrieb](https://www.loky.news/rechte-gewalt-katastrophenschutz/), am Montag zieht Pankow an Weißem See, Einstein- und Thälmann-Park nach. Der Wasserspielplatz im Bürgerpark Pankow wird derzeit umgebaut. Auch der im nördlichen Mauerpark am Moritzhof ist defekt. Er soll in den nächsten Tagen repariert werden. (Quelle: loky\*-Anfrage an das Bezirksamt Pankow) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/CP-3-30.07-1-1.jpg) Cooling Point: ab Juni auch mit Sprühnebel. (Foto: LaGeSo) **Cool im Mauerpark:** Wo ist der viel diskutierte und 45.000 Euro teure Cooling Point im Mauerpark abgeblieben, fragte sich unsere Werkstudentin Emilia. Aktuell steht nur noch der Trinkbrunnen. Der Sonnenschutz aus Holz und die darin integrierten Pflanzen (die, die bis dahin noch nicht geklaut wurden), sind seit Oktober eingelagert, werden aber am 11\. Juni wieder aufgebaut. Diesen Sommer kommt eine Vernebelungsanlage dazu; es wird also Wassernebel versprüht. Das Ganze ist ein Pilotprojekt, um zu erproben, ob wir Cooling Points in ganz Berlin brauchen. (Quelle: loky\*-Anfrage an das Landesamt für Gesundheit und Soziales) _This post is for subscribers only._ ### Krawall-Vorwurf und Limo-Lösung URL: https://www.loky.news/krawall-vorwurf-und-limo-losung/ Last updated: 2026-05-27T14:11:36.000Z Ihr Lieben, herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe eurer liebsten Ragebait-App! Hä? Ja, ich habe mich auch gewundert. Aber so hat Klaas Heufer-Umlauf unsere Haustür-Aushänge zum Thema [Grillstreit am Volkspark Friedrichshain ](https://www.loky.news/grillen-volkspark-es-stinkt-aerger-boetzowviertel/)interpretiert, mit denen wir im Kiez neue Lesende gewinnen wollen. Christin hat uns darauf hingewiesen, dass Klaas in der [neuesten Folge](https://baywatch-berlin.podigee.io/337-pfeifes-podcast-bangaranga?ref=loky.news) seines Podcasts Baywatch Berlin nach Minute 50 was über Zettel mit Giraffen erzählt, die die Nachbarschaft am Volkspark Friedrichshain gegen Grillgeruch aufwiegeln wollen. Oh Boy! Nichts läge uns ferner. Für mich als studierte Kommunikationswissenschaftlerin ist es total interessant, wie unterschiedlich die gleiche Nachricht von Sender und Empfänger verstanden werden kann. Wir so: Ey, Leute, Grillen ist super. Aber schaut mal, für manche der Leute, die direkt am Park wohnen, ist es echt heftig. Klaas: Hasshasshasshasshass! Und eine Giraffe. Wir nochmal so: Es ist eine Giraffe im Rollkragenpullover. IM ROLLKRAGENPULLOVER! Wie könnte die jemals Hass säen und ernten wollen? Was will ich damit sagen? 1.) Schön, dass ihr alle es anders verstanden habt und hier seid! 2.) Wer Klaas kennt, bitte ausrichten: Viele Grüße! Komm auf die loky\* side of life. Wir sind keine App. Meganett. Und einige unserer besten Freundinnen sind selbst Griller. Von Tofu-Würstchen. Auf solarbetriebenen Elektrogrills. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/ChatGPT-Image-25.-Mai-2026--10_44_01-1.png) 💡 loky\* ist ein lokaler Newsletter für, von und mit der Nachbarschaft. Er erscheint derzeit immer dienstags und freitags früh. Außer heute, da ist Mittwoch, weil der montägliche Feiertag ein freier Tag in der loky\*-Redaktion war. --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Ja-lympia:** Berlin soll sich um die Olympischen Spiele – [mit Sportstätten auch bei uns im Kiez](https://www.loky.news/olympia-oder-nolympia/) – irgendwann zwischen 2036 und 2044 bewerben. Dafür hat in der vergangenen Woche die CDU-SPD-Mehrheit im Abgeordnetenhaus gestimmt. Linke und Grüne waren dagegen. Das Bündnis NOlympia [sammelt derweil ](https://nolympia.berlin/volksbegehren/?ref=loky.news)Stimmen für ein Volksbegehren gegen das Großereignis. (Quelle: [RBB24](https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2026/05/berlin-bewerbung-olympische-spiele-olympia-abgeordnetenhaus-abstimmung-konzept.html?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Rechte Gesänge und Stromausfall URL: https://www.loky.news/rechte-gewalt-katastrophenschutz/ Last updated: 2026-05-22T04:30:08.000Z Ihr Lieben, diese Woche war ich im Gericht. Nicht als Angeklagter oder Zeuge, sondern für loky\* als Journalist. Aktuell recherchiere ich zu rechten Vorfällen in unseren Kiezen. Ich frage mich: Was steckt hinter den nüchternen Statistiken und Polizeimeldungen über rechte Straftaten? Nachdem ich durch die kafkaesken Gänge des Amtsgerichts Tiergarten geirrt war, saß ich plötzlich mittendrin im Showdown. Einer der Angeklagten schrie die Richterin an. Sie darauf ganz locker: „Das wirft aber ein ganz schlechtes Licht auf sie. Reißen Sie sich mal zusammen.“ Die beiden Angeklagten sollen in der Nähe des S-Bahnhofs Wollankstraße „Ausländer raus“ gesungen und einen Mann geschlagen haben. Der hatte sie auf den Gesang angesprochen – und würde das heute aus Angst so nicht mehr tun, wie er im Zeugenstand sagte. Für seine Zivilcourage büßte er ein Stück Zahn ein. Ich kann ihn gut verstehen. Als einer nicht-weißen Freundin und mir letztens in der S25 sieben aggressive Neurechte gegenübersaßen, gegen die Scheiben boxten und besagten Gesang anstimmten, war die einzige Möglichkeit: schnell weg, Polizei rufen. Deren Reaktion: Sollen wir die S-Bahn anhalten? Das erschien mir nicht angebracht, zumal wir noch im Waggon saßen. Am Ende legte ich frustriert auf; die Gruppe kam davon. Mich interessiert: Habt ihr in der Nachbarschaft rechte und rassistische Straftaten mitbekommen oder wart selbst davon betroffen? Habt ihr die Polizei gerufen oder seid eingeschritten? Und wurde am Ende jemand verurteilt? Lasst es mich gern wissen, per Mail an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder anonym [in unseren Briefkasten.](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news) --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/IMG_0408-2-1-1.jpeg) Außen-Gastro-Genehmigungs-Stau: So kann mach das Problem mit dem nächtlichen Lärm natürlich auch lösen. **Warten auf Gestühl:** Bestes Wetter, aber draußen keine Sitzplätze? Nach dem dritten Gastro-Besuch mit „Uns fehlt noch die Genehmigung“ haben wir beim Straßen- und Grünflächenamt nachgefragt, das sagt: Es gibt keine Statistik, wie viele Anträge auf Bearbeitung warten. Normalerweise dauert der Prozess acht Wochen. Aber: Es kommt zu Verzögerungen im Betriebsablauf. Im wunderschönen Wortlaut: „Aufgrund begrenzter personeller Kapazitäten und der notwendigen, aber umfangreichen Prüfung der Anträge bezüglich der Verkehrssicherheit kann es zu Verzögerungen in der Bearbeitung der Anträge kommen.“ (Quelle: loky\*-Anfrage im Büro von Stadträtin Manuela Anders-Granitzki, CDU) **To-go to good to go:** Aus euren Mails wissen wir: Uns alle nervt der Müll. Doch eine Verpackungssteuer auf To-go-Becher und Einweg-Salatschalen hat der Senat am Dienstag abgewehrt. Und das, obwohl die Bezirksbürgermeister:innen sich dafür ausgesprochen hatten. Der Senat sieht sich nicht in der Verantwortung und setzt auf ein Gesetz auf Bundesebene. (Quelle: [Senatskanzlei](https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1672185.php?ref=loky.news)) **Klinik-Übernahme**: Wenn der Sana-Konzern vom Land Berlin die [unlängst beantragte](https://www.loky.news/altkleider-parkklinik-weissensee-markt-helmholtzplatz/) Genehmigung zur Übernahme der insolventen Park-Klinik Weißensee zum 1\. Juni erhält. Dann soll es eine „sukzessive Weiterentwicklung des gesamten medizinischen Leistungsangebots“ geben. Was das genau bedeutet, auch für die aktuell 770 Mitarbeitenden? Dazu möchte die Sana-Pressestelle nichts sagen, bevor alles in trockenen Tüchern ist. (Quelle: loky\*-Anfrage beim sowie [Pressemitteilung des Sana-Konzerns](https://www.sana.de/newsroom/park-klinik-weissensee-wird-teil-der-sana-kliniken/?ref=loky.news)) **Baumarkt offen**: Toom eröffnet morgen eine neue Filiale in der Roelckestraße, wo bis Ende 2025 der Hellweg war. (Quelle: [toom Baumarkt](https://toom.de/m/berlin-weissensee/?srsltid=AfmBOooa8mZueh4T%5F4n1TbrXdUK-YYfBFWUtkj66JebzZk6gpPsDYblZ&ref=loky.news)) **Haferkater zu:** 2017 war das Café an der Eberswalder einer der ersten Standorte des Porridge-Startups. Mittlerweile gibt es Läden an Bahnhöfen in ganz Deutschland und am BER. Auf dieses Geschäftsmodell möchte man sich nun konzentrieren. Der auslaufende Café-Vertrag wurde also bewusst nicht verlängert; seit Montag ist zu. Was schade ist, wie loky\* *\-*Redaktionsleitung Juliane findet, die hier manchen Newsletter schrieb und die lustige Mischung aus Digitalnomadentum, Mauerpark-Touris und bezahlbarem Frühstück sehr zu schätzen wusste. (Quelle: loky\*-Anfrage bei Haferkater-Geschäftsführerin Anna Schubert) **Verbotener Wasserspaß:** Die Leute vom Verein Flussbad Berlin wollten am Mittwoch in die Spree springen, aus Protest gegen das seit 100 Jahren andauernde Badeverbot. Doch die Aktion fiel wegen Wetter ins Wasser – nicht, weil die Umweltverwaltung zuvor nochmal betont hatte: Schwimmen im Spreekanal ist auch als Demo nicht erlaubt. Den Spree-Planschern ist's egal. Bis September wollen sie einmal im Monat baden gehen. Nächster Termin: 20.6\. (Quellen: [Flussbad Berlin bei Instagram](https://www.instagram.com/flussbadberlin/?ref=loky.news), [Tagesspiegel](https://www.instagram.com/flussbadberlin/?ref=loky.news)) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/Ohne-Titel-2.1-1.jpeg) Spree-Schwimmen anno 2025\. Quelle: [Hilmar Schmundt](https://schmundt.wordpress.com/2012/04/02/wurde-1417-die-moderne-gefunden-in-einem-kloster-in-fulda-und-fur-zehn-cent-wiederentdeckt/?ref=loky.news) **Erlaubter Wasserspaß**: Legal planschen geht seit dieser Woche wieder auf den Wasserspielplätzen in Mitte, unter anderem im Weinbergspark ([hier](https://www.berlin.de/kultur-und-tickets/tipps/kinder/2190358-2186128-planschen-wasserspielplaetze.html?ref=loky.news) gibt's die Übersicht). Die Pankower Plansche am Weißen See startet erst am 1\. Juni. (Quellen: [Bezirksamt Mitte](https://www.berlin.de/ba-mitte/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1672029.php?ref=loky.news) und [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1672745.php?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Sammelleidenschaft und Grillgeruch URL: https://www.loky.news/grillen-volkspark-es-stinkt-aerger-boetzowviertel/ Last updated: 2026-05-27T17:24:27.000Z Ihr Lieben. T-Shirt oder Winterjacke? Matcha Latte oder Filterkaffee? Allergietablette oder Homeoffice bei geschlossenen Fenstern? Das Leben im Kiez fordert dieser Tage eine Menge Entscheidungen von uns. Neu dabei im Angebot: Mit wem soll ich Müll sammeln? Mit Sunčica Klaas, Direktkandidatin für die Grünen bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus im September? Mit Linda Vierecke in gleicher Position bei der SPD? Oder mit einer der vielen BSR-Kehrenbürger-Aktionen? Seitdem die Aushänge der beiden Politiker:innen die Hauseingänge in meiner Straße zieren, bin ich zwiegespalten: Einerseits finde ich es super, wenn sich die Politik gemeinsam mit der berühmten Stadtgesellschaft pragmatisch eines Problems annimmt, hier "Überall liegt Müll und es nervt". Andererseits frage ich mich, ob besagte Politik ihre Zeit nicht besser nutzen könnte – etwa mit der Finanzierung und Koordination von Unternehmen, die das mit dem Müll professionell und damit vermutlich auch effizienter regeln könnten? Beispiel Altkleider, deren Entsorgung bei uns nicht läuft ([ihr erinnert euch](https://www.loky.news/altkleider-parkklinik-weissensee-markt-helmholtzplatz/)): Unlängst war ich in Düsseldorf, wo neben jedem Altglas- auch ein Altkleidercontainer steht. Beides wird regelmäßig geleert. Darum kümmert sich ein [örtliches Entsorgungsunternehmen.](https://www.awista-kommunal.de/privathaushalte/abgabemoeglichkeiten/depotcontainer?ref=loky.news) Ergebnis (Überraschung!): Saubere Straßen. Erkenntnis: Es geht! In den kommenden Monaten wollen wir uns bei loky\* noch intensiver mit den größten Herausforderungen in unseren Kiezen beschäftigen – und den Antworten, die die lokale Politik darauf gibt. Sind schließlich im Herbst Wahlen, s. oben. Das wird richtig gut. Weil wir das gemeinsam mit euch machen! Los geht's jetzt, mit dieser Frage: Was sind aus eurer Sicht die größten Herausforderungen? Die drängendsten Probleme? Die tollsten Chancen? Schreibt mir eure Wünsche an Berlin im Allgemeinen und uns als Redaktion in Zeiten des Wahlkampfs im Speziellen an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder [direkt in unseren Briefkasten. ](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news) Ich freu' mich auf Post! 💡 Im Newsletter folgen: ****Kurznachrichten**, ein Text zum Thema "****Dicke Luft im Volkspark Friedrichshain"** sowie ****Veranstaltungs-Tipps.** --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/IMG_0361-1.jpeg) Unser Pankow-Süd soll schöner werden. **Beteiligung in Pankow-Süd:** Wenige Spielplätze, miese Radwege, ausufernde Versiegelung. So sieht's im Tiroler Viertel, dem Neumannkiez und Teilen des Kissingenviertels aus. Der Bezirk will das ändern und Pankow-Süd mit einem Entwicklungskonzept grüner, sicherer und kinderfreundlicher machen. Beteiligen könnt ihr euch bei [Veranstaltungen](https://mein.berlin.de/projekte/stadtebauliches-entwicklungskonzept-pankow-sued/information/?ref=loky.news) im Mai und Juni – oder ab 20\. Mai auch online (Link noch offline). (Quelle: [Stadt Berlin](https://mein.berlin.de/projekte/stadtebauliches-entwicklungskonzept-pankow-sued/information/?ref=loky.news)) **Mokka-Milch-Eisbar**: Die eröffnet Samstag im Kaffee Moskau in der Karl-Marx-Allee nach über 35 Jahren wieder. In Ostberlin war sie das, was man heute Szene-Location nennen würde. Nach der Wende war Schluss. Nur der gleichnamige [Schlager](https://www.youtube.com/watch?v=WqFNC3QOqEs&ref=loky.news) überlebte. Jetzt gibt's Kaffee, Coworking und Pilates (u.a.) (Quelle: [Mokka-Milch bei Instagram](https://www.instagram.com/p/DYWxqMJCndX/?img%5Findex=1&ref=loky.news)) **Fontäne im Weißen See:** Sie soll wieder sprudeln ([was sie aktuell nicht tut](https://www.loky.news/fontaene-weisser-see-markt-helmholtzplatz/)). Geld dafür ist beantragt. Unklar ist noch, ob die Pumpe repariert oder ersetzt wird. Die komplette Abschaltung ist vom Tisch. ([Kleine Anfrage der SPD ans Bezirksamt Pankow](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/ka020%5Fr.asp?KALFDNR=5035&ref=loky.news)) **Margot Friedländer:** Seit vergangener Woche hat das Grab der vor einem Jahr verstorbenen Holocaust-Überlebenden und Zeitzeugin auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee einen Grabstein. So entspricht es der jüdischen Tradition. Darauf die Botschaft "Seid Menschen". Zudem wurde der Platz vor dem Berliner Abgeordnetenhaus, gegenüber vom Gropius-Bau, in Margot-Friedländer-Platz umbenannt. (Quellen: [BZ](https://www.bz-berlin.de/berlin/margot-friedlaenders-auftrag-ist-jetzt-unser-auftrag?ref=loky.news), [rbb](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/05/berlin-margot-friedlaender-platz-abgeordnetenhaus.html?ref=loky.news)) **Leere Kitas**: Seit 2019 ist die Zahl der Kita-Kinder im Bezirk Pankow um 16 Prozent zurückgegangen, auf 18.581\. Nur 77 Prozent der Plätze sind aktuell belegt; schlechter sieht es nur in Friedrichshain-Kreuzberg aus. Bis 2040 soll Pankows Bevölkerung zwar wachsen, der Anteil der unter 7-Jährigen aber weiter sinken – um 6 Prozent. Der krasseste Rückgang wird am Helmholtzplatz erwartet: minus 18,9 Prozent. Wie die Kitas damit umgehen? [Steht bei uns](https://www.loky.news/loky-kita-plaetze-abbau-prenzlauer-berg/). (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/einst-wartelisten-jetzt-leere-kitas-neueste-daten-belegen-dramatischen-kinderschwund-in-berlins-familienbezirk-15590501.html?ref=loky.news)) **DingDong PingPong:** Das Tischtennis-Startup expandiert in die Kulturbrauerei. Der neue Standort eröffnet am 27.5\. in der Danziger Straße. Sogar Harry Styles spielte schon in der anderen Filiale in der Prenzlauer Allee, geöffnet 24/7\. (Quelle: [DingDong Ping Pong](https://kulturbrauerei.dingdongpingpong.club/?ref=loky.news)) **80 Jahre Udo:** Ein Teil unseres Jobs ist es, Alerts zum Begriff "Pankow" zu scannen. Da gab es zuletzt viel zu tun, weil Udo Lindeberg am Sonntag 80 wurde (#panikrocker #sonderzug). Wer noch nicht zu viel hat: Pankows Tourismus-Marketing hat eine[ kostenlose Audio-Tour ](https://de.guidemate.com/guide/Pankow-Music-Tour-60b0f739bb09dc3fb8ed60ab?ref=loky.news)durch den Kiez im Angebot; der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (BAB) seine Info-Broschüre zum legendären Auftritt Udos im Palast der Republik 1983 aktualisiert ([Download](https://www.aufarbeitung-berlin.de/bildungsarbeit/publikationen?ref=loky.news)). (Quellen: Nette Hinweise per Mail) **Hochwasser-Check**: Wie hoch steigt das Wasser vor meiner Haustür bei Starkregen? Kann jeder im [neuen Infoportal des Landes Berlin](https://hochwasser.berlin.de/?ref=loky.news) (Untertitel "Krass, ist das nass!") überprüfen. Das Überflutungs-Risiko in der loky\*-Redaktion in der Schönhauser ist übrigens "sehr hoch". Tipps für Vorsorge, Notfall und das Danach gibt's auch. (Quelle: [Senatsverwaltung für Klimaschutz](https://www.berlin.de/sen/uvk/presse/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1670275.php?ref=loky.news)) **Ben identifiziert:** Die Berliner Polizei weiß nun, wer der bekannte Weißenseer Obdachlose [war](https://www.loky.news/zweckentfremdung-unfall-m4-volksbegehren/), der im März verstorben ist.(Quelle: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article411936828/obdachloser-ben-in-weissensee-gestorben-schwester-identifiziert-ihn.html?ref=loky.news)) **Status-Bericht:** Uns geht es im Berlin-Vergleich gut. Das zeigt das Monitoring Soziale Stadtentwicklung. Auf der Status-Skala von sehr niedrig bis hoch liegt das loky\*-Gebiet zwischen mittel und hoch. Laut Monitoring gibt's: durchschnittliche oder sogar unterdurchschnittliche Arbeitslosigkeit, wenig Kinderarmut, wenig Haushalte mit alleinerziehenden Eltern. Verhältnismäßig wenige Menschen müssen etwa ihr Gehalt aufstocken. Nur der Kiez rund um den Volkspark Prenzlauer Berg gilt als "Gebiet mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf", also Förderbedarf. (Quelle: [Monitoring Soziale Stadtentwicklung Berlin 2025](https://www.berlin.de/sen/sbw/stadtdaten/stadtwissen/monitoring-soziale-stadtentwicklung/bericht-2025/?ref=loky.news)) **Suppenküchen-Hilfe:** Der Straßenfeger in der Storkower Straße sucht Ehrenamtliche, die auch langfristig Zeit haben, in ihrer Übrigküche für Obdachlose mitzuarbeiten. (Quelle: [Straßenfeger bei Instagram](https://www.instagram.com/p/DYBnotECqdW/?ref=loky.news)) --- ## Thema: Dicke Luft im Volkspark Friedrichshain ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/RauchWiense.jpg) Habemus Rauchproblem. (Quelle: [Fotograf und Leser Friedemann Schmidt](https://geosetter.de/about-de/?ref=loky.news)) ### Worum geht’s? Das mit dem Grillen im Kiez ist so eine Sache: Auf dem Balkon sind Kohlegrills oft verboten, und einfach im Park aufstellen geht auch nicht – wegen Brandgefahr, und um Natur und Nachbarschaft nicht übermäßig zu belasten. Wohin also? Die Bezirke haben ein paar offizielle Grillplätze [ausgewiesen](https://www.berlin.de/special/2431087-208-grillen-in-berlin.html?ref=loky.news) – in unserer Nachbarschaft im Mauerpark, Monbijoupark und dem Neuen Hain im Volkspark Friedrichshain. Klingt nach einer guten Lösung. Ist es aber nicht für alle, denn auch offizielle Grillplätze haben Anwohner:innen, die unter Lärm, Rauch, Müll und Ratten leiden. ### Was sagt die Nachbarschaft? Hanna lebt im Raucheinzugsgebiet der Grillwiese am Neuen Hain und hat uns geschrieben: „Nachmittags und abends kann man dort kaum noch hingehen, wenn man noch atmen möchte. Morgens sieht man dann die Konsequenzen: Der Rasen wird beschädigt, überall liegt Müll herum, und das Gebüsch stinkt, weil es als öffentliche Toilette genutzt wird. Die Joggingrunde fühlt sich dadurch nicht mehr erfrischend an. Darf es wirklich sein, dass ein Drittel des Parks für Sportler, Hundespaziergänger, Kinder etc. praktisch nicht mehr nutzbar ist?“ Auch Linda schreibt: „Wir haben versucht, mit Beschwerden auf verschiedensten Ebenen (Ordnungsamt, Polizei, Stadträtin, BVV, in den einzelnen politischen Fraktionen..) Gehör zu bekommen und Änderungen (Verbesserungen) für uns, Umwelt und Parkbesuchende zu erwirken. Wir hatten bisher wenig Erfolg.“ ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/2864-1-1.jpg) (Grill)-Nebel am Volkspark. ### Warum ist das wichtig? Der Park um die Ecke ist unser verlängertes Wohnzimmer, unser Fitnessstudios, der Ort für die Kindergeburtstags-Schnitzeljagd und der Café-Ersatz in Zeiten von 6-Euro-Kaffee-Latte. Er ist nah. Sein Besuch kostet nichts. Er ist offen für alle. Das ist toll und jeder Einzelfall (bzw. einzelne Grill) kein Problem. Doch wenn an einem warmen Wochenende halb Berlin auf einer kleinen Wiese brutzelt, summieren sich Lärm, Rauch und Müll schnell zu: zu viel. ### Was sagt der Bezirk? Viele der Betroffnenen leben im Bötzowkiez – also im Bezirk Pankow. Der Park gehört aber zum Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Der setzt auf eine Kombi aus Präsenz und Sensibilisierung, um gegen Lärm- und Geruchsbelästigung vorzugehen, wie er auf loky\*-Anfrage erklärt: - Mitarbeiter:innen des Park- und Kiezmanagements sowie Parkläufer:innen überwachen die Grillordnung, vermitteln bei Konflikten und rufen – wenn nötig – Ordnungsamt und/oder Polizei. - Im Neuen Hain hängen die Grillregeln in mehreren Sprachen aus. Außerdem wird auf die[alternativen Standorte](https://www.berlin.de/special/2431087-208-grillen-in-berlin.html?ref=loky.news)hingewiesen. - Beim Thema Müll wurde nachgebessert: Es gibt mehr Aschecontainer und Mülltonnen, die täglich geleert werden. In der BVV Friedrichshain-Kreuzberg war der Grillstreit im Januar Thema: Ein Antrag der CDU, der viele Maßnahmen bis hin zu einem kompletten Grillverbot forderte, wurde nach Diskussion in den Ausschüssen von der BVV abgelehnt. ### Wie geht’s weiter? Die Anwohner:innen fordern weiterhin: - eine konsequente Durchsetzung der Regeln, - ein Verbot von Großveranstaltungen und lauter Musik, - eine Räumung der Grillwiese um 22 Uhr, - grillfreie Tage und, wenn alles nichts hilft, auch - die Schließung der Grillfläche. Sie haben eine [Petition](https://innn.it/grillwiese-friedrichshain?ref=loky.news) gestartet. Mehr als 8.000 Menschen haben schon unterschrieben. (loky\*-Anfrage beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, [BVV-Tagung in Friedrichshain-Kreuzberg](https://www.youtube.com/live/SHwPs0dc0JA?is=m5wtZvvNm4sDNU9Q&ref=loky.news), [Neuer Hain](https://www.neuer-hain.de/grillen-im-volkspark?ref=loky.news)) --- Aus der Redaktion ![CTA Image](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/2026-05-05_MediaForwardFund_Deep-Dive_0718.jpg) Apropos Düsseldorf: Mein loky\* *\-*Mitgründer Philipp und ich waren dort unlängst nicht, um die dortige Müll-Strategie zu checken. Sondern, um bei einem Event des Media Forward Funds loky\* und die tolle Zusammenarbeit mit euch, also unseren Leserinnen und Lesern, vorzustellen. Und wir hatten die Gelegenheit, uns mit anderen spannenden Mediengründungen auszutauschen – etwa [andererseits](https://www.andererseits.org/?ref=loky.news), dem Magazin für Behinderung und Gesellschaft, dem Sachsen-Anhalt-Podcast [Dazwischen](https://detektor.fm/serien/dazwischen-sachsen-anhalt-podcast?ref=loky.news) oder lokalen Angeboten aus der Schweiz wie [Tsüri](https://tsri.ch/?ref=loky.news) und [Bajour](https://bajour.ch/?ref=loky.news). Themen waren u.a. auch Kampagnen zur Gewinnung von zahlenden Mitgliedern, denn langfristig soll sich auch loky\* neben Sponsorings überwiegend durch seine Mitglieder finanzieren. Das war motivierend und toll. (Grüße geh'n raus!) --- ## Machen **Offene Bio-Backstuben:** Führungen, Backkursen und Mitmachaktionen. Mit dabei: BioBackhaus, Zeit für Brot und Jute Bäckerei (18.–23.5., [mehr](https://bio-baecker-berlin-brandenburg.de/programm/?ref=loky.news#1205)). **Wohnstadt Carl Legien**: Rundgang zu Architektur, Stadtplanung und Ideen des Neuen Bauens der 1920er-Jahre. Anmeldung erforderlich (20.5., 17–18.30 Uhr, [mehr)](https://www.visitberlin.de/de/event/die-wohnstadt-carl-legien-die-urbanste-im-unesco-welterbe-siedlungen-der-berliner-moderne?ref=loky.news). **Sozialkulturmarkt:** Vereine und Initiativen stellen ihre Arbeit vor – mit Bühnenprogramm, Beratung und Mitmachaktionen, Antonplatz (21.5., 15–18.30 Uhr, [mehr](https://www.ehrenamt-pankow.berlin/angebote/20-sozialkulturmarkt-2026/?ref=loky.news)). **Berlinale-Gewinner:** „Yellow Letters – Gelbe Briefe“ im Open-Air-Kino Freilichtbühne Weißensee (22.5., 21.30 Uhr, [mehr](https://freilichtbuehne-weissensee.de/events/yellow-letters-gelbe-briefe/?ref=loky.news)). --- Der Grill-Text stammt von Anna-Lena; ums Machen hat sich Emilia gekümmert, und Johann und Lena haben Kurzmeldungen zugeliefert. Habt eine gute Woche und bis Freitag! Juliane von loky\* --- Dieser Newsletter entsteht im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem Media Forward Fund. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei loky\*. ### "Das Verfahren ruht" URL: https://www.loky.news/zweckentfremdung-unfall-m4-volksbegehren/ Last updated: 2026-05-27T17:24:59.000Z Ihr Lieben. Wer braucht [Barbaras Rhabarberbar,](https://youtu.be/ZYkBf0dbs5I?si=ZsbBYi36Os2YICrO&ref=loky.news) wenn er auch Begriffe wie "Gehwegvorstreckung", "Globalsummenzuweisung" oder "konzeptionelle Verkehrskonzeption zur Unterbindung der Schleichverkehre" haben kann? Man muss nur lange genug mit Berliner Lokalpolitik zu tun haben. Schon geht einem derart Sperriges mühelos über die Lippen. Ein weiteres Beispiel: "Zweckentfremdungsverbot". Seit über zehn Jahren verbietet es Berlin, Wohnungen vom Zweck des Wohnens zu entfremden – sie also etwa als Ferienwohnungen zu vermieten oder leer stehen zu lassen. Doch während die Aussprache bei allen Berliner Behörden problemlos verläuft, hakt es bei seiner Umsetzung. Unsere Autorin Cornelia Liedtke hat sich reingefuchst in das Thema. Ihren Text (sowie viele Tipps für die kommenden Tage) findet ihr nach dem Scrollen. Ja, damit ist unser Newsletter etwas länger als gewöhnlich. Aber da ihr ja ab Donnerstag eh alle in der Uckermark urlaubt, ist es (kleine Vorwarnung) in dieser Woche auch die einzige Ausgabe. --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/IMG_0336-1-1.jpg) Ab jetzt mit eigener Webpräsenz: dieses Drehkreuz. **Cantian-Run:** Ist die Laufbahn am Cantianstadion heute offen – oder nicht?! Nachdem Sven aus unserer Community einmal zu oft vor verschlossenem Drehkreuz gestanden hatte, war er so wütend, dass er eine Website mit App aufgesetzt hat: ["Ist die Bahn heute offen?"](https://cantianstadion.run/?ref=loky.news) Zum Mitgucken und Mit-Melden, kostenlos. (Quelle: Mail von Sven) **Tote Jungvögel:** Die entdeckte Reemt aus unserer Community im Gleimkiez auf der Straße und fragte besorgt: Was ist da los? Wassermangel? Insektenmangel? Katzenüberschuss? Der Nabu Berlin antwortet: Das ist im Frühjahr (leider) üblich, etwa weil starker Wind die Nester aus den Bäumen weht, Katzen jagen oder Nahrung fehlt. Also kein Grund zur Panik. Generell ist es aber wichtig, in Zeiten von Vogelgrippe & Co bei toten Vögeln wachsam zu sein. (Quelle: loky\*-Anfrage beim Nabu Berlin) **Volksbegehren geplatzt:** „Berlin autofrei“ hat nur 140.000, „Berlin werbefrei“ nur 43.000 von jeweils 175.000 benötigten Unterschriften gesammelt. Das Verkehrsentscheid-Team erklärt das auch mit Politikverdrossenheit, weil "bringt in Berlin ja eh nichts". (Quelle: [rbb](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/05/volksbegehren-berlin-werbefrei-gescheitert.html?ref=loky.news), Pressemitteilung Berlin Autofrei per Mail) **Tram-Unfall:** Letzte Woche wurde ein Zehnjähriger von der M4 erfasst, als er am Antonplatz die Schienen überqueren wollte. Mittlerweile ist er außer Lebensgefahr. Immer wieder gibt es gefährliche Unfälle entlang der M4\. Den einen, besonders gefährlichen und damit umzubauenden Ort gibt es aber nicht. (Quelle: [Polizei Berlin](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2026/pressemitteilung.1668853.php?ref=loky.news)) **Hübsch-oder-hässlich-Hecke:** Die Benjeshecke um den Weißen See ist fast fertig. Sie soll Wildbaden verhindern und Unterschlupf für Tiere und Insekten bieten. Nicht alle finden’s gut: Neu gepflanzte Sträucher wurden direkt ausgerissen; der Berliner Kurier nennt sie „Hässlich-Hecke“. Was denkt ihr? (Quelle: [Berliner Kurier](https://www.berliner-kurier.de/berlin/berlin-weissersee-hecke-millionenprojekt-li.10034863?ref=loky.news)) **Dotori schließt:** Das koreanische Restaurant galt als Weißenseer Restaurant-Perle; im Juli wird dort die letzte Runde Soju ausgeschenkt. Das Amt erlaube zu wenige Sitzplätze; der Betrieb lohne nicht mehr, so die Macher. Ein weiterer [Gastro-Sterbefall](https://www.loky.news/gastronomie-schliessungen-corona-probleme/) im Kiez. (Quelle: [Dotori auf Instagram](https://www.instagram.com/p/DWLiVWdDYUx/?utm%5Fsource=ig%5Fweb%5Fcopy%5Flink&igsh=MzRlODBiNWFlZA%3D%3D)) **Brotsommelier:** Erinnert ihr euch noch an den Auftritt des Brot-Experten in den Arcaden[ in der vergangenen Woche?](https://www.loky.news/altkleider-parkklinik-weissensee-markt-helmholtzplatz/) Das Ergebnis seines Tests: Die Bäckereien John, Siebert und Beumer&Lutum sind mega (= erhalten Goldstatus). Liebling des mit-testenden Publikums: das Roggenmischbrot von Siebert. (Quellen: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article411861515/frisch-gebacken-und-getestet-aus-diesem-bezirk-kommt-das-beliebteste-brot.html?ref=loky.news), [Deutsches Brotinstitut](https://www.brotinstitut.de/baeckerfinder?ref=loky.news)) **Wer kennt Ben?** Das LKA Berlin bitte um [Hinweise](mailto:KA124Hinweise@polizei.berlin.de) zur Identifizierung von Ben, der seit Jahren als Obdachloser in Weißensee lebte. Er starb Mitte März in der Park-Klinik. (Quelle: [Polizei Berlin](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2026/pressemitteilung.1669301.php?ref=loky.news)) **Brunnen-Putz:** Der Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus wird bis Ende des Jahres grunderneuert, für 1,2 Mio. Euro. (Quelle: [Bezirksamt Mitte)](https://www.berlin.de/ba-mitte/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1669246.php?ref=loky.news) --- ## Hintergrund: Zweckentfremdungsverbot ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/Wohnunggersucht.jpeg) Wohnen im Kiez, Symbolbild. ### Worum geht es? In Berlin fehlt Wohnraum. [Laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung](https://www.berlin.de/sen/stadtentwicklung/planung/stadtentwicklungsplaene/step-wohnen-2040/?ref=loky.news) braucht die Stadt bis 2040 über 220.000 neue Wohnungen: 85.000, um neu hinzukommenden Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben. Den Rest, um den überspannten Markt – und damit uns – zu entlasten. Je zentraler und dichter bebaut die Viertel sind, desto höher sind Nachfrage und Preise. Und desto weniger Möglichkeiten für Neubau gibt es. Damit sind wir besonders betroffen. Umso wichtiger, dass in unseren Kiezen vorhandener Wohnraum tatsächlich als solcher genutzt wird. Bereits 2014 trat das – s. oben, sperriger Name –[ Gesetz über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum](https://gesetze.berlin.de/bsbe/document/jlr-WoZwEntfrGBErahmen?ref=loky.news) in Kraft. Zweckentfremdung heißt, dass Räume, die beim Bau des Hauses als Wohnung genehmigt wurden, für etwas anderes genutzt werden als für die Langzeit-Vermietung. Das Gesetz verbietet es in Berlin, Wohnungen - mehr als 90 Tage im Jahr als Ferienwohnung zu vermieten. - länger als drei Monate leer stehen zu lassen. - abzureißen, wenn nicht bezahlbarer Ersatz geschaffen wird. Bei Verstoß haben die Behörden verschiedene Möglichkeiten, um aus den Räumen wieder Wohnungen zu machen. Bußgelder bis zu 500.000 Euro sind möglich. Doch das Gesetz scheint nicht zu greifen: **Ferienwohnungen** - [Offiziell genehmigt](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-21276.pdf?ref=loky.news) sind gut 4.300; die meisten davon in Pankow, Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg. - Wie hoch die Dunkelziffer ist? Unklar. Laut Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD) gibt es in ganz Berlin insgesamt [etwa 10.000 illegale Ferienwohnungen](https://taz.de/Zweckentfremdung-von-Wohnraum/!6147214/?ref=loky.news). - In den Medien kursiert seit Jahren die Zahl 40.000 als Gesamtzahl der Ferienwohnungen in Berlin. Sie stammt aus einem [Bericht](https://www.parlament-berlin.de/ados/19/IIIPlen/vorgang/d19-2082.pdf?ref=loky.news) des Berliner Landesrechnungshofs, der sich wiederum auf eine Schätzung des [Ferienhausverbandes](https://www.deutscher-ferienhausverband.de/wp-content/uploads/2021/06/21-06%5FStellungnahme%5FDFV%5FZweckentfremdungsgesetz%5FBerlin.pdf?ref=loky.news) (Stand 2021) bezieht. Demnach kommen in ganz Berlin zu 12.000 Ferienwohnungen 26.500 Homesharing-Angebote (12.000+26.500=38.500). Die Hälfte dieser Homesharing-Angebote sind aber einzeln untervermietete Zimmer. Zudem wird nur jedes zehnte dieser Angebote mehr als 180 Tage im Jahr an Besuchende vermietet. Der Lobbyverband ApartmentAllianz spricht insgesamt von [6.000](https://www.apartmentallianz.net/post/erste-studie-zum-ferienwohnungsmarkt-berlin-deutschehauptstadt-verf%25C3%25BCgt-%25C3%25BCber-6-000-ferienwohnungen?ref=loky.news) Ferienwohnungen. - Über die [Berliner Meldestelle für Zweckentfremdung](https://service.berlin.de/dienstleistung/352954/?ref=loky.news) wurden von 2014 bis 2024 mehr als 24.000-mal vermeintlich illegale Ferienwohnungen [gemeldet](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-21276.pdf?ref=loky.news) – die Zahlen von Pankow und zwei weiteren Bezirken fehlen in der Statistik allerdings. Von den Bezirken verfolgt wurden im selben Zeitraum etwas mehr als 13.000 Fälle. **Leerstand**: Das Amt für Statistik spricht mit Verweis auf den Zensus 2022 von [40.700 Wohnungen.](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-20607.pdf?ref=loky.news) **Insgesamt**: Eine unlängst veröffentlichte Studie von Unternehmerverbänden beziffert die Gesamtanzahl der durch Zweckentfremdung entzogenen Wohnungen insgesamt auf [26.000](https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-wirtschaft/100000-neue-wohnungen-fur-berlin-wie-die-berliner-wirtschaft-das-wohnungsproblem-losen-will-15115694.html?ref=loky.news). Eindeutige Zahlen gibt es also nicht. Aber dass das Zweckentfremdungsverbot in Berlin nicht konsequent durchgesetzt wird, bestreitet kaum jemand. ### Warum ist das wichtig? Wenn Gesetze nicht durchgesetzt werden, entsteht der Eindruck von Willkür. Im Falle des Zweckentfremdungsgesetzes geht es also nicht nur um hohe Mieten und fehlenden Wohnraum – sondern auch um das Vertrauen in den Rechtsstaat. ### Zweckentfremdung konkret: Fünf Beispiele ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/Balkon.jpeg) Wer mit offenen Augen durch unsere Kieze in Pankow und Mitte läuft, entdeckt zahlreiche Beispiele: **Oderberger Straße: Ferienwohnungen** - In einem Haus werden acht Ferienwohnungen angeboten, laut Betreiber-Homepage aktuell für 127 bis 615 Euro pro Nacht. - Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung, Cornelius Bechtler (Grüne), teilt mit: Hier liegt keine Genehmigung vor; der Bezirk hat 2017 Klage erhoben. Auf Antrag des Bezirks ruht der Fall jedoch, weil Verfahren mit denselben Rechtsfragen noch nicht entschieden wurden. Vorerst wird die Nutzung geduldet. - Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hingegen erklärt: Nach seiner Kenntnis sind derzeit keine Verfahren anhängig, in denen diese Rechtsfragen sicher geklärt werden. - Der Betreiber der Ferienwohnungen äußert sich auf Anfrage nicht. **Choriner Straße: Ferienwohnungen** - Hier werden 11 Wohnungen als Ferienwohnungen angeboten – laut Booking.com aktuell zu Preisen zwischen 179 und 537 Euro pro Nacht. - Auch hier gibt es laut Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung keine Genehmigungen. Die Nutzung wird wegen ungeklärter Rechtsfragen geduldet. Maßnahmen wurden nicht eingeleitet; auch ein Klageverfahren läuft nicht. - Der Betreiber sagt: Die Ferienwohnungen stehen auf einer Moratoriumsliste des Bezirks; der Betrieb wurde zu keinem Zeitpunkt untersagt. Es besteht eine enge Abstimmung mit dem Bezirk. Er kritisiert das Zweckentfremdungsverbot, weil es andere Gewerbe wie Arztpraxen oder Anwaltskanzleien nicht verbietet. **Stendaler Straße: Leerstand** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/04/Stendaler.jpeg) - Seit rund zehn Jahren stehen in einem großen Mehrfamilienhaus viele Wohnungen leer. Menschen lebten erst hinter Bauplanen, zogen dann aus. Wohnungen wurden als Eigentum angeboten, aber viele nicht fertiggestellt. Immer wieder beantragte die Eigentümer-Firma die Genehmigung des Leerstandes mit Verweis auf Bauarbeiten. Gleichzeitig gab es kaum Fortschritte. - Der zuständige Bezirk Mitte hat für einen Teil-Zeitraum von einigen Monaten, in denen keine Leerstands-Genehmigung beantragt wurde, ein Bußgeld verhängt. Doch der Eigentümer legte Rechtsmittel ein; das Verfahren läuft. Die Wohnungen stehen weiterhin leer. **Schwedter Straße: Leerstand** - Seit Jahren stehen in einem Haus die allermeisten Wohnungen leer; das Gebäude verfällt zunehmend. - Angeblich soll das Gebäude abgerissen werden. Der Bezirk Mitte möchte sich hierzu nicht äußern. Dass er gegen den Leerstand nicht vorgeht, begründet er mit ungeklärten Eigentumsverhältnissen – eine Erbengemeinschaft aus weltweit verstreuten 14 Personen besitze das Gebäude. - Warum er nicht für die Vermietung der Wohnungen – wie vom Gesetz vorgesehen – einen Treuhänder einsetzt, erklärt der Bezirk nicht. **Arkonaplatz: Abriss** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/Arkonaplatz-1.jpg) - 2025 wurde ein Altbau mit mehreren Wohnungen abgerissen; nun wird neu gebaut. - Nach dem Gesetz kann Abriss von Wohnraum genehmigt werden, wenn ein besonderer Ausnahmefall vorliegt und neuer Wohnraum mit angemessenen Mieten geschaffen oder dieser selbst genutzt wird. - Als Richtwert für die Miete nennt das Land Berlin rund 10 Euro pro Quadratmeter und orientiert sich damit an Vorgaben der Gerichte. Doch die hier mit dem Bezirk Mitte vereinbarten Anfangsmieten liegen im Schnitt bei 20 Euro pro Quadratmeter. Der Bezirk begründet das damit, dass die Senatsverwaltung die 10 Euro erst nach dem Abriss vorgegeben habe. Doch die gesetzliche und gerichtliche Vorgabe einer bezahlbaren Miete gab es auch schon im vergangenen Jahr. - Zudem sollen Wohnungen als Eigentumswohnungen verkauft werden. Warum hier der vom Gesetz geforderte besondere Ausnahmefall vorlag, der den Tausch rechtfertigt, erklärt der Bezirk nicht. ### Warum funktioniert das Gesetz nicht? Dem Zweckentfremdungsgesetz mangelt es nicht an Instrumenten: hohe Bußgelder, Gewinnabschöpfung, Zwangsmaßnahmen, Treuhänderlösungen. Doch diese werden häufig nicht genutzt. Als Gründe nennen die Bezirke Personalmangel, komplexe Verfahren, ungeklärte Rechtsfragen und fehlende Digitalisierung. Die angefragte Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sieht dennoch keinen Handlungsbedarf. Hinzu kommt eine zersplitterte Zuständigkeit, wenn Eigentümer:innen gegen die Bußgeldbescheide vom Bezirk Einspruch erheben. Denn Verfahren vor Gericht werden nicht von den Bezirken selbst, sondern von Amtsanwält:innen geführt. Die erscheinen laut Bezirken in aller Regel nicht einmal zur mündlichen Verhandlung und wehren sich auch nicht, wenn die Gerichte die Bußgelder reduzieren. Zu den Gründen hierfür äußert sich die Amtsanwaltschaft auf Anfrage nicht. ### Und jetzt? Einzelne können staatliche Stellen nicht zum Handeln zwingen, aber Druck erzeugen: [Zweckentfremdung melden](https://service.berlin.de/dienstleistung/352954/?ref=loky.news), nachfragen, Antworten einfordern. Das geht allein, gemeinsam mit der Nachbarschaft oder in einer der vielen Initiativen, die es bereits gibt, etwa [Pankow gegen Verdrängung](https://pankow-gegen-verdraengung.de/?ref=loky.news). *Text und Fotos: Cornelia Liedtke. Cornelia arbeitet hauptberuflich als Rechtsanwältin und nebenher auch journalistisch.* --- Was meint ihr? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht – als Zweckentfremdungs-Meldende? Ferienwohnungsbetreiberinnen? Nachbarn? Schreibt uns gerne an [redaktion@loky.news](mailto: redaktion@loky.news) oder [direkt in unseren Briefkasten.](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news) --- ## Community Nach unserem kleinen [Trinkbrunnen-Deep-Dive](https://www.loky.news/olympia-bewerbung-und-baustelle-schonhauser-allee/) inklusive [Karte](https://www.bwb.de/de/trinkbrunnen.php?ref=loky.news) mit Standorten hat uns Simoné geschrieben: "Die Übersicht in der verlinkten Karte ist offenbar nicht vollständig. Es gibt einen Trinkbrunnen am Classen-Platz, der nicht gelistet ist. Vielleicht gibt es mehr als städtische Angebote? Wer weiß, wie viele andere Brunnen in der Karte fehlen?" Ich habe nochmal nachrecherchiert und gelernt: - Der Brunnen am Gerdrud-Classen-Platz ist recht neu und fehlt vermutlich deshalb. - Es gibt eine ["Berliner Erfrischungskarte"](https://erfrischungskarte.odis-berlin.de/filters?latitude=52.53855818737618&longitude=13.399473294401005&zoom=13.287879944482862&places=6&ref=loky.news), in der neben Trinkwasserbrunnen auch Bänke, Picknickplätze, Wasserspielplätze und öffentliche Klos eingetragen sind. Die ist offenbar aktueller, denn da ist der Classen-Platz dabei. Habt ihr noch was zu ergänzen? Auch hier gerne Post an[ redaktion@loky.news](mailto: redaktion@loky.news) oder [in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). --- ## Machen **Theatertreffen:** die bedeutendsten Inszenierungen des Jahres mit Gesprächen und Rahmenprogramm. Noch bis 17.05\. (rechtzeitig Tickets sichern!, [mehr](https://www.berlinerfestspiele.de/theatertreffen?ref=loky.news)). **BSR-Sperrmülltag:** kostenloses Loswerden auf dem Parkplatz an der Vinetastraße (12.05., 13–18 Uhr, [mehr](https://www.bsr.de/meinkieztag?ref=loky.news)). **Orgelfestival:** international, in der Herz-Jesu-Kirche, kostenfrei (12.5\. und 24.05., [mehr](https://www.bernhard-lichtenberg.berlin/b/2-internationales-orgelfestival-in-herz-jesu-vom-28-4-24-5-2026-218486?utm%5Fsource=Widget+on+www.bernhard-lichtenberg.berlin%2Fgemeinden%2Fherz-jesu&utm%5Fmedium=Widgets)). **Suppe im Frühling:** jeden Mittwoch im Stadtteilzentrum Pankow: Bio-Suppe auf Spendenbasis, einfach vorbeikommen (ab 12 Uhr, [mehr](https://www.stz-pankow.de/angebote/mittwoch-ist-suppentag/?ref=loky.news)). **Puppenspielkunstfestival:** "Puls und Peilung" von Studierenden der Ernst Busch, Schaubude, überwiegend kostenfrei, Ticketvergabe an der Abendkasse (14.–17.05., [mehr](https://www.hfs-berlin.de/aktuelles/veranstaltungen/puls-und-peilung-2026/?ref=loky.news)). **Pink Floyds „The Dark Side of the Moon“:** 360°-Show um 23 Uhr im Planetarium (15.05., + weitere Termine, [mehr](https://www.planetarium.berlin/veranstaltungen/pink-floyd-dark-side-moon-50years?ref=loky.news)). **ESC im Peter Edel:** glamouröse Party und Public Viewing. Tickets kostenlos online (16.05., 19 Uhr, [mehr](https://aboutix.de/event/eurovision-song-contest-2026/?ref=loky.news)). --- Das nenne ich Team-Work: Die Zweckentfremdungs-Recherche kommt von unserer Autorin Cornelia; Machen von Emilia; einige Kurzmeldungen stammen von unserer neuen Kollegin Lena. Und Anna-Lena hat beim Redigieren unterstützt. Wir lesen uns wieder in einer Woche. Macht's euch schön und genießt das (hoffentlich) lange Wochenende. Ciao Kakao! Juliane von loky\* --- Dieser Newsletter entsteht im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem Media Forward Fund. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei loky\*. ### Olympia-Deko und Wasser-Loch URL: https://www.loky.news/olympia-bewerbung-und-baustelle-schonhauser-allee/ Last updated: 2026-05-08T04:30:52.000Z Ihr Lieben. Ich bin ja wirklich nicht sportbegeistert. Nächster Berührungspunkt ist wahrscheinlich mein Nachbar, der so lautstark jedes Bundesliga-Spiel kommentiert, dass ich im Laufe der Jahre doch das ein oder andere Fach-Vokabular gelernt habe: "Ja, ja, ja, jaaaa!" und "Da muss doch einer stehen!" (alles Weitere erspare ich euch). Wenn ich mir die Olympia-Pläne des Senats – ich sag' nur Hula-Hoop-Alex – allein optisch anschaue, bin ich mir aber gar nicht so sicher, ob der da wirklich so stehen sollte... Mehr dazu weiter unten. Kleiner Spoiler: Da wurde ganz tief in die KI-Trickkiste gegriffen. Aber jetzt erstmal: --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/Werbungs-Plakat-1.jpeg) Anti-Werbung-Werbung. **Bürgerentscheids-Endspurt:** Wer sich ein privatautofreies Berlin innerhalb des Rings wünscht, kann noch bis heute Abend das Volksbegehren "Berlin autofrei" unterschreiben. Gleiches gilt für "Berlin werbefrei". Bislang sind fast 100.000 bzw. rund 31.000 Unterschriften zusammengekommen – von jeweils nötigen 174.000\. Parallel beschäftigt sich das Abgeordnetenhaus damit, ob wir solche Begehren in Zukunft auch digital unterzeichnen können. (Quellen:[ Berlin autofrei](https://verkehrsentscheid.de/?ref=loky.news), [Berlin werbefrei](https://berlin-werbefrei.de/?ref=loky.news), [Tagesspiegel Checkpoint](https://www.tagesspiegel.de/checkpoint/bundeskartellamt-lobt-berlin-fur-regelung-der-spritpreiskontrollen-15561164.html?ref=loky.news), [Antrag der Linken im Abgeordnetenhaus](https://www.parlament-berlin.de/ados/19/IIIPlen/vorgang/d19-3123.pdf?ref=loky.news)) **Schönhauser-Allee-Brücke:** Im Oktober sollen die Arbeiten an der baufälligen Brücke beginnen, mit Schutzmaßnahmen für die U-Bahn. Ab Jahresende sollen Abriss und Neubau folgen. Dann werden alle mit eigener Spur erst über den östlichen, später über den westlichen Teil der Brücke geleitet. Die M1 wird komplett unterbrochen und durch Busse ersetzt, die Ringbahn zeitweise. Der Neubau soll bis 2030 fertig sein; ab dann der Verkehr halbwegs normal rollen. Vollständig abgeschlossen wird das Projekt erst 2032, denn auch der Fußgängertunnel zur S-Bahn wird neu gebaut. (Quellen: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/jahrelange-verkehrseinschrankungen-in-berlin-termin-fur-baustart-der-schonhauser-allee-brucke-steht-fest-15563765.html?ref=loky.news), [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/berlin/article411921651/abriss-und-neubau-der-schoenhauser-allee-bruecke-startdatum-steht-nun-fest.html?ref=loky.news), [loky\*-Überblicksartikel zum Bauvorhaben](https://www.loky.news/megabaustelle-schoenhauser-allee-bruecke-das-kommt-die-nachsten-7-jahre-auf-uns-zu-prenzlauer-berg/)) **Bezirksbürgermeisterkandidatin-Kandidatin**: Die SPD in Mitte hat wieder eine: Alexandra Wend. Die Juristin arbeitet in der Sozialverwaltung; wir kennen sie von den Bundestagswahlplakaten 2025 als Direktkandidatin für Pankow. Genau dieses Aus-Pankow-Sein sorgt für Unmut in der Partei, die dem Vorschlag der Kreisleitung noch zustimmen muss. Die ursprüngliche Kandidatin Uta Francisco dos Santos hatte sich zurückgezogen, [nach Kritik an ihrer Kandidatur](https://www.loky.news/kulturkreis-und-kopflose-baume/) trotz krankheitsbedingter Freistellung vom Job. (Quelle: [Tagesspiegel Checkpoint](https://nl.tagesspiegel.de/form.action?agnCTOKEN=9mxNq9NCGTnmiE3GNqudPRTWQdUGhewx&agnFN=fullview&agnUID=F.hqJfY80Da6JfbAGiX23OABbHn6Jfcs4AEyBsol9zzmn8DkCiX3XOArSKfQ.CfL3ygTGbT6iSome%5F7aWDq4FCY62obrkvFGSnNSJ7MFpLej7lfG1bdHBbFPWC2nzXYf-WlTs%5FxrFe9TfZ1J0rg&bezuggrd=CHP&utm%5Freferrer=newsletter&utm%5Fsource=cp-vollversion)) **Freibad is watching you:** Das Sommerbad Pankow und andere Berliner Freibäder dürfen ihre Eingänge weiter per Video überwachen und Ausweise kontrollieren. Die Maßnahmen sorgten für mehr Sicherheit; Eingriffe in die Rechte der Badegäste seien verhältnismäßig gering, entschied das Berliner Verwaltungsgericht. Die Datenschutzbeauftragte hatte die Überwachung kritisiert. (Quelle: [Verwaltungsgericht Berlin](https://www.berlin.de/gerichte/verwaltungsgericht/presse/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1668271.php?ref=loky.news)) **Weniger Babys:** Fast überall im Kiez sank die Zahl der Geburten im vergangenen Jahr. Besonders krass: Velodrom (-43 %), Rodenbergstraße (-35 %) und Kissingenviertel (-31%). Der Pankower Bezirksdurchschnitt liegt bei -7,5 %, der von Mitte bei -7,2%. Extremer war nur Reinickendorf (-8,3 %). Insgesamt kamen in Berlin 33.240 Babys zur Welt; 1.708 weniger als im Vorjahr. (Quelle: [Amt für Statistik](https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/presse/2026/57-geburten-berlin-2025-einwohnerregister?ref=loky.news), mit Kiez-genauer Karte zum selber Checken) **Lange Baustelle:** Aufgrund des harten Winters werden die [Arbeiten an den Wasserleitungen rund um die Sredzkistraße](https://www.loky.news/baustellen-verkehrsservice-12-9-25-sommerbad-pankow-sev-kollwitzkiez/) bis 3\. Juni dauern. Dann zieht die Großbaustelle zur Erneuerung von 1,2 Kilometer Trinkwasserleitungen und fast 280 Meter Abwasserkanälen weiter Richtung Knaackstraße. Die komplette Fertigstellung verschiebt sich damit auf Frühjahr 2029 (geplant war 2028). (Quellen: [Berliner Wasserbetriebe](https://www.bwb.de/de/baustelleninformationen.php?ref=loky.news), [Tagesspiegel)](https://www.bwb.de/de/baustelleninformationen.php?ref=loky.news) **Lange Finger:** Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist stark gestiegen. Im Bezirk Pankow wurde letztes Jahr mehr als tausendmal eingebrochen, vor zwei Jahren waren es noch knapp 700 Einbrüche. In Mitte stieg die Zahl von rund 800 auf 900\. (Quelle: [Keine Anfrage der SPD im Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-25789.pdf?ref=loky.news)) Apropos Einbrüche: Wir recherchieren gerade dazu, weil offenbar manche Banden Straßenzüge wochenlang belagern und immer wieder zuschlagen. Habt ihr das auch schon beobachtet? Oder anderes Berichtenswertes? Schreibt uns an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder [direkt in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). --- ## Wissen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/Olympia_PK_Bilder_5--Kulturprojekte_Berlin-_Naroska.jpg) Wer denkt hier noch an Hula-Hoop? Quelle: Kulturprojekte Berlin/Naroska ## Olympia im Kiez Der Senat hat sein Konzept für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Berlin vorgestellt. Keine Sorge, ihr habt nichts verpasst: Es ist noch gar nicht klar, ob Olympia überhaupt hier stattfindet, geschweige denn wann: 2036\. Oder 2040\. Oder sonst halt 2044\. Das Konzept ist nur ein weiter Schritt im Bewerbungsprozess. Die Pläne wollen wir euch nicht vorenthalten: ### Wo sollen die Wettkämpfe stattfinden? _This post is for subscribers only._ ### Mode-Müll und Klinik-Kauf URL: https://www.loky.news/altkleider-parkklinik-weissensee-markt-helmholtzplatz/ Last updated: 2026-05-05T04:30:04.000Z Ihr Lieben. Falls ihr euch gefragt haben solltet, welche Irre eigentlich gerade überall im Kiez Altkleidercontainer fotografiert: Das bin ich. Seitdem mein Kollege Johann im Zuge der großen [loky\*-Müll-Offensive ](https://www.loky.news/tag/mull/)zum Thema alte Kleider recherchiert hat, sehe ich überall nur noch - überlaufende Container, - illegal aufgestellte Container - sowie "Zu-verschenken"-Kisten\*, deren Inhalt definitiv in einen Container sollte. Aber die laufen ja entweder über oder sind illegal. \*Mein Lebensziel ist es übrigens, das Selbstbewusstsein des Herrn zu entwickeln, der seine offensichtlich exzessiv getragenen Schlüppis in eine solche Kiste packte und sie mit dem guten Gefühl vor die Haustür stellte, der Menschheit damit noch etwas Gutes zu tun. Johanns wirklich lesenswertes Gesamtwerk zum Thema findet ihr weiter unten. Hier starten wir heute mal mit dem --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/05/IMG_0247.jpeg) Dieses Foto hat thematisch nix mit den folgenden Meldungen zu tun. Aber nach den ganzen Containern wollte ich auch mal was Schönes fotografieren. Und ist es nicht schön?! **Tanz in den Mai:** Das erste Mai-Wochenende war bei uns im Kiez genauso entspannt wie in den letzten Jahren auch. Zur friedvollen Walpurgisnacht kamen hunderte in den Mauerpark. Mehr als die Polizei hatte die BSR zu tun, doch im Vergleich zu Kreuzberg hielt sich die Verwüstung in Grenzen. (Quellen: [Polizei Berlin](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2026/pressemitteilung.1667005.php?ref=loky.news), [rbb](https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20260430%5F1930/friedliche-walpurgisnacht-im-mauerpark-laeutet-1-mai-ein.html?ref=loky.news), [Berliner Morgenpost](https://www.morgenpost.de/berlin/article411879535/ein-meer-aus-glasflaschen-und-muell-im-goerlitzer-park-und-mauerpark.html?ref=loky.news)) **Park-Klinik:** Die Sana-Kliniken wollen zum 1\. Juni das insolvente Krankenhaus in Weißensee ebenso wie dessen Schwesterklinik in Charlottenburg übernehmen. Ob dieser Kauf "zur Verbesserung der Krankenhausversorgung für erforderlich gehalten wird", prüft nun die Senatsverwaltung. Sana argumentiert: ja. Andernfalls würde die Klinik schließlich dichtgemacht. Der drittgrößte private Krankenhauskonzern Deutschlands betreibt schon Häuser in Westend und Lichtenberg.(Quelle: [Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege)](https://www.berlin.de/sen/gesundheit/gesundheitswesen/medizinische-versorgung/stationaere-versorgung/bekanntmachung-nach-186a-gwb-1665752.php?ref=loky.news) **Markt am Helmholtzplatz:** Der darf nach seiner [Zwangspause](https://www.loky.news/fontaene-weisser-see-markt-helmholtzplatz/) am Samstag wieder wie gewohnt stattfinden – oder eben nicht. Denn die Lychener Straße wird nicht mehr wie bisher für Autos gesperrt, wenn Markt ist. Stattdessen stehen die Stände auf den Parkplätzen und verkaufen Richtung Gehweg. Die Komplettsperrung hatte in Kombination mit der Umwandlung der Stargarder zur Fahrradstraße und der damit einhergehenden Sperrung für Durchgangsverkehr zu Problemen geführt. (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/rettung-nach-fahrradstrassen-posse-berliner-wochenmarkt-darf-wieder-offnen--aber-nicht-mehr-so-wie-fruher-15540443.html?ref=loky.news)) **Schwankende Weltkugel:** Kulturstaatsminister Wolfram Weimer darf die Buchhandlung in der Kastanienallee nicht als "politische Extremisten" bezeichnen, entschied das Berliner Verwaltungsgericht. Für eine solche Bewertung fehlten Beweise. Weimer hatte mit diesem Argument der Weltkugel sowie zwei weiteren Buchhandlungen [im März](https://www.loky.news/weltkugel-verfassungsschutz-nasses-dreieck-prenzlauerberg-pankow-mitte/) den mit 25.000 Euro Preisgeld dotierten Buchhandlungspreis vorenthalten. (Quelle: [Verwaltungsgericht Berlin](https://www.berlin.de/gerichte/verwaltungsgericht/presse/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1666498.php?ref=loky.news#:~:text=Im%20Vorfeld%20der%20Vergabe%20des,%E2%80%9EBuchladen%20zur%20schwankenden%20Weltkugel%E2%80%9C.)) _This post is for subscribers only._ ### Wider den Hass URL: https://www.loky.news/antisemitismus-prenzlauer-berg-fahrstuhl-vandalismus/ Last updated: 2026-04-30T10:08:43.000Z Ihr Lieben. Ihr kennt sie, diese Tage, die so durchrasen, dass für das Sacken lassen von Information keine Zeit bleibt. Der Montag war so einer. Unsere neue Kollegin [Lena](https://lenaschubert.com/?ref=loky.news) war den ersten Tag an Bord (Willkommen!), Johann auf dem Sprung in den Urlaub, und wir arbeiteten uns durch den üblichen Wochenend-hohen Berg an Mails, Insta-Reels und Beobachtungen, die wir für euch jedes Mal zu diesem Newsletter zusammenstellen. Dabei wurde der Schriftzug "Nur ein toter Jude ist ein guter Jude", den ich in meiner Straße entdeckt hatte, zu[ einer Meldung von vielen. ](https://www.loky.news/wahlen-berlin-pankower-tor-antisemitismus/) Wir debattierten noch, ob man ihn so abbilden darf, und entschieden uns für: ja. Wir wollen nicht das Volk verhetzen, aber darauf aufmerksam machen, dass andere es tun. Aber für die fassungslose Pause, die angebracht gewesen wäre, war keine Zeit. Ja, Berlin ist eine Metropole. Hier passiert viel, ist Vieles normal. Aber der offene Aufruf zum Töten von Jüdinnen und Juden darf niemals Normalität sein. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/04/IMG_0297-1.jpeg) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/04/IMG_0296-3.jpeg) Meine Nachbarschaft sieht das zum Glück genauso. Mittlerweile ist die Straße mit Herzen auf Kreide übersät. Die Parolen sind zumindest notdürftig überpinselt. Die Polizei sucht per Aushängen [nach Zeug:innen](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2026/pressemitteilung.1665513.php?ref=loky.news), der [Staatsschutz ermittelt](https://www.juedische-allgemeine.de/politik/toetet-alle-juden-antisemitisches-graffiti-in-pankow/?ref=loky.news). Leserin Sharon wies uns zudem auf zwei Anlaufstellen hin, wo man selbst [antisemitische Vorfälle melden](https://report-antisemitism.de/report/?ref=loky.news) bzw. wohin man sich [als Betroffene:r wenden ](https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/beauftragte/antisemitismus/artikel.1218308.php?ref=loky.news)kann. Am Sonntag um 16.30 Uhr gibt es eine [Mahnwache gegen Antisemitismus](https://www.instagram.com/p/DXtMwQojARC/?img%5Findex=1&ref=loky.news) vor den Schönhauser Allee Arcaden. Sehen wir uns da? --- ## Wissen ## Vandalismus vs. Aufzug: 1 zu 0 ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/04/IMG_0131-1.jpg) Kein Aufzug unter diesem Knopfdruck. ### **Was ist das Problem?** Zum S-Bahnhof Storkower Straße führen drei Aufzüge. Die sind ständig kaputt. Besonders Ärger macht der Richtung Alter Schlachthof an der Herrmann-Blankenstein-Straße. Ivo und Dascha berichten: "Der Aufzug funktioniert seit Jahren nur unregelmäßig; seit einem halben Jahr gar nicht mehr. Meine Frau ist gehbehindert und hat im Grunde keine Chance, den Bahnsteig zu erreichen." ### Was sagen die Verantwortlichen? Drei Aufzüge, zwei Verantwortliche: Für die äußeren Aufzüge an Herrmann-Blankenstein- sowie Storkower Straße ist das Land Berlin zuständig. Der runter zum Bahnsteig ist Sache der Deutschen Bahn – was allein schon die Sache verkompliziert. Die Senatsverwaltung für Mobilität und Verkehr erklärt: - Die meisten Störungen sind auf Vandalismus zurückzuführen: zerstörte Druckknöpfe und Scheiben, Brände oder starke Verschmutzungen wie Müll oder die Benutzung des Aufzugs als Toilette. Oft muss erst der Reinigungs-Trupp durch, bevor Techniker:innen arbeiten können. - Mehrmals pro Woche werden Wartungsarbeiten durchgeführt und Störungen beseitigt. Größere Reparaturen gibt es etwa zehn pro Jahr. - Größere Reparaturen über 500 Euro müssen laut Gesetz ausgeschrieben werden. Das kostet Zeit. Auch die Beschaffung von Ersatzteilen dauert teilweise lange. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/04/IMG_0128-1.jpg) Schöner wär's, wenn's schöner wär. ### Wie geht es weiter? _This post is for subscribers only._ ### Parteien-Scham, Parolen und Plastetüten URL: https://www.loky.news/wahlen-berlin-pankower-tor-antisemitismus/ Last updated: 2026-04-28T04:30:10.000Z Ihr Lieben. In der vergangenen Woche hatten wir zu Hause Besuch von Linda. Sie klingelte an der Wohnungstür, hatte Flyer dabei und interessierte sich für unsere Sorgen, Probleme, Wünsche. Dafür sei sie als Lokalpolitikerin schließlich da. Sie war sehr nett und entdeckte auch gleich unser drängendstes Problem: viele Wohnungen stehen leer. Unser Haus ist zur Umwandlung in Eigentum freigegeben. So langsam merkt man's. Sie hatte ein paar Tipps und bot sich auch selbst als Ansprechpartnerin an. Nur eins verriet sie nicht: ihre Partei. Auch im mitgebrachten Flyer musste ich lange suchen, um ein einsames "SPD" zu finden. Kein SPD-Logo. Kein Link mit SPD-Hinweis. Nur die Farbe Rot war präsent. Aber die teilen sich Linda Vierecke, die im Abgeordnetenhaus sitzt, und ihre Partei ja mit anderen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/04/IMG_5260-1.jpeg) Wer das einzige "SPD" im Flyer findet, darf es behalten. Auch bei den Grünen lässt sich die Tendenz zur Parteien-Scham beobachten. Eine lokale Politikerin begründete dies mir gegenüber mal damit, dass viele das Gespräch verweigerten, wenn sie wüssten, für welche Partei sie kandidierte. Seitdem stellt sie ihr Gesicht nach vorne. In Kleinstädten, gerne in Ostdeutschland, kandidieren Menschen immer öfter parteilos, um überhaupt noch eine Chance gegen die AfD zu haben. Andererseits scheinen zumindest CDU und Linke in unseren Kiezen derartige Probleme aktuell nicht zu kennen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/04/IMG_0268-1.jpeg) Politiker:innen, die Parteizugehörigkeit und Wählbarkeit als Gegensätze wahrnehmen: mich als Demokratie-Ultra verstört das. Was meint ihr? Habt ihr ähnliche Beobachtungen gemacht? Oder ganz andere? Schreibt mir gerne an redaktion@loky.news oder, auch anonym, [in unseren Briefkasten.](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news) --- ## Wissen ## Pankow ohne Klo ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/04/IMG_6361-1.jpg) ### Worum geht’s? Wer am S+U-Bahnhof Pankow schon mal eine Toilette gesucht hat, weiß: Es gibt keine. Seit Jahren nicht. Aus euren Mails wissen wir: Das ist ein dringendes Problem – weil der Bahnhof ein zentraler Umsteigepunkt ist, und die fehlende Toilette zu Wildpinklerei führt. Entsprechend riecht es. ### Was sagen die Verantwortlichen? Der Grund und Boden am Bahnhof gehört zum Teil der Deutschen Bahn. Auf deren Grundstück gab es bis 2020 eine öffentliche Toilette. Diese wurde abgebaut, weil Ersatzteile fehlten. Ein Betreiber für ein neues Klo wurde laut Bahn nicht gefunden. Im öffentlichen Raum sprechen laut Bezirk Pankow folgende Gründe gegen ein Klo: _This post is for subscribers only._ ### Schwarzmarkt-Bier und Stadtrat-Streit URL: https://www.loky.news/schwarzmarkt-bier-und-stadtrat-streit/ Last updated: 2026-04-27T10:14:25.000Z Ihr Lieben, gestern saß ich im Mauerpark in der Sonne und unterhielt mich mit einer Freundin über den "Alkohol-Schwarzmarkt" (die netten Bierverkäufer:innen) und das "Gaststättengesetz". Beides beschäftigt gerade die Politik und klingt sperrig, meint aber: Wie kann ich mir im sommerlicher werdenden Berlin draußen mit wenig Aufwand ein bis fünf (alkoholfreie) Getränke reinfahren, ohne aus dem Park zum Späti oder von vor der Kneipe in deren Innenraum laufen zu müssen? Ich sag's ehrlich: Wenn mir im Mauerpark jemand ein kühles Bier vor die Nase hält, dann übersehe ich gern, dass da gerade keine Steuern fließen. Der Bezirk [sieht das anders ](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/alkohol-schwarzmarkt-boomt-im-berliner-mauerpark-im-kampf-gegen-bierverkaufer-beschlagnahmen-kontrolleure-flaschen--und-dann-15445245.html?ref=loky.news)und setzt auf zivile Ordnungsamtstreifen. Allerdings nicht sehr viele. Personalnot im Amt. Das Übliche. Beim Thema "Gaststättengesetz", das am 2\. Juli verabschiedet werden soll, ist es komplizierter. Die Außenbereiche von Bars und Restaurants sollen in Ausgehvierteln länger geöffnet bleiben dürfen – unter der Woche und Sonntag bis 23 Uhr, Freitag, Samstag und an Feiertagen bis 24 Uhr. Bislang weiß nur niemand, was als Ausgehviertel gilt. Das könnte für Konflikte, Klagen, Chaos sorgen. Die Bezirke sind not amused. Was sagt ihr dazu: Freut ihr euch auf längere Öffnungszeiten? Würdet ihr gern in einem Ausgehviertel leben? Oder gibt es jetzt schon Stress mit der Bar im Erdgeschoss? Und habt ihr etwa mal illegal Bier gekauft?! Schreibt mir gerne an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder direkt [in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). --- ## Wissen ## Pankow ohne Sozialstadträt:in ### Worum geht's? Über zwei Stunden Debatte, und am Ende stand fest: Die BVV Pankow wählte den von der Linken vorgeschlagenen Jonas Teune nicht zum neuen Stadtrat für Soziales und Gesundheit. Grüne, CDU, SPD, FDP und AfD stimmten bei der Sitzung der BVV am Mittwoch dagegen. Vorgängerin Dominique Krössin wurde zum 1.4\. neue Chefin des Pankower Kulturamts – was auf [Kritik](https://www.bz-berlin.de/berlin/pankow/versorgungs-kultur-bei-den-pankower-linken?ref=loky.news) stieß. Nun muss ihr Posten vorübergehend neu besetzt werden, bis mit der Wahl im September die Karten neu gemischt werden. Im Bezirksamt gilt das Proporzprinzip: Abhängig vom Ergebnis der BVV-Wahlen steht jeder Fraktion eine bestimmte Zahl von Posten zu – Der Linken in Pankow einer. Dafür dürfen sie Kandidat:innen vorschlagen. Im aktuelle Fall: Teune. In der Regel werden diese ohne großes Trara von der BVV gewählt. Dass es diesmal anders ist, liegt wohl auch am beginnenden Wahlkampf. ### Was ist der Grund für die Nicht-Wahl? Die Parteien sagen: - CDU: Teune hatte nicht genug Zeit, sich in sein Aufgabengebiet einzuarbeiten. - Grüne: Teune hat weder sozial- oder gesundheitspolitische Expertise noch Erfahrung in der Leitung größerer Verwaltungsstrukturen. - SPD: Teune ist gleichzeitig Bürgermeisterkandidat der Linken. Das Ressort fordert aber Stabilität und Planungssicherheit. Die ist nur gegeben, wenn Teune den Posten auch in der nächsten Legislatur übernimmt. - FDP: Der Posten kann Teune einen Amtsbonus im Wahlkampf verschaffen. ### Wie reagiert Die Linke? Seine Partei hält dagegen: - Jonas Teune ist seit Jahren in der Berliner Verwaltung tätig, hat Erfahrung in politischer Führung und ist daher gut geeignet für das Amt. - Die Nicht-Wahl ist ein parteipolitisches Manöver, das die Bezirksverwaltung schwächt. Hier wird Wahlkampf auf Kosten der Menschen gemacht, die ein funktionierendes Sozial- und Gesundheitsressort brauchten. ### Wie geht es weiter? - Der Posten wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten fünf Monaten nicht neu besetzt. - Derweil wird das Sozial- und Gesundheitsamt von anderen Stadträt:innen mitgeleitet. (Quellen: Pressemitteilungen von Grünen, FDP, Linken und SPD per Mail, [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/versorgungskultur-und-wahlkampf-auf-staatskosten-linker-burgermeisterkandidat-fallt-bei-wahl-in-berliner-bezirk-krachend-durch-15512315.html?ref=loky.news), [BVV Pankow](https://www.youtube.com/watch?v=XLCAcOMMeNA&ref=loky.news)) --- ## Sozialbericht: Pankow geht's gut Einmal im Jahr erscheint der [Sozialbericht](https://www.berlin.de/sen/asgiva/presse/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1661360.php?ref=loky.news) für Berlin. Für alle, die sich nicht durch die 152 Seiten wühlen wollen, aber Statistiken lieben: Die wichtigsten Zahlen für den Bezirk Pankow. _This post is for subscribers only._ ### Pankower Kassenkampf URL: https://www.loky.news/kassenautomat-burgeramt-frobelstrasse-wohnungsnot-jahn-sportpark/ Last updated: 2026-04-21T08:53:48.000Z Ihr Lieben, wenn die aktuelle Wettervorhersage stimmt, werden diese Zeilen samt obigem Foto für euch wie aus einer anderen Zeit erscheinen. Wir nennen sie "gestern". Da hat es nämlich geregnet wie bescheuert, weshalb mich eine Freundin nach Tipps für den akuten Schwiegerelternbesuch fragte. Regenresistent. Geeignet für die angereisten älteren Herrschaften ebenso wie vorhandene Kleinkinder. Und gerne auch: nicht zu teuer. Im vorletzten Winter habe ich viele Sonntage im Humboldtforum verbracht. Ja, es gibt 1001 Gründe, das zu meiden, aber der Eintritt war frei, die Ausstellungen sind wirklich gut kuratiert und die Salatbar im Bistro ist echt okay. Mittlerweile zahlt man dort 14 Euro, pro Person. Alternativ bin ich als [bekennende Vöbb-Ultra](https://www.loky.news/pbn-news-mit-doktor-schiwago-und-anderen-buchern/) auch gerne in der Bibliothek. Egal in welcher. Die sind ebenfalls kostenlos und haben [prima Programm](https://www.berlin.de/land/kalender/index.php?c=409&ref=loky.news), vom Tanztherapie-Workshop bis zum Repair-Café. Klar. Im Sommer gehen Park, Plantsche und See. Aber im Dauerregen? Jetzt ihr! Habt ihr Geheimtipps? Favoriten? Erfahrungen? Schreibt mir gerne an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder direkt [in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). Ich sammle und teile. --- ## Wissen ## Pankows Bürgerämter: Bezahlen im Retro-Stil ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-15-um-13.28.01.png) "Kassenautomat – Beispielbild" (Screenshot: Bezirksamt Pankow) ### Worum geht's? Wer im Prenzlauer Berger Bürgeramt in der Fröbelstraße Pass, Ausweis oder Führerschein beantragen möchte, muss nicht nur einen Termin ergattern, sondern auch eine Girocard besitzen. Anders als etwa in Friedrichshain-Kreuzberg oder Mitte werden an allen Pankower Bürgerämtern keine Kreditkarten akzeptiert. An den Standorten im Rathaus Pankow, Weißensee und Buch gibt es immerhin noch Bardgeld-Zahlungsautomaten. In der Fröbelstraße ist der aber außer Betrieb — und das schon seit einer Weile. Dabei verliert die Girocard als Nachfolger der guten, alten EC-Karte gerade an Bedeutung. Banken wir DKB oder ING geben sie etwa nur noch gegen Extra-Gebühren heraus. Auch größere Bargeld-Mengen (Reisepass express: macht 102,00 Euro, bitte) haben Menschen, die ihre Schrippe mit ApplePay zahlen, eher selten dabei. ### Was sagen die Verantwortlichen? Ich habe, kein Witz, folgende Stellen mit der Suche nach einer Antwort beschäftigt, teilweise mehrfach: - Cornelius Bechtler (Grüne), Pankows Stadtrat u.a. für Bürgerdienste - Cordelia Koch (Grüne), Pankows Bezirksbürgermeisterin und als solche auch verantwortlich für die Abteilung Steuerungsdienst, SE Finanzen und Personal - Jörn Pasternack (CDU), Pankows Stadtrat u.a. für Facility Management - Tobias Schietzelt, Leiter der Pressestelle des Bezirksamts Pankow - Marlen Koenecke, Sprecherin der Berliner Immobilienmanagement GmbH BIM Nicht genannt sind im Hintergrund agierende Mitarbeitende, die von den Genannten in die Recherchespur geschickt wurden. Herausgekommen sind diese Infos: - Für die Beschaffung der Kartenterminals ist in Pankow die Abteilung Steuerungsdienst, SE Finanzen und Personal zuständig. Die hat Geräte beschafft, die zwar prinzipiell Kreditkarten akzeptieren könnten. Dafür bräuchten sie aber eine spezielle Software. Für deren Installation fehlen aktuell technische Voraussetzungen. - Der Kassenautomat in der Fröbelstraße ist aufgrund von Sanierungsarbeiten auf dem Gelände bis auf Weiteres außer Betrieb, weil der "erforderliche Bereich sicherheitstechnisch bislang noch nicht entsprechend ertüchtigt ist." Wann sich das ändert, ist nicht absehbar. - Der Bezirk sagt: "Die Gebäude auf dem Gelände in der Fröbelstraße befinden sich im Eigentum der BIM. Fragen zur Dauer der Bauarbeiten auf dem Gelände kann daher nicht das Bezirksamt Pankow beantworten. Dazu müssten Sie sich bitte direkt an die BIM wenden." - Die BIM sagt: "Wir können Ihnen mitteilen, dass derzeit keine Bauarbeiten unsererseits an diesem Standort durchgeführt werden." - Auf den Standortwebsites wird darauf hingewiesen, dass Pankows Bürgerämter nur Girocard akzeptieren. Immer noch offen ist, was genau "technische Voraussetzungen" für die Installation der Software und "sicherheitstechnische Ertüchtigungen" für den Betrieb des Kassenautomaten sind. Aber ganz ehrlich: _This post is for subscribers only._ ### KulturKreis und kopflose Bäume URL: https://www.loky.news/kulturkreis-und-kopflose-baume/ Last updated: 2026-05-27T17:24:40.000Z Ihr Lieben, wenn ich nicht gerade für loky\* zu Russland-Versteher:innen oder einen Meter kürzer gemachten Bäumen in Mitte und Prenzlauer-Berg recherchiere (siehe weiter unten), arbeite ich auch als Kulturjournalist. Ich habe es mir deswegen zur Langzeitaufgabe gemacht, Songs und Alben aus dem loky\*-Gebiet zu diggen. Diese Woche lief viel HipHop: Das Album "[Nachts im Thälmann Park](https://www.youtube.com/watch?v=Jm-ZK5UXsy4&ref=loky.news)" von Ecke Prenz. Das lokalpatriotische, aber funky "[Punchlines aus Pankow](https://soundcloud.com/samu-3000/sets/punchlines-aus-pankow?ref=loky.news)"-Tape von S.3000\. Außerdem: [Teuterekordz](https://www.youtube.com/watch?v=tULVdQuUsUU&ref=loky.news). Warum die so heißen? Genau, wegen des Teutoburger Platzes, wo sie viel Zeit verbracht haben. Lasst mich per Mail an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) unbedingt wissen: Was sind eure liebsten Prenzlauer-Berg-Hits, Pankow-Musiker:innen, Weißensee-Bands? Und jetzt viel Spaß mit dem neuen Newsletter – dessen Recherche mir ehrlicherweise Kopfschmerzen bereitet hat. --- ## Wissen ## Wer ist der KulturKreis Pankow? ### Worum geht's? Habt ihr schon mal vom KulturKreis Pankow gehört? Hatte ich bisher nicht. Klingt harmlos. Oder? "Dieser Verein ist irgendwas zwischen Corona-verschwurbelt und rechtsoffen", schrieb uns Leser Karl. Heute Abend etwa lädt er ein zur Podiumsdiskussion mit dem russischen Botschafter in Deutschland, der wegen ihrer unkritischen Positionen zu Russland bekannten Journalistin Gabriele Krone-Schmalz und Petra Erler. Erler, nach dem Mauerfall kurz DDR-Staatssekretärin, war etwa 2023 Erstunterzeichnerin des von Sahra Wagenknecht gestarteten, [umstrittenen](https://www.tagesschau.de/faktenfinder/kontext/russland-ukraine-manifest-101.html?ref=loky.news) [Manifests für den Frieden](https://www.change.org/p/manifest-f%C3%BCr-frieden?ref=loky.news), das sich gegen Waffenlieferungen an die Ukraine aussprach. Es moderiert Tilo Gräser, Mitarbeiter des pro-russischen Alternativmediums Transition News. Motto der Veranstaltung: "Verständigung zwischen Ost und West: Mehr Diplomatie wagen". ### Was ist der KulturKreis Pankow? - "Wir engagieren uns für die Förderung von Kunst und Kultur im Berliner Bezirk Pankow", schreibt der 2022 gegründete Verein auf seiner Website. - Aus dem Handelsregister-Eintrag und der archivierten Website lässt sich herauslesen: Conny Bruhn, ehemalige Pankower Direktkandidatin der Partei Die Basis (steht dem Querdenken-Spektrum nahe), war Schatzmeisterin des Vereins und stand als Verantwortliche im Impressum. Die aktuellen Verantwortlichen, darunter eine bildende Künstlerin, stehen nicht in der Öffentlichkeit. Der Vereinssitz ist in Prenzlauer Berg. - Hauptsächlich beteiligt der Verein sich an der Organisation von Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträgen und Diskussionsrunden. ### Wem bietet der KulturKreis Pankow eine Plattform? Zum Beispiel: - Dem rechtsoffenen Philosoph Michael Andrick, der auch für Julian Reichelts NIUS schreibt und gegen die Brandmauer zur AFD wettert. - Russlandfreundliche wie der ehemalige RT-Journalist Florian Warweg oder die Publizistin Daniela Dahn. - Klimawandelskeptiker Michael Friedler. - Michael Meyen, früher Herausgeber der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand, die Verschwörungstheorien über die Cornona-Pandemie verbreitete. - Liedermacher, Kabarettistinnen und esoterisch angehauchte Menschen aus dem Querdenken-Spektrum. Daneben gibt es aber auch politisch weniger brisante Persönlichkeiten und Veranstaltungen. ### Wo ist der KulturKreis Pankow aktiv? Seit es vor drei Jahren [großen Widerstand](https://www.tagesspiegel.de/berlin/veranstaltung-in-berlin-weissensee-brotfabrik-sagt-prorussische-filmvorfuhrung-ab-9524378.html?ref=loky.news) gegen eine vom Verein organisierte Vorführung eines Films von Putin-Fan Alina Lipp in der Brotfabrik gab, die dann abgesagt wurde, weicht der Verein in andere Stadtteile aus. Nur im Al Hamra im Helmholtzkiez finden gelegentlich noch Veranstaltungen des KulturKreises statt. Ansonsten vor allem im Theater OST in Adlershof, wo heute auch der russische Botschafter spricht. Und im Sprechsaal unweit des Berliner Ensembles – ebenfalls ein Ort, an dem Personen aus dem russlandnahen Spektrum auftreten, aber auch das BSW Veranstaltungen abhielt. ### Johanns Kommentar Wir haben es hier mit einer Bubble zu tun, die für eine Bubble spricht. Und diese Bubble nimmt es mit wissenschaftlichen Erkenntnissen (Stichwort Corona, Impfen oder Klimawandel) oft nicht ganz so genau. Daher teile ich Karls Einschätzung: Die Kultur, die der KulturKreis fördert, ist oft eine, auf die ich gut verzichten kann. Eine in Teilen paranoide, destruktive, Fakten ignorierende. Eine, in der der russische Botschafter während eines von seiner Regierung verantworteten Angriffskriegs mit ein paar Ja-Sager:innen diskutiert. Na danke. Was denkt ihr dazu? Habt ihr Erfahrungen mit dem KulturKreis Pankow gemacht? Schreibt uns gerne an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder, auch anonym, [direkt in unseren Briefkasten.](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news) --- ## **Kiez-Schnitzeljagd** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/04/1000102276.jpg) Die Kiezjagd-Gründer:innen Frank und Julia. Julia und Frank aus unserer Community leben im Bötzowviertel. Die beiden fragten sich: Wie bringen wir unsere beiden Kinder dazu, sich zu bewegen? Denn auf das Wort "Spazieren" reagierten die allergisch. Die Lösung: Gamification, wie man so schön sagt. Im Urlaub überlegten sie sich Abenteuergeschichten und kleine Aufgaben, um ihre Kinder zu Wanderungen zu motivieren. Weil das so gut funktionierte, machten sie im Prenzlauer Berg damit weiter. Entstanden sind verschiedene Schnitzeljagd-Touren, für die man nicht mehr als ein Handy mit Internetzugang braucht. Kein Geschnippel, kein Gebastel. Stattdessen: entspannt den Kiez neu entdecken als Abenteuerspielplatz. Die kleinen Schnitzeljagden starten zum Beispiel am Wasserturm und sind für Vier- bis Zwölfjährige geeignet. [Hier gibt es mehr Infos](https://www.kiezjagd.de/?ref=loky.news). --- ## Weiteres Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/04/roller.jpg) Für den einen ist es ein nervender Roller. Für die anderen eine 1-A-Einnahmequelle. **Geldregen:** Zumindest für den Bezirk Mitte, dessen Ordnungsamt Verstöße gegen falsch abgestellte E-Scooter rigoros ahndete. Knapp 400.000 Euro Strafen wurden einkassiert; über 30.000 Vergehen geahndet. Das ist etwa 50-mal so viel wie in Pankow (8.270,50 Euro bei 637 Verstößen). (Quelle: [Kleine Anfrage der CDU im Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-25543.pdf?ref=loky.news)) **Baum-Vandalen:** Einfach abgesägt wurden vier gesunde Bäume im Weinbergspark (s. oben) sowie auf dem Teutoburger und dem Zionskirchplatz. Ein Baum wurde zudem schwer beschädigt. Motiv: unklar. Anzeige gegen Unbekannt wurde erstattet. Die Baumstümpfe in Mitte bleiben vorerst stehen. Als Mahnmal. Das Geld für Nachpflanzungen fehlt. "Der erneute Baumfrevel ist kein Kavaliersdelikt", meint Pankows Ordnungsstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU). (Quellen: loky\*-Anfragen an die Bezirksämter Mitte und Pankow, Tagesspielgel-Newsletter Mitte) **Lost Place**: Karla fragte uns, wie es um die Bauruine in der Berliner Allee direkt gegenüber vom Weißen See steht. Ab 2017 wurde dort gebaut; seit Jahren liegt der Rohbau brach. Ein neuer Eigentümer hat das Gelände übernommen; dem ersten war das Geld ausgegangen. Das Problem: Die Baugenehmigung ist abgelaufen. Ein neuer Bauantrag ist bisher nicht eingereicht worden. Das kann dauern. (Quellen: loky\*-Anfrage an das Bezirksamt Pankow, [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/article404415648/lost-place-neubauruine-weissensee-pankow-vergessene-orte.html?ref=loky.news)) **SPD-Drama:** Uta Francisco dos Santos stellt sich nicht zur Wahl für die BVV in Mitte auf. Zuvor hatte sie schon ihre Kandidatur zur SPD-Bezirksbürgermeisterin zurückgezogen. Vorangegangen war breite Kritik daran, dass sie sich trotz Krankschreibung und Freistellung bei ihrem Job in der Senatsverwaltung für Finanzen als Spitzenkandidatin aufstellen ließ. Wen ihre Partei stattdessen ins Rennen um Mittes Top-Job schickt? Offen. (Quelle: [rbb](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/04/berlin-spd-uta-francisco-dos-santos-kandidatur-zurueckgezogen.html?ref=loky.news)) --- ## Machen **Schulhof wird Flohmarkt:** Grundschule am Falkplatz; offen für alle. Wer selbst verkaufen will: Es gibt noch freie Stände (18.4., 10-15 Uhr, [mehr](https://fuaf.de/flohmarkt/?ref=loky.news)). **Noch mehr Flohmarkt**: Für Kleidung, Möbel etc. auf dem Pistoriusplatz (19.4\. 13 - 17 Uhr) und auf der Pistoriusstraße am Stadtteilzentrum Weißensee (19.4., 15-18 Uhr, [mehr](https://www.stz-weissensee.de/veranstaltungen.html?ref=loky.news)). **Konzert:** Die Reihe Lelouch bringt mehrere Live-Acts zusammen: experimenteller R&B-Sound und HipHop im Acud (18.4., 20 Uhr, [mehr](https://acudmachtneu.de/events/2319/lelouch-2/?ref=loky.news)). **Gemeinsam gärtnern**: Im Bötzowviertel am Arnswalder Platz. Werkzeug, Kaffee und Kuchen gibt's vor Ort (18.4., 13 Uhr, [mehr](http://prokiez.de/18-4-es-gruent-so-gruen-kiezgaertnern-am-arnsi/?ref=loky.news)). **Affordable Art Fair:** Bezahlbare zeitgenössische Kunst zum Anschauen und Kaufen in der Arena Berlin (bis 19.04., [mehr](https://affordableartfair.com/de/fairs/berlin/?ref=loky.news)). **Printjam:** Druckarbeiten, entstanden im Kollektiv. Ausstellung im Supalive Kiosk (bis 23.05., [mehr](https://supalife.de/Ausstellungen/2026/Printjam-4-Bouwens-Gfeller-Hellsgaard-Grau-Siemon-Wolton/?ref=loky.news)). **Ausstellung:** „Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR“, Vernissage mit Buchvorstellung im Rathaus Pankow (21.4., 13 Uhr, [mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1660946.php?ref=loky.news)). --- Ich wünsche euch ein schönes Wochenende. Bis Dienstag, Johann von loky\*. --- Dieser Newsletter entsteht im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem Media Forward Fund. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei loky\*. ### Gastro im Kiez: Alle pleite, oder was? URL: https://www.loky.news/gastronomie-schliessungen-corona-probleme/ Last updated: 2026-04-16T04:30:37.000Z Ihr Lieben. Was macht für euch das Leben im Kiez aus? Für mich sind es definitiv die vielen Cafés und Restaurants. Gerade jetzt, wo sich die Sonne wieder häufiger blicken lässt, könnte ich ganze Nachmittage damit verbringen, Cappuccino um Cappuccino zu bestellen und das Treiben auf der Straße beobachten. Und: Als Zugezogene werde ich wohl nie über das Gefühl hinwegkommen, sich binnen weniger Straßenzüge einmal quer durch die Welt probieren zu können. Von Pizza über Phó bis Fufu gibt es alles, was das Herz – man sollte wohl eher sagen: der Magen – begehrt. Umso mehr schmerzt es, wenn das Lieblingscafé oder -restaurant schließen muss. Gefühlt passiert das in letzter Zeit öfter. Auch ihr fragt euch: Was ist da los? "Könnt ihr vielleicht in Erfahrung bringen, warum der Bekarei-Vermieter den Vertrag nicht mehr verlängert? Wir haben inzwischen so viel Leerstand im Kiez", fragt Maria. "Haben Sie statistische Daten zur Situation der Restaurants in Pankow?", will Vincent von der Crêperie Suzette wissen. Jetzt schon – also los! 💡 Regelmäßig widmen wir uns am Donnerstag einem für uns relevanten Thema in aller Tiefe. Dies ist eine solche Sonder-Ausgabe. --- ## Worum geht's? Das SowohlAlsAuch, die Bekarei, die Filialen der Bäckerei Zessin und die Oderquelle sind Geschichte (oder schließen bald) – und das sind nur einige Beispiele von vielen. Zuletzt haben etliche beliebte Restaurants, Cafés und Kneipen im Kiez dicht gemacht. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/04/IMG_0195-1.jpg) ## Warum ist das wichtig? Die Verkäuferin in der Bäckerei um die Ecke kennt uns mit müden Augen am Montagmorgen und weiß, dass es Croissants zum Sonntagsfrühstück gibt. Der Lieblingsitaliener fragt: "Das Übliche?" Und in der Eisdiele heißt es wissend: "Mit Smarties?" Natürlich! Gerade bei uns, wo die Wohnungen eng sind und Freund:innen am anderen Ende der Stadt wohnen, wird das Café schnell zum Arbeitszimmer, die Bar zum Wohnzimmer und das Restaurant zur Küche. Aus Besitzerinnen, Kellnern, Barkeeperinnen und Verkäufern werden gute Bekannte; manchmal entstehen sogar Freundschaften. Wenn der Lieblingsladen dicht macht, verlieren wir nicht nur ein Stück Kiez, sondern auch ein Stück Zuhause. ## Was sagen die Zahlen? Wir haben bei IHK und Dehoga für euch nachgefragt, wie sich die Gastronomie seit 2019 entwickelt hat. Warum 2019? Weil 2020 eine kleine Pandemie die komplette Branche durchgerüttelt hat. ### Die kurze Antwort In unseren Kiezen zwischen Mitte und Pankow gibt es derzeit rund 4.600 gastronomische Betriebe. Die Zahl ist – mit kleinen Einbrüchen in der Corona-Pandemie – sogar leicht gestiegen. 2019 gab es rund 4.200. Doch das Gefühl, dass viele vertraute gastronomische Angebote verschwunden sind, stimmt trotzdem. Seit 2019 wurden etwa 1.600 Betriebe beim Gewerbeamt abgemeldet. Gleichzeitig sind rund 1.900 neu dazu gekommen. 💡 Eine Abmeldung ist nicht gleichbedeutend mit einer Schließung. Es kann auch heißen, dass ein Café seine Unternehmensform geändert hat (zum Beispiel von UG in GmbH), unter anderem Namen als Imbiss weitermacht oder jemand den Laden übernommen hat. Die Zahl bietet aber einen Anhaltspunkt. --- ### Die lange Antwort: **Welche Betriebe mussten schließen?** _This post is for subscribers only._ ### Altglas, Altpapier und Männer-Fütterung URL: https://www.loky.news/loky-mit-altglas-altpapier-und-manner-futterung/ Last updated: 2026-04-16T07:42:15.000Z Personalmangel bei Entsorgern; Vollsperrung der Dunckerstraßenbrücke; kein Geld für Klos. _This post is for subscribers only._ ### Lesestoff und Ostergrüße URL: https://www.loky.news/ostern-prenzlauer-berg-pankow-weissensee/ Last updated: 2026-03-31T04:30:57.000Z Ihr Lieben. Die moderne Technik macht es möglich: Während ihr diese Zeilen lest, sitze ich im Eurocity Richtung Polen, wo ich beabsichtige, mein Eigengewicht in Mohn-Gebäck zu verzehren. Und sonst nicht so viel zu tun. Das Konzept "Urlaub", ihr kennt es. Viele von euch hat es schon ergriffen. Wir von loky\* ziehen hiermit nun nach. Für alle, die heute das erste Mal mitlesen, ist das natürlich doof. Kleiner Spoiler: Wenn wir nach Ostern den Betrieb wieder hochfahren, bekommt ihr zwei bis dreimal in der Woche an dieser Stelle einen famosen Newsletter voller liebevoll kuratierter Infos, Tipps und Geschichten von hier. Die vergangenen Wochen waren intensiv. Wir haben mit Anna-Lena und Johann zwei Neue ins Team loky\* geholt. Mindestens 1001 Anfragen an Pankows Stadträtin für gefühlt alles (Verkehr. Ordnung. Öffentlicher Raum), Manuela Anders-Granitzki von der CDU gestellt. Sehr viele tolle Mails und Fragen von euch bekommen und beantwortet. Und sind hier nebenher auf knapp 6.000 Leute gewachsen, die unseren Newsletter abonniert haben. Was uns so wahnsinnig freut, dass wir uns kurz davon erholen müssen. Damit ihr euch alldieweil nicht langweilt, war ich gerade noch im Archiv und habe euch ein paar Lesestücke aus den vergangenen Monaten mitgebracht, die ihr vielleicht noch nicht kennt. Und ein paar Tipps, wie ihr euch die nächsten Tage gut vertreiben könnt, falls ihr denn hier seid und nicht anderswo. --- ## Lesestoff über Ostern ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-29-um-11.31.39.png) - **Drücken. Warten. Rennen. Schon wieder Rot.** Like, wer genau diese Situation an der Fußgänger-Ampel kennt. Warum ist das so? [Die ganze Geschichte, inklusive Ampel-Kartell und nervigste-Ampeln-Karte.](https://www.loky.news/loky-mit-berliner-ampeln-wenns-mal-wieder-langer-dauert/) - **Warum liegt hier überall Müll?!** Und was können wir dagegen tun? [Eine Expedition mit dem Stargast Ordnungsamts-App. ](https://www.loky.news/mull-pankow-ordnungsamt-app-bsr/) - **Früher BH-Laden, heute Leerstand.** Warum schließen überall Läden und Cafés – und nichts Neues folgt nach? Wir haben uns das genauer angeschaut, [am Beispiel Florastraße.](https://www.loky.news/das-thema-leerstand-am-beispiel-der-florastrasse/) - **Problembär Schulsporthallen**: Jede fünfte in Pankow ist ein Sanierungsfall. Und wenn dann saniert wird, [gibt's nur Probleme.](https://www.loky.news/baustopp-ghosting-und-schulsport-bei-4-grad/) - **Lekker Mittagessen!** Die [Empfehlungen der loky\*-Community](https://www.loky.news/mittags-tisch-im-kiez/) für Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee. --- ## Machen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/Kirschbl--te-1.jpeg) Halt. Stopp! _This post is for subscribers only._ ### Sparen, aber nicht am Zaun URL: https://www.loky.news/bezirkshaushalt-berlin-autofrei/ Last updated: 2026-03-27T05:30:13.000Z Ihr Lieben. Alle, die hier schon länger mitlesen, wissen: Immer, wenn mir erst am Nachmittag einfällt, dass ich (verdammt!) ja noch ein Aufmacherbild für den Newsletter morgen brauche, wende ich mich an ChatGPT. In diesem Fall hat mich das besonders erfreut, weil sich so zwei meiner heimlichen Leidenschaften in ein Fotomotiv gießen ließen: die fürs Trash-TV der späten Nullerjahre im Allgemeinen und Peter Zwegats "Raus aus den Schulden" im Speziellen. Und die für Pankows Bezirkshaushalt. Kein Witz. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/IMG_0071.jpeg) Ich habe dieses Standardwerk nicht nur in Griffweite von meinem Schreibtisch stehen, sondern sogar gelesen. Was beides miteinander zu tun hat? Bitteschön: --- ## Wissen ## So will Pankow raus aus den Schulden ### Worum geht's? Der Bezirk sitzt auf [23 Millionen Euro Schulden](https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-bezirkshaushalt-maria-leo-grundschule-schulpreis/), die er bis 2029 abbauen soll. Das sagt die Landesebene, die in Finanzdingen mit ihren Bezirken umgeht wie Eltern mit ihren Kindern: Sie teilt zu, überwacht und schreitet ein, bevor das komplette Weihnachtsgeld für Süßkram rausgeballert wird. Im aktuellen Haushaltsentwurf für 2026/2027 sind die nun nötigen Sparmaßnahmen noch nicht drin. Aktuell gibt der Bezirk noch jedes Jahr knapp 6 Mio. Euro zu viel aus. Bis 2027 will man erstmal die Ausgaben in den Griff bekommen, ab 2028 den Schuldenberg abbauen. Wie das gelingen kann? Das Bezirksamt hat seine Ideen am Mittwoch den Bezirkspolitiker:innen vorgestellt, die darüber in den kommenden Wochen diskutieren. Ende April soll der Nachtragshaushalt der Landesebene vorgelegt werden. ### Wo will Pankow mehr Geld einnehmen? - In der Parkraumbewirtschaftung, auch durch neu eingestellte Kontrolleur:innen - Durch steigende Mieten in den bezirkseigenen Immobilien - Durch höhere Kursgebühren an Musikschulen und VHS ### Wo will Pankow sparen? Wie viele Menschen, die in der Schuldenfalle stecken, hat Pankow auch ein Ausgabenproblem. Eine der Hauptbaustellen hört auf den sperrigen Namen "Hilfen zur Erziehung". Wenn Familien in Not sind, haben sie einen rechtlichen Anspruch auf Hilfe. Das geht von Beratungen bis zur Unterbringung von Kindern in Wohngruppen. Die Bezirke haben ein vom Senat vorgegebenes Budget, wie viel Geld sie dafür ausgeben dürfen. 2024 wurde das in Pankow um 9,2 Millionen Euro überschnitten – viel zu viel, um das aus anderen Ecken des Haushalts zu kompensieren. Teil des Nachtragshaushalts ist ein Plan, wie dieses Defizit in diesem Jahr um 2 Mio., 2027 um 3 Mio. Euro gesenkt werden soll: _This post is for subscribers only._ ### Self-Scan-Kassen: Plötzlich Ladendieb URL: https://www.loky.news/self-scan-kassen-plotzlich-ladendieb/ Last updated: 2026-03-26T08:37:51.000Z Ihr Lieben. Unsere Gesellschaft ist tief gespalten. Genau, wegen der Sache mit dem Impfen, der russischen Schattenflotte und der Butter unterm Nutella (auf gar keinen Fall!). Aber auch wegen Selbst-Scan-Kassen. > "Ich persönlich gehe ja nur noch in Läden, in denen ich meine Bio-Blaubeeren schnell selbst übers Band ziehen und mit dem Smartphone bezahlen kann." > "Ich glaub', es hackt! Wenn ich im Supermarkt arbeiten wollte, wäre ich Supermarktfachkraft geworden!!!" Grautöne haben dazwischen kaum Platz. Bei uns sind sie überall, vom Edeka am Antonplatz über den Alnatura an der Schönhauser bis zum Netto Wollankstraße. Der neue Lidl, der vor Kurzem an der Schönhauser/Ecke Kopenhagener eröffnete, verzichtet fast komplett auf Kassenbänder mit Personal. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/IMG_9986.jpeg) Schöne neue Lidl-Welt. So sehr Discounter auch selbst fürs Sparen bekannt sind: Das machte er nicht, wenn wir es nicht mitmachten. Zum einen, weil wir neuer Technik gegenüber offen sind, seitdem uns ein Modem den Weg ins Internet / das iPhone das Netz für unterwegs / TikTok coole Videos versprach. Zum anderen, weil die Rushhour des Lebens keine Zeit fürs Abhängen in der Kassenschlange vorsieht. Doch wer diese Kassen benutzt, übernimmt nicht nur die Arbeit des Ladenpersonals — sondern auch die Beweislast. Wie schnell man von der umworbenen Kundschaft zum Ladendieb wird, zeigen zwei Geschichten aus Prenzlauer Berg. 💡 Regelmäßig widmen wir uns am Donnerstag einem für uns relevanten Thema in aller Tiefe. Dies ist eine solche Sonder-Ausgabe. --- ## Beispiel 1: Polizei-Einsatz statt Babybrei Doreens Zwillinge waren gerade sechs Monate alt, als ihr Mann an einem Nachmittag mal eben noch bei Rossmann war, um Windeln, Babynahrung und Gedöns zu besorgen. Sie erzählt folgende Geschichte: - Ihr Mann nutzte die Selbst-Scan-Kasse. Beim Verlassen des Ladens wurde er von Mitarbeitenden aufgehalten, die schnell feststellten, dass einige Artikel im Wert von insgesamt knapp 10 Euro nicht gescannt worden waren. - Er sagte gleich, das sei ein Versehen gewesen, verwies auf seine weinenden Kinder im Schlepptau und wollte das ausstehende Geld bezahlen. Doch stattdessen eskalierte die Situation. - Mann und Babys wurden in einen Hinterraum gebracht und dort festgehalten. Die Kinder waren müde, hungrig und schrien. Kundschaft mit Kinderwagen würde standardmäßig kontrolliert, wurde ihm mitgeteilt. - Da ihr Mann keine Papiere dabeihatte, kontaktierte er Doreen. Herbeigeeilt, versuchte sie im Laden, zu ihren Kindern zu gelangen. Daran wurde sie durch laute Ansprache, aber auch handgreiflich gehindert. - Ihr Mann bat ebenfalls mehrfach, dass er die Kinder an ihre Mutter übergeben dürfe. Die Mitarbeitenden lehnten das jedoch ab. Sie könnten schließlich nicht sicherstellen, dass Doreen wirklich die Mutter sei. - Erst das Eintreffen der Polizei etwa 20 Minuten später löste die Situation auf. - Rossmann erstattete Anzeige wegen Diebstahls und belegte Doreen mit einem deutschlandweiten Filialverbot für ein Jahr. - Sie selbst erstattete wiederum Anzeige gegen Rossmann, weil ihre Kinder festgehalten und sie selbst schikaniert worden war. - Am Ende wurden alle Verfahren eingestellt. Eine Strafzahlung für den vermeintlichen Diebstahl wurde nach längerer Korrespondenz durch Rossmann "aus Kulanz" von 75 auf 25 Euro gesenkt. - Doreens Anzeige wurde abgewiesen, weil man nicht ausschließen könne, dass ihr Mann mit Absicht gestohlen habe. Sie sieht darin keine Rechtfertigung für den Umgang mit ihren Kindern. Die Familie wohnt um die Ecke; sie hat über Monate sehr regelmäßig in der Filiale eingekauft. Mittlerweile liegt der Fall Monate zurück. Doch bis heute treibt Doreen die Fassungslosigkeit um, wie ihre Familie so behandelt werden konnte. Natürlich habe ich Rossmann um eine Stellungnahme gebeten. Trotz mehrfacher Nachfrage hat die Pressestelle jedoch nicht reagiert. ### Rechtliche Einschätzung So unfair sich das im Einzelfall auch anfühlen mag. Rein rechtlich sei die Sache klar, erklärt Benjamin Räther, Rechtsberater bei der Verbraucherzentrale Berlin: _This post is for subscribers only._ ### Scherben-Nachlese und Auto-Streit URL: https://www.loky.news/abi-party-thaelmann-park-umbau-berliner-allee/ Last updated: 2026-03-24T15:29:53.000Z Ihr Lieben. Jugendliche darf man nicht einfach so fotografieren und ins Internet stellen. Wäre dem nicht so, sähet ihr oben nicht ein symbolisches Frühlingswiesen-Bild, sondern Jugendliche, mit Müllbeuteln ausgestattet, die am Sonntagnachmittag den Thälmann-Park aufräumen. Jep: Das war ein ordentlicher Plot-Twist nach der aus dem Ruder gelaufenen Abi-Motto-Woche, von der wir hier [Freitagfrüh schon berichteten](https://www.loky.news/falkplatz-prenzlauer-berg-muell-abi-thalmannpark/), und die im Laufe des Abends noch eskaliert war. Etwa 1000 Jugendliche waren erneut auf der Wiese hinter dem Planetarium zusammengekommen und feierten – bis die Polizei die Veranstaltung auflöste. [Laut ihrem Bericht](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2026/pressemitteilung.1654772.php?ref=loky.news) hatten zuvor freundliche Ansprachen wegen des Lärms und Mülls nichts gebracht; stattdessen waren vereinzelt Einsatzkräfte und Wagen mit Flaschen und Böllern beworfen worden. Am nächsten Morgen sah es hinter dem Planetariun dann so aus. Diverse Flaschensammler hatten das Areal zu diesem Zeitpunkt schon inspiziert: ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/M--lllpark.jpeg) An der Tatsache, dass ich samstags gegen acht eine Wiese besichtigte, seht ihr zwei Dinge: Ich habe eine kleine Tochter, die gerne zu einer Uhrzeit mit sechs davor aufsteht (natürlich nur am Wochenende). Und das Thema hat mich beschäftigt. Auch, weil es euch so beschäftigt hat. Uns haben in den vergangenen Tagen wahnsinnig viele Nachrichten von euch erreicht. Ihr wart irritiert, verständnisvoll und differenziert. Danke dafür! Dieser Austausch war (und ist) eine große Bereicherung. Es war zu viel, um alles zu veröffentlichen. Daher hier nur eine kleine Auswahl: - "Als Anwohnerin habe ich die Direktoren der Schulen Käthe Kollwitz und Schliemann am Mittwoch besucht. Käthe K. war freundlich-kooperativ und wollte den Stufensprecher kontaktieren und zum verantwortlichen Handeln aufrufen. Schliemann sagte, ,wenn die Schüler nach Braunschweig fahren und sich da bei einem Fußballspiel danebenbenehmen, können wir auch nichts tun', hat sich dann aber bereiterklärt, eine Mail an die Schüler zu schicken. Ich habe selbst eine Tochter im Teenie-Alter und freue mich sehr mit den Schülern. Aber Glasflaschen zerbrochen überall rumliegen lassen geht gar nicht. In unserem Innenhof lagen Samstagfrüh leere Bierflaschen. Verkleidete Schüler hatten am Nachmittag zuvor mit Füßen gegen die Haustüren getreten und sind, wenn sie aufgingen, in die Häuser gegangen." (Brinja) - "Eigentlich war es für die Massen an Abiturienten gar nicht so sehr verwüstet, wenn man es mit Marathon, Fußball, Demos oder sonstigen Aufläufen vergleicht. Ich bin mir sicher, dass die Leute vom Grünflächenamt fleißig sind, aber offensichtlich waren sie nicht jeden Tag da, denn der Müll hat sich von Dienstag bis Freitag gesteigert und es war zu keinem Zeitpunkt aufgeräumt. Ich finde, man sollte sich das als Bezirk leisten. Es gibt kaum öffentlichen Flächen, wo sich junge Leute treffen können, ohne Geld auszugeben, und wo es niemanden wegen Lärm stört." (Sabine) - "Jugendliche sind in Prenzlauer Berg wenig sichtbar. Wenn sie dann irgendwo auftauchen – häufig einmal jährlich zur Motto-Woche – beschweren sich alle. Ich wünschte mir, wir hätten mehr Verständnis und würden ein anderes Bild zeichnen von diesen jungen Menschen." (Josefa) - "Dass die Motto-Woche jede Menge Müll und Scherben mit sich bringt, ist natürlich nicht schön und nervt mich als Radfahrer auch. Das bringt eine große Menschenansammlung aber eben leider mit sich. Andererseits ist es wirklich lustig und schön anzusehen, wie sich die angehenden Abiturient:innen selbst organisieren, verkleiden und zusammen Spaß haben." (Tom) - "Jedes Partyvolk, das einen Raum mietet, muss hinterher aufräumen oder zumindest dafür sorgen, dass aufgeräumt wird. Aber den öffentlichen Raum kann man so hinterlassen?" (Claudia) - "Manchmal spreche ich Menschen darauf an, ihren Müll aufzusammeln, und ernte oft nur mitleidige Blicke. Auch gescheite Menschen lassen ihren Müll da, obwohl sie wissen, dass Grünflächenamt oder BSR dieser herausfordernden Mammutaufgabe nicht gewachsen sind." (Jenny) Schon für den Text am Freitag hatte ich Pankows Bezirksstadträtin für Ordnung und Öffentlicher Raum, Manuela Anders-Granitzki (CDU) für eine Stellungnahme angefragt. Mittlerweile ist ihre Antwort bei uns eingetroffen (die ihr so wichtig war, dass sie sie zudem noch [als Pressemitteilung veröffentlicht](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1654693.php?ref=loky.news) hat). Sie zeigt großes Verständnis für Abi-Feiern, sagt aber auch: _This post is for subscribers only._ ### Berliner Allee soll schöner werden. Aber für wen? URL: https://www.loky.news/berliner-allee-baustelle-fahrradweg-autos-weissensee/ Last updated: 2026-03-26T07:48:05.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ## Worum geht’s? „Die Berliner Allee ist furchtbar“, sagt loky\*-Gründer Philipp, der in der Nähe wohnt. „Sie ist laut, hektisch, und man kann immer nur in eine Richtung abbiegen. Ich versuche, sie so gut es geht zu meiden. Auch mit dem Auto.“ Ob er dort manchmal mit dem Fahrrad fahre, frage ich. „Auf keinen Fall!“ Für die Fotos zu diesem Artikel wagte unsere Werksstudentin Emilia den Selbstversuch – und wich nach zwei unschönen LKW-Begegnungen mit ihrem Rad auf den Fußweg aus. In den kommenden Jahren soll die Berliner Allee auf 1,2 Kilometern zwischen Pistoriusstraße und Rennbahnstraße umgebaut werden – und dabei die ewige Frage beantwortet werden, wer auf unseren Straßen Vorrang hat. Soll mehr für Fahrradfahrer:innen und gegen Lautstärke und Hektik getan werden? Oder sollen Autofahrende, die in die Innenstadt wollen, entlastet werden? Der vorige rot-rot-grüne Senat plante vor einigen Jahren mehr Platz für den Radverkehr. Der aktuelle, schwarz-rote Senat kündigte mit der im letzten Jahr veröffentlichten Projektausschreibung das Gegenteil an. Ziemlich unfair, sagen eine Nachbarschaftsinitiative, der ADFC und der BUND. Es gibt also dicke Luft. ## Warum ist das wichtig? Die Berliner Allee ist eine wichtige Zufahrtsstraße für Pendlerinnen und Lieferanten aus dem Norden. Schon im Mittelalter war sie eine Handelsstraße. Aktuell fahren pro Tag etwa [26.500 Autos](http://%28https//gdi.berlin.de/viewer/main/?Map/layerIds=hintergrund%5Fdefault%5Fgrau,verkehrsmengen%5F2023:dtvw2023kfz,verkehrsmengen%5F2023:dtvw2023baustellen&visibility=true,true,true&transparency=0,0,0&Map/center=%5B392531.00000000006,5818857.222398732%5D&Map/zoomLevel=2&ref=loky.news) über die Straße durch Weißensee – darunter bis zu 1.500 LKW. Sie ist offiziell Teil der Bundesstraße B2 und Autobahnzubringer. Fahrradwege gibt es auf dem Stück, das umgebaut werden soll, keine. Immer wieder kommt es auf der Berliner Allee zu schweren Unfällen. Drei davon waren seit 2020 tödlich. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/Berliner-Allee.png) Auf dem blauen Abschnitt soll die Berliner Allee umgebaut werden. Rot markiert sind Fahrradstraßen. Über die Verbindung zwischen Gartenstraße und Bizetstraße auf dem grünen Abschnitt wird aktuell diskutiert. Quelle: Bearbeiteter Screenshot OpenStreetMaps ## Was steht in der Projektbeschreibung? Bis Dezember 2025 konnten sich Unternehmen auf die Ausschreibung bewerben. Sie fordert unter anderem: _This post is for subscribers only._ ### Mittags-Tisch im Kiez URL: https://www.loky.news/mittags-tisch-im-kiez/ Last updated: 2026-10-12T09:45:32.000Z Wir haben [gefragt](https://www.loky.news/loky-mit-bethanienkirche-lidl-schoenhauser/), wo man in unseren Kiezen gut und günstig ein Mittagessen bekommt. Ihr habt geantwortet. Bitteschön. :-) **Ups, Du bist nicht angemeldet. Um unsere kleine Empfehlungsliste lesen zu können, melde dich bitte kostenlos zu unserem Newsletter an. Kein Spam, versprochen. Nur lässig und seriöse News für Deinen Kiez.** _This post is for subscribers only._ ### Abi-Motto: Parkzerstörung URL: https://www.loky.news/falkplatz-prenzlauer-berg-muell-abi-thalmannpark/ Last updated: 2026-03-20T16:21:20.000Z Ihr Lieben. Es ist nicht so, als ob ich in dieser Stadt nicht schon vieles gesehen hätte: Hosenlose in der U2\. Zwei-Meter-Lattenrost in der M10\. Rattenkot im Kinderwagen. Doch als ich gestern früh an der Wiese hinter dem Planetarium vorbeiging, hat mich doch kurz mein innerer Markus Söder erwischt: Was zur Hölle war denn da passiert?! ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/IMG_9990.jpeg) Abi-Mottowoche, klärte mich ein fleißiger Mitarbeiter des Pankower Grünflächenamts auf. Ich hätte mal zum Beginn seiner Schicht vorbeikommen sollen. Da habe man die Wiese vor lauter Dreck gar nicht mehr sehen können. Das sehe gerade jeden Morgen so aus. **Ups, Du bist nicht angemeldet. Um diese Newsletterausgabe und weitere News aus Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee lesen zu können, melde dich bitte kostenlos bei unserem Newsletter an. Kein Spam, versprochen. Seriös und lässig.** _This post is for subscribers only._ ### Olympia-Streit und Recycling-Pause URL: https://www.loky.news/olympia-streit-und-recycling-pause/ Last updated: 2026-03-17T05:30:18.000Z Ihr Lieben, ich bin Johann, der zweite Neue bei loky\*. Kleiner Rückblick: Am ersten Arbeitstag durfte ich im Büro direkt für ein Selfie mit Plüschgiraffe posen. Naja, [seht selbst](https://www.loky.news/weltkugel-verfassungsschutz-nasses-dreieck-prenzlauerberg-pankow-mitte/). Mehr als auf kurzfristig einberufene Fotoshootings freue ich mich auf interessante Recherchen in den Kiezen und den Austausch mit euch. Zum Beispiel über den Weißen See. Im letzten Newsletter konntet ihr es [schon lesen](https://www.loky.news/weisser-see-fontane/): Das wird in diesem Jahr wohl nichts mit der Fontäne. Reinigung und Inspektion der Pumpen sind zwar beauftragt, wie der Bezirk uns mittlerweile bestätigt hat. Für alles andere – etwa nötige Reparaturen – fehlt das Geld. Wir halten euch auf dem Laufenden. Heute geht es aber erstmal um das große Streitthema Olympia – und natürlich mal wieder um Müll. Viel Spaß! --- ## Wissen ## Olympia oder NOlympia? ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/IMG_9604-3-1.jpg) Die Max-Schmeling-Halle wurde schon für die erfolglose Olympia-Bewerbung 2000 gebaut. ### Worum geht’s? Berlin will die Olympischen und Paralympischen Spiele ausrichten. Wann ist noch unklar (zur Option stehen 2036, 2040 oder 2044); die Bewerbung läuft. Für die Spiele sollen hauptsächlich bereits bestehende Sportstätten genutzt werden – viele bei uns im Kiez: Jahn-Sportpark, Max-Schmeling-Halle, Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark und Velodrom. Letztere wurden (fun fact) für die dann erfolglose Olympia-Bewerbung 2000 gebaut. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/sportsta--tten_map-1.png) Die Olympischen Spiele sollen in der ganzen Stadt stattfinden. (Quelle: [Olympia-Bewerbung](https://www.berlin-olympiabewerbung.de/unsere-bewerbung?ref=loky.news)) ### Warum ist das wichtig? - Sollte es mit der Bewerbung klappen, kommen Menschen aus aller Welt in unseren Kiez! Vielleicht erinnert ihr euch noch an die WM 2006? War cool, oder? - Andererseits bedeutet dieses Mehr an Menschen natürlich auch: mehr Müll, mehr Lärm, mehr Verkehr. - Zudem geht es um sehr viel Geld. Die Ausrichtung dürfte Berlin einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag kosten. Genauere Angaben machte der Senat bislang nicht. Zwar übernimmt das Internationale Olympische Komitee einen Teil – nicht mit inbegriffen sind aber Ausgaben für Sicherheit und Infrastruktur. - Die Sportstätten, die der Senat im Blick hat, sind teilweise sanierungsbedürftig; am Jahn-Sportpark wird bereits gebaut. Hinzu kommt: Die Sport- und Schwimmhallen sind bereits jetzt überlastet. ### Was sagt die Pankower Politik? Wollen wir Olympia im Kiez? Unsere Lokalpolitik ist uneins: _This post is for subscribers only._ ### S Greifswalder: Was folgt auf den geplanten Aldi-Abriss? URL: https://www.loky.news/greifswalder-169-was-folgt-auf-den-geplanten-aldi-abriss/ Last updated: 2026-03-18T06:59:28.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ### Worum geht’s? Auf dem Grundstück gegenüber des S-Bahnhofs Greifswalder Straße, wo derzeit Aldi und die einstige Videothek stehen, ist ein großer Neubau geplant. Die [Immobilienfirma Primus](https://primusimmobilien.de/de?param1=PRIMUS%5FImmobilien%5F%28Brand%5FSearch%29&gad%5Fsource=1&gad%5Fcampaignid=21832996743&gbraid=0AAAAADr0jffLdVM5thmxieevFSoTV1b%5F8&gclid=Cj0KCQjwgr%5FNBhDFARIsAHiUWr60MqMdzHafB7FThf%5F3Rn9Xkv568jux3wzztCEcNHdB-VJSAe-nzJQaAjOrEALw%5FwcB&ref=loky.news) ließ sich dort zunächst den Bau eines [Büro- und Geschäftshaus](https://www.iz.de/projekte/news/-primus-plant-den-bau-eines-buero--und-geschaeftshauses-in-berlin-prenzlauer-berg-2000011537?ref=loky.news) genehmigen. Mittlerweile wird der Komplex [auf der Website ](https://primusimmobilien.de/de/portfolio/greifswalder-168?ref=loky.news)jedoch als "gemischt genutztes Hotel- und Serviced-Apartment-Ensemble" beworben. Der Genehmigungsprozess läuft und sorgt für Konflikte mit der Nachbarschaft. Auch die Deutsche Bahn ist involviert. ### Was sagen die Anwohner:innen? Norbert Freund und seine Nachbar:innen aus der Grellstraße wehren sich gegen den Neubau in ihrem Hinterhof. Mit Tim Stähle haben sie mittlerweile sogar einen Anwalt engagiert. Ihre Bedenken: _This post is for subscribers only._ ### Olympia oder NOlympia? URL: https://www.loky.news/olympia-oder-nolympia/ Last updated: 2026-03-18T12:40:37.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Pankow, Prenzlauer Berg & Weißensee**.* Lässig und seriös. Abonniere ihn, um alles zu lesen. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ### Worum geht’s? Berlin will die Olympischen und Paralympischen Spiele ausrichten. Wann ist noch unklar (zur Option stehen 2036, 2040 oder 2044); die Bewerbung läuft. Für die Spiele sollen hauptsächlich bereits bestehende Sportstätten genutzt werden – viele bei uns im Kiez: Jahn-Sportpark, Max-Schmeling-Halle, Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark und Velodrom. Letztere wurden (fun fact) für die dann erfolglose Olympia-Bewerbung 2000 gebaut. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/sportsta--tten_map.png) Die Olympischen Spiele sollen in der ganzen Stadt stattfinden. (Quelle: [Olympia-Bewerbung](https://www.berlin-olympiabewerbung.de/unsere-bewerbung?ref=loky.news)) ### Warum ist das wichtig? - Sollte es mit der Bewerbung klappen, kommen Menschen aus aller Welt in unseren Kiez! Vielleicht erinnert ihr euch noch an die WM 2006? War cool, oder? - Andererseits bedeutet dieses Mehr an Menschen natürlich auch: mehr Müll, mehr Lärm, mehr Verkehr. - Zudem geht es um sehr viel Geld. Die Ausrichtung der Olympischen Spiele dürfte Berlin einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag kosten. Genauere Angaben machte der Senat bislang nicht. Zwar übernimmt das Internationale Olympische Komitee einen Teil – nicht mit inbegriffen sind aber Ausgaben für Sicherheit und Infrastruktur. - Die Sportstätten, die der Senat im Blick hat, sind teilweise sanierungsbedürftig; am Jahn-Sportpark wird bereits gebaut. Hinzu kommt: Die Sport- und Schwimmhallen sind bereits jetzt überlastet. ### Was sagt die Pankower Politik? Wollen wir Olympia im Kiez? Unsere Lokalpolitik ist uneins: _This post is for subscribers only._ ### Große Pause URL: https://www.loky.news/fontaene-weisser-see-markt-helmholtzplatz/ Last updated: 2026-03-16T14:45:24.000Z Ihr Lieben. Wie ihr wahrscheinlich schon gelesen habt, gibt es neue Gesichter bei loky\*: Ich bin eins davon! Schon nach ein paar Tagen habe ich das Gefühl, mit ganz anderen Augen durch den Kiez zu gehen. Was ist los bei der Weltkugel? Wer kandidiert für Pankow? Und wie geht es mit dem Turm am Mirbachplatz weiter? Unsere Leser:innen – also ihr! – [wissen mehr!](https://www.loky.news/loky-mit-bethanienkirche-lidl-schoenhauser/) Heute: Steht die Fontäne im Weißen See vor dem Aus? Warum gibt es gerade keinen Wochenmarkt auf dem Helmholtzplatz? Und wo gibt’s das beste Mittagsessen im Kiez? Vorhang auf zu meiner Newsletter-Premiere! --- ## Wissen ## Weißer See: Fontäne fällt vorerst aus ### Worum geht's? Postkartenmotiv seit 1969: Die schwimmende Fontäne ist das Wahrzeichen des Weißen Sees. Ab diesem Frühjahr sollte sie wieder sprudeln. Jetzt wird klar: Der geplante Termin am 31\. März kann nicht eingehalten werden. Stand jetzt ist nicht sicher, ob es in diesem Jahr überhaupt eine Fontäne geben wird. ### Was ist das Problem? Normalerweise läuft es so: - Der Bezirk erteilt einen Auftrag an die Berliner Wasserbetriebe. Die lassen den Schwimmkörper, der mit zwei Pumpen verbunden ist, im Herbst von Mitgliedern des Vereins Junge Tauchpioniere auf den Seeboden manövrieren. - Die Tauchpioniere bergen ihn im darauffolgenden Frühjahr wieder vom Grund des Weißen Sees. Im vergangenen Herbst wurden Pumpen und Fontäne stattdessen per Bagger aus dem Wasser geborgen, um sie zu warten. Mittlerweile sind sie auch schon von Muscheln befreit worden. Laut den Berliner Wasserbetrieben muss aber noch geprüft werden, ob die Pumpen überhaupt einsatzfähig sind. Dafür wird aktuell eine Firma gesucht. Die Kosten für die Inspektion und für eine mögliche Reparatur sind allerdings nicht Teil des eingeplanten Budgets. Heißt: Solange der Bezirk keine neuen Mittel locker macht, liegen die Pumpen brach. ### Die Vorgeschichte Dass die Pumpen nicht mehr im besten Zustand sind, war schon vor drei Jahren klar. Damals wurde die Fontäne erst im Juni in Betrieb genommen. Vorher waren Reparaturen nötig. Weil der Wasserstand des Weißen Sees durch die von der Fontäne beförderte Verdunstung sinkt, wurde sogar ihre Abschaltung diskutiert. _This post is for subscribers only._ ### Weißer See: Fontäne fällt vorerst aus URL: https://www.loky.news/weisser-see-fontane/ Last updated: 2026-03-16T14:44:19.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Weißensee, Pankow und Prenzlauer Berg**.* Um alles über die Fontäne am Weißen See zu erfahren, abonniere ihn bitte. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ### Worum geht's? Postkartenmotiv seit 1969: Die schwimmende Fontäne ist das Wahrzeichen des Weißen Sees. Ab diesem Frühjahr sollte sie wieder sprudeln. Jetzt wird klar: Der geplante Termin am 31\. März kann nicht eingehalten werden. Stand jetzt ist nicht sicher, ob es in diesem Jahr überhaupt eine Fontäne geben wird. ### Was ist das Problem? Normalerweise läuft es so: - Der Bezirk erteilt einen Auftrag an die Berliner Wasserbetriebe. Die lassen den Schwimmkörper, der mit zwei Pumpen verbunden ist, im Herbst von Mitgliedern des Vereins Junge Tauchpioniere auf den Seeboden manövrieren. - Die Tauchpioniere bergen ihn im darauffolgenden Frühjahr wieder vom Grund des Weißen Sees. Im vergangenen Herbst wurden Pumpen und Fontäne stattdessen per Bagger aus dem Wasser geborgen, um sie zu warten. Mittlerweile sind sie auch schon von Muscheln befreit worden. Laut den Berliner Wasserbetrieben muss aber noch geprüft werden, ob die Pumpen überhaupt einsatzfähig sind. Dafür wird aktuell eine Firma gesucht. Ups, Du bist nicht angemeldet. Um weiterlesen zu können, melde dich bitte kostenlos für unseren Newsletter an. Kein Spam, versprochen. _This post is for subscribers only._ ### loky* mit Turm-Zukunft und Mittagessen URL: https://www.loky.news/loky-mit-bethanienkirche-lidl-schoenhauser/ Last updated: 2026-05-25T20:05:26.000Z Ihr Lieben. Wie haltet ihr es mit der Mittagspause im Kiez? Wir von loky\* haben unsere Redaktion an der Schönhauser Allee. An Restaurants mit Mittagstisch mangelt es hier wahrlich nicht, und doch sitzen wir oft mit Resteessen aus der Mikrowelle oder Brötchen aus dem Rewe am Schreibtisch und smalltalken über die ins Unleistbare gestiegenen Gastro-Preise. 1.) Wie geht's euch? Habt ihr Insider-Tipps, wo man einen bezahlbaren Mittagstisch bekommt, der kein Falafel ist? Schreibt uns gerne an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder [direkt in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news) und wir geben es weiter. 2.) Auftritt: Starwars-Lidl. Der Discounter hat vor zwei Wochen seine neue, übermoderne Filiale an der Schönhauser eröffnet, was ihn für uns zur neuen Lunch-Möglichkeit macht – und nebenbei gleich Stoff für weitere Mittagessensbegleitgespräche liefert. Unsere Werksstudentin Emilia war nach ihrem ersten Besuch so fasziniert, dass sie die folgende Rezension einfach schreiben musste: --- ### Lidl-Check von Emilia - Erster Eindruck: Groß. Größer. Wie oft muss ich dort einkaufen gehen, bis ich weiß, wo ich Nüsse finde? - Wer sich noch an den verkramten Hunde-Netto erinnert, wird überrascht sein, wie der gleiche Ort so modern und sortiert sein kann. - Es gibt viel Obst und Gemüse, viele Bio-Artikel – und viel Alles-wie-immer. - Das Bezahlen wird aufregend für alle, die sich mit dem Konzept Selbstzahlerkasse noch nicht auseinandergesetzt haben. Denn es gibt nur eine reguläre Kasse mit Personal, sonst nur Scann-dein-Zeug-alleine-ab-Kassen. Das führte bei meinem Besuch dienstagmorgens dazu, dass ältere Menschen ratlos mit drei Sachen im Kassenbereich standen, bis nette Lidl-Mitarbeitende sie in das moderne Zeitalter des Kassierens und Bezahlens einführten. - Die linke Rolltreppe rollt nach oben – nicht die rechte, wie 90 Prozent der Kund:innen intuitiv versuchen. - Der Laden ist von 7 bis 22 Uhr offen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/Lidl_Buddy-1.jpg) Lidls Buddy Bear: Nicht nur Karottenjeans sind plötzlich wieder in. --- Jetzt wisst ihr, worüber wir reden, wenn es nicht um Baustellen, fehlende Oberschulplätze oder die Frage geht, was eigentlich den 1-Euro-Kaffee mit Hafermilch aus dem Lidl-Automaten von dem für 2 Euro bei LAP unterscheidet. Was ihr noch nicht wisst: Wer gestern zum ersten Mal mit uns am Mittagstisch saß. Anna-Lena Schlitt ist neu im loky\*-Team, sitzt sonst noch bei der Zeit am Desk und wohnt (upsi) im Wedding. Wir freuen uns! --- ## Wissen ## Bethanienturm: Ruine wird Wohnraum ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/IMG_4752-1.jpeg) Ende Februar wurde an dem alten Kirchturm am Mirbachplatz das Baugerüst entfernt. Seitdem fragt sich ganz Weißensee: Und jetzt?! Über zwei Jahre lang wurde der im Krieg stark beschädigte Turm denkmalgerecht saniert, damit darin Wohnungen entstehen können. Nun folgt noch auf der Fläche des ehemaligen Kirchenschiffs ein Neubau samt Tiefgarage. Zwei Quellen sagen, nach der Fertigstellung soll der ganze Komplex als Boardinghaus möbliert und zeitlich begrenzt vermietet werden. Die aktuelle Projektleitung möchte das aber nicht bestätigen. Unsere Kollegin Jessica hat sich in das Thema reingefräst, kaiserlich benannte Glocken und die Herausforderung der Sanierung von Schallluken inklusive. Ihre ganze Geschichte lest ihr nach dem Click: [Bethanienturm: Ruine wird WohnraumDas Gerüst am Turm ist weg. Wie geht es weiter mit dem Umbau der alten Kirche am Mirbachplatz?![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/icon/Gira-ohne-Hintergrund-3-30.png)loky\* - Newsletter & CommunityJessica Braun![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/thumbnail/IMG_4744--1--1-1.jpeg)](https://www.loky.news/bethanienturm-ruine-wird-wohnraum-weissensee/) --- ## Senat entscheidet über Gaststättengesetz ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/Schwarzsauer.jpeg) Vormittags geschlossen, aber abends bald länger offen: das Schwarzsauer. Wer kennt es nicht? Wir leben im Kiez, um hier abends lange beim Bier draußen zu sitzen. Aber wenn wir morgens früh rausmüssen, soll es vor der gleichen Bar bitte ab 22 Uhr leise sein. _This post is for subscribers only._ ### Mirchbachplatz: Gerüst ab. Und nun? URL: https://www.loky.news/bethanienturm-ruine-wird-wohnraum-weissensee/ Last updated: 2026-03-12T15:28:02.000Z 💡 Dieser Text ist Teil einer Ausgabe von loky\* – dem lokalen Newsletter für Weißensee, Pankow und Prenzlauer Berg**.* Um alles über den Turm am Mirbachplatz zu erfahren, abonniere ihn bitte. Kostet nichts! Aber versorgt dich regelmäßig mit Neuigkeiten aus deinem Kiez. ### Worum geht's? Am Mirbachplatz entsteht derzeit ein ungewöhnliches Wohnprojekt: Der Bethanienturm, einst der Kirchturm der gleichnamigen Kirche, wird in Wohnraum umgewandelt. Der denkmalgeschützte Turm bekommt eine Rundumerneuerung, wobei die Spuren der Zeit erhalten bleiben sollen. Das frühere Kirchenschiff ersetzt ein Neubau. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche nahezu vollständig zerstört. Nur der 65 Meter hohe Turm blieb erhalten. Obwohl ein Wahrzeichen von Weißensee, verfiel er über Jahrzehnte. Bis Mitte Februar war der denkmalgeschützte Turm eingerüstet und wurde restauriert. Nach Angaben der Projektleitung ist die knapp zweijährige Sanierung der Gebäudehülle damit größtenteils abgeschlossen. Parallel dazu haben die Arbeiten an der Baugrube für den Neubau begonnen. In den nächsten Monaten soll sukzessive der Rohbau entstehen. ### Was entsteht dort genau? Die vielleicht wichtigste Frage für uns: Wer soll in diesem außergewöhnlichen Bau auf einer Verkehrsinsel wohnen? Über lange Jahre lautete der Plan: Berliner:innen. Doch schon im vergangenen Jahr erzählte der aktuelle Eigentümer, Auto-Unternehmer Unternehmer Uwe Dinnebier, in einem [Fernsehbeitrag](https://www.youtube.com/watch?v=oUpUcTjay9I&ref=loky.news) von der Nutzung als Boardinghaus – also als Gewerbe mit möblierten Apartments, die temporär vermietet werden. Das berichtet auch der ursprüngliche Architekt. Die aktuelle Projektleitung hat dies hingegen nicht bestätigt. Man baue das, was geplant und genehmigt sei. Die Stadtentwicklungsabteilung im Bezirk verweist an den Eigentümer, der auf loky\*-Anfrage nicht reagiert hat. ### Wie lief die Sanierung bislang? Die Sanierung des Turms war aufwändig, heißt es von Seiten der Projektleitung. Ups, Du bist nicht angemeldet. Registrier dich, um den ganzen Text lesen zu können. Unter anderem erfährst Du dann, wie aus einer kaputten Kirche ein Wohnbau-Prjekt wurde, und wie aufwändig die Sanierung bisher war. _This post is for subscribers only._ ### Giraffen-Zuwachs und Verfassungsschutz URL: https://www.loky.news/weltkugel-verfassungsschutz-nasses-dreieck-prenzlauerberg-pankow-mitte/ Last updated: 2026-05-27T09:47:40.000Z Ihr Lieben. An große Spannungsfelder sind wir in der loky\*-Redaktion gewöhnt. Schließlich springen wir täglich zwischen [Menschen, die ihre Wohnung verlieren](https://www.loky.news/loky-sprengung-jahn-sportpark/), [Streetfood-Festivals](https://www.loky.news/kunst-horn-und-kunstrasen/) und [Streit um vier gefällte Bäume ](https://www.loky.news/wahlen-2026-pankow-s15/)hin und her. Dazu passt, dass diese weltpolitisch so dramatische Woche für uns in unserer kleinen Redaktion sehr famos war. Weil: 🥳 Seit gestern zählt unsere Community über 5.000 Mitglieder! Das freut uns mehr als blauer Himmel, die Wiedereröffnung des Hokey Pokeys und eine funktionierende Rolltreppe hoch zur U2 zusammen. Schön, dass ihr alle da seid! 🥳🥳 Jubiläums-Alarm! Genau gestern vor einem Jahr sind wir mit loky\* an den Start gegangen. 🥳🥳🥳 Und dann haben wir zwei neue, freie Mitarbeitende gefunden, die wir gerade einarbeiten. Für diesen Newsletter war schon Johann (Voigt) am Start, freier Autor und Redakteur beim Kulturmagazin Das Wetter. Anna-Lena (Schlitt) sitzt sonst bei der Zeit am Desk und steigt nächste Woche bei uns ein. Wir freuen uns sehr! --- ## Wissen ## Weltkugel, Weimer und Verfassungsschutz ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/IMG_5049-1.png) ### Worum geht’s? Bis zu 25 000 Euro Preisgeld sollte die Buchhandlung „Zur schwankenden Weltkugel“ in der Kastanienallee bekommen. Mit dem [Buchhandlungspreis](https://www.deutscher-buchhandlungspreis.de/?ref=loky.news) will der Bund unabhängige Läden unterstützen. Doch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer legte sein Veto gegen die Entscheidung der Jury ein. Auch Buchhandlungen in Göttingen und Bremen gehen leer aus. Der Grund: „verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse“. Jetzt kocht die Debatte darüber deutschlandweit hoch. ### Warum ist das wichtig? Warum sammelt ein Geheimdienst Informationen über eine Buchhandlung? Und wofür gibt es eine unabhängige Jury, wenn die Politik sich über deren Entscheidung hinwegsetzt? Wir haben Fragen. ### Was sagt Wolfram Weimer? Er stützt sich auf Informationen des Verfassungsschutzes, ohne zu sagen, welche das sind. Es gehe darum, „Extremismus in jeder Form entschlossen und konsequent zu begegnen“. Hintergrund ist das [Haber-Verfahren](https://de.wikipedia.org/wiki/Haber-Verfahren?ref=loky.news), das ausschließen soll, dass extremistische Institutionen staatliches Geld bekommen. ### Was sagen Kritiker:innen? - Datenschützer:innen kritisieren, dass der Inlandsgeheimdienst Institutionen überprüft, die Kulturförderung beantragen. Das Bundesverfassungsgericht urteilte bereits, dass Verfassungsschutz-Informationen nur an Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden dürfen. - Große Verlage wie KiWi kritisieren den „intransparent Eingriff“. - Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sagt: „Die Würdigung der kulturellen Leistung einer Buchhandlung von einer etwaigen politischen Ausrichtung ihres Sortiments abhängig zu machen, lehnen wir grundsätzlich ab.“ ### Was macht die Weltkugel? _This post is for subscribers only._ ### Wer kandidiert für Pankow? URL: https://www.loky.news/wahlen-2026-pankow-s15/ Last updated: 2026-03-04T06:47:59.000Z Ihr Lieben. ich weiß nicht, ob ihr schon urlaubsreif seid. Ich jedenfalls bin reif dafür, dass meine Freund:innen endlich Urlaub machen – einfach, weil ich mal wieder eine Ansichtskarte im Briefkasten finden will statt Steuerbescheiden und Wahlwerbung. Hat die euch auch schon erreicht? Wir wählen ja im September ein neues Abgeordnetenhaus sowie die Menschen, die uns auf Bezirksebene vertreten werden, und das merkt man schon jetzt. Wir von loky\* sind nicht so schnell und planen gerade noch unsere Wahl-Berichterstattung. Was wünscht ihr euch von uns? Was sollen wir beleuchten? Was muss sich im Kiez dringend ändern? Schreibt uns an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder als Ansichtskarte in unseren [loky-Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). Für heute bekommt ihr schonmal einen kleinen Überblick, wer in Pankow Bezirksbürgermeister:in werden will. - Cordelia Koch von den Grünen möchte ihr Amt gerne behalten. Konkurrenz machen ihr: - Manuela Anders-Granitzki von der CDU. Sie ist zur Zeit Stadträtin für Ordnung und den öffentlichen Raum und der Großteil unserer loky\*-Anfragen landet auf ihrem Schreibtisch. - Mike Szidat von der SPD, derzeit Bezirksverordneter in Pankow. - Jonas Teune von den Linken. Weil er kurz hinter der Stadtgrenze in Brandenburg wohnt, kann er zwar für Pankows Chefposten kandidieren, steht aber nicht auf der Liste für die Bezirksverordnetenversammlung. - Julius Grottke, 24 und bis letztes Jahr noch Student, tritt für die FDP an. Ansonsten haben wir wieder Verkehrspolitik für euch: Ein verwaister Tram-Betriebshof und eine brandneue S-Bahnlinie. Viel Spaß! *In einer vorigen Version dieses Textes waren drei Informationen zu den Bürgermeister-Kandidat:innen falsch. Wir haben das korrigiert und bitten um Entschuldigung. Das entspricht nicht unseren journalistischen Standards.* --- ## Wissen ## Umbau Tram-Betriebshof Weißensee ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/IMG_4638.jpeg) Über unseren Briefkasten hat uns eine Anfrage aus der Community erreicht: „Was passiert eigentlich am Tram-Betriebshof Weißensee? Soll der nicht neu gebaut werden? Wann geht es da los?" ### Worum geht's? [Herzensprojekte](https://www.bvg.de/de/unternehmen/herzensprojekte?ref=loky.news) nennen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihre geplanten Umbau- und Sanierungsarbeiten. Dazu gehörte auch der Tram-Betriebshof Weißensee, bis die BVG im November die geplante Sanierung stoppte. Betriebshöfe sind Ausgangs- und Endpunkte für die Fahrzeuge der BVG. Diese parken dort über Nacht und werden auch geprüft, betankt oder aufgeladen. Der Betriebshof in Weißensee ist mit seinen über 110 Jahren für diese Aufgabe zu klein und veraltet. Die BVG versucht seit Jahren, den Standort bei laufendem Betrieb zu modernisieren, unter anderem um Platz für die neuen 50 Meter langen „Urbanliner“-Trams zu schaffen, die als M4 eingesetzt werden sollen (gerade [hängt der Start](https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/xxl-tram-alex-tunnel-problem?ref=loky.news), weil die Mega-Tram zu schwer fürs Rollen über den Alex ist). Die bestehende Werkstatt ist [für diese nicht ausgelegt](https://www.nd-aktuell.de/artikel/1195164.bvg-modernisierung-des-betriebshofs-in-weissensee-gestoppt.html?ref=loky.news). ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/grafik.png) ### Was ist geplant? Statt einer Modernisierung sollen die Hallen nun [abgerissen und neu gebaut](https://www.entwicklungsstadt.de/neubau-statt-umbau-bvg-stoppt-modernisierung-des-betriebshofs-weissensee/?ref=loky.news) werden. Das wird aber wohl frühestens 2030 möglich. Zuvor muss ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden. Das erfordert verschiedene Berichte, darunter Umweltgutachten, Lärm-, Verkehrs- und Sicherheitsanalysen. Während der eigentlichen Bauphase müssen andere Betriebshöfe die Straßenbahnen aufnehmen, etwa der neue Betriebshof Adlershof, der laut Plan aber erst in vier Jahren fertig wird. Die langen Urbanliner sollen vorerst in Lichtenberg und Marzahn abgestellt werden. Für die M4 bedeutet das eine logistische Herausforderung, weil die Züge kilometerweit leer durch die Stadt fahren müssen, bevor sie Fahrgäste aufnehmen können. ### Was sagt die Nachbarschaft? Die Bauarbeiten könnten bestehende Konflikte noch verschärften. Ursprünglich gehörten einige Wohnungen rund um den Betriebshof zur BVG selbst und wurden [von Mitarbeitenden genutzt](https://www.entwicklungsstadt.de/neubau-statt-umbau-bvg-stoppt-modernisierung-des-betriebshofs-weissensee/?utm%5Fsource=chatgpt.com) oder gemietet. Nach ihrem Verkauf zogen dort Menschen ein, die nichts mit dem Betrieb der BVG zu tun haben. Einige beschweren sich über die anhaltenden Geräusche vom Hof. Die BVG hat deswegen 2016 schon einmal umstrukturiert und Ein- und Ausfahrt zum Hof getauscht. Warnsignale und Kurvenquietschen gehörten aber zum „[üblichen Ablauf](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article236480707/Warum-Strassenbahnen-am-Depot-in-Weissensee-im-Kreis-fahren.html?ref=loky.news)“, so die BVG. (Quellen: [nd](https://www.nd-aktuell.de/artikel/1195164.bvg-modernisierung-des-betriebshofs-in-weissensee-gestoppt.html?ref=loky.news); [Entwicklungsstadt](https://www.entwicklungsstadt.de/neubau-statt-umbau-bvg-stoppt-modernisierung-des-betriebshofs-weissensee/?ref=loky.news); [Berliner Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article236480707/Warum-Strassenbahnen-am-Depot-in-Weissensee-im-Kreis-fahren.html?ref=loky.news)) --- ## Weiteres Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/03/Screenshot-2026-03-02-130206-1.png) Die rote Linie ist die geplante S21, die künftig den Berliner Norden mit dem Süden verbindet. Gelb reingemalt haben wir die S15, die am 30\. März an den Start geht. Sie fährt vom Gesundbrunnen mit einem Stopp im Wedding zum Hauptbahnhof. Die neue Station an der Perleberger Brücke gibt es noch nicht. **Neue S-Bahn:** Ab dem 30\. März verbindet die neue S15 die Bahnhöfe Gesundbrunnen und Wedding im 10-Minutentakt mit dem Hauptbahnhof. Das zeigt ein Blick in den [Bahn-Navigator](https://www.bahn.de/buchung/fahrplan/suche?ref=loky.news#sts=true&so=Berlin%20Gesundbrunnen&zo=Berlin%20Hbf&kl=2&r=13:16:KLASSENLOS:1&soid=A%3D1%40O%3DBerlin%20Gesundbrunnen%40X%3D13388516%40Y%3D52548961%40U%3D80%40L%3D8011102%40p%3D1772042751%40i%3DU%C3%97008007799%40&zoid=A%3D1%40O%3DBerlin%20Hbf%40X%3D13369549%40Y%3D52525589%40U%3D80%40L%3D8011160%40p%3D1772042751%40i%3DU%C3%97008065969%40&sot=ST&zot=ST&soei=8011102&zoei=8011160&hd=2026-03-30T03:30:05&hza=D&hz=%5B%5D&ar=false&s=true&d=false&vm=00,01,02,03,04,05,06,07,08,09&fm=false&bp=false&dlt=false&dltv=false). Damit ist der erste Bauabschnitt der Nord-Süd-Verbindung geschafft. Die komplette Linie wird S21 heißen und langfristig auch neue Bahnhöfe am Gleisdreieck und der Perleberger Brücke umfassen. Sie ist [seit 1992](https://signalarchiv.de/Meldungen/10001624?ref=loky.news) (!) in Planung. (Quelle: [S-Bahn Berlin](https://sbahn.berlin/aktuelles/artikel/interimsbahnhof-fuer-s15-wird-fertig-aber-s-bahnen-fahren-erst-2025/?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Millionenumbau Torstraße URL: https://www.loky.news/sanierung-torstrasse/ Last updated: 2026-02-27T09:02:59.000Z Ihr Lieben. Hört ihr gerade auch immer öfter Geschichten, dass irgendwo eingebrochen wurde? Ich schon. Ein Kinderladen am Pankower Anger. Ein Wohnhaus am Weißen See. Ein Erdgeschossbüro in der Florastraße. Sie wurden entweder ausgeraubt oder hatten morgens ein sichtbar beschädigtes Türschloss oder Klebefäden am Türeingang. Die Polizei gibt aber Entwarnung: Es werde gerade nicht häufiger eingebrochen als in den Jahren zuvor. Sie empfiehlt das, was ihr euch denken könnt: auch vor dem Weg zum Bäcker richtig abzuschließen, im Urlaub Nachbarn den Briefkasten leeren zu lassen und Unbefugte im Hinterhof anzusprechen. Da frage ich mich aber immer, wer das macht? Ich zumindest kenne nicht all meine Nachbar:innen; von Airbnb-Gästen ganz zu schweigen. Ein cooler Tipp für Bewohner:innen des Erdgeschosses: Zeitschaltuhren. Für so riskant Wohnende kommt die Polizei sogar auf Wunsch persönlich vorbei und berät, seht [hier](https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/praevention/diebstahl-und-einbruch/artikel.125014.php?ref=loky.news). Von der Wohnung geht es in diesem Newsletter raus auf die Straße. In der Torstraße wird nämlich bald umgebaut. Und es gibt endlich News zum Café im Bürgerpark. Lest selbst! --- ## Wissen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/upload__d24548052aeba06bf6a0e0724260d4ad_torstr_visualisierung-1.webp) Visualisierung des Plans: bloomimage / Senatsverwaltung für Verkehr ### Torstraße wird umgebaut Die Torstraße ist marode und wird für 10,1 Millionen Euro saniert. Es kommen Radstreifen dazu, die zum Teil auf der Straße entlangführen, aber stellenweise auch den Gehweg schmaler machen. Die Autostraße bleibt vierspurig, was Anwohner:innen, Umweltverbände und der rot-grüne Bezirk Mitte kritisieren. Ab Herbst soll der Umbau losgehen. Wie lange es dauern wird, und was genau geplant ist, hat meine Kollegin Jessica aufgeschrieben. Der ganze Text steht auf unserer Website. Klickt hier: [Was passiert mit der Torstraße?Alle Infos zum Umbau: Was geplant ist, wann es losgehen soll und was das für Fußgänger:innen, Radfahrende, Autoverkehr und die Anwohnerschaft bedeutet.![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/icon/Gira-ohne-Hintergrund-3-27.png)loky\* - Newsletter & CommunityJessica Braun![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/thumbnail/upload__d24548052aeba06bf6a0e0724260d4ad_torstr_visualisierung.webp)](https://www.loky.news/umbau-torstrasse/) ### Neues Viertel am Thälmann-Park wird konkret Eine Oberschule und 409 Wohnungen entstehen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Greifswalder Straße am Ernst-Thälmann-Park. Nach wirklich langem Ringen haben sich Investor und Bezirk auf einen groben Plan geeinigt. Gestritten hatten sie über den sozialen Wohnungsbau. Den wollte der Investor nicht, musste jetzt aber einlenken und ihn mit dreißig Prozent einplanen. Es kommen ein schmaler Wohnbau parallel zur Bahntrasse sowie ein 18-stöckiges Hochhaus mit Tiefgarage und Gewerbe im Erdgeschoss. Die Schule wird auf dem bisherigen Parkplatz an der Lilli-Henoch-Straße gebaut. Ein altes Bahnhofsgebäude bleibt erhalten. Weichen müssen der Club Johnny Knüppel und der Zirkus Mond, die dort zur Zwischennutzung untergekommen sind. Wie die Neubauten genau aussehen, wird nun in einem architektonischen Wettbewerb entschieden. Erst danach gibt es einen Zeitplan. (Quellen: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/entwurf-mit-hochhaus-wohnriegel-schule-vorgestellt-ein-wohnturm-pragt-das-neue-viertel-am-berliner-thalmannpark-15244304.html?ref=loky.news), loky\*-Anfrage beim Bezirk) --- Welche Themen verdienen noch unsere Aufmerksamkeit? Was treibt euch um? Schreibt uns an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news). Und wir lesen natürlich auch eure Post im [loky\*-Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). --- ## Weiteres Wissen im Schnelldurchlauf **BVG-Streik:** Seit heute Morgen um 3 Uhr bis Sonntag um 3 Uhr fahren keine Trams und U-Bahnen und nur wenige Busse. Die BVG kritisiert Verdis Vorgehen als "unverhältnismäßig", weil die Verhandlungen in Berlin im vereinbarten Zeitplan lägen. Gestreikt wird bundesweit. Dafür fährt die S-Bahn, auch wieder durch den zuvor drei Wochen lang gesperrten Nord-Süd-Tunnel zwischen Gesundbrunnen und Yorckstraße. (Quelle: [BVG-Seite](https://www.bvg.de/de/streik?ref=loky.news), Pressemeldung der BVG und [rbb](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/01/berlin-s-bahn-arbeiten-elektronisches-stellwerk-schoeneweide-winterferien-ersatzverkehr.html?ref=loky.news#:~:text=Nord%2DS%C3%BCd%2DTunnel%20f%C3%BCr%20drei,wie%20die%20S%2DBahn%20mitteilte)) **Rosengarten-Café:** Bis Ostern will der Bezirk einen Gastrobetrieb für das [seit März 2024 geschlossene Café ](https://www.loky.news/wann-gibt-es-wieder-ein-cafe-im-burgerpark/)im Bürgerpark Pankow finden, obwohl das Gebäude dafür derzeit zu marode ist: Technik, Strom und Abfluss funktionieren nicht; vor Ort tritt aus unbekannten Gründen Wasser aus. Der Bezirk als Inhaber kann die Sanierung mit Kosten im Millionenbereich nicht zahlen. Er sucht nach Betreiber:innen, die zumindest provisorisch trotzdem arbeiten können. (Quelle: loky\*-Anfrage beim Bezirk) _This post is for subscribers only._ ### Was passiert mit der Torstraße? URL: https://www.loky.news/umbau-torstrasse/ Last updated: 2026-02-27T09:17:21.000Z ### Worum geht’s? Sie ist laut und ganz schön kaputt: die Torstraße. Weil der Asphalt aufgeplatzt und die Gehwege uneben sind, soll die rund zwei Kilometer lange Ost-West-Achse zwischen Chausseestraße und Karl-Liebknecht-Straße nach dem Sommer grundlegend saniert und umgebaut werden. Der Senat will dafür mindestens [10,1 Millionen Euro](https://www.morgenpost.de/bezirke/mitte/article410488894/umbau-der-torstrasse-sicherheitsgutachten-faellt-vernichtendes-urteil.html?ref=loky.news) bereitstellen. Die vorgelegten Pläne sorgen jedoch für Kritik von Umweltverbänden, Anwohner:innenitiativen und [auch vom Bezirk Mitte](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/10/berlin-mitte-torstrasse-verkehrsverwaltung.html?ref=loky.news) – unter anderem, weil vier Fahrspuren für Autos erhalten bleiben sollen. Auch für die neuen Radwege, einer auf der Straße, einer auf dem Gehweg, muss der Platz neu verteilt werden – und 34 Bäume gefällt. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/IMG_9162--1-.jpg) ### Warum ist das wichtig? Für die einen ist die Torstraße eine zentrale Ost-West-Auto-Achse. Zu diesem Team zählt auch die Senatsverwaltung für Verkehr unter Leitung der CDU-Politikerin Ute Bonde. Für die anderen ist sie eine Straße mit Geschäften und sogar gehobener Gastronomie, die erst mit mehr Platz für Radfahrer und Fußgängerinnen ihr Potential entfalten könnte. Dazu zählt auch der Bezirk Mitte mit seiner politischen Mehrheit aus SPD und Grünen. Hier kristallisiert sich die Grundsatzfrage: Wem soll in Zukunft der öffentliche Raum gehören? ### Was genau ist geplant? ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/torstr-querschnitt.jpg) Querschnitt des Straßenaufbaus Bild: SenMVKU **Für Autos:** Autofahrer:innen sollen [weiterhin zwei Fahrstreifen pro Richtung](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/10/berlin-mitte-torstrasse-verkehrsverwaltung.html?ref=loky.news) zur Verfügung haben. Allerdings nur montags bis freitags von 6 bis 9 sowie von 15 bis 18 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten soll der jeweils rechte Fahrstreifen zum Parken freigegeben werden. Damit würden die [etwa 130 Parkplätze](https://www.morgenpost.de/bezirke/mitte/article410295206/torstrasse-umbau-stoesst-auf-widerstand-bezirk-und-naturschuetzer-entsetzt.html?ref=loky.news) an der Straße zumindest teilweise erhalten. Parallel zur Fahrbahn angelegte [Lade- und Lieferzonen](https://www.berlin.de/sen/uvk/mobilitaet-und-verkehr/infrastruktur/strassenbau/torstrasse/?ref=loky.news) sollen den Gewerbetreibenden das Be- und Entladen ermöglichen. **Für Radfahrer:innen:** Radfahrstreifen fehlen bislang. Die sollen nun dazu kommen. Auf der Nordseite ist eine zwei Meter breite Radspur auf der Fahrbahn geplant. Sie wird durch einen 75 cm breiten Sicherheitsstreifen vom Autoverkehr getrennt. [Schutzelemente wie Poller](https://berlin.adfc.de/artikel/umbau-der-torstrasse-eine-inakzeptable-planung?ref=loky.news) sind nicht vorgesehen. Auf der Südseite wird die Radspur teilweise auf den Gehweg verlegt, was den Fußgänger:innen Platz wegnimmt. Auch die Restaurants und Imbisse werden dann draußen weniger Sitzplätze anbieten können. Kurz vor dem Rosenthaler Platz wird der Radweg unterbrochen; der Radverkehr muss sich unter die Autos mischen. **Für Fußgänger:innen:** Neue Mittelinseln sind auf Höhe der Novalisstraße sowie der Ackerstraße geplant. Wo Nebenstraßen einmünden, sollen sogenannte „[Gehwegnasen](https://www.berlin.de/sen/uvk/mobilitaet-und-verkehr/infrastruktur/strassenbau/torstrasse/?ref=loky.news)“ das Überqueren sicherer machen. Sie verlängern den Gehweg bis an die Fahrbahn. **Fürs Grün:** Die Planung sieht vor, dass dafür [34 Bäume gefällt](https://www.youtube.com/watch?v=Pu4sfzowzdw&ref=loky.news) werden. Davon müssen 27 dem Umbau weichen. Sieben weitere sollen entfernt werden, weil sie kränkeln. Laut Senatsverwaltung werden die unversiegelten Bereiche um die erhaltenen Bäume von bisher vier auf sechs Quadratmeter vergrößert, damit diese mehr Wasser aufnehmen können. Nach dem Umbau [sollen](https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/torstrasse-in-mitte-wird-saniert-warum-die-plaene-des-senats-fuer-heftigen-streit-sorgen-li.10001822?ref=loky.news) 34 neue Bäume gepflanzt werden: 26 in der Torstraße, acht im Umfeld. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/IMG_9160.jpg) ### Wann geht’s los? Im dritten Quartal 2026, zunächst zwischen der Chausseestraße und dem Rosenthaler Platz. Für diesen ersten Abschnitt sind etwa 2,5 Jahre Bauzeit veranschlagt. ![CTA Image](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/11/Icon-Giraffe-blindfold-100x100-px.png) ****Ups, leider bist du nicht eingeloggt oder kein:e loky\*-Abonnent:in. Logge dich** [****hier**](https://loky.news/signin/?ref=loky.news) **ein oder melde** [****dich hier kostenlos**](https://www.loky.news/newsletters/) **für unseren Newsletter an und erhalte regelmäßig News aus deinem Kiez.** ****Hier erfährt du dann mehr über den Umbau der Torstraße wie den weiteren Zeitplan, die Vorgeschichte und die Sorgen der Nachbarschaft.** _This post is for subscribers only._ ### Kunst-Horn und Kunstrasen URL: https://www.loky.news/kunst-horn-und-kunstrasen/ Last updated: 2026-02-24T05:30:44.000Z Ihr Lieben, auf einer Skala von 1 bis 10: Was interessiert euch mehr? Der Unterschied zwischen einem Nashorn und einem Rhinozeros? (Spoiler: Letzteres ist eine Untergattung in der Familie der Ersteren und umfasst die in Asien ansässigen Tiere.) Oder eine Kunstinstallation namens "The Rhinoceros in the Room", die aktuell in einer Magdeburger Kirche zu sehen ist? Halt! Stopp! Nicht weglaufen! Zumindest die zweite Frage ist ernst gemeint. In jeder Ausgabe von loky\* geben wir euch Tipps, was ihr "Machen" könnt: Lesungen, Aufführungen, Flohmärkte. Uns ist klar: Den Newsletter eurer Lieblingsgalerie habt ihr eh abonniert. Wir kuratieren, was ihr vielleicht nicht auf dem Zettel habt, euch inspirieren und Lust aufs Hingehen machen soll. Was uns zurück zum Rhinozeros bringt, über das wir heute eine längere Debatte in der Redaktion hatten. Steht das aufgeblasene Riesentier im Kiez? Nein! Aber ist es trotzdem relevant, weil man auch eine Idee für den Wochenendausflug braucht? Diese Frage möchte ich gerne an euch weitergeben. Denn wir überarbeiten gerade die Tipps, und das geht nicht ohne eure Wünsche. Mehr Kiez? Mehr Mainstream? Mehr Nische? Generell mehr? Und wollt ihr drei Wochen vorher oder erst am Freitag wissen, was am Wochenende geht? Schreibt uns an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder [direkt in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). Dankeschön! *"The Rhinoceros in the Room oder: Ein Märchen von Banalität und Bösem" des in Berlin lebenden Künstlers Itamar Gov ist noch bis zum 5.7\. in Magdeburg zu sehen (*[*mehr*](https://kunstmuseum-magdeburg.de/itamar-gov/?ref=loky.news)*).* --- ## Wissen ## Streit um Sportwiese am Jahn-Sportpark ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/Sportwiese.jpeg) Die Sportwiese am Montagvormittag. Die Sportwiese ist die große Rasenfläche zwischen Max-Schmeling-Halle und Cantianstadion. Der Senat will sie in eine inklusive Sportanlage umgestalten. Entstehen soll ein Kunstrasenplatz zum Fußball- und Hockeyspielen sowie eine Lauf- und Rollbahn, nutzbar auch für Rollstuhlfahrer:innen und Sehbeeinträchtigte. Durch den Umbau soll die Fläche auch für Vereine und Schulen attraktiver werden. Klingt erstmal gut, doch die [Bürgerinitiative Jahnsportpark](https://www.jahnsportpark.de/?ref=loky.news) wirft dem Senat „Unaufrichtigkeit“, „Schein-Inklusion“ und „Zerstörung der Sportwiese“ vor. Ihre Kritik: - Bislang nutzt die Nachbarschaft die Fläche, um Yoga zu machen, joggen zu gehen oder Fußball zu spielen – kostenlos, und ganz ohne Vereinsmitgliedschaft. Künftig könnten Vereine das Zepter übernehmen, während für andere nur noch Randzeiten bleiben. - Die Sportwiese ist eine der letzten größeren unversiegelten Freiflächen im Kiez. Der Kunstrasen würde das ändern und sich zudem im Sommer stark erhitzen. Das Naturgrün sorgt bislang für Abkühlung. - Der Umbau [soll](https://www.loky.news/sportmilliarde-stromausfall-sez-abriss/) über das Bundesförderprogramm „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ finanziert werden. Das sei "infam". Ob der Bund das Projekt finanziert, entscheidet sich in den nächsten Tagen. (Quellen: [Bürgerinitiative Jahnsportpark](https://www.jahnsportpark.de/2026/02/beschaemende-senats-attacke-gegen-die-sportwiese/?ref=loky.news), [Entwicklungsstadt](https://www.entwicklungsstadt.de/inklusion-statt-baustelle-neue-plaene-fuer-die-sportwiese-im-jahn-sportpark/?ref=loky.news), [Bericht der Senatsverwaltung für Sport](https://www.parlament-berlin.de/adosservice/19/Haupt/vorgang/h19-2641-v.pdf?ref=loky.news)) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/Flyer.jpeg) Flyer der Bürgerinitiative Jahnsportpark. --- ## Weiteres Wissen im Schnelldurchlauf **Wohnungslosigkeit als Geschäft**: 3000 Euro im Monat für ein Zimmer mit Büro-Charme, kaputter Heizung und Kakerlaken: Solche Beträge zahlt das Land Berlin an private Anbieter für Unterkünfte für sonst Wohnungslose. Dort werden dann Familien neben Alkoholkranken neben traumatisierten Geflüchteten untergebracht. Zwei solche Unterkünfte stehen an der Storkower Straße. Der [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/diese-unterkunfte-sind-eine-goldgrube-das-millionen-geschaft-mit-der-wohnungslosigkeit-15276813.html?ref=loky.news) hat die ganze Geschichte recherchiert. _This post is for subscribers only._ ### Panke, Frost und Badespaß URL: https://www.loky.news/panke-sanierung-kiezblock-wasserbetriebe/ Last updated: 2026-02-20T05:30:08.000Z Ihr Lieben. Habt ihr euch viele Berlinale-Filme angeguckt diese Woche? Ich war gestern in einem finnischen Bodyhorrorfilm mit Rupert Grint – beste Beschäftigung bei dem Wetter. Rupert spielte nicht Ron, sondern Jon, und hatte ein gruseliges Baby und eine Frau, der er konsequent nicht glaubte, dass das Baby gruselig ist. "Yön Lapsi/Nightborn" kann ich sehr empfehlen, wenn er in die Kinos kommt. Das große Schlottern kann man auch bekommen, wenn man sich die Kommunikation zwischen Verkehrssenat und Bezirk Mitte anguckt (yep, Mitte. Das steht ja als nächstes auf dem loky\*-Wachstumsplan 😉). Beide Instanzen haben so aneinander vorbeidiskutiert, dass es uns ordentlich Steuergelder gekostet hat. Aber lest selbst! --- ## Wissen ## Einbahnstraßen statt Kiezblocks ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/Kiezblock.jpeg) Da ging's noch: bestehender Kiezblock in Gesundbrunnen. In drei Kiezen Verkehrsberuhigung statt zwölf neue Kiezblocks: So lautet die Einigung zwischen Bezirk Mitte und Verkehrssenat nach einer [Streiteskalation zum Thema über Weihnachten](https://www.tagesspiegel.de/berlin/streit-um-verkehrsberuhigung-in-berlin-mitte-senat-will-vier-kiezblocks-finanzieren--bezirk-kundigt-zusammenarbeit-auf-15074991.html?ref=loky.news). Der CDU-geführte Senat hat sich damit gegen die grüne Bezirkspolitik durchgesetzt. Im Soldiner Kiez in Gesundbrunnen und in zwei weiteren Kiezen sollen Elemente wie Spielstraßen, Einbahnstraßen, Busspuren, Fußgängerzonen oder Tempobegrenzungen den Verkehr beruhigen. Sperrungen mit Pollern, wie sie klassische Kiezblocks vorsehen, wird es nicht geben. Mitte hatte monatelang aufwendig Standorte für Kiezblocks ausgewählt, Bürger:innen beteiligt, Ansichten von Polizei und Feuerwehr eingeholt. Zahlen sollte das der Senat, der dieses Geld aber strich – ohne Mitte zu informieren, wie der Bezirk sagt. Über 400.000 Euro wurden in die nun hinfälligen Planungen investiert. (Quellen: loky\*-Anfrage beim Bezirk Mitte, [Pressemitteilung Bezirk Mitte](https://www.berlin.de/ba-mitte/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1628673.php?ref=loky.news#:~:text=Im%20Rahmen%20des%20Modellprojekts%20f%C3%BCr,wurden%20auf%20der%20Projektwebsite%20ver%C3%B6ffentlicht)). --- ## Eingefrorene Baustellen an Greifswalder und Schönfließer ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/IMG_9872.jpeg) Hier kommst du nicht durch! Die [Baustelle der Berliner Wasserbetriebe](https://www.loky.news/tischtennis-marie-jobs-loky-kanalsanierung/) an der Kreuzung Czarnikauer/Schönfließer Straße im Skandinavischen Viertel sollte schon im Oktober Geschichte sein. Warum immer noch gebaut wird, fragte uns Leser Andreas. _This post is for subscribers only._ ### Das Thema: Leerstand am Beispiel der Florastraße URL: https://www.loky.news/das-thema-leerstand-am-beispiel-der-florastrasse/ Last updated: 2026-02-19T08:48:29.000Z Ihr Lieben. Erinnert ihr euch an den BH-Laden Brafinette? An das Fotostudio ISO25 oder an die Blumenkönigin? Das sind nur drei Geschäfte, die in den letzten Monaten aus der Florastraße verschwunden sind – teilweise, nachdem sie sich vorher über Jahrzehnte gehalten haben. Was ist da los? Ich habe mich im Florakiez umgehört und mir einen Überblick verschafft. Spoiler: Nicht nur die Mieten sind das Problem. Und wie der Florastraße geht es vielen Einkaufsgegenden in sogenannten B-Lagen (nicht Gosse, nicht Ku'damm). --- ## Worum geht es? Dem Einzelhandel im Kiez geht es nicht gut. Das beschäftigt auch euch: “Leerstand in der Florastraße. Immer mehr Geschäfte schließen, einige stehen schon länger leer. Vermutlich sind zu hohe Mieten Schuld. Sehr schade für diese schöne kiezige individuelle Einkaufsstraße und alle Anwohner\*innen!”, schreibt uns jemand aus der Community. Ähnliches beobachtet ihr in der Husemannstraße: "Kaum noch Geschäfte. Schade. Stattdessen Büros, Ferienwohnungen, Schönheitsinstitute." Zudem beklagt ihr, dass neueröffnete Geschäfte oft "keine Läden der nützlichen Nahversorgung” seien, sondern eher Start-ups oder Büros. ## Warum ist das wichtig? Es trägt zur Lebensqualität bei, wenn man in unmittelbarer Umgebung alles findet, was man braucht. Viele Menschen wünschen sich kleine Geschäfte, gute Restaurants, gemütliche Cafés, urige Kneipen und schöne Galerien in ihrer Nachbarschaft. Sie sorgen für das Kiezgefühl. Fachleute nennen das ["Berliner Mischung"](https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner%5FMischung?ref=loky.news). Diese tut auch der Psyche gut, denn anders als beim Einkauf im Internet trifft man in Geschäften andere Menschen. Sozialer Kontakt [senkt Stress](https://www.rbb-online.de/rbbpraxis/rbb%5Fpraxis%5Fservice/gehirn-nerven-psyche/demenz-alzheimer/soziale-kontakte-schuetzen-gehirn-psyche-einsamkeit-demenz-gedaechtnis-beziehungen.html?ref=loky.news) und das Risiko für Depressionen und Demenz. --- ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/IMG_9676-1--1.jpg) Auch das Fotostudio ISO25 konnte sich nicht halten. ## 6 Gründe, warum Läden schließen ### 1.: Wir konsumieren weniger Wir legen Geld eher an, als dass wir es ausgeben. Das monatlich gemessene Konsumklima in Deutschland zeigt diese Tendenz seit langem. Unsere Neigung zu sparen ist so hoch [wie seit der Finanzkrise nicht mehr](https://www.baumarktmanager.de/konsumklima-index-gibt-enttaeuschenden-ausblick-fuer-2026-19122025?ref=loky.news), während unsere Bereitschaft zu größeren Anschaffungen deutlich gesunken ist. Darunter leiden auch Geschäfte, die davon leben, dass wir uns etwas Schönes gönnen. Wie die Blumenkönigin, die im Sommer 2025 schließen musste. ### 2.: Der Onlinehandel verdrängt den Einzelhandel Viele bekennen sich zwar zum Einzelhandel, kaufen aber selten dort, sagt Nils Busch-Petersen vom Handelsverband Berlin-Brandenburg. - Der Einkauf im Netz ist oft günstiger. Auf Vinted oder Kleinanzeigen kriegt man selbst Secondhand preiswerter als im Laden, der neben der hohen Einkaufsstraßen-Miete auch mehr Personal bezahlen muss als Amazon in seinen Lagern am Stadtrand. Nur Lebensmittelgeschäften, Möbelstudios und spezialisierten Nischenläden geht es gut. Ansonsten steckt der Handel in der Krise. - Gleichzeitig überschwemmen täglich rund 400.000 Pakete aus China den deutschen Markt. Mangelhafte Kontrollen beim Zoll und fragwürdige Lieferketten machen die Produkte extrem billig und für den Einzelhandel kaum konkurrenzfähig. ### 3.: Sperrung der Wollankstraße _This post is for subscribers only._ ### Schönfließer Brücke, Toilettenloch, Tunnelzaun URL: https://www.loky.news/schoenfliesser-brueecke-toilettenloch-tunnelzaun-basf-gls-stadtteilzentrum/ Last updated: 2026-02-17T05:30:07.000Z Ihr Lieben. Die häufigsten Adjektive in Kombination mit Brücken in journalistischen Texten sind "marode", "sanierungsbedürftig", "baufällig", "kritisch" oder "desolat". Das finde ich wiederum kritisch und desolat. Dieser Newsletter guckt sich daher die Schönfließer Brücke und die Dunckerbrücke an, die bald völlig neu gemacht werden. Auf dass wir bald wieder mehr von prächtigen, majestätischen, modernen und brandneuen Brücken berichten können. --- ## Wissen ## Neubau Schönfließer Brücke: Was kommt, was war und die Sorgen der Nachbarschaft ![upload in progress, 0](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/schoenfliesser-bruecke_perspektive1.jpg) So soll die fertige Brücke aussehen. Bild: SenMVKU ### Worum geht’s? Die Schönfließer Brücke verbindet das Gleimviertel und das Skandinavische Viertel. Seit den 1960er Jahren überspannt der nur 2,5 Meter breite Steg die S- und Fernbahngleise. Ein toller Ort, wenn man mit Kleinkindern Züge gucken mag. Aber für den wachsenden Radverkehr in der Stadt keine zweckmäßige Verbindung. Aus verkehrsplanerischer Sicht hat die Brücke ihr Haltbarkeitsdatum schon seit einigen Jahren überschritten. Sie ist damit eines von 175 maroden Brückenbauwerken, die Berlin [bis 2040 ersetzen muss,](https://www.loky.news/problembrucken-kaufhaus-zukunft-und-parknot/) etwa 20 davon in Pankow. Weitere 125 sind reparaturbedürftig. Kosten sollen die stadtweiten Neubauten laut Grobkostenschätzung 1,7 Milliarden Euro (Stand 06/2025). Dazu kommen 125 Millionen für Instandsetzungsarbeiten. Etwa [8,3 Millionen](https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/neuer-masterplan-fuer-berlin-diese-bruecken-stehen-vor-dem-aus-li.10014425?ref=loky.news) sind für die Schönfließer Brücke veranschlagt. ### Warum ist das wichtig? Bislang ist die Brücke eine Fußgänger:innenbrücke. Sie wird aber auch von Radfahrenden genutzt. Steigen diese nicht ab, können sich die Beteiligten schon mal [in die Quere kommen](https://www.tagesspiegel.de/berlin/ihr-steht-hier-echt-scheisse-brucken-neubau-in-prenzlauer-berg-erhitzt-die-gemuter-8847052.html?ref=loky.news). Der Neubau will diesen Konflikt lösen: Zwei jeweils 3,2 Meter breite Fußwege sollen einen 4 Meter breiten Radweg flankieren. Mehr Sicherheit und entspanntes Wechseln zwischen den Kiezen also – etwas, dass sich Anwohner:innen in einer 2023 durchgeführten [Online-Umfrage](https://mein.berlin.de/text/chapters/16202/?ref=loky.news) zum Neubau gewünscht hatten. Autos hingegen dürfen die Brücke nicht nutzen. Poller würden dies verhindern, [so die zuständige Bezirksstadträtin](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/debatte-um-brucken-neubau-in-berlin-doch-fur-autos-freigegeben-darum-soll-diese-brucke-plotzlich-breiter-werden-13050157.html?ref=loky.news) Manuela Anders-Granitzki (CDU). Rettungsfahrzeuge sollen im Notfall allerdings queren dürfen. ### Zeitplan der Bauarbeiten Die gute Nachricht vorweg: Bis der Neubau fertig ist, soll [der alte Steg nutzbar bleiben](https://www.berlin.de/sen/uvk/mobilitaet-und-verkehr/infrastruktur/brueckenbau/schoenfliesser-bruecke/?ref=loky.news). Erst danach beginnt dessen Abriss. Der Startschuss für die Arbeiten ist laut loky\*-Anfrage an die Senatsverwaltung für Mobilität und Verkehr im Februar 2027 angesetzt. Läuft alles planmäßig, wird die neue Konstruktion bis Dezember 2028 stehen. Doch die Maßnahme hat logistische Tücken. _This post is for subscribers only._ ### Neubau Schönfließer Brücke: Was kommt, was war und die Sorgen der Nachbarschaft URL: https://www.loky.news/neubau-schonfliesser-brucke-was-kommt-was-war-und-die-sorgen-der-nachbarschaft/ Last updated: 2026-02-19T09:01:31.000Z 💡 Dieser Text ist zuerst in unserem loky\* Newsletter für Prenzlauer Berg, Pankow, Weißensee und Mitte erschienen. Am Besten gleich kostenlos abonnieren und immer lässig und seriös informiert sein. Für mehr Zuhausegefühl. ### **Worum geht’s?** Die Schönfließer Brücke verbindet das Gleimviertel und das Skandinavische Viertel. Seit den 1960er Jahren überspannt der nur 2,5 Meter breite Steg die S- und Fernbahngleise. Ein toller Ort, wenn man mit Kleinkindern Züge gucken mag. Aber für den wachsenden Radverkehr in der Stadt keine zweckmäßige Verbindung. Aus verkehrsplanerischer Sicht hat die Brücke ihr Haltbarkeitsdatum schon seit einigen Jahren überschritten. Sie ist damit eines von 175 maroden Brückenbauwerken, die Berlin bis 2040 ersetzen muss (28 davon in Pankow). Weitere 125 sind reparaturbedürftig. Klingt viel. Laut [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/jede-sechste-brucke-in-berlin-ist-marode-diese-175-berliner-bauten-mussen-abgerissen-werden-15138364.html?ref=loky.news) ist die Zahl in Wirklichkeit auch etwas kleiner. Manche der angeführten Brücken sind demnach Verkehrszeichenbrücken – also Trägerkonstruktionen, zum Beispiel für Anzeigetafeln oder Schilder. Und einige der gelisteten "Brücken" sind eigentlich Brückenabschnitte. Kosten sollen die stadtweiten Neubauten laut Grobkostenschätzung 1,7 Milliarden Euro (Stand 06/2025). Dazu kommen 125 Millionen für Instandsetzungsarbeiten. Etwa [8,3 Millionen](https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/neuer-masterplan-fuer-berlin-diese-bruecken-stehen-vor-dem-aus-li.10014425?ref=loky.news) sind für die Schönfließer Brücke veranschlagt. ### Warum ist das wichtig? Bislang ist die Brücke eine Fußgänger:innenbrücke. Sie wird aber auch von Radfahrenden genutzt. Steigen diese nicht ab, können sich die Beteiligten schon mal [in die Quere kommen](https://www.tagesspiegel.de/berlin/ihr-steht-hier-echt-scheisse-brucken-neubau-in-prenzlauer-berg-erhitzt-die-gemuter-8847052.html?ref=loky.news). Der Neubau will diesen Konflikt lösen: Zwei jeweils 3,2 Meter breite Fußwege sollen einen 4 Meter breiten Radweg flankieren. Mehr Sicherheit und entspanntes Wechseln zwischen den Kiezen also – etwas, dass sich Anwohner:innen in einer 2023 durchgeführten [Online-Umfrage](https://mein.berlin.de/text/chapters/16202/?ref=loky.news) zum Neubau gewünscht hatten. Autos hingegen dürfen die Brücke nicht nutzen. Poller würden dies verhindern, [so die zuständige Bezirksstadträtin](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/debatte-um-brucken-neubau-in-berlin-doch-fur-autos-freigegeben-darum-soll-diese-brucke-plotzlich-breiter-werden-13050157.html?ref=loky.news) Manuela Anders-Granitzki (CDU). Rettungsfahrzeuge sollen im Notfall allerdings queren dürfen. ### Zeitplan der Bauarbeiten _This post is for subscribers only._ ### Feuer, Filme, fallende Flutlichtmasten URL: https://www.loky.news/loky-sprengung-jahn-sportpark/ Last updated: 2026-02-13T05:30:48.000Z Ihr Lieben. Standet ihr gestern auch am Zaun des Jahn-Sportparks und hattet euer Handy im Anschlag? Um elf Uhr erinnerten die Menschenmassen dort an die Schlangen vor Labubu-Pop-Up-Stores vor einigen Monaten. Der Grund: Es wurden zwei Flutlichtmasten gesprengt für die neue, barrierefreie Sportarena. 0:00 /0:12 1× Fallende Flutlichtmasten im Video. Für 2027 ist die Eröffnung des neuen Stadions geplant – aber schau'n wir mal, wa? Bau und Sprengung waren umstritten, Stichwort Haussperling und historisches Wahrzeichen. Und auch mich hat es unerwartet melancholisch gestimmt, diese riesigen Masten einfach nach vorne kippen zu sehen. Ging euch das auch so? Vielleicht ein Kompromiss: die anderen beiden Masten bleiben stehen und werden in den Neubau integriert. Das nennt man Spolienarchitektur, sagt Wikipedia. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/IMG_9837.gif) Und nochmal von der anderen Seite: Mast 1 ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/IMG_9838.gif) ...und Mast 2 Neben den Jahn-Sportpark-News haben wir noch andere Updates im Gepäck: In der Stargarder Straße hat es gebrannt. Und in uns die Frage ausgeworfen: Welche Rechte hat man eigentlich, wenn die eigene Wohnung plötzlich unbewohnbar wird? Und womit muss man sich abfinden? --- ## Was tun, wenn's brennt? ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/IMG_0238-1.jpg) Abgebranntes Kellerabteil ### Worum geht's? In der Stargarder Straße 73 hat es im Keller gebrannt. Niemand wurde verletzt, aber es gibt kein Wasser, keinen Strom und das Gas wurde auch abgestellt. 150 Menschen wurden evakuiert und leben seit drei Wochen bei Freund:innen, in Hotels oder bei ihrer Familie in anderen Städten. Der Falafelladen und das Café Krümel unten im Haus sind geschlossen. Die Betroffenen fühlen sich hilflos und hingehalten von ihrer Hausverwaltung. ### Warum ist das wichtig? Innerhalb von Minuten aus der Wohnung zu müssen, weil es brennt: Das ist der Alptraum. Treffen kann es uns alle – weil Töpfe auf dem Herd vergessen werden, Kabel brechen oder bei Bauarbeiten etwas schiefgeht. Plötzlich ohne Wohnung zu sein, ist ein Unglück. Dann aber ohne Information und Unterstützung zu bleiben, ist vermeidbar. ### Das sagen die Anwohner:innen Wir haben mit drei Anwohner:innen gesprochen, die hier aufgrund der Situation anonym bleiben sollen. Sie beklagen: _This post is for subscribers only._ ### Sportmilliarde, Stromausfall, SEZ-Abriss URL: https://www.loky.news/sportmilliarde-stromausfall-sez-abriss/ Last updated: 2026-02-10T05:30:34.000Z Ihr Lieben. Kennt ihr diese Tage, die sich vor einem entfalten wie ein auf 4:3 gedrehtes, verwackeltes Pleiten-Pech- und Pannenvideo aus den 1990ern, in denen das Kleinkind erst vom Sofa fällt, dann über seine eigenen Füße Richtung Tischkante stolpert und im letzten Moment von der heraneilenden Katze aufgefangen wird? Mein Sofa war die neueste Grippewelle; die Tischkante ein spontan weggebrochenes Thema. Da für euch jetzt gerade Dienstagmorgen ist und ihr diesen Newsletter lest, ist die Katze noch rechtzeitig eingetroffen. Falls sie aber mit dem Schwanz das auf dem Tisch befindliche Saftglas umgestoßen (bzw. Buchstabendreher oder falsche Kommata mit sich gebracht) haben sollte: verzeiht! --- ## Sportmilliarde für Pankow Hä?! Sportmilliarde?! So heißt das Geld aus dem Sondervermögen des Bundes, mit dem landesweit marode Sporthallen und Stadien saniert werden sollen. Das Land Berlin hat nun öffentlich gemacht, für welche Projekte es (bzw. die Bezirke) gerne Geld hätten. Folgende sind für uns im Kiez interessant: - **Jahn-Sportpark:** Umrüstung der Flutlicht-Anlage auf LED sowie Sanierung und Erweiterung der Sportwiese zu einem inklusiven, multifunktionalen Kunstrasenspielfeld. Dort soll man dann sowohl Fußball als auch Hockey oder Flag-Football spielen können. Zudem soll eine neue Lauf- und Rollstrecke entstehen, geeignet auch für Sporttreibende im Rollstuhl oder mit einer Sehbeeinträchtigung. - **Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark:** Erneuerung der Beleuchtung in der Wettkampfhalle, der Sicherheitsbeleuchtung und der Notstromversorgung. - **Sportkomplex Hansastraße / Stadion Buschallee:** Sanierung und Erweiterung von drei Sporthallen, der Kleinspielfelder und eines Kunstrasenplatzes. Zudem Umwandlung zweier Natur- in Kunstrasenplätze. - **Walter-Husemann-Sportplatz**: Sanierung der Umkleiden. - **Sportanlage Behmstraße:** Sanierung des Kunstrasenplatzes. Insgesamt will Berlin 111 Millionen Euro investieren, wobei 54 Millionen aus dem Bundestopf kommen sollen, der Rest vom Land selbst. Schon Ende Februar soll auf Bundesebene die Entscheidung fallen, für welche Projekte wirklich Geld fließt. (Quellen: [Entwicklungsstadt](https://www.entwicklungsstadt.de/inklusion-statt-baustelle-neue-plaene-fuer-die-sportwiese-im-jahn-sportpark/?ref=loky.news#google%5Fvignette), [Kleine Anfrage der Linken in Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-24886.pdf?ref=loky.news), [Kleine Anfrage der Grünen im Bezirk](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/ka020%5Fr.asp?KALFDNR=4977&ref=loky.news), [Bericht der Senatsverwaltung für Sport](https://www.parlament-berlin.de/adosservice/19/Haupt/vorgang/h19-2641-v.pdf?ref=loky.news), [Presse- und Informationsamt des Landes Berlin](https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1630524.php?ref=loky.news)) --- ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/02/IMG_9671.jpg) ## Weniger Autoverkehr am Bürgerpark Pankow "Wie ist der aktuelle Stand der Planungen für den Kiezblock und die Fahrradstraße am Bürgerpark?", hat uns Stephan gefragt. _This post is for subscribers only._ ### Wildtiere im Winter, Ärger an SB-Kassen, Geld für Kiezprojekte URL: https://www.loky.news/wildtiere-sb-kassen-blanensteinpark/ Last updated: 2026-02-07T13:49:56.000Z Guten Morgen, vor einigen Jahren sah ich auf dem Weg zur Arbeit einen Kanarienvogel im Schnee sitzen. Ich versuchte, meinen Schal über ihn zu werfen, um ihn einzufangen. Aber so kalt war ihm dann offenbar doch nicht. Er flatterte immer wieder außer Reichweite. Letztlich gab ich auf. Die beiden Passanten, die Anfang der Woche am Landwehrkanal in Neukölln einen festgefrorenen Schwan loseisten, waren da engagierter. Vielleicht habt ihr [das Video](https://www.instagram.com/p/DUQ8sSADIDq/?ref=loky.news) gesehen: Sie rückten mit aufblasbarem Kajak an, hämmerten das Eis auf und tauten den zugefrorenen Schnabel des nun befreiten Tiers mit warmem Wasser auf. Zuvor hatten sie die Feuerwehr um Hilfe gebeten. Die war für den Einsatz aber [nicht ausgestattet](https://www.tagesspiegel.de/berlin/tiere-experte-zu-festgefrorenem-schwan-rettung-hochgefahrlich-15217815.html?ref=loky.news). Der Schwan offenbar auch nicht: Höckerschwäne stammen ursprünglich aus Gegenden, in denen es nicht friert. Bevor ihr nun mit Schauchboot Weißen See und Panke entert, unser Servicebeitrag: --- ## Wissen ## Was hilft Berliner Wildtieren im Winter? ### Frieren Wildtiere im Winter? Solange sie trocken sind und genug Energie haben, kommen unsere Mauerpark-Füchse oder Weißer-See-Reiher mit der Kälte gut klar. Das sagte Dr. Sylvia Ortmann im [Interview mit radioeins](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/01/tiere-berlin-stadttiere-winter-kaelte-schutz-fuettern.html?ref=loky.news). Ortmann arbeitet am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. In der kalten Jahreszeit ändert sich bei Wildtieren das Haar- oder Federkleid, so die Expertin. Indem sie es aufplustern, halten sie ihre Körperwärme aufrecht. Oder sie ziehen sich an wärmere Orte zurück – in Komposthaufen oder Holzstapel zum Beispiel. Kleine Vögel mögen dichte Hecken. We're looking at you, Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark! ### Und was ist mit Wasservögeln? Auch Enten brauchen keine warmen Socken. Sie halten Fußtemperaturen von knapp über null Grad aus. Das liegt an den Blutgefäßen, die in den Beinen von Wasservögeln so angeordnet sind, dass sie wie Wärmetauscher arbeiten. Das sagte Derk Ehlert, Naturexperte der Umweltverwaltung, [dem Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/wildtiere-leiden-unter-frost-und-eis-bitte-trotzdem-nicht-futtern-15195865.html?ref=loky.news). Enten und Schwäne halten das Eis normalerweise auch von sich fern, indem sie Wasser treten. Frieren sie doch kurzzeitig fest, befreien sie sich meist selbst. Ausnahmen wie am Landwehrkanal gibt es natürlich. Dennoch plädieren die Expert:innen dafür, nicht einzugreifen. Versuchen Tiere zu fliehen, kostet sie das wichtige Energiereserven. Und für Menschen ist der Gang aufs Eis ohnehin riskant. ### Für Wildtiere ein Problem: Futtermangel Wenn die Eisschicht alles zudeckt, kommen Wildtiere nicht an Gras und Engerlinge. Füttern soll man trotzdem nicht, sagt Derk Ehlert. Ein harter Winter sei natürliche Auslese. Was jedoch hilft: ein wilde Natur, zum Beispiel im Garten. Wer Laub liegen lässt und auf Laubbläser verzichtet, schafft beste Bedingungen für Igel und Insekten. Und vielleicht schaut ja auch mal ein Fuchs vorbei, um seine Beute abzulegen. Normalerweise würde er die vergraben. Geht aber gerade nicht. ### Vogelgrippe – auch im Winter Der NABU rät: Wer Vögel füttern will, muss penibel auf Hygiene achten. Futterstellen sollten [täglich gereinigt](https://berlin.nabu.de/tiere-und-pflanzen/was-tun-wenn/32581.html?ref=loky.news) werden. Eichhörnchen und Vögel sind bei Frost dankbar über Trinkwasser. Auch hier gilt: regelmäßig die Schale wechseln. Die Graureiher haben sich bereits eine neue Futterquelle erschlossen. Weil sie aus zugefrorenen Seen keine Fische holen können, fangen sie [am Bahnhof Gesundbrunnen Ratten](https://www.tagesspiegel.de/berlin/wildtiere-leiden-unter-frost-und-eis-bitte-trotzdem-nicht-futtern-15195865.html?ref=loky.news) an der Böschung. ### Wer weiß Rat? Wer ein Tier findet, das augenscheinlich in Not ist, kontaktiert am besten zuerst das Netzwerk [Wildtiernah Berlin](https://www.wildtiernahberlin.de/?ref=loky.news) für Beratung und Wildtierschutz. Es ist Teil des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW). Auch die [Wildtierberatung des NABU](https://berlin.nabu.de/stadt-und-natur/projekte-nabu-berlin/wildtierberatung/index.html?ref=loky.news) unterstützt mit Tipps. Grundsätzlich gilt: Privatpersonen dürfen kranke oder verletzte Tiere aufnehmen, um sie gesund zu pflegen. Verletzte Wildtiere können direkt zur [Klein- und Heimtierklinik der FU Berlin](https://www.vetmed.fu-berlin.de/einrichtungen/kliniken/we20/wildtiere/index.html?ref=loky.news) in Zehlendorf gebracht werden. Für Haustiere wie den von mir entdeckten Kanarienvogel ist übrigens das jeweilige Ordnungsamt zuständig. Die [Tiersammelstelle in Lichtenberg](https://service.berlin.de/dienstleistung/326245/?ref=loky.news) nimmt diese ebenfalls auf. --- ## Wann wird der Blankensteinpark zum Park? ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/01/Blankenstein2.jpg) Schnee macht's auch nicht schöner. "Was ist eigentlich mit dem hässlichsten Park Prenzlauer Bergs, dem Blankensteinpark? Soll der für immer so bleiben?" fragt Martin. ### **Worum geht's?** Den Park am S-Bahnhof Storkower Straße gibt es seit gut 20 Jahren. Seine Gestaltung soll an die Geschichte des Geländes als Zentralvieh- und Schlachthof anknüpfen. Das Metallgerüst sind die Überreste der ehemaligen Hammelauktionshalle. _This post is for subscribers only._ ### Glatteis-Folklore, Haus-Ghosting, Glas-Kapelle URL: https://www.loky.news/glatteis-folklore-haus-ghosting-glas-kapelle/ Last updated: 2026-02-04T09:01:50.000Z Ihr Lieben. Unsere Gesellschaft ist schon wieder gespalten. Diesmal in den Teil, der gar nicht aufhören kann, sich jeden Tag neues juristisches Fachwissen zum Thema Räum- und Streupflicht draufzuschaffen. Und den anderen, der die Überforderung Berlins im Angesicht von Eis und Schnee als Teil der Stadtfolklore akzeptiert hat. Schlange vorm Berghain? Eingenässte in der U8? Eischaos? Dit is Berlin! Die Tatsache, dass wir das Thema hier bislang umschifften, lässt euch ahnen, zu welchem Team ich gehöre nach fast 25 Wintern in Berlin, in denen noch nie vernünftig geräumt wurde. Aber ich sehe es ein: Einen Kurz-Überblick, warum hier vor lauter Ausrutschopfern [zwischenzeitlich kein einziger Rettungswagen](https://www.bz-berlin.de/berlin/feuerwehr-eis-keine-rettungswagen-mehr?ref=loky.news) mehr frei war, habt ihr verdient. --- ## Wissen ## Was erlauben Glatteis? ### Was ist das Problem? Eins? Wir haben mehrere: - In Berlin sind die jeweiligen Hausbesitzer:innen für das Räumen und Streuen der Gehwege vor ihrer Haustür verantwortlich. So erklärt sich, dass derzeit alle 20 Meter die Räumqualität schwankt, von sorgfältigst freigefegt bis spiegelglatt. - Zwar drohen bis zu 10.000 Euro Strafe, wenn man nicht richtig räumt. Dem Pankower Bezirksamt fehlt aber das Personal für Kontrollen. - Zudem ist es verboten, mit Salz zu streuen. Das taut zwar auf und hilft, wenn Sand und Splitt nicht mehr gegen die Eisplatten ankommen. Ist aber schlecht für Pflanzen und Grundwasser. ### Kurzfristige Lösungen? Das tut Berlin: - Bezirke erlassen sogenannte Ersatzvornahmen: Sie lassen die BSR oder ein anderes Unternehmen dort räumen, wo noch kein Winderdienst aufgetaucht ist, und stellen die Kosten den Eigentümer:innen in Rechnung. - Der Einsatz von Streusalz wurde vorübergehend erlaubt, sehr zum Entsetzen der Umweltverbände. Der BUND fordert schon jetzt fürs Frühjahr eine Intensivkur, um die salzgeschädigten Bäume zu retten. Viel gießen und das Salz damit aus dem Boden zu schwemmen sowie Dünger sollen helfen. - Die BSR verteilt an drei Betriebshöfen kostenlos Streusalz für alle, die selbst Hand anlegen wollen. Die nächste Ausgabestelle für uns ist die Mühlenstraße in Friedrichshain. Zudem unterstützt die BSR nun selbst beim Räumen, auch auf Gehwegen. ### Langfristige Lösungen? _This post is for subscribers only._ ### Park-Facetten, Schulplätze, Job bei loky* URL: https://www.loky.news/park-facetten-schulplatze-job-bei-loky/ Last updated: 2026-01-30T05:30:16.000Z Ihr Lieben. Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie doll interessiert euch, dass im kommenden Jahr die Hälfte aller Pankower Parkscheinautomaten ausgetauscht werden muss, weil ihre Technik veraltet ist? Diese Info hatte ich am Mittwochnachmittag aus einem Nebensatz [einer kleinen Anfrage im Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-24693.pdf?ref=loky.news) gefischt und dann ganz hinten in meinem Hirn abgelegt. Weil: nicht superaktuell, und der Newsletter für heute ist so schon voll genug. Doch meine Güte, was lässt sich aus diesem Info-Häppchen alles machen, wenn man darüber mit euch ins Gespräch kommt! Genau das ist am Mittwochabend bei unserem ersten großen loky\*-Event passiert, als ich von den Automaten berichtete als Beispiel für das, was den Job bei loky\* unter anderem ausmacht – nämlich Infos zu scannen, zu bewerten und dann die relevanteste Spitze des Info-Eisbergs kompakt aufzuschreiben. Freut euch also schon jetzt auf die Artikelserie: - Warum brauchen wir Parkscheinautomaten in Zeiten des Handyparkens? - Wann wird die handschriftlich mit Edding ausgefüllte Parkvignette digitalisiert? - Der Bezirkshaushalt am Beispiel der Parkscheinautomatenfinanzierung - Datenschutz vs. Parkraumüberwachung - Heute neue Schulen, morgen neue Parkscheinautomaten – welche Investitionen stehen übermorgen an? Und woher kommt das Geld dafür? - Parkscheinautomaten. Ein [Rory-Gilmore-Gedächtnis-Essay.](https://tvquot.es/gilmore-girls/quote/3e4coj/?ref=loky.news) Womit ich sagen will: Ich liebe es, wenn Themen im Gespräch immer wieder neue Facetten bekommen. Und das Event war so schön, dass wir das analoge Zusammenkommen sehr bald wiederholen werden. 🫶 ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/01/Unbenannt.jpg) loky\*-Event mit Stefan Niggemeier. Es war schöner, als die Schärfe dieses Fotos vermuten lässt. --- ### Job bei loky\* Lust, hier nicht länger nur mitzulesen, sondern auch mitzumachen? Aktuell suchen wir journalistische Verstärkung für unsere Redaktion. [Redakteur:in (m/w/d) für lokale Newsletter & Community in Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee und MitteFest-frei, im Schnitt 2-3 Tage / Woche, Berlin, ab sofort![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/icon/Gira-ohne-Hintergrund-3-26.png)loky\* - Newsletter & CommunityRedaktion![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/thumbnail/Gira-ohne-Hintergrund--ausgef-llt--und-gelbem-Ohr-Sticker-links-rechts-blickrichtung-7.png)](https://www.loky.news/redakteur-in-m-w-d-fur-lokale-newsletter-community-in-ost-berlin-pankow-und-angrenzende-ortsteile-janz26/) --- ## Wissen: Uns fehlen dauerhaft 4.000 Oberschulplätze ### Worum geht's? Für wie viele Kinder brauchen wir in Pankow wie viele Schulplätze? Um das im Blick zu behalten, hat der Bezirk seinen Schulentwicklungsplan. Die neueste Version [ist gerade erschienen](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/vo020%5Fr.asp?VOLFDNR=7263&ref=loky.news), schaut von heute 15 Jahre in die Zukunft und stellt fest: Grundschüler:innen sind im Kiez recht gut versorgt. Bei den Oberschulen bleibt die aktuell prekäre, übrigens im Schulentwicklungsplan vor über zehn Jahren[ genau so vorhergesagte Situation](https://www.loky.news/wo-sollen-all-die-schueler-hin/) bis mindestens 2040 prekär. ### Die Lage an den Oberschulen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/01/GrafikOberschulen-4.png) Quelle: Schulentwicklungsplan Pankow 2026 - Derzeit leben 16.400 Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren in Pankow. 2040 sollen es rund 17.000 sein, von denen jedoch nicht alle eine staatliche Schule besuchen werden. Der Schulentwicklungsplan rechnet mit einem Bedarf von 14.727 Schulplätzen derzeit, 15.288 Plätzen im Jahr 2040. - Dem stehen aktuell 5.100, in 15 Jahren 5200 Schulplätze an Sekundar- und Gemeinschaftsschulen gegenüber. Bei den Gymnasien sind es derzeit 5.684, perspektivisch 5800 Plätze. - In der Folge fehlen dem Bezirk derzeit knapp 4000 Schulplätze. Für 2040 ist ein Defizit von 4.300 prognostiziert. - Theoretisch wüsste der Bezirk schon, wo und wie man für 1.800 weitere Oberschulplätze sorgen könnte – etwa durch Erweiterung der Reinhold-Burger- oder Janusz-Korczak-Schule oder Sanierung und Reaktivierung der baufälligen Falkenberger Straße. Neue Gymnasien könnten zudem am Sommerbad Pankow, an der Friedrich-Engels-Straße und der Grumbkowstraße entstehen. Alle Pläne hängen aber, weil das Geld fehlt. - Sicher finanziert sind derzeit nur die Erweiterungen des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums sowie der Heinz-Brandt-Schule. An letzterer [gibt es aktuell Streit](https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-stinkendem-sahnehaubchen-und-etagen-lidl/), weil dafür auf dem Hof Bäume gefällt werden müssen. - Hinzu kommt das Problem der Bauverzögerungen. Zuletzt wurde bekannt, dass die Sanierung des Gymnasiums am Europasportpark mindestens ein Jahr länger dauert. Aktuell ist die komplette Schule nach Wilhelmsruh ausgelagert – und [wünscht sich mittlerweile](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/tauziehen-um-marodes-berliner-gymnasium-kehrt-diese-schule-nie-wieder-nach-prenzlauer-berg-zuruck-15188080.html?ref=loky.news), dauerhaft am Ersatz-Standort zu bleiben. - Anders als bei Grundschulen haben Oberschüler:innen keinen Anspruch auf einen Schulplatz in der Nähe ihres Zuhauses. Derzeit gehen knapp 2000 von ihnen in anderen Bezirken zur Schule, vor allem in Reinickendorf und Mitte. ### Die Lage an den Grundschulen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/01/SEP2026.png) Quelle: Schulentwicklungsplan Pankow 2026 - Kleine Kinder haben ein Anrecht auf kurze Wege. Daher läuft die Schulplanung im Grundschulbereich sehr kleinteilig nach Kiezen. _This post is for subscribers only._ ### Zebrastreifen, Max Mustermann und Netzwerke im Kiez URL: https://www.loky.news/zebrastreifen-max-mustermann-und-netzwerke-im-kiez/ Last updated: 2026-01-27T05:30:42.000Z Ihr Lieben. Es herrscht Glatteis, und der Nahverkehr kollabiert – zumindest in Berlin. In unserer Nachbarstadt Potsdam war es gestern auch kalt und glatt, doch die Straßenbahnen fuhren ganz normal. Der Pressesprecher der Potsdamer Stadtwerke konnte sich das auch nicht so richtig erklären. Technisch sind nämlich beide Bahnsysteme ziemlich identisch. Damit eine Oberleitung nicht zufriert, machen Trams nachts manchmal sogenannte "Enteisungsfahrten", also eine Leerfahrt durch die Stadt. In Berlin fährt die Straßenbahn aber sowieso die Nacht durch; daran sollte es also eigentlich nicht liegen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/01/Stra--enbahn-1.jpg) Da kannste lange warten... Immerhin war unser Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gleich gestern Vormittag am Hackeschen Markt vor Ort, um mit Straßenbahnfahrer:innen zu sprechen. Da tut wohl jemandem wohl [sein Tennisspiel in Zeiten des Stromausfalls](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/01/berlin-stromausfall-wegner-tennis-inszenierung-interview.html?ref=loky.news) leid. Mindestens bis zum heutigen Dienstagvormittag bleibt die Tram noch außer Gefecht. Kleiner Service-Hinweis: Vergesst die App und geht lieber auf die Website der BVG, wenn ihr den neuesten Vereisungs-Stand haben wollt. Bei Ersterer war gestern nämlich auch was eingefroren: Die Warnung vom kompletten Tram-Ausfall fand sich dort nicht. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/01/Glatteis-1.jpg) Glatteis in Pankow - rutscht nicht aus! --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Nextbike:** Das Unternehmen lässt seine Räder, [anders als hier Freitag vermeldet](https://www.loky.news/kaputte-heizung-gefallte-baume-offene-hotels/), doch auf der Straße – und zahlt dafür 3 Euro pro Rad und Monat Sondernutzungsgebühren. Zuletzt hatte es sich dagegen in einem Rechtsstreit mit dem Land Berlin gewehrt. Um dennoch zu sparen, reduziert Nextbike aber die Zahl der Räder um 1.000 Stück auf 5.500\. (Quellen: [taz](https://taz.de/Bikesharing-in-Berlin/!6122124/?ref=loky.news), [Stern](https://www.stern.de/gesellschaft/regional/berlin-brandenburg/leihraeder--leihradanbieter-nextbike-will-betrieb-in-berlin-fortsetzen-37066242.html?ref=loky.news), [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/finale-gerichtsentscheidung-nextbike-muss-alle-leihrader-von-berlins-strassen-entfernen-15165412.html?ref=loky.news)) **Heizungsausfall**: Weil wir gerade bei Updates zu unserem letzten Newsletter sind: die [Heizung im Wohnhaus in der Gaudystraße,](https://www.loky.news/kaputte-heizung-gefallte-baume-offene-hotels/) die seit Ende Dezember herumsponn, geht wieder. Das freut uns! (Quelle: Mail von Mieterin Sabine) **Fördergeldaffäre:** Ihr erinnert euch an die Fördergeldaffäre der Berliner CDU? Der Kultursenat hatte Projekte gegen Antisemitismus gefördert, die teilweise keinen Fokus auf Antisemitismusbekämpfung oder mit dem Geld wenig auf die Beine gestellt haben. Unter den umstrittenen Trägern ist auch das Immobilien-Unternehmen *Fablhaft* aus Weissensee, das im Dezember noch ["Max Mustermann"](http://web.archive.org/web/20251106150105/https://fablhaft.de/de/impressum.html) als Geschäftsführer angab, und als Umsatzsteuer-ID die DE123456789\. FragDenStaat hat die Akten zur Affäre jetzt öffentlich gemacht. Auch gegen die aktuelle Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) stehen Vorwürfe im Raum. Sie soll Fördermittel trotz unzureichender Prüfung bewilligt haben. (Quellen: [FragDenStaat](https://fragdenstaat.de/artikel/exklusiv/2026/01/die-akten-zur-berliner-fordergeldaffare/?bezuggrd=CHP&utm%5Freferrer=newsletter&utm%5Fsource=cp-vollversion), [taz](https://taz.de/Gefoerderte-Antisemitismusprojekte/!6127489/?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Kaputte Heizung, gefällte Bäume, offene Hotels URL: https://www.loky.news/kaputte-heizung-gefallte-baume-offene-hotels/ Last updated: 2026-01-23T05:30:50.000Z Ihr Lieben. Wer braucht Kaffee, wenn er auch morgens beim ersten Blick ins Redaktions-Postfach solche Nachrichten haben kann: "In der Gaudystraße 18 gibt es seit Ende Dezember ständig **Heizausfall**. Mal ist Wärme da, dann wieder eiskalt. Die Gewobag ist wie immer schlecht zu erreichen. Seit drei Wochen gelingt es offensichtlich nicht, alle Mieter\*innen gleichmäßig und dauerhaft mit Wärme zu versorgen." Geschrieben hatte Sabine, deren Wohnung aktuell kalt war, nachdem die Heizung zuletzt funktioniert hatte. Ein paar Telefonate mit ihr und Sebastian Schmidt aus der Pressestelle der Gewobag später kann ich vermelden: - Problematisch waren ein undichter Kessel und ein fehlendes Ersatzteil, das erst am 15.1\. eingebaut werden konnte. Wenn die Heizung weiterhin spinnt, könnte das an Luft im System liegen und der Tatsache, dass sich alles erst wieder einruckeln muss. Für den Übergang durften sich die Mieter:innen auf Kosten der Gewobag Heizlüfter kaufen. - Die kalte Wohnung war das eine. Hinzu kam der Ärger über einen städtischen Vermieter, der einen in Telefon-Warteschleifen hängen ließ, Mails nicht beantwortete und die Mieterschaft somit völlig im Dunkeln darüber ließ, ob und wie das Heizproblem angegangen wurde. Unlängst saß ich in einem sehr verspäteten Zug der Deutschen Bahn – und war nicht genervt! Das lag ausschließlich am Zugbegleiter, der mit klaren Ansagen ("Vor uns sind Menschen auf dem Gleis. Die Polizei ist informiert. Die Weiterfahrt dauert noch mindestens 30 Minuten") Transparenz in eine normalerweise undurchsichtige Situation gebracht hatte. Um Verständnis aufzubringen, muss man halt wissen, wofür. Am Telefon hatte mir der Sprecher der Gewobag übrigens noch gesagt, man wisse um das Kommunikations-Problem und sei gerade dabei, die Hotline für Mieter:innen von einem externen Dienstleister zurückzuholen und auch wieder vor Ort Ansprechpartner:innen zu installieren. In der Version, die er danach per Mail schickte, klang das so: "Die Gewobag verbessert kontinuierlich ihre Arbeitsabläufe und Kommunikationswege, insbesondere die Erreichbarkeit für MieterInnen." 🤷‍♀️ Wie sind eure Erfahrungen? Von welcher Hausverwaltung kann die Gewobag was lernen? Wer hat ebenfalls Probleme? Und vor allem: Geht die Heizung bei euch? Schreibt an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder [direkt in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). #communikationiskey --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ### **Streit um Hof-Bebauung** Die Gesobau will noch vor dem 1\. März mehr als 60 Bäume im Hof ihrer Wohnanlage am Pankower Schlosspark fällen, um Platz für den Bau von 100 Wohnungen für Geflüchtete zu schaffen. Seit Jahren wehren sich Nachbarschaft und Naturschutz dagegen, aus Sorge um den Lebensraum geschützter Vögel und Fledermäuse. Ein Gericht [kassierte zuletzt](https://www.loky.news/hey-pankow-mit-jugendgewalt-udo-lindenberg/) eine Sondergenehmigung des Bezirks für die Fällung. Die Gesobau interpretiert das Urteil so, dass sie nun gar keine Genehmigung mehr brauche. Bezirk und Naturschützer:innen widersprechen – es bräuchte im Gegenteil strengere Auflagen. Die Eile der Gesobau hat einen Grund: Ab 1\. März beginnt die Brutperiode, in der Fällungen bis Ende September verboten sind. (Quellen: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/gesobau-will-sofort-mit-fallungen-starten-jetzt-eskaliert-der-kampf-um-berlins-umstrittenste-fluchtlingsunterkunft-15159581.html?ref=loky.news), [BUND Berlin](https://www.bund-berlin.de/service/presse/detail/news/plant-die-gesobau-einen-rechtsbruch-am-schlosspark-pankow/?ref=loky.news)) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/01/Bildschirmfoto-2026-01-22-um-14.56.25.png) Aktuelles Nextbike-Angebot im Kiez (Screenshot: nextbike.de) **Leihräder**: Nextbike muss seine 6.500 Räder von Berlins Straßen räumen. Die Erlaubnis vom Land Berlin für das Angebot war schon im vergangenen Jahr abgelaufen; der Radverleih hatte wegen eines offenen Rechtsstreits darüber erstmal weitergemacht. Nun hat ein Gericht den Betrieb endgültig untersagt. (Quelle: [Tagesschau](https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/rbb-leihraeder-von-nextbike-duerfen-nicht-mehr-in-oeffentlichem-berliner-strassenraum-stehen-102.html?ref=loky.news)) **Radverkehr**: Die Berliner Straße am S-Bahnhof Pankow ist Berlins zweitbeliebteste Radstrecke – zumindest unter denen, wo eine Säule die Radler:innen zählt. Knapp 6000 Mal am Tag radelte dort 2025 jemand vorbei. Nur an der Oberbaumbrücke mit 11.000 Zählvorgängen war mehr los. (Quelle: [Verkehrsmanagement Berlin](https://verkehrsmanagementberlin.eco-counter.com/?year=2025&siteId=100032155&ref=loky.news)) **Baum-Bilanz:** Bis 2040 will Berlin die Zahl der Straßenbäume auf über zwei Millionen Stück verdoppeln. Im Pankow erfordert das ein massives Umsteuern, denn 2025 wurden zwar 410 Bäume gepflanzt, aber 830 gefällt. Im Jahr zuvor standen 640 neue 1500 gefällten Bäumen gegenüber. (Quelle: [Kleine Anfrage der Grünen beim Bezirk](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/ka020%5Fr.asp?KALFDNR=4961&ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Problembrücken, Kaufhaus-Zukunft und Parknot URL: https://www.loky.news/problembrucken-kaufhaus-zukunft-und-parknot/ Last updated: 2026-01-20T09:49:16.000Z Ihr Lieben, im vergangenen Sommer ist mir der Mauerpark abhanden gekommen. Schuld daran trugen weder die Novembrigkeit des Junis noch Hundeangst noch Parkallergie, sondern die [Sperrung des Schwedter Stegs ](https://www.loky.news/loky-news-mit-mull-steg-sperrung-und-sparen-berlin-style-2/)in allen Monaten, die in Berlin offiziell als "Sommer" gelten. Ich wohne nördlich der Brücke. Der Park ist im Süden. Wenn eine existenzielle Verkehrsverbindung gekappt wird, geraten alle Betroffenen drei Tage lang in Panik. An Tag vier haben sie sich so sehr an ihre neuen Routen gewöhnt, dass sie die alten kaum noch erinnern. Andere Kieze haben schließlich auch schöne Grünflächen. Das habe ich mir nicht ausgedacht. Verkehrsforscher:innen haben das Phänomen [ausführlichst](https://de.wikipedia.org/wiki/Induzierte%5FNachfrage?ref=loky.news) [erkundet](https://de.wikipedia.org/wiki/Braess-Paradoxon?ref=loky.news). Ich empfehle also tiefes Ein- und Ausatmen, bevor ihr weiterlest. (Alles wird gut! [Nina Ruge](https://www.youtube.com/watch?v=8GKuX4u9xKk&ref=loky.news) kann uns nicht all die Jahre belogen haben.) --- ## Triff die loky\*-Redaktion ****Heute ist loky\*-Lokalrunde!** Lust, die loky\*-Redaktion kennenzulernen und mit ihr über die Themen zu reden, die dir wichtig sind? Dann komm ****heute, 20.1\. um 16 Uhr ins** [****Kaffee Kraft**](https://maps.app.goo.gl/1FiwU59DpwUAYPST8?ref=loky.news) **am Pankower Anger.** Juliane ist vor Ort und freut sich auf euch! Anmeldung ist nicht nötig. --- ## Wissen ## 20 Brücken in Pankow reif für den Abriss ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/01/Sch--nhauser.jpeg) Die Brücke an der Schönhauser: Baubeginn bald. 1047 Brückenbauwerke hat Berlin. 175 davon müssen in den kommenden 15 Jahren abgerissen und neu gebaut werden; etwa 20 davon in Pankow. Wer anderswo höhere Zahlen liest: Das liegt daran, dass manche von uns als Einheit wahrgenommene Brücke auf dem Papier aus mehreren Einzelbauten besteht, unterteilt etwa in Nord- und Südteil. Die Zahlen stammen aus dem "Masterplan Brücken" der Berliner Senatsverwaltung für Verkehr, der gerade zur Abstimmung durch die Verwaltung geistert, aber vorher schon in der Presse gelandet ist. **Die wichtigsten Fakten:** - Wo wir aktuell noch rüber dürfen, besteht keine akute Gefahr. - Probleme bereiten der von der [eingestürzten Dresdner Carolabrücke bekannte ](https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/carolabrueke-in-dresden-bruecke-einsturz-100.html?ref=loky.news)Hennigsdorfer Spannstahl im Osten, der Sigma-Spannstahl im Westen sowie Betonkrebs – eine chemische Reaktion, die zu Rissen im Beton führt. Dass plötzlich so viele Bauwerke baufällig sind, liegt daran, dass über Jahrzehnte nichts investiert wurde. - Der Neubau der 175 Brücken soll ca. 1,6 Milliarden Euro kosten und aus Landeshaushalt, Sondervermögen des Bundes und einzelnen Fördertöpfen kommen. Noch steht die Finanzierung nicht. - Außer dem Geld fehlt Berlin das Personal für die nötigen Neubauten, und auch die ausschweifende Planungsbürokratie ist hinderlich. Jedes Jahr müsste Berlin derzeit zehn Brücken abreißen und neu bauen. Die Kapazitäten reichen aktuell aber nur für vier bis sechs. **Baufällige Brücken im Kiez mit Zeitplan:** - [Schlossparkbrücke III](https://www.berlin.de/sen/uvk/mobilitaet-und-verkehr/infrastruktur/brueckenbau/schlossparkbruecke-iii/?ref=loky.news#Vorhaben) im Pankower Schlosspark: hinterm geplanten Zeitplan (2025/2026) - [Schönhauser-Allee-Brücke](https://www.loky.news/megabaustelle-schoenhauser-allee-bruecke-das-kommt-die-nachsten-7-jahre-auf-uns-zu-prenzlauer-berg/): Vorarbeiten laufen. Hauptbauphase 2026 bis 2032 - [Dunckerbrücke](https://www.berlin.de/sen/uvk/mobilitaet-und-verkehr/infrastruktur/brueckenbau/dunckerbruecke/?ref=loky.news): Frühjahr 2026 bis 2028 - [Schönfließer Brücke](https://www.berlin.de/sen/uvk/mobilitaet-und-verkehr/infrastruktur/brueckenbau/schoenfliesser-bruecke/?ref=loky.news): 2027 bis 2028 _This post is for subscribers only._ ### loky* mit Gastro-News, Nazi-Notwehr und leisem Kopfsteinpflaster URL: https://www.loky.news/loky-mit-gastro-news-nazi-notwehr-und-leisem-kopfsteinpflaster/ Last updated: 2026-01-16T10:32:21.000Z Ihr Lieben, wisst ihr noch, damals, als Halloumi-im-Brot noch 3,50 Euro kostete, das Bibimbap locker unter zehn Euro lag und … naja, man sich häufiges Essengehen leisten konnte? Ich war früher viel öfter auswärts essen. Seit dem enormen Preisanstieg der letzten Jahre spare ich mir das Geld oft. Vielen anderen scheint es auch so zu gehen. Die Gastro-Szene spürt das. Doch lest selbst. --- ## Wissen ## Kommen und Gehen in der Gastro im Kiez ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/01/IMG_8859-1.jpg) ### Restaurant Oderquelle schließt Leserin Barbara (danke für den Hinweis!) hatte es schon munkeln hören: Das Restaurant Oderquelle in der Oderberger Straße schließt. Nach 36 Jahren. Am 25\. Januar ist Schluss. _This post is for subscribers only._ ### loky*-Thema mit 112: Kein Krankenwagen unter dieser Nummer URL: https://www.loky.news/loky-thema-mit-112-kein-krankenwagen-unter-dieser-nummer/ Last updated: 2026-01-15T05:30:16.000Z Ihr Lieben. Im vergangenen Herbst wäre mein Vater fast gestorben. In seinem Schlafzimmer, knapp einen Kilometer Luftlinie entfernt von der Charité. Mein Vater ist ein harter Knochen. Erkältungen gelten bei uns in der Familie als "gesund". Doch als er vor lauter Rückenschmerzen nicht mehr vor oder zurück konnte, rief meine Mutter den Rettungswagen. Doch der kam nicht. Stattdessen erschien drei Stunden später eine freundliche Ärztin, die gerade in ihrer Praxis Feierabend gemacht hatte, und spritzte Schmerzmittel. Am Telefon hatte man meine Mutter gefragt, ob die Situation lebensbedrohlich sei. Meine Mutter, keine medizinische Fachkraft, meinte: eher nein. Der Schmerz war nur unerträglich und mein Vater bewegungsunfähig. Dass diese Symptome Anzeichen einer Infektion waren, die meinen Vater beinahe das Leben gekostet hätten, erfuhren wir erst später, als er es am Ende einer Odyssee gerade noch rechtzeitig in den OP der Charité geschafft hatte. Ich habe in meinem Leben noch nicht oft die 112 wählen müssen. Bislang war ich davon ausgegangen, dass man dort in Notfallsituationen Hilfe bekommt – gerade in unserem Kiez, wo die nächste Rettungsstelle um die Ecke ist. Dieses Erlebnis hat mich mit einem anderen Gefühl zurückgelassen. Was ist da los? Meine Kollegin Emilia hat recherchiert. --- ## Rettungswagen: Wegen zu großer Nachfrage ausgebucht ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/01/OderbergerFeuerwache.jpeg) Feuerwache in der Oderberger. Von hier rücken die Rettungswagen aus. ### **Worum geht’s?** Stell dir vor, du rufst einen Rettungswagen – und keiner kommt. Sondern irgendwann, teilweise nach Stunden,ein Arzt oder eine Ärztin des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes. Genau das passiert in Berlin, jeden Tag, weil die Zahl der Notrufe die Zahl der Einsatzkräfte übersteigt. Über 1,15 Millionen Anrufe [waren es 2024](https://www.berliner-feuerwehr.de/fileadmin/bfw/dokumente/Publikationen/Jahresberichte/jahresbericht2024.pdf?ref=loky.news) – neuer Spitzenwert. Alle 30 Sekunden klingelte im Schnitt in der Rettungstelle das Telefon. [Vor knapp einem Jahr](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/03/berliner-feuerwehr-notruf-triage-auswahl-dringlichkeit-faq.html?ref=loky.news) wurde aus diesem Grund ein Triage-System für den Notruf 112 eingeführt. Seitdem werden eingehende Einsätze priorisiert und nach Dringlichkeit in fünf Notfallkategorien geordnet. Das System funktioniert so: 1. Du wählst die 112 und dein Anruf landet in der Leitstelle der Berliner Feuerwehr, wo alle Einsätze koordiniert werden. 2. Dort wirst du nach einem standardisierten Katalog befragt. Bestimmte Schlüsselbegriffe wie "bewusstlos" helfen den Menschen am Notruf dabei, das Geschehen vor Ort zu verstehen und den Anruf in eine Notfallkategorie einzusortieren. Diese gehen von Kategorie 1 (akut lebensbedrohlich, z.B. Herz-Kreislauf-Stillstand) bis Kategorie 5 (nicht-dringend, etwa ungefährliche Blutungen). 3. Aus dieser ergibt sich die Dringlichkeit: In Kategorie 1 sollte innerhalb von 10 Minuten ein Einsatzwagen vor Ort sein. In Kategorie 5 wird im Zweifelsfall im Laufe des Tages der kassenärztliche Bereitschaftsdienst vorbeigeschickt. ### **Warum ist das wichtig?** Wer die 112 anruft, ist im Zweifel in Panik – und extra gestresst, wenn erst einmal ein Fragenkatalog abgearbeitet wird. Doch der Grund dafür ist nicht die Bequemlichkeit der Feuerwehr. Den Grund liefern wir selbst, weil wir die 112 in Situationen wählen, in denen ein Taxi, der Hausarzt oder jemand aus dem Freundeskreis die bessere Anlaufstelle gewesen wäre. ### **Was sagt die Feuerwehr?** Die Pressestelle der Feuerwehr erklärt: _This post is for subscribers only._ ### loky* mit Basketball-Brüdern, Geistertrams & Wasserrohrbruch URL: https://www.loky.news/loky-mit-wagner-bruder-geistertrams-wasserrohrbruch/ Last updated: 2026-01-13T05:30:54.000Z Ihr Lieben, sportliche Quizfrage: Wer ist der bestbezahlte deutsche Sportler derzeit? Na? Keine Ahnung? Tipp: Er kommt aus Prenzlauer Berg. Es ist Franz Wagner, Basketballspieler bei den Orlando Magic in den USA. Franz gilt als einer der herausragendsten jungen Spieler der Welt und verdient rund 214 Millionen Euro in fünf Jahren. Dieser Tage sind er und sein älterer Bruder Moritz, der praktischerweise ebenfalls bei Orlando spielt, wieder in Berlin, wo die nordamerikanische Basketballliga NBA für ein Spiel gerade Station macht. Wer spontan Lust hat, am Donnerstag live in der Uber-Arena dabei zu sein, kommt zu spät. Die Ticketpreise sind längst explodiert. Ganz kostenlos ist hingegen die Doku "The Wagner Brothers" [in der ZDF-Mediathek](https://www.zdf.de/reportagen/basketball-nba-orlando-magic-moritz-franz-wagner-brothers-doku-100?ref=loky.news). Sie begleitet die Brüder auf ihrem unwirklichen Weg vom Prenzlauer Berger Alltag hin zu Millionen-Deals und frenetischen Fans. Auch sehenswert für Menschen, die nicht ganz so Basketball-Fans sind wie ich. In der WNBA spielt übrigens noch eine Berliner Familie sehr erfolgreich Basketball: die Schwestern Satou und Nyara Sabally. Und wo ist die [Frauen-Basketball-WM](https://www.basketball-bund.de/wettbewerbe/fiba-womens-basketball-world-cup-2026/?ref=loky.news) im September? Genau: In Berlin! Es finden auch Spiele in der Max-Schmeling-Halle statt. Tickets sind schon erhältlich! --- ## Wissen ## Warten auf Geistertrams ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/01/Tram1.jpg) ### Worum geht's? 3 Minuten. 2 Minuten. 1 Minute. Und dann kommt keine Tram, sondern der Zug verschwindet einfach von der digitalen Anzeige der BVG, die nun munter verkündet: Nächste Abfahrt in 10 Minuten. Das nervt, nicht nur bei -15 Grad. Und müsste nicht sein, schließlich stehen Echtzeitdaten zur Verfügung, um genau solche Situationen zu vermeiden. Oder?! Wir haben mal nachgefragt. ### Was sagt die BVG? Pressesprecherin Franziska Ellrich erklärt: - Alle 30 Sekunden melden die Trams und Busse der BVG ihre aktuelle Position. Daraus berechnet ein Computer die voraussichtliche Ankunftszeit an jeder Haltestelle. Diese Prognose erscheint auf den Anzeigetafeln an den Haltestellen sowie digital in der BVG-App, bei bvg.de und auch bei Google Maps. Alle nutzen dieselben Daten. - Auf den Tafeln vor Ort landen ausschließlich Echtzeitdaten. Bei den digitalen Fahrplanauskünften können auch Fahrten ohne Echtzeitinformation erscheinen. Diese sind daran zu erkennen, dass keine Abweichung vom Fahrplan (zum Beispiel „+2“ oder „–1“) angezeigt wird. - Probleme bekommen die Anzeigen, wenn die Fahrzeuge Probleme haben: Außerplanmäßige Umleitung? Verzögerungen an der Starthaltestelle? Technische Probleme bei der Standort-Meldung? Das kann zu sprunghaften Veränderungen der Abfahrtszeit und auch mal zum kompletten Verschwinden von der Anzeige führen. - Steht ein Fahrzeug hingegen im Stau, wird die Verspätung kontinuierlich fortgeschrieben. Aus diesem Grund verändert sich der Minuten-Countdown manchmal minutenlang nicht. --- ## Weiteres Wissen im Schnelldurchlauf **Streiks**. Diverse Gewerkschaften haben diese Woche zu Warnstreiks und Demos aufgerufen. Betroffen sind auch DRK-Kliniken, Hochschulen, Polizei, Feuerwehr und Kitas. (Quelle: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/berlin/article410880112/streik-hammer-trifft-berlin-mit-voller-wucht-wann-es-losgeht.html?ref=loky.news)) **Volksbegehren.** Aktuellsammeln zwei Initiativen Unterschriften, um Berlin weitgehend von Autos in der Innenstadt bzw. Bewegtbild-Werbung zu befreien. Sowohl "[Berlin autofrei](https://volksentscheid-berlin-autofrei.de/index.php?lang=de&ref=loky.news#news)" als auch "[Berlin werbefrei](https://berlin-werbefrei.de/?ref=loky.news)" müssen in den kommenden vier Monaten jeweils gut 170.000 gültige Unterschriften sammeln, damit ihre Ansinnen parallel zur Abgeordnetenhauswahl im September zur Abstimmung zugelassen werden. _This post is for subscribers only._ ### loky* mit Katastrophenschutz und Gleisarbeiten URL: https://www.loky.news/loky-newsletter-pankow-katastrophenschutz/ Last updated: 2026-01-09T05:30:37.000Z Ihr Lieben. Der Strom fließt wieder in der gesamten Stadt. Aber alle verschont Gebliebenen fragen sich: Wie sieht es in meinem Kiez mit dem Katastrophenschutz aus? Ich wusste darüber bisher rudimentär wenig und teile gern mein neu erlangtes Wissen mit euch: Wenn im Bezirk Pankow der Strom ausfällt, sollen sogenannte Katastrophen-Leuchttürme zum Einsatz kommen. Das sind Orte, an denen es Notstrom gibt und die neuesten Infos. Hier sind das die Rathäuser in Pankow und Weißensee sowie das Bürgeramt Prenzlauer Berg. Darüber hinaus sollen rote Kombis der Feuerwehr als mobile Leuchttürme durch die Kieze fahren. Problem: Der Notstrom in den Leuchttürmen reicht gerade mal für einen halben, im Rathaus Pankow immerhin einen ganzen Tag. Das ergab eine [Kleine Anfrage der CDU an das Bezirksamt](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/ka020%5Fr.asp?KALFDNR=4864&ref=loky.news). Auf Nachfrage erklärt das Amt: "In Bezug auf geplante Katastrophenschutz-Leuchttürme befinden wir uns aktuell in der Klärung technisch-organisatorischer Voraussetzungen, die derzeit noch einer Einsatzbereitschaft entgegenstehen" – Behördensprech für "klappt noch nicht so gut mit dem Notstrom". Kleiner Trost: Ein Bericht des Berliner Rechnungshofes ergab, dass einige Bezirksämter in Berlin nicht mal wussten, dass sie Teil des Katastrophenschutzes sind. Das Bezirksamt Pankow hat hingegen sogar einen Katastrophenschutzbeauftragten eingestellt. Der arbeitet aber nur 60 Prozent. Doch "eine personelle Verstärkung durch den Senat wurde für 2026 angekündigt." --- ****Unsere loky\*-Lokalrunden sind zurück** Ab und an sitzen wir im Café und freuen uns über alle, die vorbeischauen und uns ihre Themen und Geschichten erzählen. Lasst uns einander kennenlernen und ins Gespräch kommen! Anmeldung nicht nötig. Die nächsten Termine: - Montag, 12.1\. um 17 Uhr, [Brotfabrik](https://maps.app.goo.gl/XYWet7n4RFWKceNg9?ref=loky.news) (mit Frank und Philipp) - Dienstag, 20.1\. um 16 Uhr, [Kaffee Kraft](https://maps.app.goo.gl/1FiwU59DpwUAYPST8?ref=loky.news) am Pankower Anger (mit Juliane und Sarah) - Mittwoch, 28.1\. um 12 Uhr, [Spreegold Stargarder Straße](https://maps.app.goo.gl/JVzXofxTrLbe83fj7?ref=loky.news) (mit Juliane und Sarah) --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Sturmtief:** Weil heute Elli auch durch Berlin und Brandenburg wütet, ist die Schulpflicht ausgesetzt. Viel Schnee und Sturm sind ab Freitagvormittag angesagt. Im Laufe der Nacht soll sich die Lage wieder beruhigen. Seid vorsichtig! (Quelle: [RBB](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/01/liveticker-schnee-sturm-minusgrade-winter-berlin-brandenburg.html?ref=loky.news)) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/01/Tram-1.jpg) Die Tram-Strecke zwischen Prenzlauer Berg und Mitte wird noch 2026 gekappt. **Gleisarbeiten** an der Kastanienallee werden auch die Tramlinien M1 und 12 betreffen: Ab der zweiten Jahreshälfte werden sie streckenweise unterbrochen und durch Busse ersetzt. Um welche Haltestellen es konkret geht, steht noch nicht fest. (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/vollsperrung-fur-zwei-wichtige-linien-in-berlin-gleisbauarbeiten-in-prenzlauer-berg-trennen-bald-pankow-und-mitte-15104676.html?ref=loky.news)) **Die U2** fährt ab dem 12\. Januar wieder im 4-Minuten-Takt. (Quelle: [BVG](https://www.bvg.de/de/unternehmen/medienportal/pressemitteilungen/2026-01-07-pm-update-u-bahn?ref=loky.news)) **Neue Vorwürfe gegen Gelbhaar:** Der einstigen Pankower Bundestags-Direktkandidat Stephan Gelbhaar (Grüne) soll über einen beruflichen Account mit einer Person geschrieben haben, die ihn zunächst wegen eines Praktikums kontaktiert hatte. Bereits beim Erstkontakt, als das Mädchen 15 Jahre alt war, enthielt der Chat laut einem Bericht des Tagesspiegels Formulierungen, die über eine rein sachliche Kommunikation hinausgehen. Die Betroffene bezeichnet die Chats als „strafrechtlich nicht relevant, aber moralisch fragwürdig“. Gelbhaars Anwälte weisen alle Vorwürfe zurück und erklären, es habe sich um eine private Kommunikation gehandelt. (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/ich-kiek-mir-deine-bilder-zu-gern-an-sie-will-ein-praktikum-gelbhaar-schickt-ein-flammen-emoji-zum-badeanzug-foto-14776322.html?ref=loky.news)) **Post schließt**: Mit den langen Warteschlangen vor der Post in den Schönhauser Allee Arcaden ist es bald vorbei: Diese Filiale ist eine von 17, die im Laufe des Jahres schließt. Die meisten Service-Leistungen sollen online abgewickelt werden; Pakete nehmen Spätis entgegen. Fest steht das seit eineinhalb Jahren. Nun wird es konkret. (Quelle: [RBB](https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2024/07/berlin-brandenburg-postbank-filialen-schliessung.html?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### loky* mit Berliner Ampeln: Wenn’s mal wieder länger dauert URL: https://www.loky.news/loky-mit-berliner-ampeln-wenns-mal-wieder-langer-dauert/ Last updated: 2026-01-08T05:30:01.000Z Guten Morgen, zusammen! Vor einer Weile beklagte ich mich bei meiner Freundin Jonna über die Kreuzung Eberswalder Straße. Als Fußgängerin warte ich dort erst endlos auf Grün, obwohl eigentlich kein Auto kommen kann. Und wenn es dann Grün wird, muss ich Haken schlagen, weil mich sonst die Linksabbieger:innen anfahren. Ich: "Warum ist das so?" Meine Freundin: "Wegen des Ampel-Monopols." Ich: "?!?" Für mich war das neu. Also habe ich recherchiert. Das Ergebnis ist dieser Themen-Newsletter, zu dem ihr mit euren Hinweisen zu nervigen Ampelschaltungen im Kiez beigetragen habt. Danke dafür! Und danke an Jonna, die wirklich auf fast alles eine kluge Antwort hat. Falls ihr auch mal eine Frage loswerden wollt, schreibt uns gerne an [redaktion@loky.news](https://www.loky.news/r/3f44b556?m=4a939871-2865-4efb-abef-e15bfae1609e) oder direkt [in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). --- ## **Alles ist erleuchtet** *Seit 2023 managt ein neues Unternehmen die Ampeln in der Hauptstadt. Das Ziel ist ein nachhaltiger, effizienter Stadtverkehr. Doch so richtig springen die Signale noch nicht auf Grün.* ### Worum geht’s? Drücken. Warten. Das Leben reflektieren. Für Fußgänger:innen ist das Alltag an Berliner Kreuzungen. Ganze [2.155 Lichtsignalanlagen](https://gruen-berlin.de/geschaeftsberichte/jahresbericht-2023/projekte/infrasignal?ref=loky.news) – so heißen Ampeln im Behördendeutsch – gibt es hier. Berlin ist damit die [ampelreichste Stadt Europas](https://infrasignal.de/aufgaben/unsere-aufgaben?ref=loky.news). Wer viel zu Fuß unterwegs ist, regelmäßig mit dem Rad fährt oder Bus und Tram nutzt, weiß: Die Stadt mag signalwirksam leuchten wie einst Erichs Lampenladen. Bevorzugt werden aber meist PKWs. Für alle anderen gilt: Grün kommt erst dann, wenn man innerlich schon aufgegeben hat. Daran wird sich so schnell sich nichts ändern. ### Woran liegt’s? Berlins Verkehrsplanung orientiert sich häufig am Auto und stellt die Bedürfnisse der PKW-Fahrer:innen in den Mittelpunkt – mit Folgen für Ampeln und ihre Schaltungen. Längst hat sich die Gewichtung im Berliner Straßenverkehr jedoch verschoben. Mehr als ein Drittel – und damit die meisten aller Wege – legen Berliner:innen zu Fuß zurück. Danach folgen Bus und Bahn mit über 26 Prozent. Das Auto liegt mit einem Anteil von 22 Prozent auf Platz drei. Für knapp 18 Prozent der Wege nutzen die Menschen das Rad. Das ergab ein [Forschungsprojekt](https://tu-dresden.de/bu/verkehr/ivs/srv/srv-2023?ref=loky.news#intro) der Technischen Universität Dresden für das Jahr 2023\. Die Berliner Ampeln werden dem jedoch nicht gerecht. Etliche stammen aus einer Zeit, in der Telefone noch Wählscheiben hatten. Und auch ihre Schaltungen sind in einer Ära verhaftet, in der niemand damit rechnete, dass Fahrräder ernstzunehmende Verkehrsteilnehmende werden könnten. „Sie spiegeln das alte West-Berlin der 1970er Jahre wider“, sagt Prof. Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). „Damals zählte nur eins: Das Auto muss rollen.“ Ein Problem sei die unzureichende Digitalisierung der Anlagen, so Andreas Knie: „Sie sind nicht intelligent. Einmal geschaltet, laufen sie in ihrem Rhythmus. Den real fließenden Verkehr und seinen tatsächlichen Bedarf nehmen sie nicht wahr.“ Berlinweit sind derzeit [gerade mal 15 Prozent](https://www.radioeins.de/programm/sendungen/der%5Fschoene%5Fmorgen/rad/intelligente-ampelsteuerung-in-berlin.html?ref=loky.news) der Ampelanlagen mit Videokameras ausgestattet, die dem System Informationen liefern können. Ein noch kleinerer Anteil arbeitet mit den effizienteren Wärmebildkameras. Die allein genügen jedoch auch nicht. Derzeit wird beispielsweise [am Kurt-Schumacher-Platz](https://www.tagesspiegel.de/berlin/dauergrun-fur-fussganger-aus-umweltsicht-bedenklich-so-will-berlins-neue-ampelchefin-die-signale-der-hauptstadt-umbauen-10083676.html?ref=loky.news) eine intelligente Anlage getestet, die auf das aktuelle Verkehrsaufkommen eingehen kann. Damit die einen guten Job machen kann, müssen allerdings auch die beteiligten Fahrzeuge die nötige Technik aufweisen. Die fehlt häufig noch. ### Was soll sich ändern? _This post is for subscribers only._ ### „Fußgänger:innen werden von der Ampelschaltung diskriminiert.“ URL: https://www.loky.news/fussganger-innen-werden-von-der-ampelschaltung-diskriminiert/ Last updated: 2026-01-08T14:58:40.000Z **Herr Professor Knie, wir haben in Berlin mehr Ampeln als jede andere europäische Großstadt. Wenn ich zu Fuß gehe oder als Fahrgast der M10 hinter den Autos herzuckele, habe ich das Gefühl, diese Ampeln sind alle gegen mich. Woher kommt dieser Eindruck?** **Andreas Knie:** Die Berliner Ampelanlagen sind, verglichen mit denen anderer Städte, sehr „dumm“. Einmal geschaltet, bilden sie nicht den real fließenden Verkehr ab, sondern reproduzieren immer wieder dieselbe Logik. Insofern spiegeln sie den Zustand der Digitalisierung in unserer Stadt wider. **Warum ist Berlin da weniger fortschrittlich als andere Städte?** **Andreas Knie:** Ampeln waren in Berlin über viele Jahrzehnte ausschließlich dazu da, den Autoverkehr zu optimieren. So sind sie bis heute geschaltet: Wir haben keine Vorrangschaltung für den öffentlichen Verkehr, für Busse oder Straßenbahnen, und keine Affinität für Radfahrende. Die Ampeln spiegeln das alte West-Berlin der 70er Jahre wider. **Liegt das auch daran, dass der Betrieb so lange in der Hand eines privaten Unternehmens war?** _This post is for subscribers only._ ### loky* mit Suppenaufruf und Riesenbezirk URL: https://www.loky.news/lok/ Last updated: 2026-01-31T13:00:39.000Z Ihr Lieben. Es ist so merkwürdig, gerade in Berlin zu wohnen. Die einen freuen sich über den Schnee und schaffen fantastische Figuren. Die anderen nehmen nachts ihre Handtasche mit ins Bett, weil sie sich in ihrem abgedunkelten Stadtteil vor Einbrüchen fürchten. Diese Gleichzeitigkeit von Schönheit und Not ist ein Phänomen dieser Stadt. Wenn ihr euch fragt, wie ihr helfen könnt, lest weiter. Aber genießt auch die Schneewesen! Denn es ist auch ein Trost, zu wissen, wie kreativ die eigenen Mitmenschen sind, findet ihr nicht? --- ## Wissen ### Hilfe für die Berliner:innen ohne Strom Wie können wir den Menschen im Südwesten der Stadt [in Zeiten des großen Stromausfalls](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/01/berlin-sueden-massiver-stromausfall-nikolassee-zehlendorf-wannsee-lichterfelde-verteilerstation-brand.html?ref=loky.news) helfen, fragen sich viele, die es gerade kuschelig warm haben (ich zum Beispiel). Erst am Donnerstag soll es wieder Strom und Wärme geben in den betroffenen Bezirken. Die [Emmaus-Gemeinde](https://www.ema-gemeinde.de/?ref=loky.news) ist eine gute Anlaufstelle für alle Unterstützungswilligen (U3 bis Onkel Toms Hütte). Sie bittet um Suppenspenden für jeweils 50 Personen und Kerzen. Vor Ort hängt auch ein Schwarzes Brett, um Schlafplätze zu vergeben. Mit Vergnügen hat bei [Instagram einen Aufruf](https://www.instagram.com/p/DTIossREqRu/?img%5Findex=1&ref=loky.news) online gestellt, unter dem Helfende und Hilfsbedürftige in den Kommentaren zusammenkommen können. ### Kampfansage gegen Verwaltungschaos und Müll Es war das Großprojekt der aktuellen Berliner Landesregierung aus CDU und SPD. Nun ist die Verwaltungsreform in Kraft. Sie soll dafür sorgen, dass Bezirke und Senat in Zukunft effizient zusammenarbeiten, statt sich wie bisher im Zuständigkeitschaos zu verhaken. Neben sauberen Schulen und mehr Verlässlichkeit bei den Bürgerämtern verspricht sie den Berliner:innen weniger Müll auf den Straßen und in Parks. Und schnellere Reaktionen, wenn [mal wieder eine Matratze auf dem Fußweg vor sich hin modert](https://www.loky.news/mull-pankow-ordnungsamt-app-bsr/). (Quelle: [Pressemitteilung der Senatskanzlei](https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1629938.php?ref=loky.news)) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2026/01/Schneeschnecke.png) Schneeschnecke ### Veganuary: Gastro-Tipps Wenn ihr euch dem Trend gemäß im Januar an veganer Ernährung versucht, kommen hier ein paar Tipps zum Einkehren: - [**Froindlichst**](https://www.froindlichst.com/?ref=loky.news)**, Winsviertel**: Full English Breakfast geht auch in vegan. - [**Nam Y Restaurant**](https://nam-y-restaurant.de/?ref=loky.news)**, Florakiez**: vegane vietnamesische Küche. - [**Die vegane Fleischerei**](https://vegane-fleischerei.de/?srsltid=AfmBOoqXMfKt5tKoEQJKkISDDRaPsp701bc0sM%5FSaAImF9s5IlGfh2%5FY&ref=loky.news)**, Kastanienallee**: bietet, wie der Name sagt: vegane Fleisch- und Wurstwaren. - [**Lucky Leek**](https://lucky-leek.com/?ref=loky.news), **Kollwitzkiez**: Gehobene vegane Menüs mit Bio-Weinbegleitung. - [**Cookies Cream**](https://cookiescream.com/de/?ref=loky.news)**, Mitte**: Fine Dining im Sternerestaurant. --- ## Weiteres Wissen im Schnelldurchlauf **Riesenbezirk:** Wäre Pankow eine eigene Stadt, wäre sie nach Leipzig und Dresden die drittgrößte Ostdeutschlands. Durch Wohnungsbau in Blankenburg, Buch und Co. wird der Bezirk noch größer. [Der Tagesspiegel plädiert daher für einen 13\. Bezirk](https://www.tagesspiegel.de/berlin/innerhalb-berlins-wachst-eine-neue-grossstadt-wir-brauchen-einen-13-bezirk--unter-einer-bedingung-15073483.html?ref=loky.news). Was denkt ihr? Sollte man Pankows Stadtrandquartiere in einen eigenen Bezirk auslagern? Wie könnte er heißen? Oder warum ist das eine schlechte Idee? Schreibt uns an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder direkt [in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). **Bahn-Baustellen 2026:** - Die Fernverkehrsstrecke nach Hamburg wird noch bis April saniert. - Der Bahnhof Alexanderplatz wird bis 2029 kernsaniert. Der Zugverkehr soll trotzdem rollen, Shops und Gastro aber schließen. - Ende März soll die neue [S21](https://www.berlin-s21.de/home.html?ref=loky.news) den nördlichen Ring direkt mit dem Hauptbahnhof verbinden. - Der Europaplatz beim Hauptbahnhof wird fahrradfreundlich umgebaut und bepflanzt. (Quellen: [berlin-s21.de](https://www.berlin-s21.de/home.html?ref=loky.news) und [Berliner Morgenpost](https://www.morgenpost.de/berlin/article410778647/grosser-ueberblick-ueber-bahn-baustellen-was-2026-auf-berliner-fahrgaeste-zukommt.html?ref=loky.news)) **Kampf gegen Ateliersterben:** Die Künstler:innen des Atelierhauses an der Prenzlauer Promenade stehen vor deutlich höheren Mieten, da die Stadt sie nicht mehr fördert. Um ihre Räume zu sichern, wollen sie diese genossenschaftlich kaufen. Dafür benötigen sie einen Erbbaurechtsvertrag mit dem Land Berlin und die Zustimmung des Abgeordnetenhauses. (Quelle: [Berliner Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article410741218/wie-kunstschaffende-meistern-wollen-was-dem-land-nicht-gelingt.html?ref=loky.news) und [Seite der Ateliergemeinschaft](https://www.atelierhausprenzlauerpromenade.de/die-kuenstlergemeinschaft-die-im-atelierhaus-an-der-prenzlauer-promenade-149-152-arbeitet-moechte-die-immobilie-mittels-eines-genossenschaftsmodells-uebernehmen/?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Neujahrsgruß URL: https://www.loky.news/loky-neujahrsgruss-2026/ Last updated: 2025-12-27T12:08:03.000Z _This post is for paying subscribers only._ ### loky* mit Verkehrs-News und Weihnachtsgruß URL: https://www.loky.news/loky-mit-verkehrs-news-und-weihnachtsgruss/ Last updated: 2025-12-23T09:36:39.000Z Ihr Lieben. Du weißt, dass du ein paar wilde Wochen hinter dir hast, wenn du den berühmten inneren Frieden in der vorweihnachtsgestressten Rushhour zwischen klingelnder Tram und Polizeieinsatz am U-Bahnhof Eberswalder findest. So ging es mir vor ein paar Tagen, als ich mit Kind auf der Hüfte der oben abgebildeten Straßenmusikerin lauschte. Falls sich jemand gefragt haben sollte, wer die irre Beseelte war, die da im Weg rumstand: Das war ich. In den vergangenen fünf Wochen haben wir aus loky\* ein Angebot gemacht, das neben dem Prenzlauer Berg neu auch Weißensee und Pankow abdeckt. Wir haben unserer Zweier-Team aus Philipp und mir um vier regelmäßige, freie Mitglieder erweitert. Und wir haben so viel getestet, ausprobiert, verworfen und angepasst, dass es uns manchmal fast aus der Umlaufbahn getragen hätte. Die guten Nachrichten: - Wir haben jetzt einen Plan für 2026\. Das wird super, freut euch! - Jetzt dürfen wir aber erstmal alle Pause machen. Also jetzt im Sinne von: nach dem Lesen dieses Newsletters. :-) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/Weihnachtsgarten-1.jpg) Pankower Vorgarten: Wo der Osterhase dem Weihnachtsmann schon im Nacken sitzt. --- ## Wissen ### Berlin macht neue Schulden Nichts sagt mehr "Fröhliche Weihnachten" als die Verabschiedung des Doppelhaushalts für das Land Berlin für die beiden Finanzjahre 2026 und 2027\. Das Berliner Abgeordnetenhaus hat das am vergangenen Freitag noch rasch erledigt. In den kommenden zwei Jahren möchte Berlin ca. 90 Mrd. Euro ausgeben, aber nur 80 Mrd. einnehmen – und dabei sind 1,2 Mrd. Euro zusätzlich aus dem Bundes-Sondervermögen für Investitionen schon eingerechnet. Die Lücke sollen neue Schulden füllen. Große Verbesserungen im Alltag (Stichwort Wartezeiten auf Bürgerdienste) sind trotzdem nicht zu erwarten. Das Geld wird gebraucht, weil alles teurer wird (danke Inflation!), auch Personal und Sozialleistungen. Gespart wird derweil an Kultur, Bildung und Sozialem. (Quellen: [Senatsverwaltung für Finanzen](https://www.berlin.de/sen/finanzen/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung.1628289.php?ref=loky.news), [RBB](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-24456.pdf?ref=loky.news), [Initiative Berlin ist Kultur](https://www.berlinistkultur.de/wp-content/uploads/2025/12/251218%5FPM%5FBIK%5FHH2627%5Ffinal.pdf?ref=loky.news)) --- ### Neue Fahrradstraße ab 2026 bzw. 2027 Was es konkret bedeutet, in einem Bundesland mit klammen Finanzen zu leben, lässt sich im Bezirk Pankow jeden Tag auf der Straße nachvollziehen. Die politischen Entscheidungen sind längst gefallen, dass die Saarbrücker und der durch Prenzlauer Berg verlaufende Teil der Schwedter Straße zwischen Schönhauser und Choriner\* Fahrradstraßen werden sollen. Doch an die Umsetzung macht sich der Bezirk frühestens 2026 bzw. 2027, so der aktuellste Stand. Es fehlt an Personal und Geld, um alle Aufgaben zügig zu erfüllen. Bei euch sorgt das für Frust. ### ... und wir können nichts tun Zu keinem Thema haben uns bei loky\* in diesem Jahr so viele Nachfragen von euch erreicht wie zum Planungsstand bei den Kiezblocks ([hier der aktuellste](https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-bargpt-fahrradstrasse-hufelandstrasse-kiezblocks/)). Auch hier hat die parlamentarische Mehrheit schon längst zugestimmt. Auf die Straße kommen die nötigen Poller dennoch nicht. In einem Anflug von Weihnachtswunder-Stimmung habe ich beim Pankower Stadtrat für Stadtentwicklung, Cornelius Bechtler (Grüne), angefragt, was Bürger:innen tun können, um den Prozess zu beschleunigen. Spenden? Praktische Hilfe? Petitionen? Die ernüchternde Antwort: nichts. Wenn man von der Suche nach dem Gespräch mit Kiezblock-skeptischen Menschen aus der Nachbarschaft absieht, um die Akzeptanz für diese Art der Verkehrsberuhigung zu erhöhen. Der Planungsprozess sei komplex. Spenden brächten nichts, da der Bezirk sie in seinem Haushalt nicht verbuchen könne. Dafür will man sich persönlich dem Frust stellen und im kommenden Jahr zu einem Gespräch einladen. Reden kostet nichts. Gewinnen kann man aber Verständnis. *\*Der bereits zur Fahrradstraße umgewidmete Teil der Schwedter Straße zwischen Choriner und Bernauer Straße gehört zum Bezirk Mitte, der keinen Antrags- und Planungsstau vor sich herschiebt. Warum eigentlich nicht? Dem gehen wir im nächsten Jahr auf den Grund.* (Quellen: [Kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-24455.pdf?ref=loky.news), [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article409511404/fahrradstrasse-in-berlin-neuer-50-meter-stummel-hier-zieht-pankow-mit-mitte-gleich.html?ref=loky.news), [Entwicklungsstadt](https://www.entwicklungsstadt.de/fahrrad-infrastruktur-in-der-warteschleife-pankows-langwierige-planungen/?ref=loky.news), loky\*-Anfrage beim Bezirk) --- ## Weiteres Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/strassenbahnneubaustrecke-tangente-pankow.webp) Bild: SenMVKU, Hintergrundkarte: Geoportal Berlin **Tram-Tangente:** Die neue, 5 Kilometer lange Tramverbindung zwischen Pankow und Weißensee soll 2031 an den Start gehen. Die Planungen laufen derzeit; 2027 sollen alle Genehmigungen vorliegen. Die Bahn soll getrennt vom Autoverkehr auf grünen Gleisen fahren, um nicht im Stau zu stehen, und das am Pankower Tor geplante [Neubaugebiet mit 2000 Wohnungen](https://www.loky.news/rangierbahnhof-pankow-ein-lehrstuck-der-berliner-stadt-nicht-entwicklung/) anschließen. (Quellen: [Kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-24456.pdf?ref=loky.news), [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/strassenbahn-anschluss-fur-neues-stadtquartier-so-soll-eine-neue-tramlinie-in-berlin-pankow-den-stau-uberwinden-15061179.html?ref=loky.news), [Projektwebsite](https://www.berlin.de/sen/uvk/mobilitaet-und-verkehr/verkehrsplanung/oeffentlicher-personennahverkehr/projekte-in-umsetzung/pasedagplatz-s-u-bahnhof-pankow/?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Baustopp, Ghosting und Schulsport bei 4 Grad. URL: https://www.loky.news/baustopp-ghosting-und-schulsport-bei-4-grad/ Last updated: 2026-01-31T13:03:36.000Z Ihr Lieben. Neben Baustellen und Müll sind baufällige, nicht gebaute oder im Bau verzögerte Sporthallen ein Evergreen in unseren loky\*-Newslettern. Auch ihr habt oft Fragen dazu. Heute bekommt ihr daher den Rundumschlag: Was ist los mit den Schulsporthallen in Pankow?! --- ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/jorgen-hendriksen-kq5jjsAfR30-unsplash.jpg) ## Warum ist das wichtig? Kinder in Deutschland bewegen sich jetzt schon zu wenig. [Eine Stunde täglich wäre gesund.](https://www.bpb.de/themen/bildung/dossier-bildung/550511/wie-bewegung-den-lernprozess-unterstuetzt/?ref=loky.news) Denn Sport baut Stress ab und fördert die Konzentrationsfähigkeit und die neuronalen Verbindungen im Hirn. Wer Sport macht, kann also besser lernen. Und wer Sport früh im Leben integriert, bleibt auch im Alter eher dran. Daher haben Schüler:innen ein Recht auf Sportunterricht (oder die Pflicht dazu, je nachdem). Sind die Hallen gerade unbenutzbar, sind das Training draußen auf dem Fußballplatz – [auch bei 4 Grad Celsius](https://www.rosa-luxemburg-gymnasium.de/kalt-aber-sportlich/?ref=loky.news) – oder in Ersatzhallen Notlösungen. Betonung auf "Not". Zudem ist die Lage der Schulhallen nicht nur für Schulkinder ein Problem. Auch für Vereinssport, der viel in Schulsporthallen stattfindet, wird der Raum knapper und erfordert oft längere Anfahrtswege. Wer sein Grundschulkind wöchentlich zum Sport nach Hohenschönhausen begleitet, kennt das Phänomen. ## Der Überblick Regelmäßige Leser:innen könnten glauben, dass jede Pankower Sporthalle kurz vor dem Zusammenbruch steht. Tatsächlich werden gerade viele gebaut oder repariert; 2024 galt [ jede fünfte Schulsporthalle als sanierungsbedürftig](https://www.linksfraktion-pankow.de/fileadmin/pankow/bvv/Kleine%5FAnfragen%5FAntworten/KA-0834-IX%5FAntwort.pdf?ref=loky.news). Abhelfen soll die Berliner Schulbauoffensive: ein Riesenprojekt, um Schulen besser auszurüsten. In ganz Berlin wurden darüber seit 2017 bereits 60 neue Sporthallen gebaut. Auch in Pankow ist einiges los; in diesem Jahr eröffnete man Hallen am[ Felix-Mendelsohn-Bartholdy-Gymnasium](https://www.berlin.de/schulbau/aktuelles/2025/pankow-neue-sporthalle-am-felix-mendelsohn-bartholdy-gymnasium-feierlich-eroeffnet-1531986.php?ref=loky.news) im Bötzowkiez, an der [Panke-Schule](https://www.berlin.de/schulbau/aktuelles/2025/pankow-neue-barrierefreie-sporthalle-fuer-die-panke-schule-mit-sportlichem-gesang-eroeffnet-1601489.php?ref=loky.news) am Pankower Schlosspark und an der [Grundschule im Blumenviertel](https://www.berlin.de/schulbau/aktuelles/2025/pankow-sportliche-eroeffnung-der-neuen-typensporthalle-der-grundschule-im-blumenviertel-1550865.php?ref=loky.news). Doch es bliebt viel zu tun. ### Hier werden neue Sporthallen gebaut - Die **Tesla-Schule** am Velodrom wartet [seit über 14 Jahren](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article237516015/Tesla-Schule-wartet-zwoelf-Jahre-auf-Sanierung.html?ref=loky.news) auf eine neue Halle. In diesem Jahr ist zumindest die alte Halle endlich [abgerissen worden](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/nach-13-jahren-wartezeit-schule-in-prenzlauer-berg-erhalt-neue-sporthalle-13448899.html?ref=loky.news). Die Schüler:innen trainieren derweil in einer [alten Gemüsehalle](https://www.entwicklungsstadt.de/tesla-schule-in-prenzlauer-berg-neubau-der-sporthalle-beginnt/?ref=loky.news), in die es reinregnet. Senat und Bezirk schieben sich laut [Brandbrief der Eltern](https://static1.squarespace.com/static/63c9885a0783eb2d5e39e48b/t/63c9942b09d03a0df2461cb4/1674155051964/Bauskandal+an+der+Tesla.pdf?ref=loky.news) gegenseitig die Schuld für die Verzögerung zu. - Die **Grundschule Wilhelmsruh** in der Lessingstraße hatte eine desolate Halle, die [2024 abgerissen](https://www.spd-pankow.de/meldungen/grundschule-wilhelmsruh-bekommt-2025-neue-sporthalle-rosenthal-noch-in-der-warteschleife/?ref=loky.news) wurde. [Als beim Abriss Schadstoffe gefunden wurden, folgte ein Baustopp.](https://www.instagram.com/p/C9euskhAQSH/?ref=loky.news) Nachdem der Schutt für eine Extramillion Euro entsorgt wurde, geht es jetzt weiter. Geplante Fertigstellung: 2026. - Die Halle der **Grundschule am Wasserturm** in Heinersdorf soll Anfang 2026 fertig sein. Eigentlich war [2021 ](https://www.linksfraktion-pankow.de/drucksachen/anfragen/detail/news/neubau-sporthalle-grundschule-am-wasserturm/?ref=loky.news)geplant, dann [Oktober 2024](https://dennis-buchner.de/files/2024/07/Bauma%C3%9Fnahmen-an-der-Grundschule-am-Wasserturm.pdf?ref=loky.news). Erst war angeblich der Denkmalschutz Schuld, dann musste das Projekt (Überraschung!) auch noch europaweit ausgeschrieben werden. - In der Lindenbergerstraße in Niederschönhausen wird eine **neue Grundschule** gebaut. Diese sollte eigentlich schon stehen, [inklusive Halle](https://www.linksfraktion-pankow.de/fileadmin/pankow/bvv/Kleine%5FAnfragen%5FAntworten/KA-0834-IX%5FAntwort.pdf?ref=loky.news), die sie sich mit der **Konrad-Duden-Schule** teilen wird. Jetzt wurde die Fertigstellung von 2025 auf 2026 verschoben. - Endlich mal gute Neuigkeiten: Der Hallenneubau der **Gustave-Eiffel-Schule** in der Michelangelo-Siedlung verläuft planmäßig und soll [Ende 2026](https://www.agn.de/artikel/ansicht/gustave-eiffel-schule-berlin-spatenstich-fuer-sporthalle?ref=loky.news) fertig sein. ### Hier werden Sporthallen saniert - Wie die Sanierung der gesamten **Grundschule am Weißen See** hängt auch die der dazugehörigen Sporthalle – seit dem Baubeginn 2018\. Spätestens zu den [Osterferien 2026](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1609146.php?ref=loky.news) soll alles fertig sein. - Das **Gymnasium am Europasportpark**, Kniprodestraße, galt lang als [marodeste Schule Pankows.](https://www.berliner-kurier.de/berlin/diese-broeckelnden-schulen-in-pankow-werden-saniert-li.2283000?ref=loky.news) Derzeit wird alles neu gemacht; die komplette Schule ist dafür nach Wilhelmsruh umgezogen und heißt jetzt Inge-Deutschkron-Gymnasium. 2027 geht es frühestens zurück. - Das **Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium** hat in der [Dietrich-Bonhoeffer-Straße ](https://www.berlin.de/schulbau/aktuelles/2025/pankow-neue-sporthalle-am-felix-mendelsohn-bartholdy-gymnasium-feierlich-eroeffnet-1531986.php?ref=loky.news)bereits eine neue Halle erhalten. [Die alte](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-22126.pdf?ref=loky.news) in der Eugen-Schönhaar-Straße wird derweil saniert. - Umfassend instand gesetzt wird dieSporthalle der **Homer-Grundschule** im Bötzowkiez. Sie steht unter Denkmalschutz, sonst wäre wohl auch da ein Neubau angebracht. Geplanter Baubeginn: 2026. - Die Arbeiten an der **Grundschule an den Buchen** in Niederschönhausen sollen 2027 starten. - Mit der Sanierung der im Bötzowkiez gelegenen **Heinrich-Roller-Grundschule** samt Halle ist erst [ab 2032](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-22126.pdf?ref=loky.news) zu rechnen. Wo gebaut wird, kommt es zu Verzögerungen. Was läuft schief? Wir schauen uns mal zwei Beispiele genauer an. ## Beispiel 1: Reinhold-Burger-Schule 2018 sollt die Sporthalle ursprünglich fertiggestellt sein; zuletzt wurde immer noch daran gebaut. Bis Ende November plötzlich ein [Baustopp verhängt](https://www.loky.news/hey-pankow-mit-grossbaustelle-wollankstrasse-und-leckerem-stollen/) wurde: Die Baukosten waren von 14 auf 28 Millionen Euro gestiegen, von denen dem Land Berlin 8 Millionen fehlten. Jetzt steht die Halle bei einem fast fertigen Außenbau ungenutzt herum, mitten im Winter. Das beschäftigt auch unsere Leserin Anne, deren Kinder zur Reinhold-Burger-Schule gehen und seit Jahren nur noch einmal die Woche Sportunterricht haben. _This post is for subscribers only._ ### loky*-News mit Party-Brücke, Park-Gastro und Prater URL: https://www.loky.news/loky-news-mit-party-brucke-park-gastro-und-prater/ Last updated: 2025-12-16T09:59:39.000Z Guten Morgen, ihr Lieben! Wie bewegt ihr euch am liebsten im Kiez? Ich bin Hardcore-Fußgängerin – und damit offenbar Teil eines Trends. Berlin ist nämlich gar nicht mehr die Auto-Stadt, für die uns manche halten. Ganze [34 Prozent ](https://www.berlin.de/sen/uvk/mobilitaet-und-verkehr/verkehrsdaten/zahlen-und-fakten/mobilitaet-in-staedten-srv-2023/?ref=loky.news)aller Wege legen wir inzwischen zu Fuß zurück. In meinem Viertel fühle ich mich dabei allerdings oft ausgebremst. Das liegt an den Ampelschaltungen. Kennt ihr das? Ihr steht an einer roten Ampel, weit und breit kein Auto, und wartet... und wartet. Oder ihr fangt schon an zu sprinten, während die Ampel noch umschaltet, um nicht auf der Mittelinsel zu stranden. Ich recherchiere gerade, warum das so ist, und würde mich über euren Input freuen. Wo sind eure absoluten Endgegner unter den Ampeln? Aber auch: Wo gibt es Ampeln, die uns Fußgänger:innen lieben? Schreibt mir, gerne mit Standort, kurzer Begründung und ggf. Foto, an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder [direkt in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). Wir packen alles in einen Themen-Newsletter. Bis dahin, bleibt in Bewegung. Und nun zu den News. --- ## Wissen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/IMG_9463.jpg) Das Kissingstadion in Pankow. **Rechtsextreme Sportgruppen trainieren nun anderswo** Aktuell nutzen keine Rechtsextremen Pankows Sportplätze für ihr Kampfsporttraining – zumindest, soweit das Bezirksamt davon weiß. Vor einem Jahr trainierten Mitglieder der rechtsextremen Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ und ihrer Nachwuchsorganisation „Nationalrevolutionäre Jugend“ (NRJ) auf der Sportanlage Rennbahnstraße in Weißensee sowie im Pankower Kissingstadion. Nach massivem Protest und diversen Gesprächsrunden hat der Sportverein die Radikalen rausgeworfen und das Problem so gelöst. “Das Bezirksamt kann und wird keine Personen aufgrund ihrer Gesinnung oder vermuteten politischen Haltung von der Nutzung öffentlicher Sportanlagen ausschließen”, erklärte Pankows Sportstadtrat Jörn Pasternack (CDU). Dazu fehle die Rechtsgrundlage. In der Hausordnung der Anlagen wurde aber u.a. das Tragen verfassungsfeindlicher Symbole verboten. (Quelle: [Tagung der BVV Pankow](https://www.youtube.com/watch?v=TZwm0d4OTS4&ref=loky.news)) --- ## Eure Fragen _This post is for subscribers only._ ### Wird die Schönfließer zur Party-Brücke? URL: https://www.loky.news/wird-die-schonfliesser-zur-party-brucke/ Last updated: 2025-12-15T13:33:02.000Z Mit dem Neubau kommt die Angst der Nachbarschaft, dass in Prenzlauer Berg die nächste Admiralbrücke entsteht. _This post is for subscribers only._ ### Wann gibt es wieder ein Café im Bürgerpark? URL: https://www.loky.news/wann-gibt-es-wieder-ein-cafe-im-burgerpark/ Last updated: 2025-12-15T13:33:22.000Z Das alte Café Rosengarten steht seit 2024 leer. _This post is for subscribers only._ ### Kiez-News mit Hunden, Hochhaus und Hummus-Geruch URL: https://www.loky.news/kiez-news-mit-hunden-hochhaus-und-hummus-geruch-pankow-prenzlauerberg-weissensee/ Last updated: 2026-01-31T12:59:32.000Z Ihr Lieben. Ich bin erst als Erwachsene nach Berlin gezogen. Doch als Kind wusste ich genau drei Dinge über diese Stadt: 1. Sie ist die deutsche Hauptstadt. 2. Es gab mal eine Mauer, die niemand überqueren durfte. 3. Überall liegt Hundescheiße. Nachdem ich Jahre später innerhalb einer Woche zweimal durch ebensolche gelatscht war, habe ich einen Mann mal darauf angesprochen, warum er den Haufen seines Hundes einfach liegen ließ. Seine Ausreden reichten von der Unfähigkeit, sich zu bücken (Gegenfrage: Wie füttern Sie dann Ihren Hund?) über den allgemeinen Dreck im Kiez, weshalb der Hundehaufen auch egal sei (aber der kategorische Imperativ!) bis hin zu den türkischen Jugendlichen, die, wenn man es genau betrachte, doch an allem Schuld seien (Alles klar, keinen schönen Abend noch). Aus [unserer Umfrage zu den für euch wichtigen Themen](https://tally.so/r/aQQlvy?ref=loky.news) wissen wir: Hunde? Interessieren euch auch. Wir haben da mal was für euch vorbereitet: --- ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/Geht-ein-Hund-zum-Metzger-3-1-1.jpg) Wie lange dauert es, bis man hier bedient wird?! ## Eure Fragen zu: Hunden im Kiez “Ich hab das Gefühl, dass die Zahl der Menschen mit Hund immer weiter zunimmt. Ist das tatsächlich so, oder ist das selektives Wahrnehmen? :-)”, schrieb jemand von euch in unserer loky\*-Umfrage. ### Hunde in Zahlen Tatsächlich nimmt die Zahl der Hunde im Kiez[ seit Jahren zu](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-22262.pdf?utm&ref=loky.news). - Beim Finanzamt Prenzlauer Berg waren bis Ende September 143, in Pankow/Weißensee sogar 365 Hunde mehr als 2024 angemeldet. - Im Bezirk Pankow leben inzwischen über 15.000 Hunde. - Den großen Boom gab es während der Pandemie. 2021 und 2022 standen in ganz Berlin 7000 Hunde mehr als im Vorjahr im Hundesteuerregister. Aktuelle Zahl für ganz Berlin: 132.000. - Nicht jede:r meldet den Hund beim Finanzamt an, auch wenn das natürlich Hundesteuerhinterziehung ist. Die Zahlen sind also nur Annäherungen. 0:00 /0:14 1× Dieser Hund kann Pinkel-Ballett. ### Was bedeutet der Hundezuwachs für den Kiez? Die neue Situation fordert alle heraus, ob mit oder ohne Hund. Aus der Umfrage wissen wir, dass ihr euch vor allem über das ärgert, was liegenbleibt: - "Hunde-Urin an der Hausfassade, Hundekot von Schuhen wird an der Fassade abgestrichen." - "Müllabfuhr oder Bewohner:innen tragen ihn in den Hausflur." Ihr seht aber nicht nur die Hundebesitzer:innen in der Pflicht: - Es fehle an Auslaufflächen für den steigenden Bedarf, "obwohl wir, die Besitzer, Hundesteuer bezahlen". ### Mögliche Lösungen und ein Hundetrainer-Rat Der Mangel an Hundewiesen ist ein Problem. [Schon 2022 sollte der Bezirk Pankow neue Auslaufgebiete bekommen.](https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-bvv-afd-bvg-fex-und-lgbtq/) Standorte wurden geprüft, acht sogar für gut befunden. Dann fiel auf, dass für Einrichtung und Unterhalt das Geld fehlte – trotz Hundesteuer. Die ist nämlich nicht zweckgebunden, sondern soll die [Zahl der Hunde in Städten](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Glossareintraege/H/hundesteuer.html?view=renderHelp&ref=loky.news) begrenzen. 🐕 In Preußen hieß die Hundesteuer noch Luxussteuer, weil Hunde als Statussymbol galten. Deshalb muss man auch bis heute seine Katze nicht besteuern, weil die als Schädlingsbekämpferin galt. Wohin dann mit dem Hund? Hundetrainer Marcel Gruner aus Pankow sagt: _This post is for subscribers only._ ### Kiez-News mit Hotelkonflikt & Poller-Premiere URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-kiez-news-mit-bollerverbot-gls-hotel/ Last updated: 2025-12-09T05:30:57.000Z Hey, Prenzlauer Berg, ihr seid um drei Poller reicher. "Jippie", schreibt uns eine Leserin, die ungenannt bleiben möchte. Auch Leser Janis freut sich über die lang ersehnten "Modalfilter" vor der Gethsemanekirche, die aus der Stargarder eine echte Fahrradstraße machen und Durchgangsverkehr aussperren sollen. Aber nicht alle sind happy. In den knapp fünf Minuten, in denen ich kniend auf der Straße hockte, um ein geeignetes Pollerbild zu machen, rauschten zwei Paket-Autos auf mich zu – nur um dann sichtlich genervt den neuen Wendehammer zu nutzen. Der wiederum war noch von parkenden Autos besetzt, die wiederum gerade von Ordnungsamt-Mitarbeitern fotografiert und bearbeitet wurden. Ihr seht, da war richtig Action ;) . Aber: Der Fahrradverkehr lief fließend und man kann schön auf der Straße chillen und Pollerbilder knipsen. Und viel autoruhiger war es natürlich auch. Soviel zu meinen fünf Minuten mit den neuen modalen Filtern. Wie findet ihr die Pollerlösung? Wo braucht es noch Poller? Und welchen Themen sollen wir uns jetzt widmen, da das endlich geklärt ist? Schreibt uns an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder[ direkt in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). --- ## Wissen ### **Hotel-Neubau-Konflikt** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-08-um-12.35.53.png) Betonstop.de is down. Auf dem GLS-Campus in der Kastanienallee [soll ein neues Hotel entstehen](https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-loky-gls-hotel-gelbhaar/). Anwohner:innen machen dagegen mobil und hatten dazu die Website [betonstop.de](http://betonstop.de/?ref=loky.news) eingerichtet, die aber gerade offline ist. _This post is for subscribers only._ ### Kiez-News mit Böllerverbot, Baumbrand & Begegnungsstätte URL: https://www.loky.news/pankow-kiez-news-mit-bollerverbot-baumbrand-begegnungsstatte/ Last updated: 2025-12-09T05:30:34.000Z Ihr Lieben, die besten Wintertage sind die, an denen die Sonne ein unerwartetes Comeback gibt. Wenn Menschen nicht mehr hetzen, sondern schlendern und ihr blasses Gesicht in die Strahlen halten. Ein bisschen Wärme spüren, ein bisschen Licht tanken für dunklere Zeiten – in denen Denkmäler brennen und die Politik sich nicht einigen kann, wie viel Böllerverbot es denn nun sein darf. Doch lest selbst. --- ## Wissen ### **1**/2 Böllerverbot Das Ordnungsamt Pankow hat das Knallen von Böllern – oder wie es im Amtsdeutsch heißt: “pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F2 mit ausschließlicher Knallwirkung” – eingeschränkt und nur vom Silvestertag, 18 Uhr, bis Neujahr, 7 Uhr, erlaubt. Ein vollständiges Feuerwerksverbot müsste der Bund durchsetzen, will er aber gerade nicht, wie die Innenministerkonferenz am Freitag ergeben hat. (Quellen: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1623116.php?ref=loky.news), [RBB](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/12/berlin-boellerverbot-innenminister-uneinig.html?ref=loky.news)) ### Historischer Baumbrand Mehrere Stunden war die Feuerwehr am Freitagvormittag damit beschäftigt, eine unter Denkmalschutz stehende, 250 Jahre alte, brennende Platane im Schlosspark Schönhausen zu löschen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. (Quelle: [Feuerwehr Berlin](https://www.berliner-feuerwehr.de/aktuelles/einsaetze/brand-eines-naturdenkmals-in-niederschoenhausen-5120/?ref=loky.news), [BZ](https://www.bz-berlin.de/polizei/brand-baum-niederschoenhausen-denkmal?ref=loky.news)) --- ### Weiteres Wissen im Schnelldurchlauf **Begegnungsstätte bleibt**. Die Senior\*innen der Begegnungsstätte “Stille Straße 10” dürfen vorerst in ihrem Haus bleiben. Die Volkssolidarität e.V. konnte die Förderung aufgrund von Kürzungen nicht mehr leisten. Der eigene Förderverein will sich jetzt um die Finanzierung kümmern. (Quelle: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article410597379/erfolg-fuer-stille-strasse-berliner-senioren-duerfen-bleiben.html?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Kiez-News mit Plauderstunde zum Wild-Bade-Ende URL: https://www.loky.news/weissensee-kiez-news-mit-weisser-see-hecke-bollerverbot-pankow/ Last updated: 2025-12-09T05:30:13.000Z Ihr Lieben. Seid ihr bereit für ein bisschen Pathos? Klar, ist ja Weihnachten; da ist man eh leicht salbungsvoll drauf. Also: Das Wichtigste bei loky\* sind nicht die Nachrichten und Themen. Das Wichtigste, das seid ihr, unsere Leserschaft. Denn egal, was wir hier machen. Wenn es an euren Wünschen und Bedürfnissen vorbeigeht und ihr keine Lust habt, loky\* zu lesen, dann macht unsere Arbeit wenig Sinn. Man kennt das System von Tante Adelheid, die die Lederhandschuhe zu Weihnachten in bester Absicht kaufte. Leider missachtend, dass ihre Nichte seit Jahren Veganerin ist. Aus diesem Grund ist loky\* heute kürzer als in den vergangenen Wochen. Gut? Schlecht? Und was sollten wir sonst noch unbedingt wissen und beachten? Schreibt uns gerne an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder [direkt in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). --- ## Wissen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/Wei--erSee.jpeg) ### Sanierung am Weißen See mit Redebedarf Die Ufersanierung am Weißen See läuft. Gerade wird das erodierende Ufer befestigt und mit einer riesigen Totholz-Hecke umschlossen, die Pflanzen und Tierwelt in Zukunft schützen soll. Auch der Bau der neuen Seebalkone als Aussichtsplattformen wird vorbereitet. Das bedeutet: Wildbaden und auch das entspannte Abhängen in den Ufernischen fallen in Zukunft aus. Verboten war es schon immer – um die Uferbereiche zu schützen, aber auch aus Sicherheitsgründen. Nachdem zuletzt Menschen im Weißen See um Leben gekommen sind, möchte man das Verbot nun mit Heckenhilfe durchsetzen. Fragen? Fragen! **Am heutigen Dienstag, 14 bis 15 Uhr, lädt der Bezirk zur Ufer-Sprechstunde an der Plauderbank** (Achtung: die steht aktuell im nordöstlichen Bereich). Einfach vorbeikommen. Bei zu fiesem Wetter wird der Termin nachgeholt. (Quellen: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/neues-ufer-bollwerk-am-weissen-see-hier-wird-berlins-beliebteste-illegale-badestelle-abgeriegelt-15006419.html?ref=loky.news), [Bezirksamt Pankow](https://mein.berlin.de/projekte/parkweissensee/veranstaltung/ufer-sprechstunde/?ref=loky.news)). ### Weitere News im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/StettnerB--ro.jpg) **Wahlkreisbüro beschmiert.** Dirk Stettner ist nicht nur Vorsitzender der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, sondern hat auch seinen Wahlkreis in Weißensee. Am Freitagfrüh bemerkten Mitarbeitende Schriftzügen wie "Ihr zerstört das Stadtbild. Verpisst euch" oder "RIP Walter Lübcke" auf der Fassade des Wahlkreisbüros am Pistoriusplatz. Sein Büro hat die Polizei eingeschaltet. Stettner selbst schickte aus Zeitgründen statt eines Statements den Link zu einem Social-Media-Post mit Verweis auf das am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedete, neue Polizeigesetz, das die Hürden zur Videoüberwachung öffentlicher Plätze sowie das Überwachen von Telefonen und Computern senkt. "Vergesst es, ihr Extremisten! Wir haben gerade das effizienteste Polizeigesetz Deutschlands beschlossen und werden gegen Extremisten jeglicher Couleur vorgehen", schreibt dort Stettner. (Quelle: loky\*-Recherche, [RBB](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/12/berlin-abgeordnetenhaus-neues-polizeigesetz-beschlossen.html?ref=loky.news),[ X](https://x.com/DirkStettner/status/1996914139881787569/video/3?ref=loky.news)). _This post is for subscribers only._ ### 10 ultimative Tipps für die Weihnachtszeit bei uns URL: https://www.loky.news/10-ultimative-tipps-fur-die-weihnachtszeit-bei-uns/ Last updated: 2025-12-07T17:55:04.000Z Ihr Lieben. Du weißt, dass dieses Weihnachten unumgänglich vor der Tür steht, wenn du an einem Mittwochmorgen, kurz vor sieben, am BER aufs Klo gehst und dich nach wenigen Tönen der Hintergrundmusik fragst: Ist das wirklich "Kommet, ihr Hirten?" Ja, war es. Denn zu nichts pinkelt es sich schöner als zu den Zeilen "Christus, der Herr, ist heute geboren, den Gott zum Heiland euch hat erkoren. Fürchtet euch nicht". Ebenfalls ja, ich schäme mich sehr wegen des Fluges und schreibe diese Zeilen im Zug auf dem Rückweg aus Wien, wo ich loky\* interessanten Medien-Menschen vorstellen durfte. Und ja, ja, ja: Dies ist ein Weihnachtspost mit den besten Tipps der loky\*-Redaktion, der – versprochen – keinen Ton der Band mit W. am Anfang enthält, dafür aber Infos fürs Team "Stirb Langsam IV", das an Weihnachten nur eins mag: endlich freie Parkplätze! --- ### 1\. Sing it all out! Das Beste am weihnachtlichen Kirchenbesuch ist das Schmettern von "Stille Nacht, heilige Nacht", der Weg zum Unions-Weihnachssingen an der Wuhlheide aber zu weit? Bitteschön: - Weihnachtssingen im Kesselhaus (14.12, 16 Uhr, [mehr](https://www.kesselhaus.net/de/calendar/-OZmy1tX0pzfjjxtVu6Y?ref=loky.news)) - Offenes Weihnachtssingen an der Marie im Winskiez (18.12., 19 Uhr, [mehr](https://www.tomatenklang.de/winskiez-singt-mit-offenes-weihnachtssingen/?ref=loky.news)) - Rudelsingen im Peter Edel (21.12., 16 Uhr, [mehr](https://tickets.rudelsingen.de/event/das-advents-rudelsingen-2025-in-weiensee-tmxez4?ref=loky.news)) ### 2\. Schlittschuhlaufen im Lichterwald Was macht man als Lichtkünstler, damit die interaktive Installation winterlich wird? Man baut eine Schlittschuhbahn drunter. Sieht so krass aus, dafür kann man auch mal nach Lichtenberg fahren (Dark Matter Berlin, bis 15.2., [mehr](https://www.darkmatter.berlin/winterlights-25?ref=loky.news)). ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/DARK-MATTER-Forest-Winterlights-25-72dpi_04.jpg) Foto: Dark Matter Berlin. ### 3\. Besondere Kinder beschenken Erfüllt Kindern, die besondere Unterstützungsbedarfe haben, ihre weihnachtlichen Buchwünsche und werdet in einer der Buchbox-Filialen Buchpat:in. Für jedes Kind hängt ein Zettel am Weihnachtsbaum. Sucht euch einen aus und bezahlt den gewünschten Titel an der Kasse. Ihr könnt dem Kind auch einen Gruß dazu schreiben. Die Buchbox-Crew verpackt dann alles für euch ([mehr](https://www.buchboxberlin.de/event-calendar/charity-aktion-leuchtende-kinderaugen-0?srsltid=AfmBOooKvXhgfevQDJgnmK19TEdnEF1%5FUN3S6KBu2RB8%5F%5FeSARvjd-6L&ref=loky.news)). Auch die Kinder im Kinder- und Jugendhospiz Sonnenhof haben Weihnachtswünsche. Die kann man sich vom Baum im Foyer im Pankower Rathaus pflücken und die Geschenke dann unverpackt im Büro der Bürgermeisterin abgeben ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1619682.php?ref=loky.news)). ### 4\. Weihnachtsmarkt-Hopping - Heute ist noch Gelegenheit zum Tripp zum **Pankower Adventsmarkt in den Heynhöfen**: Im alten Gewerbehof gibt es Livemusik zu Glühwein und Grillpfanne, lokale Keramik und Pankower Honig, und der Weihnachtsmann schaut auch vorbei (7.12., 11 bis 19 Uhr, Heynstraße 16). - Workshops, Streetfood, lokale Maker:innen beim **Weihnachtsrodeo-Weihnachtsmarkt** im Colosseum (13./14.12., 12 bis 20 Uhr, [mehr](https://www.weihnachtsrodeo.de/?ref=loky.news)). - Foodtrucks, Design und gemeinsames Singen auf dem **Wintermarkt** am Flughafen Tempelhof (12\. bis 14.12., Fr. 15 bis 20, Sa/So 12 bis 20 Uhr, [mehr](https://www.thf-berlin.de/aktuelles/veranstaltungen/veranstaltung/winter-am-thf-wintermarkt-12-1412?ref=loky.news)). - An allen Adventssonntagen ist von 12 bis 19 Uhr **Advents-Ökomarkt** am Kollwitzplatz ([mehr](https://www.grueneliga-berlin.de/themen-projekte2/oekomarkt/adventsoekomarkt-2/?ref=loky.news)). - Den neuen **Weihnachtsmarkt im Prater** an der Kastanienallee [kennt ihr ja schon](https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-fahrradstrasse-stargarder-poller-weihachtsmarkt-prater/). Nicht? [Mehr](https://www.pratergarten.de/biergarten?ref=loky.news). ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/Lucia.jpg) Klassiker Kulturbrauerei. ### 5\. Weihnachtsbaum selbst schlagen _This post is for subscribers only._ ### Zu verschenken! :) Vermüllung im Kiez URL: https://www.loky.news/mull-pankow-ordnungsamt-app-bsr/ Last updated: 2025-12-10T13:19:05.000Z Guten Morgen, zusammen! Manche Fragen im Leben brauchen einfach mehr als 50 Worte, um sie zu beantworten. So etwa die von unserem Leser Julius, der wissen wollte: "Warum vermüllt unser Kiez eigentlich immer mehr, obwohl hier doch alle so umweltbewusst sind?" Über Gründe und Lösungen habe ich mit dem Kriminologen Marc Coester gesprochen. Und ich habe mir angeschaut, wie die App Ordnungsamt-Online funktioniert. Beides lest ihr weiter unten – in unserem ersten Themen-Newsletter. Der kommt in Zukunft regelmäßig, mit größeren Recherchen und längeren Geschichten. Habt ihr ein Wunsch-Thema dafür? Schreibt uns gerne an [redaktion@loky.news](https://www.loky.news/r/3f44b556?m=4a939871-2865-4efb-abef-e15bfae1609e) oder [direkt in unseren Briefkasten](https://www.loky.news/r/c60eb920?m=4a939871-2865-4efb-abef-e15bfae1609e). --- ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/IMG_7422-2-1.JPG) Berliner Pflaster ist nichts für Müllmimosen. ## **Weg da! Aufräumen mit der OA-App** *Ob Möbelreste oder Elektroschrott: Mit der App des Ordnungsamts kann man illegalen Müll einfach wegzappen. Ein Erfahrungsbericht.* In der Schwedter Straße liegt ein Kühlschrank auf dem Gehweg. Verdengelt, aber wohl bis gestern noch Teil von irgendjemandes Küche. Armes Ding, einfach ausgesetzt. An der Granseer Straße ragt ein Lattenrost aus einer Hecke, wie das gebrochene Rückgrat einer einst intakten Zivilisation. Ich könnte weitergehen, doch ich hole mein Handy raus: Ordnungsamt-App öffnen, Foto machen, Standort markieren, absenden – keine halbe Minute. Und es macht mir Laune, die schiefen Bürostühle und fleckigen Matratzen, die immer häufiger im Kiez auftauchen, auf ihre letzte Reise zu schicken. Die App des Ordnungsamts ist mein Pokémon Go. Braucht es das? 2024 mussten in Berlin rund [54.000 Kubikmeter](https://www.berlin.de/aktuelles/9822754-958090-bsr-startet-neue-kampagne-fuer-mehr-saub.html?ref=loky.news) illegal abgeladenen Müll entsorgt werden. Darin stecken auch Bauabfälle, doch umgerechnet auf Privathaushalte wären das etwa 77.000 Matratzen oder 860.000 ausgemusterte Drucker. Kosten für die Stadt: [10,3 Millionen Euro](https://www.dw.com/de/steht-die-zu-verschenken-kultur-in-berlin-vor-dem-aus-illegaler-muell-bu%C3%9Fgelder-recycling-v3/a-74214265?ref=loky.news). Tendenz steigend. **App dafür!** Natürlich ist es nicht die App, die diesen Problemberg Harry-Potter-gleich –„Evanesco! Weg damit!“ – verschwinden lässt. Das erledigen das Ordnungsamt und die Berliner Stadtreinigung (BSR). Ich will wissen, wie das funktioniert. _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit doppelten Pollern und veganem Weihnachtsbraten URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-fahrradstrasse-stargarder-poller-weihachtsmarkt-prater/ Last updated: 2025-12-03T09:28:15.000Z Ihr Lieben. Ein wenig Weihnachtsluft nach oben war da noch, als ich am Sonntagnachmittag den neuen Weihnachtsmarkt im Prater auscheckte. Glühwein? Check! Waffeln? Check! Diverse noch geschlossene Buden, keine Musik, keine Besuchenden: ebenfalls alles check. Aber das Setting verspricht, dass es Richtung Abend sehr nett werden könnte. Schaut doch mal vorbei. Apropos Vorbeischauen (miese Überleitung: check!): Wir wollen ja immer gerne wissen, was euch umtreibt, um unser Angebot noch mehr auf eure Bedürfnisse ausrichten zu können. Ganz aktuell haben wir dafür eine Umfrage am Start. Dauert nicht lange und macht loky\* noch besser. Danke fürs Mitmachen! [Zur Umfrage](https://tally.so/r/aQQlvy?utm%5Fsource=prenlauerberg&utm%5Fmedium=newsletter&utm%5Fcampaign=loky-umfrage-2025-12-02&utm%5Fcontent=cta1) --- ## Eure Fragen: Rolltreppen-Poller in den Schönhauser-Allee-Arcaden ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/11/Poller.jpg) ### Worum geht's? "Mit großer Verärgerung musste ich heute feststellen, dass es jetzt vor den Rolltreppen in den Schönhauser Arcaden Poller gibt, die verhindern, dass man die Rolltreppe mit dem Rollator nutzen kann. Der Aufzug im Eingangsbereich ist laut Aufschrift auf der Zugangstür nur für Personal. Zum Aufzug im hinteren Bereich muss man einmal quer durch die Arcaden laufen. Für gehbehinderte Personen ein absolutes Unding", schreibt Jürgen. ### Warum ist das wichtig? Studien z.B. [ aus Norwegen](https://www.researchgate.net/publication/382694911%5FShopping%5Fcentres%5Fas%5Fthird%5Fplaces%5FSociodemographic%5Fdifferences%5Fin%5Fuse%5Fof%5Fshopping%5Fcentres%5Fand%5Fnon-shopping%5Fmotivations%5Ffor%5Fvisits?ref=loky.news) zeigen, dass gerade ältere Menschen Einkaufszentren besonders oft besuchen. Für sie sind die Poller ein ebenso so großes Problem wie für Menschen mit Rollstuhl oder Kinderwagen. ### Was sagen die Schönhauser Allee Arcaden? Das Centermanagement im Auftrag von Jasmin Wagner sagt: - Die Poller sind eine Sicherheitsmaßnahme, die Rolltreppen nämlich gar nicht für Menschen mit Rollator, Kinderwagen etc. gedacht. In der Vergangenheit ist es mehrfach zu Unfällen gekommen. Sicherheit geht vor! - Der Aufzug neben der Rolltreppe ist ein Lastenaufzug, in dem Waren transportiert werden. Daher ist er ebenfalls für Kund:innen nicht sicher. - Menschen mit einer Gehbehinderung können sich an die Kundeninfo oder den Wachschutz wenden, um diesen Aufzug begleitet zu nutzen. - Man sucht derzeit nach besseren Lösungen. --- ## Weiteres Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/Stargarder.jpeg) Dieses Foto entstand Ende November. #gutdingwillweilehaben **Poller Stargarder:** Als ich Montagfrüh die Lage checkte, waren sie noch nicht da. Aber sie sollen quasi minütlich kommen und vor der Gethsemanekirche den Autoverkehr am Durchfahren hindern, der bislang ungehindert durch die Fahrradstraße rollt. Die nötigen Schilder wurden schon in der vergangenen Woche aufgestellt, jetzt nicht mehr benötigte Fahrradständer abgeräumt. (Quelle: loky\*-Leser Jonas (danke für die Fotos!), [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/pollersperre-in-prenzlauer-berg-wird-gebaut-jetzt-geht-es-los-fahrradstrasse-wird-fur-autos-abgeriegelt-14964707.html?ref=loky.news)) **Kulturbrauerei bleibt kulturell**. Der Berliner Senat hat seine Sparpläne für die Kulturbrauerei zurückgenommen, auch nach Druck aus der Bezirkspolitik. Auf der nun kassierten Streichliste standen Mieten von PANDA platforma oder Berlin on Bike. Jetzt muss das Land Berlin anderswo die zwei Milliarden Euro einsparen, die es laut Landesrechnungshof jedes Jahr zu viel ausgibt. (Quelle: [Pressemitteilung Pankower Grüne](https://gruene-fraktion-pankow.de/2025/11/26/kulturbrauerei-gruene-in-pankow-wehren-sich-erfolgreich-gegen-senatsplaene/?ref=loky.news); [RBB](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/11/berlin-rechnungshof-jahresbericht-schwarz-rote-koalition-kritik-haushalt-finanzen.html?ref=loky.news)) **Neues Geflüchtetenheim**: Im Laufe des Dezembers sollen 270 Menschen in den fertiggestellten Neubau an der Diesterwegstraße am Ernst-Thälmann-Park einziehen können. (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/fluchtlingsunterkunft-offnet-in-prenzlauer-berg-neue-heime-statt-neubau-stopp--berliner-senat-widerspricht-einem-wunsch-14972228.html?ref=loky.news)) **Rewe-Umbau**: Nachtrag zum mysteriösen Umbau des Rewes in der Schivelbeiner [von vor zwei Wochen](https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-rewe-kulturbrauerei/): Leser Sebastian (Grüße und Dank gehen raus!) hat investigativ bei einer Verkäuferin erfragt, dass der Umbau von April bis August 2026 stattfinden und der Markt in dieser Zeit schließen soll. _This post is for subscribers only._ ### Hey, Weißensee mit Streuobstwiesen und ohne Radweg URL: https://www.loky.news/hey-weissensee-mit-malchower-auenlandschaft-berliner-allee-sanierung/ Last updated: 2025-12-02T07:28:07.000Z Ihr Lieben. Wir in Weißensee können alles: einerseits ein erweitertes Naturschutzgebiet, andererseits eine Magistralen-Sanierung ohne Radweg bekommen. Mehr dazu gleich. Erstmal begrüßen wir unsere neuen Leser:innen. Herzlich willkommen! Dass bei loky\* alle mitmachen, ist Programm. Aktuell haben wir eine Umfrage am Start, damit wir loky\* noch mehr nach euren Bedürfnissen ausrichten können. Dauert nur ein paar Minuten. Die alten Hasen bitte auch mitmachen. Dankeschön! :-) [Zur Umfrage](https://tally.so/r/aQQlvy?utm%5Fsource=weissensee&utm%5Fmedium=newsletter&utm%5Fcampaign=loky-umfrage-2025-12-02&utm%5Fcontent=cta1) --- ## Wissen ## Die Malchower Auenlandschaft wird schöner Das grüne Ausflugsziel wird aufgepeppt: In der südlichen Feldflur, an der Grenze zu Lichtenberg, wird ein neuer Abschnitt bepflanzt. - Invasive Baumarten, die heimische verdrängen (sogenannte Neophyten - das Biowissen hab ich rübergerettet) sollen noch diesen Winter entfernt werden. - Es werden also erstmal Bäume gefällt, und zwar Eschenahorne und Pappeln. - Ab Sommer 2026 kommen 400 neue Bäume. Geplant sind auch: - Heimische Sträucher - Streuobstwiesen - Weidefläche für Kühe und Schafe - Naturnahe Umgestaltung der Gräben und Gewässer in der gesamten Auenlandschaft - Besonderer Schutz der Feldlerche (das ist der Vogel, nicht der Baum) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/Grafik-Malchower-Aue.png) Das graue Dreieck wird grün. Credit: OpenStreetMap, Bearbeitung loky\* Weil Berlin ab und zu Dinge abzieht, die für Natur und Umwelt nicht so toll sind (Autobahnen bauen, zum Beispiel) muss es anderswo Natur schützen und fördern. Das geschieht hier. Deswegen zahlt auch der Berliner Verkehrssenat. Ökokonto nennt die Stadt das. Die Malchower Aue ist eines von sechs Projekten. (Quellen: [Berliner Senatsverwaltung für Mobilität](https://www.berlin.de/sen/uvk/natur-und-gruen/biologische-vielfalt/berliner-beispiele/gesellschaft/oekokonto/?ref=loky.news) und [Pressemitteilung des Bezirksamts Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1618286.php?ref=loky.news)) --- ## Weiteres Wissen im Schnelldurchlauf _This post is for subscribers only._ ### Hey, Pankow mit Schlaglöchern und lebendigem Adventskalender URL: https://www.loky.news/hey-pankow-mit-schlaglochern-und-lebendigem-adventskalender/ Last updated: 2025-12-02T13:17:27.000Z Ihr Lieben. Seid ihr strukturierte Aufräumer:innen, oder verzettelt ihr euch komplett und puzzelt am Ende mitten im Chaos ein Puzzle, um zu testen, ob noch alle Teile da sind? Ich verrate jetzt mal nicht, wer von beiden ich bin. Es geht hier schließlich nicht um mich. Es geht um den Eschengraben, der seit etwa zwei Jahren so aussieht, als hätte man dort auch viel angefangen und nichts beendet. Den Tipp haben wir von Leser Vincent. Für alle, die heute zum ersten Mal mitlesen (herzlich willkommen!): Dass bei loky\* alle mitmachen, ist Teil des Programms. Aktuell haben wir sogar eine Umfrage am Start, damit wir loky\* noch mehr nach euren Bedürfnissen ausrichten können. Dauert nur ein paar Minuten. Alten Hasen bitte auch mitmachen! [Zur Umfrage](https://tally.so/r/aQQlvy?utm%5Fsource=pankow&utm%5Fmedium=newsletter&utm%5Fcampaign=loky-umfrage-2025-12-02&utm%5Fcontent=cta1) Seid ihr wieder da? Sehr schön. Dann geht's jetzt weiter mit dem Eschengraben! --- ## Eure Fragen: Dauerbaustelle Eschengraben ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/12/Eschengraben-Stra--e-1.jpg) ### Worum geht's? "Die kleine Straße Eschengraben zwischen Talstraße und Elsa-Brändström-Straße wird seit zwei Jahren regelmäßig renoviert. Zunächst wurde an der Ecke zur Talstraße eine Schule gebaut, dann Arbeiten an den Wasserkanälen durchgeführt. Aber nichts wurde ordentlich repariert: Teile des Bürgersteigs fehlen; Löcher schlecht mit Asphalt gefüllt oder einfach mit Erde zugeschüttet. Wann werden die Bauarbeiten abgeschlossen sein? Wird die Straße komplett saniert, damit sie wieder angenehm zu benutzen ist?", fragt Vincent. ![CTA Image](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/11/Icon-Giraffe-blindfold-100x100-px.png) ****Ups, leider bist Du nicht eingeloggt oder hast den loky\* Pankow - Newsletter noch gar nicht abonniert. Logge dich** [****hier**](https://loky.news/signin/?ref=loky.news) **ein oder melde** [****dich hier kostenlos**](https://www.loky.news/newsletters/) **für unseren Newsletter an und erhalte regelmäßig News aus deinem Stadtteil. Im Angebot sind Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee und bald Mitte.** ****Hier erfährt du dann mehr über die Eschengraben-Dauerbaustelle. Wir freuen uns auf dich!** _This post is for subscribers only._ ### Wer braucht Mustafa, wenn er Rüyam haben kann? URL: https://www.loky.news/ruyam-schonhauser-doner-schlange/ Last updated: 2025-11-26T05:30:56.000Z Ihr Lieben, zu den großen Mysterien der Menschheitsgeschichte gehört für mich neben dem Sinn des Lebens, dem Yeti und der Frage nach dem wahren Unterschied zwischen einem Automaten-Kaffee bei Tchibo und dem von LAP, der Trend, freiwillig in einer Schlange zu stehen. Zum einen hasse ich es persönlich, zu warten. Zum anderen widerspricht er meinem Selbstbild als total individueller Berlinerin, etwas zu wollen, das eine sehr große Anzahl meiner Mitmenschen für ebenso interessant hält. Jetzt wisst ihr, warum ich in meinem Leben schon viele Falafel gegessen habe. Aber seit Jahren keinen mehr bei Rüyam an der Schönhauser. > "Im Prenzlauer Berg kommen die Hypes und gehen meist irgendwann wieder. Irgendein TikTok- oder Insta-Influencer entdeckt einen neuen Laden und die Schlangen folgen. Manches Mal stelle ich mich auch selber an. Aber bei Rüyam an der Schönhauser hab ich schon vor fast 10 Jahren meinen Döner gegessen - ganz ohne Anstehen. Was und wann ist es passiert? Und warum hält sich der Ansturm nun schon schon so lange?" fragte vor ein paar Wochen loky\*-Leserin Juliane (bester Vorname, by the way!). Meine Kollegin Emilia hat's rausgefunden. --- ## **Eure Fragen: Zum Döner-Hype** ### Worum geht's? Wann es genau losging, lässt sich nicht exakt datieren. Vor zwei oder drei Jahren muss es gewesen sein, als die Schlange vor dem Rüyam an der Schönhauser (nicht zu verwechseln mit der Schwester-Filiale in Schöneberg) immer länger wurde. Egal zu welcher Tageszeit, bis zu 1,5 Stunden warten Menschen dort. Und nein, danach hat man keinen Bürgeramtstermin am nächsten Tag inklusive, sondern nur einen Döner. ### **Was sagt die Kundschaft?** Fragt man hungrig Wartende in der Schlange, sagen alle Ähnliches: - Maria Medina aus Ecuador hat Rüyam von einem Freund aus Berlin empfohlen bekommen. Außerdem hat sie den Laden in einem Blog mit klaren To-dos für Berlin entdeckt. - Linette Andersen aus Kopenhagen ist auf Empfehlung eines TikTok-Videos hier. Sie hat es schon ein paar Freunden weitergeleitet, die bald nach Berlin kommen werden. - Hanna Chaharsoughi kennt Rüyam durch einen Freund in Berlin und über TikTok. Die Spur führt also ins Internet. ### **Was sagt das Internet?** Die Internetpräsenz von Rüyam ist gigantisch. _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit vollen Tonnen und leerem Kühlschrank URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-bsr-behmstrasse-kiez-box-mcfit/ Last updated: 2025-11-25T05:30:07.000Z Ihr Lieben. Eine schöne Berliner Tradition, nicht nur zur Weihnachtszeit, ist es, Probleme dadurch zu lösen, indem man sie ignoriert. Aktuelles Beispiel: Der BSR-Recyclinghof an der Behmstraße, der Recyclingwillige mit vollen Tüten wegschickt, aber behauptet, das nicht zu tun. Die ganze Geschichte hat meine Kollegin Sarah unten für euch aufgeschrieben. Wir bei loky\* wollen es besser machen. Und daher hier ansprechen, dass wir bei einigen von euch in der vergangenen Woche für Konfusion gesorgt haben, indem wir loky\* mal eben nach Weißensee und Pankow expandiert haben. Ab sofort gibt es uns dreimal: loky\* Prenzlauer Berg. loky\* Weißensee. loky\* Pankow. Die Idee ist, dass ihr euch für einen der Ortsteile entscheidet, und dann kümmern wir uns um den Rest. Wenn es euch an einem nicht mangelt, dann sind es Mails im Posteingang. Daher funktioniert loky\* nach dem "Einmal hin, alles drin"-Prinzip. In jedem Ortsteil-Newsletter steckt nicht nur das, was für den einzelnen Ortsteil relevant ist, sondern er schaut auch über den Tellerrand hinaus. loky\* Prenzlauer Berg enthält somit auch Infos aus Pankow oder Weißensee, so sie denn für Prenzlauer Berger:innen interessant sind. Also nicht jede kleine Baustelle, aber manche Kulturveranstaltung, nur zum Beispiel. Infos und Geschichten, die den Bezirk oder ganz Berlin betreffen, gehen an alle. Wer dennoch mehrere Ortsteile abonnieren mag, kann das natürlich tun. Einige Inhalte werden sich aber doppeln. [Hier Newsletter verwalten](www.loky.news/#/portal/signup/free) 💡 Um Eure Newsletter zu verwalten, müsst ihr Euch bei uns auf der Homepage einloggen. Login über den Button oder auf der Seite oben rechts über den Link "Login". Obacht: das Login funktioniert ohne Passwort, stattdessen bekommt ihr per Mail einen Code bzw. Link, der Euch dann einloggt. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Fragen? Hinweise? Oder gar Thementipps und -wünsche? Immer her damit an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) oder direkt in unseren [Briefkasten](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfmDeL-5rQkv4DjIvFrkXigHiu1BDaaslSXu0qN1io0q-3X7w/viewform?usp=sf%5Flink&ref=loky.news). --- ## Eure Fragen: Kein Recycling beim Recyclinghof ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/11/BSR.jpeg) Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu recyceln. ### Worum geht's? "Wisst ihr, was beim Recyclinghof an der Behmstraße los ist? Ich wollte in den vergangenen Wochen mehrfach Kleinelektro und Altkleider abgeben und wurde immer wieder weggeschickt, weil die Tonnen voll waren", fragt Peer. ### Warum ist das wichtig? Der Recyclinghof Behmstraße ist einer von 14 Höfen in der Stadt. Entsprechend viele Menschen bringen dort ihren Abfall hin. Mieten sich ein Teilauto, laden es voll, nehmen sich vielleicht sogar einen Vormittag frei. Dann wieder weggeschickt zu werden, nervt. Und führt leider auch dazu, dass manche ihren Kram [einfach vor dem Recyclinghof abladen](https://www.loky.news/bsr-recyclinghof-wo-einige-ihren-muell-illegal-abwalzen-und-andere-ihre-verantwortung-prenzlauer-berg/). Kann man verstehen, ist aber natürlich nicht der Sinn von Recycling. ### Was sagt die Stadtreinigung? Aus der Pressestelle ist durch mehrfaches Nachfragen zu erfahren: _This post is for subscribers only._ ### Hey, Weißensee mit Gratis-Döner und Frauen-Fitness URL: https://www.loky.news/donerstag-bibliothek-unfall-weissensee/ Last updated: 2025-11-25T15:05:16.000Z Ihr Lieben. Dieses Jahr habe ich mich nicht wie sonst über den ersten Schnee gefreut. Ich wohne in einer Erdgeschosswohnung, und direkt unter meinem Fenster schläft ein Obdachloser. Seit einigen Tagen schaue ich jeden Morgen, ob er noch lebt. Er will den Kältebus nicht rufen lassen, und auch die Wärmflasche schien er eher anzunehmen, um mir einen Gefallen zu tun. Jedes Jahr [werden die Obdachlosen in Berlin mehr](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/07/berlin-senat-wohnungslose-anfrage-gruene-fraktion.html?ref=loky.news). Auch bei uns, etwa regelmäßig am Durchgang vom Grünen Hering zur Max-Steinke-Straße. Wenn ihr Ideen habt, wie man besser helfen kann, freue ich mich an [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news). Und wenn ihr Menschen seht, die draußen schlafen, könnt ihr mit ihrer Zustimmung die Berliner Kältehilfe anrufen. Ihr erreicht sie unter [030 690 333 690](tel:030690333690). Und damit zu den kuratierten News. 💡 Für alle, die neu hier sind: ****Willkommen!** Dies ist der neue ****Newsletter für alle aus Weißensee.** Hier gibt es - natürlich - News aus Weißensee, aber auch für uns Relevantes aus angrenzenden Stadtteilen (insb. Pankow und Prenzlauer Berg) und aus Berlin. Wir sind neu hier, deswegen würden wir uns freuen, wenn ihr diesen Newsletter an eure Nachbarn, Freundinnen und Bekannte aus Weißensee weiterleitet! Danke! --- ## Wissen ### Gratis-Döner und Opernmusik for free – in der Bibliothek Kein Scherz. In dieser Woche, am Donners… tschuldigung: “Dönerstag” lädt die Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek zum vorletzten Teil der “Döner-Dialoge” ein. Ziel ist, bei leckerem **Gratis-Döner** (!) (würde hier gerne zwei Ausrufezeichen machen, wäre das journalistisch nicht verpönt) und Musik vom Operndolmuş, dem musikalische Sammeltaxi der Komischen Oper, über die Grenzen von Alltag und Hochkultur zu sprechen – und wie man mehr Menschen in die Bibliothek holt, die dort sonst eher nicht abhängen. Gäst:innen: - Vera Allmanritter, Institut für Kulturelle Teilhabeforschung - Wolfgang Behrens, Chefdramaturg der Komischen Oper Berlin - Andreas Scherffig, Künstlerischer Leiter des Marinehaus Die “Döner-Dialoge” war eine kulturelle Veranstaltungsreihe in Dönerläden. Wer nichts davon mitbekommen hat, erfährt hier mehr als [Video](https://youtu.be/Hh-UDubdPG4?ref=loky.news) oder [Podcasts](https://stadtbibpankow.podcaster.de/doener-dialoge.rss?ref=loky.news). Dönerstag, **27.11\. um 19 Uhr,** Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek, Bizetstraße 41, Eintritt frei ([mehr](https://www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow/aktuelles/veranstaltungen/doenerdialoge-1453300.php?ref=loky.news)). --- ## Weiteres Wissen im Schnelldurchlauf **Zeug:innen gesucht**: Fahrerflucht in Weißensee. Das 85-jährige Opfer wurde am Freitagmorgen gegen 10.30 Uhr an der Buschallee von einem LKW erfasst. Der fuhr weiter, die Frau starb noch am Unfallort. (Quelle und Hinweise an: [Polizei Berlin](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2025/pressemitteilung.1618816.php?ref=loky.news)[)](https://www.loky.news/baustelle-sperrung-wollankstrasse/) **Fitness-Studio**: McFit hat eine neue Filiale im Mühlenberg-Center, Greifswalder Straße 90, eröffnet. Mit eigenem Bereich für Frauen. Damit folgt die Kette anderen Studios, die das schon länger anbieten. (Quelle: [McFit](https://www.mcfit.com/studio/berlin-prenzlauer-berg?ref=loky.news)) **Nachzahlung**: Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts muss das Land Berlin Beamt:innen Gehalt nachzahlen. Doch nur denen, die ihre Besoldung vorher als zu niedrig angemahnt hatten. Wie viel genau, ist noch unklar; geschätzt wird “Millionenhöhe”. Der Bezirk Pankow ist unbeeindruckt: Die Nachzahlung sei Landessache und durch Rücklagen abgedeckt. Weitere Sparmaßnahmen, auch für die Bezirke, würden nicht erwartet. (Quellen: [Bundesverfassungsgericht](https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/bvg25-105.html?ref=loky.news), Pankows stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Manuela Anders-Granitzki (CDU) auf loky\*-Anfrage) **Angriff mit Machete**. Eine Gruppe von sechs Männern hat vergangene Woche drei junge Erwachsene in der Gustav-Adolf-Straße angegriffen – mit Machete, Pfefferspray und Holzlatte. Die Opfer erlitten leichte Verletzungen. (Quelle: [Polizei](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2025/pressemitteilung.1618085.php?ref=loky.news)) **Oberschulen-Infos.** Welche weiterführende Schule ist die richtige für mein Kind? Antwort gibt vielleicht ein Tag der offenen Tür. Beim [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/schul-und-sportamt/schule/artikel.383244.php?ref=loky.news) gibts eine komplette Liste mit allen Terminen von Gymnasien und Sekundarschulen. **Eltern-Pro-Tipp**: Schon ein Jahr, bevor es nötig wird, hingehen und sich in Ruhe einen Überblick verschaffen. _This post is for subscribers only._ ### Hey, Pankow mit Großbaustelle Wollankstraße und leckerem Stollen URL: https://www.loky.news/hey-pankow-mit-grossbaustelle-wollankstrasse-und-leckerem-stollen/ Last updated: 2025-12-03T12:33:57.000Z Ihr Lieben. Willkommen zur zweiten Ausgabe von loky\* Pankow! Zur Feier des Tages haben wir euch eine gute und eine schlechte Nachricht mitgebracht. Und eine in eigener Sache. Die gute zuerst: Am kommenden Montag ist die Wollankstraße wieder offen! Unverzüglich, aber nur einspurig. Denn das ist die schlechte: geplante Fertigstellung, komplett mit allen Saucen und scharf, ist erst für 2028 vorgesehen. Weil niemand, mit dem ich spreche, noch einen Überblick darüber hat, was da bis wann gebaut werden soll, hat meine Kollegin Sarah den informativen Rundumschlag für euch vorbereitet. Vorher aber noch eine Bitte an euch: Was ist aus eurer Sicht ein Thema in Pankow, dem wir uns dringend widmen sollten? Schreibt uns an redaktion@loky.news oder [direkt in unseren Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news). Und erzählt weiter, dass es uns gibt! 💡 Für alle, die neu hier sind: ****Willkommen!** Dies ist der neue ****Newsletter für alle aus Pankow.** Hier gibt es - natürlich - News aus Pankow, aber auch für uns Relevantes aus angrenzenden Stadtteilen (insb. Weißensee und Prenzlauer Berg) und aus Berlin. Wir sind neu hier, deswegen würden wir uns freuen, wenn ihr diesen Newsletter an eure Nachbarn, Freund:innen und Bekannte aus Pankow weiterleitet! Danke! --- ## **Was ist los an der Wollankstraße?** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/11/Bagger.jpeg) ### Worum geht’s? An der Wollankstraße läuft eines der größten Bahnprojekte im Berliner Norden. Die Deutsche Bahn ersetzt die über 120 Jahre alte Brücke durch einen Neubau. Gleichzeitig entsteht in Schönholz eine neue Abstellanlage für ICE-Züge, der sogenannte „[Boxenstopp](https://www.boxenstopp-schoenholz.de/home.html?ref=loky.news)“. Sie ist Teil der Vorbereitung auf den Deutschlandtakt, bei dem Fernzüge künftig im Halbstundentakt fahren sollen. Außerdem wird im Rahmen des [i2030-Programms](https://www.i2030.de/?mtm%5Fsource=googleads&mtm%5Fmedium=cpc&mtm%5Fcampaign=GSN%20%7C%20Allgemein&mtm%5Fgroup=AG%20%7C%20GSN%20%7C%20Allgemein%20%7C%20%230%20%7C%20i2030&mtm%5Fkwd=i2030&gad%5Fsource=1&gad%5Fcampaignid=22965558897&gbraid=0AAAABBR%5Fv2yZCpZH3oQjWYdm5qfmA16YK&gclid=CjwKCAiAlfvIBhA6EiwAcErpySNe0mHoPM6AtaboFBUTzNjTfg0MknWWEXUTvkTcREUz0BnCW54o1xoCIGkQAvD%5FBwE&ref=loky.news) die Heidekrautbahn ausgebaut, um die nördlichen Vororte besser an die Stadt anzubinden. ### Warum ist das wichtig? Die Wollankstraße ist ein vielbefahrener Knotenpunkt und die zentrale Verbindung zwischen Pankow und Gesundbrunnen, Ost und West. Vor allem Autos müssen einen riesigen Umweg fahren; S-Bahn-Fahrer:innen einseitig auf den Halt Wollankstraße verzichten. Auch Lokale und Cafés sind betroffen. So hat das vegane Restaurant Nam Y an der Wollankstraße 50 bis 60 Prozent weniger Gäste und aus Notwehr Fleischgerichte auf die Karte genommen. Ohne die S-Bahn fehlt die Laufkundschaft. Schüler:innen der Arnold-Zweig-Grundschule kommen regelmäßig zu spät zum Unterricht, weil Bus und Bahn nicht wie gewohnt fahren. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/11/denns.jpeg) Geöffnet. Aber belegte Brötchen hat der denn's nicht mehr, seitdem die Laufkundschaft fehlt. ### Zeitplan _This post is for subscribers only._ ### Großbaustelle Wollankstraße im Überblick URL: https://www.loky.news/baustelle-sperrung-wollankstrasse/ Last updated: 2026-01-31T13:05:34.000Z ## Worum geht’s? An der Wollankstraße läuft eines der größten Bahnprojekte im Berliner Norden. Die Deutsche Bahn ersetzt die über 120 Jahre alte Brücke durch einen Neubau. Gleichzeitig entsteht in Schönholz eine neue Abstellanlage für ICE-Züge, der sogenannte „[Boxenstopp](https://www.boxenstopp-schoenholz.de/home.html?ref=loky.news)“. Sie ist Teil der Vorbereitung auf den Deutschlandtakt, bei dem Fernzüge künftig im Halbstundentakt fahren sollen. Außerdem wird im Rahmen des [i2030-Programms](https://www.i2030.de/?mtm%5Fsource=googleads&mtm%5Fmedium=cpc&mtm%5Fcampaign=GSN%20%7C%20Allgemein&mtm%5Fgroup=AG%20%7C%20GSN%20%7C%20Allgemein%20%7C%20%230%20%7C%20i2030&mtm%5Fkwd=i2030&gad%5Fsource=1&gad%5Fcampaignid=22965558897&gbraid=0AAAABBR%5Fv2yZCpZH3oQjWYdm5qfmA16YK&gclid=CjwKCAiAlfvIBhA6EiwAcErpySNe0mHoPM6AtaboFBUTzNjTfg0MknWWEXUTvkTcREUz0BnCW54o1xoCIGkQAvD%5FBwE&ref=loky.news) die Heidekrautbahn ausgebaut, um die nördlichen Vororte besser an die Stadt anzubinden. ![CTA Image](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/11/Icon-Giraffe-blindfold-100x100-px.png) ****Ups, leider bist Du nicht eingeloggt oder kein:e loky\*-Abonnent:in. Logge dich** [****hier**](https://loky.news/signin/?ref=loky.news) **ein oder melde** [****dich hier kostenlos**](https://www.loky.news/newsletters/) **für unseren Newsletter an und erhalte regelmäßig News aus deinem Stadtteil. Im Angebot sind Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee und bald Mitte.** ****Hier erfährt du dann mehr über die Wollank-Baustelle, Zeitplan, Folgen und Einschränkungen. Wir freuen uns auf dich!** ### Warum ist das wichtig? Die Wollankstraße ist ein vielbefahrener Knotenpunkt und die zentrale Verbindung zwischen Pankow und Gesundbrunnen, Ost und West. Vor allem Autos müssen einen riesigen Umweg fahren; S-Bahn-Kund:innen einseitig auf den Halt Wollankstraße verzichten. _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit planlosem Rewe und Weniger-Kultur-Brauerei URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-rewe-kulturbrauerei/ Last updated: 2025-11-19T11:27:23.000Z Ihr Lieben, entschuldigen Sie? Ist dies nicht etwa dieser Udo? Ganz genau! Denn loky\* macht ab heut' auch Pankow! Und Weißensee. Weißenwas? Für alle, die sich von "Hey, Prenzlauer Berg" komplett abgeholt fühlen: Super! Für euch bleibt alles, wie es ist. Wer aber hier aus einem der Nachbar-Ortsteile mitliest und gerne mehr über den Pankower Anger oder den Weißen See wüsste, dafür weniger über Baustellen im Kollwitzkiez: Ab heute gibt es loky\* auch mit lokalem Schwerpunkt für euch. [Klickt hier ](https://www.loky.news/#/portal/signin)und stellt euer Abo einfach um - von "Hey, Prenzlauer Berg" auf "Hey, Pankow" oder "Hey, Weißensee". (Natürlich kann man auch mehrere Newsletter bestellen. Aber wundert euch nicht: Einige Infos sind für alle relevant und doppeln sich daher.) Zugegebenermaßen haben wir uns damit zwei ziemlich große, neue Ortsteil-Schuhe hingestellt. Aber wir wachsen da rein und freuen uns, wenn ihr uns dabei begleitet und helft – und allen euren Freund:innen in den Nachbarkiezen Bescheid sagt, dass loky\* nun auch für sie da ist! --- ## Eure Fragen: Was passiert bei Rewe ## in der Schivelbeiner Straße? ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/11/Rewe-Umbau_loky_Juliane_Schader.jpg) ### Worum geht's? "Seit kurzem sind Arbeiten an der Außenfassade des Rewe Schivelbeiner Straße zu sehen. (...) Könnt ihr vielleicht in Erfahrung bringen, was genau geplant ist, wann der Rewe für diese Arbeiten geschlossen wird und wie lange sie andauern sollen?", fragt Britta. ### Was sagt Rewe? Nichts. Rewe will weder sagen, was gebaut wird, noch, ob und wann die Filiale geschlossen wird. _This post is for subscribers only._ ### Hey, Pankow mit Fledermaus-Schutz und U-Bahn-Geburtstag URL: https://www.loky.news/hey-pankow-mit-jugendgewalt-udo-lindenberg/ Last updated: 2025-11-19T05:00:46.000Z Ihr Lieben, darf ich präsentieren: unser erster Pankow-Newsletter! Hier findet ihr künftig News und Tipps für euren Kiez. Um uns kurz vorzustellen: **Jessica** (Braun) ist Buchautorin und Journalistin für Print und Radio. **Frank** (Joung)ist Journalist, Moderator und Podcaster. Neben seinem Podcast Halbe Katoffl moderiert er Events und Talks und gibt Workshops. **Emilia** (Krohn) ist Studentin der Sozialen Arbeit, schreibt bisher vor allem im Privaten Gedichte und Slams und ist nun Werksstudentin bei loky\*. **Juliane** (Schader) ist Journalistin, Stadtenthusiastin und Gründerin von loky\*, wo sie als Chefredakteurin die Redaktion verantwortet. **Philipp** (Schwörbel) ist Gründer und Geschäftsführer von loky\* und dort als Kaufmann für Finanzen, Recht, Technik, Marketing und Events zuständig. Zusammen mit Juliane entwickelt er Strategie und Produkt. Ich bin **Sarah** (Mahlberg), Journalistin und Podcasterin und interessiere mich für Kulturpolitik und den Stadtrand und hoste den Podcast LiteraturkABInett, der auf das Deutschabitur vorbereitet. Für Philipp und Juliane ist loky\* der Vollzeitjob. Wir anderen arbeiten frei und nebenher auch an weiteren Projekten. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/11/LokyTeam-1.jpg) Doch nun zu Pankow. Ich weiß, Pankow ist nicht gleich Pankow: Es geht um Pankow in Pankow, also den Ortsteil. Aber auch um den Bezirk, wenn es interessant genug ist. Wenn ihr aus Pankow seid, dann findet ihr hier News aus eurem Kiez und ein bisschen was drüber hinaus. Jetzt habe ich sehr oft "Pankow" gesagt. Seid ihr noch da? Dann viel Freude beim Lesen! [Hier Pankow-Pankow-Newsletter abonnieren](https://www.loky.news/#/portal/signup/free) --- ## Wissen im Schnelldurchlauf **Baustopp**: Es kommen vorerst keine Flüchtlingsunterkünfte in den Hof der Gesobau-Anlage am Schlosspark: Weil dort Vögel und Fledermäuse nisten, hatte der Bezirk eine Ausnahmegenehmigung für den Bau erteilt. Das Verwaltungsgericht hat diese am Dienstag aufgehoben. Geklagt hatten Umweltschutzverbände. (Quelle: [Verwaltungsgericht Berlin](https://www.berlin.de/gerichte/verwaltungsgericht/presse/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1617444.php?ref=loky.news#:~:text=Der%20Baubeginn%20zweier%20Unterkunftsgeb%C3%A4ude%20f%C3%BCr,Verwaltungsgericht%20in%20einem%20Eilverfahren%20entschieden.)) **Udo-Wand**: Udo Lindenberg rockt seit Neuestem einen Durchgang zur Breiten Straße (hinter dem eingerüsteten Haus nahe Ossietzkystraße). Das Berliner Künstler:innenkollektiv „innerfields“ schuf dort großflächige Wandbilder, darunter Udos Sonderzug. Auftraggeberin ist die Gesobau, die den tristen Durchgang aufpolieren will. *(*Quelle:[ Niederschönhausen App](https://www.niederschoenhausen-app.de/news/aktuell/sonderzug-nach-pankow-als-wandbild-berliner-kuenstler-setzen-udo-lindenberg-ein-denkmal?ref=loky.news)*)* **Geldverschwendung:** Wer Sozialhilfe empfängt, bekommt einen Mietzuschuss vom Bezirk – auch, wenn die Mieten höher sind, als es die Mietpreisbremse erlaubt. Der Bezirk könnte sich die Differenz von den Vermieter:innen zurückholen, tut das aber nicht. Das soll sich ändern, meinen Pankows Grüne. (Quelle: [Antrag der Pankower Grünen](https://gruene-fraktion-pankow.de/2025/11/05/keine-wuchermieten-auch-fuer-empfaengerinnen-von-grundsicherung/?ref=loky.news)) **Panikmache:** Meldungen über angebliche Terroranschläge auf Berliner Schulen verstörten am Sonntagabend Familien. Die Polizei gab aber schnell Entwarnung: Die Drohungen seien nicht ernst zu nehmen, sondern „gezielte Falschinformationen", um für Panik zu sorgen. (Quelle: [Polizei Berlin](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2025/pressemitteilung.1617238.php?ref=loky.news)) **Musikschul-Kahlschlag.** Etwa 3000 schon angemeldete Schüler:innen warten auf einen Platz an der Musikschule Béla Bartók; Tendenz steigend. Doch der kulturelle Sparkurs der Stadt geht auch auf Kosten der Musikschullehre:innen. Hunderten droht die Kündigung. (Quelle: [Berliner Zeitung](https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/hunderte-musikschullehrer-vor-entlassung-nicht-klar-was-danach-kommt-li.10005300?ref=loky.news)) **Bundes-Kohle**: 5,2 Milliarden Euro gehen aus dem Bundes-Sondervermögen für Klimaschutz und Infrastruktur nach Berlin – in Wohnungsbau und Sicherheit (Stichwort “Drohnenabwehr”, "Polizeifahrzeuge"), an die BVG für neue Tram- und U-Bahn-Strecken sowie in die Sanierung von Brücken wie die Schönhauser, Schönfließer und Dunckerbrücke. Eine Liste mit allen 75 geförderten Projekten hat der [Tagesspiegel als Download](https://www.tagesspiegel.de/berlin/downloads/belegung-des-sondervermogens-von-52-milliarden-euro?ref=loky.news). (Quellen: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/liste-mit-allen-75-projekten-zum-download-dafur-gibt-berlin-die-milliarden-aus-dem-sondervermogen-aus-14837768.html?ref=loky.news), [RBB](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/11/berlin-cdu-spd-sondervermoegen-ausgaben-planung.html?ref=loky.news)) **Jugendgewalt:** Fünf Jugendliche überfielen am Samstagabend drei jüngere Kinder auf dem Spielplatz Paule-Park. Zwei 13-Jährige wurden mehrfach geschlagen und erlitten Brüche in Gesicht und Hand; ein Elfjähriger konnte fliehen. Die Täter erbeuteten ein Handy und eine Geldkarte.(Quelle: [Polizei Berlin](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2025/pressemitteilung.1616755.php?ref=loky.news)) *Uns scheint, dass die Jugendkriminalität in den letzten Jahren drastisch zugenommen hat. Wie sind eure Erfahrungen? Schreibt uns an* [*redaktion@loky.news*](mailto:redaktion@loky.news) *oder* [*direkt in unseren Briefkasten*](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news)*.* _This post is for subscribers only._ ### Hey, Weißensee! URL: https://www.loky.news/hey-weissensee-friedhof-neubau-gymnasium-kinderkrankenhaus/ Last updated: 2025-11-19T05:00:08.000Z Ihr Lieben, schön, dass ihr da seid! Und noch schöner, dass wir mit euch hier sind. Denn das ist unser erster Newsletter speziell für Weißensee. Um uns kurz vorzustellen: **Sarah** (Mahlberg) ist Journalistin und Podcasterin. Sie interessiert sich für Kulturpolitik und den Stadtrand und hostet den Podcast LiteraturkABInett, der auf das Deutschabitur vorbereitet. **Frank** (Joung) ist Journalist, Moderator und Podcaster. Neben seinem Podcast Halbe Katoffl moderiert er Events und Talks und gibt Workshops. **Emilia** (Krohn) ist Studentin der Sozialen Arbeit, schreibt bisher vor allem im Privaten Gedichte und Slams und ist nun Werksstudentin bei loky\*. **Juliane** (Schader) ist Journalistin, Stadtenthusiastin und Gründerin von loky\*, wo sie als Chefredakteurin die Redaktion verantwortet. **Philipp** (Schwörbel) ist Gründer und Geschäftsführer von loky\* und dort als Kaufmann für Finanzen, Recht, Technik, Marketing und Events zuständig. Zusammen mit Juliane entwickelt er Strategie und Produkt. Und ich bin **Jessica** (Braun), Buchautorin und Journalistin für Print und Radio. Für Philipp und Juliane ist loky\* der Vollzeitjob. Wir anderen arbeiten frei und nebenher auch an weiteren Projekten. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/11/LokyTeam-1.jpg) Gemeinsam informieren wir mit unseren wöchentlichen Newslettern über Weißensee und die Nachbarkieze. Erst mal noch kurz und knackig, in Zukunft aber auch mit tieferen Recherchen und längeren Stücken. Also bleibt dran! Und vor allem: Macht mit. Wir stellen uns als Redaktion gerade auf, und ihr könnt uns dabei unterstützen. Lasst uns wissen, was euch in eurem Kiez umtreibt, worüber wir berichten sollen und welche Formate gut für euch funktionieren. Wir werden auch regelmäßig nach eurer Meinung zu Themen fragen oder um Tipps bitten. Meldet euch zahlreich! Unser Briefkasten ist immer offen für allgemeine Wünsche und Feedback ([redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) / [loky\*-Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news)). [Hier Weißensee-Newsletter abonnieren](https://www.loky.news/newsletters/) --- ## **Wissen** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/11/Gustav-Adolf-Stra--e_67-74_-Berlin-Wei--ensee-_Friedhofsmauer.jpg) Die Friedhofsmauer an der Gustav-Adolf-Straße Credit: Bodo Kubrak, [CC BY-SA 4.0](https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=loky.news). ### **Keine Schule auf dem alten Friedhof** Das geplante Wohnquartier auf dem Georgen-Parochial-Friedhof III wird ohne Schule weiter geplant. Neben 600 auch bezahlbaren Wohnungen, Kita und Stadtplatz sollte eine neue Grundschule auf dem Areal südlich der Gustav-Adolf-Straße entstehen. So sahen es zumindest die Pläne des Evangelischen Friedhofsverbands Berlin Stadtmitte vor. Mit dem Bau wollte dieser Einnahmen generieren, um andere Friedhöfe erhalten zu können. Eine aktuelle Prüfung des Bezirksamts zeigt jedoch, dass die Bebauung der parkähnlichen Anlage mit ihren alten Bäumen und seltenen Tieren Natur- und Klimaschutz zu stark beeinträchtigte. Nun soll ein neuer Plan erstellt werden – mit weniger Eingriffen in die Natur, aber auch ohne Grundschule. Dabei ist für den Kiez ein Bevölkerungswachstum um fast 25 Prozent bis 2040 prognostiziert. (Quellen: [Bezirksamt](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/vo020%5Fr.asp?VOLFDNR=5726&ref=loky.news),[ Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/streit-um-geplantes-friedhofs-viertel-an-diesen-baumen-scheitert-ein-schul-neubau-in-berlin-14812133.html?ref=loky.news)) ### **Dafür im ehemaligen Kinderkrankenhaus** Der Bezirk prüft den Bau eines vierzügigen Gymnasiums samt Sporthalle auf dem Gelände des einstigen Kinderkrankenhauses in der Hansastraße. Der andere Teil des Geländes könnte zu Wohnungen umgebaut werden. Gespräche laufen dazu mit der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Howoge. Sowohl Gymnasialplätze als auch Wohnungen kann der Bezirk gut brauchen. Einen Zeitplan für die Wiederbelebung des Lost Places gibt es aber bislang nicht. (Quellen: [Kleine Anfrage an das Bezirksamt](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/ka020%5Fr.asp?KALFDNR=4935&ref=loky.news), [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/berliner-klinik-ruine-vor-dem-verkauf-kommen-in-das-kinderkrankenhaus-weissensee-loftwohnungen-14611550.html?ref=loky.news)) --- ## Weiteres Wissen im Schnelldurchlauf **Panikmache:** Meldungen über angebliche Terroranschläge auf Berliner Schulen verstörten am Sonntagabend alle, die Montag zur Schule mussten. Die Polizei gab aber schnell Entwarnung: Die Drohungen seien nicht ernst zu nehmen, sondern gezielte Falschinformationen, um für Panik zu sorgen. (Quelle: [Polizei Berlin](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2025/pressemitteilung.1617238.php?ref=loky.news)) **Security-Einsatz.** Zwei Mitarbeitende einer privaten Sicherheitsfirma sollen bis Jahresende testweise Pankower Problem-Plätze ablaufen und die problematische Mischung aus zeltenden Obdachlosen, Dealenden und Müll an Arnim-, Helmholtz- oder Teutoburger Platz befrieden. Die sogenannten Kiezläufer kosten rund 38.000 Euro und sind als Modell für weniger Müll, ruhigere Nächte und mehr Sicherheitsgefühl von anderen Bezirken abgeschaut. (Quellen: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1614847.php?ref=loky.news), [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/obdachlose-drogen-exzesse-kriminalitat-security-firma-soll-verscharfte-problemlage-in-berliner-parks-losen-14819975.html?ref=loky.news), [Berliner Zeitung](https://www.bz-berlin.de/berlin/pankow/arnimplatz-brennpunkt?ref=loky.news), [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/berlin/article407850873/bezirke-ziehen-erste-zwischenbilanz-fuer-kiezlaeufer-arbeit.html?ref=loky.news)) **Bundes-Kohle:** 5,2 Milliarden Euro gehen aus dem Bundes-Sondervermögen für Klimaschutz und Infrastruktur nach Berlin – in Wohnungsbau und Sicherheit (Stichwort “Drohnenabwehr”, "Polizeifahrzeuge"), an die BVG für neue Tram- und U-Bahn-Strecken sowie in die Sanierung von Brücken wie die Schönhauser, Schönfließer und Dunckerbrücke. Eine Liste mit allen 75 geförderten Projekten hat der [Tagesspiegel als Download](https://www.tagesspiegel.de/berlin/downloads/belegung-des-sondervermogens-von-52-milliarden-euro?ref=loky.news). (Quellen: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/liste-mit-allen-75-projekten-zum-download-dafur-gibt-berlin-die-milliarden-aus-dem-sondervermogen-aus-14837768.html?ref=loky.news), [RBB](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/11/berlin-cdu-spd-sondervermoegen-ausgaben-planung.html?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Ewigkeitschemikalien PFAS in Pankower Grundwasser gefunden URL: https://www.loky.news/ewigkeitschemikalie-pfas-in-pankower-grundwasser-gefunden/ Last updated: 2025-11-13T10:51:19.000Z 😍 Dieser Text stammt aus dem loky\* Newsletter "Hey, Prenzlauer Berg". Du wohnst im Kiez? Dann gleich hier auf der Seite kostenlos abonnieren und immer informiert sein. Für mehr Zuhausegefühl. ### Worum geht's? Der BUND hat Berlins Trinkwassergetestet und in 42 von 46 Stichproben per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS, ausgesprochen P-Fass, nicht pfass), sogenannte Ewigkeitschemikalien, nachgewiesen. Eine der Grundwasserproben stammt aus Pankow. In einem Notwasserbrunnen wurde die deutschlandweit höchste Konzentration von Perfluorbutansäure gefunden. Notwasser wird benutzt, wenn die Trinkwasserversorgung ausfällt. Es ist selten so sauber wie Trinkwasser; im Krisenfall müssten wir dazu Chlortabletten kauen. ### Warum ist das wichtig? _This post is for subscribers only._ ### Neues Hotel am GLS Campus: Anwohner:innen wollen sich wehren URL: https://www.loky.news/neues-hotel-am-gls-campus-anwohner-innen-wollen-sich-wehren/ Last updated: 2025-11-12T19:21:21.000Z 😍 Dieser Artikel stammt aus dem loky\* Newletter "Hey, Prenzlauer Berg" ### **Worum geht’s?** Auf dem GLS Campus zwischen Choriner Straße und Kastanienallee soll ein neues Hotel mit etwa 100 Zimmern gebaut werden. Bislang betreibt die GLS dort das Hotel Oderberger (72 Zimmer), die GLS Sprachschule und ein Gebäude mit 50 Apartments für Kursteilnehmende. Das neue Hotel mit zwei Flügeln und sechs Etagen soll am südlichen Ende des Geländes entstehen – von September 2026 bis April 2028, montags bis samstags, zwischen 6 und 18 Uhr. Als Zufahrt für die Baustelle soll die Feuerwehrzufahrt neben dem Spielplatz in der Choriner Straße genutzt werden. ### **Was sagt die GLS?** Die GLS ist ein seit Jahren im Kiez verortetes Familienunternehmen rund um Gründerin Barbara Jaeschke. _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Zukunftsmusik, Tourismus und Pflasterfräse URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-loky-gls-hotel-gelbhaar/ Last updated: 2025-11-12T06:00:31.000Z Ihr Lieben. Darf ich vorstellen? Das sind wir, das neue Team von loky\*! ### **Wer?** Auf dem famosen Selfie seht ihr von links nach rechts: **Frank** (Joung)ist Journalist, Moderator und Podcaster. Neben seinem Podcast Halbe Katoffl moderiert er Events und Talks und gibt Workshops. **Emilia** (Krohn) ist Studentin der Sozialen Arbeit, schreibt bisher vor allem im Privaten Gedichte und Slams und ist nun Werksstudentin bei loky\*. **Jessica** (Braun) ist Buchautorin und Journalistin. Sie wohnt seit 2009 in Prenzlauer Berg. Ihr größter Wunsch: Berlin eins näher am Meer. **Sarah** (Mahlberg) ist Journalistin und Podcasterin. Sie interessiert sich für Kulturpolitik und den Stadtrand und hostet den Podcast LiteraturkABInett, der auf das Deutschabitur vorbereitet. **Philipp** (Schwörbel) ist Gründer und Geschäftsführer von loky\* und dort als Kaufmann für Finanzen, Recht, Technik, Marketing und Events zuständig. Zusammen mit Juliane entwicket er Strategie und Produkt. **Juliane** (Schader) ist Journalistin, Stadtenthusiastin und Gründerin von loky\*, wo sie als Chefredakteurin die Redaktion verantwortet. Philipp und Juliane hängen komplett drin. Alle anderen arbeiten frei und nebenher auch an weiteren Projekten. ### **Was?** Bislang ist unser wöchentlicher Newsletter die eierlegende Wollmilchsau unter den lokalen News-Angeboten, die unter dem Deckmantel „Hey, Prenzlauer Berg“ auch Infos für die Nachbarkieze mitbringt und zudem Probleme mit der Milchproduktion hat. Tiefere Recherchen und längere Stücke kommen nämlich gerade zu kurz. Das ändert sich jetzt. **Größer**: In Zukunft versorgen wir neben Prenzlauer Berg auch Pankow und Weißensee mit kurzen, knackigen Kiez-Newslettern. 💡 Ihr wollt euch für eines der neuen Angebote anmelden? Super! Nächste Woche sollte die Technik dafür stehen. Wir geben dann Bescheid. **Tiefer**: Zudem bieten wir nun zusätzliche Newsletter mit längeren Recherchen und allem, was es über unser Zuhause zu sagen und zu wissen gibt und mehr Worte braucht, als in ein „Wissen im Schnelldurchlauf“ passt. ### **Wann?** An diesem Montag ist unser Team erstmals vollzählig zur Arbeit erschienen. Jetzt machen wir alles gleichzeitig (eingrooven, Angebot konkret machen, Dinge ausprobieren, Technik umstellen) – und lassen euch am offenen Herzen miterleben und mitreden. Schließlich wollen wir nicht wochenlang in Hinterzimmern theoretisch etwas planen, das letztendlich an euren Bedürfnissen vorbeigeht. Unsere Ohren sind daher immer offen für allgemeine Wünsche und Feedback (redaktion@loky.news / [loky\*-Briefkasten](https://tally.so/r/nWG2dN?ref=loky.news)). Konkrete Fragen und Bitten folgen. Der heutige Newsletter ist erstmals Teamwork. Daher übergebe ich nun an meine Kolleginnen. Eure Juliane --- ## Wissen ## Mehr Hotel am GLS Campus: Anwohner:innen wollen sich wehren *Text: Jessica, über die es offenzulegen gilt, dass sie selbst Anwohnerin ist.* ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/11/IMG_4810-1.jpg) Grüne Oase GLS-Campus. ### **Worum geht’s?** Auf dem GLS Campus zwischen Choriner Straße und Kastanienallee soll ein neues Hotel mit etwa 100 Zimmern gebaut werden. Bislang betreibt die GLS dort das Hotel Oderberger (72 Zimmer), die GLS Sprachschule und ein Gebäude mit 50 Apartments für Kursteilnehmende. Das neue Hotel mit zwei Flügeln und sechs Etagen soll am südlichen Ende des Geländes entstehen – von September 2026 bis April 2028, montags bis samstags, zwischen 6 und 18 Uhr. Als Zufahrt für die Baustelle soll die Feuerwehrzufahrt neben dem Spielplatz in der Choriner Straße genutzt werden. ### **Was sagt die GLS?** Die GLS ist ein seit Jahren im Kiez verortetes Familienunternehmen rund um Gründerin Barbara Jaeschke. In einer [Präsentation des Vorhabens](https://betonstop.de/wp-content/uploads/2025/11/Vorstellung-Neubauprojekt-Kopie.pdf?ref=loky.news) heißt es: „Wir legen großen Wert auf eine kollegiale Zusammenarbeit und eine transparente Kommunikation. Uns ist bewusst, dass eine Baustelle zunächst eine Herausforderung für alle Beteiligten darstellt. Langfristig verfolgen wir mit dem Bau das Ziel, als Unternehmen zu wachsen, Arbeitsplätze zu sichern und einen positiven Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Kiez zu leisten.“ Der Neubau soll nachhaltig erfolgen und setzt dafür etwa auf Wärmepumpen. ### **Was sagen die Anwohner:innen?** Am Montagabend trafen sich knapp 40 Anwohner:innen, um das Projekt zu diskutieren. _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit stinkendem Sahnehäubchen und Etagen-Lidl URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-stinkendem-sahnehaubchen-und-etagen-lidl/ Last updated: 2025-11-05T15:40:23.000Z Ihr Lieben. "Ich nutze diesen Newsletter-Editorial-Briefkopf, um mich rasch vorzustellen: Ich bin Sarah Mahlberg, neu bei loky\* und bald auch regelmäßig federführend hier vertreten. Ich freue mich darauf!" Das schreibt euch meine neue Kollegin Sarah, mit der ich die heutige Ausgabe gemeinsam erstellt habe. Yippee! (Selfie haben wir vergessen, aber reichen wir nach.) In den kommenden Wochen wird sich hier einiges tun. Neue Leute. Neues Angebot. Nur die Giraffe bleibt gleich. Macht's wie Sarah und freut euch drauf! Dass internationaler Herbst der Veränderungen ist, hat übrigens auch der Prenzlauer Berg mitbekommen. Schaut mal: --- ## Wissen im Schnelldurchlauf - **Farbattacken auf mehrere**[ **LAP-Coffee-Filialen**](https://www.loky.news/loky-mit-euren-fragen-zu-lap-coffee-und-leerstand-prenzlauer-berg/)im Kiez: "LAP Coffee ist das stinkende Sahnehäubchen des Tech-Kapitals auf der Gentrifizierung", schreiben die Aktivitst:innen von "Lap Coffee Piss Off". Die Gegenseite schätzt die günstigen Preise des Investor:innen-gestützten Kaffee-Startups ([mehr dazu hier](https://www.loky.news/loky-mit-euren-fragen-zu-lap-coffee-und-leerstand-prenzlauer-berg/)).(Quellen: [taz](https://taz.de/LAP-Coffee/!6122366/?ref=loky.news), [Website der Aktivist:innen](https://lapcoffeescheisse.noblogs.org/?ref=loky.news)) - Ab kommendem Jahr wird die **Torstraße** kernsaniert und **bekommt einen Radweg**. Für diesen sollten ursprünglich Parkplätze und Auto-Fahrspur weichen, hatte die alte, rot-rot-grüne Regierung geplant. Unter schwarz-rot soll nun auf der Südseite ein Teil des Gehwegs Radweg werden. Eine Info-Veranstaltung für die Nachbarschaft ist am 19.11\. (Quellen: [RBB](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/10/berlin-mitte-torstrasse-verkehrsverwaltung.html?ref=loky.news), [Senatsverwaltung für Mobilität und Verkehr](https://www.berlin.de/sen/uvk/presse/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1611603.php?ref=loky.news)) - Neuester Termin für die **Eröffnung der S15**, also known as Direktverbindung zwischen nördlichem Ring und Hauptbahnhof: **28.03.2026**. Der FEX als Abkürzung zwischen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof wird schon zum 14.12\. eingestellt. (Quellen: [RBB](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/10/berlin-sbahn-s15-s21-verkehr-oepnv-eroeffnung.html?ref=loky.news), [VBB](https://unternehmen.vbb.de/presse/die-neue-oepnv-anbindung-zum-flughafen-ber-ab-dem-14-dezember-2025/?ref=loky.news)) - Anfang 2026 **eröffnet Lidl eine zweistöckige Filiale an der Schönhauser** (genauer: zwischen Flink und Budni, wo früher Netto mit Hund residierte). SB-Kassen und ein großes Bio-Sortiment sind angekündigt. (Quelle: loky\*-Anfrage) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/11/Lidl.jpeg) - Der **asbestverseuchte Bauschutt**, der im April beim Abriss des Jahn-Stadions entdeckt wurde, liegt dort noch rum. Bis Mitte November soll er entsorgt werden. (Quelle:[ Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/krebserregender-stoff-am-mauerpark-noch-immer-lagern-hunderte-tonnen-asbest-schutt-mitten-in-berlin-14627504.html?ref=loky.news)) - Die **Grundschule am Weißen See** soll nach acht Jahren Bauzeit noch in diesem Schuljahr in ihr Gebäude zurückziehen können – spätestens in den Osterferien. (Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1609146.php?ref=loky.news)) - Die **Berliner Volksbank verlegt ihre Filiale** zum 17.11\. von der Schönhauser Allee/Ecke Berliner Straße in die alte AOK-Filiale an der Schönhauser/Ecke Kastanienallee. Angebot und Anzahl der Mitarbeitenden bleiben gleich; dafür ist die Verkehrsanbindung besser. (Quelle: loky\*-Anfrage) - Vor ein paar Monaten mussten Aktivist:innen noch selbst einen **Radweg** auf die **Neumannstraße** malen. Nun folgt **Anfang 2026** die offizielle Version. (Quelle:[ Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/fahrrad-projekt-kommt-nach-15-jahren-planung-berliner-bezirk-baut-drei-meter-breiten-radweg--diesmal-ohne-beton-blocke-14654240.html?ref=loky.news)) - Die **Margarete-Sommer-Straße** bekommt einen **neuen Bürgersteig**. Parallel werden die Laternen gegenüber neu gemacht. Dafür wird bis Dezember 2026 die Straße gesperrt. Nur die Zufahrt zur Tankstelle bleibt offen. (Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1611295.php?ref=loky.news)) - Die Deutsche Umwelthilfe macht mit Eltern und Schulleitung mobil gegen die geplante Fällung von 100-jährigen Bäumen im Hof der **Heinz-Brandt-Schule** in Weißensee. Sie sollen für einen Schulneubau weichen. (Quelle: [Deutsche Umwelthilfe](https://mitmachen.duh.de/heinz-brandt-schule/?ref=loky.news)) - Seltsamer Ansturm beim VEB Orange in der Oderberger: **Alle wollen den DDR-Mixer RG28 in Orange kaufen**. TikToks rühmen die Unverwüstlichkeiten des Erbstücks von Oma; Youtube-Videos erklären die Wartung.(Quellen: loky\*-Anfrage, [insuedthueringen.de](https://www.insuedthueringen.de/inhalt.ruehrgeraet-28-suhls-held-der-arbeit-laeuft-und-laeuft-und-laeuft.345997d7-01c1-4ae7-a965-f3de8478693a.html?ref=loky.news)) --- ## Wie finanziert ihr euch eigentlich? Mit eurer Hilfe! Es ist nicht selbstverständlich, dass loky\* so verlässlich in dein Postfach rauscht. Unsere zahlenden Mitglieder sorgen dafür, dass wir Woche für Woche berichten, Neues ausprobieren und uns weiterentwickeln können. 👉 Noch kein zahlendes Mitglied? Sei dabei und mach' loky\* möglich. [Jetzt Premium-Mitglied werden! ](https://www.loky.news/membership/) ## Eure Fragen: U-Bahnhof Senefelderplatz ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/11/Senefelder1.jpeg) „Seit einiger Zeit hält die U-Bahn am Senefelderplatz wieder stadteinwärts (dafür aber nicht mehr stadtauswärts). Der neu freigegebene Bahnsteig sieht aber noch massiv nach Baustelle aus. Bleibt das so?“, fragt Julia. ### Worum geht's? Der Bahnhof Senefelderplatz ist seit mittlerweile zwei Jahren Dauerbaustelle. Noch bis 2027 wird grundlegend saniert, und zwar im laufenden Betrieb. Das dauert zwar länger und bringt Einschränkungen mit sich (s. oben), soll für die U-Bahn-Kund:innen aber immer noch besser sein als die Alternative: Komplettsperrung über viele Monate. ### Was sagt die BVG? Louisa Mahnke aus der Unternehmenskommunikation erklärt: **Ups, du bist nicht angemeldet. Um weitere News aus Prenzlauer Berg lesen zu können, melde dich bitte kostenlos an. Kein Spam, versprochen. Unter anderem erfährst du dann, was Louisa Mahnke aus der Unternehmenskommunikation denn nun erklärt.** _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Bäcker-Rente und Masten-Sprengung URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-backer-rente-und-masten-sprengung/ Last updated: 2025-10-22T05:00:07.000Z Ihr Lieben. Wenn ihr demnächst auf einer Party oder im Schulflur mal ein anderes Smalltalk-Thema als steigende Mieten, Wetter und Kaffeepreise im Allgemeinen und [LAP Coffee](https://www.loky.news/loky-mit-euren-fragen-zu-lap-coffee-und-leerstand-prenzlauer-berg/) im Speziellen braucht, empfehle ich das Berliner Bäcker:innenhandwerk. Schlange vorm Siebert: Total berechtigt – oder völlig übertrieben? Splitterbrötchen bei Hacker: Außen schwarz und innen roh – oder die beste Erfindung seit dem Hacker-Streuselkuchen? Typischer No-Name-Berlin-Bäcker (Stichwort "Weltmeisterbrötchen" / "Kraftmeierbrötchen"): Besserer Kaffee als bei LAP – oder der Beweis, dass Weißmehl und Zuckerguss auch nach nichts schmecken können? Ich habe selten emotionalere Debatten geführt. Warum ich gerade heute darauf komme? Steht hier: --- ## Wissen ### Bäckerei Zessin schließt ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/10/Zessin.jpeg) Zessin-Filiale in der Choriner. "Bäckerei Zessin... seit 1938" steht bislang auf den Tüten. "Bis Ende 2025" könnte man ergänzen. Denn die mit drei Filialen größte unter den Prenzlauer Berger Ur-Bäckereien schließt zum Ende des Jahres. „Das ist eine Entscheidung des Chefs, und dazu wird er sich nicht äußern!", sagt die Mitarbeiterin am Telefon. Aber wenn investigative Recherche bedeutet, undercover Zimtbrötchen und Mohnstriezel zu kaufen, bin ich natürlich dabei. Aus dem Plausch in einer der Filialen ergibt sich: - Der Bäckermeister geht in Rente; eine:n Nachfolger:in gibt es nicht. - Schon seit Jahren kämpft man mit Fachkräftemangel. Filialen bleiben tagelang geschlossen, weil dort niemand Brötchen verkaufen mag. Das hat man z.B. mit der Fleischerei Mischke gemeinsam, die aus diesem Grund [vor einem Jahr ](https://www.bz-berlin.de/berlin/pankow/prenzlauer-berg-metzger-mischke?ref=loky.news)ihren Standort Schönhauser Allee komplett dichtgemacht hat. - An Nachfrage mangelt es hingegen nicht. Lediglich in der Choriner könnte es besser laufen, weil dort Lauf- und Stammkundschaft fehlen. In der Bötzow- und der Zionskirchstraße sind die Filialen fest im Kiez verankert. - Wer jetzt traurig wird: Dieses Jahr kann man noch das Weihnachtsgeschäft mitnehmen. Empfehlung des Hauses: selbstgemachte Dominosteine. *Vielen Dank an Leserin Sina für den Hinweis!* ### Weiteres Wissen im Schnelldurchlauf - In keinem Berliner Bezirk **fehlen so viele Schulplätze wie in Pankow**. Gebraucht würden 37.526\. Vorhanden waren zuletzt 32.500\. Besonders verheerend ist die Lage bei den Sekundarschulen (5100 Plätze vorhanden; 1800 fehlen) und Gymnasien (5800 vorhanden; 2146 fehlen). Grundschulen: 21.600 vorhanden, 1080 fehlen. Gelöst wird das Problem aktuell durch übervolle Klassen und Schulplätze in anderen Bezirken. (Quellen: [Kleine Anfrage an die Senatsverwaltung](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-23898.pdf?ref=loky.news), [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/neue-schock-zahlen-der-berliner-schulplatzkrise-falsche-prioritatensetzung-mit-dramatischen-folgen--vor-allem-fur-pankow-14438606.html?ref=loky.news)) - Das **Pankower Bezirksamt macht seinen Job nicht**, meint die Fraktion der Linken im Bezirk. Beschlüsse der Bezirkspolitiker:innen würden vom Amt erst lange liegen gelassen und dann nicht umgesetzt. Konkret geht es um 18 Fälle, in denen etwa neue Behindertenparkplätze, mehr Spielfläche auf einem Schulhof oder Schließfächer für Obdachlose gefordert wurden. (Quelle: [Linksfraktion Pankow](https://www.linksfraktion-pankow.de/wir/news/bezirksamt-pankow-macht-seine-arbeit-nicht-linksfraktion-hakt-nach/?ref=loky.news)) - Sieben Jahre Sanierung sind genug: **Eltern und Schüler:innen der Grundschule am Weißen See demonstrieren** am 3\. November um 15.30 Uhr vor der Dauerbaustelle in der Weißsenseer Amalienstraße und fordern "Wir wollen rein". Ursprünglich sollte der Bau 2021 fertiggestellt werden. Nun wurde der für nach den Herbstferien versprochene Rückzug aus dem Ausweichquartier in der Falkenbergstraße erneut verschoben, auf voraussichtlich Anfang 2026\. Grund sind Lieferverzögerungen, Personalmangel und Vandalismus. Beide Gebäude sind 20 Erwachsenen-Fußgehminuten voneinander entfernt. (Quellen: E-Mail der Elternvertretung; [Kleine Anfrage an das Bezirksamt](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/ka020%5Fr.asp?KALFDNR=4895&ref=loky.news)) - Noch so ein **illegaler Rave**, und dann ist Schluss! So die Drohung des Vermieters an den **Späti** an der Schönhauser, kurz vor der Paul-Robeson-Straße. Auf Insta wird zu den Partys eingeladen. Anwohnende leiden unter Lärm, Müll und Urin im Hausflur. (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/nachtliche-dj-sets-randale-urin-im-hausflur-dieser-spati-hat-ein-berliner-mietshaus-in-einen-illegalen-club-verwandelt-14565167.html?ref=loky.news)) - Die **zwei östlichen Masten des Jahnsportparks** werden im Zuge der laufenden Abbrucharbeiten **gesprengt** – aber nicht, wie geplant, in diesem Herbst, sondern im kommenden Frühjahr. Nötig ist das, weil das entstehende Stadion größer wird als das alte. Danach, voraussichtlich Mitte 2026, soll dann für bis zu drei Jahre neu gebaut werden. (Quelle: loky\*-Anfrage bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/10/Jahnsportpark.jpeg) Jahn-Sportpark, aktuell noch viermastig. - Ein Rohbau am Velodrom ist Schauplatz eines **Taubendramas**: Dort sterben aus mysteriösen Gründen Tiere, hat PETA festgestellt. Unreines Wasser als Ursache wurde schon ausgeschlossen. (Quelle: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article410195228/tierleid-im-rohbau-wer-ist-schuld-an-den-toten-tauben.html?ref=loky.news)) - Kein Linksabbiegen und weniger Fahrspuren an der **Kreuzung Wisbyer/ Ecke Ostseestraße** bis Mitte November, weil die BVG an den Gleisen baut. (Quelle: [Verkehrsinformationszentrale Berlin](https://viz.berlin.de/verkehr-in-berlin/baustellen-sperrungen-und-sonstige-storungen/?ref=loky.news)) - Kakerlaken in einem Hochhaus in der Michelangelosiedlung? Die städtische Gewobag als Eigentümerin schert das nur so mittel. (Quelle: [RBB](https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20251017%5F1930/Kakerlaken%5Fmietshaus%5Fprenzlauer%5Fberg.html?ref=loky.news)) - Bornholm I ist ein **Berlins tollster Kleingarten** bzw. Sieger im Landeswettbewerb des Landesverbandes der Gartenfreunde. (Quelle: [Bornholm I](https://bornholm1.de/wettbewerb-2025-des-landesverbandes-berlin-der-gartenfreunde-e-v/?ref=loky.news)) - Designer:in oder Handwerker:in und Lust, im Advent in einem leeren Schaufenster auszustellen? Bis 26.10\. läuft die Bewerbungsfrist für **"Design.Window.Berlin."** (Quelle: [Wirtschaftsförderung Pankow](https://www.pankow-wirtschaft.de/aktuelles/designwindowberlin-spot-on-local-design-bis-261025-bewerben/?ref=loky.news)) --- ## Eure Fragen: ## Zukunft des Krankenhauses Prenzlauer Berg ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/10/Krankenhaus.jpeg) Einstiges Krankenhaus in der Fröbelstraße, zwischen Bezirksamt und Thälmann-Park. "Ich spaziere fast täglich an der Fröbelstraße entlang und frage mich oft, was wohl aus diesem riesigen Gebäude wird, das einst eine Klinik gewesen ist", fragt Verena. ### Worum geht's? 2019 wurde das Krankenhaus Prenzlauer Berg abgewickelt und mit dem Vivantes am Friedrichshain zusammengelegt. 2020 gab es eine kleine Wiederauferstehung als Corona-Notfallkrankenhaus. 2021 folgte der Verkauf an das landeseigene Berliner Immobilienmanagement (BIM), damit dieses das Gebäude für die Nutzung durch das Pankower Bezirksamt umbaut. Seitdem ist wenig passiert – abgesehen von den Aktivitäten der Gewobag, die auf einem Teil des Grundstückes Büros, Wohnungen und Flüchtlingsunterkünfte [errichtet](https://entwicklungsstadt.de/neubau-am-diesterweg-in-pankow-fertigstellung-bis-august-2025/?ref=loky.news). ### Was sagt die BIM? Sprecherin Marlen Koenecke erklärt: **Ups, du bist nicht angemeldet. Um weitere News aus Prenzlauer Berg lesen zu können, melde dich bitte kostenlos an. Kein Spam, versprochen. Unter anderem erfährst du dann alles über den Baustand des Krankenhauses Prenzlauer Berg und eine ominöse Baustellenabsperrung am Wasserturm.** _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit stinkenden Steinen, fehlenden Pollern und BärGPT URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-bargpt-fahrradstrasse-hufelandstrasse-kiezblocks/ Last updated: 2025-10-15T05:00:31.000Z Ihr Lieben. Seit ein paar Tagen wohnt in meinem Hinterkopf ein Begriff und möchte, dass ich einen schlechten Witz über ihn mache. Aber mir fällt partout keiner ein. Er lautet: BärGPT. Yep: BÄR! GPT! Der Gute wird in den kommenden Wochen seinen Job als KI-Assistenz für die Berliner Verwaltung antreten und den Mitarbeitenden dabei helfen, umfangreiche Dokumente zusammenzufassen oder Textentwürfe zu schreiben(Quelle: [Kleine Anfrage ans Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-23827.pdf?ref=loky.news)). Da denkt man, die Verwaltung faxt Akten. Und dann kommt BärGPT. BärGPT! *(geht kopfschüttelnd ab)* ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/10/ChatGPT-Image-13.-Okt.-2025--14_40_34.png) --- ## Wissen im Schnelldurchlauf - Der **Umbau der Hufelandstraße zur Fahrradstraße** hat begonnen. Bis November wird das Kopfsteinpflaster geschliffen, um die Straße radtauglich zu machen. Das wird laut, soll aber nicht stinken. Die Straße wird dafür abschnittsweise gesperrt. Markierungen und Schilder folgen im nächsten Jahr, wenn das Wetter trocken genug ist. (Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1605546.php?ref=loky.news)) - Die **Parkklinik Weißensee ist insolvent**. Im laufenden Betrieb möchte man sich nun so umstrukturieren, dass sich das Unternehmen in Zukunft wieder trägt – etwa durch mehr als die aktuell 14.000 Patientinnen pro Jahr und weniger als die 750 Mitarbeiter:innen. (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-wirtschaft/berliner-krankenhaus-ist-uberschuldet-auch-park-klinik-weissensee-meldet-eigenverwaltung-an-14497427.html?ref=loky.news)) - Kippe auf die Straße werfen? 250 Euro. Hundekacke nicht einsammeln? 350 Euro. Matratze vor der Tür entsorgen? Bis zu 11.000 Euro. Der Berliner Senat möchte **mit höheren Strafen die Müllschwemme stoppen**. Der im Sommer vorgelegte, neue Bußgeld-Katalog harrt noch seines Inkrafttretens. Hauptkritik: Fürs Bestrafen muss man die Schutzfinken auch erwischen. Derweil formiert sich per Petition Widerstand gegen die Idee, auch Zu-Verschenken-Kisten mit bis zu 1.500 Euro Strafe zu belegen. Diese sparten schließlich Ressourcen und Geld, das die Berliner:innen in ihre steigenden Mieten stecken könnten. Illegal entsorgter Müll macht etwa die Hälfte der knapp 20.000 jeden Monat Berlinweit über die [Ordnungsamts-App](https://www.berlin.de/ordnungsamt-online/mobile-app/?ref=loky.news) gemeldeten Vergehen aus. (Quellen: [Berliner Mieterverein](https://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm1025/deutlich-erhoehte-bussgelder-fuer-muellsuender.htm?ref=loky.news), [Petition bei WeAct](https://weact.campact.de/petitions/zu-verschenke-kisten-in-berlin-retten-1?bezuggrd=CHP&utm%5Freferrer=newsletter&utm%5Fsource=cp-kurzstrecke), [Kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-23817.pdf?ref=loky.news)) - Statistisch gesehen geschehen im **Kollwitzkiez** nicht mehr Einbrüche oder Überfälle als anderswo. Weil es aber der Kollwitzkiez ist (Stichwort "Bullerbü"), schreibt der Berliner Kurier ihn zum **Problemkiez** und "Hotspot der Kriminalität" hoch. (Quelle: [Kurier](https://www.berliner-kurier.de/berlin/ueberfaelle-einbrueche-bettler-wird-der-kollwitzkiez-zum-problemkiez-li.2361122?ref=loky.news)) - Die Telekom baut gerade im Kiez die **letzten verbliebenen Telefonzellen** ab. Abgeschaltet waren sie schon seit 2024, weil: Handys. (Quelle: [Tagesspiegel Checkpoint](https://checkpoint.tagesspiegel.de/langmeldung/3lyuWKkYSjMKj151pDa8Ef?ref=loky.news)) - Erst leuchteten sie gar nicht mehr, dann teilweise grün: Ein Schluckauf der Technik hat in Berlins Innenstadtvierteln am Sonntagabend die **Straßenlaternen kurz durcheinandergebracht**. (Quelle: [RBB](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/10/berlin-mitte-stromausfall-straenlaternen-leuchten-gruen-stoerung-stromnetz.html?ref=loky.news)) - Der 2014 angekündigte **Neubau des Knaack-Klubs** an der Eberswalder wird weiter auf sich warten lassen: Bei den Vertragsverhandlungen zwischen Bezirk und Betreiber:innen "besteht weiterhin umfangreicher Klärungsbedarf bezüglich des konkreten Nutzungskonzeptes". (Quelle: [Kleine Anfrage an das Bezirksamt](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/ka020%5Fr.asp?KALFDNR=4892&ref=loky.news)) - **La Maison**, bislang Croissant- und Baguette-Dealer in Kreuzberg, eröffnet demnächst eine Filiale am U-Bahnhof Eberswalder. (Quelle: [Insta](https://www.instagram.com/p/DPbF7qljY6C/?ref=loky.news)) **Ups, du bist nicht angemeldet. Um weitere News aus Prenzlauer Berg lesen zu können, melde dich bitte kostenlos an. Kein Spam, versprochen. Unter anderem erfährst du dann alles über die Ufersanierung am Weißen See und den aktuellen Stand bei den Kiezblocks.** _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Haushalt und der Grundschule der Zukunft URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-bezirkshaushalt-maria-leo-grundschule-schulpreis/ Last updated: 2025-10-08T05:00:27.000Z Ihr Lieben. loky\* ist ein Eisberg. Was ihr sehen könnt, seht ihr. Doch unter der Oberfläche haben wir in den vergangenen Wochen viel gerödelt und Unterstützung gesucht. Herausgekommen ist ein kleines, fantastisches Team, das in nächster Zeit die lokaljournalistische Weltherrschaft... ich meine: loky\* ausbauen und auch nach Weißensee und (Alt-)Pankow bringen wird. Yippee! Natürlich werden wir euch die Truppe vorstellen, sobald wir sortiert und einsatzbereit sind. Vorher aber die Frage, ob ihr vielleicht einen Büroraum für uns habt – oder jemanden kennt, der jemanden kennt, die jemanden kennt? Wir brauchen nicht viel: Platz für etwa vier kleine Tische, Heizung, fließend Wasser. Im Gegenzug zahlen wir gerne. Unser Budget ist allerdings eher klein. Ihr wisst ja: Wir schwimmen nicht in Gold. #dagobert Sachdienliche Hinweise bitte an redaktion@loky.news. --- ## Thema der Woche: Das bisschen Haushalt ### **Worum geht's?** Wie sieht ein Haushalt für einen Bezirk aus, der jetzt schon finanziell aus dem letzten Loch pfeift und bis 2029 23 Millionen Euro Schuldenberg abbauen muss? Die Lösung heißt "Pankower Doppelhaushalt für 2026 und 2027" und wurde in der vergangenen Woche mit den Stimmen von Grünen, CDU, SPD und FDP verabschiedet. Die Linken stimmten dagegen. Neben vielen Einsparungen gibt es ein paar Schwerpunkte, für die mehr Geld als bisher ausgegeben wird. Insgesamt sind für jedes Jahr 1,4 Milliarden Euro an Ein- und Ausgaben eingeplant. Klingt viel. Pankow hat als Bezirk aber auch über 400.000 Einwohner:innen, und der größte Batzen Haushaltsgeld sind Sozialleistungen, die er zu zahlen verpflichtet ist. ### **Warum ist das wichtig?** Wenn wir keine Bürgeramtstermine bekommen, sich am Arnimplatz die Ratten durch den Müll fressen, Grundschüler:innen zu Fuß zum Schwimmunterricht laufen müssen oder geplante Kiezblocks immer weiter vertagt werden – dann liegt das daran, dass die Bezirke zu wenig Geld haben. Anders als Friedrich Merz können sie ihre finanziellen Probleme nicht durch Sondervermögen und Schulden lösen, sondern sie müssen mit dem klarkommen, das ihnen der Senat wie Taschengeld zuteilt. Seit Jahren geht jede Haushaltsverhandlung mit dem Subtext einher, dass die Finanzierung der Bezirke durch das Land Berlin dringend reformiert gehört. So war es auch diesmal. Passiert ist bislang: nüschte. ### **Wo wird gespart bzw. mehr Geld eingenommen?** - Die Mieten für bezirkseigene Grundstücke und Gebäude steigen, was bis 2027 rund 2,6 Mio. € einbringen soll. - Bei Verwaltungsausgaben werden über 1,7 Mio. € eingespart. - Zahlreiche Schulsanierungen werden vertagt. - Die [berühmten Schwimmbusse](https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-bvv-schwimmbus-und-mediaforwardfund-heinrich-schliemann-gymnasium-schule/), die Pankows Drittklässler:innen bislang zum Schwimmunterricht fuhren, bleiben gestrichen. ### **Wo wird Geld ausgegeben?** **Soziales und Kultur** - Familienzentren bekommen über 600.000 € zusätzlich. - Fast 700.000 € mehr für freie Wohlfahrtsträger. - Die Beförderung von Kindern mit Behinderungen zur Schule wird auf rund 530.000 € aufgestockt. - Längere Öffnungszeiten der Bibliotheken. - Generell bleiben mehr soziale Angebote erhalten, als im ersten Haushaltsentwurf vorgesehen. Dazu gehören Schulsozialarbeit, Unterstützung für benachteiligte Jugendliche auf ihrem Weg in den Beruf, Begegnungsstätten für ältere Menschen, Stadtteilzentren und Hilfen für Wohnungslose. **Schulen und Sport:** - 550.000 € für die Sanierung von Schulhöfen. - 640.000 € für den Unterhalt von Sportanlagen. **Sicherheit, Verkehr und Verwaltung** - Elf zusätzliche Stellen im Verkehrsüberwachungsdienst, der im ganzen Bezirk u.a. Falschparker:innen ahnden (und sich über die Bußgelder refinanzieren) soll. - 40.000 € für Schutz- und Dienstkleidung für Ordnungskräfte. - Zwei neue Stellen ab 2027, um die Zweckentfremdung von Wohnraum zu kontrollieren. ### Wo bleibt es kritisch? Der Haushalt steht, aber wackelt. Hoffen, dass es schon gut geht, sollen wir u.a. bei: **Ups, du bist nicht angemeldet. Um weitere News aus Prenzlauer Berg lesen zu können, melde dich bitte kostenlos an. Kein Spam, versprochen. Unter anderem erfährst du dann, wo die Risiken im Pankower Haushalt sind und welche Pankower Schule irre modern und vorbildhaft ist.** _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit "Das ist ein Fußweg" URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-radweg-schoenhauser-doppelhaushalt/ Last updated: 2025-10-01T05:00:07.000Z Ihr Lieben. Auf einer Skala von 1 bis 10, wie viel Fußweg fühlt ihr beim Anblick des Stücks Asphalt in der Mitte des obigen Bildes? Falls ihr nur halbwegs so tickt wie ich, lautet die Antwort: 0\. Kein Wunder. Das Ding sieht aus wie ein Radweg und war auch jahrelang einer. Geradelt wird aber seit einem Jahr auf dem berühmten ["geschützten Radweg"](https://www.infravelo.de/projekt/schoenhauser-allee/?ref=loky.news), weiter rechts im Bild. Was ist da los? --- ## Eure Fragen: ### Wann kommt der Umbau des alten Radwegs an der Schönhauser? "Mittlerweile ist der geschützte Radfahrstreifen über ein Jahr alt. Im Zuge der Realisierung wurde der alte asphaltierte Radweg lediglich an den Kreuzungsbereichen, Querungsstellen und Zufahrten zurückgebaut. Die Umgestaltung der alten asphaltierten Radwege ist Aufgabe des Bezirksamts. Bislang ist hier wenig passiert: Lediglich neue Radfahrbügel und eine Pflasterung entsprechender Bereiche wurden punktuell umgesetzt, sodass weite Teile des asphaltierten Radwegs immer noch vorhanden sind. Immerhin nutzen bereits einige Gastro-Betriebe die Flächen des alten Radwegs. Schön ist der Zustand aber nicht. Aus dem Umbau der Schönhauser kann man deutlich mehr rausholen, was auch die Akzeptanz der Bewohnerschaft und allgemein der Berliner erhöhen dürfte. Wann ist mit einer weiteren Umgestaltung zu rechnen?" fragt Constantin. **Worum geht's?** Das hat Constantin super erklärt, vielen Dank! 😄 **Warum ist das wichtig?** Immer, wenn sich an der bisherigen Aufteilung der Straßenflächen etwas ändert, gibt es Stress. Das zeigen die Debatten um die [autofreie Friedrichstraße](https://www.berlin.de/kultur-und-tickets/archiv/5914821-2805649-autofreie-friedrichstrasse.html?ref=loky.news), die [Begegnungszone Bergmannstraße](https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/aemter/strassen-und-gruenflaechenamt/strassen/artikel.1475680.php?ref=loky.news) oder um die Fahrradstraße Stargarder Straße, wo im Laufe des Oktobers in Höhe der Gethsemanekirche [Poller aufgestellt werden müssen](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/die-nachsten-poller-fur-berlin-sperre-soll-autos-aus-fahrradstrasse-in-prenzlauer-berg-vertreiben-14367359.html?ref=loky.news), damit der dort nicht mehr erlaubte Durchgangsverkehr auch wirklich nicht mehr durchfährt. Besonders blöd ist es, wenn die Umwandlung gegen viele Widerstände durchgedrückt, dann aber nur halbherzig umgesetzt wird. "Insgesamt wird es zukünftiger angenehmer sein, hier unterwegs zu sein, sich aufzuhalten und Zeit zu verbringen", hatte Pankows Stadträtin für den öffentlichen Raum, Manuela Anders-Granitzki (CDU), zu Beginn der Baumaßnahmen [versprochen](https://viz.berlin.de/aktuelle-meldungen/baubeginn-fur-den-radfahrstreifen-auf-der-schonhauser-allee/?ref=loky.news). Yoah: ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/09/Sch--nhauser2.jpeg) **Was sagt das Bezirksamt?** Aus dem Büro der Stadträtin heißt es: "Ihr Eindruck, dass auf dem Hochbordradweg nichts passiert sei, kann unsererseits nicht bestätigt werden." Bereits erfolgte Änderungen: - Gastronomien dürfen auf dem alten Radweg ihre Tische aufstellen, wenn sie das vorher beim Amt beantragen. Wie viele das getan haben, wird nicht erhoben. - 55 neue Fahrradbügel - 2 neue Bänke - 3 neue Abstellflächen für Leih-E-Roller Noch ausstehend: - Entsiegelung von Flächen, die die Außengastronomie nicht braucht. Dort wird der Asphalt durch wasserdurchlässigen Belag ersetzt. So könnten zum Beispiel Baumscheiben vergrößert und bepflanzt werden. Genaue Pläne gibt es aber noch nicht, auch weil das Geld dafür frühestens 2026 zur Verfügung steht. **Julianes Kommentar** Damit der alte Radweg nicht nur rein rechtlich, sondern auch dem Gefühl nach ein Fußweg wird, muss die optische Trennung durch die Pflasterung aufgehoben werden. Das wird aber nicht kommen. Damit sind wir nun gefragt, unsere Konditionierung aufzugeben und die Fläche als Fußweg zu nutzen, auch wenn es sich falsch anfühlt. Außerdem würde es sicher helfen, wenn noch mehr Gewerbetreibende dort Tische, Stühle und ein paar Blumen aufstellten. Meine Frage, ob Letztere das auch so sehen, wurde leider bislang nicht beantwortet. Ich bleibe aber dran und liefere die Antwort gegebenenfalls nach. --- Was meint ihr? Ist der Umbau der Schönhauser Allee aus eurer Sicht ausreichend und gelungen? Und was können wir tun, damit unser Kiez schöner wird, wenn dem eigentlich zuständigen Bezirk Geld und Personal für Verbesserungen fehlen? Schreibt mir an redaktion@loky.news oder [direkt in unseren Briefkasten](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfmDeL-5rQkv4DjIvFrkXigHiu1BDaaslSXu0qN1io0q-3X7w/viewform?usp=dialog&ref=loky.news). --- ### Zukunft des SEZ "Wie geht es weiter mit dem SEZ?", fragt ein:e anonyme Leser:in. **Worum geht's?** 1981 war das Sport- und Erholungszentrum mit Schwimmbad und Eislaufbahn an der Landsberger Allee der heißeste Scheiß. Nach der Wende kamen Verkauf, Investor:innen-Wechsel und Verfall. Am Ende eines langen Rechtsstreits ging das Areal [2023](https://www.berlin.de/sen/finanzen/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung.1391818.php?ref=loky.news) zurück ans Land Berlin. **Wie ist der aktuelle Stand?** **Ups, du bist nicht angemeldet. Um weitere News aus Prenzlauer Berg lesen zu können, melde dich bitte kostenlos an. Kein Spam, versprochen. Unter anderem erfährst du dann, was auf dem Gelände des SEZ nun passiert, wie es um Pankows Haushalt bestellt ist und wo es dekadente Nudelsuppen zu speisen gibt.** _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Polizei-Zettellage, Anger-Neubau und Kippen URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-polizei-aushang-pankower-anger-neubau/ Last updated: 2025-09-24T05:00:38.000Z Ihr Lieben. In der vergangenen Woche habe ich für 20 Sekunden die Kontrolle verloren. Und das nur, weil ich auf dem Weg zur Kita (ist man da eigentlich mal nicht in Eile?) aus dem Augenwinkel den obigen Anblick registrierte. Bäckerei Seidel?! In der Stargarder? Da, wo seit 130 Jahren der [Hacker-Bäcker](https://www.loky.news/manches-muss-bleiben-wir-zum-beispiel/) residiert?! Der Mann vom Filmteam, der mir den Weg versperrte, musste schon sehr deutlich werden, bis ich begriff, dass ich hier nicht im Vorbeigehen die Mega-Lokalgeschichte aufgedeckt hatte, sondern lediglich Prenzlauer Berger Alltag, in dem halt ständig überall gedreht wird, auch in der Heimstadt des [kolossalsten Splitterbrötchens der Stadt](https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Splitterbr%C3%B6tchen%5Fhacker%5F-%5F1.jpeg?ref=loky.news) – übrigens lebender Beweis dafür, dass Zucker und Gluten das Leben doch besser machen. Woraus wir lernen: Ich bin der Pawlowsche Hund des Prenzlauer Berger Lokaljournalismus, und aktuell auf der Suche nach Menschen mit ähnlichen Instinkten. Das bist du? Dann bewirb dich entweder auf unsere [ausgeschriebene Stelle](https://www.loky.news/redakteur-in-m-w-d-fur-lokale-newsletter-community-in-ost-berlin-pankow-und-angrenzende-ortsteile/), oder hilf als Community-Mitglied mit, diesen Newsletter noch informativer zu machen. Dir fällt was auf, das auch andere im Kiez interessieren könnte? Schreib's mir an redaktion@loky.news oder [direkt in unseren Briefkasten](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfmDeL-5rQkv4DjIvFrkXigHiu1BDaaslSXu0qN1io0q-3X7w/viewform?usp=dialog&ref=loky.news). Dankeschön! Ich freu mich drauf. --- ## Community ### Eure Fragen: Aushänge der Polizei ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/09/Polizei_Zettel.jpg) "Die Polizei plakatiert gerade ständig neue Warnungen an die Türen bei uns im Kiez. Ist der Prenzlauer Berg gerade Kriminalitäts-Hotspot, oder was ist da los?", fragt Peter. **Worum geht's?** Warnung vor Kellereinbrüchen. Warnung vor Trickdieben. Anleitung zum Dasein als aufmerksame, sichere Nachbarschaft. Die Berliner Polizei hat einiges mitzuteilen, und das tut sie – ja, auch per Pressemitteilung und Facebook, aber auch mithilfe von Din A4-Handzetteln und Tesafilm. Einmal wahrgenommen, kann man es nicht mehr nicht sehen. **Was sagt die Polizei?** Valeska Jakubowski ist Sprecherin der Polizei Berlin. Sie sagt: - Gerade gibt es tatsächlich mehr Einbrüche in Prenzlauer Berg als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Von Einbruchsserie mag sie jedoch nicht sprechen. - Flyer kommen zum Einsatz, um die Nachbarschaft bei sich häufenden Taten zu sensibilisieren, aber auch ohne Anlass zur Prävention. Das ist nichts Neues. - Finanziert werden die Klebeaktionen aus dem Budget der Polizei. Wie viel sie kosten, wird nicht extra erfasst. - Ziel der Aktionen ist nicht nur das Senken der Fallzahlen, sondern auch eine Erhöhung des Sicherheitsgefühls. Ob's funktioniert, ist nicht so leicht zu sagen. Die Rückmeldungen bei den Polizeidirektionen vor Ort sind aber gut. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/09/Polizei1.jpg) **Warum ist das wichtig? Julianes Kommentar** Ja, mehr Einbrüche, das ist blöd. Fast noch interessanter finde ich aber, dass nicht nur die Polizei auf analoge Aushänge setzt, sondern auch die BSR bei ihren Kieztagen, die BVG bei Bauarbeiten, der Bezirk bei Aufrufen zur Bürgerbeteiligung oder Politiker:innen, wenn sie dem Wahlkreis etwas mitteilen wollen. Früher hat man das einfach in die Lokalzeitung gedruckt. Aber wer liest heute noch die Lokalzeitung? Mittlerweile haben für unser Zusammenleben wichtige Institutionen Probleme, die Menschen noch zu erreichen. Natürlich stellen diese ihre Anliegen weiterhin irgendwo ins Internet. Aber die einen schauen da nicht mehr rein; Stichwort News Avoidance. Und allen anderen zeigt der Facebook-Algorithmus lieber das neueste Banana-Bread-Rezept. Wenn an der Haustür ein Aufruf der Berliner Polizei klebt, ist das also nicht nur die Warnung vor Neppern, Schleppern, Bauernfängern, sondern auch eine demokratische Institution im Notfallmodus. Denn ohne gemeinsames Wissen keine Gemeinschaft. Das ist nicht gut. (Ganz recht: Zu den vielen Gründen, aus denen wir loky\* gegründet haben, gehört auch der.) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/09/Aushang.jpg) --- ### Jobsuche Ein cooles, engagiertes Mitglied aus unserer Community sucht nen Job! Sie war schon Fotoredakteurin einer überregionalen Zeitung, in der Werbung, hatte ihr eigenes Café und war ehrenamtlich in der Geflüchtetenhilfe aktiv. Nun sucht sie eine neue Aufgabe, bis zu 20 Stunden in der Woche. Gerne Café, Verkauf oder auch ne Tierhandlung. Sie besitzt schließlich nicht nur Kommunikationsstärke, sondern auch einen Hund. Ihr wisst was? Dann meldet euch bei mir unter [redaktion@loky.news](mailto:redaktion@loky.news) und ich leite es weiter. --- ## loky\* ist kein Selbstläufer. Damit wir gemeinsam mit euch aus loky\* ein Lokalmedium machen können, das sich selbst trägt, brauchen wir dich! Liest du (fast) jeden Newsletter? Wenn es loky\* nicht mehr gäbe, wärst du traurig? Dann solltest du jetzt zahlendes Mitglied und Teil von loky\* werden. Sei dabei und baue mit uns loky\* auf! [Jetzt Premium-Mitglied werden! ](https://www.loky.news/membership/) ## Wissen im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/09/250916_3-35_pm_vogelperspektive-wohnungsbau-schulstrasse-_-archlab-fuer-patzschke-architekten-.jpg) - Dass auf der **einstigen Kaufhallen-Fläche am Pankower Anger** ein neues Stadtquartier gebaut werden soll, ist schon lange klar. In der vergangenen Woche haben Bezirk und Grundstückseigentümer den städtebaulichen Vertrag unterschrieben und damit den ersten Schritt gemacht Richtung Bau von Wohnungen, Büros, Stadtplatz, Läden und Gastro. Noch in diesem Jahr soll die Nachbarschaft ihre Ideen in den weiteren Planungsprozess einbringen können. Das Café Kraft, das die Fläche aktuell nutzt, wird weichen müssen. Baustart ist frühestens 2026\. (Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1598764.php?ref=loky.news), [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/mix-aus-altbau-flair-und-business-architektur-so-soll-das-neue-quartier-mitten-in-berlin-aussehen-14343035.html?ref=loky.news)) - **Fahren mit den Öffis** wird im kommenden Jahr **teurer**: In Tarifzone A/B kosten Einzelfahrten dann 4, Kurzstrecken 2,80 Euro (jeweils +20 Cent). Das 7-Tage- sowie das Jahresticket werden gestrichen. Der Preis fürs Deutschlandticket steigt von 58 auf 63 Euro pro Monat. (Quellen: [VBB](https://unternehmen.vbb.de/presse/neue-fahrpreise-im-vbb-zum-1-januar-2026/?ref=loky.news), [Bundesregierung](https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/deutschlandticket-2134074?ref=loky.news)) **Ups, du bist nicht angemeldet. Um weitere News aus Prenzlauer Berg lesen zu können, melde dich bitte kostenlos an. Kein Spam, versprochen. Unter anderem erfährst du dann, was eine Einflottung ist, und warum dank ihr die U2 nun pünktlicher fährt.** _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Jobs und Nachbarschaft versus Wurzelwerk URL: https://www.loky.news/tischtennis-marie-jobs-loky-kanalsanierung/ Last updated: 2025-09-17T05:00:13.000Z Ihr Lieben. An Tagen wie diesen möchte ich mich gerne vierteilen: Eine Juliane schreibt diesen Newsletter. Eine recherchiert diese eine Geschichte, die ich schon lange auf dem Zettel habe. Eine die andere, auf die das gleiche zutrifft. Und die Vierte unterstützt Philipp bei Steuerklärung, Events und Grafiken. Vom überfälligen Anruf bei der Hausverwaltung wegen der katzengroßen Ratten im Keller ganz zu schweigen. Stellt sich raus: Mein Privatleben muss ich schon selbst auf die Kette kriegen. Aber im loky\*-Universum ist das Verteilen der Arbeit auf mehre Schultern (m/w/d) durchaus möglich: Ab sofort suchen wir Menschen, die uns in der Redaktion unterstützen! Alles Wichtige steht hier: [Redakteur:in (m/w/d) für lokale Newsletter & Community in Ost-Berlin (Pankow und angrenzende Ortsteile)Fest-frei, 2–4 Tage pro Woche, Berlin, ab sofort![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/icon/Gira-ohne-Hintergrund-3-8.png)loky\* - Newsletter & CommunityRedaktion![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/thumbnail/Gira-ohne-Hintergrund--ausgef-llt--und-gelbem-Ohr-Sticker-links-rechts-blickrichtung-5.png)](https://www.loky.news/redakteur-in-m-w-d-fur-lokale-newsletter-community-in-ost-berlin-pankow-und-angrenzende-ortsteile/) Ihr habt selbst Lust? Oder kennt jemanden, der/die jemanden kennt, auf die/den das zutrifft? Perfekt! Verteilt die Info und helft mit, dieses Angebot für uns alle noch toller und tiefer zu machen. Dankeschön. Das wird mega! 🤩 --- ## Wissen ### Tischtennis-Flashmob auf der Marie ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/09/TischtennisMarie.jpg) Foto: Wolfgang Brenner **Worum geht's?** Sieben Jahre ist es her, da wurden auf dem Stadtplatz Marie im Winskiez Bänke und Tischtennisplatten beseitigt, da die Wurzeln der Bäume zu Stolperfallen geworden waren und sich das Bezirksamt bei der Frage "Bäume fällen" oder "Mobiliar abbauen" für Letzteres entschied. Seitdem wurden zwei neue Bänke aufgestellt. Doch die Tischtennisplatten bleiben verschwunden, weil dem Bezirk das Geld fehlt, irgendetwas zu unternehmen, egal in welche Richtung, wie die zuständige Stadträtin Manuela-Anders Granitzki (CDU) [im Juni mitteilte.](https://www.linksfraktion-pankow.de/fileadmin/pankow/bvv/Kleine%5FAnfragen%5FAntworten/Kleine%5FAnfrage%5F-%5FKA-1055-IX.pdf?ref=loky.news) **Warum ist das wichtig?** Verwaltungsvorschrift 38A schreibt etwas vor. Außerdem haben wir kein Geld. Daher passiert hier bis auf Weiteres nichts. Wer sich fragt, was Berlin und seine Verwaltung im Jahr 2025 auszeichnet, dann ist es genau diese Haltung. **Was sagen die betroffenen Anwohner:innen?** Nichts. Sie machen etwas. Nämlich zeigen, dass man auf der Marie durchaus weiterhin Tischtennis spielen und nebenher die Nachbarschaft zusammenbringen kann. In der vergangenen Woche schoben sie, unterstützt von der [Tischtennishalle Dingdong Pingpong](https://www.loky.news/dingdong-in-der-prenzlauer-gibts-ab-montag-pingpong/) aus dem Kiez, drei Platten auf den Platz und machten ihr Ding. Zudem wollen sie dem Bezirk nochmal mit Mails auf die Pelle rücken. Sie sind auch bereit, den klammen Bezirk selbst mit Geld zu unterstützen. Kauf und Aufbau alleine einer Tischtennisplatte kosten aber 19.000 Euro, zu denen weitere 5000 Euro für das Fällen der Bäume kämen. **Julianes Kommentar** Berliner:innen sind Macher:innen. Sie suchen pragmatische Lösungen und packen an. Die Berliner Verwaltung ist genau das Gegenteil. Höchste Zeit, dass wir ihr in die Hacken treten und unsere metaphorischen, aber manchmal auch ganz realen Tischtennisplatten selbst mitbringen. That's the spirit! --- ## Eure Fragen: Kanalarbeiten im Skandinavischen Viertel (über überall sonst, Anm. Red.) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/09/BWB.jpg) "Könnt ihr mal bitte berichten, was es mit der Baustelle in der Schönfließer Straße auf sich hat? Sah zunächst aus wie ein Wasserrohrbruch, scheint nun aber länger zu dauern", fragt Andrea. **Worum geht's?** Die Kreuzung Czarnikauer/Schönfließer Straße, gleich neben Bäckerei Siebert, ist seit Wochen komplett für Autos gesperrt, damit die Berliner Wasserbetriebe dort mit zwei Baggern tiefe Löcher graben können. **Was sagen die Verantwortlichen?** Ups, du bist nicht angemeldet. Um weitere News aus Prenzlauer Berg lesen zu können, melde dich bitte kostenlos an. Kein Spam, versprochen. Unter anderem erfährst Du dann, warum über 500 Millionen Euro Investition pro Jahr ins Kanalsystem nicht reichen, und wo ein Hundeleben besonders gefährlich ist. _This post is for subscribers only._ ### Politik-Ticker #12.9.25 URL: https://www.loky.news/politik-ticker-12-9-25-sparen-parks-jahn-sportpark-sonntagsclub-schroder-spd-linke-bsw/ Last updated: 2025-09-12T10:41:47.000Z 💡 Diese News kommen aus dem aktuellen loky\* - Newsletter "Hey, Prenzlauer Berg". - Schulhöfe, Parks, Straßenbäume, Dachrinnen: **Sturmtief Ziros** und seine Freund:innen haben im Juni in Berlin ordentlich gewütet. Die Schäden allein in Pankow zu beseitigen, kostet **mindestens 400.000 Euro**, meldet der Bezirk. Nur Lichtenberg hat es mit 780.000 Euro noch schwerer erwischt. (Quelle: [Kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-23173.pdf?ref=loky.news)) - **Parkläufer:innen** sind in Berlins Parks unterwegs, um freundlich auf Lärmschutz, Grillbestimmungen und andere Regeln des Miteinanders hinzuweisen, bevor die Polizei einschreiten muss. Nun **hat der Senat das Geld dafür gestrichen**. Unter anderem die Freunde des Mauerparks machen dagegen mobil – schlichtweg, weil das Projekt erfolgreich und der Park damit friedvoller und sauberer sei. (Quelle: [Freunde des Mauerparks](https://www.facebook.com/mauerpark.berlin/posts/parks-brauchen-betreuung-parkl%C3%A4ufer-projekt-fortsetzendas-berliner-parkl%C3%A4ufer-pr/1217394177096171/)) Ups, Du bist nicht angemeldet. Um weitere News aus Prenzlauer Berg lesen zu können, melde dich bitte kostenlos an. Kein Spam, versprochen. Unter anderem erfährst Du dann, was beim Neubau am Jahn-Sportpark eingespart wird. _This post is for subscribers only._ ### Talk of the Town #12.9.25 URL: https://www.loky.news/talk-of-the-town-12-9-25-klassengoesse-mauerpark-laerm-fahrradampeln/ Last updated: 2025-09-12T10:34:34.000Z 💡 Diese News kommen aus dem aktuellen loky\* - Newsletter "Hey, Prenzlauer Berg". - **Wie viele Schüler:innen passen in eine Klasse? 36**, hat das Berliner Verwaltungsgericht für das Schliemann-Gymnasium angeordnet. In diesem Jahr haben besonders viele Eltern einen Schulplatz für ihr Kind eingeklagt. Der Bezirkselternausschuss ist entsetzt und fordert eine Höchstgrenze von 32 Kindern pro Klasse. (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/schule/50-prozent-mehr-schulplatz-klagen-berliner-gericht-zwingt-pankower-gymnasium-zu-klassen-mit-36-kindern-14286020.html?ref=loky.news)) - In der großen Diskussion um die Frage, **wie viel Lärm aus dem Mauerpark die Anwohner:innen tolerieren** müssen, sammeln die Trommler:innen vom Drum-Circle nun Unterschriften fürs Team "viel". 100 Menschen sehen das bislang genauso. (Quelle: [Petition bei WeAct!](https://weact.campact.de/petitions/der-mauerpark-drum-circle-soll-bleiben?ref=loky.news)) - Stargarder, Schönhauser und Prenzlauer bekommen testweise **ein Frühwarnsystem für die Fahrradampel:** Das 200 Meter vorher installierte Ding zeigt an, ob man es an der nächsten Kreuzung noch über Grün schafft, wenn man mit entspannten 20 km/h unterwegs ist – oder eben nicht. So sollen überstürztes Bremsen und hektisches noch eben Drüberrasen verhindert werden. (Quelle: [rbb24](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/08/ampel-fahrrad-fahrer-berlin-kreuzung-digital-anzeige-velo-flow.html?ref=loky.news)) ## Jetzt kostenlos loky\* abonnieren. Dein Newsletter für Prenzlauer Berg und Pankow. Relevante News und Zuhausegefühl für Prenzlauer Berg & Pankow. Seriös und lässig. Abonnieren Email sent! Check your inbox to complete your signup. Kein Spam. Kostenlos. Jederzeit kündigen. ![Display 169 (2000 x 1125 px)-2.png](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/03/Display-169--2000-x-1125-px--2-2.png) ### Gastro-News #12.9.25 URL: https://www.loky.news/gastro-news-12-9-25-adieu-bar-watt-bornholmer-huette-kanaan/ Last updated: 2025-09-12T10:35:09.000Z 💡 Diese News kommen aus dem aktuellen loky\* - Newsletter "Hey, Prenzlauer Berg". - **Neu im Kiez**: Die [**Adieu Bar**](https://www.instagram.com/adieu.bar/?ref=loky.news) in der Knaackstraße, eröffnet vom 28-jährigen Fotografen Julian Mathieu mit Wunsch nach einem Plan B. Ein solide Italiener **Il Falko** an der Stargarder, Ecke Pappelallee. Sowie eine Filiale der Burger-Kette **Goldies** an der Schönhauser Allee, direkt neben Zeit für Brot. (Quellen: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/berlin/article409671078/fotograf-wird-barkeeper-das-ist-der-grund-fuer-das-neue-leben.html?ref=loky.news), [BZ](https://www.bz-berlin.de/ich-berlin/so-isst-berlin/il-falco-neu-im-kiez-in-prenzlauer-berg?ref=loky.news),[ Berlin live](https://www.berlin-live.de/freizeit/ausgehen/berlin-burger-goldies-neue-filiale-prenzlauer-berg-plant-id534140.html?ref=loky.news)) - **Nicht mehr im Kiez**: Trotz aller Proteste musste die **WATT-Bar** im Kollwitzkiez aufgrund ihres auslaufenden Mietvertrags Ende August schließen. (Quelle: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article409847710/emotionale-achterbahnfahrt-tage-der-watt-bar-sind-gezaehlt.html?ref=loky.news)) - **Weiterhin im Kiez**: Nur ein paar Tage brauchte die **Bornholmer Hütte,** dann hatte sie die 20.000 Euro über ein von Stammgästen initiiertes Crowdfunding beisammen, die die Kult-Kneipe benötigte, um Ausstände aus Corona-Zeiten zu begleichen. (Quelle: [Startnext](https://www.startnext.com/rettet-die-bornholmer-huette/blog/beitrag/matthias-und-eva-sagen-danke-p107491.html?ref=loky.news)) - **Auf der Kippe**: Das israelisch-palästinensische **Kanaan**, gebeutelt durch Wirtschaftskrise und einen Vandalismus-Anschlag, sammelt derweil noch Spenden und bittet um Besuche und Weiterempfehlungen, um die Tore offen halten zu können. (Quelle: [Kanaan](https://www.kanaan-berlin.de/de/shop?ref=loky.news#!/Donate-to-help-save-Kanaan/c/187100778)) ## Jetzt kostenlos loky\* abonnieren. Dein Newsletter für Prenzlauer Berg und Pankow. Relevante News und Zuhausegefühl für Prenzlauer Berg & Pankow. Seriös und lässig. Abonnieren Email sent! Check your inbox to complete your signup. Kein Spam. Kostenlos. Jederzeit kündigen. ![Display 169 (2000 x 1125 px)-2.png](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/03/Display-169--2000-x-1125-px--2-2.png) ### Baustellen & Verkehrsservice #12.9.25 URL: https://www.loky.news/baustellen-verkehrsservice-12-9-25-sommerbad-pankow-sev-kollwitzkiez/ Last updated: 2025-09-12T10:35:25.000Z 💡 Diese News kommen aus dem aktuellen loky\* - Newsletter "Hey, Prenzlauer Berg". - Das **Sommerbad Pankow** bleibt noch bis zum kommenden Sonntag (14.9.) geöffnet, wegen Wetter. (Quelle: [Berliner Bäderbetriebe](https://www.berlinerbaeder.de/news/detail/ende-der-sommer-saison-und-beginn-der-hallenbad-saison/?ref=loky.news)) - Die **Großbaustelle der Berliner Wasserbetriebe im Kollwitzkiez** hat nun die Sredzki- sowie die Kolmarer Straße erreicht. Bis Februar 2026 soll dieser Bauabschnitt beackert werden. Insgesamt werden in der Ecke bis 2027 mehr als 1,2 Kilometer Trinkwasserleitungen und fast 280 Meter Abwasserkanäle ausgetauscht. Gastronomie und Kollwitzmarkt sind maximal genervt, weil niemand neben der Baustelle Kaffee trinken mag und die Händler:innen ihre Stände nicht mehr gut erreichen. (Quellen: [Berliner Wasserbetriebe](https://www.bwb.de/de/baustelleninformationen.php?ref=loky.news), [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article409924524/nerven-liegen-blank-baustelle-in-pankow-trifft-beliebten-markt.html?ref=loky.news)) - Noch bis Oktober werden **im Volkspark Prenzlauer Berg die Wege saniert**. Der Bezirk investiert 1,2 Millionen Euro. (Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1589245.php?ref=loky.news)) - **#ÖPNV-SEV:** Am kommenden Wochenenden fährt von Freitagabend bis Montagfrüh **keine S-Bahn von der Bornholmer über Pankow Richtung Norden**. Am Wochenende drauf startet die Sperrung am S-Bahnhof Pankow Richtung Norden. Aber (Halleluja!): Ringbahn und M13 fahren nach ewigen Baustellensperrungen wieder, und auch der Schwedter Steg hat einen neuen Dünnbelag (jetzt weiß ich auch, was das ist: eine Oberfläche aus Kleinststeinchen, auf der man besser nicht stolpert, #schürfwundenalarm). (Quellen: [S-Bahn](https://sbahn.berlin/fahren/bauen-stoerung/?ref=loky.news), [BVG](https://www.bvg.de/de/verbindungen/stoerungsmeldungen?ref=loky.news)) ## Jetzt kostenlos loky\* abonnieren. Dein Newsletter für Prenzlauer Berg und Pankow. Relevante News und Zuhausegefühl für Prenzlauer Berg & Pankow. Seriös und lässig. Abonnieren Email sent! Check your inbox to complete your signup. Kein Spam. Kostenlos. Jederzeit kündigen. ![Display 169 (2000 x 1125 px)-2.png](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/03/Display-169--2000-x-1125-px--2-2.png) ### Hey, Prenzlauer Berg is back! Mit vollen Klassen und leeren Kassen. URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-is-back-mit-vollen-klassen-und-leeren-kassen-mauerpark-dunkerstrasse-gastro/ Last updated: 2025-09-10T05:00:31.000Z Ihr Lieben. Na? Wie geht's? Ich hoffe, ihr hattet eine famose Zeit, möchte es aber gleich sagen: Mit dem, was ich im Urlaub erreicht habe, könnt ihr nicht mithalten. Ich meine, eine Tour durch diverse europäische Großstädte mit der Deutschen Bahn – und wir hatten nicht mal eine geänderte Wagenreihung! Kann jemand krasser? Vor uns liegt der güldene Herbst, normalerweise garniert mit einer Horde Straßenfeste. Doch das sonst über Spenden finanzierte Dunckerstraßenfest fällt in diesem Jahr aus. Von den benötigten 5000 Euro waren [nur 645 zusammengekommen](https://www.betterplace.org/de/projects/111343-unterstuetzt-das-dunckerstrassenfest?ref=loky.news). Fürs nächste Jahr wurde es aber guerillamäßig schonmal vor Ort angekündigt, siehe oben. Auch das Musikfestival Panke Parcours wurde wegen fehlender Finanzierung [gestrichen](https://brunnenmagazin.de/pankeparcours-entenrennen-fallen-aus/?ref=loky.news). Weder Senatsverwaltungen noch Lotto Stiftung wollten dieses Jahr etwas dazugeben. Wenn in Berlin das Geld knapp wird, hat das Folgen. Dafür ist das Fest an der Panke zurück, und seien wir ehrlich: Wer auf Schwenkgrills, Bühnenmusik und Kettenkarussells steht, [wird in Berlin weiterhin fündig](https://www.berlin.de/events/volksfeste/?atpg=1&ref=loky.news). Schade ist es natürlich trotzdem. Zwar werden die wenigsten Berliner:innen das [ebenfalls eingesparte Silvesterfest am Brandenburger Tor](https://www.morgenpost.de/berlin/article409631241/berlin-dreht-silvester-party-am-brandenburger-tor-den-geldhahn-zu.html?ref=loky.news) vermissen. Anlässe wie das Dunckerstraßenfest, um als Nachbarschaft zusammenzukommen, jedoch schon. Genau dazu, also zur Nachbarschaftspflege, wollen wir als loky\* in den kommenden Monaten beitragen. Ein erster Auftakt heute ist mein Aufruf: Was wünscht ihr euch, von uns? Welches Thema sollen wir recherchieren? Wozu hättet ihr gerne eine Debatte (wir machen ja jetzt auch in Events)? Was verdient Aufmerksamkeit, sollten wir vorstellen, liegt euch auf der Seele? Wir nehmen alles entgegen unter redaktion@loky.news oder [direkt in unseren Briefkasten](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfmDeL-5rQkv4DjIvFrkXigHiu1BDaaslSXu0qN1io0q-3X7w/viewform?usp=sharing&ouid=111926125644348228364&ref=loky.news). We are back! Das wir gut! --- ## Wissen im Schnelldurchlauf ### Gesprächsstoff - **Wie viele Schüler:innen passen in eine Klasse? 36**, hat das Berliner Verwaltungsgericht für das Schliemann-Gymnasium angeordnet. In diesem Jahr haben besonders viele Eltern einen Schulplatz für ihr Kind eingeklagt. Der Bezirkselternausschuss ist entsetzt und fordert eine Höchstgrenze von 32 Kindern pro Klasse. (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/schule/50-prozent-mehr-schulplatz-klagen-berliner-gericht-zwingt-pankower-gymnasium-zu-klassen-mit-36-kindern-14286020.html?ref=loky.news)) - In der großen Diskussion um die Frage, **wie viel Lärm aus dem Mauerpark die Anwohner:innen tolerieren** müssen, sammeln die Trommler:innen vom Drum-Circle nun Unterschriften fürs Team "viel". 100 Menschen sehen das bislang genauso. (Quelle: [Petition bei WeAct!](https://weact.campact.de/petitions/der-mauerpark-drum-circle-soll-bleiben?ref=loky.news)) - Stargarder, Schönhauser und Prenzlauer bekommen testweise **ein Frühwarnsystem für die Fahrradampel:** Das 200 Meter vorher installierte Ding zeigt an, ob man es an der nächsten Kreuzung noch über Grün schafft, wenn man mit entspannten 20 km/h unterwegs ist – oder eben nicht. So sollen überstürztes Bremsen und hektisches noch eben Drüberrasen verhindert werden. (Quelle: [rbb24](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/08/ampel-fahrrad-fahrer-berlin-kreuzung-digital-anzeige-velo-flow.html?ref=loky.news)) ### Sparen / Geld / Bezirkspolitik ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/09/Unk--rzbar.jpg) - Schulhöfe, Parks, Straßenbäume, Dachrinnen: **Sturmtief Ziros** und seine Freund:innen haben im Juni in Berlin ordentlich gewütet. Die Schäden allein in Pankow zu beseitigen, kostet **mindestens 400.000 Euro**, meldet der Bezirk. Nur Lichtenberg hat es mit 780.000 Euro noch schwerer erwischt. (Quelle: [Kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-23173.pdf?ref=loky.news)) - **Parkläufer:innen** sind in Berlins Parks unterwegs, um freundlich auf Lärmschutz, Grillbestimmungen und andere Regeln des Miteinanders hinzuweisen, bevor die Polizei einschreiten muss. Nun **hat der Senat das Geld dafür gestrichen**. Unter anderem die Freunde des Mauerparks machen dagegen mobil – schlichtweg, weil das Projekt erfolgreich und der Park damit friedvoller und sauberer sei. (Quelle: [Freunde des Mauerparks](https://www.facebook.com/mauerpark.berlin/posts/parks-brauchen-betreuung-parkl%C3%A4ufer-projekt-fortsetzendas-berliner-parkl%C3%A4ufer-pr/1217394177096171/)) Ups, Du bist nicht angemeldet. Um weitere News aus Prenzlauer Berg lesen zu können, melde dich bitte kostenlos an. Kein Spam, versprochen. Unter anderem erfährst Du dann, was beim Neubau am Jahn-Sportpark eingespart wird, und welche Gastro neu im Kiez/nicht mehr im Kiez/auf der Kippe stehend ist. _This post is for subscribers only._ ### loky* mit Sommerferienlaune und -tipps URL: https://www.loky.news/loky-mit-sommerferien-und-tipps-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-07-30T05:00:35.000Z Ihr Lieben. Hat hier jemand Freibadpommes gesagt? Ohne den Verweis auf eben jene darf in Deutschland gefühlt kein Text beginnen, in dem es um Sommerferien und die vermeintliche Unendlichkeit geht, die man als Kind damit verband. Ich weiß nicht, wie es euch geht. Aber bei uns gab es im Freibad mitgebrachte Kekse aus dem Discounter, und die Sommerferien sind verbunden mit polnischen Campingplätzen, deren Duschen nur dann warmes Wasser hatten, wenn der Müll gerade verbrannt wurde (kein Scherz). Aber wer braucht schon warmes Wasser, wenn er oder sie bis zur Dunkelheit draußen spielen darf, Mohnschnecken als Frühstück gelten, niemand die Gameboy-Zeit kontrolliert und damit (da haben die oben gedissten Texte recht) alle Regeln, die sonst gelten, außer Kraft gesetzt sind. Genau das wünsche ich euch für die kommenden Wochen. Auch wir bei loky\* machen eine kleine Pause und Urlaub – und melden uns danach mit vielen tollen Plänen zurück! Vorher möchte ich aber noch "Danke!" sagen – fürs Mitlesen, Mitreden und für eure vielen tollen Fragen und Tipps! Empfehlt uns gerne weiter oder werdet gleich zahlendes Mitglied und macht loky\* damit weiterhin möglich. Seid dabei und baut mit uns loky\* auf! [Jetzt Premium-Mitglied werden! ](https://www.loky.news/membership/) Berlins beste Badeseen haben andere. Hier kommen ein paar sehr individuelle Tipps für die Ferienzeit, aus unserer Community und von uns. --- ### Radelnd Industriekultur entdecken ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/07/Bildschirmfoto-2025-07-24-um-11.15.17.png) Berlins Bauten erzählen Geschichten. Von Menschen, die sich beim Bau eines Umspannwerks von pommerschen Burgen inspirieren ließen. Von Stadtverordneten, die aus Sparzwängen eine Untergrundbahn überirdisch bauen ließen. Von Leuten, die gerne Bier tranken und welches brauchten, das sich länger lagern ließ. Alle, die sich für sowas interessieren und außerdem gerne Fahrrad fahren, können auf insgesamt acht Routen Berlins gebäudegewordene Industriegeschichte erfahren. Die Touren gibt es bei Komoot, als GPX-Track oder auch simpel als downloadbaren Flyer ([mehr](https://industriekultur.berlin/erleben/fahrradrouten/?ref=loky.news)). [Route 1 ](https://industriekultur.berlin/erleben/fahrradrouten/warmes-licht-und-kuehles-bier/?ref=loky.news)führt u.a. in Prenzlauer Berg am Umspannwerk in der Kopenhagener, dem U-Bahn-Viadukt und der ehemaligen Brauerei am Pfefferberg vorbei. --- ### Audio-Spaziergang durch den Thälmann-Park Die Geschichte des Thälmann-Parks, erzählt aus der Sicht der dort lebenden Füchse, Zimmerpflanzen oder der Bakterien, die seit Jahrzehnten das belastete Grundwasser reinigen (ihr wusstet, dass auf dem Aral bis in die 1980er Jahre ein Gaswerk stand, was den Boden bis heute belastet, oder?): Das alles gibt es als Audio-Spaziergang zu erleben ([mehr](https://pratergalerie.de/de/prater-galerie/event/eroeffnung-oekosysteme-der-fuersorge-organismendemokratie-e-v-club-real/?ref=loky.news)). Diesen kann man sich samt MP3-Player in der dazugehörigen Ausstellung "Ökosysteme der Fürsorge" im Pförtnerhäuschen an der Danziger Straße ausleihen oder aufs eigene Smartphone laden, empfiehlt Helena. --- ### "Mama werden" von Na-die-ja ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/07/Nadja-1.jpeg) Nadja Lippick ist Mama von zwei kleinen Kindern, lebt in Prenzlauer Berg – und hat das gemacht, was viele sich vornehmen, aber die wenigsten schaffen: in ihrer Elternzeit ein Buch geschrieben. "Mama werden" entstand im ersten Jahr mit ihrer Tochter. Es sind kleine Geschichten, Gedichte und Zeichnungen, die vom Alltag mit Baby und dem Hineinwachsen in die neue Rolle erzählen. Mich als Mama hat das berührt und abgeholt. Nadja hat das Buch in Selbstverlag herausgegeben. Reinlesen und bestellen kann man es[ auf ihrer Website](https://www.na-die-ja.com/buecher/?ref=loky.news). Ups, Du bist nicht angemeldet. Um weitere News aus Prenzlauer Berg lesen zu können, melde dich bitte kostenlos an. Kein Spam, versprochen, loky\*-Ehrenwort! _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg ohne Klimaanlage und Passwort URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-jahn-sporpark-mauerpark-neubau/ Last updated: 2025-07-23T08:56:00.000Z Ihr Lieben. Man ist dieser Tage ja kurz davor, einen Adventskranz aufzustellen, um der frühabendlichen Dunkelheit und dem Sound des herabströmenden Regens etwas Positives zu verpassen. Doch es sind tatsächlich die Sommerferien, die für Menschen schulpflichtiger Kinder am heutigen Mittwoch beginnen und für viele andere längst laufen, wenn ich die aktuelle Parkplatzsituation richtig interpretiere. Heute versorgen wir euch bei loky\* noch einmal mit einem thematischen Rundumschlag. Nächste Woche folgt eine Ferienausgabe. Wer dafür noch Tipps hat, welches Werk einer Prenzlauer Berger Autorin unbedingt mit an den Strand muss, oder welche Ausstellung, welcher Ausflug nach Brandenburg perfekt zur Auflockerung der Balkonienzeit taugen: immer her damit an redaktion@loky.news bzw. direkt [in unseren Briefkasten](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfmDeL-5rQkv4DjIvFrkXigHiu1BDaaslSXu0qN1io0q-3X7w/viewform?usp=header&ref=loky.news). Dann machen aber auch wir kurz Urlaub und melden uns danach mit massig Motivation, großen Plänen und Antworten auf die Fragen von euch zurück, die bislang liegengeblieben sind (Entschuldigung!). --- ## Wissen ### Infos im Schnelldurchlauf ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/07/01_RESTART-JSP_Perspektive-von-Suedosten-1.jpg) Visualisierung: Bürgerinitiative Jahnsportpark - Kein großer Stadionneubau, keine Tiefgarage, kein Bürohochhaus. Dafür ein inklusives Kiez-Stadion für den Breiten- und Vereinssport, bei dem die ikonischen Flutlichtmasten erhalten bleiben und nebenher viel Geld gespart wird. Das wünscht sich die **Bürgerinitiative Jahnsportpark** für das Areal östlich des Mauerparks. Die nun von den engagierten Bürger:innen vorgelegten und unter anderem von Theresa Keilhacker, der einstigen Präsidentin der Architektenkammer Berlin, unterstützten **alternativen Baupläne** ließen sich beim aktuellen Abrissstand des Stadions noch realisieren. Dass der Berliner Senat als Bauherr sich auf eine Änderung einlässt, ist aber unwahrscheinlich. (Quelle und Details zur alternativen Bauplanung: [BI Jahnsportpark](https://www.jahnsportpark.de/restart/?ref=loky.news)) - Vor 15 Jahren musste der **Knaack-Club** in der Greifswalder wegen Lärmbeschwerden der Nachbarschaft schließen. Nun soll er südlich des Mauerparks, auf dem Gelände der Tram-Wendeschleife, als Neubau auferstehen. Doch die Kapazität von 1000 Besuchenden macht anderen Clubs Angst vor der Konkurrenz, Stichwort "Kannibalisierung". Was genau geplant ist, dazu gibt es am 30.7\. und 18 Uhr einen **Info-Abend** mit Betreiber, Bezirk und Clubcommissionim Nachbarschaftshaus Neuer Hirschhof, Oderberger Straße 19\. (Quellen: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/widerstand-gegen-musiktempel-in-berlin-konkurrenz-furchtet-verdrangung-durch-neuen-knaack-klub-nahe-dem-mauerpark-14039039.html?ref=loky.news), Einladung per Mail). - Auch wenn's sich gerade nicht so anfühlt: Berliner Sommer können heiß werden. Die **neu bestellten U-Bahnen** werden dennoch **ohne Klimaanlagen** ausgeliefert. In den engen Tunneln ist schlichtweg kein Platz für die auf dem Dach oder unten den Wagen zu installierenden Anlagen. Zudem bereitete die Abwärme in den Tunneln Probleme. Dafür soll über die Fenster und spezielle Lüftungssystem frische Luft in die Wagons gelangen. (Quelle: [Kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-23070.pdf?ref=loky.news)) Ups, Du bist nicht angemeldet. Um weitere News aus Prenzlauer Berg lesen zu können, melde dich bitte kostenlos an Kein Spam, versprochen. Unter anderem erfährst Du dann, um wieviele neue Bewohner:innen der Bezirk Pankow in den nächsten 15 Jahren wachsen soll, und wie viele (bzw. wenig) Wohungen für sie neu gebaut werden sollen. _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Grillen, Guerilla und guten Nachrichten URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-bvv-schwimmbus-und-mediaforwardfund-heinrich-schliemann-gymnasium-schule/ Last updated: 2025-07-16T05:00:27.000Z Ihr Lieben. Wir freuen uns wie Bolle! Also ein Bolle, der zwar Pfingsten in Pankow verbrachte, und trotzdem noch seinen Jüngsten und sein rechtes Auge bei sich hat. Erinnert ihr euch [an diesen Antrag Buddenbrookschen Ausmaßes,](https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-kriegsende-haushaltssperre/?ref=hey-prenzlauer-berg-newsletter) von dem ich vor einiger Zeit erzählte? Trommelwirbel, Tusch, Triumphgeschrei: Er war erfolgreich und wir bekommen eine finanzielle Förderung vom Media Forward Fund und damit ein Startkapital, um loky\* ab Herbst zu dem auszubauen, das wir schon immer vorhatten, aber zu zweit und in Teilzeit bislang einfach nicht geschafft haben! Falls ihr unsere loky\*-Lokalrunden vermisst, euch Events, mehr kritische Recherchen oder mehr lokale Infos aus den Prenzlauer Berger Nachbarkiezen wünscht: Das alles kommt und wird (kleiner Spoiler) mega! Gemeinsam mit euch schaffen wir ein lokales Info-Angebot, das Spaß macht, relevant ist und von zahlenden Mitgliedern dauerhaft ermöglicht wird. Yeah!! Konkret wird das im Herbst. Gerade sind wir einfach nur happy – und ein wenig sommerferienbereit (tolle Übergänge: kann ich). Weshalb ich euch noch fragen wollte: Was sind eure Tipps für den Sommer, die ihr gerne der loky\*-Community mitgeben möchtet? Das beste Buch über Prenzlauer Berg? Der Workshop, für den man jetzt endlich mal Zeit hat? Die Prenzlauer Berger Künster:innen/Musiker:innen/Macher:innen, deren Werk unsere Ferien besser machen? Schreibt mir alles an redaktion@loky.news oder[ direkt in unseren Briefkasten](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfmDeL-5rQkv4DjIvFrkXigHiu1BDaaslSXu0qN1io0q-3X7w/viewform?usp=sf%5Flink&ref=loky.news). Ich freu mich, darauf und generell. 🥳 --- ## Wissen ### Lokal & Politisch - **Oliver Jütting** (Grüne) ist weiterhin **Vorsteher der Pankower Bezirksverordnetenversammlung**. Der [Abwahlantrag von SPD und Linken ](https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-bvv-afd-bvg-fex-und-lgbtq/)wurde abgelehnt. Seine Fraktion weist die Vorwürfe (Parteilichkeit, Unfähigkeit) strikt von sich. Die Linke sieht in dem knappen Ergebnis (24:24, 2 Enthaltungen) den Beweis für das gestörte Vertrauen in Jütting. (Quelle: [Grüne Pankow](https://gruene-fraktion-pankow.de/2025/07/02/bvv-staerkt-dr-oliver-juetting-den-ruecken/?ref=loky.news), [Linke Pankow](https://www.linksfraktion-pankow.de/wir/vertrauen-in-gruenen-bezirksverordnetenvorsteher-erschuettert/?ref=loky.news)) - Per Brief fordern Berlins Bezirksbürgermeister:innen von Kai Wegner und Finanzsenator Stefan Evers (beide CDU), **die Bezirke nicht weiter sparen zu lassen**. Schon jetzt reiche das Geld kaum für die Pflichtaufgaben. Ein Beispiel dafür ist die Beförderung von Kindern mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen während der Sommerferien. Die wollte Pankows sich sparen; nun wurden die Kürzungen doch zurückgenommen. (Quellen: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/unsere-funktionsfahigkeit-ist-gefahrdet-berliner-bezirke-fordern-in-gemeinsamem-brief-mehr-geld-vom-senat-13956173.html?bezuggrd=LEU&utm%5Freferrer=newsletter&utm%5Fsource=leute-pankow), [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1576442.php?ref=loky.news)) - Das Streichen des **Busses zum Grundschul-Schwimmunterricht** ist ein weiterer Sparplan des Bezirks. Doch die Verträge mit einem Busunternehmen sind bereits unterschrieben; es droht **Schadenersatz**. (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/wende-im-berliner-schulbus-drama-bezirksamt-wollte-sparen--nun-droht-schadenersatz-in-millionenhohe-13947589.html?ref=loky.news)) ### Hingehen & Mitmachen _This post is for subscribers only._ ### loky* mit euren Fragen zu LAP und Leerstand URL: https://www.loky.news/loky-mit-euren-fragen-zu-lap-coffee-und-leerstand-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-07-10T13:50:33.000Z Ihr Lieben, erst einmal vielen Dank für eure zahlreichen Antworten auf meine Frage vom letzten Mal, wie viel Bezirkspolitikberichterstattung es denn sein darf. Ich nehme mit, dass ihr Neuigkeiten aus der bunten Welt der Bezirksverordnetenversammlung zu Pankow gerne mitnehmt, so diese denn wohl dosiert und kritisch eingeordnet daherkommen. So machen wir das – bis ihr euch etwas anderes wünscht. Heute habe ich aber erstmal wieder Antworten auf zwei Fragen von euch mitgebracht. --- ## **Plötzlich überall: LAP Coffee** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/07/LAP-Raumer.jpg) LAP-Filiale in der Raumerstraße. "Der Kaffeeladen LAP macht mehrere Filialen auf. Nur mit Einwegbechern, weil wir ja noch nicht genug Müll in dieser Stadt haben. Was sagen eigentlich die hier gewählten Grünen dazu?", meint Eike. **Worum geht's?** Unterm U-Bahn-Viadukt in der Schönhauser. An der Raumerstraße. An der Kastanienallee. Und seit neuestem auch in der Oderberger Straße: Am LAP Coffee kommt man gerade in Prenzlauer Berg nicht vorbei. Fünf der aktuell 13 Berliner Filialen liegen im Kiez. Alle Läden eint: verhältnismäßig kleine Räumlichkeiten ("Hole in the Wall" sagen die Anglophilen). Günstiger Kaffee (Americano für 2, Cappuccino für 2,50 Euro). Wenig Sitzgelegenheiten und daher vor allem To-go-Geschäft und Einwegbecher. **Warum ist das wichtig?** 1. Vier Jahre nach dem berühmten Strohhalmverbot in der EU geht ein Laden an den Start, der vor allem auf To go = To throw away setzt? Wie 1995 ist das denn?! 2. Berlins Kaffeeherz schlägt in den kleinen, inhaber:innengeführten Cafés. Anders als in London oder New York sind es eben nicht Starbucks oder Pret a Manger, die überall den gleichen Einheitskram anbieten, sondern Unternehmer:innen mit oft lokalen Röstereien und selbstgebackenem Bananenbrot im Rücken. Das scheint sich mit LAP nun zu ändern. **Hintergrund: Das ist LAP** - LAP steht für "Life Among People" und wurde von den zwei Start-upern Ralph Hage (Ex-Delivery Hero, Gründer von Yababa) und Tonalli Arreola (Ex-Lime, Ex-Flink) gegründet und von großen Investoren finanziert. - Alles, was geht, geht bei LAP automatisch: Kunden können [online vorbestellen](https://preorder.lap.coffee/?ref=loky.news), statt der üblichen Stempelkarte gibt es eine App, und der Kaffee kommt aus dem Vollautomaten und nicht aus dem Siebträger. Das alles spart Zeit beim Personal und damit Geld. **Hintergrund: Kaffeebecherschwemme** _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit BVV, AfD, BVG, FEX und LGBTQ+ URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-bvv-afd-bvg-fex-und-lgbtq/ Last updated: 2025-07-02T05:00:22.000Z Ihr Lieben, alle reden vom Wetter. Wir nicht. Wir sprechen heute über die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), deren Namen an sich schon als Versuch daherzukommen scheint, Menschen in die Arme der Lokalpolitikverdrossenheit zu treiben. Es hat rechtliche Gründe, dass die Parlamente in den Berliner Bezirken nicht Parlamente heißen, sondern eben BVV. Dass die dort verhandelten Themen aktuell nur eine kleine Rolle im Newsletter spielen, liegt an der Idee hinter loky\*. Als Journalistin habe ich gelernt: Parlamentarismus ist wichtig. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Oppositionspartei hat ein Hinterzimmergespräch mit der Konkurrenz geführt? Breaking News! Andererseits wissen wir, dass ihr einen vollen Alltag habt und damit ausgelastet seid, Fritze Merz, das iranische Atomprogramm und den neuesten Schienenersatzverkehr im Blick zu behalten. Das sorgt bei mir wöchentlich für ein Dilemma. Denn zur demokratischen Transparenz gehört die Information, dass Pankows Lokalpolitiker:innen das Bezirksamt vor drei Jahren damit beauftragt haben, sich um neue Hundeauslaufgebiete zu kümmern. Dass dieses nun 19 Standorte geprüft und 8 für geeignet befunden hat. Und dass die ganze Aktion damit im Sande verläuft, weil Geld und Personal fehlen, um neue Hundeauslaufgebiete anzulegen und zu unterhalten. (Quelle: [Bericht des Bezirksamts](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/vo020%5Fr.asp?VOLFDNR=6216&ref=loky.news)) Aber ist diese Info eure knappe Zeit wirklich wert? Ich habe den Eindruck, Politik sieht uns Bürger:innen in einer Art Bringschuld: Als gute Demokrat:innen haben wir uns dafür zu interessieren, was in der BVV passiert. Vieles ist ja auch wichtig. Aber vielleicht muss sich auch Politik mehr anstrengen, um für die Menschen und ihren Alltag relevanter zu sein? Wir wollen mit loky\* ein Angebot machen, das euch hilft und weiterbringt. Daher brauche ich euer Feedback: Wie seht ihr das, und was wünscht ihr euch? Schreibt an redaktion@loky.news oder direkt (auch anonym) an unseren [Briefkasten](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfmDeL-5rQkv4DjIvFrkXigHiu1BDaaslSXu0qN1io0q-3X7w/viewform?usp=sf%5Flink&ref=loky.news). Ich freue mich über alles, auch Kritik und Widerspruch. --- ## Wissen ### Misstrauen, AfD-Zusammenarbeit, Tischtennis-Aus: Neues aus der Lokalpolitik Damit ihr wissen, was die Lokalpolitik gerade umtreibt, führt sie diesmal unseren Wissens-Teil an. - Die BVV-Tagung am heutigen Mittwoch könnte die letzte unter Leitung des **Vorstehers Oliver Jütting (Grüne)** sein. SPD und Linke beantragen gemeinsam seine **Abwahl.** Er soll zugunsten seiner Partei handeln, statt die Sitzungen neutral zu leiten. So habe er bei vorhersehbar knappem Ergebnis einen Parteikollegen mit abstimmen gelassen, obwohl dieser wegen seines Jobs als befangen auszuschließen gewesen wäre. Zudem sei Jütting überfordert, etwa mit der Aufstellung einer fehlerfreien neuen Geschäftsordnung. (Quellen: Pressemitteilung der Linken per Mail, [Antrag im Original](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/vo020%5Fr.asp?VOLFDNR=7159&ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Sturm, Spinnern und einem Stern URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-sturm-eichenprozessionsspinnern-michelin/ Last updated: 2025-06-26T05:00:09.000Z Warnung vor Parkbesuchen; ein ausgezeichnetes Restaurant im Kollwitzkiez; analoge Straßenfotografie. _This post is for subscribers only._ ### loky* mit dem Abbau von Kita-Plätzen URL: https://www.loky.news/loky-kita-plaetze-abbau-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-06-25T11:54:11.000Z Ihr Lieben. Es ist gerade einmal zweieinhalb Jahre her, da saß ich mit einem das Ablegen ablehnenden Säugling auf dem Arm am Rechner und inszenierte mich in über 30 individualisierten Mails als großer Fan der Pikler-Pädagogik / von diversen Erzieher:innen-Teams / der selbstorganisierten Kita (selbstverständlich übernehme ich nur zu gerne die Buchhaltung. Wie schwer kann's sein?) / dem Konzept Tagesmutter. Sechs Wochen Schließzeit im Jahr? Einstieg erst mit eineinhalb Jahren? Alles kein Problem! Als ich Wochen später bei der Besichtigung einer Kita mit den Worten begrüßt wurde "Alle, die hier sind, können einen Platz haben", dachte ich noch, das läge an dem spielgerätefreien Sandplatz, der als Außenfläche präsentiert wurde. Doch drei Zusagen später war klar: Hier hat sich ein Wind gedreht. Vor gut einem Jahr[ habe ich hier aufgeschrieben](https://www.loky.news/pbn-labor-1-mit-zu-vielen-kita-platzen/), dass diese persönliche Beobachtung dem generellen Trend entspricht. Höchste Zeit, mal nachzufragen, wie die Kitas nun mit den geänderten Bedingungen umgehen. --- ## Thema: Der neue Kita-Platz-Überschuss und die Folgen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/06/Kitapl--tze1.jpg) Ein mittlerweile typischer Anblick am Spielplatz-Eingang. ### Worum geht's? In Prenzlauer Berg gehen die Kita-Plätze rauf, aber die Kinderzahlen zurück. Im Jahr 2013 kamen noch 10.654 Kinder auf 8.700 Plätze. Mittlerweile haben sich beide Zahlen angeglichen. Dabei macht sich auch bemerkbar, dass Prenzlauer Berg für junge Familien zunehmen zu teuer wird. Für Eltern auf Platzsuche ergeben sich daraus ganz neue Möglichkeiten. Sie haben eine echte Wahl, ob sie lieber kleine oder große Gruppen, eine bestimmte pädagogische Richtung oder viel Wert auf frische Luft oder einen Toberaum legen. Die Kitas müssen sich aber rechnen, und dafür müssen sie ausgelastet sein. ### Was sagt das für Kitas zuständige Jugendamt Pankow? _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Rasenkanten, Asbest und Abwasser URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-rasenkanten-asbest-und-abwasser/ Last updated: 2025-06-18T05:00:58.000Z Ihr Lieben. Ich rasenkantenschneide. Du rasenkantenschneidest. Er/Sie/Es rasenkantenschneidet. Vielleicht leide ich gerade unter selektiver Wahrnehmung, aber dies ist nicht nur der Soundtrack, zu dem ich jetzt gerade diesen Newsletter schreibe (dafür haben wir bald sehr schöne Bürogemeinschaftsrasenkanten), sondern er verfolgt mich auf all meinen Wegen durch den Kiez und zwingt mich zum Rasenkantenschneidervermeidungsslalom. Womit ich sagen will: Falls dieser Newsletter irgendwelche Fehler enthält, beschwert euch bei der Rasenkantenschneiderindustrie. (Und bevor jemand fragt: Selbstverständlich habe ich die AI gebeten, einen Metal-Song zum Thema zu erstellen. [Enjoy](https://suno.com/s/wQXaaQVu9jbPnC26?ref=loky.news)!) --- ## Wissen ## Infos im Schnelldurchlauf - In dieser Woche wird der **mit Asbest belastete Schutt aus dem Jahn-Sportpark** abtransportiert, der beim Abriss der Tribüne gefunden wurde. Politisch wird der verantwortlichen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ordentlich Druck gemacht – unter anderem, weil die Nachbarschaft so spät informiert wurde. Jene beteuert, der Asbest sei jederzeit gut gesichert gewesen; nur unbelasteter Staub hätte vom Gelände in den Kiez wehen können. Eine erste Luftmessung fand aber erst am vergangenen Freitag im Zuge der Vorbereitungen für den Abtransport statt. Ob der Schadstoff-Fund den Zeitplan für Abriss und Neubau durcheinanderbringt, kann derzeit nicht gesagt werden. (Quellen: Kleine Anfragen aus dem Abgeordnetenhaus ([1](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-22584.pdf?ref=loky.news)/[2](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-22656.pdf?ref=loky.news)), [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/berlin/article409273807/asbest-im-jahn-sportpark-gruene-fordern-mehr-transparenz.html?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Taschengeld, Rasen und Wind URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-taschengeld-weinbergspark-und-windkraft/ Last updated: 2025-06-12T05:00:21.000Z Ihr Lieben. Wer hat eigentlich das Gerücht in die Welt gesetzt, dass nicht so gerne über Geld gesprochen wird? Bei euch ist das genau umgekehrt! So viele Rückmeldungen wie auf meinen[ Artikel aus der vergangenen Woche](https://www.loky.news/loky-mit-kartenzahlung-barzahlung-gastronomie/) zum Für und Wider von Bar- und Kartenzahlung gab es selten. Eine Auswahl findet ihr weiter unten bei den Leser:innen-Briefen. Hier oben möchte ich an dieses Erfolgskonzept direkt anknüpfen. Meine Tochter ist noch in dem Alter, in dem Geld etwas Abstraktes ist, das in meinem Handy wohnt und sie nie sieht (womit auch geklärt wäre, wo ich persönlich in der oben zitierten Debatte stehe). Doch auch mit ihr hatte ich schon die Diskussion, dass ein Fahrrad etwas ist, das man sich zum Geburtstag wünschen kann und nicht eben mal nach der Kita spontan aus dem Fahrradladen trägt. Nun meldete sich bei mir ein Leser mit der Frage, wie es die loky\*-Community eigentlich mit Taschengeld und Budgetgeld für Teenager hält? Und den immer wieder dazwischen auftauchenden Fragen nach 10 Euro zusätzlich – für Pizza, Döner oder Schwimmbad. Wie viel Geld braucht ein:e Jugendliche in Prenzlauer Berg? Um Teenager-Dinge machen zu können. Um dazuzugehören. Um den richtigen Umgang mit Geld zu lernen. Ich möchte dazu ein größeres Stück schreiben und finde, eure Haltungen, Erfahrungen und Berichte aus der Praxis wären der allerbeste Recherchestart. Ich freue mich über alles an redaktion@loky.news oder, auch anonym, in unseren [Briefkasten](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfmDeL-5rQkv4DjIvFrkXigHiu1BDaaslSXu0qN1io0q-3X7w/viewform?usp=sf%5Flink&ref=loky.news). ## Apropos Geld: Wir brauchen dich (ja, dich!) als zahlendes Mitglied. loky\* macht uns sehr viel Spaß, aber auch viel Arbeit. Die leisten wir aktuell größtenteils ehrenamtlich, weil es uns wichtig ist, dass es ein Info-Angebot für den Kiez gibt. Du wärst traurig, wenn wir loky\* einstellten, um unser Geld anderswo zu verdienen (so wird es irgendwann kommen, wenn nicht genug von euch mitmachen)? Dann solltest du jetzt zahlendes Mitglied werden. Das kostet sieben Euro im Monat bzw. 69 Euro im Jahr, und wenn euch die Lektüre nur annähernd so glücklich macht wie der schnelle Matcha Latte auf die Hand, ist es das doch wert. :-) ****Sei dabei und baue mit uns loky\* auf!** [Alle Infos zur Mitgliedschaft ](https://www.loky.news/membership/) --- ## Wissen ## Infos im Schnelldurchlauf - 20.000 Euro hat sich der Bezirk Mitte die oben im Bild zu bewundernde **Erneuerung des Rasens am Park am Weinbergsweg** kosten lassen. Dafür gab's zehn Tonnen frische Komposterde, zehn Tonnen Bodenaktivator, 265 Kilo Rasendünger sowie eine strapazierfähige Trockenrasenmischung. (Quelle: [Bezirksamt Mitte](https://www.berlin.de/ba-mitte/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1566117.php?ref=loky.news)) - Die **Musikbrauerei** in der ehemaligen Schneider-Brauerei im Bötzowkiez sieht sich als vielfältige Event-Location. Das bedeutet, dass neben Hochzeiten und Konzerten hier auch **Termine von Verwörungstheoretiker:innen** auf dem Programm stehen. So luden schon die Partei "Die Basis" und der umstrittene Moderator Ken Jebsen zu Veranstaltungen ein. [Im August ](https://www.eventim-light.com/de/a/5beda5fa39ad6b000165804b/e/6807ad27c09153707b692527?ref=loky.news)darf die Ärztin Ute Krüger ihre [als unwissenschaftlich kritisierte](https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2024/11/22/pathologin-schuert-angst-vor-turbokrebs-durch-corona-impfstoffe-in-der-berliner-zeitung/?Propagandist.in&ref=loky.news) Theorie vorstellen, die Corona-Impfung begünstige einen besonders schnell wachsenden "Turbo-Krebs". Die Morgenpost hat das Thema recherchiert und zitiert Brauerei-Inhaber Jens Reule Dantas, man versuche, mit dem Ort „eine gute Mischung hinzubekommen, damit dieser weiter bestehen kann und wir alle inkludieren können, weil wir uns nicht anmaßen, über anderen zu stehen“. ([Paid](https://www.morgenpost.de/berlin/article409202328/mitten-in-prenzlauer-berg-hier-treffen-sich-die-querdenker.html?ref=loky.news), kostenlos mit Büchereiausweis [hier lesbar](https://bib-voebb.genios.de/document/BMP%5F%5Ff4724c8a9baed08bb1b17273b1e4dc0636ed3706?ZG%5FPORTAL=ALERT&ref=loky.news)) - Nach der nächtlichen **Guerilla-Umwidmung der Senefelderstraße zur Fahrradstraße** durch eine Nachfolge-Organisation der Letzten Generation hat der Bezirk Pankow **Strafanzeige** gestellt. (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/wegen-illegaler-fahrradstrassen-berliner-bezirk-will-klima-aktivisten-zur-rechenschaft-ziehen-13795939.html?bezuggrd=CHP&utm%5Freferrer=newsletter&utm%5Fsource=cp-kurzstrecke)) _This post is for subscribers only._ ### loky* mit Cash versus Karte URL: https://www.loky.news/loky-mit-kartenzahlung-barzahlung-gastronomie/ Last updated: 2025-06-10T13:35:04.000Z Ihr Lieben. Zu meinen dunklen Geheimnissen als Alleinherrscherin über die loky\*-Redaktion gehören die Fragen von euch, die mich erreichen, die ich lese, spannend finde – und dann auf dem stetig wachsenden Stapel nach unten wandern lasse. Manchmal, weil ich das Thema super finde, aber es aktuell (s. "Alleinherrscherin") nicht stemmen kann. Manchmal, weil ich nicht genau verstehe, was eigentlich die Frage ist. (Liebe:r Anonym, der/die du mich auf Vonovia angesetzt hast: Worauf willst du genau hinaus? Für eine Recherche brauche ich mehr Kontext. Melde dich gerne unter redaktion@loky.news oder weiterhin anonym in unserem [Briefkasten](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfmDeL-5rQkv4DjIvFrkXigHiu1BDaaslSXu0qN1io0q-3X7w/viewform?usp=sf%5Flink&ref=loky.news)). Und manchmal, weil ich nicht gleich weiß, wie ich es am besten angehen kann, damit am Ende ein Artikel steht, der etwas Neues zur Debatte beiträgt und euch wirklich weiterbringt. So ging es mir mit der Frage von Daniela. Sie wollte wissen: > "Wieso gibt es in vielen Restaurants und Cafés nur Barzahlung? Nirgendwo in Europa, Asien oder Afrika haben wir sowas schon erlebt." Der erste Reflex? Super-Thema! Weil es uns alltäglich begegnet. Andererseits: Kennen wir nicht die Antwort, die irgendwas mit Steuerhinterziehung und Bargeldland Deutschland beinhaltet? Überhaupt: Bargeld! Kartenzahlung! Diese beiden Begriffe teilen unsere Gesellschaft an genau der gleichen Stelle wie das Binnen-I, die Verkehrswende und die Frage, ob es der, die oder das Nutella heißt und man das Zeug mit oder ohne Butter isst. (Oder gar nicht mehr. Hallo?! Da ist auf jeden Fall Palmöl, vermutlich auch Erdöl\* drin.) Ich denke, ihr bekommt einen Eindruck, warum Daniela bis heute auf die Antwort warten musste. Doch jetzt habe ich mich von den verschiedensten Seiten ans Thema rangerobbt. *\*Scherz! Bitte nicht verklagen, Ferrero.* --- ## Eure Fragen: Nur Bargeld? Was ist da los? ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/05/IMG_7954.jpg) **Worum geht's?** Die Pandemie hat der Digitalisierung in der deutschen Gastronomie einen ordentlichen Schub verschafft. Mittlerweile kann man sogar bei vielen Bäckereien mit Karte bzw. dem Handy bezahlen. Doch einige Cafés und Restaurants widersetzen sich dem Trend und beharren auf Bargeld. Aber das muss ich euch nicht erzählen; das wisst ihr selbst. **Fakten zur Kartenzahlung:** _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Ankomm-Hilfe, Sportfest und Käfern URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-jahn-sportpark-fahrradstrasse-falkplatz/ Last updated: 2025-06-03T05:00:18.000Z Hallo Ihr Lieben. Wenn ich die geradezu irritierend entspannte Kassensituation im Rewe am Samstagnachmittag richtig interpretiere, habt ihr das lange Wochenende alle irgendwo verbracht, nur nicht in Prenzlauer Berg. Richtig so bzw. vielen Dank! Bei normaler Schlangenlänge hätte ich niemals noch eben Erdbeeren gekauft. Die Reisetaschen kann ich euch nicht auspacken, aber mit einem kleinen Info-Paket das geistige Ankommen erleichtern. Bringen wir euch also rasch auf den Stand der Dinge. --- ## Infos im Schnelldurchlauf _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit BSR-Update, Mauerpark-Lärm und Analoky* URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-bsr-mauerpark-schonhauser/ Last updated: 2025-05-28T05:00:27.000Z Ihr Lieben. Macht man eigentlich noch diese Witzchen über Angela Merkel und ihre Angewohnheit, Menschen erst ihr "vollstes Vertrauen" auszusprechen, um sie kurz darauf zu entlassen? Nee? So ein Glück. Dann kann ich mich ja uneingeschränkt daran erfreuen, dass ihr mir genau dieses vollste Vertrauen zugesagt habt. In der vergangenen Woche [hatte ich euch gefragt](https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-la-boheme-gelbhaar-wlan/), wie oft ihr von uns hören möchtet: einmal die Woche? Oder öfter? Die absolute Mehrzahl vertraut darauf, dass ich das sehr gut selbst beurteilen kann, ob gerade ein, zwei oder zehn Newsletter pro Woche angebracht sind. (Keine Sorge, ich bin weiterhin die einzige redaktionelle Mitarbeiterin von loky\*, und solange ich nicht auf Koffein intravenös umstelle, schaffe ich so viele nicht.) Diese Woche habe ich mich entschieden für: einer, präsentiert vom Power Couple Feiertag und Brückentag. Los geht's! --- ## Wissen ### Neues rund um die Schönhauser ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/05/Viadukt.jpeg) - Wie attraktiv ist die Schönhauser Allee noch zum Shoppen, wenn die [Brücke über die S-Bahn abgerissen und neu gebaut](https://www.loky.news/megabaustelle-schoenhauser-allee-bruecke-das-kommt-die-nachsten-7-jahre-auf-uns-zu-prenzlauer-berg/) wird? Diese Sorge der Gewerbetreibenden hat die Bezirkspolitik auf die Idee gebracht, Leute trotz Baulärm anzulocken, indem man die **Fläche unter der U-Bahn** ("Magistratsschirm"– sagt man das noch?!) **mit Kultur-Events** bespielt. Um die Realisierung muss sich nun das Bezirksamt kümmern. (Quellen: [Antrag aus der Bezirksverordnetenversammlung](https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/vo020%5Fr.asp?VOLFDNR=7116&ref=loky.news), [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article409095328/berlin-pankow-kann-der-haesslich-hotspot-von-prenzlauer-berg-beliebte-flaniermeile-werden.html?ref=loky.news)) - Als wäre die **Schönhauser Allee** mit der [Riesen-Baustelle an der Kreuzung Bornholmer](https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-kiezblock-stopp-und-sev-chaos-m13/) nicht gestraft genug, wird sie bis Mitte Juli **zwischen Gneist- und Gaudystraße in jede Fahrtrichtung verengt**, weil am Fernwärmenetz gebaut wird. (Quelle: [Berliner Verkehrsinformationszentrale](https://viz.berlin.de/verkehr-in-berlin/baustellen-sperrungen-und-sonstige-storungen/?ref=loky.news)) - Von einem Vermietungsstand von 95 Prozent können andere Shoppingcenter nur träumen. Die **Schönhauser Allee Arcaden sollen** mit diesen guten Zahlen nun **verkauft werden**. Aktuell gehören sie einem Fond. Die Anleger:innen müssen dem Verkauf noch zustimmen. (Quelle: [Immobilien-Zeitung](https://www.iz.de/projekte/news/-schoenhauser-allee-arcaden-im-angebot-2000034673?ref=loky.news)) ## Weitere Infos im Schnelldurchlauf _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Bohème und ohne Wlan URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-la-boheme-gelbhaar-wlan/ Last updated: 2025-05-22T05:00:46.000Z Ihr Lieben, in den vergangenen Tagen haben mich ziemlich viele tolle Nachrichten erreicht. Weil Selbstlob nicht sympathisch ist, möchte ich sie nicht alle zitieren. Unterm Strich nehme ich aber mit, dass ihr es recht okay findet, was wir hier mit loky\* gerade machen. Danke! Das freut uns sehr! Wie ihr allein an der Tatsache ablesen könnt, dass heute schon wieder ein Newsletter erscheint, sind wir immer noch in der Ausprobierphase. Als wir loky\* vor zwei Monaten an den Start brachten, hatten wir viele Pläne. Der wichtigste: ein Angebot zu schaffen, dass euren Wünschen und Bedürfnissen möglichst weit entspricht. Das bringt mich sich, dass wir permanent testen, anpassen, Feedback brauchen. Auch heute wieder: Wie oft möchtet ihr was von uns hören? 🫒 [Die Tapas-Variante: Mehrere kleine Häppchen, über die Woche verteilt. ](https://tinyurl.com/mua7vsdd?ref=loky.news) 🍔 🍕🍰 [Typ XXL-Schnitzel: Eine heftige Portion einmal die Woche; dafür ist man danach aber auch bis nächsten Donnerstag satt. ](https://tinyurl.com/h6vbmv4y?ref=loky.news) Ich persönlich tendiere dazu, ein wenig zu variieren – je nachdem, was Themen und Zeitplan gerade hergeben. Das bringt uns zu Variante drei: 🤷‍♂️ / 🤷‍♀️ [Mach einfach, wie du meinst. Ganz ehrlich, ich habe heute schon entschieden, welche Kindersonnencreme am ungiftigsten ist, ob Bio-Heidelbeeren aus Marokko oder konventionelle aus Spanien die bessere Wahl sind und ob die Amazon-Prime-Mitgliedschafts-Mail im Postfach meiner Eltern wohl Spam ist (vermutlich ja). Ich bin froh um alles, was ohne meine Mithilfe irgendwie läuft. ](https://tinyurl.com/36snupc6?ref=loky.news) --- ## Wissen ## Infos im Schnelldurchlauf _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Kiezblock-Stopp und SEV-Chaos URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-kiezblock-stopp-und-sev-chaos-m13/ Last updated: 2025-05-20T05:00:35.000Z Ihr Lieben. Los, spontan: Was sagt euer Hirn, wenn es auf das Bild ganz oben blickt? Euphorie und große Freude? Oder Hysterie und blanke Panik? Ich möchte fast ausschließen, dass die Antwort lautet: "Ich fühle da nichts." Denn jemand, der beim Thema Verkehr nicht sofort Puls bekommt, scheint evolutionär nicht vorgesehen. Das Foto habe ich in der vergangenen Woche um die Ecke von meinem Büro in der Wollankstraße gemacht. Einen Vormittag lang haben dort die Schüler:innen der Arnold-Zweig-Grundschule mit einem Aktionstag samt Straßensperrung für Tempo 30 vor ihrer Schule demonstriert. Die Kinder, von denen ich gehört habe, fanden es mega. So viel Platz! Andererseits konnte man die Nervenzusammenbrüche der ausgesperrten Autofahrer:innen quasi riechen. Durch die [Großbaustelle an der Wollankstraße](https://weddingweiser.de/wollankstrasse-im-umbau-diese-einschraenkungen-gelten-jetzt-fuer-pendler/?ref=loky.news) sind sie eh schon total angespannt, und jetzt auch noch das! Womit ich sagen will: Verkehr ist ein emotionales Thema, was vor allem daran liegt, dass unser Alltag ohne Fortbewegung nicht funktioniert. Und gerade läuft es besonders bescheiden: Überall werden Straßen, Gleise und Leitungen saniert, Fahrbahnen gesperrt und die Bahnen durch Busse ersetzt, die dann wiederum im eh schon überlasteten Straßenverkehr feststecken bzw. durch temporäre Busspuren für weiteren Stress sorgen. Die Details zu aktuellen Entwicklungen zum Thema findet ihr unten. Ich möchte dem ganzen an dieser Stelle zur Abwechslung mal einen positiven Dreh verpassen: Immerhin wird saniert, und immerhin wird diskutiert. Fehlt nur noch mehr Flexibilität und Kompromissbereitschaft, doch ich bin sicher, eine friedliche Koexistenz von Spiel- und Parkplatz ist möglich! Oder was meint ihr? Schreibt mir gerne den Stein der Verkehrsweisen an redaktion@loky.news oder [direkt in unseren Briefkasten](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfmDeL-5rQkv4DjIvFrkXigHiu1BDaaslSXu0qN1io0q-3X7w/viewform?usp=sf%5Flink&ref=loky.news). Alldieweil hilft die Drei-G-Regel: Geduld, Gleichmut und Großräumig umfahren. --- Ich schulde euch noch die Auflösung der Umfrage [aus der vergangenen Woche](https://www.loky.news/jahn-sportpark-grundschulen-parklets/). Ich wollte wissen, wie viel Jahn-Sportpark-Berichterstattung ihr euch wünscht, und zwei Drittel waren für regelmäßige Infos, aber nicht zu detailliert. So versuche ich das jetzt. Der Wunsch mancher nach idealerweise täglichen Updates ist auch gehört. Falls jemand ein solches Newsletter-Angebot finanzieren/sponsern möchte, meldet euch gerne. ## loky\*s dunkles Gehemimnis: Wenn niemand zahlt, kann unser Angebot nicht bestehen Während du diese Zeilen liest, recherchieren wir die nächste Geschichte, beantworten eure Mails, machen Fotos und arbeiten uns durch einen Berg an Kleinen Anfragen und Anträgen aus der Bezirkspolitik. Das ist unser Job, aber den können wir nur machen, wenn genug Menschen dafür bezahlen. Du wärst traurig, wenn wir loky\* einstellen würden (jep, das ist möglich)? Dann solltest du jetzt Mitglied werden. ****Mach loky\* möglich!** [Alle Infos zur Mitgliedschaft ](https://www.loky.news/membership/) --- ## Wissen ### Kiezblocks: Land stoppt Finanzierung, aber Pankow zieht durch **Worum geht's?** [In der vergangenen Woche ](https://www.spiegel.de/auto/kiezblocks-berlin-stoppt-planungen-fuer-autoarme-viertel-a-3cf5e991-1c23-40ae-85bf-da8da228db4d?ref=loky.news)hat Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) verkündet, dass das Land Berlin kein weiteres Geld für Kiezblocks ausgeben wird. Bei dieser Form der Verkehrsberuhigung wird mit Hilfe von Pollern Durchgangsverkehr aus Wohnquartieren rausgehalten. Bonde meint, dabei würden die Bedürfnisse von Polizei, Feuerwehr oder Gewerbe nicht ausreichend berücksichtigt und zudem in der Folge die anliegenden Straßen zu sehr belastet. Koalitionspartner SPD war [alles andere als glücklich](https://www.tagesspiegel.de/berlin/senat-stoppt-finanzierung-von-kiezblocks-in-ganz-berlin-mit-der-spd-fraktion-nicht-abgestimmt--scharfe-kritik-an-verkehrssenatorin-13697962.html?ref=loky.news) mit diesem offensichtlich nicht abgesprochenen Vorstoß der CDU-Senatorin. Deren Beschluss ist jetzt aber erstmal politische Linie im Land Berlin. _This post is for subscribers only._ ### Eure Fragen zu Schul- und Parkplätzen. Special Guest: Jahn-Sportpark URL: https://www.loky.news/jahn-sportpark-grundschulen-parklets/ Last updated: 2025-05-15T09:29:42.000Z Ihr Lieben. Eigentlich wollte ich euch heute nur zwei Antworten auf eure Fragen liefern. Für alle, die neu dabei sind (herzlich willkommen!): loky\* lebt von den Fragen und Tipps unserer Leser:innen, und in dieser Ausgabe gibt es Antworten zu Plätzen – denen an Grundschulen und denen zum Parken, die aber von Restaurant-Tischen belegt werden. Vorher möchte ich aber kurz mit euch über den Jahn-Sportpark sprechen. Der ploppt gerade in allen Alerts auf, die ich zum Bespielen dieses Newsletters abonniert habe. Die Infos, die ich euch kuratiert weitergebe, muss ich schließlich erstmal irgendwo einsammeln. Aktuell geht es in diesen um den mitten im Abriss steckenden Jahn-Sportpark, und so, wie mir Journalismus einst beigebracht wurde, sollte ich sofort alle Druckerpressen stoppen und euch jede Kleinigkeit zu dem Thema direkt weitergeben. Andererseits habe ich den Eindruck, damit genau zu der Info-Kakophonie beizutragen, die uns alle so anstrengt und überfordert. Wir bei loky\* wollen ein Angebot schaffen, das kompakt ist, Spaß macht und euren Bedürfnissen entspricht. Daher interessiert mich, wie ihr das seht? Das hier sind die neuen Entwicklungen, um die es geht: _This post is for subscribers only._ ### Hey Prenzlauer Berg mit Paartherapie, Fallobst und Eis URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-mauerpark-fallobst-gelbhaar/ Last updated: 2025-05-13T05:00:25.000Z Ihr Lieben. Was braucht es, um eine Beziehung frisch, fröhlich und freudvoll zu halten? Wenn ich die zahlreichen Paartherapeut:innen richtig verstanden habe, deren Wissen mir Netflix, Prime, Disney+ & Co in ihren Serien, die nicht True Crime sind, unerlässlich aufdrängen, dann spielt das Überraschungsmoment dabei eine entscheidende Rolle. Überraschung! Es gibt derzeit Serien, die nicht True Crime sind, und heute bekommt ihr mal zum Wochenstart ein paar Infos über Prenzlauer Berg im Schnelldurchlauf. Einfach, um zu gucken, was das mit uns macht. --- ## Wissen: Infos im Schnelldurchlauf _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Backfisch, Bomben, Haushaltssperre URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-kriegsende-haushaltssperre/ Last updated: 2025-05-08T05:00:56.000Z Ihr Lieben, ich muss mich entschuldigen. Spätestens Mittwoch solltet ihr diese Ausgabe im Postfach haben. Doch dann ist die Arbeit an dem Antrag für die finanzielle Förderung leicht eskaliert, um die wir uns gerade bewerben, damit loky\* möglichst bald seine ganze Schönheit entfalten kann. (Ganz recht, dies hier ist nur die Eisbergspitze). Dieses Werk hat mittlerweile Buddenbrooksche Ausmaße – wenn wir davon ausgehen, dass Thomas Mann in den Anhang noch einen plausiblen Finanz-, Personal- und Meilensteinplan für das Familienunternehmen gepackt hätte. Und hoffen, dass Philipp und ich mehr unternehmerisches Geschick an den Tag legen als die Gang aus Lübeck. In jeden Fall hat es meinen Arbeits- und Zeitplan durcheinandergebracht, was nun dazu führt, dass dieser Newsletter heute an diesem überraschend aufgetauchten Berliner Feiertag erscheint, mit dem wir dem 80\. Jahrestag des Weltkriegsendes gedenken. Wieder eines [dieser Ereignisse](https://www.loky.news/pbn-news-mit-mauerfall-bionade-und-tofu-rezepten-von-johann-lafer/), die unsere Vorstellungskraft stark fordern. Denn der Endkampf um Berlin, der ist hier passiert. Die Einschusslöcher in den Fassaden, deren ausführliche Beschreibung zur Folklore um den Prenzlauer Berg der Wendezeit gehört, mögen hinter Putz und Wärmedämmung verschwunden sein. Doch wenn wir heute auf der Werneuchener Wiese eine Schuldrehscheibe betreiben können, dann liegt das daran, dass die Waffen-SS Ende April 1945 die dort stehenden 50 Wohnhäuser [sprengte](http://6819798636164.hostingkunde.de/initiative/wp-content/uploads/2018/10/HEIMATGESCHICHTE%5FGr%C3%BCn-mit-Vergangenheit.pdf?ref=loky.news). Im Volkspark Friedrichshain befand sich eine Flak-Stellung. Von dort aus sollte das Schussfeld frei sein Richtung Kniprodestraße, über die die Rote Armee Richtung Innenstadt vordrang. Wenn unsere Kinder in der Lychener, Pasteur- oder Seelower Straße auf Spielplätzen zwischen Brandmauern schaukeln, dann hat genau dort ein Wohnhaus den Bombenkrieg nicht überstanden. Wenn wir in unseren Altbauten in den Keller gehen und die Eigentümer:in es mit der Kernsanierung nicht zu genau genommen hat, [finden wir](https://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm0515/051522.htm?ref=loky.news) an den Wänden Pfeile oder Beschriftungen, "Zum Luftschutzraum", mancherorts auch potentielle Durchbrüche zum Nachbarhaus, für den Fall der Verschüttung. Neben mir auf dem Schreibtisch liegt gerade ein Buch, das ich vor 12 Jahren für die Prenzlauer Berg Nachrichten [rezensiert](https://www.loky.news/zwischen-bomben-und-tanztee/) habe: "Backfisch im Bombenkrieg: Notizen in Steno." Es sind die Kurzschrift-Übungen der damals jugendlichen Brigitte Eicke aus der Immanuelkirchstraße, die jeden Tag ihren Alltag in Prenzlauer Berg notierte. 01.05.1945: "Dienstag (Nationaler Feiertag des deutschen Volkes). Als Feuerwerk erlebten wie eine äußerst schweren Angriff, jetzt sind die Russen bald hier." 02.05.1945: "Um 3 Uhr kam Frau Schöbs in den Keller und sagte: Der Führer ist tot, der Krieg ist aus. Ich konnte nur einen Schrei ausstoßen. (...) Früh, als es hell wurde, ging die Plünderei los. (...) Mutti war im Bekleidungsamt in der Greifswalder Straße, da haben sie alle unheimlich Stoffe und Pelze rausgeholt und wir auch hin." 04.05.1945: "Wir haben uns heute auf die Socken gemacht (...). Es lagen viele Tote auf der Straße und aufgedunsene Pferdeleiber, es sieht furchtbar aus, am Hain entlang. Wir mussten immer Umwege machen, weil die Russen in der Elbinger (heute Danziger Straße, Anm. Red.) die Leute aufgehalten haben und man musste mitarbeiten auf der Straße." 06.05.1945: "Mutti und Tante Walli sind zweimal zum Flakturm zum Friedrichshain, Wasser holen. (...) Es ist schon eine Plagerei mit dem Wasserschleppen. Es beginnt jetzt eine Nazi-Verfolgung, wie damals bei den Juden. Was wird mit mir werden?" 12.05.1945: "Abends habe ich bis 11 Uhr gelesen *Schiff ohne Liebe.* Die Verdunkelung ist aufgehoben und Licht gibt es auch schon wieder." Und so weiter. Backfisch im Bombenkrieg eben. _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Feiertag, Stacheldraht und Parken statt Park URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-jahnstadion-mauerpark-und-klimawandel/ Last updated: 2025-05-02T10:09:31.000Z Hallo Ihr Lieben! Ich hoffe, ihr hattet famose Ostern und startet somit gut erholt in den vor uns liegenden Brückentagsmarathon. (Serviceblock: In diesem Jahr ist in Berlin einmalig auch der 8\. Mai Feiertag, um 80 Jahre Kriegsende zu gedenken). Ich weilte ein paar Tage an der Ostsee, habe aus Versehen an einer pornösen Sandburg mitgewirkt (Memo an mich selbst: Wenn der Neffe fragt, ob er noch Zinnen auf die Gipfel der Doppelburg machen darf, sag Nein!) ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/04/IMG_7709-Kopie.jpeg) Aus der Froschperspektive sah es total harmlos aus. 🙈 und euch von dort folgende Erkenntnisse mitgebracht: - Für alle, die im ICE ohne Umstieg einen Urlaubsort erreichen mögen, der Strand- und Museums-Optionen an einem Ort vereint, kann ich Stralsund sehr empfehlen. - Es gibt noch Kondensmilch! Sie lebt in sehr friedlicher Koexistenz mit Hafermilch in Stralsunder Cafés. - Nur, weil eine Altstadt tiptop saniert ist und der Tourismus floriert, heißt das noch lange nicht, dass nicht ein Drittel der Bewohnerschaft [AfD wählt,](https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/bundestagswahl-afd-in-stralsund-deutlich-vorn,mvbtwgemerg876.html?ref=loky.news) weil "hier alles den Bach runtergeht! Keine Parkplätze mehr in der Innenstadt, und überall ausländisches Essen!" (aus der spontanen Wutrede eines Stralsunders). Aber ihr seid ja hier, um Infos über Prenzlauer Berg zu bekommen. Die folgen jetzt. --- ## Wissen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/04/IMG_7733.jpg) - Was fehlte noch beim Streit um den Abriss des **Jahnstadions**? Ganz recht: **Asbest**. Den hat man jetzt gefunden. (Quelle: [Senatsverwaltung für Stadtentwicklung](https://www.berlin.de/sen/sbw/presse/pressemeldungen/pressemitteilung.1552615.php?ref=loky.news)) - **150.000 Euro spart der Senat** in diesem Jahr **bei Pankows Jugendangeboten** – beispielsweise bei Gruppenfahrten, Angeboten der politischen Bildung oder der Unterstützung von Kindern in Notsituationen, deren Eltern sich etwa vorübergehend nicht um sie kümmern können. (Quelle: [Kleine Anfrage an die Senatsverwaltung](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-22126.pdf?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Megabaustelle Schönhauser-Allee-Brücke: Das kommt die nächsten 7 Jahre auf uns zu URL: https://www.loky.news/megabaustelle-schoenhauser-allee-bruecke-das-kommt-die-nachsten-7-jahre-auf-uns-zu-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-04-16T06:00:17.000Z ### Worum geht's? Man kann es im Alltag fast übersehen, aber die Straße vor den Schönhauser Allee Arcaden ist eine Brücke über die Ringbahn. 1869 gebaut, muss diese in den kommenden Jahren abgerissen und komplett neu errichtet werden. Dabei handelt sich um eines der komplexesten Bauvorhaben Berlins, das Ende des Jahres beginnen und in vier Bauphasen bis voraussichtlich 2032 dauern und 50 Millionen Euro kosten soll. Wie das genau laufen soll, hat der Senat nun vorgestellt. 💡 Der Artikel ist zuerst erschienen in unserem ****Newsletter** ****"Hey, Prenzlauer Berg"**, dem wöchentlicher Update-Newsletter zu allem, was den Kiez bewegt. [Gleich hier kostenlos anmelden. ](https://www.loky.news/memberships/) ### Warum ist das wichtig? Wo U-, S-Bahn und Tram auf eine zentrale Tangente treffen, passieren jeden Tag 20.000 Autos, 10.000 Fahrräder und tausende ÖPNV-Nutzer:innen. Wenn diesem Verkehrsknoten der Stecker gezogen wird, hat das Folgen für alle, auch anliegende Geschäfte wie die Arcaden oder das Ärztehaus. ### Zeitplan der Bauarbeiten _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg mit Brücken, Hitze und Hängeklos URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-mit-schoenhauser-allee-bruecken-sanierung-hitze-und-haengeklos/ Last updated: 2025-04-16T05:00:31.000Z Ihr Lieben. Ganz unpassend zu Sonnenschein und vorösterlicher Freude bin ich gerade etwas sentimental unterwegs. Verantwortlich dafür ist unsere Nachbarin, von der in [an dieser Stelle ](https://www.loky.news/pbn-news-mit-mauerfall-bionade-und-tofu-rezepten-von-johann-lafer/)schon einmal berichtete. 1925 im Wedding geboren, zog sie 1948 in unser damals noch bombengeschädigtes Haus im nordöstlichen Zipfel des Prenzlauer Bergs und saß damit bei allem in der ersten Reihe, was die deutsche Geschichte in der vergangenen 100 Jahre im Programm hatte. Bis vor ein paar Wochen lebte sie, unterstützt durch Familie und Nachbarschaft, recht autark in ihrer Altbauwohnung. Den Gasherd hat sie selbstbestimmt durch eine elektrische Kochplatte ersetzen lassen; den langen Flur zur willkommenen Trainingsstrecke erklärt. Doch nun scheint ihr Leben diese Abbiegung zu nehmen, die im hohen Alter oft auf einen Sturz oder Infekt folgt. Gerade liegt sie im Krankenhaus, und wir Nachbar:innen sind plötzlich täglich in Kontakt: Weißt du was Neues? Wie geht es ihr? Kommt sie nochmal nach Hause? Geht es doch ins Heim? In der ganzen Traurigkeit, die dieser Situation innewohnt, hat das etwas Schönes. Ein Gefühl von Gemeinschaft, Verbundenheit, Zuhause. Wenn man uns fragt, was wir mit loky\* vorhaben, sagen wir ungelenkt: "Wir schaffen Nähe durch Information". Damit meinen wir: genau das. Das Zuhausegefühl, das sich einstellt, wenn man weiß, was in der Nachbarschaft passiert, wer da noch so rumhängt, und dass man gemeinsam etwas schaffen kann. Und sei es nur, dafür zu sorgen, dass das vergessene Gebiss in die Maria Heimsuchung nachgeliefert wird. **Damit diese Informationen weiterhin fließen können, brauchen wir eure Unterstützung.** Seitdem ich am Wochenende in Friedrichshain war, weiß ich: Für 6,99 Euro bekommt man keinen Matcha Latte mehr, aber einen Monat lang alle Inhalte von loky\* direkt ins Postfach sowie das gute Gefühl, dieses sympathische (und wichtige!) Gemeinschaftsprojekt für Prenzlauer Berg zu ermöglichen. ****loky\*? Gönn dir!** [Alle Infos zur Mitgliedschaft ](https://www.loky.news/membership/) --- Und jetzt: Infos, bitte! ## Wissen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/04/schoenhauser-allee-visualisierung2-2.jpeg) Visualisierung: SenMVKU ## Megabaustelle Schönhauser-Allee-Brücke: Das kommt die nächsten 7 Jahre auf uns zu ### Worum geht's? Man kann es im Alltag fast übersehen, aber die Straße vor den Schönhauser Allee Arcaden ist eine Brücke über die Ringbahn. 1869 gebaut, muss diese in den kommenden Jahren abgerissen und komplett neu errichtet werden. Dabei handelt sich um eines der komplexesten Bauvorhaben Berlins, das Ende des Jahres beginnen und in vier Bauphasen bis voraussichtlich 2032 dauern und 50 Millionen Euro kosten soll. Wie das genau laufen soll, hat der Senat nun vorgestellt. ### Warum ist das wichtig? _This post is for subscribers only._ ### BSR-Recyclinghof: Wo einige ihren Müll illegal abwälzen und andere ihre Verantwortung URL: https://www.loky.news/bsr-recyclinghof-wo-einige-ihren-muell-illegal-abwalzen-und-andere-ihre-verantwortung-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-04-11T11:10:36.000Z ### Worum geht's? "Uns treibt immer wieder das Thema Müll um. Wir wohnen nahe des BSR-Recyclinghofs und auf dem Weg davor lädt Hinz und Kunz seinen Kram ab. Das ist für die Anwohner echt die Pest. Ich frage mich, ob der Recyclinghof das nicht besser machen könnte, z.B. samstags vor der Schließzeit die Autoschlange zu beenden, wenn man weiß, dass die nicht mehr reinkommen werden, oder den Bereich kameraüberwachen...", schreibt Claudia. ### Warum ist das wichtig? Illegale Müllentsorgung ist in Berlin ein Mega-Problem. Allein in Pankow und allein über die App des Ordnungsamts wurde im vergangenen Jahr 13.000-mal illegal abgeladener Müll [gemeldet](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/2ed51ea5-872a-476a-965b-d0d7b3eccb73?ref=loky.news). Mittlerweile engagiert der Bezirk schon zwei [Waste-Watcher](https://www.loky.news/pankow-gegen-vermullung/), deren einziger Job es ist, den Kiez auf Müllberge zu kontrollieren. Gute Gelegenheit, mal am Beispiel der BSR-Hof-Nachbarschaft zu schauen, was da eigentlich los ist. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/04/image1-1.jpeg) ### Was sagt die BSR? Die BSR kennt das Problem, hat dazu aber eine klare Haltung: "Das Abstellen von Sperrmüll, Elektroschrott und anderen Abfällen im öffentlichen Straßenland ist verboten. Ein solches illegales Ablagern von Müll kann vom Ordnungsamt mit hohen Bußgeldern geahndet werden", erklärt Sprecher Sebastian Harnisch. 💡 Übrigens: Wir kümmern uns um Eure Fragen und Anliegen im Kiez. Dieser Beitrag ist aus einer Frage unseres Mitglieds Claudia entstanden. Die BSR räumt zwar immer wieder den illegal abgestellten Müll weg, sieht sich aber ansonsten nicht in der Verantwortung: Es sei Job des Ordnungsamtes, dort Streifen vorbeizuschicken und Bußgelder zu verhängen, so Harnisch. Nachfrage meinerseits, ob man nicht dennoch zur Lösung des Problems beitragen könne? (Disclaimer: Ich bin der Nichtzuständigkeitserklärung im Angesicht von Problemen so müde, liebes Berlin!) Etwa längere Öffnungszeiten am Samstag, wenn frustrierte Menschen mit ihrem extra für diesen Tag gemieteten Miles-Laster vor der ab 14.30 Uhr verschlossenen Hof-Tür stehen, was das illegale Ablagern natürlich nicht richtig macht, aber doch provoziert? Harnisch: "Die illegalen Ablagerungen erfolgen nicht nur außerhalb der Recyclinghof-Öffnungszeiten, sondern auch, wenn der Hof geöffnet ist – vor diesem Hintergrund scheint ein klarer Zusammenhang mit dem Thema Öffnungszeiten nicht gegeben zu sein. Im Übrigen können die Öffnungszeiten eines Recyclinghofs selbstverständlich keine Rechtfertigung für das Begehen von Bußgelddelikten oder gar Umweltstraftaten sein." ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/04/image0-1.jpeg) ### Was sagt das Pankower Ordnungsamt? _This post is for subscribers only._ ### Rangierbahnhof Pankow: Warum hat es 16 Jahre gedauert, bis hier gebaut werden kann, lieber Bezirk? URL: https://www.loky.news/rangierbahnhof-pankow-warum-hat-es-16-jahre-gedauert-bis-hier-gebaut-werden-kann-lieber-bezirk/ Last updated: 2025-04-10T15:13:52.000Z ### **Worum geht's?** Ende März, 16 Jahre nach dem Kauf des Grundstücks am Rangierbahnhof Pankow durch den Möbel-Unternehmer Kurt Krieger, ist endlich der Vertrag unterschrieben worden, der die Entwicklung des Geländes ermöglicht. Die ganze unendliche Geschichte hatten wir vor einem Monat [hier](https://www.loky.news/rangierbahnhof-pankow-ein-lehrstuck-der-berliner-stadt-nicht-entwicklung/) aufgeschrieben. Damals vertrösteten uns Bezirk und Investor: Sie würden gerne etwas zum Thema sagen, aber erst nach Vertragsunterzeichnung. Letzterer bzw. dessen Presseansprechpartnerin ghostet mich. Aber Cornelius Bechtler, Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung (Grüne), hat nun seine Sicht der Dinge dargelegt. ### Was verzögerte das Projekt so massiv? Laut Bechtler gibt es dafür mehrere Gründe: _This post is for subscribers only._ ### Dingdong! In der Prenzlauer gibt's ab Montag Pingpong! URL: https://www.loky.news/dingdong-in-der-prenzlauer-gibts-ab-montag-pingpong/ Last updated: 2025-04-10T15:14:06.000Z ### Worum geht's? Die beeindruckend hoch springenden Herrschaften oben sind die beiden Gründer sowie die erste Trainerin von [Dingdong Pingpong](https://www.dingdongpingpong.club/?ref=loky.news): Eine Tischtennishalle mit fünf Platten und moderner Technik, die am Montag mitten in Prenzlauer Berg, in der Prenzlauer Allee 38, eröffnet. _This post is for subscribers only._ ### loky*-News mit Kellen, Kippen, Kröten URL: https://www.loky.news/loky-news-prenzlauer-berg-mit-ping-pong-bsr-muell-pankower-tor/ Last updated: 2025-04-10T07:07:12.000Z Ihr Lieben. Wisst ihr, was das Beste daran ist, Gründerin, Textchefin, einzige Redakteurin, Community-Fee, Fiterkaffeeverantwortliche und die minderbegabteste Photoshop-Philippine aller Zeiten eines Newsletters für Prenzlauer Berg zu sein? Ja, man muss ziemlich viel Arbeit selbst machen (außer es ist Produkt / Technik / Anzeigen / Orga / Finanzen /... / oder Gute-Laune-Management. Das fällt alles in Philipps Tanzbereich). Aber dafür kann ich am Mittwoch spontan entscheiden, dass am Donnerstag mal kein Themen-Speeddating wie sonst erscheint, sondern zwei Texte und drei Leser:innen-Briefe. Daher enthält diese Ausgabe außer Spuren von Schalenfrüchten: - Eine neue Tischtennishalle, die Montag eröffnet. - Leser:innen-Briefe zum Thema Müll vor dem BSR-Hof. - Exklusiv für unsere zahlenden Mitglieder im "Premium-Bereich": Die Analyse des Bezirks, warum es am Rangierbahnhof Pankow 16 Jahre lang gedauert hat, damit nun zumindest ein offiziell abgesegneter Plan steht, was man da bis 2030 bauen möchte. Zu Letzteren zählen jetzt auch Bettina, Rita und Nadia. Herzlich willkommen! Schön, dass ihr da seid. --- ## Dingdong! In der Prenzlauer gibt's ab Montag Pingpong! ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/04/202503_DDPP-7775_small-4-2.jpg) Foto: Helmut Sattler ### Worum geht's? Die beeindruckend hoch springenden Herrschaften oben sind die beiden Gründer sowie die erste Trainerin von [Dingdong Pingpong](https://www.dingdongpingpong.club/?ref=loky.news): Eine Tischtennishalle mit fünf Platten und moderner Technik, die am Montag mitten in Prenzlauer Berg, in der Prenzlauer Allee 38, eröffnet. Damit erhält die große Pingpong-Geschichte des Prenzlauer Bergs [sechs Jahre nach dem Aus](https://www.loky.news/dr-pong-macht-zu/) der legendären Tischtenniskneipe Dr. Pong und [ein Jahr nach der ersten Digitalisierung einer öffentlichen Platte](https://www.loky.news/pbn-labor-12-mit-einer-zitterpappel-tischtennis-und-hippen-backwaren/) durch das Start-up Pongmasters ein neues Kapitel. ### Warum ist das wichtig? Gründer Waldemar Zeiler (rechts im Bild) mag zwei Sachen: Orte im Kiez, an denen Menschen zusammenkommen können. Und Tischtennis spielen, mit Freund:innen, aber auch den eigenen Kindern in Zeiten, in denen man beim Tischtennisverein nicht mal auf die Warteliste kommt. ### Nochmal: Worum geht's?! Waldemar ist einer der Mitgründer des Kondom-Herstellers Einhorn. Im vergangenen Jahr stellte er sein neuestes Business, Solarkraftwerke für den Balkon, wieder ein, weil die Realität härter und komplizierter war als die Idee auf dem Papier. Für ihn aber kein Grund, nicht immer neue zu haben. Aktuell: Tischtennishallen in der Nachbarschaft, wie er sie auf Reisen durch die USA gesehen hat. Am Telefon hat er mir Folgendes erzählt: - Wo früher Haushaltswaren verkauft wurden, stehen nun fünf Tischtennisplatten. Gerade ist noch Baustelle, aber am Montag wollen sie eröffnen – gleichzeitig mit der benachbarten, neuen dm-Filiale in der ehemaligen Post an der Marienburger. - Was ist bei Dingdong Pingpong besser als an der Platte im Park (also außer, dass es drinnen nie regnet)? Sportboden, gute Beleuchtung und eine Kamera, die Sequenzen des Matches filmt und zum Versand auf Social Media bereitstellt. Außerdem muss niemand Punkte zählen: Es reicht, bei jedem gemachten Punkt einen Knopf zu drücken, der auch im entscheidenden Moment den oder die Sieger:in feiert. An einer Profi-Platte wird sogar der Spin des Balles gemessen. - Die Platten können stundenweise [online](https://www.dingdongpingpong.club/?ref=loky.news) gebucht werden. Das kostet ab 20 Euro/Stunde für bis zu vier Spieler:innen. Für Clubmitglieder (50 Euro/Monat) gibt es Freispielzeit sowie Rabatte in der Rushhour. Zudem sind gemeinsame Tischtennis-Events geplant, wo man auch ohne Spielpartner:in zum Zuge kommt. Wer dazulernen möchte, bucht Coaches. Geöffnet ist zwischen 6 und 24 Uhr. - Als Start-up hat Dingdong Pingpong gerade "ein mittleres sechsstelliges Seed Funding [geraised](https://www.linkedin.com/posts/ding-dong-ping-pong%5Fding-dong-wir-haben-f%C3%BCr-unser-ping-pong-activity-7313841338603515904-3q7i?utm%5Fsource=social%5Fshare%5Fsend&utm%5Fmedium=member%5Fdesktop%5Fweb&rcm=ACoAAEMQt0MB8HiiZ8Ixq-bHSRy%5F8hBEy72WirU)". Damit soll nun erstmal die Halle in der Prenzlauer ans Laufen gebracht werden. Im Idealfall folgen weitere Standorte in Berlin und ganz Deutschland. --- ## Stell dir vor, da ist ein Recyclinghof, und alle stellen ihren Müll DAVOR: Das meinen unsere Leser:innen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/04/IMG_7550.jpg) Mittwochs, früh, nahe Behmstraße. Im Umfeld des BSR-Hofs in der Behmstraße wird regelmäßig illegal Müll abgeladen, doch weder BSR noch Ordnungsamt scheinen an einer nachhaltigen Lösung des Problems interessiert ([hier unser Bericht](https://www.loky.news/loky-mit-bsr-behmstrasse-mull-ordnungsamt/)). Euch macht das Puls. ### **Uscha:** "Man kann wirklich nur noch mit dem Kopf schütteln angesichts der Reaktion der BSR! Jeder, der regelmäßig an der Stelle vorbeikommt, weiß doch ganz genau, wie es dort am Samstagnachmittag aussieht: Ein Auto nach dem anderen hält kurz an und lädt seinen Kram vor der Mauer ab – nicht aus Berechnung, sondern oft einfach aus purer Verzweiflung. Der Baumarktbesuch oder der IKEA-Trip hat sich endlos gezogen – und dann steht man plötzlich um 14:30 Uhr (ja, samstags!) vor verschlossenen Türen. Diese Öffnungszeiten sind so provinziell, dass sie kaum jemand auf dem Schirm hat. (...) Fazit: Die Ordnungsamt-App wird ab jetzt bei jeder Gelegenheit gezückt. Mal sehen, wie lange es dauert, bis das endlich offiziell als Müll-Hotspot durchgeht." ### **Drea:** "Die Abholung von Sperrmüll bei der BSR kostet 50 €. Das ist für viele Menschen eine Menge Geld. Aber es gibt zahlreiche Initiativen bei nebenan.de und Co., wo sich Menschen anbieten, bei dem Transport behilflich zu sein. Ich überlege jedes Mal, ob ich den Müllberg beim Ordnungsamt melde, der sich gerne neben Kleider- und Glascontainern ansammelt. Hab ich auch schon ein paarmal gemacht. ABER: wenn der Müll jedes Mal auf wundersame Weise verschwindet, lädt das nicht noch mehr ein, diesen beim nächsten Mal dort wieder abzuladen?" ### **Karo und Mayk:** "Wir melden super oft Müll im Kiez, auch in Grünanlagen und Gewässern. Die BSR reagiert häufig schon recht schnell. Sperrmüll ist tatsächlich ein paar Tage bis Wochen später weg, Mülleimer sind geleert. (…) Am schlimmsten sind aber die Millionen von Kippen. Hohe Bußgelder wurden festgelegt, aber es passiert nichts. Die Verursacher könnte man im Sekundentakt erwischen. Auch könnte man für mehr Rücksicht sensibilisieren und über die Folgen für die Umwelt aufklären. Es tut sich nichts, seit Jahren hinterlassen wir Tipps, Anregungen und Hinweise in der App.“ --- Ihr habt auch eine Meinung oder gar einen Lösungsvorschlag zum Müll-Problem, kennt ein interessantes Start-up oder habt eine Baustelle vor der Tür, die ihr nicht versteht? Schreibt uns gerne alles, was euch bewegt, an redaktion@loky.news oder direkt in unseren [Briefkasten](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfmDeL-5rQkv4DjIvFrkXigHiu1BDaaslSXu0qN1io0q-3X7w/viewform?usp=sf%5Flink&ref=loky.news). --- ## Premium-Bereich ## Rangierbahnhof Pankow: Warum hat es 16 Jahre gedauert, bis hier gebaut werden kann, lieber Bezirk? ### **Worum geht's?** Ende März, 16 Jahre nach dem Kauf des Grundstücks am Rangierbahnhof Pankow durch den Möbel-Unternehmer Kurt Krieger, ist endlich der Vertrag unterschrieben worden, der die Entwicklung des Geländes ermöglicht. Die ganze unendliche Geschichte hatten wir vor einem Monat [hier](https://www.loky.news/rangierbahnhof-pankow-ein-lehrstuck-der-berliner-stadt-nicht-entwicklung/) aufgeschrieben. Damals vertrösteten uns Bezirk und Investor: Sie würden gerne etwas zum Thema sagen, aber erst nach Vertragsunterzeichnung. Letzterer bzw. dessen Presseansprechpartnerin ghostet mich. Aber Cornelius Bechtler, Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung (Grüne), hat nun seine Sicht der Dinge dargelegt. ### Was verzögerte das Projekt so massiv? Laut Bechtler gibt es dafür mehrere Gründe: _This post is for subscribers only._ ### loky* mit "Dies ist kein Müll-Hotspot" URL: https://www.loky.news/loky-mit-bsr-behmstrasse-mull-ordnungsamt/ Last updated: 2025-04-10T15:15:59.000Z Ihr Lieben da sind wir schon wieder! Heute mit etwas, das mir aus dem Studium, Proseminar Wirtschaftsgeographie, als "Multi-Purpose-Trip" in Erinnerung geblieben ist: Ein Ausflug, um gleich mehrere Sachen zu erledigen. Im Seminar war das die Autofahrt "in die Stadt", bei der man das Kind in die Musikschule karrt, bei Kaufhof neues Stopfgarn besorgt und auf dem Weg noch tankt. (Ganz recht, ich studierte in den Nullerjahren. Allerdings in Berlin. Warum fuhr man da mit dem Auto "in die Stadt?!" Tja, der Professor kam aus Hannover. 🤷‍♀️) Hier und heute a) erinnern wir an unsere **loky\*-Lokalrunde** am Dienstag, 8\. April, 16 bis 18 Uhr im Café Liebling am Helmholtzplatz. **Das ist heute!,** b) nehmen wir uns einer Frage aus der Community an und _This post is for subscribers only._ ### Gerd Poppe ist tot URL: https://www.loky.news/gerd-poppe-ist-tot/ Last updated: 2025-04-03T07:00:04.000Z Maschinist in einer Ost-Berliner Schwimmhalle. Kinderladenbetreiber. Und einer der zentralen Figuren der Bürgerrechtsbewegung, die sich in den 1980er Jahren in Prenzlauer Berger Wohnzimmern formierte und 1989 in die Friedliche Revolution mündete. Das alles war **Gerd Poppe**. Am vergangenen Samstag ist er mit 84 Jahren verstorben. Ein ausführlicher Nachruf von Ilko-Sascha Kowalczuk steht bei [Zeit Online.](https://www.zeit.de/kultur/2025-03/gerd-poppe-ddr-menschenrechtler-gruene-nachruf/komplettansicht?ref=loky.news) _This post is for subscribers only._ ### Vermischtes: Mauerpark, Baumschwund und Nachbarschaft URL: https://www.loky.news/vermischtes-mauerpark-baumschwund-und-nachbarschaft/ Last updated: 2025-04-03T06:30:30.000Z 📣 Die nach einem Wasserschaden im vergangenen Sommer geschlossene **Markthalle im Pfefferberg** (wer's nicht kennt: das ist ein hipper Food-Court) soll im Mai wieder aufmachen. (Quelle: [t-online](https://www.t-online.de/region/berlin/id%5F100654848/berlin-markthalle-pfefferberg-oeffnet-nach-wasserschaden-wieder.html?ref=loky.news)) 📣 Im **Mauerpark** soll zum Sommer ein ["Cooling Point"](https://www.berlin.de/baerenhitze/cooling-point/?ref=loky.news) (=**schattige Sitzgelegenheit + Trinkwasserbrunnen**) in Betrieb gehen. Darüber hinaus werden in diesem Jahr aber keine neuen Trinkbrunnen in Pankow aufgestellt. Das war zwar der Wunsch der Lokalpolitiker:innen, doch dem Land fehlt das Geld. Betrieb und Wartung der über 200 derzeit in der ganzen Stadt aufgestellten Brunnen kosten schon jetzt jedes Jahr 1,3 Millionen Euro. (Quelle: [Bezirksamt Pankow](http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6956&ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Machen: Termine & Tipps, u.a. mit dem Roman "Narrenschiff" und Sommerfreizeit URL: https://www.loky.news/machen-termine-tipps-u-a-mit-dem-roman-narrenschiff-und-sommerfreizeit/ Last updated: 2025-04-03T06:00:26.000Z 📅 4.4.: Silent-Disco, Literaturverfilmungen und Escape Games: Acht Pankower Standorte machen mit bei der **Nacht der Bibliotheken,** Eintritt frei ([mehr](https://www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow/aktuelles/veranstaltungen/artikel.1541388.php?ref=loky.news)). 📅 6.4\. ab 14 Uhr: **Schwedischer Jahrmarkt** mit Pippi-Langstrumpf-Puppentheater (Tickets vorher online kaufen!) in der Buchboxx am Helmholtzplatz ([mehr](https://www.buchboxberlin.de/event-calendar/schwedischer-jahrmarkt-14-uhr-0?ref=loky.news)). 📅 6.4., 16 Uhr: **"Ein Stück vom Mond"**: Premiere des **Puppentheaterstücks** über das Erschaffen eines Sterns im Weiten Theater, für Kinder ab 4 Jahren ([mehr](https://www.das-weite-theater.de/?categoryID=16&entryID=461&ref=loky.news)). 📖 9.4\. 20 Uhr: **Christoph Hein** erzählt in seinem **neuen Roman "Narrenschiff"** von Aufbau und Untergang der DDR. Buchpräsentation und Ges präch mit Marion Brasch im Pfefferberg Theater ([mehr](https://pfefferberg-theater.de/spielplan/kalender/?ref=loky.news)). 📣 Das Jugendamt organisiert verschiedene **Sommerferienreisen** für Pankower Kinder zwischen 7 und 17 Jahren. Anmeldung bis 20\. Juni ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1545083.php?ref=loky.news)). ### 7 Menschen starben 2024 auf Pankows Straßen URL: https://www.loky.news/7-menschen-starben-2024-auf-pankows-strassen/ Last updated: 2025-04-03T05:30:44.000Z _This post is for subscribers only._ ### Prenzlauer Berg verliert rasant bezahlbaren Wohnraum URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-verliert-rasant-bezahlbaren-wohnraum/ Last updated: 2025-04-10T15:14:23.000Z Dass Prenzlauer Berg rasant bezahlbaren Wohnraum verliert, ist eine Binse. Die wird aber gerade noch einmal nachlesbar in einem [Bericht](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/%5F%5F%5Ftmp/tmp/45081036/IsBbzqPhcQV8JYh70mP7sqQb3eB4dINJlaivCZ57/fXAFSbov/12-Anlagen/28/attach%5FEDD3.pdf?ref=loky.news), den das Bezirksamt Pankow nun vorgelegt hat. _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg! Info-Update mit Kirschblüten-Watch und Abkühlungs-Option URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-info-update-mit-kirschbluten-watch-und-abkuhlungs-option/ Last updated: 2025-04-03T04:00:02.000Z _This post is for subscribers only._ ### Kein Klo in Pankow URL: https://www.loky.news/kein-klo-in-pankow/ Last updated: 2025-04-02T13:15:54.000Z Am **S-/U-Bahnhof Pankow** fehlt es an Platz für eine **öffentliche Toilette**, und daher wird dort auch in Zukunft keine stehen (und es wohl weiterhin streng riechen, weil Menschen in dunkle Ecken pinkeln). (Quelle: [Kleine Anfrage an den Senat](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-21800.pdf?ref=loky.news)) ### 37% Mehreinnahmen durch Grundsteuerreform in Prenzlauer Berg URL: https://www.loky.news/37-mehreinnahmen-durch-grundsteuerreform-in-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-04-02T13:16:16.000Z Die **Grundsteuerreform** könnte allein in Prenzlauer Berg zu 10 Millionen Euro Mehreinnahmen (bislang: 27 Millionen Euro) führen. (Quelle: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/berlin/article408605438/grundsteuer-wo-die-menschen-draufzahlen-wer-entlastet-wird.html?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Kleine Eiszeit zu, Rewe auf. Allee Arcaden gerade leer. URL: https://www.loky.news/kleine-eiszeit-zu-rewe-auf-allee-arcaden-gerade-leer/ Last updated: 2025-04-02T12:56:30.000Z Nach 30 Jahren hat es sich in der Stargarder Straße **ausgekleineeiszeitet**: Der Laden, der schon in der DDR für sein Softeis bekannt war, hat zur neuen Eissaison die Betreiber:innen gewechselt. Die Stammkundschaft weiß schon seit Oktober Bescheid. Nun ist es auch für alle anderen offensichtlich, die (Stand Mittwoch) vor einem neuen Firmenschild, aber noch geschlossenen Rollläden stehen. Bei [Instagram](https://www.instagram.com/p/DGpdDyVIe6u/?hl=de&ref=loky.news) verabschiedete man sich vor drei Wochen mit "man soll gehen, wenn es am schönsten ist". Am Telefon meldet sich ein ehemaliger Mitarbeiter, der jedoch nichts Genaueres weiß über die Gründe der Geschäftsaufgabe (seine Vermutung: Ruhestand). Eine Anfrage per Mail blieb unbeantwortet. (Danke an Robert für den Hinweis!) _This post is for subscribers only._ ### 2000 neue Wohnungen im Rangierbahnhof Pankow URL: https://www.loky.news/2000-neue-wohnungen-im-rangierbahnhof-pankow/ Last updated: 2025-04-02T13:02:17.000Z Die **städtebaulichen Verträge** zwischen Bezirk Pankow, Land Berlin und Investor Kurt Krieger zur Entwicklung des **Rangierbahnhofs Pankow** wurden am Dienstag unterschrieben. Man einigte sich auf den Neubau von 2000 Wohnungen (davon 30 % staatlich geförderte Sozialwohnungen), zwei Kitas und eines Parks ([mehr zum Projekt hier](https://www.loky.news/rangierbahnhof-pankow-ein-lehrstuck-der-berliner-stadt-nicht-entwicklung/)). (Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1544494.php?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### Machen: Termine & Tipps, u.a. mit Prenzlauer Berger Brauereien URL: https://www.loky.news/termine-tipps-marz-2025/ Last updated: 2025-04-02T13:21:45.000Z 28.03., 16-18 Uhr: **Kunstplakat-Aktion** gegen geplante Sparmaßnahmen des Senats in der Galerie Parterre ([mehr](https://galerieparterre.de/veranstaltung.php?id=110&ref=loky.news)). 29.03\. ab 9 Uhr: Thementag **"Partielle Sonnenfinsternis"** im Planetarium ([mehr](https://www.planetarium.berlin/veranstaltungen/live-event-zur-partiellen-sonnenfinsternis-im-zeiss-grossplanetarium?ref=loky.news)). Das Buch ["Im raschelnden Laub der Vergangenheit"](https://www.hentrichhentrich.de/buch-im-raschelnden-laub-der-vergangenheit.html?ref=loky.news) erzählt **Geschichten über den Jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee**. Die Jüdische Allgemeine hat einen [Vorabdruck](https://www.juedische-allgemeine.de/unsere-woche/veras-stein/?ref=loky.news). Der gebürtige Prenzlauer Berger Hans Rosenthal wäre dieser Tage 100 Jahre alt geworden. Seine Biographie ["Zwei Leben in Deutschland"](https://www.amazon.de/Leben-Deutschland-Biographien-Bastei-Taschenb%C3%BCcher/dp/3404101707?ref=loky.news), auch über die Deportation seiner jüdischen Familie und sein Überleben in einer Berliner Laube, ist eine Empfehlung. Das ZDF hat ihm mit **"Rosenthal"** einen Spielfilm gewidmet, mit Florian Lukas in der Hauptrolle ([ZDF-Mediathek](https://www.zdf.de/play/filme/rosenthal-movie-100/rosenthal-100?ref=loky.news)). Die RBB-Doku **"Die Brauereien am Prenzlauer Berg"** ist zwar schon von 2021, steht aber aktuell mal wieder in der [**ARD-Mediathek**](https://www.ardmediathek.de/video/geheimnisvolle-orte/die-brauereien-am-prenzlauer-berg/rbb/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvZ2VoZWltbmlzdm9sbGVvcnRlLzIwMjEtMTItMDdUMjA6MTU6MDBfNmY2MzcwZWEtZGZiMS00NzI4LTg5MGMtOTM0ODQ2MWQ3MTY2L2RpZS1icmF1ZXJlaWVuLWFtLXByZW56bGF1ZXItYmVyZw?ref=loky.news). ### Hey, Prenzlauer Berg! Mit Ohrwurm, neuem Rewe, Kleiner Eiszeit und Pankower Klo URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-arcaden-rewe-rangierbahnhof/ Last updated: 2025-03-27T06:00:07.000Z Wo es bald wieder Lebensmittel, keine Lebensmittel mehr und irgendwann neue Wohnungen gibt. _This post is for subscribers only._ ### Wenn unsere Kinder Hitler grüßen URL: https://www.loky.news/rechtsextremismus-jugend-prenzlauer-berg-wenn-unser-kinder-hitler-grussen/ Last updated: 2026-04-27T09:47:45.000Z 💡 Dieser Text ist zuerst erschienen im loky\* - Newsletter "The Real Parents of Prenzlauer Berg". Anmeldung und alle Infos [hier](https://www.loky.news/newsletters/). ### Worum geht's? Ein Jugendlicher, der sich im Geschichtsunterricht erkundigt, was denn schlimm daran wäre, Flüchtlinge in Lager zu sperren? Ein paar Jungs, die auf der Ferienfreizeit "Iihh, hier stinkt's" rufen, wenn Menschen mit ausländischen Wurzeln den Essensraum betreten. Ein Mädchen jüdischen Glaubens, das von drei Mitschülern auf dem Schulhof zum Hitlergruß gezwungen wird. Das alles ist nicht irgendwo passiert, sondern unter Schüler:innen aus Prenzlauer Berg und den umliegenden Kiezen. Für sich genommen sind das einzelne Geschichten, dokumentiert von Jugendlichen, deren Eltern und Lehrer:innen. Doch in der Masse stellt sich die Frage, wie normal rechte Umtriebe unter Jugendlichen bei uns sind? Die Recherche zeigt: Das ist ein zunehmendes Problem. ### Warum ist das wichtig? Die Wahlberechtigten in Prenzlauer Berg haben [zuletzt](https://www.loky.news/pbn-wahl-news-2025-bundestagswahl/) mit überwältigender Mehrheit links und grün gewählt. Doch Gespräche mit Jugendlichen zeigen, dass wir hier nicht abgekoppelt vom generellen Rechtsruck in Deutschland existieren. Ob unsere Kinder mit Holzspielzeug oder Plastik spielen, können wir noch beeinflussen. Doch was genau im TikTok-Feed oder dem Klassenchat abgeht, wissen die meisten Eltern nicht. ### Blick in die Statistik In Pankow ist die Zahl der bei der Polizei angezeigten rechtsextremen Vorfälle an Schulen von 6 im Jahr 2021 auf 17 im vergangenen Jahr gestiegen. In ganz Berlin hat die Berliner Polizei nur in Marzahn-Hellersdorf ebensoviele Fälle registriert. Berlinweit waren es 104, 7 davon sind im digitalen Raum, also in sozialen Medien oder Chatgruppen. _This post is for paying subscribers only._ ### The Real Parents of Prenzlauer Berg - mit Hakenkreuzen im Klassenchat URL: https://www.loky.news/newsletter-rechtsextremismus-jugendliche-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-03-22T07:25:30.000Z Ihr Lieben. Herzlich willkommen zur ersten Ausgabe von "The Real Parents of Prenzlauer Berg". Das ist der loky\*-Sondernewsletter, in dem es dem Klischee nach um den Austausch der besten Rezepte für Dinkelkekse, Lastenrad-Tests und die Organisation der Selbsthilfegruppe "Hilfe, Sören-Finn geht gerne zu McDonald's" gehen müsste. Doch wir, die wir hier leben und unsere Kinder großziehen, wissen: Uns fehlen Schulplätze, Wohnraum und jemand, der oder die mal eben für den nächsten Zoom-Call das kranke Kleinkind hütet. Das sind für uns die wirklich wichtigen Themen, und genau denen wollen wir uns widmen. Sowie allen schönen Kleinigkeiten, die Elternschaft in Prenzlauer Berg ausmachen. Los geht's, zugegebenermaßen auf die harte Tour. --- ## Wenn unser Kinder Hitler grüßen ### **Worum geht's?** Ein Jugendlicher, der sich im Geschichtsunterricht erkundigt, was denn schlimm daran wäre, Flüchtlinge in Lager zu sperren? Ein paar Jungs, die auf der Ferienfreizeit "Iihh, hier stinkt's" rufen, wenn Menschen mit ausländischen Wurzeln den Essensraum betreten. Ein Mädchen jüdischen Glaubens, das von drei Mitschülern auf dem Schulhof zum Hitlergruß gezwungen wird. Das alles ist nicht irgendwo passiert, sondern unter Schüler:innen aus Prenzlauer Berg und den umliegenden Kiezen. _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg! Info-Update mit Radweg-Cafés, Echsen-Klage und fittem Späti URL: https://www.loky.news/hey-prenzlauer-berg-newsletter-rangierbahnhof-gelbhaar-sev/ Last updated: 2025-03-20T05:00:49.000Z Ihr Lieben. Zu den vielen Fragen, die sich mir dieser Tage auf meinen vom Arbeitskampf der BVG präsentierten Gängen durch den Kiez stellen, gehört die, wie groß der Gefallen eigentlich war, den sich die Mitarbeitenden der BSR mit ihrem Streik in der vergangenen Woche getan haben? Und wann "Gefüllte Hundekotbeutel auf bereits komplett übergelaufene Mülleimer Stapeln" olympisch wird? Zwei Wochen [soll es dauern](https://www.berliner-kurier.de/berlin/streik-bei-der-bsr-zu-ostern-erst-in-zwei-wochen-ist-der-muell-weg-li.2308271?ref=loky.news), bis die neapelesken Berge abtransportiert sind. Dafür leuchten die blauen Säcke in der Frühlingssonne besonders schön, an der Norwegerstraße blühen die ersten Kirschblüten, und wir bei loky\* feiern den erfolgreichen Start eines neuen Formats, bei dem wir im Café hocken und ihr zum Plaudern vorbeikommt, und für das immer noch ein knackiger Name fehlt. ChatGPT meint, ich solle es wahlweise "Breaking Brews", "Meet the Press(o)" oder "Headline und Heißgetränk" nennen. 🤷‍♀️ Da nehme ich doch lieber "Lokalrunde" – außer, ihr habt bessere Vorschläge?! (-> redaktion@loky.news) So sah das in der vergangenen Woche aus, als u.a. Leserin Alicia und Andreas Otto, der für die Grünen im Abgeordnetenhaus sitzt, die Gelegenheit nutzten und sich mit uns, aber auch untereinander austauschten. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/03/IMG_0643.jpg) Um meine zwei zentralen Erkenntnisse der Aktion mit euch zu teilen: Das war mega und wir machen das jetzt regelmäßig. Nächster Termin: _This post is for subscribers only._ ### Tische in der Schönhauser, dafür weniger Geld für Kita-Sanierung. Berlin halt. URL: https://www.loky.news/tische-in-der-schonauser-dafur-weniger-geld-fur-kita-sanierung-20-03-25/ Last updated: 2025-03-24T16:41:55.000Z Seitdem die **Schönhauser Allee** zumindest teilweise einen breiten Radstreifen bekommen hat, ist der einstige Radweg auf dem Gehweg ohne Job. Ab sofort dürfen Cafés und Restaurants dort ihre Tische aufstellen. (Quelle: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article408570421/berlins-restaurant-radweg-ueberraschung-auf-der-schoenhauser-allee.html?ref=loky.news)) Berlin **spart** auch bei der **Sanierung von Kitas und Spielplätzen**: Statt 982.400 Euro stehen dem Bezirk Pankow in diesem Jahr nur noch 450.461 Euro dafür zur Verfügung. (Quelle: [Kleine Anfrage im AGH](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-21707.pdf?ref=loky.news)) Mehr Radwege und mehr Solarenergie, dafür weniger Versiegelung und weniger Müll: Seit Neuestem hat der Bezirk Pankow ein **Klimaschutzkonzept**. 40 konkrete Maßnahmen sollen angegangen werden. Eine davon ist die Aufklärung der Bürger mithilfe der frisch überarbeiteten [Website](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/klimaschutz/artikel.1507585.php?ref=loky.news) (Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1541579.php?ref=loky.news#:~:text=Sein%20erstes%20Klimaschutzkonzept%20hat%20jetzt,pankow%2Fklimaschutzkonzept%20zum%20Download%20bereit.)) ### Machen: Kultur, Kunst & Kieztermine URL: https://www.loky.news/machen-kultur-kunst-kieztermine-20-03-25/ Last updated: 2025-03-24T16:31:08.000Z 📅 **20.03.:** Der **neue Roman von Annett Gröschner** erscheint. In "Schwebende Lasten" erzählt die Gefühlt-schon-immer-Prenzlauer-Bergerin, aber gebürtige Magdeburgerin die Geschichte einer Blumenbinderin und Kranfahrerin im Magdeburg des 20\. Jahrhunderts ([mehr](https://www.chbeck.de/groeschner-schwebende-lasten/product/37899802?ref=loky.news)). 📖**24.03., 20 Uhr:** Überraschung! Auch in der Steinzeit gab es Frauen. **Ulli Lust** liest im Theater unterm Dach aus ihrer neuen Graphic Novel **"Die Frau als Mensch. Am Anfang der Geschichte"** ([mehr](https://theateruntermdach-berlin.de/produktion/die-frau-als-mensch-am-anfang-der-geschichte/?ref=loky.news)) 📣 **2.4., 12 Uhr:** Info-Veranstaltung für alle, die gerne etwas zum [**Weißenseer Kultursommer**](https://weissensee-kultur.de/?ref=loky.news) beitragen möchten (Anmeldung zur Info-Veranstaltung bis 26.03.) ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1542066.php?ref=loky.news#:~:text=Am%20Mittwoch%2C%20dem%202.%20April,Allee%20125%2C%2013088%20Berlin%20statt.)). ### M1, Busstau & Fußball-Eklat URL: https://www.loky.news/baustellen-busstau-fussball-eklat-20-03-25/ Last updated: 2025-03-24T16:37:46.000Z 🚨 **SEV** ist schon schlimm. Aber SEV, der überfüllt im Stau steckt, das ist zu viel. Dachte sich der Pankower Jürgen Ney und startete eine [Petition](https://www.change.org/p/m1-ersatzbusverkehr-braucht-mehr-busse?fbclid=IwY2xjawI7t5pleHRuA2FlbQIxMQABHczZskd5Ox34V2FiXqgg4yjCibJi-lk-HNlZUCdmuOTv35Unp0qsTetXKw%5Faem%5FXeHpUdmFiG2LzLVRaHXJ0w&ref=loky.news), damit die BVG mehr Busse als Ersatz für die noch bis Sommer wegen Bauarbeiten gesperrte **Tram M1** einsetzt. Erster Erfolg, über 1200 Unterschriften später: Der SEV ist seit Montag zweigeteilt. Eine Busflotte pendelt zwischen Eberswalder Straße und Pankow – eine Strecke, auf der man auch die U2 nehmen kann. Nach Umstieg in Pankow folgt dann der zweite Teil des SEV Richtung Schillerstraße bzw. Rosenthal. (Quelle: per Mail / [BVG](https://www.bvg.de/de/verbindungen/stoerungsmeldungen?ref=loky.news)) 🚨 Am Sonntagmittag **eskalierte ein Fußballspiel** auf dem Platz in der Dunckerstraße so stark, dass es abgebrochen und die Teams getrennt voneinander von der Polizei vom Platz begleitet werden mussten. (Quelle: [Polizei](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2025/pressemitteilung.1541509.php?ref=loky.news#:~:text=Gestern%20Mittag%20musste%20ein%20Amateurfu%C3%9Fballspiel,zu%20k%C3%B6rperlichen%20Auseinandersetzungen%20gekommen%20sein.)) ### Eidechsen, Kröten & Krieger – Nabu gegen Investor URL: https://www.loky.news/eidechsen-kroten-krieger-nabu-gegen-investor-20-03-25/ Last updated: 2025-03-24T16:32:54.000Z Der **Nabu verklagt Investor Kurt Krieger**, nachdem dessen Firma mehrere ehemalige Kleingartenparzellen geräumt und dabei vermutlich dort lebende, geschützte Zauneidechsen gleich mit beseitigt hat. Auf das nun freigemachten Areal sollen ebenfalls geschützte Kreuzkröten umziehen, die bislang auf dem für ein neues Stadtquartier vorgesehenen Rangierbahnhof Pankow leben ([mehr dazu hier](https://www.loky.news/rangie/)). (Quelle: [Nabu Berlin](https://berlin.nabu.de/news/2025/35990.html?ref=loky.news)) ### Zu laut, zu viel, zu irrelevant – Wenn loky* die Antwort ist: Was war eigentlich die Frage? URL: https://www.loky.news/problem-lokaljournalismus-zu-laut-zu-viel-zu-irrelevant-wenn-loky-die-antwort-ist-was-war-eigentlich-die-frage/ Last updated: 2025-03-15T17:11:14.000Z Ihr Lieben. Wochenende! Man kann es nicht oft genug sagen: **Die Prenzlauer Berg Nachrichten sind tot, es lebe loky\*!** Mittlerweile haben wir euch schon ein bisschen darüber erzählt, was wir mit diesem Relaunch vorhaben. Nämlich gemeinsam mit euch ein neues Lokalmedium für unseren Kiez aufzubauen. Höchste Zeit, darüber zu sprechen, warum wir das tun. Heute: Welches Problem wollen wir eigentlich lösen? ### Was ist das Problem? Zu laut. Zu viel. Zu irrelevant. Achtung, jetzt kommt eine Binse: Medien stecken in der Krise, auch im Lokalen. Print funktioniert schon lange nicht mehr, online (noch) nicht. Millionen Menschen wenden sich bewusst ab – nicht weil sie sich nicht für ihre Umgebung interessieren, sondern weil die Angebote zu negativ, zu klickgetrieben oder schlichtweg nicht gut oder relevant genug sind. Online-Journalismus richtet sich oft nach den Bedürfnissen der Werbung, nicht denen der Leser:innen. Im Kampf um Klicks werden Überschriften immer reißerischer, Pop-ups immer penetranter, Inhalte immer emotionaler. Leser:innen folgend darauf immer öfter dem guten, alten [Peter-Lustig-Rat](https://youtu.be/1RpuTQS4hWw?feature=shared&ref=loky.news): "Abschalten". In der Folge spielen Lokalmedien im Alltag vieler Menschen kaum eine Rolle mehr. Die entstehende Lücke füllen soziale Medien, WhatsApp- und Facebook-Gruppen oder nebenan.de-Nachbarschaften. Diese funktionieren jedoch nicht journalistisch. Informationen werden nicht auf Richtigkeit überprüft, oft aus dem Kontext gerissen und der Logik intransparenter Algorithmen folgend ausgespült. Insgesamt sind sie nicht verlässlich. Statt Vernetzung, Hilfe und Gespräch fördern sie Polarisierung. Die Info, dass irgendwo ein Radweg neu gepinselt wird, eskaliert da schnell zum Großbuchstaben-Schreiduell. (11!!!!111) Das ist ein echtes Problem. Denn die meisten Menschen **wollen wissen, was um sie herum passiert.** Das schafft Nähe, Orientierung – und ein Zuhausegefühl. Wer nicht weiß, was los ist oder wie etwas funktioniert, fühlt sich schnell entfremdet oder hat es einfach schwerer im Alltag. Doch es betrifft nicht nur Leser:innen. Auch lokale Initiativen, Unternehmen und die Politik verlieren den Draht zur Öffentlichkeit. Ihnen fehlt eine Plattform, um Anliegen zu kommunizieren, zur Debatte zu stellen und damit den Prozess der demokratischen Meinungsbildung zu ermöglichen. Auch hier können soziale Medien die Lücke nicht schließen, weil sie auf Empörung, nicht auf Austausch optimiert sind. Das ist ein Problem – für die Demokratie im Großen, aber auch im Kleinen, für jede:n, jeden Tag. ### **Unsere Antwort? Fokus auf euch und die Nachbarschaft** Mit loky\* machen wir ein Angebot, das eure Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. - **Relevant und kompakt:** Kein Clickbait, kein Drama. Der Nutzwert für euch entscheidet, worüber wir berichten. - **Strukturiert:** Artikel unterteilen wir in Kategorien wie "Worum geht's?" oder „Was sagen Betroffene?“. Das ist übersichtlich, macht Informationen leichter zugänglich und durchbricht Narrative. Für mehr Glaubwürdigkeit. - **Optimistisch:** Schon klar,just bad news are good news. Doch wir sagen nicht "Das Glas ist halbvoll", sondern: "Hey, wir haben ein Glas!" - **Gemeinsam statt einsam:** Statt "Wir senden, ihr empfangt" bauen wir Stück für Stück ein Info-Ökosystem, in dem lokale Informationen wieder fließen, und zwar nach journalistischen Kriterien, nicht nach Lautstärke organisiert. --- ### Klingt gut? Dann komm auf die loky\*-side of life. loky\* gibt es nur, wenn es zahlende Mitglieder gibt. Um den Lokaljournalismus in Prenzlauer Berg neu zu denken, brauchen wir deine Unterstützung. Anders geht es nicht. Also heißt es: [Jetzt Mitglied werden](https://www.loky.news/membership/) 💡 Nur zahlende Mitglieder erhalten Zugang zu allen Newslettern, Events und die Möglichkeit, loky\* von Anfang an mitzugestalten. Was denkst du? **Nervt dich an Lokalmedien das Gleiche wie uns?** Oder siehst du ganz andere Probleme? Schreib uns: redaktion@loky.news. Liebe Grüße und auf bald, Juliane & Philipp von loky\* ![Display 169 (2000 x 1125 px)-2.png](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/03/Display-169--2000-x-1125-px--2-2.png) *\*P.S.: Damit alles fair und transparent zugeht: Alle Preise und Leistungen* [*hier*](https://www.loky.news/membership/)*; die* [*AGB*](https://www.loky.news/terms-of-service/) *findest Du hier.* ### Hey, Prenzlauer Berg! Diese Woche wird: gebaut, gegrillt, gesperrt und gestreikt. URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newlsetter-bauen-grillen-streiken/ Last updated: 2025-03-19T20:46:31.000Z Ihr Lieben. Keine Sorge, heute geht's mal nicht ums [Jahnstadion](https://www.loky.news/pbn-news-mit-sternen-spatzen-und-parken-mit-gewinn/). Aber sieht dieser Abriss, wie auch immer man zu ihm steht, nicht krass aus?! Apropos Abriss/Veränderung: Vielen Dank für das tolle Feedback, das wir zu unserem Relaunch und dem Neustart der Prenzlauer Berg Nachrichten als loky\* bekommen haben. Das freut und motiviert uns sehr. Schreibt uns gerne auch weiterhin alles, was ihr auf dem Herzen habt: Fragen. Themenwünsche. Den ultimativen Tipp für das unterschätzteste Café/den sympathischsten Späti/die beste Meerschweinchendressur im Kiez (falls es Letzteres geben sollte, muss ich davon wissen, Leute!). _This post is for subscribers only._ ### Kulturkneipe Watt kämpft um ihren Erhalt URL: https://www.loky.news/kulturkneipe-watt-kampft-um-ihren-erhalt/ Last updated: 2025-03-19T14:57:48.000Z Der **Kulturkneipe Watt** in der Metzer Straße läuft der Mietvertrag aus. Nun kämpft sie mit einer Petition für ihren Erhalt. (Quelle: [Initiative Watt retten](https://initiative-watt-retten.de/?ref=loky.news)) ### Müllabfuhr-Streik: BSR holt diese Woche keinen Müll ab URL: https://www.loky.news/mullabfuhr-streik-bsr-holt-diese-woche-keinen-mull-ab/ Last updated: 2025-03-19T14:58:04.000Z Die **BSR streikt** in dieser Woche und holt den Müll weder von Straßen noch Höfen (betrifft die Tonnenfarben grau, braun und gelb. Letzteres nur da, wo nicht Alba verantwortlich ist). Nächste Leerung ist zum regulären Abholtag nächste Woche. Der **Recyclinghof in der Behmstraße** ist ebenfalls zu, auch amSamstag. (Quelle: [BSR](https://www.bsr.de/presse-detailseite-33649-33649.php?ref=loky.news)) ### Danziger Straße 11 und 13 verkauft URL: https://www.loky.news/danziger-strasse-11-und-13-verkauft/ Last updated: 2025-03-19T15:06:45.000Z Die Häuser in der **Danziger Straße 11 und 13** gingen bei einer Zwangsversteigerung in dieser Woche an einen der ursprünglichen Besitzer. _This post is for subscribers only._ ### Mauerpark: Kein Feuer mehr auf dem neuen Rasen URL: https://www.loky.news/mauerpark-kein-feuer-mehr-auf-dem-neuen-rasen/ Last updated: 2025-03-19T18:47:14.000Z **Gegrillt** werden soll im **Mauerpark** in Zukunft nicht mehr auf dem teuren, frisch verlegten Rollrasen, sondern auf den steinernen Quadern in der Nähe der Kartoffelhalle. ([Quelle](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/grillen-kunftig-nur-auf-feuerfesten-podesten-brutzel-streit-im-berliner-mauerpark-ist-beendet--das-ist-die-losung-13325491.html?ref=loky.news)) ### Pankow gegen Vermüllung URL: https://www.loky.news/pankow-gegen-vermullung/ Last updated: 2025-03-19T18:47:26.000Z Pankow sagt der zunehmenden Vermüllung den Kampf an. Zwei **Waste-Watcher** sollen in Zukunft bekannte Müll-Hotspots kontrollieren. Auch Sperrmülltage sind geplant. (Quelle: [Bezirksamt Pankow)](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1539925.php?ref=loky.news) ### Feinkost aus Frankreich: L’Épicerie eröffnet dritte Filiale URL: https://www.loky.news/feinkost-aus-frankreich-lepicerie-eroffnet-dritte-filiale/ Last updated: 2025-03-19T18:49:35.000Z Der französische Feinkostladen **L’Épicerie**, bekannt aus Wörther und Brunnenstraße, eröffnet eine **dritte Filiale** an der Schönhauser/Ecke Schievelbeiner Straße. Geplante Eröffnung: 22\. März. ### Mehr Aufenthaltsqualität URL: https://www.loky.news/mehr-aufenthaltsqualitat/ Last updated: 2025-03-19T18:51:08.000Z Der **Langhanskiez** in Weißensee soll **Parklets** (= Sitzgelegenheiten auf Parkplätzen) bekommen. (Quelle: [BVV Pankow](http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6988&ref=loky.news)) ### Senior:innen-Treff droht Schließung URL: https://www.loky.news/senior-innen-treff-droht-schliessung/ Last updated: 2025-03-19T18:52:40.000Z Die **Senior:innen-Begegnungsstätte in der Grellstraße** soll wegen steigender Kosten bei immer weniger Besucher:innen zum Ende des Jahres schließen. Die Zustimmung der BVV steht noch aus. (Quelle: [BVV Pankow](http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=7060&ref=loky.news)) ### Girls Day in Pankow: Noch freie Plätze beim Ordnungsamt URL: https://www.loky.news/girls-day-in-pankow-noch-freie-platze-beim-ordnungsamt/ Last updated: 2025-03-19T18:53:49.000Z Noch Girls ohne Pläne für den **Girls Day**? Pankows Ordnungsstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) hat noch Plätze frei. (Quelle: [girls-day.de](https://www.girls-day.de/.oO/Show/bezirksamt-pankow-gb3/berlin/ein-tag-mit-der-bezirksstadtraetin?ref=loky.news)) ### Sperrung Prenzlauer Allee: Baustelle bis Mitte Mai URL: https://www.loky.news/sperrung-prenzlauer-allee-baustelle-bis-mitte-mai/ Last updated: 2025-03-19T18:57:09.000Z Die **Prenzlauer Allee** ist bis Mitte Mai zwischen Knaack- und Mühlhauser Straße **Richtung Mitte gesperrt**. Die Wasserbetriebe tauschen einen über 100 Jahre alten Kanal aus. (Quelle: [Berliner Wasserbetriebe](https://www.bwb.de/de/baustelleninformationen.php?ref=loky.news)) ### BVG-Baustelle: Tram-Ausfälle bis Ende Juni URL: https://www.loky.news/bvg-baustelle-tram-ausfalle-bis-ende-juni/ Last updated: 2025-03-19T18:58:40.000Z Die BVG erneuert an der Kreuzung Schönhauser/Bornholmer Gleise und Weichen. Die **Tram M1** fährt daher bis 30\. Juni ab der Eberswalder Richtung Norden als Bus. Bis 11\. April hat auch die **50** zwischen Björnson- und Guyotstraße SEV. (Quellen: [BVG](https://www.bvg.de/de/verbindungen/stoerungsmeldungen?ref=loky.news)) ### Straßensanierungen 2025: Diese Pankower Straßen sind geplant URL: https://www.loky.news/strassensanierungen-2025-diese-pankower-strassen-sind-geplant/ Last updated: 2025-03-19T18:59:56.000Z _This post is for subscribers only._ ### Rangierbahnhof Pankow: Ein Lehrstück der Berliner Stadt-Nicht-Entwicklung URL: https://www.loky.news/rangierbahnhof-pankow-ein-lehrstuck-der-berliner-stadt-nicht-entwicklung/ Last updated: 2025-03-19T16:57:52.000Z ## **Worum geht's?** Auf dem ehemaligen Rangierbahnhof in Pankow soll eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Berlins entstehen. Seit 2009 planen Möbel-Unternehmer Kurt Krieger und Berlin auf dem 47,2 Hektar großen Areal (davon 27 Hektar in Kriegers Besitz) entlang der S-Bahn zwischen den Bahnhöfen Pankow und Heinersdorf ein neues Stadtquartier. Und planen. Und planen. Und planen. Am 25\. März 2025, nach 16 Jahren, soll endlich der städtebauliche Vertrag unterzeichnet werden, der die zentralen Eckpunkte des Projektes definiert. Ein guter Anlass, zu schauen: Was zur Hölle ist da los?! 💡 Dieser Text ist zuerst erschienen in unserem Newsletter "loky\* - Das Magazin" für Premium-Mitglieder. [Hier anmelden und Mitglied werden.](https://www.loky.news/membership/) --- ## Was hat sich an den Planungen verändert? Vom Einzelhandels- zum Wohnquartier Werfen wir zunächst einen Blick auf die Planungen, und wie sie sich im Laufe des Prozesses vom Kauf (2009) über die Ergebnisse eines ersten Werkstattverfahrens (2014) und die erste Einigung zwischen Politik und Investor (2018) bis hin zum Masterplan (2022) verändert haben. _This post is for subscribers only._ ### Warum wir loky* gegründet haben (und was das mit Dir zu tun hat) URL: https://www.loky.news/vision-warum-wir-loky-gegrundet-haben-und-was-das-mit-dir-zu-tun-hat/ Last updated: 2025-03-14T15:46:03.000Z Hi! Wir sind's schon wieder, eure Buddies von loky\* (the artist formerly known as Prenzlauer Berg Nachrichten). Wer's noch nicht mitbekommen hat: Wir haben kernsaniert! Die **Prenzlauer Berg Nachrichten heißen nun loky\*,** und in der heutigen Folge sprechen wir übers Warum bzw. [Why](https://youtu.be/2Ss78LfY3nE?feature=shared&ref=loky.news), wie Marketing-Menschen sagen. Wie angekündigt wollen wir euch in den nächsten zwei bis drei Wochen erklären, was wir vorhaben. Das bedeuetet, dass ihr auch einige Marketing-Mails bekommt. Wir möchten nämlich gerne, dass ihr [Mitglied werdet](https://www.loky.news/membership/) 😊. Hört in dieser Intensivtät aber aber auch wieder auf, versprochen! --- ### **In** **Kürze**: - Wir wollen – für uns, für euch – eine gute Nachbarschaft & Nähe, durch Information & Austausch. - Wir machen ein Angebot, aber wir leben hier zusammen. Also lasst uns das gemeinsam machen. Don´t take this for granted. --- ### **Was uns antreibt: Zuhausegefühl** Wie steht es im Kampf Spatzen gegen Jahnstadion? Welches TikTok ist für die lange Schlange vor dem Allerwelts-Döner verantwortlich? Und warum gibt es plötzlich überall Kita-Plätze? Wir wollen wissen, was vor unserer Haustür passiert, denn es betrifft uns unmittelbar, in unserem Alltag. Zudem kann man sich nur dort zu Hause fühlen, wo man sich auskennt. Dafür braucht man Informationen. **Aber Lokaljournalismus lesen? Puh. Allein das Wort schon.** Das wollen wir ändern. loky\* will einen Lokaljournalismus, dem die Menschen in ihrem Leben gerne einen Platz einräumen – weil er relevant und unterhaltsam ist. Weil er ihnen ihre Nachbarschaft und damit ihr Zuhause näherbringt. Weil er ihren Alltag bereichert und einfacher macht. 🫶 Unsere Vision: Nachbarschaft & Nähe durch Information & Austausch --- ### **Unser Ziel: Local-News-Community** Stellt euch vor, ihr hättet ein Info-Angebot, das sich nicht nur aus den Beobachtungen von Journalist:innen und den Meldungen von Organisationen mit Pressestellen speist, sondern auch das lokale Wissen von euch, euren Nachbar:innen, von lokalen Geschäften oder kleinen Vereinen bündelt und nach journalistischen Kriterien aufbereitet und organisiert. Immer angetrieben von der Frage: Was brauchen und wollen die Leser:innen? Was hilft ihnen wirklich weiter? Nicht: Was klickt gut? Wir nennen das Info-Ökosystem bzw. (deutsche Sprache, sperrige Sprache) Local-News-Community. Dafür bauen wir (in dieser Reihenfolge): - **Eine kleine Redaktion** mitten im Kiez, die nicht nur sendet, sondern auch empfängt, zuhört und ins Gespräch bringt, immer auf Augenhöhe. - **Eine aktive Community,** die ihr Wissen teilt und sich konstruktiv einbringt. Das seid ihr! - **Eine unterstützende KI,** die Informationen intelligent und transparent aufbereitet. (Für Letzteres suchen wir gerade noch Investment. Falls jemand von euch zufälligerweise im Nebenberuf Business Angel:ina ist: Give us a call!) --- ### **Unserer Werte** Wir arbeiten nach journalistischen Kriterien, sind integer und optimistisch, humorvoll und vernünftig. --- ### **Wie du ins Spiel kommst** Ein Ökosystem lebt vom Austausch. Die loky\*-Redaktion organisiert den Infofluß. Sie kuratiert und recherchiert, wo Informationen fehlen. Doch bevor sie loslegen kann, muss sie wissen, wo sich das Hinschauen lohnt. Dafür braucht sie euer Wissen, eure Fragen, eure Neugierde. - Du siehst was im Kiez? Erzähl es uns. - Du kennst wen, der was weiß? Stell uns vor. - Du hast eine Frage zur Nachbarschaft? Wir hören zu. Wir sind stets per Mail an redaktion@loky.news erreichbar oder, auch anonym, über unseren [loky\*-Briefkasten](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfmDeL-5rQkv4DjIvFrkXigHiu1BDaaslSXu0qN1io0q-3X7w/viewform?usp=sf%5Flink&ref=loky.news). Keine Sorge: Wir wissen, dass ihr viel auf dem Zettel habt. Weiterhin nur Mitlesen ist also völlig ok. Aber an dem Tag, an dem ihr etwas seht oder erfahrt, was für andere relevant sein könnte, denkt bitte an uns. --- ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/03/Display-169--2000-x-1125-px--2.png) ### **Sei dabei** Die komplette Portion loky\* gibt es nur für zahlende Premium-Mitglieder. Das bedeutet Zugang zu allen Newslettern, Events und die Möglichkeit, loky\* von Anfang an mitzugestalten. [👉 Jetzt Mitglied werden und loky\* gemeinsam aufbauen](https://www.loky.news/membership/) Ein Basis-Angebot mit reduziertem Umfang bleibt kostenlos. --- Was denkt ihr über unsere Vision? Schreibt uns an redaktion@loky.news. Wir freuen uns riesig über euer Feedback! Bis bald und liebe Grüße, Juliane & Philipp von loky\* --- *\*P.S.: Damit alles fair und transparent zugeht: Alle Preise und Leistungen* [*hier*](https://www.loky.news/membership/)*; die* [*AGB*](https://www.loky.news/terms-of-service/) *findest Du hier.* ## ### loky*-Magazin fragt: Rangierbahnhof Pankow, was geht da eigentlich ab?! URL: https://www.loky.news/rangie/ Last updated: 2025-03-19T20:48:55.000Z Ihr Lieben. First things first: Happy Frauentag allerseits! Ich bin's schon wieder, Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten, die seit Dienstag loky\* heißen und vieles neu machen wollen im Lokaljournalismus (mehr dazu unter [www.loky.news](https://www.loky.news/)), aber eins nicht: euch verlässlich über euren Kiez zu informieren. Neben den bekannten Kurz-News im Schnelldurchlauf, wie ihr sie am Donnerstag bekommen habt, nehmen wir uns ab sofort auch regelmäßig Zeit zum tiefen Einstieg in ein Thema. Heute ist das der Rangierbahnhof Pankow. Das ist die komische Brache entlang der S-Bahn zwischen den Bahnhöfen Pankow und Heinersdorf, berlinweit bekannt wegen ewiger Brachigkeit sowie Kreuzkröten-Bewohnerschaft (ganz recht, da besteht ein Zusammenhang). _This post is for subscribers only._ ### Hey, Prenzlauer Berg! Diese Woche mit loky*, Steg-Sperrung und Sparen, Berlin-Style URL: https://www.loky.news/loky-news-mit-mull-steg-sperrung-und-sparen-berlin-style-2/ Last updated: 2025-03-12T12:54:45.000Z Ihr Lieben. **Was ist denn hier los?** Für alle, die es bisher verpasst haben: Wir starten neu durch und haben uns dabei von einem Namen verabschiedet, den eh niemand je richtig aussprechen wollte. (Prenzlberg Nachrichten? Prenzlauer Nachrichten? PBN Nachrichten? Alles schon gehört.) Das Ding hieß **Prenzlauer Berg Nachrichten und ist jetzt tot.** Es lebe **loky\*** – eure sympathische Lok-y-alzeitung für Prenzlauer Berg, die keine Lokalzeitung sein möchte, sondern fresh und nice, und die euch und eure Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. Yippee! --- ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/03/Header-Card---halbe-Seite----2000-x-1125-px---2000-x-2000-px--2.png) ## Relevante News und Zuhausegefühl für Prenzlauer Berg. Seriös und lässig. Alles ist viel, auch in Prenzlauer Berg. Wir sortieren und präsentieren euch das wirklich Wichtige. 100 % für euch, 0 % Clickbait. [Jetzt Premium-Mitglied werden](#/portal/signup) --- ### Willkommen bei loky\* Wir haben richtig viel vor, mit und für euch, und als zahlende Premium-Mitglieder sitzt ihr dabei in der allerersten Insider-Reihe. **Seit dieser Woche neu dabei sind Gabi, Uwe, Mandy, Cosima, Leo, Jürgen und Julia. Herzlich willkommen, ihr seid großartig!** Hallo auch an alle neuen Abonnent:innen mit einer kostenlosen Basis-Mitgliedschaft (die wir früher einfach Newsletter-Abo genannt haben). Schaut euch um, lernt uns kennen. Wir freuen uns, dass ihr da seid! Nur Premium-Mitglieder erhalten alle Newsletter und Inhalte, haben direkten Zugang zur Redaktion und unsere ewige Liebe on top. Nur bis Sonntag und nur unterm dem Link gibt es die Premium-Jahresmitgliedschaft mit 25% Rabatt\*: [Early-Bird-Angebot sichern und 25% sparen](https://www.loky.news/start-promo-start-25-2025) --- ### Wissen ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/03/IMG_F19E1E752119-1.jpeg) ### Machen statt Meckern im Helmholtzkiez Lärm, Aggression, Lagerfeuer. Und daneben der Kinderspielplatz und Matcha-Latte-Cafés. _This post is for subscribers only._ ### Ciao, Prenzlauer Berg Nachrichten. Hallo, loky*! URL: https://www.loky.news/ciao-prenzlauer-berg-nachrichten-hallo-loky/ Last updated: 2025-03-20T20:12:30.000Z Ihr Lieben. Zu den Dingen, von denen ich dieser Tage nicht genug bekommen kann, gehören Vitamin D, Bliss Balls mit Nougat und gute Nachrichten. Aus letzterer Kategorie habe ich eine, für euch: **Philipp und ich haben die Prenzlauer Berg Nachrichten abgerissen! Äh, kernsaniert.** (Ganz recht, darum ist das hier anders als sonst. Neuer Anstrich, neuer Name, neue Technik, neues System.) Als wir die Zeitung vor 15 Jahren gründeten, brauchten wir noch Namen, Logo und Habitus, die sehr nach Johannes Gutenberg rochen, um ernst genommen zu werden als Journalist:innen mit einer Zeitung nur im Internet (Betonung auf "nur"). Damals wollten wir unbedingt aussehen wie ein etabliertes Medium. Heute machen wir ein neues Angebot. Mittlerweile ist Journalismus im Netz für viele vor allem **zu viel, zu laut, zu toxisch oder schlichtweg irrelevant**.Viele Medien produzieren Artikel vorrangig, damit sie drum herum Werbung einblenden können. Ob die Inhalte das Leben der Leser:innen bereichern, ist zweitrangig. Sie orientieren sich an Algorithmus und Klicks. Wir stellen euch und eure Bedürfnisse ins Zentrum. Willkommen bei loky\*! [![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/02/Bildschirmfoto-2025-02-21-um-11.10.35-2.png)](https://www.loky.news/) [Zur neuen Website](https://loky.ghost.io/?ref=loky.news) --- ## **Das ist neu bei loky\*:** 1. **Sound, Look & Feel:** Lokaljournalismus kann **relevant** sein und **Spaß** machen. Wir kombinieren Vernunft mit Charme, Integrität mit Optimismus, Seriösität mit Lässigkeit. 2. **Fokus:** Alles ist viel, auch in Prenzlauer Berg. Wie **sortieren** und präsentieren euch das wirklich Wichtige. 100 % für euch, 0 % Clickbait. 3. **Form:** Wir sorgen mit kompakten Info-Snippets für den Überblick, gehen mit recherchierten Artikeln in die Tiefe, wo es nötig ist, und setzen bei allem auf Community. Sich informieren ist bei loky\* **einfach, bequem, schnell.** Und verdammt nice. **Unser Versprechen:** Ihr seid mit loky\* nicht nur gut informiert, sondern verbunden. Wir machen aus Nachbarschaft Zuhause, in dem ihr euch auskennt, mitreden könnt und wohlfühlt. --- ## **Das sind unsere Themen und Newsletter:** 🤙 ****„Hey, Prenzlauer Berg!“:** Wöchentlicher Update-Newsletter mit allem, was im Kiez gerade wichtig ist. Kompakt und lässig. 🦒 ****„loky\* – Das Magazin“:** Längere Recherchen, tiefe Texte, Tipps und schönes Gedöns aus und für Prenzlauer Berg. Regelmäßig am Wochenende. 🦁 ****„The Real Parents of Prenzlauer Berg“**: Das Klischee der Anderen ist unser Alltag, nur ohne Oberschulplätze. Infos, Hilfe und Hintergrund für die Rush-Hour-Realität zwischen Kita- und Arbeitsplatz. Regelmäßig am Wochenende. ❤️ ****Community:** Echter Austausch mit uns und euren Nachbar:innen, plus Events. --- ## **Das ist neu für Euch:** **Zahlende Premium-Mitglieder** erhalten das Komplettpaket mit allen Angeboten, Newslettern, Events und unserer ewigen Liebe on top für 6,99 €/Monat bzw. 69 €/Jahr. Ein Basis-Angebot mit reduzierten Angebot bleibt erstmal kostenlos und kommt weiterhin automatisch per Mail. Um alle Inhalte nicht nur per Mail, sondern auch auf der neuen Website [www.loky.news](https://www.loky.news/) lesen zu können, müsst ihr euch dort mit eurer E-Mail-Adresse (die, an die auch gerade diese Mail gegangen ist) anmelden. Diese einfach oben rechts auf der Website unter "Login" eingeben. Einen Login-Link bekommt ihr dann per Mail; ein Passwort ist nicht nötig. --- ## What´s next: In den kommenden drei Wochen werden wir euch genauer erzählen, was wir vorhaben, und welche Rolle ihr dabei spielt. Ihr bekommt also öfter Post. Ja, auch Marketing-Mails. Wird aber spannend, versprochen, und hört dann in der hohen Frequenz auch wieder auf. Jetzt aber genug von uns. Was meint Ihr?! Wir sind so gespannt und freuen uns auf Fragen und Feedback unter redaktion@loky.news oder (auch anonym) in den [loky\*-Briefkasten](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfmDeL-5rQkv4DjIvFrkXigHiu1BDaaslSXu0qN1io0q-3X7w/viewform?usp=sf%5Flink&ref=loky.news). Juliane mit Philipp von loky\* [Zur neuen loky\*-Website](https://www.loky.news/) P.S.*: \* Damit alles fair und transparent zugeht: Alle Preise und Leistungen findest du* [*hier*](https://www.loky.news/membership/)*, die AGB findest du* [*hier*](https://www.loky.news/terms-of-service/)*.* ### PBN-Wahl-News URL: https://www.loky.news/pbn-wahl-news-2025-bundestagswahl/ Last updated: 2025-02-26T20:46:27.000Z Ihr Lieben. Was sagt schöner “Guten Morgen” als 20,8 Prozent für die AfD, deutschlandweit? Die Berliner:innen haben derweil die Linken mit 19,9 Prozent der Stimmen und vier Direktmandaten zur in der Stadt stärksten Partei gewählt. Wobei ich vermute, dass dieses überraschende Comeback weniger Details im Wahlprogramm noch tollem Personal zu verdanken ist, sondern eher der Berliner Version einer Protestwahl mit integrierter Brandmauer entspricht. Aber schauen wir erstmal auf die Fakten der Bundestagswahl in Prenzlauer Berg. --- ### Die News #### 1\. Pankow bleibt auch ohne Gelbhaar grün Entgegen der [fragwürdigen Vorhersagen der vergangenen Wochen](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/16c4809a-ddd7-460f-8c27-26eff3015db6?ref=loky.news) hat der Wahlbezirk Pankow nicht Ronald Gläser von der AfD, sondern die grüne Julia Schneider zu seiner Direktkandidatin gewählt. Letztendlich lag sie knapp 5.000 Stimmen vor dem Zweitplatzierten Maximilian Schirmer von den Linken. Damit behalten die Grünen das Pankower Direktmandat, trotz des Skandals um die zumindest zum Teil ausgedachten Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den bisherigen Direktkandidaten, Stefan Gelbhaar. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/821eb24c-6b19-4f71-b8ce-a633782e79ce/uploads/images/5yvv6qqyky/Bildschirmfoto_2025-02-24_um_08.39.30.png) #### 2\. Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost geht an Die Linke Pascal Meiser von den Linken gewinnt das Direktmandat im einstigen Ströbele-Wahlkreis, der nicht umsonst bis heute Ströbele-Wahlkreis heißt. Damit unterliegen die Grünen in ihrem vermeintlichen Kernland mit Erst- und Zweitstimme das erste Mal seit 2002. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/821eb24c-6b19-4f71-b8ce-a633782e79ce/uploads/images/wbojn3fycw/Bildschirmfoto_2025-02-24_um_08.46.44.png) #### 3\. BSW über 5 Prozent, FDP nicht Wenn es nur nach den beiden Prenzlauer Berger Wahlkreisen gegangen wäre, hätte das BSW den Sprung in den Bundestag geschafft. Die FDP landete hingegen nur bei um die drei Prozent. #### 4\. Auch der Prenzlauer Berg wählt AfD Wenn man sich nur den Prenzlauer Berg ansieht, gingen, grob gesagt, westlich der Prenzlauer Allee und südlich der Danziger Straße die meisten Erst- und Zweistimmen an die Grünen. Im Rest des Ortsteils lag Die Linke vorne. _This post is for paying subscribers only._ ### PBN-News mit Wahl, Post und gestrichenen Zebras URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-wahl-post-und-gestrichenen-zebras/ Last updated: 2025-02-26T20:49:37.000Z Ihr Lieben. Das Einzige, was dieser Tage noch blanker scheint als der weder geräumte noch gestreute Gehweg vor dem Nachbarhaus, sind unsere Nerven. Es ist, als wolle jede:r Einzelne mit jedem Text, jedem Gespräch den Viel-zu-weit-Rechtsruck in Deutschland persönlich aufhalten. Ich begrüße das (und verdränge die Befürchtung, dass alle Insta-Reels und WhatsApp-Kettenbriefe nur diejenigen erreichen, die eher Mister Burns, Lothar Matthäus oder dem stets zu laut bellenden Pudel aus dem Vorderhaus politische Verantwortung in diesem Land übertragen wollen als Alice Weidel und ihren Spießgesellen). Angesichts dieser Tatsache ist die Aufnahmefähigkeit für alles, das kein Kanzler:innen-Duell ist, verständlicherweise begrenzt. Daher machen wir es hier heute kurz und knackig, gewürzt mit einer Portion WTF. --- ### Wissen - Wer noch nicht gewählt hat und vorher noch Infos benötigt, findet [hier](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/81e14774-800b-4bd8-be0f-106cc40f7b98?ref=loky.news) eine **Übersicht über die Direktkandidat:innen in Prenzlauer Berg** und [hier](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/16c4809a-ddd7-460f-8c27-26eff3015db6?ref=loky.news) das Ergebnis einer AI-gestützten Auswertung ihrer Wahlprogramme. - Langsam wird es unübersichtlich: Die Osttribüne des **Jahn-Sportparks** ist weitestgehend Geschichte. Die Westtribüne darf nun aber **vor Oktober nicht abgerissen** werden. Das hat das Berliner Verwaltungsgericht vergangene Woche entschieden und damit klagenden Naturschützer:innen recht gegeben. Grund: Die baufreudige Senatsverwaltung gesteht zwar den im Stadion wohnenden Spatzen Alternativquartiere in Form von Vogelhäusern zu. Diese würden aber zu spät aufgestellt, als dass sie vor der Brutperiode von den Vögeln noch angenommen werden könnten, so das Gericht. Im Herbst wird die Lage erneut beurteilt. (Quelle: [RBB24](https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2025/02/berlin-jahnsportpark-abrissstopp-bleibt-bestehen.html?ref=loky.news)) _This post is for paying subscribers only._ ### PBN-News mit Wahl-Qual und Urlaub auf dem Gesundbrunnen-Center URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-wahl-qual-und-urlaub-auf-dem-gesundbrunnen-center/ Last updated: 2025-02-20T12:58:19.000Z Ihr Lieben. Das vergangene Wochenende verbrachte ich im ländlichen Raum. Das ist der Ort, an den man nach Ansicht mancher spätestens mit Eintreffen von Kindern zu ziehen hat, damit diese naturnah, an guter Luft und in maximaler Selbständigkeit aufwachsen können. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/16c4809a-ddd7-460f-8c27-26eff3015db6/uploads/images/3lfcffnklr/IMG_7194.jpg) Vor Ort ist das Rauschen im Wald dann aber die benachbarte Autobahn und das freie Herumtollen endet am Gartenzaun, weil die Gehwege viel zu schmal und der Verkehr viel zu dicht für freilaufende Dreijährige sind. Was auch daran liegt, dass die örtlichen Kids die Wege zu Bäckerei und Kita gut angeschnallt auf dem Rücksitz des elterlichen SUV zurücklegen. Landleben: Theoretisch geil. Doch die Realität ist hart herausfordernd. Ganz Ähnliches lässt sich über die anstehende Bundestagswahl sagen. Zumindest ist das mein Eindruck aus vielen Gesprächen in den vergangenen Wochen. Alle wollen wählen. Alle finden es wichtig. Keiner weiß, was. Und viele sind total desillusioniert, dass sich für sie persönlich, für die Gesellschaft etwas zum Besseren wenden könnte. Als Maximalziel gilt, rechtsradikale Faschisten möglichst klein zu halten. Wie ernüchternd. Seit Tagen schraube ich jetzt schon hinter den PBN-Kulissen an etwas, das eine gute Wahlberichterstattung darstellen könnte. Nach der [Kurzvorstellung aller Kandidat:innen vor ein paar Wochen](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/81e14774-800b-4bd8-be0f-106cc40f7b98?ref=loky.news) wollte ich euch gerne ein Info-Paket schnüren, das euch weiterbringt in der Frage, welcher oder welchem der lokalen Direktkandidat:innen ihr eure Erststimme geben wollt. Natürlich keine Wahlempfehlung. Aber zusätzliches Wissen, das weiterhilft, sich selbst eine Meinung zu bilden. Weil die PBN so eine progressive Online-Zeitung sind, habe ich dafür meinen bewährten Sparringspartner [Claude](https://claude.ai/?ref=loky.news)eingespannt. Der ist in seinem Hauptberuf AI und kann nicht nur in Sekundenschnelle ganze Wahlprogramme und Kandidat:innen-Websites lesen, sondern diese auch strukturell analysieren, kritisch hinterfragen und einordnen, stets im Austausch mit mir. So arbeite ich oft, und immer kommt ein interessanter Aspekt, ein ungewöhnlicher Dreh, eine tiefere Einsicht raus. Doch diesmal lautet das Ergebnis meiner intensiven Debatten mit Claude: “Fast alle Kandidat:innen bleiben sehr eng an den Parteilinien, wiederholen die zentralen Punkte ihrer Bundesparteien und fügen wenig Eigenes hinzu. Selbst bei lokalen Themen wie der Wohnungskrise oder Verkehrsproblemen kommen meist die Standard-Parteipositionen. Die Kandidat:innen verstehen sich primär als lokale Vertreter:innen ihrer Bundesparteien, nicht als eigenständige politische Akteure mit lokalem Profil.” Sorry, Leute. 🤷‍♀️ --- Wie? Das war’s jetzt? Nee, nicht ganz. Zwei Sachen möchte ich euch gerne noch mitgeben: **Neue Gesichter** In beiden Prenzlauer Berger Wahlkreisen (zur Erinnerung: alles östlich der Prenzlauer Allee und südlich der Lehderstraße gehört zum Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost, der Rest zum Wahlkreis Pankow) treten die bisherigen, jeweils grünen Mandatsträger:innen nicht mehr an. Canan Bayram verzichtete aus eigenen Stücken wegen Unstimmigkeiten mit der eigenen Partei; Stefan Gelbhaar wurde nach Vorwürfen sexueller Belästigung von seinem Kreisverband nicht mehr aufgestellt. Für die Nachfolge bewerben sich auch verhältnismäßig junge Kandidat:innen, darunter junge Mütter wie Julia Schneider (Grüne) oder Franziska Dezember (CDU). Viele haben politische Erfahrung, vorrangig auf Bezirks- und Landesebene. Die bundespolitische Prominenz ist in den einstigen Wahlkreisen von Hans-Christian Ströbele, Wolfgang Thierse und Stefan Liebig diesmal nicht am Start. Ich möchte das gerne als Aufbruchstimmung lesen. **Vor allem in Pankow ist alles möglich.** Seit ein paar Wochen geistert [die Vorhersage](https://yougov.de/politics/articles/51364-erstes-yougov-wahlmodell-zur-bundestagswahl-2025?ref=loky.news) durch die Medien, die AfD könne den derzeit noch Grünen Gelbhaar-Wahlkreis Pankow gewinnen. Dazu muss man wissen, dass es sich dabei [um eine Schätzung](https://yougov.de/politics/articles/51338-das-yougov-wahlmodell-wie-wir-mrp-bei-der-messung-der-politischen-stimmung-in-deutschland-einsetzen?ref=loky.news) handelt, die auf im Zweifel nur 35 Interviews pro Wahlkreis beruht. Klassische Prognosen à la Sonntagsfrage werden auf Wahlkreisebene nicht erstellt. Doch auch ich glaube, dass zwischen Grünen, SPD, CDU, Linken und ja, auch der AfD, das Rennen recht offen ist. Bei der Wiederholungswahl [im vergangenen Jahr](https://www.bundeswahlleiterin.de/bundestagswahlen/2021/ergebnisse/bund-99/land-11/wahlkreis-76.html?ref=loky.news) lagen die Grünen zwar eindeutig vorne, die genannten anderen alle etwa gleichauf dahinter. Die Partei hat sich jedoch mit dem Fall Gelbhaar selbst massiv beschädigt. Beeinflusst das die Wahlentscheidungen? Schwer zu sagen. Strategisch Wählende stehen in jedem Fall vor einer großen Herausforderung. **“Die Programme spiegeln ein zutiefst verunsichertes Land wider.”** Das meinte Claude auf meine Frage, was die Wahlprogramme über Deutschland aussagten. Er sieht aber auch Grund zur Hoffnung, weil Probleme wie Wohnen, steigende Alltagskosten, Klimawandel oder bröckelnde Infrastruktur erkannt worden seien und die Parteien sehr unterschiedliche Lösungsansätze dafür anböten: - Die einen wollen die Windkraft, die anderen die Atomenergie ausbauen. - Die einen gehen den Wohnungsmangel mit mehr Bauen, weniger Vorgaben, die anderen mit Deckeln und Bremsen für die Mieten an. - Die einen wollen durch Steuersenkungen die privaten Investitionen anschieben, die anderen die Schuldenbremse aufweichen und einen staatlichen Deutschlandfonds aufsetzen. Und das wiederum bedeutet: Wir haben eine echte Wahl. Um nochmal Claude zu zitieren: “Basierend auf den Programmen in den Dokumenten würde ich sagen: Es gibt durchaus Grund für vorsichtigen Optimismus. Die Frage ist nur, ob die Politik diesmal auch liefert.” --- ### Wissen - Die geplante **Containerunterkunft** für 400 Flüchtlinge in der **Eldenaer Straße** wird nicht gebaut, weil der private Eigentümer sein Grundstück doch nicht zur Verfügung stellen möchte. (Quelle: [Berliner Kurier](https://www.berliner-kurier.de/berlin/berlin-hier-kommen-keine-fluechtlingsunterkuenfte-hin-das-sind-die-standorte-li.2293886?ref=loky.news)) - Am Freitag wird [nach 13 Jahren Anlauf ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/781f2458-b0ac-4e0b-9b4d-32519eb9c6d4?ref=loky.news)die **neue Sporthalle in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße** eröffnet. (Quelle: Presseeinladung Bezirksamt Pankow) - Auf dem **Dach des Gesundbrunnen-Centers** sollen 2027 **Design-Apartments** eröffnen, für Touristen und Menschen, denen ein möbliertes Zimmer mit Kochnische reicht. (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/nachverdichtung-in-mitte-berliner-gesundbrunnen-center-bekommt-ein-hotel-aufs-dach-13150405.html?ref=loky.news)) - In Prenzlauer Berg wird die Bionade-Biedemeier-Generation nun gemeinsam alt – oder als **frühere Verdränger selbst verdrängt.** Analysiert Stadtsoziologe Andrej Holm im langen Interview mit der Morgenpost ([paid](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article408238499/wer-kann-bleibt-vergreisung-von-prenzlauer-berg-unaufhaltbar.html?ref=loky.news), kostenlos [mit Büchereiausweis lesbar](https://bib-voebb.genios.de/searchResult/Alle?requestText=Vergreisung+von+Prenzlauer+Berg+unaufhaltbar&size=10&sort=BY%5FDATE&order=desc&resultListType=DEFAULT&view=list&document=BMPO%5F%5Fde0781bb2560cbaa5776a8eb83b0a43753b0eded&ref=loky.news)). - Auf keiner Straße Berlins sind täglich so viele **Radfahrer:innen** unterwegs wie auf der **Schönhauser Allee** (knapp 9000 zwischen 7 und 19 Uhr). (Quelle: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/berlin/article408242558/auf-diesen-strassen-in-berlin-gibt-es-die-meisten-radfahrer.html?ref=loky.news)) - Mit gut 1000 registrierten Ferienwohnungen ist Pankow neben Mitte Berlins Hotspot für Urlaubsunterkünfte. **916 ehemalige Ferienwohnungen** sind seit 2018 im Bezirk dem Mietmarkt zurückgegeben worden, dank Zweckentfremdungsverbot (in ganz Berlin sind es 7500). (Quelle: [Kleine Anfrage beim Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-21276.pdf?ref=loky.news)) - Seit Montag werden im **Thälmann-Park** hinterm Denkmal **Entwässerungsleitungen saniert**. Dauert drei Wochen und stört den Fußverkehr. (Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2025/pressemitteilung.1528956.php?ref=loky.news)) - Die **KvU (Kirche von unten)**, einst DDR-Opposition, heute Jugendclub, muss Ende März raus aus ihren Räumen in der Storkower Straße. (Quelle: [taz](https://taz.de/Subkultur-in-Berlin/!6065081/?ref=loky.news)) - **Neue Weinbar** gefällig? In der Kastanienallee gibt es eine namens Pluto (Quelle: [Insta](https://www.instagram.com/plutoberlin/?ref=loky.news)) --- ### Machen - 14.02., 20 Uhr: **Punk-Konzert zum Valentinstag** im Roadrunner’s Paradise ([mehr](http://www.roadrunners-paradise.de/programm.html?ref=loky.news)). - 16.02.25, 11:00 Uhr: **Diskussion mit sieben Direktkandidat:innen im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost** in der Kulturmarkthalle ([mehr](https://www.kulturmarkthalle.berlin/event-details/bundestagswahl-2025-ein-wintermarchen?ref=loky.news)). - 18.02., 19 Uhr: **Diskussion mit fünf Direktkandidat:innen im Wahlkreis Pankow** im Stadtteilzentrum Weißensee ([mehr](https://www.stz-weissensee.de/aktuelles/kandidatencheck-2025.html?ref=loky.news)). - Am 19.02, 20 Uhr zum ersten Mal, dann jeden dritten Mittwoch im Monat: Impro-Theater **“Die Improvisionäre”**im Maschinenhaus in der Kulturbrauerei ([mehr](https://www.kesselhaus.net/de/calendar/-OG-%5FePe86LMtQOilb5N?ref=loky.news)). - Bis 21.02.: Wenn’s um Gentrifizierung in Berlin geht, ist Prenzlauer Berg immer mit dabei: **“Wohnst du noch? Reportagen über Verdrängung”** in der Fotogalerie Friedrichshain ([mehr](https://fotogalerie.berlin/?ref=loky.news)). --- Das war’s für heute. Über Feedback, Fragen und Anmerkungen freue ich mich unter [redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de](mailto:redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de) oder direkt in unseren Themenbriefkasten. Liebe Grüße und auf bald, Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-News mit Läusen, Wegen durchs Dreieck und einer offenen Gleichstellungs-Stelle URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-lausen-wegen-durchs-dreieck-und-einer-offenen-gleichstellungs-stelle/ Last updated: 2025-02-20T12:55:56.000Z Ihr Lieben. Beginnen wir mit einer wichtigen Durchsage, von der ich auch nicht gedacht hätte, sie jemals machen zu müssen. But here we go. Kopfläuse sind eine lästige Sache. Aber ich kann nichts dagegen tun. Auch nicht, wenn man mehrfach nachfragt und auf meinem Einsatz beharrt. Wirklich nicht. Tut mir leid. Als ich vor ein paar Monaten die Leitung der PBN-Redaktion erneut übernahm, war ich zunächst verwirrt darob regelmäßig eintrudelnder Mails mit Betreffs wie “Läuse” oder “Dringend”. Doch dann stieß ich beim Blick in unser Archiv auf [diesen Artikel,](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/01/24/laeuse-salon-was-soll-das/?ref=loky.news) und plötzlich machte alles Sinn: [](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/01/24/laeuse-salon-was-soll-das/?ref=loky.news) Leider hat das Läuse-Startup mittlerweile den Betrieb eingestellt, und so landen oberflächlich googelnde, sehr verzweifelte Menschen bei mir. Nachdem ich gestern mal wieder mit einer erst sehr panischen, dann sehr laut lachenden Mutter sprach, dachte ich, es ist Zeit, es öffentlich zu machen: Die Prenzlauer Berg Nachrichten sind vieles, sicher manchmal auch lausig. Aber Läuse bekämpfend, das sind sie nie. Ärzteschaft und Apotheken wissen aber sicher Rat. --- Völlig ohne Zusammenhang (außer, man achtet auf unsere famosen Frisuren, siehe oben): Das Buch mit den Kaffeeflecken [aus dem Newsletter unlängst](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/81e14774-800b-4bd8-be0f-106cc40f7b98?ref=loky.news) hat einen neuen Besitzer gefunden: Philipp. Wir erinnern uns: Ich hatte Kaffee drüber gesudelt und durfte es so (verständlicherweise) nicht der Bibliothek zurückgeben. Die bekam ein neues Exemplar, während Philipp Kaffee so sehr schätzt, dass er ihn auch auf Buchseiten toleriert. Nach dem Lesen übergibt er den Roman von Robert Menasse über die EU-Erweiterung voraussichtlich einem öffentlichen Bücherschrank. Falls es jemand von euch dort entdeckt, schickt mir gerne ein Bild. #menassekaffee #pbnwanderpokal --- ### Eure Themen > “Ich gehe regelmäßig mit meinem Hund am Nassen Dreieck spazieren und habe gehört, da soll irgendwas gebaut werden? Was ist da geplant?”, fragt Heike. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/632bfd93-1579-429a-9331-c49f02921645/uploads/images/5oqrygb2na/IMG_7141.jpg) **Worum geht’s?** Das Nasse Dreieck ist die freie Fläche zwischen den auseinanderstrebenden S-Bahn-Gleisen nördlich der Bornholmer Straße. Es soll, wie auch weitere Areale entlang des Mauer-Grünzugs vom Mauerpark bis zum Märkischen Viertel, in den kommenden Monaten aufgewertet werden, damit Anwohner:innen sich dort noch ein bisschen besser erholen (und ihre Hunde ausführen) können. Hintergrund ist der Ausbau der Dresdner Bahn im Süden: Weil die DB zur Verbesserung der Anbindung vom Südkreuz Richtung Dresden aus Grünflächen Gleisflächen macht, muss sie im Ausgleich für mehr bzw. schöneres Grün an anderer Stelle sorgen. Das passiert nun u.a. auf der Strecke zwischen Norwegerstraße und Wollankstraße und damit auch am Nassen Dreieck. **Was ist genau geplant?** Die Arbeiten, die in diesem Jahr starten sollen, sind in zehn Abschnitte unterteilt. Für uns in Prenzlauer Berg interessant sind: - **Norwegerstraße:** Hier soll die kleine Allee entlang der Gleise von Gestrüpp befreit und mit neuen Kirschbäumen und Gehölz bepflanzt werden. - **Bösebrücke:** Die Schmuddelecke unter der Brücke soll mit neuen Pflanzen aufgehübscht und der vorhandene Sandplatz befestigt werden, damit man dort Sport treiben kann. - **Kirschblütenweg bis zur Esplanade:** Hiersoll neben neuen Bäumen und Sträuchern der Trampelpfad für Jogger:innen durch einen richtigen Fußweg ersetzt werden. Zudem soll der Hundeauslaufplatz umzäunt werden. - **Schleichweg östlich der Gleise bis zur Mühlenstraße:** Der Trampelpfad, der zwischen Bahn und Dolomitenstraße verläuft, soll befestigt werden und einen Zugang zur Maximilianstraße erhalten. - **Nasses Dreieck:** Die große Freifläche bleibt erhalten, bekommt aber Hecken, Sträucher und Bäume sowie richtige Wege statt der bisherigen Trampelpfade. Zudem entsteht ein [Naturerfahrungsraum](https://www.berlin.de/sen/uvk/natur-und-gruen/biologische-vielfalt/berliner-beispiele/gesellschaft/naturerfahrungsraeume/?ref=loky.news), wo Stadtkinder sich mit dem Konzept Wildnis bekannt machen können. Zudem sollen hier Tiere heimisch werden, die anderswo durch Baumaßnahmen verdrängt werden, Stichwort Zauneidechse. Insgesamt werden 85.000 Quadratmeter Fläche begrünt. Um die Umsetzung kümmert sich Grün Berlin. Die Kosten trägt die Deutsche Bahn. --- > "Wieso ist die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten nicht besetzt oder ausgeschrieben? Über Email und Telefon ist seit Wochen niemand erreichbar. Was passiert mit der Frauenarbeit im Bezirk?", fragt Anonym. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/632bfd93-1579-429a-9331-c49f02921645/uploads/images/4so2lr6q5m/Bildschirmfoto_2025-01-27_um_14.25.08.png) **Worum geht's?** Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen in Pankow verbessern, und zwar bereichsübergreifend, interdisziplinär und intersektional. Das soll die Gleichstellungsbeauftragte laut [Website des Bezirks](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/gleichstellung/?ref=loky.news). Verantwortlich ist dafür aber aktuell N.N., also jemand noch zu Benennendes (für alle ohne kleines Latinum). **Was sagt der Bezirk?** Die Stelle sei seit dem 01.01.2025 nicht besetzt und solle bis spätestens Anfang Februar ausgeschrieben werden, erklärt Pressesprecher Tobias Schietzelt ([noch ist sie das nicht](https://www.berlin.de/ba-pankow/karriere/stellenangebote/?ref=loky.news), Anm.d. Red.). Bis dahin übernähmen andere Mitarbeitende zumindest die Vorbereitung wichtiger Veranstaltungen wie die Vergabe des Frauenpreises. “Darüber hinaus können sich Betroffene in Krisenfällen an die berlinweit bekannten Partner/Hotlines wenden. Im Einzelfall steht auch Bürgermeisterin Dr. Cordelia Koch im Rahmen ihrer Sprechstunden als Ansprechpartnerin bereit.” Dass dennoch einiges liegenbliebe, in diesem Fall die Arbeit für mehr Gleichstellung im Bezirk, sei jedoch nicht zu verhindern, so Schietzelt. **Wer sind denn die berlinweit bekannten Partner/Hotlines?** Die [telefonische Beratung zu häuslicher Gewalt ](https://www.big-hotline.de/?ref=loky.news)in Berlin erreicht man unter 030 611 03 00\. Eine Liste mit Frauenhäusern [findet sich hier.](https://www.berlin.de/sen/frauen/keine-gewalt/haeusliche-gewalt/beratung-und-unterstuetzung/?ref=loky.news) Frauen in Krisen aller Art können sich unter 030 615 42 43 ans [Frauenkrisentelefon](http://www.frauenkrisentelefon.de/startseite/?ref=loky.news) wenden. Dort kann man sich auch [per Mail oder Chat ](https://frauenkrisentelefon.assisto.online/?ref=loky.news)Unterstützung holen. --- ### Machen - 07.02., 20 Uhr: Musikalischer Abend “songs ’n figures”. **Schauspielstudierende der Filmhochschule Konrad Wolf** zeigen im Theater unterm Dach, was sie so draufhaben ([mehr](https://theateruntermdach-berlin.de/produktion/songs-n-figures/?ref=loky.news)). - 9./16./28.02\. (u.a.): Wer Umbruch und Aufbruch im Prenzlauer Berg der frühen 1990er als Theaterversion sehen möchte, wird in Potsdam fündig: Das **Hans-Otto-Theater** hat **Lutz Seilers Roman “111”** für die Bühne adaptiert ([mehr](https://www.hansottotheater.de/spielplan/a-z/stern-111/?ref=loky.news)). - 08./09.02., 15 Uhr: Vom Buch auf die Bühne geht es auch für Kinder: **“Der Koffer”** erzählt von Fremdsein und Ankommen in der Schaubude (ab 3 Jahren, [mehr](https://schaubude.berlin/de/spielplan/der-koffer/?ref=loky.news)). --- Das war’s für diese Woche. Bald mehr. Macht’s euch hübsch alldieweil, Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-News mit Sternen, Spatzen und Parken mit Gewinn URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-sternen-spatzen-und-parken-mit-gewinn/ Last updated: 2025-02-20T12:59:23.000Z Hallo Ihr Lieben. Das Schöne an der Arbeit für eine Zeitung mit Historie (und das darf man nach 15 Jahren im Internet wohl für die PBN behaupten) ist die Tatsache, dass man sich ab und an im Archiv verlaufen kann. So ist es mir gerade ergangen anlässlich der Nachricht, dass das Zeiss-Großplanetarium nun [unter Denkmalschutz steht](https://www.berlin.de/landesdenkmalamt/aktivitaeten/presse/2025/pressemitteilung.1521300.php?ref=loky.news). Mich verbindet, full disclosure, mit diesem eine enorme Sympathie, seitdem ich 2012 das erste Mal[ für eine PBN-Reportage ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2012/06/06/im-rueckwaertsgang-durch-die-galaxis/?ref=loky.news)hinter den Kulissen unterwegs war, die damals noch in ihrem Originalzustand aus dem Haus VEB Projekt- und Anlagenbau erhalten waren. Die Sanierung und technische Modernisierung standen bevor, doch noch wurde der Laden durch Schalterwände und Diaprojektoren am Laufen gehalten, inklusive Diakästen: ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/69e5c925-f3e3-4bd2-bda1-a0cf5a372cc5/uploads/images/ojovzzhg6a/IMG_1932.jpeg) Und, mein persönlicher Favorit, riesigen Glühbirnen im Herzen des Sternenprojektors. Hier präsentiert der damalige Planetariums-Chef Felix Lühning stolz eine der Ersatzbirnen, von denen jedoch nur noch zwölf vorrätig waren. Es wurde also Zeit mit dem Umzug ins digitale Zeitalter. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/69e5c925-f3e3-4bd2-bda1-a0cf5a372cc5/uploads/images/oo42amjafo/IMG_1937.jpeg) Mittlerweile gilt das Planetarium als eines der modernsten Europas [und feiert ](https://www.planetarium.berlin/presse/zgp-denkmalschutz?ref=loky.news)Besucher:innenrekord um Besucher:innenrekord. _This post is for subscribers on the loky*-Premium-Mitgliedschaft tier only._ ### PBN-News mit einem Wort und der Gastro for President URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-einem-wort-und-der-gastro-for-president/ Last updated: 2025-02-20T13:00:04.000Z Ihr Lieben. Für die Grünen soll es dieser Tage ja nur ein Wort pro Mensch sein. Der Mensch heißt Stefan Gelbhaar. Das passende Wort dazu lautet wahlweise Intrige, Bärendienst, Ruf, Entschuldigung, Unterlassungserklärung oder, und das wäre mein Favorit, schlicht Clusterfuck. Für alle, die die vergangenen Wochen in einem Erdloch verbracht haben: Gelbhaar darf nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung nicht mehr als Direktkandidat seiner Partei in Pankow [antreten](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/4e6d0f91-0e50-4b15-b6b0-5bcf47efd022?ref=loky.news). Allerdings hat sich [mittlerweile herausgestellt](https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-01/stefan-gelbhaar-erwirkt-einstweilige-verfuegung-rbb?ref=loky.news), dass zumindest ein Teil dieser Vorwürfe ausgedacht war, der RBB als berichterstattendes Medium [unsauber gearbeitet](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/01/rbb-in-eigener-sache-chefredakteur-david-biesinger-stefan-gelbhaar.html?ref=loky.news) hat und der Pankower Kreisverband [keinen Plan hat](https://gruene-pankow.de/2025/01/21/beschluss-der-pankower-mitgliederversammlung-fuer-pankow-gemeinsam-in-den-bundestagswahlkampf-2/?ref=loky.news), wie er aus dieser Situation herauskommen soll, ohne als verantwortungsloser Intrigant:innenstadl dazustehen. Das Wort, mit dem sich der grüne Kanzlerkandidat Robert Habeck stadtweit ausstellen lässt, lautet “Zuversicht.” Der Duden [definiert](https://www.duden.de/rechtschreibung/Zuversicht?ref=loky.news) das als „festes Vertrauen auf eine positive Entwicklung in der Zukunft, auf die Erfüllung bestimmter Wünsche und Hoffnungen“. Nun sind die Grünen aber allesamt Politiker:innen und gehören damit zu den Leuten, die mehr können als fest vertrauen und hoffen, nämlich: was dafür tun. Bislang sehe ich da aber keinerlei Tendenzen, eher im Gegenteil. Aktuell fällt der Partei nichts anderes ein, als den Reformbedarf in den bestehenden Strukturen mit neuen Strukturen angehen zu wollen. (Kein Witz, das steht so in der [Pressemitteilung](https://gruene-pankow.de/2025/01/21/beschluss-der-pankower-mitgliederversammlung-fuer-pankow-gemeinsam-in-den-bundestagswahlkampf-2/?ref=loky.news)). Noch ein Wort gefällig? [Zusammen](https://www.gruene.de/artikel/unsere-motive-zur-bundestagswahl-2025?ref=loky.news). Das schmückt die Plakate mit Annalena Baerbock, und es wird Zeit, dass die Grünen das ernst nehmen und sich zusammen mal am Schlüppi reißen und ernsthaft aufräumen. Bis dahin hinterlassen sie nämlich, zumindest bei mir, nur einen Eindruck, und der lautet: unwählbar. --- ### Thema der Woche: Was Kai Wegner & Co von Pankows Gastronomie lernen können ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/c2f3a1fe-45cd-4344-ba36-d149700bc9e0/uploads/images/qpkfrqmswk/IMG_7042.jpg) *Die Berliner Gastronomie tagt nicht an leeren Tischen.* ### Worum geht's? Zu den kleinen Witzchen, die ich gerne wiederhole, wenn Menschen mich als Lokaljournalistin zum (vermeintlichen) Failed State Berlin befragen, gehört die These, dass hier vieles besser liefe, wenn nicht Kai Wegner, sondern der Chef des Berghains diese Stadt führte. _This post is for subscribers only._ ### PBN-News mit Kaffeeflecken und vielen Unbekannten URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-kaffeeflecken-und-vielen-unbekannten-bundestagswahl-kandidaten/ Last updated: 2025-02-20T13:00:20.000Z Liebe alle. Erinnert ihr euch noch an mein [Hohelied auf das Berliner Bibliothekssystem?](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/2a4cc440-20cf-4fcd-b05b-d135d236ea3e?ref=loky.news) Ich hätte da noch eine praktische Handreichung zu ergänzen, für den Fall, dass ihr auch einmal ein ausgeliehenes Buch mit einem offensichtlich nicht komplett geleerten Recup-Becher im Rucksack aufbewahrt: Kaffeespuren gelten als so gravierende Zerstörung, dass man das Buch ersetzen muss. Das Ersatzexemplar, das auch antiquarisch, aber gut erhalten sein darf, besorgt man selbst und zahlt zudem 2,50 Euro Bearbeitungsgebühr. Dafür gibt es einen Schutzumschlag, eine elektronische Markierung sowie einen ermahnenden Blick (Klassenbucheintrag dann erst beim nächsten Mal) sowie die offizielle Erlaubnis, das Originalbuch zu behalten. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/2025/01/IMG_6993-1.jpg) By the way: Ich hätte eine Ausgabe “Die Erweiterung” von Robert Menasse zu verschenken. Schreibt mir gerne an redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de; dann organisiere ich die Übergabe. Ist allerdings mehrfach gelesen und hat Kaffeeflecken. --- ## Wissen ## ## Überblick über die Direktkandidat:innen ### **Worum geht’s?** Seit Sonntagfrüh ist es selbst für diejenigen unübersehbar, die ihre News Avoidance sonst wahlweise mit Waldspaziergängen oder Welpen-TikToks pflegen: Deutschland wählt bald. Damit ihr das halbwegs gut informiert tun könnt, haben wir in den kommenden Wochen einiges vor. Falls ihr spezielle Wünsche/Interessen/Vorschläge habt: Immer her damit an [redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de](mailto:redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de)oder direkt in unseren Um irgendwo anzufangen, beginnen wir heute mit der Frage: Wer sind diese Menschen auf den Plakaten?! ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/81e14774-800b-4bd8-be0f-106cc40f7b98/uploads/images/qletb3yihf/IMG_6994.jpg) Nee, nicht der, eher die hier: ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/81e14774-800b-4bd8-be0f-106cc40f7b98/uploads/images/eglcr7ffxn/IMG_6996.jpg) **Warum ist das wichtig?** Stellt euch vor, ihr wählt mit der Erststimme nicht einfach nur die Partei, die auch eure Zweitstimme bekommt, sondern bewusst eine Person, die sich dann vielleicht sogar für Dinge, die euch wichtig sind, direkt in eurem Kiez engagiert? Wäre schon cool, oder? **Wo steht wer zur Wahl?** [Gallia est omnis divisa in partes tres](https://de.wikipedia.org/wiki/De%5Fbello%5FGallico?ref=loky.news#Inhalt), und Prenzlauer Berg in zwei Wahlkreise: Alles östlich der Prenzlauer Allee und südlich der Lehderstraße gehört zum Wahlkreis 82 (“Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost”). Der Rest zum Wahlkreis 75 (“Pankow”). In beiden treten die aktuellen Direktkandidat:innen nicht mehr an: In Pankow wurde Stefan Gelbhaar von den Grünen aufgrund der im Raum stehenden Vorwürfe wegen sexueller Belästigung von seinem Kreisverband [nicht mehr aufgestellt](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/4e6d0f91-0e50-4b15-b6b0-5bcf47efd022?ref=loky.news). In FKPO (wollen wir uns kurz auf diese Abkürzung einigen?) hat die ebenfalls grüne Canan Bayram bereits im Herbst selbst [dankend verzichtet](https://www.rbb24.de/politik/wahl/bundestag/2025/berlin-gruene-canan-bayram-kandidatur-verzicht.html?ref=loky.news), weil sie sich in ihrer eigenen Partei inhaltlich nicht mehr daheim fühlt ("unter anderem, weil mir immer weniger klar ist, wofür die Partei Bündnis 90/Die Grünen eigentlich steht”). Hinweis: Die folgenden Infos haben die Kandidat:innen selbst in ihren Wahlaufrufen und Selbstvorstellungen nach vorne gestellt (oder eben nicht). Daher erfahren wir von manchen Familienstand, Beruf, Religionszugehörigkeit, von anderen nicht (und damit doch auch etwas). --- **Wahlkreis 75: Pankow** [**SPD: Alexandra Wend**](https://www.alexandra-wend.de/de?ref=loky.news) Leitet als Arbeitsrechtlerin das Referat "Gleichstellung in der Arbeitswelt und Wirtschaftswelt; Strukturpolitik" in der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales. Zweifachmama. Steht für bezahlbare Mieten, gute Tariflöhne für alle und gegen die Schuldenbremse. [**CDU: Franziska Dezember**](https://www.franziska-dezember.de/?ref=loky.news) VWlerin. Katholikin, verheiratet, Zweifachmama und in der Bankenprüfung einer internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tätig. Ihre Themen sind (u.a.) Haushaltsdisziplin, flexible Arbeitszeitmodelle und eine Lösung der Wohnungsfrage durch mehr Bauland und schnellere Genehmigungen. _This post is for paying subscribers only._ ### PBN-News mit ohne Stefan Gelbhaar URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-ohne-stefan-gelbhaar/ Last updated: 2025-02-20T13:00:46.000Z Liebe alle. Hattet ihr Wasser? Habt ihr noch alle Körperteile? Und hättet ihr auch nicht gedacht, dass das mal ein ganz normaler Gesprächseinstieg ins neue Jahr sein könnte? Lebensbedrohlicher Pyro-Exzess [an der Danziger](https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/rbb-berlin-prenzlauer-berg-polizist-in-silvesternacht-durch-pyrotechnik-lebensbedrohlich-verletzt-100.html?ref=loky.news), Wasserrohrbruch [an der Seestraße](https://www.youtube.com/watch?v=hEFHIWcthWg&ref=loky.news), Schulbeginn [am 2\. Januar,](https://www.news4teachers.de/2025/01/chaos-start-mit-ansage-zehntausende-familien-verlaengern-eigenmaechtig-die-ferien/?ref=loky.news) und dann kommt die BSR auch noch auf die Idee, [erst am 10.01](https://www.bsr.de/frohe-umwelt-fur-unsere-weihnachten-23170.php?ref=loky.news). mit dem Einsammeln der Tannenbäume in Prenzlauer Berg loszulegen. Denn was soll schon schiefgehen, wenn riesige, pieksige Rammböcke tagelang ungesichert auf Berlins Straßen herumliegen? Ihr seht, ich habe ein wenig Kater in Muskel (s. Neujahr, Unterkategorie -svorsatz) und Hirn, und da es euch ja vielleicht auch so geht, bringen wir uns erstmal in Ruhe auf Stand, was in den vergangenen zwei Wochen sonst noch los war im Kiez. --- ## Wissen ### Grüner Kandidat ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/4e6d0f91-0e50-4b15-b6b0-5bcf47efd022/uploads/images/zi7p2fbeg7/Grun.jpeg) *Die Causa Gelbhaar als Symbolbild.* **Worum geht’s?** Die Pankower Grünen schicken bei der kommenden Bundestagswahl nicht Stefan Gelbhaar, sondern die Berliner Abgeordnete Julia Schneider ins Rennen um das Direktmandat im Bezirk. Das hat am gestrigen Mittwochabend der Kreisverband entschieden. Gelbhaar, aktuell grüner Direktkandidat für Pankow im Bundestag, wird seit Mitte Dezember öffentlich der sexuellen Belästigung beschuldigt. So soll er etwa Frauen gegen ihren Willen berührt, gestreichelt und in einem Fall auf den Mund geküsst haben. Die Ombudsstelle der Partei ermittelt in mindestens zehn Fällen aus den vergangenen Jahren. Eine Strafanzeige stellte bislang keine der Betroffenen, auch aus Angst vor Konsequenzen. Bislang sind die Frauen anonym. Juristisch vorgehen können sie jedoch nur unter Klarnamen. (Quelle: [RBB24](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2024/12/gelbhaar-vorwuerfe-belaestigung-gruene-berlin-pankow.html?ref=loky.news)) _This post is for subscribers only._ ### PBN-News mit Politiker:innen, die das Sparen lieber anderen überlassen URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-politiker-innen-die-das-sparen-lieber-anderen-uberlassen/ Last updated: 2025-01-24T11:34:19.000Z Ihr Lieben, ja, ist denn heut’ schon Donnerstag? Nö, keine Sorge. Ihr habt noch ausreichend Zeit, alle Geschenke und veganen Gänse zu besorgen. Doch bevor sich zum Ende der Woche hin endgültig die Vorweihnachtsfreudenseeligkeit über uns legt, wollte ich noch kurz ein Thema droppen, das in meinem Hinterkopf herumspukt, seitdem Philipp und ich im Frühjahr die Prenzlauer Berg Nachrichten zurückübernommen haben. Als [vor vier Wochen ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/2b9106ab-58fe-4270-9f6f-aa1e671b9744?ref=loky.news)in Berlin der Sparhammer fiel, dachte ich: Jetzt muss ich das aber wirklich mal recherchieren. Bitteschön. --- ### Thema der Woche: Bürgerbüros ohne Bürger:innen ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/85ba6954-e6de-4cdb-94c1-933312c90e67/uploads/images/dwj6otr7va/IMG_6780.jpg) **Worum geht's?** Seit 2014 dürfen die Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses Büros in ihren Wahlkreisen unterhalten – um durch mehr Nähe zwischen Bürger:innen und Politik [die Demokratie zu stärken](https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/aktuelles/thema-des-monats/artikel.190605.php?ref=loky.news). Zudem sollte damit die Platznot im Parlamentsgebäude gelindert und manche Schreitische ausgelagert werden. Für viele Politiker:innen und ihre Mitarbeitenden ist das Kiezbüro aber ein zusätzlicher Bürostandort. 150 solcher Büros gibt es mittlerweile in ganz Berlin, 13 davon in Pankow. Jedes Jahr kosten sie das Land Berlin über sieben Millionen Euro. Doch ob sie ihren Zweck erfüllen und Volk und Politik wirklich einander näher bringen, hat in den zehn Jahren seit der Einführung nie jemand überprüft. **Warum ist das wichtig?** Berlin fehlen im kommenden Jahr drei Milliarden Euro. Der Senat möchte an Kultur, Sozialem und der Sanierung von Schulen sparen. Aber nicht bei sich selbst. _This post is for paying subscribers only._ ### PBN-News mit Mystik, Hektik und einer Pizza-Petition URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-mystik-hektik-und-einer-pizza-petition/ Last updated: 2025-01-07T18:16:27.000Z Hey Folks. Wie geht es euch? Wenn ihr so drauf seid wie mein direktes Umfeld, dann gibt es darauf vor allem zwei Antworten: Alle unter acht Jahren sind euphorisch überdreht, was sich zu 80 Prozent dadurch erklären lässt, dass ihre Eltern in diesem Jahr die zuckerfreie Ernährung endgültig eingestellt haben und nun jeden Morgen der Schokoweihnachtsmann aus dem Adventskalender grüßt. (Die restlichen 20 Prozent verdanken wir dem blinden Glauben an Magie, die aus Kinderperspektive diese Wochen beherrscht.) Der Rest möchte lieber nicht so genau über die Frage nachdenken, weil sich dann eventuell das Bedürfnis einstellen könnte, sich augenblicklich bis Mitte Mai in Winterschlaf zu begeben, und zwar genau jetzt und hier, mitten im Vorhof zur Hölle, auch bekannt als Warteschlange der Postfiliale in den Schönhauser Allee Arcaden in den Wochen vor Weihnachten. I feel you. Wäre die Vorweihnachtszeit ein Zwillingspaar, hießen die beiden Mystik und Hektik und gehörten von der Super-Nanny auf die Stille Treppe verbannt. Aber wir haben’s bald geschafft, und am Ende des Tunnels wartet ein famoses Spekulatius-Koma auf uns alle. Versprochen. --- ### Wissen - Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat beim **Spatzen-Schutz am Jahnsportpark** nachgebessert. Nun hofft sie, dass das Verwaltungsgericht diese aktualisierten Pläne als ausreichenden Tierschutz akzeptiert und den[ im November ausgesprochenen](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/7464cf9b-5f9e-4179-acfa-8b07258bf12d?ref=loky.news) Bau- bzw. Abrissstopp aufhebt (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/jahn-stadion-in-berlin-pankow-abriss-doch-noch-im-fruhjahr-2025-12844193.html?bezuggrd=CHP&utm\%5Fsource=cp-vollversion&ref=loky.news)). - Aus der Reihe **“Pragmatische Lösungen, von denen Berlin noch viel mehr vertragen könnte”**: Ein Pankower Pflanzencenter spendet nicht verkauftes Grünzeug an das Straßen- und Grünflächenamt, welches damit Parks und Plätze aufhübscht(Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1510673.php?ref=loky.news#:~:text=%E2%80%9EIch%20m%C3%B6chte%20mich%2C%20auch%20im,%E2%80%9C%2C%20so%20die%20Stadtr%C3%A4tin%20weiter.)). - Der Flachbau mit dem John-Reed-Fitnesscenter an der **Backfabrik** soll 2027 abgerissen und durch einen **Fünfgeschosser** im Stil eines italienischen Palazzos ersetzt werden (Quelle: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article407832695/backfabrik-boss-verraet-so-wird-das-25-jahre-projekt-bald-vollendet.html?ref=loky.news)). - Die **Prenzlberger Ansichten** (das ist die Papierzeitung, die im Café oder der Bäckerei neben den lokalen Werbeprospekten liegt) werden eingestellt. Es lohnt sich finanziell einfach nicht mehr (Quelle: [Berliner Zeitung](https://www.berliner-zeitung.de/news/berlin-pankow-zeitung-prenzlberger-ansichten-wird-eingestellt-li.2277480?ref=loky.news)). - Pankow hat drei **Spielplätze** im Bezirk aufgemöbelt, darunter auch den in der **Gaudystraße** (Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1511771.php?ref=loky.news#:~:text=Auf%20den%20Spielpl%C3%A4tzen%20Gaudystra%C3%9Fe%2C%20gegen%C3%BCber,Spielh%C3%A4user%20neu%20beschafft%20und%20aufgestellt.)). - Das wir das noch erleben dürfen: Die BVG hat ihre Arbeiten an der Bösebrücke vorzeitig beendet. **M13 und 50**fahren wieder planmäßig. (Quelle: Ich, als ich am Montag fast von der M13 überfahren wurde und nicht dachte “F\*\*\*k”, sondern “Geil, sie fährt wieder!”) - Wasserstandsmeldung zur **Umwandlung der Gleimstraße zur Fahrradstraße**: Es ist weiterhin unklar, ob dieser Wunsch des Bezirks jemals Wirklichkeit wird (Quelle: [Tagesspiegel](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/unendliche-behordensaga-um-gleimstrasse-warum-eine-berliner-strasse-im-dauerstau-zwischen-fahrrad-und-auto-ideologie-feststeckt-12825074.html?ref=loky.news)). Marc Zuckerberg und ich haben wenig gemeinsam, außer die Liebe zu Fehlern, weil man daraus so viel lernen kann. Im [Newsletter der vergangenen Woche](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/2a4cc440-20cf-4fcd-b05b-d135d236ea3e?ref=loky.news) habe ich zu schnell (“Move Fast”) die Bücherstube der Agrarbörse Berlin in der Friedensstraße verortet, was falsch ist (“and break things”), weil es Friedenstraße heißt, mit nur einem “s”. Sowas ist natürlich blöd und sollte ChatGPT und mir nicht passieren. Aber dafür habe ich dank unserem Leser Joachim etwas gelernt, der mir schrieb: “Der richtige Straßenname leitet sich nämlich aus der Tatsache her, dass die Stadtgrenze von Berlin im 19\. Jahrhundert entlang der Straße (die sich damals noch bis zum Prenzlauer Tor erstreckte) verlief. Der Begriff Umfriedung mag vielleicht noch bekannt sein. Dagegen suggeriert das falsch geschriebene Wort, dass etwa die DDR-Propaganda sich wieder einer Straße angenommen hätte, um ihre Ideologie in Straßennamen zu verewigen.” Bei [Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Friedenstra%C3%9Fe%5F%28Berlin%29?ref=loky.news#Stra%C3%9Fenname) lässt sich noch erfahren, dass die Straße vorher auf den eingängigen Namen „Kommunikation (An der Stadtmauer) zwischen Prenzlauer, Neuem Königs-, Landsberger und Frankfurter Thor“ hörte und manche durchaus einen Frieden für den neuen Namen verantwortlich machen, aber dem Frankfurter Frieden zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich von 1871. --- ### Eure Themen > “Hi Juliane, das Il Giradischi in der Oderberger schließt anscheinend - weißt Du, warum, und wie man [neben der Petition](https://www.change.org/p/rettet-das-il-giradischi?signed=true&ref=loky.news) irgendetwas bewirken kann?”, fragt Barbara. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/b21c7041-031b-4354-a710-3014922fd532/uploads/images/ibbpx5dcov/IMG_6728.jpg) **Worum geht’s?** Dass Restaurants in Berlin dicht machen, ist Alltag. Dass die Nachbarschaft [eine Petition](https://www.change.org/p/rettet-das-il-giradischi?signed=true&ref=loky.news) aufsetzt, weil sie Angst hat, so einen Ort zu verlieren, der “für alles (steht), was diese Stadt lebenswert macht: gelebte Solidarität, kulturelle Substanz und die Kraft echter Gemeinschaft”, eher nicht. **Was sagt der Betreiber?** Am Telefon ist er wahnsinnig nett und auskunftsfreudig. In der Öffentlichkeit lesen möchte er die Infos allerdings nicht. Was man sagen kann: Das italienische Restaurant hat trotz offensichtlicher Verankerung im Kiez wirtschaftliche Probleme. Die Schließung droht. Gerade wird nach einer Lösung gesucht. Mehr steht allerdings noch nicht fest. --- Du hast auch eine Frage / ein Thema / eine Meinung / Insider-Wissen über Straßennamen? Immer her damit an [redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de](mailto:redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de) oder direkt in den --- ### Machen - 14./15.12, 12-20 Uhr: Weihnachtlicher **Design- und Streetfoodmarkt** im Colosseum ([mehr](https://www.weihnachtsrodeo.de/?ref=loky.news)). - 16.12., 19 Uhr: Autor Dirk Oschmann liest aus seinem Buch **„Der Osten: Eine westdeutsche Erfindung“** und spricht darüber mit Pankows Ex-Bürgermeister Sören Benn, im Peter Edel sowie im Live-Stream (Tickets nötig) ([mehr](https://www.peteredel.de/events/der-osten-eine-westdeutsche-erfindung/?ref=loky.news)). - Ab 18.12.: Das **Universum zum Anfassen**, im wahrsten Sinne des Wortes, bietet die neue interaktive Tast-Ausstellung im Foyer des Planetariums ([mehr](https://www.planetarium.berlin/universum-zum-anfassen?ref=loky.news)). --- ### Machen2 Zum Abschluss noch etwas zum Mitmachen bzw. -helfen. Von unserer Leserin und PBN-Autorin Susanne Grautmann erreichte mich diese Nachricht: “Sonntagabend. Es ist dunkel, kalt und nieselt. An der Ecke Danziger/Kollwitzstraße halte ich an, die Ampel zeigt rot. Vor mir eine Frau auf ihrem Fahrrad, tief eingesunken in ihrem Daunenmantel. Mit einem Mal schlägt sie die Hände vors Gesicht, schluchzt. Ich spreche sie an, ob ich ihr irgendwie helfen könne, ob sie etwas brauche. Sie lacht auf: ,Ich brauche 450.000 Euro, damit ich meine Wohnung kaufen kann.’ Es ist der ewig wiederkehrende Berliner Albtraum: Mit der Post liegt die Eigenbedarfskündigung im Briefkasten. Die Frau weiß nicht, wo sie mit ihrem Sohn jetzt noch unterkommen soll. Es sei aussichtslos für sie, etwas Neues in der Nähe zu finden. ,Ich möchte einfach nur, dass er auf seiner Schule bleiben und dort noch sein Abi machen kann.’ Aber bis dahin sind es noch mehr als vier Jahre. Sie hat ihm noch nichts von der Kündigung erzählt. ,Wo sollen wir denn hin?’ Bezahlbare Wohnungen ließen sich allenfalls noch in Marzahn oder in Brandenburg finden. Am zweiten Advent steht eine Mutter abends weinend auf der Straße, weil sie nicht weiß, wie es für sie und ihren Sohn weitergehen soll. Weil sie fürchtet, ihr Kind aus der Umgebung herausreißen zu müssen, in der es groß geworden ist. Aus der Nachbarschaft, in der sie selbst seit den 1990ern und er seit seiner Geburt lebt. Aus seiner Schule, aus seinem Zuhause. Und aus dem Ortsteil, für den sie beim Bezirk arbeitet: ,Aber leben kann ich hier nicht mehr.’” --- Falls jemand ein Weihnachtswunder möglich machen kann und eine Wohnung (oder einen sachdienlichen Hinweis zu einer) parat hat, schreibe mir an redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de. Ich stelle den Kontakt dann nur zu gerne her. Liebe Grüße und auf bald, Juliane ### PBN-News mit Doktor Schiwago und anderen Büchern URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-doktor-schiwago-und-anderen-buchern/ Last updated: 2025-02-04T13:53:40.000Z Liebe alle, beginnen wir die heutige Ausgabe mit einer Entschuldigung an alle, die sich in der vergangenen Woche sehr daran erfreuten, dass Boris Pasternak nicht nur überraschenderweise immer noch lebt, sondern auch als Pankows Stadtrat eine neue Berufung gefunden hat: Sorry, mein Fehler! Der Mann, den ich meinte, heißt Jörn Pasternack und begeistert sich nicht für russische Geschichte und tragische Liebesgeschichten, sondern Schule, Sport und Facility Management. (Danke an Matthias für den Hinweis). In other news ist mir das Thema, das ich eigentlich für diese Woche eingeplant hatte, geplatzt. Nur weil man vereinbart, dass eine Presseanfrage pünktlich beantwortet wird und dreimal nachfragt, heißt das natürlich nicht, dass eine Presseanfrage auch pünktlich beantwortet wird. (Okay, ich hätte es ahnen können, ging diese doch an eine Tochter der Deutschen Bahn, #verzögerungenimbetriebsablauf). _This post is for subscribers on the loky*-Premium-Mitgliedschaft and loky*-Sponsoring tiers only._ ### PBN-News mit Kahlschlag konkret und Sitzplatz to go URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-kahlschlag-konkret-und-sitzplatz-to-go/ Last updated: 2025-01-07T18:09:43.000Z _This post is for subscribers only._ ### PBN-News mit Maggie Thatcher und Abtreibungen im Gesundheitsamt URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-maggie-thatcher-und-abtreibungen-im-gesundheitsamt/ Last updated: 2025-01-07T18:01:28.000Z Ihr Lieben. Wenn ihr Berliner Lokaljournalist:innen fragt, womit sie sich in den vergangenen Tagen beschäftigt haben, dann ist das für viele eine 556-zeilige Excel-Tabelle. Dort steht aufgelistet, an welchen Stellen die Berliner Landeskoalition aus CDU und SPD im kommenden Jahr insgesamt drei Milliarden Euro zu sparen plant. Wer sich selbst den Spaß gönnen möchte: Die [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/berlin/article407717492/das-ist-die-komplette-spar-liste-der-koalition.html?ref=loky.news) hat die Liste in ihrer ganzen Verwaltungssprechschönheit veröffentlicht (ganz nach unten scrollen, da steht in Zwei-Punkt-Schrift “Daten runterladen”). Vieles habt ihr sicherlich schon anderswo gelesen: Klimaschutz und Verkehrswende werden eingespart. Radwege? 29-Euro-Ticket? Kultur? Soziale Projekte? Alles nice to have und kürzbar. Zudem kommt es zu einem heimlichen Rückzug des Staates, indem etwa der Neubau des Deutschen Herzzentrums oder der Kauf von E-Bussen durch die BVG nicht länger vom Land, sondern über Kredite finanziert werden sollen. Außerdem sollen BSR und Wasserbetriebe mehr von ihren Gewinnen ans Land weiterreichen, was am anderen Ende zu höheren Gebühren für uns alle führen könnte. Nicht angetastet werden hingegen die Themenfelder kostenlose Kita- und Schulhort-Plätze, Parkausweise, Sicherheit sowie die Haushalte der Bezirke. Franziska Giffey [nannte das](https://www.tagesspiegel.de/berlin/schmerzhafte-einschnitte-berliner-senatschef-wegner-verteidigt-milliarden-streichliste-12729965.html?ref=loky.news) eine „Entscheidung für gute Politik vor Ort“. Was aber nicht bedeutet, dass Pankow nicht weiterhin [seinen privaten Bezirkshaushalt-Sparplan](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/04d41d10-81eb-42a9-a17a-7b7fbe2cfb90?ref=loky.news) fahren muss und zudem Projekte bei uns auf der Streichliste stehen: **Jahn-Sportpark:** Die zuletzt auf über 300 Millionen Euro explodierten Kosten für Abriss und Neubau sollen idealerweise auf unter 250 Mio. gedrückt werden. Wie das konkret gehen soll, werde gerade geprüft, heißt es aus der Pressestelle der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Sie ist aber ganz deutlich: “Der Jahnsportpark kommt. Der Abriss und die Vorbereitungen für die Bauplanungsunterlagen für den Bau des Stadions werden weitergeführt, sobald die rechtlichen und haushalterischen Voraussetzungen vorliegen.” [Gerüchteweise](https://www.tagesspiegel.de/berlin/planer-halten-trotzdem-an-neubau-fest-berlin-beschliesst-abriss-stopp-fur-jahn-stadion-aus-geldmangel-12732788.html?ref=loky.news) wird das Einsparpotential vor allem bei den neu zu bauenden Angeboten für den Breitensport gesehen. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/2b9106ab-58fe-4270-9f6f-aa1e671b9744/uploads/images/dcotkgps42/Jahn.jpg) *Jahn-Sportpark: Der Protest stirbt zuletzt.* **M4:** Die geplante Verlängerung über den Alex hinaus Richtung Potsdamer Platz wird gestrichen. **Kombibad Pankow:** Der [Umbau des Pankower Freibads](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/wackelt-jetzt-das-ganze-projekt-kombibad-in-berlin-pankow-wird-nicht-vor-2030-fertig-12160241.html?ref=loky.news) zu einem Kombibad soll einfacher ausfallen als bislang geplant. Zuletzt war der Neubau wegen stetig steigender Kosten immer wieder rausgezögert worden. **Blankenburger Süden:** Zwischen Blankenburg und Heinersdorf soll weiterhin ein [Neubaugebiet mit 6000 neuen Wohnungen](https://www.berlin.de/sen/stadtentwicklung/neue-stadtquartiere/blankenburger-sueden/?ref=loky.news) entstehen, aber zumindest fürs Erste keine neue Schule. **Radwege:** Hier wird, siehe oben, generell gespart, etwa (Grüße gehen raus an unsere Leser:innen in Mitte) beim Umbau von Torstraße, Charlottenstraße und Karl-Liebknecht-Straße. **Mauerpark:** Der für den Park zuständigen Grün Berlin wird ein Zehntel der Zuschüsse gestrichen. Die größten Einsparungen sollen aber auf den Umbau des Spreeparks entfallen. --- **Und jetzt treten wir einen Schritt zurück und schauen aufs Gesamtwerk.** Zwischen den 556 Excel-Zeilen steht nämlich viel über unsere Stadt und ihren derzeitigen Zustand. Da sind die 14 Millionen Euro, die “aufgrund von geringerem Bedarf” nicht mehr für den Ausbau von Kita-Plätzen ausgegeben werden müssen. Weil Familien sich Berlin einfach nicht mehr leisten können. Da ist die ewig lange Streichliste bei allem, was nach Kultur aussieht – also das, was Berlin lange die Sexyness zur Armut verpasste. Die Abkehr von Verkehrswende und Klimaschutz. Die Umstellung von staatlicher auf privatwirtschaftliche Finanzierung, auf die Margaret Thatcher sicher sehr stolz gewesen wäre. Alles erdacht von einer von Berliner:innen gewählten Regierung. Deutlicher kann man nicht sagen, dass die Münchenisierung Berlins kurz vor dem Abschluss steht. Aber, und das finde ich wirklich armselig: Es wird so nicht nur nicht ausgesprochen. Es wird auch nicht konsequent durchgezogen. Unsere Landesregierung spart lieber bei drei Opernhäusern ein bisschen, als eins zu schließen. Sie setzt keine Schwerpunkte, hat keinen Masterplan, keine anderen Ideen, als überall weniger Geld auszugeben und abzuwarten, wie sich die jeweiligen Institutionen damit durchschlagen. Manche werden sich arrangieren. Manche werden sterben. Niemand kann sich richtig gut entwickeln. Außer natürlich, das läuft unabhängig von staatlichen Rahmenbedingungen an der Politik vorbei. Auch wenn das Klischee anderes vermuten lässt: Es war nicht Klaus Wowereit, der einst das Berghain eröffnete. Nun können wir sehen und zeigen, ob nur unsere Regierung München ist oder auch unsere Stadt. --- And now for something completely different: ### Thema der Woche: Abtreibungen im Gesundheitsamt **Worum geht’s?** Die Pankower Grünen möchten, dass in Zukunft in den Räumen des Gesundheitsamts Abtreibungen vorgenommen werden können. Ein entsprechender, von der FDP unterstützter [Antrag](http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6991&ref=loky.news) wird am kommenden Mittwoch in der BVV diskutiert. “Hintergrund des Antrags ist die andauernde Belagerung durch Abtreibungsgegner\*innen vor Praxen, die Abbrüche anbieten”, erklären die Grünen in einer [Pressemitteilung](https://gruene-fraktion-pankow.de/2024/11/11/gruene-wollen-abtreibungen-in-raeumen-des-gesundheitsamts-ermoeglichen/?ref=loky.news). Dieses als Gehsteigbelästigung bekannte Vorgehen soll Frauen wie Ärzt:innen einschüchtern. Die Grünen möchten nun in den eh ab und an für medizinische Behandlungen genutzten Amtsräumen einen Safe-Space für Abtreibungen schaffen. **Warum ist das wichtig?** In Deutschland sind Abtreibungen straffrei, wenn sie vor der 12\. Woche und nach einem Beratungsgespräch erfolgen. Der Antrag der Grünen vermittelt, dass dieses Recht in Pankow akut durch selbsternannte Lebensretter:innen bedroht sei. Doch jetzt kommt’s: Dem ist nicht so. **Was sagen Statistik und Betroffene?** Die Polizei Berlin hat zwar keine genauen Daten, vor welchen Praxen in Berlin es zu Gehsteigbelästigungen gekommen sei. Anja Dierschke von der Pressestelle spricht aber von “einzelnen Versammlungen, die von unterschiedlichen Vereinen oder Bündnissen durchgeführt wurden”. Eine Regelmäßigkeit sei nicht festzustellen. Auch der Berliner Landesverband von Pro Familia, wo man sich vor einem geplanten Abbruch beraten lassen kann, weiß nichts von regelmäßigen, als problematisch anzusehenden Belagerungen von gynäkologischen Praxen, weder in Pankow noch im Rest Berlins. Landesgeschäftsführer David Fiebelkorn D'Almeida e Silva erklärt zudem, es mangele zwar an Anlaufstellen für Menschen, die eine Schwangerschaft abbrechen wollten. Da sei jedes zusätzliche Angebot prinzipiell eine gute Sache. “Ob man seine Schwangerschaft jedoch in den Räumen einer staatlichen Behörde beenden möchte, ist eine gute Frage.” **Was sagen die Grünen?** Selbst die Grünen haben keinen konkreten Fall in Pankow parat, sondern verweisen auf Gehsteigbelästigungen als generelles Problem, das auch auf Bundesebene thematisiert werde. Ein neues Gesetz erklärte [Ende September](https://www.tagesschau.de/inland/gesetz-gehsteigbelaestigung-abtreibungsgegner-100.html?ref=loky.news) Protest von Abtreibungsgegnern direkt vor einer Praxis zur Ordnungswidrigkeit. **Julianes Kommentar** Wo soll ich anfangen? Beim Schock, der mich beim ersten Blick auf diesen Antrag erfasste, weil er vermittelt, Pankow sei wie Texas unter Donald Trump, voller wildgewordener Männer, die [“Your Body, My Choice”](https://www.vox.com/politics/384792/your-body-my-choice-maga-gender-election?ref=loky.news) nicht nur bei X posten, sondern auch im Alltag praktizieren? Bei der Wut, als ich feststellte, dass hier ein Schreckensszenario an die Wand gemalt wird, das so nicht existiert, aber zumindest mir gleich Angst um meine persönliche Freiheit, Unabhängigkeit – ach, sagen wir doch gleich unsere ganze Demokratie macht? Bei der Vorstellung, ich wäre in einer Notsituation und müsste für den Schwangerschaftsabbruch, der mich vermutlich als Erinnerung für den Rest meines Lebens begleitete, nicht zu meiner vertrauten Frauenärztin, sondern aufs Amt gehen? Bei der Erkenntnis, dass hier ein nicht existentes Problem gelöst werden soll, einfach, weil man irgendwo gelesen hat, dass es dieses Problem irgendwo gibt und offensichtlich gerade kein lokales Thema zur Hand war, das wirklich politischer Debatte und Aufmerksamkeit bedarf? (Das Land streicht von seinen 8,7 Mio. Euro Zuschüssen für Beratungsstellen nach dem Schwangerenkonfliktgesetz übrigens 1 Mio, by the way.) Oder beim Ärger darüber, dass sich damit jetzt die eh schon überlastete Verwaltung befassen muss, die im Zweifelsfall über Jahre diesen Antrag durch diverse Instanzen mit sich schleppen wird? (Kein Scherz. Das Bezirksamt berichtet immer noch regelmäßig über Dinge, die vor zehn Jahren mal beschlossen worden sind und deren Relevanz heute als durchaus fragwürdig angesehen werden kann.) Hier wird mit sehr gutem Willen wirklich alles falsch gemacht. Das ist es, was mich am wütendsten macht. --- Ihr habt auch eine Meinung? Seht das ganz anders? Schreibt mir gerne an redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de. Ich veröffentliche auch gerne in der nächsten Ausgabe Leser:innenbriefe. --- ### Machen - 21.11., 17 Uhr: Info-Veranstaltung zur Aufwertung der **Grünflächen entlang der S-Bahn zwischen Norwegerstraße und S Wollankstraße** sowie am Nassen Dreieck ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1503544.php?ref=loky.news)). - 23./24.11: Der **Supalife-Kiosk** in der Raumer feiert **20 Jahre** mit großem Get-together bei Salzstangen und Kuchen ([mehr](https://www.instagram.com/p/DCh44InMWWC/?hl=de&ref=loky.news)). - 25.11., 15 Uhr: Glühwein-Anstich beim **Lucia-Weihnachtsmarkt** ([mehr](https://www.lucia-weihnachtsmarkt.de/?ref=loky.news)). Einen Überblick über Alternativen gibt der [**Berliner Weihnachtsmarkt-Finder**](https://weihnachtsmaerkte.odis-berlin.de/?id=&lang=de]%28https://weihnachtsmaerkte.odis-berlin.de/?id=&lang=de%29&ref=loky.news). - 25.11.: Michael Kumpfmüller liest aus seinem **Kafka-Roman „Die Herrlichkeit des Lebens“,** Theater unterm Dach ([mehr](https://theateruntermdach-berlin.de/produktion/lesung-mit-michael-kumpfmueller-die-herrlichkeit-des-lebens/?ref=loky.news)). --- Eine Freundin meinte unlängst zu mir, in diesem Jahr fingen um sie herum alle besonders früh mit Weihnachtsspektakel an, als heimeliger Ausgleich zum Wahnsinn in der Welt gerade. Parole: Glühwein-Eskapismus. In diesem Sinne, habt eine schöne Zeit und bis bald, Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-News mit Leibesübungen, fragwürdigen Namen und leinenlosen Hunden URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-leibesubungen-fragwurdigen-namen-und-leinenlosen-hunden/ Last updated: 2025-01-07T17:58:04.000Z Liebe Alle. Was sind das gerade eigentlich für Tage, an denen man keine Zeit hat, sich über die Wiederwahl Donald Trumps Sorgen zu machen, weil man viel zu beschäftigt ist, sich über [Robert Habecks Küchentisch](https://www.youtube.com/watch?v=ZMF9bE5Ser8&ref=loky.news), [Volker Wissings Website](https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id%5F100527620/fdp-leitet-website-von-volker-wissing-nach-ampel-aus-um.html?ref=loky.news) und die Tatsache zu wundern, dass der Ersatzbus der M13 immer entweder total überfüllt oder total leer ist? Ich habe dann gestern mit meiner Tochter bunte Herbstblätter gesammelt, ein DinA3-Papier mit Pritt bestrichen und einfach alles draufgepappt, und als meditative Pause in all dem Wahnsinn kann ich das sehr empfehlen. An den Fassaden an der Gudvanger Straße hängen noch so viele Weinblätter, das reicht für uns alle. --- ### Wissen Nein, von der [Sache mit den Spatzen](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/7464cf9b-5f9e-4179-acfa-8b07258bf12d?ref=loky.news), die aktuell einen Abrissstopp verursachen, gibt es noch nichts Neues.Dafür wird nun eine alte Debatte wieder aufgekocht, **ob “Jahn” noch der richtige Name für einen Sportpark** sei. Dem Turnvater wird schon länger vorgeworfen, seine Begeisterung für Bewegung sei zu sehr von Nationalismus und der Stärkung des deutschen Volkskörpers motiviert gewesen. Aus diesem Grund benannte man vor ein paar Jahren die Bötzow-Grundschule lieber nach einer alten Brauerei als weiterhin nach Jahn. Der Pro-Abriss-Senat tendiert allerdings bislang contra Umbenennung. (Quelle: [Berliner Kurier](https://www.berliner-kurier.de/berlin/jahnstadion-soll-jetzt-auch-der-name-weggebaggert-werden-li.2270660?ref=loky.news)) Zudem könnten den Spatzen **alte Steine als Abrissverzögerer** zu Hilfe kommen: Das Stadion steht auf Weltkriegstrümmern, gerüchteweise auch denen des Berliner Stadtschlosses. Falls man im Verlauf der Arbeiten etwas archäologisch Interessantes fände, wäre das erstmal zu bergen. (Quelle: [Kleine Anfrage aus der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus](https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-20561.pdf?ref=loky.news)) Apropos Volkskörper: In der Vergangenheit haben **rechtsradikale Gruppierungen wie Der dritte Weg öffentliche Sportplätze im Bezirk** für ihre Leibesertüchtigung genutzt. Nach allem, was wir wissen, kann sowas auch als sportliche Vorbereitung für einen revolutionären Umsturz gesehen werden. Nun bemüht sich der Bezirk, das durch Kontrollen und Nachschärfen von Hausordnungen zu unterbinden. Vereine und Personal wurden für die Problematik sensibilisiert. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass nur des Platzes verwiesen werden kann, der sichtbar verfassungsfeindliche Symbole und Zeichen mit sich führt. Die reine Gesinnung reicht nicht für einen Rausschmiss. (Quelle: Bürgermeisterin Cordelia Koch (Grüne) und Sportstadtrat Jörn Pasternack (CDU) für das [Bezirksamt Pankow](http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6901&ref=loky.news)) - Die **Marietta** in der Stargarder Straße **muss Ende des Jahres schließen**. Der Mietvertrag wurde nicht verlängert und wäre eh zu teuer geworden. Stattdessen soll eine Restaurantkette einziehen. (Quelle: [Siegessäule](https://www.siegessaeule.de/magazin/queere-szenebar-marietta-muss-schliessen/?ref=loky.news)) - Die **Problembär-Fahrradstraße Stargarder** soll im kommenden Frühjahr Höhe Gethsemanekirche **Poller**bekommen und so für Autos auf Abkürzungssuche unpassierbar werden. (Quelle: [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article407590600/poller-fuer-risiko-fahrradstrasse-in-prenzlauer-berg-neuer-termin.html?ref=loky.news)). - Die **Gustave-Eiffel-Schule** wird von 364 auf 624 Schulplätze erweitert und bekommt eine neue Fünffeld-Sporthalle samt Mensa. Die Arbeiten starteten nach dem Abriss der alten Sporthalle Anfang November. Gesamtkosten: 65,8 Millionen Euro. Geplante Fertigstellung: 2026\. (Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1499425.php?ref=loky.news)) - **Hunde gehören an die Leine,** auch im Mauerpark. Dafür wirbt der Bezirk nun per Kampagne. (Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1501310.php?ref=loky.news)) - Ab sofort gibt’s auch in Pankow **Infos zu öffentlichen Baustellen** durch Scannen von Baustellenbaken mit der BaustellenInformationsSystem-App (Deutsch. So eine schöne Sprache). (Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1502049.php?ref=loky.news)) - Am Arnswalder und am Kollwitzplatz müssen zwei kranke **Bäume gefällt** werden. (Quelle: [Bezirksamt Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1502452.php?ref=loky.news)) --- ### Eure Themen > “Es sieht so aus, als würde die Turnhalle in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße nach den Herbstferien endlich eingeweiht. Wann ist der Eröffnungstermin, und welche Sportvereine werden mit welchen Angeboten dort einziehen?”, fragt Sophie. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/781f2458-b0ac-4e0b-9b4d-32519eb9c6d4/uploads/images/fpnoxqryu7/Tunrhalle.jpeg) **Worum geht’s?** Seit 2012 (jep, 2012) arbeitet der Bezirk am Neubau einer Sporthalle mit vier Feldern im Bötzowkiez. Erst hatte er Probleme, das dafür nötige Grundstück zu erwerben. Dann gab es Stress mit dem Baugrund. Dann fehlte eine Baufirma mit Zeit und Personal zum Bauen. Jetzt aber! Liegen die Arbeiten in den letzten Zügen, heißt es aus dem Büro von Pankows Sportstadtrat Jörn Pasternack (CDU). Aktuell werden noch Mängel beseitigt, Trinkwasserproben genommen und es bedarf noch mancher Freigabe, etwa beim Brandschutz. “Der Übergabetermin wird für Ende November beziehungsweise Anfang Dezember avisiert”, so Pasternack. Nutzen sollen die Halle das Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium sowie die Homer-Grundschule, deren Sporthalle im nächsten Jahr saniert wird. Zudem können mit dem Pfeffersport (Handball und Basketball) und dem SV Berliner Brauereien (Badminton) zwei Vereine ihre bisher über Pankow verteilten Angebote an einem Standort bündeln. **Warum ist das wichtig?** Wer schon einmal sein Kind aus dem Prenzlauer Berg bis nach Hohenschönhausen zum Sport kutschiert hat, der weiß: Wir nehmen jede nahegelegene neue Sportstätte, die wir kriegen können. Oder, wie es Christoph Pisarz vom Pfeffersport formuliert: “Mit der Bonhoeffer-Sporthalle erhalten wir eine Halle, mit der wir im Kiez Kinder und Jugendliche sportlich motivieren können. Gruppen, die von Sanierungen anderer Hallen betroffen sind und seit Jahren in Ausweichhallen mehr schlecht als recht wöchentlich trainieren, können wir nun eine bessere Perspektive geben. Wir sind ein Breitensportverein, einer der größten Kinder-, Jugend- und Inklusionssportvereine, der sich über jede positive Entwicklung und weitere Sportstätte freut.“ --- > “Wann wird die Schwedter Str (zwischen Kastanienallee und Bernauer) zur Fahrradstraße? Beschlossen ist es wohl schon seit langem”, fragt Barbara. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/781f2458-b0ac-4e0b-9b4d-32519eb9c6d4/uploads/images/tcslal5otf/Schwedter.jpeg) **Worum geht's?** Die Schwedter Straße wird zwischen Oderberger und Choriner Straße zur Fahrradstraße umgebaut. In einem ersten Schritt wurde dafür seit Anfang Oktober zwischen Choriner und Kastanienallee der Asphalt ausgebessert und Markierungen aufgemalt. Bis Mitte November folgen nun Schilder, Poller und Radbügel, heißt es aus dem zuständigen Bezirksamt Mitte. Der Rest der Strecke bis hoch zur Bernauer wird wegen Winter erst im Frühjahr umgestaltet. Mit dem Umbau zur Fahrradstraße sollen auch 180 neue Radstellplätze entstehen und Fußgänger:innen dank Markierungen an den Kreuzungen sicherer über die Straße kommen. **Warum ist das wichtig?** In Fahrradstraßen haben Fahrradfahrer:innen Vorrang. Die Idee ist, dass sich über die ganze Stadt ein Netz solcher Straßen legt, sodass man auf dem Rad sicherer unterwegs ist als eingeklemmt zwischen Tramschienen und SUVs auf den Hauptverkehrsadern. Bislang hat dieses Netz jedoch vor allem eins: große Lücken. Den Bezirken fehlt das Geld für Planung und Umsetzung, und dem Senat der politische Wille, das zu ändern. Die Schwedter Straße schließt nun das Loch zwischen der Fahrradstraße Choriner Straße und dem Mauerpark sowie der Bernauer Straße mit ihrem okayen Radweg. --- Ihr habt auch eine Frage, ein Thema, eine Anregung? Schreibt mir an [redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de](mailto:redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de) oder hinterlasst eine Nachricht in unserem --- ### Machen - 15.11., 22 Uhr: Eineinhalb Stunden Doku **“Prenzlauer Berg und Pankow in drei Jahrzehnten”** (genauer: 1960er, 70er und 80er) im RBB (und danach in der Mediathek) ([mehr](https://www.rbb-online.de/fernsehen/programm/15%5F11%5F2024/1924618.html?ref=loky.news#:~:text=In%20%E2%80%9EBerlin%20erleben%E2%80%9C%20geht%20es,werden%20sollen%2C%20protestieren%20die%20Berliner.)). - 16./17.11: Filme aus und über Pankow in der Reihe **“Pankow im Kino”** in der Brotfabrik([mehr](https://www.visitberlin.de/de/event/pankow-im-kino-ii-filmreihe-im-brotfabrikkino?ref=loky.news#:~:text=%22Pankow%20im%20Kino%22%20ist%20ein,das%20B%C3%BCro%20f%C3%BCr%20Wirtschaftsf%C3%B6rderung%20Pankow.&text=Nach%20dem%20gleichnamigen%20Roman%20von%20Wolf%20Durian.)). - 16./17.11: Nachhaltige Produkte und entsprechendes, ökologisch korrektes Begleitprogramm beim **Heldenmarkt**im Loewe Saal in Moabit ([mehr](https://www.heldenmarkt.eco/messen/berlin-2024/?ref=loky.news)). - Bis 17.11.: Die Stiftung Pfefferberg feiert 25-jähriges Bestehen mit Ausstellung und **Führung über den Pfefferberg** (15.11., 15 Uhr) ([mehr](https://stiftung-pfefferwerk.org/?ref=loky.news)). - Bis 22.11: Berlin feiert **Märchentage**, in Pankow bilingual ([mehr](https://www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow/aktuelles/veranstaltungen/artikel.1494734.php?ref=loky.news)). - Bis 30.11.: Ausstellung **“Ist die Wende zu Ende? Ausstellung, Erinnerung, Gespräche"** mit Begleitprogramm in der Kulturmarkthalle ([mehr](https://www.solidaritaetsgeschichten.de/ist-die-wende-zu-ende/station-7-berlin-neu/?ref=loky.news)). --- Habt eine gute Zeit und bis bald, Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-News mit Mauerfall, Bionade und Tofu-Rezepten von Johann Lafer URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-mauerfall-bionade-und-tofu-rezepten-von-johann-lafer/ Last updated: 2025-01-07T17:52:56.000Z Liebe alle. Ja, ich weiß. Wenn es am heutigen Morgen etwas nicht braucht, dann ist es ~~noch eine Analyse über die Beweggründe unseres bisherigen Finanzministers / noch eine Meinung zur US-Wahl~~ /ein weiterer pathosgeladener Bericht einer Journalistin über ihre persönlichen Erinnerungen an den 9\. November vor 35 Jahren, als sie im Schlafanzug vor dem Fernseher saß und die Eltern aufgeregt darüber diskutierten, ob man sofort nach Berlin fahren müsse oder doch bis zum Wochenende warten? Morgen war schließlich noch ein Werktag. Keine Sorge: Das erspare ich euch. Und erzähle stattdessen lieber die Geschichte meiner Nachbarin, die es dem Prenzlauer-Berg-Klischee gemäß gar nicht geben dürfte. Schließlich zog sie 1948 in unser Haus, das zu diesem Zeitpunkt zur Hälfte noch Bombenruine war. Im Sommer ist sie 99 Jahre alt geworden und erträgt mit einer mit diesem Alter erworbenen Geduld, dass ich mich ab und an in ihre Küche setze und sie bitte, Daten aus dem Geschichtsbuch mit ihren Anekdoten zum Leben zu erwecken. Beginn des Zweiten Weltkriegs? Beim Baden im Strandbad Wannsee erfuhr sie, dass Großbritannien Deutschland den Krieg erklärt hatte. Die jungen Männer, die aufgeregt die aktuelle Entwicklung diskutierten, verschwanden kurz darauf, oft für immer, an der Front. Bombenangriffe? Verbrachte sie lieber in der Wohnung statt im Keller, damit ihr der SA-Mann von unten nicht wieder unter den Rock zu fassen versuchte. Währungsreform? War problematisch, weil sie mit ihrem Ost-Geld die Straßenbahn zur Verwandtschaft im Westteil nicht mehr zahlen konnte. Der Abend des 9\. November 1989? Da schwappte die Aufregung um die Menschenansammlung vor dem Grenzübergang Bornholmer Straße durch das Haus, das in Spuckweite zu eben diesem liegt. Mit dem Vorhaben, einmal zum Kudamm, habe sich die Hausgemeinschaft der Menge angeschlossen, die über die Grenze drängte. „Da standen fünf Grenzer. Wie hätten die uns aufhalten können?“, sagt sie, und ich sage nicht, dass mir da schon Möglichkeiten einfielen, die in Budapest, Prag und Peking bereits erprobt worden waren. Dieser Tage feiern wir den 35\. Jahrestag dieser Nacht, die für mich mit dem seltsamen Gefühl einhergeht, das wir Ehrfurcht nennen, und zwar gegenüber der Tatsache: Das ist hier passiert. Hier wurde der erste Grenzübergang geöffnet. Hier formte und engagierte sich über viele Jahre die Opposition, die erfolgreich eine der wenigen friedlichen Revolutionen der Menschheitsgeschichte umsetzte. Hier trafen sich Umweltbewusste in der Zionskirche, hielten Bürgerrechtler:innen in der Gethsemanekirche ihre Mahnwachen, hier druckten und verteilten Menschen Untergrund-Zeitungen im Bewusstsein, dass im nächsten Moment die Stasi durch die Tür kommen und alle mitnehmen könnte. Kurz: Am Prenzlauer Berg kristallisierten sich Menschen mit der Vorstellungsgabe, dass es auch anders sein könnte. Und zwar nicht das Anders, von dem AfD und Konsorten immer warnen, und das Veränderung mit Verschlechterung und Angst gleichsetzt. Sondern das Anders, das Hoffnung verheißt. Zur Wahrheit gehört, dass viele der damaligen Oppositionellen sich eine Zukunft wünschten, die weniger D-Mark, weniger Kapitalismus, weniger Neoliberalismus beinhaltete, als sie dann bekamen. Und dass wir viel zu spät begonnen haben, das anzuerkennen und darüber zu sprechen. Aber ich kenne niemanden, der damals dabei war und heute sagt: Wären wir mal besser zu Hause geblieben und hätten uns mit einem Leben hinter der Mauer arrangiert. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/7464cf9b-5f9e-4179-acfa-8b07258bf12d/uploads/images/lcugprtusa/1024px-Gleimstra_e_Schwedterstra_e.jpg) *Früher Mauer, heute Park, am 1\. April 1990 (Foto: Gerd Danigel ,* [*ddr-fotograf.de*](http://ddr-fotograf.de/?ref=loky.news)*,* [*CC BY-SA 4.0*](https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0?ref=loky.news) *via Wikimedia Commons)* Es folgten wilde Jahre des Umbruchs, in denen die Prenzlauer Berger:innen aus dem Osten in die Welt und alternative Westler:innen in den Prenzlauer Berg drängten. Dass sich manche Hausbesetzer:innen (Ost) von ihren BRD-Kolleg:innen verdrängt und bevormundet fühlten, zeigt, dass hier schon früh die Konflikte ausgefochten werden mussten, die lange Zeit unter „Wir sind doch alle deutsch. Wo ist das Problem?“ abgebügelt wurden und uns aktuell auf die Füße zu fallen drohen. Wer sich für die vielen Schichten interessiert, die hinter dem Wort „Wiedervereinigung“ stecken, sollte mit gefrusteten Prenzlauer Berger:innen sprechen, die sich von Porschefahrenden nach Marzahn verdrängt fühlen. Mit glücklichen DDR-Bürgerrechtler:innen, die sich bis heute daran erfreuen, sanierte Wohnungen mit Klo und Gasetagenheizung zu haben. Mit dankbaren Wessis, die ihr Leben in Prenzlauer Berg dem Mauerfall verdanken und nun wiederum Angst haben, im Wohnungskampf gegenüber hinzuziehenden Google-Mitarbeiter:innen den Kürzeren zu ziehen, die 2.000 Euro kalt im Vergleich zur Bay Area für ein Schnäppchen halten. Mit den Jahren formte sich dabei das Biotop, dem Zeit-Autor Henning Sußebach 2007 als [„Bionade Biedermeier” ](https://www.zeit.de/2007/46/D18-PrenzlauerBerg-46?ref=loky.news)ein textliches Denkmal setzte. Die ganze Republik lachte damals über Väter, die ihren skandiavisch benamten Nachwuchs mit dem Lastenrad aus der Kita holten. Über Kinder, die ihren Babychino in vegan bestellten. Über Besserverdiener:innen in ausgebauten Dachgeschosswohnungen mit Ökokisten-Abo und einer Vorstellung von Arbeit, die vormittags im Café absolviert werden konnte, und die den Begriff „Schwabenhass“ auch deshalb diskriminierend fanden, weil er Schwabinnen nur mitmeinte. ![](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/wp-content/uploads/2017/06/KC3A4the.jpg) *Spätzle-Anschlag aufs Kollwitz-Denkmal: Humorlevel anno 2013\. (Foto: PBN)* Seit ein paar Wochen stapeln sich im deutschen Internet Texte, die den Abgesang auf diese Jahre anstimmen. Die Party sei vorbei, seitdem es in der Ukraine Krieg, in Thüringen Björn Höcke und in Prenzlauer Berg wieder Kita-Plätze gebe, so die Argumentation. Dabei schwingt mit, der Prenzlauer Berg habe seine Innovationskraft verloren. Wer sich hier heute noch die Mieten leisten kann, der (oder die) ist angekommen und will nirgendwo mehr hin. Ich mag diesen Zynismus nicht, zumal ich ihn jeden Tag im Kleinen, nicht nur in der Küche meiner Nachbarin, widerlegt sehe. Vielmehr ist die Bionade mittlerweile bis in den letzten Winkel der deutschen Provinz geschwappt: Im Deutschlandfunk wird gegendert. Unterfränkische Maschinenbaufirmen setzen auf die Vier-Tage-Woche. Johann Lafer empfiehlt Rezepte mit Tofu. Aus Vision wurde Selbstverständlichkeit. Klingt nach Ende der Geschichte. Aber das ist ja, [wie wir wissen,](https://de.wikipedia.org/wiki/Ende%5Fder%5FGeschichte?ref=loky.news) nicht erreicht. Im Herbst 1989 galt es, etwas zu erreichen. Im Herbst 2024 gilt es, etwas zu verteidigen. Geschichte passiert nicht irgendwo, sondern immer auch hier. --- ### Wissen Knapp 100 Niststätten von Spatzen **stoppen den Abriss des Jahn-Sportparks** – zumindest vorerst. Das Berliner Verwaltungsgericht hat am Montag [dem Eilantrag der NaturFreunde Berlin](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/e3e206cd-7c69-4e35-9e2a-541c9569b519?ref=loky.news) recht gegeben, die in einem Teil der alten Stadionbauten erhaltenswerte Lebensräume bedrohter Tiere sehen. Die für den Abriss zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung habe den Spatzen zwar ein paar Ausweichquartiere in Form von Nistkästen zur Verfügung gestellt, so das Gericht. Aber nicht genug. Das wolle man nun nachholen, erklärt der Sprecher der Senatsverwaltung, Martin Pallgen. Er hoffe, das in den kommenden zwei Wochen klären zu können. Dann bliebe man nämlich im Abriss-Zeitplan. Aktuell werden in Jahnstadion Innenbauten demontiert. Für diese Arbeiten ist der aktuelle Gerichtsbeschluss egal. In zwei Wochen soll es aber draußen weitergehen, und bis dahin möchte man das Gericht davon überzeugen, nun genug für den Spatzenschutz zu tun. --- ### Machen - 7.11., 19.30 Uhr: Gesprächsabend mit den **Ost- bzw. West-Berliner Alltags-Fotografen Harald Hauswald und Gottfried Schenk** im Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Eintritt frei ([mehr](https://www.berlin.de/tickets/bildung-vortraege/geschichte-wird-gemacht-es-geht-voran-e84c00bf-acee-44d2-9d70-b9edd4e830ab/?ref=loky.news)). - 9.11., 15 bzw 17 Uhr: Rüdiger von Fritsch liest aus **“Endspiel 1974 – Eine Flucht in Deutschland”**, Flix aus **“Da war mal was...”** in der Bibliothek am Wasserturm, Eintritt frei ([mehr](https://www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow/bibliotheken/bibliothek-am-wasserturm/veranstaltungen/?ref=loky.news#headline%5F1%5F87)). - 9.11., 16 Uhr: Vernissage der Fotoausstellung von Rolf Zöllner mit Bildern des **Mauerparks “Vom Ort der Trennung zum Ort der Begegnung”** im Vereinhaus Blumenwunder ([mehr](https://www.mauerpark.info/2024/10/ausstellung-30-jahre-mauerpark/?ref=loky.news)). - 9.11., 19 Uhr: Wie jedes Jahr treffen sich die beiden **Bürgermeisterinnen aus Pankow und Mitte an der Bösebrücke** und trinken Sekt ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1500111.php?ref=loky.news#:~:text=Dieses%20Ereignis%20war%20seither%20f%C3%BCr,und%20ins%20Gespr%C3%A4ch%20zu%20kommen.)). - 9./10.11.: Sechs Stunden Kurzfilme plus Gespräche mit Zeitzeug:innen beim **Mauerfilmfest im Colosseum**. Sonntag spezielles Programm für Kinder und Jugendliche. Eintritt frei ([mehr](https://www.mauerfilm.berlin/?ref=loky.news)). --- Liebe Grüße und auf bald, Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-News ohne Witze über nackte Tatsachen URL: https://www.loky.news/pbn-news-ohne-witze-uber-nackte-tatsachen/ Last updated: 2025-01-07T17:47:11.000Z # Good Morning Prenzlauer Berg! Als Lokalpolitiker:in hat man es auch nicht leicht. Da beschäftigt man sich wochenlang bis ins kleinste Detail mit dem Pankower Haushalt und dem Versuch, dort 21 Millionen Euro einzusparen, wo eh kaum noch was ist ([mehr dazu hier](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/04d41d10-81eb-42a9-a17a-7b7fbe2cfb90?ref=loky.news)). Und was bekommt man am Ende? Die Schlagzeile: **“Pankow hat Haushalt und Sanierungskonzept verabschiedet.”** Herzlichen Glückwunsch bzw. sorry, Leute! Vergangenen Donnerstag war es soweit, und damit unzählige Fachausschusssitzungen und Fraktionsdebatten nicht komplett unerzählt bleiben, sei hier noch ergänzt, dass die Bezirksverordneten zwar verabschiedeten, aber vorher auch kritisierten und anmahnten, etwa den Personalabbau in Zeiten des Personalmangels und das Verschieben von Sanierungsprojekten, während uns die Infrastruktur bereits unterm Arsch wegbröckelt (meine Worte). Oder, wie unsere Koalition auf Landesebene sagt: “Das Beste für Berlin”. Und damit zu einem zugegebenermaßen wilden Themenmix. Aber ihr habt es so gewollt, sind schließlich: --- ### Eure Themen > "Beim Laufen im Volkspark Friedrichshain bin ich schon mehrmals (einem) Exhibitionisten begegnet. Ich finde es bedenklich, dass so viele an dem Typen einfach vorbeilaufen und die nachfolgenden Frauen nicht mal warnen", berichtet Ulrike. **Worum geht's?** Im Volkspark Friedrichshain stehen besonders im Bereich der Sportgeräte nahe der Danziger Straße Männer mit runtergelassener Hose im Gebüsch und holen sich einen runter, während Menschen an ihnen vorbeijoggen. Die Polizei Berlin berichtet von 15 erfassten Straftaten in den vergangenen 12 Monaten. Es scheint aber nicht jeder Vorfall zur Anzeige gebracht zu werden. **Warum ist das wichtig?** Exhibitionismus ist nicht lustig. Zum einen wird die Situation an sich oft als bedrohlich empfunden und kann zur Folge haben, dass Betroffene solche Orte meiden. Der für alle offene Park wird so für manche zur No-Go-Area, aus Selbstschutz. Zum anderen gibt es Bedenken, dass Exhibitionismus der Einstieg in schwerere Sexualdelikte sein könnte. **Was sagen die Verantwortlichen?** “Dem Exhibitionisten oder der Exhibitionistin ist nicht immer nachzuweisen, ob er oder sie seine oder ihre Tathandlung mit dem Ziel der eigenen sexuellen Erregung begeht oder ob die Freude am erzeugten Ärgernis bzw. der erzeugten Verunsicherung anderer Menschen im Vordergrund steht”, heißt es aus der Pressestelle der Berliner Polizei. Meist seien die Leute eher Wiederholungstäter:innen, als dass sie sich zu Sexualstraftäter:innen entwickelten. Als Reaktion auf die Vorfälle hat die Polizei vorübergehend ihre Präsenz im Park erhöht, um das Sicherheitsgefühl der Parkbesucher:innen zu erhöhen und zudem schneller ansprechbar zu sein. **Wie ist die Rechtslage?** “Ein Mann, der eine andere Person durch eine exhibitionistische Handlung belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft”, heißt es im [Strafgesetzbuch](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/%5F%5F183.html?ref=loky.news). Dass dort nur Männer erwähnt werden, bedeutet nicht, dass es nicht auch Exhibitionistinnen gibt, die ebenfalls mit juristischen Konsequenzen zu rechnen haben. Die Polizei gendert in ihrer Antwort also nicht ohne Grund. Solche Fälle kommen allerdings quasi nie zur Anzeige. Pauschal wird männlicher Exhibitionismus wohl eher als Bedrohung wahrgenommen, während wir entblößte Frauen aus der Werbung für Sonnencreme und vom Focus-Cover zum Thema Rückenschmerzen kennen. **Was können Betroffene tun?** Die Polizei rät, in jedem Fall so schnell wie möglich 110 zu wählen. Dabei gilt jedoch: Eigene Sicherheit first! Statt Konfrontation also lieber erstmal ignorieren, weggehen und dann zum Handy greifen. --- > “Der neue Spielplatz am nördlichen Ende des Mauerparks ist mir ein Rätsel: Zum einen blieb er viele Wochen nach Eröffnung großteils abgesperrt. Zum anderen gilt er als barrierefrei, doch eine der Rampen endet kurz vor einer Säule. Was ist da los?", fragt Anna. **Worum geht's?** Monatelang war der nördliche Mauerpark Baustelle, bevor im August feierlich die Fertigstellung dieses Bauabschnitts zelebriert wurde. Doch die meisten Spielgeräte des neuen Spielplatzes blieben erstmal abgeriegelt. Erst seit vergangener Woche ist alles zugänglich. Zudem endet die abschüssige Rampe eines der barrierefreien Klettergerüste tatsächlich vor der Säule des dort rumstehenden Pavillons. Kinder in Rollstühlen oder auf Laufrädern sollten also nicht zu schwungvoll dort runtersausen. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/38386cb0-cb85-45a7-93cc-57694017b7c6/uploads/images/4lld5t6ulq/Saule2.jpeg) **Warum ist das wichtig?** Zunächst mal ist es schlichtweg gefährlich, wenn ein barrierefreier Spielplatz nicht barrierefrei ist und Eltern ihre Kinder dort nicht unbesorgt spielen lassen können. Zudem hatte sich die verantwortliche Grün Berlin zur Eröffnung im August in der Pressemitteilung selbst gelobt, die Fläche stehe Besucher:innen “in vollem Umfang zur Verfügung – mehrere Monate früher als ursprünglich geplant.” Da darf man schon mal kritisch nachfragen. **Was sagen die Verantwortlichen?** “Alle Elemente des neuen Spielplatzes wurden und werden vor Freigabe durch einen unabhängigen Spielplatzprüfer auf der Grundlage entsprechender DIN-Normen geprüft und nur dann freigegeben, wenn von dieser Seite keinerlei Sicherheitsbedenken vorliegen”, heißt es aus der Pressestelle von Grün Berlin. Der Hinweis mit dem Pfeiler werde aber dennoch ernst genommen und der Bereich noch einmal überprüft. Die Potemkinsche Eröffnung wird mit mehreren Bauabschnitten erklärt, die wiederum in Teilbereiche gegliedert seien, um die Einschränkungen für die Besucher:innen möglichst gering zu halten. Als der Hauptteil fertig war, hat man die Arbeiten offiziell für beendet erklärt, obwohl am “Teilbereich zwei”, also dem Spielplatz, noch gearbeitet wurde. **Julianes Kommentar** “Das Beste für Berlin”. --- Du hast auch ein Thema, das dich beschäftigt? Schreib mir an [redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de](mailto:redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de) oder hinterlasse eine Nachricht im --- ### Empfehlungen - Matthias Heine ist nicht nur Redakteur der Zeitung Die Welt, sondern schrieb schon für die PBN, als [Kinderwagen-Poller](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2012/09/25/kinderwagen-nein-danke/?ref=loky.news) und [Schwabenhass](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2011/05/30/toetet-schwaben/?ref=loky.news) hier noch Themen waren. Nun hat er in der Welt einen, wie ich finde, lesenswerten **Abgesang auf den Bionade-Biedermeier in Zeiten zu vieler Kita-Plätze** geschrieben ([Paid](https://www.welt.de/kultur/plus254015944/Geburtenrueckgang-in-Berlin-Das-Ende-von-Prenzlauer-Berg.html?ref=loky.news); für Inhaber:innen eines Bibliotheksausweises bei [Genios ](https://bib-voebb.genios.de/document/WELT%5F%5F836083b00561af8961998740f3873324f43394f0?ZG%5FPORTAL=ALERT&ref=loky.news)nachlesbar). - Durch ein Gespräch mit ihrer Nachbarin während des Corona-Lockdowns kam Amelia Freelander auf die Idee, im Studio besagter Nachbarin im Bötzowkiez einen Podcast zu produzieren. Thema: **Gespräche mit Zeitzeug:innen, die den Zweiten Weltkrieg als Kinder erlebt haben.** Amelia ist Australierin; sie kennt kaum Geschichten über die Geschichte aus deutscher Perspektive. Zudem ist sie Leserin der Prenzlauer Berg Nachrichten und empfiehlt euch, mal reinzuhören, besonders in die beiden Episoden über Ingrid von Oelhafen ([Teil 1](https://www.abc.net.au/listen/programs/the-history-listen/the-history-listen-nazi-lebensborn-germany/104187120?ref=loky.news), [Teil 2](https://www.abc.net.au/listen/programs/the-history-listen/the-history-listen-nazi-lebensborn-germany-ww2/104215346?ref=loky.news), beide auf Englisch). --- ### Machen - Bis 29.10.: **Filmfest FrauenWelten** im Kino in der Kulturbrauerei ([mehr](https://filmfest-frauenwelten.de/tickets-location/?ref=loky.news)). - 30.10., 18 Uhr: Gesellschaftspolitischer Salon **"Frieden schaffen mit mehr Waffen?** – Welche Friedensstrategien gibt es in kriegerischen Konflikten?" in der Kulturmarkthalle ([mehr](https://www.kulturmarkthalle.berlin/event-details/frieden-schaffen-mit-mehr-waffen?ref=loky.news)). - 2.11., ab 11 Uhr: **Meet & Greet mit der Autorin Ulrike Sterblich** in der Buchhandlung Die Insel ([mehr](https://insel-buchladen.buchkatalog.de/Veranstaltungen?ref=loky.news)). - 6.11., 19:30-21:30 Uhr: **Kiezwerkstatt für Gewerbetreibende zu Kiezblocks** in Winsviertel, Bötzowkiez und Grüner Stadt. **Anmeldung bis 30.10.** ([mehr](https://mein.berlin.de/projekte/kiezblocks-pankow/?initialSlide=7&ref=loky.news)). - Bis 13.11.: **Mehr Sichtbarkeit für Künstlerinnen** will die neue Ausstellung “Visionen” in der Galerie Parterre ([mehr](https://galerieparterre.de/ausstellung.php?id=77&ref=loky.news)). --- Das war es für diese Woche. Für die kommende ist eine kleine Herbstferienpause geplant. Macht’s gut und bis in Bälde, Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-News mit Presslufthammer, Brückenbau-Roulette und Ringbahn-Pause URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-presslufthammer-bruckenbau-roulette-und-ringbahn-pause/ Last updated: 2025-01-07T18:04:44.000Z _This post is for subscribers only._ ### PBN-News mit Fledermäusen, Nicht-Salami und zu trainierenden Hunden URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-fledermausen-nicht-salami-und-zu-trainierenden-hunden/ Last updated: 2025-01-06T19:59:11.000Z # Hallo und herzlich willkommen zu einer Woche, über die ich (Stand Mittwoch) gerne schreiben möchte: SHOWDOWN AM JAHN-SPORTPARK! Als ich am Montag obiges Foto von den ersten Baucontainern schoss, war der Beginn der Abrissarbeiten zwar für den Wochenstart angekündigt. Doch zu sehen war nüschte. Nachmittags machte dann die [Meldung](https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2024/10/berlin-friedrich-ludwig-jahn-sportpark-stadion-abriss-eil-antrag-naturschutz-senat.html?ref=loky.news) die Runde, dass ein Verein namens NaturFreunde Berlin per Eilantrag den Abriss stoppen wolle, weil dieser über 350 Nistplätze von Fledermäusen und Vögeln zerstöre. Doch das zuständige Berliner Verwaltungsgericht schrieb noch Dienstagabend: Hier ist nichts eingegangen. Derweil hatten am Morgen die Bagger [ihre Arbeit aufgenommen.](https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2024/10/berlin-abriss-friedrich-ludwig-jahn-stadion-prenzlauer-berg.html?ref=loky.news) Am Mittwochfrüh telefonierte ich dann mit Uwe Hiksch von den NaturFreunden. Er sagte: - Antrag ging erst Dienstagabend raus, weil die Voraussetzung für einen solchen Eilantrag sei, dass die zu stoppenden Abrissarbeiten bereits liefen. - Natürlich hätte man die Sache mit den Fledermäusen schon vorher auf dem Zettel gehabt. Allerdings könne die Bearbeitung eines normalen Einspruchs in Berlin Jahre dauern. Daher läuft es nun über die Dringlichkeits-Schiene. - Neben der Sache mit den Fledermäusen sei es auch nicht ganz korrekt, schon mit dem Abriss zu beginnen, während der Bebauungsplan noch nicht in komplett trockenen Tüchern sei. Das habe man nun gleich mit angemahnt. Kurz darauf schrieb auch das Verwaltungsgericht: Antrag liegt vor und wird nun bearbeitet. Hätten die NaturFreunde Erfolg, könnte sich der ganze Prozess um ein Jahr verzögern. Puh. Wir bleiben dran und liefern noch kurz ein paar Hintergrundinfos für alle, die über die Jahre vergessen haben, worum es hier eigentlich geht: - Der Jahn-Sportpark soll als inklusive, barrierefreie Version neu gebaut werden. Die Kosten dafür sind zuletzt auf über 180 Millionen Euro explodiert. - Das hat den eh schon vorhandenen Gegenwind noch einmal befeuert. Er weht von [Pankows grüner Bürgermeisterin](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2024/08/berlin-prenzlauer-berg-jahn-stadion-abriss-haushalt.html?ref=loky.news)bis hin zu über 14.000 Leuten, die eine [Petition](https://weact.campact.de/petitions/kein-abriss-des-friedrich-ludwig-jahn-stadions-1?ref=loky.news) gegen den Abriss unterschrieben haben. - Doch es gibt auch Gegenstimmen. Mobil macht etwa der Sportverein Rotation Berlin, der eine inklusive, moderne Trainingsstätte will und dafür u.a. am Freitag, 11.10\. um 17 Uhr [zur Demo aufruft](https://www.rotationhockey.de/sport-braucht-platz-und-inklusion-braucht-raum-jahn-sportpark-jetzt/?ref=loky.news). --- Themen wie der Jahn-Sportpark oder der [desolate Pankower Haushalt ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/04d41d10-81eb-42a9-a17a-7b7fbe2cfb90?ref=loky.news)sind das eine, was gut zu wissen ist über den eigenen Kiez – und damit Zuhause. Davon erfahre ich für euch in Pressemitteilungen, den tiefen Abgründen von berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung sowie sonstwo (Quelle: Internet). Zu einem richtig guten lokalen Info-Angebot gehört aber auch das, was wir Journalist:innen in Ressorts mit lustigen Namen wie “Stadtgespräch” oder “Land und Leute” zusammenzufassen versuchen: der neue Unverpacktladen, das coole Periodenunterwäsche-Startup oder (mein All-Time-Favourite in dieser Kategorie) die Frage, warum es nachts nahe Bösebrücke [eigentlich immer so laut knallt?](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2013/10/25/the-big-bang-theory/?ref=loky.news) Für diese Themen brauchen wir eure Unterstützung. Was wisst ihr, was andere auch interessieren könnte? Was machen ihr oder eure Freund:innen Cooles, das mehr Aufmerksamkeit verdient? Oder was wolltet ihr schon immer über Prenzlauer Berg wissen? Schreibt mir an [redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de](mailto:redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de) oder werft eine Botschaft in unseren Briefkasten: Als eure Servicekraft habe ich euch drei Beispiele mitgebracht, was solche Themen sein könnten. --- ### Wissen/Machen/Reden ### Keine Fleischerei ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/e6bd8bab-41c7-4aa5-a2d4-3ae11604cdba/uploads/images/36tev7xxhm/DVFB_1.jpeg) Keine-Salami. Keine-Bratwurst. Kein-Sauerbraten. In Prenzlauer Berg ist das Konzept der veganen Ersatzstoffe so altbekannt wie Matcha Latte und Overnight Oats. 2011 startete hier mit Veganz der erste vegane Supermarkt Europas, 2017 folgte die Vetzgerei als erste vegane Metzgerei Deutschlands. Die hat aber [im März ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/a0a1d9e1-820a-4bb2-a1b7-759637270f12?ref=loky.news)dicht gemacht. Nun eröffnet am Samstag, 12.10\. in der Kastanienallee 40 die **Vegane Fleischerei** ihre erste Filiale in Berlin. Mitgründer Simon Basaglia hat früher bei der Vetzerei gearbeitet und glaubt an Konzept und ökonomischen Erfolg. Seine Nicht-Wurst bezieht er aus Dresden, wo die Marke [Vegane Fleischerei](https://vegane-fleischerei.de/?ref=loky.news) ihren Hauptsitz hat und aus dem Üblichen (Seitan, Erbsenprotein, Tofu & Co.) vor Ort und per Hand etwas schafft, das genauso schmecken soll wie das Echt-Fleisch-Original. Zu kaufen gibt es das aus der Kühltheke für zuhause sowie als Kein-Pastrami-Sandwich oder Keine-Leberkäs-Semmel für auf die Hand. [Vegane Fleischerei](https://www.instagram.com/vegane%5Ffleischerei%5Fberlin?igsh=NmZhczJucnpmdzFt&ref=loky.news)*, Kastanienallee 40, Eröffnung am 12.10., 11-19 Uhr* --- ### Bewegte und bewegende Bilder ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/e6bd8bab-41c7-4aa5-a2d4-3ae11604cdba/uploads/images/onolbw4szt/UWD_(Until_We_Die)_von_Brigitte_Poupart_und_Myriam_Verreault__Kanada_2023.jpg) Hätten Sie es gewusst? Schon seit 2007 hat ein **internationales Filmfestival** in Prenzlauer Berg seine Heimat. Es hört auf den etwas sperrigen Namen Pool – Movement Art Film Festival Berlin. Freund:innen dürfen aber auch Pool sagen. An vier Abenden gibt es, jeweils um 19 Uhr und für ca. eine Stunde, bis zu neun Kurzfilme zu sehen, die Menschen und Dinge in Bewegung zeigen. Das können eine Tänzerin zwischen Fußballspielern auf einem Bolzplatz in Paris, ein 23-Stockwerke-Lauf oder eine Gruppe kleiner Vögel auf Island sein (die künstlerische Leiterin Sarah Möller und ich diskutierten länger, ob es Spatzen seien, aber das Internet sagt, die seien so hoch im Norden nicht heimisch. Also sind es vielleicht Wiesenpieper oder Schneeammer). Sarah ist wichtig: Pool ist nicht (nur) was für Tanz-Fans, sondern für alle, die gerne ins Kino gehen und Denkanstöße zu den großen (Was ist meine sexuelle Identität?) und kleinen (Sind das Spatzen?) Fragen des Lebens zu schätzen wissen. Nach jedem Screening gibt es Souper und Austausch mit den anwesenden Künstler:innen. Nachmittags ist kostenlos eine Videoinstallation zu bewundern. *Pool – Movement Art Film Festival Berlin, 16\. bis 19\. Oktober im Dock11, Kastanienallee 79, Tickets 15 Euro,* [*Programm*](https://pool-festival.de/?ref=loky.news)*.* --- ### Extrem hoch ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/e6bd8bab-41c7-4aa5-a2d4-3ae11604cdba/uploads/images/ulc2vbm5w7/Sportpark_Highline_2.jpeg) Moment? Ist das da ein Fleck auf dem Bildschirm oder tatsächlich ein Mensch zwischen zwei Flutlichtmasten des Jahnstadions? Letzteres. Mitglieder des Slackline Berlin e.V. haben dort zwei 150 und 210 Meter lange Highlines zum drauf Rumlaufen und dabei bestaunt Werden gespannt. Mittlerweile ist das zwar schon eineinhalb Wochen her, aber spektakulär sind die Bilder (von Daniel Neumann) auch heute noch. Und das nicht nur, weil das Stadion noch steht (\*Zwinkersmiley\*). ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/e6bd8bab-41c7-4aa5-a2d4-3ae11604cdba/uploads/images/vwxxz7rtpi/Sportpark_Highline.jpeg) --- ### Machen 2 - 7.-13.10.: **Woche der offenen Tür im Stadtteilzentrum Prenzlauer Berg** mit Programm von Krabbelgruppe bis Senior:innen-Theater ([mehr](https://stz-prenzlauerberg.pfefferwerk.de/angebot/eine-woche-voller-bunter-aktionen-woche-der-offenen-tuer/?ref=loky.news)). - 11.-16.10.: Das **Fratz Theater- und Tanzfestival für Kinder** bis 6 Jahre gastiert u.a. im Theater o.N. ([mehr](https://www.fratz-festival.de/startseite/?ref=loky.news)). - 16.-27.10.: **Kostenlose Hundetrainings** zu fünf unterschiedlichen Themen im Mauerpark ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1491927.php?ref=loky.news)). - 19./20.10.: **Mit Vergnügungspark im Colosseum:** Zwei Tage Festival mit Musik (u.a. Betterov, Enno Bunger, Anaïs), Tanz (u.a. DJ Lars Eidinger) und Lesungen (u.a. Notes of Berlin/Joab Nist) der Mit-Vergnügen-Macher:innen. Noch gibt es Tickets ([mehr](https://www.colosseumberlin.com/details-registrierung/mit-vergnugungspark-das-vergnugteste-festival-aller-zeiten?ref=loky.news)). --- Euch eine gute Zeit und bis bald (ich freue mich über Post!), Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-News ohne Verpackung, aber mit Dinos und neuen Namen URL: https://www.loky.news/pbn-news-ohne-verpackung-aber-mit-dinos-und-neuen-namen/ Last updated: 2025-01-06T19:55:47.000Z _This post is for paying subscribers only._ ### PBN-News mit Sparen, bis es quietscht (again) URL: https://www.loky.news/pbn-news-mit-sparen-bis-es-quietscht-again/ Last updated: 2025-01-06T19:51:58.000Z _This post is for subscribers only._ ### Noch-mehr-Öko-Markt URL: https://www.loky.news/noch-mehr-oko-markt/ Last updated: 2025-03-19T14:54:54.000Z ### Worum geht's? Die Grüne Liga geht das Problem der Einwegverpackungen auf Märkten an. Los geht es am Donnerstag, 26\. September auf dem Öko-Markt am Kollwitzplatz. An einem Info-Stand werden Besucher:innen aufgeklärt, dass sie Brot, Käse und Gemüse auch in mitgebrachten Beuteln und Dosen nach Hause tragen könnten. Zudem wird eine mobile Spülmaschine aufgebaut, um zu testen, ob Kaffee und Bratwurst nicht auch mit Mehrweggeschirr verzehrt und dieses im laufenden Marktbetrieb gespült werden kann. In den kommenden Monaten sollen die Markttreibenden motiviert werden, sich für Mehrweglösungen zusammenzutun. Was Cafés und Recup können, können Berlins Martkttreibende schon lange, so die Idee. ### Warum ist das wichtig? Auf dem Öko-Markt Bio-Gemüse einkaufen ist gut und schön. Aber wirklicher Umweltschutz verlang mehr Engagement, von uns allen. _This post is for subscribers only._ ### The Return of the Prenzlette URL: https://www.loky.news/the-return-of-the-prenzlette/ Last updated: 2025-01-07T16:51:09.000Z _This post is for paying subscribers only._ ### Geschichte kinderleicht URL: https://www.loky.news/geschichte-kinderleicht/ Last updated: 2025-03-19T14:53:28.000Z ## **Worum geht’s?** Meine Tochter ist noch nicht drei. Wir stehen an der Bernauer Straße, sie zeigt auf die Stahlstelen der Mauergedenkstätte und fragt: “Was ist das?” “Das ist kompliziert. Aber schau mal, da kommt die Tram”, sage ich. Wenn man nach Sternstunden der Pädagogik sucht: Das war keine. Wann ist man alt genug, um von menschlichen Abgründen zu erfahren? Von Leute, die Mauern bauen, die schießen, die Gaskammern erfinden? Und wie vermittelt man das, ohne den Glauben an die Menschheit zu erschüttern? ## **Warum ist das wichtig?** Kinder sind neugierig und Berlin ist voller Geschichte. Der Mauerpark heißt Mauerpark, weil da die Mauer stand. Der Wasserturmplatz diente der SA 1933 als Konzentrationslager. _This post is for subscribers only._ ### Tote Hose Erdgeschoss URL: https://www.loky.news/tote-hose-erdgeschoss/ Last updated: 2025-03-19T14:52:24.000Z ## **Worum geht’s?** Leer. Leer. Leer. Zu vermieten. Ich leide unter notorischer Neugierde und kann nicht anders, als beim Laufen durch den Kiez in Erdgeschossfenster zu schielen. Aktuell sieht man da recht häufig: nichts. Egal ob große Magistrale oder kleine Nebenstraße, viele Laden- und Büroflächen stehen leer, und das monatelang. ## **Warum ist das wichtig?** Mit ein Grund, weshalb Altbauviertel wie der Prenzlauer Berg so beliebt sind, ist die funktionale Mischung, wie Auskenner:innen sagen. Hier kann man wohnen, arbeiten, einkaufen und sich vergnügen, ohne den Kiez groß verlassen zu müssen. _This post is for subscribers only._ ### PBN-Labor #19 mit Ferienstimmung URL: https://www.loky.news/pbn-labor-19-mit-ferienstimmung/ Last updated: 2025-01-06T19:43:04.000Z # Hallo! Hallo! Hallo?! Ist da noch jemand? Wenn ich die aktuelle Parkplatzsituation bei uns im Kiez richtig deute, lauten die beiden möglichen Antworten darauf “Nö” sowie “Körperlich noch, aber geistig weile ich bereits an einem Sandstrand, in der einen Hand ein kühles Getränk, in der anderen die Taucherbrille. Blöd nur, dass ich in der Zwischenzeit auf Arbeit noch fünf Projekte finalisieren, Mückenspray kaufen und die Pflege der Wellensittiche koordinieren muss.” Um es kurz zu machen: Auch wir sind bereit für die Sommerpause. Ihr macht Urlaub, wir machen Urlaub, und danach lesen wir uns wieder. Allerdings in anderer Form. Wir sprachen ja bereits darüber, dass dieses Labor nur für begrenzte Zeit geöffnet haben soll. In den vergangenen 19 Ausgaben durfte ich viel ausprobieren und ihr habt mitgemacht, abgestimmt und Feedback gegeben. Danke dafür! Das war großartig und hat uns nun an einen Punkt gebracht, an dem wir wissen, wohin wir wollen mit den PBN. Zumindest ungefähr. Nach den Ferien könnt ihr sehen, was wir daraus gemacht haben werden (ein Futur II, das andeutet, warum wir ein wenig Zeit brauchen werden, bis wir wieder loslegen, schon wegen der Technik). Bevor hier der Vorhang fällt, habe ich euch allerdings noch ein paar allerletzte Nachrichtchen aus dem Kiez mitgebracht. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/c3dc55bb-eb3b-4dc0-a9ad-a3fde9e0bb01/uploads/images/2a5jo6ublj/PB_Map.jpg) Das normale Volk ist wieder da. Von Friedrich Merz bis Sahra Wagenknecht erklären sich politisch Handelnde heute für die Stimme der „normalen Bevölkerung“. Aber auf welche Normalität berufen Sie sich dabei? In seinem Essay „Neue Normalisten“ findet Thorsten Holzhauser überraschende Antworten – [jetzt kostenlos zu lesen](https://www.merkur-zeitschrift.de/zeitschrift/newsletter/?ref=loky.news) im Newsletter der Kulturzeitschrift MERKUR. +49 157 738 494 75\. Diese Nummer sollten sich alle merken, die im Mauerpark unterwegs sind und Sorge haben, dor**t Opfer von Diskriminierung oder Gewalt** zu werden. Freitag und Samstag abends lässt sich darüber Hilfe vom sogenannten Awareness-Team rufen, das noch bis mindestens September im Park unterwegs ist, um für ein entspannteres Miteinander zu sorgen ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1466182.php?ref=loky.news)). Für weniger Jugendgewalt setzt sich das Projekt **“Chillen im Park”** ein – ein Sommerferienprogramm mit Workshops zu Graffiti, Selbstverteidigung und Parcour, das die Freunde des Mauerparks auf die Beine gestellt haben. Die erste Runde ist jetzt leider schon vorbei, aber zum Ende der Ferien geht es weiter, z.B. am [30.08\. zum Thema Zivilcourage](https://www.mauerpark.info/zivilcourage/?ref=loky.news) ([mehr](https://www.mauerpark.info/chillen/?ref=loky.news)). Zudem ist die Sanierungs-Karawane im Park nun am **Falkplatz** angekommen. Erstmal wird im Untergrund nach Weltkriegsbomben oder Granaten gesucht. Dann folgen die eigentlichen Bauarbeiten mit neuen Bäumen, neuem Rasen, neuen Sportflächen und der Sanierung der Walross-Plansche. 2026 soll alles fertig sein ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1465666.php?ref=loky.news)). - Das **israelisch-palästinensische Restaurant** Kanaan wurde am Wochenende **verwüstet**. Da nichts gestohlen wurde, gehen die Betreiber von einer politischen Tat aus und sammeln Spenden für Reparaturen ([mehr](https://www.tagesspiegel.de/berlin/mit-widerlichen-taten-geschandet-israelisch-palastinensisches-restaurant-in-berlin-verwustet-12061892.html?bezuggrd=CHP&utm%5Fsource=cp-kurzstrecke)). Kai Wegner hat für Freitag [einen Soli-Besuch angekündigt](https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1470397.php?ref=loky.news). - Der **Gleimtunnel** ist baufällig und denkmalgeschützt. Kein Wunder, dass ihn niemand besitzen mochte. Doch nun hat ein Gericht den für die Instandsetzung verantwortlichen Eigentümer bestimmt. Es ist das Land Berlin. Herzlichen Glückwunsch! ([mehr](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/endgultiges-urteil-ist-da-rechtsstreit-um-gleimtunnel-entschieden-mit-folgen-fur-den-mauerpark-11955437.html?ref=loky.news)) - **Obdachlosigkeit** ist ein wachsendes Problem, auch in Prenzlauer Berg ([unser Text dazu hier](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/c730fe3a-1457-45f0-883e-cfdd95167edb?ref=loky.news)). In Pankow wurden allein in diesem Jahr schon 40 Camps von Wohnungslosen geräumt ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1468210.php?ref=loky.news#:~:text=%C3%9Cber%20die%20Zentrale%20Anlauf%2D%20und,oder%20in%20Gr%C3%BCnanlagen%20dauerhaft%20niederlassen.)). - Statt Kaufhalle und Brunnen-Brache könnte an der **Prenzlauer Allee / Ecke Erich-Weinert-Straße** ein neuer Netto-Markt mit **bis zu 250 Wohnungen** auf dem Dach entstehen. Noch sprechen planerische Vorgaben dagegen, doch der Bezirk ist dran ([mehr](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article406773917/prenzlauer-berg-hunderte-supermarktwohnungen-am-welterbe-kiez.html?ref=loky.news)). - Der neue **Augustiner-Biergarten in der alten Bötzow-Brauerei** ist nun eröffnet ([mehr](https://www.hotelier.de/gastronomie/gaststaettengewerbe/augustiner-biergarten-auf-boetzow-startet?ref=loky.news)). - Für eine Ausstellung suchen die Schönhauser Allee Arcaden und das Colosseum **Fotos von der Schönhauser Allee**zwischen 1955 und 1999\. Wer Bilder einreicht, kann was gewinnen ([mehr](https://www.westfield.com/germany/schoenhauseralleearcaden/news-detail/fotoausstellung-%E2%80%9Eleben-auf-der-sch%C3%B6nhauser-allee%E2%80%9C?ref=loky.news)). - Wer sich zum Abschluss noch einen Überblick über den **Personalmangel im Bezirksamt Pankow** verschaffen möchte, [kann das hier tun.](http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/ka020.asp?KALFDNR=4664&ref=loky.news) Kurzfassung: Doppelt so viele Mitarbeiter:innen wie aktuell vorhanden könnten locker beschäftigt werden. --- Ihr Lieben: Das war’s! Ich wünsche euch einen famosen Sommer und freue mich auf Neustart und Wiedersehen nach den Ferien! Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten, die auch herzlich von Philipp grüßen lässt. ### PBN-Labor #18 mit gähnender Leere URL: https://www.loky.news/pbn-labor-18-mit-gahnender-leere/ Last updated: 2025-01-06T19:40:02.000Z _This post is for paying subscribers only._ ### PBN-Labor #17 mit Kindern, Geschichte und Papa Weidt URL: https://www.loky.news/pbn-labor-17-mit-kindern-geschichte-und-papa-weidt/ Last updated: 2025-01-06T19:35:35.000Z _This post is for paying subscribers only._ ### PBN-Labor #16 mit Kahlschlag, beliebten Schulen und Spinnern URL: https://www.loky.news/pbn-labor-16-mit-kahlschlag-beliebten-schulen-und-spinnern/ Last updated: 2025-01-06T19:30:46.000Z # ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/3a321fbe-8c53-43a2-bbab-b3f6dd0580f8/uploads/images/rwupmi2kv2/PB_Map_16.jpg) Liebe alle, wir hatten euch versprochen, dass dieses Labor irgendwann endet und die PBN in etwas übergehen, das Menschen mit Bausparvertrag “Regelbetrieb” nennen. Nach der Sommerpause im August ist es soweit. Zu den Dingen, die wir mit dem Neustart im Herbst ändern wollen, gehört a) die Übertragung der Design-Verantwortung für obige Karte von Vorschau und mir an mindestens Photoshop-Philipp und b) unsere finanzielle Lage. Manche unter euch zahlen aktuell schon für ihre Mitgliedschaft (ihr seid die Besten, vielen Dank!). In Zukunft wird es für euch wieder exklusive Angebote, also Inhalte, aber auch Events, geben. Was hoffentlich ein Ansporn wird für alle anderen, ebenfalls [Mitglied zu werden](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news#js-publication%5Fplans). Zudem wird es Werbung geben. Wie das aussehen kann, probieren wir in den kommenden Wochen aus. Unser Ziel ist es, dass wir unsere kleine Prenzlette kostendeckend produzieren können. Ihr wollt die Anzeigen nicht nur lesen, sondern selbst welche schalten? Meldet euch gerne bei Philipp unter [schwoerbel@prenzlauerberg-nachrichten.de](mailto:schwoerbel@prenzlauerberg-nachrichten.de) Und jetzt: Inhalte, bitte! Das normale Volk ist wieder da. Von Friedrich Merz bis Sahra Wagenknecht erklären sich politisch Handelnde heute für die Stimme der „normalen Bevölkerung“. Aber auf welche Normalität berufen Sie sich dabei? In seinem Essay „Neue Normalisten“ findet Thorsten Holzhauser überraschende Antworten – [jetzt kostenlos zu lesen](https://www.merkur-zeitschrift.de/zeitschrift/newsletter/?ref=loky.news) im Newsletter der Kulturzeitschrift MERKUR. --- ### Wissen ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/3a321fbe-8c53-43a2-bbab-b3f6dd0580f8/uploads/images/nqqvipavat/Mauerpark.jpg) Wir wissen jetzt, warum unlängst im Mauerpark plötzlich eine **Pappel umgestürzt** ist: der Boden war an der Stelle so verdichtet, dass der Baum keine vernünftigen Wurzeln ausprägen konnte. Zehn weiteren Bäumen geht es genauso, weshalb sie gefällt werden müssen. Neupflanzungen sind geplant ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1460785.php?ref=loky.news)). Ebenfalls am Montag übernahm die BSR offiziell die unendliche Aufgabe der **Müllentsorgung** im Park – zumindest im alten Teil entlang der Schwedter Straße. Damit steigt die Zahl der Parks und Spielplätze in Berlin, deren Sauberkeit nicht länger Bezirkssache ist, auf 237 ([mehr](https://www.bsr.de/bsr-ubernimmt-die-reinigung-weiterer-parks-29536.php?ref=loky.news)). Zudem wurde mittlerweile die große, alte, nun **neue Rasenfläche** freigegeben. Sie verfügt nun über ein Bewässerungssystem, das merkt, wenn es regnet und nicht gegossen werden muss. Wildkräuterwiesen sollen Insekten und kleine Tiere anlocken. Grillen ist auf der Fläche vorerst verboten ([mehr](https://gruen-berlin.de/pressemitteilung/eroeffnung-der-zentralen-wiesenflaeche-im-mauerpark-nach-sanierung?ref=loky.news)). ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/3a321fbe-8c53-43a2-bbab-b3f6dd0580f8/uploads/images/6zwzqamvj2/HBS.jpg) 268 Anmeldungen für 130 Plätze: Die Heinz-Brandt-Schule in Weißensee war in diesem Jahr die **nachgefragteste Oberschule Pankows**. Es folgten das Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium und die Kurt-Schwitters-Schule. Wer hier unterkommen wollte, brauchte einen Zeugnisschnitt von 1,3 bzw. 1,5\. Am Gymnasium am Europasportpark haben sich hingegen weniger Schüler:innen beworben, als es Plätze gibt. Generell war die Lage in diesem Jahr etwas entspannter als zuletzt. Dennoch müssen 260 Kinder aus Pankow aus Platznot in andere Bezirke pendeln ([mehr](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article242652858/Das-sind-die-beliebtesten-Oberschulen-in-Pankow.html?ref=loky.news)). PBN-Tipp: Erfahrungsgemäß gehen im folgenden Jahr die Anmeldungen an begehrten Schulen zurück, während sie an den weniger nachgefragten in die Höhe schnellen. Macht mit der Info, was ihr wollt. ;-) An eine Kita in der Straße Am Prenzlauer Berg hat jemand AfD-Parolen und spiegelverkehrte Hakenkreuze geschmiert ([mehr](https://www.bz-berlin.de/berlin/pankow/schmierereien-an-kita-prenzlauer-berg?ref=loky.news)). „Unser Kreuz hat keinen Haken“ stand auf dem Plakat zur Europawahl, das im Schaukasten der Kirchengemeine Am Friedrichshain hing. Erst wurde der Kasten mit einem Davidstern beschmiert, kurz darauf zerstört ([mehr](https://www.ekbo.de/themen/detail/nachricht/anschlag-auf-einen-schaukasten-in-berlin-prenzlauer-berg.html?ref=loky.news)). Im Frühjahr 1933 nutzten die Nationalsozialisten den Wasserturmplatz als ein frühes Konzentrationslager. Die gläserne Gedenkplatte, die daran erinnert, wurde nun erneut eingeschlagen ([mehr](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article242602052/Glastafel-zu-Nazi-Verbrechen-zerschmettert-Pankow-plant-um.html?ref=loky.news)). Auf der Graffiti-Wand im Mauerpark prangte für kurze Zeit eine klischeehafte Darstellung von Juden mit Hut, Bart und Schläfenlocken. Im ganzen Kiez häufen sich mit dem Gaza-Krieg antisemitische Schmierereien ([mehr](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article406650143/israel-hass-in-pankow-von-der-juden-karikatur-zum-roten-dreieck.html?ref=loky.news)). - Der **Schwedter Steg** braucht einen neuen Belag und muss daher für drei Monate komplett gesperrt werden. Baubeginn soll im Herbst sein ([mehr](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/vollsperrung-zwischen-mitte-und-pankow-berliner-brucke-wegen-bauarbeiten-ein-vierteljahr-unpassierbar-11934179.html?ref=loky.news)). - Der Bezirk Pankow sieht sich nicht in der Lage, alle Großbauprojekte (u.a. Pankower Tor, Michelangelostraße) zu stemmen, wenn der Senat nicht **mehr Geld für mehr Planer:innen** springen lässt ([mehr](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article406667694/diese-15-grossvorhaben-belasten-pankows-planer-aufs-aeusserte.html?ref=loky.news)). - Der **Großvermieter Heimstaden** verschickt derzeit Inkassobriefe an seine Mieter:innen, teilweise mit strittigen Forderungen. Der Berliner Mieterverein hat Tipps für Betroffene ([mehr](https://www.berliner-mieterverein.de/presse/pressearchiv/grossvermieter-heimstaden-baut-rabiate-drohkulisse-auf-und-versucht-forderungen-mittels-inkassofirma-durchzusetzen.htm?ref=loky.news)). - Das einstige Autohaus nördlich des Pennys an der Berliner Straße soll **Unterkunft für 234 Flüchtlinge** werden ([mehr](https://www.tagesspiegel.de/berlin/gefluchtetenunterkunft-statt-burolofts-neuer-plan-fur-prominentes-areal-mitten-in-berlin-11891732.html?ref=loky.news)). - Die **Kniprodestraße** bekommt in den nächsten Wochen südlich der Danziger Straße einen Fahrradweg ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1460688.php?ref=loky.news)). - Die derzeit gesperrte, kleine **Grünfläche am Antonplatz** in Weißensee wird nun für 125.000 Euro saniert ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1457857.php?ref=loky.news)). - Der Hof der **Grundschule An der Marie** musste gesperrt werden, weil dort der Eichenprozessionsspinner siedelt ([mehr](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article242571026/Eichenprozessionsspinner-befaellt-Schule-Sorge-um-Kinder.html?ref=loky.news)). - Der neue **Radweg an der Schönhauser** erhält noch Leuchtstreifen an den Beton-Abgrenzungen zur Fahrbahn, weil man die aktuell leicht übersieht ([mehr](https://www.infravelo.de/meldung/schoenhauser-allee-fertiggestellt/?ref=loky.news)). - Wer seinen Sarg gerne **mit dem Lastenrad zur Bestattung** fahren lassen möchte: In Prenzlauer Berg ist’s möglich ([mehr](https://www.tagesspiegel.de/berlin/individuell-bis-uber-den-tod-hinaus-berliner-bestatter-bietet-urnentransport-mit-lastenfahrrad-an-10049377.html?ref=loky.news)). --- ### Machen **Internationales Drehorgelfest, Samstag, 06.07, ab 10 Uhr** 140 Drehorgelspieler:innen ziehen um den Kollwitzplatz und machen bis 18 Uhr Programm im Hof vom Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Eintritt frei ([mehr](https://www.berlin.de/museum-pankow/aktuelles/veranstaltungen/historie-veranstaltungen/2024/artikel.1450864.php?ref=loky.news)). **Fußballfilme und Endspiel live im Colosseum, 14.7., ab 12.30 h** Am Endspieltag der Fußball-EM wird das Colosseum Kino Berlin Teil des kulturellen Rahmenprogramms und bietet ein einzigartiges Erlebnis. Freut euch auf eine Auswahl an Fußball-Filmen, die die schönsten und bewegendsten Geschichten rund um den Fußball erzählen als Einstimmung aufs Endspiel. Anschließend schauen wir gemeinsam live das Finale. Veranstaltungsdetails und gratis Tickets [hier](https://www.colosseumberlin.com/event?ref=loky.news). --- **Lesefest auf der Kulturinsel, Samstag, 06.07, 14-18 Uhr** Zehn Lesungen, dazu Unternehmens-Geschichten („Literatur trifft Manufaktur“), Danziger Str. 101, Eintritt frei ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1458362.php?ref=loky.news)). **Neues Klimaschutz-Konzept, Montag, 08.07., 17-20 Uhr** Pankow möchte was fürs Klima im Bezirk tun, und alle dürfen mitreden. BVV-Saal Fröbelstraße, bitte bis 07.07\. anmelden ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1458497.php?ref=loky.news))! **Sommerfest im Ballhaus Ost, Dienstag, 09.07,. ab 16 Uhr** Hausführung, Musik, Spiele, Speisen, Kleidertausch ([mehr](https://www.ballhausost.de/sommerfest/?ref=loky.news)). **Bonus-Track: Urkaine-Hilfe** Der Bezirk organisiert einen Austausch mit der Musikschule in Pankows westukrainischer Partnerstadt Riwne und bittet dafür um Spenden, [Infos hier](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1460161.php?ref=loky.news). --- Habt eine wunderbare Restwoche und bis bald, Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-Labor #15 mit Ödnis, Klos und Köln URL: https://www.loky.news/pbn-labor-15-mit-odnis-klos-und-koln/ Last updated: 2025-01-06T19:27:35.000Z _This post is for subscribers only._ ### PBN-Labor #14 mit Born in the Prenzlauer Berg URL: https://www.loky.news/pbn-labor-14-mit-born-in-the-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-01-06T19:24:16.000Z Liebe Leute, Fußballfans und Locals. Als Letztere habt ihr natürlich und sofort messerscharf erkannt: Das Foto oben ist aus dem Gesundbrunnen. Aber der Aufnahmeort ist nur eine Gleimtunnellänge vom Prenzlauer Berg entfernt, und außerdem finde ich kein schöneres Symbol dafür, wie das hier in Berlin gerade läuft mit dieser Männerfußball-EM – oh, Entschuldigung, natürlich [UEFA EURO 2024 TM](https://editorial.uefa.com/resources/028e-1b1b75b41e30-b7820cab4bc9-1000/guidance%5Fon%5Fuse%5Fof%5Feuro%5F2024%5Fmarks%5Fde.pdf?ref=loky.news): Viel Theater in der Mitte. Drumherum ist eigentlich alles wie immer. So können wir uns heute problemlos einem ganz anderen Thema widmen, dem sich unsere Kollegin Susanne Grautmann angenommen hat. Bitte schön: ### Thema der Woche: Goodbye Bullerbü ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/c62cd773-5a17-4f01-b026-ed9554088fc9/uploads/images/cinrxerrwh/christian-lue-UXNOuPrac_4-unsplash.jpg) *Foto:* [*Christian Lue auf Unsplash*](https://unsplash.com/de/@christianlue?utm%5Fcontent=creditCopyText&utm%5Fmedium=referral&utm%5Fsource=unsplash) **Worum geht’s?** „Ich dachte, die stirbt mir weg“ erzählt Daniela Meurer\*. Ihre Tochter Rebecca\* lag apathisch im Bett und schien das Bewusstsein zu verlieren. Meurer hatte nicht die geringste Ahnung, was ihre Dreizehnjährige in diesen Zustand versetzt hatte. Alkohol? Drogen? K.O.-Tropfen? Sie konnte es überhaupt nicht einschätzen, und aus der Freundin der Tochter war nichts herauszubekommen. Sie hätten Hugo getrunken, druckste die herum. Da seien so Flaschen rumgegangen. Was für Flaschen und wo überhaupt? „Am Alex.” Da rief Meurer die 112. Die Kinder des Prenzlauer Bergs dienten über Jahre als Running Gag der deutschen Comedy- Szene. Skandinavische Vornamen, Dinkelgebäck, Instrumentenkarussell – mehr Bullerbü als am Pregnancy Hill schien nicht zu gehen. Und heute? Sind Finja und Lasse Teenager, die ihre Freizeit in einer Hochburg für Jugendgruppengewalt verbringen. In keinem anderen Berliner Ortsteil wurden so viele Jugendliche und junge Erwachsene von Gruppen Gleichaltriger abgezogen, also bedroht und um Handys, Turnschuhe oder Geld beraubt. Viele der heute hier lebenden Eltern sind aus Kleinstädten und Dörfern in den Prenzlauer Berg gezogen. Wenn einem da die Kontrolle entglitt, landete man unter der Schützenfestbank oder auf einem Stück Acker. Auf ihre Kinder warten heute Kriminalität, K.O.-Tropfen und Spätis mit Space-Keksen im Bückwarensortiment. **Warum ist das wichtig?** Die Erfahrungshorizonte sind anders. Die Zeiten sind andere. Und auch die Pädagogik ist eine andere. Bedürfnisorientierte Eltern wollen Kindern gerecht werden, deren Planungen und Auskünfte etwa so vage ausfallen wie die Abfahrtszeiten des RE 5\. Die wiederum erobern sich nach ihrer bürgerlichen Kindheit im Kiez nun Groß-Berlin. Das sind große gesellschaftliche Spannungsfelder, kondensiert bei uns, zwischen Mauerpark und Helmholtzplatz. **Was sagen Betroffene?** Daniela Meurer hat ihre apathische Tochter auf dem Damen-Toilette der Schönhauser Allee Arkaden aufgelesen. Rebecca hing gerade über der Kloschüssel, als sie dort ankam. Ihr Mageninhalt sah giftgrün aus, sie selbst war leichenblass und kaum ansprechbar. Meurer hatte ihre Tochter noch nie so gesehen. Sie kannte sie als zuverlässiges und vernünftiges Mädchen. Eigentlich war sie in den Arkaden verabredet, um noch ein paar Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Rebecca ist in Prenzlauer Berg aufgewachsen, besucht ein Gymnasium im Helmholtz-Kiez. Das Verhältnis zu den Eltern ist gut, das war es auch damals, vor mittlerweile vier Jahren. Der Radius, in dem sie sich durch die Stadt bewegte, vergrößerte sich zu der Zeit gerade. Auch am Alex hing sie als Riesen-K-Pop-Fan ab und zu rum. Über das Internet hatte sie andere Fans kennengelernt, die sie dorthin mitgeschleppt hatten. Meurer und ihr Mann waren schon früh die Basics mit ihr durchgegangen: keine offenen Getränke, die Gläser nicht rumstehen lassen, mit niemandem mitgehen. Sie waren überzeugt, dass das bei ihrer Tochter angekommen war. „Wir haben sie nie kontrolliert”, sagt Meurer. Was an diesem Tag genau passiert ist, wissen sie bis heute nicht. Paul\* begegnete der Kriminalität mitten im Mauerpark, am helllichten Tag. Ein paar Jugendliche bedrohten ihn plötzlich und nahmen ihm Handy und Bargeld ab. „Als wir später Anzeige erstattet haben, gab uns die Polizei zu verstehen, Jugendliche aus Prenzlauer Berg würden wohl auch deswegen Opfer solcher Überfälle, weil die Täter sich ausrechneten, dass viele hier Marken-Klamotten und teure Smartphones hätten und sich eher nicht zur Wehr setzten“, sagt seine Mutter. Vielen trichtere man zu Hause ein: „Wenn einer was von dir will, gib alles ab und renn’ weg!” **Was sagt die Statistik?** Dass man in den meisten Parks und einigen Spätis aus einem Drogen-Sortiment wählen kann, das mindestens so viel Auswahl bietet wie das Müsli-Regal im Supermarkt, ist kein Geheimnis. In den Jahren 2022 und 2023 lag der Prenzlauer Berg im Durchschnitt auf Platz fünf von allen 96 Berliner Ortsteilen, was Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Jugendliche betrifft. Die mit Abstand meisten Fälle wurden im Mauerpark erfasst, danach folgten der S- Bahnhof Landsberger Allee und die Kulturbrauerei. Bei Straftaten mit jugendlicher Beteiligung landete unser Stadtteil zuletzt auf Platz drei. Raub, Körperverletzungen und Diebstahl stehen auf der Liste. Als Hotspots gelten der Mauerpark, der Mühlenkiez an der Hanns-Eisler-Straße und der Helmholtzplatz . Dass Prenzlauer Berg in der Statistik so weit oben rangiert, liegt allerdings auch daran, dass hier besonders viele Jugendliche wohnen oder sich aufhalten. Nach Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg leben im Bezirk Pankow 52.000 Kinder und junge Erwachsene im Alter von acht bis 21 Jahren – mehr als in jedem anderen Berliner Bezirk; 19.000 davon in Prenzlauer Berg. **Was sagen Expert:innen?** Wie kann man sein Kind bestmöglich auf eine Stadt wie Berlin vorbereiten, wo im Prinzip alles jederzeit verfügbar ist und es jede Menge „kriminalitätsbelastete Orte” gibt, wie es in der Polizeistatistik heißt? Doreen Schiller ist Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin und berät Eltern und Kinder in der Fröbel-Familienberatung Clara nahe des Straußberger Platzes. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Beratung bei Problemen in Pubertät und Teenagerzeit. Schiller sagt: „Am wichtigsten ist, dass wir mit unseren Kindern auch in den Teenagerjahren in gutem Kontakt bleiben. In dem Alter geht es nicht mehr so sehr um Erziehung, sondern um die Beziehung.” Sie rät zu mehr Freiheit und Eigenverantwortung – wie bei einem Vorgarten, in dem man den Zaun immer ein kleines Stück weiter vom Haus entfernt aufstellt und den Freiraum mit den Jahren vergrößert. Dabei sollte das Kind spüren, dass die Eltern noch immer für es da sind. „Man kann seinem Kind sagen, dass man zu ihm hält, egal was passiert. Und dass es sich immer an die Eltern wenden kann, wenn es Sorgen oder Probleme hat.” Schöne Worte. Doch dringt man damit durch, gerade in einem Alter, in dem die Selbstüberschätzung zur DNA gehört? Bei Teenagern, die die Wirkung von Alkohol, Drogen oder die Gefährlichkeit bestimmter Orte gar nicht einschätzen können? Schiller setzt auf Ich-Botschaften. „Ich kann meinem Kind erklären, dass ich mir Sorgen mache und welche Gefahren ich sehe und besprechen, wie es sich verhalten kann, wenn es mal brenzlig wird." Wer in gutem Kontakt sei, könne Vereinbarungen treffen, mit denen beide Seiten leben könnten. „Man kann zum Beispiel abmachen, dass die Kinder eine Textnachricht schicken, bevor sie sich auf den Heimweg machen, oder dass sie sich abends nur mit anderen zusammen in Parks oder U-Bahnhöfen aufhalten.” Von strikten Verboten hält Schiller wenig. „Das bringt in dem Alter eigentlich nichts. Man kann es sowieso nicht kontrollieren und schnell dazu führen, dass die Jugendlichen erst recht dagegen verstoßen oder kaum noch etwas erzählen.” Ein eigenständiger Umgang auch mit riskanten Situationen ist in diesem Alter die wichtigste Entwicklungsaufgabe. Wer seinen Kindern Vertrauen vermittelt, stärkt deren Selbstbewusstsein. Ein selbstbewusstes Kind kann sich eher gegen Gruppendruck behaupten. Fischer rät, seinem Kind beispielsweise mitzugeben: „Ich traue dir zu, dass du das gut hinkriegst”. Letztlich komme es darauf an, eine gute Balance zwischen Aufmerksamkeit und Vertrauen zu finden: „Ein Auge ist liebevoll zugedrückt, das andere noch aufmerksam auf das Kind gerichtet.” *\*Die Namen der Betroffenen sind geändert, aber der Autorin bekannt.* *Die Fröbel Familienberatung bietet zum Thema den Kurs* [*“Pubertät - Eltern zwischen Festhalten und Loslassen”*](https://ffb-clara.froebel.info/gruppenangebote/pubertaet?ref=loky.news) *an. Er richtet sich an Eltern mit Kindern zwischen 12 und 16 Jahren.* Text: Susanne Grautmann --- ### Machen ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/c62cd773-5a17-4f01-b026-ed9554088fc9/uploads/images/pxtcw5map2/Pressefoto-FetedelaMusique-2023-c-Jim-Kroft-118-9840.jpeg) *Pressefoto: FeteDeLaMusique 2023 – Ⓒ Jim Kroft* **Fête de la Musique / Freitag, 21\. Juni** Same procedure as every year, James ([Programm](https://www.fetedelamusique.de/?pset=1&pregion=Pankow&porigin=https%3A%2F%2Fwww.fetedelamusique.de%2F&psearch&ref=loky.news#nms-oa-my-program-filter)). **Achtzehn. Wie ist es, heute erwachsen zu werden? / Freitag, 21\. Juni bis Donnerstag, 1\. August** Multimedia-Ausstellung im Foyer des Zeiss-Großplanerariums*,* Eintritt frei ([mehr](https://www.planetarium.berlin/ausstellung/achtzehn-wie-ist-es-heute-erwachsen-zu-werden?ref=loky.news)). **Museumsfest auf Italienisch / Samstag, 22\. Juni, 16 bis 22 Uhr** Das Museum Pankow feiert passend zu seiner Sonderausstellung „Musica di strada“ zur Geschichte von Italiener:innen in Prenzlauer Berg ein Fest mit Führungen, Musik, Spielen, Sprachkurs und Essen. Im Hof des Kultur- und Bildungszentrums Sebastian Haffner, Eintritt frei ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1448981.php?ref=loky.news)). **Queerpass: Ein Fest der queeren Fankultur / Sonntag, 23\. Juni, ab 16 Uhr** Fest und Public Viewing in Rahmen des Fußballkultursommers, auf der Kulturinsel, Danziger Straße 101-105, Eintritt frei ([mehr](https://www.wabe-berlin.info/juni-2024/23/?ref=loky.news)). **Zwischen Paradies und Diktatur – Die Erinnerung an die DDR und was sie für uns heute bedeutet / Dienstag, 25\. Juni, ab 18.30 Uhr** Peter Wensierski war West-Journalist in der DDR. Nun öffnet er erstmals sein Privatarchiv, zeigt Fotos und Videos und spricht über seine DDR-Erfahrungen damals und den Blick darauf heute. Im Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Eintritt frei ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1456025.php?ref=loky.news#:~:text=Pressemitteilungen-,%E2%80%9EZwischen%20Paradies%20und%20Diktatur%E2%80%9C%20%E2%80%93%20Veranstaltung%20mit%20Peter%20Wensierski%20am,Juni%20im%20Museum%20Pankow&text=Die%20Erinnerung%20an%20die%20DDR,2024%20um%2018%3A30%20Uhr.)). --- Vielen Dank fürs Lesen bis hierhin. Wie immer freue ich mich über Rückmeldungen, Themenhinweise und Fragen an [redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de](mailto:redaktion@prenzlauerberg-nachrichte.de) oder Tipps direkt in unseren Themen-Briefkasten: Beste Grüße und bis bald, Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-Labor #13 mit Ohrwurm, Wahl und freier Bahn URL: https://www.loky.news/pbn-labor-13-mit-ohrwurm-wahl-und-freier-bahn/ Last updated: 2025-01-06T19:19:41.000Z # ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/b881f317-e5f4-40ac-9c42-9127dc1e86a5/uploads/images/ozxnaxl6di/PB_Map_13.jpg) Liebe ihr, die Weltgeschichte hat beschlossen, dieser Tage an den ganz großen Rädern zu drehen. Zu viele Menschen gaben bei der Europawahl [ihre Stimme einer Partei](https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2024-06-09-EP-DE/index-content.shtml?ref=loky.news), nicht obwohl, sondern wahrscheinlich weil diese als rechtsextrem bezeichnet werden muss. Damit Wolodymyr Selenskyj sicher Berlin besuchen kann, muss der Bus- und Bahnverkehr tagelang [aus dem Takt geraten](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2024/06/selenskyi-berlin-s-bahn-fahrplan-ukraine-konferenz-einschraenkungen.html?ref=loky.news). Und am Freitag beginnt in Berlin die Fußball-EM der Männer, und neben Fanmeile und Public Viewing dürfen wir uns als Austragungsort auf etwas freuen, das [der RBB](https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2024/05/sicherheit-em-2024-berlin-fussball-turnier-polizei-fanhilfen.html?ref=loky.news) mit “Hooligans, Terrorismus, Krawalle” zusammenfasst. Und in Pankow? Da wünscht sich die örtliche FDP vom Bezirksamt, Musiker:innen bei der Schöpfung eines frei nutzbaren Pankow-Songs zu unterstützen. Was dieses [ablehnt](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6453&ref=loky.news), weil das Amt zwar gerne Künstler:innen fördert, aber nicht dabei, ihre Leistung ohne Lohn zu erbringen. Glaubt mir, ich bin dieses ewige Draufdreschen auf die vermeintlich lächerliche Lokalpolitik genauso leid wie ihr. Die Menschen, die ihre Zeit für Demokratie an der Basis einsetzten, sind der Hammer. Doch warum man eine ohnehin überlastete Verwaltung noch mit Arbeitsbeschaffungs-Ansinnen drangsalieren muss, entzieht sich meinem Verständnis. Eineinhalb Jahre hat die Drucksache „Förderung von Pankow-Songs“ im Bauch der Pankower Verwaltung verbracht, bis sie nun als erledigt abgelegt werden kann. Ich habe länger gebraucht, die richtige AI zum Erstellen einer Pankow-Hymne zu finden, als diese dann für Text, Musik und Arrangement. Ihr Völker der Welt, [klickt auf diesen Link](https://suno.com/song/6eafcb06-33a3-479a-8ca2-6d3c94f7e861?ref=loky.news). Es lohnt sich, versprochen. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/b881f317-e5f4-40ac-9c42-9127dc1e86a5/uploads/images/f3353ewtw7/Bildschirmfoto_2024-06-12_um_16.02.53.png) Und damit zu dem, was wirklich wichtig ist. ### Wissen ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/b881f317-e5f4-40ac-9c42-9127dc1e86a5/uploads/images/xajnayfs7p/IMG_4884.jpeg) **15,1 Prozent AfD, 13,6 Prozent BSW.** Auch so hat der Prenzlauer Berg bei der Europawahl abgestimmt, und zwar im Thälmannpark. Im Mühlenkiez und südlich des Volksparks Prenzlauer Berg kommen die beiden extremen Parteien zusammen, je nach Stimmbezirk, auf bis zu 37 Prozent. Im restlichen Prenzlauer Berg wurde Grün gewählt, teilweise bis zu 40 Prozent. Die AfD kommt auf 2 bis 5, BSW auf 5 bis 7 Prozent ([mehr](https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/europawahl-2024-live-karte-berlin-wahlergebnisse/?bezuggrd=CHP&utm\%5Fsource=cp-kurzstrecke&ref=loky.news)). Derweil meldet das Bezirksamt, dass die rechtsextreme Kleinstpartei Dritter Weg in diesem Jahr das Kissingen-Stadion im Pankower Kissingenviertel für ihre Wehrsportübungen genutzt hat – schon wieder. Im vergangenen Jahr war das schon einmal passiert. Beide Male ohne Genehmigung. Nun sollen die Sportwarte und Vereine sensibilisiert werden und dafür sorgen, dass die Rechtsextremen das nächste Mal vom öffentlich finanzierten Platz geschickt werden ([mehr](http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/ka020.asp?KALFDNR=4641&ref=loky.news)). ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/b881f317-e5f4-40ac-9c42-9127dc1e86a5/uploads/images/jak4sxtpqk/IMG_4904.jpeg) Der **neue Radweg in der Schönhauser Allee** ist fertig. Nachdem es sich schon länger auf dem geschützten Radstreifen Richtung Norden radeln ließ, ist dies nun auch südwärts möglich. Lediglich das letzte Stück an der Eberswalder führt noch über die alte Trasse auf dem Gehweg. Zwischen Tramgleisen und Ladezonen für die Restaurants war nicht genug Platz für eine Verlegung auf die Straße. Auf dem Rest der Strecke wird der ehemalige Radweg nun Fußweg und entsprechend markiert ([mehr](https://www.tagesspiegel.de/berlin/umbau-der-schonhauser-allee-in-berlin-ist-fertig-zweiter-radstreifen-freigegeben--aber-noch-immer-zickzack-kurs-11761292.html?ref=loky.news)). Sehr hohe Heizkosten für sehr viele marode Gebäude. Kosten für neue, noch zu bauende Schulen. Und unterstützende Hilfen für Menschen mit Behinderungen, die in Pankow teurer sind als in anderen Berliner Bezirken. Das sind die drei Hauptgründe, die das Bezirksamt für das[ **14 Millionen große Haushaltsloch**](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/f8bac922-7f8e-40d6-a506-5d053e2e6dd0?ref=loky.news) nennt, das sich beim Kassensturz für 2023 ergeben hat ([mehr](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article242449710/Enorme-Energiekosten-Berlins-groesster-Bezirk-tief-im-Minus.html?ref=loky.news)). Das gilt es nun auszugleichen, und im Kultur-, Bildungs- und Sozialbereich geht bereits die Angst vorm Kahlschlag um. Wenn Geld fehlt, wird aus einem etablierte Senior:innentreff oder einer Baumpflanzung fürs Klima schnell ein „Nice to have“. Die Bezirkspolitiker:innen von Linken und SPD fordern jetzt, dass Pankows grüne Bürgermeisterin Cordelia Koch schnell ein konkretes Konzept vorlegt, wo genau gespart werden soll, und das mit der BVV abstimmt ([mehr](http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6856&ref=loky.news)). - Vor allem gestiegene Baukosten, aber auch neu eingeplante Videowände sind die Gründe, weshalb der **Neubau des Jahnsportparks** mit 182 Mio Euro fast doppelt so teuer wird wie ursprünglich gedacht ([mehr](https://www.tagesspiegel.de/berlin/jahn-sportpark-in-prenzlauer-berg-in-berlin-warum-liefen-die-kosten-des-grossprojekts-aus-dem-ruder-11740658.html?ref=loky.news)).Zudem kam raus, dass von den 493 Bäumen auf dem Gelände 171 für den Neubau gefällt werden müssen ([mehr](https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/umbau-lasst-keinen-platz-mehr-fur-baume-massen-rodungen-im-berliner-jahn-sportpark-geplant-11794997.html?ref=loky.news)). - Durch das geplante **Neubauviertel an der Michelangelostraße** soll in den 2030er Jahren eine **Tram** vom S-Bahnhof Greifswalder Straße Richtung Weißenseer Weg rollen. Mögliche Streckenverläufe werden gerade geprüft und könnten etwa durch die Kleingärten am Volkspark Prenzlauer Berg führen ([mehr](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article242456516/Fuer-1200-Wohnungen-Rammt-Berlin-die-Tram-durch-Kleingaerten.html?ref=loky.news)). - Nach der Freigabe des hübschen, neuen Rollrasens im Mauerpark gibt es an diesem Sonntag **erstmals wieder Karaoke** ([mehr](https://www.berliner-woche.de/prenzlauer-berg/c-umwelt/neuen-rasen-auf-dem-park-plateau-verlegt%5Fa417130?ref=loky.news)). - Nur vier Jahre nach Erfindung von Corona dürfen **Gastronom:innen in Pankow** ihre Stühle auch auf der zur Straße zeigenden Gehwegseite aufstellen, so denn ausreichend Platz für Fußgänger:innen bleibt und der Bezirk es schafft, die Genehmigungen zu bearbeiten ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1451557.php?ref=loky.news)). - Die **Laufbahnen und Basketballfelder auf den Schulhöfen** dürfen weiterhin nur während der Schulzeit genutzt werden. Die Idee, die Sportflächen auch nachmittags für alle zu öffnen, wird kassiert, aus Angst vor Vandalismus ([mehr](http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6092&ref=loky.news)). --- ### Machen Die Wettervorhersage verspricht, dass wir zum Wochenende von November endlich wieder auf Juni umschalten können. Daher macht ihr am besten was draußen. Ansonsten sind hier ehrlich gesagt keine Termine für die kommenden Tage aufgelaufen, die zu empfehlen zwingend wäre, finde ich. Außer natürlich der verkaufsoffene Sonntag im Alexa anlässlich des Tags der Verkehrssicherheit. 🤷‍♀️ Meldet Euch gerne, wenn ihr was Empfehlenswertes wisst, das ich hier weitergeben kann: redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de. Und jetzt alle! *“Pankow oh Pankow* *Our endless light* *Shining through the day* *And the night”* Frohen Ohrwurm und bis bald, Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-Labor #12 mit einer Zitterpappel, Tischtennis und hippen Backwaren URL: https://www.loky.news/pbn-labor-12-mit-einer-zitterpappel-tischtennis-und-hippen-backwaren/ Last updated: 2025-01-06T19:17:25.000Z _This post is for paying subscribers only._ ### PBN-Labor #11 mit sechs Fußballfeldern und einem Haushaltsloch URL: https://www.loky.news/pbn-labor-11-mit-sechs-fussballfeldern-und-einem-haushaltsloch/ Last updated: 2025-01-06T19:13:28.000Z _This post is for paying subscribers only._ ### PBN-Labor #10 mit einem Dönerkartell URL: https://www.loky.news/pbn-labor-10-mit-einem-donerkartell/ Last updated: 2025-01-06T16:55:30.000Z # Hallo ihr Lieben, keine Panik: heute ist erst Mittwoch und ihr könnt noch in Ruhe alles erledigen, bevor am morgigen Feiertag Büro und Supermarkt geschlossen sind. Erfahrungsgemäß sind lange Wochenenden nur theoretisch die Zeit, in der man endlich mal richtig viel Zeit an seinem Handy verbringt, Mails wegliest und die Fotos sortiert. Praktisch steht man im Stau / sitzt auf dem Lastenrad / testet, wie viele Hauptmahlzeiten sich ohne Probleme durch Eiscreme ersetzen lassen (meine Tochter meint: drei). Aus diesem Grund kommt 1.) die heutige Ausgabe schon heute und 2.) sie mit einem Thema daher, das in seiner Leichtigkeit zur Vorfreude auf freie Tage passt. Vielleicht ist das, was ihr unten lest, euch auch schon aufgefallen. Vielleicht nicht. In jedem Fall werdet ihr es danach nie wieder nicht sehen können. Bitteschön: --- ### Thema der Woche: Das vegane Dönerkartell ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/ac8b5789-6c0c-44bb-930b-e611796c36fa/uploads/images/d4bme2ntzk/Doner_Vegan.jpg) **Worum geht’s?** Kennste, kennste? Ganz recht, das oben abgebildete Schild gibt es nicht nur da oben zu sehen. Sondern gefühlt überall in Prenzlauer Berg, Pankow – ach, sagen wir doch gleich: ganz Berlin und vermutlich auch der Welt. Und jetzt kommt die wichtige Frage: Warum?! Haben sich alle Dönerien der Stadt zusammengeschlossen, um [Markus Söder](https://www.fleischnet.de/wp-content/uploads/2020/03/2%5FMetzgereibesuch1.jpg?ref=loky.news) eins auszuwischen und per Guerilla-Taktik den Veganismus ganz weit nach vorne zu bringen (klickt ruhig auf den Link, es lohnt sich)? Hat Photoshop-Philipp sich den Auftrag für Marketing und Corporate Design der Gesamtheit an Dönerläden an Land gezogen? Oder denken wir nur, Dönerlädenbetreiber:innen seien unabhängige Unternehmer:innen, aber eigentlich steckt dahinter eine große Firma. Ferrero, bist du das? Wir wollen Antworten! **Warum ist das wichtig?** Hallo?! Es geht um Döner in Berlin. Ich verstehe die Frage nicht. **Was sagen die Verantwortlichen?** Augen auf beim veganen Dönerschild! Ganz unten steht eine Adresse: [milu-vegan.de](http://milu-vegan.de/?ref=loky.news). Wer die Website aufruft, wird vom Anblick eingeschweißter, braun-grüner Brocken begrüßt, wie man sie in der Vergangenheit auch gerne zur Bebilderung der Debatte um die Cannabis-Legalisierung zu sehen bekam. Aber nein, das ist veganer Fleischersatz, produziert von einer freundlichen Leipziger Manufaktur seit 2014. Das Zeug ist aus Seitan, also Weizeneiweiß, komplett vegan und zur Zubereitung in der Fritteuse, Mikrowelle, Pfanne oder dem Backofen geeignet. Nur an den Dönerspieß sollte es besser nicht, weil es dann austrocknet. Das lässt sich alles auf der Website erfahren, wo es auch einen [Reiter für “Werbemittel”](https://www.milu-vegan.de/werbemittel/?ref=loky.news) gibt. Hier kann jede:r ein ganzes Set an Speisekarten, Plakaten und Aufstellern zum zu Hause Selbstausdrucken herunterladen. Bleibt die zentrale Frage: Warum machen das alle? Anruf bei Milu Vegan, wo ein sehr netter Herr sich mit Vornamen meldet und auf meine Frage gleich sagt: “Da musst du mit Yannick sprechen. Das ist unser Mann in Berlin.” **Was sagt der Milu-Vegan-Mann in Berlin?** Yannick Schreiber ist gerade im Urlaub, aber ruft trotzdem direkt zurück. Er ist der Berliner Vertriebspartner des Leipziger Unternehmens und seit vier Jahren im Veganer-Döner-Geschäft. Damals kam er aus der Uni, brauchte nen Job und baute sich den einfach selbst: Seitan-Döner in Leipzig einkaufen und in Berlin verkaufen. “Am Anfang bin ich mit dem Fahrrad und einer Tüte durch die Stadt gefahren und habe alle Dönerläden abgeklappert.” Mittlerweile hat er mehrere Mitarbeiter:innen, die seine Kund:innen mit der kühlungsbedürftigen Ware beliefern. Wie viele Läden das sind, mag er nicht verraten. Aber: “Es sind viele.” Konkurrenz gebe es zwar, aber die sei eher klein. Dann schwärmt er von seinem Produkt: komplett vegan, ohne Zusatzstoffe, super frittierbar. Offensichtlich hat er damit die Berliner Dönerlandschaft überzeugt. Sein Ding sind die Dönerläden, die ihren ernährungsbewussten Kund:innen gerne auch eine vegane Alternative neben den Fleischspieß stellen wollen. Mit bewusst komplett veganen Läden wie dem [Fiöner](http://www.vamosveganos.de/Fioener/?ref=loky.news), dem [Vöner](https://www.facebook.com/Voener/?locale=de%5FDE) oder den [Höhnern](https://www.hoehner.com/?ref=loky.news) (kleiner Scherz) führt er eine friedliche Koexistenz. **Wie geht’s weiter?** Das war’s schon. Für mich hat sich hiermit eine elementare Bildungslücke geschlossen. Für euch hoffentlich auch. Um wirklich vegan zu bleiben, gilt es im Dönerladen eures Vertrauens natürlich noch auf die Saucenauswahl zu achten. Doch Milu Vegan versorgt diesen selbstverständlich nicht nur mit Fleischersatz und Werbemitteln, sondern hat auch [vegane Saucenrezepte](https://www.milu-vegan.de/3-einfache-vegane-doenersaucen-rezepte/?ref=loky.news) im Angebot. --- Hätten wir das auch geklärt. Nächste Woche müssen wir leider aufeinander verzichten, weil der Kita-Ferienplan es so will. Macht’s euch schön, happy Himmelfahrt, Christi, und bis bald! Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-Labor #9 als Themen-Ticker mit Rechtsradikalen, Hubschraubern und Kinogeschichte URL: https://www.loky.news/pbn-labor-9-als-themen-ticker-mit-rechtsradikalen-hubschraubern-und-kinogeschichte/ Last updated: 2025-01-06T16:53:14.000Z _This post is for subscribers only._ ### PBN-Labor #8: Eure Themen: Obdachlosigkeit / Grellstraße / Autofreiheit URL: https://www.loky.news/pbn-labor-8-eure-themen-obdachlosigkeit-grellstrasse-autofreiheit/ Last updated: 2025-01-06T16:49:58.000Z # Hallo, ihr Lieben, und herzlich willkommen an alle, die heute zum ersten Mal mitlesen! Unser kleiner Newsletter wächst, was ein schöner Anlass ist, sich 1.) zu freuen und 2.) zu fragen, ob ihr nicht noch Leute kennt, die ebenfalls Spaß an regelmäßigen Nachrichten aus dem Kiez haben könnten, aber bislang keine Ahnung haben, dass es uns gibt? Leitet und empfehlt uns gerne weiter. The more, the merrier. 🥳 Ein ebenfalls recht neues Mitglied im Team der Prenzlauer Berg Nachrichten ist unser Themen-Briefkasten. Hier könnt ihr alles einwerfen, was ihr euch fragt und schon immer wissen wolltet: Ich lauf dann los und schaue, was sich herausfinden lässt, und voilá, schon haben wir eine hübsche, neue Kategorie für diesen Newsletter: ### Eure Themen ### “Was ist los am U-Bahnhof Eberswalder? Wer kümmert sich da um die Obdachlosen, um die Reinigung?”, fragt Anonym. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/c730fe3a-1457-45f0-883e-cfdd95167edb/uploads/images/rbz2f2qdxc/Eberswalder.jpg) **Worum geht’s?** Zelte weg. Zelte wieder da. Zelte weg. Zelte wieder da. So läuft das immer wieder unter dem U-Bahn-Bogen am Bahnhof Eberswalder Straße. Zuletzt am 31.03\. (die BSR räumt auf und die Zelte weg) und am 02.04\. (ihr ahnt es: erstes Zelt wieder da). **Warum ist das wichtig?** Obdachlosigkeit gehört zum Großstadtleben dazu. Doch die Zahl der Menschen ohne festen Wohnsitz hat[ zuletzt stark zugenommen](https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/obdachlosigkeit-114.html?ref=loky.news#:~:text=Mehr%20als%20eine%20halbe%20Million%20Wohnungslose&text=Laut%20deren%20Hochrechnungen%20hat%20die,2021%2C%20von%20383.000%20auf%20607.000.). In Berlin sollen es bis zu 10.000 sein. Die vielen Flüchtlinge und die Wohnungsnot sind dabei zwei treibende Faktoren. Überdachte Orte wie eben der Magistratsschirm bieten obdachlosen Menschen zumindest ein wenig Schutz vor Wind und Regen. Andererseits fühlt man sich dort besonders im Dunkeln schnell unsicher, und auch der Urin-Geruch, der bei entsprechendem Wind bis rüber zum indischen Restaurant zieht, ist nicht angenehm. **Was sagen die Verantwortlichen?** Die U-Bahn betreibt die BVG, doch deren Pressesprecher erklärt auf Anfrage: “Der Bereich unter dem U-Bahn-Viadukt ist öffentliches Straßenland und gehört nicht zum Wirkungsbereich der BVG.” Wirkungsbereich. Das freut Konrad Duden sicher sehr, dass dieser Begriff noch im aktiven Wortschatz mancher Menschen herumschwirrt. Also Anfrage bei Pankows Sozialstadträtin Dominique Krössin (Die Linke), die großes Bemühen signalisiert, alle Ansinnen unter einen Hut zu bekommen und auf den „Leitfaden zum Umgang mit obdachlosen Menschen“ verweist. Dieser sieht vor, dass Sozialarbeiter:innen die Wohnungslosen ansprechen und versuchen, Hilfe und Unterkunft zu vermitteln. Nicht jede:r ist jedoch für solche Angebote offen. Daraufhin wird erklärt, dass das Campieren im öffentlichen Raum verboten ist. Falls das auch nichts ändert, wird ein Termin zur Räumung festgesetzt, kommuniziert und diese dann auch umgesetzt. Damit die Situation nicht eskaliert, sind dabei Sozialkräfte vor Ort. Doch wo sollen die Menschen hin? So wiederholt sich dieser Kreislauf immer wieder. Zwischendurch wischt die BSR mal kurz durch. **Was sagen die Betroffenen?** Als ich das Foto oben mache, kommen gleich zwei obdachlose Frauen auf mich zu. Sie sind aggressiv, aber ich fotografiere auch ihr Zuhause. “Wir waren kurz woanders. Aber da konnten wir auch nicht bleiben”, sagt eine. Mit der Frage nach Leuten, die ihnen Hilfe angeboten hätten, können sie nichts anfangen. “Wo sollen wir sonst hin?” --- ### “Schlechte Umsetzung des Radwegs an der Grellstraße”, interessiert Tobias. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/c730fe3a-1457-45f0-883e-cfdd95167edb/uploads/images/k6fbqwcadg/Grellstra_e.jpeg) **Worum geht’s?** Im April 2022 wurde in der Carl-Legien-Siedlung und damit auch in der Grellstraße die Parkraumbewirtschaftung eingeführt. Kurz darauf, im August, fiel ein Teil der frisch bepreisten Parkplätze einem neu eingerichteten Fahrradweg zum Opfer. Der ging als besonders innovativ [durch die Presse](https://www.berliner-woche.de/prenzlauer-berg/c-verkehr/teurer-versuch-mit-gruenem-asphalt%5Fa396748?ref=loky.news), weil er nicht mit grüner Farbe aufgemalt, sondern mit grün durchgefärbtem Asphalt angelegt wurde. Gebaut wurde allerdings nur auf einer Straßenseite. Dann wählte Berlin, bekam eine neue Verkehrssenatorin von der CDU, die erstmal bei allen Radwege-Projekten auf die Stopptaste drückte – und seitdem ruht der See still. **Warum ist das wichtig?** Unser Leser Tobias fragt sich, warum man erst Parkscheinautomaten aufstellt, die wenige Wochen später keiner mehr braucht. Außerdem wäre er als Anwohner gerne in die Planungen mit einbezogen oder zumindest darüber informiert worden, statt plötzlich vor grüner Realität zu stehen. Nun interessiert ihn, ob das bei den Arbeiten an der anderen Straßenseite wohl besser läuft – und ob diese überhaupt jemals kommen? **Was sagen die Verantwortlichen?** Zuständig sind das Pankower Straßen- und Gründflächenamt sowie das landeseigene Unternehmen InfraVelo, das den Radweg plant und baut. Die Kurzfassung aus deren Sicht lautet: Alles ist super, keine Fehler bei uns erkennbar, und der Radweg wird derzeit geplant und kommt. Nur wann, können wir nicht genau sagen. Wen die Langform interessiert (wenn ich schon keine Transparenz in diesen speziellen Fall bringen kann, dann doch immerhin in die Art und Weise, wie Presseanfragen beantwortet werden): *“Die Planungen werden zeitnah finalisiert und im Anschluss die entsprechenden Bauleistungen ausgeschrieben. Erst mit der Zuschlagserteilung am Ende des Ausschreibungsverfahren lassen sich belastbare Aussagen zu der weiteren Zeitplanung treffen.* *Die Anwohnerinnen und Anwohner sowie weitere Anliegerinnen und Anlieger werden vorab in Form von Anwohnerinformationen über die anstehenden Baumaßnahmen sowie die damit verbundenen Einschränkungen im Zuge der bauzeitlichen Verkehrsführung informiert. Eine Beteiligung der Anliegenden ist bei Maßnahmen zur Gefahrenabwehr formal nicht vorgesehen, soll aber zukünftig bei der Initiierung neuer Radverkehrsprojekte verstärkt durchgeführt werden.”* (Thomas Stock von der InfraVelo) *“Mit der Einrichtung der Parkraumbewirtschaftung konnte der Parkdruck innerhalb der neuen Zone 46 erheblich gesenkt werden. Das Bezirksamt kann nicht bestätigen, dass die Überschneidung der Einrichtung der Parkzone und der Radverkehrsmaßnahme zu Problemen geführt hätte. Es sind weiterhin gebührenpflichtige Parkplätze in der Grellstraße und somit auch Parkscheinautomaten vorhanden. Es ist lediglich der Abbau eines Automaten geplant. Der Abbau ist unkompliziert möglich, da die Automaten lediglich aufgeschraubt sind und nicht über einen Anschluss an das Stromnetz verfügen.”* (Manuela Anders-Granitzki, CDU, für Verkehr zuständige Bezirksstadträtin) --- ### “Verkehrsberuhigung Raumerstraße, autofreie Senefelderstraße” / “Vonovia Verkauf” interessiert zwei Anonyme. First things first: Der Themen-Briefkasten ist extra so eingerichtet, dass man dort nur ein paar Stichworte abwerfen kann, ohne sich viel um Anrede oder Erklärung zu scheren, warum einen etwas interessiert. Andererseits brauche ich leider ein wenig mehr Kontext, als sich aus den wenigen Worten oben ergibt. So heißt es auf meine schwammige Anfrage zum Verkehrsthema aus dem Pankower Straßen- und Grünflächenamt nur: “Diesbezügliche Überlegungen gibt es seitens des Bezirksamtes nicht. Auch ist eine Sperrung der gesamten Senefelderstraße für Autos rechtlich nicht möglich.” Liebe:r Fragende:r: Bitte gerne einfach nochmal melden, wenn das jetzt nicht die richtige Antwort ist. Gleiches gilt für den Hinweis auf “Vonovia Wohnungen zum Verkauf”. Was genau interessiert dich daran, liebe:r Leser:in? Falls das ein Hinweis auf den [Anfang der Woche publik gewordenen](https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-wirtschaft/5000-wohnungen-land-berlin-will-vonovia-wohnungen-ankaufen-11554559.html?ref=loky.news), möglichen Ankauf von 5.000 Wohnungen des Vonovia-Konzerns durch das Land Berlin gewesen sein sollte: Asche auf mein Haupt! Ich hab’s nicht begriffen! Falls nicht, und dich noch ein anderer Aspekt beschäftigt, bitte melden. :-) --- Das war die erste Runde mit euren Themen. Vielen Dank an alle, die schon mitgemacht haben. Wer seine Antwort noch vermisst: ich bin dran. Weitere nehme ich sehr gerne jederzeit hier entgegen. Wenn ihr mögt, machen wir das jetzt dauerhaft. Ich hab Lust! --- ### Philipp geht aus Ausgeh-Tipps gibt es viele. Das Richtige zu finden, ist mühsam. Daher lassen wir euch ab jetzt ab und an teilhaben an unseren eigenen Plänen. Heute übernimmt das PBN-Gründer Philipp. Hier isser: ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/c730fe3a-1457-45f0-883e-cfdd95167edb/uploads/images/76vhvq6bgl/Philipp.jpeg) “Seit langem will ich mir das Konzerthaus-Orchester unter der neuen, offenbar sehr dynamische Chefdirigentin Joana Mallwitz reinziehen. Ganz Berlin war ja mit ihrem Gesicht plakatiert und ich höre, die Abo-Zahlen gehen hoch. Ihr ziemlich cooler Ansatz: Andere Zugänge zur klassischen Musik schaffen. Nahbar, aufregend, erklären, teilhaben lassen, statt vorspielen. Aber: Alle Konzerte sind ausgebucht. Wir müssen auf die neue Saison warten. Deswegen geht es zur Philharmonie. Schon immer wollte ich zu den **Carte-Blanche Konzerten der Karajan-Akademie.**Die monatlichen Konzerte sind kostenlos. Es spielen Stipendiatinnen und Stipendiaten solistisch oder im Ensemble und sammeln neben ihrer Orchestertätigkeit weitere Auftrittserfahrung. Das Programm stellen sie dabei selbst zusammen. Was gespielt wird – wir wissen es nicht. Ich rechne mit einer sehr hohen Qualität in etwas aufgeregt-familiärer Atmosphäre. Wir sehen uns da! Und lasst mich wissen, was wie ihr es fandet.” Mi. 08\. Mai 2024, 17:00 Uhr Eintritt: frei. Die Zahl der Zuhörer:innen ist jedoch beschränkt. Besucher:innen erhalten vor Ort ein kostenloses Ticket. Reservieren ist nicht möglich. Ort: Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie --- Ihr habt Tipps, wo Philipp (oder gerne auch ich, Juliane) mal hingehen sollte? Oder ihr mögt unserer sympathischen Community selbst etwas empfehlen? Meldet euch sehr gerne unter [redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de](mailto:redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de). Für diese Woche sind wir durch. Danke fürs Mitlesen, liebe Grüße und bis bald, Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-Labor #7 als Themen-Ticker mit Späti-Sitzen, Mauerpark-Musik und Staubsaugen URL: https://www.loky.news/pbn-labor-7-als-themen-ticker-mit-spati-sitzen-mauerpark-musik-und-staubsaugen/ Last updated: 2025-01-06T16:47:04.000Z # Liebe alle, willkommen zu einer ersten Ausgabe unseres neuen Formats: der Themen-Ticker. Das ist zumindest der Name, den ich aktuell am besten finde für das, was euch ab sofort regelmäßig erwarten soll. Im Rennen waren noch Topic-Tinder sowie “Und jetzt nochmal alle Hits im Schnelldurchlauf”. Die Idee erschließt sich hoffentlich aus dem Namen: Ihr bekommt ab sofort regelmäßig einen Newsletter, der die aktuelle Nachrichtenlage knackig zusammenfasst. Alles andere wie schöne Geschichten, lange Recherchen, Mitmach-Spaß und sonstiges Gedöns werden per separatem Newsletter geliefert. Beim Themen-Tickert steht der Service im Vordergrund, euch mit feinen [Küchenzurufen](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/a0a1d9e1-820a-4bb2-a1b7-759637270f12?ref=loky.news) zu versorgen. Er landet immer dann in eurem Postfach, wenn’s besonders wichtig ist oder genug Themen zusammengekommen sind. So bleibt unsere Beziehung aufregend und unvorhersehbar. Wobei ihr euch auf eins verlassen könnt: Alle wichtigen Infos bekommt ihr hier. Was meint ihr? Bitte abstimmen: [🔥 Klingt gut, lass’ mal so machen!](https://tinyurl.com/3x2w7hfr?ref=loky.news) [🗑 Nope, bitte sofort auf Werkseinstellungen zurücksetzen.](https://tinyurl.com/vvkn83bk?ref=loky.news) Thematischer Stargast der heutigen Ausgabe ist die Bezirksverordnetenversammlung, die ihren Namen clever gewählt hat, denn sie ist schon gegendert. Am gestrigen Mittwochabend tagte sie, und hat einige Themen mitgebracht. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/fb3c70f5-17be-4cf9-b705-ce61caa1abf6/uploads/images/fma3ioezqf/Berlin-Mauerpark_(6).jpeg) ###### Foto: Ji-Elle, [CC BY-SA 3.0](https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.de?ref=loky.news) Im **Mauerpark** sollen auch in Zukunft **Straßenmusik**, Grillen und Karaoke auf dem Programm stehen, fordert die BVV. Aktuell wird die Parkordnung erneuert. In einem ersten Entwurf aus dem Straßen- und Grünflächenamt ist Straßenmusik wegen möglicher Lärmbelästigung nicht mehr erlaubt. Nun sollen besondere Flächen dafür ausgewiesen und das Musizieren dort unter Schutz gestellt werden. Eine Aufklärung der Musiker:innen über das Konzept Ruhebedürftige Nachbarschaft sowie das Aufstellen von Schallschutz-Muscheln sollen ebenfalls helfen ([mehr](http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6840&ref=loky.news)). ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/fb3c70f5-17be-4cf9-b705-ce61caa1abf6/uploads/images/i7z3mx4ehi/IMG_4333.jpg) In Pankow soll man auch in Zukunft **vor dem Späti auf der Bank sitzen** und ‘ne Brause trinken dürfen. Die Verwaltung wollte diese Sondererlaubnis für das Nutzen von Bürgersteigen in Zukunft nur noch etwa Cafés und Restaurants zugestehen. So war es im Entwurf eines neuen Sondernutzungskonzeptes für den öffentlichen Straßenraum vorgesehen. Nun haben sich Pankows Lokalpolitiker:innen eingeschaltet und fordern Änderung ([mehr](http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6695&ref=loky.news)). ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/fb3c70f5-17be-4cf9-b705-ce61caa1abf6/uploads/images/iwsfarxpnt/IMG_4341.jpg) Das zum Verkauf stehende, einst besetzte Haus in der Kastanienallee 86 (von früher oder jetzt aus den Medien als **“Tuntenhaus”** bekannt), soll nicht in private Hände wechseln. Stattdessen soll der Bezirk sein **Vorkaufsrecht** ausüben und das Haus dann an eine Genossenschaft, Stiftung oder landeseigene Wohnungsbaugesellschaft gehen, fordert die Lokalpolitik. Als Grund nennt sie die wichtige Rolle, die das Haus mit seinen Hoffesten und der offenen Küche für den Kiez spiele. Mit einem Verkauf drohe die Luxusmodernisierung und ein Ende des Spaßes ([mehr](http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6820&ref=loky.news)). Mit der Selbstbau steht schon eine Genossenschaft für den Kauf bereit. Allerdings benötigt diese finanzielle Unterstützung für die notwendigen Sanierungen am Haus. Ob das Land Berlin dabei helfen kann, wird gerade geprüft. Ein knapper Monat ist noch Zeit. Dann verstreicht die Möglichkeit des Bezirks, das Haus zu kaufen, bevor andere es tun ([mehr](https://taz.de/Tuntenhaus-in-Berlin-von-Verkauf-bedroht/!6001666/?ref=loky.news)). Am S-Bahnhof **Prenzlauer Allee soll man sicherer über die Straße kommen,** fordern die Bezirksverordneten. Damit Fußgänger:innen dort nicht länger in den Radverkehr laufen, könnte etwa auf dem Radweg eine Querungsstelle markiert werden. Auch eine extra Ampel für die Radfahrer:innen oder die Verlegung des Radwegs auf die Straße könnte die Situation entspannen. Das Bezirksamt prüft nun, was sich machen lässt ([mehr](http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6819&ref=loky.news)). Wenn die Hufelandstraße im Laufe des nächsten Jahres Fahrradstraße wird, könnte man doch bei der Gelegenheit an der Kreuzung zur Straße Am Friedrichshain einen **neuen, dreieckigen Stadtplatz** einrichten. So hatten sich das Pankows Lokalpolitiker:innen vom Bezirksamt gewünscht. Das teilt nun mit: Es fehlen Personal und Geld, das umzusetzen, und wird daher nichts ([mehr](http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6636&ref=loky.news)). - Das Berliner **29-Euro-Ticket** für die Tarifzonen A und B kommt zum 1\. Juli ([mehr](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2024/04/berlin-senat-29-euro-ticket-juli-bvg-sbahn.html?ref=loky.news)). - Das **Land Berlin** spart mit der Gießkanne: Indem alle Ressorts ein wenig kürzen, soll das **Haushaltsloch** von 1,75 Mrd. Euro gestopft werden, hat sich die Regierungskoalition nun überlegt. Gespart wird auch durch Verwaltungsjobs, die aktuell nicht besetzt werden können (und bezahlt werden müssen) ([mehr](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2024/04/berlin-haushalt-groko-einsparung-verwaltung-ueberschuss.html?ref=loky.news)). - Die **neue Sporthalle in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße** soll bis zum Sommer fertiggestellt werden. Die Planungen laufen seit 2012, die Bauarbeiten seit 2017 ([mehr](https://taz.de/Bau-von-Turnhallen-in-Berlin/!5906394/?ref=loky.news)). - Im **Schlosspark Schönhausen** werden ab Montag für mindestens acht Wochen Wege erneuert ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2024/pressemitteilung.1436772.php?ref=loky.news)). - Es werden immer noch **Wahlhelfende für die Europawahl** gesucht ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-buergerdienste/wahlamt/artikel.1264635.php?ref=loky.news)). --- ### Termine - 19.04., 15 Uhr: Demo für eine **Spielstraße im Winskiez** ([mehr](https://www.instagram.com/p/C5vt0inKnk6/?img%5Findex=1&ref=loky.news)). - 19.& 20.04., jeweils 20 Uhr: **“und samstags staubsaugen”,** dokumentarisches Theater über Hausarbeit in der Schaubude ([mehr](https://schaubude.berlin/de/stagings/und-samstags-staubsaugen?ref=loky.news)). - 24.04., 20 Uhr: **Kochbuch-Lesung mit Sissi Chen** und Verkostung in der Buchbox Kastanienallee ([mehr](https://www.buchboxberlin.de/event-calendar/lesung-mit-sissi-chen?ref=loky.news)). --- Bis bald, macht’s euch schön, und stimmt gerne ab: [🔥 Themen-Ticker? Finde ich gut!](https://tinyurl.com/3x2w7hfr?ref=loky.news) [🗑 Themen-Ticker? Nein, danke!](https://tinyurl.com/vvkn83bk?ref=loky.news) Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-Labor #6 ohne Walpurgisnacht, aber mit Blüten, Briefkasten und Baustellen URL: https://www.loky.news/pbn-labor-6-ohne-walpurgisnacht-aber-mit-bluten-briefkasten-und-baustellen/ Last updated: 2025-01-06T16:43:39.000Z Hi! Na? Hattet ihr schöne Ostern? Nachdem vor zwei Tagen der letzte vermisste Schokohase in der Kinderküche aufgetaucht ist, erkläre ich das Fest – und unseren kleinen anlassbezogenen Urlaub – hiermit endgültig für beendet. Yippee! Unlängst hatte ich euch an dieser Stelle auf Leitern steigende Insta-Influencer:innen versprochen, sobald die Sache mit der Kirschblüte am Mauerradweg richtig losgeht. Mitgebracht habe ich nun eine Dame mit einem Instrument und einem Gewand, die richtig zu bezeichnen mir leider die Kenntnisse fehlen. Ich hätte fragen können, aber wollte beim Musikvideodreh nicht stören. Falls ihr selbst noch ein neues Profil-Foto von euch machen wollt, ist jetzt Gelegenheit. Insiderinnen-Tipp: Nachts geht’s mit dem Andrang. --- ### Mitreden Die **Friedvolle Walpurgisnacht im Mauerpark fällt in diesem Jahr aus.** Die Flächen, auf denen sonst immer am 30\. April gefeiert wird, sind von den Sanierungsarbeiten im Park blockiert. Eine Verlegung der Festivitäten in andere Parkbereiche scheitert an Sicherheits- und Lärmbedenken ([mehr](https://www.mauerpark.info/2024/04/bauzaun-statt-jubilaeum-keine-walpurgisnacht/?ref=loky.news)). Gruppen von **Jugendlichen, die andere Jugendliche** überfallen, sind in Prenzlauer Berg ein zunehmendes Problem. 84 Fälle gab es im vergangenen Jahr. 2021 waren es noch 47\. Abgezogen werden Handys, Portemonnaies, Schuhe. Manche der Opfer werden nicht nur bedroht, sondern auch verletzt. Warum in keinem anderen Berliner Ortsteil so viele derartige Überfälle passieren, kann die Polizei nur vermuten. So gibt es hier besonders viele Jugendliche und mit dem Mauerpark einen Ort, der viele Menschen anzieht. Betroffene Eltern berichten zudem, dass die Prenzlauer Berger Jugend als wenig gewaltbereit, aber teuer angezogen und damit als leichte Beute gilt ([mehr](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2024/03/prenzlauer-berg-jugendgewalt-gruppen-raub-bedrohung-berlin-ortsteil.html?ref=loky.news)). Mitglieder der **Pankower CDU** pflegen und pflegten **beunruhigende Verbindungen zum ganz ganz rechten Rand**. Sebastian Greve, Vorsitzender des Ortsverbandes Prenzlauer Allee, stand etwa einem Verband mit Zielen wie “Wehrbereitschaft” und “Pflichterfüllung gegenüber Staat und Volk” vor und unterschrieb rechte Petitionen. Ein anderes Mitglied im Ortsverband verglich in einem Chat Angela Merkel mit Hitler. Das Thema ist nicht ganz neu. Schon im Januar [enthüllte der Spiegel](https://www.spiegel.de/politik/deutschland/ex-cdu-finanzsenator-peter-kurth-gruendete-sportverein-koerperertuechtigung-mit-rechtsextremen-a-ef2ef511-834f-4596-9c49-009ac241b260?ref=loky.news) (€\*), dass Berlins Ex-Finanzsenator Peter Kurth sich mittlerweile mit Rechtsextremen wie Martin Sellner umgibt. Nun wissen wir, dass er mit solchen Tendenzen in der Pankower CDU nicht alleine ist ([mehr, €](https://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-in-berlin-rechtsaussen-verbindungen-auch-bei-ortsvorstaenden-a-e012fa1a-f6eb-4245-bf16-650318a686ea?ref=loky.news)). - Ab Montag werden auf der **Landsberger Allee,** vom S-Bahnhof zwei Kilomenter weit stadtauswärts, Wasserleitungen erneuert. Weil Wasser und Verkehr (letzterer eingeschränkt) weiterhin fließen sollen, dauert das fünf Jahre ([mehr](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2024/04/berlin-lichtenberg-landsberger-allee-bauarbeiten-verkehr-wasserbetriebe.html?ref=loky.news)). - Im Sommer beginnt die Sanierung der **Petersburger Straße** auf fast einem Kilometer Strecke. Die Arbeiten sollen drei Jahre und zeitweise Vollsperrungen erfordern ([mehr](https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/berlin-friedrichshain-umbau-der-petersburger-strasse-beginnt-vollsperrungen-geplant-li.2202642?ref=loky.news)). - Der futuristische **Bürobau** auf dem Gelände der einstigen **Königsstadt-Brauerei** ist fertig und fast komplett vermietet ([mehr](https://www.berliner-woche.de/prenzlauer-berg/c-bauen/moderner-neubau-auf-altem-brauereigelaende%5Fa411188?ref=loky.news#gallery=null)). - “Das Mädchen aus Harrys Straße” ist ein DDR-Kinderbuch, das anhand der Geschichte zweiter Kinder im Prenzlauer Berg des Jahres 1942 **junge Menschen über Antisemitismus aufklärt**. Nun ist es neu aufgelegt worden ([mehr](https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/kinderbuch-gegen-antisemitismus-fuer-bremer-und-berliner-schulen/?ref=loky.news)). \*Paid Content --- ### Thema der Woche Ähm, ja. Sorry, Leute. Aber das habe ich in dieser Woche erfolgreich kaputtrecherchiert. So nennen wir Journalist:innen das, wenn wir so lange nachfragen, bis hinterher nichts Berichtenswertes übrigbleibt. So erging es mir mit den mysteriösen Treffen großer Gruppen auf dem Arnswalder Platz, auf die mich ein Leser aufmerksam machte (Danke! Grüße geh’n raus). Klang aufregend, aber waren dann wohl doch nur eine spontan vor dem Stierbrunnen übende, südeuropäische Volkstanzgruppe und die Noch-Schülerinnen mit ihrem Abi-Scherz – und damit Dinge, die sich unter “Berlin halt” abhaken lassen. Schade, aber total okay. Es ist nämlich so, dass die allerbesten Themen für die PBN aus der Community (das seid ihr) kommen, und ich fände es super, wenn ich noch viel öfter in eurem Auftrag recherchieren könnte. Im Rahmen dieses Labors habe ich schon gelernt, dass ihr euch gerne an uns wendet, aber nicht so gerne per Mail. Daher gibt es ab sofort einen formschönen digitalen Themen-Briefkasten. Bitteschön: Hier könnt ihr einfach reinwerfen, was euch interessiert und aufgefallen ist, und ich recherchiere, im Idealfall nicht kaputt, versprochen! Anrede, Floskeln und Gedöns sind nicht nötig. Wer uns seine Kontaktdaten, etwa für Rückfragen, hinterlassen möchte, kann das gerne tun, ist aber nicht nötig. (Die nächsten Panama-Papers nehme ich weiterhin gerne in einer Tiefgarage entgegen. Just dm me.) ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/94bc112d-85c7-474e-8d89-bcbe4ad5e4d6/uploads/images/gseghul2yg/giphy.gif) Da wir uns gerade schon mit uns selbst beschäftigen: Die Sache mit dem Labor, die oben groß in der Überschrift steht. Wir haben nun beschlossen, dass es bis zum Sommer noch so bleiben soll. Aktuell haben wir hier nämlich eine sehr schön steil gehende Lernkuve am Laufen, und die zu unterbrechen wäre arg schade. Zudem habe ich noch einiges auf dem Zettel, das ich gerne ausprobieren möchte. Das wird mit sich bringen, dass dieser Newsletter in den kommenden Wochen auch mal etwas anders aussehen und zu anderen Zeiten erscheinen wird. Keine Sorge, wir haben alles unter Kontrolle, und danach soll es dann wieder in einen funkelnagelneuen, super innovativen und wahnsinnig charmanten Regelbetrieb übergehen. Das wird mega! Fragen? Anmerkungen? Wünsche? Schreibt mir einfach eine Mail oder nutzt den Briefkasten. --- ### Mitmachen **Samstag, 13.April, 20.30 Uhr** Ein aktueller Schwarz-Weiß-Stummfilm? Ja, das gibt’s. Ein Jahr lang hat Regisseur Sobo Swobodnik das Leben in seinem Prenzlauer Berger Kiez mit der Kamera festgehalten. Jetzt hat **“Lebe schon lange hier”** mit Live-Musik und Live-Kommentar Premiere im Kino Krokodil ([mehr](https://kino-krokodil.de/aktuelles/moving-silence-neues-stummkino-lebe-schon-lange-hier/?ref=loky.news)). **Ab Sonntag, 14\. April, 15 Uhr** **Kino in Pankow und Pankow im Kino** gibt es zu sehen als Ausstellung im Brose-Haus (Niederschönhausen) und als Film-Reihe in der Brotfabrik ([mehr](https://freundeskreisderchronikpankow.wordpress.com/12-2/?ref=loky.news)). **Donnerstag, 18\. April, 16.30-19 Uhr** Die **Mühlenpromenade soll neu gestaltet** werden. Was, warum, und wie man sich einbringen kann, dafür lädt der Bezirk zur Info-Veranstaltung in die Kulturmarkthalle ([mehr](https://www.kulturmarkthalle.berlin/event-details/muhlenpromenade-beteiligung-an-der-aufgabenformulierung-zum-freiraumplanerischen-wettbewerb?ref=loky.news)). --- Viel Spaß, macht’s gut, bis bald (und ich freue mich über Post!), Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-Labor #5 hat schon wieder nicht die Lösung der Wohnungsfrage URL: https://www.loky.news/pbn-labor-5-hat-schon-wieder-nicht-die-losung-der-wohnungsfrage/ Last updated: 2025-01-06T16:35:19.000Z Good Morning, Prenzlauer Berg! Stresst ihr euch noch oder osterurlaub ihr schon? Das sind in unserem Umfeld die zwei verfügbaren Geisteszustände. Unsere Laune schwankt zwischen Panik über den Heizungsausfall in der Kita mit Selbstbetreuungs-Folge (like, wer’s kennt) und der großen Euphorie darüber, in der Winterjacke plötzlich zu schwitzen. Dazwischen hatten wir Gelegenheit, euch ein paar Neuigkeiten aus unser aller Lieblingsviertel mitzubringen. Bitteschön: ### Mitreden Sechzehn Container-Standorte für über 6000 Menschen, **400 Plätze davon in der Eldenaer Straße** in Prenzlauer Berg: [So will das Land Berlin](https://www.tagesspiegel.de/berlin/platz-fur-mehr-als-6000-gefluchtete-berlin-plant-16-neue-container-unterkunfte--kritik-aus-bezirken-11423210.html?ref=loky.news) die **Unterkunftsnot bei Geflüchteten** lösen. Die Heime sollen in den kommenden zwei Jahren entstehen, mindestens drei Jahre genutzt werden und gut 200 Millionen Euro kosten. Diese Entscheidung des Senats kollidiert mit einem [aktuellen Vorstoß ](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6797&ref=loky.news#searchword)der Pankower Grünen. Sie plädieren für kleinere Geflüchteten-Unterkünfte mit maximal 200 Plätzen, die sich besser in die Kieze integrieren lassen. Im Osten des Prenzlauer Bergs leben schon ohne den geplanten, neuen Standort über 2200 Menschen in einem Viertel, das viel Gewerbe, aber wenig Spielplätze, Kitas und Anwohner:innen hat, mit denen man in Kontakt treten könnte. Der Antrag wird aktuell auf Bezirksebene diskutiert. Der Senat hat derweil mit den 400 Plätzen andere Fakten geschaffen. - Der Klimaschutz stellt völlig neue Ansprüche an die geplanten **Arbeiten am Schloss Schönhausen**, wo unter anderem ein neues Besucher:innenzentrum entsteht. Jetzt wird alles viel teurer, und Baubeginn ist frühestens 2025 ([mehr](https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article241932458/Viel-teurer-und-spaeter-Pankows-Schloss-Projekt-umgekrempelt.html?ref=loky.news) / €\*). - Eine Spur der Verwüstung – oder zumindest von sehr vielen Glasscherben – haben **zukünftige Abiturient:innen im Thälmannpark** hinterlassen. Verkleiden und Feiern, bevor Mitte April die schriftlichen Prüfungen starten, hat Tradition. Müll selbst wegräumen nicht so. - **Neue Zebrastreifen** baut der Bezirk an der Saarbrücker Straße/Straßburger Straße (2024) und Schievelbeiner Straße/Seelower Straße (in Planung). **Neue Gehwegvorstreckungen** gibt’s an der Schwedter Straße/Christinenstraße, Conradt-Blenkle-Straße/Cotheniusstraße (beide 2024) und Schönfließer Straße/Czarnikauer Straße (in Planung) ([mehr](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/%5F%5F%5Ftmp/tmp/45081036/W41nDlpuX1fuIhuR7JDOqWYgKAXGKJ1LhewyrCMm/fXMdIKJE/84-Anlagen/02/attach%5F9310.pdf?ref=loky.news)). - Am 9\. Juni ist Europawahl, und Berlin sucht noch 30.000 **Wahlhelfer:innen** ([mehr](https://www.rbb24.de/politik/wahl/Europawahl/2024/berlin-landeswahlamt-broechler-wahlhelfer-eu-parlament.html?ref=loky.news)). - Am 9\. November feiert Berlin **35 Jahre Mauerfall**. Die einstige Grenze sollen dann historische und neue Protestplakate markieren. Wer noch alte hat oder neue malen mag, kann die einreichen ([mehr](https://kulturprojekte.berlin/press/pressemitteilung-35-jahre-friedliche-revolution-und-mauerfall/?ref=loky.news)). \*€ = Bezahlschranke --- ### Thema der Woche ### Was ist denn jetzt mit diesen Ferienwohnungen? ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/8b97777a-45bb-429d-8f09-da495650ff8c/uploads/images/jgtgyeiodr/Bildschirmfoto_2024-03-27_um_12.19.10.png) *Screenshot AirBnB* **Worum geht’s?** 1.600 zusätzliche Mietwohnungen allein in Mitte, bis zu 10.000 stadtweit: Die [Begeisterung in der Presse ](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2024/02/berlin-oberverwaltungsgericht-ferienwohnungen-mietwohnungen.html?ref=loky.news)war groß, als diese Ende Februar Wind von einem (noch nicht rechtskräftigen) Urteil des Oberverwaltungsgerichts aus dem vergangenen Herbst bekam. Darin heißt es, dass Mietwohnungen wirklich nicht als Ferienwohnungen genutzt werden dürfen – nein, auch nicht, wenn sie schon vor 2014 bestanden, als das Berliner Zweckentfremdungsverbot in Kraft trat und eine solche Nutzung untersagte. Wer mal eben bei AirBnB nach einer Ferienwohnung in Prenzlauer Berg sucht, wird von Angeboten fast erschlagen. Dass sich das in baldiger Zukunft ändert und der Umzug von Tourist:innen in Hotels die Wohnungsfrage löst, ist jedoch nicht zu erwarten: Der Bezirk verfolgt die verbotene Nutzung als Ferienwohnung nicht strukturell, sondern handelt nur nach Anzeigen, etwa aus der Nachbarschaft. Folglich hat der Bezirk auch keine Ahnung, wie viele Wohnungen illegal als Ferienwohnungen genutzt werden, völlig unabhängig davon, ob diese schon immer illegal waren, weil nach 2014 in Betrieb gegangen, oder erst seit dem neuesten Urteil. Der Bezirk weiß nicht mal, wie viele durch ihn selbst genehmigte Ferienwohnungen es gibt. Die Software, die für diesen Prozess genutzt wird, gibt eine solche Auswertung nicht her. (Quellen: PBN-Anfrage an Cornelius Bechtler, Pankows grüner Stadtrat für Stadtentwicklung, sowie eine Antwort auf eine [Kleine Anfrage](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/%5F%5F%5Ftmp/tmp/45081036/iEC9T10VJw6ztRBIcYBOAYPGCpntHyUZ4HlQpKx7/PLTjwMi/32-Anlagen/03/attach%5FEC80.pdf?ref=loky.news) zum Thema) **Was sagen die Betroffenen?** “Wir begrüßen das Urteil des OVG Berlin-Brandenburg sehr! Nur eine legale Ferienwohnung ist eine gute Ferienwohnung”, sagt Daniel Rousta, Präsident des Verbandes der Eigentümer von Ferienwohnungen und Ferienhäusern. Er rechnet mit überschaubaren Verschiebungen innerhalb der Tourismusbranche. “Die Zahl der Ferienwohnungen wird insgesamt zurückgehen, wovon Hotels vor allem in zentralen Lagen profitieren werden. Legale Ferienwohnungen werden sich moderat verteuern und zukünftig eher in den Randbezirken zu finden sein, wo sie leichter genehmigungsfähig sind. Auch wenn die Übernachtungspreise durch das Urteil weiter steigen werden, rechnen wir letzten Endes nicht damit, dass die Zahl der Besucherinnen und Besucher unserer Stadt wegen des Urteils dramatisch einbricht.” **Wie geht es weiter?** In Mitte hat die Verwaltung offensichtlich mehr Kapazitäten und weiß nicht nur, dass mit dem aktuellen Urteil 1.600 Wohnungen illegal werden. Dort ist man auch bereit, diese für den Mietwohnungsmarkt zurückzuerobern. In Pankow fehlen derweil Personal und Geld, um das Gesetz konsequent durchzusetzen. Seitdem wir Begriffe wie AirBnB und Touristification zu unserem aktiven Wortschatz zählen, machen Städte Ferienwohnungen mit verantwortlich für den wachsenden Wohnraummangel. Eine sichtbare Verbesserung der Situation konnte das Zweckentfremdungsverbot jedoch nicht bewirken. Das wird sich durch das neueste Urteil nicht ändern. **Unterm Radar** Zur Wahrheit gehört auch, dass wir selbst Teil des (vermeintlichen) Problems sind. Oder wo habt ihr bei eurem letzten Urlaub geschlafen, und wo kommt eurer Besuch unter, der partout nicht mehr in eure viel zu klein gewordene Wohnung passt? AirBnB ist Teil des Zeitgeistes und damit unseres Alltags. Zudem lebt jede:r zehnte, arbeitende Berliner:in direkt oder indirekt vom Tourismus (wenn nicht gerade Pandemie ist). --- ### Mitmachen **Ab sofort** Einfach runterladen und vor Ort Stadtgeschichte erkunden, das geht mit den **neuen Audioguides der Gedenkstätte Berliner Mauer**, etwa als Themenführung “Flucht und Alltag” oder extra für Jugendliche ([mehr](https://www.tourguide-gbm.de/?ref=loky.news)). **30.03\. bis 14.04.** 100 Orte, 250 Veranstaltungen, 1 Tarifzone: Damit wirbt die Aktion **“Ab ins B”,** die uns zu den eher unbekannteren Highlights der Berliner Bezirke lockt ([mehr](https://abinsb.de/?ref=loky.news)). **Ab 8\. April** Die umtriebigen Gärtner:innen aus den **Bornholmer Gärten** kann man ab 8\. April wieder bei ihrer [RTLII-Dokusoap “Von Hecke zu Hecke”](https://www.rtl2.de/consent?targetUrl=%2Fsendungen%2Fvon-hecke-zu-hecke-bunte-beetgeschichten&oref=aHR0cHM6Ly93d3cuZ29vZ2xlLmNvbS8%3D&ref=loky.news) bewundern. Zur Gartensaison-Eröffnung am 27.04\. gibt es abends ein Live-Screening ([mehr](https://www.kleingartenverein-bornholm-1-ev.de/?ref=loky.news)). --- So ihr Lieben. Ihr habt’s geschafft, wir auch. In der nächsten Woche erholen wir uns vom Verzehr zu vieler, selbstredend veganer Ostereier. Nach den Ferien sind wir zurück. Macht’s euch schön, frohe Feiertage! Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-Labor #4 mit Kirschen, Kultur und Colosseum URL: https://www.loky.news/pbn-labor-4-mit-kirschen-kultur-und-colosseum/ Last updated: 2025-01-06T16:29:39.000Z ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/cf791c1a-c664-45bb-83da-9696adc1e31e/uploads/images/6bitrvymvd/2024-03-20_08.40.58.jpg) Guten Morgen, Hallo und Servus! Wir beginnen mit einem Servicehinweis: Es kann nicht mehr allzu lange dauern, bis auch die faulsten Obstbäume im Kiez ihre Blüten auspacken und am Mauerradweg wieder Instagrammer:innen auf Klappleitern steigen, um das beste Reel von der Kirschblüte zu produzieren. Traditionell sind die Bäume dort etwas später dran als etwa am Mauerpark, wo schon in dieser Woche großer Foto-Alarm herrschte. Welcher Boden unten, wie viel Sonne oben, und ob drum herum Beton oder eher Wiese ist, entscheidet über den Blühzeitpunkt. Sucht also schonmal den Selfie-Stick raus bzw. plant eure Umleitung, falls ihr die Strecke in Eile durchqueren müsst. Denn wenn der Kram blüht, ist erfahrungsgemäß für zwei Wochen kein Durchkommen mehr. ### Mitreden Manche Dinge kann man nicht oft genug sagen – etwa, dass wir die PBN gerade als Labor betreiben, damit am Ende ein Angebot herauskommt, das euren Bedürfnissen und Wünschen weitmöglichst entspricht. Entsprechend hervorrangend finde ich es, dass so viele von euch [in der vergangenen Woche](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/a0a1d9e1-820a-4bb2-a1b7-759637270f12?ref=loky.news) bei unserer kleinen Umfrage zur optimalen Länge von Meldungen mitgemacht haben. High Five! Leider haben wir statt eines klaren Ergebnisses eine Lektion in Demokratie erhalten: 60 Prozent fanden die Superkurzmeldungen völlig ausreichend. 40 Prozent nicht. 0,01 Prozent fanden kurz vertretbar, vermissten aber weiterführende Links, was komisch ist, weil es die gab. Wer solche technischen Probleme hat, meldet sich bitte, damit wir sie lösen können. Nun bin ich hier ja, siehe oben, euer Servicepersonal. Daher ist mein ausgleichender Vorschlag, in Zukunft manche Meldungen doch ein wenig ausführlicher zu machen. Manche nicht. Also in etwa so: **Sie bewundern das Problem, aber haben keine Lösungen.** So fasst die Initiative [Pankow gegen Verdrängung](https://pankow-gegen-verdraengung.wirbleibenalle.org/?ref=loky.news) den [Krisengipfel vom vergangenen Freitag](https://www.nd-aktuell.de/artikel/1180771.wohnungspolitik-berlin-sozialbindung-in-pankow-entfaellt.html?ref=loky.news) zusammen. Dort waren Mieter:innen mit Politiker:innen aus Land und Bezirk zusammengekommen, um über das **Problem der auslaufenden Sozialbindungen** zu sprechen. Nach dem Fall der Mauer bekamen Eigentümer:innen für die Sanierung ihrer Häuser staatliche Förderungen, wenn sie sich im Ausgleich für meist 30 Jahre zu günstigen Vermietungen verpflichteten. Diese 30 Jahre sind jetzt um; die Mieter:innen entsprechend besorgt. 1.700 Unterschriften wurden am Freitag übergeben. Die Politik ist mit der Situation auch nicht zufrieden, hat aber keine Ideen (bzw. kein Geld), um was zu tun, beklagt die Initiative. Die Hoffnung, dass sich das noch ändert, hat diese aber weiterhin. - Der geplante **Umbau der Hufelandstraße zur Fahrradstraße** [kommt nicht mehr in diesem Jahr. ](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/%5F%5F%5Ftmp/tmp/45081036/BMHaDX9yG7Wtl6M8w7xiIxufIaR4IB3HoaIRsvrJ/XlhVlpRi/44-Anlagen/03/attach%5F6E31.pdf?ref=loky.news)Es fehlen Personal für die Planungen und Geld für die gestiegenen Baukosten. - Pankows [Ausschuss für öffentliche Ordnung möchte](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6695&ref=loky.news), dass man **auch weiterhin vor Spätis sitzen** darf. Mit dieser Entscheidung stellt er sich gegen einen Vorschlag aus der Verwaltung, Tische und Stühle auf Gehwegen nur noch angemeldeten Gaststätten zu erlauben. Als nächstes muss die BVV in der Sache entscheiden. - Einen **Hilfskonvoi mit Spenden** möchte der Bezirk im Frühjahr in seine **ukrainische Partnerstadt Riwne**schicken. Gesucht werden Babynahrung und Jogginganzüge, aber auch Defibrillatoren ([mehr Infos hier](https://www.berlin.de/ba-pankow/ueber-den-bezirk/patenschaft/artikel.1290138.php?ref=loky.news)). Ich hoffe, das ist so für alle okay. Ansonsten schreibt mir gerne an [redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de](mailto:redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de). --- ### Thema der Woche: ### Konzerte, Karaoke, Kinderprogramm: Das Colosseum ist unser neues Kulturzentrum ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/cf791c1a-c664-45bb-83da-9696adc1e31e/uploads/images/f7udhshwrt/2024-03-18_13.52.39.jpeg) **Worum geht’s?** Heimlich, still und leise hat sich mitten in Prenzlauer Berg eine fette Event- und Konzertlocation etabliert. Das Colosseum hat seit kurzem einen langfristigen Mieter [namens Colosseum Event Berlin GmbH](https://www.colosseumberlin.com/?ref=loky.news), und der veranstaltet Lesungen mit Bjarne Mädel oder Miranda July, Konzerte von Julia Holter und Dagobert, aber auch eine Konferenz zur Zukunft der Ukraine in Europa mit 5000 Gästen, Karaoke-Sessions und Hörspielnachmittage für Kinder. **Warum ist das wichtig?** Mitten in Prenzlauer Berg, wo vermeintlich nichts mehr geht (Clubsterben, anyone?), gibt es nun in sieben Sälen Kulturprogramm, plus drei Säle Kino, und das dauerhaft. **Was zuvor geschah?** Ganz früher (im Sinne von 1894) war das Gebäude an der Schönhauser Allee mal ein Stall für die Pferde und Bahnen der Berliner Pferdestraßenbahn. Seit 1924 wird es als Kino genutzt. Doch in der Pandemie meldete der letzte Betreiber Insolvenz an; in der Folge geisterten diverse Wünsche und Vorstellungen (Erhalt als Kino, großer Umbau zum Eventzentrum, irgendwas mit Büros) durch Nachbarschaft und Lokalpolitik. Bereits im September 2023 eröffneten dann als vorübergehende Lösung drei Kinosäle wieder, betrieben vom Macher des Zoo Palasts. Der Rest des Gebäudes ging zur Zwischenmiete an drei Berliner Eventmenschen. Die haben nun einen dauerhaften Mietvertrag erhalten. **Was sagen die Macher?** “Im letzten September wollten wir hier ein Event umsetzten. Jetzt sind wir Betreiber”, meint David Boldt, der früher schon für die Columbiahalle und das Funkhaus arbeitete. Nun ist er mit zwei Freunden selbständig und hat mit eigenem Geld das frühere Kino so eingerichtet, dass es für Veranstaltungen und Konzerte nutzbar ist. Was bedeutet: Die Soundanlage im alten Kinosaal ist neu, damit dort in Clubatmosphäre Konzerte laufen können, der Popcorn-Teppich im Foyer ist aber der alte. Da kommt fast ein bisschen Berlin-in-den-1990ern-Zwischennutzungs-Feeling auf. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/cf791c1a-c664-45bb-83da-9696adc1e31e/uploads/images/ad5mjefmwx/2024-03-18_13.49.58.jpeg) Die Vision, die Boldt für den Standort hat, entspricht der Größe der Räume: Vorbilder sind das Harpa Konzert- und Konferenzzentrum in Reykjavík oder das Londoner Barbican Center, wo Kino, Konzerte, Kunst und Kongresse unter ein Dach passen. “Du schaffst es niemals, alle glücklich zu machen. Aber du kannst es versuchen”, sagt Boldt. Dabei ist das Konzert für Publikum aus ganz Berlin für ihn ebenso wichtig wie ein gutes Angebot für den Kiez, zu dessen kulturellem Anlaufpunkt das Colosseum werden soll. “Denkbar ist eigentlich alles mögliche.” Nur Raves schließt es aus. “Wir wollen ein gutes Verhältnis zur Nachbarschaft.” **Wie geht es weiter?** Jetzt muss sich der Standort natürlich erstmal etablieren. Künstler:innen mit Raumbedarf zu finden, sei schonmal nicht so schwer, meint Boldt. Anders ist es mit einer staatlichen Förderung, die er sich gut etwa für Veranstaltungsreihen mit gesellschaftlichem Nutzen vorstellen kann. Seine Liste mit Ideen für den Ort ist lang. Für die Umsetzung hat er nun Zeit. ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/cf791c1a-c664-45bb-83da-9696adc1e31e/uploads/images/t25bdt3h64/2024-03-18_13.04.26.jpeg) --- ### Machen **Donnerstag, 21.03., 17 Uhr** **“Prekärer Prenzlauer Berg”** klingt komisch, aber unser Viertel war früher stark von Armut geprägt. Der **Stadtspaziergang** auf Spurensuche startet am Ernst-Thälmann-Denkmal (2 Std., keine Anmeldung nötig, 5-12 Euro nach Ermessen, [berliner-spurensuche.de](http://www.berliner-spurensuche.de/?ref=loky.news)). **Samstag, 23.03., 10-15 Uhr** Bücher, Blumensamen und Kinderprogramm gibt es beim **Bücherbasar mit Samentauschbörse** in der [Bibliothek am Wasserturm](https://www.berlin.de/kultur-und-tickets/tipps/kinder/8741024-2186128-buecherbasar-mit-samentauschboerse.html?ref=loky.news). **Ab sofort** Bock auf Natur? Der [**Berliner Umweltkalender** ](https://www.umweltkalender-berlin.de/?ref=loky.news)weiß, wo man gerade Biber besuchen oder Tipps zur Balkonbepflanzung abholen kann. --- Habt noch eine schöne Woche und bis nächstes Mal, Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten PS: Danke allen, die im letzte Newsletter mitgemacht und eine Lunch-Empfehlung ausgesprochen haben! Das hier ist unsere aktuelle Karte mit günstigen Lunch-Spots im Viertel. Wer noch welche vorschlagen möchte, kann das [hier](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSdj5wRhgYoQdB6I2CdUovp8Vy0cVfnEIToIOGeoPLAaB52P4g/viewform?ref=loky.news) tun. ### PBN-Labor #3 ohne Fische und Hochhäuser, aber mit Mittagessen URL: https://www.loky.news/pbn-labor-3-ohne-fische-und-hochhauser-aber-mit-mittagessen/ Last updated: 2025-01-06T16:30:35.000Z _This post is for subscribers only._ ### PBN-Labor #2 mit Frauen, Wurst und der M1 URL: https://www.loky.news/pbn-labor-2-mit-frauen-wurst-und-der-m1/ Last updated: 2025-01-06T16:31:09.000Z # *Leute, der Frühling, es wird!!* Hallo! Wie schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Wir befinden uns in Woche zwei unserer kleinen, gemeinsamen Reise Richtung Zukunft der PBN sowie einen Tag vor den Feierlichkeiten zu “Ich möchte nicht, dass mein Mann mir im Haushalt hilft. Es reich völlig, wenn er seine 50 Prozent macht”. Aus diesem Anlass steht uns ein längeres Wochenende bevor, und da wir uns hier komplett dem Servicegedanken verschrieben haben, kommen zuallererst ein paar Tipps für alle, denen gerade erst aufgefallen ist, dass morgen Feiertag ist. Service zum Serviceteil: Die S-Bahn streikt noch bis Freitagmittag. ### Mitmachen **Ab Donnerstag, 07.03.** Einmal hin, diverse **Kurzfilme** drin, und die sind sogar alle in diesem Jahr für den Oscar nominiert. Das Lichtblick Kino in der Kastanienallee zeigt die gebündelten Werke noch bis Mittwoch ([Termine](https://lichtblick-kino.org/reihe/24-03-oscar-shorts-2024/?ref=loky.news)). **Freitag, 08.03, 19.45 Uhr** **Astronomie** – noch so ein Bereich, in dem Frauen viel geleistet haben, die heute keiner kennt. “Hidden Stars. Wie Frauen die Sterne entdeckten” [im Zeiss-Großplanetarium ](https://www.planetarium.berlin/veranstaltungen/hidden-stars-wie-frauen-die-sterne-entdeckten?ref=loky.news)klärt auf. **Freitag, 08.03., 10-18 Uhr** **Kostenlose Spezialführungen**, die mit feministischer Perspektive auf die beiden Sonderausstellungen zu Wolf Biermann und alternativer Geschichte (“Roads not Taken”) blicken, bietet das [Deutsche Historische Museum ](https://www.dhm.de/nachricht/programm-zum-internationalen-frauentag-1/?ref=loky.news)(bekannt durch seine Lage vor den Toren des Prenzlauer Bergs). **Immer** Andererseits sind drei freie Tage die beste Gelegenheit für alle, die es noch nicht getan haben, endlich **“Capital B”** wegzubingen. Die fünfteilige Doku über Berlin seit dem Mauerfall erklärt einfach sehr, sehr gut, warum heute alles so ist, wie es ist (verfügbar [in der Arte-Mediathek](https://www.arte.tv/de/videos/RC-024312/capital-b/?ref=loky.news)). --- ### Wochenthema: Die umgekehrte Salami An dieser Stelle wird es Zeit, dass wir über Wurst sprechen, konkreter Salami. Im allgemeinen Sprachgebrauch assoziiert man mit dieser eine Taktik, bei der Wahrheiten nur scheibchenweise enthüllt werden, bis irgendwann alle Feinheiten der Wurst in Einzelscheiben offen daliegen. Genau andersherum läuft es bei einer Art der Berichterstattung, die ich persönlich Die umgekehrte Salami nenne und die wir Journalist:innen gerne nutzen, um sich langsam entwickelnde Prozesse zu begleiten. Scheibchen für Scheibchen kleben wir Artikel an Artikel, bis sich irgendwann das ganze Bild bzw. die ganze Wurst daraus ergibt. Konkrete Beispiele dafür sind die 1.002 Berichte über die geplanten Baumaßnahmen am Jahn-Sportpark / die marode Brücke an der Schönhauser Allee / Oliver Pochers Beziehungsstatus. Das ist toll, weil Die umgekehrte Salami Prozesse wahnsinnig transparent macht und alle bestens beschäftigt, die Nachrichtenschnipsel-Verfolgen beruflich machen oder über zu viel Tagesfreizeit verfügen, seit Richter Alexander Hold nicht mehr läuft. Viele andere schaffen es aber einfach nicht mehr, alles ständig im Blick zu behalten und schalten irgendwann komplett ab. Im Rahmen dieses Labors möchten wir uns gerne einer Lösung dieses Problems annähern. Ein Thema, bei dem man gerne automatisch weiterscrollt, hört auf den Namen Kiezblocks. Ständig gibt es neue Informationen, was jetzt wo genehmigt aber noch nicht umgesetzt wurde, weil Winter / Geldmangel / Kreuzkrötenfund. Aktuell zum Beispiel der Beschluss, auch Bötzow-, Kastanien- und Vinetakiez verkehrszuberuhigen [aus der vergangenen Woche.](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/posts/212398b6-1b77-40b3-bcc5-ae286df5d57b?ref=loky.news) Die Idee ist, die zentralen Informationen an einem Ort übersichtlich zu bündeln, der sich aktualisieren und erweitern lässt. Einen ersten Aufschlag zu besagten Kiezblocks findet ihr hier: Für alle, die gerne wissen, was sie hinter dem Klick erwartet, präsentiere ich diese Teaser-Screenshots: ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/a736eeaf-16c1-4d2c-a5eb-95355e9604da/uploads/images/h7c3ceslwt/Bildschirmfoto_2024-03-06_um_14.41.49.png) ![](https://assets.steadyhq.com/production/post/a736eeaf-16c1-4d2c-a5eb-95355e9604da/uploads/images/m4ktcwxfan/Bildschirmfoto_2024-03-06_um_14.42.09.png) Das ist, wie gesagt, nur ein erster Aufschlag. Die wichtigste Frage ist erstmal, ob ihr sowas überhaupt wollt? Wollt ihr? Ich freue mich über Feedback, aber auch alternative Ideen und Wünsche unter → [redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de](mailto:redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de). Das Ganze entbindet uns jedoch nicht von einzelnen Artikeln, die sich weiterhin zu großen Themen aufdrängen werden, deren Essenz dann wiederum in die Überblicksgrafik fließt. Heute senden wir in dieser Reihe: ### Warum dauert das mit den Kiezblocks so lange?! **Worum geht’s?** In Pankow wird ein neuer Kiezblock nach dem nächsten beschlossen, aber der Bezirk bekommt die einfach nicht auf die Straße. Aktuell läuft noch die Evaluierung des ersten Projektes im Weißenseer Komponistenviertel. Am Arnimkiez wird seit dem vergangenen Jahr herumgeplant, aber zu sehen ist noch nichts. In der Pipeline warten derweil bereits vier weitere Kieze; andere sollen folgen. **Warum ist das wichtig?** Nichts ermüdet mehr als der Anblick von Verwaltung, die nicht aus dem Knick kommt. Wenn man Misanthrop:innen und Nicht-Wähler:innen heranziehen möchte, dann so. Zudem zeigt die Forschung, dass die Akzeptanz für solche Veränderungen in der Nachbarschaft höher ist, wenn sich alle gut informiert fühlen. Bei Entwicklungen im Schneckentempo ist das schwer zu erreichen. **Was sagen Expert:innen?** Christine Ahrend ist Verkehrsplanerin an der TU Berlin, Cornelius Bechtler (Grüne) Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung. Ich habe mit beiden gesprochen und einige zentrale Gründe für die ewigen Wartezeiten identifiziert. - Ein Kiezblock ist nicht einfach nur ein Poller, sondern ein komplexes, an die jeweilige Nachbarschaft anzupassendes System. Das, Bonus-Level, derzeit in der Straßenverkehrsordnung so (noch) nicht vorgesehen ist. Jede Planung muss daher individuell von Hand gemacht werden. Allerdings gibt es mit der Zeit Lerneffekte. Der achte Kiezblock plant sich schneller als der erste. - In ganz Pankow gibt es aktuell einen Verkehrsplaner, der bereits gut ausgelastet ist und die Kiezblock-Planung on top absolviert. - Die Finanzierung läuft über einzelne Förderungen, die mal vom Bund, vom Land oder dem Bezirk selbst kommen und immer wieder neu beantragt – und genehmigt – werden müssen. - Nach dem politischen Beschluss für einen Kiezblock startet in der Verwaltung eine Kaskade an Vorgängen, von der konkreten Planung über Ausschreibungen und Bürgerbeteiligung bis hin zur Evaluation. Das braucht alles Zeit. **Wie geht es weiter?** Der Bezirk könnte den Turbo bei den Kiezblocks zünden, wenn er mehr Personal und eine gesicherte Finanzierung hätte, etwa als fester Bestandteil des Haushalts. Auch eine Integration in die Straßenverkehrsordnung könnte helfen. Für den Verkehrsminister von der FDP und die Verkehrssenatorin von der CDU hat die Verkehrsberuhigung jedoch derzeit keine oberste Priorität. Der grüne Stadtrat auf Bezirksebene sitzt am kürzesten Hebel. Fürs Erste hilft nur Geduld (die man ja immer leichter aufbringt, wenn man weiß, warum etwas lange dauert. Ich hoffe, das hier hilft). --- Fehlt da nicht noch was? Ach ja, ### Mitreden Wenn im kommenden Jahr die Sanierung der S-Bahn-Brücke an der Schönhauser Allee beginnt, droht einer **Sperrung der M1 für mehrere Jahre**. Die Pankower Lokalpolitik hat nun eine [Debatte](https://www.berliner-zeitung.de/b-history/100-jahre-weltstadt-berlin/schoenhauser-allee-wird-mehrere-jahre-lang-saniert-was-geschieht-mit-der-m1-li.2193244?ref=loky.news) angestoßen, ob man die Tram nicht doch umleiten könne? Die BVG plant aktuell mit Schienenersatzverkehr mit Bussen. (Ganz recht, diese Brückensanierung ist auch so ein Salami-Thema, dem wir uns bald intensiver widmen wollen.) Berlin sollte, trotz Volksentscheids, die **Deutsche Wohnen und andere große Immobilienbesitzer:innen besser nicht enteignen**. Das empfiehlt ein neues Gutachten des Landesrechnugnshofs. Die Entschädigungszahlungen wären so hoch, dass damit entweder ein riesiges Loch in den Landeshaushalt gerissen würde – oder die Mieten als Ausgleich massiv angehoben werden müssten, [so das Gutachten. ](https://taz.de/Neues-Gutachten-zu-Enteignung/!5993681/?ref=loky.news)Eine Expert:innenkommission hatte die Enteignung [im vergangenen Jahr ](https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2023/06/abschlussbericht-berliner-expertenkommission-vergesellschaftung-wohnungen-medienbericht.html?ref=loky.news)für zumindest rechtlich möglich erklärt. In der vergangenen Woche war der **Volkspark Prenzlauer Berg** für einen Tag gesperrt, nachdem ein Hund dort einen **menschlichen Oberschenkel gefunden** hatte. Mittlerweile ist die Leiche identifiziert und [die Mordkommission ermittelt.](https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2024/03/berlin-oberschenkel-volkspark-mann-identifiziert.html?ref=loky.news) Vorwarnung für alle, die das lange Wochenende mit ihren Kindern mit einem **Zoo- oder Tierparkbesuch** überbrücken wollen: Die Tageskarten sind **massiv teurer** geworden: Erwachsene zahlen an der Kasse vor Ort jetzt 24,50 Euro. Sparfüchse buchen vorher [online](https://shop.zoo-berlin.de/de/categories/7?ref=loky.news). Da kosten die Tickets weiterhin ab 15,50 Euro (Betonung auf “ab”. Für Sonntag gibt’s gerade noch welche für 18,85 Euro #frühbucherrabatt). --- That’s it. Macht’s euch schön in den nächsten Tagen, das Wetter schreit danach, und wir melden uns wieder bei euch, aber meldet euch auch gerne vorher bei uns! Juliane von den Prenzlauer Berg Nachrichten ### PBN-Labor #1 mit zu vielen Kita-Plätzen URL: https://www.loky.news/pbn-labor-1-mit-zu-vielen-kita-platzen/ Last updated: 2025-01-06T16:06:19.000Z _This post is for subscribers only._ ### Zurück in die Zukunft URL: https://www.loky.news/zurueck-in-die-zukunft/ Last updated: 2025-01-06T16:07:37.000Z _This post is for paying subscribers only._ ### #Aufbruch. URL: https://www.loky.news/aufbruch/ Last updated: 2025-01-06T16:07:56.000Z _This post is for paying subscribers only._ ### Strassenfeger droht das Aus URL: https://www.loky.news/strassenfeger-droht-das-aus/ Last updated: 2025-03-20T18:08:17.000Z ## Bis zu 11.000 Übernachtungen für obdachlose Menschen ermöglicht der „Strassenfeger“ jährlich. Doch der Verein muss seine Notunterkunft räumen. Nun wurde die Frist für den Auszug verlängert, die schwierige Suche nach Räumen bleibt. --- Tagsüber ist es ruhig in der Storkower Straße 139c. Kaum ein Mensch hält sich hier auf, nur ab und zu ist der Verkehr der Hauptstraße zu hören. Zwischen 18 Uhr abends und 8 Uhr morgens ist im Erdgeschoss des Gebäudes plötzlich Leben. Hier befinden sich mehrere kleine Räume, eine Küche, sanitäre Anlagen. Die Einrichtung ist einfach. Dennoch finden hier täglich bis zu 30 [obdachlose und wohnungslose Menschen ein Bett für die Nacht](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/obdachlosenunterkunft/?ref=loky.news). Essen und eine Dusche gibt es auch. Der „Strassenfeger e.V.“ betreibt hier im Auftrag des Landes Berlin eine Notunterkunft. Fast jede Nacht sind die Betten voll belegt. Doch der Verein muss die Räume verlassen, weil das Gebäude saniert werden soll. Findet der „Strassenfeger“ keine neue Immobilie, fehlen in Berlin jährlich rund 11.000 Schlafplätze. Auch dem Verein droht dann das Aus, befürchten die beiden Vorsitzenden Tanja Schmidt und Samyr Bouallagui. **Langjähriges Rumgedümpel** Seit 1994 hilft der „Strassenfeger“ Menschen, Wege aus ihrer Notsituation zu finden. Er betreibt nicht nur die Notübernachtung in der Storkower Straße, sondern gibt auch das „Strassenfeger MAG“ heraus. Mit der „Gesunden Übrigküche“ versorgt er Menschen täglich mit frisch gekochten Mahlzeiten aus Lebensmittelspenden und in der Oderberger Straße 12 stellt er Wohnungen zu bezahlbaren Mieten zur Verfügung. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2024/02/2024-01-15_strassenfeger_Zimmer-1024x768.jpg) Beim „Strassenfeger“ erhalten obdachlose Menschen ein Bett für die Nacht. / Foto Christina Heuschen Seit 2020 wisse der [„Strassenfeger“](https://strassenfeger.org/?ref=loky.news), dass er irgendwann aus dem landeseigenen Gebäude ausziehen müsse, sagt Bouallagui. Trotz mehrerer Anfragen nach einer anderen Immobilie, sei der Verein immer wieder vertröstet worden. Im vergangenen Jahr erhielt der Verein die überraschende Nachricht, dass er bereits im Juni 2024 ausziehen müsse. Aber die Wohnungsnot und die steigenden Preise machen die Suche nach neuen Räumlichkeiten schwierig. Immerhin sei die Frist nun bis Ende des Jahres verlängert worden, berichtet Schmidt. „Wir erleben ein ständiges Rumgedümpel. Aber das ganze Verzögern geht nicht“, kritisiert sie. Einzelne Politiker\*innen helfen bei der Suche nach einem neuen Quartier. Doch sie und ihr Kollege fordern, dass der Senat endlich handelt und bei der Suche eines Ersatzquartiers unterstützt. **Strassenfeger möchte im Bezirk bleiben** Am liebsten möchte der „Strassenfeger“ im Bezirk bleiben. Die Erfahrung zeigt, dass das auch nötig ist. Obdachlose Menschen hielten sich nach dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf vor allem in Pankow auf, erklärt Bouallagui. Viele seien lediglich im Bezirk, weil sie dort bereits Kontakte hätten und Unterstützung fänden. „Wir sind die einzige Notübernachtung im Bezirk, die es nicht nur ganzjährig gibt, sondern die auch Sozialarbeit leistet“, sagt Bouallagui. Müsste die Notschlafstelle an einen anderen Ort ohne gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr umziehen, würde vielen Menschen eine Anlaufstelle fehlen. **Neues Gebäude in Aussicht** Deshalb hatte der Verein vor einiger Zeit vorgeschlagen, dass die Notunterkunft in eine andere Immobilie in der Storkower Straße 101 umziehen könne. Dort entsteht ein Ausweichquartier für Geflüchtete, die zurzeit in demselben Gebäude wohnen, in dem sich auch die Notunterkunft findet. Vergangene Woche war dies Thema im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Der Verein konnte seine Situation schildern. Tatsächlich soll nun der Umzug an die vorgeschlagene Adresse geprüft werden, berichtet Schmidt. Wenn der „Strassenfeger“ aber nicht bald eine Bleibe findet, müsse der Verein das Projekt abwickeln. ### Direkt aus der BVV URL: https://www.loky.news/direkt-aus-der-bvv-2/ Last updated: 2025-03-20T18:08:17.000Z ## Windräder, Parkverbot und Streit mit der AfD-Fraktion: Worüber die Bezirksverordnetenversammlung in der ersten Sitzung des Jahres diskutierte – und worüber nicht. --- Es war die erste Bezirksverordnetenversammlung im neuen Jahr, und trotzdem wirkten die Verordneten bereits erschöpft: Abgesehen von einer längeren Diskussion um geplante Windkraftanlagen im Bucher Forst waren sich die Bezirkspolitiker\*innen in vielen Dingen ungewöhnlich einig. Vor allem auch darin, keine Bürgerdeputierten auf Vorschlag der AfD zu wählen. In der Sitzung im Dezember war die Fraktion bereits in drei Wahlgängen damit gescheitert, ihre sechs vorgeschlagenen Personen in den verschiedenen Ausschüssen unterzubringen. Am Mittwoch scheiterten sie im ersten Wahlgang erneut, woraufhin Fraktionsvorsitzender Daniel Krüger einen zweiten Wahlgang beantragte. Bezirksverordnetenvorsteher Oliver Jütting (Grüne) genehmigte diesen, aber mit deutlichen Worten: „Die Tendenz geht in dieser BVV dazu, dass immer weniger Verordnete zustimmen. Deshalb denke ich nicht, dass diese BVV die von Ihnen vorgeschlagenen Personen wählen wird und ein dritter Wahlgang Sinn ergibt.“ Auch im zweiten Wahlgang lehnte die überwiegende Mehrheit der BVV die Bürgerdeputierten ab. Aber nur die überwiegende: mindestens drei Verordnete aus anderen Fraktionen müssen den Vorschlägen der AfD zugestimmt haben. Auf Antrag der AfD hatte die Wahl nicht öffentlich stattgefunden. **Immobilie dringend gesucht** Einigkeit herrschte auch rund um die prekäre Situation des Straßenfegers: Der Verein muss bis Mitte des Jahres das Gebäude in der Storkower Straße 139c räumen, in dem sich eine Notunterkunft für obdachlose Menschen befindet. Das Gebäude soll saniert und in eine Unterkunft für Geflüchtete geändert werden. „Für die Immobilie ist das Land Berlin zuständig, das hat in den vergangenen Wochen aber wenig gemacht“, sagte Helene Bond (Grüne). Das Bezirksamt solle sich stärker an der Suche nach einer Ersatzimmobilie beteiligen, forderte die Fraktion gemeinsam mit der Fraktion der Linken und der Gruppe der FDP. Das sehe sie anders, konterte Fraktionsvorsitzende Denise Bittner (CDU): Der Bezirk sei kein Immobilienmakler, auch habe es sehr wohl Unterstützung gegeben. „Wir stimmen dem Antrag trotzdem zu, denn der Straßenfeger braucht ein Signal auch aus diesem Haus“, so Bittner. **Ein Stadtplatz für den Bötzowkiez** Und sonst? Weil Autofahrer\*innen immer häufiger das Parkverbot vor Ein- und Ausfahrten in den eng bebauten Gründerzeitvierteln ignorieren, hat die BSR verstärkt Probleme, die Mülltonnen zu leeren. Einstimmig beschloss die BVV daher den Antrag der SPD, zusätzlich zu den Parkverbotsbereichen Fahrradbügel aufzustellen, um das illegale Parken zu verhindern. Außerdem soll an der Kreuzung von Hufelandstraße und Am Friedrichshain soll im Zusammenhang mit der aktuell für 2025 geplanten Umwidmung der Hufelandstraße zur Fahrradstraße ein „Stadtplatz“ entstehen. Wie dieser genau aussehen soll, dürfen Anwohner\*innen in einem Werkstattverfahren mitentscheiden. ### Ein Seismograph des Viertels URL: https://www.loky.news/ein-seismograph-des-viertels/ Last updated: 2025-03-20T18:08:17.000Z ## Menschen mit der Stadt vereinen, ist die Mission von Carsten Meyer von der Initiative Pro Kiez Bötzowviertel. Wie er sich das vorstellt, zeigt sein Video über eine verbesserte Ampelschaltung der Tram 10. --- Es ist winterlich kalt, eine dünne Schneedecke liegt wie eine Zuckerschicht über dem Stierbrunnen am Arnswalder Platz. Ich bin auf dem Weg zu Carsten Meyer, der sich seit vielen Jahren im [Bötzow-Kiez](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/07/02/acht-jahrzehnte-boetzowviertel/?ref=loky.news) engagiert. Meyer ist 73 Jahre alt, sein Haar ist zu einem sauberen Seitenscheitel gekämmt, fast als ob er frisch vom Friseur kommt. Die Haare sind weiß wie Schnee. Selbstironisch äußert er: „Man weiß ja, alten weißen Männern kann man nicht trauen.“ Ihm schon. Carsten Meyer ist äußerst gastfreundlich. Während er in der offenen Küche Kaffee vorbereitet, erzählt er schnell und viel. Es gibt auch einiges über sein ehrenamtliches Engagement in diversen Initiativen zu erzählen. “Es sollte für jeden Menschen erstrebenswert sein, sich sozial zu engagieren”, sagt er. Er selbst arbeitete schon als junger Mann nach dem Abitur in einer ehrenamtlichen Initiative in Bremen mit. Er sei sensibel für Störungen in der Stadt, im sozialen Gefüge, sowie im technischen Ablauf, erzählt er. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Von Bremen nach Berlin** Der ehemalige Lehrer drückt sich gepflegt aus. Englische Sätze kommen wie selbstverständlich über seine Lippen: „It keep’s you mind flexibel.“ Es ist kein künstlicher Jugend-Slang, sondern Teil seines Wortschatzes. Schon zur Schulzeit ist er Fan von englisch-sprachiger Popmusik. Sein Englisch-Lehrer am Jungen-Gymnasium in Bremen ist ihm ein Vorbild. Eigentlich möchte er Architektur studieren, jedoch rät das Arbeitsamt ab. So wird es Anglistik und Sozialwissenschaften. Als angehender Lehrer lebt er mit Unterbrechung drei Jahre in Großbritannien. Obwohl er dem Ratschlag des Arbeitsamtes zur Studienwahl folgt, findet er nicht direkt nach dem Abschluss einen Job. Daher arbeitet er erstmal bei der Interessengemeinschaft Bremer Haus zur Denkmalpflege mit – unentgeltlich. So kann er sein Interesse für Architektur doch mit einer Aufgabe verbinden. Auch heute noch reist er häufiger nach Bremen und bringt danach Ideen für die Stadtentwicklung nach Berlin mit. **Vorschläge für die Verkehrswende** “Aus Bremen bin ich gewohnt, dass die Bahn durchrauscht.” Wie genau er sich das für die Berliner Tram vorstellt, zeigt sein Video „Tram M10: Im Stop-and-Go zur Verkehrswende“. Sein Vorschlag für eine verbesserte Ampelschaltung entlang der Strecke trifft im Netz auf Resonanz. Auch aus dem Ausland melden sich Personen und bekunden Interesse. Über die Jahre ist Carsten Meyer zum Experten für Stadtentwicklung geworden. Die Rückmeldungen von Straßenbahnfahrer\*innen und Städteplaner\*innen aus der Schweiz verdeutlichen ihm das. Es erfüllt ihn mit Stolz, dass das selbstgedrehte Video, Ergebnis wochenlanger Recherchen, Aufnahmen und Zuschneidens, so viele Reaktionen bekommt. In wenigen Tagen haben über 6.000 Menschen das Video angesehen. „Viele Sachen, die ich mache, sind total stressig. Aber das ist dann wie Basteln. Da tüftle und tüftle ich.” Eine kleine Szene, ein sogenannter Take, kann schon mal zwei Arbeitstage in Anspruch nehmen. Dabei sieht seine Altbauwohnung gar nicht nach Tüftler aus. Eher wie aus einem Architektur-Katalog für gelungene Wohnungssanierung. Hier lebt er seit 2003 mit seinem Lebensgefährten. „Solche Wohnungen gibt es nur in Berlin.” **Die Hoffnung bleibt** Seit vielen Jahren wirkt Carsten Meyer bei der Bürger\*inneninitiative [ProKiez Bötzowviertel e.V.](https://www.prokiez.de/?ref=loky.news) aktiv mit. Die Initiative vertritt die Interessen der Nachbarschaft gegenüber Politik und Verwaltung. Egal ob es um die GartenInitiative vom [Arnswalder Platz](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/09/26/der-boetzowkiez-im-wandel/?ref=loky.news) oder die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse geht. Auch im Jederman-Chor singt er mit. 2024 will er die Mehrweg-“Böcher“, die es bereits seit zwei Jahren gibt, stärker verbreiten. Ein ausgeprochenes Herzensprojekt war für ihn die Umgestaltung des Gedenkgartens für Peter Josef Lenné und Gustav Meyer, der im Juni 2022 eröffnet wurde. Bis heute gibt es an den Stelen kein Graffiti. Sensationell, findet Carsten Meyer. Das weckt seine Hoffnung, dass die Menschen bei besonders schönen Dingen doch Respekt haben und sie nicht beschmieren. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2024/01/Lenne-1024x768.jpg) Carsten Meyer freut sich besonders über den Gedenkgarten für Peter Josef Lenné und Gustav Meyer. / Foto: Manuela Stark Die sogenannte Alltagsgewöhnung kennt er nicht und wünscht er sich auch nicht. Er reist gerne in andere europäische Städte und fotografiert dort alltägliche Dinge. Wie wird dort der Müll entsorgt? Wie werden Bürger\*innen über Baustellen informiert? Ein Vorbild ist für ihn Madrid, das den Verkehr in der Innenstadt reduziert. Oder die Niederlande: “Die sind da krass drauf, was Strafandrohung angeht.” Besonders beeindrucken ihn die neuen Fahrradparkhäuser in Amsterdam. „Dann komme ich wieder nach Berlin mit einem geschärften Blick für das, was nicht läuft und vielleicht auch das, was gut läuft“, sagt er und lacht wieder. Er sei umweltpolitisch aktiv, habe Veränderungswillen und schöpfe aus Defiziten Kampfbereitschaft und Kraft. Von Wutbürger\*innen distanziert er sich aber deutlich. Auf konstruktiven Umgang legt er großen Wert. **Trotz Niederlagen im Einsatz** Aber nicht immer sind derartige Initiativen erfolgreich. Es fällt ihm offensichtlich schwer, über die Fällung der Eschen in der Kniprodestraße zu sprechen. Auf die Frage, wie es sich anfühlt, wenn jahrelange Bemühungen ins Leere laufen, muss Carsten Meyer tief durchatmen. „Es ist eine ganz große Enttäuschung und Desillusion mit der Politik entstanden.“ Nach langer und aufreibender Auseinandersetzung mit der Bezirksverwaltung sieht er diese Initiative als gescheitert an. Besonders traurig macht ihn dabei der persönliche Angriff auf seine Person, die seine Intention ins Gegenteil verdreht. Kritisieren sei erlaubt. Aber man solle nicht in diesem Status verharren, sagt er. Lieber vorschlagen, was besser gemacht werden kann, warum und im Idealfall auch wie. **Ein Aktivist, der immer weitermacht** So wie [in seinem Video](https://www.youtube.com/watch?v=kQwiC029-rg&ref=loky.news). Die neueste Initiative ist seit wenigen Tagen online und zeigt, wie die Fahrzeit der M10 durch eine verbesserte Ampelsteuerung von 35 Minuten um circa 13 Minuten verkürzt werden kann. Dafür müssten an 14 Stellen die Tram Priorität erhalten. Wie unsicher die Lage für Fußgänger\*innen ist, zeigt das Video auch. Während Carsten Meyer in die Kamera spricht, fährt eine Straßenbahn in die Haltestelle ein. Flugs springt noch eine Fußgängerin über die Absperrung, um die Tram zu erreichen. Carsten Meyer ist Seismograph und Dokumentar der Stadt. Und natürlich auch Fahrrad-Aktivist: „Man muss Rahmenbedingungen schaffen, dass sich Kinder und Ältere sicher auf ihr Fahrrad setzen können. Das ist in Berlin ganz oft nicht der Fall.“ Die Bearbeitung von Videos ist für ihn meditativ und beruhigend, im Gegensatz zu den vielen selbstgewählten Initiativen. Es wird wohl nicht das letzte sein. Titelfoto: Frank Brunhorn ### Wohngebiet statt Wasserspaß URL: https://www.loky.news/wohngebiet-statt-wasserspass/ Last updated: 2025-03-20T18:08:17.000Z ## Im Dezember kaufte das Land Berlin das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) für einen symbolischen Euro zurück. Jetzt ist klar: Die Gebäude werden abgerissen. --- Selten hat eine Nachricht so viele Emotionen ausgelöst: „Ich hatte dort eine schöne Zeit als Heranwachsender – es gehörte fest zu meinem Freizeitalltag. Schlittschuh laufen mit Disco-Music und Wettbewerben für ein Eintrittsticket (habe ich fast immer gewonnen), im Sommer Rollschuh laufen, schwimmen, Volleyballkurs, Tischtennis und auch Fitnesstraining“, kommentiert ein Leser auf Facebook. „Wir waren dort als Kinder Eislaufen und Schwimmen. Ikonisch auch das Café, von dem man auf die Sportler herabschauen konnte. Wir haben uns die ganze Zeit gewünscht, dass es wieder zu altem Glanz erstrahlt, jedes Mal, wenn wir vorbeigefahren sind, haben wir die Daumen gedrückt“, schreibt jemand anderes. Anfang Dezember hatten wir über den [Rückkauf des Sport- und Erholungszentrums (SEZ)](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/12/05/nie-wieder-wellenbad/?ref=loky.news) an der Landsberger Allee berichtet. Ende des Jahres hatte der Bundesgerichtshof die Nichtzulassungsbeschwerde des Investors abgelehnt. Damit wurde das Urteil des Kammergerichts von 2022 rechtskräftig: Das Land Berlin darf das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) an der Landsberger Allee zurückkaufen – für den symbolischen Euro, den auch der Unternehmer aus Leipzig 2002 gezahlt hatte. Dieser hatte sich damals verpflichtet, den Sportbetrieb aufrechtzuerhalten, war dem aber nicht nachgekommen. Seit Jahren ist ein Großteil der Gebäude ungenutzt. **500 neue Wohnungen** Aus einer Anfrage des Abgeordneten Damiano Valgolio (Linke) geht jetzt hervor, was in Zukunft mit dem Gelände passieren wird: „Der Senat beabsichtigt, den vom Abgeordnetenhaus am 13\. Dezember 2018 beschlossenen und durch Frau Senatorin Lompscher festgesetzten Bebauungsplan umzusetzen“, heißt es in der Antwort der Finanzverwaltung. Derzeit erfolgen Abstimmungen mit Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte. Geplant ist der Bau von rund 500 Wohnungen sowie einer Schule, die zur Linderung des Schulplatzmangels in Berlin beitragen soll. Um diese Vorhaben umzusetzen, müssen jedoch die Bestandsgebäude abgerissen werden. Die „Bausubstanz“ solle allerdings, um die CO₂-Belastung für den Neubau gering zu halten, wiederverwertet werden. Die Gebäude stehen nicht unter Denkmalschutz – und die frühere gesetzliche Regelung zur sportlichen Nutzung ist bereits seit 2002 außer Kraft. Titelbild: Gerd Danigel , ddr-fotograf.de ### Weihnachten allein in Prenzlauer Berg URL: https://www.loky.news/weihnachten-allein-in-prenzlauer-berg-5/ Last updated: 2025-03-20T18:09:23.000Z ## Ihr rauscht Weihnachten nicht von Familienfest zu Familienfest, sondern bleibt allein zuhause? Alle Jahre wieder sammeln wir für euch Ideen, wie ihr die Feiertage entspannt im Kiez verbringen könnt. --- ## Kirche & Krippenspiel „Weihnachten ist für die meisten Menschen das schönste Fest des Jahres, und dennoch geschieht oft alles auf den letzten Drücker. Viele Menschen verbinden Weihnachten nur noch mit Stress und Qualen: Abgehetzt durch die Geschäfte toben, um die notwendigen, immer teurer werdenden Geschenke zu besorgen. Aber in einer Zeit rasender Geschwindigkeit brauchen wir Dinge, die uns innehalten lassen. Eine winterliche Welt feiert den Durchbruch der Liebe und der Hoffnung“, heißt es beim [Ballhaus Ost auf der Pappelallee](https://www.ballhausost.de/das-krippenspiel/?pos=702&ref=loky.news). Am Heiligabend findet das traditionelle Krippenspiel statt, mit Aufführungen um 11, 12, 13 und 14 Uhr. Der Eintritt ist frei, die Plätze sind auf 130 Personen begrenzt. Auch in der [evangelischen Gethsemanekirche](https://ekpn.de/termine/?etID=571134&dest=extern&until=yes&q=&ref=loky.news) gibt es am 24\. Dezember ein Krippenspiel, einmal um 14:30 Uhr und einmal um 16:30 Uhr. Im [Stadtkloster Segen](https://ekpn.de/termine/?etID=576975&dest=extern&until=yes&q=&ref=loky.news) wird das Krippenspiel um 15 Uhr aufgeführt, in der [evangelischen Immanuel-Gemeinde](https://immanuelgemeinde.de/page/129/advents-und-weihnachtszeit-immanuel?ref=loky.news) um 14 Uhr und 16 Uhr. Im [Elias-Kuppelsaal](https://ekpn.de/termine/?etID=434069&dest=extern&until=yes&q=&ref=loky.news) in der Göhrener Straße kommen alle, die nicht alleine zu Hause bleiben wollen, um 18 Uhr zu einer Kiezweihnachtsfeier zusammen. Auch hier gibt es ein Krippenspiel zum Mitmachen. ## Kneipen & Parties „Everybody dance now!“ Im [Duncker Club](https://www.dunckerclub.de/start.html?ref=loky.news) könnt ihr an Heiligabend auf eine Zeitreise gehen: Ab 22 Uhr steigt dort unter dem Titel „Need you tonight“ die ultimative 80er-Jahre-Party. Die [Kirche von Unten](https://kvu-berlin.de/event/kvu-weihnachtskonzert/?ref=loky.news) in der Storkower Straße organisiert um 19 Uhr ein Weihnachtskonzert. ## Museum, Theater & Kino Das [Museum in der Kulturbrauerei](https://www.hdg.de/museum-in-der-kulturbrauerei?ref=loky.news) hat an Heiligabend geschlossen, aber am 1\. und 2\. Weihnachtsfeiertag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das [Hexenberg Ensemble](https://pfefferberg-theater.de/spielplan/maerchen/?ref=loky.news) steht auch Weihnachten nicht still und zeigt an allen drei Tagen Klassiker aus dem Märchenrepertoire: An Heiligabend läuft um 19 Uhr „Fischer un sin Fru & Der gestiefelte Kater“. Am 25\. Dezember könnt ihr um 17 Uhr „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren & Der gestiefelte Kater“ und um 20:30 Uhr „Schneewittchen & The Sleeping Beautys“ schauen. Und am 26\. Dezember läuft um 17 Uhr „Fischer un sin Fru & Schneewittchen“ und um 19 Uhr „Aschenbrödel & Der gestiefelte Kater“. Tickets kosten 18–19 Euro. Im [Filmtheater am Friedrichshain](https://www.yorck.de/specials/heilige-previewnacht?ref=loky.news) findet an Heiligabend endlich wieder die „Heilige Previewnacht“ statt: Ab 17:15 Uhr zeigt das Kino fünf Filme, die in den nächsten Wochen starten. Dazu gibt es ein Begrüßungsgetränk und ein veganes Menü. Der Eintritt kostet 49 Euro. Das [Kino in der Kulturbrauerei](https://www.cinestar.de/berlin-kino-in-der-kulturbrauerei?ref=loky.news) hat an den Feiertagen ebenfalls geöffnet. Das [Lichtblick-Kino](https://lichtblick-kino.org/anselm-das-rauschen-der-zeit/?ref=loky.news) macht eine kurze Pause und startet am 26\. Dezember um 15:30 Uhr mit „Anselm – Das Rauschen der Zeit“ von Wim Wenders. ## Wellness Zu kalt allein? Die [Olivin Sauna](http://www.olivin-berlin.com/?ref=loky.news) am Pfefferberg heizt wieder ab dem 26\. Dezember und öffnet von 12 bis 24 Uhr. Wer ein paar Bahnen ziehen möchte, kann dies über die Feiertage im [Hotel Oderberger](https://www.hotel-oderberger.berlin/bad/?ref=loky.news) tun: Das Schwimmbad ist täglich von 7 bis 21 Uhr geöffnet. --- ## Die Redaktion verabschiedet sich an dieser Stelle in die Winterpause! Wir sind ab dem 8\. Januar wieder für euch da. Bis dahin wünschen wir euch eine ruhige und gemütliche Weihnachtszeit und einen fluffigen Übergang in das neue Jahr! ### Spielzeugpaten dringend gesucht URL: https://www.loky.news/spielzeugpaten-dringend-gesucht/ Last updated: 2025-03-20T18:07:47.000Z ## Ein Leben für Spielzeug: Philipp Schünemann hat alles in seinen Laden in der Choriner Straße investiert. Doch nun könnte bald Schluss sein. --- ## Dies ist ein Text aus unserem Schwerpunkt [„Leute im Kiez“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/alltag/leute-im-kiez/?ref=loky.news) --- Der Laden fällt auf. Berge von Spielzeug quillen förmlich auf den Bordstein in der Choriner Straße. Zwei Frauen stehen vor dem Eingang zur Werkstatt von „Onkel Philipp“ und sehen sich interessiert einen Holzschlitten an. Zwar ist der Schnee von Anfang Dezember gestern längst wieder geschmolzen, aber vielleicht schneit es ja noch einmal. Eine der beiden Frauen geht in den Laden hinein. Dort türmt sich Spielzeug bis unter die Decke: von Sesamstraße-Figuren über Teletubbies bis zu Paw-Patrol gibt es hier etwas für alle Generationen. Mittendrin sitzt Onkel Philipp auf einem kleinen Holzbrett mit Polster. Er erhebt sich lächelnd zur Begrüßung. Das kleine Marmeladenbrötchen vor ihm isst er später. Kundschaft hat Vorrang, egal welches Alter. Er fragt die Frau, ob sie Interesse an seinem kleinen DDR-Spielzeug-Museum hat. Ohne die Antwort abzuwarten, zeigt er auf eine kleine schwarze Schiebetür in Hüfthöhe und spricht mit leicht verstellter Stimme: „Mr. Gorbatschow – Open this grave” … brrrrrchchhh. Ding! Eine Ostmark Eintritt.“ Die Ostmark hat er auch gleich parat. ![Spielzeug](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/12/IMG_1530-1024x768.jpg) In der Choriner Straße steht das Spielzeug bis auf den Bürgersteig / Foto: Manuela Stark Diese Szene spielt sich mehrmals am Tag ab und ist sinnbildlich für diesen Laden: Das Geld bringen nicht nur die Kundinnen und Kunden mit. Onkel Philipp hat jeden Cent in den Laden investiert und dabei ein bescheidenes Leben geführt. Die Spielzeugwerkstatt in der Choriner Straße ist nicht auf Profit ausgelegt. Auch hier macht sich bemerkbar, dass 60 Prozent der Deutschen Spielzeug im Internet kaufen. Die Zahl der Einzelhändler nimmt kontinuierlich ab. Aber Onkel Philips Werkstatt ist nicht einfach nur ein Spielzeugladen. Kinder kommen nach der Schule hierher, um günstig Spielzeug zu kaufen. Eine Art Tante-Emma-Laden, nur ohne Lebensmittel. Es gibt neues und gebrauchtes Spielzeug zu sehr niedrigen Preisen. **Spielzeugwerkstatt, später Museum** 1997 eröffnet Philipp Schünemann die Werkstatt mit dem Schwerpunkt auf der Reparatur von Spielzeug. Nach und nach geben Nachbar\*innen immer mehr Spielzeug aus dem Osten ab. „Das kannst du nicht verscherbeln, das musst du aufheben“, denkt sich der heute 54-Jährige und sammelt erstmal, was er nicht verkauft. „Natürlich haben sie auch nach neuem Spielzeug gefragt. So habe ich immer mehr Firmen ins Programm aufgenommen.“ 2002 vergrößert er seine Ladenfläche und stellt das Spielzeug aus dem Osten auch aus. Die Werkstatt mit Verkaufsraum ist nun gleichzeitig ein Museum. Besucher\*innen ziehen sich Pantoffeln über, um die nagelneuen Dielen zu schonen. Mit der Zeit ist nicht mehr klar, welches Spielzeug zu verkaufen ist und welches nicht. Daher verlagert er das Museum in den Keller, sozusagen in ein Spielzeug-Grab. Es ist offensichtlich, dass Philipp mit dem Laden nicht das große Geschäft machen will, sondern seinem Lebenstraum folgt. „Ich habe irgendwann nach dem Studium gesagt: Ich kann nicht in einer großen Firma arbeiten. Der Gedanke war so schrecklich, dass ich da mein Leben lang bleiben muss. Aus Verzweiflung habe ich mich noch während meiner Diplomarbeit an einer Schauspielschule beworben.“ Das hat leider nicht geklappt, obwohl seine szenischen Einlagen in der Werkstatt durchaus bühnenreif sind. **Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft** Als er Mitte der 1990er-Jahre ein ferngesteuertes Auto repariert, kommt ihm die Idee, ein eigenes Unternehmen für Spielzeug zu eröffnen. So erfüllt er sich den Traum, mit Kindern zu arbeiten. Sein Studium der Verfahrens- und Umwelttechnik spiegelt sich in seinem Laden ebenfalls wider: Mit dem Verkauf von gebrauchtem Spielzeug möchte er ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzen. Seine Kund\*innen wissen das zu schätzen, wie auch in den Google Bewertungen zu lesen ist. Dem ferngesteuerten Auto baut er einen Verbrennermotor mit Propeller ein. Auch die Insassen, Pink Panter und Fraggle-Figuren, lassen sich per Fernsteuerung bewegen. „Dabei hatte ich so viel Spaß, dass ich mir gesagt habe, das muss mein Job sein“, erzählt er. Fast verpönt fühlt es sich an, mit ihm über Kosten und Umsatz zu sprechen. So sehr hat sich Onkel Philipp der guten Sache verschrieben. Aber nun muss er sich um seine Altersvorsorge kümmern und die richtigen Weichen für die nächsten Jahre stellen. Die Hälfte des Ladens ist Eigentum, die andere Hälfte ist gemietet. Die Miete ist seit Jahren auf einem freundschaftlichen Niveau geblieben. Hoffentlich bleibt es dabei. Um sich im Alter finanziell abzusichern, müsste er aber seinen Teil des Ladens vermieten und nicht selbst nutzen. Die Verkaufszahlen sinken, die Kosten für die Krankenkasse steigen. Es ist ein Dilemma. ![Spielzeug](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/12/IMG_1533-1024x768.jpg) Hier gibt es Spielzeug für alle Altersklassen / Foto: Manuela Stark Es müsste einen Nachfolger geben, der den Laden übernehmen möchte. Oder eine Kooperation, zum Beispiel mit einer Stiftung für behinderte Kinder. Onkel Philipp könnte sie und andere Mitarbeiter anleiten, Spielzeug zu reparieren. Denkbar ist auch, eine Förderung für das Museum zu beantragen. Dazu hat er sich aber noch nicht durchgerungen. Vor einem Jahr fragte RTL2 an, ob Onkel Philipp bei der DokuSoap „Die Retourenjäger“ mitmachen wolle. Die Teilnehmer versuchen, zurückgegebene Ware weiterzuverkaufen. Er hat sich nicht zurückgemeldet. Zu kommerziell. Er könnte doch in einer viel kreativeren Sendung mitwirken wie: „Retten Sie den heruntergekommenen Laden“ oder „Ein Onkel dreht durch“, sagt er. Das würde ihn auch seinem frühen Traum Schauspieler zu werden wieder näher bringen. **Ehrenamtliche Mitarbeiter\*innen gesucht** Die ehemaligen festen Mitarbeiter\*innen Tuppi und Hans sind schon seit einigen Jahren nicht mehr dabei. Aufgrund einer Sommerflaute musste er beide entlassen. Die Corona-Jahre waren auch nicht einfach. Vor großen Veränderungen scheut er noch zurück. Er braucht aber Unterstützung, das ist klar. Er hätte gerne weitere ehrenamtliche Unterstützer\*innen, wie zur Zeit Andreas, Constance oder Jutta. Sie kümmern sich als Ehrenamtliche um kleine Bereiche im Laden. Für die Spielecke, die Babyecke und vielleicht auch noch für die Autoecke sucht er Patinnen und Paten. Es sind Menschen, die ein bisschen Ordnung schaffen. Wenn sie Zeit haben, kommen sie vorbei und helfen ein wenig, zu sortieren. Spenden möchte er als Gewerbebetrieb nicht annehmen. Er sei ja nicht bedürftig, sagt er. Recycling, Verkauf und unterirdisches Museum: In Onkel Philipps Spielzeugladen auf der Choriner Straße verschmelzen Zeit und Raum in einem Meer von Spielzeug für Kinder und Erwachsene, für Sammler und Käufer. Doch wie lange es diese Spielzeuginsel noch geben wird, ist fraglich. Titelbild: „Onkel Philipp“ inmitten seines Spielzeugladens / Foto: Manuela Stark ### Prenzlauer Berg verschenken URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-verschenken/ Last updated: 2025-03-20T18:08:50.000Z ## Heiligabend naht mit großen Schritten – und ihr sucht noch ein passendes Geschenk mit Bezug zu Prenzlauer Berg? In der Redaktion haben wir ein paar Tipps für euch zusammengestellt. --- ## Julia empfiehlt: Prenzlauer Berg ist ein vergleichsweise junger Stadtteil (und ehemaliger Bezirk). Erst Ende des 19\. Jahrhunderts entstanden die Altbauviertel, wie wir sie heute kennen. Wer fotografische Zeitreisen mag, liegt mit dem historischen Kalender von Prenzlauer Berg für 2024 richtig: Er zeigt zwölf Fotografien aus den Kiezen, die zwischen 1900 und 1960 aufgenommen wurden. Der Kalender kostet 22 Euro und ist in Buchhandlungen erhältlich sowie [hier online bestellbar](https://tobios.de/products/berlin-prenzlauer-berg-2024?ref=loky.news). Ebenfalls von der Geschichte Berlins handelt das Buch „[In einem alten Haus](https://www.gerstenberg-verlag.de/Kinderbuch/Sachbuch/In-einem-alten-Haus-in-Berlin.html?listtype=search&searchparam=kathrin%20wolf%20Isabel%20Kreitz%20In%20einem%20alten%20Haus%20in%20Berlin&ref=loky.news#tab%5Fauthors)“ von Kathrin Wolf und Isabel Kreitz. Es beschreibt die Veränderung der Stadt beginnend ab 1871, als die Apothekerfamilie Schwartz in eine Wohnung in der Beletage zieht. Die herrschaftliche Wohnung wird zum Schauplatz der politischen Wirren bis in die heutige Zeit. Geeignet ist das Buch für Kinder ab 10 Jahren. Erhältlich ist es im Buchhandel sowie über den Verlag, es kostet 28 Euro. ## Christina empfiehlt: Eure Freund\*innen oder Verwandten haben schon alles? Dann schenkt ihnen etwas Zeit. Verbringt einen Abend zusammen und schaut euch die besten [Filme aus Prenzlauer Berg](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/04/19/film-ab-in-prenzlauer-berg/?ref=loky.news) an, kocht etwas oder geht gemeinsam zu einer Lesung. Vor allem Menschen mit Kindern freuen sich über ein bisschen Zeit für sich. Die könnt ihr ihnen einfach schenken, indem ihr euch einmal oder vielleicht sogar regelmäßig um ihre Kinder kümmert. Anstatt euren Lieben zu Weihnachten etwas Materielles zu schenken, könnt ihr in ihrem Namen eine Spende machen. Wählt einen Verein oder einen Zweck aus, der der beschenkten Person am Herzen liegt. So habt ihr nicht nur ein Geschenk, über das sie sich freut, sondern ihr tut auch noch etwas Gutes. Im Bezirk Pankow gibt es viele Initiativen und Vereine, die wichtige Arbeit leisten. Die [Frauenkreise](https://www.frauenkreise-berlin.de/freund-innenkreis?ref=loky.news) setzen sich beispielsweise für die [Gleichstellung von Frauen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/08/im-kampf-fuer-frauen/?ref=loky.news) ein, das [Frauenzentrum Paula Panke](https://www.paula-panke.de/ueber-uns/mitmachen/spenden/?ref=loky.news) berät sie in rechtlichen, sozialen und psychischen Konfliktsituationen und bietet Schutz, wenn sie und ihre Kinder [häusliche Gewalt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/11/24/raus-aus-der-gewaltspirale/?ref=loky.news) erleben, der Verein „Total Plural“ bekämpft [Rassismus in Prenzlauer Berg](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/05/11/mit-den-grimms-gegen-rassismus/?ref=loky.news) und [Xochicuicatl](http://www.xochicuicatl.de/language/de/uber-uns/spenden/?ref=loky.news) unterstützt [Migrantinnen in Berlin](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/04/26/migration-ist-trauerarbeit/?ref=loky.news). ## Peter empfiehlt: Der letzte Roman von Jenny Erpenbeck (schon im Taschenbuch erhältlich) heißt „[Kairos](https://www.penguin.de/Taschenbuch/Kairos/Jenny-Erpenbeck/Penguin/e606753.rhd?ref=loky.news)“, nach dem Gott des richtigen Augenblicks. Er steht für die Chance, die man ergreift, bevor sie vorbeigezogen ist. So geht es wahrscheinlich auch den beiden Hauptfiguren Katharina und Hans. Sie ist 19, er Mitte 50 und verheiratet. Beide begegnen sich Ende der 80er Jahre in Berlin und kommen die nächsten Jahre nicht mehr voneinander los. Die DDR ist dem Untergang geweiht und in dieser politischen Umbruchphase führen beide ein Verhältnis zwischen Nähe und Distanz, Wahrheit und Lüge, Misstrauen und Hoffnung, Macht und Gewalt. Es ist ein rasanter Liebesroman, ein Roman, der sich wie ein Krimi liest, voller Spannung, Dramatik und Ruhelosigkeit. Der Roman kostet 22 Euro als Hardcover und 14 Euro als Taschenbuch. Ein Buch, das auch im Berlin der 80er Jahre beginnt, ist „[Simone](https://www.aufbau-verlage.de/aufbau/simone/978-3-351-03985-1?ref=loky.news)“ von Anja Reich. In dieser Zeit lernen sich zwei junge Frauen kennen, werden Freundinnen und werden in Ostberlin erwachsen, eben jene Simone und die Autorin. Dann fällt die Mauer und der politische Umbruch verändert, wie so oft, auch die Beziehungen zwischen Menschen. Beide Frauen verlieren sich zwar nie ganz aus den Augen, aber jede lebt erst einmal ihr Leben. Und dann nimmt Simone sich das Leben. Und Anja, die inzwischen eine bekannte Journalistin ist, hat nun ein Buch über diese Freundschaft und die Suche nach Antworten geschrieben. Sie spricht mit Angehörigen, Freunden und Experten, liest Briefe, Tagebücher und Dokumente. Ihr gelingt damit ein persönliches Buch über das Aufwachsen in der DDR und der Zeit nach dem Mauerfall. Es kostet 23 Euro. ## Sebastian empfiehlt: Meer, Landschaft und Hinkelsteine muss man sich leider dazudenken – aber ansonsten schmecken die Gallettes und Crêpes bei „[Suzette](https://www.suzetteberlin.de/?ref=loky.news)“ in der Pappelallee 15 genauso fantastisch wie in der Bretagne. Und zwar in herzhaft, z. B. mit Schinken, Emmentaler und Ei (La Complète), wie auch in süß. Besonders die Crêpe caramel beurre salé maison mit bretonischer Salzkaramell erhöht die Kalorienbilanz zum Jahresende noch einmal ums Schönste. Natürlich ist eine Einladung aber auch im Sommer ein wundervolles Geschenk. Seit 2016 findet im September die Prenzlauerberginale statt: ein Filmfestival, bei dem selten gezeigte [Spielfilme und Dokumentationen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/04/19/film-ab-in-prenzlauer-berg/?ref=loky.news) laufen, die sich alle um den früheren Stadtbezirk drehen. Einige Raritäten, die dort zu sehen waren, gibt es für 11,95 EUR auch [auf DVD zu kaufen](https://www.prenzlauerberginale.berlin/product-page/prenzlauerberginale-die-zweite?ref=loky.news) und zu verschenken; darunter so interessante DDR-Zeitdokumente wie die Doku „Ein Haus in Berlin Prenzlauer Berg“ von 1980 oder ein Reiseführer des DDR-Fernsehens mit dem Titel „Tippeltips“. Wer gerne lange im Voraus plant, kann sich für die nächste Festivalausgabe im Filmtheater am Friedrichshain auch jetzt schon einmal den Newsletter bestellen. ## Die Redaktion empfiehlt: Natürlich darf auch die Prenzlette nicht fehlen. Ihr könnt auch in diesem Jahr wieder eine [Mitgliedschaft bei den Prenzlauer Berg Nachrichten](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/gift%5Fplans?ref=loky.news) verschenken! Das funktioniert ganz ohne Geschenkpapier und panische U-Bahn-Fahrten zu den verschiedenen Geschäften. ### Wann kommt Buschmann in die Puschen? URL: https://www.loky.news/wann-kommt-buschmann-in-die-puschen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:47.000Z ## Bis heute hat Bundesjustizminister Marco Buschmann zwei mietrechtliche Änderungen nicht umgesetzt, die Bestandteil des Koalitionsvertrags sind. Eine Hausgemeinschaft in der Kastanienallee setzt sich dagegen nun mit einem offenen Brief zur Wehr. --- Immer wieder kommt es am Prenzlauer Berg mit seinem bekannt [schwierigen Wohnungsmarkt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=mietmarkt&ref=loky.news) zu Mietkämpfen. Jetzt haben sich auch die Bewohner\*innen des Hauses in der Kastanienallee 10 zu Wort gemeldet und einen offenen Brief an Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) verfasst. Gegenstand sind zwei mietrechtliche Reformen, die die Ampelkoalition bei ihrem Antritt 2021 auf Betreiben der SPD vereinbart hat: Erstens soll die Mietpreisbremse bis 2029 verlängert werden, die ansonsten 2025 ausläuft. Diese gesetzliche Regelung sorgt dafür, dass Mieten bei neuen Mietverträgen höchstens zehn Prozent über ortsüblichen Vergleichsmieten liegen dürfen; Neubauten und sanierte Gebäude sind allerdings ausgenommen. Und zweitens soll die sogenannte Kappungsgrenze abgesenkt werden. Das bedeutet, dass Mieten in angespannten Wohnungsmärkten innerhalb von drei Jahren nur noch um maximal elf statt fünfzehn Prozent erhöht werden dürfen. Seitdem sind zwei Jahre vergangen – doch obwohl beide Reformen im Koalitionsvertrag stehen, sind sie noch immer nicht umgesetzt. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Politisches Druckmittel?** Im Gegenteil: Buschmann, in dessen Ressort die Änderungen fallen, scheint sie regelrecht zu blockieren. Dabei gilt es im politischen Berlin derzeit als offenes Geheimnis, dass er das nicht nur aus FDP-üblichen Vorbehalten gegenüber gesetzlichen Eingriffen in Marktprozesse tut, sondern auch, um ein Druckmittel gegen Innenministerin Nancy Faser (SPD) zu haben. Die will nämlich die Vorratsspeicherung verschärfen, um Sexualstraftäter\*innen im Netz leichter identifizieren zu können, was Buschmann vehement ablehnt. Unter Mieter\*innen ist derweil der Unmut über die Untätigkeit des Ministers gewachsen – so auch in der Kastanienallee 10\. „Wir würden gerne wieder Vertrauen in Ihre Arbeit als Justizminister haben und fordern Sie hiermit eindringlich auf, Ihrer Pflicht nachzukommen und endlich den notwendigen Gesetzentwurf zu erstellen und zur Abstimmung vorzulegen“, heißt es daher [in dem offenen Brief](https://twitter.com/KlingspohnMarco/status/1735662219327590641?s=20&ref=loky.news), den die Hausgemeinschaft Anfang Dezember verschickt hat. Konkreter Anlass sind dabei die letzten sowie die bevorstehenden Mieterhöhungen im Haus. Dessen Bindungsvertrag läuft demnächst aus. Damit fällt ab Frühjahr aber auch die Mietobergrenze weg, die hier bislang galt, weil die Modernisierung vom Land Berlin subventioniert wurde. Dass die Koalitionsvereinbarungen noch nicht umgesetzt sind, wird den Bewohner\*innen nun noch zusätzliche Kosten verursachen. Es sei daher „frustrierend und enttäuschend“, heißt es in dem offenen Brief weiter, „dass wir uns im Hinblick auf die Entwicklung unserer Mietkosten auf die Vereinbarungen der Koalition \[…\] verlassen haben.“ **Kostenspirale und Hilfsangebote** Allerdings geht es den Verfasser\*innen nicht nur um ihre eigene Situation. „Dass die Kappungsgrenze nicht gesenkt wird, lässt ja auch den Mietspiegel immer weiter steigen“, sagt Marco Klingspohn, der das Schreiben mitinitiiert hat. „Außerdem handelt es sich um eine Spirale nach oben. Wenn Mieten jetzt um fünfzehn statt um elf Prozent teurer werden, bezieht sich die nächste Steigerung wieder auf diese höhere Berechnungsgrundlage, und so weiter.“ Darüber hinaus liegen dem offenen Brief zwei weitere Motive zu Grunde. Zum einen wollen die Mieter\*innen konkret auf die beiden ausstehenden Reformen verweisen, ohne dies mit der Diskussion anderer mietrechtlicher Vorschläge zu vermischen. „Wir haben bewusst darauf verzichtet, zum Beispiel auf Indexmieten oder den Mietendeckel einzugehen. Wir wollen einfach, dass erst einmal erfüllt wird, was schon zugesagt ist“, erläutert Klingspohn weiter. **Immer wieder Proteste** Und zum anderen geht es ihnen darum, genau jetzt den öffentlichen Druck auf Buschmann zu erhöhen, damit die Änderungen überhaupt noch umgesetzt werden. Denn Tom Sello, der ebenfalls Mieter in der Kastanienallee 10 ist und als ehemaliger DDR-Bürgerrechtler und Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur die Mechanismen des Politikbetriebs genau kennt, weiß: „Wenn bestimmte Punkte, die in einem Koalitionsvertrag festgelegt sind, bis zur Mitte der Legislatur nicht angefasst worden sind, kann man ziemlich sicher sein, dass sie unter den Tisch fallen.“ Immerhin: Alleine sind die Verfasser\*innen mit diesen Anliegen mittlerweile nicht mehr. So protestierte am 08\. Dezember etwa die Kampagne Mietenstopp vor dem Justizministerium unter dem Motto „Tut es – jetzt!“ gegen die Reformblockade. Dabei bauten 20 Jurist\*innen eine „Gesetzesschmiede“ auf und erklärten: „Es müssen zwei Zahlen ausgetauscht werden. Offenbar benötigt das Justiziministerium dafür Unterstützung: Wir helfen gerne!“ Angenommen hat Buschmann die Hilfe allerdings noch nicht. Titelbild: Tom Sello (links) und Marco Klingspohn haben einen offenen Brief an Justiziminister Buschmann geschrieben / Foto: Sebastian Kirsch ### Eröffnung mit Mängelliste URL: https://www.loky.news/eroeffnung-mit-maengelliste/ Last updated: 2025-03-20T18:07:47.000Z ## Am Freitag weihte Stadtrat Jörn Pasternack (CDU) die Schuldrehscheibe an der Werneuchener Wiese mit einer feierlichen Rede ein. Doch von Eltern und Schüler\*innen hagelte es Protest. --- Nach nur 14 Monaten Bauzeit ist der Gebäudekomplex an der Kniprodestraße fertiggestellt: In den kommenden Jahren ziehen in die Schuldrehscheibe an der [Werneuchener Wiese](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/werneuchener-wiese/?ref=loky.news) verschiedene Schulgemeinschaften ein, damit ihre Bestandsgebäude saniert werden können. Den Anfang macht das Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium, das sich normalerweise in der Eugen-Schönhaar-Straße befindet und die Räume mit Beginn des Schuljahres bezogen hat. Rund 800 Schüler\*innen haben hier Platz. „Es ist ein wunderschönes und, wie ich finde, sehr gelungenes Gebäude geworden“, sagte [Bezirksstadtrat Jörn Pasternack](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/05/24/ich-will-keine-kaefighaltung-perfektionieren/?ref=loky.news) (CDU) bei der Eröffnung am Freitag. Die anwesenden Elternvertreter\*innen waren allerdings anderer Meinung: Sie hielten Protestplakate in die Höhe und unterbrachen die Rede des Stadtrats immer wieder mit lauten Zwischenrufen. Hier und da habe das Gebäude seine Krankheiten, sagte der Stadtrat, und dass er auf die Kritikpunkte später eingehen werde – was er dann in seiner weiteren Rede allerdings nicht tat. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Zu kalt, zu dreckig** Es gibt etliche Mängel, welche die Eltern und Schüler\*innen an der neu gebauten Schule festgestellt haben. Einige Räume könnten nicht benutzt werden, weil die Heizung nicht funktioniere, heißt es; auch die Turnhalle sei nicht beheizt. Die Brandschutztüren im Gebäude funktionierten nicht, die Jalousien an den Fenstern im Klassenraum ebenfalls nicht. Es gebe keine Lüftung in den Toiletten und den Chemie-Räumen, so dass keine Experimente durchgeführt werden könnten. Auch werde die Schule nur mangelhaft gereinigt. „Seit Wochen gibt es aufgrund von nicht behobenen Baumängeln gravierende Einschränkungen im Schulbetrieb“, sagt Bettina Bönisch, die den Elternprotest betreut. Am kommenden Mittwoch will sie die Mängelliste per Einwohnerfrage in die Bezirksverordnetenversammlung einbringen und von Jörn Pasternack beantworten lassen. Der äußerte sich am Freitag im Gespräch mit den Protestierenden dann doch noch zu der Sache: Die Behebung der einzelnen Mängel sei bereits in Auftrag gegeben, sagte er. Dass diese noch etwas dauern könne, liege unter anderem am Personalmangel in seiner Abteilung und den allgemeinen Lieferverzögerungen der Materialien, sagte er. Pasternak hatte seinerseits ebenfalls etwas zu kritisieren: Es sei schade, dass ihn seitens der Eltern nur die Vorwürfe an der Schuldrehscheibe erreicht hätten; Lob habe es bisher nicht gegeben. Titelbild: Schüler\*innen und Eltern protestieren im Vorfeld der Eröffnung der Schuldrehscheibe / Foto: Julia Schmitz ### Nie wieder Wellenbad URL: https://www.loky.news/nie-wieder-wellenbad/ Last updated: 2025-03-17T13:12:10.000Z _This post is for paying subscribers only._ ### Nur einen Katzenwurf entfernt URL: https://www.loky.news/nur-einen-katzenwurf-entfernt/ Last updated: 2025-03-20T18:07:47.000Z ## Die Künstlerin und Illustratorin Anna Gusella hat eine Vorliebe für Sprachspiele und Abstraktes. In ihrem Atelier an der Schönhauser Allee setzt sie diese in Bilder um. --- Das Atelier von Anna Gusella wirkt selbst an einem grauen, nebelverhangenen Herbsttag hell und freundlich. Rund um die Schreibtische stehen Pflanzen, an den Wänden hängen Siebdrucke und Litografien von befreundeten Künstler\*innen, in der Ecke steht ein großes, weiches Sofa. Die Künstlerin teilt sich die Räume in der ehemaligen Fabriketage in einem Hinterhof der Schönhauser Allee mit anderen Kreativen. Wir setzen uns mit einer Tasse Tee an den Tisch. Dass wir uns kennenlernten, verdanken wir einem Zufall: Die Deutsche Bahn hatte uns beiden aus Versehen den gleichen Sitzplatz auf dem Weg zur Frankfurter Buchmesse reserviert. Anna suchte sich einen anderen Platz am Fenster, ich vergaß den Vorfall. Bis wir auf der Messe plötzlich wieder voreinander standen – und feststellten, dass wir uns ein paar Wochen vorher tatsächlich schon einmal begegnet waren. Bei einer Abendveranstaltung mit mehreren Autor\*innen in Mitte hatte Anna ihr neues Buch „[Wolkentiere und Quadrat](https://kunstanstifter.de/buecher/wolkentiere-und-quadrat?ref=loky.news)“ vorgestellt. Darin erzählt sie die Geschichte einer kleinen Wolke, die diebischen Spaß daran hat, mit ihrer fluiden Form zu spielen: Mal ist sie ein Tannenbaum, mal ein Gugelhupf, mal sogar ein Quadrat. Doch die Sehnsucht nach einer noch größeren Veränderung bleibt. Sowohl der Text als auch die Bilder stammen von Anna. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Drehscheibe und Zeichenstift** Gezeichnet habe sie schon immer gerne, erzählt sie mir an diesem Morgen im Atelier. Als Kind sei sie, die in Friedrichshain aufwuchs, regelmäßig ins FEZ in der Wuhlheide gefahren. Dort gab es damals zahlreiche Kreativangebote für Kinder, unter anderem die Möglichkeit, mit Ton zu arbeiten. Beides hat Anna später zu ihrem Beruf gemacht. Sie begann ein Studium der Visuellen Kommunikation in Potsdam und beendete es an der Kunsthochschule Weißensee. Als Abschlussarbeit gestaltete sie ein kleines Buch, in dem sie „essenzielle Fragen“ sammelte und illustrierte: „Haben ‚nützliche’ Dinge mehr Wert? Sind wir die Summe unserer Erfahrungen? Sollte ich mehr Geheimnisse haben?“ ![Anna](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/11/IMG_2361-1024x768.jpeg) „Illustration ist mehr als nur ein Bild“, sagt Anna Gusella / Foto: Julia Schmitz **„Dein Ohr in Gottes Hand“** Seitdem illustriert sie Texte für Magazine wie die FAZ oder die New York Times, gestaltet Kartenspiele und Buchcover. 2022 entwickelte sie zum ersten Mal einen Wandkalender mit Redewendungen, die leicht daneben liegen: „Keine schlafenden Hühner wecken“, steht dort und: „Das ist nur einen Katzenwurf entfernt“. Die limitierte Auflage war schnell vergriffen; für das kommende Jahr hat sie eine neue Ausgabe entworfen. Sie zeichne genau so gerne mit Bleistift wie mit digitalen Zeichengeräten, erzählt sie mir. „Manche sagen, das digitale Zeichnen sei kein richtiges Zeichnen – aber ich muss es ja trotzdem können, oder?“ Auf ihren Reisen hat sie dennoch stets Zeichenblöcke und Buntstifte dabei. Ein Jahr lang war sie mit ihrem Partner im Bulli unterwegs, mit ihrem kleinen Hund fuhren sie unter anderem durch Georgien, Türkei, Griechenland, Spanien und Marokko. Ihre Skizzen sind weniger gegenständlich denn abstrakt, oft reduziert auf die Primärfarben. Auch ihre Siebdrucke und Linolschnitte kommen meistens mit zwei oder drei Farben aus. **Meditation an der Drehscheibe** Neben ihrer Tätigkeit als Illustratorin betreibt Anna ein kleines [Keramikstudio in der Hufelandstraße](https://www.kumuluskeramik.de/?ref=loky.news), in dem sie mit einer Freundin Kurse in Aufbaukeramik und an der Drehscheibe gibt. Ihre Woche teilt sie daher zwischen Atelier und Studio auf, an beiden Orten arbeitet sie viel mit den Händen. „An der Drehscheibe zu sitzen ist für mich wie Meditation“, sagt sie. Manchmal denkt sie dabei über neue Buchprojekte nach. Gerne würde sie als Nächstes ein Kinderbuch entwerfen, in dem sie Gerüche zeichnet. „Ich habe gelesen, dass Hunde mehrdimensional riechen können und die Welt hauptsächlich über ihre Nase wahrnehmen. Das fand ich spannend. Wie sehen Gerüche wohl aus?“ Auf das Ergebnis dürfen wir gespannt sein. **Titelbild: Anna Gusella in ihrem Studio. Aktuelle und vergangene Projekte der Illustratorin könnt ihr [auf ihrer Webseite](https://annagusella.de/?ref=loky.news) sehen / Foto: Julia Schmitz** ### Zwischen Stasi und Jugendweihe URL: https://www.loky.news/zwischen-stasi-und-jugendweihe/ Last updated: 2025-03-20T18:07:21.000Z ## Das Museum in der Kulturbrauerei vermittelt ein Bild vom Alltag in der DDR-Diktatur – mit all seinen Facetten. Ein Besuch zum 10-jährigen Jubiläum. --- Gleich hinter einer Glastür werden die Besucher\*innen von einer Ausstellungsaufsicht begrüßt: „Herzlich willkommen im Museum in der Kulturbrauerei. Wo wollen Sie hin? … “ Besucher\*innen der Sonderausstellung werden direkt in das ehemalige Schultheissgebäude um die Ecke geschickt. Wer tatsächlich in die Dauerausstellung möchte, beginnt den Rundgang im ersten Stock. Im Obergeschoss der Ausstellungsfläche herrscht reges Treiben. Überwiegend englisch sprechende Jugendliche amüsieren sich über die Ausstellungsstücke. Besonders beliebt ist es, ein Instagram-taugliches Selfie in der Amtsstube zu machen. Der Reihe nach setzen sie sich an den Schreibtisch aus den 70er-Jahren und nehmen den historischen Telefonhörer ans Ohr. Es ist das Büro eines Betriebs- und Kombinatsleiters, der für die Umsetzung der staatlichen Planung zuständig war. Auch der Rasierapparat „bebo sher“ trifft auf Interesse. Der Rasierapparat wurde von dem Maschinenbauer Bergmann-Borsig hergestellt. Nach anfänglichen Qualitätsmängeln entwickelte er sich zum Verkaufsschlager in der DDR. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Erinnerung an DDR verblasst** „35 Jahre nach dem Mauerfall ist die Erinnerung an die DDR sehr blass“, sagt der Museumsdirektor Mike Lukasch im Interview. Die Ausstellung will nicht die alten Gräben tiefer machen, sondern zeigen, dass viele Menschen von diesem System desillusioniert waren. Am 15\. November jährt sich die Ausstellung zum zehnten Mal. Gefeiert wurde bereits im September im Rahmen des jährlichen Kinderfestes in der Kulturbrauerei. ![Museum](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/11/IMG_3248-e1701160214536-1024x1024.jpg) Im Museum in der Kulturbrauerei ist das Büro eines LPG-Leiters zu sehen / Foto: Julia Schmitz Eigentlich wollte die Stiftung die Ausstellung modernisieren. „Wir hatten den Plan, im nächsten Jahr die Dauerausstellung zu erneuern. Tatsächlich ist dies Mittelkürzungen zum Opfer gefallen. Die aktuelle Diskussion um den Bundeshaushalt ist auch für uns ein Problem. Haushaltssperre heißt auch für uns Haushaltssperre. Wir müssen abwarten, was die nächsten Tage und Wochen bringen. Dann gucken wir, welche Projekte noch zu realisieren sind und welche nicht“, so Lukasch weiter. Er ist seit 2019 Direktor des Museums in der Kulturbrauerei. Die Ausstellung wird von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland kuratiert. In der Stiftung leitet Lukasch die Abteilung Berlin, zu der das Museum in der Kulturbrauerei und der Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße gehören. **Hauptsitz in Bonn** Den Grundstein legte bereits das sogenannte Amt für Informationsgestaltung (AIF) in der DDR. Es hatte ca. 160.000 Objekte von über 60 Designer\*innen zusammengetragen. „Da die Versorgung dieses Bestandes nicht mehr gesichert war, hat die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland den Bestand übernommen“, so der heutige Direktor. Sie hat einen Sammlungsbestand von über einer Million Objekten. Ab 1993 wurde in der Kulturbrauerei eine Mustersammlung von Industriedesign ausgestellt. Viele Objekte fanden keinen Platz und wanderten erstmal ins Depot. „Seit 2005 – 2006 sind wir mit der Erschließung des Bestandes beschäftigt. Es ist eine sehr große Aufgabe, daher noch anhaltend“, so Lukasch. Zum Teil könne man Objekte in der Dauerausstellung sehen, aber auch in Bonn und Leipzig, erläutert der Direktor. **Design versus Historie** Der Design-Fokus der 1990 gegründeten und 2005 aufgelösten Sammlung Industrielle Gestaltung ist mittlerweile verblasst. Das verwundert bei der eher historisch ausgerichteten Stiftung der Geschichte nicht. Zweimal im Jahr werden Fotoausstellungen gezeigt, wie zurzeit die Fotoausstellung „Niemandsland“. Auch sie ist in jedem Fall einen Besuch wert. Die für März 2024 geplante Ausstellung „Heavy Metal“ wird die Musikkultur in der DDR beleuchten. In der Dauerausstellung geht es um Themen, über die zu DDR-Zeiten wie heute in der Öffentlichkeit debattiert wurde und wird. Mütter gaben ihre Kinder wenige Monate nach der Geburt in eine Krippe, um wieder zu arbeiten. „Zum einen war die hohe Frauenerwerbsquote in der DDR nicht nur politisch gewünscht, sondern auch wirtschaftlich unabdingbar“, erläutert das Buch zur Ausstellung, das leider derzeit vergriffen ist. Zu sehen ist auch der doppelreihige Kinderwagen, den Kindergärtner\*innen vor allem am Prenzlauer Berg mit fröhlichen Kids hinter sich herziehen. **Alltag in der Diktatur** Die Freizeitgestaltung spielte eine wichtige Rolle, auch oder obwohl der autoritäre Staat hier mitwirkte. Zu sehen ist das Notizbuch eines Fußballtrainers, der die Torerfolge seines Nachwuchstalentes dokumentiert. Michael Ballack wurde später erfolgreicher Fußballnationalspieler. Jugendweihe, Einschulung mit Schultüte und nicht zu vergessen das Paket zu Weihnachten von der Verwandtschaft aus dem Westen. Die Akte eines Stern-Reporters zeigt, wie umfassende die Staatssicherheit Menschen auch in Westdeutschland bespitzelte. Die Ausstellung schafft den Spagat zwischen Kritik am politischen System und der Vermittlung eines durchaus lebenswerten Alltag in einer Gemeinschaft. Für die einen sind es Erinnerungen aus dem eigenen Leben, für die anderen ist es eine Zeitreise in eine unbekannte Vergangenheit. Der Umgang der BRD mit der ehemaligen DDR spiegelt sich auch in der Historie des Museums wider. Vieles lagert noch ein, ist verborgen und wartet darauf, entdeckt zu werden. Hoffentlich können in den nächsten Jahren weitere Objekte aus dem Bestand der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Inzwischen ist es im Museum stiller geworden. Die Gruppe Jugendlicher ist gegangen. Die verbliebenen Gäste schlendern in aller Ruhe an den Schaufenstern vorbei und hängen ihren Gedanken nach. Vielleicht besuchen sie nächstes Wochenende die Fotoausstellung Niemandsland. **Das [Museum in der Kulturbrauerei](https://www.hdg.de/museum-in-der-kulturbrauerei?ref=loky.news) ist Dienstag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr geöffnet, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.** Titelbild: Dauerausstellung im Museum in der Kulturbrauerei © Stiftung Haus der Geschichte/Christoph Petras ### Raus aus der Gewaltspirale URL: https://www.loky.news/raus-aus-der-gewaltspirale/ Last updated: 2025-03-20T18:08:17.000Z ## Die Fälle häuslicher Gewalt nehmen zu. Präventionsprojekte wie das Frauenzentrum „Paula Panke“ könnten dagegen helfen, doch sie kämpfen seit Jahren um mehr Geld. --- Er will nur wissen, was sie macht. Die Frage scheint harmlos. Also antwortet sie ihm, aber er glaubt ihr nicht. Die Fragen werden immer präziser: Mit wem, wo und wann? Irgendwann beschimpft er sie und durchsucht ihre Sachen. Viel später tritt und schlägt er sie. Er entschuldigt sich sofort, sie verzeiht ihm. Doch kurz darauf fängt alles wieder von vorne an. Die Verdächtigungen, die Beschimpfungen, die Kontrolle, die Schläge. Immer wieder. Für eine Menge Frauen gehören solche oder ähnliche Erlebnisse zu ihrem Alltag, oft geschehen sie zuhause im Verborgenen. „Das Problem ist häufig, dass viele Frauen anfangs gar nicht wissen, dass sie von Gewalt betroffen sind“, sagt Nadja Bungard von [„Paula Panke“](https://www.paula-panke.de/?ref=loky.news). Das Frauenzentrum im Bezirk Pankow berät Frauen bezirksübergreifend in rechtlichen, sozialen und psychischen Konfliktsituationen und bietet Schutz, wenn sie und ihre Kinder häusliche Gewalt erleben. Erst wenn sie ein blaues Auge haben, realisieren viele Frauen, dass sie sich in einer toxischen Beziehung befinden, erklärt Bungard. [Häusliche Gewalt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/haeusliche-gewalt/?ref=loky.news) beginne aber viel früher. Sie sei ein Prozess, der sich über Jahre von der psychischen Gewalt oder dem finanziellen Druck bis zur körperlichen Gewalt steigern könne. Das erschwert es Frauen, sich aus der Gewaltspirale zu befreien. Dass viele Menschen die Warnsignale übersehen, habe auch mit patriarchalen Machtstrukturen zu tun, erklärt eine Kollegin von Bungard, die Frauen in Zufluchtswohnungen betreut. Um diese besser schützen zu können, möchte sie ihren Namen nicht nennen. „Ich denke, dass kennen fast alle Frauen und ich will mich da nicht ausschließen“, sagt sie. **Häusliche Gewalt Alltag in Deutschland** Dass die Arbeit der beiden Frauen nötig ist, zeigt das aktuelle Lagebild des Bundeskriminalamtes zur häuslichen Gewalt. Im Jahr 2022 erfasste die Polizei demnach 240.547 Opfer häuslicher Gewalt, das sind 8,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Rund 71 Prozent der Betroffenen waren Frauen und in ungefähr 76 Prozent der Fälle waren die Täter Männer – bei der Mehrheit handelte es sich bei dem Täter um einen (ehemaligen) Partner. Auch in Berlin verzeichnet die Polizei immer mehr Delikte partnerschaftlicher Gewalt und Tötungen von Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Die Zahlen dürften jedoch weitaus höher liegen, da die Statistiken nur die bei der Polizei angezeigten Fälle erfasst. Einige Frauen zeigen die Täter aus Angst oder Scham nicht an. **Große Nachfrage nach Schutzplätzen** Oft dauert es Jahre, bis sich Betroffene an Beratungsstellen wie „Paula Panke“ wenden. Die meisten Anfragen erhalten Bungard und ihre Kolleginnen über die [Hotline der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG)](https://www.big-hotline.de/?ref=loky.news). Manchmal kommen Frauen auch, weil sie an einer der Veranstaltungen des Frauenzentrums teilgenommen haben oder weil sie über Freund\*innen davon gehört haben. Im vergangenen Jahr haben so sechs Frauen mit neun Kindern Schutz in einer der Zufluchtswohnungen von „Paula Panke“ gefunden. In diesem Jahr waren es bis Ende Oktober bereits zehn Frauen und elf Kinder. Anfragen gebe es jedoch deutlich mehr, berichtet Bungard. Allein in diesem Jahr habe das Frauenzentrum 66 Anfragen für einen Schutzplatz erhalten. Doch den hohen Bedarf kann „Paula Panke“ nicht allein decken. Manche Frauen bleiben nur wenige Tage, die meisten aber mehrere Wochen oder Monate in einer der Zufluchtswohnungen. In dieser Zeit helfen Sozialarbeiterinnen ihnen, bürokratische Hürden zu überwinden. Sie beantworten rechtliche Fragen, unterstützen bei finanziellen Problemen. Vor allem aber arbeiten sie mit den Betroffenen das Erlebte auf und ermutigen sie, eine neue Lebensperspektive zu entwickeln. **Gravierende Defizite in Deutschland** Dass dies möglich ist, soll die Istanbul-Konvention sicherstellen. In Deutschland ist sie 2018 in Kraft getreten und in nationales Recht umgesetzt worden. Die Bundesregierung hat sich damit verpflichtet, Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu verhindern und zu bekämpfen sowie Betroffene durch umfassende Präventionsmaßnahmen zu schützen. Doch bei der Umsetzung sieht der Europarat in Deutschland gravierende Defizite. Frauenhäuser und Beratungsstellen seien sehr ungleich verteilt und gerade in ländlichen Gegenden rar gesät, teilte die Expert\*innengruppe des Europarates zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (GREVIO) in einem Bericht im vergangenen Jahr mit. In größeren Städten gebe es zwar grundsätzlich Beratungsangebote für die meisten Formen von Gewalt, oft hätten diese aber lange Wartelisten. GREVIO rügte in seinem Bericht außerdem, dass gewalttätige Väter in Deutschland ein Sorge- oder Besuchsrecht erhielten, ohne dass Sicherheitsbedenken der Frauen oder Kinder ausreichend berücksichtigt würden. Zusätzlich müsste es mehr Schulungen geben, damit Menschen, die mit Opfern oder Tätern von Gewalt zu tun haben, diese auch erkennen können. **Mehr Prävention nötig** Feministische Zentren und Empowerment-Projekte weisen seit Jahren auf diese Probleme hin. Erst Anfang September erklärte BIG-Geschäftsführerin Doris Felbinger, dass es nicht ausreiche, Schutzplätze auszubauen. Diese bekämpften nur die Symptome und nicht die Ursachen. „Wir dürfen Gewalt nicht tolerieren, müssen Aufklärungsarbeit leisten und fortbilden und vor allen Dingen auch die Prävention deutlich stärken.“ Das bestätigen auch Bungard und ihre Kollegin. Feministische Projekte wie „Paula Panke“ hangeln sich seit Jahren von einer Projektförderung zur nächsten. Ständig müssen sie Anträge stellen, oft bleibt unklar, wie es mit begonnen Projekten weitergeht. Das kostet Zeit, die so für den Kampf gegen häusliche Gewalt fehlt. **Finanzierung problematisch** Dennoch muss das Frauenzentrum immer wieder um seine Finanzierung bangen – auch in diesem Jahr. „Es wird immer gehandelt, wenn es brennt. Dann wird Geld ausgeschüttet“, kritisiert Bungard. Man könne viel mehr erreichen, wenn man früher anfange. Die Präventionsarbeit sei der Schlüssel. Dadurch gebe es viel weniger Leid und es kostet weniger. Tatsächlich ist die Arbeit von „Paula Panke“ ein wichtiger Bestandteil der Umsetzung der Istanbul-Konvention. Das Frauenzentrum bietet nicht nur Schutzplätze, sondern auch professionelle Beratungen. Mit Lesungen, Ausstellungen und Diskussionsrunden sensibilisiert das Zentrum für häusliche Gewalt. Wenn dies nur eine Frau ermutige, sich zu befreien, habe sich die Arbeit gelohnt, finden Bungard und ihre Kollegin. --- **Wenn ihr selbst häusliche Gewalt erlebt oder eine Person kennt, die betroffen ist, dann findet ihr hier Hilfe:** – Polizei: 110 – Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (bundesweit): 116 016 – Hotline der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG) (Beratung und Vermittlung): (030) 611 03 00 – Lara – Krisen- und Beratungszentrum für Frauen + Mädchen: (030) 216 88 88 – Wildwasser – Beratung für sexuell misshandelte Mädchen und Frauen: (030) 693 91 92 – [Bora](https://www.frauenprojekte-bora.de/?ref=loky.news), [Hestia e.V.](https://www.hestia-ev.de/?ref=loky.news) und Frauenzentrum Paula Panke e.V. im Bezirk Pankow: Auf den Websites der einzelnen Hilfsstellen findet ihr Telefonnummern zu den jeweiligen Beratungsstellen, Frauenhäusern und Zufluchstwohnungen. *Titelbild: Nadine Shaabana/Unsplash* ### Es weihnachtet sehr URL: https://www.loky.news/es-weihnachtet-sehr-3/ Last updated: 2025-03-20T18:07:47.000Z ## Alle Jahre wieder wundern wir uns, wie schnell es geht: Bald öffnet der erste Weihnachtsmarkt im Kiez. Was ihr im Advent sonst noch in Pankow erleben könnt, haben wir für euch zusammengestellt. --- \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ ## Weihnachtsmärkte Der Klassiker von Prenzlauer Berg macht auch in diesem Jahr den Auftakt: Am Montag, 27\. November, öffnet der [Lucia-Weihnachtsmarkt auf dem Gelände der Kulturbrauerei](https://www.lucia-weihnachtsmarkt.de/?ref=loky.news) die Türen. Bis zum 22\. Dezember gibt es hier zahlreiche Möglichkeiten, ausgefallene Weihnachtsgeschenke zu kaufen, Karussell zu fahren und Glögg zu trinken. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 15 bis 22 Uhr sowie Sonnabend und Sonntag von 13 bis 22 Uhr. Neben Veranstaltungen für Erwachsene und Kinder findet am 13\. Dezember um 18 Uhr die feierliche Prozession über den Hof anlässlich des Lucia-Festes statt. Der Eintritt ist frei. Seit vielen Jahren lädt das „[Weihnachtsrodeo](https://www.weihnachtsrodeo.de/?ref=loky.news)“ an den Adventswochenenden zum Geschenke kaufen in gemütlicher Atmosphäre ein. Nach wechselnden Orten in ganz Berlin, findet es in diesem Winter im Colosseum auf der Schönhauser Allee sein Zuhause. Am 9\. und 10\. Dezember sowie am 16\. und 17\. Dezember gibt es dort Kleinigkeiten aus Design, Mode, Kunst und Streetart zu kaufen. Geöffnet ist jeweils von 12 bis 22 Uhr. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Jeden Donnerstag findet am Kollwitzplatz der Öko-Markt statt; in der Vorweihnachtszeit bekommt er einen weiteren Termin und wird an den Sonntagen zum [Advents-Ökomarkt](https://www.grueneliga-berlin.de/themen-projekte2/oekomarkt/adventsoekomarkt/?ref=loky.news). Am 3., 10\. und 17\. Dezember von 12 bis 19 Uhr bieten die rund 50 Händler\*innen eine breite Auswahl an Delikatessen, Kinderspielzeug und Weihnachtsschmuck an. Alle Waren sind fair und ökologisch gehandelt, versprechen die Organisator\*innen. Ein Blick über die Stadtteilgrenzen nach Pankow bringt uns den kleinen, aber feinen [Weihnachtsmarkt in den Heynhöfen](https://www.heynhoefe.de/single-post/pankower-adventsmarkt-2023?ref=loky.news). Am 9\. und 10\. Dezember gibt es hier ausgewählt Handgemachtes aus der Umgebung, dazu Musik und Kinderprogramm. Geöffnet ist am Sonnabend von 11 bis 20 Uhr und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Auch im Schlosspark Schönhausen habt ihr Gelegenheit, zu bummeln: vom 1\. bis 3\. Dezember findet dort der [nachhaltige Manufakturen-Weihnachtsmarkt](https://www.spsg.de/aktuelles/veranstaltung/manufakturen-weihnachtsmarkt/event/tid/9155/?ref=loky.news) in romantischer Kulisse statt. Der Markt setzt konsequent auf Müllvermeidung und Nachhaltigkeit und de Schwerpunkt auf Handwerk. Geöffnet ist Freitag von 14 bis 21 Uhr, Sonnabend von 12 bis 21 Uhr und Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Menschen unter 18 Jahren sind frei, alle Erwachsenen zahlen 1 Euro Eintritt. ## Für Kinder Wer ist für den Schnee verantwortlich? **Frau Holle** natürlich! Doch die ist viel mehr als eine Märchenfigur, die gute Mädchen belohnt und schlechte bestraft. Gabriele Hänel hat den Text modern adaptiert, das [Theater o.N.](https://www.theater-on.de/inszenierungen/detailseite-repertoire/frau-holle-5/a73aab6fc358ec6d8a84211ed3533f76/?ref=loky.news) und die Schaubude setzen ihn gemeinsam mit Iduna Hegen in der Hauptrolle um. Das Stück, das für Kinder ab 5 Jahren geeignet ist, läuft am 5., 6., 7\. und 8\. Dezember, jeweils um 10 Uhr, sowie am 9\. und 10\. Dezember, um 16 Uhr. Tickets kosten 11 Euro für Erwachsene und 6 Euro für Kinder. Der Stern hat den drei Weisen dem Morgenland den Weg nach Bethlehem gewiesen, so steht es in der Bibel. Seit Jahrhunderten versuchen Wissenschaftler\*innen herauszufinden, ob dieser Stern tatsächlich existiert hat. Auch im [Zeiss-Großplanetarium](https://www.planetarium.berlin/veranstaltungen/der-stern-von-bethlehem?ref=loky.news) stellt man sich diese Frage. An insgesamt acht Terminen zwischen dem 3\. und dem 23\. Dezember können große und kleine Besucher\*innen ab 10 Jahren sich auf eine Reise in den Sternenhimmel der Antike begeben und sich auf die Weihnachtstage einstimmen. Tickets kosten 9,50 Euro und 7,50 Euro ermäßigt. Im Theater unterm Dach wird die Weihnachtsgeschichte aus einer neuen Perspektive erzählt: nämlich aus der von zwei Schafen, die mitten in der Nacht alleine auf der Weide stehen und am Himmel einen merkwürdig hell leuchtenden Stern sehen. Hat das was zu tun mit dem Gerücht, über das kleine Mädchen, das in einem nahegelegenen Stall geboren wurde – und das später einmal die Welt retten soll? „[Das letzte Schaf](https://theateruntermdach-berlin.de/?produktion=das-letzte-schaf&ref=loky.news)“ ist ein Weihnachtsstück für Erwachsene und Kinder ab 8 Jahren. Es wird am 15\. und 16\. Dezember jeweils um 16 Uhr sowie am 17\. Dezember um 12 und 16 Uhr aufgeführt. Erwachsene zahlen 12 Euro, Kinder 6 Euro Eintritt. Im [Machmitmuseum](https://machmitmuseum.de/monatsprogramm-2/?ref=loky.news) gibt es den ganzen Dezember über zahlreiche Aktionen zum, genau: Mitmachen. Unter anderem werden Löffel für den Weihnachtsbrei hergestellt und kleine Geschenke für die Liebsten. Am 13\. Dezember findet ab 17 Uhr ein Lucia-Fest statt. ## Für Erwachsene Ihr wollt einen Pullover stricken oder ein Geschenk basteln, fühlt euch aber alleine nicht ausreichend motiviert? Das Stadtteilzentrum Prenzlauer Berg am Teutoburger Platz lädt alle zur „[Weihnachtlichen Wichtel-Werkstatt](https://stz-prenzlauerberg.pfefferwerk.de/angebot/gemeinsam-machts-mehr-spass-einladung-zur-weihnachtlichen-wichtel-werkstatt/?ref=loky.news)“ ein: Am Sonntag, 3\. Dezember, von 10 bis 14 Uhr könnt ihr gemeinsam häkeln, schnipseln und quatschen. Wer mitmachen möchte, bringt sein Projekt und alles dafür Notwendige mit, das Stadtteilzentrum stellt Kaffee, Tee und Kekse bereit. Was passt besser in die dunkle Jahreszeit als Sagen und Märchen? Das Hexenberg Ensemble ist wie jedes Jahr auf dem Pfefferberg zu Gast und bespielt den kleinen Glaspalast mit allen Klassikern der Brüder Grimm und anderer Märchenonkel – darunter unter anderem Aschenbrödel, Rapunzel und Schneewittchen sowie Rumpelstilzchen, Frau Holle und der gestiefelte Kater. [Den kompletten Spielplan gibt es hier](https://pfefferberg-theater.de/spielplan/maerchen/?ref=loky.news). Anfang Dezember lädt McKinley Black zu ihrer traditionellen „[Acoustic Christmas Show](https://www.wabe-berlin.info/dez-2023/02/?ref=loky.news)“ in die Wabe ein; in diesem Jahr erhält sie Verstärkung durch Kat Baloun. Gemeinsam schwelgen sie am Sonnabend, 2\. Dezember, in amerikanischen Weihnachtsliedern. Der Eintritt kostet 20 Euro, ermäßigt 15 Euro und los geht es um 20 Uhr. Ihr könnt „Last Christmas“ nicht mehr hören? Dann seid ihr bei Markus Ehrlichs Flexibler Eingreiftruppe goldrichtig: Am Sonnabend, 16\. Dezember, lädt sie ebenfalls in die Wabe zum „[Swinging Christmas](https://www.wabe-berlin.info/dez-2023/16/?ref=loky.news)“. Am Mikrofon singt Mette Nadja Hansen alte und neue Lieder, begleitet von Saxofonist Markus Ehrlich und der Rhythmusgruppe mit Klavier, Bass und Schlagzeug. Beginn ist um 20 Uhr, Tickets kosten 18 Euro, ermäßigt 12 Euro. Wir bleiben bei Weihnachtsliedern: Es macht auf jeden Fall mehr Spaß, diese nicht alleine, sondern in der Gruppe zu trällern. In der Kulturbrauerei kommt am 17\. Dezember gleich der ganze Kiez zum [traditionellen Weihnachtssingen im Kesselhaus der Kulturbrauerei](https://www.kesselhaus.net/de/calendar/-NOoeRkXzlGeNEk1xPpi?ref=loky.news) zusammen. Unterstützt werden alle Prenzlauer Berger Singvögel an diesem Nachmittag vom Chor der Berliner Stage Company. Los geht es um 17 Uhr, die Teilnahme kostet 15 Euro, ermäßigt 8 Euro – zwei Euro von jedem Ticket gehen als Spende an Unicef Deutschland und ein Tässchen Glühwein ist inklusive. ### Zu viel Lärm und Stau URL: https://www.loky.news/zu-viel-laerm-und-stau/ Last updated: 2025-03-20T18:07:21.000Z ## Seit Jahren fordern Anwohner\*innen die Umwidmung der Gleimstraße zur Fahrradstraße. Doch die Senatsverwaltung lehnt dies ab – mit einer interessanten Begründung. --- Kommt sie oder kommt sie nicht? Eigentlich hatte der Bezirk geplant, nach der Stargarder Straße auch die Verlängerung – also die Gleimstraße – Richtung Gesundbrunnen zur Fahrradstraße zu machen. Künftig würden dort zwar noch Autos durchfahren dürfen, Radfahrer\*innen hätten aber Vorfahrt. Doch das Projekt zieht sich mittlerweile so lang wie ein Kaugummi – und steht immer wieder vor neuen Hürden. Nachdem Pankows Bezirksverordnete lange Zeit gedacht hatten, das Bezirksamt habe die Entlassung der Gleimstraße aus dem übergeordneten Straßennetz längst beantragt, [stellte sich heraus, dass dies nicht der Fall war](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/07/28/was-wurde-aus-der-fahrradstrasse-gleimstrasse/?ref=loky.news). Weil Gleimstraße und Gleimtunnel in den Nachbarbezirk Mitte übergehen, müssten die Bezirke dies gemeinsam einleiten, hieß es damals. Mitte zeigte sich dafür offen, betonte aber den derzeitigen Personalmangel. **Senatsverwaltung gegen Umwidmung** Jetzt soll im Frühjahr 2024 eine endgültige Entscheidung rund um die Causa Gleimstraße fallen; das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung auf eine Anfrage der Abgeordneten Daniela Billig und Andreas Otto (beide Grüne) hervor. „Derzeit überarbeitet der Senat grundhaft das übergeordnete Hauptstraßennetz von Berlin“, teilt Staatssekretärin Claudia Elif Stutz mit. In diesem Zuge werde auch die Gleimstraße überprüft. Die Ergebnisse der Gesamtfortschreibung des übergeordneten Straßennetzes sollen im Frühjahr 2024 vorliegen. Der Senat lehnt die Umwidmung zur Fahrradstraße, anders als die Bezirke, allerdings ab. Und findet dafür eine interessante Begründung: Eine Entlassung aus dem übergeordneten Straßennetz führe zu einer „nachgewiesenen Verschlechterung der Qualität des ÖPNV im umliegenden Netzes“, heißt es. Allerdings fahren durch die Gleimstraße keine öffentlichen Verkehrsmittel – und die Straßenbahn und U-Bahn, die auf der Schönhauser Allee verkehren, sind an ihren Schienenverlauf gebunden. Auch entstünden „Defizite in der Verkehrssicherheit- und Ordnung (u.a. durch Stauungen in Kreuzungsbereichen) sowie Erhöhung von Lärm- und Abgasemissionen im umliegenden Straßennetz“, so die Senatsverwaltung. Die Gleimstraße wird von Autofahrer\*innen häufig als Verbindung zwischen Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen genutzt. Nach der Umwandlung in eine Fahrradstraße wäre das Befahren nur für Anlieger erlaubt – aber die Erfahrungen der anderen Fahrradstraßen zeigt, dass sich daran kaum jemand hält. --- **Dieser Text ist in kürzer Form zuerst in unserem wöchentlichen Newsletter erschienen, der euch über aktuelle Nachrichten, Tipps und Termine aus und in Prenzlauer Berg informiert. Ihr könnt ihn [hier kostenlos abonnieren](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news).** ### Direkt aus der BVV URL: https://www.loky.news/direkt-aus-der-bvv/ Last updated: 2025-03-20T18:07:47.000Z ## Schrödingers Kiezblock: Warum die Bezirksverordneten den Einwohnerantrag ablehnten und dem Winskiezblock trotzdem zustimmten – das und mehr lest ihr in unserem Bericht aus der BVV. --- Gedämpfte Stimmung herrschte am Mittwochabend im BVV-Saal in der Fröbelstraße: Bezirksverordnetenvorsteher Oliver Jütting (Grüne) eröffnete die Tagung mit einer Schweigeminute für die Menschen in [Pankows Partnerstadt Ashkelon](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/10/12/kein-platz-fuer-antisemitismus/?ref=loky.news). Die demokratischen Fraktionen von Linke, SPD, Grüne, CDU und der Gruppe der FDP hatten zuvor einen gemeinsamen Antrag eingebracht. „Um ein klares Zeichen der uneingeschränkten Solidarität und tiefen Verbundenheit mit den Menschen in Israel und insbesondere der Partnerstadt Ashkelon zu setzen sowie um die fast 30-jährige Städtepartnerschaft mit Ashkelon im öffentlichen Raum sichtbar zu machen und zu verankern“, solle das Bezirksamt eine Grünanlage in Prenzlauer Berg in „Ashkelon Platz“ umbenennen, heißt es in der Begründung. Dafür ausgewählt hatten die Verordneten die Fläche zwischen Diesterwegstraße, Danziger Straße und Ella-Kay-Straße, also in unmittelbarer Nähe des Bezirksamtes. Bei der Abstimmung herrschte ungewohnte Einigkeit: Alle anwesenden Bezirkspolitiker\*innen stimmten für den Antrag. Auch die Verordneten der AfD, die zuvor die Rede einer Grünen-Verordneten zu Israel noch mit lautem Rufen unterbrochen hatten. **Beschwerde von rechts** Überhaupt war der rechte Rand der Pankower BVV an diesem Abend eher auf Krawall gebürstet. Nachdem die drei von der AfD vorgeschlagenen Bürgerdeputierten (die in verschiedenen Ausschüssen sitzen und dort Stimmrecht haben – Anm. d. Red.) auch in einem zweiten Wahlgang mehrheitlich abgelehnt wurden, beschwerte sich der Fraktionsvorsitzende und ehemalige Stadtrat für Ordnung Daniel Krüger. Seine Fraktion „werde nicht demokratisch behandelt“, sagte er und forderte eine erneute Abstimmung. Es folgte ein dritter Wahlgang, bei dem Melanie König als Bürgerdeputierte mit knapper Mehrheit in den Ausschuss Klimaschutz, Grünanlagen, Spielplätze, Umwelt und Natur gewählt wurde. Die beiden anderen Kandidaten erhielten erneut mehr Nein- als Ja-Stimmen. **Mehr Kiezblocks für Pankow** Wie so oft gab es in der BVV Pankow an diesem Mittwoch längere Diskussionen über das Thema Verkehr. Gleich vier Anträge zur Einrichtung von [Kiezblocks](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/kiezblock/?ref=loky.news) standen auf der Tagesordnung: Im Bötzowkiez, der Grünen Stadt, dem Vineta-Kiez in Pankow und dem Winskiez fordern Anwohner\*innen eine Verkehrsberuhigung. Für das Viertel rund um die Winsstraße hatte es sogar einen erfolgreichen Einwohnerantrag mit zahlreichen Unterschriften aus der Nachbarschaft gegeben. Die Bezirksverordneten lehnten diesen allerdings ab – und stimmten doch dem Winskiezblock zu: „Der Winskiez soll als nächster Kiezblock kommen, da besteht längst Einigkeit in der BVV und der Verwaltung“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Roland Schröder. Der Einwohnerantrag habe allerdings Forderungen enthalten, die sich nicht direkt auf einen Kiezblock beziehen – unter anderem um mehr Parkplätze für Anbieter von Sharing-Autos –, weshalb man diesem so nicht zustimmen könne. Während Bötzow- und Vineta-Kiez nach dieser Sitzung erstmal auf dem Schreibtisch des Mobilitätsausschusses liegen, gab es für den Kiezblock in der Grünen Stadt direkt grünes Licht. **Menschenfeindliche Architektur?** Eine rote Karte gab es hingegen von Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) für eine Bürgerin, die in ihrer Einwohnerfrage dem Bezirksamt vorwarf, bewusst obdachlosenfeindlich zu agieren: An alle Bänke an dem kleinen Park in der Choriner Straße hatte das Amt kürzlich Metallstangen installiert, die das Liegen darauf nicht mehr ermöglichen. Zuvor hatten dort immer wieder Obdachlose übernachtet. Dies sei ausschließlich eine Maßnahme, die auf Wunsch zahlreicher älterer Bürger\*innen im Stadtteil vorgenommen worden sei, so Anders-Granitzki. Die Bügel ermöglichten das Abstützen beim Hinsetzen und Aufstehen. Den Vorwurf der Feindlichkeit weise sie entschieden zurück. ### Pankows zweite Wohnzimmer URL: https://www.loky.news/pankows-zweite-wohnzimmer/ Last updated: 2025-03-20T18:07:47.000Z ## Stadtbüchereien gelten manchmal als verstaubt. Dabei befinden sie sich längst in einem radikalen Neuerfindungsprozess – auch in Pankow. --- Heute ist der Foodsharing-Kühlschrank neben den Buchregalen im Erdgeschoss der [Heinrich-Böll-Bibliothek ](https://www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow/bibliotheken/heinrich-boell-bibliothek/?ref=loky.news)mit Wraps befüllt, gestern waren es Bananen. Wer weiß, welche Lebensmittel morgen an der Servicetheke der Pankower Bezirkszentralbibliothek an der Greifswalder Straße gespendet werden. Im Obergeschoss kann man am Bienenautomaten Saatgutkapseln für 50 Cent ziehen. Daneben sammeln sich Kinder für das Bilderbuchkino, bei dem während des Vorlesens Buchillustrationen projiziert werden. Die etwas Älteren wiederum können sich donnerstags in 3D-Technik schulen lassen; und auch das Erklär- und Repair-Café findet dann statt, bei dem man Anleitung für Kleinreparaturen aller Art bekommen kann. Mittwochs nach Betriebsende um 19 Uhr nutzt hingegen ein Chor die Räume zum Proben, als Gegenleistung gibt dieser einmal im Jahr ein Konzert. Auch für Ausstellungen ist Platz zwischen den Regalen. Regelmäßig werden in der „Böll“ auch Sozialberatungen und Sprachkurse angeboten. Zum Beispiel bringen hier syrische Menschen anderen Syrer\*innen Deutsch bei. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Bibliotheken als Orte der Begegnung** Beim Wort „Stadtbücherei“ denken manche noch immer an Staub und abgestandene Luft, an klösterliche Stille, Eselsohren und Schmutzflecken auf ausbleichendem Papier. Dabei haben Bibliotheken vielerorts längst begonnen, ihre Aufgaben und damit sich selbst komplett neu zu erfinden: Als klassische Buch-Verleihstationen begreifen sich die [Bibliotheken in Pankow](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=Bibliothek&ref=loky.news) kaum noch, sondern als Orte der Begegnung, der Teilhabe und des Austauschs, die zudem auf Problemlagen und Bedürfnisse ihrer Umgebungen reagieren. Tim Schumann, der die „Böll“ seit 2018 leitet, spricht darum auch von einer „sozialen Infrastruktur“. Tatsächlich lautet ein übergeordnetes Motto der Pankower Büchereien: „Die Bibliothek ist mehr als ein Gebäude, sie ist eine offene Plattform für den ganzen Kiez.“ Und im Berliner Bibliotheksentwicklungsplan von 2018 heißt es: „Bibliotheken sind Knotenpunkte der hybriden Informations- und Wissensversorgung, Zentren der kulturellen Bildung und der kreativen Arbeit, Orte der nachbarschaftlichen Begegnungen und Foren der Stadtgesellschaft.“ **Von Dachgärten und Kühlungszonen** Tatsächlich legen die Bibliotheken große Umtriebigkeit an den Tag, um diese Formeln mit Leben zu füllen. So kann jede\*r die Böll-Bibliothek, die Janusz-Korczak-Bibliothek in Alt-Pankow, die Bibliothek Karow und die [Kurt-Tucholsky-Kinderbibliothek](https://www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow/bibliotheken/kurt-tucholsky-bibliothek/?ref=loky.news) im Bötzowkiez inzwischen auch sonntags als „Open Libraries“ besuchen. Servicepersonal arbeitet an diesen Tagen nicht. Louise Bourdet-Decultot, Leiterin der [Bibliothek am Wasserturm](https://www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow/bibliotheken/bibliothek-am-wasserturm/?ref=loky.news), plant zudem bald von Montag bis Samstag zwischen 8 und 22 Uhr zu öffnen. Mit ihren verlängerten Zeiten engagieren sich die Büchereien außerdem im Berliner „Netzwerk der Wärme“, das letzten Winter wegen der stark gestiegenen Heizkosten gestartet wurde und auch jetzt wieder angelaufen ist. Zweck ist es, beheizte öffentliche Räume so lange wie möglich zugänglich zu machen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/11/IMG_5330-1024x835.jpg) In der Bibliothek am Wasserturm gibt es kostenlosen Kaffee. / Foto: Sebastian Kirsch Aber auch jenseits solcher Aktionen geben sich die Büchereien Mühe, ihre Einrichtungen so umzugestalten, dass sie zum Verweilen einladen – ob nun mit Lern- und Arbeitsräumen, Lesecafés, Spiel- und Gaming-Zonen, oder auch als „öffentliche Wohnzimmer“. Manchmal geht das schon mit scheinbar simplen Eingriffen: Zum Beispiel können Besucher\*innen sich in der Bibliothek am Wasserturm kostenlos Kaffee, Tee oder andere Heißgetränke zapfen. Doch die Bibliotheken haben viel größere Pläne: „Wir sind gerade dabei, unseren Vermieter und unsere Verwaltung von der Notwendigkeit einer völligen Renovierung zu überzeugen, um den Raum den Bedarfen des 21\. Jahrhunderts anzupassen“, erzählt Schumann. „Ein Aspekt ist ein begehbarer Dachgarten auf der ‚Böll‘, den sich zwei Mädchen gewünscht hatten, die 2020 mit einer Unterschriftenliste zu uns kamen, auf der sie mehrere hundert Namen gesammelt hatten. Wir haben das dankbar aufgenommen und die Liste in der Bibliothek ausgelegt, wodurch wir mit Architekten ins Gespräch gekommen sind. Aber das ist nur der Einstieg. Zum Beispiel haben wir Kellerräume, in denen man Kühlungszonen für Hitzesommer anbieten könnte. Auch ein Café müsste dort hinein, und ein kleinerer Kellerraum könnte für Bandproben genutzt werden.“ **Weiterbildung im „MediaMakerSpace“** Dass gerade in der „Böll“ über Dachgarten und Kühlungsräume nachgedacht wird, ist dabei kein Zufall. Denn die Bibliothek hat einen Schwerpunkt auf Klima und Nachhaltigkeit und setzt momentan als erste Bücherei weltweit eine Gemeinwohlbilanzierung um; 2020 hat sie bereits die erste eigene CO2-Bilanz erstellt. Damit ist sie sogar Vorreiter für den Bezirk selbst geworden, der sich laut BVV-Beschluss nun seinerseits gemeinwohlbilanzieren lassen soll. Aber auch hinsichtlich des zweiten Bibliothekschwerpunkts – Technologie und digitale Medien – beweist das Team der „Böll“ Innovationskraft. Seit letztem Jahr gibt es hier den „MediaMakerSpace“, in dem sich Interessierte kostenlos in der Produktion digitaler Formate weiterbilden können. Derzeit laufen die zwei Workshopreihen „Professionelles Sprechen“ und „Medienkompetenz für Content-Producer“. Aber auch sonst werden alle möglichen Schulungen rund um Podcast, Foto und Video angeboten. **Die Bibliothek im digitalen Zeitalter** Dass so viel Umbruch auch auf Widerstände stößt, verwundert indes nicht. Immer wieder stören sich traditionell gestimmte Nutzer\*innen an den mittlerweile ungewohnt wimmelnden Bibliotheken – zumal diese auch Buchbestände deutlich reduziert haben oder es planen. „Meine Idee ist, dass wir uns komplett von den Medien im hinteren Raum trennen, um einen großen Gruppenraum zu schaffen“, sagt etwa Bourdet-Decultot. Allerdings wird das mehr als ausgeglichen durch ein umfassendes Digitalangebot. Denn zahllose Tageszeitungen, Zeitschriften und ebooks lassen sich [mittlerweile online lesen](https://www.voebb.de/?ref=loky.news). „Wir sind weiterhin Orte für Information, Wissen und Wissensaustausch. Wir merken aber, dass das im digitalen Zeitalter immer weniger nur über Bücher nachgefragt wird“, versichert Schumann. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/11/IMG_5333-1024x768.jpg) Mehr als neue Bücher: Pankows Büchereien haben begonnen, sich neu zu erfinden. / Foto: Sebastian Kirsch Doch auch für Mitarbeitende sind diese Entwicklungen herausfordernd. Immerhin hat sich das Berufsbild „Bibliothekar\*in“ selbst rasant verändert und ist auch nicht mehr notwendig an die klassische Ausbildung gebunden. So hat ein ehemaliger DJ den „MediaMakerSpace“ der Böll-Bibliothek aufgebaut. Danilo Vetter, der die Gesamtleitung der Pankower Bibliotheken seit 2016 innehat, ist überdies stark um eine diversitätsorientierte Öffnung der Belegschaft bemüht: Inzwischen sprechen die Mitarbeitenden in den Büchereien auch Französisch, Spanisch, Türkisch oder Farsi. Der größte Widerstand besteht jedoch nach wie vor in dem verstaubten Image, das ihnen trotz allem noch anhaftet. „Auch wenn wir versuchen, viel über Social Media zu arbeiten, ist für uns die Mundpropaganda fast am effektivsten“, sagt Schumann. Anfangs sei der MakerSpace noch verwaist gewesen. Aber irgendwann sei es dann richtig losgegangen. ### Die Unsterblichkeit des Theaters URL: https://www.loky.news/die-unsterblichkeit-des-theaters/ Last updated: 2025-03-20T18:07:21.000Z ## Nach „Einer flog übers Kuckucksnest“ inszeniert Leander Haußmann ein neues Stück am Rambazamba Theater. „Läuft!“ ist ein wilder Ritt über die Metaebene der Theatertheorie. --- Alles beginnt mit einem Ausschnitt aus der „Rede über den Schauspieler“, die Max Reinhardt – weltbekannter Theaterregisseur und Leiter des Theater am Schiffbauerdamm – 1928 in New York hielt. Blechern scheppert es aus den Lautsprechern des kleinen Saals in der Kulturbrauerei: „Ich glaube an die Unsterblichkeit des Theaters. Es ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiter zu spielen.“ „Max Reinhardt!“, ruft Jonas Sippel mit erhobenem Zeigefinger, ohne diesen auch moralisch zu erheben. Denn in seiner Rolle als „Rainer Werner“ braucht er das nicht: Als kongeniale Verkörperung des größenwahnsinnigen, vom Drogenkonsum geprägten Fassbinder besetzt er eine Schlüsselrolle des Stückes. **Ist doch alles nur ein Spiel** Meine Lachmuskeln haben an diesem Abend einiges zu tun. Was [Leander Haußmann](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/leander-haussmann/?ref=loky.news) unter dem Titel „Läuft!“ mit dem Ensemble des [Rambazamba Theaters](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/06/25/kultur-ohne-hindernisse/?ref=loky.news) und Gästen auf die Bühne gebracht hat, ist eine handfeste Komödie – mit durchaus ernsthaften, nachdenklichen Zügen. Und ein Spiel mit der Metaebene. In einem Bühnenaufbau, der so wirkt, als befänden sich die Beteiligten noch in der Probe – am Rand steht eine Kaffeemaschine, daneben hängen Blätter, auf denen die Reihenfolge der Szenen vermerkt ist – diskutieren sie über Theater im Allgemeinen und Speziellen. Gibt es die vierte Wand zwischen Publikum und Schauspieler\*innen wirklich? Robin Krakowski, der jeden seiner Auftritte als „Assistent“ mit einer akrobatischen Einlage einleitet, durchbricht sie jedes Mal genussvoll und wird nicht müde, von seinem Schauspielstudium zu erzählen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Inklusion als zentrales Motiv** Und welche Rolle spielen im hiesigen Theaterbetrieb eigentlich Menschen mit Behinderung? In einem Theater, das sich die Inklusion als Hauptbestandteil auf die Fahnen geschrieben hat, auf jeden Fall eine zentrale: wenn Samuel Koch, der seit einem Unfall bei „Wetten dass…“ 2010 vom Hals abwärts gelähmt ist, als „Mutmach“-Coach in seinem elektrischen Rollstuhl auf die Bühne kommt und den übergriffigen Annäherungsversuchen von Karla Sengteller auszuweichen versucht, ist das schlichtweg ulkig. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/11/RZt_laeuft_andi_weiland_63-1024x683.jpg) Sebastian Urbanski und Jonas Lippel / Foto: Andi Weiland Für Lacher sorgt auch Sebastian Urbanski, der mit grauem Rauschebart Rainer Werner davon zu überzeugen versucht, dass man nur erfolgreich ist, wenn man ein Buch geschrieben hat. Nachdenklich wird es mit Heiko Fechner, der am Keyboard ein melancholisches Lied anstimmt, zu dem Dirk Nadler als schwarzer Todesengel auf der Bühne steht. Und Lioba Breitsprecher lockert jede noch so schwarzseherische Szene mit einer tänzerischen Einlage zu „Lovely Rita“ von den Beatles auf. Alle Beteiligten nehmen das Leben mit Humor und einer Prise Ironie. Etwa wenn sie darüber diskutieren, ob Rollen mit Rollstuhlfahrer\*innen nur von Menschen gespielt werden dürfen, die tatsächlich im Rollstuhl sitzen. Und muss ihre Behinderung eigentlich immer im Mittelpunkt stehen? Gelegentlich hängt das Stück ein wenig in den Seilen, mäandert scheinbar ziellos vor sich hin, um dann doch wieder aufzudrehen. Als Zuschauer\*in schwankt man bis zum Ende zwischen Melancholie und vor Lachen tränenden Augen. **„Läuft“ steht wieder [im Januar 2024](https://rambazamba-theater.de/de/spielplan?ref=loky.news) auf dem Spielplan des Rambazamba Theaters in der Kulturbrauerei: am 5., 6\. und 7\. Januar sowie am 19., 20\. und 21\. Januar. Tickets sind bereits erhältlich und kosten 21 Euro.** Titelbild: Ausschnitt aus „Läuft!“ / Foto: Andi Weiland ### Zwischen Hundekot und Essenresten URL: https://www.loky.news/zwischen-hundekot-und-essenresten/ Last updated: 2025-03-20T18:08:17.000Z ## Welche Spielplätze in Pankow sind besonders vermüllt, wollte eine Grünen-Abgeordnete wissen. Die Antwort des Bezirksamtes: Eigentlich alle. --- Verpackungen, Zigarettenkippen, Fäkalien und Spritzen: Berlin ist eine dreckige Stadt – und das ist auf den Spielplätzen nicht anders. Je nach Ort sind das bezirkliche Straßen- und Grünflächenamt, die BSR oder die Grün Berlin für die Reinigung verantwortlich, neben Spielplätzen kümmern sie sich auch um Parks und öffentliche Grünflächen. Doch sie kommen scheinbar nicht mehr hinterher. Aber wo muss denn besonders viel Abfall entfernt werden, wollte die Abgeordnete Julia Schneider (Grüne) von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt wissen. Diese fragte bei allen zwölf Bezirken nach und erhielt ausführliche Antworten. Der Tenor: Auf den Spielplätzen liegt Müll, Müll und noch mehr Müll. Das Bezirksamt Pankow listet sogar so gut wie jeden öffentlichen Platz mit Spielgeräten auf: Vom Anton-Saefkow-Park über die Schönfließer und Schivelbeiner Straße, über die Dunckerstraße, den Falkplatz, die Göhrener Straße und den Helmholtzplatz bis hin zur Kopenhagener, Lychener, Malmöer, Stargarder, Choriner und Kollwitzstraße sind alle dabei. **Reinigung mehrmals wöchentlich** Hauptsächlich müsse dort Verpackungsmüll jeglicher Art wie Zigarettenkippen, schmutzige Windeln, benutzte Zellstofftaschentücher, Kronkorken, Flaschen, Büchsen, Scherben, Kippen von Joints, Hundekot, Glasscherben, Windeln, menschliche und tierische Fäkalien sowie Essensreste entfernt werden, heißt es. Der Verpackungsmüll mache den Großteil aus, aber auch benutzte Spritzen für den Drogenkonsum fänden die Mitarbeiter\*innen regelmäßig – und einmal sogar [Nähnadeln und Rasierklingen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/09/12/neuer-vorfall-am-arnimplatz-frau-verletzt/?ref=loky.news). Je nach Ort rückt ein oder mehrmals die Woche ein Reinigungsteam an; nach Feiertagen gibt es außerdem zusätzliche Einsätze. Finanziert wird das Ganze durch das Bezirksamt – [und das muss jedes Jahr mehr Geld dafür aufwenden](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/15/pankow-hat-ein-muellproblem/?ref=loky.news). Auf Anfrage des Abgeordneten Stefan Evers (CDU) hatte die Behörde im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass es 2020 circa 152.000 Euro für die Beseitigung von Müll auf öffentlichen Grünflächen aufgewendet hat; 2021 waren es schon über 175.000 Euro. Besonders stark gestiegen seien die Kosten für die Reinigung von Spielplätzen und Parks: von 43.000 Euro im Jahr 2020 auf knapp 158.000 Euro 2022. **Sanierung dringend nötig** Hinzu kommen die Kosten für die Sanierung. Auf mittlerweile 66 Millionen Euro (Stand 2020) belaufen sich die Planungs- und Baukosten der insgesamt 220 [Spielplätze im gesamten Bezirk](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/spielplatz/?ref=loky.news), hatte die Senatsverwaltung im September auf Nachfrage des Abgeordneten Tino Schopf (SPD) geantwortet. Darin seien die Preissteigerungen von 15 bis 20 Prozent durch Pandemie, Ukraine-Krieg und Inflation noch nicht eingerechnet. Der Bezirk kann dies nicht alleine finanzieren und muss auf Mittel unter anderem aus dem Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm (KSSP) zurückgreifen. Knapp 2,8 Millionen Euro flossen 2022 in Sanierung und Instandsetzung, 2021 waren es sogar 6,1 Millionen Euro gewesen. Titelbild: Der Spielplatz auf dem Teutoburger Platz gehört zu den wenigen sauberen Spielplätzen im Stadtteil – steht aber trotzdem auf der Liste ### Einstürzende Altbauten URL: https://www.loky.news/einstuerzende-altbauten/ Last updated: 2025-03-20T18:08:50.000Z ## Seit Jahren leben die Mieter\*innen der Schönhauser Allee 69 in einer Bauruine. Wie konnte es so weit kommen? Chronologie eines Skandals. --- Ein Innenhof voller Trümmer, Schutt und Geröll; klaffende Löcher im Mauerwerk, wo einst Türen waren; ein ganzes Treppenhaus ohne Wand: Die Aufnahmen erinnern an jene Berliner Ruinenlandschaften, die man von Fotos aus der unmittelbaren Nachkriegszeit kennt. Dass sie aus dem Jahr 2023 stammen und ein Wohnhaus in Prenzlauer Berg zeigen, in dem derzeit immerhin noch acht Mietparteien leben, ist kaum zu glauben. Und doch ist es so. „Wo ich wohne“, heißt die Fotoserie, mit der die Mieter\*innen im Netz seit einiger Zeit ihre schier unfassbare Wohnsituation dokumentieren, die sie nun schon jahrelang aushalten. Schönhauser Allee 69: Das Haus, um das es geht, hat schon früher als Musterbeispiel dafür gedient, was auf dem Berliner Mietmarkt mittlerweile schiefläuft. Selbst die New York Times hat 2019 über den Fall geschrieben, auch [die Prenzlauer Berg Nachrichten haben bereits über das Haus berichtet](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/04/16/wir-lassen-uns-da-nicht-rausholen/?ref=loky.news). Dabei war damals noch gar nicht abzusehen, was noch alles auf die Bewohner\*innen zukommen sollte. Trotzdem muss man, um es zu erfassen, noch einmal bei der Vorgeschichte ansetzen.\_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ Die beginnt 2016, als die 18 Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten des Hauses noch sämtlich an Langzeitmieter\*innen vergeben sind. Im Seitenflügel befinden sich Ateliers, teilweise schon seit DDR-Zeiten; das Vorderhaus beherbergt zwei Geschäfte. Im Juli des Jahres verkauft die damalige Eigentümerin das Haus an zwei Investoren, Rom Zalel und Itai Amir. Die sind schon 2016 in der Immobilienwelt gut bekannt, und heute wohl vorwiegend berüchtigt: Seit Jahren erscheinen sie an prominenten Stellen eines kaum nachvollziehbaren Geflechts von GmbHs und Briefkastenfirmen, die deutschlandweit Wohnhäuser und Hotels verwerten. Vor allem operieren sie im direkten Kontext des Unternehmens „Grand City“ Properties, das – Stand Dezember 2022 – allein in Berlin rund 8500 Wohnungen hält, selbst aber wieder nur eine Tochtergesellschaft von „Aroundtown“ ist, dem drittgrößten Immobilienkonzern Europas. Unter anderem fungiert Amir als Geschäftsführer für Häuser in der Berg-, der Brunnen-, der Buchholzer/Greifenhagener und der Krausnickstraße in Prenzlauer Berg und Mitte; Zalel war von 2015 bis 2018 außerdem Geschäftsführer des [ewig leerstehenden Hauses Schönhauser Allee 132](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/02/19/das-geisterhaus-von-prenzlauer-berg/?ref=loky.news). **Mietsteigerungen von bis zu 250 Prozent** Was 2016 in der Schönhauser Allee 69 geschieht, ist denn auch das Übliche: Sofort nach Kauf wird die Schönhauser Allee 69 GmbH gegründet, die im Besitz der Brune Investment AG ist (Geschäftsführer Amir). Diese hält fünfzig Prozent des Hauses, die andere Hälfte geht an eine Briefkastenfirma mit Sitz in Zypern. 2017 folgt eine erste Mieterhöhung; die Nutzer\*innen der vier Ateliers erhalten eine Kündigung. 2018 werden die Bewohner\*innen dann über geplante Sanierungsmaßnahmen informiert, zusammen mit den bevorstehenden Mieterhöhungen: Bis zu 19,50 Euro soll der Quadratmeterpreis nach Abschluss der Bauarbeiten betragen, eine Steigerung von bis zu 250 Prozent. Das Schreiben trifft am 27.12.2018 ein, vier Tage vor Inkrafttreten des neuen Mietrechtsanpassungsgesetz, mit dem lediglich Mieterhöhungen von zwei Euro pro Quadratmeter zulässig gewesen wären. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/10/378121707_872019654694592_3156606769001893787_n-2-1024x687.jpg) Seit Jahren leben die Bewohner\*innen auf einer Baustelle. / Foto: Mieter\*innen der Schönhauser Allee 69 Nun ist das Haus in der Tat stark sanierungsbedürftig, wie die Mieter\*innen selbst am besten wissen. Nur: Was hier geplant wird, ist ein offensichtlicher Luxusumbau, unter anderem mit neuem Dachgeschoss, fünfstöckigem ‚Townhouse‘ im Hof und Außenfahrstühlen. Trotzdem segnet das Bauamt Pankow unter dem damaligen [Stadtrat Vollrad Kuhn ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=Vollrad+Kuhn&ref=loky.news)(Grüne) fast alle Pläne ab. Und das, obwohl das Ende vom Lied klar ist: Nachdem sie sich den Luxusumbau von den Mieter\*innen haben bezahlen lassen, wollen die Investoren die Miet- in Eigentumswohnungen umwandeln und teuer verkaufen. Die Umwandlung wird 2019 genehmigt. Dass das Haus im Milieuschutzgebiet liegt, spielt dabei keine Rolle: Es verpflichtet Zalel und Amir lediglich dazu, innerhalb von zwölf Jahren Kündigungsschutz das Vorkaufsrecht der Mieter\*innen zu wahren. Und auch das zweite Instrument versagt, das damals noch häufig zum Mieter\*innenschutz eingesetzt wird: Das Vorkaufsrecht des Bezirks. „Laut Vollrad Kuhn ist das in unserem Fall nicht gemacht worden, weil er es lediglich als Handlungsempfehlung angesehen hat“, erzählt eine Mieterin. Sie will als Sprecherin der Hausgemeinschaft namenlos bleiben. **Kampf ums Bleiben** Allerdings beginnt nun auch, womit die Investoren nicht in diesem Umfang gerechnet haben dürften: Die Mieter\*innen schließen sich zusammen und beginnen, um ihr Zuhause zu kämpfen. Mit erstem Erfolg. Im Mai 2019 lässt die Bauaufsicht die Arbeiten zeitweilig stoppen, die bereits ungenehmigt angefangen und im Haus für erstes Chaos gesorgt haben, unter anderem wegen des überraschenden Abrisses sämtlicher Kachelöfen in den leerstehenden Ateliers. Aber auch die Gegenseite reagiert. Im November 2019 werden kurzerhand alle zwölf Bäume im Hof gefällt, um dort einige Monate später ein meterhohes Baugerüst zu errichten; angeblich wegen notwendiger Dachreparaturen, die nichts mit der Sanierung zu tun haben und nur vier Wochen dauern sollen. Gleichzeitig werden vor dem Haus allerdings baustellenbedingte Parkverbotsschilder für ein ganzes Jahr aufgestellt. Das Bauamt Pankow wiederum erklärt sich auf Nachfrage für nicht zuständig. Und spätestens ab jetzt wird es schwierig, das Geschehen überhaupt noch chronologisch wiederzugeben. Denn dafür geschieht zu viel, und zu viel geschieht gleichzeitig. Auf der einen Seite erzielen die Mieter\*innen einen weiteren Erfolg: Nach langen Verhandlungen und mit anwaltlicher Unterstützung setzen sie eine Modernisierungsvereinbarung durch, mit der die utopisch hohe Modernisierungsumlage auf einen Bruchteil des ursprünglich Geforderten gedrückt wird. Außerdem sollen die Mieten nach Abschluss der Bauarbeiten zwar steigen, aber angepasst an den Mietspiegel. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/10/380752305_872019818027909_815857251553014113_n1-1024x690.jpg) Überall im Haus wurden Wände aufgerissen. Bis heute sind sie offen. / Foto: Mieter\*innen der Schönhauser Allee 69 „Man muss das deutlich sagen: Wir haben das nur deswegen geschafft, weil wir geschlossen aufgetreten sind und ausschließlich zusammen verhandelt haben“, erklärt die Sprecherin. Mindestens zwölf Jahre Bleibezeit sind damit erst einmal gewonnen – zumindest in der Theorie. In der Praxis sieht das Ganze leider anders aus. Denn am Haus hat mittlerweile jenes heilloses Baustellenchaos eingesetzt, das bis dato anhält und es sukzessive in die heutige Ruinenlandschaft verwandelt. **Eine unfassbare Mischung aus Unvermögen und Gleichgültigkeit** Schon die Instandsetzung des Dachs ist dilettantisch verlaufen. Während der fällt Putz von den Decken. Das Gerüst bleibt nach Abschluss der Arbeiten monatelang weiter stehen. Und der ehemals idyllische Hinterhof ist da bereits zur Müllkippe verkommen: Baumüll und Schutt machen es zusehends unmöglich, sich noch einen Weg in die Wohnungen zu bahnen. Das ist aber noch nichts gegen das, was die umfassenderen Sanierungsarbeiten anrichten. Denn, so die Mieterin: „Die Arbeiten werden von wechselnden Baufirmen ausgeführt, deren Arbeiter unter erbärmlichsten Bedingungen gleichzeitig an mehreren Baustellen tätig sind und ohne Sinn und Verstand mal hier und mal dort werkeln. Zwischendurch passiert über lange Zeiten auch gar nichts, und die Baustelle bleibt einfach im jeweiligen Zustand.“ Und der ist zum Teil lebensgefährlich: Gerüste sind nicht richtig gesichert, bei stärkerem Wind fallen Materialien herunter. Einmal werden Gerüstteile am Vorderhaus auch direkt auf die Schönhauser Allee geweht und lösen einen Polizeieinsatz aus. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/10/378143171_872019301361294_191046057547663593_n-2-244x300.jpg) Die Bewohner\*innen kritisieren das Handeln auf der Baustelle als verantwortungslos. / Foto: Mieter\*innen der Schönhauser Allee 69 Im Oktober 2020 werden alle Kellerfenster entfernt; bis heute ist dort alles offen. Wasser läuft in den Keller mit den Stromkästen; immer wieder kommt die Feuerwehr. Nachdem der Vorbau am Seitenflügel abgerissen wird, steht auch das Treppenhaus offen – ebenfalls bis heute. Die Bäder, die gemäß der Modernisierungsvereinbarung eingebaut werden, sind bis heute nicht ans Warmwasser angeschlossen, und vier Mietparteien werden ohne Heizungen in den bevorstehenden Winter gehen. Und die Bausubstanz verrottet immer weiter, eine Wohnungsdecke ist bereits durchgebrochen. „Es ist eine unfassbare Mischung aus Unvermögen, Schlamperei, Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit“, fasst die Mieterin zusammen. „Und den Investoren ist es natürlich egal, da sie keinen finanziellen Druck haben. Der Bodenwert steigt in der Zeit weiter.“ **Partytime und möblierte Unterkunft** Doch dabei bleibt es nicht. Denn mit seinem verwahrlosten Zustand ist das Haus inzwischen auch zu einer Spielwiese für Partywillige geworden, die nachts auf den Gerüsten herumklettern, manchmal auch in das Haus eindringen, einmal einen Feuerlöscher leeren und den Löschschaum überall versprühen. Auch zu richtigen Einbrüchen über die Gerüste ist es schon gekommen. Die zuständige Hausverwaltung, die sich laut Eigenwerbung um über 12.000 Objekte kümmert, reagiert hingegen nur in den seltensten Fällen auf Beschwerden. Vielmehr treibt sie die absurden Zustände noch weiter: Einmal klebt unversehens ein Zettel im Flur, mit dem die Mieter\*innen ermahnt werden, das „Beschmieren und Bekleben“ der Briefkästen zu unterlassen. Am unglaublichsten für die Bewohner\*innen ist allerdings, dass eine circa 90 Quadratmeter große Wohnung im Vorderhaus mittlerweile neu vermietet ist: als [möblierte Unterkunft auf Zeit ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/10/04/mietmasche-moebliertes-wohnen/?ref=loky.news)für 2800 Euro Monatsmiete. „Das haben drei Jungs im Internet gemietet“, erläutert die Anwohnerin: „Die Wohnung wird ja nur auf internationalen Portalen im Netz angeboten.“ Bleibt die Frage, warum so etwas überhaupt möglich ist – und wozu es in Berlin eigentlich eine Bauaufsicht gibt. Auf Nachfrage der Prenzlauer Berg Nachrichten antwortete Cornelius Bechtler, jetziger Grünen-Baustadtrat in Pankow, jedenfalls: „Die Baustelle ist der Bauaufsichtsbehörde bekannt. Sie wird regelmäßig kontrolliert.“ ### Kürzungen bei den Kleinsten URL: https://www.loky.news/kuerzungen-bei-den-kleinsten/ Last updated: 2025-03-20T18:06:39.000Z ## Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen in Prenzlauer Berg sind abhängig von den Förderungen aus Bezirksamt und Senat. In den kommenden Jahren müssen sie den Gürtel vermutlich deutlich enger schnallen. --- Viele reden hinter vorgehaltener Hand über die angespannte Situation von Einrichtungen im sozialen Bereich; offiziell gegenüber der Presse äußern möchte sich aber niemand von den Betroffenen. Zu groß scheint die Angst zu sein, dass Senat und Bezirk die finanziellen Mittel noch weiter kürzen. Denn die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat zwar Ende September dem Haushaltsentwurf des Bezirksamtes für 2024 und 2025 zugestimmt – doch hat der Senat in diesem Fall das letzte Wort. Bereits im Juni hatten die zwölf Bezirksbürgermeister\*innen sich mit einem Brandbrief an Finanzsenator Stefan Evers (CDU) gewandt, weil der erste Haushaltsentwurf massive Kürzungen in den Bezirken vorgesehen hatte. Evers lenkte daraufhin zwar ein und versprach, insgesamt 100 Millionen Euro mehr bereitzustellen. Im Bereich der sozialen Einrichtungen in Pankow führen die Kürzungen dennoch zu Einschränkungen. Anfang September verfasste der Kinder- und Jugendhilfeausschuss (KJHA) deshalb eine kritische Stellungnahme, in der er unter anderem auf ein Defizit für „freiwillige soziale Leistungen“ von rund 238.000 Euro aufmerksam macht. „Die Sicherung der offenen [Kinder- und Jugendarbeit](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/jugend/?ref=loky.news) und der Jugendsozialarbeit war bisher ein Schwerpunkt im Bezirk Pankow. In den vergangenen Jahren gab es keine Kürzungen in diesem Bereich und wir nehmen mit Bedauern zur Kenntnis, dass das Bezirksamt mit diesem Haushalt erstmals einen anderen Weg einschlägt, da der Ansatz für 2024 weit unter dem Ist von 2022 bleibt“, heißt es weiter. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Kein Rechtsanspruch auf Leistungen** Vor allem Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, die Jugenderholungsreisen, die Kinder- und Jugendbeteiligung, mobile Jugendarbeit und die Familienzentren bekommen diese freiwilligen Leistungen. Auf diese Leistungen bestehe kein Rechtsanspruch, erklärt Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD) auf Nachfrage; der Bezirk und die BVV trügen hier deshalb eine besonders hohe Verantwortung bei der Verteilung der Gelder. Doch mit diesem Haushaltsdefizit könne nicht einmal der Status Quo gehalten werden, so die Ausschussmitglieder in der Stellungnahme. Nach einer Nachbesserung in Bezug auf den Haushaltsetat durch die BVV Ende September sei zumindest das wieder der Fall, so Tietje. Doch ein Problem könnte es in 2025 geben: „Anders als der KJHA in seiner Beschlussempfehlung fordert, wird es nach dem BVV-Beschluss in 2025 nicht mehr Mittel als in 2024 geben, sondern die Fördersumme aus 2024 wird in 2025 unverändert fortgeschrieben. Bei den derzeitigen Preissteigerungen bei Personal-, Betriebs- und Sachkosten ist es wahrscheinlich, dass diese Summe dann nicht mehr ausreicht, um die Leistungen zu erbringen, die aktuell in der Jugendarbeit erbracht werden.“ **Einschränkung bei Angeboten** In der Konsequenz könne das dazu führen, dass die insgesamt 19 Kinder- und Jugendeinrichtungen in Prenzlauer Berg – darunter sieben kommunale, also direkt vom Bezirk betriebene – ihr pädagogisches Angebot einschränken müssten. „Auch die Umsetzung des beschlossenen Pankower Jugendförderplans 2022 bis 2025, mit dem eigentlich notwendigen Ausbau der Angebote aufgrund der Bevölkerungsentwicklung, wird in den nächsten zwei Jahren nicht möglich sein“, so Tietje. Im Falle der Kinderfreizeiteinrichtung Rakäthe in der Esmarchstraße 27 kommt die Bedrohung allerdings von einer anderen Seite: Hier hat die Eigentümerin den Mietvertrag gekündigt. Das Bezirksamt sei mit ihr in Kontakt, so Tietje, und warte auf die Vorlage eines neuen Mietvertrags. „Wie dessen Konditionen aussehen, ob diese finanziell abbildbar sind und wie sich der KJHA hierzu positioniert, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden.“ Titelbild: Artem Kniaz / Unsplash ### Mit Willen und Mut URL: https://www.loky.news/mit-willen-und-mut/ Last updated: 2025-03-20T18:07:47.000Z ## Walter Friedländer wurde 1921 Leiter des Jugendamts Prenzlauer Berg. Noch heute ist sein sozialpädagogischer Ansatz Praxis in den Jugendämtern. --- Berlin 1921, seit drei Jahren ist der Erste Weltkrieg vorbei. Nach den Goldenen Zwanzigern hört es sich noch nicht an, eher nach Versorgung und Verwaltung, auf dass der Hunger der Menschen gestillt und alles administrativ organisiert wird: wegen der anhaltenden Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln beispielsweise, bewilligt der Magistrat von Berlin einen Betrag von zehn Millionen Mark zur Unterbringung von Kindern auf dem Lande. Außerdem beschließt er einen neuen „Berliner Brennkalender“ für die Straßenbeleuchtung, um Energie zu sparen. Eine Milchordnung wird erlassen, die die Verteilung der in Berlin eintreffenden Milch auf alle Stadtteile verteilt. Und dann wird auf Beschluss des Magistrats noch eine städtische Kartoffelreserve angelegt, um die Bevölkerung besser zu versorgen und Preistreiberei zu unterbinden. Und in der Berliner Verwaltung? Nach der Bildung der 20 Verwaltungsbezirke im Rahmen der neuen Stadtgemeinde Groß-Berlin am 1\. Oktober 1920 ist man noch im darauffolgenden Jahr damit beschäftigt, dass jeder Bezirk seine einzelnen Abteilungen und Ämter einrichtet. Im Juni 1921 erklärt das Oberlandesgericht die ersten Wahlen zur Gesamt-Stadtverordnetenversammlung und zu den Bezirksversammlungen, die im Vorjahr stattgefunden hatten, wegen teilweiser Wahlfälschung zugunsten von SPD und USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) für ungültig. Zum 16\. Oktober werden Neuwahlen angesetzt. Und in dieser verwaltungstechnischen Neuordnung wird der gerade mal 30-jährige Walter Friedländer Stadtrat und Leiter des Jugendamts Prenzlauer Berg. Er wird in seiner zwölfjährigen Amtszeit Pionierarbeit in der Jugendhilfe leisten. **Bewährungshelfer, Kriegsdienst, Verwaltung** Walter Friedländer wird 1891 als ältester Sohn von Hugo und Ernestine Friedländer geboren. Sein Vater ist in der deutschen Friedensbewegung aktiv. Nach dem Abitur studiert Friedländer bis 1914 Jura, Philosophie und Soziologie in München und Berlin, tritt in den Sozialistischen Studentenbund bei. In dem Jahr lernt er auch seine spätere Frau Li Bergmann kennen. Aus Interesse am Jugendstrafrecht arbeitet Friedländer nebenbei als freiwilliger Bewährungshelfer. 1916 aber wird er in den aktiven Kriegsdienst berufen, von dem er allerdings im Laufe des Krieges abgezogen und mit verwalterischen Tätigkeiten in Gefangenenlagern außerhalb Berlins betraut wird. Gleichzeitig tritt er 25-jährig in die USPD ein. Dann endet der Erste Weltkrieg und der Versailler Vertrag sieht erhebliche Regresszahlungen vor. Deutschland ist deshalb finanziell nicht in der Lage, ein angemessenes Versorgungs- und Fürsorgesystem aufzubauen, welches für die zahlreichen Kriegsverletzten und -versehrten dringend nötig ist. Für Friedländer geht es besser aus. Er überlebt den Krieg und heiratet 1919 Li Bergmann, sie bekommen eine Tochter. Er ist nun 28 Jahre alt, schreibt an seiner Dissertation, tritt dem Bund Entschiedener Schulreformer bei und engagiert sich in der Kommunalpolitik. Prompt wird Walter Friedländer Abgeordneter in der Bezirksversammlung Berlin-Wilmersdorf, zwei Jahre später schon übernimmt er die Leitung des Jugendamts Prenzlauer Berg. 1921 muss man sich den Prenzlauer Berg als einen der ärmsten und am dichtesten bevölkerten Bezirke vorstellen. Die Linksparteien haben dort eine überdurchschnittlich starke Macht, was die Sozialdemokratischen Regierung festigt. So hat Friedländer auch den Rückhalt des Bezirksbürgermeisters Otto Ostrowski (SPD) und des Bezirksamtes und kann durch die politischen Konstellationen den Ausbau der öffentlichen Jugendfürsorge vorantreiben. Er beginnt, das Jugendamt Prenzlauer Berg neu zu organisieren und baut es in seiner Amtszeit mit Hilfe qualifizierter Fachkräfte aus Jugend- und Frauenbewegung, psychoanalytischer Bewegung sowie der Arbeiterwohlfahrt aus. **Schwerpunkt auf Prävention** Mit den Jahren wird dieses Jugendamt das Musterbeispiel der Weimarer Zeit, da es die fortschrittlichen Bemühungen der 1920er-Jahre widerspiegelt. Für Friedländer ist es ein wichtiges Organ der Jugendhilfe. Die neue Organisation setzt stark auf Prävention und will somit die Gesamtheit der Kinder und Jugendlichen des Bezirkes erfassen. Friedländer ist überzeugt davon, dass nur auf diese Weise der Paragraph 1 des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes (RJWG), „das Recht des Kindes auf leibliche, seelische und gesellschaftliche Tüchtigkeit“ umzusetzen ist. Im Sinne des RJWG nimmt das Jugendamt Prenzlauer Berg für sich die führende Rolle der öffentlichen Jugendfürsorge in Anspruch, indem es starke öffentliche Aufsicht über beispielsweise Krippen und Kindergärten ausübt. Seit Mitte der 1920er Jahre widmet sich Friedländer auch der Ausbildung von Sozialarbeitern, da er durch das Bezirksamt ständig mit dem Problem unqualifizierter Arbeitskräfte konfrontiert wird. Er unterrichtet bis 1933 an verschiedenen Ausbildungsschulen. Sein Erfolg liegt vor allem auch darin, die Kooperation unterschiedlicher Institutionen zu fördern und die Erfahrungen der einzelnen Arbeitsfelder sinnvoll in Bezug zueinander zu setzen. Von Anfang an ist er gegen das NS-Regime, versucht gegen die Bestimmungen vorzugehen und ruft öffentlich zum Widerstand gegen die Nationalsozialisten auf. In der Zeitschrift „Arbeiterwohlfahrt“ schreibt er im Dezember 1931: „Fürsorger und Fürsorgerinnen, wo steht ihr im politischen Kampf? …Wir sagen auch, die Gewaltherrschaft der Nazis muß verhindert werden; Zersplitterung und Müdigkeit sind es, die der Arbeiterschaft die Kampfeskraft nehmen.“ **Flucht in die USA** Schon im März 1933 hat Friedländer keine Hoffnung mehr, noch irgendwas gegen die NS-Herrschaft tun zu können. Er weiß, dass die Lebensgefahr für ihn und seine Familie größer wird und nutzt eine Konferenz des „International Child Welfare Council“ in Genf dazu, Deutschland zu verlassen. Seine Arbeit im Bezirksamt wird in diesem Jahr durch die Nazis beendet, die Partei der Sozialdemokraten und die AWO in Deutschland am 5\. Mai verboten. Er geht erst nach Paris; 1937 entscheidet er sich dann, Europa ganz zu verlassen. In den USA beginnt er zu forschen und wird Dozent. Ab 1946 führt er den Vorsitz des „International Comitee of Social Welfare“ und ab 1959 arbeitet er als Ausbildungsleiter für Studiengruppen von Auslandsstudenten. Außerdem lehrt er als Gastprofessor an zahlreichen Universitäten in Europa und in den USA. 1984 stirbt er mit 93 Jahren in Oakland, Kalifornien. Das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz brachte zwar nicht die von den Sozialdemokraten geplante Revolution, aber Friedländers Arbeit und die seiner Mitarbeiter hat den Grundstein für das heutige Kinder- und Jugendschutzgesetz (KJHG) gelegt. Die aktuelle gesetzliche Basis für die Kinder- und Jugendhilfe wäre ohne das RJWG nicht so weit. Friedländer leistete wirkungsvolle Pionierarbeit für die Jugendwohlfahrt und hat mit dem eigenverantwortlichen Jugendamt Prenzlauer Berg eine Funktions- und Arbeitsweise geschaffen, wie sie noch heute in den Jugendämtern Praxis ist. Titelbild: Freepik / master1305 ### "Kein Platz für Antisemitismus" URL: https://www.loky.news/kein-platz-fuer-antisemitismus/ Last updated: 2025-03-20T18:07:47.000Z ## Nach dem brutalen Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel ruft der Bezirk Pankow zusammen mit dem Freundeskreis Berlin Pankow-Ashkelon e.V. zu Geldspenden auf. Die Pankower Jugendlichen sind inzwischen zurück in Berlin. --- Seit 1994 besteht die Städtepartnerschaft zwischen dem Bezirk Pankow und der israelischen Stadt Ashkelon. Sie liegt im Süden des Landes, ungefähr zehn Kilometer von der Grenze zum Gazastreifen entfernt. Seit dem 7\. Oktober steht sie unter beständigem Raketenbeschuss der palästinensischen Terrorgruppe Hamas. Zahlreiche Wohnhäuser wurden stark beschädigt oder zerstört, die Zahl der Todesopfer ist unbekannt. Der [Freundeskreis Berlin Pankow-Ashkalon e.V.](https://pankow-ashkelon.org/?ref=loky.news) und der Bezirk Pankow rufen deshalb zu Spenden auf. Derzeit würden vor allem Matratzen und Kinderspielzeug für die Familien in den Schutzbunkern, sowie Schutzwesten, Helme und Generatoren benötigt, heißt es. Spenden können auf dieses Konto überwiesen werden: **Bezirkskasse Pankow** **IBAN DE06 1005 0000 4163 6100 01** **Verwendungszweck: 2333001452603** Unterdessen konnte die Jugendgruppe aus Prenzlauer Berg, die sich zu Beginn der Bombardierungen in Ashkalon befand, Israel verlassen. Wie der Tagesspiegel berichtet, wurden die zwölf Jugendlichen des Sportjugendclubs Prenzlauer Berg und ihr Betreuer am Dienstag nach Griechenland ausgeflogen und kehrten am Donnerstag nach Berlin zurück. Die ersten Stunden nach dem Angriff hätten sie in einem Bunker verbracht und die Detonationen gehört, heißt es. Anders als Polen oder Österreich hatte die Bundesregierung keine Evakuierungsflüge geschickt; die Gruppe aus Pankow musste sich den Rückflug selbst organisieren. **Solidaritätsbekundung der BVV** In der Bezirksverordnetenversammlung Pankow veröffentlichten die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Linksfraktion, SPD und die Gruppe der FDP eine gemeinsame Solidaritätsbekundung und verurteilten die terroristischen Angriffe von Hamas und Hisbollah auf den Staat Israel und seine Bevölkerung aufs Schärfste. „Wir sind zutiefst erschüttert über die grausamen Morde an israelischen Kindern, Frauen und Männern und terroristischen Angriffe auf israelische Städte und Dörfer, wie auch auf unsere Partnerstadt Ashkelon. Der Raketenbeschuss, die Geiselnahmen und Verschleppungen müssen umgehend beendet werden. Sie sind durch nichts zu rechtfertigen. Unsere uneingeschränkte Solidarität gilt allen Menschen in Israel“, heißt es darin. In den vergangenen Tagen war es an verschiedenen Stellen in Berlin zu pro-palästinensischen Kundgebungen gekommen, auf denen Anhänger der Terrorgruppe Hamas den Angriff feierten. „Wir sind erschüttert über Ausbrüche von Antisemitismus in Berlin angesichts des Terrors der Hamas. Auf unseren Straßen wird es keinen Platz für diejenigen geben, die den Terror gegen Israel und den Tod unschuldiger Menschen feiern. Wir verurteilen entschieden jede Form antisemitischer oder israelfeindlicher Hetze, Aggression und Gewalt“, so die Bezirksverordneten. „Wir treten jeder Verharmlosung terroristischer Akte und antisemitischer Äußerungen klar entgegen. Denjenigen, die die Vernichtung Israels propagieren und den Terror, die Entführung von Kindern und ganzer Familien, willkürliche Exekutionen und blindes Morden verteidigen, muss mit Recht und Gesetz deutlich gezeigt werden, dass es für solche Taten bei uns keinerlei Platz gibt“, heißt es weiter. Titelbild: Luftbild der Stadt Ashkelon im Süden Israels / Wikimedia Common ### Mietmasche möbliertes Wohnen URL: https://www.loky.news/mietmasche-moebliertes-wohnen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:21.000Z ## In der Paul-Robeson-Straße hat ein französisches Unternehmen ehemalige Hotelzimmer zu Mini-Apartments umgebaut und vermietet sie zu Wucherpreisen. Ist das legal? --- Die Zeiten haben sich geändert. Für viele junge Menschen ist es heute nicht mehr das Ziel, möglichst schnell ein Einfamilienhaus mit Garten und Garage zu erwerben und dort bis zum Lebensende zu wohnen. Sie wollen flexibel sein, ortsungebunden arbeiten und in der Mittagspause die Welt entdecken. Für diese „Digitalen Nomaden“ steht häufig auch ein Aufenthalt in Berlin auf der Wunschliste. Zusätzlich holen internationale Unternehmen ihre Mitarbeiter\*innen immer wieder für lediglich ein paar Monate in die Stadt. Weil Hotelaufenthalte auf Dauer ins Geld gehen, präferieren viele eine festere Bleibe. Doch [der Wohnungsmarkt in der Hauptstadt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/Mieten/?ref=loky.news) hat sich in den vergangenen Jahren dermaßen angespannt, dass die Suche nach einer geeigneten Wohnung viel Ausdauer und Geduld erfordert – vor allem in beliebten Stadtteilen wie Prenzlauer Berg. Will man die überhaupt investieren, wenn man sowieso nur für ein paar Monate in der Stadt bleibt und nicht viel mehr als einen Koffer mit Kleidung und den Laptop dabei hat? \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Zweckentfremdung verboten** Findige Berliner\*innen hatten schnell das Potenzial von Kurzzeitvermietungen ihrer Wohnungen erkannt. Bis der Senat diesen 2014 mit der Einführung des Zweckentfremdungsverbotes einen Riegel vorschob und es 2018 noch einmal verschärfte: Wer seine eigene Wohnung als Ferienwohnung anbieten möchte, muss zunächst eine Genehmigung beantragen; Zweitwohnungen dürfen höchsten 90 Tage im Jahr an Tourist\*innen vermietet, [längerer Leerstand](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/10/25/leerstand-lohnt-sich-nicht-oder-doch/?ref=loky.news) von Wohnungen muss gemeldet werden. So soll verhindert werden, dass vor allem in den beliebten Innenstadtlagen der dauerhafte Wohnraum noch knapper wird. Anders gestaltet sich die Sache bei möblierten Wohnungen: Hier braucht es keine Genehmigung, da Vermietende und Mieter\*in für gewöhnlich ein Vertrag über eine zwar längere, aber trotzdem befristete Dauer abschließen. Fast jede zweite Wohnung in Berlin wird mittlerweile als möbliert inseriert, hat das Portal Immoscout errechnet. Damit können Vermieter\*innen die Mietpreisbremse umgehen, weil sie einen Zuschlag für die genutzten Möbel berechnen dürfen – und verlangen als Folge oft Summen in astronomische Höhen. **Wuchermieten im Arnimkiez** So auch in der Paul-Robeson-Straße Ecke Schönhauser Allee, schreibt uns eine Leserin. Dort hat das französische Unternehmen Colonies ein ehemaliges Hotel gekauft und die einzelnen Zimmer zu Mini-Apartments umfunktioniert. Auf den angegebenen 27 Quadratmetern Fläche der „Studios“ im Erdgeschoss befinden sich Küchenzeile, Tisch und Bad; das Bett steht auf einer eingezogenen Ebene unter der Decke, die scheinbar als zusätzliche Quadratmeter gilt. Der Preis für diese temporäre Behausung im Arnimkiez: 1.720 Euro monatlich. „Nur die Elite verdient dreimal so viel, wie ihre Miete beträgt“, heißt es vollmundig im Manifest des Unternehmens, deshalb wolle man das Mieten vereinfachen; außerdem habe sich die Vorstellung von Wohnen verändert und sei flexibler geworden. Ein Konzept, das in Städten wie Paris oder London, wo man für Wohnungen noch immer einen Wochenpreis bezahlt, funktioniert. Aber auch in Berlin? Selbst wenn man von dem so in der Paul-Robeson-Straße entstandenen Quadratmeterpreis von knapp 64 Euro die inkludierten Kosten für Nebenkosten, Internet und wöchentlicher Reinigung abzieht, entsteht eine deftige Summe. Viele Menschen können sich das nicht leisten. Ein schneller Vergleich mit dem Berliner Mietspiegel ergibt, dass ortsübliche Mieten im nördlichen Prenzlauer Berg für diese Größe bei unter 300 Euro liegen. Das stimmt zwar höchstwahrscheinlich nur noch für all diejenigen, die seit mindestens 15 bis 20 Jahren in ihren vier Wänden wohnen – doch rechtfertigt es deshalb nicht den fünffachen Mietpreis. **Bundestag berät über neues Gesetz** Dem Bezirk sind in diesem Fall die Hände gebunden, das Thema liegt im Aufgabenbereich der Bundesregierung. Während Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) noch im Juni dieses Jahres keinen Regulierungsbedarf bei möblierten Wohnungen sah, verabschiedete der Bundesrat kurz darauf einen Gesetzesentwurf „zur Stärkung des Mieterschutzes bei der Vermietung von möbliertem Wohnraum“. Darin steht unter anderem, dass der sogenannte „Möblierungszuschlag“ – also eben jene Summe, die jeden Monat für die Nutzung der bereitgestellten Möbel auf die eigentliche Miete addiert wird – neben der Nettokaltmiete in Zukunft gesondert ausgewiesen werden muss. Außerdem solle es eine Obergrenze dafür geben. Damit ließen sich die Kaltmieten der Wohnungsangebote wieder vergleichen, Mietwucher wäre leichter zu erkennen. Bereits jetzt ist gesetzlich geregelt, dass in Gegenden mit angespanntem Mietmarkt – und dazu zählt Prenzlauer Berg – der Mietpreis die ortsübliche Miete höchstens um zehn Prozent übersteigen darf. Die Abstimmung über den Gesetzesentwurf steht noch aus. Bis dahin erfreuen sich die Apartments in der Paul-Robeson-Straße regen Zulaufs: Aktuell sind alle verfügbaren Studios ausgebucht. ### Mehr als Kraut und Rüben URL: https://www.loky.news/mehr-als-kraut-und-rueben/ Last updated: 2025-03-20T18:07:22.000Z ## In den Bornholmer Gärten wächst nicht nur allerlei Gemüse, sondern auch das freundschaftliche Miteinander im Kiez. Ein Besuch. --- Fast wirkt es, als ob sich die kleine Laube im Garten von Margrét Rós Harðardótti und ihrem Mann verstecken würde. Nur schwer ist sie vom Weg aus zu sehen, vereinzelt blitzt ein Teil der hellgelben Wandfarbe hervor. Davor wächst das Gemüse massenweise: Kohl, Bohnen, Meerrettich, Salat. Manche Hochbeete wirken, als ob sie bald unter der Last zusammenbrechen. In allen Ecken stehen in Bottichen Tomatenstauden. Zwischendurch ragen ein paar Sonnenblumen und Kräuter hervor. Über all dem thronen ein Birnbaum und zwei Pfirsichbäume. Harðardóttis Garten ist der Traum aller Städter\*innen. Er befindet sich in der Kleingartenanlage Bornholm 1 im [Skandinavischen Viertel](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/06/28/auf-spurensuche-2/?ref=loky.news) in Prenzlauer Berg. Etwa 450 Gärtner\*innen bepflanzen hier rund 236 Parzellen. Zusammen mit Bornholm II reichen sie von der Bösebrücke bis ungefähr zur Grundschule in der Ibsenstraße. „Die sind bestimmt spießig“, dachte Harðardótti, als sie die Parzelle übernahm. Doch dann lernte sie die anderen Mitglieder kennen. Erst fing sie an, mit ihnen am Gartenzaun zu plaudern. Jetzt geht sie öfters mal rüber zum Kaffeetrinken oder lädt zum Sekt ein. Ihre Nachbar\*innen findet sie toll, alle heißt sie bei sich willkommnen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Gegensätze ziehen sich an** Und so gibt es auch neben zugewachsenen Gärten wie dem von Harðardótti solche die das komplette Gegenteil sind. Der Rasen ist getrimmt, die Beete sind akkurat abgesteckt, kein Unkraut ist zu sehen. Zwischendurch sieht man ein paar Gartenzwerge. Alle haben hier ihre Daseinsberechtigung – so lange sie sich an die Regeln des Bundeskleingartengesetzes halten. „Wir sind wirklich eine sehr gute Gemeinschaft aus Jung und Alt, Ost und West, Alteingesessenen und Hinzugezogenen. Jeder bringt das ein, was er kann und hat. Und gleichzeitig sind wir offen für den Kiez“, sagt Robert Ide, Journalist und Vorsitzender der [Kleingartenanlage Bornholm I](https://www.kleingartenverein-bornholm-1-ev.de/?ref=loky.news). Das Leben in den städtischen Parzellen hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert. Im Vergleich zu anderen Kleingartenanlagen wird diese immer jünger und vielfältiger, ökologische und soziale Beiträge stehen im Vordergrund. Überhaupt ist hier schon immer alles ein wenig anders in den Bornholmer Gärten. **Vom Hungrigen Wolf zu den Bornholmer Gärten** Als 1896 die Kleingartenanlage entstand, befanden sich in Prenzlauer Berg noch Felder und [Windmühlen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/12/die-muehlen-von-prenzlauer-berg/?ref=loky.news). Damals errichteten vier Familien auf einem Stück Land die ersten kleinen Lauben. Weil damals viele Menschen zu wenig zu essen hatten, machten sie es den Hansens, den Kinds, den Putzkes und den Ritters nach. Sie legten Beete an, um ihre Ernährung mit Kartoffeln und Gemüse zu sichern. Manche hielten auch Ziegen und Hühner. Sie tauften die Anlage „Hungriger Wolf“. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/09/IMG_5049.jpg) Männer spielen 1899 Skat im Grünen vor dem Vereinsheim „Hungriger Wolf“. / Foto: Kleingartenanlage Bornholm I e.V. Mit den Jahren gab es immer mehr Parzellen, sie erstreckten sich eine Zeit lang bis zur Schönhauser Allee. Als die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht ergriffen, vertrieben sie die jüdischen Mitglieder aus der Anlage. Im Zweiten Weltkrieg platzierten sie eine Flakstation mitten auf dem Gelände, um die Bösebrücke gegen Luftangriffe zu verteidigen. Nach Kriegsende erhielten die Gärten schließlich den Namen „Bornholm“. Die Gärtner\*innen begannen die Anlage wieder zu bepflanzen, doch in der DDR-Zeit musste sie erneut als Lieferant von Obst und Gemüse für die Bevölkerung dienen. Dann kam der Abend des 9\. November 1989 und 20.000 Menschen nutzen den Grenzübergang Bornholmer Straße, um in den Westen zu gelangen. **Die Leidenschaft verbindet** Wenn Ide heute durch Bornholm I geht, dann steht das Miteinander im Vordergrund. Ein kurzes Hallo hier, ein Winken da. Immer wieder hält er kurz an, um sich zu unterhalten. Auch mit Hanne Walter. Sie bittet ihn in ihren Garten reinzukommen, zeigt ihre Kürbisse. Groß wie Fußbälle sind sie. Und es sind viele. Walter bietet ihm welche an, doch davon hat Ide selbst genug. Die Ernte wird gut dieses Jahr, sagen beide: Kürbisse, Bohnen und Tomaten gibt es in riesigen Mengen. Walter hat wieder Black Cherry angebaut. Schnell macht sie welche ab und bietet sie zum Probieren an. Die Tomaten sehen unscheinbar aus. Doch nach einem kleinen Biss zerplatzen sie im Mund, der Geschmack kommt unerwartet. Süß sind sie. Ide ist begeistert. Davon möchte er auch welche haben. Kein Problem, sagt Walter. Dann fachsimpeln die beiden über den Anbau von Tomaten und Wein. Die gemeinsame Leidenschaft verbindet. **Der große Streit** Tatsächlich war das in den Bornholmer Gärten nicht nicht immer so. Vor ein paar Jahren gab es [einen großen Streit](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2015/03/10/raus-aus-bornholm/?ref=loky.news): auf der einen Seite die älteren, alteingesessenen Kleingärtner\*innen, die alles bewahren wollten, auf der anderen Seite die jungen Familien, die neu reingekommen sind und auf einmal alles öffnen wollten. Die Parteien zofften sich, Anwält\*innen wurden eingeschaltet, eine Mitgliederversammlung fand statt. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/09/IMG_4975-1024x768.jpg) Robert Ide ist Vorsitzender der Kleingartenanlage Bornholm I. Im November tritt er erneut bei den Vorstandswahlen an. / Foto: Christina Heuschen Ide mischte sich ein, ließ sich zum stellvertretenden Vorsitzenden wählen, half bei der Versöhnung. „Das war der Moment, wo ich mehr oder weniger spontan gesagt habe, wir können so nicht weitermachen. Entweder wir machen das zusammen oder wir werden hier alle platt gemacht“, erzählt er. Tatsächlich öffnete sich die Anlage danach und für jede\*n war von nun etwas dabei: die traditionellen Feste für die Älteren, offene Gärten für die Jüngeren. Dadurch seien alle eigentlich erst zusammengewachsen, glaubt Ide. **Kiez trifft Kleingärten** Mittlerweile finden die Fête de la Musique, das Artspring-Festival und ein Erntedankfest regelmäßig in den Bornholmer Gärten statt. Dann stehen auch die Gartentörchen zu den Parzellen allen aus dem Kiez offen, um sie zu besuchen. Allein beim Erntedankfest besuchen bis zu 2.000 Menschen an zwei Tagen Bornholm I und Bornholm II, sagt Ide. Mittags kommen Rentner\*innen, die eine Kleinigkeit essen wollen. Nachmittags schauen sich Familien einzelne Parzellen an. Abends wollen die Leute zu Livemusik tanzen. „Das Schöne ist eigentlich, da trifft sich die ganze Mischung, von der man denkt, die gibt es in Prenzlauer Berg gar nicht mehr. Wo hast du das noch, dass sich alle noch so miteinander treffen können?“, fragt er. **Geteiltes Glück** Besonders stolz ist Ide aber auf den sogenannten [„Schleifengarten“](https://schleifengarten.de/?ref=loky.news). Denn in der Wendeschleife der Tram-Linie 50 in der Björnsonstraße befindet sich mittlerweile ein Gemeinschaftsgarten, den er mit aufgebaut hat. Da, wo bis vor einigen Jahren DDR-Garagen standen, wachsen heute Pflanzen. Statt auf grauen Beton zu schauen, können alle Nachbar\*innen aus dem Kiez nun ihr eigenes Gemüse und Kräuter ernten – auch wenn sie keinen eigenen Kleingarten besitzen. „Wir wissen, dass wir ganz viel Glück haben. Aber das Glück teilen wir auch gerne“, bestätigt Harðardótti. Sie habe selbst mehrere Jahre von der Öffnung der Gärten profitiert, nun möchte sie etwas an den Kiez zurückgeben. An den Toren der Gärten hängen große Bündel Rosmarin, auf den Wegen davor stehen kleine Körbe mit Äpfeln, in Schüsseln liegen Tomaten. Überall können sich die Nachbar\*innen aus der Umgebung etwas von der Ernte der Gärtner\*innen mitnehmen. Täglich spazieren Menschen in Ruhe durch die Kleingartenanlage, Kinder fahren auf Fahrrädern, manche Leute machen hier ihren Sport. Oder sie besuchen das Vereinslokal in Bornholmer Gärten. Anfang nächsten Jahres können sie dann auch die neuen Pächter\*innen kennenlernen. Vielleicht gehören sie auch zu ihren Nachbar\*innen im Kiez. *Titelfoto: Margrét Rós Harðardótti und ihr Mann besitzen eine Parzelle in den Bornholmer Gärten. / Foto: Christina Heuschen* ### Der Bötzowkiez im Wandel URL: https://www.loky.news/der-boetzowkiez-im-wandel/ Last updated: 2025-03-20T18:08:50.000Z ## Vor hundert Jahren prägten kleine Brauereien das Bötzowviertel. Heute zeichnen Cafés, Baumalleen und Kopfsteinplaster das Stadtbild aus. --- *Von Manuela Stark* Noch sind die Kinderspielplätze an diesem Morgen leer. Aber vor der Bäckerei in der Bötzowstraße bildet sich schon eine lange Schlange. Die Wartenden freuen sich auf die ausgezeichneten Schrippen, die in der unscheinbaren Bäckerei ofenfrisch verkauft werden. Sie haben Zeit, ihren Blick über die Häuser aus der Gründerzeit mit ihren unterschiedlichen Hausfassaden schweifen zu lassen. Die Wände sind mal rau, mal glatt mit Dekor, an manchen wächst Efeu, an anderen hängen Blumenkästen. Fast alle erscheinen frisch renoviert. In einigem Abstand stehen hoch gewachsene Bäume mit satten grünen Blättern. Dazwischen teilen sich Fußgänger\*innen und Rollerfahrer\*innen den Fußweg. Radfahrende müssen sich auf der Straße mit Kopfsteinpflaster plagen – wie schön wäre eine Fahrradstraße mit glattem Asphalt. --- ## Dies ist ein Text aus unserer Reihe [„Kiezgeschichten“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/kiezgeschichten/?ref=loky.news) --- \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ Hoffnung gibt es für die angrenzende Hufelandstraße, die soll zur Fahrradstraße werden. Allerdings steht noch eine Zustimmung des Senats zur Vergabe der Finanzmittel in Höhe von 998.000 Euro aus. Dann würde ab dem dritten Quartal 2024 das Kopfsteinplaster durch einen erschütterungsarmen Belag ersetzt werden. Tatsächlich befindet sich die Hufelandstraße in ständigem Wandel, Cafés öffnen und schließen. Trotzdem gibt es im Viertel alles, was man im Alltag braucht– vom Bäcker bis zur Physiopraxis. Wo heute in teuren Altbauwohnungen die gehobene Mittelschicht lebt, wohnten früher Arbeiter\*innen. **Aktienbrauerei und Schneiderbrauerei am Friedrichshain** Benannt ist das Viertel nach der Familie Bötzow, die im 19\. Jahrhundert große Ackerflächen weit über das heutige Gebiet hinaus besaßen. Insbesondere Julius Bötzow verkaufte sein Land aber nach und nach an Investoren, wie zum Beispiel an den Brauereibesitzer Lipps. Im Süden des [Viertels](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=B%C3%B6tzow&ref=loky.news) entstand so 1859 an der heutigen Straße Am Friedrichshain die Lipps Brauerei, später hieß sie Aktienbrauerei Friedrichshain. Heute würde man das dort hergestellte Bier als Craftbeer bezeichnen, da nur kleine Mengen produziert wurden. Umso größer war dafür der Saalbau der Brauerei, der unter Regierungsbaumeister Max Schilling entstand. Dieser Prunksaal im Renaissance-Stil bot rund 1.000 Menschen Platz und galt damals als größter Festsaal Europas. Gleich daneben befand sich die Schneiderbrauerei, in deren Ruine sich heute ein Tonstudio befindet. Heute ist von der damaligen Bierkultur wenig übrig, große Teile des Viertels wurden im Krieg zerstört. Nur eine Kneipe hinter dem Filmtheater Friedrichshain lädt nach der Vorstellung noch auf einen Absacker ein. **Die historische Parkanlage lädt zum Verweilen ein** Anstatt im [Bötzowviertel](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/07/02/acht-jahrzehnte-boetzowviertel/?ref=loky.news) Bier zu trinken, flanieren heute die Menschen durch das Viertel. Viele strömen auf die Straßen, um ihren Wochenendeinkauf auf dem kleinen Markt zu erledigen. An zahlreichen Ständen gibt es Obst und Gemüse aus der Region, die Käseauswahl ist groß, auch frischen Hefekuchen kann man kaufen. Wer mag, gönnt sich dazu einen Kaffee am mobilen Kaffeestand. Gleich hinter dem Markt ertönt am Arnswalder Platz kurz vor 10 Uhr ein ungewöhnliches Grummeln, Wasser plätschert in die große Schale des Stierbrunnens. Zwei ältere Damen schlendern vorbei. Sie wohnen schon über 80 Jahre in diesem Kiez: „Es ist einfach schön hier. So ruhig. Alles gut erreichbar für uns“, sagen sie. Beide gehen regelmäßig auf den Wochenmarkt. Verändern wollen sie in diesem Viertel eigentlich nichts. Nur die Leute, die hier achtlos Müll wegwerfen, sollten ihn auch wieder beseitigen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/09/GartenInitiative-1024x755.jpg) Die GartenInitiative Arnswalder Platz führt regelmäßig Putzaktionen durch. / Foto: Manuela Stark Auch Carsten Meyer ärgert sich schon seit vielen Jahren über herumliegende Zigarettenkippen und anderen Müll. 2012 gründete er deshalb die „GartenInitiative Arnswalder Platz“. Gemeinsam mit Frank Schubert und weiteren engagierten Anwohner\*innen trifft er sich neun Mal im Jahr, um den gröbsten Dreck zu beseitigen. Der Vandalismus sei über die Jahre stark zurückgegangen, findet er. Inzwischen kooperiert die GartenInitiative mit dem Straßen- und Grünflächen Amt für die gemeinsame Sache. Da die Anzahl der Gärtner\*innen im Amt aufgestockt wurde, muss die Initiative inzwischen auch weniger aufräumen und hat mehr Zeit für den Austausch unter den Anwohner\*innen. Traditionell beenden sie die Gartenpflege mit Kaffee und Kuchen. **Diskussion um Eschenallee reißt nicht ab** Überhaupt liegt die Aufmerksamkeit der Anwohner\*innen schon seit Längerem auf einem Teil der Kniprodestraße an der Werneuchener Wiese, auf der mittlerweile eine Schuldrehscheibe steht. Seit Jahren wird dort um eine Reihe von Bäumen gestritten. Das Straßen- und Grünflächenamt (SGA) möchte aus dem bisher unbefestigten Gehweg an der Kniprodestraße einen festen machen, um die Schulwegsicherheit zur Schule zu gewährleisten. [25 Eschen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/05/die-eschen-werden-fallen/?ref=loky.news) müssten deswegen weichen, sagt das SGA. Und das, obwohl der Gehweg laut Schulamt für die Erschließung der temporären Schule sekundär ist. Nach langer Debatte lehnte die Bezirksverordnungsversammlung (BVV) schließlich im Juli einen Einwohnerantrag zum Erhalt der 25 Bäume mit deutlicher Mehrheit ab. Doch die Initiative „[Pro Kiez Bötzowviertel](https://www.prokiez.de/?ref=loky.news)„, zu der auch GartenInitiative gehört, hat die Eschen noch nicht aufgegeben. Als Reaktion auf den Beschluss der BVV sammelten Anwohner\*innen über 1.400 Unterschriften für den Erhalt der Eschen, sagt Meyer. Am 12\. Oktober wollen sie sich erneut mit politisch Verantwortlichen in der Kurt Schwitters Schule austauschen. Ihr Ziel ist weiterhin der Erhalt der Eschen. Titelfoto: Manuela Stark ### Käthe und der Kollwitzplatz URL: https://www.loky.news/kaethe-und-der-kollwitzplatz/ Last updated: 2025-03-20T18:08:17.000Z ## Der Kollwitzkiez ist das Paradebeispiel für Gentrifizierung. Heute lebt er etwas eintönig von Restaurants und Cafés, aber seine Vergangenheit ist bewegend. --- Mit welchen Gedanken, überlege ich, würden Käthe Kollwitz und ihr Mann Karl wohl auf das samstägliche Markttreiben am Kollwitzplatz schauen? Sie hätten von ihrer Wohnung aus einen direkten Blick auf den Markt gehabt. Kaum vorstellbar, dass beide sich für das Aperol Spritz trinkende Bürgertum, das angelehnt am Spielplatz-Zaun steht, interessiert hätten. Langweiliger und öder geht es ja auch kaum. Vermutlich würde Käthe Kollwitz die Menschen beobachten, die hier verkaufen, nicht jene, die hier kaufen und konsumieren. Ihr Mann hätte wahrscheinlich nur wenige Patient\*innen gehabt, weil dort kaum jemand arm und mittellos ist, sondern selbst als Ärztin oder Rechtsanwalt arbeitet. Oder nur Arzttochter oder Rechtsanwaltssohn von Beruf, das reicht ja manchmal schon. Man würde Käthe und Karl Kollwitz nicht verübeln, wenn sie hier schon längst nicht mehr wohnen wollen würden. Sie, die sich in ihren Werken mit Armut, Ausbeutung und Obdachlosigkeit beschäftigte, und er, der Berliner Armenarzt. --- ## Dies ist ein Text aus unserer Reihe [„Kiezgeschichten“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/kiezgeschichten/?ref=loky.news) --- Käthe Kollwitz zog 1891 mit ihrem Mann in den Berliner Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg in das Wohnhaus an der Weißenburger Straße am Wörther Platz, heute Kollwitzstraße 56a am Kollwitzplatz. Mehr als 50 Jahre lang blieb diese Wohnung der Lebensmittelpunkt der Familie, vorerst auch als Arbeitsort für sie. Durch ihren Mann, dessen Praxis anfangs auch dort untergebracht war, erhielt die Künstlerin direkten Einblick in die Lebensrealität der Arbeiterfamilien und war vom Schicksal der Menschen tief bewegt. In teilweise dramatischen Zeichnungen befasste sich Käthe Kollwitz mit den existenziellen Nöten der Menschen wie Arbeitslosigkeit, Prostitution, Krankheit, Hunger und hohe Kindersterblichkeit. **Ein Viertel für Wohlhabende** Aus dem Arbeiterbezirk ist 100 Jahre später ein Viertel für Wohlhabende geworden. Der Kollwitzkiez gilt als das gentrifizierte Paradebeispiel. Einhundert Millionen Euro wurden nach dem Fall der Mauer in die historischen Gebäude investiert. Was dann passierte und warum es heute so ist, wie es ist, man muss es nicht mehr erwähnen. Davor, in den 1980er Jahren, wurde zwar noch mit Kohle geheizt und es gab Außentoiletten, aber die Ost-Berliner Bohème brachte wenigstens Aufmüpfigkeit und Kreativität und Anarchie in den Kiez. Vielleicht ist einiges Verklärung und damals wie heute ist nicht alles schlecht und nicht alles gut, aber man kommt einfach nicht umhin sich zu fragen: Wo bleibt der (rebellische) Geist, der Verstand, wenn der Mensch alles hat, satt und verwöhnt ist vom materiellen Reichtum? \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ Der Kollwitzkiez ist natürlich mehr als das Herzstück [Kollwitzplatz](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=kollwitz&ref=loky.news), er erstreckt sich von der Tor- bis zur Danziger Straße, von der Schönhauser Allee bis zur Prenzlauer Allee. Schnell wird klar: Die Vergangenheit ist vielschichtiger und bewegender als die Gegenwart. Was wäre der Kollwitzkiez ohne den Geist der Geschichte aus DDR, dem Nationalsozialismus und auch der Zeit davor? **Ein riesen Wirbel um nichts?** Die Kulturbrauerei beispielsweise ist jetzt ein Gebäudekomplex für Spaß und Unterhaltung, Kunst und Kultur. Früher ist er wirklich eine Brauerei gewesen. Nachdem 1842 der Chemiker und Apotheker Heinrich Prell den Grundstein legte, übernahm 1853 nach seinem Tod Jobst Schultheiss die Brauerei. 1967 wird der Betrieb eingestellt, drei Jahre später schon öffnet der Franzclub. Es ist wahrscheinlich der Beginn der heutigen Kulturbrauerei. Und man muss feststellen, dass die Nutzung sich der jeweiligen Zeit anpasst – früher Arbeitsplatz für viele Arbeiter\*innen im Arbeiterbezirk, heute Publikumsmagnet für Zerstreuung und Zeitvertreib. Ich gehe durch die Straßen und denke: So ein Wirbel um ein Viertel, in dem man letztlich nur teuer wohnt und in Restaurants oder Cafés sitzt und shoppen geht. Ist das also diese Lebensqualität, von der neben der Work-Life-Balance andauernd geredet wird? Selbstfürsorge wird wahrscheinlich auch groß geschrieben, ist letztlich natürlich nur versteckter Narzissmus. Vermutlich redet man gerne über Diversität, aber homogener geht es hier kaum noch. Alle sehen irgendwie gleich aus und sind gleich alt, vermutlich wählen und denken die meisten auch das Gleiche. Am Ende bestätigt man sich gegenseitig. Ach, wie eintönig, wie geisttötend, wie fade. Und doch entwickelt man für diesen Kiez eine Art Hass-Liebe, weil es irgendwie alles auch ganz schön ist. Für eine begrenzte Zeit, zu Besuch. **Bewegte Vergangenheit** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/09/IMG_5039-1024x768.jpg) Der sogenannte Judengang befindet sich zwischen Senefelder- und Kollwitzplatz. / Foto: Peter Schulz Deshalb widme ich mich wieder der Vergangenheit, dem Jüdischen Friedhof, auf dem bis 1880 alle Jüdinnen und Juden Berlins beigesetzt wurden, und dem an der Außenseite des Friedhofs liegenden so genannten Judengang. Er erstreckt sich zwischen Senefelder- und Kollwitzplatz und ist etwa sieben Meter breit und 400 Meter lang. Öffentlich zugänglich ist er nicht und auch seine Entstehung ist nicht eindeutig geklärt. Die meisten Quellen sagen, dass der Judengang für König Friedrich Wilhelm III. angelegt wurde, damit er keinem Leichenzug auf dem Weg zum Schloss Schönhausen begegnen musste. Ein anderer Grund soll aus der Halacha entstammen, der religiösen Richtlinie des Judentums. In den Nuller Jahren wurde der Pfad als Denkmal neu hergerichtet und wird nun als halbprivate Grünfläche von den dort direkt lebenden Bewohner\*innen genutzt. Auch die Synagoge in der Rykestraße ist nicht weit entfernt, denn bis 1938 war der Prenzlauer Berg Mittelpunkt jüdischen Lebens. Als die Heeresstandortverwaltung die Synagoge konfiszierte, wurde sie ab Mai 1940 als Pferdestall und Depotlager missbraucht. Die dort ansässige III. Volksschule der Jüdischen Gemeinde wurde 1941 für die deutsche Feldpost beschlagnahmt. Zu DDR-Zeiten war sie die einzige Synagoge Ost- Berlins und wurde somit zum Zentrum der Jüdinnen und Juden in der DDR. Es ist nicht zu fassen, dass heutzutage immer noch Polizist\*innen patrouillieren müssen. **In der Gegenwart schmunzeln** Nach Vergangenheitsschau und Gegenwartsrealität frage ich mich, wie die Zukunft aussieht. Wie wird dieses Viertel in 30, 50 oder 100 Jahren aussehen? Was für Menschen werden hier wohnen? In 30 Jahren sind die heutigen Bewohner\*innen alt. Und vielleicht werden die Karten dann wieder neu gemischt, vielleicht wird alles ein bisschen gemäßigt sein. Bis dahin schmunzeln ich über die Gegenwart, indem ich mir die wunderbaren Cartoons von [OL, Olaf Schwarzbach](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/08/28/humor-ist-notwehr/?ref=loky.news), ansehe und lese. Dort sitzen drei Frauen auf dem Spielplatz am Kollwitzplatz. Die eine sagt: „Ich wähl den Wolfram Thierse, weil der hier wohnt.“ Die andere erwidert: „Das ist doch ein Grüner …“ Die Dritte sagt: „Der ist doch bei der FDP und schwul.“ Es antwortet die Erste: „Ist mir ganz egal, Hauptsache kein Ossi …!“ Und die Künstlerin, übrigens auch zweifache Mutter, Käthe Kollwitz hat 1922 in ihr Tagebuch geschrieben: „Ich bin einverstanden damit, dass meine Kunst Zwecke hat. Ich will wirken in dieser Zeit, in der die Menschen so ratlos und hilfsbedürftig sind.“ ### Känguru-Kita vor dem Aus URL: https://www.loky.news/kaenguru-kita-vor-dem-aus/ Last updated: 2025-03-20T18:07:47.000Z ## Seit zwanzig Jahren besteht der Kinderladen in der Marienburger Straße. Nächstes Jahr im August ist Schluss – wenn die Initiative vorher keine neuen Räumlichkeiten findet. --- Es ist eine dieser Hinterhofidyllen, wie es sie seit ein paar Jahren immer seltener gibt: Rund 800 Quadratmeter groß ist der Garten, den die Kita „Im Känguru“ in der Marienburger Straße 30a zur Verfügung hat – für 29 Kinder und fünf Erzieher\*innen. „Das ist purer Luxus, wir wissen das“, sagt Juliane Scheel. Sie ist eine der Mütter, die sich aktiv im Kinderladen betätigt. Und die sich jetzt mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit gewandt hat. Denn der Kita droht die Abwicklung. Der Vermieter, dem das Haus [im Winskiez](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/09/06/wins-oder-winstn/?ref=loky.news) gehört, möchte Eltern und Kinder loswerden. In diesem Fall ist das der passende Begriff: Wiederholt hatte er der Initiative den Mietvertrag nur für ein Jahr verlängert und sich selbst ein großzügiges Kündigungsrecht eingeräumt. Anfang dieses Jahres gab er bekannt, dass er kein weiteres Mal verlängern würde. Für die Eltern ein herber Schlag. Seit zwanzig Jahren wurden hier Hunderte von Kindern auf betreut. **Satte Mieterhöhung** Nach mehreren Gesprächen ließ sich der Immobilienbesitzer – der seinen früheren, der Kita positiv zugeneigten Geschäftspartner vor ein paar Jahren ausgezahlt hatte – noch einmal auf eine Verlängerung ein. „Allerdings hat er [die Miete](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/Mieten/?ref=loky.news) derart erhöht, dass wir nun auf unsere Rücklagen zurückgreifen müssen, um sie zahlen zu können“, so Scheel. Rücklagen, die eigentlich für die Sanierung der Erdgeschlossräume eingeplant waren. Weil Gewerbemieten gesetzlich nicht gedeckelt sind, wachsen sie in Prenzlauer Berg gerne mal in astronomische Höhen – viele können sich das nicht mehr leisten und geben auf. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/09/Ka%CC%88nguru-1024x768.jpg) „Es ist ja nicht so, dass das Geld, das man vom Senat pro Kind für die Betreuung bekommt, an die Mietverhältnisse angepasst wird“, sagt Robert von Wroblewsky, Vater von zwei Kindern. „Es ist immer der gleiche Betrag.“ Nur unterscheiden sich die Preise auf dem Berliner Mietmarkt in den Berliner Bezirken teilweise deutlich – und Prenzlauer Berg liegt definitiv im höheren Bereich. Zwar zahlen die Eltern zusätzlich einen Mitgliedsbeitrag, doch den will die Initiative nicht weiter erhöhen. „Dies soll kein elitärer Kinderladen werden, den sich nur reiche Menschen leisten können“, sagt Scheel. **Ein Garten ist unverzichtbar** Passende Räume für einen Kinderladen zu finden, ist alles andere als leicht. Sie sollten ausreichend groß sein und Anschluss an einen Garten haben. „Der muss natürlich nicht so groß sein wie unserer jetzt, ist aber unverzichtbar“, heißt es. Nach monatelanger erfolgloser Suche gibt es jetzt immerhin ein schwaches Licht am Ende des Tunnels: In dieser Woche schauen sie sich einen Teil des Sport- und Erholungszentrums (SEZ) an der Landsberger Allee an. Das steht seit vielen Jahren leer und beinhaltet auch eine große Freifläche. Spätestens im Februar wollen sie eine Entscheidung treffen, ob und wie es weitergeht. Ist bis dahin kein neuer Standort gefunden, muss die Kita abgewickelt werden. Nicht nur die Kindergartenkinder, sondern auch die teilweise von Anfang in der Känguru-Kita beschäftigten Erzieher\*innen würden dann einen Ort verlieren, der für sie längst zu einem zweiten Zuhause geworden ist. Titelbild: Juliane Scheel und Robert von Wroblewsky im Garten der Kita Im Känguru / Foto: Julia Schmitz --- **Um auch weiterhin aus Prenzlauer Berg berichten zu können, brauchen wir deine Hilfe: Unterstütze uns jetzt mit einer [Mitgliedschaft bei Steady](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und sichere die Zukunft von hyperlokalem Journalismus. 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Dass sie nicht durchgerostet sind wie die Säulen in den Schöneberger Yorckbrücken, welche die BVG in den 1980er Jahren durch Stahlstützen ersetzen ließ, liegt unter anderem an der politischen Vergangenheit Berlins: Von 1961 bis 1989 war der Gleimtunnel weder für Autos noch für Fußgänger\*innen passierbar, denn er befand sich im Grenzgebiet der Berliner Mauer – auf der anderen Seite des 130 Meter langen Bauwerks liegt bereits der Wedding, der damals zu Westberlin gehörte. Wer im Gleimkiez wohnte, lebte – ähnlich wie im benachbarten [Skandinavischen Viertel ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/06/28/auf-spurensuche-2/?ref=loky.news)– in einer Sackgasse. Entlang der Berliner Nordbahn und durch [den heutigen Mauerpark](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/mauerpark/?ref=loky.news) patrouillierten die bewaffneten Grenzbeamten. Wollte man Besuch empfangen, musste dieser Wochen im Voraus einen „Passierschein zum vorübergehenden Aufenthalt in der Sperrzone“ beantragen, ein spontanes Vorbeischauen bei Freund\*innen war nicht möglich. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/09/Mauerpark_Gleimviertel-1024x695.jpg) Schwedter Straße und Gleimstraße am Mauerpark, Ende einer Fahrraddemo mit Baumpflanzung am 01.04.1990 / Foto: Gerd Danigel Auch wenn sich vermutlich niemand im Gleimkiez die DDR zurückwünscht: Eine Sackgasse würden wohl einige befürworten. Ein paar Jahre nach dem Mauerfall – im Oktober 1993, um genau zu sein – waren alle Mauerreste an Tunnel und Falkplatz abgerissen und die Unterführung wieder vollständig für den Autoverkehr geöffnet. Bis Starkregen sie 2016 dermaßen unter Wasser setzte, dass die am Rand geparkten Autos ineinander schwammen; der Tunnel musste für mehr als ein halbes Jahr gesperrt werden. Drei Jahre später verhinderten Bauarbeiten die Durchfahrt ein weiteres Mal für eine Weile. „Man glaubt gar nicht, was das für einen Unterschied gemacht hat. Es ist echt eine andere Welt auf der Gleimstraße, wenn hier nicht tausende Autos durchheizen“, sagt Sören Bergmann von der [Initiative „Gleimviertel für Alle“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/31/anonymitaet-der-stadt-muss-das-sein-initiative-gleimviertel/?ref=loky.news). **Mehr Platz für den Plausch** Mit seinen Mitstreiter\*innen setzt Bergmann sich dafür ein, den Kiez „schöner“ zu machen: Zum Beispiel mit mehr Freiflächen, auf denen sich Nachbar\*innen zusammensetzen können. Seit Jahren fordert die Initiative, dass der [Sonnenburger Platz](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/10/was-wurde-aus-dem-sonnenburger-platz/?ref=loky.news) an der Kopenhagener Straße mit Sitzgelegenheiten und Pflanzen – und vor allem ohne Autos – attraktiv gemacht wird. Im Zuge des Ersatzneubaus der Schönfließer Brücke, die in Zukunft mehr Platz für Fußgänger\*innen und Fahrradfahrer\*innen bieten solle, rückt das in greifbare Nähe. Auf die Umwidmung der Gleimstraße zur Fahrradstraße müssen Radfahrende aber vermutlich noch länger warten. Ursprünglich war gedacht, diese im Zuge mit der [Umwidmung der Stargarder Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/08/ohne-markierung-keine-fahrradstrasse/?ref=loky.news) umzuwandeln. Bereits 2018 hatten die Bezirksverordneten einen Antrag verabschiedet, dass sich das Bezirksamt für die Entlassung der Gleimstraße aus dem übergeordneten Straßennetz einsetzen solle; dies ist nötig für die Einrichtung einer Fahrradstraße. Erst im Sommer 2022 wurde den Lokalpolitiker\*innen klar: [Das Bezirksamt war diesen Schritt noch gar nicht gegangen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/07/28/was-wurde-aus-der-fahrradstrasse-gleimstrasse/?ref=loky.news). Unter der neuen Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU), die als eine ihrer ersten Amtshandlungen erstmal alle Radverkehrsprojekte zur „Priorisierung“ auf Eis legte, ist das Vorhaben vermutlich in weite Ferne gerückt. ![Colosseum](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2021/02/colosseum2-1024x530.jpg) Foto: Julia Schmitz Und dann ist da noch das Sorgenkind Colosseum. Was wird aus dem traditionsreichen Lichtspielhaus an der Gleimstraße, Ecke Schönhauser Allee? Als die Inhaber im Sommer 2020 bekannt gaben, dass das Kino aus wirtschaftlichen Gründen schließen müsse, [war die Empörung im Kiez groß](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/07/03/die-haessliche-fratze-der-spekulation/?ref=loky.news). Im Rahmen mehrerer Kundgebungen zogen Hunderte Anwohner\*innen durch Prenzlauer Berg; die ehemaligen Mitarbeiter\*innen gaben sich kämpferisch und [gründeten eine Genossenschaft](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/21/wie-es-mit-dem-colosseum-weitergeht/?ref=loky.news), um das Haus zu retten. Wie ein Damoklesschwert hingen über all dem die Pläne eines Investors, hier ein mehrstöckiges Bürogebäude zu bauen – der ehemalige Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) hatte bei der Bewilligung des Bauvorbescheids verschlafen, die Hausnummer zu prüfen. Seit Anfang September flimmern im Colosseum tatsächlich wieder die Leinwände, der neue Betreiber will das geschichtsträchtige Gebäude laut eigenen Worten nach und nach [zu einem „Kreativitäts-Hub“ machen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/07/kreativitaets-hub-auf-der-schoenhauser/?ref=loky.news). **Abriss statt Sanierung** Kreativ waren auch die Architekturbüros, die ihre Vorschläge für den Neubau des Jahnstadions zum Wettbewerb eingereicht hatten. Eine Ausschreibung, die in Prenzlauer Berg nicht weniger umstritten ist: [Braucht es wirklich einen Neubau](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/25/keine-zukunft-fuer-das-jahnstadion/?ref=loky.news), kann man das bestehende Stadion – mit seinen ikonischen, bunten Plastiksitzreihen – nicht sanieren? Doch die Senatsverwaltung hielt an ihren Plänen fest. Immerhin sollen die „identitätsstiftenden Elemente“ im Neubau aufgegriffen werden. „Ein paar bunte Sitzschalen an der Wand des neuen Foyers sind allenfalls zynisch, aber kein Beitrag zu Klimaschutz, Ressourcenschonung, Baukultur und Bürgerbeteiligung“, kritisierte die Bürgerinitiative Jahnsportpark. Warum ein Stadion mit 20.000 Sitzen abgerissen werde, um an gleicher Stelle ein neues Stadion mit 20.000 Sitzen zu bauen, erschließe sich ihnen nicht. Längst liegt der Gleimkiez nicht mehr im Schatten der Mauer. Politische Fronten durchziehen ihn trotzdem noch immer. ## Dies ist ein Text aus unserer Serie „Kiezgeschichten“. Hier gelangt ihr zu den bisher erschienenen Texten über das [Mühlenviertel](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/06/09/zwischen-baeumen-und-blumen/?ref=loky.news), den [Humannkiez](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/06/02/hinter-den-fassaden-des-humannkiez/?ref=loky.news), das [Skandinavische Viertel](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/06/28/auf-spurensuche-2/?ref=loky.news), das [Blumenviertel](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/06/22/zwischen-maigloeckchen-und-chrysanthemen/?ref=loky.news) und den [Winskiez](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/09/06/wins-oder-winstn/?ref=loky.news). Titelbild: Der Gleimtunnel wurde 1905 eröffnet / Foto: Julia Schmitz ### Wie gefährlich ist der Mauerpark? URL: https://www.loky.news/wie-gefaehrlich-ist-der-mauerpark/ Last updated: 2025-04-02T11:23:03.000Z ## In den letzten Wochen diskutierte Berlin heftig über die Vorfälle im Görlitzer Park und Maßnahmen zur Bekämpfung von Kriminalität. Braucht es diese auch im Mauerpark? --- Öffentliche Grünanlagen und Parks sollen den Städter\*innen zur Erholung dienen, für Treffen mit Freund\*innen, zum Sonnenbaden oder – wenn keine Brandgefahr besteht – zum Grillen. Doch nicht immer sind Berliner Parks Orte des friedlichen Miteinanders: Das zeigen die Vorfälle der letzten Monate im Görlitzer Park in Kreuzberg. Dort soll eine Gruppe Dealer frühmorgens am 21\. Juni eine 27-Jährige vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt haben. In der Politik wird seitdem darüber diskutiert und gestritten, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um das Kriminalitätsproblem in den Griff zu bekommen. Würde es helfen, den Park nachts abzusperren? **Zahlen teilweise rückläufig** Im Mauerpark stehen solche Überlegungen bislang nicht auf der Tagesordnung. Dort kam es bisher zu keinen Übergriffen wie in Kreuzberg, doch auch hier registriert die Polizei vor allem in den wärmeren Monaten des Jahres zahlreiche Delikte. Verglichen mit dem Vorjahr sind die Zahlen allerdings teilweise rückläufig. Zu den Delikten, derentwegen am häufigsten Strafanzeige erstattet wurde, gehören unter anderem Raub, Diebstahl, Körperverletzung und Straftaten im Zusammenhang mit dem Betäubungsmittelgesetz. Fünfmal hat die Polizei dieses Jahr zwischen April und Ende August eine Strafanzeige wegen Raub aufgenommen, 2022 waren es noch 22 Anzeigen gewesen. **Weniger schwere Körperverletzung, mehr Drogenverkauf** Zwar sind die Einsätze wegen gefährlicher und schwerer Körperverletzung von 29 auf zehn gesunken, wegen „normaler“ Körperverletzung aber von 27 auf 37 Vorfälle gestiegen. Drogendelikte wurden ebenfalls verstärkt registriert: 2022 waren es im Zeitraum von fünf Monaten 13, in diesem Jahr 21 Verstöße. Auch zu Sexualdelikten kommt es im Mauerpark: Vergangenes Jahr kamen sieben zur Anzeige, 2023 bereits drei. Der Mauerpark liegt damit auf Platz zwei, was die ermittelten Straftaten in Berliner Parks angeht – hinter dem Görlitzer Park und vor der Hasenheide. Auch der Volkspark Friedrichshain ist immer wieder Ziel von Kriminellen. Im Mauerpark laufen die Beamt\*innen des Polizeiabschnittes 15 deshalb an allen Wochentagen und am Wochenende Streife im Mauerpark, „je nach Lage“, heißt es auf Nachfrage bei der Polizei. Immer wieder werden sie dabei selbst zur Zielscheibe: zwei Polizistinnen und fünf Polizisten wurden im vergangenen Jahr und im laufenden Jahr verletzt, heißt es. Titelbild: Julia Schmitz ### Wins oder Winstn? URL: https://www.loky.news/wins-oder-winstn/ Last updated: 2025-03-20T18:07:22.000Z ## Das Winsviertel zählt zu den schönsten Wohngegenden in Prenzlauer Berg. Kein Wunder, dass es schon seit Jahren durch Verdrängung und Mietkämpfe geprägt ist. --- Wer nach Prenzlauer-Berg-Klischees suchen will, wird hier problemlos fündig. Bei der Bäckerei, die mit „biodynamischen Weizensorten“ wirbt, bei diversen Naturkosmetik-Läden oder bei einem ansässigen Marktforschungsinstitut, das „Zugang zu der Meinung von Tausenden von bioaffinen Endverbrauchern“ verspricht – das Winsviertel liebt es bio- und ökologisch. Inzwischen auch in der Variante Brooklyn-Style, etwa mit dem Obst- und Gemüseladen „Greengrocery and More“: Hier kaufen die Expats ein, die ansonsten bei „Town Mouse Coffee“ in der Marienburger Straße sitzen. Und wer es mit dem Bio-Eis übertreibt, dem hilft ein Besuch bei der laut Eigenwerbung „ersten nachhaltigen Zahnarztpraxis in Deutschland“ weiter. Gerahmt wird das bunte Bio-Treiben – jedenfalls im Zentrum des Viertels, um die Marienburger und die Immanuelkirchstraße herum – von prachtvollen Gründerzeithäusern, denen man nicht mehr ansieht, wie heruntergekommen sie noch Anfang der 1990er Jahre waren: wundervoll sanierte Altbauten, mit fantasievollen Ornamenten und ebenso fantasievollen Quadratmeterpreisen. Immerhin, seit 2014 ist das Winsviertel auch Milieuschutzgebiet; und wer sich hier öfter aufhält, kann sich durchaus an einer gewachsenen Kiezkultur freuen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/09/IMG_4907-1024x768.jpg) Foto: Sebastian Kirsch Nach wie vor gibt es etwa in der Winsstraße 12 das PiB („Projekt intergenerationelle Begegnungen“). Inhaberin Ursula Kriese wandelte die ehemalige Boutique „La Bohème“ schon vor bald 20 Jahren in einen Nachbarschaftstreff mit Café, Kinderprogramm, Kursangeboten und vielfältigen Kulturveranstaltungen um. Die 2010 gegründete „Gesellschaft zur Pflege des Kulturerbes“ zeigt jeden Donnerstag im „Kaffe“ in der Immanuelkirchstraße ausgewählte [DEFA-Filme](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/04/19/film-ab-in-prenzlauer-berg/?ref=loky.news). Und gleich nebenan liegt mit „mutabor“ eines der wohl schönsten Antiquariate des Bezirks. Überhaupt – an Lesestoff hält das Viertel so einige Schätze bereit: Gibt es hier doch auch noch die Theaterbuchhandlung „Einar & Bert“ und, nur ein paar Meter weiter, „[Viel Gluck mit die Bücher](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/01/viel-gluck-mit-die-buecher/?ref=loky.news)“, wo ausschließlich Bücher aus unabhängigen Verlagen verkauft werden. **Die kleinere Schwester von Kollwitz- und Helmholtzkiez** Insgesamt tut man der Gegend vielleicht nicht ganz Unrecht, wenn man sie als die kleinere, ruhigere Schwester der angrenzenden Kollwitz- und Helmholtzkieze bezeichnet. Vor allem dürfte sie, trotz aller Verdrängungsprozesse, noch nicht so homogen sein wie diese beiden Quartiere. Immerhin weist das Winsviertel insbesondere nach Nordosten hin, wo es von der Danziger Straße begrenzt wird, auch so manche schnörkellosere Ecke auf. Im Südwesten hingegen stehen Plattenbauten, unterhalb der Friedhofsanlagen und Grünflächen des Leise-Parks: Auch sie zählen offiziell noch zum Viertel, dessen Grenzen gleichwohl meistens nur mit Anfang und Ende der namensgebenden Winsstraße selbst assoziiert werden. Ansonsten macht der Kiez an vielen Stellen den Eindruck einer bedächtigen Wohngegend – nur dass die Stille des Öfteren durch den Autoverkehr gestört wird. Gerne wird die Winsstraße nämlich als Alternative zu ihren beiden, ungleich stärker befahrenen Parallelstraßen genutzt, die das Viertel westlich und östlich definieren: der Prenzlauer Allee und der Greifswalder Straße. Zumindest in diesem Punkt ist aber Abhilfe in Sicht: Gerade konnte die Initiative „Wins-Kiezblock“, mit der sich Anwohner\*innen schon seit einigen Jahren für Diagonalsperren und Einbahnstraßen engagieren, einen Erfolg für sich verbuchen: Sie konnte ausreichend Unterschriften für einen Einwohnerantrag in der Bezirksverordnetenversammlung sammeln, die Verordneten diskutieren in den kommenden Wochen über einen möglichen [Kiezblock](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=Kiezblock&ref=loky.news) in den Ausschüssen. **Kultkneipe gerettet** Jüngst feierte das Viertel außerdem einen anderen Erfolg. Im Frühsommer konnte Martin Kaltenmaier, Betreiber der Szenekneipe „Tomsky“ in der Winsstraße, die Rettung seiner Gaststätte verkünden. Die ist eines der letzten Überbleibsel aus den neunziger Jahren und hat schon viele artverwandte Instanzen und Clubs im Kiez überlebt, vom Knaack bis zum Magnet. Doch nun schien vor kurzem auch das „Tomsky“ vor dem Aus zu stehen, weil der Mietvertrag nicht verlängert werden sollte: Hausbewohner\*innen hatten sich über die Rückkehr des Kneipenlärms nach der pandemiebedingten Schließung beschwert – während der Lockdowns sei es schließlich „so schön ruhig gewesen“ … Einige sollen auch befürchtet haben, ihre Kinder könnten durch die Gerüche aus dem „Tomsky“ (Zigarettenrauch!) drogenabhängig werden. So jedenfalls hat es Kaltenmaier berichtet, der unter anderem mit einer Petition um den Erhalt seiner Bar gekämpft hat. Tatsächlich war die drohende Schließung auch von der überregionalen Presse aufgegriffen und als Modellfall für Gentrifizierung und die berüchtigten ‚Helikopter-Eltern‘ in Prenzlauer Berg gehandelt worden. Wobei Letztere die Darstellung dann durchaus wieder dementierten. Doch welche Version nun auch genau stimmen mag – am Ende zeigten sich die Hamburger Eigentümer\*innen von der großen Unterstützung für das „Tomsky“ beeindruckt und entschieden, den Mietvertrag gleich um zehn Jahre zu verlängern. **My Hood my Castle?** Bei dem zweiten Musterbeispiel für Gentrifizierung, mit dem das Winsviertel in den letzten Jahren von sich reden gemacht hat, ist indes ein glückliches Ende nicht mehr zu erwarten: „Winstn“, so nennen sich die Wohntürme an der Ecke Marienburger Straße/Winsstraße, die die Tengelmann-Tochter „Trei Real Estate“ [dort über einem – ebenfalls neu gebauten – Edeka-Markt errichtet](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/10/07/winsstrasse-edeka-wird-zum-wohnblock/?ref=loky.news) hat. Insgesamt 187 Wohnungen sind so entstanden, deren Quadratmeterpreise bei der Eröffnung 2022 allerdings bei rund 24 bis 25 EUR Nettokaltmiete lagen. Da kann „Trei Real Estate“ noch so vollmundig mit dem Slogan „My Hood my Castle“ werben – dass die „Winstn“-Bauten ein steingewordenes Sinnbild für den Wahnwitz (nicht nur) des Berliner Mietmarkts sind, lässt sich nicht übersehen. Ebenso wenig lässt sich aber auch zerreden, dass mit ihnen die Annahme ein weiteres Mal Lügen gestraft worden ist, die aktuelle Wohnungsnot ließe sich schlicht durch Neubauten lösen. Umso ironischer ist es da, dass diese Bauten – wie das Winsviertel selbst – nach Thomas Wins benannt sind, einem Berliner Bürgermeister aus dem 15\. Jahrhundert. Denn der beteiligte sich seinerzeit immerhin an einem Aufruhr gegen den Markgrafen Friedrich II. von Brandenburg, der den Berliner\*innen eine protzige Residenz vor die Nase bzw. in die Klosterstraße setzen wollte. Nachdem die gräfliche Baustelle 1849 von der wütenden Bevölkerung geflutet worden war, verlor Wins sein Bürgermeisteramt. Die gräfliche Residenz wurde dagegen 1451 fertiggestellt und gilt Historiker\*innen heute als Keimzelle des Berliner Stadtschlosses. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte. ## Dies ist ein Text aus unserer Serie „Kiezgeschichten“. Hier gelangt ihr zu den bisher erschienenen Texten über das [Mühlenviertel](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/06/09/zwischen-baeumen-und-blumen/?ref=loky.news), den [Humannkiez](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/06/02/hinter-den-fassaden-des-humannkiez/?ref=loky.news), das [Skandinavische Viertel](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/06/28/auf-spurensuche-2/?ref=loky.news) und das [Blumenviertel](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/06/22/zwischen-maigloeckchen-und-chrysanthemen/?ref=loky.news). ### Startschuss auf der Schönhauser URL: https://www.loky.news/startschuss-auf-der-schoenhauser/ Last updated: 2025-03-20T18:07:05.000Z ## Nach der großen Aufregung um den zwischenzeitlichen Planungsstopp des geschützten Radwegs auf der Schönhauser Allee meldet die Senatsverwaltung jetzt: In ein paar Tagen geht es los. --- Es gibt ein Happy End für Prenzlauer Berg – zumindest für all jene, die sich lange und intensiv für einen Umbau der Schönhauser Allee eingesetzt haben. Hier soll eine der Fahrbahnen – die derzeit noch ausschließlich für parkende Fahrzeuge genutzt wird – auf einer Länge von 720 Metern zwischen Eberswalder/Danziger Straße und Gleimstraße/Stargarder Straße auf beiden Seiten [zu einem geschützten Radfahrstreifen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/26/sonderanfertigung-fuer-pankow/?ref=loky.news) von 2,20 bis 2,50 Metern umgebaut werden. Die Bezirksverordnetenversammlung hatte dies bereits vor einigen Jahren beschlossen, das Bezirksamt zusammen mit der Senatsverwaltung und der infraVelo die Umsetzung in die Wege geleitet. Bis die neue Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) das Projekt wie alle anderen Radwegprojekte überraschend stoppte, um die Sinnhaftigkeit und Priorisierung zu prüfen. In Prenzlauer Berg regte sich großer Protest: Radfahrer\*innen organisierten Demonstrationen auf der Strecke, viele Lokalpolitiker\*innen äußerten ebenfalls Kritik. Kurz darauf gaben Schreiner und Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) [grünes Licht für den Umbau](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/06/30/radweg-auf-zeit/?ref=loky.news) – vermutlich auch, weil die Verträge mit den Bauunternehmen schon längst unterzeichnet waren. **Die Parklets kommen weg** Am Dienstag gab die Senatsverwaltung nun den genauen Termin für den Beginn der Arbeiten bekannt: Ab 4\. September geht es auf der östlichen Seite Richtung Norden los, zunächst mit den neuen Querungsstellen für Fußgänger\*innen. Vorbereitend werden bereits jetzt die Parklets entfernt. Damit der Radstreifen an den Kreuzungen sichtbar ist, bekommt er eine farbige Schicht, außerdem wird er mit Betonborden auch baulich vom KfZ-Verkehr abgegrenzt: 50 Zentimeter Breite und 12 bis 15 Zentimeter Höhe messen die rund 700 Protektionselemente in Zukunft. Die Anzahl der Lieferzonen wird von sechs auf elf erhöht. Bis Ende des Jahres soll alles – wenn die Witterung mitspielt – fertiggestellt sein. Während der Baumaßnahmen kommt es zu Einschränkungen auf den jeweiligen Abschnitten: Fahrradfahrer\*innen werden in dieser Zeit über die rechte Fahrspur geleitet, Autofahrenden bleibt die linke Spur. „Als Bauherr für das Vorhaben freuen wir uns, jetzt die Planung umsetzen zu dürfen und damit zur weiteren Verbesserung des Radverkehrs beizutragen. Vom Umbau profitieren viele Menschen, die zwischen Pankow und Mitte unterwegs sind. Die Beeinträchtigungen während der Bauphase halten wir so gering wie möglich“, sagt Arne Petersen, Geschäftsführer der GB infraVelo GmbH, die das Projekt im Auftrag der Senatsverwaltung umsetzt. Titelbild: Visualiserung zur Umgestaltung der Schönhauser Allee/ Foto: infraVelo / xoio GmbH ### Eine Frage der Zeit URL: https://www.loky.news/eine-frage-der-zeit/ Last updated: 2025-03-20T18:08:17.000Z ## Sie surrt durch Vorgärten und die Medien: die Tigermücke. In den grüneren Bezirken Berlins ist das Insekt, das potenziell Dengue-Fieber und das West-Nil-Virus übertragen kann, bereits angekommen. Doch wie steht es um Prenzlauer Berg? --- Mit dem Klimawandel breiten sich zunehmend invasive Insektenarten in Deutschland aus. Zu ihnen zählt auch die Tigermücke, die in früheren Zeiten die kalten deutschen Winter nicht überlebt hätte. Das hat sich inzwischen geändert. Seit 2020 wird sie auch hierzulande nachgewiesen. Zwar ist die Mücke an sich nicht gefährlicher als einheimische Arten, sie kann jedoch gefährliche Viren wie Zika oder das West-Nil-Virus übertragen, wenn sie Infizierte sticht. Dr. Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF e.V.), das unter anderem mit dem Lageso in Berlin kooperiert, schätzt die Wahrscheinlichkeit eines solchen Falls zwar nicht als hoch ein, aber „sie liegt inzwischen höher als null.“ **Darüber spricht kein Mensch** Die Entomologin weist darauf hin, dass auch herkömmliche Mücken verschiedene Krankheiten verbreiten können. Nach derzeitigem Erkenntnisstand sei noch kein Krankheitserreger in Deutschland der Tigermücke zuzuordnen. Allerdings betont sie: „Es gab bereits einen Todesfall durch den West-Nil-Virus, der durch eine Hausmücke übertragen wurde, aber darüber spricht kein Mensch.“ Schlagzeilen machen hingegen die Tigermücken-Nachweise aus Treptow-Köpenick. Zu diesem Fall findet Werner deutliche Worte: „Wenn man sofort reagiert, hat man gute Chancen, die Mücke an ihrer Ansiedlung zu hindern. Aber man muss schnell sein, und nicht, wie es in Treptow-Köpenick passiert ist, mehrere Jahre vergehen lassen, bevor man handelt.“ Da die Tigermücke flugträge ist, erweitert sie ihren Radius nur um einige hundert Meter, anstatt Kilometer weit zu fliegen. Das erklärt, warum andere Bezirke bislang von Nachweisen der Mückenart verschont geblieben sind. Für Prenzlauer Berg gilt nach derzeitigem Wissensstand: Wir sind Tigermückenfrei. Allerdings ist die Gefahr einer schleichenden Ausbreitung groß, da die Tigermücke insbesondere an urbane Gegebenheiten angepasst ist. Während die heimischen Arten hohe Wasserstände, wie sie an Teichen oder in Regentonnen zu finden sind, lieben, reicht den Tigermücken eine achtlos weggeworfene Coladose mit ein paar Tropfen Wasser, um sich anzusiedeln. Gleiches gilt für Blumentopfuntersetzer. **Jagdsaison** Um festzustellen, ob die Tigermücke in der eigenen Nachbarschaft angekommen ist, reicht ein Abgleich mit den prominenten äußeren Merkmalen des Insekts nicht aus. Die Tigermücke ist eine besonders kleine Art und ihre typischen Kennzeichen, wie Hell-Dunkel-Färbung oder geringelte Beine sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Hinzu kommt, dass ältere Mücken ihre Farbschüppchen mit der Zeit „abfliegen“. Dr. Werner erklärt außerdem: „Es gibt 52 einheimische Mückenarten, von denen einige Mücken ähnliche Färbungen oder Kennzeichen wie die Tigermücke besitzen, beispielsweise geringelte Beine. Das könnte eine Ringelschnake sein.“ Momentan erreichen das ZALF e.V. zahlreiche Einsendungen, die mit der Aufschrift „Tigermücke!“ versehen sind. Für seinen „Mückenatlas“ hat das Institut eine Methode entwickelt, in möglichst kurzer Zeit große Datenmengen über die aktuelle Verbreitung verschiedener Mückenarten zu sammeln, indem Bürger\*innen Mücken aus ihrer Umgebung einschicken und bestimmen lassen können. Auf diese Weise entsteht ein genaueres Bild der aktuellen Lage. **Jede Mücke zählt** Seit die WHO Europa für malariafrei erklärt hatte, war die Stechmückenforschung in Deutschland weitgehend zum Erliegen gekommen. Erst mit der Blauzungenkrankheit, einer Tierseuche im Jahr 2006, die durch ein anderes blutsaugendes Insekt, die Gnitzen, übertragen wurde, erfolgte ein Umdenken. Die Mücke rückte wieder in den Fokus. Das ZALF e.V. will auf Mitnahme der Bevölkerung setzten, nicht auf Panikmache. Von den eingesandten Tigermücken-Verdachtsfällen bestätigt sich derzeit kaum einer. Die Einsendungen sind jedoch das sicherste Mittel, eine Tigermücke zu identifizieren. „Niemand, auch kein Arzt, kann von einem Stich ableiten, welche Mückenart zugestochen hat. Die Reaktion auf den Stich unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und hängt von unserem individuellen Immunsystem ab. Es ist möglich, dass die Immunantwort auf eine Hausmücke stärker ausfällt als die auf eine Tigermücke“, so Werner.Und nicht nur in der Immunabwehr zeigen sich Unterschiede. **Süßer Atem** Ob uns Mücken anziehend finden oder nicht, hängt außer vom Schweißgeruch von unserem individuellen Prozentgehalt an CO₂ in der Ausatemluft ab. Wer ohnehin keinen Massenanflug verzeichne, dem könnten Hausmittel, wie bestimmte Kräuter auf dem Balkon, durchaus helfen, so Werner. Inzwischen solle die „politische Kommunikation auf Aufklärung setzen, statt auf Angst, und schneller und transparenter erfolgen. Wenn man die Bevölkerung beispielsweise darüber informiert, dass man einen Mückenstich nicht aufkratzen sollte, weil dadurch Sekundärinfektionen ausgelöst werden können, die uns letztendlich zum Arzt treiben, wäre damit schon ein wesentlicher Beitrag geleistet.“ Hier findet ihr den [Mückenatlas des ZALF e.V](https://mueckenatlas.com/?ref=loky.news)., zur Mückenjäger\*in könnet ihr [hier](https://mueckenatlas.com/mueckenjaeger-werden/?ref=loky.news) werden. Die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege stellt ebenfalls [umfassende Informationen zur Verfügung](https://www.berlin.de/sen/gesundheit/themen/gesundheitsschutz-und-umwelteinfluesse/tierwelt/asiatische-tigermuecke/?ref=loky.news). Gefangene Mücken könnt ihr außerdem neuerdings in eine [Zentrale Anlaufstelle im Bezirksamt Mitte](https://www.berlin.de/aktuelles/8415060-958090-mehr-als-100-buergerhinweise-zu-tigermue.html?ref=loky.news) einsenden: Es reiche, das Insekt vorher zwischen Papierhandtücher oder Servietten zu legen, heißt es. Die Adresse: Vektormonitoring, Gesundheitsamt Berlin-Mitte, Haus B, Turmstraße 21, 10559 Berlin. Die Absender werden gebeten, dazu auch den Bezirk und möglichst die genaue Adresse zu nennen. Auch das Datum eines Stichs ist von Interesse. ### Alles im grünen Bereich? URL: https://www.loky.news/alles-im-gruenen-bereich/ Last updated: 2025-03-20T18:07:47.000Z ## Dass weniger manchmal mehr ist, gilt auch für die Mahd städtischer Grünflächen. Die Pankower Grünen fordern, dass das sogenannte „Verkehrsbegleitgrün“ im Bezirk seltener gemäht wird. Doch im Bezirksamt gibt es Bedenken. --- ## Dies ist ein Text aus unserer Reihe [„Umweltschutz & Nachhaltigkeit“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/umweltschutz-nachhaltigkeit/?ref=loky.news) --- „Verkehrsbegleitgrün“: So bezeichnet die Amtssprache die Rasenstückchen und Pflanzen, die ihre meist ärmliche Existenz auf Verkehrsinseln, Seiten- oder Mittelstreifen von Straßen oder auch entlang von Trambahnschienen fristen. Schon das Wort selbst sagt dabei viel über den Zeitgeist aus, dem es einst entsprungen sein muss: Grün als schlichte Begleitung – eine bessere Metapher für den mittlerweile vielfach als verhängnisvoll erkannten Versuch, Naturprozesse und ‚menschliche‘ Technik nach dem Schema Hinter- und Vordergrund zu modellieren, dürfte sich wohl kaum finden. In Zeiten von Klimakatastrophe und Artensterben lässt sich jedenfalls kaum noch überhören, was hier das Problem ist: Das zur Begleitung degradierte Grün macht sich mittlerweile in großem Maßstab und mit zunehmender Renitenz bemerkbar. Kein Wunder also, dass auch der Stellenwert städtischen ‚Verkehrsbegleitgrüns’ in den vergangenen Jahren neu verhandelt wurde. Der Bezirk Pankow macht da keine Ausnahme: Bereits im letzten Sommer berichtete der Tagesspiegel über hiesige Anwohner\*innen-Beschwerden wegen kleingehäckselter und infolgedessen verdorrter Grünstreifen im Stadtraum, zum Beispiel auf dem bis auf die Stummel abgemähten Mittelstreifen der Schönhauser Allee in Richtung Senefelderplatz. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Warum seltener mähen?** Im Verlauf des vergangenen Jahres richteten mehrere Bezirksverordnete der Grünen und der FDP verschiedene Anfragen zur Mähpraxis an das Bezirksamt. In einem Antrag fordern die Grünen das Bezirksamt außerdem auf, dafür zu sorgen, „dass die Grünstreifen an Straßenbahnschienen und auch das Straßenbegleitgrün in den Frühlings- und Sommermonaten mit mehr Berücksichtigung der Biodiversität und der Anpassung an Hitzeperioden reduziert gemäht werden, solange die Pflicht zur Verkehrssicherung hierdurch nicht beeinträchtigt wird.“ Aber welche Vorteile hat es eigentlich, das Begleitgrün seltener zu mähen? Ein dichterer Bewuchs selbst kleiner Grünflächen hat einen kühlenden Effekt und ist somit relevant für das Stadtklima. Auch die Artenvielfalt im Stadtraum ließe sich steigern, wenn seltener oder auch gezielter gemäht würde, so wie es bei Parks und größeren Wiesen zum Teil auch schon der Fall ist. **Andere Bezirke sind einen Schritt weiter** In anderen Berliner Bezirken ist das längst gängige Praxis: Mitte führt derzeit ein Pilotprojekt durch, bei dem die Grünstreifen nur zweimal im Jahr gemäht werden. Pankow tut dies bis zu dreimal. Doch wird eine Mahd vor Mai ausgelassen, können Wildblumenwiesen wachsen, die für die Biodiversität ausschlaggebend sind. In Neukölln wiederum wird an manchen Stellen sogar nur einmal jährlich gemäht; in Treptow-Köpenick wird bereits seit 2019 neben Parks und größeren Wiesen auch das ‚Vekehrsgrün‘ zum Teil nach dem Prinzip der schonenden, da zeitversetzten Staffelmahd bearbeitet. Und auch Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg haben entsprechende Versuche gestartet. Warum also sollte in Pankow nicht möglich sein, was andernorts funktioniert? Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki führt in ihrer Antwort an die Verordneten in erster Linie die Verkehrssicherheit an. Diese habe „oberste Priorität“ und dürfe nicht durch zu engen oder zu hohen Pflanzenwuchs gefährdet werden. „Wir versuchen konkrete Fälle für Sichthindernisse zu vermeiden“, erläuterte sie auf Nachfrage der Prenzlauer Berg Nachrichten. „Sollte der Bewuchs aufgrund der Witterung oder vorherrschenden nährstoffreichen Böden schneller als von den Kollegen prognostiziert voranschreiten, werden wir eingreifen, bzw. unsere Firmen informieren. Das betrifft zumeist Ein- und Ausfahrten, bzw. Überfahrten bei Mittelstreifen.“ **Dreimal mähen ist günstiger?** Allerdings wird diese Priorität ausdrücklich auch von denjenigen Bezirken unterstrichen, die bereits eine andere Pflege der Grünflächen praktizieren oder ihr Vorgehen gerade umstellen. Bei der von Anders-Granitzki genannten maximal erlaubten Pflanzenhöhe von 75 Zentimetern handelt es sich außerdem lediglich um eine Empfehlung für Hauptverkehrsstraßen, die also keineswegs auf alle Fälle von ‚Begleitgrün‘ anzuwenden ist. Aber auch die Kosten spielen eine Rolle. „Die Firmen kalkulieren zumeist nach Schnittmasse, die gemäht und beräumt wird. Also der erste Schnitt ist der teuerste und der Dritte der günstigste. Andere Firmen geben Durchschnittspreise ab. Dabei spielen immer die Anzahl der notwendigen Fahrten sowie der Abtransport des Mahdgutes eine Rolle. Bis auf eine Ausnahme war eine zweischürige Mahd immer teurer, als eine dreischürige“, antwortet Anders-Granitzki den Prenzlauer Berg Nachrichten. **Mehr Biodiversität** Eine Staffelmahd zu beauftragen, steht für das Bezirksamt nicht zur Debatte. Diese sei auf den meisten Straßenbegleitgrünflächen nicht sinnvoll, da sich dort sowieso nur wenige Insekten aufhielten. Tatsächlich dürfte nach aktuellen Erkenntnissen aber das Gegenteil der Fall sein: Gerade die vielen kleinen Grünflächen haben ein hohes Potenzial, die [Artenvielfalt zu vermehren](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/29/mehr-baeume-weniger-beton/?ref=loky.news), da sie Käfern und Schmetterlingen Wanderungen erlauben. Entsprechend heißt es in der bereits 2012 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt herausgegebenen „Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt“: „‘Grün am Straßenrand’ \[…\] leistet \[…\] auch wichtige Beiträge zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt. So übernehmen schon heute begrünte Verkehrsräume wichtige Biotopverbundfunktionen.“ Um die Biodiversität in Prenzlauer Berg zu erhöhen, wäre es also das Beste, einfach mal ein bisschen Gras über die Sache wachsen zu lassen. Titelbild: Neben und zwischen den Gleisen auf der Bornholmer Straße wachsen Gras und Wildblumen / Foto: Sebastian Kirsch ### Besser nicht stehenbleiben URL: https://www.loky.news/bloss-nicht-stehenbleiben/ Last updated: 2025-03-20T18:07:22.000Z ## Wiederholt kam es in den vergangenen Wochen zu Unfällen an einer Kreuzung auf der Landsberger Allee. Eltern fürchten um ihre Kinder, doch die Senatsverwaltung sieht keinen Handlungsbedarf. --- Auf den Straßen Berlins kracht es täglich, mitunter mehrmals. Bei einer Stadt in dieser Größenordnung ist das nichts Außergewöhnliches, heißt es oft. Doch zahlreiche Gegenden könnten [für alle Verkehrsteilnehmer\*innen sicherer](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/23/den-strassenraum-neu-aufteilen/?ref=loky.news) gemacht werden – wenn die zuständige Verwaltung es denn für nötig hielte. An der Kreuzung von Landsberger Allee und Ebertystraße im Osten Prenzlauer Bergs tut sie das offenbar nicht. Dort hatte es im Juli gleich zweimal hintereinander einen fast identischen Unfall gegeben: Autofahrer\*innen ignorierten das Verbot des Linksabbiegens in die Conrad-Blenkle-Straße, woraufhin sie mit der von der Petersburger Straße kommenden Tram zusammenstießen. Die Fahrzeuge wurden auf die Mittelinsel geschleudert. Auf der müssen [Fußgänger\*innen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/09/ein-gehweg-muss-zum-gehen-da-sein/?ref=loky.news) immer wieder stehenbleiben, weil die kurze Ampelschaltung keine vollständige Überquerung der Straße ermöglicht. Auch viele Schulkinder der Marie-Leo-Grundschule in der Conrad-Blenkle-Straße und der Tesla-Schule in der Rudi-Arndt-Straße müssen dort entlang. Eltern zeigten sich besorgt über die erhöhte Gefahr, die Grünen-Abgeordneten Antje Kapek und Oda Hassepaß fragten daraufhin bei der Senatsverwaltung nach, ob sich diesbezüglich etwas machen ließe. **Zu wenig Unfälle** Die kurze Antwort: Nein. „Der Knotenpunkt stellt sich hinsichtlich der Unfälle mit Beteiligung des Fußverkehrs auf Grundlage der Unfallauswertung der Polizei Berlin, wonach in den letzten drei Jahren vier Unfälle betreffend falsches Verhalten gegenüber zu Fuß Gehenden registriert wurden, als unauffällig dar“, heißt es in der Antwort der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Vier Unfälle, in denen Fußgänger\*innen durch Autofahrer\*innen in Gefahr gerieten, scheinen nicht ausreichend zu sein, um die Situation an der Kreuzung zu entschärfen: Es sei weder geplant, eine Änderung der Höchstgeschwindigkeit für KfZ vorzunehmen, noch die Ampelphase für Fußgänger\*innen zu verlängern. Dies könnten diese bereits selbst erwirken, heißt es: „Unter anderem besteht für den Fußverkehr die Möglichkeit, über die außenliegenden Taster eine vollständige Querung über die Landsberger Allee anzufordern. Damit kann die Straße in einem Zug gequert werden und ein Aufenthalt auf den Mittelinseln ist nicht erforderlich.“ Also alles gut auf der Landsberger Allee. Bis zum nächsten Unfall. Titelbild: Magnus Manske ### Antifaschistinnen aus Anstand URL: https://www.loky.news/antifaschistinnen-aus-anstand/ Last updated: 2025-03-20T18:08:50.000Z ## In Prenzlauer Berg leisteten zahlreiche Frauen aktiven Widerstand gegen die Nationalsozialisten, doch ihre Namen kennt heute kaum jemand. Das liegt auch an traditionellen Rollenbildern. --- Lilli Adel (später Wagner) hat sich nicht einschüchtern lassen. Schon als Jugendliche setzte sie sich mit ihrer Mutter Charlotte Adel gegen die Nationalsozialisten ein, beide engagierten sich in einer Oppositionsgruppe. Charlotte in der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP), Lilli im Jugendverband der SAP. Gemeinsam zogen sie in eine Wohnung im dritten Stock eines Hauses in der Weißenburger Straße 79, heute läge das Haus in der Kollwitzstraße gegenüber der Einmündung der Belforter Straße. Dort nahmen sie im Untergrund lebende Genoss\*innen auf, neben Mutter und Tochter Adel zogen Karl Baier, Karl Bergner, Erika und Wolfgang Bötzer sowie Helmuth Jahr ein. Trotz des enormen Risikos empfing Lilli zusätzlich für andere Post und Geld, Charlotte leitete chiffrierte Briefe weiter. Führende Kreise der SAP trafen sich in ihrer Wohnung. Beide Frauen wurden schließlich in ihrer Wohnung verhaftet. Ein Spitzel hatte die Gruppe verraten. Während der Untersucherungshaft setzte die Gestapo grausamste Methoden ein, um an weitere Informationen zu kommen. Auch nach der Haft bedrängten die Nationalsozialisten Mutter und Tochter. Charlotte nahm sich schließlich 1938 das Leben, Lilli überlebte die NS-Zeit, hatte aber ihr Leben lang mit den Folgen der brutalen Misshandlungen während der Haft zu kämpfen. **Denkmal für Widerstandskämpferinnen** Mutter und Tochter Adel sind nur zwei von vielen Frauen, die sich auf vielfältige Weise der politischen und gesellschaftlichen Gleichschaltung durch den [Nationalsozialismus](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/nationalsozialismus/?ref=loky.news) entgegenstellten. Sie verteilten Lebensmittel und Geld an Verfolgte, sie tippten und verteilten Flugblätter, sie vernetzten die Menschen im Widerstand. Alle riskierten dabei ihr Leben. Doch in der Regel kennen viele nur den Namen von Sophie Scholl und die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Heute weiß kaum jemand etwas über die Namen und Geschichten der anderen Frauen – wenn überhaupt, sind sie meist nur regional bekannt. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ Die Historikerin Trille Schünke und die Journalistin Margit Hildebrandt recherchieren deshalb die Geschichte der Widerstandskämpferinnen. Rund 3400 Frauen haben sie mittlerweile in Berlin gefunden – auch in Prenzlauer Berg. Mit ihrem Projekt „Antifaschistinnen aus Anstand“ setzen sie den Frauen in Social-Media-Kanälen und [auf einer eigenen Webseite](https://antifaschistinnen-aus-anstand.de/?ref=loky.news) ein digitales Denkmal. Mit den [Stadtspaziergängen](https://antifaschistinnen-aus-anstand.de/ueber-uns/widerstand-lokal/?ref=loky.news) im Projekt „Widerstand lokal“ zeigen sie außerdem, wo sich die Frauen in den einzelnen Bezirken alltäglich engagiert haben. **Frauen bildeten Netzwerke** „Gerade für Frauen aus der Arbeiterbewegung, die schon lange so verwurzelt waren, war es völlig selbstverständlich, dass sie ab 1933 Widerstand leisteten“, sagt Trille Schünke. Die meisten seien auch nicht alleine tätig gewesen. Tatsächlich waren viele Frauen miteinander befreundet oder miteinander verwandt. Hilde Seigewasser, die die „Rote Hilfe“ Weißensee aufbaute, ist so ein Fall. Gemeinsam mit Maria Lehmann und Erna Baartz hat sie ein Netzwerk in ganz Berlin gesponnen, alle kannten Menschen aus unterschiedlichen Zusammenhängen. „Um bereits Verhafteten und deren Angehörigen zu helfen, muss man voneinander wissen“, erklärt Schünke. Spätestens nach der Inhaftierung ihres Mannes Hans nahm Seigewasser auch wieder Kontakt zu ihrer alten Freundin Charlotte Kirst (später Uhrig) auf und schloss Verbindungen zu anderen Widerstandskämpfer\*innen rund um Robert Uhrig und Josef Römer. Über ihre Arbeit besorgte sie nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs illegal Informationen, die Robert Uhrig an die sowjetische Botschaft und die anderen Alliierten weiterleitete. **Heldengeschichten im Fokus** Trotz ihrer Leistungen sind aber vor allem Männer und ihre Geschichten im kollektiven Gedächtnis hängen geblieben. Schünke und Hildebrandt glauben, dass es auch daran liegt, dass diese als Heldengeschichten erzählt werden – so wie das Attentat vom 20\. Juli 1944. Die Leistungen der [Frauen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/alltag/famose-frauen/?ref=loky.news) spielen in den Erzählungen darüber keine Rolle. „Da war keine Frau wirklich beim Attentat dabei. Dass aber doch nicht wenig Frauen an der Vorbereitung beteiligt waren und an der ganzen Umsetzung und dabei unterstützt haben, dass es überhaupt dazu kam, das ist wenig präsent“, sagt Schünke. In den meisten Fällen bedeutete Widerstand aber, Informationen über Kriegsplanungen zu verbreiten, Arbeiter\*innen zu Sabotagen in Betrieben aufzurufen oder Leute zu verstecken. Und daran beteilgten sich Männer und Frauen. **Frauen als Anhang eines Mannes** Lange Zeit galten Widerstandskämpfer\*innen in der Bundesrepublik als Landesverräter\*innen. „Es hat gedauert, bis sich das öffentliche Ansehen sich in Deutschland geändert hat“, sagt Hildebrandt. Weiblicher Widerstand spielt bis heute keine große Rolle in der Geschichtsschreibung, ihr Anteil an den historischen Ereignissen ist kaum erforscht. Ähnlich sieht es in der Erinnerungsarbeit aus. Und das, obwohl Frauen teilweise in denselben bis heute bekannten Gruppen aktiv waren oder denselben Nachnamen trugen. So sind Straßen in Prenzlauer Berg nach Personen benannt, die Widerstand leisteten. Es gibt die Husemannstraße oder die Sredzkistraße. Doch gemeint sind nicht Marta Husemann, Margarete oder Gerda Sredzki, sondern ihre Ehemänner beziehungsweise der Schwiegervater, obwohl alle wichtige Arbeiten im Kampf gegen das NS-Regime ausführten. Für Charlotte Adel wurde deshalb 2018 ein Stolperstein in Britz verlegt. Einige der Widerstandskämpferinnen werden zwar schon einmal erwähnt, aber meist nur als Anhang. Sie sind die Freundin, Verlobte, Frau oder Tochter von jemandem. Ihre Handlungen werden kaum erzählt oder gewürdigt. **Widerstand als Selbstverständlichkeit** Gleichzeitig bewerteten viele Frauen später ihre eigenen Leistungen gar nicht als Widerstand. Dazu gehöre auch Herta Seher, die mit ihrem Mann Paul in der Rykestraße lebte. Sie erzählte später, dass sie keinen Widerstand geleistet habe. Doch das stimme nicht, sagt Schünke. Seher habe Flugblätter hergestellt und verteilt, sie sei Teil der Uhrig-Römer-Gruppe gewesen. Auch die Antworten in Anträgen, die Frauen ausgefüllt haben, um als Opfer des Faschismus anerkannt zu werden, zeigen etwas anderes. Das stellten Schünke und Hildebrandt bei ihren Recherchen fest. Auf die Frage, ob sie Widerstand geleistet hätten, kreuzten viele Frauen nein an. Auf die Frage aber, was sie sonst noch gemacht hätten, folgte dann eine Aufzählung an Dingen, die der Definition des Widerstands entspräche. Denn für die Frauen war ihr Handeln einfach selbstverständlich. Sie hatten Anstand. *Wer mehr über die Frauen erfahren möchte, die in Berlin Widerstand leisten, kann an einem der weiteren Stadtspaziergänge teilnehmen. Der nächste findet am 3\. Oktober 2023 um 14 Uhr in Lichtenberg statt. Weitere Informationen gibt es [hier](https://antifaschistinnen-aus-anstand.de/ueber-uns/widerstand-lokal/?ref=loky.news).* *Titelfoto: Christina Heuschen* ### Pankows Mini-Vorgärten URL: https://www.loky.news/pankows-mini-vorgaerten/ Last updated: 2025-03-20T18:08:50.000Z ## Straßenbäume haben eine sogenannte „Baumscheibe“, die den Wurzelbereich freihält. An vielen Stellen im Bezirk sind diese bepflanzt. Aber darf man das? --- Horst, so nennen wir den stattlichen Ahorn, der vor unserem Mehrfamilienhaus am Rande des Bürgersteigs steht und dessen Krone sich schon fast in Höhe des vierten Stocks befindet. Es war der erste Pandemie-Sommer, als die Nachbarskinder entschieden, am Fuße des Baums die Erde zu lockern und ein paar Blumen und Kräuter zu pflanzen. Jemand hatte Kuchen gebacken, es gab Brause für die Kinder und Sekt für die Erwachsenen. Die bunte Baumscheibe sah hübsch aus und brachte ein bisschen Grün in den ansonsten von Beton geprägten Kiez. Allabendlich bildeten wir in den Wochen danach eine kleine Menschenkette, um Horst mit Wassereimern durch den Dürre-Sommer zu helfen. Leider hielt die Freude nicht lange an: Zu viele Hunde aus der Nachbarschaft führte ihre Gassi-Runde an Horst vorbei, die zarten Blumen hielten dem Urin nur eine kurze Zeit stand und verblühten kläglich. Heute sieht unsere Baumscheibe wieder aus wie vorher: braun und platt getreten. **Wie ein Mini-Vorgarten** Andere Bewohner\*innen von Prenzlauer Berg haben mehr Glück. Pankow hat über 43.000 Straßenbäume. Auf Spaziergängen durch den Stadtteil fallen immer wieder dicht bepflanzte Baumscheiben auf, in denen Wildblumen wachsen und Schilder davor warnen, die Erde als Hundeklo zu nutzen. Aber ist es eigentlich erlaubt, Baumscheiben eigenmächtig zu bepflanzen? Aber ja! Ein paar Dinge gibt es dabei allerdings zu beachten. Wir haben sie für euch zusammengefasst: - Die Baumscheibe dient dem Baum dazu, seine Wurzeln auszubreiten. In Pankow und Mitte müssen pflanzfreudige Anwohner\*innen beim [Straßen- und Grünflächenamt](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/strassen-und-gruenflaechenamt/?ref=loky.news) einen Antrag stellen; Mitarbeiter\*innen entscheiden dann, ob das ohne Beeinträchtigung des Baumes möglich ist - Eine Bepflanzung ist generell erst erlaubt, wenn der Baum länger als fünf Jahre steht - Es darf nicht tiefer als 10 Zentimeter in die Erde gegraben werden, weil sich dort Leitungen befinden können - Pflanzen sollten nicht höher als 50 Zentimeter wachsen und nicht zu stark wurzeln; Gehölze sind nicht erlaubt - Eine Umzäunung oder Abgrenzung der Baumscheibe ist nicht nötig, Hochbeete sind nicht erlaubt - Es darf keine zusätzliche Erde aufgeschüttet werden, die Baumscheibe muss weiterhin auf Gehweg-Niveau liegen - Wer Blumen gepflanzt hat, muss sich auch selbst um die Bewässerung kümmern - Gleiches gilt für die Reinigung – die BSR übernimmt diese nur, wenn die Baumscheibe nicht bepflanzt ist - Chemische Mittel wie Dünger dürfen nicht genutzt werden Titelbild: Julia Schmitz ### "Ich träume von Tauben!" URL: https://www.loky.news/ich-traeume-von-tauben/ Last updated: 2025-03-20T18:07:47.000Z ## Seit Kindheitstagen sind Tauben das große Hobby von Semso Ehnert. Seit mehr als 20 Jahren darf er sie sogar im Mauerpark halten. Ein Besuch. --- ## Dies ist ein Text aus unserem Schwerpunkt [„Leute im Kiez“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/alltag/leute-im-kiez/?ref=loky.news) --- Während Semso Ehnert, Spitzname Nico, sich wunderbar in seinem osteuropäischen Akzent echauffiert über seine Frau, die einfach einen Termin vereinbart hat, obwohl er gar nicht reden möchte, wirklich kein Interesse hat, in der Zeitung zu erscheinen, stellt Reinhild Ehnert zwei Sitzbänke auf und versucht ihn zu beruhigen, zu überreden. Er soll sich bitte setzen. Das eine Wort gibt das andere, es wird auch ein bisschen lauter – er will einfach nicht –, aber sie streiten gar nicht wirklich, weil sich beide selbst beim Streiten verschmitzt anlächeln, zuweilen spitzbübisch kichern. Und schon in den ersten Minuten ist klar: Die beiden sind zusammen als Ehepaar großartig – lustig und lebensfroh und lebendig. Seit über 24 Jahren sind Semso und Reinhild Ehnert verheiratet, sie gehören einfach zusammen, im September feiern sie Silberhochzeit. Was für ein Anfang, was für ein Kennenlernen! Etwa eine halbe Stunde geht das so, er steht angelehnt am Taubenhäuschen und will nicht sprechen, hat aber schon längst begonnen zu erzählen. Sie, schon Rentnerin, guckt mit großen Augen zu ihm hoch und sächselt in einem auffällig grün-weiß gestreiften Kleid: „Ach Nico“. Immer wieder weise ich daraufhin und sehe dabei abwechselnd beide an, dass niemand gezwungen wird und niemand gar nichts muss, woraufhin Reinhild Ehnert scheinbar noch intensiver insistiert und sagt: „Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben.“ Irgendwann sitzt er doch auf seiner Sitzbank. Ich lasse Stift und Notizblock in der Tasche und höre weiter zu. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Ehnert ist Ausnahme** Wir sitzen also zu dritt in einem etwa 25 Quadratmeter großen, eingezäunten und mit Hecken bewachsenen Areal mit verschiedenen Taubenverschlägen. Dort sind die Älteren, da die Jüngeren, in der Ecke die Friedenstauben. Die Gemüter haben sich beruhigt. Semso Ehnert erzählt und seine Frau ergänzt, wie die Taubenhaltung im Mauerpark begann und was es zuweilen für ein Kampf war, hier jetzt sitzen zu können. Nachdem er zur Jahrtausendwende zuerst neben dem neu eröffneten Kinderbauernhof ein Taubenhaus gebaut hatte, war schnell klar, dass er dort nicht bleiben darf. Die Verhältnisse sind nicht ganz geklärt: Gehört der Taubenschlag zum Kinderbauernhof? Braucht Semso Ehnert eine Genehmigung? Es folgen Anträge, die Suche nach einem geeigneten Platz und Bangen und Kämpfen, bis das Bezirksamt 2001 ihm für das kleine Grundstück nahe dem Gleimtunnel einen Pachtvertrag gibt. Seither ist es auch offiziell und verwaltungstechnisch besiegelt, dass er hier 58 englische Tippler-Wettflug-Tauben halten darf. Das war und bleibt nicht nur eine einmalige Attraktion, sondern auch eine Ausnahme, denn schon oft wollten ihn andere nachahmen. **Aufgewachsen in Bosnien** Wer so viel in Bewegung setzt und kämpft für ein paar Tauben im Mauerpark, für den kann es doch nicht nur einfach ein Hobby sein. Wie kam es dazu, will ich von ihm wissen, wann hat seine Liebe zu Tauben begonnen? Angefangen hat es schon, als er ein kleiner Junge war. Da lebt er noch in Bosnien und ahnt nicht, dass ihn das Schicksal einst nach Deutschland führen würde. Tauben sind jedenfalls immer dort, wo Semso Ehnert ist. Selbst als er 1991 während des Jugoslawienkriegs aus Bosnien flieht und nach Berlin-Schöneberg in ein Flüchtlingslager kommt. Dort gibt es eine kleine Rasenfläche. Der damals 24-Jährige fragt, ob er ein paar Tauben halten könne, der Heimleiter stimmt zu. Vielleicht hilft es Semso Ehnert dabei, heimisch zu werden, wenn er sich um etwas kümmern muss. Über 30 Jahre später sagt der heute 56-Jährige, als er diese Geschichte erzählt: „Ich träume von Tauben. Tauben sind mein Leben.“ ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/08/DSCN0663-1024x768.jpg) Die Tauben leben in einer kleinen Hütte unweit des Kinderbauernhofs im Mauerpark / Foto: Peter Schulz Die Freude daran, sich um andere zu kümmern, spiegelt sich auch in seinem Beruf wider. Der gelernte Kellner hat eine Ausbildung zum Gesundheitspraktiker absolviert und arbeitet seit 2001 im Gesundheitswesen, zuerst als Bote, jetzt in der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg als Betreuungs-und Servicekraft. Der Weg dorthin war schwierig. Denn so gerne er auch sofort arbeiten wollte, als er nach Deutschland kam – er betont es mehrmals und scheint für diesen Umstand immer noch kein Verständnis zu haben –, er durfte es wegen des über sechs Jahre dauernden Aufenthaltsstatus nicht. Er war nur geduldet, was heißt, dass die Abschiebung ausgesetzt war. Erst als er 1996 Reinhild kennenlernte und sie 1998 heirateten, konnte Semso Ehnert endlich sein eigenes Geld verdienen. Auch für Reinhilds drei Söhne aus einer früheren Beziehung setzt er sich immer verantwortungsvoll ein. **Flucht nach Österreich** Zurückgehen war nie eine Option. Außerdem herrscht zu dieser Zeit immer noch Krieg auf dem Balkan. Ehnert war frühzeitig geflohen, noch bevor er zum Militärdienst eingezogen werden konnte. Drei beste Freunde hat er damals, mit ihnen will er fliehen, raus aus Bosnien. Mit Zweien läuft er zwei Stunden durch einen Wald, bis sie einen Fluss erreichen. Doch Semso kann schlecht schwimmen. Ein glücklicher Zufall will es, dass jemand, den er über die Tauben kennt, gerade mit seinem Boot zum Angeln hinausfährt. Er bringt sie über den Fluss, es ist die Rettung. Drei Tage später, inzwischen bei der Tante in Österreich angekommen, kommt die Nachricht: Der Freund, der blieb, ist tot. Zu den zwei Freunden hat er immer noch Kontakt. Und auch die Liebe zu Tauben hat nie abgenommen. Immer wieder findet Semso Ehnert eine Möglichkeit, seinem großen Hobby nachzugehen, selbst als er mit Reinhild Ende der 90er Jahre in die Schönhauser Allee zieht. Ein paar Hundert Meter entfernt, auf dem Bauspielplatz in der Kollwitzstraße, darf er einen kleinen Taubenschlag bauen und sie dort halten, bis er letztlich im Mauerpark mit seinen Tauben landet. Heute wohnen beide idealerweise einen Katzensprung vom jetzigen Taubenstall entfernt, auf der Weddinger Seite. Semso Ehnert muss täglich vor Ort sein, um die Vögel zu füttern und ihnen frisches Wasser zu geben. Am Ende holt der 56-Jährige eine Friedenstaube, übergibt sie seiner Frau Reinhild, die mit mir aus dem eingezäunten Grundstück direkt auf eine Wiese in den Mauerpark geht. Sie erklärt mir, wie ich sie halten und dass ich sie dann einfach in den Himmel nach oben werfen soll. Gesagt, getan! Die Taube fliegt die paar Meter zurück aufs Dach des Taubenhäuschens. Heute lässt er, wenn er gefragt wird, seine weißen Friedenstauben manchmal bei Hochzeiten oder anderen Anlässen in die Lüfte steigen. Zum Schluss gibt es noch ein Glas Wasser, Semso Ehnert redet nicht mehr davon, nicht in der Presse erscheinen zu wollen, und Reinhild Ehnert sagt schmunzelnd: „Ich habe ein gutes Gefühl.“ Und da ist es wieder, das Ehepaar Ehnert vom Anfang, nur viel entspannter. Titelbild: Peter Schulz ### Endlich Sommerferien! URL: https://www.loky.news/endlich-sommerferien/ Last updated: 2025-03-20T18:08:50.000Z ## Die Schulferien haben begonnen. Aber was gibt es in Berlin zu erleben? Wir haben für euch ein paar Tipps gesammelt, wie ihr die kommenden Wochen verbringen könnt. --- ## Hamburger Flair im alten Berlin Die Vergleiche zwischen Hamburg und Berlin werden gerne mal angestellt, wenn es darum geht zwei attraktive deutsche Städte in den Punch zu schicken: Wer hat die besseren Restaurants, die schöneren Märkte, die besseren Museen, die cooleren Leute, die krasseren Partys von beiden Metropolen zu bieten? Wir halten uns da raus, empfehlen aber einen **Spaziergang durch den Historischen Hafen Berlin** – vor allem allen Berliner\*innen, die nicht extra in die Hansestadt fahren wollen, um Hafenflair zu genießen. Der Hafen, der 1298 erstmals erwähnt wurde, wird heute von einem Verein instand gehalten. Die Mitglieder kümmern sich unter anderem um die historischen Schiffe zwischen Mühlendammbrücke und Märkischem Ufer. Und ab 16 Uhr lädt der gemütlich hergerichtete Schlepper „Spreedeck“ (Märkisches Ufer 1z, 10179 Berlin) auf einen kühlen Rosé ein. *Historischer Hafen Berlin, Märkisches Ufer, 10179 Berlin.* (Eva) ## Lektüre für den Liegestuhl Ob auf dem Balkon, im Park oder am See: Es ist ratsam, für einen faulen Tag im Schatten ein gutes Buch in der Tasche zu haben. In diesem Sommer sind verschiedene Romane erschienen, die ihren Schauplatz gleich an den dafür passenden Ort verlegt haben – nämlich das Freibad. **Arno Frank** erzählt in **„Seemann vom Siebener“** die Geschichten mehrerer Personen in einem kleinen fränkischen Schwimmbad, wie es sie nur in ländlichen Gegenden gibt. Hier treffen sich Dortgebliebene und Zurückgekehrte, die über das ein oder andere Ereignis in der Vergangenheit miteinander verbunden sind. In **„22 Bahnen“** erzählt **Carolin Wahl** die Geschichte von Tilda und ihrer kleinen Schwester Ida, die sich vor der alkoholabhängigen Mutter in die heilsamen Wellen des Schwimmbeckens retten. (Julia) Drei weitere Bücher spielen zwar nicht im Freibad, sie lassen sich dennoch hervorragend wegschmökern. Julia Schoch erkundet im zweiten Teil ihrer Trilogie „Biografie einer Frau“ die Fragilität einer langjährigen Beziehung. In **„Das Liebespaar des Jahrhunderts“** will eine Frau ihren Mann nach Jahrzehnten verlassen. Immer wieder plant sie in Gedanken die Trennung und fragt sich: Wie konnte es dazu kommen? Nur ist die Beziehung überhaupt gescheitert, wenn man so lange zusammen ist? Und ist es nicht auch eine Entscheidung, so lange zusammen bleiben zu wollen? Ob sie sich wirklich trennt? „Das Liebespaar des Jahrhunderts“ ist einer der schönsten und wahrsten Liebesromane, in dem es nicht um das heraufbeschwörende Happy End oder die unerwiderte Liebe geht, sondern ums Verblassen, ums Durchhalten und dass der Alltag auch die größte Liebe einholt. (Peter) Die Journalistin Anuschka Roshani hat vor Jahren ein wunderbares Buch über ihre Eltern geschrieben. In **„Komplizen. Erinnerungen an meine noch lebenden Eltern“** erzählt sie die Geschichte ihrer Eltern und wie diese plötzlich krank und gebrechlich werden. Letztes Jahr erschien das neue Buch **„Gleißen. Wie mich LSD fürs Leben kurierte“.** Rashani begibt sich darin, im Namen der Wissenschaft, auf einen Trip, als sie erfährt, dass man LSD als Medikament gegen Depressionen, Süchte und Ängste prüft. Nach dem Selbstversuch ist sie eine andere und ihre Sprache auch. Und vom Lesen ist man ebenfalls ganz high. Es ist ein Lesetipp, keine Werbung zum Nachahmen! (Peter) ## ## Lesespaß für Kinder In neun Bibliotheken gibt es ein Mitmach-Angebot für Kinder und Jugendliche: Vom 1\. Juli bis 1\. September können sie an einer die [Sommer-Lese-Challenge](https://www.voebb.de/aDISWeb/app?service=direct/0/Home/$DirectLink&noRedir&sp=SPROD00&sp=SWI01000360&ref=loky.news) teilnehmen. Für jedes gelesene Buch, jedes gehörte Hörbuch und jeden geschauten Film gibt es einen Stempel. Nach zwei Monaten können die Teilnehmer\*innen Preise gewinnen. Mitmachen können Kinder zwischen acht und zwölf Jahren – entweder allein oder im Team mit bis zu drei Personen jeden Alters. ## Ausstellung zum Mitfeiern Was als Treffen in einem Wohnzimmer begann, ist heute ein Ort für über 20 Gruppen aus der LGTBQI-Community. Der Sonntags-Club in Prenzlauer Berg gehört zu den wichtigsten queeren Institutionen Berlins. Dort gibt es Beratung, Austausch und Tanz. In diesem Jahr feiert die Institution ihren 50\. Geburtstag. Das Schwule Mueseum in Schöneberg zeigt anlässlich des Jubiläums in einer Ausstellung die kämpferische und bewegte Geschichte. [**„lieben. kämpfen. tanzen. – 50 Jahre Sonntags-Club“**](https://www.schwulesmuseum.de/ausstellung/lieben-kaempfen-tanzen-50-jahre-sonntags-club/?ref=loky.news) läuft vom 20\. Juli bis zum 31\. Dezember 2023\. Die Tickets kosten 9 Euro, ermäßigt 3 Euro. (Christina) ## Imposante Räume in versteckter Ecke Wer zum ersten Mal zu Gast in der **Berliner Galerie Sprüth Magers** ist, wird überrascht sein. Lässt die Fassade und das Klingelschild auf der Oranienburger Straße 18 nicht viel mehr als ein paar Büroräume erahnen, so hat die Privatgalerie, die auch Dependancen in London oder Los Angeles hält, viel zu bieten: Auf zwei Etagen präsentiert Sprüth Magers – die im Jahr 1998 von Monika Sprüth und Philomene Magers gegründet wurde – internationale Kunst Stars, etablierte Künstler\*innen und profilierte Newcomer\*innen wie Georgo Condo, Jenny Holzer oder Cyprien Gaillard. In der imposanten Haupthalle finden groß angelegte Arbeiten den passenden Raum, in dem sie wirken können. *Oranienburger Str. 18, 10178 Berlin, Dienstag bis Samstag 11 bis 18 Uhr, Eintritt frei.* (Eva) ## Mit Sophie Rois über das deutsche Universitätssystem lachen Für ihren „einmaligen Beitrag zur Filmkultur in der Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus“ ist die Berliner Filmproduktions- und Verleihfirma „filmgalerie 451“ Anfang des Jahres mit dem Ehrenpreis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet worden. Ein Film von 2019, den man dort auch im Sommer 2023 unbedingt anschauen sollte, ist **„[Weitermachen Sanssouci](https://www.filmgalerie451.de/de/filme/weitermachen-sanssouci?ref=loky.news)“** von Max Linz: Dass eine in Evaluierungswahnsinn, Antragshölle, Unterfinanzierung und prekären Arbeitsverhältnissen („Ich habe da eine schöne 28 Prozent-Stelle für dich…“) verendende Universität eher schlecht dasteht, wenn es um die Erforschung möglicher Maßnahmen gegen den Klimakollaps geht, mag zwar keine allzu heitere Diagnose sein. Wird sie unter anderem von Sophie Rois geliefert, ist das allerdings um so komischer. ## Kulturgeschichte im Kino Der Campus für Demokratie in der ehemaligen Stasi-Zentrale in Lichtenberg lädt auch in diesem Jahr zum **kostenlosen Campus-Kino**. Vom 7\. bis zum 31\. August laufen dort jeden Montag, Dienstag und Donnerstag Spielfilme und Dokumentationen, die sich mit verschiedenen Aspekten der DDR auseinandersetzen. Den Auftakt macht „In einem Land, das es nicht mehr gibt“, am 31\. August endet das Programm mit der Künstlerinnen-Doku „Rebellinnen – Fotografie. Underground DDR.“ Am 7\. und 31\. August gibt es vor Filmbeginn eine Führung durch das Archiv der DDR-Opposition, im Anschluss Podiumsdiskussionen mit Regisseur\*innen, Schauspieler\*innen und Zeitgenoss\*innen. Der Eintritt ist frei. Das gesamte Programm [gibt es hier](https://www.stasi-unterlagen-archiv.de/campus-kino/?ref=loky.news). (Julia) ## Stadtwende zum Angucken Jahrzehntelang blieben die Altstädte in der DDR unsaniert, später drohte der Abriss. Die Häuser sollten Platz machen für eine moderne sozialistische Stadt. Doch es regte sich Widerstand. Das [Projekt „Stadtwende“](https://www.berlin.de/museum-pankow/aktuelles/ausstellungen/sonderausstellungen/artikel.1339353.php?ref=loky.news) erforscht, wie es zu dem Verfall kommen konnte und wie Bürger\*innen die historischen Bauten gerettet haben. Eine Austellung zeigt vom 20\. Juli bis zum 23\. August in der Aula des Kultur- und Bildungszentrums Sebastian Haffner in Prenzlauer Berg die Ergebnisse. Die Volkshochschule Pankow bietet parallel dazu vier kostenlose Stadtrundgänge an. Sie erklären unter anderem die Geschichte des Ernst-Thälmann-Parks und der Gründerzeitviertel in Prenzlauer Berg. (Christina) ## Wasserkühlung und Kälteschock Getümmel am Einlass, wo man selbst mit Online-Ticket schon mal über eine Stunde wartet; überfüllte Becken, die wie Experimentalanordnungen über maximale Wasserverdrängung wirken; überfordertes Personal: Dass der Besuch eines Berliner Freibads nicht unbedingt ein Vergnügen ist, hat sich herumgesprochen. Eine simple Alternative bei der Suche nach Wasser-Kühlung in der Stadt: Eines der drei Hallenbäder nutzen, die auch im Sommer geöffnet bleiben und jetzt in der Regel weit geringeren Andrang aufweisen – zum Beispiel die Schwimmhalle im Ernst-Thälmann-Park. Wer dagegen die Radikalkur will und auf komprimierte Kälte aus ist, bucht gleich für 19 Euro eine (Probe-)Anwendung bei der Kryotherapie: Drei Minuten in einer [Kältekammer](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/10/15/bibbern-bei-96-grad-was-soll-das/?ref=loky.news) von -85 Grad reichen angeblich aus, um dem Körper Kühlreserven auch für tropische Nächte zu verleihen. ## Mit diesen Tipps verabschieden wir uns ebenfalls in eine kleine Sommerpause. Ab dem 7\. August sind wir wieder für euch da. Bis bald! ### Auf dem Trockenen URL: https://www.loky.news/auf-dem-trockenem/ Last updated: 2025-03-20T18:08:17.000Z # Weil der Wasserverbrauch in Berlin steigt und zahlreiche Flächen versiegelt sind, trocknen immer mehr Kleingewässer aus. Die Folgen sind dramatisch. --- Parks sind in Berlin derzeit nur noch vereinzelt grün. An den meisten Stellen ist ihr Gras es eher gelb-braun – zumindest dort, wo es überhaupt noch wächst. Ganze Streifen wirken wie eine Steppe. Manche [Bäume](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/10/10/strassenbaeume-in-not/?ref=loky.news) verlieren schon im Sommer ihre Blätter, so als ob bereits der Herbst naht. Teiche, Weiher und Pfuhle gleichen eher Rinnsalen und Pfützen. „Der Zustand der Kleingewässer in Berlin ist erschreckend. Viele ehemalige Gewässer sind bereits trockengefallen oder stehen kurz davor“, warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Berlin ([BUND](https://www.bund-berlin.de/?ref=loky.news)), der am Donnerstag seinen Kleingewässerreport 2022/2023 veröffentlichte. Mehr als die Hälfte der 157 dafür untersuchten Pfuhle und Teiche in Charlottenburg-Wilmersdorf, Pankow und Marzahn-Hellersdorf leiden demnach unter bedrohlichem Wassermangel, viele sind bereits ausgetrocknet. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Keine Seltenheit mehr** Eigentlich gilt Deutschland als wasserreich, doch in manchen Gegenden wird das Wasser knapper. Austrocknende Gewässer, verdorrte Parks und absterbende Bäume: Dort wo nicht mehr genügend Wasser hinkommt oder gegossen wird, herrscht Ödnis. Selten ist das in Berlin mittlerweile nicht mehr. Tatsächlich gehört die Stadt zu den trockensten Regionen Deutschlands. „Das merken wir zum Beispiel an unterdurchschnittlichen Niederschlägen, die zu sinkenden Grundwasserständen führen“, sagt Christoph Donner von den Berliner Wasserbetrieben (BWB). Ein Blick auf die Einzugsgebiete der Wasserwerke zeigt, dass dort die Grundwasserstände teils mehr als 75 Zentimeter unter den langjährigen Mittelwerten liegen. Diese unterirdischen Wasserspeicher können zwar einige trockene Jahre überbrücken, müssen aber nach Einschätzung des Landesunternehmens mittelfristig wieder aufgefüllt werden. **Das Problem mit dem Wasser** Doch das Problem könnte eher schlimmer werden. Denn in Berlin wird zwar ein Teil des Trinkwassers aus genau diesem Grundwasser gewonnen, 60 Prozent basiert jedoch auf dem sogenannten Uferfiltrat. Für das Wasser aus der Spree, der Havel und angeschlossenen Seen durch viele Sand- und Kiesschichten im Boden versickert. Nach einem Prozess monatelanger natürlicher Reinigung gelangt es in das Grundwasser. Doch der Nachschub könnte bald zurückgehen. Laut einer kürzlich im Juni veröffentlichten Studie des [Umweltbundesamtes](https://www.umweltbundesamt.de/?ref=loky.news) (UBA) drohen sogar Engpässe in der Trinkwasserversorgung in Berlin und entlang der Spree. Der Fluss könnte in trockenen Sommermonaten örtlich bis zu 75 Prozent weniger Wasser führen, wenn mit dem Ende der Braunkohleförderung in der Lausitz weniger Grundwasser in die Spree gepumpt wird. **Extreme Wetterereignisse haben Folgen** Die drohende Wasserknappheit liegt vor allem am Klimawandel, sagen Expert\*innen. Er sorgt für längere und heißere Hitzeperioden und Trockenheit, der Wasserverbrauch steigt. Fehlender Regen sorgt zusätzlich dafür, dass Wasser immer knapper wird. „Der Klimawandel ist das größte Problem, mit dem wir es zu tun haben. Er schafft schon heute Dürren und Wetterextreme“, erklärt Dirk Messner vom UBA. Tatsächlich hat dies in Berlin schon jetzt Folgen. In den letzten Jahren haben die Extremwettereignisse zugenommen. Nachdem es wochen- oder gar monatelang fast überhaupt nicht regnet, schüttet es oft auf einmal enorme Mengen. Dennoch löst dies das Dürreproblem der Region nicht. Im Gegenteil: Sind die Böden ausgetrocknet oder wie in Berlin an zu vielen Stellen versiegelt, können sie die Wassermengen schlechter aufnehmen. Sie versickern nicht im Boden, sondern sammeln sich woanders. Das Wasser fließt in Keller und in die Kanalisation. Regnet es so stark, dass die Kanalisation das nicht mehr bewältigen kann, dann laufen das Niederschlags- und Schmutzwasser zusammen in die umliegenden Gewässer über. Diese reicherten sich so schnell mit Schadstoffen an, kritisiert der BUND Berlin. **Amphibien bedroht** Das hat Folgen für Amphibien wie Frösche und Lurche. Nur rund 40 Prozent der 2022 vom BUND untersuchten Kleingewässer bieten gute Lebensbedingungen. Je ein Viertel befinden sich demnach in einer bedrohlichen Situation oder sind derzeit als Lebensort für Lurche verloren. Beide Defizite könnten mit vergleichsweise geringen Pflegemaßnahmen wieder hergestellt werden. Fast jedes achte untersuchte Gewässer, schätzt der Umweltverband, sei aber nicht mehr zu retten. „Wenn wir nicht sofort eingreifen, haben wir auf jeden Fall ein erhebliches Problem“, sagt der Fachreferent für Artenschutz beim BUND, Dirk Schäuble. **Berlin bereitet sich vor** Damit Berlin zukünftig nicht mehr auf dem Trockenen sitzt, soll sie zur Schwammstadt werden. Um in Zeiten von Dürre und Unwettern Wasser in der Stadt zu halten und Überflutungen zu vermeiden, soll es dort versickern oder gesammelt werden, wo es fällt. Am Mauerpark ist daher bereits ein riesiger [unterirdischer Stauraumkanel](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/11/12/stauraumkanal-mauerpark-spaziergang/?ref=loky.news) enstanden, der die Kanalisation bei Starkregen entlasten soll. Wenn möglich soll das Wasser gar nicht erst dorthin gelangen, sondern vor Ort im Boden versickern. Dafür braucht es jedoch mehr Verisckerungsmulden, Grünflächen und Gewässer. Doch dafür müssen in Berlin zahlreiche Flächen entsiegelt werden. Der BUND Berlin setzt sich deshalb auch dafür ein, die Gewässer zeitnah zu sanieren. Dafür hat der Verband einen Zehn-Punkte-Plan entwickelt. Darin fordert der BUND unter anderem, dass die Straßen- und Grünflächenämter genug Geld für die Pflege von Kleingewässern erhalten. Zudem sollen die Wasserbetriebe in die Gewässersanierung stärker eingebunden werden. *Titelfoto: Maud Correa/Unsplash* ### Like ice in the sunshine URL: https://www.loky.news/like-ice-in-the-sunshine/ Last updated: 2025-03-20T18:09:23.000Z ## Pfirsich-Bratwurst, Koriander-Kirsche-Senf, Chicken-Tandoori-Sorbet oder Bier-Eis? Für den alljährlichen Prenzlette-Eistest haben wir uns auf die Suche nach den ausgefallensten Sorten in Prenzlauer Berg begeben – ganz so exotisch wurde es dann aber doch nicht. --- ## ## Julia löffelt ein Bier **Was?** Das Oak & Ice ist der Spitzenreiter unter den Eisdielen, wenn es um Vielfalt geht: Die Inhaberin wechselt alle paar Tage die Sorten. Bei meinem Besuch kann ich mich gar nicht entscheiden, welche davon ich probieren soll und nehme erstmal einen Löffel **Ananas-Basilikum**. Herrlich süß und erfrischend, denke ich, das schmeckt so richtig schön nach Sommertag! Und dann im Abgang plötzlich nach deftiger italienischer Bruschetta. Huch! Vor Schreck muss ich den Geschmack erstmal mit Bier runterspülen – allerdings ebenfalls in Eisform. **India Pale Ale (IPA)** ist ein obergäriges, stark hopfenbetontes Pale Ale, lerne ich. Und so schmeckt es auch, wenn man es aus einer Waffel löffelt. Leider bin ich kein Fan von Hopfen und eher Weintrinkerin; weil Riesling-Eis aber nicht im Angebot ist, runde ich das Mini-Menü mit einer Kugel **Marscarpone-Feige** ab. Das zergeht herrlich lieblich, aber nicht zu zuckrig-süß, auf der Zunge. **Alternative?** Hinter dem Schild „**getrocknete Früchte**“ vermute ich erst ein Topping für die Eiskugeln, doch auch hier handelt es sich um Eis, bei dem man aufgrund der ganzen Stückchen ein bisschen Kauleistung erbringen muss. **Wo?** [Oak & Ice](https://www.oakandice.com/de/?ref=loky.news), Schönhauser Allee 52, 10437 Berlin **Wie viel?** 1,90 Euro pro Kugel ## Eva träumt sich in Lavendelfelder **Was?** Das Hokey Pokey auf der Stargarder Straße ist vielen Menschen aus Prenzlauer Berg das, was Tourist\*innen mit der Sansibar auf Sylt als Strandbar verbinden: Etwas Flair von Luxus gepaart mit selbstbewusstem kulinarischem Branding. Alle Zitronen und Limetten werden von Hand gepresst und die Schalen abgerieben, die Bourbon-Vanilleschoten einzeln aufgeschnitten und ausgekocht“, steht auf der Homepage. Die Kugel **„Blaubeer Lavendel“** lässt erahnen, wie viel Liebe und handwerkliches Know-how Hokey Pokey investiert. Ihre Konsistenz ist luftig und erinnert mich an ein Sorbet, das Lavendelaroma ist dezent und natürlich und lässt mich von südfranzösischen Lavendelhügeln träumen. Die Blaubeere steuert den passenden süßlich-säuerlichen Geschmack und die pralle Farbe bei. Ein erfrischend-leichter Genuss für alle, die nicht nur auf cremige Eisleckereien a la „Schoko“ und „Nuss“ stehen. **Alternative?** Alle Mamis und Papis, die zum Hokey Pokey pilgern, sollten ihren Kindern eine Kugel **„Apfel Basilikum“** gönnen. Die sympathische Bedienung an der Eistheke empfiehlt die fruchtig, aber auch stark nach Apfel schmeckende Kombi als besonders originelle Hokey-Pokey-Kreation. **Wo?** Stargarder Straße 72, 10437 Berlin **Wie viel?** 2,20 Euro pro Kugel ## Sebastian nimmt die Sesamstraße **Was?** Glaubt man der Website von Rosa Canina, wurde Eisdielengründer Reimar von DJ Dixon höchstpersönlich auf ein Eis aufmerksam gemacht, das er in New York gegessen habe: **„Schwarzer Sesam“**, eine Sorte, die mir in der Filiale am Helmholtzplatz auch als die ausgefallenste des Sommers angepriesen wird. Schwarz ist das – hier in vegan angebotene – Eis allerdings nicht, eher gräulich-weiß, gespickt mit den charakteristischen Sesamkörnern. Auch geschmacklich gibt die Sorte sich zunächst eher zurückhaltend, ohne hervorstechende Süße – was sich bei genauerem Hinschmecken aber als gute Grundlage für eine sich bald entfaltende zart-nussige Note entpuppt. Die Überraschung zeigt sich allerdings erst im „Abgang“: Die nach dem Schmelzen im Mund zurückbleibenden Sesamkörner erinnern plötzlich an Vogelfutter. Das wiederum hört sich vielleicht nicht besonders lecker an – zumal die Kugelform des Eises zusätzlich Assoziationen zu einem Meisenknödel wecken mag – vor allem wer es nicht zu süß mag, sollte dem Sesam-Eis aber ruhig eine Chance geben. **Alternative:** Ebenfalls mit Sesam (und vegan), aber deutlich süßer: **Tonka mit Sesamkrokant**. Wer es gediegener mag, ist aber auch bei **„Apfel-Butterstreusel“** gut aufgehoben. **Wo?** Rosa Canina, Raumer Straße 8, 10437 Berlin (weitere Filialen am Prenzlauer Berg sind in der Hufelandstraße 7 und in der Pasteurstraße 32) **Wie viel?** 2,30 Euro pro Kugel ### Radweg auf Zeit URL: https://www.loky.news/radweg-auf-zeit/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## Täglich gibt es neue Nachrichten und Gerüchte rund um den geplanten Fahrradstreifen an der Schönhauser Allee. Am Freitagmittag meldete die zuständige Senatsverwaltung jetzt: Der Radweg wird gebaut – als „temporäre Lösung“. --- Sind die Pläne für den Umbau des Teilabschnitts der Schönhauser Allee zu einem geschützten Radweg [nun gestoppt oder nicht](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/06/22/schoenhauser-ade/?ref=loky.news)? In den letzten Tagen erreichte die Verwirrung dazu einen Höhepunkt. Vor allem auch deswegen, weil die im Bezirksamt für Straßen zuständige Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) laut eigener Aussage selbst nicht wusste, was Sache ist, da das Projekt in den Händen der landeseigenen infraVelo liegt. Wurde schon eine Firma mit dem Umbau beauftragt oder nicht? Wäre dies der Fall, könnte auch das Radweg-Moratorium der neuen Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) das Projekt nicht aufhalten. Am Donnerstagabend diskutierten die Bezirksverordneten in einer kurzfristig anberaumten Sondersitzung des Ausschusses für Mobilität ausgiebig über das Thema. Die Bezirksverordneten von SPD, Linke und Grüne machten besonders deutlich, dass sie Anders-Granitzki nicht glauben, dass diese keine detaillierten Informationen über den aktuellen Stand habe. „Sie haben sicherlich gemerkt, dass viele Ausschussmitglieder, ich zähle mich dazu, Ihnen nicht abkaufen, dass Sie überhaupt nichts wissen“, betonte Mike Szidat (SPD) schließlich. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Was wird aus den teuren Betonboards?** Nur wenige Stunden später bekommt die Geschichte eine erneute Wendung: Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt verschickte am Freitagmittag eine Pressemitteilung, in der es heißt, der etwas mehr als 700 Meter lange Radweg an der Schönhauser Allee werde gebaut. Allerdings liegt der Teufel hier im Detail: „Die Maßnahme wird auf Grundlage des fortgeschrittenen Planungsstands, der bereits erfolgten Beauftragung externer Firmen und zur Steigerung der Verkehrssicherheit als temporäre Lösung umgesetzt“, heißt es. Was bedeutet temporär in diesem Fall? Bleibt es bei den [extra für Pankow angefertigten Betonboards](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/26/sonderanfertigung-fuer-pankow/?ref=loky.news), welche die Radspur vom Autoverkehr baulich abtrennen sollten? Es folge zunächst eine Gesamtbetrachtung der Straße über die komplette Länge, schreibt die SenMVKU. „Dabei wird der Verkehrsraum inklusive der Kreuzungsbereiche großräumig betrachtet, damit der Querschnitt der Straße durch eine bauliche Lösung neu aufgeteilt werden kann.“ Auf Twitter stellte die Senatsverwaltung ein paar Stunden später klar: „Alles, was aktuell geplant wurde, kommt jetzt erstmal auf die Straße. Darüber hinaus betrachtet SenMVKU die Auswirkungen dieser Änderungen auf der gesamten Magistrale. Hierbei werden weitere Optimierungen geprüft, insbesondere in Richtung Knotenpunkte und den Straßenbahnverkehr.“ **„Kurzfristige Lösung“** Es werde außerdem geprüft, inwiefern der ÖPNV beschleunigt werden könne. Immer wieder hatte es im Zusammenhang mit dem geplanten Radweg Diskussionen darüber gegeben, ob dieser den Fahrgästen der Tram – die an der Haltestelle Milastraße ein paar Meter über die Fahrbahn bis zum Bürgersteig laufen müssen – in die Quere komme. Es gibt Überlegungen der BVG, die Haltestelle auf die andere Seite unter den Magistratsschirm zu verlegen. „Ich freue mich außerordentlich, dass klar ist, wie es zunächst auf der Schönhauser Allee weitergeht und dass es zügig weitergehen kann. Ich bin mir sicher, dass wir nunmehr eine pragmatische und vor allem sichere Lösung kurzfristig auf die Straße bringen werden, von der täglich viele Menschen profitieren, die zwischen Pankow und Mitte mit dem Rad unterwegs sind. Wie gut sich die neuen Radwege einfügen und welche baulichen Überarbeitungen und Verbesserungen möglicherweise zukünftig notwendig werden, schauen wir uns dabei genau an und bleiben dazu im Austausch mit der Senatsverwaltung“, sagt Stadträtin Anders-Granitzki. Erst vor ein paar Tagen hatte sie gegenüber dem Tagesspiegel gesagt, sie halte den Radweg nicht für notwendig; es gäbe sehr gute Alternativlösungen für Radfahrer\*innen, zum Beispiel über Kollwitzstraße, Senefelderstraße, Dunckerstraße zur Neumannstraße in Pankow. Titelbild: So sollte der Radweg auf der Schönhauser Allee aussehen / Visualisierung: infraVelo/xoio GmbH ### Auf Spurensuche URL: https://www.loky.news/auf-spurensuche-2/ Last updated: 2025-03-20T18:07:22.000Z ## Die Bornholmer Straße im Skandinavischen Viertel schrieb einst mit der Grenzöffnung Geschichte. Heute sorgt die Gegend für andere Schlagzeilen. --- Im Skandinavischen Viertel steht ein Altbau aus der Gründerzeit neben dem anderen, ein pastellfarbenes Haus reiht sich an das nächste: rosa, blassgelb, beige oder hellgrau. Zwischendurch tauchen immer mal wieder kräftigere Farben wie ocker oder dunkelgrau auf. Der Großteil hat ein Vorderhaus, einen Seitenflügel und einen Innenhof. Die Seitenstraßen bestehen aus Kopfsteinpflaster, an deren Rändern Bäume stehen. Vereinzelt gibt es hier Geschäfte, in Richtung Schönhauser Allee werden es mehr. Mal ist es ein Café, eine Apotheke, ein Frisörsalon oder ein Supermarkt. --- ## Dies ist ein Text aus unserer Reihe [„Kiezgeschichten“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/kiezgeschichten/?ref=loky.news) --- Eigentlich ist der Name des Gebiets, das auch Nordisches Viertel genannt wird, nicht offiziell. Seinen Spitznamen trägt es wegen der vielen Straßen, die nach nordeuropäischen Ländern und Städten benannt sind. Hier reihen sich die Bornholmer, an die Malmöer, die Dänen an die Kopenhagener Straße. Auf den ersten Blick wirkt das Skandinavische Viertel wie ein typisches Wohnviertel in Prenzlauer Berg. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Die Bornholmer Straße schreibt Geschichte** Doch das Viertel hat in der DDR Geschichte geschrieben – vor allem in der Bornholmer Straße und an der Bösebrücke. Am Abend des 9\. November 1989 kündigt das DDR-Regime überraschend eine neue Reiseregelung an. Sie soll die direkte Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland ermöglichen. Die Richtlinie enthalte auch eine Besuchsregelung, die „sofort“ und „unverzüglich“ gelten solle, wie Günter Schabowski auf einer internationalen Pressekonferenz der SED irrtümlich stotternd verkündet. Es sind folgenschwere Sätze, denn DDR-Fernsehen und Hörfunk übertragen die Pressekonferenz live. Nur kurze Zeit später versammeln sich immer mehr Ost-Berliner\*innen vor den Grenzübergängen nach West-Berlin. Auch an der Bornholmer Straße kommen Hunderte Menschen zusammen, sie wollen sofort von ihrem Recht Gebrauch machen. „Tor auf, Tor auf“, rufen sie. Die Angst der Grenzposten vor einem gewaltsamen Durchbruch wächst. Der diensthabende Leiter der „Passkontrolleinheit“ beschließt, die Kontrollen einzustellen. Um 23.30 Uhr heißt es: „Wir fluten jetzt“. 20.000 Menschen laufen in der Folge über die Bösebrücke. Die Mauer fällt im Skandinavischen Viertel zuerst – und öffnet sich erstmals seit dem Bau am 13\. August 1961. **Früher Grenzkontrollen, heute Supermarkt** Heute existieren nur noch wenige physische Spuren der Ereignisse von damals. Vielmehr sorgte das Viertel in den letzten Jahren vor allem auf dem Wohnungsmarkt für Aufregung. Seit Jahren steigen die Mieten rasant an,[ Investor\*innen kaufen Häuser auf](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/11/03/sie-behaupten-ein-guter-vermieter-zu-sein/?ref=loky.news), trotz Wohnungsmangel stehen hier [Wohnungen leer](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/10/25/leerstand-lohnt-sich-nicht-oder-doch/?ref=loky.news). 2021 waren es allein in der Ibsenstraße, Bergener Straße, Nordkapstraße, Aalesunder und Stavanger Straße 50 Wohnungen, wie eine Anfrage des Bezirksverordneten Fred Bordfeld (Linke) ergab. Einstige Lücken wurden jedoch schon längst geschlossen. Auch auf einem Platz, den die Malmöer Straße, der Finnländischen Straße und der Bornholmer Straße begrenzen. Inzwischen stehen hier Wohnhäuser und ein Supermarkt, auf dessen Dach weitere Wohnungen errichtet wurden. In der DDR befindet sich auf dem Gelände die Zollabfertigung für Westdeutsche. Wer zu dem Zeitpunkt über den Grenzübergang Bornholmer Straße einreisen möchte, muss zunächst die Bösebrücke passieren und dann direkt dahinter rechts abbiegen. Grenzbeamte führen hier Fahrzeug- und Personenkontrollen durch. **Spuren der Vergangenheit** Bis vor wenigen Jahren fühlte sich der Platz wie ein lebendiges Museum an, zeigte, was das Regime der DDR gemacht hat. Anwohner\*innen der Häuser in der Malmöer und der Finnländischen Straße konnten von ihren Wohnungen noch lange die Markierungsstreifen auf dem Platz sehen. Mittlerweile gibt es auch diese ebenfalls nicht mehr. Die Baracken und Abfertigungshäusschen wurden schon Jahre vorher abgerissen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/06/Stra%C3%9Fenschild-Platz-des-9.-November-1989_Foto-Christina-Heuschen-1024x768.jpg) Ein Straßenschild erinnert an den 9\. November 1989\. / Foto: Christina Heuschen Stattdessen erinnert auf der anderen Straßenseite bis kurz vor der Bösebrücke, die in den Nachbarbezirk Wedding führt, der „Platz des 9\. November 1989“ an die historischen Ereignisse. Hier stehen Straßenschilder und drei große Tafeln. Sie zeigen die historischen Bilder, die auch einmal im Jahr über die Bildschirme laufen. Parallel zur Straße steht hinter dem Gedenkort ein übrig gebliebener Teil der Begrenzungsmauer der Grenzübergangsstelle. Mittlerweile zieren zahlreiche Graffitis die Wand, Wein wächst von der Kleingartenanlage Bornholm I hinüber. Mehrere Stahlbänder sind in den Boden eingelassen. Auf ihnen stehen Zitate, die damals um die Welt gingen. Sie listen chronologisch auf, was in den Abendstunden des 9\. Novembers 1989 passierte. Inzwischen fahren hier Autos vorbei, die Tram rattert über die Gleise auf der Mittelinsel, Fußgänger\*innen laufen über die Brücke. Der Übergang von Prenzlauer Berg in den Wedding ist problemlos möglich. *Titelfoto: Der Platz des 9\. November 1989 im Skandinavische Viertel an den Mauerfall. / Foto: Christina Heuschen* ### Was wurde aus... dem Kiezblock am Arnimplatz? URL: https://www.loky.news/was-wurde-aus-dem-kiezblock-am-arnimplatz/ Last updated: 2025-03-20T18:08:17.000Z ## Nachdem das Bezirksamt vor kurzem den Kiezblock im Weißenseer Komponistenviertel in Betrieb genommen hat, rückt die geplante Verkehrsberuhigung rund um den Arnimplatz ebenfalls näher. --- ## Dies ist ein Text aus unserer Reihe [„Was wurde aus…“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/politik/was-wurde-aus/?ref=loky.news) --- Seit Jahren setzen sich Anwohner\*innen dafür ein, dass das Viertel rund um den Arnimplatz eine Verkehrsberuhigung erhält. [Das Projekt befindet sich seit Längerem in der konkreten Planung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/01/der-kiezblock-kommt/?ref=loky.news), die Umsetzung verzögerte sich jedoch immer wieder. Vergangene Woche lud das Pankower Stadtentwicklungsamt deshalb zu einer Infoveranstaltung auf den Platz ein, bei dem Mitarbeiter\*innen das konkrete Konzept, welches aus mehreren Stufen besteht, vorstellte. Geplant ist unter anderem, die Schönfließer Straße zu einer Fahrradstraße inklusive Einbahnstraßenregelung umzuwidmen. Auch in der Seelower Straße, der Paul-Robeson-Straße, der Czarnikauer Straße, der Driesener Straße und der Malmöer Straße dürfen Pkws zukünftig nur noch in eine Richtung fahren. Zwischen Norwegerstraße, Finnländische Straße, Malmöer Straße und Behmstraße ist nur noch Anliegerverkehr erlaubt, die Durchfahrt von der Norwegerstraße auf die Bornholmer Straße sowie von der Dänenstraße auf die Schönhauser Allee ist außerdem verboten. **Diagonalsperren möglich** In den kommenden Wochen führt das Bezirksamt erst noch eine erneute Begehung des Arnimkiezes mit der Polizei durch, danach könnten die Bauleistungen ausgeschrieben werden, sagt ein Mitarbeiter. Je nach Witterung könnten die Umbauarbeiten dann noch in diesem Herbst beginnen, ansonsten wäre der Start im kommenden März. Ist der Kiezblock einmal eingerichtet, überprüft das Amt, ob alle Verkehrsteilnehmer\*innen die Regeln befolgen. Ist das nicht der Fall, kommen weitere Planungsschritte ins Spiel: Dazu gehören unter anderem auch Diagonalsperren zwischen Paul-Robeson-Straße und Driesener Straße sowie zwischen Malmöer und Uckermünder Straße. Auch gibt es die Idee, die Paul-Robeson-Straße zu einem verkehrsberuhigten Bereich mit mehr Straßengrün und Sitzplätzen zu machen; dafür würden einzelne Parkplätze wegfallen, die aber durch eine veränderte Parkrichtung in den umliegenden Straßen – quer zur Straße statt längs – wettgemacht würden, heißt es. ### Schönhauser adé URL: https://www.loky.news/schoenhauser-ade/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## Nachdem die neue Verkehrssenatorin vergangene Woche ein Moratorium für Radwegprojekte in den Bezirken angeordnet hatte, ist nun klar: Pankows CDU-Stadträtin zieht mit – und aus dem geschützten Fahrradweg auf der Schönhauser Allee wird vorerst nichts. --- „Mit der geplanten Umgestaltung gelingt uns trotz des begrenzten innerstädtischen Raums, die unterschiedlichen Nutzungsbedürfnisse zu berücksichtigen und die Situation für Radfahrende und zu Zufußgehende zu verbessern“, hatte Manuela Anders-Granitzki (CDU) Ende April 2022 gesagt; währenddessen stand sie neben der damals noch amtierenden Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) auf dem Bürgersteig der Schönhauser Allee in Höhe der Cantianstraße. Gemeinsam stellten die beiden die Pläne für den [Umbau des Fußgängerwegs und die Einrichtung eines geschützten Radwegs](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/26/sonderanfertigung-fuer-pankow/?ref=loky.news) auf der noch von parkenden Autos genutzten dritten Spur vor. Auf einer Länge von 720 Metern zwischen Gleimstraße und Danziger, sowie auf der Gegenseite zwischen Danziger Straße und Stargarder Straße sollte der Radverkehr baulich mittels eines 50 Zentimeter breiten und 15 Zentimeter hohen Betonbords vom Autoverkehr abgetrennt sein: „Dieses Betonbord gibt es bisher noch nicht, es handelt sich um eine Sonderanfertigung für Pankow“, so Anders-Granitzki. „Wir wollen es in Pankow einfach schön haben!“ Der Fahrradstreifen sollte Anfang 2023 fertiggestellt sein, doch immer wieder verschoben Bezirk und die ausführende infraVelo den Beginn der Umbauarbeiten. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Radwegprojekte vorerst ausgesetzt** Etwas mehr als ein Jahr später ist davon keine Rede mehr, ganz im Sinne des Adenauer’schen Ausspruchs: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!“ Im Gegenteil: Die amtierende Pankower Stadträtin, die unter anderem dem Straßen- und Grünflächenamt vorsteht, hat die Planungen für die Schönhauser Allee auf Eis gelegt. Sie folgt damit einer Anordnung der neuen Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU), die vergangene Woche ein Schreiben an die Berliner Bezirke verschickte: [Alle Radverkehrsprojekte](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/06/16/mehr-platz-fuer-fahrraeder/?ref=loky.news) sollen demnach vorerst ausgesetzt werden, wenn durch sie auch nur ein einziger Parkplatz oder eine Fahrspur für Pkws wegfalle, hatte es zunächst geheißen. Später präzisierte Schreiner das Ganze nochmal: gestoppt werden sollten jene Projekte, für die bisher keine vertraglichen Verpflichtungen bestehen oder bei denen die Umbauarbeiten schon begonnen haben. Ob die Verkehrsverwaltung den Auftrag für den Ausbau bereits vergeben hatte, ist unklar, auch die geplanten Kosten lassen sich bisher nicht beziffern. Gegenüber dem Tagesspiegel sagte Anders-Granitzki, es gäbe außerdem „sehr gute Alternativlösungen“ für einen Radweg auf der Schönhauser Allee: Der Fahrradverkehr könne über die Kollwitzstraße, Senefelderstraße, Dunckerstraße rüber zur Neumannstraße in Pankow geführt werden. Die Planungen für die Neumannstraße sind allerdings ebenfalls ausgesetzt. Gegenüber den Prenzlauer Berg Nachrichten hat sich Anders-Granitzki noch nicht geäußert; die umfangreichen Fragen seien in der Kürze der Zeit nicht zu beantworten, schreibt sie. **Unterstützung aus der CDU** Die Pankower CDU-Fraktionsvorsitzende Denise Bittner unterstützt das Vorgehen. „Die Radwegeplanungen auf den Prüfstand zu stellen ist gut und richtig, denn zu oft priorisieren sie bislang einseitig das Rad und vernachlässigen dabei Fußgänger, Autos und den ÖPNV. Dazu müssen auch die Planungen für die Schönhauser Allee zählen, die von Anfang an ideologiegetriebene Prinzipienreiterei waren und billigend in Kauf nahmen, die verschiedenen Verkehrsteilnehmer gegeneinander auszuspielen“, schreibt sie in einer Pressemitteilung. Eine große Verkehrsachse wie die Schönhauser Allee in der geplanten Weise zu schwächen, habe Auswirkungen weit in andere Bereiche des Bezirks hinein. Staus bis weit in den Norden wären vorprogrammiert, die ohnehin angespannte Verkehrssituation würde sich noch verschlimmern. Der Verkehr würde sich in Nebenstraßen und Wohngebiete verlagern. „Selbstverständlich brauchen wir auch mehr sichere und leistungsfähige Fahrradrouten“, so Bittner weiter. **„Alternativroute ergibt keinen Sinn“** Bei den Grünen, die nach der Wiederholungswahl [eine Zählgemeinschaft mit CDU und FDP](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/04/26/anstossen-auf-jamaika/?ref=loky.news) eingegangen waren, stößt die Entscheidung hingegen auf Unverständnis. „Alle Radwegplanungen in Pankow zu überprüfen ist eine massive Vergeudung von Steuergeldern, jahrelange Planungen werden einfach weggeschmissen, Fördergelder verfallen. Das Radfahrverhalten auf der Schönhauser Allee ist genau untersucht worden und die von der CDU vorgeschlagene Alternativen ergeben überhaupt keinen Sinn: Die Schönhauser Allee ist die direkte Verbindung zwischen dem Pankower Norden und Berlin-Mitte und für viele Leute der Arbeitsweg“, sagt Almut Tharan, Sprecherin für Stadtentwicklung in der BVV. „Daher sind Umwege durch belebte Wohnstraßen mit rechts-vor-links Regel viel zu langsam und somit keine Alternative zur direkten Verbindung über die Schönhauser Allee. Frau Anders-Granitzki hat außerdem offenbar bei ihrer Idee für ihre Zick-Zack-Route übersehen, dass die Radverkehrsanlage in der Neumannstraße nun auch auf der Streichliste steht. Ich weiß, dass die Kolleginnen von der CDU auch Fahrräder besitzen, aber das alles wirkt, als benutzten sie diese nur, um mal um die Ecke zum Bäcker zu fahren.“ **Kritik auch von SPD, FDP und Linke** Die SPD Pankow äußerte sich in einer Pressemitteilung knapp, aber ebenfalls sehr deutlich: „Der Pankower Kreisvorstand spricht sich gegen den sofortigen Radwegestopp der neuen Verkehrssenatorin aus. Wir unterstützen den SPD-Landesvorstand, die sozialdemokratischen Mitglieder des Abgeordnetenhauses und des Berliner Senats dabei, sich im Senat gegen einen ‚Radwegestopp‘ einzusetzen.“ „Das Radweg-Moratorium bedeutet für die Schönhauser Allee, dass die Bequemlichkeit für 150 abgestellte Autos offenbar wichtiger ist als die Sicherheit von täglich 20.000 Radfahrendem, die hier unterwegs sind“, sagt auch Sandra Brunner, Bezirksvorsitzender der Partei Die Linke. „Und das alles nur, weil eine CDU-Senatorin die Rolle rückwärts in die autogerechte Stadt probt. Der Vorwurf der ‚ideologischen Verkehrspolitik‘ fällt auf jene zurück, die ihn in der Vergangenheit inflationär erhoben haben.“ Oliver Simon, Sprecher der FDP-Gruppe in der Pankower Bezirksverordnetensammlung, kommentierte: „Umsetzungsreife Projekte abzubrechen, ohne Alternativen zu nennen, ist kurzsichtig und fahrlässig.“ **Mobilitätsgesetz ignoriert** Mit dem Stopp des Umbaus missachten die Politikerinnen neben dem [Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/02/22/was-wurde-aus-dem-radweg-auf-der-parkspur/?ref=loky.news) auch den Berliner Radverkehrsplan sowie das Berliner Mobilitätsgesetz, welches das Abgeordnetenhaus 2018 verabschiedet hat. Darin ist festgelegt, dass „Radverkehrsanlagen mit erschütterungsarmem, gut befahrbarem Belag in sicherem Abstand zu parkenden Kraftfahrzeugen und ausreichender Breite eingerichtet werden“ müssen – und zwar so breit, dass sich Radfahrer\*innen auch überholen können. „Bei Radwegen auf Gehwegniveau ist auf eine für alle klar erkennbare Trennung von Radweg und Gehweg zu achten“, heißt es weiter. Derzeit teilen sich jedoch Fußgänger\*innen und die täglich rund 20.000 Radfahrenden den Bürgersteig auf der Schönhauser Allee. Titelbild: Fionn Große ### Zwischen Maiglöckchen und Chrysanthemen URL: https://www.loky.news/zwischen-maigloeckchen-und-chrysanthemen/ Last updated: 2025-03-20T18:08:50.000Z ## Das Blumenviertel ist geprägt von Kleingärten, Einfamilienhäusern und dem Volkspark Prenzlauer Berg. Man kann dort gut der großstädtischen Aufgeregtheit entfliehen. --- Das muss vielleicht gleich zu Beginn gesagt werden: Das Schönste am Blumenviertel ist, dass es keinen Raum bietet für das Sehen und gesehen werden. Keine Straße wird zum Laufsteg, es gibt niemanden, der hinter einer großen Glasscheibe mit bedeutungsschwangerer Miene auf seinen Laptop einhackt und Kaffeetrinken als Event zelebriert. Es gibt keine lange Schlange vor einem hippen Eisladen und kein Aperol-Spritz trinkendes, saturiertes Bürgertum auf Bürgersteigen. Glücklicherweise. Das hat etwas sehr Beruhigendes und Unangestrengtes. Das Blumenviertel im östlichsten Prenzlauer Berg führt ein eher randständiges, heimeliges Leben zwischen Jüdischem Friedhof und Storkower Straße, zwischen Kniprodestraße und dem Volkspark Prenzlauer Berg. --- ## Dies ist ein Text aus unserer Reihe [„Kiezgeschichten“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/kiezgeschichten/?ref=loky.news) --- Natürlich muss ich als erstes, um dem Namen des Viertels gerecht zu werden, durch die drei Kleingartenanlagen namens „Neues Heim e.V.“, „Grönland e.V.“ und „Volkspark Prenzlauer Berg e.V.“ spazieren gehen. Denn dort wächst nicht nur Gemüse, hier blüht es jetzt auch üppig, vor allem Rosen, Jasmin und Lilien sind hier zu sehen. Am Ende des Hauptweges befindet sich eine Voliere, in der auf der einen Seite Wellensittiche, auf der anderen Seite größere Sittiche sitzen. Ein paar Schritte weiter kann man im Biergarten „Zur Laube“ deftig essen, ein mit Kreide beschriebenes Schild verkündet Kasseler, Gulasch und Rouladen, außerdem Matjes und Brathering. Vegetarier\*innen und Veganer\*innen haben es schwer. Die „Laube“ begrenzt nicht nur das Blumenviertel, sondern auch die Bezirke: die gegenüberliegenden Tennisplätze gehören schon zu Lichtenberg. Deshalb gehe ich erst einmal in den Volkspark Prenzlauer Berg. Das 29 Hektar große Areal entstand nicht aus landschaftsarchitektonischen Ambitionen, sondern aus den Ruinen der zerbombten Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte man hierher etwa 15 Millionen Kubikmeter Trümmer und Schutt aus dem Gebiet um den Alexanderplatz und baute einen hügeligen Park, der vermutlich nicht der ästhetisch formvollendetste ist, aber eben auch nicht übernutzt ist mit allerlei Freizeitmöglichkeiten. Hier darf sich die Natur noch Raum verschaffen, es ist alles etwas verwildert. Auch die Wiese nördlich des Parks darf wachsen. Die Stiftung Naturschutz Berlin informiert, dass hier nicht gemäht wird und Ende Juni tagsüber für Erwachsene und Kinder ein Kurs stattfindet, der da lautet: „Dengeln, Mähen, Heumachen“. ![Blumenviertel](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/06/Blumenviertel_Heu-1024x768.jpg) Heumachen im Volkspark Prenzlauer Berg / Foto: Peter Schulz \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ Ich spaziere weiter durch das Blumenviertel. Auch in den Vorgärten dieser Siedlung mit Einfamilienhäusern blüht es, man glaubt sich an der Nordsee, denn hier sind die Straßen nicht nach Blumen benannt, sondern heißen Stedingerweg, Ochtumweg, Süderbrokweg. Doch wo sind die Menschen? Niemand ist zu sehen, niemand ist zu Fuß unterwegs. Kein Mensch, nirgends. Nur ein paar Autos huschen durch die Straßen. Hier fährt man morgens zur Arbeit in die Innenstadt und kommt abends wieder. Vermutlich ist deshalb alles auf eine beruhigende Weise beschaulich und friedvoll. Vielleicht war hier deshalb der perfekte Ort für das [„Peace of Land“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/07/05/rein-ins-beet/?ref=loky.news). In der Straße Am Weingarten gab es einen 4.000 Quadratmeter großen Gemeinschaftsgarten, den die Gärtner\*innen im Sinne der Permakultur bewirtschafteten. Seit 2016 bauten sie hier ökologisch an, kompostierten und verarbeiteten Lebensmittel. Sie schafften ein kleines Naturparadies. Nun liegt dort eine Brache, weil der Bezirk für die Grundschule im Blumenviertel eine Turnhalle baut. Das Peace of Land ist vorerst im Exil an der Kulturmarkthalle, einige hundert Meter entfernt im benachbarten [Mühlenviertel](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/06/09/zwischen-baeumen-und-blumen/?ref=loky.news). Doch gleich dahinter gibt es noch [das kleine Weinanbaugebiet](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/10/16/mit-einer-leichten-honignote/?ref=loky.news) des Fördervereins Weingarten Berlin e.V. Bis 1999 war auch hier eine Brache, doch dann setzten Vereinsmitglieder etwa 400 Rebstöcke an. Seitdem laden sie Anwohner\*innen jedes Jahr zu Traubenernte ein, die sie später zu Wein verarbeiten. ![Blumenviertel](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/06/Blumenviertel_Weingarten-1024x768.jpg) Der Weingarten im Blumenviertel / Foto: Peter Schulz Es scheint, dass dieses Viertel prädestiniert ist für allerlei Experimente in Sachen Naturschutz und Gartenanbau – Heumachen, Permakultur, Weinlese. Und das mitten in Berlin. Da versucht man auch ganz schnell wieder wegzuschauen, wenn man unweit Kaufland sieht, dieses Monstrum des Einzelhandels. Dieser ist dann auch gleich Teil der Lokalpolitik. Es geht um [zu viel Durchgangsverkehr](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/25/kommt-zeit-kommt-kiezblock/?ref=loky.news), um Zufahrten über das Blumenviertel zum Supermarkt und damit automatisch um die Schließung der Zufahrt an das Gewerbegebiet an der Storkower Straße. Kurzum: Im Blumenviertel gibt es im Verhältnis ein hohes Verkehrsaufkommen, zumal die Straßen auch gerne als Abkürzung genommen werden, um die Landsberger Allee oder die Storkower Straße zu umgehen. Spätestens an dieser Stelle weiß man, dass man wieder in der Großstadt ist. Jetzt heißen aber endlich auch die Straßen wie Blumen: Maiglöckchen, Schneeglöckchen, Oleander, Chrysanthemen. Einfamilienhäuser wechseln sich ab mit Stadtvillen – eine wird im Internet für fast zwei Millionen Euro angeboten – und Wohnanlagen. Die Wohnhäuser, 1962 erbaut, sind vorwiegend viergeschossig, auf den Grünflächen zwischen den einzelnen Gebäuden spielen Kinder. Eine alte Frau geht mit ihrem Hund spazieren, ein Mann bringt seine Einkäufe mit dem Fahrrad nach Hause. Ansonsten ist es eher still auf den Bürgersteigen. Bevor ich diesen Umstand feiern kann und mich freue, dass hier niemand damit beschäftigt ist, bloß nicht normal zu sein, stehe ich auf einmal auf der Landsberger Allee. Und da ist es wieder, das Berlin, das ich kenne und sich so schnell ändern kann zwischen zwei Straßen, die aufeinanderfolgen. Prompt fällt mir Karl Schefflers 1910 erschienener Klassiker „Berlin – ein Stadtschicksal“ ein. Dort heißt es in den letzten Zeilen, Berlin sei dazu verdammt, „immerfort zu werden und niemals zu sein“. Titelbild: Peter Schulz ### Let it grow URL: https://www.loky.news/let-it-grow/ Last updated: 2025-03-20T18:07:05.000Z ## Die Bundesregierung plant eine temporäre Legalisierung von Cannabis. Die Pankower Linksfraktion fordert nun, dass Pankow Modellregion wird – und das Kraut selbst anbaut. --- Wann habt ihr das letzte Mal einen Joint geraucht? Eine provokante Frage, die aber nicht so weit hergeholt ist: Laut einer Umfrage unter 18- bis 62-Jährigen gaben knapp neun Prozent an, in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis konsumiert zu haben. Bisher waren Erwerb und Gebrauch der Pflanze illegal, doch das ändert sich demnächst: Anfang April stellte die Bundesregierung die Eckpunkte zu ihrem Modellversuch der Cannabis-Legalisierung vor. Erwachsene ab 18 Jahren sollen Cannabis zunächst für fünf Jahre in bestimmten Mengen und in entsprechenden Geschäften erwerben oder zu nicht-gewinnorientierten Zwecken selbst anbauen dürfen. „Der bisherige restriktive Umgang in Deutschland mit Cannabis ist gescheitert. Das Verbot von Cannabis kriminalisiert unzählige Menschen, drängt sie in kriminelle Strukturen und bindet immense Ressourcen bei den Strafverfolgungsbehörden. Es ist Zeit für einen neuen Ansatz, der mehr Eigenverantwortung zulässt, den Schwarzmarkt zurückdrängt und Polizei und Staatsanwaltschaften entlastet. Wir trauen den Menschen mehr zu – ohne dabei die Gefahren, die vom Cannabiskonsum ausgehen können, zu verharmlosen“, sagte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP). **Mehr Prävention und Jugendschutz** Am Mittwoch beantragte die Pankower Linksfraktion nun, den Bezirk zu einer Modellregion für Cannabis zu machen. Konkret bedeutet das: Er soll sich dafür einsetzen, entsprechende Verkaufsstellen zu etablieren und das Kraut sogar selbst anzubauen. „Ausreichend Flächen dafür gäbe es in Pankow“, sagte die Bezirksverordnete Susanne Kühne (Linke), die den Antrag vorstellte. Die Legalisierung soll vor allem dazu beitragen, das Cannabis, was derzeit nur unter der Hand von Drogendealer\*innen verkauft wird, besser im Blick zu haben. Stichproben hatten ergeben, dass ein Großteil des verkauften Stoffs stark verunreinigt ist – die gefundenen Inhaltsstoffe reichten von Glas, Talkum, Gewürzen über Blei, Phosphor bis hin zu Dünger und Schimmel. „Bestandteile, die gesundheitliche Risiken bergen und sogar zum Tod führen können“, so Kühne. Auch soll dem Schwarzmarkt, der neben Hamburg in Berlin besonders floriert, Einhalt geboten werden. Außerdem steht dahinter der Gedanke, die Aufklärungs- und Präventionsarbeit bei Jugendlichen voranzutreiben. „Im Durchschnitt kommen Kinder und Jugendliche in Berlin mit 14,5 Jahren das erste Mal in Kontakt mit Drogen. Und das ist ja nur der Durchschnitt – bei vielen geht es noch früher los“, sagte die Verordnete. Die Nachbarbezirke Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg haben vor kurzem bereits die Modellregion beschlossen, Pankow hat den Antrag erstmal zur weiteren Diskussion in die Ausschüsse verschoben. Titelbild: Shelby Ireland / Unsplash ### Mehr Platz für Fahrräder URL: https://www.loky.news/mehr-platz-fuer-fahrraeder/ Last updated: 2025-03-20T18:08:17.000Z ## Im Bezirk Pankow sind in den kommenden Jahren mehrere Radverkehrsprojekte geplant – unter anderem auf der Grellstraße und der Storkower Straße. --- Was den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur für Fahrradfahrer\*innen angeht, gehen die Berliner Bezirke teilweise höchst unterschiedlich vor. Pankow gehört dabei oft nicht zu den Vorreitern in Sachen Schnelligkeit; Maßnahmen wie der durch ein [extra angefertigtes Betonboard geschützte Radstreifen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/26/sonderanfertigung-fuer-pankow/?ref=loky.news) auf der Schönhauser Allee verzögern sich teilweise über viele Monate. Dennoch planen Senat und Bezirk in den kommenden Jahren eine Reihe weiterer Maßnahmen, wie eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tino Schopf ergab. Dazu gehört neben der Umgestaltung des bereits erwähnten Fahrradwegs auf dem Abschnitt Schönhauser Allee zwischen Gleimstraße/Stargarder Straße und Topsstraße/Pappelallee auch die Verbreitung der Radwege auf der Grellstraße zwischen Greifswalder Straße und Prenzlauer Allee sowie auf der Storkower Straße zwischen Greifswalder Straße und Kniprodestraße. Die Durchführung und Finanzierung liegt dabei jeweils in den Händen der landeseigenen infraVelo. **Mehr Fahrradparkplätze benötigt** Pankow selbst steht kein Geld für den generellen Ausbau von Radwegen zur Verfügung, für Einzelmaßnahmen muss der Bezirk Geld bei der Senatsverwaltung beantragen. Pläne hat er dennoch: 2024 soll die Schwedter Straße zwischen Eberswalder Straße und Schönhauser Allee [zur Fahrradstraße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/21/ein-netz-aus-fahrradstrassen/?ref=loky.news) umgewidmet werden, es ist ein gemeinsames Projekt mit dem Nachbarbezirk Mitte. Auch in der Saarbrücker Straße sollen zukünftig Radfahrer\*innen Vorfahrt haben. Ein Jahr später soll die Hufelandstraße folgen und eine neue Radverkehrsanlage auf der Storkower Straße zwischen Landsberger Allee und Kniprodestraße entstehen. Wer viel mit dem Fahrrad fährt, muss es gelegentlich auch abstellen und zum Beispiel an einen der Fahrradbügel anschließen. 2018 bis 2020 zählte die infraVelo deshalb, wie viele Räder an den S-Bahnstationen parken und wie viele Plätze perspektivisch bis 2030 benötigt werden. Die größte Differenz gibt es demnach an der Schönhauser Allee: Hier standen bei der Zählung 909 Räder, es gab aber nur 772 Abstellmöglichkeiten. 447 weitere braucht es hier laut infraVelo, doch nur die Hälfte davon ist bereits gesichert – das liegt in erster Linie am Platzmangel. Auch am S-Bahnhof Pankow ist es eng: Hier buhlten 750 Fahrräder um die 575 Plätze. ### Nochmal alles von vorn? URL: https://www.loky.news/nochmal-alles-von-vorn/ Last updated: 2025-03-20T18:08:17.000Z ## Die Senatsverwaltung habe den Planer\*innen nicht alle Unterlagen zur Verfügung gestellt, sagt die Bürgerinitiative Jahnsportpark. Sie fordert eine Wiederholung des Realisierungswettbewerbs rund um Abriss und Neubau des Stadions. --- Muss das [Wettbewerbsverfahren um den Jahnsportpark](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/jahnsportpark/?ref=loky.news) wiederholt werden? Der Meinung ist die Bürgerinitiative Jahnsportpark. Sie behauptet, den Teilnehmer\*innen des Realisierungswettbewerbs hätten gar keine detaillierten Bestandspläne, sondern nur ein grobes Brandschutskonzept vorgelegen – aus dem sie nicht erkennen konnten, mit welcher Substanz und Konstruktion sie es hier zu tun hätten. Nur drei der Teilnehmenden hätten sich daher für einen Erhalt des Stadions inklusive der ikonischen Tribüne eingesetzt, heißt es. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sei ihrer Aufgabe, die entsprechenden Unterlagen bereitzustellen, nicht nachgekommen. „Die Senatsverwaltung spielt mit gezinkten Karten. Statt einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen, wurden die Rahmenbedingungen so gesetzt, dass das Ergebnis schon vorher feststand. Ganz klar, der Wettbewerb muss wiederholt werden“, sagt Alexander Puell, Mitglied der Bürgerinitiative. „Die Vorwürfe sind unbegründet, denn in den Anlagen zur Auslobung waren sämtliche uns vorliegenden Planunterlagen zum bestehenden Stadion beigefügt“, heißt es seitens der Senatsverwaltung auf Nachfrage der Prenzlauer Berg Nachrichten. **„Verfahren ist rechtskonform“** Dazu hätten die Draufsicht, die Ansichten und Schnitte des Tribünengebäudes von 1987, Aufmaßpläne der BIM aller Geschosse sowie das Brandschutzkonzept gehört. „Sollten der BI weitere Pläne vorgelegen haben, hätte sie im Preisrichterkolloquium die Möglichkeit gehabt, diese zur Verfügung zu stellen. Wir halten das Verfahren für rechtskonform, alle relevanten Unterlagen waren der Auslobung beigelegt. Es gab auch keine Rüge von anderen Wettbewerbsteilnehmenden.“ [Im Dezember hatte die Jury den Entwurf](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/19/alles-neu-an-der-eberswalder-strasse/?ref=loky.news) der O+M Architekten GmbH BDA mit LOR Landschaftsarchitekten Otto + Richter PartGmbH aus Dresden aus allen Beteiligungen ausgewählt. Er sieht ein flaches Stadion mit einer Galerie aus rotspiegelnden Fenstern und einen weitläufigen Vorplatz mit Gastronomie vor. Titelbild: So soll das neue Jahnstadion aussehen / Visualisierung: O+M Architekten GmbH BDA mit LOR Landschaftsarchitekten Otto + Richter PartGmbH ### Apotheken vor dem Aus URL: https://www.loky.news/apotheken-vor-dem-aus/ Last updated: 2025-03-20T18:08:50.000Z ## Silke Schneider muss ihre Apotheke in der Wisbyer Straße schließen. Im Gespräch erklärt sie, warum sie kein Einzelfall ist. --- Eine Frau steht am Tresen, reicht ein Rezept rüber. Eigentlich möchte sie nur ein Mittel gegen einen zu hohen Cholesterinspiegel abholen, das ihr verschrieben wurde. [Silke Schneider](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/alltag/leute-im-kiez/?ref=loky.news), die Inhaberin der Apotheke in der Wisbyer Straße, steht am Schalter und muss ihr erklären, dass das Arzneimittel, das sie dringend benötigt, nicht vorhanden ist. Die Apothekerin versucht eine Lösung zu finden, stellt Nachfragen, überlegt, ob das Medikament eines anderen Herstellers infrage kommt. Sie geht nach hinten, schaut in Schubladen, obwohl sie eigentlich weiß, dass sie auch da keins finden wird. Die Kundin muss mit leeren Händen wieder gehen. Und das ist heute nicht der erste Fall. Schneider konnte für ein spezielles Rezept kein einziges Antibiotikum organisieren. Dabei ist es erst 9.15 Uhr. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Eine schlimme Lage** Der Fall ist typisch für die Apotheken derzeit. Seit Längerem können Apotheker\*innen wie Silke Schneider ihren Kund\*innen nicht die verschriebenen Arzneimittel aushändigen. Denn zahlreiche Medikamente sind Mangelware. In diesem Jahr sei es besonders schlimm, sagt Schneider. „Ich habe es noch nie erlebt, dass OTC-Arzneimittel, also rezeptfreie Medikamente, nicht lieferbar sind. Es gab keine Fiebersäfte, keine Hustensäfte. Die waren das erste Mal nicht lieferbar. Mit den verschreibungspflichtigen Medikamenten schlagen wir uns schon seit drei oder vier Jahren herum“, erklärt die Apothekerin „Man schickt eigentlich laufend seine Kunden weg oder versucht, das mit Kollegen zu regeln.“ **Zu viel Bürokratie** Ihr entstehe dadurch ein großer Mehraufwand, denn sie müsse nach Alternativen suchen. Und die werden nicht bezahlt. Denn bekommen Patient\*innen ein Medikament verschrieben, das nicht lieferbar ist, kann Schneider nicht einfach ein anderes verkaufen – auch nicht, wenn es denselben Wirkstoff enthält. Stattdessen muss sie jedes Mal mit der Praxis absprechen, ob ein anderes Medikament infrage kommt. Auch wenn keine Dosierung auf dem Rezept enthalten ist, kann sie das Rezept eigentlich nicht einlösen, da die seit November 2020 Pflicht ist. In beiden Fällen muss ein neues Rezept erstellt werden oder das alte muss von dem\*der Ärzt\*in abgeändert und unterschrieben werden. Alle Änderungen müssen genau dokumentiert werden. Sonst könne es passieren, dass die Krankenkasse das Medikament nicht erstattet – auch wenn es sich um einen Formfehler der Arztpraxis handelt. Der Bürokratieaufwand sei derzeit sehr hoch, kritisiert sie. „Es sind immer wieder Aufgaben dazugekommen, aber die Bezahlung ist immer dieselbe geblieben. Es geht nicht mehr.“ **Apotheken bleiben geschlossen** Die [Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände](https://www.abda.de/?ref=loky.news) (ABDA) sieht das ähnlich und hat deshalb zu einem [bundesweiten Streik ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=streik&ref=loky.news)gegen die Arzneimittelpolitik der Bundesregierung und der Krankenkassen aufgerufen. Am Mittwoch bleiben deswegen zahlreiche Apotheken, mit Ausnahme der Notdienstapotheken, geschlossen. Der Dachverband beklagt nicht nur die Lieferengpässe, auch der Fachkräftemangel, die steigenden Personal- und Energiekosten sowie zu viel Bürokratie belasteten die Geschäfte. Sie würden kaputtgespart, sagt der Verband, das sei auch der Grund für „die immer schneller zurückgehende Zahl der Apotheken vor Ort“. Tatsächlich sinkt die Zahl der Apotheken in Deutschland seit Jahren. Schon jetzt gibt es weniger als 18.000, teilte der Verband Ende April mit. In Berlin gibt es derzeit rund als 730 öffentliche Apotheken. „Wir verlieren aktuell alle 17 Stunden eine Apotheke“, sagt ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening. **Der Nachwuchs fehlt** Das liegt zum einen an der wirtschaftlichen Lage und am Personalmangel, zum anderen haben immer mehr Apothekeninhaber\*innen Schwierigkeiten Nachfolger\*innen zu finden. Der Beruf lohnt sich für viele nicht mehr, viele scheuen aufgrund der Bedingungen mittlerweile die Selbstständigkeit. Auch Silke Schneider hatte Schwierigkeiten, Personen zu finden, die ihren Laden übernehmen möchten. „Es ist nicht so, dass sie hier Schlange stehen und die Apotheke haben wollen“, sagt sie. Während sie dies mit einer anderen Filiale in Mitte erfolgreich geschafft hat, sei die Übergabe in der Wisbyer Straße nur mit Ärger verbunden. Es sei Glück gewesen, dass überhaupt zwei Leute Interesse gehabt hätten. Doch der Vermieter habe Probleme gemacht, sagt sie. Zu einer Einigung mit einem der Interessenten sei es nie gekommen, beide hätten irgendwann aufgegeben. In der kurzen Zeit, sei es unmöglich noch jemanden zu finden – selbst wenn diese Person auf einmal dem Vermieter zusage. Schneider schließt nun Ende des Monats ihre Filiale, ohne eine Nachfolge gefunden zu haben. Rundherum gibt es dann keine Apotheke mehr. Die Apotheke am Humannplatz hat bereits vergangenes Jahr geschlossen. **Protest sei notwendig** Auch wenn sie bald in Rente geht, beteiligt sie sich am Protest: „Ich mache auch zu, weil es einfach sein muss. Denn sonst bringt es ja nichts. Wir müssen schon zeigen, dass wir das jetzt wirklich satthaben“, sagt sie. Tatsächlich hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach den Forderungen der Branche nach mehr Geld bereits eine Absage erteilt. Die fehlenden Haushaltsmittel ließen derzeit keine Möglichkeit für einen solchen Schritt. Auch von den Krankenkassen gab es zuletzt Widerspruch. Ein Argument: Für rezeptfreie Medikamente könnten die Apotheken die Preise selbst festlegen. Das sei Unsinn, sagt Schneider. „Natürlich können wir die nichtverschreibungspflichtigen Dinge hochpreisen, aber wir stehen mit dem Internet in Konkurrenz und wir stehen auch mit den Nachbarn in Konkurrenz. Es bringt also nichts, wenn ich das für ein paar Euro mehr verkaufe.“ Außerdem ändere dies nichts am Mehraufwand wegen der Lieferengpässe und der längeren Beratung. „Die Leute, die über uns reden, die haben keine Ahnung. Die sollen einfach mal in die Apotheke gehen und eine Woche Praktikum machen“, fordert Schneider. *Titelfoto: Christina Heuschen* ### Zwischen Bäumen und Blumen URL: https://www.loky.news/zwischen-baeumen-und-blumen/ Last updated: 2025-03-20T18:08:50.000Z ## Obwohl er von vier Hauptstraßen eingefasst ist, gehört der Mühlenkiez zu den ruhigsten Gegenden von Prenzlauer Berg. Die Bewohner\*innen leben teilweise seit der Entstehung in den 1970er-Jahren hier. --- An der Kreuzung Greifswalder Straße und Storkower Straße zeigt sich Berlin von seiner lauten Seite: Die S-Bahn rattert über die Hochgleise, an deren Fuß die [Schaubude ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/05/31/bis-in-die-puppen/?ref=loky.news)in einem pittoresken Steinhaus ihr Zuhause hat. Fußgänger\*innen warten auf den Mittelinseln darauf, dass die Tram vorbeifährt und Autofahrende um die Ecken biegen. Es scheppert, dröhnt und summt. Über allem thront das Hochhaus, an dessen Seite das Künstlerduo Herakut ein überlebensgroßes Streetart-Bild einer Frau mit zwei kleinen Kindern gemalt hat und in dessen Erdgeschoss sich die Heinrich-Böll-Bibliothek befindet. --- ## Dies ist ein Text aus unserer Reihe [„Kiezgeschichten“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/kiezgeschichten/?ref=loky.news) --- Nimmt man einen kleinen Weg, der zwischen Plattenbau und Supermarktparkplatz in den Pieskower Weg führt, herrscht plötzlich Ruhe. Der Mühlenkiez, der von Greifswalder, Storkower, Kniprode- und Michelangelostraße umgeben ist, wirkt wie eine grüne Idylle inmitten der tosenden Großstadt. Im Vergleich zum restlichen Prenzlauer Berg mit seinen Gründerzeitbauten aus dem späten 19\. Jahrhundert ist das Viertel ziemlich jung. Bis einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg befanden sich hier vor allem Kleingärten, in den 1950er-Jahren kam dann eine kleine Kaufhalle in der Storkower Straße hinzu, erste Mehrfamilienhäuser im Q3A-Format der DDR entstanden. Anfang der 1970er-Jahre starteten die Planungen für das Wohngebiet, wie es jetzt noch aussieht: Mehrgeschosser in Pastellfarben, dazwischen viel Platz für Bäume und Wiesen. Manche Menschen, die damals zu den Erstbezieher\*innen der modernen Plattenbauten gehörten, leben noch immer hier. „Jedes Mal, wenn ich dahinkomme, rutscht das Herz eine Etage tiefer. Alles in Berlin ändert sich ständig, vor allem im Prenzlauer Berg, wo ganze Bevölkerungsschichten ausgetauscht wurden – nur hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein“, sagt [Christiane Lötsch, die hier aufgewachsen ist](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/10/02/ploetzlich-wendekind/?ref=loky.news). \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Ein Kiez im Grünen** Mitten im Kiez liegt der kleine Einsteinpark, zahlreiche Balkone öffnen sich in Richtung der Wiese. In der Mitte steht eine Skulptur des Namensgebers, am Rande sitzen ein paar Schüler\*innen der nahegelegenen Gustave-Eiffel-Schule an den öffentlichen Sportgeräten. Zwei ältere Damen ruhen sich auf den Liegebänken aus, die unter einem großen Ahorn aufgestellt sind. Noch spielt niemand an den Tischtennisplatten; es ist Mittagszeit und durch das Viertel zieht der Duft verschiedener Speisen. ![Mühlenkiez](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/06/P6060236-1024x768.jpg) Mittagsruhe im Einsteinpark / Foto: Julia Schmitz Welche Themen beschäftigen die Bewohner\*innen im Mühlenkiez, der sich von den Altbauvierteln im Kollwitz- und Helmholtzkiez unterscheidet wie Tag und Nacht? Vor allem eines steht dabei im Vordergrund: die geplante Verdichtung an der Michelangelostraße. Jahrelang war dort eine Fläche, die heute als Parkplatz dient, für die geplante Verlängerung der Stadtautobahn freigehalten worden. Das Land Berlin wollte hier insgesamt 1.500 bezahlbare Wohnungen bauen, um die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt zu lindern. [Der Verein für Lebensqualität an der Michelangelostraße e.V.](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2016/06/26/behutsam-statt-brutal/?ref=loky.news) forderte daraufhin ein Beteiligungsverfahren, als dessen Ergebnis die Zahl auf 1.200 reduziert wurde. Ursprünglich war die Fertigstellung des neuen Quartiers für 2026 geplant – mittlerweile wurde sie auf 2035 verschoben. Um die dann gestiegene Zahl der Bewohner\*innen – aktuell leben hier etwa 10.000 Menschen – aufzufangen, entsteht an der Kniprodestraße außerdem bis 2026 eine neue Gesamtschule. ![Mühlenkiez](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/06/P6060227-1024x768.jpg) Das Hochhaus an der Greifswalder Straße prägt ein Streetart-Bild vom Künstlerduo Herakut / Foto: Julia Schmitz Doch nicht alle Projekte verzögern sich. Im vergangenen Sommer weihte das Bezirksamt den Mehrgenerationenplatz „Drei Grazien“ an der Hanns-Eisler-Straße 58-74 ein. Auch der [Spielplatz an der Thomas-Mann-Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/05/31/wetter-schoen-spielplatz-kaputt/?ref=loky.news), der im Jahr vor der Pandemie überraschend gesperrt werden musste, ist mittlerweile repariert und wieder zugänglich. Im Einsteinpark können nun Sportler\*innen an der frischen Luft trainieren. Als Nächstes will das Bezirksamt den Bolzplatz an der Gürtelstraße und die Nordpromenade sanieren. Der Zusammenhalt im Kiez ist groß. Seit 2017 bündelt die [Kulturmarkthalle in der Hanns-Eisler-Straße,](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/06/24/um-vorurteile-abzubauen-muessen-sich-menschen-begegnen/?ref=loky.news) die sich in einer ehemaligen DDR-Kaufhalle befindet, Initiativen und Projekte im Kiez und bringt Menschen aller Altersgruppen zusammen – seit März ist sie außerdem ein offizielles Stadtteilzentrum. Hier finden regelmäßig Veranstaltungen aus Literatur und Kultur statt, ebenso stehen ein Sprachcafé, ein Malzirkel, eine Öko-AG und der beliebte Tanztee auf dem Programm. Der Mühlenkiez mag die im Durchschnitt ältesten Bewohner\*innen von ganz Prenzlauer Berg beheimaten – doch im Herzen bleibt er jung und engagiert. Titelbild: Julia Schmitz ### Hinter den Fassaden des Humannkiezes URL: https://www.loky.news/hinter-den-fassaden-des-humannkiez/ Last updated: 2025-03-20T18:09:23.000Z ## Der Humannkiez ist eine der prominentesten Gegenden im Prenzlauer Berg, mit vielen Cafés, Bäumen und Familien. Doch hinter dem ruhigen Charme bewegt sich einiges. --- In den Schönhauser Arkaden nehme ich den Fahrstuhl in die fünfte Etage. Hier liegt die Strandbar „Deck5“. Der Boden ist mit Sand überschüttet, weiße Schirme und Cabanas ziehen sich über die gesamte Fläche. An den Außenseiten kann ich auf die Stadt und den Humannkiez blicken. Dies ist nicht mehr der improvisierte Freiraum der Nachwendezeit, der einst auf den Dächern herrschte. Heute ist hier Latino-Party, der Eintritt kostet jetzt zehn Euro. --- ## Dies ist ein Text aus unserer Reihe [„Kiezgeschichten“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/kiezgeschichten/?ref=loky.news) --- Der Humannkiez ist ein Kiez der Gegensätze – nicht nur zwischen Vergangenheit und Zukunft. Der entspannten Atmosphäre im Viertel mit seinen Bars und Lokalen stehen die Herausforderungen einer sich wandelnden Stadt entgegen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Ein langwieriges Alltagsdrama** Eines der langwierigsten Alltagsdramen der Gegenwart in Prenzlauer Berg drehte sich um die Spielstraße in der Gudvanger Straße. Anfang 2015 wurde einstimmig in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschlossen, in der Gudvanger Straße dienstags eine temporäre Spielstraße für Kinder einzurichten. Die [temporäre Spielstraße ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=gudvanger+stra%C3%9Fe&ref=loky.news)sollte auf die nachgewiesene Unterversorgung mit Spielplätzen im Kiez reagieren und auch Beispielcharakter für folgende Projekte haben. Eine Anwohnerin der Straße reichte daraufhin einen Eilantrag gegen die Spielstraße ein, dem das Berliner Verwaltungsgericht im Juli 2015 nachgab. Das Vorhaben Spielstraße wurde zunächst gestoppt. Bis ins Jahr 2018 stritt man vor Gericht um Sinn und Form des Projekts. Nach der Einigung vergingen weitere zwei Jahre, bis 2020 die ersten Anläufe für die temporäre Spielstraße genommen wurden. Nun bietet sich, in der hellen Jahreszeit, an jedem ersten Mittwoch im Monat ein Teil der Gudvanger Straße zum Spielen an. **Forderungen nach Verkehrssicherheit** Einen zynischen Beigeschmack bekommt die langwierige Diskussion um die Spielstraße, betrachtet man die mangelhafte Verkehrssicherheit – insbesondere für Kinder im Humannkiez. In den letzten Jahren und Monaten ereigneten sich hier wiederholt schwere Unfälle zwischen PkW-Fahrer\*innen und Fußgänger\*innen bzw. Radfahrer\*innen. So [erfasste erst im Juli 2022 ein 79-Jähriger PKW-Fahrer einen fünfjährigen Jungen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/13/sicherer-schulweg-im-humannkiez/?ref=loky.news), der am nächsten Tag im Krankenhaus verstarb. „Trampeln für Ampeln“, eine Initiative für sichere Schulwege am Humannplatz, fordert sichere Schulwege, insbesondere an der gefährlichen Kreuzung Stahlheimer Straße / Erich-Weinert-Straße, hinter der das Schultor der Carl-Humann-Schule liegt. Hier wurde im September 2021 sogar eine Ampel entfernt, die inzwischen nicht länger zur Verkehrssicherheit beiträgt. Der Forderungskatalog der Initiative umfasst deshalb eine vierseitige Ampel-Vollsignalisierung für die Stahlheimer Straße / Erich-Weinert-Straße, einen Zebrastreifen auf der Stahlheimer Straße und eine Ausweitung des Tempo 30-Limits auf alle Wochentage und Uhrzeiten. ![Humannplatz](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/12/Humannplatz-1024x530.jpg) Die Anwohner\*innen im Humannkiez setzen sich für mehr Verkehrssicherheit ein / Foto: Julia Schmitz Nicht nur beim Thema Verkehr regt sich Widerstand. Mediales Aufsehen erregte 2020 auch das Geburtshaus Maja. Das Haus am Arnimplatz, das zu den ältesten Geburtshäusern Berlins zählt, war nach der Übernahme der Immobilie durch einen Investor von der Schließung bedroht: Denn der Münchner Investor kündigte dem Hebammenteam und verlangte eine erhebliche Mieterhöhung. Das Geburtshaus organisierte daraufhin einen Protest, dem sich sogar der damalige Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) anschloss. Am Ende erzielten alle eine Einigung, die zur Grundlage hatte, dass die Hebammen die neuen Konditionen des Vermieters akzeptierten. **Kritische Namensgeber** Auch die Geschichte des Humannkiezes lohnt eine nähere Betrachtung. Die Namensgeber zahlreicher Plätze und Straßen im Kiez durchaus keine ganz unproblematischen Charaktere. Carl Humann, Namensgeber des Viertels und Humannplatzes, entdeckte als Archäologe den Pergamonaltar im Osmanischen Reich im Jahr 1878 und ließ in per Marine nach Deutschland transportieren – aus heutiger Sicht eine äußerst fragwürdige Transaktion. Erich Weinert, Namensgeber der Erich-Weinart-Straße ist ebenfalls eine vielschichtige Figur: einerseits Widerstandskämpfer gegen die Nazis, andererseits Denunziant im Zuge der Stalinistischen Säuberungen während seiner Zeit im Russland der 1930er Jahre. Die Straße, die seinen Namen trägt, ist in der [Carl-Legien-Siedlung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/12/17/ein-leben-lang/?ref=loky.news) beheimatet. Die Wohnstadt, in den Jahren 1929–1930 von den Architekten Bruno Taut und Franz Hillinger erbaut, gehört zum UNESCO-Welterbe. Während des Zweiten Weltkrieges gab man den Straßen die Namen belgischer Kriegsschauplätze aus dem Ersten Weltkrieg, weswegen die Bevölkerung sie in diesen Jahren als „Flammensiedlung“ bezeichnete. In den 1950er Jahren wurden sie durch eine kommunistisch geprägte Namengebung ersetzt. Der Humannkiez ist auf den ersten Blick das, was viele Menschen in Prenzlauer Berg sehen: eine Gegend, deren Rauheit und Kreativität während der Nachwendejahre sich in einen ruhigen Charme gewandelt hat. Doch hinter den Fassaden finden sich Dramen der Gegenwart und der Geschichte. ### Bis in die Puppen URL: https://www.loky.news/bis-in-die-puppen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:22.000Z ## Die Schaubude Berlin feiert: Vor 30 Jahren startete sie als Puppentheater. Seitdem erfindet sich das Produktionshaus immer wieder neu. --- Ein Stuhl steht fest neben dem anderen. Alles in Reih und Glied, zwölf Reihen lang. Nichts bewegt sich hier. Zuschauer\*innen, die auf den Stühlen sitzen, haben eigentlich keine andere Chance, als nach vorne auf einen viereckigen Kasten zu gucken: das Theaterportal. Der Raum sieht aus wie im Jahr 1993, geändert hat sich hier scheinbar seit Jahrzehnten nichts. „Das sind alles Dinge, die man heute gar nicht mehr unbedingt haben möchte, weil jetzt viel lieber flexible Räume haben will“, sagt Tim Sandweg. Dennoch merkt der künstlerische Leiter an, dass man seit der Gründung Schaubude vieles geändert habe. „Ich glaube, dass man sich das vor 30 Jahren noch gar nicht vorstellen konnte, was es heute an Spielformen oder an Vielfalt von Spielformen gibt.“ Tatsächlich stehen zwar auch heute noch vor allem Figuren als Hauptdarsteller\*innen auf der Bühne. Doch sonst hält sich die Schaubude kaum an die traditionellen Vorstellungen von [Theater](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=theater+&ref=loky.news). \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Immer wieder was Neues** Seit ihrer Gründung im Jahr 1993 wandelt sich die [Schaubude Berlin](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=Schaubude&ref=loky.news) immer wieder, eigentlich ist nur der Spielort derselbe geblieben. Damals zog das neu gegründete Figurentheater in die traditionsreiche Spielstätte an der Greifswalder Straße 81-84, in der sich von den frühen 1970er-Jahren bis 1991 das staatliche „Puppentheater Berlin“ der DDR befand. Gerd Taube machte die Schaubude nicht nur zu einem künstlerischen Zuhause für die freie Berliner Figuren- und Puppentheaterszene, sondern etablierte dort erstmals auch einen regelmäßigen Abendspielplan für Erwachsene. Was als Puppentheater begann, entwickelte sich über die Jahre zum Figuren- und Objetkttheater weiter. Silvia Brendenal, die das Haus 1997 übernahm, stellte auch Dinge in den Mittelpunkt der Inszenierungen – maßgeblich beeinflusst vom französischen „Théâtre d’objets“. Brenedal begründete damit zahlreiche Festivals, darunter das mittlerweile etablierte „Theater der Dinge“ oder das erste Figuren- und Objekttheater-Festival für die Kinder, „Unter dem Tisch“. Seit 2015 leitet nun Tim Sandweg die Schaubude Berlin. Mit ihm hat auch die Digitalisierung Einzug ins Berliner Figuren- und Objekttheater erhalten. In diesem Jahr feiert die Schaubude ihren 30\. Geburtstag. **„Figure it Out“** Zum Jubiläum präsentiert sie mit dem [Festival „Figure it out“ ](https://schaubude.berlin/de/projects/figure-it-out-2023?ref=loky.news)nicht nur einen Querschnitt des zeitgenössischen Figuren- und Objekttheaters, sondern zeigt damit auch, dass das Produktionshaus auf gesellschaftliche Entwicklungen reagiert. So zeigt die Berliner Numen Company zum Auftakt ihre Produktion „Hero“. Puppenspieler Tibo Gebert überblendet darin seine eigene queere Biografie mit dem Mythos der Superhelden und fragt damit, wer die eigene Identität bestimmt. Zehn Tage lang nähern sich die Inszenierungen mit Theaterpuppen, Sound-Objekten, Materialien, Avataren oder Maskenspiel einem breiten Themenspektrum: In „Undin“ dekonstruiert die Gruppe „Schroffke!“ Andersens Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ als queer-fantastische Transformationsgeschichte. , beleuchten in „Fünf Exponate“ die postkolonialen Verstrickungen von Gips und Kartoffeln, betrachten die Welt aus Sicht einer Wanze oder begeben sich in „The Truth about Helga“ auf den Rachefeldzug einer Frau im deutschen Kaiserreich. Kleine Formate im ganzen Haus sollen Begegnungsmomente zwischen Publikum und Künstler\*innen schaffen. **Sinnliche Form, einfacher Zugang** Doch nicht nur wegen solcher Begegnungen unterscheidet sich die Schaubude von größeren Kulturinstitutionen. „Ich glaube auch, dass dadurch das Figurentheater eine sehr sinnliche Form ist; es ist eine sehr direkte Form über die Puppe zu erzählen, die jenseits eines intellektuellen Konzeptes funktioniert.“ Zuschauer\*innen hätten so einen ganz anderen Zugang zu den Inhalten. „Der nicht sagt: ‚Du musst das jetzt alles wissen, um das verstehen zu können.‘“ Überhaupt arbeitet die Schaubude Berlin anders als andere Bühnen. Sie ist die einzige, die eine städtische Institution ist, aber als Produktionshaus ausschließlich mit freien Künstler\*innen zusammenarbeitet. Ein fest angestelltes Ensemble hat die Schaubude nicht, hier sehen Zuschauer\*innen immer wieder Kooperationen – manche tauchen regelmäßig auf, andere einmalig. Neben Adaptionen und Bearbeitungen hat es in der Schaubude eine Zunahme an Stückentwicklungen gegeben. „Das Programm, was wir machen, orientiert sich sehr stark daran, was die Künstler\*innen vorschlagen. Und entsprechend wird sich dieses Haus und dieses Programm sicherlich in die Richtung entwickeln, wie sich auch die Kunst entwickelt“, erklärt Sandweg. Dafür würde er gerne endlich den Standort, an dem seit 50 Jahren Puppentheater gemacht wird, an die heutigen Bedingungen anpassen. So hofft er, dass weiterhin Künstler\*innen bis in die Puppen spielen können. ***Das Festival „Figure it out“ findet vom 2\. bis 11\. Juni 2023 in der Schaubude Berlin in der Greifswalder Straße 81-84 statt.*** *Titelfoto: INBAL.CITRU\_Gabriel Morales* ### „Ich will keine Käfighaltung perfektionieren“ URL: https://www.loky.news/ich-will-keine-kaefighaltung-perfektionieren/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## In Pankow fehlt es an Schulplätzen, zahlreiche Schulgebäude verfallen. Der neue Schulstadtrat Jörn Pasternack (CDU) erklärt im Interview, wie er die Probleme lösen möchte. --- **Sie sind jetzt seit Anfang Mai Stadtrat für Schule, Sport und Facility Management. Wie verliefen Ihre ersten Wochen?** Die ersten Wochen im neuen Amt waren von Orientierung, Organisation und Wissenstransfer bestimmt. Auch wenn hier ein riesiger Berg an Aufgaben und große Hürden auf mich warten, so freue ich mich auf die kommenden drei Jahre, in denen ich viel bewegen möchte, um Pankows Schulen und Sportflächen nach vorne zu bringen. **Auch in der [Projektvereinbarung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/04/26/anstossen-auf-jamaika/?ref=loky.news) zwischen CDU, Grünen und FDP nimmt insbesondere das Thema Schule einen Schwerpunkt ein. Können Sie Ihre Vorhaben genauer erläutern?** Meine Ziele sind so simpel wie wichtig: Es sollen so viele Schulplätze geschaffen werden, wie es nur irgend geht. Neben der Schule an der Elisabeth Aue, der Schule am Pankower Tor oder der Greifswalder Straße werde ich alles, was möglich ist, an Schulneubauten umsetzen. Erreichen möchte ich das durch einen engen Austausch und in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Des Weiteren gilt es sich mehr Zeit aus den Rippen zu schneiden, um die verschiedenen anderen Problemlagen an unseren Schulen zu bearbeiten und gleichzeitig Projekte voranzutreiben. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Zu den größten Projekten Ihrer Vorgängerin Dominique Krössin gehörte neben den fehlenden Schulplätzen auch der Kampf gegen [marode Schulgebäude](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/29/wie-der-senat-die-schulen-in-pankow-kaputtspart/?ref=loky.news). Wie geht es damit weiter?** Mit der Inbetriebnahme der zwei Schuldrehscheiben im Bezirk im Sommer dieses Jahres werden erste Bausteine für eine zügige Sanierung der Schulen in Pankow gesetzt sein. Mein Augenmerk wird hierbei auf einer kontinuierlichen finanziellen Absicherung der Sanierungsmaßnahmen liegen, um dem Begriff „Drehscheibe“ gerecht zu werden. Sanierungsmaßnahmen schaffen in Pankow in der Regel auch neue Schulplätze, darum ist mir besonders wichtig, dass es hier schnell vorangeht. Des Weiteren werden wir prüfen, wie das Umspannwerk in Wilhelmsruh, nachdem es die Schüler des Gymnasiums am Europasportpark für die Zeit der Sanierung aufgenommen hat, ebenfalls als Drehscheibe genutzt werden kann, um dem Sanierungsstau der Pankower Schulen effektiv zu begegnen. **Das dürfte aber nicht ausreichen. Vor fast einem Jahr haben zahlreiche Kinder im Bezirk Pankow beim Übergang von der Grundschule an ein Gymnasium [keinen Schulplatz erhalten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/10/schulplatzmangel-spitzt-sich-zu/?ref=loky.news), andere mussten weite Wege auf sich nehmen. Erst nach einigem Hin und Her wurden weitere Plätze gefunden.** Grundlegend ist mit Rückblick auf das Schuljahr festzustellen, dass es seitens des Schul- und Sportamtes geschafft wurde insgesamt weiteren 1.000 Schülern und Schülerinnen einen Schulplatz anzubieten und dies im Bestand. Darüber hinaus wurde mit dem Bau zweier modularer temporärer Schulbauten (LOG) zur Erweiterung der Grundschulkapazitäten begonnen und drei weitere LOG Standorte angemeldet. Des Weiteren wurde das neue Grundschulgebäude in der Karower Chaussee fertiggestellt. Nebenher laufen Prozesse wie Umzüge in die dann fertiggestellten Drehscheiben. Es bedarf außerdem der Baufeldfreimachung für zwei weitere Typensporthallen, die Organisation des Baubeginns der Gustav-Eiffel-Schule sowie der Abriss der alten Sporthalle und die Organisation von drei neuen Grundschulen mit Umzügen von bestehenden Schulgemeinschaften. Diese Aufzählung ist natürlich nicht abschließend. **Wie sieht es in diesem Jahr für die Schüler\*innen aus? Gibt es zu diesem Zeitpunkt für alle Kinder genügend Schulplätze?** Auch in diesem Jahr wird es unumgänglich sein, dass wir Schüler in anderen Bezirken in Schulen unterbringen müssen: Entweder wegen der Raumkapazitäten, die bis an die Grenzen der gesetzlich zulässigen ausgereizt wurden, oder im Bereich der begrenzten Kapazitäten der Lehrkräfte ist ein Ende der Fahnenstange im Bestand erreicht. Vielleicht gelingt uns es noch, eine oder zwei weitere Klassen zu eröffnen, jedoch hilft dies auch nichts, wenn die Lehrkräfte nicht zur Verfügung stehen. Ziel kann es für uns im Schul- und Sportamt sein, weitere Schulplätze in Form von neuen Schulen zur Verfügung zu stellen und darauf zu setzen, dass Senatsverwaltung die nötigen Lehrkräfte akquirieren kann. Auch Schulen in freier Trägerschaft leisten einen wichtigen Beitrag. Was ich jedoch nicht will, ist die „Käfighaltung“ zu perfektionieren. Schüler brauchen Platz zum Lernen und eine entsprechende Klassengröße, um adäquat unterrichtet zu werden. Keinem Elternteil ist Genüge getan, wenn sein Kind doch einen Schulplatz in im Bezirk bekommen hat, jedoch nicht entsprechend unterrichtet werden kann. **Was wollen Sie in Ihrer Amtszeit auf jeden Fall erreicht haben?** So viel wie nur irgendwie möglich. Die Sanierung von Schulen, die Schaffung neuer Schulplätze, vor allem an Oberschulen – das sind Mammutaufgaben, vor denen wir stehen. Daher ist es natürlich das Ziel, die oben genannten Schulprojekte am besten noch in dieser Wahlperiode an den Start zu bringen – beziehungsweise zumindest mit dem Bau zu beginnen. Mir geht es aber vor allem darum, jeden Tag alles dafür zu tun, dass Pankower Schüler in vernünftigen Klassengrößen unterrichtet werden können und niemand mehr durch die halbe Stadt fahren muss, um zur Schule zu gehen. *Titelfoto: Julia Schmitz* ### Ein A-Team für Prenzlauer Berg URL: https://www.loky.news/ein-a-team-fuer-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Im Mauerpark sollen sich alle Menschen wohl und sicher fühlen. Um das zu erreichen, wird an den Wochenenden im Juni ein „Awareness-Team“ vor Ort sein. --- Mit den steigenden Temperaturen steigt auch die Lust vieler Menschen, sich im öffentlichen Raum aufzuhalten. Die [Wiese des Mauerparks](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/mauerpark/?ref=loky.news) kann man an manchen Sommerabenden kaum erkennen, so viele Grüppchen treffen sich dort zum Grillen und Quatschen. Während der Pandemie und der zeitweiligen Sperrung des James-Simon-Parks in Mitte versammelten sich hier teilweise Hunderte Jugendliche. Doch wo viele Personen zusammenkommen, steigt auch das Konfliktpotential: Immer häufiger kam es in den vergangenen Jahren im Mauerpark zu Angriffen und Raubüberfällen. In den Abend- und Nachtstunden sinkt das Sicherheitsgefühl – vor allem von Frauen, Menschen mit Behinderung, LGBTQ oder People of Colour – auf dem Gelände an der Eberswalder Straße. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Vier Personen, ein Lastenrad** An drei Wochenenden im Juni soll deshalb erstmals ein sogenanntes „Awareness-Team“ aus vier Personen zum Einsatz kommen und jeweils Freitag und Samstag von 19 bis 2 Uhr unterwegs sein. In Wien hat die [Gruppe AwA\*](https://awa-stern.info/?ref=loky.news) das Konzept bereits in zwei Projektzeiträumen erfolgreich umgesetzt; zusammen mit dem [Verein Initiative Awareness](https://www.initiative-awareness.de/?ref=loky.news) aus Leipzig berät sie die AG Mauerpark Prävention und die Freunde des Mauerparks e.V. bei der Umsetzung der Pilotphase in Prenzlauer Berg. Die Finanzierung von „Mauerpark Awareness“ stammt aus Mitteln der kiezorientierten Gewalt- und Kriminialitätsprävention der Senatsverwaltung. Die Mitarbeiter\*innen der Awareness-Teams stehen an den Abenden als Ansprechpartner\*innen zur Verfügung. Sie helfen bei emotional belastenden Situationen wie Diskriminierung oder (sexualisierter) Gewalt, verteilen bei Bedarf Wasserflaschen, Kondome oder Menstruationsprodukte und vermitteln gegebenenfalls an Beratungsstellen oder Obdachlosenunterkünfte weiter. **Gezieltes Ansprechen von Gruppen** Weil es sich im Mauerpark um keinen geschlossenen Raum handelt, zu dem der Zugang mittels Türsteher\*innen kontrolliert werden könnte, kann die Lage schnell unübersichtlich werden. Das Ziel der Awareness-Teams ist es deshalb – „awareness“ lässt sich mit Achtsamkeit oder Bewusstsein übersetzen –, von vornherein einen bewussten und rücksichtsvollen Umgang der Menschen untereinander zu fördern und so Gewalt zu verhindern. Um das zu erreichen, wollen sie die Menschen im Park gezielt ansprechen und das Projekt vorstellen. Das niedrigschwellige Angebot auf Augenhöhe erleichtere Betroffenen außerdem, sich zu öffnen, heißt es; viele würden davor zurückschrecken, das Ordnungsamt oder die Polizei zu informieren. Titelbild: Julia Schmitz ### Die Faszination von Brandwänden URL: https://www.loky.news/die-faszination-von-brandwaenden/ Last updated: 2025-03-20T18:06:53.000Z ## Skateboard fahren auf dem Alex und Wohnungen besetzen auf der Kastanienallee: In „Für immer ist morgen vorbei“ schreibt Künstler Christian Rothenhagen über sein Aufwachsen in anarchischen Zeiten. --- Die Wohnungstür hat er damals einfach eingetreten. Als der damals 17-Jährige kurz nach dem Mauerfall mitbekommt, dass im Haus seines Freundes auf der Kastanienallee mehrere Wohnungen leer stehen, besetzt er kurzerhand eine davon. Hinterhaus, ein Raum plus schlauchförmige Küche, Toilette, nur kaltes Wasser, Kohleofen. Dann läuft er zur Kommunalen Wohnungsverwaltung und fordert – den Schneid hat man vermutlich nur in dem Alter – geradeheraus den Mietvertrag. Den bekommt er zwar nie, nutzt die Wohnung aber trotzdem als Ort für Parties. 32 Jahre später sitzt Christian Rothenhagen in seinem Atelier in Schöneberg und muss über diese Episode schmunzeln. „Das waren anarchische Zeiten damals Anfang der 1990er“, sagt er. „Die alten Regeln galten teilweise nicht mehr, die neuen noch nicht – oder vielleicht taten sie das, aber es hat niemanden interessiert.“ Immer wieder versiegelt der Hausmeister die Tür, immer wieder bricht Rothenhagen sie auf und – er ist gelernter Tischler – repariert sie anschließend. Nach einem Jahr ist dann endgültig Schluss, die Hausverwaltung lässt das Zimmer in seiner Abwesenheit räumen, einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung entgeht er nur knapp. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Für immer ist morgen vorbei** Prenzlauer Berg sei damals ein ziemlich heruntergekommner Arbeiterbezirk gewesen, erzählt er; die Hausfassaden grau, die Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg noch sichtbar. Einfach verglaste Fenster, Kohleofen: Das sei schon härteres Wohnen gewesen als in der ferngeheizten Platte samt Müllschlucker. Doch Christian Rothenhagen kennt es nicht anders, ist er doch in einer Altbauwohnung in Mitte aufgewachsen, mit ziemlich schmalem, aber stattliche 17 Meter langen Flur. „Ich habe da Fahrradfahren gelernt!“ Dass der Künstler all diese Anekdoten parat hat, liegt auch daran, dass er sie kürzlich als Buch veröffentlicht hat: „Für immer ist morgen vorbei“ versammelt Erinnerungen und Geschichten, angefangen bei seiner Kindheit bis in die Gegenwart. Aufgeschrieben hat er sie während des langen Winters 2021/22, mehr oder weniger in einem Rutsch: „Das musste raus. Es war auch ein bisschen therapeutisches Schreiben“, sagt er. Seine Texte sollen nicht so klingen, „als erzähle Opa vom Krieg“, aber vor allem bei den Geschehnissen rund um den Mauerfall seien viele Emotionen hochgekommen und ihm oftmals die Tränen heruntergelaufen. Derart persönlich von sich selbst zu erzählen, an seinem eigenen Leben entlangzuschreiben, sei eine Herausforderung: „Damit macht man sich ganz schön nackig.“ **Skateboard fahren und Zeichnen** Dass sich der Grenzübergang an der Bornholmer Straße am Abend des 9\. November 1989 öffnet, bekommt er erst am nächsten Tag im Radio mit. An seinen ersten Besuch in Westberlin kann er sich nur verschwommen erinnern, die Euphorie überwiegt. Für Christian Rothenhagen ist zu diesem Zeitpunkt klar: Jetzt kann er noch einmal neu starten. Er holt sein Abitur, das er in der DDR nicht hatte machen dürfen, an einem Gymnasium in Reinickendorf nach, studiert später Erziehungswissenschaften und genießt die Club- und Kulturszene, die in Mitte entsteht. Doch seine Leidenschaft geht eigentlich in eine andere Richtung: Als Teenager war er Teil der kleinen Skateboard-Szene Ost-Berlins, die über den Alexanderplatz flitzte, später dann durch eine plötzlich doppelt so große Stadt – und er zeichnet für sein Leben gern. Auf dem „Rollbrett“, wie man Skateboards früher im Osten wie im Westen nannte, habe er die Stadt ganz anders kennengelernt und wahrgenommen. „Das hat meine Sicht auf die Architektur und das Stadtbild verändert“, sagt er. **Die Silhouette der Stadt** Mittlerweile arbeitet Christian Rothenhagen seit fast zwanzig Jahren als freischaffender Künstler, zeichnet und malt vor allem Ansichten seiner Heimatstadt Berlin: Hausfassaden, Brandwände, Straßenlaternen, Hochleitungen. „Es sind vor allem Momentaufnahmen, weil sich die Stadt so schnell verändert. Früher gab es noch zahlreiche Brandwände und Brachen, heute sind fast alle Lücken mit lieblos gestalteten Gebäuden gefüllt“, sagt er. Er versuche das festzuhalten, ohne dabei nostalgisch oder ostalgisch zu sein. Die Liebe zum Skateboard fahren pflegt der 1972 geborene bis heute: Auf seinem Grundstück südlich von Berlin hat er sich eine 45 Quadratmeter große Rampe gebaut. Sie heißt Helga. **„Für immer ist morgen vorbei“ von Christian Rothenhagen ist [im Quintus Verlag erschienen](https://www.quintus-verlag.de/Fuer-immer-ist-morgen-vorbei/978-3-96982-070-4?ref=loky.news) und enthält Texte und Bilder des Künstlers. Es hat 144 Seiten und kostet 25 Euro. Mehr über seine Kunst erfahrt ihr auf [seiner Webseite](https://deerblnstudio.com/art/?ref=loky.news).** ### Pankow wird weiblich URL: https://www.loky.news/pankow-wird-weiblich/ Last updated: 2025-03-20T18:06:45.000Z ## Die Zeiten ändern sich: Pankow hat ein neues Bezirksamt gewählt, an dessen Spitze zwei Frauen stehen. Fast alle Ämter wurden neu verteilt. --- In Pankow hat es einen Machtwechsel gegeben: Cordelia Koch (Bündnis 90/Die Grünen) löst den bisherigen Amtsinhaber Sören Benn (Linke) als Bürgermeisterin ab. Die dafür benötigten 28 Stimmen erhielt die bisherige Stellvertretende Bürgermeisterin und Stadträtin für Gesundheit und Soziales am vergangenen Mittwochabend von den Grünen, der CDU und der FDP, [die am selben Tag eine Projektvereinbarung unterzeichneten hatten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/04/26/anstossen-auf-jamaika/?ref=loky.news). Nun ist die ausgebildete Verwaltungsjuristin als Bürgermeisterin für die Bereiche Finanzen, Wirtschaft und Personal zuständig. Zusätzlich verantwortet die 50-Jährige das Amt für Weiterbildung und Kultur. Die Zählgemeinschaft der drei Parteien und der Wechsel an der Spitze des Pankower Rathauses sind eine Folge der Wahlwiederholung im Februar. Diese hatte die [Verhältnisse im Bezirk geändert](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/12/so-hat-prenzlauer-berg-gewaehlt-2/?ref=loky.news): So holten die Grünen erneut die meisten Stimmen in Pankow, die Union legte deutlich zu, Linke und SPD verloren an Stimmen. Mehr als zwei Monate später zeigt sich dies jetzt auch in der Zusammensetzung des Bezirksamtes, denn auch bei den weiteren Posten hat es Änderungen gegeben. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Vier Stadträtinnen, zwei Stadträte** Koch ist die erste Frau, die das Pankower Rathaus seit der neuen Zusammensetzung der Berliner Bezirke 2001 anführt. Zur Seite steht ihr dabei [Manuela Anders-Granitzki](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=Manuela+anders-granitzki&ref=loky.news) (CDU), die die BVV zur Stellvertretenden Bürgermeisterin wählte. Dem Amt für Ordnung und Öffentlicher Raum steht die 45-Jährige aber auch weiterhin vor. Mit zwei Frauen an der Spitze hat sich Pankow in maßgeblichen Positionen [von der „Pimmel-Party“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/03/08/pimmel-party-pankow/?ref=loky.news) gelöst, über die Kollegin Kristina Auer noch vor wenigen Jahren schrieb; damals hatte das Bezirksamt aus vier Stadträten und nur einer Stadträtin bestanden. Aktuell sind es vier Frauen und zwei Männer. **Ein neues Gesicht und zahlreiche Postenwechsel** Weil die CDU seit der Wahlwiederholung vier weitere Sitze in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat, steht der Fraktion ein weiterer Stadtratsposten zu. Diesen erhält der 38 Jahre alte Jörn Pasternack, der seit 2021 Bezirksverordneter in der BVV sitzt. Für die nächsten dreieinhalb Jahre übernimmt der gelernte Polizist die Bereiche Schule, Sport und Facility Management. ![Bezirksamt](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/05/P4260094-1024x768.jpg) Jörn Pasternack (CDU) wird neuer Schulstadtrat Damit löst das neue Gesicht im Bezirksamt Domique Krössin (Linke) ab, die bis dahin dem Bezirksamt als Stadträtin für Schule, Sport, Weiterbildung und Kultur angehörte. In dieser Funktion war die 56-Jährige im vergangenen Jahr vor allem mit [maroden Schulgebäuden](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/29/wie-der-senat-die-schulen-in-pankow-kaputtspart/?ref=loky.news) und [fehlenden Schulplätzen ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/10/schulplatzmangel-spitzt-sich-zu/?ref=loky.news)im Bezirk beschäftigt gewesen. Nun leitet die in Prenzlauer Berg lebende Politikerin den Bereich Soziales und Gesundheit. Und auch bei den letzten beiden Posten hat es einen Wechsel gegeben. Das Ressort Stadtentwicklung und Bürgerdienste wandert von [Rona Tietje ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=rona+tietje&ref=loky.news)(SPD) zu [Cornelius Bechtler](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=Cornelius+bechtler&ref=loky.news) (Bündnis 90/Die Grünen), die von ihm die Abteilung Jugend und Familie übernimmt. Das Amt hatte die 41-Jährige bereits von 2016 bis 2021 geleitet. *Titelbild: Pankows neue Bürgermeisterin Cordelia Koch (li.) und Manuela Anders-Granitzki / Foto: Julia Schmitz* ### Anstoßen auf Jamaika URL: https://www.loky.news/anstossen-auf-jamaika/ Last updated: 2025-03-20T18:07:05.000Z ## Am Mittwoch stellte die Zählgemeinschaft aus Grüne, CDU und FDP ihre Projektvereinbarung vor. In Zukunft will sie stärker mit privaten Investor\*innen zusammenarbeiten. --- Es wehte ein starker Wind durch das Strandbad Weißensee, als sich am Mittwochmittag Partei- und Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, CDU und FDP zur Unterzeichnung der gemeinsamen Projektvereinbarung trafen. Bei den anwesenden Bezirkspolitiker\*innen herrschte jedoch eine gelöste Stimmung: Erst wenige Stunden vorher hatten sie sich auf die letzten Formulierungen geeinigt, das Papier fertiggestellt und an die Presse verschickt. Die [Gespräche zwischen den drei Fraktionen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/03/20/jamaika-in-pankow/?ref=loky.news) hatten bereits kurz vor der Wahlwiederholung begonnen und sich nach dem Ergebnis – die Grünen bleiben stärkste Kraft in Pankow, die CDU hat ihre Sitze in der BVV um vier Plätze erhöht – intensiviert. „Wir haben schnell und effektiv zusammengefunden, auf der Vertrauensbasis, die wir bereits hatten“, sagte [Cordelia Koch](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/20/buergermeisterkandidatinnen-im-check-cordelia-koch-gruene/?ref=loky.news), die die Bezirksverordneten am Mittwochabend mit den 28 zur neuen Bezirksbürgermeisterin benötigten Stimmen wählten. Sie folgt auf Sören Benn (Linke). Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin ist nun Manuela Anders-Granitzki (CDU), die darüber hinaus auch weiterhin dem Amt für Ordnung und Öffentlicher Raum vorsteht. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **„Eklatantes Personalmangelproblem“** Die 50-Jährige will sich vor allem einem Schwerpunkt widmen: dem Personalmangel im Bezirk. 6.800 Stellen in der Berliner Verwaltung sind derzeit unbesetzt, habe eine Recherche des Tagesspiegels ergeben, dies sei „ein eklatantes Problem“, so Koch. Nicht nur beanspruche der Einstellungsprozess viel zu viel Zeit – manchmal bis zu neun Monate –, auch die Bezahlung liege unter den Beträgen auf Landes- oder Bundesebene. In den kommenden dreieinhalb Jahren wolle sie dafür sorgen, dass der Bezirk ein attraktiver Arbeitgeber werde. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/04/P4260072-1024x768.jpg) Pankows neue Bürgermeisterin Cordelia Koch (Grüne, links) und die neue Stellvertretende Bürgermeisterin Manuela Anders-Granitzki (CDU) / Foto: Julia Schmitz Ein wichtiger Punkt in der Projektvereinbarung ist außerdem das Thema Schule: „Der Schulbau hat für uns höchste Priorität. Bei Interessenskonflikten hat er Vorrang“, heißt es in dem Papier. Jörn Pasternack (CDU), den die BVV am Mittwoch zum neuen Stadtrat wählte und der das Amt für Schule und Sport von Dominique Krössin (Linke) übernimmt, betonte ebenfalls: „Wir wollen die Schulbauoffensive wiederbeleben und möglichst viele Schulplätze schaffen.“ Derzeit ist die [Situation im Bezirk, vor allem bei den Oberschulen, sehr angespannt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/10/schulplatzmangel-spitzt-sich-zu/?ref=loky.news); regelmäßig müssen Schüler\*innen in andere Bezirke pendeln, vergangenen Sommer konnten einige wenige Jugendliche sogar erst kurz vor Beginn des Schuljahres untergebracht werden. **Schulbauoffensive wiederbeleben** Mit der Vereinbarung wolle man den gesamten Bezirk ins Auge fassen und verbessern, so Koch. Vor allem sollten die eher ländlichen Stadtteile mit der urbanen Mitte, zu der auch Prenzlauer Berg gehört, verbunden werden. Verlassen will sich die neue Besetzung nicht mehr nur auf öffentliche Finanzierung: „Wir machen das alles bei schwindenden Geldern“, sagte die Bezirksbürgermeisterin weiter. Deshalb wolle man in Zukunft auch mit Investor\*innen und Privatleuten zusammenarbeiten. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/04/P4260069-1024x768.jpg) Jörn Pasternack (CDU) wird Stadtrat für Schule, Sport, Weiterbildung und Kultur / Foto: Julia Schmitz Vor ein paar Monaten hatten sich Grüne, CDU und FDP mit SPD und Linke überworfen; erstere hatten den Antrag gestellt, den [Ausbau des ehemaligen Güterbahnhofs an der Greifswalder Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/15/gerangel-um-den-gueterbahnhof-greifswalder-strasse/?ref=loky.news) voranzutreiben – gegebenenfalls auch mit der finanziellen Unterstützung des Grundstückseigentümers, dem Immobilienunternehmer Christian Gérôme. Dieser möchte dort zwei Hochhäuser bauen und hatte angeboten, auch den Schulbau zu übernehmen. Diese Möglichkeit müsse man prüfen, so Koch. Das Stadtentwicklungsamt führt in Zukunft Cornelius Bechtler (Grüne), der Rona Tietje (SPD) ablöst. Die Projektvereinbarung der Jamaika-Zählgemeinschaft sei keine Kriegserklärung an die anderen Fraktionen der BVV, heißt es. „Es gab natürlich auch Gespräche mit SPD und Linke“, sagte Cordelia Koch; daraus sei aber keine Zählgemeinschaft entstanden. Sie hoffe dennoch auf eine kooperative Zusammenarbeit unter den Fraktionen, wie es sie auch in der Vergangenheit gegeben habe. „Auf Bezirksebene geht es um Gehwegvorstreckungen und Parkbänke, nicht um die große Parteipolitik.“ Die vollständige Projektvereinbarung könnt ihr [hier nachlesen](https://gruene-pankow.de/wp-content/uploads/2023/04/230425-Projektvereinbarung-final-zur-Verteilung.pdf?ref=loky.news). Titelbild: Mitglieder der Parteien und Fraktionen von Grüne, CDU und FDP nach der Unterzeichnung der Projektvereinbarung / Foto: Julia Schmitz ### Prenzlauer Berg liest URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-liest/ Last updated: 2025-03-20T18:08:17.000Z ## Weltweit werden jährlich knapp 1,8 Millionen Bücher veröffentlicht. Wie soll man da den Überblick behalten? Wir haben eine Auswahl an Frühlingsnovitäten für euch, die sich um Berlin drehen. --- Eine Tasse Tee oder ein Glas Wein, ein gemütlicher Sessel und ein gutes Buch: Für viele ist das die ideale Art, nach einem anstrengenden Arbeitstag zu entspannen. Aber welches Buch soll man lesen, wie wählt man aus der unübersichtlichen Menge an Neuerscheinungen den passenden Roman aus? Bei den Prenzlauer Berg Nachrichten stellen wir euch regelmäßig [Veröffentlichungen aus Belletristik und Sachbuch](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/21/von-erinnerungen-und-traumfetzen/?ref=loky.news) vor, die sich mit Prenzlauer Berg oder Berlin beschäftigen. Pünktlich zur Leipziger Buchmesse, die in diesem Frühjahr zum ersten Mal seit 2019 wieder stattfindet, haben wir uns deshalb durch die Programme geschmökert. Sechs Bücher daraus stellen wir euch vor. ## Romane **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/04/unterm-staub-der-zeit_9783518431122_cover-178x300.jpg)Christoph Hein** ***Unterm Staub der Zeit*** Seit Mitte der 1970er-Jahre arbeitet Christoph Hein als Schriftsteller und Dramatiker. Immer wieder greift er in seinen Romanen dabei auf autobiografisches Material zurück. So auch in *Unterm Staub der Zeit*: Die Geschichte handelt von dem Jugendlichen Daniel, der 1958 mit 14 Jahren aus der DDR nach Westberlin zieht, um dort ein Gymnasium zu besuchen. In seiner Heimat war ihm dies als Sohn eines Pfarrers verwehrt worden. Mit seinen Klassenkameraden zieht Daniel durch das schillernde Westberlin mit seinen Kinos und Kneipen, es kommt zu ersten Liebschaften. Doch dann spitzt sich die politische Lage zu und Daniel kehrt zurück zu seiner Familie – kurz vor dem Mauerbau. Christoph Hein, der ebenfalls in den späten 1950er-Jahren in einem Westberliner Internat lebte, hat dieser Zeit mit *Unterm Staub der Zeit* ein liebevolles Andenken gesetzt. Erschienen im [Suhrkamp Verlag](https://www.suhrkamp.de/buch/christoph-hein-unterm-staub-der-zeit-t-9783518431122?ref=loky.news), 220 Seiten, 24 Euro. **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/04/Lienhard-184x300.jpg)Demian Lienhard** ***Mr. Goebbels Jazz Band*** Es gibt zahlreiche Romane über die Zeit des Nationalsozialismus und seine Gräueltaten. Demian Lienhard hat sich einen anderen, bislang wenig bekannten Aspekt herausgesucht: In seinem neuen Roman schreibt er über die Jazz-Band, die im Auftrag von Joseph Goebbels in Berlin gegründet wurde, um auf dem Auslandsradiosender Germany Calling die deutsche Propaganda musikalisch zu unterlegen. Zu der Truppe gehören Ausländer, Juden und Homosexuelle, die im wahrsten Sinne des Wortes um ihr Überleben spielen – und das auch noch Jazz, der von den Nazis als „entartet“ gebrandmarkt wurde. Lienhard, der über die Wörter und Sätze hüpft wie seine Protagonisten über Tonleitern, hat einen Roman geschrieben, der sich ebenfalls wie ein rasant gespieltes Free-Jazz-Stück liest. Erschienen in der [Frankfurter Verlagsanstalt](https://www.fva.de/Buecher/Neuerscheinungen/Mr-Goebbels-Jazz-Band.html?ref=loky.news), 320 Seiten, 24 Euro. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/04/Raether_TDie_Architektin_229907-188x300.jpg) Die Architektin von Till Raether **Till Raether** ***Die Architektin*** Westberlin, Anfang der 1970er-Jahre: Eine skrupellose Architektin setzt in einer von Männern geprägten Zeit ihr Vorhaben eines monumentalen Bauprojekts durch und nutzt dafür ihre Verbindungen in die höchsten Kreise – und ihr Aussehen. Doch dann kommt ihr der 19-jährige Praktikant des Spandauer Volksblatts in die Quere. In *Die Architektin* hat Till Raether die reale Geschichte rund um die Westberliner Baulöwin Sigrid Kressmann-Zschach und die Entstehung des Steglitzer Kreisels zu einem Roman verarbeitet, der auf sehr humorvolle Art und Weise die Gepflogenheiten der damaligen Gesellschaft – inklusive förmlicher Abendessen mit kalter Platte und Weinbrand – darstellt und karikiert. Erschienen im btb Verlag, 416 Seiten, 24 Euro. **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/04/Reimann-175x300.jpg)Brigitte Reimann** ***Die Geschwister*** Brigitte Reimann – die 1973 mit nur 39 Jahren an Krebs starb – gehört zu den wichtigsten Schriftstellerinnen der DDR. Ihre Texte wie *Ankunft im Alltag* oder *Franziska Linkerhand* gehören in den Kanon der Literatur aus dem sozialistischen Nachbarland und geben auch über 30 Jahre nach dem Fall der Mauer einen guten Einblick in die dortigen Verhältnisse. Ihr Roman *Die Geschwister* bereits 1963, allerdings in veränderter beziehungsweise zensierter Form. Der Aufbau Verlag hat nun die ungekürzte Fassung, nach Originaltyposkripten der Autorin, herausgebracht. Die Geschichte erzählt von der linientreuen Elisabeth, die ihren Bruder Ulrich davon abhalten will, kurz vor dem Mauerbau nach Westdeutschland auszureisen. In ihren Gesprächen und Gedanken zeigt sich die Zerrissenheit einer Generation, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine neue, bessere Gesellschaft aufbauen wollte – doch die Gängeleien, Einschränkungen und Bestrafungen nicht hinnehmen wollte. In der DDR wurde *Die Geschwister* zu einem der am meisten diskutiertesten Bücher der Zeit. Erschienen im [Aufbau Verlag](https://www.aufbau-verlage.de/aufbau/die-geschwister/978-3-351-04204-2?ref=loky.news), 224 Seiten, 22 Euro. **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/04/Sollorz_Zeit-der-Kra%CC%88ne_300-dpi_1920x1920-183x300.jpg)Michael Sollorz** ***Zeit der Kräne*** Das zu großen Teilen gentrifizierte Berlin der Gegenwart in Friedrichshain und Prenzlauer Berg hat sich Michael Sollorz für seinen neuen Roman ausgewählt. Er erzählt darin die Geschichte des 22-jährigen Dachdeckers Paul, der auf dem „Dorfplatz“ in der Rigaer Straße die zehn Jahre ältere Marie kennenlernt und sich in sie verliebt. Doch Marie, ehrgeizige Doktorandin, will Paul nur als sexuellen Spielgefährten. Dann nimmt sich ihre Freundin Nelly, eine engagierte Hausbesetzerin, das Leben und hinterlässt einen Aktionsplan zum Kampf gegen einen Immobilienkonzern. Marie will das Erbe von Nelly antreten – und zieht Paul mit hinein. *Zeit der Kräne* ist eine gelungene Momentaufnahme der Situation in den Kiezen, in denen Verdrängung von finanziell schwächer aufgestellten Menschen durch profitorientierte Unternehmen an der Tagesordnung ist. Erschienen im [Quintus Verlag](https://www.quintus-verlag.de/Zeit-der-Kraene/978-3-96982-066-7?ref=loky.news), 248 Seiten, 22 Euro. Am 20\. Mail stellt der Autor seinen Roman um 20 Uhr in der WABE auf der Danziger Straße vor. **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/04/stephan-175x300.jpg)Felix Stephan** ***Die frühen Jahre*** Felix Stephan, geboren 1983 in Ost-Berlin, erzählt in seinem Debütroman von einer Familie, die nach dem Zusammenbruch der DDR alles daran setzt, ihren Platz in den neuen Gesellschaftsstrukturen zu finden. Der Ich-Erzähler, gleich alt wie der Autor, gilt als hochbegabt und verhaltensauffällig und wird in der Grundschule immer wieder wegen Gewaltausbrüchen suspendiert. Der Vater versucht mehrere Jahre lang, in seinem gelernten Beruf des Journalisten Fuß zu fassen. *Die frühen Jahre* beginnt mit einer starken Szene, in der die Familienmitglieder gemeinsam um den heimischen Ofen stehen und ihre Stasi-Akten – der Großvater war ein hohes Tier im Ministerium und hat sie rechtzeitig aus dem Archiv geholt – ins Feuer werfen. Auch auf den restlichen Seiten weiß Stephan mit seiner deutlich beobachtenden, aber nicht anklagender Stimme die Verhältnisse der Nachwendezeit gekonnt in Szene zu setzen. Ein wichtiger Beitrag zur Debatte um die schwierigen Jahre nach dem Fall der Mauer. Erschienen im [Aufbau Verlag](https://www.aufbau-verlage.de/aufbau/die-fruhen-jahre/978-3-351-03884-7?ref=loky.news), 255 Seiten, 22 Euro. Am Dienstag, 25\. April liest Felix Stephan in der Buchhandlung Uslar & Rai, Schönhauser Allee 43, aus seinem Roman. ## Mehr Literatur aus, in und über Prenzlauer Berg [findet ihr hier](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/literatur/?ref=loky.news)! ### Von Rot auf Grün URL: https://www.loky.news/von-rot-auf-gruen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:05.000Z ## Am Mittwoch besetzt die Bezirksverordnetenversammlung einen Teil der Posten im Bezirksamt neu. Alles deutet darauf hin, dass Cordelia Koch Bürgermeisterin wird. --- Nachdem in anderen Bezirken Berlins die Verordneten bereits die amtierenden Bürgermeister\*innen bestätigt oder neu gewählt haben, steht die Entscheidung jetzt auch in Pankow kurz bevor. Bei der nächsten regulären Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am Mittwoch steht unter anderem die Wahl des höchsten Postens, der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters an. Aller Voraussicht nach wird Cordelia Koch (Grüne), die bisher Stellvertretende Bürgermeisterin und Stadträtin für Gesundheit und Soziales, Sören Benn (Linke) in diesem Amt ablösen. Bereits bei der regulären Wahl im Herbst 2021 hatten die Grünen die meisten Stimmen geholt und die Möglichkeit gehabt, Cordelia Koch zur Bürgermeisterin zu wählen. **CDU stellt Stellvertretende Bürgermeisterin** Doch mit den anderen Fraktionen war es in den Gesprächen zu Differenzen gekommen, SPD und Linke hatten daraufhin ihre Zählgemeinschaft erneuert und [Sören Benn erneut zum Bürgermeister gewählt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/04/habemus-bezirksbuergermeister/?ref=loky.news). Bis heute ist nicht klar, ob die fehlenden Stimmen dabei [von der AfD kamen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/06/rathaus-of-cards-in-pankow/?ref=loky.news) oder doch von der CDU; diese hatte damals bekannt gegeben, Benn nicht wählen zu wollen. Zur Wahl als Stellvertretende Bürgermeisterin steht [Manuela Anders-Granitzki (CDU)](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/08/06/direktkandidatinnen-check-manuela-anders-granitzki-und-kevin-kratzsch-cdu/?ref=loky.news), die derzeit dem Ordnungsamt vorsteht. Am Donnerstag gaben die Pankower Parteien Bündnis 90/Die Grünen, CDU und FDP bekannt, dass sie eine „Projektvereinbarung“ für die Bezirksverordnetenveresammlung abgeschlossen haben, [also eine Zählgemeinschaft bilden werden](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/03/20/jamaika-in-pankow/?ref=loky.news). **Schwarz-Gelb-Grün hat jetzt die Mehrheit** „Die FDP hat die Weichen gestellt, um mit Grünen und CDU konkrete Projekte für Pankow umzusetzen. Wir wollen das Wachstum des Bezirks gestalten, die Lebensqualität steigern und die Verwaltung modernisieren. Wir wollen eine neue Dynamik in der Bezirkspolitik entfachen“, sagt Daniela Kluckert, Vorsitzende der FDP Pankow. Gemeinsam kommen die drei Fraktionen in der BVV auf 29 Sitze und haben somit die einfache Mehrheit der Stimmen. In der Vergangenheit hatte Grün-Schwarz-Gelb bereits zusammengearbeitet, als es um die zügige Entwicklung des [Areals auf dem ehemaligen Güterbahnhof](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/15/gerangel-um-den-gueterbahnhof-greifswalder-strasse/?ref=loky.news) an der Greifswalder Straße ging; dort will Investor Christian Gérôme zwei Hochhäuser bauen, außerdem soll eine Schule entstehen. In der Sitzung am Mittwoch wollen sie Details aus der Vereinbarung vorstellen. Weil die CDU-Fraktion seit der Wahlwiederholung vier Sitze mehr in der BVV hat, steht ihr überdies ein weiterer Stadtratsposten zu. Nominiert hat die Fraktion Jörn Pasternak, ihren verkehrspolitischen Sprecher. Welches Amt er übernimmt, ist noch nicht bekannt. Zu Beginn der laufenden Legislaturperiode hatten CDU und SPD ebenfalls eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet; bisher gibt es keine Informationen darüber, ob diese weitergeführt oder beendet wird. ### „Der Mensch ist Ausdruckswesen“ URL: https://www.loky.news/der-mensch-ist-ausdruckswesen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## Zu DDR-Zeiten war Prenzlauer Berg für seine Lyrikszene bekannt, heute kämpfen Orte wie das Haus für Poesie um ihr Überleben. Ein Besuch bei denen, die Poesie zurück in die Mitte der Gesellschaft holen wollen. --- In Prenzlauer Berg, wo vor der Wende Dichter\*innen wie Elke Erb und Detlef Opitz im Geheimen an ihren Schriften arbeiteten, wo improvisierte Literaturzeitschriften in Kellern gedruckt wurden, liegt heute, versteckt in einem Winkel der Kulturbrauerei, das im Jahr 1991 als „literaturWERKstatt berlin“ gegründete „[Haus für Poesie](https://www.haus-fuer-poesie.org/de/literaturwerkstatt-berlin/home/?ref=loky.news)“. Hier finden, inmitten von Clubs, Supermärkten und Fahrradverleihs, Veranstaltungen rund um die Lyrik statt. Katharina Schultens, Leiterin des „Haus für Poesie“, ist derzeit unter anderem mit der Vorbereitung des [Poesiefestivals](https://poesiefestival.org/de/?ref=loky.news), das im Juni stattfinden wird, beschäftigt. Das Motto in diesem Jahr lautet: „No one is an island.“ „Momentan beobachten wir, dass unsere Gesellschaft an verschiedenen Stellen immer weiter auseinanderdriftet. Wir müssen wieder miteinander ins Gespräch kommen“, findet Schultens. Im Gegensatz zu anderen Zweigen der Literatur fällt der Lyrik ein solcher Gesprächseinstieg leicht. „Lyrik ist eine Kunstform, die unmittelbar auf aktuelle Ereignisse und gesellschaftliche Entwicklungen reagieren kann. Poet\*innen brauchen keine aufwendigen Materialien, nur ein Blatt Papier und einen Stift oder einen schnellen Instagram-Post“, so Schultens. Die Social-Media-Kanäle bieten heute direkte Wege für Lyriker\*innen, ihre Gedichte zu veröffentlichen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Die Macht der Sprache** Neben Festivals und Veranstaltungen organisiert das Haus für Poesie auch Workshops für Kinder und Jugendliche. „Vielen Menschen wird in der Schule die Lyrik verleidet, weil man dort rein analytisch an Gedichte herangeht. Ich erlebe das gerade mit meinem zwölfjährigen Sohn. Bei unseren Veranstaltungen an Schulen versuchen wir, uns der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen anzunähern. Ein sprachlich raffinierter Rap bedient sich im Zweifel derselben stilistischen Mittel wie ein gutes Gedicht aus dem 18\. Jahrhundert“, erklärt Schultens. Durch Lyrik ließe sich sowohl die Macht von Sprache verdeutlichen, als auch ihre Gefahren. „Mit den Schüler\*innen behandeln wir beispielsweise das Thema der sprachlichen Manipulation. Dadurch wird ihnen bewusst, wie sich Klischees und Vorurteile durch Sprache transportieren, ohne dass wir es merken, weil das unterschwellig passiert“, erzählt Schultens. ![Lyrik](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/04/schultens_gezett-1024x683.jpg) Katharina Schultens leitet das Haus für Poesie / Foto: Gezett Auch das [Netzwerk Lyrik e.V.](https://www.netzwerk-lyrik.org/?ref=loky.news) hat seinen Sitz im „Haus für Poesie“. Seit 2017 engagiert sich der Verein bundesweit für die deutsche Lyriklandschaft, zu der nicht nur Dichter\*innen, sondern auch Übersetzer\*innen, Veranstalter\*innen und andere Berufssparten beitragen. „Lyrik wird in Deutschland zu wenig gefördert“, findet Felix Schiller, Geschäftsführer beim Netzwerk Lyrik e.V. Dieser Umstand stünde im Missverhältnis zur wichtigen Rolle von Poesie in Kultur und Gesellschaft. Poesie habe gesellschaftlichen Mehrwert. Sie verfeinere Emotionen, Wahrnehmungen und Sprachverwendung, stelle ein Instrumentarium bereit, um neue Ideen und Vorstellungen zu formulieren, andere Weltsichten kennenzulernen und das Denken in Bewegung zu bringen. „Diese Fähigkeit ist eine der Grundkompetenzen von Staatsbürger\*innen in einer Demokratie. Lyrik verhilft den Menschen als Ausdruckswesen zu ihren je eigenen gestalteten Sprachformen“, so Schiller. **Lyrik in Not** Deshalb fordert das Netzwerk Lyrik e.V. eine eigene grundständige Förderung für die Lyriksparte und tritt mit diesem Anliegen an die Politik heran. Zwar gibt es dort breiten Zuspruch, konkrete Zusagen lassen bislang aber auf sich warten. Der Literaturbetrieb leidet ebenso wie andere gesellschaftliche Bereiche unter der hohen Inflation und der Wirtschaftskrise. Für unabhängige Verlage werden die steigenden Druckkosten zum Problem. Besonders hart trifft das die Poet\*innen, da die meisten von ihnen in diesen Verlagen publizieren, während die meisten großen Publikumsverlage den Lyrikbereich aus Kostengründen eingeschrumpft oder ganz gestrichen haben. Schiller erzählt, dass sich die Arbeit des Lyrikbetriebs auf viele Ehrenamtliche und auf die Initiativen, die Einzelne geschaffen hätten, stütze. Diese Strukturen, wie kleine Verlage oder Festivals, seien allerdings fragil und zu wenig abgesichert. In der aktuellen Lage wird das besonders problematisch. „Die zunehmenden Lebenshaltungskosten wirken sich auf die Lyrikszene aus, weil viele der in ihr tätigen Menschen bereits prekär leben. Ehrenamtliche Arbeit kostet Zeit und Geld“, erklärt Schiller. **Prenzlauer Berg, Ort der Dichter\*innen** Traditionell spielte Lyrik bereits in den achtziger Jahren eine wichtige Rolle in der Kiezkultur des Prenzlauer Berg. „Hier wirkten in der Literatur- und Kunstszene, z. B. im Umkreis des 1978 begründeten Literarischer Salon [Ekkehard Maaß](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/12/29/gefaellte-geschichte/?ref=loky.news) in der Schönfließer Straße 21 Dichter\*innen wie Lutz Seiler, Elke Erb, [Jan Faktor](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/01/19/wir-waren-schuechtern/?ref=loky.news), Bert Papenfuß-Gorek und viele mehr,“ erzählt Schiller. Obwohl es nach wie vor [Orte wie das „Ausland“ in der Lychener Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/06/22/literaturorte-in-prenzlauer-berg/?ref=loky.news) gibt, an denen Lyrik eine Bühne geboten wird, bedroht die um sich greifende Gentrifizierung auch die Stätten der Poesie. So sorgten vergangenes Jahr im Sommer Spekulationen über einen möglichen Verkauf der Kulturbrauerei durch die Eigentümergesellschaft TLG für Sorgen bei den Kreativen. „Wir wissen nicht, was langfristig mit unserem Standort passieren wird. Orte wie dieser verschwinden zunehmend aus der Stadt; über die letzten zwanzig Jahre hinweg hat ein richtiger Ausverkauf stattgefunden. Es wäre schön, wenn der nicht ungebremst weiterliefe. Wir sind sehr gerne in diesem Haus und möchten bleiben,“ betont Schultens. **Poesie für alle** Außer von der Vernetzung mit Nachbar\*innen profitiert das Haus für Poesie von Laufpublikum, das zufällig auf die Veranstaltungsstätte stößt. So berichtet Schultens von einer Szene aus dem Nachtleben: „Neulich hatten wir während einer Lesung die Situation, dass eine Gruppe junger Menschen vor unserem Fenster Krach gemacht hat und dann auch in unseren Vorraum gezogen ist. Wir befürchteten schon, es gebe Streit. Aber zu unserer Freude sind sie einfach hereingekommen, haben sich die Lesung angehört und im Anschluss sogar zwanzig Minuten mit der Autorin über Gedichte diskutiert. Dynamiken wie diese, Poesie zugänglich und nahbar zu machen, wünschen wir uns.“ Nicht nur die Wege, auf denen Poesie die Menschen erreicht, verändern sich. Auch die Kunstform selbst erlebt Metamorphosen. Die zeitgenössische Lyrik ist vielfältig und arbeitet interdisziplinär; mit Installationen oder Performances, mitunter im digitalen Bereich. Schiller weist darauf hin, dass es für diese Weiterentwicklung keine oder zu wenig Förderinstrumente gibt. Lyrik sei mittlerweile eine ganz eigene Kunstform, die mehr geworden ist, als eine Untersparte der Literatur. Für die Zukunft wünscht sich Katharina Schultens vom Haus für Poesie eine von Dichtung durchdrungene Lebenswelt. Sie bezieht sich auf ein Projekt in Chicago, wo eine Zeit lang aus Straßenlaternen und Bäumen Gedichte erklangen, wenn man daran vorbeilief. Sie verweist auf Bildende Kunst, zum Beispiel Graffiti, die längst ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Raums und unseres Alltags ist. Dasselbe stünde dem geschriebenen Wort zu. ## Mehr Literatur aus, in und über Prenzlauer Berg [findet ihr hier](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/literatur/?ref=loky.news)! Titelbild: Das Haus für Poesie / Foto: Tina Brüser ### Film ab in Prenzlauer Berg URL: https://www.loky.news/film-ab-in-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-03-20T18:07:22.000Z ## Ob Schönhauser Allee, Kollwitzplatz oder Helmholtzplatz – Prenzlauer Berg gehört zu den begehrtesten Drehorten Berlins. Häufig übernimmt die beliebte Filmkulisse selbst die Hauptrolle. --- Dröhnend schlängelt sich die U2 erst als Untergrundbahn dann als oberirdische Hochbahn von Mitte nach Pankow. Unter dem Magistratsschirm kreuzen sich die Schönhauser Allee, die Eberswalder Straße, die Kastanienallee und die Pappelallee. Im Minutentakt rattert hier die Straßenbahn unter der Brücke durch. Autofahrer\*innen fahren und hupen, Fußgänger\*innen warten auf eine grüne Ampel, manche huschen schnell bei Rot über die Straße. Diesen Schauplatz kennen zahlreiche Filmfans: Regelmäßig taucht die Kreuzung in Filmen auf. „Das ist visuell einfach so herausfordernd, so toll, dass man das natürlich immer und immer wieder (im Film) genutzt hat“, sagt Nils Warnecke. Der Kurator der [Deutschen Kinemathek](https://www.deutsche-kinemathek.de/?ref=loky.news) findet, dass es kaum eine pittoreskere, urbanere Struktur in Berlin als an dieser Kreuzung gebe. Visuelle Medien liebten Orte wie diesen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ Tatsächlich ist die Straßenkreuzung nur einer von zahlreichen Orten in Prenzlauer Berg, die als Schauplatz in Spiel- und Dokumentarfilmen dient, sagt Stephan Müller. Er hat mit der [Prenzlauer Berginale](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/03/10/berlin-ecke-schoenhauser/?ref=loky.news) ein Filmfestival ins Leben gerufen, das ausschließlich Filme zeigt, die hier gedreht wurden. Für ihn gehören vor allem auch der Helmholtzplatz, der Kollwitzplatz sowie die gesamte Schönhauser Allee mit ihren Seitenstraßen dazu. Mal fungieren sie als Kulisse, manchmal haben sie sogar eine tragende Rolle. Hier wurden Klassiker wie „Berlin – Ecke Schönhauser“, „Solo Sunny“ oder „Sommer vorm Balkon“ gedreht. Aber auch weitgehend unbekannte Dokumentarfilme. **Ein Stadtteil schreibt Filmgeschichte** Dass Prenzlauer Berg so häufig als Drehort dient, hat historische Gründe. 1982 drehte der Fotograf Max Skladanowsky im Viertel die ersten Filmaufnahmen überhaupt in Deutschland. Mit einem sogenannten „Kurbelkasten“ machte er auf dem Dach des Hauses in der Schönhauser Allee 146 bewegliche Aufnahmen von seinem Bruder Emil. Nur wenige Jahre später stand Skladanowsky wieder auf dem Dach und filmte für wenige Sekunden die dortige Straßenkreuzung. Seitdem dient der damals noch arme Stadtteil als Experimentierort für zahlreiche [Filme](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=film&ref=loky.news). Dass es dennoch aus dem ersten Drittel des 20\. Jahrhunderts kaum Filme zu sehen gibt, die in Prenzlauer Berg spielen, liegt auch daran, dass aus der Frühzeit nur ein kleiner Teil überliefert ist. Viele Filme gelten als verschollen oder liegen in einer schlechten Qualität vor. Aufwendigere Produktionen wurden zudem in Filmstudios realisiert – unter anderem im angrenzenden Stadtteil Weißensee. Einen wesentlichen Anteil machen insbesondere die Filmproduktionen der Deutsche Film-AG (DEFA) aus. Viele spielen in Prenzlauer Berg oder wurden hier gedreht, sagt Warnecke. Das sei auch naheliegend: „Der Westen stand als Drehort während der Teilung nicht zur Verfügung. Prenzlauer Berg konnte man aufgrund glücklicher Umstände gut dafür nutzen. Das war alles da: die Kopfsteinpflasterstraßen, die unendlichen Fluchten dieser Mietskasernen.“ Bis zur Wende sei Prenzlauer Berg einfach eine Besonderheit gewesen, weil die Gründerzeitbebauung relativ gut erhalten geblieben sei, ergänzt Müller. **Berühmte Filmkulisse** „Dass der Prenzlauer Berg so berühmt geworden ist als Drehort, liegt auch an dem Umstand, dass die DEFA-Schule und die Schule dieser Alltagsfilme großen Wert daraufgelegt hat, am Originalschauplatz zu drehen und damit sind so viele Orte letztlich für die Ewigkeit in mehr oder weniger herausragenden Spielfilmen auch festgehalten worden“, sagt Warnecke. Tatsächlich gibt es noch zahlreiche weitere Filme, die einen Wiedererkennungseffekt haben und bekannte Orte im Viertel zeigen. So gehören auch „Jahrgang 45“ oder „Fräulein Schmetterling“ dazu. Warnecke und Müller glauben, dass das unter anderem daran liegt, dass viele Künstler\*innen, [Schauspieler](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/03/07/und-bitte/?ref=loky.news)\*innen und Regisseur\*innen nicht nur im Stadtteil gearbeitet, sondern auch dort gewohnt haben. „Prenzlauer Berg hat diese Künstler beeinflusst, aber sie haben letztlich durch ihren Blick und durch die Idee, dieses soziale Milieu letztlich für ihre Geschichten zu nutzen, wiederum dem Viertel auch ein Bild verpasst, dass dann kollektiv vom Publikum wahrgenommen worden ist und Prenzlauer Berg so bekannt gemacht hat“, findet Warnecke. **Mikrokosmos Prenzlauer Berg** Dass Prenzlauer Berg im Laufe der Jahrzehnte einen gesellschaftlichen und architektonischen Wandel durchgemacht hat, zeigt sich auch in den Filmen. Bei den Filmemacher\*innen galt der Stadtteil lange Zeit als authentische Kulisse, um dem Publikum das Berliner Leben näherzubringen. Dabei transportiert Prenzlauer Berg in den Filmen auch immer die Geschichte der Stadt – häufig geht es um das Leben der jungen Generation in der DDR, um die Bohème, die Avantgarde oder um die Gentrifizierung. So machten Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase und Regisseur Gerhard Klein 1957 die Straßenkreuzung erneut zu einem zentralen Schauplatz in ihrem Film „[Berlin – Ecke Schönhauser](https://www.defa-stiftung.de/filme/filme-suchen/berlin-ecke-schoenhauser/?ref=loky.news)“. Vor allem unter der Hochbahnbrücke Schönhauser/Ecke Eberswalder erzählen sie die Geschichte von Jugendlichen, die in der geteilten Stadt nach Orientierung suchen. Auch [Heiner Carow schrieb mit seinem revolutionären Film „Coming Out“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/03/05/der-einzige-schwule-film-der-ddr/?ref=loky.news) Filmgeschichte in Prenzlauer Berg. Denn es ist der erste und letzte DEFA-Film, der das Thema Homosexualität in der DDR behandelt. Der 2004 gedrehte Film „Sommer vorm Balkon“ zeigt, wie sich das Leben im Stadtteil ändert. Die beiden Freundinnen Katrin und Nike wohnen im selben alten Mietshaus am Helmholtzplatz. Die Zuschauer\*innen folgen dem Leben der beiden: Es geht um Liebe, Einsamkeit, Arbeitslosigkeit und Alkoholmissbrauch. Am Ende ist das Wohnhaus im Herbst zur Renovierung eingerüstet und unbewohnt. Ein paar Jahre später erscheint Jan Ole Gersters Film „Oh Boy“. Der ganz in schwarz-weiß gedrehte Film zeichnet ein melancholisches Portrait der Stadt Berlin. Ex-Student Niko (gespielt von Tom Schilling) lässt sich ziellos durch die Straßen Prenzlauer Bergs treiben und wird dabei mit sowohl komischen als auch tragischen Situationen konfrontiert: Sein Vater möchte ihm kein Geld mehr geben, sein Freund Matze ist arbeitsloser Schauspieler und auf der Suche nach einem Projekt und seine ehemalige Mitschülerin lädt zu einer Theater-Kunst-Performance ein. **Abschied von Prenzlauer Berg** „Diese Fokussierung und diese Faszination, die der Bezirk über so viele Jahrzehnte auf Filmemacherinnen und Filmemacher ausgeübt hat, das ist offensichtlich vorbei“, sagt Warnecke. Auch wenn in Folge der Veränderungen manche Schauplätze verschwunden sind und Drehorte in anderen Stadtvierteln gesucht werden, so bleibt Prenzlauer Berg dennoch eine Ikone der Filmgeschichte. *Titelfoto:* [*Tomasz Sienicki/Wikimedia Commons, CC-BY-3.0*](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Berlin%5F07-2011%5F%28ubt-1%29.JPG?ref=loky.news) ### „Das Beste für Berlin“ URL: https://www.loky.news/das-beste-fuer-berlin/ Last updated: 2025-03-20T18:07:05.000Z ## Verdichtung, Mieterschutz, Tram-Ausbau: Wir haben einen Blick in den Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD geworfen. Was ist darin relevant für Pankow? --- Sechs Wochen [nach der Wiederholungswahl](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/politik/wahl-2021/?ref=loky.news) steht er: Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD. „Das Beste für Berlin“ lautet sein Titel. Und er beginnt mit großen Worten: „Berlin bleibt Berlin. Aber wir wollen Dinge zum Besseren verändern. Wir verbinden die einzigartige Vielfalt der Stadt mit Chancen für alle. Wir schaffen neuen Zusammenhalt und mehr Gemeinsamkeit“, heißt es darin in der Einleitung. Sätze, die angesichts der überdeutlich erkennbaren Trennung von „innerhalb des S-Bahn-Rings“ und „außerhalb des S-Bahn-Rings“ im Wahlergebnis nach einer kaum zu bewältigenden Aufgabe klingen. Aber was auf den 136 Seiten ist wichtig für Pankow? Vor allem in den Kapiteln zu Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie zu Mobilität und Verkehr taucht der Bezirk mehrmals auf. So will Schwarz-Rot die Entwicklung des neuen Stadtquartiers am Pankower Tor beschleunigen, bis zum ersten Quartal 2024 soll ein städtebaulicher Rahmenvertrag vorliegen, heißt es. Die bereits vorhandenen Planungen für den [Ausbau der U2](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/08/pendeln-bis-august/?ref=loky.news) bis Pankow Kirche will die designierte Koalition weiterverfolgen, außerdem eine Verlängerung der Linie bis Französisch Buchholz prüfen. Das gilt auch für eine Erweiterung der U9 bis Pankow Kirche; aktuell endet diese an der Osloer Straße. Die Tramlinie 12 könnte in Zukunft vom Pasedagplatz in Weißensee über den S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf zur S-Bahn Pankow und die M 2 bis in den Blankenburger Süden – auch dort entsteht ein Neubaugebiet – fahren. Ob eine Verbindung zwischen Rathaus Pankow, Wollankstraße, Prinzenallee und Osloer Straße realistisch ist, wollen die Parteien ebenfalls prüfen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Autobahnausbau nicht erwähnt** Während der Koalitionsvertrag sich deutlich für die Fertigstellung der A100 bis zum Treptower Park ausspricht, wird [der 17\. Bauabschnitt bis zur Storkower Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/01/12/letzte-ausfahrt-storkower-strasse/?ref=loky.news) gar nicht erwähnt. Die Planungen liegen in der Hand des Bundesverkehrsministeriums; die Rot-Rot-Grüne Koalition hatte sich jedoch in ihrer Vereinbarung offen gegen den Ausbau bis nach Prenzlauer Berg ausgesprochen. Während die Bezirksverordnetenversammlung immer wieder über [Fahrradstraßen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/21/ein-netz-aus-fahrradstrassen/?ref=loky.news) und geschützte, [vom Autoverkehr baulich abgetrennte Radwege](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/26/sonderanfertigung-fuer-pankow/?ref=loky.news) diskutiert, bleiben die Koalitionär\*innen bei dem Thema verhalten. Man wolle bestehende Radwege sanieren und getrennte Radspuren „unter Beachtung örtlicher Gegebenheiten“ prüfen. Kai Wegner (CDU) hatte jedoch [gegenüber dem rbb](https://twitter.com/rbb24/status/1642855540970737664?ref=loky.news) bereits deutlich gemacht, man wolle keine 2,30 breiten Radwege – wie es im Berliner Mobilitätsgesetz als Regelmaß gilt – bauen, wenn diese niemand nutzen würde. **Comeback des Vorkaufrechts?** Immer wieder drängendes Thema in Prenzlauer Berg sind die steigenden Mieten und der Verkauf von Häusern, nach dem Mieter\*innen um ihr Zuhause fürchten müssen. In diesem und im nächsten Jahr läuft außerdem [die Sozialbindung für rund 1.300 Wohnungen im Bezirk](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/03/28/keine-lust-auf-eigenbedarf/?ref=loky.news) aus, die meisten davon liegen in Prenzlauer Berg. „Wir bekennen uns zu einem effektiven Schutz von Mieterinnen und Mietern“, heißt es im Vertrag, das Berliner Wohnungsbündnis für Mieterschutz werde weitergeführt. Ein neues Berliner Wohnraum-Sicherungsgesetz soll vor allem Menschen mit Wohnberechtigungsschein unterstützen. Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit will die Koalition bis 2030 beenden und Betroffene unterbringen. Man strebe außerdem die Einrichtung einer Prüfstelle zur Einhaltung der Mietpreisbremse an. In bereits ausgewiesenen [Milieuschutzgebieten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/milieuschutz/?ref=loky.news) soll die „Berliner Mischung“ gesichert werden, Bezirke außerdem bei der Ausweisung neuer sozialer Erhaltungsgebiete unterstützt werden. Und könnte es ein Comeback [des Vorkaufrechts](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/vorkaufsrecht/?ref=loky.news) geben? Nach rechtlicher Absicherung wolle man das „unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit und sparsamer Haushaltsführung“ wieder zugunsten landeseigener Wohnungsbauunternehmen ausüben. **Schutz von Grünflächen** Auch die Bezahlbarkeit von Gewerbemieten für Soziales und Kultur seien „wichtig“, ein Gewerbemietspiegel könnte eingeführt werden. Verstärkt setzt das Bündnis nach eigenen Angaben aber auf den Bau von bezahlbaren Wohnungen, dafür will es sogar ein „Schneller-Bauen-Gesetz“ einführen. Bis zu 20.000 neue Wohnungen sollen pro Jahr entstehen, bis zu 5.000 davon Sozialwohnungen. Dabei will Schwarz-Rot vor allem bestehender Quartiere nachverdichten; Aufstockungen von Gebäuden und Dachgeschossausbau sollen durch den Abbau rechtlicher Hürden erleichtert, die Überbauung von Supermärkten, Gewerbe und Parkplätzen forciert werden. Auch wenn die Nachverdichtung als ein Schwerpunkt gesetzt ist, liegt der Fokus auch auf den Grün- und Freiflächen in der Stadt – den bereits vorhandenen sowie neuen. Mit einem Sofortprogramm sollen 10.000 Bäume in der Stadt gepflanzt werden, langfristig soll der Bestand in der Stadt auf 500.000 Bäume anwachsen. Die Bewässerung der Stadtpflanzen soll verbessert und [Bürger\*innen, die dies bisher ehrenamtlich tun](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/06/18/wasser-marsch/?ref=loky.news), honoriert werden. Kleingärten will die Koalition durch das Kleingartensicherungsgesetz schützen, die Einrichtung von Gemeinschaftsgärten fördern. Um die Hitze in der Innenstadt zu lindern, soll außerdem ein Hofbegrünungs- und Entsiegelungsprogramm entwickelt werden. Noch zwei Wochen haben die Mitglieder der SPD Zeit, ihr Votum dafür oder dagegen abzugeben. Der Pankower Kreisverband hat sich bereits für eine Koalition ausgesprochen, die Jusos in Pankow wiederum sind dagegen: „Das Papier zeigt, dass diese Koalition an vielen Stellen Rückschritt bedeuten würde. Besonders in Zeiten von multiplen Krisen braucht Berlin innovative Ideen und Lösungen. Das ist in einer Koalition mit der CDU nicht machbar“, heißt es in einer Pressemitteilung. ### Ei, ei, ei URL: https://www.loky.news/ei-ei-ei/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Vier freie Tage hintereinander! Für alle die nicht in den Urlaub fahren, haben wir Tipps für die Osterfeiertage in Prenzlauer Berg gesammelt. --- ### Für Familien Seit dem 17\. März zeigt das Machmit-Museum in der Senefelder Straße die Ausstellung [„Weißt du, wie der Hase läuft?“ ](https://machmitmuseum.de/?ref=loky.news)Darin dreht sich alles um Osterbräuche und natürlich um Eier: Wie entwickelt sich das Küken im Ei? Was brauchen Hühner für ein glückliches Hühnerleben? Was bedeuten die Geheimcodes auf den Eiern im Supermarkt? Und können Hasen Eier legen? Während der Osterferien ist die Ausstellung jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 7 Euro für Kinder ab 3 Jahren, Kinder unter 3 Jahren zahlen 3,50 Euro. Das [Stadtteilzentrum Prenzlauer Berg am Teutoburger Platz](https://stz-prenzlauerberg.de/ab-mittwoch-29-maerz-oster-eier-suchen-im-stadtteilzentrum/?ref=loky.news) hat passend zu Ostern eine Suchaktion gestartet: Noch bis zum 6\. März sind im Innenhof und im Garten zehn Ostereier und Osterhasen versteckt. Wer eines oder mehrere davon findet, kann die Fundorte im Büro melden – die Figuren aber bitte im Versteck lassen – und erhält eine Überraschung. In Prenzlauer Berg findet in diesem Jahr kein Osterfeuer statt, dafür aber im Nachbarstadtteil Weißensee: Das [Bildungs- und Kulturzentrum Peter Edel](https://www.peteredel.de/events/osterfeuer-im-peter-edel/?ref=loky.news) in der Berliner Allee 125 bringt ab 17 Uhr die Holzscheite zum Brennen. ### Für Erwachsene Wie klingt Berlin bei Nacht? Das untersucht die [Ausstellung „Berlin Noize“](https://www.4punktx.de/berlin-noize/?ref=loky.news), die am Osterwochenende in der Galerie erstererster in der Pappelallee 69 stattfindet. Sie verbindet Tracks des elektronischen Musikproduzenten TRU. mit Fotografien, Videos und Texten des Künstlers \_4.x zu einer Ästhetik des Rauschens. Geöffnet ist Freitag ab 17 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 22 Uhr. Der Eintritt ist frei. Wer im Rahmen seines Osterspaziergangs durch den Kiez am Mühlenviertel vorbeikommt, sollte einen Blick in die Fenster der Heinrich-Böll-Bibliothek bzw. dem Kunstraum Fuge werfen: Noch bis zum 16\. April zeigen Kristin Albrecht, Benjamin Althammer, Josephin Hanke, Nils Vogt dort die Installation mit dem Titel [„hobnob #1 – Vorhang auf!](https://www.artspring.berlin/hobnob-1/?ref=loky.news)“, die sich mit der Tradition des Theatervorhangs beschäftigt. Die Ausstellung ist rund um die Uhr zu sehen. Die Leidensgeschichte Christi, vertont von Johann Sebastian Bach, gehört zu den Klassikern der Ostertage. Am Freitag, 7\. April wird sie um 15 Uhr unter der Leitung von Kantorin Monika Ellert in der Immanuelkirche aufgeführt. Die Musiker\*innen sind Lea Koch (Sopran),Bettina Bruns (Alt), Martin Netter (Tenor),Mathis Koch (Bass), Manuel Nickert (Bass) sowie Instrumentalisten aus Kantorei der Immanuelkirche. Tickets kosten 25 Euro, ermäßigt 20 Euro. Schüler\*innen und Student\*innen zahlen 15 Euro. [Tickets gibt es hier](https://www.eventim-light.com/de/a/637cb0d4480b955a91bed460/e/640b2ac0a6146c26ef1ff32a?ref=loky.news). Beim [Kantinenlesen in der Kulturbrauerei](http://kantinenlesen.de/?ref=loky.news) lesen die Besten von den Besten aus den Berliner Lesebühnen LSD, Surfpoeten, Chaussee der Enthusiasten, Reformbühne Heim & Welt. An diesem Abend lesen Dan Richter, Robert Rescue, Uli Hannemann, Susanne Riedel, Insa Sanders aus Kurzgeschichten, Gedichten und Liedtexten. Beginn ist um 20 Uhr in der Alten Kantine, Tickets kosten 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. ## Wir machen eine kleine Osterpause und sind ab dem 17\. April wieder für euch da. Bis dahin wünschen wir euch famose Feiertage! ### Prenzlauer Berg Newsletter #12 URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-12/ Last updated: 2025-03-20T18:09:51.000Z ## Spitzenreiter im Fahrraddiebstahl, Sport im Freien und Sperrmüll: Die Nachrichten für euch aus Prenzlauer Berg, jetzt im letzten Newsletter vor der Osterpause zum Nachlesen. --- Die Zeiten, in denen die Häuser in Prenzlauer Berg von Einschusslöchern aus dem Krieg geprägt und die Mieten gering waren, sind lange vorbei. Eine Welle der Gentrifizierung schwappte vor ein paar Jahren durch die Kieze und spülte zahlreiche Menschen an den Stadtrand. Jetzt könnten erneut zahlreiche finanziell schwächer gestellte Menschen verdrängt werden: In diesem und im nächsten Jahr läuft in Pankow die Sozialbindung für rund 1.300 Wohnungen aus. Im Rahmen der Sanierungen nach der Wende hatte das Stadterneuerungsprogramm Eigentümer\*innen ermöglicht, die kaputten Häuser zu sanieren und gleichzeitig die Mieten niedrig zu halten. Was das Ende der Zuschüsse für Prenzlauer Berg bedeutet und wie Anwohner\*innen damit umgehen, habe ich recherchiert für unseren **Text der Woche** - In den kommenden Monaten läuft die Sozialbindung für knapp 1.300 Wohnungen in Pankow aus, [Prenzlauer Berg ist besonders betroffen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/03/28/keine-lust-auf-eigenbedarf/?ref=loky.news). --- **Kiezfoto der Woche** ![Kiezfoto](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/04/kiezfoto_pbn.jpeg) Er habe sich sehr über den [Text zum Leierkastenmann](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/03/23/orgeln-in-der-schoenhauser/?ref=loky.news) gefreut, schreibt uns Leser Dominik Brünner. Bei einem Aufenthalt in Coyoacán in Mexiko-Stadt hatte er nämlich eine Drehorgel gesehen, die von der Familie Bacigalupo auf der Schönhauser Allee angefertigt wurde – dem Ort, wo auch Horst Bölsdorf jede Woche kurbelt. --- **Aus dem Bezirk** **Diebstahl:** Pankow gehört zu den Spitzenreitern – aber in einem weniger schönen Bereich: **3.812 Fahrräder wurden im vergangenen Jahr hier geklaut, wie eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Vasili Franco ergab.** Hotspots waren die Gegend um den Teutoburger Platz und den Falkplatz im Mauerpark. Damit liegt der Bezirk hinter Friedrichshain-Kreuzberg (3.972) und Mitte (4.399) auf dem dritten Platz im Berlin-Ranking. Die Chancen, den verlorenen Drahtesel zurückzubekommen, stehen eher schlecht: Nur in 3,9 Prozent der Fälle kann die Polizei den Diebstahl aufklären, heißt es. Insgesamt wurden in Berlin 2022 26.833 Fahrräder als gestohlen gemeldet, dadurch entstand ein Schaden von rund 29,3 Millionen Euro. Immer mehr Fahrradfahrer\*innen lassen ihr Gefährt deshalb vorbeugend polizeilich kennzeichnen – und haben im Falle des Diebstahls größere Hoffnung, es wiederzufinden. **S-Bahnhof:** Wie barrierefrei ist eigentlich der S-Bahnhof an der Storkower Straße? Seit 1997 gibt es einen Aufzug, der Fahrgäste vom Gleis auf die Storkower Straße bringt, ein weiterer führt zur Hermann-Blankenstein-Straße. **Doch gerade bei letzterem gibt es immer wieder Probleme: 41 Mal mussten Mitarbeiter\*innen im vergangenen Jahr Störungen beheben, obwohl der Fahrstuhl alle zwei Monate gewartet wird.** Die Anlagen selbst seien in gutem Zustand, technische Probleme gebe es selten, antwortet die Senatsverwaltung auf die Anfrage von Danny Freymark und Martin Pätzold (CDU). Der Grund für die Ausfälle sei in den meisten Fällen Vandalismus – doch dieser könne aufgrund „fehlender sozialer Kontrolle“ nicht wirksam unterbunden werden. **Veranstaltungen:** Bereits zum dritten Mal schreibt die Senatsverwaltung für Kultur das Programm „Draussenstadt“ aus: **Mit 1,2 Millionen Euro fördert sie Veranstaltungen, die zwischen Juni und Dezember 2023 im Freien stattfinden.** Ab sofort und noch bis zum 23\. April läuft die Bewerbungsphase, bis zu 25.000 Euro brutto können Organisator\*innen beantragen. Voraussetzung ist, dass es sich dabei um genehmigungsfähige, nicht-profitorientierte Konzepte für Kulturveranstaltungen im öffentlich zugänglichen Berliner Stadtraum handelt; die Teilnahme muss für Besucher\*innen überdies kostenlos sein. Welche Projekte der Senat fördert, gibt die Jury im Mai bekannt. Alle Informationen zur Bewerbung [findet ihr hier](https://www.draussenstadt-call-for-action.berlin/de/home/?ref=loky.news). **Sport:** Auch körperliche Bewegungen an der frischen Luft sind in Pankow gefragt: Ab April bietet der Qualitätsverbund Netzwerk im Alter Pankow e.V. (QVNIA e.V.) wieder **kostenfreie Sportangebote für Menschen über 65 Jahren in Berliner Parks** an. Wer mitmachen will, kann jeden Donnerstag um 14 Uhr in den Volkspark Prenzlauer Berg kommen, Treffpunkt ist am Eingang Hohenschönhauser Straße / Haltestelle Judith-Auer-Straße. Das Programm dauert 90 Minuten, eine vorherige telefonische Anmeldung beim Verein ist nötig und donnerstags von 11 bis 16 Uhr unter 030 47 48 87 71 möglich. [Hier gibt es weitere Details zum Angebot](https://www.qvnia.de/pravention%5Fintro/bewegung/bib?ref=loky.news). **Ferienreisen:** Der Sommer ist nicht weit entfernt, die ersten Urlaubspläne nehmen Gestalt an. Für Kinder und Jugendliche **bietet das Jugendamt Pankow auch in diesem Jahr wieder zehn verschiedene Ferienreisen an**, für die eine Anmeldung noch bis zum 31\. Mai möglich ist. Auf dem Programm stehen unter anderem Ziele auf Norderney, in Schleswig-Holstein, Sachsen und Bayern. Das Anmeldeformular findet ihr [auf der Seite des Jugendamtes](https://www.berlin.de/jugendamt-pankow/dienste-und-leistungen/allgemeine-foerderung-von-jungen-menschen-und-familien/erholungsreisen/?ref=loky.news). **Sperrmüll:** Nachdem die BSR in den vergangenen Wochen zweimal gestreikt und in dem Zusammenhang auch den Recyclinghof an der Behmstraße geschlossen hat, **kommt das Sperrmüllmobil nächste Woche in den Kiez: Am 6\. April steht es am Park am Wasserturm** in der Belforter Straße gegenüber Hausnummer 8 und zwar von 13 bis 17.30 Uhr. Wer klassischen Sperrmüll wie Möbel, Teppiche, Matratzen, Schrott, Hölzer aus dem Wohninnenbereich sowie Elektrogeräte und Alttextilien hat, kann sie dort abgeben. Nicht angenommen werden Bauabfälle, Gussbadewannen, Autoreifen, Batterien, Schadstoffe wie Öle, Lacke und Farben. [![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/steady1.jpg)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) [![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/steady2.jpg)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) **Tipps & Termine** - **1.4.:** Zu viel, zu wenig: Wie finden wir in Prenzlauer Berg einen guten Umgang mit Wasser? Darum geht es am Samstag in der Heinrich-Böll-Bibliothek auf der Greifswalder Straße. Die Nachbarschaftsinitiative Grüner Carl e.V. aus der Wohnstadt Carl Legien lädt zu Lesung und Gespräch mit Sachbuchautorin und Aktivistin Ute Scheub und Grit Diesing von der Berliner Regenwasseragentur. Beginn ist um 13 Uhr, der Eintritt ist frei. - **2.4.:** Jochen Schmidt ist seit über 40 Jahren aktiv in der Friedens­bibliothek/­Anti­kriegs­­museum und leitet heute die Institution. Am Sonntag führt er im Kulturzentrum Sebastian Haffner an der Prenzlauer Allee durch die Ausstellung „[einen gewaltigen Anstoß zum Handeln – 40 Jahre Friedensbibliothek/Antikriegsmuseum](https://www.berlin.de/museum-pankow/aktuelles/ausstellungen/artikel.1265617.php?ref=loky.news)“. Treffpunkt ist um 11 Uhr im Hauptgebäude, Raum 108\. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. - **7.-9.4.:** Wie klingt Berlin bei Nacht? Das untersucht die [Ausstellung „Berlin Noize“](https://www.4punktx.de/berlin-noize/?ref=loky.news), die am Osterwochenende in der Galerie erstererster in der Pappelallee 69 stattfindet. Sie verbindet Tracks des elektronischen Musikproduzenten TRU. mit Fotografien, Videos und Texten des Künstlers \_4.x zu einer Ästhetik des Rauschens. Geöffnet ist Freitag ab 17 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 22 Uhr. Der Eintritt ist frei. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - Er kam spät und eher zufällig zur Straßenmusik: Seit nunmehr 18 Jahren steht Horst Bölsdorf vor den Arcaden in der Schönhauser Allee und [kurbelt stundenlang an seiner Drehorgel](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/03/23/orgeln-in-der-schoenhauser/?ref=loky.news). **Zitat der Woche** *„Die Einflussmöglichkeiten des Bezirkes sind da leider sehr begrenzt, deswegen macht mir die Entwicklung große Sorge*“ sagt Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD) zum Auslaufen der Sozialbindungen. Ihrer Meinung nach müsste dem vor allem auf Bundesebene etwas entgegengesetzt werden. **Am nächsten Freitag – Karfreitag – erscheint kein Newsletter.** Wir lesen uns, wenn ihr möchtet, am 14\. April wieder. Ich wünsche euch schöne Ostertage! Eure Julia Schmitz --- **Dir gefällt, was wir machen?** **Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. 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Bauabschnitt bis nach Prenzlauer Berg weitestgehend abgeschlossen sind, verkündete die Autowahn GmbH in einer Pressekonferenz am Freitag überraschend eine Neuigkeit: Man wolle auch die „noch verbliebenen Lücken in der vollständigen verkehrlichen Erreichbarkeit der Innenstadt“ im Anschluss mit dem 18\. Bauabschnitt endlich schließen. Damit würde die A100 nicht wie bisher gedacht auf der Storkower Straße enden, sondern sich mit der A114 im Norden Prenzlauer Bergs verbinden. Ein Autobahndreieck soll die beiden Schnellstraßen an der Kreuzung Grellstraße und Prenzlauer Allee zusammenführen. Die A114, die bislang am Ende der Prenzlauer Promenade beginnt, wird dafür bis auf Höhe des Zeiss Großplanetariums verlängert und auf jeweils drei Spuren erweitert. Der Autobahnzubringer soll, ähnlich wie auf dem Abschnitt an der Frankfurter Allee in Friedrichshain, über die Dächer der anliegenden Häuser geführt werden. Hatte sich der rot-rot-grüne Berliner Senat noch vor ein paar Wochen gegen die Weiterführung der Stadtautobahn bis Prenzlauer Berg ausgesprochen, änderte sich die Einstellung mit den Koalitionsverhandlungen von CDU und SPD. „Wir müssen den Verkehr dringend aus den Kiezen holen, um diese zu entlasten“, sagte Berlins Regierender in spe Kay Wehner (SPD) im Ministerium. Und was sei da naheliegender, als ein Autobahndreieck mitten hineinzubauen? Mit einem dicht bepflanzten Grünstreifen in der Mitte zwischen den Spuren wolle man außerdem dem Konzept der umweltschonenden „Klima-Autobahn“ Rechnung tragen. Um die Lärmbelastung für die Anwohner\*innen gering zu halten, solle das Tempolimit innerstädtisch bei 120 km/h liegen. **Mehr Vorteile für Elterntaxis** Auch Franziska Miffy (CDU) zeigte sich begeistert von den Plänen. Schon immer habe sie die Idee des Berliner Senats aus den 1950er Jahren fasziniert; damals wollte dieser um die Innenstadt analog zum S-Bahn-Ring einen Autobahn-Kreis ziehen und unter anderem die Häuser rund um die Kreuzberger Oranienstraße für den Bau eines Autobahnkreuzes abreißen. Man setze nun etwas in die Tat um, das viel zu lange als rückschrittlich gebrandmarkt worden sei. Der motorisierte Individualverkehr sei in dieser Stadt viel zu lange vernachlässigt worden und bräuchte dringend Unterstützung, so Miffy weiter. „Autos sind unsere Zukunft. Wer unbedingt zu Fuß gehen möchte, kann das natürlich weiterhin tun. Berlin hat genügend Parks.“ Bei den Pankower Parteien herrschte teilweise noch Skepsis. Die Vorteile einer Weiterführung der Autobahn bis ins Herz von Prenzlauer Berg lägen allerdings klar auf der Hand, sagte Bezirksstadträtin Manuela Anders-Basaltzki (Linke) im Anschluss an die Konferenz. Schließlich werde die Grundschule am Planetarium demnächst erweitert; das Autobahnkreuz biete Eltern dann die Möglichkeit, ihre Kinder morgens mit dem SUV direkt bis vor das Schultor zu fahren, ohne im Stau zu stehen. ### Keine Lust auf Eigenbedarf URL: https://www.loky.news/keine-lust-auf-eigenbedarf/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## In den kommenden Monaten läuft die Sozialbindung für knapp 1.300 Wohnungen in Pankow aus, Prenzlauer Berg ist besonders betroffen. --- Wird Prenzlauer Berg in Zukunft endgültig nur noch denen vorbehalten sein, die sich sehr hohe Mieten leisten können? Im laufenden und kommenden Jahr fällt die Sozialbindung für knapp 1.300 Wohnungen in Pankow weg – und die Gefahr für Eigenbedarfskündigungen steigt. Im selben Kiez eine neue, bezahlbare Wohnung zu finden, gleicht in den meisten Fällen der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Fällt die Sozialbindung, haben zahlreiche Menschen keine Chance. Dass dies einmal geschehen würde, war bekannt. 1993/94 rief der Berliner Senat das Gesamtberliner Stadterneuerungsprogramm ins Leben, das sich vor allem an die Gründerzeitviertel in Mitte, Friedrichshain und Prenzlauer Berg richtete. Insgesamt 22 Gegenden wurden im Zuge dessen zu Sanierungsgebieten erklärt; in Prenzlauer Berg waren das die Kieze rund um Helmholtzplatz, Kollwitzplatz, Teutoburger Platz, die Winsstraße und die Bötzowstraße. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Sozialbindung zeitlich begrenzt** In Zusammenarbeit mit der Investitionsbank Berlin (IBB) erhielten Hauseigentümer\*innen Darlehen mit niedrigen Zinsen sowie Zuschüsse, um die teilweise extrem maroden Gebäude zu sanieren. Um die Mieter\*innen zu schützen, galten bestimmte Regeln, unter anderem waren keine Eigenbedarfskündigungen erlaubt. Die Mieten wurden auf einen bestimmten Betrag gedeckelt, Mietsteigerungen durch die IBB ausgeglichen. Doch die sogenannte Sozialbindung war von Anfang an limitiert, auf einen Zeitraum von 15 bis 30 Jahre. Bereits in den vergangenen Jahren war diese für 500 bis 1.000 Wohneinheiten pro Jahr ausgelaufen, sagt Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD). Aktuell unterliegen noch 2.960 Wohnungen dieser Förderung – doch rund 800 verlieren sie noch dieses Jahr, 2024 werden es ca. 500 sein. Besonders betroffen ist dabei der Helmholtzkiez: Allein im „LSD-Viertel“ zwischen Lychener Straße, Schliemannstraße und Dunckerstraße fallen 32 Häuser darunter, wie eine [Übersichtskarte der Initiative Mieter\*innen-Gewerkschaft](https://umap.openstreetmap.fr/de/map/sanierungsgebiete-pankow-bindung-bis-min-2021%5F730287?ref=loky.news#15/52.5382/13.4228) zeigt. [Vollbildanzeige](//umap.openstreetmap.fr/de/map/sanierungsgebiete-pankow-bindung-bis-min-2021%5F730287) Dem Bezirk Pankow sind in dieser Hinsicht die Hände gebunden. „Die Einflussmöglichkeiten des Bezirkes sind da leider sehr begrenzt, deswegen macht mir die Entwicklung große Sorge. Der Bezirk kann dann nur steuernd Einfluss auf Baumaßnahmen nehmen, z. B. durch Erlass von Erhaltungssatzungen. Von dieser Möglichkeit machen wir bereits Gebrauch, wo immer es geht“, sagt Tietje und bezieht sich damit unter anderem auf die [Milieuschutzgebiete](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/12/03/neues-milieuschutzgebiet/?ref=loky.news), von denen es in Prenzlauer Berg zehn gibt. Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen sei bereits stark eingeschränkt. „Gerade vor dem Hintergrund des Auslaufens von immer mehr Belegungsbindungen halte ich aber flankierende Maßnahmen von bundespolitischer Ebene für dringend erforderlich und setze mich im Rahmen meiner Möglichkeiten auch dafür ein. Denkbar wären hier eine Schärfung der Mietpreisbremse oder ggf. ein befristetes Mietenmoratorium.“ **Vernetzung im Kiez** Um sich zu vernetzen und gegenseitig zu unterstützen, lädt die Mieter\*innengewerkschaft, die sich für „kollektive Mietrechte und selbstbestimmtes Wohnen“ einsetzt, jeden letzten Donnerstag im Monat zum Kieztreffen Pankow ein; so auch am 30\. März ab 18 Uhr am Platzhaus auf dem Teutoburger Platz. Die Mieter\*innen der Lychener Straße 50 – einem der betroffenen Häuser – treffen sich außerdem jeden 1\. Sonntag im Monat zum W/Mutaustausch vor dem Haus, die nächste Zusammenkunft findet am 2\. April ab 15 Uhr statt. „Vielleicht fällt beim Austausch auch ein Stück ‚Verdrängungskuchen, eine Eigenbedarfsschmalzschrippe oder eine Tasse Mietwahnsinsskaffee‘ für Kiezbewohner\*innen und Hausgemeinschaften ab, die ins Gespräch kommen und sich über die Lage informieren“, schreiben sie in einem Aufruf. Titelbild: Der Helmholtzkiez ist besonders betroffen / Foto: Julia Schmitz ### Orgeln in der Schönhauser URL: https://www.loky.news/orgeln-in-der-schoenhauser/ Last updated: 2025-03-20T18:08:18.000Z ## Er kam spät und eher zufällig zur Straßenmusik: Seit nunmehr 18 Jahren steht Horst Bölsdorf vor den Arcaden in der Schönhauser Allee und kurbelt stundenlang an seiner Drehorgel. --- Horst Bölsdorf sitzt in seinem Köpenicker Wohnzimmer im fünften Stock an einem Tisch und vergleicht das Spielen seines Instruments mit dem Rezitieren eines Gedichts. „Man kann ein Gedicht mit Betonung vortragen oder einfach herunterleiern“, sagt er. Wenn man die Musik kennt, erzählt der 79-Jährige, spielt man auch gut. Es leiert nicht. Und wenn man dazu noch mitsingen kann, kann auch die Geschwindigkeit nicht falsch sein. Deshalb spielt er eher Drehorgel als Leierkasten. Er kennt die Musik und kann sie auch mitsingen. Aber um jeder Kritik die Grundlage zu nehmen, nennt er sich trotzdem berlinerisch Leierkastenmann. Diese Bezeichnung ist den Berliner\*innen eh geläufiger. Er ist ja selbst ein Berliner. Geboren wird Horst Bölsdorf 1943 in Kreuzberg. Es herrscht Krieg und Mutter und Sohn müssen sich in Sicherheit bringen, bloß weg aus Berlin und den Bombennächten. Sie ziehen zu den Großeltern nach Köthen in Sachsen-Anhalt, der Vater kommt nach Kriegsende dazu. 1956 wechseln die Eltern in ein möbliertes Zimmer in Karl-Marx-Stadt, ins heutige Chemnitz. Nach der 8\. Klasse beendet Horst die Schule und beginnt eine Lehre als Elektroinstallateur. Da spielt die Musik schon längst eine wichtige Rolle in seinem Leben. Aber erst Jahrzehnte später wird er zum Straßenmusikanten im Prenzlauer Berg. Dass er hier mehrere Stunden lang spielen darf, hat ihm das Bezirksamt ausnahmsweise erlaubt, denn er steht an einem historischen Ort: An dieser Stelle baute die Familie Bacigalupo bis 1975 Orgeln. Und so kurbelt der 79-Jährige jeden Donnerstag an dem Schwungrad, kennt jedes Stück seines Repertoires auswendig und dreht im richtigen Tempo. Denn die Musikalität wurde ihm von der Familie mitgegeben. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Einstieg als Beckenschläger** Horst Bölsdorfs Großvater ist Erster Trompeter am Stadttheater in Köthen, sein Vater spielt Klavier, Schlagzeug und bläst Tenorhorn. Alle Instrumente hatte die Familie auch zu Hause, denn der Vater spielt in zwei Kapellen und fährt über die Dörfer, um Musik zu machen. Horst ist noch zu klein und darf nicht mit. „Aber ich hatte Ohren und ein Fahrrad“, erzählt er schmunzelnd in seinem Wohnzimmer. So lauscht der kleine Junge, wenn der Vater erzählt, wo es demnächst hingeht. Er fährt dann mit dem Fahrrad hinterher, sitzt hinten auf der Bühne und hört der Musik zu. Eines Tages fehlt ein Beckenschläger bei der Marschmusik. Was nun? Horst Bölsdorf ist damals erst 12 Jahre alt und sagt nur: „Na, dann mach’ ich das.“ So kommt er zu seinem ersten Einsatz in einem Orchester. Und die Musik lässt ihn nie wieder los. Zum Beruf wird die Musik jedoch nicht. Nach seiner Lehre will er unbedingt die Mittlere Reife an der Abendschule nachholen. Aus zwei werden vier Jahre Abendschule, aus dem Realschulabschluss wird Abitur. Er will Berufsschullehrer werden und schreibt sich an der Technischen Hochschule in Karl-Marx-Stadt ein. Und auch hier holt ihn wieder die Musik ein, als er nach einem Abendseminar aus einem Gebäude Blasmusik hört. Er folgt ihr, steht irgendwann an der leicht geöffneten Tür im Blickfeld des Dirigenten und hört zu. [![Bölsdorf](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/03/DSCN0562.jpg)](F) Früher war der Affe echt, heute ist er nur noch aus Plüsch / Foto: Peter Schulz Wenig später spielt er den Part des Waldhorns in diesem Orchester, allerdings auf einem leichter zu spielenden Althorn. Im dritten Semester wird festgestellt, dass seine Stimmlippen zusammengewachsen sind und niemand weiß, ob seine Stimme den Beruf des Lehrers aushält. Ein Rückschlag. Er muss aufhören – mit dem Studium und dem Orchester. Was nun? Seine Freundin ist mit dem ersten Kind schwanger. **Schicksalsschläge und Umbrüche** Der 79-Jährige erzählt davon ohne Gram. Es gilt, die Umstände anzunehmen und eine andere Lösung zu finden. Also studiert er in Magdeburg weiter und wird nicht Berufsschullehrer für Elektrotechnik, sondern Elektro-Ingenieur. Nach dem Studium findet er einen Job in Rathenow, sein Sohn wird 1970 geboren, die Tochter ein Jahr später, er heiratet. Alles scheint gut – Beruf, Familie, Hobbies. Doch dann lässt sich seine Frau scheiden. Horst Bölsdorf ist noch keine 30 Jahre alt und erleidet einen Rückschlag, mit dem er nicht allein fertig wird. Eine Weile verbringt er in der Psychiatrie. Danach lässt er alles hinter sich und geht nach Berlin. Der noch junge Mann fängt ganz neu an. Er bewirbt sich beim VEB Wohnungskombinat Lichtenberg, bekommt den Job und dazu ein Zimmer im Arbeiterwohnheim. Er qualifiziert sich stetig weiter und steigt beruflich auf, bis er 1980 mit einer Elektrofirma in Karlshorst den Schritt in die Selbstständigkeit wagt und nach Marzahn zieht. Jetzt, mit fast 80 Jahren, erzählt Horst Bölsdorf seinen Werdegang mit sichtbarem Stolz. Denn stets sei er wieder aufgestanden, wenn er hingefallen war, erzählt er. Und er steht auch auf, als sich sein Leben, wieder einmal, mit der politischen Wende 1989 ändert. Immer mehr Firmen aus Westdeutschland dominieren den Markt, es wird schwierig, Aufträge zu bekommen, Rechnungen werden gar nicht oder zu spät gezahlt. 1994 muss Bölsdorf seine Firma schließen. Bis 2003 hangelt er sich mit zeitlich begrenzten Arbeitsverträgen als Lehrausbilder für angehende Elektriker durch das Arbeitsleben. Dann ist er arbeitslos, Hartz IV droht. Für Bölsdorf ist das keine Option. Er ist zwar über 60, aber nun muss er sich etwas überlegen. Also wird ihm über das Arbeitsamt ein Lehrgang angeboten: Wie mache ich mich selbstständig? Man glaubt dem 79-Jährigen, wenn er heute seine Reaktion darauf beschreibt, die pragmatisch, hoffnungsfroh und knapp ausfällt: „Mache ich mit.“ Und als die Firma als Bedingung ein Konzept verlangt, sagt er: „Konzept hab ich.“ Kleintransporte mit dem vorhandenen Wagen, und der Verkauf von selbst gebauten Schwedenfackeln. Um sie besser anzupreisen, will er im Feuerschein Drehorgel spielen. Der Chef ist begeistert und sagt: „Sie kommen nach dem Lehrgang mit der Drehorgel und spielen.“ Da besitzt Horst Bölsdorf noch nicht einmal eine. Bei Orgelbau Stüber in Biesdorf leiht er sich eine für ein Wochenende. Am Freitag spielt er vor dem gesamten Lehrgang–und weil er das Instrument erst Montag wieder abgeben muss, fährt er danach zur Frankfurter Allee und will wissen, wie es bei den Menschen auf der Straße ankommt. In den ein bis zwei Stunden passiert wenig. Sonnabend probiert er es noch einmal, es läuft besser. Am Montag gibt er die Drehorgel nicht zurück, sondern kauft sie für 3000 Euro. Mit dabei: Fünf Rollen Musik. Der Drehorgelspieler Horst Bölsdorf ist geboren, er ist nun Straßenmusikant. **Kein echter Affe mehr** Anfangs spielt er fünf- bis sechsmal in der Woche, dazu auf Geburtstagen, in Alten- und Pflegeheimen, in Kindergärten. Im Laufe der Zeit investiert er in weitere Musikrollen und erstellt eigene Programme, damit er nicht immer dieselbe Musik spielt, „sonst bekomme ich irgendwann selber eine Macke“, sagt er. Jeden Donnerstag seit nunmehr 18 Jahren steht Horst Bölsdorf vor dem Einkaufscenter in der Schönhauser Allee und dreht an seiner Orgel. Er gleicht einem Gentleman in seinem langen, dunklen Mantel, aus dem ein weißer Kragen hervorschaut, auf dem Kopf trägt er eine Melone – einen runden, steifen Herrenhut – und sieht dem Schlumpf-Vater Abraham zum Verwechseln ähnlich. Auf der Drehorgel steht ein Schälchen für die Münzen, der typische Affe sitzt daneben. Zu früheren Zeiten hatte ein echtes Äffchen mit einem Hut Geld eingesammelt. Heute erinnert nur noch ein Plüschtier an diese Zeit. Mittlerweile nimmt der 79-Jährige keine Aufträge für Geburtstage mehr an. Ansonsten hat er einen festen Wochenplan: dienstags orgelt er in der Schloßstraße in Steglitz, mittwochs in Zehlendorf und donnerstags in der Schönhauser Allee. Dabei hat er einen Grundsatz: Mindestens 10 Euro müssen in einer Stunde in der Münzschale liegen. Er will ja schließlich weiter investieren. Morgen steht er auf jeden Fall wieder auf der Schönhauser Allee – egal, ob das Wetter gut oder schlecht ist. Es soll ein grauer und regnerischer Donnerstag werden. Horst Bölsdorf nimmt sich einfach einen Schirm mit. Titelbild: Horst Bölsdorf steht bei Wind und Wetter mit seiner Drehorgel vor den Schönhauser Allee Arcaden / Foto: Peter Schulz ### Jamaika in Pankow URL: https://www.loky.news/jamaika-in-pankow/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## Noch ist nicht entschieden, welche Fraktionen sich in der Bezirksverordnetenversammlung in Zukunft zusammentun. Doch erste Informationen zeigen, dass Grüne, CDU und FDP miteinander liebäugeln. --- Die Wiederholungswahl hat den Bezirk ordentlich durchgeschüttelt: SPD und Linke verloren Wähler\*innen, die CDU holte auf. Letztere hat jetzt zwölf Sitze in der Bezirksverordnetenversammlung, zuvor waren es acht gewesen. In der ersten Sitzung nach der Wiederholungswahl vergangenen Donnerstag konstituierte sich die Fraktion und wählte den Verordneten David Paul zum stellvertretenden Bezirksvorsteher. „Wir sind glücklich, dass wir künftig noch viel mehr unserer kommunalpolitischen Vorhaben im Bezirk umsetzen können“, sagt Denise Bittner, die Vorsitzende der CDU-Fraktion Pankow. „Unser Ziel ist es auch weiterhin, Pankow für alle noch ein Stück lebenswerter zu machen.“ Weiterhin bleiben aber die Grünen die stärkste Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung – und könnten deshalb mit Cordelia Koch demnächst die Bürgermeisterin stellen. Darauf hätten sie bereits im Herbst 2021 den Anspruch gehabt; doch taten sich damals SPD und Linke zu einer Zählgemeinschaft zusammen und [wählten Sören Benn (Linke) ins Amt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/04/habemus-bezirksbuergermeister/?ref=loky.news). Nun sickerten erste Informationen aus den Gesprächen zwischen den demokratischen Parteien. **Einfache Mehrheit vorhanden** Wie die Berliner Morgenpost berichtet, stehen alle Zeichen auf ein „Jamaika“-Bündnis, also einer Zusammenarbeit zwischen Grünen, CDU und FDP. Zusammen haben diese 29 Sitze in der BVV und damit die einfache Mehrheit, die für eine Neuwahl des Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin nötig ist. Cordelia Koch ist bisher stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Stadträtin für Gesundheit und Soziales. Die Pankower Linke reagierte darauf enttäuscht. „Die Gespräche zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der Linken verliefen konstruktiv und zielführend. Wir bedauern auch deshalb, dass sich Bündnis 90/Die Grünen gegen ein grün-rot-rotes Bündnis entschieden haben“, schreiben Sandra Brunner und Oskar Lederer in einer Mitteilung. Das angekündigte Bündnis der Grünen mit CDU und FDP betrachte man mit Sorge und sehe darin eine vertane Chance für die Verkehrswende und bezahlbaren Wohnraum: „Die Position dieses Bündnisses zum ehemaligen Güterbahnhof Greifswalder Straße (Thälmannpark) verdeutlicht, dass eine Jamaika-Zählgemeinschaft nicht die Interessen der Pankowerinnen und Pankower im Blick hat, sondern lieber Deals mit Investoren eingeht.“ Vor ein paar Monaten hatten Grüne, CDU und FDP gemeinsam den Antrag eingebracht, das Areal in der Lilli-Henoch-Straße möglichst [schnell in Zusammenarbeit mit Investor Christian Géròme zu entwickeln](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/15/gerangel-um-den-gueterbahnhof-greifswalder-strasse/?ref=loky.news), der dort unter anderem zwei 19-stöckige Wohntürme errichten will. SPD und Linke warfen den Fraktionen daraufhin vor, die jahrelangen Planungen des Bezirks „der kurzfristigen Profitmaximierung im Interesse des Investors“ zu opfern. Es scheint, als habe dieser Interessenskonflikt die Ansichten von SPD, Linke und Grüne weit auseinander geführt – zu weit für eine Zusammenarbeit. ### Groß, größer, Jahnstadion URL: https://www.loky.news/gross-groesser-jahnstadion/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## Noch bis Ende März liegt der Bebauungsplan für das Jahnstadion öffentlich aus. Darin gibt es allerdings einige Ungereimtheiten, meint die Bürgerinitiative Jahnsportpark. --- Im Dezember kürte eine Jury das Büro O+M Carsten Otto und Christian Müller Architekten [zum Gewinner des Wettbewerbs](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/19/alles-neu-an-der-eberswalder-strasse/?ref=loky.news) rund um den Neubau des Jahnstadions. Ihr Entwurf enthält ein flaches Stadion mit einer Galerie aus rotspiegelnden Fenstern und einen weitläufigen Vorplatz mit Gastronomie. Doch haben die Architekten das Gebäude viel zu groß geplant? Im Siegerentwurf sei von 25.000 Plätzen, in der nach außen kommunizierten Version der Senatsverwaltung sei aber immer von 20.000 Plätzen die Rede gewesen, kritisiert die Bürgerinitiative Jahnsportpark. Noch bis zum 31\. März läuft die Öffentlichkeitsbeteiligung; wer sich für die Details des Bebauungsplans auf dem Gelände an der Eberswalder Straße interessiert, [kann sich diesen online anschauen](https://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/b-planverfahren/de/fruehbb/3-87/index.shtml?ref=loky.news#online-beteiligung). Laut Initiative sind auch darin ein paar Ungereimtheiten. So sei in der Begründung des B-Plans die Rede von zwei der ikonischen Flutlichtmasten, die an die Nord-Süd–„Plaza” versetzt werden sollen, im anhängenden Lageplan seien es vier, im Wettbewerbsmodell seien es drei gewesen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **„Nicht für die Öffentlichkeit gedacht”** Auch fehlten verschiedene Kritikpunkte, die das Preisgericht – dem Philipp Dittrich aus der Bürgerinitiative angehörte – bei dem prämierten Entwurf angemerkt hatte: Zum Beispiel heiße es in der öffentlich einsehbaren Begründung nur noch, die Sportwiese liege optimal am ursprünglichen Ort – das Preisgericht hatte jedoch die Formulierung „die Sportwiese liegt optimal am ursprünglichen Ort, ist jedoch – zu sehr – verkleinert” genutzt. „Die Senatsverwaltung bleibt sich treu: Die Öffentlichkeitsbeteiligung ist nicht für die Öffentlichkeit gedacht, die Bürger\*innen sollen nicht stören, die Inklusion und der Klimaschutz können warten”, kommentiert auch Aleksandra Kwasnik das Vorgehen. [Kritik an dem Vorhaben](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/22/aus-der-zeit-gefallen/?ref=loky.news) hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben; vor allem der Abriss des Stadions anstelle einer Sanierung stand dabei im Mittelpunkt. Titelbild: Julia Schmitz ### Krisenstab statt Krankenhaus URL: https://www.loky.news/krisenstab-statt-krankenhaus/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## Bis 2018 befand sich in der Fröbelstraße 15 das Klinikum Prenzlauer Berg. Jetzt wird das Gebäude zum modernen Verwaltungssitz umgebaut. --- Sirenen heulen hier schon länger nicht mehr: Anfang Februar 2020 räumte das Vivantes Klinikum die letzten Krankenbetten aus der Fröbelstraße 15, bereits seit 2018 hatte der Konzern das Klinikum Prenzlauer Berg Stück für Stück mit dem Klinikum Friedrichshain zusammengelegt. Fast achtzig Jahre lang war das Gebäude als Krankenhaus genutzt worden. Doch die Geschichte reicht noch weiter zurück. Ende des 19\. Jahrhunderts dehnte sich Berlin immer weiter aus; auf den Hügeln vor dem Prenzlauer Tor, die damals noch [von zahlreichen Windmühlen geprägt waren](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/12/die-muehlen-von-prenzlauer-berg/?ref=loky.news) und später begradigt wurden, entstanden ganze Straßenzüge mit Gründerzeitbauten. 1886 erhielt Baustadtrat Hermann Blankenstein den Auftrag, ein Obdachlosenasyl zu bauen; der Berliner Magistrat stellte ihm dafür das Gelände an der Fröbelstraße zur Verfügung. Über die Jahre wurde die „Palme“ – die im Volksmund so genannt wurde, weil in den Anfangsjahren eine große Topfpflanze im Eingangsbereich gestanden haben soll – zur größten Obdachlosenunterkunft Berlins. Bis zu 5.000 Menschen fanden in den 40 Schlafsälen in der Fröbelstraße 15 vor allem in den Jahren der Wirtschaftskrise eine Möglichkeit, im Trockenen zu übernachten. Doch die Machtergreifung der Nationalsozialisten überstand das Hilfsprojekt nicht: 1940 musste das Asyl schließen, weil Hitler die Obdachlosen ein Dorn im Auge waren. Das Gebäude wurde mit dem anliegenden Krankenhaus Nordmarkstraße zusammengelegt. Die Fröbelstraße war zwischenzeitlich umbenannt worden und erhielt ihren ursprünglichen Namen erst 1982 zurück. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Viel Platz für Verwaltung** Vor kurzem verkaufte Vivantes das Gebäude, das seit dem Auszug der Klinik leersteht, an den Senat. Zu dem Zeitpunkt hatte der Bezirk Pankow längst eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben [und Wünsche geäußert](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/04/06/die-zukunft-der-froebelstrasse-15/?ref=loky.news): In dem Gebäude, das an die bereits [vom Bezirksamt genutzten Gebäude](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=fr%C3%B6belstra%C3%9Fe&ref=loky.news) anschließt, könnte nicht nur ein Teil der Verwaltung Platz finden, sondern auch Kulturangebote und eine Kita, heißt es darin. Tatsächlich hat das Land Berlin jetzt den Umbau der Fröbelstraße 15 ausgeschrieben – allerdings nur noch zum Verwaltungsgebäude. Auf den rund 19.200 Quadratmetern sollen in Zukunft vor allem Büroräume entstehen. Unter anderem könnten hier das Amt für Weiterbildung und Kultur, das Gesundheitsamt, das Jugendamt, das Umwelt- und Naturschutzamt, das Stadtentwicklungsamt und der Krisenstab neue Schreibtische beziehen. Teilweise sind diese bislang in angemieteten Räumen in der Storkower Straße 59 untergebracht. Das Gebäude stehe unter Denkmalschutz und sei stadtbildprägend, solle deshalb behutsam erneuert und saniert werden, heißt es jetzt in der Ausschreibung. Um ausreichend Platz zu schaffen, muss deshalb das Dach ausgebaut werden; der ehemalige OP-Trakt des Krankenhauses bleibt erhalten und könnte zum Beispiel als Archiv oder Lager dienen. Auf dem Hof des Geländes könnte eine Ausstellungsfläche entstehen, auf der Bürger\*innen sich zum Beispiel über Bebauungspläne informieren könnten. Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) hat zwei bis zweieinhalb Jahre reine Bauzeit eingeplant; wann die Arbeiten beginnen, steht noch nicht fest ### Revolution mit dem Putzeimer URL: https://www.loky.news/revolution-mit-dem-putzeimer/ Last updated: 2025-03-20T18:07:05.000Z ## Trotz harter Arbeit verdienen Reinigungskräfte oft zu wenig. Katharina Florian möchte mit ihrem Unternehmen „Kehrwork“ faire Arbeitsbedingungen schaffen. --- Sie putzen Toiletten, sie schrubben Flure und leeren Mülleimer. Teilweise haben sie nur wenige Minuten, um einen Bereich zu säubern, immer wieder müssen sie aggressive Putzmittel verwenden. Die meisten haben mehrere Putzstellen, hetzen von einem Ort zum nächsten. Der Job einer Reinigungskraft ist schwere körperliche Arbeit. --- ## Dies ist ein Text aus unserer Reihe [„Famose Frauen aus Prenzlauer Berg“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/alltag/famose-frauen/?ref=loky.news) --- Dennoch erfahren die Menschen in der Reinigungsbranche kaum Wertschätzung. Das zeigt sich in der Bezahlung, der schlechten Absicherung und in der Unsicherheit der Jobs. Oft müssen diejenigen, die diese Arbeit professionell erledigen, sehen, ob sie mit ihrem Geld bis zum nächsten Monat auskommen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Die schmutzigen Seiten der Reinigungsbranche** Das musste auch Katharina Florian feststellen. Als sie selbst nach einer Unterstützung für ihren Familienhaushalt suchte, bemerkte sie, wie prekär die Arbeitsbedingungen sind. „Ich habe verschiedene Dienstleistungsangebote getestet. Aber die Arbeitsbedingungen waren überall eine Katastrophe. Auf den Abrechnungen standen teilweise nur 9,46 Euro brutto Stundenlohn drauf. Da dachte ich, das kann nicht sein. Das ist eine solche Ausbeutung.“ Sie habe kein Verständnis dafür, wenn Unternehmen den Markt als Grund angeben und dann schlecht bezahlen. Tatsächlich können viele in der Reinigungsbranche kaum von den niedrigen Löhnen leben. 2022 veröffentlichte das Institut der deutschen Wirtschaft einen Bericht, demzufolge rund 3,6 Millionen Privathaushalte in Deutschland Haushaltshilfen beschäftigen, ohne diese offiziell angemeldet zu haben – meist weit unter dem Mindestlohn, ohne Versicherungsschutz und ohne Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Ein Großteil ist weiblich. Viele sprechen auch nach Jahren kaum Deutsch und haben wenig soziale Kontakte. Freiwillig ist das nicht. Denn wer über 40 Stunden die Woche arbeitet, um zu überleben, hat einfach keine Zeit für andere Dinge. **Barrieren durchbrechen** „Die wichtigen Diskussionen, die werden alle schon geführt. Wir haben den Equal Care Day, wir haben den Frauentag am 8\. März. Wir kämpfen an vielen Fronten und wissen genau, an welchen Stellen es hakt“, sagt Katharina Florian. Allerdings verfolge sie diese Kämpfe seit mindestens zehn Jahren. Ältere Generationen würden sogar sagen, dass sie sich schon in den 1970ern damit auseinandergesetzt hätten. „Was ich mir wünsche ist, dass mehr Leute tatsächlich was machen. Haltet euch doch nicht fest an den Problemen, sondern probiert mal aktiv aus, ob sich die Barrieren nicht durchbrechen lassen.“ Sie selbst hat deshalb im November 2021 ihr eigenes Unternehmen gegründet, um in der Reinigungsbranche aufzuräumen. Mit [„Kehrwork“ ](https://kehrwork.de/?ref=loky.news)verfolgt sie einen sozialen und ökologischen Ansatz, der ein gutes Gehalt ermöglichen und gleichzeitig Zeit freiräumen soll. „Das hat damit zu tun, dass in der Branche sehr, sehr viele Menschen einen Migrationshintergrund haben, viele haben eine Flucht- oder Gewalterfahrung oder tragen ein psychosoziales Trauma mit sich herum“, sagt sie. Und Sprachkurse oder Therapien bräuchten eben Zeit. „Wir haben mit über 90 Prozent eine hohe [Frauenquote](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=famose+frauen&ref=loky.news) in der Branche in der Reinigung von Privathaushalten und davon sind sehr viele Menschen alleinerziehend“, weiß die Unternehmerin. Auch das dürfe man nicht ignorieren. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/03/daiga-ellaby-uooMllXe6gE-unsplash-683x1024.jpg) Das Unternehmen verwendet natürliche Reiniger auf Basis von Natron und Zitronensäure. / Foto: Unsplash/Daiga Ellaby Seit August 2022 bietet das Startup nun seinen Service von Pankow aus an. Der überwiegende Teil der 13 Mitarbeiter\*innen hat vorher schon im Bereich der Gebäudereinigung gearbeitet. Auch Sandra Gleiß putzt für „Kehrwork“. Die Mutter eines Sohnes kennt sich in der Branche aus, hat schon für zahlreiche Firmen gearbeitet. Insgesamt drei, vier Jahre, sagt sie. Damals sei der Zeitdruck enorm gewesen, in ihrer jetzigen Stelle sei das anders. „Es wird mehr darauf eingegangen, wenn man eine alleinerziehende Mama ist, so wie ich“, sagt sie. **Suche nach langfristigen Perspektiven** Tatsächlich macht das Reinigungs-Startup fast alles anders als ein Großteil der Branche. 1950 Euro beträgt das Festgehalt bei einer 30-Stunden-Woche, die Wegzeit gilt als Arbeitszeit, zusätzlich gibt es ein BVG-Ticket und Weiterbildungsangebote, für die „Kehrwork“ die Kosten übernimmt. Auch die Vermittlung zu psychosozialen Angeboten oder einer Rechtsberatung sind möglich. Katharina Florian versucht, individuelle Lösungen und langfristige Perspektiven für ihre Mitarbeiter\*innen zu finden, die teilweise jahrelang prekär gearbeitet haben. Damit das funktioniert, müssen die Kund\*innen auch mehr zahlen. Rund 112 Euro kostet ein dreistündiger Einsatz in einem 3- bis 4-Personen-Haushalt. Die Erfahrung zeigt, dass viele Menschen bereit sind, diese Ausgabe zu tätigen. Der Auftragskalender ist voll: Aktuell reinigen die Mitarbeiter\*innen von „Kehrwork“ um die 150 Privathaushalte und 15 bis 20 Gewerbe – auch in Prenzlauer Berg. „Wir haben die Struktur für andere Arbeitsbedingungen geschaffen, aber die Kund\*innen sind diejenigen, die das durch die Beauftragung praktisch umsetzen. Wenn diese Idee nicht von so vielen Menschen verstanden und mitgetragen würde, dann wäre Kehrwork auch nicht mehr als ein Konzept“, sagt sie. In den letzten Monaten konnte sie nicht nur beweisen, dass die Reinigungsbranche anders arbeiten kann, sondern dass sich dadurch auch das Leben ihrer Mitarbeiter\*innen verändert. Viele würden ihr Leben neu gestalten, sagt die Unternehmerin. Es habe Trennungen aus toxischen Beziehungen geben, einige erlebten eine andere Unabhängigkeit, weil sie nicht mehr auf das Netzwerk der Familie angewiesen seien. Emanzipation habe einfach auf vielen Ebenen stattgefunden. Auch die Arbeitskraft von Sandra Gleiß‘ wird dadurch angemessener und respektvoller entlohnt. Nun hat sie nicht nur eine faire Arbeit, sondern auch Zeit, sich um ihren Sohn zu kümmern und mit ihm den Nachmittag zu verbringen. *Titelfoto: Katharina Florian hat ein faires Reiningungsunternehmen gegründet / © Caroline Wimmer* ### Schlafsäcke, Kaffee und ein offenes Ohr URL: https://www.loky.news/schlafsaecke-kaffee-und-ein-offenes-ohr/ Last updated: 2025-03-20T18:07:22.000Z ## Von November bis März fährt die Stadtmission durch Berlin, um Wohnungslosen mit dem Nötigsten zu helfen oder sie in eine Notunterkunft zu bringen. Eine Nacht im „Kältebus“. --- Auch wenn an diesem ersten Märztag ein paar Menschen bereits auf den Caféterrassen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen genossen haben, wird es gegen Abend wieder kalt. Die Temperatur sinkt beständig. Im Aufenthaltsraum der Berliner Stadtmission warten Pamela, 51, hauptberuflich Übersetzerin, und Matthias, 55, fest angestellt bei der Stadtmission. Gemeinsam fahren sie heute einen der drei „Kältebusse“, werten aber noch, bevor es gleich losgeht, die vergangenen Nächte mit den anderen Mitarbeiter\*innen aus. Gestern hätten diese nicht gewusst, wo sie zuerst hinfahren sollten, so viele Aufträge habe es gegeben, heißt es. Letzte Woche sei es noch schlimmer gewesen. Pamela zeigt mir , wie alle Einsätze auf dem Tablet dokumentiert werden müssen, eine Kollegin holt die großen Thermoskannen aus einem Nebenraum. Alle sind startklar. Dann erscheinen kurz nach 20 Uhr die ersten beiden Aufträge auf dem Display. Wir übernehmen jenen in der Turmstraße in Moabit. Dort soll sich ein Mann vor einem Supermarkt befinden, der in eine Notunterkunft möchte. Als wir vor Ort sind, sitzt er betrunken auf einer Treppe, steht nach kurzem Ansprechen mithilfe von Pamela und Matthias auf und wird zum Kältebus begleitet. Er ist 51 Jahre alt und besitzt nichts weiter als das, was er an seinem Körper trägt. Er erzählt, dass er Lungenkrebs im Endstadium hat und sich fragt: „Wieso habe ich mich heute nicht vor die U-Bahn geschmissen? Dann habe ich endlich meine Ruhe.“ Angeblich hat der Kältebus ihn gestern vergessen, und auf dem Boden will er in der Notunterkunft auch nicht schlafen, echauffiert er sich etwas. Matthias versucht ihn zu beruhigen, mit der Hoffnung, dass vielleicht noch ein freies Bett zur Verfügung steht. **Fünf Monate Kältesaison** So oder so ähnlich verläuft es zwischen dem 1\. November und 31\. März jeden Tag ab 20 Uhr. Drei Kältebusse der Berliner Stadtmission sind während der Wintermonate in ganz Berlin unterwegs, hinzu kommt ein flexibel einsetzbarer vierter Bus und eine Ambulanz. 45 Ehrenamtliche verschiedenen Alters und unterschiedlicher Berufsgruppen suchen dann täglich [Wohnungslose auf den Straßen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=obdachlose&ref=loky.news) auf, helfen mit Tee, Kaffee oder Schlafsäcken oder bringen sie auf Wunsch in eine Notunterkunft. So sollen Obdachlose vor dem Kältetod bewahrt werden. Begonnen hat alles 1994 mit einem VW-Bus. Ein wohnungsloser Mann erfror damals, weil er es nicht schaffte, einen warmen Schlafplatz aufzusuchen. Die Mitarbeiter in der City-Station, einem Restaurant mit Beratung und Seelsorge, suchten sofort nach einer Maßnahme, um weitere Kältetote zu vermeiden. Auf die Schnelle wurde ein VW-Bus organisiert und zum Kältebus gemacht. Längst sind die Busse durch neue Wagen ersetzt, das Konzept ist aber das gleiche geblieben. Nachdem wir den 51-Jährigen in die Notunterkunft der Lehrter Straße gebracht haben, passiert zum Erstaunen von Matthias und Pamela etwa eine Stunde lang nichts. Es kommen zwar Aufträge rein, aber die anderen Kältebusse sind in der Nähe und können übernehmen. Also fährt Matthias erst einmal bekannte Plätze ab. Gegen 21 Uhr machen wir Halt Unter den Linden. **Die Menschen von der Straße holen** Im Abstand von 50 Metern haben sich zwei Männer niedergelassen. Der eine möchte in Ruhe gelassen werden und schlafen, der andere spricht nur Englisch, möchte einen Kaffee und weiß nicht, wo er sein nächstes Inhalationsspray bekommen kann. Beide suchen nach einer Möglichkeit und finden eine Arztpraxis am Stralauer Platz. Pamela notiert ihm Adresse und Öffnungszeiten und muss, auch wenn es kein Auftrag aus der Zentrale ist, wieder dokumentieren. Es geht weiter zu bekannten Plätzen unter der S-Bahn-Brücke in der Greifswalder Straße und zur Landsberger Allee. Während wir durch das abendliche Berlin kurven, wundern sich beide, dass es heute eher ruhig zugeht. Dieser Abend ist unüblich. Normalerweise gibt es so viel zu tun, dass aus Zeitmangel gar nicht alle Aufträge ausgeführt werden können. In der Regel sind es 50 bis 70 Anrufe pro Nacht, davon sind 30 bis 40 konkrete Aufträge; nicht jeder Anruf wird also zu einem Auftrag, etwa wenn es kein Obdachloser ist oder der Notarzt gerufen werden muss. Noch im Aufenthaltsraum hatte Pamela erklärt, dass die Kältebusse dafür da seien, Menschen von der Straße zu holen. Priorität haben Wohnungslose, die sich unter Brücken, vor Supermärkten oder in Parks aufhalten und es allein nicht in eine Notunterkunft schaffen. Matthias hatte sich geärgert, dass oft ein Anspruch an die Kältebusse gestellt werde, den diese nicht erfüllen könnten. Sie seien kein Fahrdienst für Krankenhäuser und auch nicht dafür da, wenn die Polizei oder die Feuerwehr ratlos sind, etwa bei psychisch kranken oder pflegebedürftigen Obdachlosen. Das sei nicht zu schaffen, zumal es vom Senat keine finanzielle Unterstützung für die Kältebusse gebe. Der größte Teil werde durch Spenden finanziert. **Kaffee, Schlafsäcke und ein offenes Ohr** Am Anton-Saefkow-Platz sitzt neben zwei Zelten und zwei Einkaufswagen eine Bekannte an ihrem Stammplatz. Matthias kennt ihren Namen. Kaum aus dem Kältebus ausgestiegen, ruft sie: „Hab euren Schlafsack zerschnitten. Schlimm?“ Matthias verneint, fragt nach Kaffee – „Gerne!“ – und nach etwas zu essen – „Würde ich mich freuen.“ Einen neuen Schlafsack braucht sie nicht. Es ist nun 22 Uhr, langsam mehren sich die Aufträge. Wir fahren zum Alexanderplatz, wo eine Frau wartet und zu einer Notunterkunft gebracht werden möchte, danach geht es in die Schlesische Straße, wo ein Mann vor einem Späti abgeholt werden will. Beide sind dann aber nicht mehr anzutreffen. Das ist nicht unüblich, sagt Matthias. Einige ziehen einfach weiter und wollen nicht warten, einige machen sich dann selbst auf den Weg zu einer Unterkunft. So auch die Frau vom Alexanderplatz, wie sich später herausstellen wird. Vom Alex werden wir zu einem Rollstuhlfahrer nach Moabit gerufen. Während wir durch die Nacht fahren, erzählt Matthias von einem Passanten, der den Kältebus gerufen hatte und vehement wollte, dass der Wohnungslose einsteigt und in eine Unterkunft gebracht wird. Er redete penetrant auf den Mann ein, er müsse doch mitfahren, es wäre doch viel zu kalt, er könne doch heute Nacht nicht auf der Straße bleiben. **Niemanden zwingen** Doch der Obdachlose wollte schlicht und einfach nicht. Und Pamela gibt noch zu Bedenken: Wir können niemanden einfach mitnehmen, wenn er nicht will, auch ein Obdachloser hat einen eigenen Willen. Deshalb ist es ja so wichtig, dass die betroffene Person erst einmal gefragt wird, ob sie Hilfe benötigt und in eine Notunterkunft gebracht werden möchte. Manche wollen nicht, niemand kann gezwungen werden. Auf dem Weg zur Birkenstraße, wo der Rollstuhlfahrer wartet – Matthias fährt den einzigen Kältebus, der für Rollstuhlfahrer ausgelegt ist –, halten wir noch am Ostbahnhof. Dort sitzt in einem Schnellimbiss ein 61-Jähriger. Als er ins Auto steigt, sagt er leise, fast schon demütig, merklich erleichtert: „Vielen Dank, ja.“ Pamela fragt nach den Personalien und ob er irgendwo Hausverbot hat, führt noch ein paar Telefonate, während die Fahrt Richtung Notunterkunft geht. Zwischendurch sagt er noch einmal: „Vielen Dank, ja.“ In der Lehrter Straße angekommen, ist er verwundert, dass wir schon da sind und sagt: „Oh schön.“ Auch den Rollstuhlfahrer in der Birkenstraße finden wir schnell, er bekommt ebenfalls einen Platz in der Notunterkunft der Lehrter Straße. Es ist Mitternacht, die Temperatur liegt um den Gefrierpunkt. **Unterwegs in ganz Berlin** Nach ungewöhnlichen 15 Minuten Wartezeit erscheint auf dem Display dann ein neuer Auftrag. Diesmal geht es ans andere Ende der Stadt nach Köpenick. Dort übernehmen Matthias und Pamela einen alt bekannten Obdachlosen von der BVG Sicherheit. Zwar wissen die Mitarbeiter, dass sie ihn eigentlich in die Bahn hätten setzen können, aber da es heute verhältnismäßig ruhig zugeht, haben die beiden Zeit, ihn in den Containerbahnhof an der Frankfurter Allee zu bringen. Er ist ein wenig verwirrt und eh nicht sehr gut zu Fuß. Danach kommen noch ein paar Anrufe, die aber alle ohne Ansprache mit den Obdachlosen sind. Nach 43 Anrufen und 21 ausgeführten Aufträgen beenden die Beiden um 2.30 Uhr ihre Schicht. Bis Mitte März sind nachts Minusgrade und sogar Schnee vorausgesagt. Der Winter ist noch nicht vorbei. ### **Der [Kältebus der Stadtmission](https://www.berliner-stadtmission.de/kaeltebus?ref=loky.news) ist zwischen dem 1\. November und 31\. März täglich zwischen 20 Uhr und 2 Uhr unter folgender Nummer erreichbar: 030 690 333 690\.** ### **Wer einen obdachlosen Menschen sieht, sollte vorher diese Hinweise beachten:** - Sprecht den oder die Person an und stellt sicher, dass der oder die Bedürftige wirklich Hilfe annehmen möchte - Ist die Person gar nicht mehr ansprechbar, dann bitte nicht den Kältebus, sondern gleich einen Krankenwagen unter der 112 rufen Titelbild: Peter Schulz ### Neue Brücken für den Kiez URL: https://www.loky.news/neue-bruecken-fuer-den-kiez/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## In den kommenden Jahren werden in Prenzlauer Berg drei Brücken abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Wir zeigen euch, welche das sind. --- Berlin hat mehr Brücken als Venedig, heißt es. Eine genaue Zahl gibt es nicht, sie schwankt, je nach Definition, zwischen 900 und 2100 Stück. Fakt ist aber: Etliche von ihnen sind deutlich in die Jahre gekommen. Auch in Prenzlauer Berg gibt es mehrere marode Brücken, die in nächster Zeit abgerissen und neu gebaut werden. Welche sind das? \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ ## **Schönhauser Allee Brücke** Steigt man an der Schönhauser Allee aus der Tram oder der U-Bahn, merkt man zunächst gar nicht, dass man auf einer Brücke steht. Erst auf der Ebene der S-Bahn wird deutlich, dass die Gleise von einer 49 Meter breiten gemauerten Konstruktion überspannt sind, auf denen unter anderem seit den 1990er Jahren das Einkaufzentrum steht. 137 Jahre ist es her, dass der erste Teil der Brücke eingeweiht wurde. 1913 eröffnete die U-Bahn-Stecke, die früher Linie A hieß, 1927 erfolgte eine umfangreiche Erweiterung. Bis heute bringt der Fußgängertunnel, der 1962 entstand, Passagiere von der S-Bahn auf die Mittelinsel unter dem Magistratsschirm. Im Rahmen von Abriss und Neubau bleibt dieser nicht erhalten. „Die Brücke hat ihre Belastungsgrenze noch nicht ganz erreicht, ist aber kurz davor“, sagt Michael Fischer, dessen Ingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner für die Planung verantwortlich ist. Ab 2025 sollen die Arbeiten an der Brücke beginnen, fünf Jahre hat die Senatsverwaltung für die Fertigstellung eingeplant. Der Verkehr, sowohl im ÖPNV als auch für Autofahrer\*innen, soll dabei so weit wie möglich aufrechterhalten werden. Geplant ist außerdem, dass der Ausstieg aus der Tram in Zukunft zur Mittelinsel erfolgt, um Fußgänger\*innen, Fahrradfahrer\*innen und Autos stärker zu entzerren. ![Brücke ](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/03/schonhauser-allee.jpg) Entwurf zur zukünftigen Aufteilung auf der Schönhauser Allee Brücke / Grafik: SenUMVK ## **Dunckerbrücke** Genau zwischen Käthe-Kollwitz-Gymnasium, Dunckerclub und Heinrich-Schliemann-Gymnasium liegt die Dunckerbrücke, die zwei S-Bahn- und zwei Fernbahngleise überspannt. Sie entstand 1927 als Stahlkonstruktion, in den 1970ern wurde sie durch eine Version aus Beton ersetzt. Doch auch ihr Zustand ist alles andere als gut. Seit 2017 dürfen nur noch Fahrzeuge mit einem Gewicht von maximal zwölf Tonnen darüber fahren. Derzeit ist die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz noch mit den konkreten Planungen beschäftigt. Bekannt ist aber bereits, dass sie im Rahmen des Neubaus auch eine bessere Verkehrsführung für Fahrradfahrende – im Zuge der angedachten Umwidmung der Dunckerstraße zur Fahrradstraße – schaffen will. Im August 2025 sollen die vorbereitenden Maßnahmen und voraussichtlich im Februar 2026 die konkreten Bauarbeiten beginnen, die ungefähr zwei Jahre dauern. Auch bei der Dunckerbrücke wird darauf geachtet, dass sie währenddessen passierbar bleibt. Weil sie in zwei Abschnitten zurück- und neu gebaut wird, können Fußgänger\*innen jeweils über die verbliebene Hälfte laufen. Für den Fahrzeugverkehr gibt es eine Vollsperrung, teilweise sind auch Sperrungen der Bahngleise nötig. Nach der Fertigstellung der neuen Brücke ist zudem ein zweiter Zugang zum S-Bahnhof Prenzlauer Allee geplant. ## **Schönfließer Brücke** Auf der Brücke, welche die Dänen- mit der Kopenhagener Straße verbindet, ist kein Autoverkehr erlaubt. Nur Fußgänger\*innen und Fahrradfahrende können das knapp 60 Meter lange und 2,50 Meter breite Bauwerk überqueren. Aufgrund des schmalen Weges kommt es oft zu Platzproblemen. Die sollen mit dem Neubau verschwinden, der insgesamt sieben Meter breit sein wird: Drei Meter Weg jeweils für Fahrradfahrer\*innen und Fugänger\*innen, mit 0,5 Metern Abstand zwischen den Spuren und je 0,25 Metern Sicherheitsabstand zum Geländer. Wie bei der Dunckerbrücke befindet sich die Senatsverwaltung auch hier noch in der Vorplanung, der genaue Beginn der Abriss- und Neubauarbeiten steht noch nicht fest. Angestrebt wird aber 2026 mit einer Bauphase von zwei Jahren. **Auf mein.berlin ermöglicht die Verwaltung Anwohner\*innen und allen Interessierten noch bis zum 12\. März, ihre Vorschläge und Ideen für die Neubauten einzugeben. Hier geht es zur Bürgerbeteiligung bei der [Schönfließer Brücke](https://mein.berlin.de/projekte/ersatzneubau-der-dunckerbrucke-im-bezirk-pankow/?initialSlide=0&ref=loky.news), der [Dunckerbrücke](https://mein.berlin.de/projekte/ersatzneubau-der-dunckerbrucke-im-bezirk-pankow/?ref=loky.news) und der [Schönhauser Allee Brücke](https://mein.berlin.de/projekte/ersatzneubau-schonhauser-allee-brucke/?ref=loky.news).** Titelbild: Die Schönfließer Brücke verbindet die Dänen- mit der Kopenhagener Straße / Foto: Julia Schmitz ### Für alle offen URL: https://www.loky.news/fuer-alle-offen/ Last updated: 2025-04-02T11:25:12.000Z ## Die Berliner Zionskirche an der Grenze zu Prenzlauer Berg feiert am Wochenende ihr 150-jähriges Jubiläum. Die Erinnerung an die Geschichte ihres Widerstandes ist bis heute lebendig. --- *Ein Gastbeitrag von Bettina Röder* Große und kleine Fahrräder stehen im Durchgang zum Hinterhof in der Griebenowstraße 16\. Rechts führen ein paar Stufen zum Gemeindebüro. Hier sitzt an diesem Abend Pfarrer Matthias Motter: kurze Haare, Ring im Ohr, Dreitagebart. Jeden Donnerstag hat er Sprechstunde. Wie gut die Hälfte der 1 000 Gemeindemitglieder der Zionskirche kommt auch er aus den alten Bundesländern, wuchs in Westfalen auf. Seit knapp drei Jahrzehnten lebt er im ehemaligen Ostteil Berlins, seit 2017 ist er Pfarrer an jener Kirche, die auf einer kleinen Anhöhe in Mitte steht, kurz vor der Grenze zu Prenzlauer Berg. Seine Gemeinde bereitet sich in diesen Tagen auf ein großes Fest vor: Das Gotteshaus wird am 2\. März 150 Jahre alt. Diese Kirche, sagt Matthias Motter, habe ihn von Anfang an fasziniert, weil sie eine offene Kirche ist. Und damit, so der dreifache Familienvater, stehe sie in der Tradition des Widerstandskämpfers und Theologen Dietrich Bonhoeffer, der hier Jugendvikar war und eine „Kirche für andere“ lebte. „Er hat Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit gesehen. Dem fühlen wir uns verpflichtet.“ Nicht ohne Stolz verweist Matthias Motter darauf, dass es in diesem Jahr 80 Konfirmandinnen und Konfirmanden gibt, außerdem eine Kita mit knapp 100 Kindern. Aber auch die Tradition der Umweltbibliothek zu [DDR-Zeiten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/ddr/?ref=loky.news), die nach dem nächtlichen Stasi-Überfall im November 1987 weltweit Schlagzeilen machte, ist ihm, als ein Ort gegen Unterdrückung und für Meinungsfreiheit, wichtig. **Kirchengebäude wird saniert** Das Gebäude schätzt er besonders, weil der Kirchenraum auch die Wunden und Narben der Vergangenheit zeigt: die Geschichte des Widerstandes gegen zwei Diktaturen. Es ist eben keine prunkvolle Kirche, und damit in ihrer Unvollkommenheit ein Spiegelbild menschlicher Existenz, mit allen Höhen und Tiefen. Das soll auch so bleiben, wenn die Backsteinkirche mit dem schlanken Turm umfassend restauriert wird. Ein großer Bauaufsteller neben dem geöffneten schmiedeeisernen Tor informiert über die Maßnahme. Im vergangenen Sommer wurde mit den Arbeiten begonnen, im Jahr 2025 sollen sie abgeschlossen sein. Eine moderne Fußbodenheizung, gespeist aus Erdwärme, und eine neue Orgel sind geplant. Behutsam soll der Innenraum restauriert werden. Horst Edler, Journalist und seit den 1990er Jahren einer der Aktiven im Vorstand des Fördervereins der Kirche, steht auf der Empore. Er zeigt auf mehrere Plexiglasplatten, unter denen bunte Farbreste zu sehen sind. Auch die sollen erhalten werden. Sie entstanden beim Bemalen von Transparenten auf dem Fußboden in den Nächten nach dem Überfall auf die Umweltbibliothek, während draußen Polizei und Staatssicherheit die Kirche umlagerten: „Wir protestieren gegen die Festnahmen und Beschlagnahmung in der Umweltbibliothek“, war auf einem zu lesen. In dieser Tradition zeigten vor kurzem 55 ukrainische und deutsche Künstler\*innen mit ihren Arbeiten „Orte des Widerstandes“ gegen den verbrecherischen Krieg des Diktators Putin. Nicht ohne Rührung erinnert sich Horst Edler an die junge Sophia. Sie hatte eine Arbeit aus ihrer Heimatstadt Odessa zusammengefaltet in ihrem kleinen Koffer mitgebracht und die Faltstellen des Gemäldes sichtbar gemacht. ![Zionskirche](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/02/Matthias-Motter-Foto-Michael-Reinke.jpg) Matthias Motter ist seit 2017 Pfarrer in der Zionskirche / Foto: Michael Reinke **Ort des Widerstandes** Markus Kaesler, der 35-jährige Foto-Künstler aus Heidelberg, eröffnete hier am 24\. Februar, dem Jahrestag des Überfalls auf die Ukraine, eine Ausstellung zu 365 bearbeiteten Fotos: „Vanitas – Was bleibt?“ Er habe an jedem Tag des Krieges eines der Fotos „zerstört“, die nun in schwarzen Rahmen hier hängen. „Der Druck in mir musste raus, ich wollte einfach solidarisch sein“, sagt er. Mit einem breiten Spektrum an Veranstaltungen will der 1990 gegründete Förderkreis der Kirche an aktuelle Ereignisse wie auch die bewegende Geschichte der Kirche anknüpfen. Eine ebenfalls vor kurzem gezeigte Ausstellung „Im Bau“ von dem Fotografen und Fördervereinsvorstand Roland Behrmann wurde von 3 000 Menschen besucht. Da ging es um die jüngste Baugeschichte der Zionskirche, die seit 150 Jahren ständig im Umbruch ist. Kaiser Wilhelm I. war zu ihrer Einweihung am 2\. März 1873 höchst persönlich gekommen. Er hatte das Geld für die Kirche gespendet, weil er einem Attentat entgangen war. Berlin wuchs in der Folgezeit binnen weniger Jahrzehnte von ein paar hunderttausend auf vier Millionen Einwohner. Die heute hochkomfortablen, heiß begehrten Wohnungen im Gründerzeitviertel rund um die Kirche waren vor allem Elendsquartiere für Arbeiter mit Billiglöhnen. Im größten Elend kurz nach der Weltwirtschaftskrise 1931 kam der damals 25-jährige Dietrich Bonhoeffer in die Gemeinde. Auch seine Konfirmanden lebten im Elend. Er half, wo er konnte, machte für sie eine Jugendstube auf, die aber von den Nazis nach der Machtergreifung bald wieder verboten wurde. **Überfall auf die Umweltbibliothek** Gut 50 Jahre später wurde die Zionskirche erneut Schauplatz des mutigen Widerstandes gegen eine Diktatur. Pfarrer Hans Simon kam 1984 her. Er überließ den Keller seines Pfarrhauses gegen viele Widerstände jungen Menschen, die sich dort für Meinungs- und Versammlungsfreiheit engagierten. Mit seiner Frau Barbara gab er ihnen Schutz und Räume. „Das konnte nicht gut gehen, wir dachten immer, wann kommen die und holen die Jugendlichen ab“, erinnert sich Annette Leonhardt, die sich seit Mitte der 70er Jahre in der Zionsgemeinde engagiert. Sie wohnte über der [Umweltbibliothek im Gemeindehaus](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/27/opposition-im-kirchenkeller/?ref=loky.news) in der Griebenowstraße. Als dann die Räume in der Nacht zum 27\. November 1987 von der Stasi überfallen und die jungen Leute verhaftet wurden, „da haben wir in großer Angst das Licht gelöscht“. Beschämt habe sie das an die Nazi-Zeit erinnert, als Menschen ebenfalls das Licht löschten, wenn Nachbarn abgeholt wurden. Als dann am nächsten Morgen der Hof des Gemeindehauses voller Menschen – darunter sogar Vertreter westlicher Medien – war, habe sie Hoffnung geschöpft, die knapp zwei Jahre später, im Herbst 1989, auch in Erfüllung gehen sollte. Bis vor kurzem war die engagierte Frau Schriftführerin im Förderkreis. Der Gemeinde, die inzwischen unter dem Namen „Kirche am Weinberg“ mit drei weiteren Gemeinden vereint ist, ist sie bis auf den heutigen Tag treu geblieben. Als Zeitzeugin und Mitstreiterin in allen Höhen und Tiefen. Sie gehört zu den wenigen Alteingesessenen, die bis heute hier leben: In dem Gründerzeithaus in der Griebenowstraße 16, in dem auch Pfarrer Matthias Motter sein Gemeindebüro hat. **Zum 150\. Jubiläum der Zionskirche findet am Donnerstag, 2\. März ab 19 Uhr ein Festabend mit Wortbeiträgen und Musik statt. Am Sonntag, 5\. März, gibt es um 10 Uhr einen Festgottesdienst. [Mehr zum Programm findet ihr hier](http://zionskirche-berlin.de/150-jahr-zionskirche?ref=loky.news).** Titelbild: Julia Schmitz ### Prenzlauer Berg Newsletter #7 URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-7/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Jahnsportpark, illegale Müllablagerungen und eine neue Feuerwehr für Prenzlauer Berg: Dies und mehr gibt es diese Woche in unserem Newsletter zum Nachlesen! --- Am Morgen vor genau einem Jahr war die Welt plötzlich eine andere: Russland war mit massivem Aufgebot in die Ukraine einmarschiert. In den kommenden Monaten kostete das tausende Menschen das Leben. Immer mehr verließen deshalb das Land, bis heute sind rund 380.000 Geflüchtete in Berlin angekommen. Die Unterstützung aus der Bevölkerung war und ist immens. Eine Prenzlauer Bergerin nutzte jede freie Minute dafür, Unterkünfte für Ukrainer\*innen zu finden, eine andere nahm selbst zwei Frauen in ihrer Wohnung auf. Die Ämter in Pankow arbeiten seitdem auf Hochtouren, um den Geflüchteten das Einleben zu erleichtern. Ende des Jahres ging der Bezirk auf Antrag der Bezirksverordnetenversammlung außerdem eine „solidarische Städtepartnerschaft“ mit der westukrainischen Stadt Riwne ein. Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) war vor kurzem dort und hat mit meiner Kollegin Katharina Angus darüber gesprochen für unseren **Text der Woche** - **Ukraine:** Vor einem Jahr begann Russland mit der Ausweitung des Angriffskrieges auf die Ukraine. Wie ist die Situation vor Ort heute? Pankows Bezirksbürgermeister reiste Anfang Februar nach Riwne, der [„Solidaritätspartnerstadt“ von Pankow](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/24/schaut-auf-diese-stadt/?ref=loky.news). **Was sonst noch los war** - **Mitmachen:** Im Juli eröffnete das [Büro „Pankow beteiligt“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/21/hier-werden-sie-geholfen/?ref=loky.news) als Schnittstelle zwischen Bürger\*innen und Bezirksamt. Was bedeutet das genau – und funktioniert es? **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/02/Schwimmerin.jpg) Die Skulptur der Schwimmerin im Weinbergspark – eingefangen mit einer alten Boxkamera von Stefan Schweers Du fotografierst im Kiez? Schick‘ uns deine Schnappschüsse [per Mail](mailto:redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de?subject=Kiezfoto)! Aus dem Bezirk **Feuerwehr:** Immer wieder kommt es in Prenzlauer Berg zu Bränden, bei denen ganze Wohnungen oder Häuser ausbrennen. Umso wichtiger ist es, dass die Feuerwehr möglichst schnell vor Ort ist, um die Flammen zu löschen. Bei den meisten Fällen im Stadtteil rücken die Einsatzkräfte der Feuerwache auf der Oderberger Straße oder der [Freiwilligen Feuerwehr in der Schieritzstraße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/11/ehrenamtlich-tueren-aufbrechen/?ref=loky.news) aus. Aber wie steht es um die Abdeckung im östlichen Teil Prenzlauer Bergs aus, in den Kiezen Alter Schlachthof, Velodrom, Blumenviertel, Bötzowkiez, Grüne Stadt und Mühlenkiez? Johannes Kraft, Abgeordneter für die CDU, hat bei der Senatsverwaltung für Inneres nachgefragt. Diese hat zwar keine Zahlen, wie oft und in welchen Kiezen die Löschwagen ausrücken mussten, kann aber feststellen: „Mit den jährlich ansteigenden Einsatzzahlen, steigt auch die Einsatzbelastung der Berliner Feuerwehr in allen Teilen Berlins an“. Um die Versorgung im gesamte n Stadtteil zu gewährleisten, plant der Senat eine neue Schwerpunktfeuerwache: Angedacht ist dafür das Eckgrundstück Danziger Straße/ Kniprodestraße. Mindestens neun Fahrzeuge sollen dort zur Verfügung stehen. Wann der Bau beginnt, ist aber noch unklar: „Aufgrund anderer prioritärer Bauvorhaben konnte die Maßnahme bisher noch nicht in der Investitionsplanung berücksichtigt werden“, heißt es. **Bürgeramt:** Weil das Bezirksamt alle verfügbaren personellen Kräfte für die Wiederholung der Wahl bündeln musste, blieb das Bürgeramt in der Fröbelstraße für ein paar Wochen geschlossen. Jetzt ist es wieder zu den regulären Zeiten geöffnet: „Es werden ab sofort wieder alle vorhandenen Terminkontingente für die Service-Telefonnummer 115 und für die Online-Terminvereinbarung angeboten“, heißt es. Wer Glück hat, bekommt sogar einen davon. Das Bürgeramt Pankow (Breite Straße 24a-26) bleibt hingegen weiterhin zu: Es wird zur Vorbereitung des Bürgerentscheids gebraucht und geht voraussichtlich Anfang April wieder in den Normalbetrieb. **Jahnsportpark:** Im Dezember 2022 vergab die Jury für den [Neubau des Jahnstadions](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/19/alles-neu-an-der-eberswalder-strasse/?ref=loky.news) den 1\. Preis an O+M Architekten GmbH BDA mit LOR Landschaftsarchitekten Otto + Richter Part GmbH, jetzt hat der Senat beschlossen, den Entwurf auch zu realisieren. Auf Vorlage des Senators für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Andreas beschloss die Landesregierung am Dienstag die Umgestaltung. Sobald das Vergabeverfahren abgeschlossen ist, folgt die Planung des Neubaus und die Erstellung eines Entwicklungsleitfadens für das gesamte Areal, das zu einem Inklusionssportpark ausgebaut werden soll. Im zweiten Quartal dieses Jahres beginnt die Schadstoffsanierung des Tribünengebäudes, der Stadionneubau ist dann für 2025 geplant. **Müll:** Alte Matratzen, kaputte Kühlschränke oder zerrupfte Sofas: Auf den Straßen der Stadt steht ein ganzes Arsenal an ausrangierten Möbeln. Während die besser erhaltenen Gegenstände meist recht schnell neue Besitzer finden, stehen die kaputten Dinge oft wochenlang herum. Die Masse an abgestelltem Müll in Berlin hat insgesamt zugenommen, in Pankow ist sie jedoch leicht gesunken: 1.967 Kubikmeter „illegale Ablagerung“ hat die BSR 2022 im Bezirk aufgesammelt, 2021 waren es noch 2.191 Kubikmeter gewesen. Das Abstellen ist eine Ordnungswidrigkeit, die strafrechtlich verfolgt wird. Doch der Erfolg ist gering: Nur bei der Hälfte der erfassten Straftaten in Pankow kann die Polizei auch ein Täter oder eine Täterin ermitteln. „Kann die Verursacherin bzw. der Verursacher nicht ‚auf frischer Tat‘ ertappt werden (durch Dienstkräfte des Ordnungsamtes, der Polizei oder aussagebereite Zeugen) sind entsprechende Verfahren nach § 47 Absatz 1 des Ordnungswidrigkeitengesetzes einzustellen“, heißt es dazu beim Bezirksamt. In der Bezirksverordnetenversammlung steht das Thema immer wieder auf der Tagesordnung: Kürzlich forderten die Politiker\*innen das Bezirksamt auf, sich für regelmäßige kostenlose Sperrmülltage in den Kiezen einzusetzen. **Jugendjury:** Eigene Ideen zu entwickeln und selbstständig umzusetzen, ist ein wichtiger Teil der Entwicklung. Um das zu unterstützen, gibt es in Pankow die Jugendjury, bei der Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 21 Jahren bis zu 1.000 Euro für ihr Projekt beantragen können. Die Jury besteht aus den anderen Teilnehmer\*innen, gemeinsam beraten diese über die Ideen und geben sich Tipps für die Durchführung. [Bis zum 10\. März können Projekte eingereicht werden](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2023/pressemitteilung.1295686.php?ref=loky.news), die erste von drei Jurysitzungen findet am 18\. März statt. Zuspruch kommt von Bezirksstadtrat Cornelius Bechtler (Grüne): „Wir unterstützen den Wunsch der jungen Menschen, mit ihren Projekten ihre Lebenswelt in Pankow aktiv mitzugestalten und gesellschaftlich mitzumischen – sei es bei der Planung von Aktionen für ein gerechtes Miteinander oder bei der Gestaltung von Räumen und Flächen. Wir finden das großartig und freuen uns auf die Umsetzung von verschiedensten Projekten“. **Kulturförderung:** Auch für Erwachsene ist eine erneute Förderung ausgeschrieben, diesmal für Kunst- und Kulturprojekte aus allen Sparten. Bis zum 15\. März können Einzelpersonen oder Initiativen einen Antrag zur Unterstützung von Vorhaben stellen, die zwischen Juli und Dezember 2023 in Pankow realisiert werden sollen. Weitere Informationen sowie die Förderunterlagen gibt es auf der Seite des [Amtes für Weiterbildung und Kultur](https://www.berlin.de/kunst-und-kultur-pankow/foerderung/projektfoerderung/informationen-antragstellung/?ref=loky.news). **Polizeimeldungen** - **Fünfjährige getötet:** Passant\*innen fanden am Dienstagnachmittag gegen 17.40 Uhr in einem Gebüsch des Paula Panke Parks ein fünfjähriges Kind mit Stichverletzungen. Rettungskräfte versuchte sie erfolglos wiederzubeleben, das Mädchen verstarb im Krankenhaus. Kurz darauf nahmen Polizist\*innen einen 19-jährigen Tatverdächtigen fest, der als Babysitter auf das Mädchen und seine drei Geschwister aufgepasst hatte. Die Ermittlungen dauern an. - **Radunfall:** In der Nacht zum Freitag vergangene Woche zog sich ein 59-Jähriger zahlreiche innere und äußere Verletzungen zu, als er gegen 22.30 Uhr auf der Kollwitzstraße Ecke Sredzkistraße laut Zeugenaussagen mit einer anderen radfahrenden Person zusammenstieß. Diese entfernte sich vom Unfallort und bleibt bisher unbekannt. Der Mann kam zur stationären Behandlung ins Krankenhaus. Das Fachkommissariat für Verkehrsdelikte hat die Ermittlungen aufgenommen. [![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/steady1.jpg)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)[![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/steady2.jpg)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) **Tipps & Termine** - **24.2.:** *„*too much future*“* lautete ein Spruch der Punks in der DDR: zu viel Zukunft, weil alles von der Wiege bis zum Grab vorbestimmt schien. Am Freitag spricht Henryk Gericke mit Ulrich Gutmair in der [Theaterbuchhandlung einar & bert ](https://www.genialokal.de/buchhandlung/berlin-prenzlauer-berg/theaterderzeit/Veranstaltungen/?ref=loky.news)in der Winsstraße 72 über Punkrock in der DDR 1980-1989\. Beginn ist um 19.30 Uhr, der Eintritt kostet 5 Euro. - **26.2.:** Im Rahmen des Netzwerks der Wärme liest Bianca Schaalburg am Sonntag in der Heinrich-Böll-Bibliothek in der Greifswalder Straße aus ihrem [Graphic Novel *„*Duft der Kiefern*“*](https://www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow/aktuelles/veranstaltungen/?ref=loky.news#hbb). Darin taucht sie ein in ihre Kindheit und das Schweigen der Familie: Was hat ihr Großvater, angeblich als Buchhalter bei der Wehrmacht in Riga stationiert, von den Gräueltaten der Nazis gewusst? Los geht es um 15 Uhr, der Eintritt ist frei. - 1**.3.:** Mit 100 Ausstellungen in Berlin und Potsdam feiert der European Month of Photography sein 10-jähriges Bestehen. In Prenzlauer Berg eröffnet im Rahmen dessen am Mittwoch die [Ausstellung *„*Berlin berührt*“*](https://emop-berlin.eu/event/vernissage-eroeffnungsrede-berlin-beruehrt/54eee75f-9d74-4efa-ad61-6adea702daa7/?ref=loky.news) in der Galerie Strassenfeger 012 in der Oderberger Straße 12\. Die Vernissage beginnt um 18 Uhr. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Wahl:** Welche Kandidat\*innen hat Prenzlauer Berg ins Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlung gewählt? [Das sind die Zahlen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/12/so-hat-prenzlauer-berg-gewaehlt-2/?ref=loky.news). - **Abstimmung:** Der Wahltag ist vorbei. Wie war die [Situation in Prenzlauer Berg](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/12/mehr-wahlkabinen-keine-warteschlangen/?ref=loky.news)? Wir haben Eindrücke gesammelt. **Zitat der Woche** *„Auch wenn die Front weit weg scheint, hier ist ein ganzes Volk im Krieg“* berichtet Bezirksbürgermeister Benn von seiner Reise nach Riwne. Am Freitag hisst das Bezirksamt als Zeichen der Solidarität außerdem die Ukraine-Flagge am Rathaus Pankow. Wir lesen uns, wenn ihr möchtet, nächste Woche wieder. Bis dahin eine gute Woche! Eure Julia Schmitz --- **Dir gefällt, was wir machen?** **Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Schaut auf diese Stadt URL: https://www.loky.news/schaut-auf-diese-stadt/ Last updated: 2025-04-02T11:26:05.000Z ## Vor einem Jahr begann Russland mit der Ausweitung des Angriffskrieges auf die Ukraine. Wie ist die Situation vor Ort heute? Pankows Bezirksbürgermeister reiste Anfang Februar nach Riwne, der „Solidaritätspartnerstadt“ von Pankow. --- 250.000 Menschen leben in der Stadt, die unweit der Grenze zu Belarus zwischen Kyiv und Lviv liegt. Noch in der Vorweihnachtszeit hatte der Bezirk Pankow entschieden, [eine solidarische Städtepartnerschaft mit Riwne](https://www.berlin.de/ba-pankow/ueber-den-bezirk/patenschaft/artikel.1290138.php?ref=loky.news) einzugehen und ein Spendenkonto einzurichten. Vor kurzem reiste Sören Benn (Linke) selbst [in die Ukraine](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/ukraine/?ref=loky.news). Beeindruckt zeigt sich Pankows Bezirksbürgermeister vor allem von den Bewohner\*innen Riwnes. „Wir haben eine lebendige Stadt und selbstbewusste Stadtbewohner\*innen getroffen, sind auf unbeschreibliche Herzlichkeit, Offenheit und manchmal fast beschämende Hochachtung und Dankbarkeit dafür, gekommen zu sein, gestoßen“, berichtet Benn. Müde und erschöpft seien die Menschen, aber nach wie vor entschlossen. Zwar habe er keine Kriegsbegeisterung gesehen, aber „den festen Willen, nie wieder unter russischer Vorherrschaft leben zu wollen“. **Der sorgenvolle Blick nach Norden** In der Region um das westukrainische Riwne hatte es im letzten Jahr russische Angriffe, vor allem auf die Infrastruktur, gegeben. Erst im November 2022 wurde das AKW Riwne deswegen vorsichtshalber vorübergehend vom Stromnetzwerk getrennt. Die nahe Grenze zu Belarus im Norden erhöht für die Menschen dort überdies die Gefahr im Fall eines belarussischen Einmarsches in die Ukraine. Berichten der Süddeutschen Zeitung zufolge plane Russland, das ihm ohnehin freundschaftlich gesonnene Belarus schrittweise zu unterwandern. Laut der Frankfurter Rundschau soll der Leiter der Militärverwaltung in Riwne, Vitaliy Koval, geäußert haben, dass die Region derzeit gezielt aufrüste, um auf ein solches Szenario vorbereitet zu sein. „Auch wenn die Front weit weg scheint, hier ist ein ganzes Volk im Krieg“, beschreibt Benn seinen Eindruck von der Lage vor Ort. Das mag unter unterem an der solidarischen Unterstützung liegen, die Binnengeflüchtete aus den östlicheren Gebieten der Ukraine hier erfahren. **Ungebrochene Solidarität** Derzeit halten sich ca. 20.000 ukrainische Geflohene in Riwne auf. Hier werden sie in Wärmezelten versorgt, die sich „Punkte der Unbesiegbarkeit“ nennen. Der Zusammenhalt der Bevölkerung ist auch ein Jahr nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine ungebrochen. Nicht nur Menschen erhalten in Riwne Unterstützung. So erfand sich etwa eine Druckerei aus dem ostukrainischen und schwer umkämpften Cherson als „Gemütlicher Buchladen (Затишна книгарня)“ in Riwne neu. Ein Schwerpunkt der Buchhandlung liegt auf der Weiterentwicklung der ukrainischen Literatur. Daher finden sich keine russischsprachigen Bücher im Sortiment, erklärt die Inhaberin auf ihrer Webseite . Auch die medizinische Universität Luhansk, die bereits im März 2022 und zuvor im Jahr 2014 Zuflucht in Riwne genommen hatte, ist hierher übergesiedelt. **Eine gebeutelte Stadt** Das westukrainische Riwne gehörte im Mittelalter zunächst zu Litauen, später zu Polen. Während der ersten Hälfte des 20\. Jahrhunderts wechselte die Staatsangehörigkeit der Stadt im Rhythmus des Kriegsgeschehens. Deutsche, russische, bolschewistische und polnische Truppen beanspruchten die Herrschaft über die Region. Während der deutschen Okkupation des Gebiets um Riwne im Zweiten Weltkrieg, richteten die Nationalsozialisten ihr Stabsquartier des „Reichskommissariat der Ukraine“ (RKU) in Riwne ein. Vorgesehen war, nicht nur die jüdische Bevölkerung, sondern später auch alle dort lebenden Ukrainer\*innen aus dem Gebiet zu „entfernen“. Im Stadtteil Sosonsky in Riwne erschossen deutsche Soldaten an zwei Tagen im November 1941 rund 17.500 Jüdinnen und Juden. Manche der Opfer lebten noch, als die Mörder sie begruben. Heute befindet sich an der Stelle des Massakers eine Gedenkstätte. **Heute und Morgen** Die Solidaritätspartnerschaft mit Pankow hat zum einen die bedarfsbedingte Unterstützung der Stadt zum Ziel. Für den Aufbau eines Reha-Zentrums für Kriegsverletzte und Traumatisierte fehlt es noch an einfacher Ausstattung wie Betten und Verbandszeug, allerdings auch an medizinischem Gerät. Weil die Busse aus Riwne als Transportfahrtzeuge in den umkämpften Gebieten benötigt werden, existiert kein Nahverkehr. Sogar an Rettungswagen mangelt es. Zum anderen denken die Kooperationspartner\*innen bereits an den Wiederaufbau, der hoffentlich bald beginnt. Wenn die Kinder von Riwne wieder gleichzeitig die Schule besuchen können –anstatt in Schichten, weil nur so viele Kinder in der Schule sein dürfen, wie Plätze im Luftschutzkeller der Lehranstalt zur Verfügung stehen. Wenn auf den Stühlen wieder Gummifrösche liegen, anstatt vorsorgliche Notrationen für den Ernstfall. **Ihr möchtet helfen? Das Bezirksamt Pankow hat ein Spendenkonto für Riwne eingerichtet:** **Bezirkskasse Pankow** **IBAN DE06 1005 0000 4163 6100 01** **Verwendungszweck: 0833000220971 / Ukraine-Riwne.** **Spendenbescheinigungen sind möglich.** Titelbild: Blick auf Riwne / Wikimedia Commons ### Hier werden Sie geholfen URL: https://www.loky.news/hier-werden-sie-geholfen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## Im Juli eröffnete das Büro „Pankow beteiligt“ als Schnittstelle zwischen Bürger\*innen und Bezirksamt. Was bedeutet das genau – und funktioniert es? --- Die Zeiten, in denen die Ämter allein entschieden, wo und wie neu oder umgebaut wird, sind vorbei: Im Mai 2021 verabschiedete die Berliner Senatskanzlei die „Leitlinien für Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an der Stadtentwicklung“. Die zwölf Bezirke sind seitdem angehalten, den Bewohner\*innen bei stadtplanerischen Projekten Mitspracherecht zu gewähren. Um das besser zu koordinieren und damit Anwohner\*innen nicht an den bürokratischen Formulierungen scheitern, eröffnete Pankow im vergangenen Sommer das Bürgerbüro „Pankow beteiligt“. Wir haben das Team, bestehend aus Antje Schütz, Konstanze Scheid und Corina Wagner, in der Dunckerstraße besucht. **„Pankow beteiligt“ gibt es jetzt seit etwas mehr als einem halben Jahr. Wie läuft es?** PB: Gut! Bisher wird das Angebot gut angenommen. Der „Tag der offenen Tür“ Anfang September hat geholfen, uns nach außen bekannt zu machen. Zuvor gab es außerdem eine mehrmonatige Aufbauphase, in der wir mit verschiedenen Vereinen und Initiativen im Bezirk Kontakt aufgenommen haben. Es gab also von Anfang an Austausch mit den Menschen, die hier leben und sich engagieren und natürlich auch mit den Fachämtern in der Verwaltung. So konnten wir gleich mit der praktischen Arbeit starten. **Was macht das Bürgerbüro denn eigentlich genau?** PB: Auf der einen Seite vernetzen wir uns mit Initiativen und gehen auch selbst aktiv auf diese zu – zum Beispiel auf den Verein „Der grüne Carl“, der vor kurzem in der [Wohnsiedlung Carl Legien](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/wohnstadt-carl-legien/?ref=loky.news) entstand. Wir bieten ihnen unsere Räumlichkeiten und unser Equipment für ihre Versammlungen an, außerdem gibt es Beratung zu Themen wie Vereinsgründung. Auf der anderen Seite unterstützen wir die Verwaltung im Bezirk darin, bessere Beteiligung der Anwohner\*innen zu ermöglichen. Wir stellen dann unter anderem den Kontakt zu Initiativen her, die sich schon länger mit dem Anliegen beschäftigen. Wir sind also eine klassische Schnittstelle zwischen Bürger\*innen und Verwaltung. Das funktioniert vor allem auch, weil Corina Wagner aus unserem Team im Bezirksamt bei der Sozialraumorientierte Planungskoordination (SPK) arbeitet, die wiederum amtsintern das ressortübergreifende Arbeiten und Vernetzen nicht nur bei Beteiligungsthemen voranbringt. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ ![Pankow beteiligt](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/02/PB_TdOT.jpg) Tag der offenen Tür bei „Pankow beteiligt“ im Herbst 2022 / Foto: Pankow beteiligt **Könnt ihr konkrete Beispiele geben?** PB: Leute aus dem Kiez schreiben uns zum Beispiel, dass sie in ihrer Straße gerne mehr Fahrradbügel hätten oder dass es [in ihrer Straße gar keine Bäume gibt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/klimastrasse/?ref=loky.news). Dann beraten wir sie darin, wie sie sich einbringen können und vor allem an wen sie sich mit ihrer Frage oder ihrer Idee wenden können. Manche möchten sich auch einfach irgendwie engagieren und fragen nach Möglichkeiten. Wir helfen auch dabei, Einwohneranfragen zu formulieren oder unterstützen bei der Durchführung von Einwohneranträgen. Derzeit arbeiten wir außerdem an einer Vorhabenliste, wo jede und jeder transparent einsehen kann, was derzeit im Bezirk passiert und geplant ist. Das dauert aber noch ein bisschen. Selber führen wir gerade eine Beteiligung auf dem Hugenottenplatz in Französisch Buchholz durch. Der soll mit Mittelnd des Senats belebt werden und wir befragen die Anwohner\*innen derzeit, was sie sich wünschen. Die Ideen daraus sollen in die Ausschreibung einfließen. **Wie war denn die Bürgerbeteiligung in Pankow, bevor es die Leitlinien gab?** PB: Das lässt sich nicht so einfach sagen, weil die Ämter verschieden arbeiten. Manche planen von Anfang an mehr Ressourcen für die Beteiligung ein und beauftragen auch Dienstleister damit, die Beteiligung durchzuführen. Bei anderen gibt es diesbezüglich einfach noch nicht so viel Erfahrung, was natürlich mitunter auch mit der Prioritätensetzung zu tun hat. Es gibt auch immer wieder Projekte, bei denen die Bürger\*innen mit der Beteiligung unzufrieden waren, wie zum Beispiel beim [Jahnsportpark](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/jahnstadion/?ref=loky.news) oder beim [Mauerpark](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/mauerpark/?ref=loky.news). Beim Jahnsportpark liegt ein Problem vor allem darin, dass der Senat die Fäden in der Hand hat, der Bezirk aber auch beteiligt ist. Oft entlädt sich der ganze Ärger der Menschen dann beim Bezirksamt, obwohl das gar nicht so viel ausrichten kann. Die Kommunikation zwischen Senat und Bezirk tröpfelt manchmal auch nur langsam durch – und da kann man sich vorstellen, wie wenig letztendlich bei den Bürger\*innen ankommt. Aktuell können wir da leider auch wenig machen. Ein positives Beispiel ist das Lenné-Meyer-Denkmal an der Werneuchener Wiese, für das die Beteiligung letztes Jahr abgeschlossen wurde und alle ganz glücklich mit dem Prozess waren. Gerade der Verein ProKiez Bötzowviertel hat sich da sehr engagiert, außerdem hat der Bezirk viel Zeit und Geld investiert. Gute Prozesse gelingen nur so. Pankow möchte mehr Beteiligung anbieten. Doch oft fehlt es, vor allem beim Straßen- und Grünflächenamt, an Personal. **Was sind eurer Erfahrung nach die wichtigsten Themen für Bürger\*innen in Pankow?** PB: Definitiv Bäume. Es gibt den Wunsch nach mehr innerstädtischem Grün. Leider mussten in letzter Zeit ja [sehr viele Bäume gefällt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/baumfaellungen/?ref=loky.news) werden, weil sie kaputt und krank waren oder weil gebaut wird. Es werden aber oft keine nachgepflanzt. Das fällt den Menschen im Kiez auf. Die Bilanz im Bezirk ist diesbezüglich nicht gut. Der Senat stellt zwar finanzielle Mittel bereit für die Pflanzung von neuen Bäumen bereit, aber nicht für den Erhalt – und da fehlt es im Bezirk dann wieder an Geld und Personal. Wir können dabei helfen, dass die Gründe für die Fällungen besser kommuniziert werden, an den Ressourcen selbst aber leider nichts ändern. Die steigenden Mieten sind auch immer wieder Thema. **Was ratet ihr Menschen, die sich für oder gegen etwas einsetzen wollen?** PB: Sucht euch andere Menschen, mit denen ihr euch zusammentun könnt. Wir haben den Eindruck, dass es hilft, wenn man etwas verhindern will – siehe [Eschenallee an der Werneuchener Wiese](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/05/die-eschen-werden-fallen/?ref=loky.news). Da ist zumindest noch nichts endgültig entschieden. Beim Straßen- und Grünflächenamt kann man niemandem sagen, sie sollen die Bäume nicht fällen, die führen ja nur ihre Arbeit aus. Aber man kann den politischen Weg über die [Bezirksverordnetenversammlung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/direkt-aus-der-bvv/?ref=loky.news) gehen, dort gibt es ja einige Verordnete, die sich für einen klimaresilienten Kiez einsetzen. **Gibt es eine zeitliche Befristung für „Pankow beteiligt“?** PB: Die Finanzierung gilt immer für einen Doppelhaushalt, bis Ende des Jahres ist das Bürgerbüro also gesichert. Im Laufe der kommenden Monate muss das Abgeordnetenhaus ja einen neuen Doppelhaushalt beschließen. Wenn klar ist, dass es wieder Gelder für Bürgerbeteiligung gibt, müssen wir als Träger (die Mieterberatung Prenzlauer Berg GmbH – Anm. d. Red.) ein neues Angebot schreiben und können dann weiter beauftragt werden. Je nach Ausgang der Wahl kann es natürlich sein, dass die finanziellen Mittel gekürzt werden, denn nicht jede Partei unterstützt Bürgerbeteiligung. Langfristig wäre es natürlich gut, wenn sie fest in den Landesfinanzen verankert wären und nicht jedes Mal neu diskutiert werden müssen. **Habt ihr euch bis Ende des Jahres denn Ziele gesetzt?** PB: Na klar! Neben der eingangs erwähnten Vorhabenliste, die wir fertigstellen wollen, bieten wir Workshops für die Mitarbeiter\*innen der Ämter an. Zum Beispiel dazu, wie man Prozessabläufe beschleunigen kann, die ja meistens sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Erstmal müssen die Hemmungen vor Bürgerbeteiligung abgebaut werden. Die Projekte, die wir derzeit begleiten, betrachten wir als Pilotphase. Nach außen hin wirken diese Prozess erstmal nicht unbedingt spannend. Wir wollen also erreichen, dass sie für Bürger\*innen in Zukunft verständlicher und transparenter sind. **Vielen Dank für das Gespräch!** Titelbild: Antje Schütz, Konstanze Scheid und Corina Wagner sind das Team hinter „Pankow beteiligt“ / Foto: Antonia Richter ### Prenzlauer Berg Newsletter #6 URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-6/ Last updated: 2025-03-20T18:07:05.000Z ## Wie sich die Pankower Parteivorsitzenden zur Wiederholungswahl äußern und was diese Woche sonst noch passiert ist, erfahrt ihr im Newsletter. --- Was für ein Wahlsonntag! Nach mehr als 20 Jahren hat die CDU in Berlin erstmals die SPD als stärkste politische Kraft abgelöst, in den kommenden Tagen und Wochen wollen sich die Parteien zu Gesprächen zusammensetzen. Auch im Bezirk Pankow hat die Wahlwiederholung die Verhältnisse neu verteilt, der Bezirk ist gespalten: Denn auch hier erhielt die CDU deutlich mehr Stimmen als in der Wahl im September 2021, SPD und Linke verloren Wähler\*innen. Was das für die Zusammensetzung des Bezirksamtes bedeuten könnte und ob Pankow vielleicht ein Wechsel des Bürgermeisteramtes bevorsteht, lest ihr weiter unten. Alles Weitere zur Wiederholungswahl findet ihr außerdem in unseren **Texten der Woche** - **Wahl:** Welche Kandidat\*innen hat Prenzlauer Berg ins Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlung gewählt? [Wir haben die Zahlen.](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/12/so-hat-prenzlauer-berg-gewaehlt-2/?ref=loky.news) - **Abstimmung:** Der Wahltag ist vorbei. Wie war die [Situation in Prenzlauer Berg](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/12/mehr-wahlkabinen-keine-warteschlangen/?ref=loky.news)? Wir haben Eindrücke gesammelt. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/02/Kiezfoto_Kamera_Schwedter-Stra%C3%9Fe-768x1024.jpg) Ihr fotografiert in Prenzlauer Berg? Wir sind immer auf der Suche nach Kiezfotos – meldet euch gerne per Mail bei uns! Foto: Christina Heuschen --- **„Das Ergebnis muss Konsequenzen haben”** Die [Wahlergebnisse vom Sonntag](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/12/so-hat-prenzlauer-berg-gewaehlt-2/?ref=loky.news) bringen die Zahlenverhältnisse in der Pankower Bezirkspolitik durcheinander: Zwar holten die Grünen erneut die meisten Stimmen bei der Wahl der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), auch wenn sie einen knappen Prozentpunkt einbüßten. Anders als bei der später für ungültig erklärten Wahl im Herbst 2021 folgten ihnen zahlenmäßig diesmal aber nicht SPD und Linke, sondern – wie es in vielen Berliner Bezirken der Fall ist – die CDU. Die FDP verliert einen Sitz und damit den Status als Fraktion. Auf den Bezirksbürgermeister und die Stadträtinnen und Stadträte hat das Ergebnis keinen Einfluss – zumindest, wenn es nach den offiziellen Regeln geht. Die CDU, die nun zwölf statt acht Verordnete in die BVV entsendet, hätte zwar Anspruch auf einen weiteren Stadtratsposten. Weil das [Bezirksamt aber für die gesamte Legislaturperiode gewählt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/04/habemus-bezirksbuergermeister/?ref=loky.news) wurde, müsste es auch mit einer Zweidrittelmehrheit abgewählt werden. Und dafür braucht, es wie im Abgeordnetenhaus, Koalitionen, die in der BVV „Zählgemeinschaften“ heißen. Momentan existiert so eine nur zwischen SPD und Linke; außerdem hatten SPD und CDU eine Vereinbarung zur gemeinsamen Zusammenarbeit unterschrieben. **Neuordnung des Bezirksamtes?** Den Status Quo will die CDU Pankow nicht beibehalten. „Wir gehen davon aus, dass der Wählerwille im Land wie auch im Bezirk umgesetzt wird. Dafür setzen wir uns für eine Regierung demokratischer Parteien auf Landesebene sowie die Umstrukturierung des Bezirksamtes entsprechend dem Ergebnis der Wiederholungswahl ein”, schreibt Dirk Stettner, Vorsitzender der CDU Pankow, auf Nachfrage der Prenzlauer Berg Nachrichten. Einen Mitstreiter könnten sie in den Grünen finden. „Der Erfolg der CDU, der wir gratulieren, macht klar: Die Bürgerinnen und Bürger sind nicht zufrieden. Für die regierenden Parteien war es kein leichtes, sich nach nur anderthalb Jahren nach einem Wahlkampf erneut zur Wahl zu stellen”, sagt Grünen-Vorsitzende Jenni Winterhagen. Bündnis 90/Die Grünen seien die stärkste Kraft im Bezirk, weshalb man allen demokratischen Parteien Gespräche anbieten werde. „Wie wir bereits vor der Wahl gesagt haben, müssen Wahlergebnisse Konsequenzen haben. So verstehen wir Demokratie.” Aber was planen die Parteien im Bezirk? Den vollständigen Artikel könnt ihr [hier](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/17/das-ergebnis-muss-konsequenzen-haben/?ref=loky.news) lesen. --- **Aus dem Bezirk** - **Freier Eintritt:** Rund 680.000 Menschen mit geringem Einkommen können ab sofort kostenlos in Berliner Hallenbädern schwimmen gehen. „Gerade für Kinder ist es in diesen schwierigen Krisenzeiten besonders wichtig, einmal auf andere Gedanken zu kommen und einfach nur Spaß zu haben“, sagte Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke). Aufgrund der Preissteigerungen fehle den betroffenen Haushalten aber oft das Geld. Eine entsprechende Regelung für Inhaber\*innen eines Berechtigungsnachweises hatte der Senat auf Vorlage der Innen- und der Sozialverwaltung beschlossen. Das zusätzliche Angebot gilt demnach bis zum 31\. Dezember in rund 30 Schwimmhallen der Berliner Bäderbetriebe. Kostenfreies Schwimmen ist damit unter anderem in der Schwimmhalle Ernst-Thälmann-Park in Prenzlauer Berg von montags bis freitags von 10 bis 15 Uhr sowie samstags ganztägig möglich. - **Volksentscheid:** Kurz nach der Wahlwiederholung steht eine weitere Entscheidung an: Am 26\. März stimmen Berliner\*innen über den Volksentscheid „Berlin 2030 klimaneutral“ ab. [Ab sofort könnt ihr die Briefwahlunterlagen beantragen. ](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-buergerdienste/wahlamt/artikel.612783.php?ref=loky.news)Das Bündnis „Klimaneustart Berlin“ hatte im Rahmen eines Volksbegehrens genügend Unterschriften gesammelt, damit bei einem Volksentscheid über die Änderung des Energiewendegesetzes des Landes gestimmt wird. Es will erreichen, dass Berlin bis 2030 und nicht wie bislang vorgesehen bis 2045 klimaneutral wird. - **Preisverleihung:** Im Bezirk Pankow leben und engagieren sich zahlreiche [famose Frauen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/alltag/famose-frauen/?ref=loky.news) für die Gleichberechtigung. Seit 2020 ehrt der Pankower Frauenpreis Einzelpersonen, Frauenprojekte, Initiativen oder Unternehmen in Pankow, die sich im Bezirk für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzen. In diesem Jahr wurden der Verein Bora, Katja Dill vom Verein Social Period, Malalai Murr vom deutsch-afghanischen Bildungs- und Integrationsverein DABIV, Christina Pfaff und die Projektgruppe „TonArt Komponistinnen“ in der Reihe „Kunst und Klang“ der Galerie Amalienpark nominiert. Die [Preisverleihung findet am 13\. März 2023](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/gleichstellung/artikel.126006.php?ref=loky.news) statt. Wer dabei sein möchte, kann sich ab sofort anmelden. **Tipps & Termine** - **Ab sofort:** Die Berlinale hat begonnen. Wer im Filmfieber ist und nun auch die originalen Drehorte in der Stadt sehen möchte, der sollte sich die [App „On Set“](https://www.deutsche-kinemathek.de/de/on-set?ref=loky.news) holen. Damit können User\*innen hinter die Kulissen von Filmproduktionen schauen und sich die Filmszenen noch einmal dort anschauen, wo sie gedreht wurden. - **21.2.:** Eine Frau will ihren Mann verlassen. Nach vielen Jahren des Zusammenlebens ist sie entschlossen und bestürzt zugleich: Wie konnte es nur dazu kommen? Während sie ihr Fortgehen plant, begibt sie sich in ihren Gedanken weit zurück. Julia Schoch erzählt in ihrem Buch „Das Liebespaar des Jahrhunderts“ die Geschichte einer großen Liebe. [Am Dienstag liest sie im Pfefferberg Theater daraus vor.](https://pfefferberg-theater.de/spielplan/kalender/?ref=loky.news) Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr, der Eintritt kostet 14 Euro. - **Dauerhaft:** Egal ob in Parks, in öffentlichen Gebäuden oder auf der Straße: Zahlreiche Kunstwerke prägen das Pankower Stadtbild. Doch nicht immer liefern die Objekte weitere Infos. Die [Datenbank „Kunstwerke im öffentlichen Raum“ ](https://vikus.kunst-im-oeffentlichen-raum-pankow.de/?ref=loky.news)präsentiert die Werke auch online und bietet Wissenswertes rund um die städtische Kreationen. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Wahl:** Wenige Tage bleiben dem Wahlamt Pankow für die Vorbereitung der Wahlwiederholung, gravierende Fehler wie im September 2021 sollen dieses Mal nicht passieren. Doch wie möchte der Bezirk erneute [Wahlpannen verhindern](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/07/auf-ein-neues/?ref=loky.news)? - **ÖPNV:** Weil sich der U-Bahntunnel am Alexanderplatz durch Bauarbeiten gesenkt hat, fährt die U2 seit Monaten nur im 15-Minuten-Takt. Jetzt gibt es ein [Sanierungskonzept und einen Zeitplan](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/08/pendeln-bis-august/?ref=loky.news). **Zitat der Woche** *„Wir sind jetzt nur noch drittstärkste Kraft und haben ein Mandat weniger in der BVV. Das schmälert unsere politischen Vorhaben für Pankow allerdings nicht”,* schreibt Sandra Brunner, Vorsitzende der Linkspartei, auf Nachfrage der Prenzlauer Berg Nachrichten. Trotz Gesprächen über eine mögliche Neuordnung der Bezirksverordnetenversammlung wollen auch die Grünen und die SPD die Inhalte aber nicht aus dem Fokus verlieren. Nächste Woche versorgt meine Kollegin Julia Schmitz euch wieder mit den Nachrichten aus Prenzlauer Berg. Bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit! Eure Christina Heuschen ### „Das Ergebnis muss Konsequenzen haben“ URL: https://www.loky.news/das-ergebnis-muss-konsequenzen-haben/ Last updated: 2025-03-20T18:07:05.000Z ## Die CDU verzeichnet auch in Pankow deutlichen Stimmenzuwachs, SPD und Linke müssen Verluste hinnehmen. Wird das Bezirksamt jetzt neu aufgestellt? --- Die [Wahlergebnisse vom Sonntag](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/12/so-hat-prenzlauer-berg-gewaehlt-2/?ref=loky.news) bringen die Zahlenverhältnisse in der Pankower Bezirkspolitik durcheinander: Zwar holten die Grünen erneut die meisten Stimmen bei der Wahl der Bezirksverordnetenversammlung, auch wenn sie einen knappen Prozentpunkt einbüßten. Anders als bei der später für ungültig erklärten Wahl im Herbst 2021 folgten ihnen zahlenmäßig diesmal aber nicht SPD und Linke, sondern – wie es in vielen Berliner Bezirken der Fall ist – die CDU. Die FDP verliert einen Sitz und damit den Status als Fraktion. Auf den Bezirksbürgermeister und die Stadträtinnen und Stadträte hat das Ergebnis keinen Einfluss – zumindest, wenn es nach den offiziellen Regeln geht. Die CDU, die nun zwölf statt acht Verordnete in die BVV entsendet, hätte zwar Anspruch auf einen weiteren Stadtratsposten. Weil das [Bezirksamt aber für die gesamte Legislaturperiode gewählt wurde](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/04/habemus-bezirksbuergermeister/?ref=loky.news), müssten die Stadträtinnen und -räte zurücktreten oder mit einer Zweidrittelmehrheit abgewählt werden. Und dafür braucht, es wie im Abgeordnetenhaus, Koalitionen, die in der BVV „Zählgemeinschaften“ heißen. Momentan existiert so eine nur zwischen SPD und Linke; außerdem hatten SPD und CDU eine Vereinbarung zur gemeinsamen Zusammenarbeit unterschrieben. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Neuordnung des Bezirksamtes?** Den Status Quo will die CDU Pankow nicht beibehalten. „Wir gehen davon aus, dass der Wählerwille im Land wie auch im Bezirk umgesetzt wird. Dafür setzen wir uns für eine Regierung demokratischer Parteien auf Landesebene sowie die Umstrukturierung des Bezirksamtes entsprechend dem Ergebnis der Wiederholungswahl ein“, schreibt Dirk Stettner, Vorsitzender der CDU Pankow, auf Nachfrage der Prenzlauer Berg Nachrichten. Man werde mit allen demokratischen Parteien und Fraktionen zusammen nach den besten Wegen für Berlin und Pankow suchen. Einen Mitstreiter könnten sie in den Grünen finden. „Der Erfolg der CDU, der wir gratulieren, macht klar: Die Bürgerinnen und Bürger sind nicht zufrieden. Für die regierenden Parteien war es kein Leichtes, sich nach nur anderthalb Jahren nach einem Wahlkampf erneut zur Wahl zu stellen“, sagt Grünen-Kreisvorsitzende Jenni Winterhagen. Bündnis 90 / Die Grünen seien die stärkste Kraft im Bezirk, weshalb man allen demokratischen Parteien Gespräche anbieten werde. „Wie wir bereits vor der Wahl gesagt haben, müssen Wahlergebnisse Konsequenzen haben. So verstehen wir Demokratie“. Größter Verlierer der Wiederholungswahl ist – in ganz Berlin wie auch auf Bezirksebene – die SPD. Die Sozialdemokrat\*innen holten in Pankow 2,6 Prozent weniger Stimmen als vor anderthalb Jahren. Es herrscht Enttäuschung: „Der Landestrend ist bei uns durchgeschlagen. Die Grünen gewinnen in den urbanen Zentren der Stadt, die CDU gewinnt – mit dem exakt gegenteiligen Politikansatz – erdrutschartig in den Außenbezirken. Die SPD ist zwischen diesen beiden Polen offensichtlich unter die Räder gekommen“, sagt Dennis Buchner, Präsident des Abgeordnetenhauses und Vorsitzender der SPD Pankow. **Fokus weiterhin auf Inhalte** Neben den Gesprächen über die mögliche Neuordnung der Bezirksverordnetenversammlung wollen die Parteien die Inhalte aber nicht aus dem Fokus verlieren. „Wir sind jetzt nur noch drittstärkste Kraft und haben ein Mandat weniger in der BVV. Das schmälert unsere politischen Vorhaben für Pankow allerdings nicht“, schreibt Sandra Brunner, Vorsitzende der Linkspartei. „Es gibt einen Sack voller Arbeit. Pankow braucht mehr Schulplätze. Der Kampf gegen Verdrängung durch teure Mieten bleibt aktuell. Nachverdichtungen beim Wohnungsbau muss mit sozialem und ökologischem Augenmaß erfolgen. Grüne Innenhöfe dürfen nicht zubetoniert werden“. „Unser Bezirk wird weiterwachsen – die Stadt braucht Wohnungen und Verkehrsplanung für die Außenbezirke. Uns ist es wichtig, sozial und klimaschonend zu bauen“, heißt es bei den Grünen. Und auch die SPD gibt nicht auf: „Wir werden insbesondere in der BVV jede Politik unterstützen, die die Lebenssituation der Menschen im Bezirk verbessert. Für Pankow ist es bedeutsam, die Verwaltung weiter zu stärken, leistungsfähige Verkehrsträger weiter auszubauen und auch weiter bezahlbaren Wohnraum und die zugehörige soziale Infrastruktur zu schaffen“, so Dennis Buchner. ### So hat Prenzlauer Berg gewählt URL: https://www.loky.news/so-hat-prenzlauer-berg-gewaehlt-2/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## Welche Kandidat\*innen hat Prenzlauer Berg ins Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlung gewählt? Wir haben die Zahlen. --- Die ersten Hochrechnungen um 18 Uhr zeigten bereits, was sich im Laufe des Sonntagabends verfestigen würde: Die CDU hat bei der Wiederholungswahl in Berlin deutlich zugelegt. Nach Abschluss der Auszählungen steht sie mit 28,2 Prozentpunkten vor den Grünen (18,4 Prozent) und der SPD (18,4 Prozent). Die Linkspartei kommt auf 12,2 Prozent, die AfD auf 9,1 Prozent. Die FDP musste einen Verlust von 2,1 Prozent hinnehmen – und verpasste mit 4,6 Prozent den Einzug in das Abgeordnetenhaus. **CDU holt Pankower Norden** Bündnis 90/Die Grünen bleibt auch bei der erneuten Wahl die stärkste Kraft im Bezirk Pankow, muss aber einen kleinen Verlust von 0,7 Prozentpunkten bei den Zweitstimmen hinnehmen. SPD und Linke, vor anderthalb Jahren noch zweit- und drittstärkste Parteien, büßten je etwas mehr als zwei Prozentpunkte ein. Die CDU ist zweitstärkste Kraft. ![Wahl](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/02/Bildschirmfoto-2023-02-13-um-8.27.23-AM.png) Grafik: Landeswahlleitung Berlin In Pankow sammelten die Christdemokraten der Abgeordnetenhauswahl vor allem im Norden des Bezirks viele Stimmen und holte die Wahlkreise 1 (Buch, Karow, Französisch Buchholz), 2 (Blankenfelde, Rosenthal, Wilhelmsruh, Niederschönhausen-Nord) und 4 (Weißensee-Nord, Stadtrandsiedlung Malchow und Blankenburg) – 2021 hatten sie nur Wahlkreis 1 für sich entschieden. In den Wahlkreisen, die Prenzlauer Berg betreffen, gab es hingegen keine Änderung bei den Gewinner\*innen [im Vergleich zur Hauptwahl 2021](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/27/so-hat-prenzlauer-berg-gewaehlt/?ref=loky.news): Wahlkreis 6 geht an Andreas Otto, Wahlkreis 7 an Julia Schneider und Wahlkreis 8 an Daniela Billig – alle Bündnis 90 / Die Grünen. Wahlkreis 9 geht erneut an Tino Schopf von der SPD. ![Wahl](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/02/Bildschirmfoto-2023-02-13-um-8.28.00-AM.png) Grafik: Landeswahlleitung Berlin **Neue Sitzverteilung in der BVV** In der Bezirksverordnetenversammlung ergibt sich ein Bild, das den Ergebnissen auf Landesebene ähnelt: Die Grünen büßten 0,9 Prozent im Vergleich zur letzten Wahl ein, die SPD verlor 2,6 Prozent, die Linkspartei 1,6 Prozent und die FDP 2,1 Prozent. Letztere bleibt, anders als im Abgeordnetenhaus, weiterhin in der BVV vertreten, da hier die 3-Prozent-Hürde gilt. Die Wahlbeteiligung für das Bezirksparlament war in Prenzlauer Berg eher gering: Nur wenige Wahllokale im Stadtteil verzeichneten mehr als 40 Prozent. Auch auf BVV-Ebene verzeichnete die CDU Stimmenzuwachs und holte insgesamt 20,3 Prozent – genau 8 Prozent und somit vier Sitze mehr als 2021\. Die AfD legte ebenfalls zu, mit 9,4 Prozent kam sie auf 1,6 Prozent mehr als bei der später für ungültig erklärten Wahl. Für den Rest der Legislaturperiode ergibt sich nun folgende Sitzverteilung: ![Wahl](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/02/Bildschirmfoto-2023-02-13-um-8.23.30-AM.png) Screenshot: Landeswahlleitung Berlin Auf den Bezirksbürgermeister und die Stadträtinnen und -räte hat das Wahlergebnis erstmal keinen Einfluss. Sie wurden 2021 gewählt und bleiben für die laufende Legislaturperiode im Amt – es sei denn, die Verordneten wählen sie mit einer Zweidrittelmehrheit ab. Weil es in der BVV keine Koalitionen gibt, bilden die Fraktionen Zählgemeinschaften. Nach der Wahl 2021 bestand diese – nachdem es zuvor zu keiner Einigung mit der Fraktion der Grünen gekommen war – aus SPD und Linksfraktion, die [Sören Benn (Linke) zum Bezirksbürgermeister wählte](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/04/habemus-bezirksbuergermeister/?ref=loky.news). Außerdem unterschrieben SPD und CDU [eine gemeinsame Vereinbarung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/10/die-grosse-kooperation/?ref=loky.news). Doch im Laufe des Jahres kam es in der Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen immer häufiger zu Konflikten. Zuletzt hatten sich CDU, Grüne und FDP zusammengetan, um für eine beschleunigte Planung des Bauvorhabens auf dem [Areal des ehemaligen Güterbahnhofs an der Greifswalder Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/15/gerangel-um-den-gueterbahnhof-greifswalder-strasse/?ref=loky.news) zu stimmen – Linksfraktion und SPD hatten sich dagegen gestellt. Titelbild: Julia Schmitz ### Mehr Wahlkabinen, keine Warteschlangen URL: https://www.loky.news/mehr-wahlkabinen-keine-warteschlangen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## Der Wahltag ist vorbei. Wie war die Situation in Prenzlauer Berg? Wir haben Eindrücke gesammelt. --- Es ist eigentlich kein Wetter, bei dem man vor die Tür gehen möchte: Der Himmel über Berlin ist grau, es nieselt beharrlich. Nur wenige Menschen sind in Prenzlauer Berg unterwegs zu ihren Wahllokalen. „Es ist bisher sehr ruhig“, sagt eine Wahlhelferin in der Grundschule am Teutoburger Platz. „Aber wir haben diesmal auch mehr Personal und mehr Wahlkabinen.“ Tatsächlich könnten diesmal fünf statt zwei Personen gleichzeitig ihre Kreuze machen – aber so viele warten am Mittag gar nicht darauf, wählen zu dürfen. „Prenzlauer Berg sitzt wohl noch beim Frühstück“, kommentiert jemand. Vor dem Eingang stehen zwei Helfer\*innen mit gelber Warnweste, um den Weg zur Wahlurne zu weisen. Kollege Peter Schulz berichtet aus dem Norden von Prenzlauer Berg, auch hier ist es verhältnismäßig ruhig: „Im neu gebauten Gebäude der Carl-Humann-Grundschule geht alles unglaublich schnell: Wo die Wahlscheine ausgegeben werden, bin ich der einzige, genug Wahlkabinen sind auch frei. Ich bin nicht länger als fünf Minuten im Wahlgebäude, die Wahl insgesamt hat mich mit Fußweg 15 Minuten Zeit gekostet“. **„Einfacher als 2021“** Ähnliche Erfahrungen macht auch ein Leser im Humannkiez: „Ich war gegen 10 Uhr wählen, es ging schnell und unkompliziert, nett, Freunde getroffen, bissel Gequassel, mit einem Grinsen im Gesicht wieder nach Hause und gefrühstückt“, schreibt er auf Facebook. Es sei deutlich einfacher gewesen zu wählen, als im Herbst 2021, berichtet ein weiterer Nachbar. In der Grellstraße sei das Wahllokal sogar „Weltspitze“, schreibt jemand. Auch bei der Ausgabe der Wahlzettel scheint diesmal alles seine Richtigkeit zu haben: „Es ging schnell und unkompliziert und ich musste diesmal niemanden belehren, dass ich nicht beide Zetteln bekommen kann, da ich nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitze… Sie haben also diesmal aufgepasst“, berichtet eine Leserin. Im Wahllokal in der Schule am Falkplatz sei ebenfalls alles gut gelaufen, berichtet eine Leserin – allerdings gebe es dort keine Barrierefreiheit. **Wahlbeteiligung deutlich niedriger als sonst** [Im Herbst 2021](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/politik/wahl-2021/?ref=loky.news) war es zu zahlreichen Unregelmäßigkeiten und Pannen gekommen, [vor allem in Prenzlauer Berg](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/28/drei-stunden-warten-am-teute/?ref=loky.news) – hier konnten etliche Menschen erst gegen 20 Uhr ihre Wahlzettel ausfüllen. Das Berliner Verfassungsgericht hatte die Wahl deshalb im November 2022 für ungültig erklärt. [Das Bezirkswahlamt von Pankow](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/07/auf-ein-neues/?ref=loky.news) hatte im Vorfeld besondere Vorkehrungen getroffen: Unter anderem seien diesmal zwischen 4.500 und 4.800 Wahlhelfer\*innen im Einsatz – 2021 waren es 3.600 gewesen, sagte Leiter Marc Albrecht. Im Laufe des Tages zeichnete sich ab, dass weniger Berliner\*innen als bei der Wahl 2016 an die Urnen gehen: Die Wahlbeteiligung lag um 16 Uhr bei 48,8 Prozent; bei der Wahl 2016 hatten zu dem Zeitpunkt bereits 54,3 Prozent der Wahlberechtigen ihre Stimme abgegeben. Erste Ergebnisse für die Abgeordnetenhauswahl soll es ab 19.30 Uhr, für die BVV-Wahl ab 20.30 Uhr geben. Titelbild: Wahllokal in der Sredzkistraße / Foto: Julia Schmitz ### Pendeln bis August URL: https://www.loky.news/pendeln-bis-august/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## Weil sich der U-Bahntunnel am Alexanderplatz durch Bauarbeiten gesenkt hat, fährt die U2 seit Monaten nur im 15-Minuten-Takt. Jetzt gibt es ein Sanierungskonzept und einen Zeitplan. --- Wo es sonst wie in einem Ameisenbau wimmelt, bleibt es aktuell auch in der Hauptverkehrszeit eher ruhig: Auf den Bahnsteigen entlang der U2 warten nur wenige Menschen auf die nächste Bahn. Denn diese fährt seit fast vier Monaten zwischen Senefelder Platz und Klosterstraße im Pendelverkehr – und das höchstens alle Viertelstunde. Eine Geduldsprobe für alle Pendler\*innen, die an eine enge Taktung der Züge gewöhnt sind. Weil sich im Zuge eines Hochhausbaus auf dem Alexanderplatz die Tunneldecke im Oktober vergangenen Jahres um fast vier Zentimeter abgesenkt hatte, sperrte die BVG das nach Norden führende Gleis für den Verkehr. Die Anzahl der Fahrgäste auf der Strecke hat sich laut Angaben der BVG seitdem halbiert. Mindestens ein weiteres halbes Jahr wird sich an diesem Zustand auch nichts ändern. Das teilten die Berliner Senatsverwaltung, der Bezirk Mitte und die BVG am Montag bei einer Pressekonferenz mit, bei der sie auch das Instandsetzungskonzept für den Tunnel präsentierten, das die für den Hochhausbau zuständige Covivio eingereicht hatte. Sobald dieses von externen Ingenieur\*innen geprüft und freigegeben worden sei, hieß es, könnte im März mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. ![U2](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/02/Bildschirmfoto-2023-02-08-um-2.51.19-PM.png) Grafik: Covivio **Rund 10 Millionen Euro Kosten** Dazu gehören die Verfestigung des Erdreichs unter dem Tunnel und die Verankerung der Baugrubenwand mit Stahlträgern. Außerdem soll Flüssigzement mit langen Spritzen in die Tunnelwand injiziert werden, damit diese stabilisiert und wieder angehoben werden kann. Rund 10 Millionen Euro kostet das Unterfangen, welches, sofern nichts dazwischen kommt, bis Ende der Sommerferien im August abgeschlossen sein soll. Die Kosten zahle der Verursacher, hieß es am Montag. Doch bisher gab es kein Schuldeingeständnis der Covivio, auch wenn diese ein Instandsetzungskonzept vorlegte. Derzeit muss das französische Immobilienunternehmen eine tägliche Strafzahlung an die BVG entrichten. Senatsverwaltung und Bezirk ziehen bereits jetzt Konsequenzen aus dem Vorfall. „Künftig müssen wir bei allen weiteren Bauprojekten mit Risiken für die öffentliche Infrastruktur im Vorfeld auf einer nachbarschaftlichen Vereinbarung bestehen – zwischen Covivio und BVG lag sie vor. Eine solche Vereinbarung ist aber bisher nicht obligatorisch, was das Risiko birgt, dass statt einer raschen Schadenbehebung äußerst langwierige Prozesse zur Haftung und Beweisführung entstehen“, sagte Meike Niedball, Staatssekretärin für Mobilität. ### Auf ein Neues URL: https://www.loky.news/auf-ein-neues/ Last updated: 2025-03-20T18:08:18.000Z ## Wenige Tage bleiben dem Wahlamt Pankow für die Vorbereitung der Wahlwiederholung, gravierende Fehler wie im September 2021 sollen dieses Mal nicht passieren. Doch wie möchte der Bezirk erneute Wahlpannen verhindern? --- Vertauschte oder fehlende Wahlzettel, zwischenzeitlich geschlossene oder zu lange geöffnete Wahllokale: Im Bezirk Pankow und insbesondere in Prenzlauer Berg passierten bei der [Wahl im September 2021](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/politik/wahl-2021/?ref=loky.news) zahlreiche Fehler. Dem möchte Pankow jetzt schon vorbeugen. „In den Vorbereitungen gab es bisher keine über das natürliche Maß hinausgehende Probleme; die aufgetretenen Probleme wurden unbürokratisch und schnell erkannt und im Sinne der Wähler\*innen gelöst“, sagt der Leiter des Bezirkswahlamtes Marc Albrecht auf Nachfrage der Prenzlauer Berg Nachrichten. Interne Prozesse würden ständig optimiert und angepasst. Albrecht und sein Team kümmern sich um die Vorbereitung und Durchführung der Wiederholungswahl. Mit ihrer Arbeit sollen sie dafür sorgen, dass am 12\. Februar 2023 auch in Pankow alles fehlerfrei abläuft. Tatsächlich haben sie dieses Mal in nur wenigen Monaten organisiert, wofür sie sonst ein ganzes Jahr Zeit haben. Die Vorbereitungen dafür begannen laut Bezirkswahlamt bereits am 01\. November 2022 – rund zwei Wochen später [erklärte der Verfassungsgerichtshof Berlin die Wahl offiziell für ungültig](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/16/wir-haben-die-wahl-nochmal/?ref=loky.news). **Keine Wiederholung der Pannen** Er begründete seine Entscheidung damit, dass schon die Vorbereitung der Wahlen den in den Landeswahlvorschriften stehenden Anforderungen nicht genügt und Auswirkungen auf das gesamte Wahlgeschehen gehabt hätten – zahlreiche der angeführten Mängel trafen auch auf den Bezirk Pankow zu. Vorbereitungsmängel, die am 26\. September 2021 laut Verfassungsgerichtshof zu weiteren Wahlfehlern geführt haben. Damit es nicht auch bei der Wiederwahl dazu kommt, hat das Bezirkswahlamt einige Änderungen vorgenommen. Die geringe Zeit, die Verfügung steht, führe dazu, „dass wir mit deutlich erhöhtem Personaleinsatz in die Wahlvorbereitung gehen, um dies abzudämpfen“, so Albrecht. Rund 100 Personen unterstützten derzeit das Bezirkswahlamt Pankow bei den Vorbereitungen. Im September 2021 waren es circa 70\. Auch die Zahl der Wahlhelfer\*innen am Wahltag selbst sei von 3.600 auf 4.500 bis 4.800 Personen erhöht worden. **Neue Wahllokale, mehr Wahlkabinen und viel mehr Stimmzettel** Im Bereich Wahllogistik hat sich ebenfalls einiges geändert: Weil 2021 zahlreiche Menschen stundenlang in der Schlange warteten, um ihre Kreuze zu machen, hat das Vorbereitungsteam dieses Mal circa 30 neue Wahllokale ausgewählt. Sie sind größer und besser zugänglich. Darüber hinaus sollen erheblich mehr Wahlkabinen ausgeliefert werden: Während es beim letzten Mal zwei bis drei pro Wahllokal gab, werden es nun im Durchschnitt fünf sein. Eine zusätzliche Reserve stehe zur kurzfristigen Nachlieferung bereit, heißt es aus dem Bezirkswahlamt. Die Ausstattung mit Stimmzetteln wurde auch erhöht. Jetzt stehen Zettel für 137 Prozent der Wahlberechtigten zur Verfügung, vor anderthalb Jahren gab es nur 116 Prozent. Um Mängel zu vermeiden, errichtet der Bezirk außerdem an fünf zentralen Standorte Depots ein, die den gesamten Wahltag Material nachliefern können. Mehr als 30 Fahrzeuge und Fahrer\*innen stünden dafür zur Verfügung. Für die Briefwahlauszählung hat das Bezirkswahlamt sogar größere Konsequenzen aus dem vergangenen Chaos gezogen: Statt an fünf Standorten findet diese am Sonntag zentral an einem Standort im Bezirk statt. **„Antwortverhalten des Bezirkswahlamts verbessern“** Grundsätzlich werde die Ausstattung der Wahllokale noch intensiver überprüft und der Weg des Materials ist lückenlos dokumentiert. „Wir werden das Antwortverhalten des Wahlamtes für die Anliegen der Wahllokale am Wahltag nochmals verbessern“, ergänzt Albrecht. Ob sich die ganzen Änderungen ausgezahlt haben, wird sich zeigen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geht zumindest davon aus und schickt keine Beobachter\*innen zum Wahltag. *Titelfoto: Ulrike Leone/Pixabay* ### Prenzlauer Berg Newsletter #4 URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-4/ Last updated: 2025-03-20T18:07:22.000Z ## Gibt es in der Stargarder Straße zu viel Durchgangsverkehr? Warum gibt es erst einmal keine weiteren Parklets im Bezirk Pankow? Und wer kann die Heizkostenhilfe beantragen? Die Nachrichten der Woche gibt es im Newsletter. --- Eigentlich haben Radfahrer\*innen seit Dezember 2021 in der Stargarder Straße Vorrang: seitdem ist sie eine offizielle Fahrradstraße und das Befahren mit Kraftfahrzeugen ist nur Anlieger\*innen erlaubt. Doch viele Autofahrer\*innen scheinen sich von den Schildern kaum beeindrucken zu lassen, PKW bestimmen weiterhin das Tempo – zumindest dem Gefühl nach. Doch wie viele Fahrzeuge durchqueren die Fahrradstraße wirklich jeden Tag? Das Bezirksamt hat Anfang Oktober gezählt und ist zu einem überraschenden – oder auch nicht überraschenden – Ergebnis gekommen. Mehr erfahrt ihr in unserem **Text der Woche** - **Durchgangsverkehr:** Seit Ende August 2022 ist die Stargarder Straße eine Fahrradstraße, nur Anlieger\*innen dürfen sie mit dem Auto befahren. Doch eine Verkehrszählung ergab: [Geändert hat sich bisher wenig.](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/02/02/alles-beim-alten/?ref=loky.news) **Was sonst noch los war** - **Kandidat\*innen:** Stehen bei der Wahl am 12\. Februar die gleichen Politiker\*innen wie im Herbst 2021 auf der Liste? [Hier erfahrt ihr, wer in Pankow antritt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/01/31/das-sind-pankows-kandidatinnen-fuer-die-wiederholungswahl/?ref=loky.news). **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/02/Kiezfoto_Fledermaus_Foto-Christina-Heuschen-1024x1024.jpg) Na na na na na na na na… Batman in Prenzlauer Berg! / Foto: Christina Heuschen **Aus dem Bezirk** - **Parklets:** Wo früher einfach nur Autos standen, gibt es mittlerweile an zahlreichen Orten Berlins [Parklets](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/parklet/?ref=loky.news). Sie sollen als Kieztreff dienen und die Stadt grüner machen. Der Senat fördert deshalb Bezirke und Initiativen, die neue Stadtmöbel auf Parkplätze stellen. Doch Pankow hatte die Frist ungenutzt verstreichen lassen, obwohl die Bezirksverordneten sich zuvor mehrheitlich für eine Bewerbung ausgesprochen hatten. Eine Begründung, die Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitziki (CDU) in der Antwort auf die Kleine Anfrage des Bezirksverordneten Jan Drewitz (Bündnis 90/Die Grünen) anführt, ist der Mangel an zuständigem Personal. Der führe dazu, dass Vorhaben priorisiert werden müssten und Pflichtaufgaben Vorrang hätten – Parklets gehören beim Straßen- und Grünflächenamt offenbar nicht dazu. Doch die Stadträtin hat ein weiteres Argument, das ihrer Meinung nach gegen Stadtmöbel spricht: „Sie sind ständig beschmiert, werden teilweise für die Notdurft benutzt und werden beschädigt. Teilweise werden Sie nachts benutzt und ziehen Lärmbeschwerden von Anwohnenden nach sich.“ Wer sich in Prenzlauer Berg auf der Straße aufhalten möchte, muss also mit den vier Parklets auf der Schönhauser Allee vorliebnehmen – oder in einen anderen Bezirk fahren. - **Heizkostenhilfe:** Die gestiegenen Heizkosten stellen viele Berliner\*innen vor eine große Herausforderung. Wer mit Heizöl, Pellets, Kohle oder Flüssiggas heizt, kann jetzt [online einen Zuschuss beantragen](https://www.ibb.de/de/foerderprogramme/heizkostenhilfe-berlin.html?ref=loky.news). Entlastet werden Antragstellende, die im Jahr 2022 eine Kostensteigerung von mehr als 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen hatten. Der einmalige Zuschuss beläuft sich auf 80 Prozent dieser Mehrkosten und kann bis zu 2.000 Euro betragen, teilt die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe mit. Die Antragstellung ist bis zum 30\. Juni 2023 möglich. - **Engagement:** 2019 rief der Bezirk Pankow den Klimanotstand aus, seit 2021 hat der Bezirk eine Klimaschutzbeauftragte. Nun schließt Pankow sich dem bundesweiten Projekt [„KlikKS – Klimaschutz in kleinen Kommunen und Stadtteilen“](https://klimaschutz-ehrenamt.de/?ref=loky.news) an, das die Berliner Energieagentur im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative in Berlin betreut. Der Bezirk möchte mit dem Projekt ehrenamtliche Klimaschutzpat\*innen in Pankow gewinnen, die motiviert sind, eigene Klimaschutzprojekte zu entwickeln und konkrete Maßnahmen zur Einsparung von Treibhausgasen umzusetzen. Die Berliner Energieagentur berät die Pat\*innen zu ihren Ideen und Vorhaben, unterstützt unter anderem bei der fachlichen Qualifizierung und Weiterbildung sowie bei der Suche nach Fördermitteln. „Die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements in Sachen Klimaschutz trägt dazu bei, Pankow zukunftsfähig zu machen“, erklärte Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke). **Polizeimeldungen** - **Durchsuchung:** Ein wegen Mordverdachtes gesuchter argentinischer Ex-Junta-Offizier lebte jahrelang unbehelligt in Berlin. Am Dienstagmorgen durchsuchten Ermittler\*innen des BKA und der Berliner Generalstaatsanwaltschaft die Wohnung des früheren Angehörigen des ehemaligen argentinischen Militärs Luis K. in Prenzlauer Berg. Dem 75-Jährigen werden die Entführung, Folterung und Ermordung von mindestens 15 namentlich bekannten jungen Frauen und Männern vorgeworfen. Wie das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) mitteilte, liegt bereits seit 2013 ein Haftbefehl gegen Luis K. vor. Mit Blick auf das argentinische Verfahren soll sich der Beschuldigte aber laut Angaben der Berliner Generalstaatsanwaltschaft nach Deutschland abgesetzt haben. Weil K. neben seiner argentinischen Staatsangehörigkeit auch eine deutsche besitzt, entging er jedoch einer Auslieferung. Die Generalstaatsanwaltschaft leitete daher ein gesondertes Verfahren gegen ihn ein. Im Juni 2018 stellte schließlich eine Hinterbliebene mit Unterstützung des ECCHR Strafanzeige. - **Überfall:** Ein Jugendlicher ist am Freitagabend vergangener Woche in einem Restaurant in Prenzlauer Berg Opfer einer schweren Attacke geworden. Zwei junge Männer und eine Frau hätten den 17-Jährigen überfallen, teilte die Polizei mit. Nach Aussage des Jugendlichen hatte er zunächst gemeinsam mit einer Begleiterin in dem Restaurant in der Kollwitzstraße gegessen. Nachdem sie gezahlt hatten, sei er gegen 18:30 Uhr auf die Toilette im Untergeschoss gegangen. Zwei junge Männer, die zuvor am Nebentisch gesessen hätten, sollen ihm gefolgt sein, ihn in die Toilettenräume gezerrt und dort auf ihn eingetreten und eingeschlagen haben. Der 17-Jährige gab laut Polizei an, kurzzeitig das Bewusstsein verloren zu haben. Die Männer sollen demnach ein Messer und einen Teleskopschlagstock in den Händen gehalten haben. Während der Tat soll die Begleiterin der beiden Täter vor den Toilettenräumen gestanden und die Tat abgesichert haben. Mit dem Rucksack des Jugendlichen flüchtete das Trio anschließend. Der Beraubte erlitt diverse Gesichtsfrakturen und er musste daher in einem Krankenhaus behandelt werden. **Tipps & Termine** - **6./11./15./19./23.2.:** 2013 schmuggelte ein syrischer Militärfotograf mit dem Decknamen „Caesar“ Fotos tausender Folteropfer des syrischen Regimes außer Landes. Als der Fall zum Vergessen verurteilt zu sein schien, gaben Angehörige der Opfer und Aktivist\*innen nicht auf. Vor europäischen Gerichten kämpfen sie seitdem um Gerechtigkeit. Im Januar 2022 führte dieser Kampf zu einem historischen Urteil: Das Koblenzer Oberlandesgericht verurteilte mit Anwar R. erstmals einen höherrangigen Ex-Mitarbeiter des Assad-Regimes wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu einer lebenslangen Haftstrafe. In „[The Lost Souls of Syria](https://lichtblick-kino.org/the-lost-souls-of-syria/?ref=loky.news)“ begleiten die Journalistin Garance Le Caisne und der Regisseur Stéphane Malterre den Kampf um Gerechtigkeit mit der Kamera. Das Lichtblick-Kino zeigt die Doku an mehreren Terminen im Februar. Tickets kosten 8 Euro. - **7.2.:** Mit über 150 Filmen wie „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ oder „Die Bettwurst“ gehört Rosa von Praunheim zu den Pionier\*innen des queeren Kinos. Weniger bekannt sind von Praunheims Gedichte. Am Dienstag [liest die Ikone aus unveröffentlichten Gedichten im Haus für Poesie vor](https://www.haus-fuer-poesie.org/de/literaturwerkstatt-berlin/veranstaltungen/veranstaltungen-aktuell/rosa-von-praunheim-zum-80-queere-dichtung-und-der-goldene-weg-zu-reichtum-und-fame?ref=loky.news). Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr, der Eintritt kostet 6 bzw. 4 Euro. - **Dauerhaft:** Berlin dient immer wieder als Schauplatz in der Literatur: Manchmal sind es Momentaufnahmen, oft spielt die Stadt sogar die Hauptrolle. Ist Berlin damit auserzählt? Natürlich nicht. Im Gegenteil: Die Stadt bietet genügend Material. In der [Anthologie Nachbarschaften](http://zfl-nachbarschaften.org/?ref=loky.news) stellen euch die Autor\*innen verschiedene Kieze in kurzen Texten vor. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Stadtplanung:** Um die Aufenthaltsqualität in den Straßen zu erhöhen, [führt Berlin in diesem Jahr für den Verkehr gesperrte „Sommerstraßen“ ein](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/01/24/autofreie-sommerstrassen-fuer-prenzlauer-berg/?ref=loky.news). Die Pankower Grünen haben Vorschläge für Prenzlauer Berg. - **BVV:** Dass in zweieinhalb Wochen die Wiederholungswahl stattfindet, [war am Mittwoch in der Bezirksverordnetenversammlung deutlich zu spüren](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/01/27/wahlkampfgetoese-in-der-froebelstrasse/?ref=loky.news). Kaum eine Rede der Verordneten kam ohne Wahlkampfsprüche aus. **Zitat der Woche** *„Durchgangsverkehr, der über die in die Fahrradstraßen einmündenden Nebenstraßen ein- oder ausfährt, konnte aus Gründen der Aufwandsreduzierung und Wirtschaftlichkeit nicht berücksichtigt werden“,* teilt Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) mit. Die Ergebnisse der Verkehrszählung stellen nämlich nur eine Annäherung an die tatsächlichen Werte dar. Das waren die Nachrichten aus Prenzlauer Berg. Nächste Woche berichtet meine Kollegin Julia Schmitz wieder, was im Stadtviertel passiert. Nun wünsche ich euch aber erst einmal ein schönes Wochenende! Eure Christina Heuschen --- **Dir gefällt, was wir machen?** **Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. 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Doch eine Verkehrszählung ergab: Geändert hat sich bisher wenig. --- Vielleicht brauchen viele Autofahrer\*innen einfach ein bisschen länger, um sich an die neue Regelung zu gewöhnen: Auf der [Stargarder Straße haben jetzt Radfahrende Vorfahrt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/08/ohne-markierung-keine-fahrradstrasse/?ref=loky.news), der motorisierte Individualverkehr ist nur jenen erlaubt, die in der Straße wohnen oder hier etwas erledigen müssen. Für den reinen Durchgangsverkehr ist die Straße nicht mehr vorgesehen. So zumindest die Theorie. In der Praxis sieht die Sache allerdings ganz anders aus. Patricia Flores Rivera, Bezirksverordnete der Grünen, wollte es deshalb genaue Daten wissen: Wie hoch ist die Zahl der Kraftfahrzeuge, die „ohne Anliegen“, also unter Missachtung der geltenden Verkehrsregeln, [die Fahrradstraße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/21/ein-netz-aus-fahrradstrassen/?ref=loky.news) durchqueren? \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Durchgangsverkehr überwiegt** Anfang Oktober 2022 hatte das Bezirksamt in der Stargarder Straße eine Verkehrszählung durchgeführt. Mit erschreckendem Ergebnis: Der KfZ-Durchgangsverkehr machte auf dem Abschnitt zwischen Schönhauser Allee und Pappelallee ganze 71,6 Prozent des Verkehrsaufkommens aus. Der östliche Abschnitt zwischen Pappelallee und Prenzlauer Allee ist etwas ruhiger, hier fuhren an besagtem Tag nur 22,9 Prozent ohne Anhalten durch. Die Zahlen stellen allerdings nur eine Annäherung an die tatsächlichen Werte dar, teilt Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) mit, denn: „Durchgangsverkehr, der über die in die Fahrradstraßen einmündenden Nebenstraßen ein- oder ausfährt, konnte aus Gründen der Aufwandsreduzierung und Wirtschaftlichkeit nicht berücksichtigt werden.“ **Weitere Maßnahmen in Prüfung** Weil der einfache Appell an die Autofahrer\*innen, sich doch bitte an die Regeln zu halten, offenbar nicht fruchtet, müssten also weitere Maßnahmen zur Beschränkung des motorisierten Verkehrs eingerichtet werden. Das Pankower Straßen- und Grünflächenamt prüft deshalb derzeit, ob diese wirklich erforderlich sind, heißt es in der Antwort der Stadträtin. Sollte dies der Fall sein, könnten das Bezirksamt unter anderem eine Einbahnstraßenregelung oder die Einrichtung von Diagonal- und Durchfahrtssperren anordnen. Titelbild: Die Stargarder Straße während des Umbaus zur Fahrradstraße / Foto: Julia Schmitz ### Das sind Pankows Kandidat*innen für die Wiederholungswahl URL: https://www.loky.news/das-sind-pankows-kandidatinnen-fuer-die-wiederholungswahl/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## Stehen bei der Wahl am 12\. Februar die gleichen Politiker\*innen wie im Herbst 2021 auf der Liste? Hier erfahrt ihr, wer in Pankow antritt. --- Noch knapp anderthalb Wochen, dann dürfen wahlberechtigte Berliner\*innen erneut ihre Kreuze machen. Diesmal allerdings nur für die Bezirksverordnetenversammlungen und das Abgeordnetenhaus. Die Listen der Kandidat\*innen sind weitgehend identisch zu denen [vom 26\. September 2021](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/politik/wahl-2021/?ref=loky.news) – nur wer seinen Hauptwohnsitz nicht mehr in Berlin hat, zurückgetreten oder verstorben ist, steht nicht erneut darauf. ## Wahl zum Abgeordnetenhaus Für das Abgeordnetenhaus ist Pankow ist in acht Wahlkreise aufgeteilt, vier davon sind für Prenzlauer Berg relevant: - Wahlkreis 6: Esplanade, Schönhauser Allee, S-Bahntrasse zwischen Schönhauser Allee und Prenzlauer Allee, Prenzlauer Allee, Danziger Straße, Eberswalder Straße, Bezirksgrenze - Wahlkreis 7: S-Bahntrasse zwischen Greifswalder Straße und Schönhauser Allee, Schönhauser Allee, Wisbyer Straße, Prenzlauer Promenade, Am Steinberg, Pistoriusstraße, Berliner Allee, Greifswalder Straße - Wahlkreis 8: Eberswalder Straße, Danziger Straße, Prenzlauer Allee, S-Bahntrasse zwischen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße, Greifswalder Straße, Bezirksgrenze - Wahlkreis 9: Greifswalder Straße, Berliner Allee, Indira-Gandhi-Straße, Bezirksgrenze ## Wer kandidiert? **Wahlkreis 6** Die Linke: Katja Rom SPD: Linda Vierecke Bündnis 90/ Die Grünen: Andreas Otto FDP: Thomas Enge CDU: Stephan Lenz AfD: Tobias Thieme Die Partei: Constantin Lissner Tierschutzpartei: Katharina Maria Hübner ÖDP: Thomas Georg Kuhn Die Basis: Wilfried Meyer du: Fabian Blume Freie Wähler: Colin Kerkmann **Wahlkreis 7** Die Linke: Sandra Brunner SPD: Annette Unger Bündnis 90/ Die Grünen: Julia Schneider FDP: Julius Grottke CDU: Antje Tölle AfD: Fred Gornig Die Partei: Madlen Suchardt Tierschutzpartei: Isabell Huwe Die Basis: Annette Becker Freie Wähler: Jan Mettchen **Wahlkreis 8** Die Linke: Gloria Viagra (2021: Janine Walter) SPD: Stephanie Wölk Bündnis 90/ Die Grünen: Daniela Billig FDP: Sandra Milkereit CDU: Mario Röllig AfD: Melanie König Die Partei: Jannis Kiesewalter Tierschutzpartei: Marie Charlotte Motzkus Piraten: Marianne Utz Die Basis: Wencke Loesener Freie Wähler: Alexander Wilke **Wahlkreis 9** Die Linke: Michail Nelken SPD: Tino Schopf Bündnis 90/ Die Grünen: Antje Kapek (2021: Stefanie Remlinger) FDP: Artur Gärtner CDU: David Paul AfD: Frank Behncke Die Partei: Kerstin Kruschwitz Tierschutzpartei: Matthias Clemens Schröder Die Baiss: Dr. Nikolai Zinke DL: Dr. Eckehart Ehrenberg Freie Wähler: Rüdiger Voigt 2021 hatten wir die Parteien, die bereits im Abgeordnetenhaus Berlin vertreten waren, nach ihren Positionen befragt. Hier könnt ihr nachlesen, was sie uns zu den Themenkomplexen [Verkehr und Stadtentwicklung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/06/kiezblocks-fahrradstrasse-tempo-30/?ref=loky.news), [Wohnen & Bauen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/08/bezahlbar-wohnen/?ref=loky.news), Umwelt & Klima, [Bildung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/13/bildung-fuer-alle/?ref=loky.news) sowie [Kultur](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/15/clubs-sind-ebenso-kulturstaetten-wie-museen-und-theater/?ref=loky.news) geantwortet haben. ## Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung Für das Amt der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters von Pankow gehen die Parteien mit denselben Spitzenkandidat\*innen wie 2021 ins Rennen. Hier findet ihr die Video-Interviews, die wir damals mit ihnen geführt haben: [Sören Benn](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/20/buergermeisterkandidatinnen-im-check-soeren-benn-linke/?ref=loky.news) (Die Linke), [Rona Tietje](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/20/buergermeisterkandidatinnen-im-check-rona-tietje-spd/?ref=loky.news) (SPD), [Cordelia Koch](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/20/buergermeisterkandidatinnen-im-check-cordelia-koch-gruene/?ref=loky.news) (Bündnis 90/Die Grünen), [Thomas Enge](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/20/buergermeisterkandidatinnen-im-check-thomas-enge-fdp/?ref=loky.news) (FDP) und [Denise Bittner](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/20/buergermeisterkandidatinnen-im-check-denise-bittner-cdu/?ref=loky.news) (CDU). Titelbild: Bianca Ackermann ### Wahlkampfgetöse in der Fröbelstraße URL: https://www.loky.news/wahlkampfgetoese-in-der-froebelstrasse/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Dass in zweieinhalb Wochen die Wiederholungswahl stattfindet, war am Mittwoch in der Bezirksverordnetenversammlung deutlich zu spüren. Kaum eine Rede der Verordneten kam ohne Wahlkampfsprüche aus. --- Herrschte das vergangene Jahr über ein gewisser grundsätzlicher Konsens der Fraktionen, traten diese jetzt hinter den großen Parteithemen zurück: Soziales bei den Linken und Bauen bei der SPD, Verkehrsberuhigung bei den Grünen und der Fokus auf Autos bei der CDU, Digitalisierung und technische Spielereien bei der FDP. Die AfD wie so oft ohne konkrete Ideen, Hauptsache dagegen. Auch in Pankow werden die Karten nach der [Wiederholungswahl am 12\. Februar](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/16/wir-haben-die-wahl-nochmal/?ref=loky.news) vermutlich neu gemischt, manche mögen in Anbetracht dessen leicht nervös sein. Weil unklar ist, in welcher Zusammensetzung und Stärke sich die Pankower Fraktionen nach der Wahl im großen Bezirksverordnetensaal wiederfinden werden, beschlossen die Anwesenden zahlreiche Anträge im Schnelldurchlauf. Zum Beispiel, dass an dem [Fußgängertunnel an der Greifswalder Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/26/die-mit-dem-tunnelblick/?ref=loky.news) nicht – wie es die Senatsverwaltung bekannt gegeben hatte – nur „kleinere Arbeiten zur Sicherung der Betriebssicherheit“ vorgenommen werden sollen, sondern die Unterführung umfangreich instandgesetzt wird. Der Tunnel bröckelt nicht nur seit Längerem vor sich hin, er ist auch schummrig beleuchtet und ein Angstraum für viele Fußgänger\*innen. **Mehr Toiletten, mehr Trinkbrunnen** Mehrheitlich beschlossen die Verordneten außerdem, dass das Bezirksamt ein „Toilettenkonzept“ für Pankow entwickeln soll, das festlegt, [wo öffentliche Toiletten benötigt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/13/pankows-pinkel-problem/?ref=loky.news) und eingerichtet werden können. Gleiches gilt für Trinkbrunnen, die der Senat flächendeckend in Pankower Grünanlagen installieren soll, unter anderem am Arnimplatz, Helmholtzplatz, Arnswalder Platz und im Hirschhof in der Oderberger Straße. Beide Anträge hatte die SPD Fraktion gestellt. Wer ausgediente Möbel im Kellerverschlag stehen hat, kann diese vermutlich bald bei kostenfreien Sperrmülltagen in Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee abgeben – auch diesem Antrag von der CDU stimmten die Lokalpolitiker\*innen mit Mehrheit zu. Uneinigkeit herrschte dagegen wie immer bei Verkehrsthemen: Die Grünen hatten im Herbst gefordert, mehr [Platz für Fußgänger\*innen in der Stargarder Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/02/schmetterlinge-statt-suv/?ref=loky.news) zu schaffen und Parkplätze zu Begegnungszonen umzufunktionieren – die BVV lehnte die Idee ab. Auch die ebenfalls von den Grünen vorgeschlagenen [„Sommerstraßen“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/01/24/autofreie-sommerstrassen-fuer-prenzlauer-berg/?ref=loky.news) stießen auf Widerstand und bekamen keine mehrheitliche Zustimmung. „Ich bin froh, dass sich Pankow noch nicht für das Förderprogramm des Senats beworben hat“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzende Denise Bittner. Die vorgeschlagenen Straßen befänden sich schließlich alle in unmittelbarer Nähe eines großen Parks. Außerdem seien die Autos durch eine Straßensperrung ja nicht weg, nur woanders. „Lassen sie uns lieber überlegen, wie man wirklich etwas für alle Verkehrsteilnehmer machen kann“, so Bittner. Titelbild: Julia Schmitz ### Autofreie Sommerstraßen für Prenzlauer Berg URL: https://www.loky.news/autofreie-sommerstrassen-fuer-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-03-20T18:07:05.000Z ## Um die Aufenthaltsqualität in den Straßen zu erhöhen, führt Berlin in diesem Jahr für den Verkehr gesperrte „Sommerstraßen“ ein. Die Pankower Grünen haben Vorschläge für Prenzlauer Berg. --- Mit einer Tasse Kaffee mitten auf der Straße sitzen und mit den Nachbar\*innen quatschen: Das könnte in diesem Jahr an vielen Stellen der Stadt Realität werden. Die Senatsverwaltung für Mobilität hat die zwölf Berliner Bezirke dazu eingeladen, sich an dem Projekt der „Sommerstraßen“ zu beteiligen und von Mai bis Oktober Abschnitte einzelner Straßen für den motorisierten Verkehr zu sperren. Bereits im Sommer 2021 hatte Tempelhof-Schöneberg in Eigeninitiative einen Teil der Barbarossastraße auf diese Weise zu einer verkehrsfreien Zone gemacht. Anders als bei [Spielstraßen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/spielstrae/?ref=loky.news), die nur einmal die Woche oder einmal im Monat für ein paar Stunden allein für Fußgänger\*innen zugänglich sind, sollen die Sommerstraßen über den gesamten Zeitraum umgewandelt bleiben. Auf einer Strecke von 50 bis maximal 100 Metern sollen in Nebenstraßen Sitzmöglichkeiten und Straßengrün zum Verweilen einladen. **Bisher kein Antrag aus Pankow** Die Resonanz auf das Programm ist bisher allerdings eher verhalten. Bisher hätten erst Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg Interesse gezeigt, heißt es beim rbb. Von Pankow gibt es bisher keine Rückmeldung. Auch auf die ebenfalls vom Senat ausgeschriebene [Parkletförderung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/parklet/?ref=loky.news), die dieser im vergangenen Herbst noch einmal erneuerte, hatte sich das von der CDU-Stadträtin Manuela Anders-Granitzki geführte Straßen- und Grünflächenamt nicht beworben. Die Erfahrungen mit Parklets seien in Pankow durchwachsen, es habe Beschwerden wegen Vermüllungen, Beschmierungen und Lärm gegeben, hatte sie in der Bezirksverordnetenversammlung vergangenen November erklärt. **Vier Straßen in Prenzlauer Berg** Die Fraktion der Pankower Grünen macht deswegen nun einen Vorstoß und schlägt in der kommenden Bezirksverordnetenversammlung vier konkrete Straßen für die sommerliche Sperrung vor. Alle befinden sich in Prenzlauer Berg: die Oderberger Straße im Abschnitt zwischen Eberswalder Straße und Kastanienallee, die Hufelandstraße im Abschnitt zwischen Greifswalder Straße und Bötzowstraße, die Stargarder Straße im Abschnitt zwischen Schönhauser Allee und Pappelallee sowie die Rykestraße im Abschnitt zwischen Sredzkistraße und Knaackstraße. Die angedachten Straßenzüge überschneiden sich dabei mit [den Fahrradstraßen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/21/ein-netz-aus-fahrradstrassen/?ref=loky.news), auf denen – zumindest in der Theorie – sowieso weniger Verkehr herrschen sollte: Die Stargarder und die Oderberger Straße sind bereits umgewidmet, die Planung für die Hufelandstraße will das Bezirksamt in diesem Jahr wieder aufnehmen. Einzig die Rykestraße fällt nicht in diese Kategorie. Titelbild: Die Oderberger Straße ist bereits Fahrradstraße, jetzt könnte sie auch zur „Sommerstraße“ werden / Foto: Julia Schmitz ### Prenzlauer Berg Newsletter #2 URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-2/ Last updated: 2025-03-20T18:09:52.000Z ## Mauerpark, Wohnungsbau, Kleingärten: In der vergangenen Woche haben wir wieder eine gemischte Tüte Nachrichten aus Prenzlauer Berg zusammengestellt. Hier kommt der Newsletter zum Nachlesen. --- „Es ist kein klassischer Zugezogene-Schwaben-vertreiben-alteingesessene-Kultureinrichtung-Fall“, sagte Dagmar Domrös vor knapp sechs Jahren: Damals hatte sie kurz zuvor erfahren, dass das Theater o.n., in dem sie als künstlerische Leiterin arbeitete, die Räume in der Kollwitzstraße verlassen muss. Einige Bewohner des Hauses hatten sich über den Lärm beschwert, der Eigentümer ihnen daraufhin den Mietvertrag gekündigt. Auch wenn der Vertrag nach Gesprächen vorerst verlängert wurde, suchte der Bezirk in den Jahren danach händeringend nach einem neuen Spielort – und hat ihn jetzt gefunden. Wo der sich befindet und wann das Theater dorthin zieht, lest ihr in unserem **Text der Woche** - **Theater:** Fast sechs Jahre hat das Kindertheater aus der Kollwitzstraße nach einem langfristigen Zuhause gesucht. [Nun hat es einen neuen Standort gefunden](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/01/17/theater-o-n-gerettet/?ref=loky.news). **Was sonst noch los war** - **Literatur:** In seinem Roman „Trottel“, der 2022 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand, erzählt Jan Faktor in atemberaubender Sprache vom Prenzlauer Berg zu DDR-Zeiten. [Wir haben den Autor zuhause besucht](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/01/19/wir-waren-schuechtern/?ref=loky.news). **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/01/kiezfoto.jpg) Die Ecke von Prenzlauer Berg, die ein bisschen an Paris erinnert… Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** **Toiletten:** Gute Nachrichten für alle mit einem dringenden Bedürfnis: Nachdem die Senatsverwaltung Mitte August vergangenen Jahres 50 Toiletten im öffentlichen Straßenland im Testbetrieb für die kostenlose Nutzung freigeschaltet hatte, sollen in diesem Jahr 50 weitere folgen. Die Betriebskosten sowie der Reparaturaufwand bei Vandalismus seien zwar höher, als bei kostenpflichtigen Toiletten, heißt es in einer Pressemitteilung. Dennoch habe die Evaluation gezeigt, dass entgeltfreie Toiletten häufiger genutzt werden und es dabei nicht zu auffällig vielen Fehlnutzungen komme. Langfristig plane der Senat, alle öffentlichen Toiletten in Berlin kostenfrei zugänglich zu machen. Besonders während der Corona-Zeit war deutlich geworden, welche Einschränkungen für viele Menschen mit einer mangelnden Anzahl an Toiletten verbunden sind. **Mauerpark:** Am ehemaligen Grenzstreifen rollen die Bagger: [Der nördliche Zipfel vom Birkenwäldchen bis zur Kletterwand](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/02/mehr-baeume-weniger-barrieren/?ref=loky.news) an den S-Bahngleisen im Mauerpark wird derzeit saniert. Auf den rund 12.000 Quadratmetern Fläche pflanzt die Grün Berlin GmbH unter anderem über 300 neue Heckenpflanzen und 2.100 Sträucher; auch 70 zusätzliche klimaresiliente Bäume sollen nach der Fertigstellung das Klima im Kiez verbessern. **Seit kurzem ist das Areal zwischen Eberswalder Straße und Gleimstraße außerdem in seiner Gesamtheit gesichert:** Am 10\. Januar beschloss der Senat den Bebauungsplan 3-64, der die 2020 eröffnete, 6,4 Hektar große Erweiterungsfläche dauerhaft als Parkfläche ausweist. Das umfasst auch den Teil, der unter der Woche als Sportfläche und am Wochenende für den Flohmarkt zur Verfügung steht, sowie die beiden gastronomischen Einrichtungen an der Eberswalder Straße. **Wohnungsbau:** Berlin baut und baut und baut – aber wie viele Wohnungen davon fallen in die Kategorie „sozialer Wohnungsbau“? Pankow liegt dabei weit hinten, ergab eine Anfrage des Abgeordneten Dirk Stettner (CDU). **353 Wohnungen mit Belegungsbindung, also nur mit einem Wohnberechtigungsschein erhältlich, hat der Bezirk von 2016 bis zum dritten Quartal 2022 fertiggestellt.** Das ist zwar mehr als in Charlottenburg-Wilmersdorf (0), Neukölln (231) und Reinickendorf (340), liegt aber weit hinter Treptow-Köpenick (1.121), Lichtenberg (1.853) und Marzahn-Hellersdorf (2.028). Auch die Gesamtzahl der Sozialwohnungen in Pankow ist gesunken: Von 6.379 im Jahr 2016 auf 4.228 im Jahr 2021\. Für 2022 liegen noch keine endgültigen Zahlen vor. **Kleingärten:** Nachdem uns das neue Jahr bereits das Wortungetüm „Lebensmittelüberwachungstransparenzgesetz“ beschert hat, könnte sich bald ein weiteres dazu gesellen: Die Fraktionen von **SPD, Grüne und Linke im Berliner Abgeordnetenhaus haben die Prüfung eines „Kleingartenflächensicherungsgesetz“ beantragt**, um die Mini-Gärten zu schützen. „Kleingärten prägen seit Jahrzehnten das Stadtbild von Berlin. Einige Anlagen sind bereits über hundert Jahre alt. Sie leisten als Bestandteil des Berliner Stadtgrüns einen unverzichtbaren Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt und für ökologische Werte in der Stadt“, heißt es im Gesetzentwurf. Doch die Flächen sind auch begehrtes Bauland: In den vergangenen Jahren mussten Laubenpieper immer wieder weichen, um Platz zu machen für schicke Neubauten. Der Senat soll nun mit externer juristischer Unterstützung prüfen, wie ein Kleingartengesetz für Berlin rechtssicher umgesetzt werden könnte, ohne dass es mit dem Bundeskleingartengesetz konkurriert. **Jugendliche:** Gerade die jüngeren Berliner\*innen mussten während der Corona-Pandemie zurückstecken. Um vor allem Jugendlichen zu ermöglichen, das Verpasste wenigstens teilweise nachzuholen, hat die Senatskulturverwaltung die „Jugendkulturkarte“ ins Leben gerufen: **Junge Erwachsene zwischen 18 und 23 Jahren erhalten mit ihr ein Guthaben von 50 Euro, das für Tickets in über 200 Kulturorten gültig ist**, darunter Museen, Clubs, Theater und kleine Kiez-Kinos. „Teilhabe für alle Berliner\*innen an Kunst und Kultur liegt mir sehr am Herzen. Die Jugendkulturkarte für 18- bis 23-Jährige richtet sich an ein junges Publikum, das die vielfältige Berliner Kulturlandschaft nach den Beschränkungen der letzten Jahre gerade erst kennenlernen kann“, schreibt Kultursenator Klaus Lederer (Linke) in einer Pressemitteilung. Wer zwischen dem 1\. Februar und 30\. April 18 bis 23 ist oder wird, [kann sich online für die Karte registrieren](https://www.berlin.de/sen/kulteu/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1273957.php?ref=loky.news) und sie bis Ende Februar in einer der öffentlichen Bibliotheken abholen. **Tourismus:** Die meisten Berlin-Besucher\*innen halten sich im Stadtzentrum auf. Aber warum eigentlich? Die Stadtteile außerhalb des S-Bahn-Rings sind ebenfalls einen Besuch wert! Um diese Gegenden zu unterstützen, hat der Berliner Senat deshalb eine Aktionswoche entwickelt, an der sich alle Bezirke beteiligen, die bis zur Stadtgrenze reichen – also auch Pankow. Vom 25\. März bis zum 10\. April soll die **groß angelegte Marketingkampagne „Ab ins B“** – damit ist die Tarifzone B der BVG gemeint – mit Sonderführungen, kulturellen Veranstaltungen oder Übernachtungsspecials mehr Aufmerksamkeit für diese Orte schaffen. Wer sich als Akteur\*in beteiligen möchte, kann sich bis zum 27\. Januar [bei der Wirtschaftsförderung Pankow bewerben](https://www.pankow-wirtschaft.de/aktuelles/machen-sie-mit-bei-ab-ins-b/?ref=loky.news). **Tipps & Termine** - **22.2.:** Das Haus der Sinne in der Ystader Straße lädt zum einzigen [Ganovenball 2023](https://hausdersinne-berlin.de/event/ganovenball-chicago-1966-roger-pabst-and-his-frank-sinatra-show/?ref=loky.news): Roger Pabst bringt euch mit seiner Frank Sinatra Show in das Amerika der 1960er Jahre, dazu gibt es Swing und Boogie, eine Spielhölle, Falschgeld, Separées und und Mafiaküche. Der Eintritt kostet 20 Euro, ermäßigt 16 Euro. Beginn ist um 21 Uhr, um passende Garderobe wird gebeten. - **23.1.:** In Stine Pilgaards neuem Roman „Meine Mutter sagt“ geht es um Liebeskummer, wohlmeinende Eltern und darum, dass man eigentlich längst erwachsen ist. Die Autorin liest am Montag in der [Buchhandlung Uslar & Rai](https://uslarundrai.de/?ref=loky.news), Tickets kosten 12 Euro, los geht’s um 19.30 Uhr. - **26.1.:** Robert „Rio“ Korn war Weißenseer Urgestein und Kiezlegende. Das Rathaus Pankow widmet dem ehemaligen Beleuchtungschef der Brotfabrik, der auch Sänger der Punkband „No Exit“ war, eine [Fotoausstellung mit Bildern von Weggefährt\*innen](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinheiten/pressestelle/artikel.1281813.php?ref=loky.news). Die Eröffnung findet am Donnerstag ab 18 Uhr statt, im Anschluss ist sie bis zum 14\. April zu sehen. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Autobahn:** Der Ausbau bis Treptow ist so gut wie fertig, jetzt plant der Bund die [Erweiterung der A100 bis Prenzlauer Berg](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/01/12/letzte-ausfahrt-storkower-strasse/?ref=loky.news) – obwohl die Berliner Landesregierung dies nicht möchte. - **Vorschau:** Die Feiertage sind vorbei und wir wenden uns den harten Fakten zu: [Welche Themen, Projekte und Diskussionen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/01/09/was-2023-wichtig-wird/?ref=loky.news) sind in diesem Jahr wichtig für Prenzlauer Berg? **Zitat der Woche** *„Wir sind sehr glücklich, dass die Kapelle auf dem Gelände des Bürgeramts für uns* *‚* *flott gemacht* *‘* *wird. Wir freuen uns, in Pankow bleiben zu können und auf die Aufgabe, den neuen Kiez zu erkunden und neue Kooperationen und Kontakte zu schließen“* sagt Dagmar Domrös, künstlerische Leiterin des Theater o.N. Die Spielstätte hat endlich ein neues Zuhause gefunden. Das waren die Neuigkeiten aus den Kiezen für diese Woche. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende! Eure Julia Schmitz --- **Dir gefällt, was wir machen?** **Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Wir waren schüchtern URL: https://www.loky.news/wir-waren-schuechtern/ Last updated: 2025-03-20T18:07:48.000Z ## In seinem Roman „Trottel“, der 2022 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand, erzählt Jan Faktor in atemberaubender Sprache vom Prenzlauer Berg zu DDR-Zeiten. Wir haben den Autor zuhause besucht. --- Ich treffe Jan Faktor in seiner Wohnung im Norden des Prenzlauer Bergs. Neben zahlreichen Büchern schmücken Familienporträts die Wände. Für seinen neuen Roman, in dem er unter anderem den Selbstmord seines Sohnes verarbeitet, hat Faktor gründlich recherchiert und seine Erinnerungen mit denen von Freunden und Bekannten abgeglichen. Während des Gesprächs zeigt er mir immer wieder alte Fotografien, Zeitungsartikel oder Filmausschnitte. **Herr Faktor, Ihr Roman basiert zu großen Teilen auf ihren Erinnerungen und Erfahrungen, viele davon aus der DDR-Zeit im Prenzlauer Berg.** Ich erfinde nicht gern, da haben Sie recht. Ohne Fiktion und passende Erfindung von „Fakten“ komme ich aber auch nicht aus. Trotzdem basieren im Roman viele Geschichten und Schilderungen auf langwierigen Recherchen. Oder auf Befragungen von Zeitzeugen. **In Ihrem Roman treten einige Protagonist\*innen der Prenzlauer Berger Geschichte auf. Wer war Herr Castorf aus der Pappelallee?** Das war der Vater von Frank Castorf. Er besaß dort einen wunderbaren Laden für Faltrollos und Jalousien. [In der DDR](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/ddr/?ref=loky.news) gab es vieles nicht zu kaufen, und das, was es gab, war meistens bieder und hässlich. Die Faltrollos von Herrn Castorf waren aber schön! Sie waren aus Papier, waren billig und praktisch – und man konnte sie außerdem auch noch bemalen. Für dieses Genre gab es sogar illegale Ausstellungen. Die originellsten Einrichtungsgegenstände holte man sich damals allerdings meistens aus dem Sperrmüll, und den Rest bekam man von Freunden, die in den Westen gingen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Der Erzähler des Romans, der von Prag in die DDR gezogen ist, wird von der Polizei vorgeladen und vor dem Umgang mit politisch subversiven Kräften gewarnt. Haben Sie etwas Ähnliches erlebt?** Ja. Als ich von Prag nach Berlin zog, gehörte ich auf Anhieb zum weitverzweigten Freundeskreis meiner Frau. Und das waren größtenteils Leute aus dem linken, politisch aktiven Milieu. Die Stasi passte da natürlich gut auf. Und mich machte man auf der Dienststelle bald darauf aufmerksam, dass man mich aus der DDR auch ausweisen könne – obwohl ich verheiratet war. Diese Szene, wie der verunsicherte Polizist mit zitternder Lippe vor mir sitzt, so etwas vergisst man nicht. Den Raum, den ich dort beschreibe, kannte ich allerdings von woanders – und zwar aus der Keibelstraße. Da ging es aber um meinen Aufenthaltsstatus. Beim Schreiben montiert man eben frech alles Mögliche zusammen. Noch zu dem Polizisten: Der Mensch machte einen so harmlosen Eindruck, dass ich seine Drohung nicht wirklich ernst nehmen konnte. Damals hat man generell lieber verdrängt, wie bedrohlich die Lage war. Oft genug passierte einem aber tatsächlich nichts. **Wie gehen Sie beim Schreiben mit schmerzhaften und sensiblen Themen um?** Bei meiner Arbeitsweise brauche ich für einen Roman gut drei Jahre. Und das hält man im Grunde nur durch, wenn man einen emotionalen Kern in sich wach und warm hält. Die dazugehörige Haltung gibt einem dann genügend Sicherheit. Theorien braucht man dazu nicht. Der Rest ist Handwerk und Kleinarbeit. Bei diesem Buch hat mich anfangs leider meine Frau etwas verunsichert, die den trotteligen Erzählton unmöglich fand, dem Thema einfach nicht angemessen. Und sie konnte das Manuskript gar nicht weiterlesen. Aus unserem Freundeskreis bekam ich zum Glück ganz andere Rückmeldungen. Die Entscheidung, wie man heikle Dinge angeht, trifft man intuitiv, man spürt selbst dann auch relativ schnell, ob ein Text funktioniert oder nicht. ![Jan Faktor](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/01/Jan-Faktor-.jpg) Jan Faktor in seinem Büro / Foto: © Joachim Gern **Wie hat die Atmosphäre in Prenzlauer Berg zu DDR-Zeiten Ihr Schreiben beeinflusst?** Zu meinen engsten Freunden gehörten Bert Papenfuß und Stefan Döring, zwei großartige Dichter. Politik spielte in diesen, für mich neuen Kreisen keine Rolle, wir waren alle eben auf die Literatur, auf unsere Art zu Schreiben konzentriert, und wir opponierten einfach dadurch, wie wir mit der Sprache umgingen. Wir nutzten sie anders, verfremdeten sie orthographisch, erfanden provokative Wortspiele, brachten Grammatik durcheinander. Bei Papenfuß spielte außerdem das Rotwelsche, die Gaunersprache eine große Rolle. Mein Zugang war anders, eher destruktiv – ich demolierte, zerhackte gern reale Texte, schlachtete Wörterbücher oder irgendwelche didaktischen Aufsätze aus. Und ich las vieles, was ich in Prag nicht hatte lesen können: Adorno, deutsche Dadaisten, Dichter der konkreten Poesie, massenweise Sachliteratur. In der Prenzlauer Berg Community herrschte ein besonderes Fluidum und das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Wirkliche Nähe gab es aber trotzdem nur in engeren Zusammenhängen. **Sie haben damals in Prenzlauer Berg Ihre ersten Wohnungslesungen abgehalten. Wie können wir uns die Stimmung vorstellen? Wurde beispielsweise über die gelesenen Texte diskutiert?** Diskutiert wurde im Grunde kaum – ich meine bei diesen größeren Zusammenkünften. Man hatte darin einfach keine Übung, da wir keine Öffentlichkeit hatten. Und wir waren außerdem ziemlich schüchtern, selbst im Umgang miteinander. Nach dem Mauerfall besuchte einmal ein Schweizer Fernsehteam eine Zusammenkunft bei [Ekkehard Maaß](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/12/29/gefaellte-geschichte/?ref=loky.news), um die legendäre Szene vom Prenzlauer Berg filmisch einzufangen. Sie kamen mit professionellem Ton- und Lichtequipment und wollten sicher auch unsere Debatten kurz dokumentieren. Detlef Opitz und Stefan Döring sagten den ganzen Abend über kein einziges Wort und spielten irgendwo an der Seite Schach, Papenfuß trank nur und schlief schließlich ein, und Elke Erb, unsere dichterische Übermutter, sprach so schön hexenhaft-poetisch und nur in derart metaphorischen Bildern, dass sie niemand verstand. Die armen Schweizer gaben es irgendwann auf. Der einzige, der in der Lage war, sich halbwegs vernünftig zu artikulieren, war Rainer Schedlinski. **Wie bewusst war Ihnen die allgegenwärtige Überwachung durch die Stasi in den dichterischen Kreisen in Prenzlauer Berg?** Man rechnete damit, dass man dauernd, also nicht nur bei den Zusammenkünften bespitzelt wurde. Wir hielten aber sowieso nichts weiter geheim. Dass die Stasi ganz so nah dran war, sozusagen mittendrin saß, konnte man sich absolut nicht vorstellen. Die Enthüllungen waren daher schockierend. Und viele wollten es erstmal nicht wahrhaben. Dummerweise war der Dichter Sascha Anderson tatsächlich auch der Hauptorganisator der meisten Aktivitäten in der sogenannten Szene – es gab nicht nur Lesungen, sondern auch Konzerte, Ausstellungen, und Anderson gab außerdem Künstlerbücher heraus. Auf diesem Weg konnten viele unserer Texte wenigstens in limitierten Ausgaben doch erscheinen. Mir war Anderson die ganzen Jahre einfach nur unheimlich – aber eher als eine etwas düstere, schwierige Persönlichkeit. Er blickte einem nie direkt in die Augen, und bei seinen Lesungen störte mich sein unechtes Pathos. Und so gingen mir persönlich sofort nach der Öffnung der Akten die Augen auf. Rainer Schedlinski war als Mensch ähnlich schwierig und unnahbar – und er war der zweite wichtige Stasi-Zuträger in der Szene. Alle meine richtigen Freunde waren zum Glück nicht dabei. Sicher kein Zufall. Ich selbst war vor Verfolgung bis zu einem gewissen Grad dank meiner Schwiegereltern geschützt; meine Schwiegermutter war die Autorin Christa Wolf. Andere bekannte Schriftsteller wie Franz Fühmann, Heiner Müller, Volker Braun sind aber auch aktiv geworden, wenn jemand aus unseren Kreisen Ärger mit den „Behörden“ hatte. Und alle haben dem einen oder anderen finanziell geholfen. Aber im Großen und Ganzen hat sich die Stasi in Ost-Berlin zurückgehalten. Sie wussten über alles gut Bescheid, und wollten größere Skandale und Meldungen in der Westpresse vermeiden. In der Provinz konnte die Stasi dafür viel härter agieren und zuschlagen. **Im Roman wird die Bürgerbewegung „Neues Forum“ erwähnt, die sich 1989 gründete und unter anderem den Aufruf „Die Zeit ist reif – Aufbruch 89“ veröffentlichte. Waren Sie selbst im Entstehungsprozess der Bewegung involviert?** Eigentlich gehörte ich nicht zu den politisch Aktiven. Aber als im Sommer 1989 die Fluchtwelle aus der DDR ansetzte, spürte ich, dass die Chance, etwas zu bewegen, ganz real war. Und in den Künstlerkreisen herrschte sowieso seit Jahren Stillstand. Da ich damals als einer der wenigen schon einen PC und einen guten Drucker besaß, bot ich an, bei der Zeitung des „Neuen Forum“ mitzumachen. Die Herbstmonate waren dann extrem stressig, das Neue Forum hat die ganze Arbeit nur drei Leute machen lassen, wir waren dauerhaft am Rande der Erschöpfung. Als dann die Mauer fiel, wollte ich das erstmal nicht glauben und ging schlafen. Ich musste am nächsten Morgen um fünf Uhr in der Druckerei in der Elisabeth-Gemeinde in der Invalidenstraßedie erste Nummer der Zeitung abholen; es war, ehrlich gesagt, eine Art Infoblatt auf hektographierten A4-Blättern. In der Schönhauser sah ich aus dem Auto viele Ostberliner nach Hause torkeln – glücklich nach der langen wilden Nacht in Westberlin. **Haben Sie in den zahlreichen Interviews, die Sie nach der Nominierung für die Shortlist des Deutschen Buchpreises geführt haben, eine Frage zum Buch vermisst?** Nein, ich habe mich nur gewundert, dass es keine Empörung wegen des wiederholten Veräppelns der gendergerechten Sprache gab. Mein Trottel sondert im Roman lange und ziemlich verächtliche Tiraden ab. Und er ist außerdem ein kleiner Sexist. Vorsorglich hatte ich mich auf solche Angriffe schon vorbereitet und mich im Buch von meinem Trottel in einer Fußnote distanziert. Im Übrigen beschäftige ich mich mit der Genderproblematik auch in meiner Dankesrede zum Wilhelm-Raabe Preis. Es ist – ich begründe es dort ziemlich ausführlich – kein Zufall, dass uns die langen 35.000 Jahre der Sprach- und Syntaxentwicklung keine gendergerechte Sprache gebracht haben. **Vielen Dank für das Gespräch!** [Jan Faktor: „Trottel“](https://www.kiwi-verlag.de/buch/jan-faktor-trottel-9783462000856?ref=loky.news) ist im Kiepenheuer & Witsch Verlag erschienen, hat 400 Seiten und kostet 24 Euro. Titelbild: © Joachim Gern ### Theater o.N. gerettet URL: https://www.loky.news/theater-o-n-gerettet/ Last updated: 2025-03-20T18:08:18.000Z ## Fast sechs Jahre hat das Kindertheater aus der Kollwitzstraße nach einem langfristigen Zuhause gesucht. Nun hat es einen neuen Standort gefunden. --- Wo viele Menschen mit unterschiedlichen Interessen Tür an Tür wohnen, kommt es schnell zu Streit. Während für manche ein Kinderlachen das schönste Geräusch auf der Welt ist, fühlen sich andere davon einfach nur gestört. So auch mitten in Prenzlauer Berg. In der Kollwitzstraße 53 befindet sich seit 1995 das auf Kinder ausgerichtete [Theater o.N.](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=theater+o.n.&ref=loky.news), das in der jetzigen Konstellation seit 2010 besteht, aber eigentlich schon viel älter ist: 1979/80 gründete eine Gruppe aus Puppenspieler\*innen, Schauspieler\*innen, Schriftsteller\*innen und Regisseur\*innen unter dem Namen „Zinnober“ das erste freie Theater der DDR, zunächst in der Knaackstraße 45. Der Staatsmacht war das Ensemble jedoch ein Dorn im Auge, ständig drohte die Räumung des Ladenlokals, letztendlich bekamen sie Auftrittsverbot. Doch das „Zinnober“ spielte weiter, in Privatwohnungen und kirchlichen Gemeinderäumen. Mit dem Mauerfall endete das Versteckspiel, das Theater – jetzt mit neuem Namen – zog in die Kollwitzstraße. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Beschwerden über Lärm** Die Ruhe währte allerdings nicht lange. Anfang der 1990er Jahre wurde das Haus verkauft und saniert, die neuen Bewohner\*innen des Hauses, in dessen Erdgeschoss sich das Theater befindet, beschwerten sich seitdem immer wieder über Lärm. 2017 teilten die Hauseigentümer\*innen dem Ensemble dann überraschend mit, dass ihr Mietvertrag nicht verlängert werde. Dank Gesprächen mit Bezirk und Senat und der Umsetzung von Schallschutzmaßnahmen [konnte die Kündigung noch einmal verhindert werden](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2017/12/13/theater-o-n-darf-bleiben-vorerst/?ref=loky.news) – doch 2022 sei endgültig Schluss in der Kollwitzstraße, hieß es damals. Händeringend hatte der Bezirk seitdem nach einem neuen Standort gesucht. Im Dezember 2022 dann endlich Erleichterung: Das Theater o.N. kann voraussichtlich 2025 auf das Gelände des Bezirksamts an der Fröbelstraße ziehen. Hier steht die „Fröbelkapelle“, die bis in die 1930er Jahre zur Aufbewahrung von Leichen diente und mit dem Umbau zur Spielstätte aber jeglichen morbiden Charme verliert. Derzeit führt das Theater Gesprächte mit den Vermietern in der Kollwitzstraße, um den Mietvertrag bis dahin zu verlängern. „Mit der Bereitstellung der landeseigenen Liegenschaft sieht die Senatsverwaltung für Kultur und Europa das Vorhaben zur Sicherung von Spielorten auf ideale Weise realisiert – insbesondere in Zeiten wachsender Raumnot“, heißt es beim Bezirksamt. Bereits 2019 hatte die Senatsverwaltung das landeseigene Gebäude als Ausweichort angeboten; der Bezirk hatte es damals aber als nicht ausreichend tauglich für einen regulären Spielbetrieb befunden und abgelehnt. **Auseinandersetzung mit der Geschichte** „Wir sind sehr glücklich, dass die Kapelle auf dem Gelände des Bürgeramts für uns „flott gemacht“ wird. Wir freuen uns, in Pankow bleiben zu können und auf die Aufgabe, den neuen Kiez zu erkunden und neue Kooperationen und Kontakte zu schließen“, sagt die künstlerische Leiterin Dagmar Domrös auf Nachfrage der Prenzlauer Berg Nachrichten. Künstlerisch und inhaltlich werde sich das Theater intensiv mit der wechselvollen Geschichte des neuen Standorts beschäftigen. 1886-1889 erbaut, diente die Anlage als Hospital- und Siechenhaus und gehörte zu den ersten städtischen Krankenhäusern Berlins, die zur Versorgung der wachsenden Industriemetropole nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen erbaut wurden. Nach Auflösung des Hospitals 1934 bezog das NS-Bezirksamt die Gebäude. In den Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte die sowjetische Kommandantur das Gelände, bevor 1950 das Areal getrennt und ein Teil bis 1985 vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR beansprucht wurde. „Die Gebäude – und das meint nicht nur die Leichenhalle – sind also historisch sehr aufgeladen. Uns mit der Geschichte und den in ihr verborgenen Geschichten zu beschäftigen und vor diesem Hintergrund die Fröbelkapelle neu und positiv zu besetzen, als freies Kindertheater mit Blick in die Zukunft, sehen wir als Aufgabe, der wir mit Spannung und Freude entgegenblicken“, so Domrös. Titelbild: Julia Schmitz ### Prenzlauer Berg Newsletter #1 URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-1/ Last updated: 2025-03-20T18:07:22.000Z ## Ärger über die geplante Erweiterung der A100, Stress mit der U-Bahn und eine sanierte Schwimmhalle: Die Nachrichten der Woche gibt es im Newsletter. --- Seit Jahren stehen die Pläne für den Ausbau der A100 fest. Doch zahlreiche Initiativen leisten seit langem Widerstand gegen das Verkehrsprojekt. Mittlerweile wollen immer mehr Berliner\*innen die Autobahn nicht in ihrer Stadt haben – auch der Senat wehrt sich dagegen. Und obwohl Berliner Abgeordnete und Bezirksverordnete regelmäßig Beschlüsse fassen, um die Verkehrswende voranzutreiben, setzt das FDP-geführte Bundesverkehrsministerium auf den motorisierten Individualverkehr in der Hauptstadt. Demnächst wird der 16\. Bauabschnitt fertiggestellt, der am Treptower Park endet. Danach soll die A100 bis Prenzlauer Berg erweitert werden. Wieviel Platz dem Auto in der Stadt zukünftig zustehen soll, hat meine Kollegin Julia Schmitz zusammengefasst für den **Text der Woche** - **Verkehrspolitik:** Der Ausbau bis Treptow ist so gut wie fertig, jetzt plant der Bund die [Erweiterung der A100 bis Prenzlauer Berg](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/01/12/letzte-ausfahrt-storkower-strasse/?ref=loky.news) – obwohl die Berliner Landesregierung dies nicht möchte. **Was sonst noch los war** - **Neues Jahr:** Die Feiertage sind vorbei und wir wenden uns den harten Fakten zu: [Welche Themen, Projekte und Diskussionen sind in diesem Jahr wichtig](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2023/01/09/was-2023-wichtig-wird/?ref=loky.news) für Prenzlauer Berg? **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/01/IMG_3988-1024x1024.jpg) Wir wünschen euch ein frohes und erfolgreiches neues Jahr! / Gesehen in der Kastanienallee. / Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** - **Schwimmbad:** Fast zwei Jahre war die Schwimmhalle im Ernst-Thälmann-Park wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Nun können Besucher\*innen wieder ihre Bahnen ziehen, auch Anfänger\*innen können hier üben. Denn neben dem großen 25-Meter-Becken wurde auch der Kinderbereich umgestaltet. Dieser bietet nun Platz für Schwimmkurse, wie die Berliner Bäderbetriebe mitteilten. Die gesamte Sanierung hat rund 2,3 Millionen Euro gekostet. Doch auf die Benutzung den ebenfalls neu gestalteten Saunabereich müssen Badegäste vorerst verzichten: Aufgrund der Energiekrise haben sich die Berliner Bäderbetriebe bereits im Herbst dazu entschlossen, die insgesamt 13 Saunen in den öffentlichen Berliner Bädern vorübergehend zu schließen. - **Pendelverkehr:** Seit Monaten brauchen Fahrgäste Geduld, wenn sie mit der U2 unterwegs sind. Denn die Strecke ist unterbrochen – und das bleibt sie auch weiterhin. Einen konkreten Zeitplan für die Rückkehr zum Normalbetrieb gibt es nämlich nicht. Weil der Tunnel der U-Bahn bei Bauarbeiten für ein Hochhaus am Alexanderplatz im vergangenen Jahr beschädigt wurde, steht aus Sicherheitsgründen für die U2 nur noch ein Gleis zur Verfügung, das andere wurde gesperrt. Seitdem verkehrt die Linie zwischen Klosterstraße und Senefelderplatz im Pendelverkehr. - **Menstruationsartikel:** Nicht immer haben Frauen Tampons und Binden dabei, wenn sie diese benötigen: Manchmal liegt es schlicht daran, dass sie plötzlich ihre Periode bekommen. Doch viele können sich Menstruationsprodukte einfach nicht leisten, weil sie zu teuer sind. Das Bezirksamt Pankow bringt daher im Laufe des Januars in den öffentlich zugänglichen Toilettenräumen der Bürogebäude des Bezirksamtes Pankow Spender für kostenlose Hygieneartikel an. „Mit der kostenlosen Bereitstellung werden Personen, die diese benötigen, ganz konkret in ihrem Lebensalltag unterstützt und das Thema Menstruation enttabuisiert“, sagt Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke). Damit setzt das Bezirksamt einen entsprechenden [BVV-Beschluss aus dem Jahr 2021](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/05/03/laeuft-bei-euch/?ref=loky.news) um. Nach Lichtenberg ist Pankow damit der zweite Berliner Bezirk, der lebensnotwendige Hygienemittel kostenlos zur Verfügung stellt. - **Partnerschaft:** Seit fast einem Jahr hält der russische Angriffskrieg auf die Ukraine an. „Russland zerstört dabei mit Dauerbombardements systematisch die ukrainische Infrastruktur und löst mit seinem Krieg millionenfache Fluchtbewegungen aus, die nicht nur ins Ausland gehen, sondern auch in Städte der Westukraine wie Riwne. Dies stellt die Menschen dort vor enorme Herausforderungen“, sagte Bezirksbürgermeister Sören Benn Ende Dezember. Nun baut [Pankow eine Solidaritätspartnerschaft mit der westukrainischen Stadt Riwne](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2023/pressemitteilung.1281287.php?ref=loky.news) auf, um die Stadt zu unterstützen. Ein erster Austausch mit dem Bürgermeister von Riwne, Oleksandr Tretyak, hat bereits stattgefunden. Im Dezember hatte die Bezirksverordnetenversammlung Pankow das Bezirksamt zum Aufbau der Partnerschaft ersucht, unmittelbar darauf erfolgten eine erste Kontaktaufnahme und die Einrichtung eines Spendenkonto. - **Lebensmittel:** Es gibt bereits den Nutri-Score und das Tierwohllabel: Beide sollen Verbraucher\*innen zeigen, wie gesund Nahrungsmittel sind oder tierfreundlich diese produziert werden. Nun gibt es in Berlin ein weiteres Kennzeichen aufgrund eines Gesetzes mit einem besonders langen und komplizierten Namen: Seit Anfang des Jahres gilt das „Lebensmittelüberwachungstransparenzgesetz“. Restaurants und Cafés müssen nun die Ergebnisse von amtlichen Kontrollen für ihre Kund\*innen transparent machen, teilte die Senatsverwaltung für Umwelt, Verbraucher- und Klimaschutz mit. „Mit dem neuen Gesetz können sich die Berliner\*innen vor einem Restaurantbesuch oder dem Einkauf zubereiteter Speisen informieren, wie die Hygienezustände im jeweiligen Betrieb sind – sichtbar am Eingang des Lokals und vorab im Internet“, so Staatssekretär Markus Kamrad. Dies solle in Form eines Balkendiagramms geschehen. Pankow hat bereits seit einigen Jahren eine Plattform, auf der die Ergebnisse der Kontrollen in gastronomischen Betrieben öffentlich einsehbar sind – mit teilweise sehr unappetitlichen Bildern. - **Beratung:** Die Preise steigen, die Zukunft ist unsicher: Die aktuelle Lage löst bei immer mehr Menschen Existenzängste aus. Für Kinder und Jugendliche bis 25 Jahre, deren Familien Sozialleistungen empfangen, gibt es Hilfe. Über das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) erhalten sie finanzielle Unterstützung für Dinge wie Schulbedarf, Sportkurse oder Fahrtkosten. Doch davon wissen viele nichts und das Amtsdeutsch ist oft unverständlich. „Damit die finanziellen Hilfen auch bei den Menschen ankommen, die sie dringend benötigen, müssen wir alle Mittel und Wege nutzen, um diese Familien zu erreichen“, so Bezirksbürgermeister Sören Benn. Um Familien gezielt über diese Unterstützungsmöglichkeit zu informieren, hat das Bezirksamt Pankow daher eine Kooperationsvereinbarung mit der BuT-Beratungsstelle abgeschlossen. Nun sollen das Pankower Sozialamt und das BuT-Beratungsteam enger miteinander verzahnt und die Beratungsstelle bekannter gemacht werden. Diese soll Familien und jungen Menschen niedrigschwellig und in verschiedenen Sprachen erklären, welche Gelder sie wie und auf welche Weise beantragen können. **Tipps & Termine** - **18.1.:** Nach dem Mauerfall erhielten DDR-Bürger\*innen 100 D-Mark Begrüßungsgeld. Doch was kauften sie sich davon? 30 Jahre nach der letzten Auszahlung hat Sophie Kirchner die gekauften Gegenstände fotografiert und mit ihren Besitzer\*innen über ihre Träume gesprochen – zu sehen sind die in der Ausstellung „Wünsch dir was! Erinnerungen an das Begrüßungsgeld.“ [Am Mittwoch spricht die Fotografin mit dem Zeitzeugen Christian Elsner](https://www.hdg.de/museum-in-der-kulturbrauerei/veranstaltungen/gespraech-zur-fotoausstellung-wuensch-dir-was-erinnerungen-an-das-begruessungsgeld-fotografien-von-sophie-kirchner-18-01-2023?ref=loky.news), der Historikerin Bettina Frevert und Alrun Schmidtke von der Stiftung Haus der Geschichte über die Fotografien und Erinnerungen an das Begrüßungsgeld. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Museum in der Kulturbrauerei. - **19.-22.1.:** Was macht eigentlich eine Oper aus? Das Helmi Puppentheater Kollektiv begibt sich im Ballhaus Ost bis Dezember auf die Suche nach der Ur-Oper. [Die Reihe beginnt mit dem Stück „Ich fühls nicht“ ](https://www.ballhausost.de/die-suche-nach-der-ur-oper-1-ich-fuhls-nicht/?pos=863&ref=loky.news)– inspiriert von dem gleichnamigen Comic der schwedischen Künstlerin Liv Strömquist. Premiere ist am Donnerstag um 20 Uhr, der Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt 10 Euro. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Diskussionen:** Der Bezirk will auf dem Grundstück an der Lilli-Henoch-Straße eine Schule bauen. Drei Fraktionen der Pankower Bezirksverordnetenversammlung haben es jetzt besonders eilig – [machen sie sich damit zum Spielball des Investors](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/15/gerangel-um-den-gueterbahnhof-greifswalder-strasse/?ref=loky.news)? - **Schulweg:** Am Humannplatz kommt es häufiger zu Unfällen. [Zwei Pankower Fraktionen wollen die Verkehrssicherheit deshalb erhöhen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/13/sicherer-schulweg-im-humannkiez/?ref=loky.news) – vor allem für Schulkinder. **Zitat der Woche** *„Das private Auto, egal mit welcher Antriebsform, ist kein Massenverkehrsmittel der Zukunft in Großstädten. Es ist nicht Teil einer Lösung, sondern in seiner Dominanz ein Problem. Wir brauchen nicht mehr Straßen, sondern weniger Autos“,* sagt Sören Benn auf Nachfrage der Prenzlette zum geplanten Ausbau der A100 bis nach Prenzlauer Berg. Nächste Woche berichtet an dieser Stelle meine Kollegin Julia Schmitz, was im Stadtteil passiert. Bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit! Eure Christina Heuschen ### Letzte Ausfahrt Storkower Straße URL: https://www.loky.news/letzte-ausfahrt-storkower-strasse/ Last updated: 2025-03-20T18:07:23.000Z ## Der Ausbau bis Treptow ist so gut wie fertig, jetzt plant der Bund die Erweiterung der A100 bis Prenzlauer Berg – obwohl die Berliner Landesregierung dies nicht möchte. --- „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“: In der Diskussion um die Verlängerung der Berliner Stadtautobahn A100 greifen Kritiker\*innen gerne auf diesen abgewandelten Spruch zurück. Denn während Berliner Abgeordnete und Bezirksverordnete einen Beschluss nach dem anderen fassen, um die Verkehrswende voranzutreiben, setzt das FDP-geführte Bundesverkehrsministerium auf den motorisierten Individualverkehr. Unterstützung bekommt es seit kurzem von der SPD-Fraktion im Bundestag. Wie der Tagesspiegel berichtet, hat die zuständige Autobahn GmbH ein Berliner Ingenieursbüro mit dem 17\. Bauabschnitt beauftragt. Dieser soll den 16\. Bauabschnitt, der demnächst fertiggestellt ist und am Treptower Park endet, bis Prenzlauer Berg erweitern. Die Autobahnstrecke soll dann über die Elsenbrücke, vorbei am Ostkreuz und durch Friedrichshain bis zur Storkower Straße führen. ![Autobahn](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2023/01/A100_Geplanter_Ausbau.png) Karte: Open Street Maps In Friedrichshain soll sie durch einen Tunnel unter der Neuen Bahnhofstraße gebaut werden, der dann an der Frankfurter Allee an die Oberfläche und in die Höhe über das Ring-Center geht. Um den Verkehr an der Ausfahrt in Prenzlauer Berg besser lenken zu können, ist außerdem die Erweiterung der bisher einspurigen Storkower Straße bis zur Landsberger Allee geplant. Derzeit kalkuliert der Bund mit 1,5 Milliarden Euro für das Projekt, das bis 2035 abgeschlossen sein soll. „Berlin braucht den Weiterbau der A100 um Menschen zu verbinden, Unternehmen ihre Arbeit zu ermöglichen und um Verkehr aus unseren Kiezen herauszuholen. Eine Stadt dieser Größe kann nicht auf einen Autobahn-Ring verzichten“, schreibt Daniela Kluckert (FDP), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundsverkehrsministerium und [Direktkandidatin für Pankow](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/08/23/direktkandidatinnen-check-daniela-kluckert-und-ann-cathrin-riedel-fdp/?ref=loky.news) auf Twitter. **Senat lehnt Ausbau ab** Doch die Rot-Rot-Grüne Berliner Landesregierung will keine Verlängerung der Stadtautobahn. In dem Anfang des Jahres beschlossenen Energie- und Klimaschutzprogramm heißt es: „Bestehende Straßenplanungen werden unter klimapolitischen Gesichtspunkten neu bewertet. Daraus folgt, dass der Senat sich auf Bundesebene nicht dafür einsetzt, dass die A100 über den 16\. Bauabschnitt hinaus weiter ausgebaut wird.“ Bettina Jarasch (Grüne), Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz, machte ihre Position ebenfalls auf Twitter deutlich: „Das Land Berlin lehnt den Weiterbau der A100 ab. Ich erwarte sowohl von Bundesverkehrsminister Wissing als auch der SPD dies ernst zu nehmen. Die SPD muss sich entscheiden, ob sie die Mobilitätswende will oder beim Weiter-so bleiben möchte.“ **„Stadtentwicklungspolitisches Verbrechen an Berlin“** Kritik kommt auch von Pankows Bürgermeister Sören Benn (Linke): „Die A100 Verlängerung ist genauso absurd aus den Not-Wendigkeiten der Zeit gefallen wie die Abbaggerung von Lützerath. Das private Auto, egal mit welcher Antriebsform, ist kein Massenverkehrsmittel der Zukunft in Großstädten. Es ist nicht Teil einer Lösung, sondern in seiner Dominanz ein Problem. Wir brauchen nicht mehr Straßen, sondern weniger Autos.“ Jeder Cent gehöre in die Attraktivierung von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr. Wie man angesichts aller bekannten Notwendigkeiten an der Idee festhalten könne, weitere Autobahnschneissen durch die Stadt zu schlagen, erschließe sich ihm nicht. Eine Schließung des inneren Autobahnringes wäre ein klimapolitisches, verkehrspolitisches und stadtentwicklungspolitisches Verbrechen an Berlin und damit an Pankow, so Benn. Titelbild: Die Berliner Stadtautobahn / Foto: Sebastian Rittau ### Was 2023 wichtig wird URL: https://www.loky.news/was-2023-wichtig-wird/ Last updated: 2025-04-02T11:27:44.000Z ## Die Feiertage sind vorbei und wir wenden uns den harten Fakten zu: Welche Themen, Projekte und Diskussionen sind in diesem Jahr wichtig für Prenzlauer Berg? --- ## ## **Wahlwiederholung** Ein ungewohntes Bild, so kurz nach Weihnachten: Seit ein paar Tagen hängen in den Straßen der Stadt wieder Wahlplakate. Nachdem das Berliner Verfassungsgericht die Wahl vom September 2021 für ungültig erklärt hat, muss die Wahl des Abgeordnetenhauses und der Bezirksverordnetenversammlung [in diesem Jahr wiederholt werden](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/16/wir-haben-die-wahl-nochmal/?ref=loky.news). Als Termin ist Sonntag, der 12\. Februar angesetzt. Ob die Wahl aber tatsächlich stattfindet, ist noch nicht ganz sicher: Insgesamt 43 Menschen, darunter auch Abgeordnete von Linke, SPD und FDP, haben im Dezember Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht eingereicht. In Kürze entscheidet sich, ob das Gericht diese annimmt. Seit dem 2\. Januar verschickt das Bezirksamt Pankow auf jeden Fall schon die Briefwahlunterlagen. Und wer es nicht erwarten kann, seine Kreuzchen zu machen, kann im Rathaus Prenzlauer Berg in der Fröbelstraße 17 die Briefwahlunterlagen beantragen und gleich wählen. Informationen zu den Öffnungszeiten [gibt es hier.](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-buergerdienste/wahlamt/artikel.612783.php?ref=loky.news) ## **Schule** Pankow leidet nicht nur unter einer [chronischen Überbelegung der Grund- und weiterführenden Schulen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/10/schulplatzmangel-spitzt-sich-zu/?ref=loky.news), oft sind die Bestandsgebäude darüber hinaus stark sanierungsbedürftig. Zum Beispiel das **Gymnasium am Europasportpark**, wo Fenster aus den Angeln fallen und über allem ein intensiver Schimmelgeruch liegt. Weil der Senat die Schule überraschend aus dem [Investitionsplan für die nächsten Jahre](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/29/wie-der-senat-die-schulen-in-pankow-kaputtspart/?ref=loky.news) gestrichen hatte, gingen die Schüler\*innen Ende letzten Jahres auf die Barrikaden – und bewirkten, [dass ihre Schule nun doch saniert wird](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/14/aufatmen-in-der-kniprodestrasse/?ref=loky.news). Zwar erst ab 2024, aber bereits in diesem Jahr sollen kurzfristige Maßnahmen den Schulbetrieb normalisieren. Ab Januar zieht außerdem die komplette Oberstufe in ein Ausweichgebäude auf der Landsberger Allee. Doch nicht nur das Gymnasium an der Kniprodestraße benötigt eine Sanierung, auch andere Schulen in Prenzlauer Berg sind marode. Damit die Umbauten den Schulalltag nicht beeinträchtigen, ziehen Lehrpersonal und Schüler\*innen des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums, der Kurt-Schwitters-Schule, der Tesla-Schule und auch des Gymnasiums am Europasportpark nacheinander in die **Schuldrehscheibe an der Werneuchener Wiese**. Die Bauarbeiten dafür haben im Sommer 2022 begonnen und sollen in den nächsten Monaten fertiggestellt sein: Ende August/Anfang September erfolgt die Schlüsselübegabe durch den Bezirksbürgermeister an die Schulstadträtin, heißt es beim Bezirksamt. Der [Streit um die 26 Eschen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/05/die-eschen-werden-fallen/?ref=loky.news), die entlang eines Trampelpfades an der Kniprodestraße stehen und für einen asphaltierten Weg weichen sollen, geht unterdessen weiter: Nach einer intensiven Diskussion in der Bezirksverordnetenversammlung im Dezember entschlossen sich die Verordneten, das Thema noch einmal in den Ausschüssen zu beraten. ## **Bauen** Auch im Ressort Bauen dreht sich einiges um das Thema Schule: Auf dem Gelände des ehemaligen **Güterbahnhofs an der Greifswalder Straße bzw. in der Lilli-Henoch-Straße** will Eigentümer Christian Gérôme zwei Wohntürme mit Fassadenbegrünung bauen. Seit 2011 gehört ihm das Grundstück, fast ebenso lang wird darüber in Pankow erbittert gestritten: Der Bezirk will dort eine dringend benötigte Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe bauen. Doch damit die ausreichend Platz hat, müsste es zu einem Gebietsaustausch mit dem Investor kommen. Um ausreichend Zeit für Verhandlungen mit dem Investor zu haben, hatte das Bezirksamt vor knapp drei Jahren eine Veränderungssperre verhängt. Doch im Mai vergangenen Jahres sprach sich eine Mehrheit der Bezirksverordneten [gegen die Verlängerung der Veränderungssperre](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/19/in-den-haenden-des-investors/?ref=loky.news) für das Areal aus und machte damit die Bahn frei für Gérôme. Bauanträge hat dieser bisher zwar nicht gestellt und sogar angeboten, die Schule aus eigenen Mitteln zu bauen. Aber Gespräche zwischen Bezirk und Investor haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. Grüne, CDU und FDP-Fraktionen drängten in der vergangenen Bezirksverordnetenversammlung nun [auf eine schnelle Entscheidung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/15/gerangel-um-den-gueterbahnhof-greifswalder-strasse/?ref=loky.news), um den Schulneubau nicht weiter hinauszuzögern. Das umstrittene Thema liegt also auch 2023 noch auf dem Tisch. Unweit des ehemaligen Güterbahnhofs liegt der **Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark** mit seinem für den Stadtteil längst zur Ikone gewordenen Stadion. Dessen Tage sind allerdings gezählt: Im Dezember veröffentlichte der Berliner Senat den [Entwurf für den Neubau](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/19/alles-neu-an-der-eberswalder-strasse/?ref=loky.news), den eine Jury nach einem mehrstufigen Werkstattverfahren ausgewählt hatte. 20.000 Menschen sollen Platz finden in dem ovalen Gebäude, das eine roten Glasfassade prägt. Auf einem Vorplatz soll es Sitzgelegenheiten und Grünpflanzen geben. Entwickelt haben das Ganze O+M Architekten und die Landschaftsarchitekten Otto + Richter. Die Abrissarbeiten des alten Stadions sollen noch in diesem Jahr beginnen. ## **Verkehr** In Sachen [Kiezblock rund um den Arnimplatz](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/01/der-kiezblock-kommt/?ref=loky.news) war es in letzter Zeit etwas ruhig geworden, doch nun geht es voran. Der mehrstufige Entwurf für das Verkehrskonzept wurde im November dem zuständigen Ausschuss vorgelegt worden, heißt es aus der Fröbelstraße. Konkret plant der Bezirk diese ersten Maßnahmen: Die Einrichtung einer Fahrradzone im westlichen Bereich des Arnimplatz, die Umwidmung der Schönfließer Straße zur Fahradstraße, eine Verkehrsberuhigung in der Paul-Robeson-Straße sowie eine Einbahnstraßenregelung im gesamten Bereich. Bevor es zu einer Umsetzung der Maßnahmen kommt, sollen Anwohner\*innen diese zunächst aber diskutieren können. Das soll laut Bezirksamt Anfang des Jahres geschehen. Auch der [Umbau des Radwegs auf der Schönhauser Allee](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/26/sonderanfertigung-fuer-pankow/?ref=loky.news) hat sich verzögert. Eigentlich sollte er bis Anfang 2023 fertiggestellt sein, nun beginnen in diesem Jahr erst die Bauarbeiten: Auf der 720 Meter langen Strecke im Abschnitt zwischen Danziger Straße und Gleimstraße bzw. Stargarder Straße fahren Radler\*innen zukünftig auf einer eigenen Spur, ein auf die Straße geklebtes Betonbord trennt sie auch physisch vom Autoverkehr. Der 50 Zentimeter Breite und 12 bis 15 Zentimeter hohe Bordstein ist eine Spezialanfertigung für Pankow. Um den Zweirädern mehr Platz zu verschaffen, dürfen Autos in dem Bereich nicht mehr auf der rechten Spur parken. Titelbild: Fionn Große / Unsplash ### Weihnachten allein in Prenzlauer Berg URL: https://www.loky.news/weihnachten-allein-in-prenzlauer-berg-4/ Last updated: 2025-03-20T18:09:23.000Z ## Ihr rauscht Weihnachten nicht von Familienfest zu Familienfest, sondern bleibt allein zuhause? Alle Jahre wieder sammeln wir für euch Ideen, wie ihr die Feiertage entspannt im Kiez verbringen könnt. --- ### ### **Kirche & Krippenspiel** Was wäre, wenn es Weihnachten nicht gäbe und die ganze Hektik rund um Geschenke und Festessen wegfallen würde? Wir brauchen Weihnachten, um leben zu können. Eine winterliche Welt feiert den Durchbruch der Liebe und der Hoffnung, heißt es beim Ballhaus Ost. Dort findet an Heiligabend das [Krippenspiel – Wie man Wärme teilen kann](https://www.ballhausost.de/das-krippenspiel/?ref=loky.news) statt, um 11, 12, 13 und 14 Uhr. Der Eintritt ist frei. In der [evangelischen Gethsemanekirche](https://ekpn.de/termine/?highlight=all&eventtype=1&people=0&et%5Fq=&date=24.12.2022&ref=loky.news) auf der Stargarder Straße gibt es an Heiligabend um 11 Uhr eine Messe für die ganz Kleinen mit Mädchen- und Jungs-Chören der Singschule. Um 14.30 Uhr und 16 Uhr folgt das Krippenspiel mit der Kinder- und Jugendkantorei, um 18 Uhr und 23 Uhr finden die regulären Gottesdienste statt. Auch im [Stadtkloster Segen](https://stadtklostersegen.de/?ref=loky.news) auf der Schönhauser Allee wird ein Christvesper mit Krippenspiel abgehalten, Beginn ist 15 Uhr und 16.30 Uhr. Im **Elias-Kuppelsaal** in der Göhrener Straße lädt die evangelische Gemeinde um 18 Uhr zur Kiezweihnacht, um Anmeldung unter kiezweihnacht@ekpn.de wird gebeten. Auch die [Immanuel-Gemeinde](https://immanuelgemeinde.de/page/129/advents-und-weihnachtszeit-immanuel?ref=loky.news) führt ein Krippenspiel auf, los geht es um 14 Uhr und um 16 Uhr; beim späteren Termin ist auch die Kinderkantorei dabei. Die [Katholische Kirche](https://www.heiligefamilie-berlin.de/index.php/weihnachtsgottesdienste?ref=loky.news) führt eine Krippenandacht durch: Um 15 Uhr in der **Heiligen Familie**, Wichertstraße 23 und um 16 Uhr in St. **Augustinus**, Dänenstraße 17/18\. Um 17 Uhr gibt es außerdem einen Gottesdienst im St. Josefsheim auf der Pappelallee. In der [Herz Jesu Kirche](https://www.bernhard-lichtenberg.berlin/blog/114852?ref=loky.news#eventId=15319054&eventName=krippenandacht-mit-krippenspiel) in der Fehrbelliner Straße gibt es um 15 Uhr eine Krippenandacht mit Krippenspiel. ### **Kneipen & Partys** Besinnlich unterm Weihnachtsbaum liegen und die Ente verdauen? Das geht auch anders: Im [Duncker Club](https://www.dunckerclub.de/start.html?ref=loky.news) wird an Heiligabend ab 22 Uhr getanzt, und zwar zu Rock, Indie, Alternative und PopPunk. Auch in der [Kirche von unten](https://kvu-berlin.de/event/alle-jahre-wieder/?ref=loky.news) in der Storkower Straße 119 wird getanzt. Aber ganz ohne kirchliche Klänge, sondern mit Punkrock von Patsy Stone. Los geht es dort schon um 19.30 Uhr. ### **Museum, Theater & Kino** Das [Museum in der Kulturbrauerei](https://www.hdg.de/museum-in-der-kulturbrauerei?ref=loky.news) hat an Heiligabend geschlossen, aber am 1\. und 2\. Weihnachtsfeiertag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am 25\. Dezember um 15 Uhr gibt es eine Begleitung durch die Dauerausstellung „Alltag in der DDR“. Der Eintritt ist frei. Das [Hexenberg Ensemble](https://pfefferberg-theater.de/spielplan/maerchen/?ref=loky.news) steht auch Weihnachten nicht still und zeigt an allen drei Tagen Klassiker aus dem Märchenrepertoire: An Heiligabend läuft „Fischer un sin Fru & Rapunzel“ um 17 Uhr, um 19 Uhr folgt Gevatter Tod & Der gestiefelte Kater. Am 25\. und 26\. Dezember laufen jeweils zwei Stücke um 15.30 Uhr, 17 Uhr und 19 Uhr. Die Kinos der [Yorck-Gruppe](https://www.yorck.de/?ref=loky.news) haben an Heiligabend geschlossen, an den beiden Feiertagen aber normal geöffnet. Im [Kino in der Kulturbrauerei](https://www.cinestar.de/berlin-kino-in-der-kulturbrauerei?ref=loky.news#kinoprogramm) könnt ihr euch auch am 24\. Dezember in die Sessel kuscheln. Das [Lichtblick-Kino](https://lichtblick-kino.org/?ref=loky.news) auf der Kastanienallee macht Weihnachtspause, kehrt aber am 26\. Dezember an den Projektor zurück – unter anderem mit dem Klassiker von Wong-Kar Wai *In the mood for Love*. ### **Wellness** Zu kalt allein? Im [Saunabad in der Rykestraße](https://www.saunabad-berlin.de/?ref=loky.news) könnt ihr euch auch an den Feiertagen aufwärmen. Geöffnet ist am 25\. Dezember von 12 bis 24 Uhr und am 26\. Dezember von 15 bis 24 Uhr. Die [Olivin Sauna](http://www.olivin-berlin.com/?ref=loky.news) am Pfefferberg heizt wieder ab dem 26\. Dezember und öffnet von 12 bis 24 Uhr. Wer ein paar Bahnen ziehen möchte, kann das am 1\. und 2\. Weihnachtsfeiertag tun: Die [Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE)](https://www.berlinerbaeder.de/baeder/schwimm-und-sprunghalle-europasportpark-sse/?ref=loky.news) hat jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. ## **Die Prenzlauer Berg Nachrichten verabschieden sich an dieser Stelle in eine Pause. Wir lesen uns im neuen Jahr wieder, bis dahin wünschen wir euch wundervolle Weihnachtsfeiertage und einen fluffigen Übergang ins nächste Jahr!** ## **Julia, Christina, Katharina, Peter, Sonja und Philipp** ### Alles neu an der Eberswalder Straße URL: https://www.loky.news/alles-neu-an-der-eberswalder-strasse/ Last updated: 2025-03-20T18:08:18.000Z ## Das alte Jahnstadion wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Jetzt hat eine Jury entschieden, wie das Gebäude konkret aussehen soll. --- Ein flaches Stadion mit einer Galerie aus rotspiegelnden Fenstern und ein weitläufiger Vorplatz mit Gastronomie: So soll der Stadionneubau im Jahnsportpark zukünftig aussehen. Am Mittwoch wählte die Jury nach einer zweitätigen Preisgerichtssitzung den Entwurf der O+M Architekten GmbH BDA mit LOR Landschaftsarchitekten Otto + Richter PartGmbH aus Dresden aus. Im April hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gemeinsam mit der Senatsinnenverwaltung den Wettbewerb für den Jahnsportpark ausgelobt. „Das Große Stadion und der Sportpark sollen um zahlreiche neue Sportanlagen ergänzt und zur ersten voll inklusiven Sportstätte umgebaut werden. Der inklusive Sportpark soll ein Begegnungsraum zwischen Zuschauenden, Sportlerinnen und Sportlern sowie Freizeitsportlerinnen und Freizeitsportlern sein. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde lange gerungen und der gestern ausgewählte Entwurf wird mit seiner Umsetzung das Stadion und den Sportpark zukunftsfähig machen”, sagte Christian Gaebler, Staatssekretär für Bauen und Wohnen am Donnerstag. **Kritik von Anwohner\*innen** Über die Causa Jahnstadion war in den vergangenen Jahren vielfach diskutiert worden. Zunächst hatte es noch drei Varianten für das Gelände an der Topsstraße gegeben, darunter die Sanierung des bereits vorhandenen Gebäudes, aber auch der Bau eines zweiten Stadions. [Beide Ideen verwarf der Senat Anfang des Jahres](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/25/keine-zukunft-fuer-das-jahnstadion/?ref=loky.news) zugunsten der dritten Variante: Ein Abriss bzw. Teilabriss des alten Stadions und Bau eines neuen, barrierefreien Stadions. [Anwohner\*innen kritisieren das Vorhaben](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/22/aus-der-zeit-gefallen/?ref=loky.news), es sei in Zeiten der Klimakrise nicht nachvollziehbar. „Die Belange von Klimaschutz und Anwohnerschaft wurden weitestgehend missachtet, fast alle Entwürfe sehen einen ressourcenintensiven und klimaschädlichen Abriss und Neubau des Stadions vor, die Naturwiese soll zerstückelt werden oder gleich ganz überdimensionierten Kunststoff-Großspielfeldern weichen”, schreibt die Bürgerinitiative Jahnsportpark. „Wir wollen eine resiliente, lebenswerte Stadt mit Bäumen, Sträuchern sowie Naturflächen und keine monströsen Hallenbauten inmitten von Hitzeinseln.” Auch der prämierte Entwurf sieht die Versiegelung einer größeren Fläche vor, um dort eine „Plaza” vor dem Stadionzugang zu errichten; eine Baumreihe entlang des Stadionbaus soll eine „grüne Übergangszone” bilden und den Parkcharakter stärken. Bis Ende 2027 soll der Neubau, der auf 97 Millionen Euro geschätzt wird, fertiggestellt sein. Titelbild: Der Entwurf von O+M Architekten GmbH BDA mit LOR Landschaftsarchitekten Otto + Richter PartGmbH ### Prenzlauer Berg Newsletter #46 streitet sich um den alten Güterbahnhof URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-46-streitet-sich-um-den-alten-gueterbahnhof/ Last updated: 2025-03-20T18:08:18.000Z ## Was im Jahnsportpark entschieden wurde, warum die Eschenallee vorerst doch nicht fällt und wieso es Zoff um den Güterbahnhof gibt: Die Nachrichten der Woche gibt es im Newsletter. --- Schon lange sorgt das Grundstück an der Lilli-Henoch-Straße 10 für Zoff im Bezirk Pankow, immer wieder diskutieren Bezirkspolitiker\*innen, was damit passieren soll. Das Bezirksamt möchte dort eine dringend benötigte Schule bauen. Doch ein Großteil des Geländes gehört dem Investor Christian Gérôme. Und der möchte dort zwei Hochhäuser bauen. Nun geht der Streit zwischen den Parteien in eine neue Runde: CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen beantragten in der letzten Bezirksverordnetenversammlung (BVV) des Jahres „eine zügige kooperative Entwicklung“ des Areals auf dem ehemaligen Güterbahnhof. Linksfraktion und SPD reagierten mit Unverständnis. Warum sich die Fronten zwischen den Parteien verhärtet haben, hat meine Kollegin Julia Schmitz zusammengefasst für den **Text der Woche** - **Diskussionen:** Der Bezirk will auf dem Grundstück an der Lilli-Henoch-Straße eine Schule bauen. Drei Fraktionen der Pankower Bezirksverordnetenversammlung haben es jetzt besonders eilig – [machen sie sich damit zum Spielball des Investors](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/15/gerangel-um-den-gueterbahnhof-greifswalder-strasse/?ref=loky.news)? **Was sonst noch los war** - **Schulweg:** Am Humannplatz kommt es häufiger zu Unfällen. [Zwei Pankower Fraktionen wollen die Verkehrssicherheit deshalb erhöhen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/13/sicherer-schulweg-im-humannkiez/?ref=loky.news) – vor allem für Schulkinder. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/12/IMG_3881-1024x1024.jpg) Wir wünschen euch eine wunderbare Weihnachtszeit! / Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** - **Eschenallee:** Die Baumreihe an der Kniprodestraße bekommt eine weitere Gnadenfrist: Nachdem Anwohner\*innen einen Einwohnerantrag in der BVV eingereicht hatten, überwiesen die Bezirksverordneten das Thema noch einmal zur erneuten Diskussion in die Ausschüsse. Im Rahmen des bereits begonnenen Baus einer Schuldrehscheibe auf der Werneuchener Wiese hatte die BVV im Mai [beschlossen, die 26 Eschen zu fällen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/05/die-eschen-werden-fallen/?ref=loky.news); nur so könne die Einrichtung eines verkehrssicheren und barrierefreien Weges für die Schulkinder gewährleistet werden, hieß es damals unter anderem von der SPD-Fraktion. „Es gibt nicht den geringsten Grund, hier die Errichtung eines Wegs mit einer brachialen Fällung von gesunden Bäumen zu verbinden”, argumentierte Sabine Opderbeck von der Bürgerinitiative ProKiez, Ersatzpflanzungen seien auch keine akzeptable Lösung. Der Grünen-Verordnete Axel Lüssow kritisierte die intransparente Kommunikation des Bezirksamts bezüglich der Sache, vor allem hinsichtlich der ausgefallenen Bürgerbeteiligung, und konnte sich einen Kommentar nicht verkneifen: „Meistens sind Bezirksstadträt\*innen vor Ort, wenn Bäume gepflanzt werden – aber nie, wenn sie gefällt werden. Ist das nicht schade?” - **Stadtentwicklung:** Platzt der Bezirk Pankow bald aus allen Nähten? Berlin wächst nämlich immer weiter. Knapp vier Millionen Menschen werden bis 2040 in der Hauptstadt leben. Das sind 187.000 mehr als im Jahr 2021 – ein Plus von fünf Prozent. Das geht aus der Bevölkerungsprognose 2021 – 2040 hevor, die Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) am Dienstag dem Senat vorgelegt hat. Doch das Wachstum wird sich in den Bezirken voraussichtlich unterschiedlich stark verteilen, vor allem im Osten Berlins wird es voller. „Allein Pankow wächst in der Größenordnung einer Stadt wie Stendal. Das bringt viele Herausforderungen mit sich, die wir gemeinsam und in einer stadtweiten Anstrengung lösen müssen, zum Beispiel Wohnungsbau, Kita- und Schulversorgung oder der Ausbau des ÖPNV“, sagte Geisel. Tatsächlich erwartet der Bezirk laut der Prognose mit 37.000 Personen den mit Abstand größten Zuwachs. Die Ebnisse sollen nun als Grundlage für die Planung und weitere Gestaltung der Stadt dienen. - **Baustelle:** Die Doppelkreuzung Friedenstraße/Am Friedrichshain und Greifswalder Straße an der Grenze zwischen Friedrichshain und Prenzlauer Berg gehört zu den gefährlichsten Kreuzungen Berlins. Allein im vergangenen Jahr starben dort drei Radfahrer\*innen. Zahlreiche Mobilitätsverbände forderten damals Sofortmaßnahmen, die weitere Unfälle verhindern. Nun hat der finale Umbau der Doppelkreuzung begonnen, neue Markierungen für Radverkehrsführungen und getrennte Ampelschaltungen sollen zukünftig die Gefahrenlage beim Abbiegen entschärfen. Radfahrer\*innen müssen sich dann nicht mehr in den Kreuzungsbereichen in den motorisierten Verkehr einfädeln und werden so vor abbiegenden Autos geschützt. - **Kiezblock:** Gute Neuigkeiten für alle Freund\*innen der Verkehrsberuhigung: In Sachen K[iezblock rund um den Arnimplatz ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/01/der-kiezblock-kommt/?ref=loky.news)war es in letzter Zeit etwas ruhig geworden, doch nun geht es voran. Das berichtet zumindest das Bezirksamt: Der mehrstufige Entwurf für das Verkehrskonzept sei im November dem zuständigen Ausschuss vorgelegt worden, teilte die stellvertretende Bezirksbürgermeistern Cordelia Koch (Grüne) mit. Konkret enthält das Konzept folgende erste Maßnahmen: – die Einrichtung einer Fahrradzone im westlichen Bereich des Arnimplatz, – die Umwidmung der Schönfließer Straße zur Fahradstraße, – eine Verkehrsberuhigung in der Paul-Robeson-Straße – und eine Einbahnstraßenregelung im gesamten Bereich. Bevor es zu einer Umsetzung der Maßnahmen kommt, sollen diese aber zunächst mit den Anwohner\*innen diskutiert werden, was voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres geschehen soll. - **Wettbewerb:** Egal ob es sich um alte Kühlschränke, Smartphones oder um Computer handelt, in Deutschland fallen laut der Deutschen Umwelthilfe jährlich etwa 1,8 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Nicht einmal 45 Prozent davon werde korrekt gesammelt, ein Großteil illegal entsorgt oder exportiert. Im Rahmen des Wettbewerbs „E-Waste Race“ sammelten Schüler\*innen nun vier Wochen lang Elektroschrott in ihrer Nachbarschaft. Dabei setzten sie sich mit Recycling und den Auswirkungen auf Mensch und Umwelt auseinander. Insgesamt zehn Berliner Schulen beteiligten sich an dem Projekt, das zum zweiten Mal in der Stadt stattfand. Mit 1.874 gesammelten Teilen hat die Schule am Falkplatz das Rennen gewonnen. Wir gratulieren! - **Förderung:** Auch im kommenden Jahr unterstützt der Bezirk Projekte aus dem Bereich Kinder, Jugend- und Puppentheater. Bis zum 15\. Januar 2023 können einzelne Theaterschaffende und mobile Gruppen sowie Theater mit fester Spielstätte im Bezirk Fördermittel beantragen. Für einzelne Projekte werden zwischen 5.000 und 20.000 Euro vergeben. Informationen Richtlinien und Bewerbung findet ihr [auf dieser Seite](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1269878.php?ref=loky.news). ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/12/IMG_3880-1024x507.jpg) Bild: O+M Architekten GmbH BDA mit LOR Landschaftsarchitekten Otto + Richter PartGmbH **So wird das neue Jahnstadion aussehen** Ein flaches Stadion mit einer Galerie aus rotspiegelnden Fenstern und ein weitläufiger Vorplatz mit Gastronomie: So soll der Stadionneubau im Jahnsportpark zukünftig aussehen. Am Mittwoch wählte die Jury nach einer zweitätigen Preisgerichtssitzung den Entwurf der O+M Architekten GmbH BDA mit LOR Landschaftsarchitekten Otto + Richter PartGmbH aus Dresden aus. Im April hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gemeinsam mit der Senatsinnenverwaltung den Wettbewerb für den Jahnsportpark ausgelobt. „Das Große Stadion und der Sportpark sollen um zahlreiche neue Sportanlagen ergänzt und zur ersten voll inklusiven Sportstätte umgebaut werden. Der inklusive Sportpark soll ein Begegnungsraum zwischen Zuschauenden, Sportlerinnen und Sportlern sowie Freizeitsportlerinnen und Freizeitsportlern sein. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde lange gerungen und der gestern ausgewählte Entwurf wird mit seiner Umsetzung das Stadion und den Sportpark zukunftsfähig machen”, sagte Christian Gaebler, Staatssekretär für Bauen und Wohnen am Donnerstag. Über die Causa Jahnstadion war in den vergangenen Jahren vielfach diskutiert worden. Zunächst hatte es noch drei Varianten für das Gelände an der Topsstraße gegeben, darunter die Sanierung des bereits vorhandenen Gebäudes, aber auch der Bau eines zweiten Stadions. [Beide Ideen verwarf der Senat Anfang des Jahres](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/25/keine-zukunft-fuer-das-jahnstadion/%C2%A0?ref=loky.news) zugunsten der dritten Variante: Ein Abriss bzw. Teilabriss des alten Stadions und Bau eines neuen, barrierefreien Stadions. [Anwohner\*innen kritisieren das Vorhaben](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/22/aus-der-zeit-gefallen/?ref=loky.news), es sei in Zeiten der Klimakrise nicht nachvollziehbar. „Die Belange von Klimaschutz und Anwohnerschaft wurden weitestgehend missachtet, fast alle Entwürfe sehen einen ressourcenintensiven und klimaschädlichen Abriss und Neubau des Stadions vor, die Naturwiese soll zerstückelt werden oder gleich ganz überdimensionierten Kunststoff-Großspielfeldern weichen”, schreibt die Bürgerinitiative Jahnsportpark. „Wir wollen eine resiliente, lebenswerte Stadt mit Bäumen, Sträuchern sowie Naturflächen und keine monströsen Hallenbauten inmitten von Hitzeinseln.” Auch der prämierte Entwurf sieht die Versiegelung einer größeren Fläche vor, um dort eine „Plaza” vor dem Stadionzugang zu errichten; eine Baumreihe entlang des Stadionbaus soll eine „grüne Übergangszone” bilden und den Parkcharakter stärken. Bis Ende 2027 soll der Neubau, der auf 97 Millionen Euro geschätzt wird, fertiggestellt sein. **Polizeimeldungen** - **Unfall:** Ein 41-jähriger Mann ist am Dienstagabend in Prenzlauer Berg bei einem Verkehrsunfall lebensgefährlich verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, war der 41-Jährige gegen 20.20 Uhr mit seinem Wagen in der Wichertstraße in Richtung Schönhauser Allee unterwegs, als er auf Höhe der Gudvanger Straße nach links von der Fahrbahn abkam. Auf dem Mittelstreifen kam das Auto schließlich zum Stehen. Weil der Autofahrer zwischenzeitlich das Bewusstsein verloren hatte, versorgten Rettungskräfte und eine Notärztin den Autofahrer zunächst am Ort. Anschließend brachten sie ihn in eine Klinik, in der er sofort operiert werden musste. Warum der 41-Jährige die Spur verloren hatte, steht laut Polizei noch nicht fest. **Tipps & Termine** - **20.12.:** Prenzlauer Bergs bekanntester Comic-Zeichner mit dem Spürsinn für feinsten zynischen Humor OL und Kollege Rattelschneck laden zur traditionellen [Lustige-Verleser-Show ](https://ol-cartoon.de/wp-content/uploads/2022/10/OLRattelschneck-Verlese-Show.jpg?ref=loky.news)ein. Am Dienstag lesen sie Comics und Comicgeschichten in der Wabe. Beginn ist um 20 Uhr, Tickets kosten 8 Euro. - **21.12.:** Seit 2012 findet der Kurzfilmtag in Deutschland statt. Am Mittwoch spielt das kurze Format bundesweit endlich wieder eine Hauptrolle. Das [Lichtblick-Kino](https://lichtblick-kino.org/reihe/22-12-21-kurz-gesehen-extra-der-kurzfilmtag/?ref=loky.news) und das [Haus für Poesie ](https://www.haus-fuer-poesie.org/de/literaturwerkstatt-berlin/veranstaltungen/veranstaltungen-aktuell/ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst-zebra-poesiefilmclub-zum-kurzfilmtag?ref=loky.news)zeigen deshalb ausgewählte Filme. - **Bis 19.02.23:** Nach dem Mauerfall erhielten die Menschen aus der DDR 100 D-Mark Begrüßungsgeld. Doch was kauften sie sich davon? Die Fotografin Sophie Kirchner hat 30 Jahre nach der letzten Auszahlung die gekauften Gegenstände dokumentiert und mit ihren Besitzer\*innen über ihre Träume gesprochen. Die [Ausstellung „Wünsch dir was! Erinnerungen an das Begrüßungsgeld“ im Museum in der Kulturbrauerei ](https://www.hdg.de/museum-in-der-kulturbrauerei/ausstellungen/wuensch-dir-was-89?ref=loky.news)zeigt die Geschichten hinter den Sachen. Am Sonntag könnt ihr die Ausstellung in Begleitung besuchen. Der Eintritt ist kostenlos. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Frauenbewegung:** Um feministischen Fragen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, gründete Ute Großmann 1989 in Prenzlauer Berg die Lila Offensive. [Uns hat sie davon erzählt.](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/09/feminismus-am-kuechentisch/?ref=loky.news) - **Mauerpark:** Neue Spielflächen, Bewässerungssysteme und Beleuchtung: In dieser Woche starten [die Sanierungsmaßnahmen im Mauerpark](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/02/mehr-baeume-weniger-barrieren/?ref=loky.news), zunächst rund um das Birkenwäldchen und den Moritzhof. **Zitat der Woche** *„Wir müssen uns nicht auf Gedeih und Verderb diesem Investor ausliefern“,* sagte Frederik Bordfeld (Linke) am Mittwoch während der BVV zum Antrag von Grüne, CDU und FDP. Der Streit um das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs scheint also noch nicht beendet. Das war der letzte Newsletter für dieses Jahr. Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich für die Themenvorschläge, Fragen, Anregungen und Anmerkungen von euch allen bedanken. Wir begeben uns nun in die Weihnachtspause, die nächste Ausgabe erscheint am 13\. Januar 2023\. Bis dahin wünsche euch eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr! Eure Christina Heuschen ### Gerangel um den Güterbahnhof URL: https://www.loky.news/gerangel-um-den-gueterbahnhof-greifswalder-strasse/ Last updated: 2025-03-20T18:07:23.000Z ## Der Bezirk will auf dem Grundstück an der Lilli-Henoch-Straße eine Schule bauen. Drei Fraktionen der Pankower Bezirksverordnetenversammlung haben es jetzt besonders eilig – machen sie sich damit zum Spielball des Investors? --- Fast jeder Berliner Bezirk hat seine bezirkspolitischen Dauerbrenner. In Pankow gehört unter anderem der Streit um die Bebauung des ehemaligen Bahngeländes an der Greifswalder Straße dazu: Der Bezirk möchte das Grundstück nutzen, um dort eine Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe zu bauen und dem eklatanten Schulplatzmangel in der Region etwas entgegenzusetzen. Doch ein Großteil des Geländes gehört seit 2011 dem Investor Christian Gérôme. Und der möchte in der Lilli-Henoch-Straße unter anderem zwei Hochhäuser mit je 18 Stockwerken errichten, die Visualisierungen der beauftragten Tchoban Voss Architekten liegen bereits vor. Um zunächst Zeit für eigene Planungen zu haben, hatte die Bezirksverordnetenversammlung im Frühjahr 2019 deshalb einer [Veränderungssperre durch das Bezirksamt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/04/01/gueterbahnhof-greifswalder-der-bezirk-greift-durch/?ref=loky.news) zugestimmt. Im Mai dieses Jahres sprach sich jedoch die Mehrheit der Bezirksverordneten gegen eine von der SPD-Fraktion beantragen Verlängerung dieser Sperre aus – [und gab die Bahn damit frei für den Investor](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/19/in-den-haenden-des-investors/?ref=loky.news). Seine Bauanträge müsste das Bezirksamt ab sofort genehmigen. Gérôme hat bisher aber keine gestellt, sitzt stattdessen regelmäßig mit Bezirkspolitiker\*innen in einer Steuerrungsrunde. Doch eine Einigung gibt es bisher nicht. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Investor könnte Schule bauen** Jetzt könnten sich die Fronten noch weiter verhärten: In der letzten [Bezirksverordnetenversammlung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/direkt-aus-der-bvv/?ref=loky.news) des Jahres beantragten Bündnisgrüne, CDU und FDP gemeinsam „eine zügige kooperative Entwicklung“ des Areals auf dem ehemaligen Güterbahnhof, um dort einen Oberschulstandort, eine begrünte Durchwegung sowie Wohn- und Gewerbeflächen zu errichten. Um den Klima- und Artenschutz zu berücksichtigen und möglichst wenig Fläche zu versiegeln, sollten außerdem „Hochpunkte“ errichtet werden – also Hochhäuser. „Es geht nicht darum, was der Investor will oder ob er sympathisch ist, sondern um das, auf was wir uns alle einigen können: Dass dort dringend eine neue Schule gebaut werden muss“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzende Denise Bittner. Thomas Enge, Fraktionsvorsitzender der FDP, betonte zudem noch einmal das Angebot Gérômes, die Schule zunächt auf eigene Kosten zu bauen. Linksfraktion und SPD reagierten mit Unverständnis. „Wir beschäftigen uns schon sehr lange mit dem Grundstück. Ich bin ehrlich überrascht, dass auf einmal so eine Eile betrieben wird und Sie dem Investor so sehr an der Seite stehen“, sagte Roland Schröder, Fraktionsvorsitzender der SPD. Er sei der Meinung gewesen, man habe erst eine Vertrauensbasis mit diesem herstellen wollen, als Grundlage für fruchtbare Verhandlungen. Die sei aber noch nicht gegeben, Gérôme befinde sich noch immer in einem Rechtsstreit mit dem Bezirk. Schröder sieht keine Notwendigkeit für einen Flächentausch, da der Teil, der sich im Besitz des Bezirks befände, groß genug sei für den Schulneubau. „Wir müssen uns nicht auf Gedeih und Verderb diesem Investor ausliefern“, so Frederik Bordfeld (Linke). Dass sei reine Panikmache, so Almut Tharan (Grüne). Linke und SPD würden sich vor der harten Realität des [Schulplatzmangels](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/10/schulplatzmangel-spitzt-sich-zu/?ref=loky.news) verschließen, eine Einigung über den Flächentausch mit Gérôme sei notwendig. Um eine sechszügige Schule mitsamt der benötigten Außenflächen für Pause und Sport zu errichten, reiche das Gelände nicht aus. Am Ende stimmte die BVV, die durch den Zusammenschluss der drei Fraktionen zahlenmäßig überlegen war, dem Antrag mehrheitlich zu. Christian Gérôme könnte, nach vielen Jahren des Wartens, seinem Ziel bald näher kommen. Titelbild: Julia Schmitz ### Sicherer Schulweg im Humannkiez URL: https://www.loky.news/sicherer-schulweg-im-humannkiez/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Am Humannplatz kommt es häufiger zu Unfällen. Zwei Pankower Fraktionen wollen die Verkehrssicherheit deshalb erhöhen – vor allem für Schulkinder. --- Über 30 Menschen wurden im noch laufenden Jahr im Berliner Straßenverkehr bereits getötet, zehn davon waren mit dem Fahrrad, 12 zu Fuß unterwegs. In 90 Prozent der Fälle waren Autofahrer\*innen involviert. Darunter ist auch ein fünfjähriger Junge, der im Juli mit seinem Fahrrad von der Mittelinsel in Höhe der Gudvanger Straße die Wichertstraße überqueren wollte. Ein 79-Jähriger PKW-Fahrer rammte das Kind, welches am nächsten Tag im Krankenhaus verstarb. Auch wenn Pankow in den letzten Jahren viele Maßnahmen in Sachen Verkehrssicherheit und Verkehrswende umgesetzt hat, machen diese Zahlen deutlich, dass im Bezirk noch viel Luft nach oben ist. Vor allem im Kiez rund um den Humannplatz. Hier befinden sich mehrere Schulen und Kitas, außerdem Spielplätze und [eine temporäre Spielstraße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/05/18/was-lange-waehrt/?ref=loky.news), zahlreiche Kinder sind auf den Straßen unterwegs. **Ampel und Geschwindigkeitsbegrenzung gefordert** Die Pankower Fraktionen von SPD und Grüne fordern deshalb unabhängig voneinander eine Überarbeitung der Kreuzung von Stahlheimer und Erich-Weinert-Straße. „Bis 2021 bestand einen Querungsmöglichkeit auf der Nordseite der Erich-Weinert-Straße mittels Bedarfsampel, die zwischenzeitlich abgebaut und auf die Südseite der Erich-Weinert-Straße verlegt wurde. Der nächste Übergang über die Stahlheimer Straße befindet sich nunmehr erst an der Kreuzung zur Wisbyer Straße“, schreibt die SPD-Fraktion in ihrem Antrag. Sie fordern die Einrichtung einer Ampel an allen vier Seiten der Kreuzung und eine durchgehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h – bisher ist diese nur abschnittsweise und zu bestimmten Zeiten angeordnet. „Bereits heute ist das Verkehrsaufkommen – insbesondere zu Stoßzeiten sehr hoch. Angesichts der angekündigten und in Vorbereitung befindlichen Sanierungen der Brücke Schönhauser Allee sowie der Brücke Duncker Straße, die beide für 2025 geplant sind, ist zudem mit einer erheblichen Mehrbelastung der Stahlheimer Straße durch Umleitungs- und Ausweichverkehre zur rechnen“, heißt es weiter. Auch die Grünen-Fraktion bezieht sich in ihrem Antrag auf den Ausweichverkehr, allerdings auf den bereits vorhandenen: Seit der [Umwidmung der Stargarder Straße zur Fahrradstraße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/stargarder-strasse/?ref=loky.news) sei der Verkehr in den parallelen Straßen deutlich gestiegen, Autofahrer\*innen würden mit erhöhter Geschwindigkeit durch das Wohngebiet im Humannkiez fahren und nicht mit Kindern rechnen, heißt es darin. Sie fordern den Aufbau von Dialogdisplays, welche PKW-Fahrer\*innen auf die Geschwindigkeitsbegrenzung aufmerksam machen. ### Prenzlauer Berg Newsletter #45 geht in die Offensive URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-45-geht-in-die-offensive/ Last updated: 2025-03-20T18:08:18.000Z ## Warum in der Kastanienallee die Sektkorken knallen, Pankow demnächst zu Reinickendorf zählt und man in Prenzlauer Berg nicht mehr über sieben Brücke gehen kann: Das und mehr in unserem Newsletter! --- Es gibt dieses Narrativ, dass Frauen in der DDR gleichberechtigt waren, weil sie unter anderem in den gleichen Berufen wie die Männer arbeiteten. Das stimmt, doch Kindererziehung und Haushalt blieben ebenfalls ihre Aufgabe – die patriarchalischen Strukturen waren auch in Ostdeutschland tief verankert. Ute Großmann und ihre Freundinnen wollten das ändern. Weil im Herbst 1989 zwar Tausende Menschen auf die Straße gingen und gegen den Staat demonstrierten, Frauenfragen dabei aber kaum vorkamen, gründeten sie an einem Küchentisch in Prenzlauer Berg die Lila Offensive (LILO). Meine Kollegin Christina Heuschen hat sich mit Ute Großmann auf eine Zeitreise in diese Umbruchsphase begeben für unseren **Text der Woche** - **Frauenbewegung:** Um feministischen Fragen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, gründete Ute Großmann 1989 in Prenzlauer Berg die Lila Offensive. [Uns hat sie davon erzählt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/09/feminismus-am-kuechentisch/?ref=loky.news). **Was sonst noch los war** - **Mauerpark:** Neue Spielflächen, Bewässerungssysteme und Beleuchtung: In dieser Woche starten [die Sanierungsmaßnahmen im Mauerpark](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/02/mehr-baeume-weniger-barrieren/?ref=loky.news), zunächst rund um das Birkenwäldchen und den Moritzhof. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/12/Foto-24.11.22-11-52-55.jpg) Die großen Fragen des Lebens werden in der Choriner Straße gestellt… Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** **Kastanienallee 12:** Aufatmen in der K12: Das Hausprojekt in der Kastanienallee ist gerettet. [Kurz vor Verstreichen der Frist für den Ankauf](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/24/hilferuf-an-den-senat/?ref=loky.news) der vier Häuser durch eine Genossenschaft hatte sich die Übernahme noch in der Schwebe befunden – **dann sprang eine Schweizer Stiftung ein und sicherte zu, die Gebäude zu sanieren.** Auch der Berliner Senat steuerte letztendlich Geld bei; zuvor hatte es geheißen, der Ankauf entspreche nicht den Förderrichtlinien, weil der Kaufpreis und die Mieten der Bewohner\*innen zu niedrig sind. Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) sieht den Verkauf an die Genossenschaft Selbstbau e.G. als Erfolg: „Das ist ein wichtiges Signal für die Mieterinnen und Mieter. Unsere Genossenschaftsförderung beweist sich einmal mehr als wertvolles Förderinstrument für eine sozial gerechte Wohnungspolitik.“ Dennoch gehöre es zur Wahrheit, so Geisel weiter, dass die zukünftigen Herausforderung wegen des Instandsetzungs- und Modernisierungsbedarfs groß seien. Noch immer heizen zahlreiche der über 100 Mieter\*innen in der K12 ihre Wohnungen per Kohleofen, teilweise befindet sich die Toilette auf halber Treppe. **Wahlwiederholung:** Derzeit ist [die Wiederholung der Wahl vom September 2021](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/16/wir-haben-die-wahl-nochmal/?ref=loky.news) in aller Munde. Ob auch die Bundestagswahl in Berlin erneut durchgeführt wird, ist zwar noch nicht endgültig entschieden. Aber die Landeswahlleitung will das System trotzdem umkrempeln: **Wie Berliner Zeitung und der rbb berichten, sollen die Wahlkreise in der Hauptstadt für die nächste reguläre Wahl im Jahr 2025 von zwölf auf elf reduziert werden.** Da sie bisher den zwölf Bezirken entsprachen, müsste sie dafür einen Bezirk als eigenen Wahlkreis streichen und auf die anderen Bezirke verlegen. Getroffen hat es laut Medienberichten Lichtenberg, das in den Wahlkreisen Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost und Pankow aufgehen würde. Pankow soll dafür den nordwestlichen Teil an den Nachbarbezirk Reinickendorf abgeben und Gebiete aus Friedrichshain-Kreuzberg bekommen. **Berliner Politiker\*innen sehen den Vorschlag kritisch, Wahlkreise dahingehend zusammenzulegen, dass ihre Wählerstruktur homogener wird** und einer Partei einen Vorteil verschafft. „Zuschnitte, die eine offensichtliche Parteilichkeit beinhalten, untergraben das Vertrauen in die Demokratie. Es gibt Vorschläge, die das vermeiden würden. Ein plausibler Vorschlag orientiert sich an den bzw. respektiert die gewachsenen Strukturen, vermeidet Überlastungen bei der Organisation der Wahl, und vermeidet insbesondere auch die offensichtliche Bevorzugung oder Benachteiligung einzelner Parteien. Klar ist aber: was auch immer dabei rauskommt, wir werden als Bündnisgrüne damit umgehen“, sagt Stefan Gelbhaar (Grüne), Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Pankow. **Elternausschuss:** Der Bezirkselternausschuss von Pankow hat bereits gewählt, und zwar seine Vorsitzende: Katja Ahrens bleibt weiterhin Vorsitzende, Marco Fechner ihr Stellvertreter. Die zweite stellvertretende Vorsitzende ist nun Karina Schatz. „Es ist toll zu sehen, dass so viele Elternvertretende mittun wollen. Das bestätigt uns in unseren Bemühungen, Eltern stark zu machen. In den letzten zwei Jahren sind wir hierbei mit unserem Team schon einen großen Schritt weitergekommen. Aber es ist noch immer viel zu tun, damit Elternvertretende ihre Recht kennen und einfordern können. Elternbeteiligung ist schließlich kein nice-to-have!“, sagte Katja Ahrens. **Im Bezirkselternausschuss (BEA) von Pankow sind die Vertreter\*innen der 70 Schulen im Bezirk, die sich in kommunaler Trägerschaft finden, organisiert.** Er vertritt die Interessen der Eltern gegenüber dem Bezirksamt und der Senatsverwaltung ist Ansprechpartner für die Bezirksverordnetenversammlung, Parteien und Verbände. **Mietenstopp: Bis zum 31\. Dezember 2023 dürfen landeseigene Wohnungsunternehmen ihre Mieten nicht erhöhen.** Das hat der Berliner Senat am Dienstag in einer Sitzung beschlossen. Mieterhöhungen, die zum 1\. November 2022 vereinbart wurden, werden zurückgenommen. Ziel hinter dem Mietenstopp sind die steigenden Energiekosten, die viele Berliner\*innen stark belasten. Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) sieht vor allem die landeseigenen Unternehmen in der Pflicht: „Als Gesellschaften mit mehr als 360.000 Wohnungen für 750.000 Menschen in Berlin haben die sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen und die berlinovo eine besondere Verantwortung für eine sozial gerechte Wohnungspolitik. Mietenstopp und Kündigungsschutz bedeuten eine direkte Entlastung der Mieterhaushalte.“ **Brückenbau:** Über sieben Brücken musst du gehen – aber drei davon in Prenzlauer Berg werden in den nächsten Jahren abgerissen und neu gebaut: Die ziemlich in die Jahre gekommene Brücke an der S-Bahnstation Schönhauser Allee, die Fußgängerbrücke in der Schönfließer Straße und die Brücke in der Dunckerstraße. Bis zum Baubeginn dauert es aber noch etwas, wie eine Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (Linke) ergab. **Die Brücke über die Schönhauser Allee befindet sich noch in der Entwurfsplanung, hier sollen 2025 die Arbeiten für den Ersatzneubau beginnen** und ungefähr acht Jahre dauern. Für die Schönfließer Straße bereitet die Senatsverwaltung derzeit die Ausschreibung für die Vor- und Entwurfsplanung vor, bei der Dunckerstraße sind diese bereits im Gange. Beide Brücken sollen nach derzeitigem Stand zwischen 2026 und 2028 abgerissen und neu gebaut werden. **Frauenpreis:** Endspurt für den Frauenpreis: Noch bis zum 11\. Dezember können Vorschläge für den Pankower Frauenpreis eingereicht werden, der anlässlich des Internationalen Frauentags am 8\. März 2023 verliehen wird. Den mit 500 Euro dotierten Preis können Einzelpersonen, Frauenprojekte, Initiativen oder Unternehmen erhalten; eine extra dafür eingesetzte temporäre Jury aus Bezirksamt und Bezirksverordnetenversammlung wählt aus. [Weitere Informationen gibt es hier. ](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/gleichstellung/artikel.126006.php?ref=loky.news) --- **Geschenktipp** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/12/Wenn_das_Leben_dir_Zitronen_gibt_mach_Dressing_draus-190x300.jpg)Eine Tafel feinster Schokolade, ein reifer Pfirsich, eine üppige Portion Pasta: „In Anbetracht der sich vor uns auftürmenden Krisen können wir etwas Genuss nicht nur gebrauchen, wir sind auch empfänglicher für ihn“, **schreibt der Prenzlauer Berger Gabriel Yoran**. Für die Kollegen beim Krautreporter verfasst er seit einiger Zeit Genusskolumnen mit Rezepten – und die hat er jetzt als Buch herausgebracht. *Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Dressing draus* versammelt die humorvollen Texte rund um kleine bis größere Experimente in der heimischen Küche, angefangen bei Rührei (wenn man nichts anderes mehr zuhause hat) über Tomatenmarmelade (ja, Marmelade) bis hin zu Roter Café-de-Paris-Butter für die ausgewiesenen Gourmets unter uns. Vermutlich könnt ihr das Buch immer noch in Häppchen lesen, weil ihr zwischendurch dringend an den Herd müsst, bevor euer Magenknurren die Nachbarn aufschreckt. Guten Appetit! Gabriel Yoran: *Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Dressing draus*, Taschenbuch, 152 Seiten, 16 Euro. [Erhältlich unter anderem hier](https://www.bod.de/buchshop/wenn-das-leben-dir-zitronen-gibt-mach-dressing-draus-gabriel-yoran-9783982095882?ref=loky.news). --- [![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/12/Weihnachtspromo_2022_Mail-Header.png)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/gift%5Fplans?ref=loky.news) [![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/12/Call-to-action_Weihnachten.jpg)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/gift%5Fplans?ref=loky.news) **Polizeimeldungen** - **Unfall:** In der Nacht zu Samstag kam es zu einem Unfall mit einem Wagen eines 59-jährigen Mannes, der gegen 1.45 Uhr auf der Prenzlauer Allee Richtung Norden unterwegs war. Als er den Fahrstreifen wechseln wollte, stieß er mit dem Auto eines 34-Jährigen zusammen, der auf die Straße Am Prenzlauer Berg abbiegen wollte. Der PKW des 59-Jährigen überschlug sich daraufhin und landete auf dem Dach. Einsatzkräfte versorgten beide Männer vor Ort, die aber nur Hautabschürfungen davon trugen. Weil der ältere Mann vor seiner Fahrt Alkohol getrunken hatte und ein Test einen Wert von einer Promille ergab, musste er seinen Führerschein abgeben. **Tipps & Termine** - **9.12.:** Moritz von Eschersheim, Isobel Markus und Klaus Ungerer – letzterer Verleger der [edition schelf](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/31/die-kiezliteraten/?ref=loky.news) – laden zu einem [Abend mit Texten über die Liebe](https://www.lettretage.de/programm/aktuelles-programm/?event%5Fid1=16925&ref=loky.news) in die Lettrétage ein: „Der heutige Abend in der Bunten Kuh gehört der Zweisamkeit, der Sehnsucht nach ihr, ihren Widerhaken, Zwickmühlen und klemmenden BHs.“ Der Eintritt kostet 8 Euro. - **9.-11.12.:** Die Geschichte von Prinz Hamlet von Dänemark ist den meisten von uns wahrscheinlich bekannt, zumindest in groben Zügen. Die Schaubude inszeniert „[Der Fall Hamlet](https://schaubude.berlin/de/stagings/der-fall-hamlet?ref=loky.news)“ am Wochenende als intensives Puppenspiel. Beginn ist Freitag und Samstag um 20 Uhr, Sonntag um 19 Uhr. Tickets kosten 16,50 Euro, ermäßigt 11,50 Euro. - **11.12.:** Gerda sucht ihren Freund Kai, der in einem Schneegestöber verloren gegangen ist. Dabei trifft sie Prinzessinnen, Räuber und weise Frauen. Monika Staesche liest das Märchen „[Die Schneekönigin](https://www.planetarium.berlin/en/events/die-schneekoenigin?ref=loky.news)“ von Hans Christian Andersen live, begleitet von Musik und Bildern. Geeignet ist die Veranstaltung ab 7 Jahren. Beginn ist um 13.30 Uhr, der Eintritt kostet 7,50 Euro und 5,50 Euro ermäßigt. - **14.12.:** Als Tamara Danz 1996 mit nur 43 Jahren starb, verstummte die Stimme der wichtigsten Rocksängerin der DDR. An ihrem Geburtstag stellt Wolfgang Martin sein Buch „[Paradiesvögel fängt man nicht ein. Hommage an Tamara Danz](http://literatur-live-berlin.de/portfolio-item/wolfgang-martin-hommage-an-tamara-danz/?ref=loky.news)“ im Pfefferberg Theater vor, auch die Musiker der Band Silly sind vor Ort. Tickets kosten 15 Euro im Vorverkauf und 17 Euro an der Abendkasse, Beginn ist um 20 Uhr. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Kirche:** Braucht die Kirche bessere Lobbyarbeit? Ja, sagt [das Zentralkomitee der Katholiken](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/02/gott-aus-politischen-gruenden-verzogen/?ref=loky.news) – und steuert ihre Arbeit seit Kurzem von Prenzlauer Berg aus - **Ehrenamt:** Einmaleins und ABC: Der Verein Schülerpaten Berlin vermittelt ehrenamtliche Nachhilfelehrer\*innen – auch in Pankow. [Grundschülerin Rowa und Rosa Teresa Fries](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/29/mehr-als-nur-nachhilfe/?ref=loky.news) haben sich darüber kennengelernt. **Zitat der Woche** *„Die Frauen haben den Widerspruch gemerkt zwischen dieser staatlichen Propagierung der Gleichberechtigung, dass Frauen emanzipiert sind und die Gleichstellung erreicht ist, und dem, was sie alltäglich erfahren haben“* sagt Jessica Bock, Mitarbeiterin des Digitalen Deutschen Frauenarchivs. Emanzipation ja, Gleichberechtigung nein – vielleicht müssen wir das Narrativ über die DDR aktualisieren? Aus dem Herbst 1989 zurück in den Winter 2022: Ich wünsche euch einen zauberhaften dritten Advent! Nächste Woche informiert euch Christina Heuschen über die Neuigkeiten aus dem Kiez. Eure Julia Schmitz --- **Dir gefällt, was wir machen?** **Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Feminismus am Küchentisch URL: https://www.loky.news/feminismus-am-kuechentisch/ Last updated: 2025-03-20T18:06:39.000Z ## Offiziell herrschte in der DDR Gleichberechtigung, doch patriarchale Strukturen waren trotzdem fest verankert. Eine Gruppe Frauen aus Prenzlauer Berg ging deshalb in die Offensive. --- Elf Frauen sitzen in einer Küche in der Korsörer Straße 3 in Prenzlauer Berg. Alle sind aufgebracht und aufgewühlt, diskutieren heftig. Zu der Zeit gehen Tausende in Berlin und anderen Städten der DDR auf die Straße, es entstehen immer mehr Protestgruppen im sozialen und ökologischen Kontext. Die DDR ist in Aufbruchstimmung. Auch die Frauen sind Teil der Bewegungen, doch sie stört etwas: „Wir hatten das Gefühl, das geht irgendwie unter. Frauen spielen keine Rolle in diesen Gruppen“, sagt Ute Großmann. Es ist der 11\. Oktober 1989 als sich Großmann mit den zehn anderen Frauen in ihrer Küche trifft. Sie kennen einander privat, kommen aber aus unterschiedlichen Kontexten. Sie arbeiten als Wissenschaftlerinnen an der Humboldt-Universität, gehören zu den Frauen für den Frieden, kommen aus kirchlichen Kreisen oder sind Vertreterinnen der Gruppe Lesben in der Kirche – mit dabei sind auch Gabriele Zekina und [Annett Gröschner](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/05/28/die-diktatur-riechen/?ref=loky.news).\_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ Weder in den neu entstehenden Oppositionsgruppen, noch in der SED oder im Demokratischen Frauenbund Deutschlands (DFD), einer SED-abhängigen Massenorganisation, sehen sie Frauen betreffende Fragen angemessen vertreten. Gemeinsam wollen sie sich aus Frauenperspektive in den politischen Umbruchsprozess in der DDR einmischen. Noch am gleichen Abend gründen sie eine politisch-feministische Gruppe, die [Lila Offensive (LILO)](https://lilaoffensive.de/index.html?ref=loky.news) ist geboren. **Gesellschaftliche Herausforderungen als Frauenfragen** Mit ihren Forderungen und Einschätzungen sind die Mitglieder der LILO und anderer Gruppen ihrer Zeit weit voraus. „Gerade im Herbst 1989/90 haben sie die großen ‚gesellschaftlichen Herausforderungen‘ zu Frauenfragen erklärt und sich nicht ‚nur‘ mit Frauenthemen beschäftigt. Die ostdeutschen Frauen haben in dieser Umbruchszeit sehr beeindruckend gezeigt, wie unerschrocken sie ihren Machtanteil eingefordert haben“, sagt Jessica Bock. Sie hat zu Frauenbewegungen in Ostdeutschland promoviert und arbeitet heute als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim[ Digitalen Deutschen Frauenarchiv](https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/start?ref=loky.news). Anders als in Westdeutschland gelten Frauen in der DDR formal als gleichberechtigt, die Gleichberechtigung ist gesetzlich festgeschrieben. Seit 1945 schafft die SED alle Bestimmungen, die in irgendeiner Form diskriminierend sind, ab, erzählt die Wissenschaftlerin. Das geschieht nicht nur aus ideologischen Gründen, sondern es ist ökonomisch notwendig: Bedingt durch Kriegsverluste und der massenhaftem Abwanderung von Menschen braucht das Land die Arbeitskraft der Frauen. **Widersprüchliche Verhältnisse** Im Laufe der vier Jahrzehnte etabliert die SED immer wieder Maßnahmen, um mehr Gleichberechtigung zu erreichen. Schon in den 1950er Jahren gibt es entsprechende Bestimmungen und unterschiedliche Förderpläne, alleinerziehende Mütter oder alleinstehende Frauen zu unterstützen, um sie in die Berufstätigkeit zu bringen und sie zu qualifizieren. „Das war auch etwas von oben Gesteuertes. Trotz dieser Politik, die auch nur auf die Frauen und nicht auf die Männer ausgerichtet war, trotz dieser vielen Maßnahmen und Bestimmungen, gesetzlichen Rahmenbedingungen, wurden die patriarchalen Verhältnisse nicht abgeschafft“, so Bock. Tatsächlich sind Frauen weiterhin kaum in Führungspositionen vertreten, sie sind von Gewalt in der Ehe betroffen und erleben häufig eine Mehrfachbelastung durch Familie, Haushalt und Beruf. Zahlreiche Frauen erkennen, dass dies kein individuelles Problem ist, sondern dass politische und gesellschaftliche Strukturen dafür verantwortlich sind. „Die Frauen haben den Widerspruch gemerkt zwischen dieser staatlichen Propagierung der Gleichberechtigung, dass Frauen emanzipiert sind und die Gleichstellung erreicht ist, und dem, was sie alltäglich erfahren haben“, erklärt Bock. **Immer mehr Frauen organisieren sich, die Themen werden vielfältiger** Mit dem Beginn der 1980er Jahre bildet sich schließlich eine staatlich unabhängige Frauenbewegung. Anfangs ist diese noch überschaubar und auf wenige Städte wie Dresden und Leipzig verteilt, das Zentrum liegt in Ostberlin – insbesondere in den Gründerzeitvierteln der Innenstadt. Wenige Jahre später wird die Frauenbewegung einen großen Anteil an der Friedlichen Revolution haben. Einen Anfang machen die „[Frauen für den Frieden“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/22/wir-verstecken-uns-nicht/?ref=loky.news). Als am 25\. März 1982 das Wehrdienstgesetz verabschiedet wird, schließen sich zahlreiche Frauen zusammen. Sie kritisieren die atomare Aufrüstung und Militarisierung der DDR und verstehen sich als Teil der internationalen Frauenbewegung. Auch Ute Großmann ist anfangs in einer friedensbewegten Gruppe – der „Schwerter zu Pflugscharen“. Lesbische Frauen beginnen ebenfalls, sich zu organisieren. Dies ist trotz des bestehenden Versammlungs- und Veröffentlichungsverbots nur möglich, weil die evangelische Kirche sich für Gruppen wie „Lesben in der Kirche“ öffnet. Ab 1984 treffen sich die Frauen in der Gethsemanekirche. Sie machen lesbisches Leben sichtbar, führen Beratungen durch und bieten Unterstützung beim Coming-Out. Immer mehr Frauen tun sich zusammen, die Themen werden vielfältiger. Sie beschäftigen sich mit feministischer Theologie, setzen sich kritisch mit Stereotypen und Geschlechterrollen auseinander und machen auf sexualisierte Gewalt aufmerksam. Bereits in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre beginnen die verschiedenen Frauengruppen, sich in der ganzen DDR zu vernetzen. Im Selbstverlag geben sie informelle Frauenzeitschriften heraus, die mit dem Zusatz „nur für den innerkirchlichen Dienstgebrauch“ versehen sind. „Das Lila Band“, „Das Netz“ und „Frau anders“ ermöglichen den Austausch und auch die Vernetzung innerhalb der Gruppen. **Eine revolutionäre Zeit** Auch die Frauen der LILO tauschen sich aus. Sie diskutieren viel, oft nächtelang. Anfangs nur über die Pamphlete der einzelnen Gruppen innerhalb der Bürgerbewegung, nur kurze Zeit später verfassen sie ihre eigenen Positionen. Häufiger vergehen Stunden, bevor sich die Mitglieder auf eine Formulierung einigen können, es gibt endlose Debatten über einzelne Wörter. Es entstehen Inhalte, die am nächsten Abend schon wieder überholt sein können, denn die Verhältnisse in der DDR verändern sich rasend schnell. Doch die Frauen entwickeln Forderungen, die bis heute gültig sind. „Wir hatten das Gefühl, dass die Gesellschaft zerbröckelt und sich alles verändern wird, das war eine Form existenzieller Bedrohung. Ich wollte das nicht über mich ergehen zu lassen, sondern mich für die Themen, die mir wichtig waren und heute noch sind, einsetzen. Ich wollte für Frauenthemen einstehen“, sagt Großmann heute. Deshalb wird auch ihre Wohnung zu einem der wichtigsten Orte der Ostberliner Frauenbewegung. Die LILO trifft sich abwechselnd bei Großmann in der Korsörerstraße 3 und in den Wohnungen der anderen Frauen in Prenzlauer Berg. „Wir mussten uns eigentlich immer zu Hause treffen, denn die Kinder konnten wir ja nicht alleine lassen.“ Während die Kinder schlafen, diskutieren sie, verfassen Flugblätter und andere Schriften, versuchen sich Gehör zu schaffen und organisieren Veranstaltungen. **Frauen gehen in die Offensive** Am 4.November 1989 tritt die LILO erstmals [bei der Berliner Demonstration](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/11/04/wir-wollten-freiheit/?ref=loky.news) in die Öffentlichkeit. Auf dem Alexanderplatz verteilen sie ihre [erste Flugschrift](https://lilaoffensive.de/texte/aufruf%5F041189.html?ref=loky.news), auf einem mitgeführten Transparent steht das Kürzel des staatstreuen Frauenbundes mit neuem Inhalt: „Dienstbar – Folgsam – Dumpf“. Die Demonstrantinnen forderen unter anderem eine bessere Bewertung „frauentypischer“ Berufe, die Förderung von Frauen in Wissenschaft und Technik, eine Quotenregelung in allen Bereichen und den Abbau der rollenspezifischen Erziehung, eine neue Frauenorganisation, verschiedene unabhängige Frauenzeitungen und -zentren sowie ein Frauenministerium. Am 23\. November 1989 lädt die LILO zu ihrer ersten Veranstaltung in die Berliner Gethsemanekirche ein. Sie wollen vor allem ihre Unzufriedenheit mit den Ergebnissen von vierzig Jahren DDR-Frauenpolitik öffentlich machen und Wege hin zu einer frauengerechten Gesellschaft aufzeigen. Der Andrang ist groß: Es kommen mehr Leute, als die Frauen erwartet haben. Im Anschluss bilden Vertreterinnen der LILO, der Sozialistischen Fraueninitiative und die Kulturwissenschaftlerin Ina Merkel ein Komitee, das die Gründung eines autonomen Frauenverbandes vorantreiben soll. Unter Hochdruck erarbeiten sie ein Forderungspapier: Nur wenige Tage später kommt es zu einem Frauentreffen in der Berliner Volksbühne. Rund 1.200 Frauen und ein paar Männer folgen dem Aufruf des Kommitees. Gemeinsam rufen sie den Unabhängigen Frauenverband der DDR (UFV) ins Leben. Die Mitglieder des UFV und der LILO erkämpfen sich Stühle an Runden Tischen und streiten dort für Frauenhäuser, eine Gleichstellungsbeauftragte und Frauentkulturzentren. Die wenigen Monate vergehen für Großmann wie im Zeitraffer. Wann sie in dieser Zeit schläft, weiß sie nicht mehr, der Einsatz für Frauen steht für sie und ihre Freundinnen im Vordergrund. Bis heute haben die Taten der Frauen Wirkung. Denn die vielfältige Infrastruktur, die sie seit 1989/90 aufgebaut haben, gibt es zu einem Teil heute noch. Auch die LILO, die Ute Großmann mit organisiert hat, existiert weiterhin. Mit dem Projekt [Frauenkreise](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/08/im-kampf-fuer-frauen/?ref=loky.news) bekämpft die LILO von der Choriner Straße aus strukturelle Diskriminierungen von Frauen aus intersektionaler Perspektive. *Titelbild: Christina Heuschen* ### Prenzlauer Berg Newsletter #44 besucht Gott URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-44-besucht-gott/ Last updated: 2025-03-20T18:09:52.000Z ## Alles neu im Mauerpark, Streit um einen grünen Hinterhof und die Kohleofen-Hochburg Pankow: Die Neuigkeiten aus Prenzlauer Berg gibt es in unserem Newsletter zum Nachlesen. --- Wasserhähne aus Gold, Proteste gegen Abtreibungen und sexueller Missbrauch von Kindern: Das sind nur drei von unzähligen Vorwürfen, mit denen sich die Katholische Kirche in den vergangenen Jahren konfrontiert sah. Etliche der Fälle vertuschte sie bewusst, Betroffene wurden nicht ernst genommen, Entschädigungszahlungen verweigert. Der Ruf der Kirche hat darunter stark gelitten. Fast 11.000 Berliner\*innen traten allein im Jahr 2021 aus, wie das Erzbistum Berlin im Sommer bekanntgab. Für das Zentralkomitee der Katholischen Kirche (ZdK) war deshalb klar: Um wieder mehr Menschen für die Institution begeistern zu können, braucht es dringend mehr Lobbyarbeit. Weil sie dafür näher am politischen Geschehen der Hauptstadt sein wollen, verlegte das Komitee, in dem sich unter anderem Vertreter\*innen der Diözesanräte und der katholischen Verbände zusammengetan haben, Anfang des Jahres seinen Sitz von Bonn nach Prenzlauer Berg. Aber was wollen die Mitglieder hier erreichen und sind die Ansichten der Katholischen Kirche noch zeitgemäß? Das hat meine Kollegin Katharina Angus gefragt für unseren **Text der Woche** - **Kirche:** Braucht die Kirche bessere Lobbyarbeit? Ja, sagt [das Zentralkomitee der Katholiken](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/02/gott-aus-politischen-gruenden-verzogen/?ref=loky.news) – und steuert ihre Arbeit seit Kurzem von Prenzlauer Berg aus. **Was sonst noch los war** - **Ehrenamt:** Einmaleins und ABC: Der Verein Schülerpaten Berlin vermittelt ehrenamtliche Nachhilfelehrer\*innen – auch in Pankow. [Grundschülerin Rowa und Rosa Teresa Fries](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/29/mehr-als-nur-nachhilfe/?ref=loky.news) haben sich darüber kennengelernt. **Kiezfoto der Woche** ![Fahrrad](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/12/Fahrradza%CC%88hler.jpg) Seit Ende Oktober zählt ein Fahrradbarometer die Anzahl der Fahrräder, die täglich am Senefelder Platz in Richtung Norden fahren – aktuell sind es im Durchschnitt 4370 pro Tag. Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** **Neubau:** Wenn es darum geht, neue Häuser im Stadtteil zu bauen, lässt der Protest meistens nicht lange auf sich warten. Aktuell wehren sich Anwohner\*innen der Pappelallee 18a gegen ein solches Projekt: In ihrem Hinterhof soll ein Wohnhaus mit fünf Geschossen entstehen. Die Mieter\*innen befürchten die Verschattung ihrer Wohnungen – [wie es auch die Bewohner\*innen in der Dunckerstraße befürchteten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/04/der-helmholtzplatz-sieht-schwarz/?ref=loky.news) –, auch der Blick auf den angrenzenden Friedhofspark sei ihnen dann verstellt. Hauptkritikpunkt ist jedoch ein anderer: **„Die wilde Grünfläche zwischen Friedhofspark Pappelallee, Raumerstraße und Lychenerstraße, die in den letzten 70 Jahren fast unberührt entstehen konnte, und eine ungeheure Fülle von Tier und Pflanzenarten beherbergt, soll nun zerstört werden“**, schreiben die Mieter\*innen in einer Petition, die bereits 3.500 Menschen unterzeichnet haben. An dem Projekt, welches die Livelli Baugruppe geplant hat, wird das vermutlich nichts ändern. Das Bauvorhaben sei „nach planungsrechtlichen und bauordnungsrechtlichen Beurteilungsgrundlagen zulässig“, sagte Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD) der Berliner Morgenpost. Auch der Denkmalschutz stehe dem nicht entgegen. Ein Bauantrag liege dem Bezirk seit Mai dieses Jahres vor. Die Baugruppe, die sich „über weitere Mitstreiter\*innen“ freut, spricht in ihrer Projektbeschreibung von einer bereits existierenden Baugenehmigung. Bis 2024 sollen die insgesamt elf Eigentumswohnungen mit einer Größe zwischen 65 und 150 Quadratmetern und einem Durchschnittspreis von 9.450 Euro pro Quadratmeter fertiggestellt sein. **Abschleppen:** So manche\*r Autofahrer\*in nimmt es mit der Straßenverkehrsordnung nicht immer so genau: Das Ordnungsamt in Pankow hat deshalb alle Hände voll zu tun. Neben dem Ausstellen von Knöllchen müssen die Beamt\*innen immer wieder die Umsetzung – neudeutsch: das Abschleppen – von Fahrzeugen veranlassen. Wie viele denn genau? Das wollten die beiden Linken-Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg und Niklas Schrader von der Senatsverwaltung wissen. Die Zahlen sind dabei deutlich gestiegen: Waren es im Jahr 2020 noch 56.267 Umsetzungen im Stadtgebiet, sind es im noch laufenden Jahr bereits 62.442\. **Pankow liegt dabei mit 4.177 umgesetzten Autos in diesem Jahr im Mittelfeld** – und insgesamt, bezogen auf die vergangenen drei Jahre, mit knapp 12.800 Umsetzungen weit hinter Spitzenreiter Mitte mit stattlichen 32.691 Umsetzungen. Zum Glück ist das aber kein Wettrennen – und Halteverbot bleibt Halteverbot. **Parkgebühren:** Apropos Parken: **Die Gebühren für das Abstellen von Kraftfahrzeugen erhöhen sich zum 1\. Januar 2023** – zum ersten Mal seit zwanzig Jahren. Das hat der Senat diese Woche entschieden. Für jede Gebührenstufe, die vorher ein, zwei oder drei Euro betrug, fallen demnächst zwei, drei oder vier Euro pro Stunde an. Das Abstellen von Fahrrädern, Pedelecs, Lastenrädern, Leichtkrafträdern sowie Motorrädern auf Parkplätzen bleibt weiterhin kostenfrei; Carsharing-Autos, die am Handy-Parken teilnehmen, bekommen eine Ermäßigung. **Fahrradparkhaus:** Steigen wir also um auf das Fahrrad: Das tun in Berlin immer mehr Menschen, um einen Teil ihres Arbeitsweges zurückzulegen. Deshalb steigt der Bedarf an sicheren Parkplätzen für die Drahtesel an den Bahnstationen – auch in Pankow. Eine Untersuchung hat ergeben, **dass am S- und U-Bahnhof Pankow in den nächsten acht Jahren bis zu 800 neue Stellplätze benötigt werden**, jetzt will der Bezirk diesen Bedarf decken. Derzeit prüfen Senatsverwaltung und infravelo deshalb in einer Machbarkeitsuntersuchung, ob diese auf der Westfläche des neuen Stadtquartiers „Pankower Tor“ entstehen können und ob die Einrichtung eines Fahrradparkhauses infrage kommt. Auch am Bahnhof Landsberger Alle wird derzeit eine solche Untersuchung durchgeführt, hier sollen auf lange Sicht 555 Abstellplätze für Fahrräder entstehen. **Kohleofen:** „And now for something completely different“: Hattet ihr früher auch einen Kohleofen – oder habt sogar noch einen? Die Anzahl der wärmenden Kachelmonster in Berlin ist in den vergangenen Jahren ziemlich gesunken. Doch auch wenn der Senat nicht genau weiß, wie viele Menschen in Privatwohnungen noch Briketts schleppen müssen, kann er zur Situation in den landeseigenen Wohungsbaugesellschaften Auskunft geben: **Demnach vermietet die Gesobau in Berlin noch 592 Wohnungen, die ausschließlich mit Kohle geheizt werden – und 396 davon liegen im Bezirk Pankow** (siehe auch unser [Interview mit Schornsteinfeger Hagen Baacke](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/17/zurueck-zum-kohleofen/?ref=loky.news)) In den anderen Bezirken sind es nur zwischen einer und 71 Wohnungen. Immerhin 107 der Pankower Öfen sollen laut Gesobau bis 2025 modernisiert werden. --- ![Mauerpark](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/12/Mauerpark_erster-Bauabschnitt.jpg) **Neue Spielflächen, Bewässerungssysteme und Beleuchtung: In dieser Woche starten die Sanierungsmaßnahmen im Mauerpark, zunächst rund um das Birkenwäldchen und den Moritzhof.** Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt über heiße Sommertage zu sprechen, wirkt etwas seltsam. Doch die Folgen der Klimakrise sind auch in Prenzlauer Berg zu spüren: Die Rasenflächen [des Mauerparks](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/mauerpark?ref=loky.news) verwandelten sich in den vergangenen Monaten in eine vertrocknete Steppe. In Zukunft soll die Grünfläche deshalb ein modernes Bewässerungssystem bekommen – mit automatischen „Regenwächtern“, die das Wasser nur dann freigeben, wenn es gebraucht wird. Es ist eine der Neuerungen, die der beliebte Park im Herzen von Prenzlauer Berg [im Rahmen der umfassenden Sanierung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/03/18/schluss-mit-schlamm/?ref=loky.news) bekommt. Der erste Bauabschnitt von ins gesamt drei Abschnitten beginnt in diesen Tagen und umfasst den nördlichen Zipfel vom Birkenwäldchen bis zur Kletterwand an den S-Bahngleisen. Auf den rund 12.000 Quadratmetern Fläche pflanzt die Grün Berlin GmbH, die für die Sanierung zuständig ist, unter anderem über 300 neue Heckenpflanzen und 2.100 Sträucher; auch 70 zusätzliche klimaresiliente Bäume sollen nach der Fertigstellung das Klima im Kiez verbessern. [Hier geht es zum vollständigen Text](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/12/02/mehr-baeume-weniger-barrieren/?ref=loky.news) v.l.n.r.: Pankows Bezirkstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU), Staatssekretär für Verbraucherschutz Markus Kamrad, Staatssekretär für Bauen und Wohnen Christian Gaebler, Vorstandsvorsitzender der Grün Berlin Stiftung Christoph Schmidt / Foto: Julia Schmitz --- **Polizeimeldungen** - **Polizist außer Dienst:** Ein Beamter der Berliner Polizei muss sich vermutlich disziplinarrechtlichen Konsequenzen stellen: Der Mann war in der Nacht zu Dienstag außer Dienst unterwegs und in einer Diskothek in der Schönhauser Allee mit Hausverbot belegt worden, nachdem es dort zuvor zu Streitigkeiten gekommen war. Der Beamte soll daraufhin zwei der Sicherheitskräfte bedroht haben, worauf diese die Polizei riefen. Ein Atemalkoholtest vor Ort ergab einen Wert von 2,5 Promille. Die Ermittlungen dauern noch an. - **Raub mit Messer:** Polizist\*innen nahmen in der Nacht zu Sonntag in Prenzlauer Berg drei Jugendliche im Alter von 15, 16 und 17 Jahren fest. Sie sollen gegen 23 Uhr in der Neumannstraße in Pankow einen 15-Jährigen mit einem Messer bedroht und ihm dann Bankkarten, Powerbank und Kopfhörer entwendet haben. Über die Kopfhörer konnte der Jugendliche die Angreifer orten, die Polizei nahm sie kurz darauf fest und leitete Ermittlungen wegen schweren Raubes ein. - **Körperverletzung:** Am Samstag verletzte ein bisher Unbekannter einen 37-jährigen Mann derart schwer am Auge, dass dieser vermutlich sein Augenlicht verlieren wird. Der Streit zwischen den Beiden war gegen 15.10 Uhr in einer Bar in der Bernauer Straße ausgebrochen, die Männer hatten dort zuvor gemeinsam Fußball geschaut. Ein Test bei dem stark alkoholisierten Mann ergab 3,2 Promille. Rettungskräfte brachten den bewusstlosen Mann in ein Krankenhaus. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Körperverletzung. **Tipps & Termine** - **ab 2.12.:** Zum humorvollen Spiel mit den Geschlechterrollen werden die Märchen von Schneewittchen und Dornröschen in der Erwachsenenfassung des Hexenberg Ensembles. [„Pink Grimm. Schneewittchen & The Sleeping Beauties“](https://www.hexenberg-ensemble.de/?ref=loky.news) feiert am 2.12\. Premiere und läuft auch am 3., 7\. und 10.12\. Tickets gibt es für 16,50 Euro bzw. 13,50 Euro ermäßigt, Beginn ist jeweils um 22 Uhr. - **6.12.:** Nachhaltig Reisen ist in aller Munde – aber wie geht das eigentlich? Die Reisejournalistin und Fotografin Cindy Ruch hat dazu das illustrierte Handbuch [„Europa mit dem Zug“](https://insel-buchladen.buchkatalog.de/webapp/wcs/stores/servlet/EventsPageView/Events/urlText%5F1/54721/10002/-3///?ref=loky.news) geschrieben, welches sie am Dienstag ab 18 Uhr im Rahmen des Lebendigen Adventskalender im Bötzowkiez in der Buchhandlung Die Insel auf der Greifswalder Straße vorstellt. Glühwein gibt es auch, der Eintritt ist frei. - **8.12.:** Die Nächte sind lang und dunkel – da können wir dringend etwas Licht benötigen: Am Donnerstag eröffnet artspring berlin die [zweite Ausgabe des Lichtkunstfest](https://www.artspring.berlin/lichtkunstfest/?ref=loky.news) im Pavillon am Milchhof in der Schwedter Straße 232\. Los geht es um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Häuserkampf:** [Noch sechs Tage Zeit haben die Mieter\*innen in der Kastanienallee 12](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/24/hilferuf-an-den-senat/?ref=loky.news), um ihr Haus vor der Teilungsversteigerung zu retten. Jetzt wenden sie sich mit einem offenen Brief an Franziska Giffey. - **Ehrenamt:** Im April wurden 17 neue Mitglieder in die [Senior\*innenvertretung Pankow](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/22/zwischen-grossen-sorgen-und-kleiner-politik/?ref=loky.news) berufen. Besuch bei einer Gruppe, die Politik macht anstatt Kaffeekränzchen. **Zitat der Woche** „*Wir handeln im ersten Impuls immer nach tiefer innerer Überzeugung, die das Leben Jesu, wie es uns aus der Bibel überliefert ist, zum Vorbild hat. In der komplexen Gegenwart von Politik und Gesellschaft erleben wir aber kollidierende Rechte und widerstreitende Positionen*“ sagt Britta Baas, Pressesprecherin des Zentralkomitees der Katholiken über ihre Arbeit. Was Jesus wohl zu dem Verhalten der Katholischen Kirche sagen würde, käme er zu Besuch? Und damit zurück auf den Boden der Tatsachen: Ich verabschiede mich für heute, wir lesen uns nächste Woche wieder! Eure Julia Schmitz ### Gott aus politischen Gründen verzogen URL: https://www.loky.news/gott-aus-politischen-gruenden-verzogen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Braucht die Kirche bessere Lobbyarbeit? Ja, sagt das Zentralkomitee der Katholiken – und steuert seine Arbeit seit Kurzem von Prenzlauer Berg aus. --- Britta Baas ist Pressesprecherin des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK). Vor ein paar Monaten ist das Zentralkomitee von Bonn aus nach Berlin gezogen, um näher am politischen Geschehen der Hauptstadt zu sein. Ein Besuch in den neuen Räumen auf der Schönhauser Allee. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Frau Baas, was ist das ZdK?** **Baas:** Das Zentralkomitee der Katholiken ist der Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte, der katholischen Verbände und weiterer Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft. Politischen Laienkatholizismus gibt es bereits seit der Revolution von 1848\. Damals war das Ziel, sich als Katholik\*innen in die Politik einzubringen, um in einem sich evangelisch und preußisch entwickelnden Staat nicht unterzugehen, sondern eigene Rechte zu verteidigen. Das hat später zu Konflikten geführt, die sich zum Beispiel im Kulturkampf 1871 bis 1878 niedergeschlagen haben. Das ursprüngliche Vereins- und Verbandsgeschehen trägt das ZdK bis heute weiter. Zum Einen verstehen wir uns als Vertreter\*innen des sogenannten Laien-Apostolats, zum Anderen sind wir als ZdK in intensiver Kommunikation mit allen politischen Playern – bis auf die AfD, die klammern wir aus. Das Premiumprodukt des ZdK sind die Katholikentage, die alle zwei Jahre stattfinden. Im Alltag beobachtet das ZdK die Entwicklungen im gesellschaftlichen, staatlichen und kirchlichen Leben und vertritt die Anliegen der Katholik\*innen in der Öffentlichkeit. Dazu gehört es, sich immer wieder aktuell einzubringen. Wir engagieren uns für den gesellschaftlichen Frieden, für Klimaschutz, für Integration, für Religionsfreiheit, für Lebensschutz, gerade am Anfang und am Ende des Lebens, um nur einige unserer Themen zu nennen. Und natürlich sind wir auch engagiert für Kirchenreform. Seit 2019 ist das ZdK einer der Träger des Synodalen Weges in Deutschland. Das bindet viele Kräfte. Aber wir halten dieses Engagement für zentral. Im Sommer hatten wir eine große Debatte um den haben wir eine große Debatte um den Paragrafen 218, weil unsere Präsidentin Mitte Juli in der Wochenzeitung Die Zeit einen Artikel platziert hatte, in dem sie auf der einen Seite für den Erhalt des Paragrafen 218 plädierte, auf der anderen Seite aber auch die Frauenrechte zu bedenken gab. Diese Äußerungen haben zu heftigen innerkatholischen Debatten geführt und es ist auch wichtig, dass sie geführt werden. Ein großes Thema wird auch die Triage, gerade wenn im Winter die Corona-Infektionen wieder ansteigen. Wir wollen nicht, dass beispielsweise bei einer Person die Behandlung aufgegeben wird, nur weil ein anderer die besseren Überlebenschancen hat. Die Menschenwürde muss auch im medizinischen Bereich erhalten bleiben. **Wie finden sie als ZdK ihre Positionen?** Baas: Das ZdK hat klassische Verbandsstrukturen. Wir haben zweimal im Jahr eine Vollversammlung, die ihre Beschlüsse öffentlich macht. In der Zwischenzeit positionieren sich der Hauptausschuss, das Präsidium oder die Präsidentin des ZdK, Dr. Irme Stetter-Karp. **Einer der Gründe für Ihren Umzug nach Berlin bestand darin, näher an der Lobbyarbeit zu sein. Was sind wichtige Punkte, in denen Sie versuchen, Einfluss auf die Politik zu nehmen?** Baas: Ein konkretes Beispiel ist das Engagement für den Paragraph 218\. Wir finden es richtig, sowohl das Selbstbestimmungsrecht der Frau, als auch das Lebensrecht des werdenden Kindes in die Waagschale zu werfen. Seit 1995 gilt in Deutschland der Kompromiss, dass Abtreibung zwar rechtswidrig ist, aber nicht strafrechtlich verfolgt wird, die Pflichtberatung vorausgesetzt. Heute verzeichnen wir in Deutschland europaweit die wenigsten Abtreibungen (Deutschland liegt europaweit auf dem fünften Platz – Anm. d. Red.) ). Wir halten das für eine Folge der gesetzlich vorgeschriebenen Beratung. **Eine niedrige Abtreibungsrate kann auch auf verbesserte Verhütungsmöglichkeiten zurückzuführen sein.** Baas: Aber die gab es ja in der Neunziger Jahren auch schon. Die Beratung tritt in dem Moment ein, wo ein Konflikt entstanden ist. **Aber die Beratung ist ja in jedem Fall vorgeschrieben, auch wenn die Frau sich bereits eigenständig für eine Abtreibung entschieden hat.** Baas: Genau. Die Notwendigkeit der Beratung besteht immer, denn nur in der Beratung bekommt man einen Beratungsschein und der Beratungsschein ist Voraussetzung für einen möglichen Schwangerschaftsabbruch. **Und Sie finden es nicht überholt, Frauen so zu bevormunden?** Baas: Nein, das finden wir nicht überholt. Wir sind der Meinung, dass genau dieser Prozess der Beratung ein ganz entscheidender Faktor dafür ist, dass bestimmte Prozesse in Gang gesetzt werden. Dass man die Möglichkeit hat, der Frau im Konflikt auch zu sagen, welche Hilfen, welche Optionen wären da, wenn sie sich entscheidet, das Kind zu bekommen und gleichzeitig, das betone ich ausdrücklich, das Selbstbestimmungsrecht der Frau respektiert. 1999 wurde von engagierten Katholik\*innen der Verein, Donum Vitae gegründet, der in der gesetzlichen Beratung mittägig ist. Viele Mitglieder des ZdK haben das unterstützt. Zu einer Zeit, in der die deutschen Bischöfe auf Geheiß Roms aus der Beratung ausgestiegen sind. Es gab innerhalb der katholischen [Kirche](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/kirche/?ref=loky.news) so viele Konflikte um diesen Paragrafen, dass es uns jetzt nicht leichtfiele, uns völlig davon zu verabschieden. **Innerhalb der katholischen Kirche vertreten Sie oft vergleichsweise progressive Positionen. Wie schwierig macht das die Zusammenarbeit, zum Beispiel mit der deutschen Bischofskonferenz?** Baas: Es freut uns immer, wenn man uns als mutig wahrnimmt. Unsere Haltung versuchen wir, so gut wie möglich, am Leben Jesu zu orientieren. In der komplexen Gegenwart von Politik und Gesellschaft erleben wir aber kollidierende Rechte und widerstreitende Positionen. Wir nehmen die Komplexität des Lebens wahr und versuchen, komplex auf sie zu reagieren. Bei manchen Themen werden wir für diese Vorgehensweise scharf angegriffen. Es ist eine Minderheit im deutschen Katholizismus, die uns kritisiert, aber diese Minderheit ist laut und in bestimmten Kontexten gut vernetzt. Unsere Reaktion darauf ist, immer wieder freundlich zu erklären, warum wir tun, was wir tun. Aus Fundamentalismus erwächst nichts Positives. Mit den deutschen Bischöfen ist das ZdK gerade seit Beginn des Synodalen Weges in einem beständigen, lebhaften Austausch. Wir erleben: Die deutschen Bischöfe sind kein Block, sondern verschieden. An vielen Stellen ist das Vertrauen enorm gewachsen. **Momentan fragen sich viele Menschen, wie man heute noch Mitglied der katholischen Kirche sein kann. Wo verläuft für Sie die Grenze zwischen notwendigem Engagement zur Besserung einer Institution und Mitschuld durch Mitgliedschaft?** Baas: Da gibt es in der Tat eine große Ambivalenz. Ich würde sagen: Die Grenze muss jeder für sich selbst bestimmen. Die Struktur des ZdK ist über die Zeit gewachsen, wir verstehen uns als Teil der Kirche und vertreten die katholische Zivilgesellschaft. Deshalb sehen wir uns auch in der Mitverantwortung dafür, dass sich die Kirche verändert, dass sie ihrer Verantwortung nach innen und nach außen gerecht wird. Deshalb engagieren wir uns nicht zuletzt dafür, dass Opfern sexualisierter Gewalt Gerechtigkeit widerfährt. Gleichzeitig ist das ein Bewusstwerdungsprozess, der mehrere Jahre gedauert hat, festzustellen, dass auch in katholischen Vereinen und Verbänden Missbrauch ein Thema ist. Neben anderen katholischen Vereinen und Organisationen entwickelt das Präventionskonzepte. Wir sind uns bewusst, dass wir Teil des Ganzen sind und versuchen, uns dem zu stellen. **Wie erleben Sie die Reaktionen in der Nachbarschaft auf Ihre Präsenz in Prenzlauer Berg?** Baas: Mir gefällt es sehr gut, dass wir hier mitten in Berlin sind, nicht in einer katholischen Spezialwelt. Hier erreichen uns alle möglichen Anfragen. Mich berührt dieser Ort sehr positiv, mit seinen Geschichte atmenden Räumen. Dieses Gebäude, in dem das Generalsekretariat des ZdK sitzt, beheimatete früher eine Katholische Schule, die die gesamte DDR-Zeit über existiert hat und bis heute existiert – sie ist nach Weißensee umgezogen. In der NS-Zeit war die katholische Gemeinde hier bei uns ein wichtiger Ort des Widerstands. Wenn ich an meinem Schreibtisch sitze, frage ich mich oft, wer wohl schon vor mir hier gesessen hat. **Was wünschen Sie sich für die Zukunft und das ZdK in Berlin?** Baas: Ich wünsche mir, dass wir weiterhin gut ankommen, dass wir aber im besten Sinne niemals „etabliert“ werden, sondern immer in Bewegung bleiben und als dynamisch wahrgenommen werden. Dass uns der Geist erhalten bleibt. Und ich hoffe, dass wir uns hier zuhause fühlen werden. Titelbild: Katharina Angus ### Mehr Bäume, weniger Barrieren URL: https://www.loky.news/mehr-baeume-weniger-barrieren/ Last updated: 2025-03-20T18:09:23.000Z ## Neue Spielflächen, Bewässerungssysteme und Beleuchtung: In dieser Woche starten die Sanierungsmaßnahmen im Mauerpark, zunächst rund um das Birkenwäldchen und den Moritzhof. --- Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt über heiße Sommertage zu sprechen, wirkt etwas seltsam. Doch die Folgen der Klimakrise sind auch in Prenzlauer Berg zu spüren: Die Rasenflächen [des Mauerparks](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/mauerpark?ref=loky.news) verwandelten sich in den vergangenen Monaten in eine vertrocknete Steppe. In Zukunft soll die Grünfläche deshalb ein modernes Bewässerungssystem bekommen – mit automatischen „Regenwächtern“, die das Wasser nur dann freigeben, wenn es gebraucht wird. Es ist eine der Neuerungen, die der beliebte Park im Herzen von Prenzlauer Berg [im Rahmen der umfassenden Sanierung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/03/18/schluss-mit-schlamm/?ref=loky.news) bekommt. Der erste Bauabschnitt von ins gesamt drei Abschnitten beginnt in diesen Tagen und umfasst den nördlichen Zipfel vom Birkenwäldchen bis zur Kletterwand an den S-Bahngleisen. Auf den rund 12.000 Quadratmetern Fläche pflanzt die Grün Berlin GmbH, die für die Sanierung zuständig ist, unter anderem über 300 neue Heckenpflanzen und 2.100 Sträucher; auch 70 zusätzliche klimaresiliente Bäume sollen nach der Fertigstellung das Klima im Kiez verbessern. **Versiegeln und entsiegeln** Der Spielplatz am Moritzhof wird um 400 Quadratmeter erweitert und zukünftig auch eine Plansche enthalten: Die alten Pappeln, [um die sich Anwohner\*innen und Bezirksamt gestritten hatten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/31/kinder-oder-klimaschutz/?ref=loky.news), müssen dafür weichen: Der Asphalt, der im Umfeld der Bäume aufgrund der großen Wurzeln Blasen geschlagen hatte, bekommt einen neuen Belag. Um die Barrierefreiheit zu erhöhen, wird außerdem eine punktuelle Beleuchtung installiert. Andere Stellen sollen entsiegelt werden, um der Überhitzung der Flächen entgegen zu wirken. „Der Mauerpark ist einer der attraktivsten Anziehungspunkte für die Menschen aus Berlin und Gäste aus aller Welt. Hier lässt sich nicht nur Sport, Kultur und Erholung genießen. Der weitläufige Park bietet auch Raum für Natur und Artenreichtum mitten in der Stadt. Mit der heute startenden Weiterentwicklung fördern wir Flora und Fauna und machen den Park insgesamt klimaresilienter“, sagt Markus Kamrad von der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz. Rund 15 Millionen Euro steuert die Senatsverwaltung insgesamt für die Überarbeitung des „alten“ Teils des Parks bei, [die Erweiterungsfläche ist bereits seit Sommer 2020 fertiggestellt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/06/30/alles-so-schoen-gruen-hier/?ref=loky.news). **Sperrungen bis 2027** Bevor der erste Bauabschnitt voraussichtlich Ende 2024 abgeschlossen werden kann, startet der zweite Bauabschnitt, der die mittlere Rasenfläche bis zur Eberswalder Straße sowie den Falkplatz umfasst. In der dritten Phase geht es anschließend mit dem Sonnenhang weiter, wozu auch das Amphitheater und die Grafitti-Mauer gehören. Weil das Areal urheberrechtlich geschützt ist, bleibt es in der jetzigen Form erhalten. [Welche Konsequenzen die Mikroplastikteilchen nach sich ziehen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/07/graffiti-verunreinigt-mauerparkboden/?ref=loky.news), die ein Forscherteam der Freien Universität Berlin kürzlich in sehr hoher Konzentration in der Nähe der besprühten Wand nachgewiesen hatte, ist noch unklar; derzeit prüft die Grün Berlin die Ursachen. Bis mindestens 2027 kommt es phasenweise zu Einschränkungen in der Nutzung des Parks, so auch während der Baumaßnahmen am Birkenwäldchen. Titelbild v.l.n.r.: Pankows Bezirkstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU), Staatssekretär für Verbraucherschutz Markus Kamrad, Staatssekretär für Bauen und Wohnen Christian Gaebler, Vorstandsvorsitzender der Grün Berlin Stiftung Christoph Schmidt / Foto: Julia Schmitz ### Mehr als nur Nachhilfe URL: https://www.loky.news/mehr-als-nur-nachhilfe/ Last updated: 2025-03-20T18:07:23.000Z ## Einmaleins und ABC: Der Verein Schülerpaten Berlin vermittelt ehrenamtliche Nachhilfelehrer\*innen – auch in Pankow. Grundschülerin Rowa und Rosa Teresa Fries haben sich darüber kennengelernt. --- Rowa schaut auf ihr Heft und liest. Ihren Füller hält sie mit beiden Händen fest. Kurz schaut sie geradeaus, fixiert einen Punkt an der gegenüberliegenden Wand – so, als ob sie sich nur vergewissern müsste. Dann öffnet sie den Füller mit einem Ruck. Sie beugt sich über ihr Mathe-Übungsheft, die Zungenspitze schaut aus ihrem Mund, wandert zur oberen Lippe, in ihrer linken Hand hält sie noch immer die Kappe ihres Füllers fest. Dann schreibt sie mit ihrer rechten Hand flink eine Zahl in ihr Übungsheft. Ihr Blick wandert zur Seite. „Richtig?“, fragt Rowa und wartet. Neben ihr sitzt Rosa Teresa Fries und lächelt. Sekunden vergehen. Ist die Lösung korrekt? „Ja, gut gemacht“, sagt sie. Rowa schaut wieder in ihr Übungsheft, weiter geht es mit der nächsten Aufgabe. Einmal in der Woche treffen sich die beiden – immer am Mittwoch ab 17:30 Uhr für anderthalb Stunden, manchmal länger. Meist lernen sie am Anfang Mathe, denn dann sind beide noch wach. Danach lesen sie oder malen auch mal was zusammen. Die beiden verbindet eine ungewöhnliche Freundschaft. Denn Rowa ist acht Jahre und geht in die dritte Klasse der Jeanne-Barez-Schule in Französisch Buchholz, Rosa Teresa Fries ist 33 und leitet eine Sprachschule für Menschen, die Deutsch als Fremdsprache lernen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Patenschaften für mehr Chancengerechtigkeit** Kennengelernt haben sich Rowa und Rosa Teresa durch den [Verein Schülerpaten Berlin e.V..](https://schuelerpaten-berlin.de/?ref=loky.news) Sie gehören zu den 123 neuen Patenschaften, die 2021 durch den Verein entstanden sind, 311 hat er insgesamt in Berlin betreut. Seit 2009 vermittelt der Verein 1:1-Bildungspatenschaften zwischen Ehrenamtlichen und strukturell benachteiligten Schüler\*innen mit Migrationsgeschichte. Darunter sind Kinder, die die Grundschule besuchen, Jugendliche, die ihren Mittleren Schulabschluss (MSA) machen, aber auch Abiturient\*innen. Ziel ist es, durch individuelle ehrenamtliche Nachhilfe die Bildungschancen dieser Kinder und Jugendlichen verbessern und damit auch die Chancengerechtigkeit sowie Durchlässigkeit im deutschen Bildungssystem zu erhöhen. Die meisten Schüler\*innen und ihre Eltern erfahren durch Freund\*innen von dem Angebot. Die Nachfrage ist groß, die Warteliste dementsprechend lang. Und die Suche nach Patinnen und Paten dauert. **Patin und Schüler\*in sollen passen** Rosa Teresa hat durch eine Freundin von dem Projekt erfahren. Damals suchte sie bereits nach einer Möglichkeit, [sich ehrenamtlich zu engagieren](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/ehrenamt/?ref=loky.news). Die Idee Nachhilfe zu geben gefiel ihr und passte zu ihrer Lebenssituation. Also füllte sie spontan einen Fragebogen auf der Webseite von Schülerpaten Berlin aus: Name, Wohnort, Kontaktdaten, Geburtstdatum, Beruf, Erfahrungen und Mathe, Deutsch oder Englisch? Auch ein Führungszeugnis musste Rosa Teresa einreichen und an einem Vorbereitungsworkshop teilnehmen. Schließlich sollen Patin und Schüler\*in zusammen passen. Dann kamen Muna Nasser und ihre Mitstreiter\*innen ins Spiel. Muna arbeitet für den Verein und schaut, welche Leute ein gutes Tandem bilden könnten. Passt alles, dann treffen die Patinnen und Paten sich gemeinsam mit der Familie und dem Patenkind. So war das auch bei Rosa Teresa und Rowa. Das erste Mal haben sich die beiden bei den Schülerpaten im Büro gesehen. Rowa saß mit ihrer Familie draußen und wartete. Als Rosa Teresa hat ihnen vorbeiging, überlegte sie bereits, ob das wohl das Mädchen sein könnte, das sie später begleiten würde. Tatsächlich lernten sie sich nur ein paar Minuten später im Büro kennen. Sie stellten sich vor und sprachen darüber, was sie gerne essen, was sie in ihrer Freizeit machen. Am Ende haben sie ihre Patenschaft auch offiziell besiegelt und eine Lernvereinbarung unterschrieben. Eine Woche später trafen sich die beiden bei Rowa zu Hause. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/11/Rosa-Teresa-und-Rowa-lernen-zusammen.-Foto-Christina-Heuschen-1-1024x768.jpg) Rosa Teresa Fries möchte ihre Privilegien an Rowa weitergeben. / Foto: Christina Heuschen **Die Chance, Priviliegien weiterzugeben** Rosa Teresa sagt, sie sei sehr privilegiert aufgewachsen: Sie sei immer sehr gut in der Schule gewesen; es sei immer klar gewesen, dass sie studieren könne. Niemand habe je die Frage gestellt, ob sie gut genug dafür sei. Bei Kindern mit Migrationsgeschichte sieht das oft anders aus. Die Vorurteile sind groß. Weil Rosas Eltern aus Syrien kommen und sie acht Geschwister hat, stehen die Chancen statistisch gesehen schlecht. Eine OECD-Studie aus dem Jahr 2015 zeigt, dass Kinder aus sozial schwachen oder Einwanderungsfamilien schlechtere Chancen auf [Bildung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=bildung&ref=loky.news) haben als andere Kinder. Mehrere Untersuchungen weisen zudem daraufhin, dass Schüler\*innen mit Migrationsgeschichte bessere Leistungen erbringen müssen als ihre Mitschüler\*innen ohne Migrationsgeschichte, um beispielsweise ans Gymnasium zu kommen. Dabei ist die Achtjährige gut in der Schule, die Familie unterstützt das Mädchen. Das möchte auch Rosa Teresa. „Ich denke, dass ich eine Chance habe, meine Privilegien weiterzureichen. In Deutschland ist es sehr schwierig an Bildung zu kommen, wenn man nicht aus den entsprechenden Haushalten kommt. Das finde ich sehr krass. Und vielleicht ist das mein kleiner Weg, um dagegen zu halten“, sagt sie. Der Verein versteht sich jedoch nicht als Sozialhilfeprojekt, vielmehr ist es eine Art Buddy-Programm. Es kommt nicht nur auf gute Noten an, sondern auch darauf, dass sich eine Art Freundschaft entwickelt. Die Patenschaften laufen mindestens ein Jahr, im Schnitt dauern sie aber länger. Rosa Teresa und Rowa treffen sich nun schon seit anderthalb Jahren und verbringen ihre Zeit miteinander. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/11/Rosa-Teresa-lernt-mit-Rowa-Mathe.-Foto-Christina-Heuschen-1024x803.jpg) Rowa lernt mit Rosa Teresa Mathe. / Foto: Christina Heuschen **Gemeinsam Dinge entdecken** „Ich finde es auch super schön zu sehen, wie gut sie inzwischen liest. Wir haben außerdem zusammen das Einmaleins bestritten. Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin wieder in der dritten Klasse. Ich muss so viel Kopfrechnen“ , sagt Rosa Teresa. Doch die beiden lernen nicht nur zusammen, sie entdecken viele Dinge gemeinsam neu. Denn Rowa erzählt Rosa Terasa viel über das syrisches Essen bei. Ein paar mal hat sie versucht, ihr etwas Arabisch beizubringen. Das war schwierig. Die beiden lachen, als sie sich an die Situation erinnern. Überhaupt lachen die beiden viel, haben Spaß zusammen. Und das nicht nur bei Rowa zu Hause in Blankenburg, die beiden machen auch Ausflüge. Auch in Prenzlauer Berg, wo Rosa Teresa wohnt. Dort waren die beiden im Planetarium und im Theater in der Vinetastraße, Rowa hat Rosa Teresa mit zweien ihrer Geschwister in Prenzlauer Berg besucht, sie ein Eis gegessen und zusammen Nudeln gekocht. Die Freundinnen haben noch viel vor: Diesen Winter wollen sie einen Schneemann bauen. Nächsten Sommer wollen sie Fahrrad oder an den See fahren, denn das haben sie in diesem Sommer nicht geschafft. Irgendwann wollen sie auch Rosa Teresas Oma besuchen. Die lebt in Brandenburg und hat Pferde. Die Liste hört nicht auf. „Ich würde es gerne noch lange machen“, sagt Rosa Teresa. „Ich auch“, sagt Rowa und schaut dabei verträumt in die Gegend. Sie freut sich schon jetzt darauf, Rosa Teresa wiederzusehen. Das nächste Mal treffen sich die beiden wieder am Mittwoch um 17:30 Uhr. *Titelfoto: Christina Heuschen* ### Prenzlauer Berg Newsletter #43 bangt um die Kastanienallee 12 URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-43-bangt-um-die-kastanienallee-12/ Last updated: 2025-03-20T18:08:18.000Z ## Warum bleibt der K12 nicht mehr viel Zeit? Wie steht es um Berlins Waldbäume? Und welche Events finden im Advent im Bezirk statt? Die Nachrichten der Woche gibt es im Newsletter. --- Immer wieder wissen Mieter\*innen in Prenzlauer Berg nicht, ob sie in ihren Wohnungen bleiben können oder ob sie dem spekulativen Immobilienmarkt zum Opfer fallen. Der Kampf um Häuser hat in Berlin deshalb Tradition. Während die Mieter\*innen in den Häusern in der [Choriner Straße 12](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/06/03/lass-uns-bitte-freunde-bleiben/?ref=loky.news) und in der [Schönhauser Allee 135](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/06/29/berlin-bitte-vorkauf-mich/?ref=loky.news) ihn bereits gewonnen haben, zittern die Bewohner\*innen in der Kastanienalleee 12, auch K12 genannt, hingegen noch: ihren Häusern am legendären Hirschhof droht die Teilversteigerung. Eine Wohnungsbaugenossenschaft soll die Häuser kaufen, ist dafür aber auf die finanzielle Unterstützung des Landes Berlin angewiesen. Doch der Senat zögert – und die Uhr tickt. Warum die Rettung aus einem absurden Grund scheitern könnte, erfahrt ihr in unserem **Text der Woche** - **Häuserkampf:** [Noch sechs Tage Zeit haben die Mieter\*innen in der Kastanienallee 12](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/24/hilferuf-an-den-senat/?ref=loky.news), um ihr Haus vor der Teilungsversteigerung zu retten. Jetzt wenden sie sich mit einem offenen Brief an Franziska Giffey. **Was sonst noch los war** - **Ehrenamt:** Im April wurden 17 neue Mitglieder in die [Senior\*innenvertretung Pankow](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/22/zwischen-grossen-sorgen-und-kleiner-politik/?ref=loky.news) berufen. Besuch bei einer Gruppe, die Politik macht anstatt Kaffeekränzchen. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/11/Kiezfoto_Menschenrechte_Kastanienallee-1024x1024.jpg) Im Einsatz für Menschen – Gesehen in der Kastanienallee. Foto: Christina Heuschen **Aus dem Bezirk** **Personalmangel:** In den kommenden Wochen steht fast allen Bezirken weniger Personal für die Bürgerämter zur Verfügung, manche Bürgerämter schließen sogar ganz – auch der Bezirk Pankow ist betroffen. Ab dem 8\. Dezember 2022 gibt es an den Standorten Pankow und Prenzlauer Berg daher vorübergehend keine Termine mehr. Grund hierfür ist die anstehende Wahlwiederholung: Während die Vorbereitungen für eine Wahl im Normalfall bereits ein Jahr vorher beginnen, sind es dieses Mal nur drei Monate. Das Personal aus den Bürgerämtern muss nun bei den Wahlvorbereitungen helfen. „Der Normalbetrieb wird in beiden Standorten voraussichtlich bis Ende Februar wieder aufgenommen werden, das genaue Datum wird zeitnah nach dem Wahltag bekannt gegeben“, teilte das Bezirksamt Pankow mit. Die Dokumentenausgaben der Bürgerämter bleiben jedoch durchgehend geöffnet, sodass eine Abholung von fertigen Dokumenten möglich ist. Doch nicht nur die Bürgerämter stehen vor Problemen. Auch der Fachbereich Kindertagesbetreuung des Jugendamts Pankow muss vorübergehend schließen. So finden vom 5\. bis 31\. Dezember 2022 keine Sprechstunden statt, auch Termine können nicht gebucht werden. Dringende kurzfristige Anliegen können per E-Mail an kindertagesbetreuung@ba-pankow.berlin.de oder an das Bürgertelefon unter der Rufnummer 115 gerichtet werden. **Kranke Wälder:** Berlins Waldbäumen geht es schlechter als im vergangenen Jahr. Laut aktuellem Waldzustandsbericht weisen 40 Prozent der Bäume deutliche Schäden auf, nur noch vier Prozent zeigen keine sichtbaren Schäden. Das ist der geringste Anteil gesunder Bäume seit Beginn der Erhebungen des Waldzustandes im Jahr 1991\. Ein Grund sind vor allem die vergangenen trockenen und heißen Jahre, heißt es im Bericht; die Bäume könnten sich den veränderten klimatischen Bedingungen nur sehr langsam anpassen. „Die Klimakrise bedroht unsere Wälder. Der Zustand der Waldbäume ist dramatisch“, sagt Umweltsenatorin Bettina Jarasch (Grüne). Intakte Wälder seien aber als natürliche CO2-Speicher ein entscheidendes Gut in der Klimakatastrophe. Im Herbst 2021 wurden daher in Berliner Wäldern rund 321.000 Laubbäume gepflanzt – vor allem Eichen, Buchen, Hainbuchen, Linden und Ahorne. In diesem Herbst gebe es Pflanzungen in gleicher Größenordnung, teilte die Umweltverwaltung mit. **Geschwindigkeitsmessungen:** Fahren Berlins Autofahrer\*innen zu schnell? Tatsächlich gab es 704.744 Geschwindigkeitsüberschreitungen im Zeitraum Januar bis Juli, heißt es in einer Antwort auf eine Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Vasili Franco, Oda Hassepaß und Antje Kapek (Bündnis 90/Die Grünen). Die Mehrheit der Überschreitungen entfielen dabei auf mobile Messungen: Durchschnittlich seien 2.491 Verkehrsverstöße pro Tag festgestellt worden. Bei festen Blitzern seien dies noch einmal 833\. Im Bezirk Pankow gab es jedoch nur wenige Einsätze mobiler Blitzanlagen. So wurde 63 Mal Tempo 30 und 74 mal Tempo 50 kontrolliert. In anderen Bezirken gab es deutlich mehr Einsätze. --- ![Advent](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/11/Advent-1024x530.jpg) Foto: Max Beck / Unsplash **Advent, Advent** Glühwein, Kerzen, klingelingeling: Am Sonntag beginnt die Adventszeit. Gefühlt war gestern noch Sommer und wir saßen im T-Shirt im Park, aber der Blick in den Kalender ist unmissverständlich: In einem Monat ist Weihnachten! Während manche Menschen sich in den kommenden Wochen lieber zuhause vergraben, um dem Trubel zu entgehen, nehmen andere alles mit, was im Advent angeboten wird. Und das ist einiges, wie unsere Liste zeigt. [Wir haben für euch Veranstaltungen in Pankow gesammelt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/25/advent-advent-3/?ref=loky.news), mit denen ihr die nächsten Wochen genießen könnt. Wir wünschen euch eine wundervolle Vorweihnachtszeit! --- **Tipps & Termine** - **1./ 4.12.:** Um die Umweltzerstörung aufzuhalten, fordern immer mehr Aktivist\*innen, der Natur eigene Rechte zu verleihen. So erlangte beispielsweise der Rivière Magpie in Kanada den Status einer juristischen Person, Ecuador hat als erstes Land Naturrechte in seinem Grundgesetz verankert. In „[Anwälte der Natur](https://rambazamba-theater.de/inszenierungen/anwaelte-der-natur/?ref=loky.news)“ widmet sich das RambaZamba Theater nun diesem Thema. Am Donnerstag feiert das Stück um 19:30 Uhr Premiere. Der Eintritt kostet 15 Euro, der ermäßigte Preis beträgt 10 Euro. Kinder zahlen 5 Euro. - **7.12.:** Illegale Nachtclubs, Kokain, Straßenschlachten: Regelmäßig lässt Volker Kutscher Kriminalkommissar Gereon Rath in spektakulären Mordfällen in brisanter Umgebung ermitteln. Längst haben die Krimis Kultstatus erreicht. Nun gibt es auch ein Escape-Spiel zur Reihe. Volker Kutscher, Spielemeister Jens Schumacher und Illustrator Arne Jysch stellen ihr gemeinsames Projekt „Der nasse Fisch“ am 7\. Dezember vor. Darin ermittelt nicht nur Gereon Rath, auch das Publikum kann miträtseln. Der [interaktive Krimi-Spiele-Abend](https://www.buchboxberlin.de/event-calendar/interaktiver-krimi-spiele-abend-mit-babylon-berlin?ref=loky.news) beginnt um 19:30 Uhr in der Backfabrik Clinker Lounge in der Saarbrücker Straße. Ein Ticket kostet 10 Euro. - **Bis 30.04.2023:** Alles begann mit einer Ausstellung im Rahmen einer „Friedenswerkstatt“ am 27\. Juni 1982 in der Erlöserkirche in Rummelsburg. Beteiligt waren Menschen, die sich für die Gründung eines Antikriegsmuseums in Ostberlin einsetzten. 1984 folgte ein ständiger Ausstellungsraum in der Bartholomäuskirche, 1985 wurde schließlich die Friedensibliothek eröffnet. Seitdem stehen in den Ausstellungen Biografien von Personen im Vordergrund, die Mut und Haltung gezeigt, sich für andere Menschen eingesetzt und oftmals dafür mit dem Leben bezahlt haben. Jetzt würdigt das Museum Pankow in der [Werkausstellung „Ein gewaltiger Anstoß zum Handeln“](https://www.berlin.de/museum-pankow/aktuelles/ausstellungen/?ref=loky.news) die Arbeit der Friedensbibliothek und des Antikriegsmuseums. Nächste Woche Sonntag wird die Ausstellung um 13 Uhr in der Aula des Hauptgebäudes eröffnet, bis Ende April 2023 kann sie von Dienstag bis Sonntag jeweils 10-18 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Sanierung:** Nach Protesten von Schüler\*innen beschloss der Senat am Freitag, das [Gymnasium am Europasportpark doch umfassend zu sanieren](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/14/aufatmen-in-der-kniprodestrasse/?ref=loky.news) – ab 2024\. Kurzfristige Maßnahmen sollen die Situation aber schon jetzt verbessern. - **Wiederholung:** Bundestag und Berliner Verfassungsgericht haben entschieden, dass [die Wahl vom Herbst 2021 wiederholt werden muss](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/16/wir-haben-die-wahl-nochmal/?ref=loky.news). Was ihr darüber wissen solltet, erfahrt ihr hier. **Zitat der Woche** *„Wenn wir nicht fristgerecht Teil der Genossenschaft Selbstbau e.G. werden, sind wir Fischfutter für die Haie auf dem spekulativen Immobilienmarkt dieser Stadt“,* schreiben die Bewohner\*innen der K12 in ihrem offenen Brief an die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD). Bis zum 30\. November stellen sich die Bewohner\*innen deswegen jeden Tag um fünf vor zwölf vor ihre Häuser und protestieren, um den Druck zu erhöhen. Nächste Woche lest ihr an dieser Stelle von meiner Kollegin Julia Schmitz. Damit verabschiede ich mich und wünsche euch ein schönes Wochenende. Eure Christina Heuschen --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Advent, Advent URL: https://www.loky.news/advent-advent-3/ Last updated: 2025-03-20T18:08:18.000Z ## Glühwein, Kerzen, klingelingeling: Am Sonntag beginnt die Adventszeit. Wir haben für euch Veranstaltungen in Pankow gesammelt, mit denen ihr die nächsten Wochen genießen könnt. --- Gefühlt war gestern noch Sommer und wir saßen im T-Shirt im Park, aber der Blick in den Kalender ist unmissverständlich: In einem Monat ist Weihnachten! Während manche Menschen sich in den kommenden Wochen lieber zuhause vergraben, um dem Trubel zu entgehen, nehmen andere alles mit, was im Advent angeboten wird. Und das ist einiges, wie unsere Liste zeigt. Wir wünschen euch eine wundervolle Vorweihnachtszeit! ## Märkte **Manufakturen-Weihnachtsmarkt** **Schloss Schönhausen** **25.-27\. November** Der Bezirk Pankow richtet, in Zusammenarbeit mit den Bezirken Lichtenberg und Mitte, den ersten nachhaltigen Weihnachtsmarkt aus: Am ersten Adventswochenende verkaufen lokale Manufakturen und Handwerksbetriebe ihre Erzeugnisse vor der Kulisse des Schloss Schönhausen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf fair gehandelten, handgemachten und regionalen Produkten. Geöffnet ist Freitag von 15 bis 20 Uhr, Samstag von 13 bis 20 Uhr und Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 1 Euro. **Zauberhafter Advent im Mühlenkiez** **Quartierspavillon, Thomas-Mann-Str. 37** **27\. November** Ein kleiner Adventsmarkt erwartet euch am Sonntag im Mühlenkiez: Es gibt Handgemachtes zum Kaufen und Tauschen, eine weihnachtliches Performance und eine Vorlese-Ecke. Schüler\*innen der Gustave-Eiffel-Schule zeigen, wie man mit einem 3-D-Drucker individuellen Weihnachtsschmuck herstellen kann. Geöffnet ist von 15 bis 19 Uhr. **Lucia Weihnachtsmarkt** **Kulturbrauerei** **21\. November – 22\. Dezember** Der Klassiker im Kiez hat bereits seit ein paar Tagen geöffnet: Auch in diesem Jahr bietet der Lucia Weihnachtsmarkt im Hof der Kulturbrauerei wieder Glühwein- und Grogstände, schwedische Leckereien und Handgemachtes, das sich gut unter dem Weihnachtsbaum macht. Kollegin Sonja Koller hat vergangenes Jahr [für einen Tag am Glögg-Stand ausgeholfen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/12/13/auf-der-anderen-seite-des-gluehweinstandes/?ref=loky.news) und darüber geschrieben. Geöffnet ist der Markt immer Montag bis Freitag von 15 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag von 13 bis 22 Uhr. **Advents-Ökomarkt** **Kollwitzplatz** **27\. November, 4., 11\. und 18\. Dezember** Jeden Donnerstag findet in der Wörther Straße am Kollwitzplatz der Ökomarkt statt, in diesem Winter gibt es auch wieder den Advents-Ökomarkt an den Sonntagen: Dann verkaufen rund 50 Händler\*innen ihre Waren, es gibt Spielaktionen für Kinder und außerdem dürfen Besucher\*innen den Stand küren, der am schönsten geschmückt ist. Geöffnet ist von 12 bis 19 Uhr. [**Adventsmarkt**](https://www.brotfabrik-berlin.de/?ref=loky.news) **Brotfabrik am Caligariplatz** **4\. Dezember** Ganz knapp hinter den Stadtteilgrenzen liegt die Brotfabrik in Weißensee – und auch hier wird der Advent gefeiert: Am 4\. Dezember gibt es dort von 13 bis 18 Uhr einen kleinen Adventsmarkt mit rund 20 Ständen. ## Veranstaltungen für Kinder & Familien **Basteln für’s Luciafest** **Machmit-Museum** **ab 25\. November** Passend zum Lucia-Weihnachtsmarkt und dem Lucia-Fest am 13\. Dezember können Kinder im Machmit-Museum den ganzen Dezember über die passenden Accesoires basteln: Kränze, Hüte & Lichterglanz gibt es während der Öffnungszeiten von 10 bis 18 Uhr. **Adventssingen** **Garten der Gethsemanekirche** **27\. November** Seit einem Jahr versammelt sich die Initiative Gethsemanekiez am Montagnachmittag vor der Kirche in der Stargarder Straße, um den „Montagsspaziergängen“ der Corona-Leugner etwas entgegen zu stellen. Das hat die Gemeinschaft im Viertel gestärkt, weshalb auch außer der Reihe gemeinsame Veranstaltungen stattfinden. Am Sonntag findet von 16 bis 18 Uhr ein Adventssingen statt, begleitet vom Posaunenchor der Kirche. Dazu gibt es Glühwein und Kinderpunsch. [**Hexenberg Ensemble**](https://pfefferberg-theater.de/spielplan/maerchen/?ref=loky.news) **Pfefferberg Theater** Für Märchen ist man nie zu alt, oder? Den ganzen Dezember über spielt das Hexenberg Ensemble im Glashaus auf dem Pfefferberg die Grimm’schen Klassiker: Von Rotkäppchen und Dornröschen, über Rapunzel und Schneewittchen bis hin zu Jorinde & Joringel, Hans im Glück und Frau Holle. Tickets kosten 16,50 Euro, ermäßigt 13,50 Euro. **Lebendiger Adventskalender** **Bötzowkiez** **1\. – 21\. Dezember** Vierundzwanzig kleine Schokostückchen sind eine nette Sache – aber ist ein lebendiger Adventskalender nicht noch viel schöner? Im Bötzowkiez wird die Tradition des vorweihnachtlichen Miteinanders seit Jahren gepflegt. Auch in diesem Winter öffnet sich ab dem 1\. Dezember fast jeden Tag eine Tür, mal gehört sie zu einer Hausgemeinschaft, mal zu einem Café, einer Buchhandlung oder einem Yogastudio. [Den Tagesplan gibt es hier. ](https://www.prokiez.de/lebendiger-adventskalender-sucht-tuerchenoeffner/?ref=loky.news) **[Die sechs Schwäne](https://www.buchboxberlin.de/event-calendar/im-advent-theater-f%C3%BCr-kinder-die-sechs-schw%C3%A4ne?ref=loky.news)** **Backfabrik Clinker Lounge, Saarbrücker Straße 36a** **4\. Dezember** Märchenhaft geht es Anfang Dezember in der Backfabrik zu: Die Studierenden des **Michael Tschechow Studio Berlin** führen das Märchen „Die sechs Schwäne“ in der Fassung der Gebrüder Grimm auf. Für alle Kinder ab 6 Jahren. Tickets kosten 7 Euro. **Der Nikolaus kommt** **Buchbox-Filialen** **5\. Dezember** Sind die Stiefel geputzt? Am 5\. Dezember können Kinder zwischen 11 und 18 Uhr einen leeren Schuh in einer der Buchbox-Filialen im Stadtteil vorbeibringen (bitte auf einen Zettel Namen und Alter schreiben) – in der Nacht kommt der Nikolaus und füllt kleine Überraschungen hinein. Am 6\. Dezember können die Schuhe, ebenfalls zwischen 11 und 18 Uhr, wieder abgeholt werden. [**Die Schneekönigin**](https://www.planetarium.berlin/en/events/die-schneekoenigin?ref=loky.news) **Zeiss-Großplanetarium** **11\. Dezember** Gerda sucht ihren Freund Kai, der in einem Schneegestöber verloren gegangen ist. Dabei trifft sie Prinzessinnen, Räuber und weise Frauen. Monika Staesche liest das Märchen von Hans Christian Andersen live, begleitet von Musik und Bildern. Geeignet ist die Veranstaltung ab 7 Jahren. Beginn ist um 13.30 Uhr, der Eintritt kostet 7,50 Euro und 5,50 Euro ermäßigt. ## Veranstaltungen für Erwachsene [**Spirited – Berlin Choir**](https://www.kmhberlin.de/event-details/konzert-spirited-berlin-choir?ref=loky.news) **Kulturmarkthalle** **26\. November** Was wäre Weihnachten ohne die entsprechenden Lieder? Der Berliner Chor hat sie alle im Repertoire – sowie etliche anderen Songs aus Pop und Rock. Am Samstag geben die Sänger\*innen sie in der Hanns-Eisler-Straße 93 zum Besten, der Eintritt kostet 12 Euro und 8 Euro ermäßigt. **[McKinley Black’s Acoustic Christmas](https://www.wabe-berlin.info/dez-2022/03/?ref=loky.news)** **WABE** **3\. Dezember** Seit vierzehn Jahren lädt McKinley Black zum akustischen Weihnachtskonzert in den Thälmannpark. In diesem Jahr hat sie neue Lieder dabei sowie einen Kontrabassisten, der dem Abend eine besondere Note gibt. Beginn ist um 20 Uhr, Tickets kosten 20 Euro, ermäßigt 12 Euro. [**Akustische Weihnachten mit The Dark Tenor**](https://www.thedarktenor.com/collections/tickets/products/akustische-weihnachten-2021?ref=loky.news) **Kesselhaus in der Kulturbrauerei** **10\. Dezember** Im vergangenen Jahr musste es ausfallen, dieses Jahr steht The Dark Tenor wieder auf der Bühne und spielt sein traditionelles Weihnachts-Akustik-Konzert mit klassischer Musik. Tickets kosten 99 Euro, im Preis inbegriffen ist ein weihnachtsliches Büffet, ein Begrüßungsdrink und ein Fan-Pass mit Lanyard. Beginn ist um 20 Uhr. **[Weihnachtssingen im Kiez](https://www.kesselhaus.net/event/659560/?artist=Weihnachtssingen+im+KiezGemeinsam+singen+macht+gl%FCcklich%21&ref=loky.news)** **Kesselhaus in der Kulturbrauerei** **11\. Dezember** Es darf wieder gemeinsam geträllert werden! Beim gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern kommt die richtige Stimmung für die Adventsszeit auf. In diesem Jahr am dritten Adventssontag ab 16 Uhr. Tickets kosten 15 Euro, ermäßigt 8 Euro. ### Hilferuf an den Senat URL: https://www.loky.news/hilferuf-an-den-senat/ Last updated: 2025-03-20T18:07:23.000Z ## Noch sechs Tage Zeit haben die Mieter\*innen in der Kastanienallee 12, um ihr Haus vor der Teilungsversteigerung zu retten. Jetzt wenden sie sich mit einem offenen Brief an Franziska Giffey. --- „Gilt Ihr Versprechen für ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu sorgen nur für den Neubau oder auch dafür ein Stück des sozial gerechten Berlins bereits heute zu sichern?“ In der Hausgemeinschaft der „K12“ läuft ein Countdown – und es ist kein positiver. Nur noch bis zum 30\. November haben die Bewohner\*innen Zeit, den Kauf der insgesamt vier Häuser in der Kastanienallee 12 zusammen mit der Wohnungsbaugenossenschaft Selbstbau e.G. umzusetzen. Dann läuft die Schonfrist ab, welche die Erbengemeinschaft den Mieter\*innen gegeben hat, eine Verlängerung dieser ist rechtlich nicht möglich. [Verstreicht sie, kommt es zu einer Teilungsversteigerung der Häuser](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/07/kastanienallee-k12-bedroht/?ref=loky.news). Und das wäre vermutlich das Aus für die jahrzehntelang gewachsene Gemeinschaft der über 50 Wohnungen rund um den ehemaligen Hirschhof. „Wenn wir nicht fristgerecht Teil der Genossenschaft Selbstbau e.G. werden, sind wir Fischfutter für die Haie auf dem spekulativen Immobilienmarkt dieser Stadt“, schreiben die Bewohner\*innen jetzt in einem offene Brief an die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD). \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Keine Antwort vom Senat** Um die Häuser ankaufen zu können, ist die Genossenschaft auf finanzielle Unterstützung des Landes Berlin angewiesen, für Fälle dieser Art hat der Senat ein Genossenschaftsförderprogramm ins Leben gerufen. Im vergangenen Jahr konnten sie die Häuser in der [Choriner Straße 12](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/06/03/lass-uns-bitte-freunde-bleiben/?ref=loky.news) und der [Schönhauser Allee 135](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/06/29/berlin-bitte-vorkauf-mich/?ref=loky.news) gerettet werden. Nach der Wahl im Herbst hatte es zunächst geheißen, [die Fördertöpfe seien leer](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/21/die-zeit-draengt/?ref=loky.news) und könnten erst mit dem neuen Haushaltsplan gefüllt werden. Der steht seit Längerem fest – doch noch immer warten die Menschen in der K12 auf Antwort des Senats. „Unser Antrag auf Unterstützung eines genossenschaftlichen Modells liegt seit Ende Juni (!) der zuständigen Senatsverwaltung vor. Seitdem warten wir auf konstruktive Gespräche. Erst kam monatelang gar nichts. \[…\] Kurz vor endgültigem Aus kommen nun Aussagen, dass man ‚im Gespräch‘ stehe und ‚auf einem guten Weg‘ sei.“ Aus diese Gesprächen erfuhren die Mieter\*innen, dass der Förderung vor allem ein Hindernis im Weg stehe: Das Haus sei zu billig. Genauer gesagt sei der Kaufpreis, den die Erbengemeinschaft veranschlagt hat, zu gering und die Bestandsmieten im Haus seien zu niedrig – die aktuellen Förderrichtlinien greifen in dem Fall nicht. Auch die Mischung aus Wohnen und Gewerbe im Haus stellt ein Problem dar. Um diese bürokratische Absurdität zu umgehen, müssten die Richtlinien geändert werden. Oder der Fall einzeln betrachtet werden. ![Kastanienallee](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/11/PB240119-e1669294569264.jpg) Täglich um 5 vor 12 Uhr protestieren die Mieter\*innen vor ihrem Haus / Foto: Julia Schmitz „Die Bewohner\*innen und wir wollen keine Ausnahme und kein Geld was nicht da ist. Wir fordern die Anpassung der bisherigen Verwaltungspraxis an den konkreten Fall. Das beispielsweise angewendete Verfahren zur Ermittlung des nicht förderfähigen Anteils am Kaufpreis für die Gewerbeflächen führt, auch angesichts steigender Zinsen, zur sofortigen Unwirtschaftlichkeit und zum Versagen der notwendigen finanziellen Unterstützung. Diese Verwaltungspraxis bei den Berechnungen ist in keinem Gesetz und in keiner Richtlinie vorgeschrieben und kann aus unserer Sicht von den Verantwortlichen auch ohne das Parlament angepasst oder geändert werden“, heißt es dazu seitens der Selbstbau e.G. In der Geschichte der sozialen Stadterneuung habe es eine Reihe von Förderungen gegeben, in denen das Problem mit der Bewertung der Gewerbeflächen in jedem einzelnen Fall betrachtet und gelöst wurde, sagt eine Bewohnerin der K12\. Immer wieder werde der Genossenschaft und dem Projekt vorgeworfen, die Verwaltung könne doch nicht jeden konkreten Fall betrachten. „In den letzten 3 Jahren wurden meiner Kenntnis nach 16 Projekte gefördert. Der Aufwand dafür, dass dann der jeweiligen Situation angemessene und vom Fördernehmer leistbare Entscheidungen getroffen werden können, scheint vertretbar.“ **Protestaktion und Ausstellung** Die Häuser in der Kastanienallee 12 stechen heraus aus den vollständig sanierten Altbauten des Kiezes: Etliche der Wohnungen werden noch mit Kohleofen beheizt, teilweise gibt es sogar noch Außentoiletten. „Der Putz bröckelt, aber wir haben Freiraum, Solidarität und eine verlässliche Gemeinschaft“, sagen die Mieter\*innen. Dass sie diese aus der Zeit gefallene Oase nach einem Verkauf nicht komplett in diesem Zustand erhalten können, ist ihnen bewusst. Doch könnte eine klimagerechte und sozial nachhaltige Sanierung der Gebäude dabei helfen, die „typische Berliner Mischung“ der Bewohner\*innen zu erhalten, sagen sie. Aktuell weiß man sich in der K12 nur noch mit lautem Protest zu helfen. „Wir haben die volle Unterstützung unseres Bezirks, aber auch die ist nur symbolisch, wenn im Senat keine Entscheidungen gefällt werden. Wir haben die Unterstützung der Nachbarschaft und wir selbst arbeiten seit zwei Jahren mit allen Beteiligen dafür, die K12 nicht in die Hände von Investoren gelangen zu lassen. Was bei uns konstruktiv funktioniert, scheitert bislang an dem Willen Berlins, auf das Gemeinwohl zu setzen“, heißt es weiter. Bis zum 30\. November wollen sich die Bewohner\*innen jeden Tag um fünf vor zwölf vor das Haus stellen und protestieren. Am Samstag, 26\. November eröffnet das Museum Pankow ausserdem die Open Air-Ausstellung „Das ist unser Haus“ in der Prenzlauer Allee. Franziska Giffey sei eingeladen, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Doch viel Zeit dafür hat sie nicht mehr: Der Countdown läuft. Titelbild: Julia Schmitz ### Zwischen großen Sorgen und kleiner Politik URL: https://www.loky.news/zwischen-grossen-sorgen-und-kleiner-politik/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Im April wurden 17 neue Mitglieder in die Senior\*innenvertretung Pankow berufen. Besuch bei einer Gruppe, die Politik macht anstatt Kaffeekränzchen. --- Die Sitzung der Senior\*innenvertretung Pankow hat an diesem Montag im November noch gar nicht begonnen, da kommt Doris Steinke, selbst ernannte Werbetante und seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlich in Berlin-Buch im Klub „Der Alte“ tätig, geradewegs auf mich zu. Sie spricht schnell und ist von einer ansteckenden Quirligkeit, freundlich im Ton, engagiert in der Sache. Sie packt alles Wichtige in ein paar Sätze: dass sie Senior\*innenreisen nach Polen organisiert, dass sie nächstes Jahr im Mai mit polnischen und deutschen Omas gegen den Krieg auf die Straße zieht, dass sie mal Buchhändlerin und wissenschaftliche Bibliothekarin war. Frau Steinke, darf ich fragen, wie alt sie sind? „Sach ich Ihnen nich! 94, gloobt keener, ist aber so, rufen Se mich doch mal an, hier meine Nummer“ lächelt sie und geht davon. Frau Steinke ist nur Gast, erfahren die Mitglieder von Wilfried Brexel, stellvertretender Vorsitzender, bei der Eröffnung der Sitzung. Außerdem sind noch zwei weitere Gäste anwesend: Iljana Strauß vom Fachbereich Seniorenservice und soziale Aufgaben des Bezirksamtes Pankow und ein Bürger, der regelmäßig an Treffen teilnimmt und als eine Art Frontkämpfer mit Argusaugen die Runde beobachtet und ganz genau zuhört. So echauffiert er sich leicht und meldet sich im Laufe der Versammlung unverzüglich zu Wort, wenn es darum geht, ob der Pförtner in der Fröbelstraße einen durchlässt oder es Unstimmigkeiten bei den Öffnungszeiten des Amtes gibt. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Senior\*innenvertretung soll bekannter werden** Und dann geht es auch sofort über zum ersten Tagesordnungspunkt, der da lautet: Öffentlichkeitsarbeit. 2021 war die Arbeit der Senior\*innenvertretung noch von der Pandemie geprägt, öffentliche Sitzungen und Sprechstunden konnten nicht stattfinden. Anfang dieses Jahres wurde gewählt, seit April tagen die 17 neuen Mitglieder einmal im Monat. Die Senior\*innenvertretung muss jetzt wieder mehr Werbung für sich machen. Gerade geht es darum, welches Motiv auf den Flyer gedruckt wird: der Turm des Rathauses Pankow oder der Bürgerpark Pankow? Manfred Andersen gesteht, dass er noch nie im Bürgerpark war. Raunen, Lachen, Staunen in der Runde. „Man muss sich nicht überall rumtreiben“ entgegnet er. Viel wichtiger als der Flyer ist allen aber, dass die Senior\*innenvertretung überhaupt bekannter wird und vor allem die alten Bürger\*innen um diese Anlaufstelle wissen. Also muss es erst einmal darum gehen, mit welchen Arbeitsgebieten sie sich beschäftigen und was die Senior\*innenvertretung eigentlich macht. Grob lässt sich sagen, dass sie sich um alle Belange kümmert, die im weitesten Sinne mit Freizeit und Bildung, Gesundheit und Pflege und Wohnen, Verkehr und Mobilität zu tun haben. Die Senior\*innenvertretung steht als Ansprechpartnerin zur Verfügung, trägt Probleme und Fragen älterer Menschen an das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) weiter, um so politische Prozesse in Gang zu setzen. Jeden Dienstag gibt es eine Sprechstunde – jetzt wieder vor Ort – in der Fröbelstraße. Bei den Parteien, sagt Angela Jelen, seien die Senior\*innen nicht das wichtigste Thema. Genau deshalb gibt es die Senior\*innenvertretung: um Gesprächsrunden mit den zuständigen Verantwortlichen ins Leben zu rufen, um Fragen an die Behörden zu stellen und um die Schnittstelle zu sein zwischen dem bürokratischen Amts-Dickicht und und pragmatischen Lösungen. So fordert die Senior\*innenvertretung vom zuständigen Bezirksamt einen Leitfaden, der in Begegnungsstätten oder Beratungsstellen als Handzettel ausliegt und erklärt, welche staatlichen Unterstützungen unter welchen Voraussetzungen möglich sind und wie Senior\*innen Anträge formlos und einfach stellen können. **Infrastruktur an Bedürfnisse anpassen** Dies alles muss für ältere Menschen verständlich erläutert werden. Immer wieder brauchen auch [Senior\*innen brauchen Unterstützung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/senioren/?ref=loky.news), es geht um praktische Ratschläge. Zum Beispiel was sie machen, wenn sie eine Rechnung nicht bezahlen können. Um diese Hilfe zu bekommen, setzt sich die Senior\*innenvertretung dafür ein, dass es weiterhin persönliche Anlaufstellen mit deutlich erweiterten Sprechstunden gibt. Ralph Savilla stellt in der Sitzung noch einmal mit Nachdruck fest, dass es mehr Kontaktmöglichkeiten als E-Mail oder Telefon geben muss. Doch der [Weg zum Bezirksamt zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist für viele ältere Menschen kräftezehrend und schwierig](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/10/22/ich-moechte-doch-nur-ein-bisschen-laufen/?ref=loky.news). Auch dieses Thema beschäftigt die Senior\*innenvertretung. Wenn es schon persönliche Anlaufstellen geben soll, dann müssen sie auch gut erreichbar sein. So gab es im Oktober mit dem Ordnungsamt eine Gesprächsrunde. Die Senior\*innenvertretung wollte konkrete Antworten darauf, wo das Abstellen von E-Scootern und anderen Sharing-Fahrzeugen erlaubt sei und welche infrastrukturellen Maßnahmen ingesamt geplant seien. Außerdem geht es um längere Grünphasen an Fußgängerampeln, das Abschließen von Rollatoren und die Reparatur von Bänken, die für Ruhepausen dienen. Auch die Frage, ob einzelne Mitglieder der Vertretung als Bürgerdeputierte eingesetzt werden können, um in den Ausschüssen der BVV mitzuarbeiten, steht an diesem Tag im Raum. „Wo wollen wir hin?“,fragt ein Mitglied am Ende der Sitzung. Nach zwei Stunden Reden ist der Eindruck entstanden, dass die Senior\*innenvertretung genau weiß, wo sie hinwill. Titelbild: Zu Besuch bei der Senior\*innenvertretung Pankow / Foto: Peter Schulz ### Wir haben die Wahl – nochmal URL: https://www.loky.news/wir-haben-die-wahl-nochmal/ Last updated: 2025-03-20T18:08:18.000Z ## Bundestag und Berliner Verfassungsgericht haben entschieden, dass die Wahl vom Herbst 2021 wiederholt werden muss. Was ihr darüber wissen solltet, erfahrt ihr hier. --- Der [26\. September 2021](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/politik/wahl-2021/?ref=loky.news) war ein Tag, den Berlin nicht so schnell vergessen wird: Während für den Berlin-Marathon ganze Straßenzüge gesperrt waren, sollten knapp zweieinhalb Millionen wahlberechtigte Berliner\*innen ihre Kreuze auf den Stimmzetteln machen. [Das führte zu zahlreichen Pannen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/28/drei-stunden-warten-am-teute/?ref=loky.news). Es gab falsche Wahlzettel oder sie fehlten ganz, der Platz in den Wahllokalen reichte nicht aus und mitunter waren die Wartezeiten sehr lang. Die letzten Pankower\*innen gaben weit nach 20 Uhr ihre Stimme ab, da waren bereits die ersten Ergebnisse im Internet nachzulesen. Berlins Landeswahlleiterin legte kurz darauf ihr Amt nieder. Das Berliner Verfassungsgericht hat nun an diesem Mittwoch entschieden, dass die Berliner\*innen noch einmal wählen dürfen, auch der Deutsche Bundestag hat dies kurz zuvor beschlossen. Aber was wird gewählt, wer und wo? Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen. **Welche Wahlen werden wiederholt?** Vergangene Woche folgte der Berliner Bundestag mit 372 Zustimmungen und 252 Ablehnungen der Empfehlung des Wahlprüfungsausschusses, die Bundestagswahl in Berlin zu wiederholen. Allerdings nicht in allen zwölf Wahlbezirken, denn dort gab es unterschiedlich starke Unregelmäßigkeiten. Pankow liegt dabei mit großem Abstand vor den anderen an erster Stelle: Von ingesamt 175 Wahlbezirken (die gleichbedeutend mit den Wahllokalen sind) waren 144 betroffen, das sind 82,3 Prozent. Nach Charlottenburg-Wilmersdorf auf dem zweiten Platz folgt der andere Wahlkreis, der für Prenzlauer Berg relevant ist: 64 von 203 Wahllokalen in Friedrichshein-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost wiesen Pannen auf. Bei der Wahlwiederholung werden erneut die Erst- sowie die Zweitstimme abgegeben. Auch für das Berliner Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlungen können Wahlberechtigte erneut ihre Kreuzchen machen – in dem Fall sogar alle und nicht nur jene aus den betroffenen Wahllokalen. Verfassungsgerichtspräsidentin des Landes Berlin Ludgera Selting hatte Ende September in einer vorläufigen Rechtseinschätzung „eine vollständige Ungültigkeit der Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und für die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen“ festgestellt. Am 16\. November folgte die endgültige Entscheidung für die Wahlwiederholung. **Wann wird gewählt?** Bis zu einer Wiederholung der Bundestagswahl könnte es noch eine Weile dauern. Die Opposition im Bundestag ist mit der Entscheidung nicht einverstanden und kündigte eine Klage an. Erst wenn dort ein Urteil gesprochen ist – und das könnte sich bis 2024 ziehen – darf die Wahl voraussichtlich erneut stattfinden. Anders sieht es bezüglich der Wahl zum Abgeordnetenhaus und den Bezirksverordnetenversammlungen aus. Dort ist die Entscheidung bereits gefallen und mit Fristen verbunden: Die Wahlwiederholung darf spätestens 90 Tage nach dem Gerichtsurteil, also am 14\. Februar stattfinden. Weil das ein Dienstag ist, fällt der Wahltag vermutlich auf Sonntag davor, den 12\. Februar 2023. **Wer darf wählen?** Es dürfen alle wählen, die zum Zeitpunkt der Wahlwiederholung in Berlin gemeldet und mindestens 16 Jahre (für die Bezirksverordnetenversammlungen) beziehungsweise 18 Jahre (für die Abgeordnetenhauswahl und den Bundestag) alt sind. Wer seit dem 26\. September 2021 nach Berlin gezogen ist oder unterdessen das jeweilige Wahlalter erreicht hat, darf somit ebenfalls wählen. Verstorbene verlieren ihr Stimmrecht, es kann nicht stellvertretend gewählt werden. **Wer kann gewählt werden?** Auf den Stimmzetteln für die einzelnen Wahlen stehen die gleichen Namen wie im Herbst 2021 – mit Ausnahme jener Menschen, die in der Zwischenzeit das Land verlassen haben oder verstorben sind. **Was bedeutet eine Wahlwiederholung für Senat, Abgeordnetenhaus, Bezirksamt und Bezirksverordnetenversammlungen?** Die Berliner Bürger\*innen hatten, wenn die Neuwahl Mitte Februar stattfindet, fast anderthalb Jahre Zeit, den gewählten Politiker\*innen auf die Finger zu schauen. Bei einigen Menschen dürfte das zur Folge haben, dass sie bei der Wiederholung eine andere Partei oder gar nicht wählen. Eine Umfrage unter unseren Mitgliedern ergab allerdings, dass die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer\*innen [den gleichen Parteien ihre Stimme geben will](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/18/ich-wuerde-wieder-genauso-waehlen/?ref=loky.news). Dennoch könnte die Wahlwiederholung bedeutenden Einfluss auf die Zusammensetzung der politischen Entscheidungsebenen haben. Bei der klassischen Frage „Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Abgeordnetenhauswahl wäre“ Ende September lag Bündnis 90/Die Grünen mit 19,5 Prozent knapp vor der CDU und der SPD mit jeweils 19 Prozent. Im Herbst 2021 hatte die SPD mit 21,4 Prozent deutlichen Vorsprung vor den Grünen mit 18,9 Prozent und der CDU mit 18,1 Prozent. Im Abgeordnetenhaus könnte sich also eine neue Sitzverteilung ergeben, die auch Einfluss darauf hat, welche\*r Politiker\*in später das Amt des\*der Regierenden Bürgermeister\*in bekleidet. Ähnliche Umstrukturierungen könnten sich im Bezirksamt Pankow ergeben. [Obwohl die Grünen im Bezirk die meisten Stimmen bekamen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/27/so-hat-prenzlauer-berg-gewaehlt/?ref=loky.news), reichten diese nicht aus, um ihre Kandidatin Claudia Koch zur Bürgermeisterin zu machen. Weil Gespräche zu Zählgemeinschaften zwischen Grünen, Linkeund SPD platzten, gingen nur die Fraktionen von Linke und SPD eine Zählgemeinschaft ein – und wählten anschließend Sören Benn (Linke) zum Bürgermeister. Ob die sechs Stimmen, die er dafür von anderen Parteien benötigte, von FDP, CDU [oder tatsächlich der AfD kamen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/06/rathaus-of-cards-in-pankow/?ref=loky.news), ist bis heute unklar. Eine Wahlwiederholung könnte die Stimmenverteilung durchmischen – dies ändert aber erstmal nichts an den gewählten Stadträtinnen und Stadträten. Sie sitzen fest im Sattel bis zur nächsten Wahl 2026, es sei denn, sie werden mit einer Zweidrittelmehrheit abgewählt. **Was passiert mit den Entscheidungen, die im Abgeordnetenhaus und den Bezirksverordnetenversammlungen getroffen wurden?** Alle politischen Entscheidungen, die seit der Wahl 2021 getroffen wurden, bleiben gültig. **Wird es einen neuen Wahlkampf geben?** Ja. Die Parteien bereiten sich bereits darauf vor, in der kalten Jahreszeit mit ihren potentiellen Wähler\*innen zu sprechen. Damit die ersten nicht damit beginnen, an den Weihnachtsfeiertagen Wahlplakate aufzuhängen, dürfen die Parteien sie erst ab dem 2\. Januar im öffentlichen Raum anbringen. Wie sie sich auf den Winterwahlkampf vorbereiten, [erzählen sie hier](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/11/pankow-droht-ein-winter-wahlkampf/?ref=loky.news). **Verschiebt sich jetzt der Rhythmus der Wahlen?** Nein. Die nächste Wahl findet ganz regulär im Jahr 2026 statt. **Wie kann ich bei der Wahlwiederholung mithelfen?** Bei der Wahl im September waren 34.000 Wahlhelfer\*innen im Einsatz; damit die Wiederholung diesmal reibungslos klappt, will Berlin im Februar auf 38.000 Helfer\*innen aufstocken. Wer die Wahl ehrenamtlich unterstützen möchte, kann sich ab sofort als Wahlhelfer\*in anmelden. [Alle Informationen dazu gibt es hier](https://www.berlin.de/wahlen/organisation/wahlhelfende/?ref=loky.news#bereitschaft). Titelbild: Markus Spiske / Unsplash ### Aufatmen in der Kniprodestraße URL: https://www.loky.news/aufatmen-in-der-kniprodestrasse/ Last updated: 2025-03-20T18:08:18.000Z ## Nach Protesten von Schüler\*innen beschloss der Senat am Freitag, das Gymnasium am Europasportpark doch umfassend zu sanieren – ab 2024\. Kurzfristige Maßnahmen sollen die Situation aber schon jetzt verbessern. --- „20 Millionen für die Sanierung vom Gendarmenmarkt – Kein Problem! Geld für unsere Schule wird gestrichen“, stand auf einem der Protestplakate; „GESP – Sanierung jetzt“ riefen die Jugendlichen im Chor. Rund hundert Schüler\*innen des Gymnasiums am Europasportpark hatten sich am Freitagmittag vor dem Haupteingang des Roten Rathauses versammelt, um auf den desolaten Zustand ihres Schulgebäudes und die damit erschwerten Lernbedingungen aufmerksam zu machen. Obwohl sich etliche Fenster nicht öffnen lassen und der Schimmel in den Ecken sprießt, hatte die Senatsverwaltung das Gymnasium [nicht auf die Investitionsliste für die Sanierung der Berliner Schulen bis 2026 gesetzt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/29/wie-der-senat-die-schulen-in-pankow-kaputtspart/?ref=loky.news), obwohl das Pankower Bezirksamt mehrfach auf die Dringlichkeit aufmerksam gemacht hatte. Bezirksstadträtin Dominique Krössin (Linke) [suchte seitdem händeringend nach einem Ausweichort](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/04/notduerftig-reparieren-und-abwarten/?ref=loky.news), damit der Unterricht in Präsenz weitergehen kann. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Ausweichstandort in Wilhelmsruh** Franziska Giffey (SPD), Regierende Bürgermeisterin von Berlin, zeigte sich beeindruckt von der Hartnäckigkeit der Schulgemeinschaft. Am Morgen hatte sie mit Vertreter\*innen aus den Senatsverwaltungen für Finanzen und Bildung sowie dem Bezirksamt Pankow und Schulleitung sowie Lehrer\*innen des Gymnasiums am Europasportpark zusammengesessen. „Sogar euer Hausmeister ist heute hier“, sagte sie bei einem anschließenden Statement vor Schüler\*innen und Eltern. Die jubelten, als Giffey verkündete, dass die Schule nun doch noch in dieser Legislaturperiode saniert werde. 40 Millionen Euro stehen dafür bereit, das Gebäude ab 2024 umfassend zu renovieren. ![Gymnasium](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/11/GESP2.jpg) Franziska Giffey spricht zu den Schüler\*innen / Foto: Julia Schmitz In den anderthalb Jahren bis Sanierungsstart sollen kurzfristige Maßnahmen wie die Reparatur der kaputten Fenster, eine vollständige Grundreinigung des Hauses und die Bereitstellung von funktionierenden Whiteboards erfolgen. Ab Januar zieht die Oberstufe außerdem in einen Übergangsstandort in der Landsberger Allee 177\. Zum Schuljahr 2024/25 wechseln dann alle Schüler\*innen vermutlich für die Dauer der Sanierung in das ehemalige Umspannwerk in Wilhelmsruh, der Standort werde gerade geprüft. Zum Schuljahr 2027/28 soll der Unterricht wieder am alten Standort an der Kniprodestraße stattfinden. „Wir haben es hier mit einem Sonderfall zu tun, von dem ich mir letzte Woche vor Ort selbst ein Bild gemacht habe. Nach dem Besuch habe ich entschieden, alle Akteure schnellstmöglich zu einem Gespräch einzuladen. Heute ist es uns gelungen, einen umfassenden Maßnahmenplan zu vereinbaren, der schnell wirkt, Verbesserungen für die ganze Schulgemeinschaft bringt und auch eine langfristige Perspektive bietet. Der Berliner Schulbauoffensive werden wir mit der Aufstockung der Mittel auf insgesamt über 2 Milliarden Euro in den Jahren 2022 und 2023 einen neuen Schub geben“, sagte Giffey. Das Gymnasium am Europasportpark habe sie auf der Prioritätenliste auf Platz 0 gesetzt, also noch vor alle anderen Schulen. „Wir sind erleichtert und dankbar, dass wir für unsere Schule nun eine verlässliche Perspektive haben“, schreibt Schulleiterin Katrin Schäffer. Titelbild: Julia Schmitz ### Newsletter #41 gedenkt verfolgten Juden URL: https://www.loky.news/newsletter-41-gedenkt-verfolgten-juden/ Last updated: 2025-03-20T18:09:23.000Z ## Das Netzwerk der Wärme, Mehrweg“böcher“ im Bötzowkiez und eine mutige Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg: Das gibt es in unserem Newsletter zum Nachlesen. --- Der 9\. November ist ein brisantes Datum in der deutschen Geschichte. 1918 wurde im Nachkriegsdeutschland an dem Datum die Republik ausgerufen, 1938 zerstörten die Nationalsozialisten Synagogen und Geschäfte jüdischer Mitbürger\*innen, 1989 fiel die Berliner Mauer. Wie verhält man sich an diesem Tag, der über die Jahrzehnte von so viel Freude und Leid, Euphorie und Verzweiflung geprägt war? Wir haben anlässlich des Gedenktags eine Geschichte aufgeschrieben, die viele Jahre unbekannt war, weil alle Beteiligten bis zu ihrem Tod darüber geschwiegen haben: Während des Zweiten Weltkriegs versteckten Mitarbeiter der Herz-Jesu-Kirchengemeinde in der Fehrbelliner Straße unabhängig voneinander zwei jüdische Männer in den Kellerräumen – ohne dass sie von dem jeweils anderen wussten. Mein Kollege Peter Schulz hat die mutige Tat vor Ort recherchiert und aufgeschrieben für unseren **Text der Woche** - **Judenverfolgung:** Während des Zweiten Weltkrieges müssen die Juden Karl Müller und Erich Wolff untertauchen. Unabhängig voneinander werden sie im Keller der Herz-Jesu-Kirche in der Fehrbelliner Straße versteckt. [Eine Geschichte von stillem Mut und Fürsorge](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/09/die-zwei-im-keller/?ref=loky.news). **Was sonst noch los war** - **Literatur:** Seit 26 Jahren [führt Ingo Držečnik den Elfenbein Verlag](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/11/der-literaturliebhaber-aus-dem-gleimkiez/?ref=loky.news), seit 20 Jahren aus seiner Wohnung in Prenzlauer Berg. Jetzt ist er für den Berliner Verlagspreis nominiert. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/11/Kiezfoto111122.jpg) Eine der letzten unsanierten Fassaden – gesehen in der Oderberger Straße / Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** **Wärmenetzwerk:** Die Temperaturen sinken, die Energie- und Lebenshaltungskosten steigen: Viele Berliner\*innen wissen nicht, wie sie durch den Winter kommen sollen. Vor Kurzem hat der Berliner Senat zusammen mit dem Verein Karuna und etlichen Unterstützer\*innen das [„Netzwerk der Wärme“](https://netzwerkderwaerme.de/?ref=loky.news) ins Leben gerufen. Als Teil des Entlastungspakets, das mit insgesamt elf Millionen Euro gefördert wird, vereint es Orte der Begegnung und des Austauschs, der Selbsthilfe und Beratung. Bibliotheken verlängern ihre Öffnungszeiten oder öffnen auch am Sonntag, Nachbarschaftstreffs, Stadtteilzentren, Kirchen und Kantinen bieten Raum für all jene, die Hilfe brauchen oder in Zeiten der Krise einfach nicht alleine sein möchten. Auf einer Übersichtskarte sind alle teilnehmenden Institutionen verzeichnet. Gleichzeitig startet die [Aktion „Suppe mit Sinn“](https://www.berliner-tafel.de/helfen/spenden-spezial/suppe-mit-sinn?ref=loky.news): 30 Restaurants im Stadtgebiet machen mit und spenden bis zum 31\. März 2023 bei jeder Bestellung einen Euro an die Berliner Tafel. Der Verein nutzt das Geld für die Ausstattung von Suppenküchen, Nachtcafés und Wärmestuben. **Mehrwegbecher:** Überquellende Mülleimer und vermüllte Grünanlagen sehen nicht schön aus und schaden auch der Umwelt. Eine Lösung sind Mehrwegbecher, die man, wie der Name schon verrät, immer wieder nutzen kann. Und macht es nicht noch mehr Spaß, wenn diese aus dem eigenen Kiez kommen? Der Verein ProKiez hat deshalb das Projekt [„Mehrwegböcher“](https://www.prokiez.de/ags/boetzowbecher/?ref=loky.news) ins Leben gerufen: Ab dem 3\. Dezember bekommt ihr den auswaschbaren „Böcher“ mit der aufgedruckten Skyline der Bötzowstraße gegen Pfand in verschiedenen Cafés des Bötzowkiez. Das ist echter Lokalpatriotismus – aber auf die nachhaltige Art. **Sperrmüll:** Wohin mit der alten Matratze, dem Schreibtisch, dem ein Bein fehlt oder dem kaputten Regal? Wer kein Auto hat, um den angefallenen Sperrmüll zum Recyclinghof in der Behmstraße zu bringen, dem kommt die BSR mit den Sperrmülltagen im Kiez entgegen: Am **11\. November steht das Mobil am Arnswalder Platz, am 18\. November am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium im Florakiez und am 25\. November am Teutoburger Platz** und zwar jeweils von 13 bis 17.30 Uhr. Angenommen werden Möbel, Teppiche, Matratzen, Schrott, Hölzer aus dem Wohninnenbereich sowie Elektrogeräte und Alttextilien – nicht angenommen hingegen werden Bauabfälle, Gussbadewannen, Autoreifen, Batterien, Schadstoffe wie Öle, Lacke und Farben. **Fußgängertunnel:** [Die schummrige Unterführung an der Greifswalder Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/26/die-mit-dem-tunnelblick/?ref=loky.news), die das Bezirksamt ursprünglich füllen und verschließen lassen wollte, wird doch saniert – und auch **der Fußgängertunnel an der Schönhauser Allee bekommt eine umfangreiche Überarbeitung**: Wie die Berliner Morgenpost berichtet, soll ein Neubau den in den 1960er Jahren gebauten Korridor zwischen S-Bahn-Gleisen und U-Bahn-Station ersetzen. Die darüber liegende, ziemlich in die Jahre gekommene Brücke lässt der Senat in den kommenden Jahren abbrechen und neu bauen, im Zuge dessen kann auch der Tunnel nicht in seinem jetzigen Zustand erhalten bleiben. Auch ein paar Schritte weiter kommt bald eine Brücke zu Fall: Die Fußgängerüberführung zwischen Dänenstraße und Kopenhagener Straße wird durch eine breitere Version ersetzt, die ausreichend Platz für Fußgänger- und Radverkehr lässt. **Bildungsprojekte:** Wie jedes Jahr können sich auch 2022 Bildungsprojekte, die zusammen mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Bezirk Pankow durchgeführt werden, für eine Förderung aus dem Projektfonds Kulturelle Bildung bewerben. Bis zu 5.000 Euro können Pankower Kitas, Schulen oder Einrichtungen der Jugendarbeit erhalten, die im Verbund mit Kultureinrichtungen oder freien Künstler\*innen arbeiten. Einsendeschluss der Bewerbungsunterlagen ist der 15\. Dezember, die Projekte sollen frühestens am 1\. Februar 2023 beginnen. [Weitere Informationen gibt es hier](https://www.kulturformen.berlin/foerdern/berliner-projektfonds-kulturelle-bildung?ref=loky.news). [![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/steady1.jpg)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) [![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/steady2.jpg)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) **Polizeimeldungen** - **Haftstrafe:** Der Mann, der im Herbst 2020 bei einem über eine Datingplattform arrangierten Treffen einen anderen Mann erst sedierte, ihn mit einem Schnitt durch die Kehle tötete und anschließend dessen Genitalien abtrennte und aß, muss lebenslang ins Gefängnis. Er hatte die Leiche später zerstückelt und an verschiedenen Orten in Pankow abgelegt. Der Bundesgerichtshof bestätigte damit das Urteil, das das Landgericht Berlin vor zehn Monaten über den Angeklagten verhängt hatte. Dieser war danach in Revision gegangen. **Tipps & Termine** - **12.11.:** [Prenzlauer Berginale goes Sauna](https://www.prenzlauerberginale.berlin/?fbclid=IwAR2k5DZLovmbinxXX4JF2rC0%5FdiaCx9CwNlekTu2uE272JSz60xZa2R-Bus&ref=loky.news): Noch bis zum 22\. November zeigt das Saunabad in der Rykestraße – nach den Aufgüssen um 17 und 20 Uh – Filme aus sechs Jahren des Kiezfilmfestivals. Am kommenden Samstag laufen kurze Dokufilme aus DDR-Zeiten über die Kohlenhändler, Gaswerkarbeiter und Standesmitarbeiter\*innen in Prenzlauer Berg. Der Eintritt für 2,5 Stunden kostet 20 Euro, für vier Stunden 22 Euro. - **13.11.:** Wicki Kalaitzi und Joanna Lewicka haben mit „[Stiefmutter Heimat. Meine Mutter das gestohlene Kind“](https://theateruntermdach-berlin.de/?produktion=stiefmutter-heimat&ref=loky.news) einen Theaterabend über Vergangenheitsbewältigung und Heimat geschaffen. Das Theater unterm Dach zeigt die Produktion am Sonntag um 20 Uhr, Karten kosten 15 Euro und 10 Euro ermäßigt. - **15.-20.11.:** In sechs Wettbewerben und diversen Spezialprogrammen setzen sich Filmschaffende im [Interfilm-Festival](https://www.interfilm.de/interfilm-festival-2022?ref=loky.news) mit den zeitgenössischen Themen, Krisen und Problemen auseinander – und zwar in Kurzfilmen. Spielorte sind u.a. das Colosseum, das Zeiss-Großplanetarium, das Pfefferberg Theater und das Unterfilm Clubkino in der Saarbrücker Straße. Tickets gibt es ab 9 Euro. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Schulsanierung:** Das Gymnasium am Europasportpark ähnelt einer Ruine, doch eine Sanierung bleibt vorerst aus. [Nun möchte der Bezirk die Schule notdürftig flicken](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/04/notduerftig-reparieren-und-abwarten/?ref=loky.news). - **Neubauprojekt:** Auf einem Parkplatz in der Eldenaer Straße will ein Investor zwei pyramidenförmige Hochhäuser bauen – [und bekommt Gegenwind von einer Anwohnerinitiative](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/11/01/viel-wind-um-zwei-hochhaeuser/?ref=loky.news). **Zitat der Woche** *„Herr Wolff, der Krieg ist aus, die Nazis sind weg! Sie sind frei, Sie können machen, was Sie wollen“* waren die Worte, die Erich Wolff von russischen Soldaten hörte. Da hatte er sich bereits rund 970 Tage vor den Nationalsozialisten im Keller der Herz-Jesu-Kirche versteckt. Wolff überlebte den Krieg als einer der wenigen Juden in Deutschland. Ich schließe an dieser Stelle für heute. Wenn ihr Fragen, Anregungen oder Themenideen habt, dürft ihr uns wie immer [gerne eine Mail schreiben](mailto:redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de). Wir lesen uns! Eure Julia Schmitz Titelbild: Kürzlich neu verlegte Stolpersteine vor dem Haus in der Choriner Straße 12 --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Der Literaturliebhaber aus dem Gleimkiez URL: https://www.loky.news/der-literaturliebhaber-aus-dem-gleimkiez/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Seit 26 Jahren führt Ingo Držečnik den Elfenbein Verlag, seit 20 Jahren aus seiner Wohnung in Prenzlauer Berg. Jetzt ist er für den Berliner Verlagspreis nominiert. --- Alles begann mit einem Lyrikband. Ingo Držečnik und Roman Pliske sind Anfang der 1990er Jahre Studenten der Germanistik an der Universität Heidelberg, geben das beliebte Magazin metamorphosen heraus. Darin ist Platz für Essays, Kurzgeschichten und Gedichte. Immer wieder drucken sie Verse von Andreas Holschuh, der hauptberuflich als Krankenpfleger arbeitet und regelmäßig Gedichte einsendet. Warum diese nicht als separaten Band veröffentlichen, fragen sich Pliske und Držečnik 1995 – und setzen den Plan kurzerhand in die Tat um. Leben müssen sie davon nicht, ihre Eltern finanzieren ihnen das Studium. Dass sich Lyrik bis heute deutlich schwerer als ein Roman verkauft, wissen sie damals noch nicht, es hätte sie aber auch nicht gestört. „Wir wollten einfach gute [Literatur](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/literatur/?ref=loky.news) verlegen“, sagt Držečnik. 1996 erscheint der Gedichtband „Unterderhand“, Leser\*innen und Presse nehmen ihn gut an. Dann nimmt sich Holschuh überraschend das Leben. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Umzug nach Berlin** Ein schwerer Schlag für Plischke und Držečnik, doch kein Grund, aufzugeben. Mutig produzieren sie immer neue Bücher, mieten sogar ihren ersten Stand auf der Frankfurter Buchmesse. Ihre Publikationen liefern sie noch persönlich in den Buchhandlungen ab, eine Auslieferung können sie sich nicht leisten. Um die Jahrtausendwende dann die Idee, den Verlagssitz aus Heidelberg nach Berlin zu verlegen, wo immer mehr Verlage ihr neues Zuhause finden. Der Elfenbein Verlag zieht erst in Büroräume in der Brotfabrik, später dann in eine Wohnung in der Gaudystraße. Von dort aus koordiniert Držečnik, mittlerweile im Alleingang, bis heute den Verlag. Einen roten Faden, was die Themen der von ihm verlegten Bücher angeht, hat er nicht. „Ich mache die Texte, die mich persönlich ansprechen und von denen ich denke, dass sie anderen auch gefallen werden“, erzählt er. So reicht die Spanne von wiederentdeckten Schriftstellern der Schauerliteratur des 19\. Jahrhunderts wie Arthur Machen (1863–1947), über die gesellschaftskritische Romane von Simon Raven bis in die Gegenwart mit zeitgenössischen Autor\*innen wie Tobias Schwartz, Isabelle Azoulay oder Maria Stefanopoulou. „Es dauert, eine Autorin oder einen Autor aufzubauen, man braucht mindestens drei schnell aufeinanderfolgende Bücher dafür“, sagt Držečnik. Ein Schwerpunkt seines Verlags liegt daher auf Werkausgaben bereits verstorbener Romanciers, darunter dem Dramatiker und Lyriker Klabund (1890–1928) oder Anthony Powell (1905—2000), dessen Romane die britische Seele gekonnt beschreiben. Und das funktioniert. „Ich bin bis Ende 2025 ausgebucht“, sagt der Mann, dessen Verlag 2020 mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet wurde. Vielleicht kommt am Sonntag noch der Berliner Verlagspreis hinzu. ### Die Zwei im Keller URL: https://www.loky.news/die-zwei-im-keller/ Last updated: 2025-03-20T18:07:05.000Z ## Während des Zweiten Weltkrieges müssen die Juden Karl Müller und Erich Wolff untertauchen. Unabhängig voneinander werden sie im Keller der Herz-Jesu-Kirche in der Fehrbelliner Straße versteckt. Eine Geschichte von stillem Mut und Fürsorge. --- Schweigen konnte vieles sein, besonders im Nationalsozialismus und der Zeit der Aufarbeitung danach, die keine war. Schweigen konnte bedeuten, Erlebtes überhaupt aushalten zu können. Schweigen konnte bedeuten, in dem Glauben zu leben, gar nicht beteiligt gewesen zu sein. Ein Geheimnis wirklich für sich behalten und mit diesem zu leben, konnte aber auch lebensrettend sein – für jene, die schwiegen, und für jene, über die geschwiegen werden musste. Horst Rothkegel war so ein Mann, der schweigen musste, um auch sich nicht zu gefährden. Und Erich Wolff der Mann, über den er schweigen musste, um ihn zu retten. Als Horst Rothkegel, Kaplan in der Herz-Jesu-Kirche, im Oktober 1944 mit gerade mal 23 Jahren die Nachfolge von Pater Heinrich Kreutz antritt, übergibt dieser ihm nicht nur die Amtsgeschäfte, sondern, wie er sagt, eine Erbschaft im Keller: Einen Mann namens Erich Wolff. Viel später wird Rothkegel über diese Verantwortung, die ihm aufgetragen wurde, mit einem Bibelzitat sagen: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr mir getan.“ Ihm war das große Risiko natürlich bewusst – für sich selbst, für die Kirche und besonders für Erich Wolff. Aber wer sollte es sonst tun? Man war ja eh, so Rothkegel später, durch den Krieg so gleichgültig gegenüber dem eigenen Leben geworden. Jeder Tag konnte der letzte sein. **Zum katholischen Glauben konvertieren** Erich Wolff wird 1894 geboren. Er besucht das Köllnische Gymnasium zu Berlin im heutigen Mitte und beginnt 1912 eine Lehre im väterlichen Geschäft. Nach kurzer Zeit als Buchhalter und Kontorist übernimmt er den Betrieb des plötzlich schwer erkrankten Vaters. 1938 erfolgt die von den Behörden angeordnete Schließung aller jüdischen Geschäfte. Somit auch jenes von Erich Wolff. ![Juden](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/11/Erich-Wolff_korr.jpg) Erich Wolff wurde während der Nazizeit in der Herz-Jesu-Kirche versteckt Eine Zeit der staatlich legitimierten Verfolgung und Diskriminierung beginnt, Antisemitismus und Verschleppung, Lebensgefahr und pure Existenzbedrohung sind an der Tagesordnung. Erst zu Beginn des Jahres 1942 wendet sich Erich Wolff an das Hilfswerk von Margarete Sommer, die auch Verbindungen zur Herz-Jesu-Kirche in der Fehrbelliner Straße unterhält. Sein Anliegen: Er will den katholischen Glauben annehmen. Wolff erhält nur kurz den dafür vorgesehenen Konvertitenunterricht, da seine Lehrerin erkrankt und er umziehen muss und will. Seit 1940 wohnt Erich Wolff bei dem Ehepaar Wurm in Neukölln. Sie bemerken, dass er zum Katholizismus übertreten möchte. Die menschlichen Beziehungen verschlechtern sich zunehmend. Wolff schreibt an Margarete Sommer: „Ich bin, dass kann ich ohne Phrasen behaupten, treu und würde, wenn es sein müßte, im Keller, Boden oder auch im Freien übernachten trotz meines Beines (Jesus hat mehr gelitten), aber den Glaube behalte ich \[…\] Bloß das alles so allein durchkämpfen zu müssen, ist so bitterlich schwer, das können Sie mir glauben, \[…\] es ist ja kein offener Kampf, den man gegen mich führt, das macht mich so verzweiflungsvoll.“ Zunehmend gerät Wolff in zwangsneurotische Zustände. Margarete Sommer erreicht bei der Jüdischen Wohnungsberatungsstelle, dass bei der Zwangsräumung des Ehepaars Wurm Erich Wolff nicht mitziehen muss. Das heißt auch, dass seine Deportation aufgeschoben wird. Jetzt aber muss das Hilfswerk selbst für eine neue Unterkunft sorgen. Durch Maria Gerth, die einen Zigarettenladen in der Keibelstraße 2 in Mitte besitzt und im Kiez bekannt ist als „Apostelin der Keibelritze“, da sie immer wieder Prostituierten und jüdischen Familien hilft, bekommt Wolff Ende Juli 1942 eine Unterkunft in der Keibelstraße 3\. Schon am 8\. August zeiht er weiter zu den Seeligs in die Linienstraße 3\. Bald findet auch wieder der Religionsunterricht statt, erteilt durch Pater Heinrich Kreutz, damals Kaplan in der Herz-Jesu-Kirche. **Versteck im Heizungskeller der Kirche** Diesen Kaplan soll Wolff auf Bitten des Hilfswerk am Montag, den 7\. September nachmittags um halb sechs aufsuchen. Dem Hilfswerk war bekannt geworden, dass Wolff am 24\. September deportiert werden sollte. So wurde er fünf Tage zuvor noch von Pater Kreutz getauft, Taufpate ist Küster Robert Kaminski. Zu diesem Zeitpunkt ist Wolff schon untergetaucht. Ab wann er genau im Heizungskeller der Herz-Jesu-Kirche versteckt wird, ist nicht auszumachen. Dort hält er sich nur nachts auf. Tagsüber streunt er durch die Stadt, immer damit beschäftigt, nicht aufzufallen. In den ersten beiden Jahren geht er zweimal in der Woche zu Helene Kreutz, der Mutter von Kaplan Kreutz, die einen Seifenladen in der Wilhelmstraße 112 betreibt. Dort kann er sich waschen, Mittag essen, auf der Couch schlafen und manchmal im Laden helfen, wenn keine Kundschaft da ist. Als Erich Wolff schon zwei Jahre im Heizungskeller lebt, wird auf der anderen Seite des Kellers, unterhalb der Sakristei, ein anderer Jude versteckt: Karl Müller. Für Horst Rothkegel, der Wolff als Erbe übernahm, bleibt es unerklärlich, als er nach dem Krieg erfährt, dass eine weitere Person dort lebensrettenden Unterschlupf fand. Es bleibt rätselhaft, dass Rothkegel keine Kenntnis davon hatte, dass seine Kollegen ebenfalls jemanden versteckt hielten. Am Ende ist es jedoch einleuchtend: Alle schwiegen. So kann sich eben auch jener Karl Müller dort, wahrscheinlich ab Oktober 1944, verstecken, ohne dass beide voneinander wissen. Karl Müller wird 1892 in Emden geboren und heiratet 1928 Margarete Müller, eine Katholikin aus Schlesien. Ein Jahr später kommt die Tochter Berit in der Prenzlauer Allee zur Welt, 1934 werden Mutter und Tochter in die Jüdischen Gemeinde aufgenommen – nach erteiltem Unterricht. Im selben Jahr wird ein Sohn geboren. Im Oktober 1938 tritt Karl Müller jedoch aus der Jüdischen Gemeinde aus und und lässt seine Kinder in der katholischen Herz-Jesu-Kirche taufen. Noch im selben Monat heiraten beide kirchlich. Und selbst Karl Müller wird noch Ende Dezember 1938 getauft. Taufpate und Trauzeuge ist auch hier Küster Robert Kaminski. Vielleicht hat Müller da schon eine leise Ahnung, wie die Zukunft aussieht. Der beginnende Horror kam schnell, mit der Reichskristallnacht. **Von Wohnung zu Wohnung** In der Nacht vom 9\. auf den 10\. November 1938 werden auch in der Prenzlauer Allee und der Rykestraße Geschäfte zerstört. Margarete Müller wartet mit den beiden Kindern in der Wohnung auf Karls Rückkehr von der Arbeit. Er ist in der Zeit auf dem Jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee beschäftigt und morgens pünktlich losgegangen. Dann benachrichtigt jemand die wartende Frau mit dem Satz: „Frau Müller, Ihr Mann liegt verletzt da unten.“ Er wurde zusammengeschlagen und kommt mit einem Schädelbruch ins Krankenhaus. Ab 1941, mit der „Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden“ , müssen Karl Müller und seine Kinder den gelben Stern tragen. Er ist zwar bereits 1938 aus der Jüdischen Gemeinde ausgetreten und glaubt, dass dieser Umstand automatisch für seine Kinder gilt. Doch auch der Versuch, den sogenannten „Arier-Nachweis“ zu führen, da er in einem Großvater einen „Arier“ vermutet, scheitert trotz mehr als einjähriger Unterstützung durch das Hilfswerk unter Margarete Sommer. Karl Müller wird schnell klar, dass der Konfessionswechsel seine Familie nicht schützen kann. Er ist als gebürtiger Jude dabei besonders gefährdet; seine Frau, ursprünglich Katholikin, hat einen anderen Status innerhalb der NS-Rassengesetzgebung. Nachdem er einen schweren Arbeitsunfall erleidet und längere Zeit arbeitsunfähig ist, taucht Müller nach vorheriger Absprache mit seiner Frau und mit Hilfe von Margarete Sommer und dem zuständigen Pfarrer Brinkmann wahrscheinlich Anfang September 1944 unter. Seine Ehefrau meldete ihn als vermisst. Zunächst wohnt er zwei Wochen lang beim Ehepaar Matzke und ihren sechs Kindern in der Weißenburger Straße, heute Käthe-Kollwitz-Straße, in einer Zweiraum-Wohnung. Anschließend hält ihn Alois Lessel in seiner Wohnung in der Schönhauser Allee 133 versteckt; jener Alois Lessel, der nach dem Krieg auch Erich Wolff aufnimmt. Endgültiges Versteck ist dann ab circa Oktober 1944 der Sakristeikeller der Herz-Jesu-Kirche. Am 3\. Dezember 1944 schreibt Müller in diesem Versteck seiner Tochter ins Poesiealbum Folgendes: „Lerne Leiden! ohne zu klagen! dein Vater!“ **Emigration in die USA** Am 1\. Mai 1945, es ist der letzte Kriegstag in Berlin, verlässt Karl Müller nach sieben Monaten das Kirchenversteck. Die geeinte Familie findet zunächst Schutz im Keller des heutigen Bezirksamtes Prenzlauer Berg in der Fröbelstraße. Dort findet Richard Rollert, ein Freund aus der Zeit im Rot-Frontkämpferbund, sie und gibt ihnen Unterschlupf in seiner Wohnung in der heutigen Husemannstraße, damals Hochmeisterstraße. Zwei Wochen später bekommt Familie Müller eine Wohnung in der Malmöer Straße, er arbeitet fortan bei der Sequestrierung und Entnazifizierung. 1970 stirbt Karl Müller. Für Erich Wolff kommt die rettende Nachricht nach etwa 970 Tagen Versteckspiel von russischen Soldaten: „Herr Wolff, der Krieg ist aus, die Nazis sind weg! Sie sind frei, Sie können machen, was Sie wollen!“ Wolff glaubt es kaum, ist völlig erstaunt. Die physischen und psychischen Leiden dieser Jahre führen zu Erwerbsunfähigkeit. Nach dem Aufenthalt in der Wohnung von Gemeindemitgliedern bis September 1945 wird ihm eine eigene Wohnung in Kreuzberg zugewiesen. Später wandert er in die USA aus, kehrt aber wieder nach Berlin zurück. 1969 stirbt Erich Wolff und wird auf dem jüdischen Friedhof in Charlottenburg begraben. Bis zu ihrem Tod schweigen Margarete Sommer, Pfarrer Alfred Brinkmann und der Küster Robert Kaminski, die, so geht man davon aus, die einzigen sind, die von beiden Männern und ihren Verstecken wussten. Unterstützt wurden die Drei von Brinkmanns Kaplänen Kreutz, Rothkegel, Lange und einem evangelischen Sozialdemokraten. Außerdem wussten, wenigstens von einem der beiden Versteckten, Pfarrhelferin Zornikau, der Organist Wanjura, die Frau des damaligen Kirchendieners Pohler und einige andere von Karl Müller und Erich Wolff. Sie alle halfen mit Lebensmitteln oder anderweitig. Und schwiegen mutig. **Zum Weiterlesen: Heinrich Herzberg: „Dienst am höheren Gesetz – Dr. Margarete Sommer und das ‚Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat Berlin‘“; Herausgegeben von der katholischen Pfarrei Herz Jesu Berlin-Prenzlauer Berg; Servi-Verlag, 2000** Titelbild: Im Keller unter der Sakristei der Herz-Jesu-Kirche versteckten Kirchenmitglieder den Juden Erich Wolff / Foto: Peter Schulz ### Graffiti verunreinigt Mauerparkboden URL: https://www.loky.news/graffiti-verunreinigt-mauerparkboden/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Die Erde im Mauerpark ist stark von Mikroplastikteilchen aus Sprühfarbe belastet, fanden Wissenschaftler heraus. Was bedeutet das für die Zukunft der Graffiti-Wand? --- Seit längerem warnen Wissenschaftler\*innen vor den Auswirkungen von Mikroplastik. Die kleinen Partikelchen, die unter anderem durch die langsame Zersetzung von Plastiktüten oder -flaschen und den Abrieb von Reifen entstehen, kommen verstärkt in Gewässern vor – aber auch im menschlichen Gefäßsystem konnten sie bereits nachgewiesen werden. Für die Untersuchung der Belastung von Böden durch Mikroplastik gibt es bisher kein einheitliches Messverfahren. Und doch schlagen Forscher\*innen von der Freien Universität Berlin jetzt Alarm: Bei der Entnahme von Proben in der Nähe der Graffiti-Wand [im Mauerpark](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/mauerpark/?ref=loky.news) stellten sie eine extrem hohe Belastung durch Mikroplastikteilchen fest, wie sie nur in Sprühfarbe vorkommen: „Unsere Ergebnisse liefern erste Hinweise darauf, dass die Sprühlackierung, eine Technik mit einem breiten Anwendungsspektrum von der Industrie bis zur Kunst, ein bisher unbemerktes Erbe an umweltbelastender Mikroplastik in Böden hinterlässt“, betonte der Biologe Prof. Dr. Matthias C. Rillig. Mehrere Hunderttausend Teilchen pro Kilogramm Erde kamen dabei dank einer neu entwickelten Methode, die Farbpartikelchen von anderen Mikroplastikelementen trennt, zutage. Es sei die höchste Mikroplastikkonzentration, über die je in wissenschaftlicher Literatur berichtet wurde, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität – bisherige Studien hatten höchstens 50.000 Teilchen pro Kilogramm Boden festgestellt. Die Nanopartikelchen in der Erde können Kleinstlebewesen und Insekten schädigen und auch das Pflanzenwachstum beeinträchtigen. **Auch andere Mikroplastik-Quellen beachten** Die Mauer, die auf dem Hügel des Mauerparks das Gelände zum Jahn-Stadion abgrenzt, ist einer der wenigen Orte im Bezirk, an denen Graffiti-Künstler\*innen sich legal verewigen können – [oder an denen das Bezirksamt zumindest ein Auge zudrückt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/02/21/legales-spruehen-im-mauerpark-jein/?ref=loky.news). Axel Lüssow, Fraktionssprecher für Umwelt und Natur bei den Pankower Grünen betrachtet daher ein Verbot der Sprühkunst nicht als den richtigen Weg: „In diesem Fall kann durch einen besseren Umgang mit der kulturellen Nutzung im Mauerpark das Problem signifikant reduziert werden. Gerade im Mauerpark sollte es nicht um Umwelt *oder* Kultur gehen, sondern *zusammen mit*.“ Die Farbreste und leeren Sprühdosen, so Lüssow, müssen fachgerecht gesammelt und entsorgt werden. Auch müsse die Grün Berlin GmbH, die für [die Sanierung des Mauerparks](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/03/18/schluss-mit-schlamm/?ref=loky.news) zustündig ist, überlegen, ob ein Austausch des Bodens an dieser Stelle sinnvoll sei. Doch nicht nur Sprühdosen seien eine Quelle für Mikroplastik: „Die Naturrasen-Wiese direkt nebenan im Jahnsportpark soll gegen Kunstrasen getauscht werden – was nicht nur unter den Aspekten Klimaanpassung und Biodiversität keine gute Idee ist.“ ### Ein bisschen reparieren und abwarten URL: https://www.loky.news/notduerftig-reparieren-und-abwarten/ Last updated: 2025-03-20T18:08:18.000Z ## Das Gymnasium am Europasportpark ähnelt einer Ruine, doch eine Sanierung bleibt vorerst aus. Nun möchte der Bezirk die Schule notdürftig flicken. --- Eigentlich hat das [Gymnasium am Europasportpark ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/01/27/mehr-schueler-als-stuehle/?ref=loky.news)viele Fenster, doch öffnen können Schüler\*innen und Lehrkräfte sie nicht. Die Fensterrahmen sind zum Teil so morsch, dass die Fenster rausfallen könnten. Ein Großteil wurde deswegen mit Spanplatten zugeschraubt. Seit Wochen versucht die Schule eine Lösung zu finden. [Schulleiterin Katrin Schäffer](https://www.gesp-berlin.de/?ref=loky.news) informierte daher vor zwei Wochen Eltern, Lehrkräfte und Schüler \*innen vorsorglich darüber, dass es nach den Herbstferien wieder Homeschooling stattfinden könnte. Trotz eklatanter Mängel wird das Schulegebäude jedoch nicht geschlossen, sagt Pankows Schulstadträtin Dominique Krössin (Linke). Die Bezirksbauaufsicht habe sich das Haus anguckt und natürlich Mängel festgestellt, gesperrt werde das Gebäude aber nicht. „Der Plan ist, pro Klassenraum mindestens zwei Fenster so herzurichten, dass sie geöffnet und geschlossen werden können“, ergänzt Krössin. Nach den verrammelten Fenster ist das nur eine weitere Notlösung – eine von vielen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Sanierung nicht vor 2026** Das Gymnasium, welches zwischen Anton-Saefkow-Park und Veldrom steht, gehört zu den marodesten [Schulen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=schule&ref=loky.news) Berlins. Und das scheint vorerst auch so zu bleiben, denn die Schule ist nicht im [Investitionsplan für die Jahre 2022 bis 2026](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/29/wie-der-senat-die-schulen-in-pankow-kaputtspart/?ref=loky.news) enthalten. Erst danach könnte eine grundlegende Sanierung erfolgen. „Was auf Deutsch heißt: Es gibt überhaupt keine Finanzierung. Und wie es dann weitergeht, ist auch noch nicht klar. Im Moment gibt es also von Senatsverwaltung keine Zusage, dass diese Schule saniert wird“, sagt Krössin. Claudia Koll ist wütend über die Situation. „Trotz großem Willen herrscht eine organisierte Verantwortungslosigkeit – jeder hält den anderen für verantwortlich“, kritisiert die Mutter eines Schulkindes. Der Zustand sei unhaltbar. Den Kindern und Jugendlichen müsse außerdem auch das Gefühl vermittelt werden, dass sie diesem Land etwas wert seien. **Umzug in Bürogebäude geplant** Dominique Krössin versucht gerade das Problem zu lösen, vor Kurzem präsentierte sie eine Zwischenlösung: Das Gymnasium am Europasportpark soll Anfang 2023 in ein leeres Bürogebäude mit 860 Quadratmetern ausweichen. Dafür liege bereits ein Mietvertrag ab 1\. Januar 2023 vor, doch eine Zusage der Finanzverwaltung für die Übernahme der Mietkosten stehe noch immer aus. Wenn es nach den Wünschen des Bezirks geht, soll die Schule jedoch mittelfristig in ein anderes Gebäude ziehen. Laut Krössin sieht die interne Planung vor, dass der Schule in ungefähr 15 Monaten ein ganzes Haus zur Verfügung stehe. Auch das muss die Senatsverwaltung noch genehmigen. Bis dahin müssen die Schüler\*innen wohl abwarten und in einem zusammengeflickten Gebäude sowie einer Büroetage lernen. *Titelfoto: Julia Schmitz* ### Viel Wind um zwei Hochhäuser URL: https://www.loky.news/viel-wind-um-zwei-hochhaeuser/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Auf einem Parkplatz in der Eldenaer Straße will ein Investor zwei pyramidenförmige Hochhäuser bauen – und bekommt Gegenwind von einer Anwohnerinitiative. --- Braucht der Südosten von Prenzlauer Berg zwei sechzehngeschossige Gebäude, die hauptsächlich Büroflächen enthalten sollen? Nein, sagt eine Gruppe von Bürger\*innen aus dem [Kiez rund um den Alten Schlachthof](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/alter-schlachthof/?ref=loky.news) und hat mit ihrer Petition innerhalb weniger Tage bereits über 1.100 Unterschriften gesammelt. Die niederländische ARGO Properties N.V., vertreten durch die CM Realty, möchte den Parkplatz eines Rewe-Supermarktes in der Eldenar Straße 42-44 an der Grenze zu Friedrichshain bebauen, mit [Hochhäusern in Pyramidenform und umfangreicher Dachbegrünung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/19/die-pyramiden-von-prenzlauer-berg/?ref=loky.news). Mittels Photovoltaik, Geothermie und Windenergie soll ein Großteil des benötigten Stroms, der Wärme und Energie in dem Gebäude erzeugt werden. Im benachbarten Blankensteinpark installiert das Unternehmen eine Zisterne, in der das Regenwasser vom Dach des ehemaligen Hammelstalls gesammelt wird und dem Urban-Gardening-Projekt „Kunst und Gemüse“ als Bewässerung dient. Es ist das erste Mal, dass ein privater Investor eine solche Maßnahme umsetzt, die sonst im Aufgabenbereich des Bezirks liegt. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **„Kiez braucht keinen Investor“** [Die Initiative „Eldenaer Höfe 4 Zero“](https://www.eldenaer-hoefe-4zero.de/?ref=loky.news) – der Name ist angelehnt an „Eldenaer 4 Zero“, den offiziellen Namen des Bauprojektes – hält das für Augenwischerei. „Das Engagement des Investors in Sachen Umweltschutz dient aus unserer Sicht lediglich dem Zweck zu verschleiern, dass man einen Parkplatz finanziell veredeln möchte und auf einem Grundstück bauen will, das nicht zur Bebauung freigegeben ist“, heißt es auf der Webseite. Für ein ökologisches Konzept im Kiez brauche es weder einen Investor noch Hochhäuser, im Gegenteil: Auf einigen Häusern in der Umgebung gäbe es bereits Solaranlagen, ein Konzept für die Dachbegrünung sei bereits in Planung, auch kümmere man sich um die Bewässerung der Stadtbäume. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/11/Eldenaer_Bu%CC%88rgerinitiative.jpg) Grafik: Initiative „Eldenaer Höfe 4 Zero“ **Denkmalschutz soll Priorität haben** Größter Kritikpunkt ist allerdings die geplante Höhe und Nutzung der Häuser. „Wir halten zwei 16-stöckige Bürohochhaustürme auf dem vorgesehen Grundstück für vollkommen überdeminsoniert. Wir befürchten eine Verschattung des Blankensteinparkes und der bestehenden und sich bereits in Planung befindlicher Photovoltaik-Anlagen. Auch die Verkehrsbelastung wird sich durch ein solches Bauvorhaben verschärfen. Der Kiez braucht zudem keine neuen Gewerbeflächen, der Kiez braucht bezahlbaren Wohnraum“, sagt Isabel Wegner, Sprecherin der Bürgerinitiative. Im Ausschuss für Stadtentwicklung des Bezirksamtes Pankow war das Bauvorhaben Mitte September auf geteilte Meinungen gestoßen. Stadträtin Rona Tietje (SPD) zeigte sich von den Ideen zwar beeindruckt, verwies aber gleichzeitig darauf, dass sie nicht dem aktuellen Bebauungsplan auf dem Grundstück entsprächen. Darin ist auf dem derzeitigen Parkplatz nämlich gar keine Bebauung vorgesehen. Der Investor hofft nun auf die Unterstützung durch die Senatsverwaltung. „Doch selbst wenn sich Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeld für das Projekt aussprechen würde, bleibt das Vorhaben an diesem Standort nicht nur denkmalrechtlich, sondern auch städtebaulich und bauordnungsrechtlich, z.B. durch nicht eingehaltene Abstandsflächen höchst problematisch“, so Isabel Wegner. Titelbild: So könnten die beiden Hochhäuser nach Planungen der Architekten aussehen / © Christoph Langhof ### Prenzlauer Berg Newsletter #39 besucht den neuen alten Schlachthof URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-39-besucht-den-neuen-alten-schlachthof/ Last updated: 2025-03-20T18:08:18.000Z ## Brandschutz in Schulen, Spielplatzsanierung und lauter Umleitungen im öffentlichen Nahverkehr: Die Zusammenfassung der Woche in Prenzlauer Berg könnt ihr in unserem Newsletter nachlesen. --- Ein gigantischer Schlachthof mitten in der Stadt? Das können wir uns heute gar nicht mehr vorstellen. Doch Auf dem Gelände zwischen Thaerstraße, Eldenaer Straße und Landsberger Allee wurden seit der Eröffnung 1881 genau 110 Jahre lang Tiere zu Fleischprodukten verarbeitet. Nach dem Mauerfall lag das 50 Hektar große Areal einige Jahre lang brach, bis 2002 die ersten Häuser entstanden. Seit 2018 ist ein Teil des Gebietes in den Händen eines Unternehmens, dessen Gründer ein Milliardär aus der Slowakei ist. Unter seiner Führung entsteht dort das „DSTRCT.Berlin“. Worum es sich dabei genau handelt, hat meine Kollegin Katharina Angus recherchiert für unseren **Text der Woche** - **Schlachthof:** Erkämpft, geteilt, verkauft – die Geschichte des alten Berliner Zentralvieh- und Schlachthofs an der Landsberger Allee könnte Romane füllen. Aber [wie geht es weiter mit dem denkmalgeschützten Areal](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/25/frueher-schlachtung-heute-meeting/?ref=loky.news)? **Was sonst noch los war** - **Prater:** Seit 2019 lässt der Bezirk das denkmalgeschützte Ensemble am Prater sanieren. In der Tordurchfahrt ist dabei [ein über 150 Jahre altes Deckengemälde](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/28/zeitreise-in-der-kastanienallee/?ref=loky.news) zum Vorschein gekommen. **Kiezfoto der Woche** ![Kiezfoto ](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/Foto-24.10.22-16-07-41.jpg) … tanzen die Mäuse auf dem Tisch / Gesehen in der Husemannstaße / Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** **Brandschutz:** Nachdem der Brandschutz an Pankower Schulen in den vergangenen Jahren wegen fehlender finanzieller Mittel nicht immer eingehalten worden war, verpflichtete die Bezirksverordnetenversammlung das Bezirksamt 2013 zu einem jährlichen Statusbericht. Doch der letzte liegt bereits anderthalb Jahre zurück. „Das Bezirksamt hat den Bericht mit Verweis auf die Berliner Schulbauoffensive Ende 2021 einfach eingestellt. Diese bleibt jetzt allerdings aus“, sagt Bezirksverordnete Eva Scharfenberg (CDU). Sie fordert das Bezirksamt auf, die Berichte fortzuführen, auch aus finanziellen Gründen: „Sollten nun Brandschutzmaßnahmen etwa wegen der derzeit steigenden Preise von Bauunternehmen und Materialkosten nicht angemessen umgesetzt werden, fehlt die Berichterstattung darüber. Diese muss also unbedingt weiterhin öffentlich gemacht werden.“ **Spielplatz:** Kommende Woche beginnen auf dem Spielplatz in der Malmöer Straße 8 die Sanierungsarbeiten, die voraussichtlich bis Ende April dauern werden. Das Straßen- und Grünflächenamt saniert einen Teil der Wege und stellt weitere Bänke auf, außerdem ersetzt es die Umrandung der Sandspielfläche. Zum Ende der Maßnahmen – bis dahin muss der Spielplatz gesperrt bleiben – kommen neue Spielgeräte dazu. Insgesamt stehen dafür 145.000 Euro zur Verfügung. **Nahverkehr:** Die öffentlichen Verkehrsmittel in Prenzlauer Berg sind teilweise weiterhin eingeschränkt: Nach wie vor muss die U2 zwischen Senefelder Platz und Alexanderplatz im 15-Minuten-Takt pendeln. **Auch die Tramlinie M1 ist derzeit unterbrochen**, der Abschnitt zwischen Pankow Kirche und Eberswalder Straße ist bis zum 7\. November gesperrt, es ist ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Von dort aus fährt die M1 aber auch nur weiter bis zum Hackeschen Markt; auch die Linie 12 endet vorerst dort. **Frauenpreis:** Seit 2020 ehrt der Bezirk jährlich am 8\. März, dem Internationalen Frauentag, Einzelpersonen, Frauenprojekte oder Initiativen aus Pankow, die sich für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Engagement von marginalisierten Frauengruppen oder innovativen Projekten zur Gleichstellung. **Ab dem 1\. November und bis zum 11\. Dezember kann jede\*r Vorschläge sowie Eigenbewerbungen mit einer ausführlichen Begründung im Bezirksamt Pankow abgeben** (am besten per Mail an die Gleichstellungsbeauftragte Stephanie Wittenburg unter stephanie.wittenburg@ba-pankow.berlin.de. Die Verleihung des mit 500 Euro dotierten Preises findet am 13\. März 2023 mit einer öffentlichen Veranstaltung statt. **Umweltpreis:** Und noch ein bezirklicher Preis sucht Nominierte: Unter dem Motto „Pankow spart Energie und andere Ressourcen – Wer macht was?“ vergibt die Bezirksverordnetenversammlung den Pankower Umweltpreis für Ideen von Schüler\*innen, Bürger\*innen oder Initiativen. Im Mittelpunkt steht dabei der sparsame Umgang mit Ressourcen oder Konzepte rund um die Kreislaufwirtschaft. Bewerbungen sind ab sofort und bis zum 8\. Mai 2023 möglich. **Prozess:** Im Sommer hatte die Berliner Staatsanwaltschaft Anklage erhoben gegen drei Frauen und drei Männer, die Dilan S. Anfang Februar in einer Tram in Prenzlauer Berg rassistisch beleidigt und dann verprügelt haben sollen. Wie der Spiegel berichtet, wurde die Anklage nun zugelassen, die sechs Personen müssen sich im nächsten Jahr vor dem Gericht verantworten. In einer Polizeimeldung hatte es im Februar zunächst fälschlicherweise geheißen, die Gruppe hätte die damals 17-Jährige auf ihre fehlende Maske angesprochen, woraufhin es zum Streit gekommen sei. Dilan S. hatte daraufhin ein Video veröffentlicht, in dem sie ihre Sicht des Vorfalls schildert, die Polizei hatte die Meldung daraufhin korrigiert. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/steady1.jpg)![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/steady2.jpg) **Tipps & Termine** - **29./30.10.:** Der 1962 erstmals veröffentlichte Roman „[Einer flog über das Kuckucksnest](https://rambazamba-theater.de/inszenierungen/einer-flog-ueber-das-kuckucksnest/?ref=loky.news)“ ist längst zum Kultbuch avanciert – Regisseur Leander Hausmann inszeniert den Klassiker nun im RambaZamba Theater in der Kulturbrauerei. Vorstellungen am Samstag um 19.30 Uhr sowie am Sonntag um 18 Uhr und 20.30 Uhr. Tickets kosten zwischen 9 und 21 Euro. - **3.11.:** Agnes Domke, Christine Pfammatter und Marc Ottiker sind Schriftsteller\*innen und leben im Prenzlauer Berg. Am Donnerstag stellen sie [in der Lettrétage im ACUD](https://www.lettretage.de/programm/aktuelles-programm/?event%5Fid1=16285&ref=loky.news) ihre neuen Romane und Kurzgeschichten vor. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt kostet 5 Euro / 3 Euro ermäßigt. - **3.11.:** Viel wird über die DDR geschrieben, aber auch die Geschichte der Bundesrepublik muss neu erzählt werden: Florian Voß schreibt [in seinem Langgedicht](https://www.brotfabrik-berlin.de/events/brd-1977-lesung-gespraech-mit-florian-voss-bjoern-kuhligk/?occurrence=2022-11-03&ref=loky.news)[ „BRD 1977“](https://www.brotfabrik-berlin.de/events/brd-1977-lesung-gespraech-mit-florian-voss-bjoern-kuhligk/?occurrence=2022-11-03&ref=loky.news) über den Zonenrandbereich des Lebens nah der Elbe und diskutiert darüber mit Schriftsteller Björn Kuhligk. Die Veranstaltung findet um 19.30 Uhr in der Brotfabrik statt, der Eintritt kostet 6 Euro / ermäßigt 4 Euro. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Biergarten:** Im 20\. Jahrhundert kann sich der Pratergarten der Politisierung nicht entziehen und muss sich immer wieder neu erfinden, um in einer für Deutschland einmaligen Zapfhahndichte zu überleben. [Der zweite Teil unserer Serie über den ältesten Biergarten der Stadt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/20/ein-politischer-biergarten/?ref=loky.news). - **Wahlwiederholung:** Noch ist nicht entschieden, ob die Wahl von Abgeordnetenhaus und Bezirksverordnetenversammlung wiederholt werden muss. Wir wollten trotzdem von euch wissen: Würdet ihr wieder die gleichen Parteien wählen? [Das sind eure Antworten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/18/ich-wuerde-wieder-genauso-waehlen/?ref=loky.news). **Zitat der Woche** *„Eigentlich stehen die alten Schlachthallen als Ensemble unter Denkmalschutz“* sagt Filip Stahl vom Gemeinschaftsgarten Kunst und Gemüse. Er sieht die Umwandlung des Alten Schlachthofs kritisch, aber auch optimistisch. Das waren die Neuigkeiten aus Prenzlauer Berg für diese Woche. Wenn ihr Fragen, Anregungen oder Themenideen habt, dürft ihr uns wie immer [gerne eine Mail schreiben](mailto:redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de). Wir lesen uns nächste Woche wieder! Eure Julia Schmitz --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Zeitreise in der Kastanienallee URL: https://www.loky.news/zeitreise-in-der-kastanienallee/ Last updated: 2025-03-20T18:08:19.000Z ## Seit 2019 lässt der Bezirk das denkmalgeschützte Ensemble am Prater sanieren. In der Tordurchfahrt ist dabei ein über 150 Jahre altes Deckengemälde zum Vorschein gekommen. --- Der Sommer und damit die Biergartensaison ist vorbei, „wir sehen uns im Frühjahr wieder“, steht auf einem Plakat am Eingang zum Prater auf der Kastanienallee. Doch hinter den Bauzäunen hämmern, bohren, graben und malen Arbeiter\*innen fleißig: Anfang 2023 sollen [Galerie](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/12/08/prater-goes-internet/?ref=loky.news) und Theatersaal voraussichtlich fertiggestellt sein und für das Publikum öffnen. Die Sanierungsarbeiten, die bereits seit drei Jahren im Gange sind, hätten sich im Verlauf der Zeit leider erheblich verzögert, so Projektleiterin Christina Lindemann: Personalausfall durch die Pandemie, Lieferengpässe bei benötigen Materialien und die gestiegenen Energiekosten erschweren die Arbeit. [Auch die rechtliche Auseinandersetzung mit der Pächterin des Biergartens](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/10/01/die-ungewisse-zukunft-des-pratergartens/?ref=loky.news), die mittlerweile beigelegt wurde, trug dazu bei. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Gewölbekonstruktion gefunden** Im Vorfeld hatte das Bezirksamt umfangreiche restauratorische Untersuchungen veranlasst, weil das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz steht. Dabei nahmen Expert\*innen auch die Tordurchfahrt unter die Lupe. Und erlebten eine Überraschung: Unter den zahlreichen Farbschichten des 1875 erbauten Durchgangs fanden sie eine abgehängte Gewölbekonstruktion aus Holz sowie Wandmalereien, deren früheste Fassung vermutlich aus den späten 1860er Jahren stammt. „Als Bauherr ist man nicht immer erfreut, wenn man so etwas findet“, sagt Bezirksbürgermeister Benn (Die Linke), denn dann stehe man in der Verantwortung, es zu restaurieren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Weil die Holzkonstruktion von Hausschwamm durchsetzt war, sägten Restaurator\*innen sie behutsam aus dem Gewölbe heraus, sanierten sie und setzten sie wieder ein. ![Prater](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/prater_theatersaal.jpg) In den Theatersaal zieht (wieder) die Volksbühne ein. / Foto: Julia Schmitz **Zeitreise ins 19\. Jahrhundert** Bei der Wandmalerei entschieden die Beteiligten, darunter auch die Untere Denkmalschutzbehörde des Bezirks sowie das Landesdenkmalamt, eine spätere, um 1900 entstandene Fassung so umfangreich wie möglich zu rekonstruieren; die erste Version soll aber teilweise erhalten bleiben und später durch ein Fenster sichtbar sein. Insgesamt 28 Firmen sind an der Maßnahme beteiligt, die die Senatsverwaltung für Kultur mit 3,6 Millionen Euro fördert; 1,47 Millionen Euro kommen aus Eigenmitteln des Bezirks, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz steuert insgesamt 75.000 Euro bei. Der Pratergarten ist der älteste Biergarten Berlins, [seit 1852 wird dort Alkohol ausgeschenkt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/05/auf-ein-bier-in-der-kastanienallee/?ref=loky.news). Weil die kurz darauf erbauten Gebäude beide Weltkriege relativ unbeschadet überstanden, konnte auch das Deckengemälde erhalten bleiben. Wer in Zukunft auf ein Getränk an der Kastanienallee einkehrt, begibt sich also auf eine kleine Reise in die Zeit, als Prenzlauer Berg noch vor den Toren der Stadt lag und hauptsächlich aus Äckern, Windmühlen und Brauereien bestand. Titelbild: Ein Restaurator arbeitet an dem hölzernen Deckengewölbe in der Tordurchfahrt / Foto: Julia Schmitz ### Früher Schlachtung, heute Meeting URL: https://www.loky.news/frueher-schlachtung-heute-meeting/ Last updated: 2025-03-20T18:08:19.000Z ## Erkämpft, geteilt, verkauft – die Geschichte des alten Berliner Zentralvieh- und Schlachthofs an der Landsberger Allee könnte Romane füllen. Aber wie geht es weiter mit dem denkmalgeschützten Areal? --- „Ende” hat ein Graffiti-Künstler auf die Scheibe des Bahn-Ausgangs an der Landsberger Allee gesprüht. Wer von den Stufen vor der Brachfläche aus auf die andere Straßenseite blickt, sieht vor allem einen gigantischen Glaskasten. Davor stehen drei kleine Hallen, auf der Fassade eines der Backsteingebäude prangt das Konterfei eines Schweins. In diesen Hallen, die zum Berliner Zentralvieh- und Schlachthof gehörten, wurden zwischen 1881 und 1991 Nutztiere geschlachtet, die mit der Ringbahn aus Ost- und Westpreußen, Pommern und Brandenburg nach Berlin transportiert wurden. In Betrieb genommen1881, auf Anregung und nach jahrelangen Bemühungen des Berliner Arztes Rudolf Virchow, sollte er die unhygienischen Hinterhofschlachtungen ablösen. Der Schriftsteller Alfred Döblin schrieb in seinem Roman „Berlin Alexanderplatz“: „Die Rinderhalle, die Schweinehalle, die Schlachträume: Totengericht für die Tiere, schwingende Beile, du kommst mir nicht lebend raus.“ Nach dem zweiten Weltkrieg fungierte das Gelände weiterhin als Schlachthof und wurde 1963 in der DDR ins VEB Fleischkombinat Berlin eingegliedert. Nach der Wende stellte der Senat das gesamte Gelände unter Denkmalsschutz und teilte es in fünf verschiedene Entwicklungsgebiete auf. „Eigentlich stehen die alten Schlachthallen als Ensemble unter Denkmalschutz“, sagt Filip Stahl vom Gemeinschaftsgarten „Kunst und Gemüse“. Man habe dennoch Gebäude davor gebaut, obwohl die Sicht auf die Hallen nun verstellt sei. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **„Nichtnochncenter“** Stahl gehört auch zur früheren [Bürgerinitiative „Nichtnochncenter“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/03/22/co-working-wie-originell/?ref=loky.news), die zwischen 2016 und 2019 aktiv war. „Wir hatten aus eigenem Antrieb den Bezirk bezüglich der Hallen kontaktiert, weil wir uns dort gut einen Ort für verschiedene Freizeitaktivitäten vorstellen konnten. Der Bezirk teilte uns mit, das Gelände sei in privater Hand.“ Damaliger Besitzer war seit 2008 die Firma UBX 2 Objekt Berlin GmbH, die sich aus verschiedenen Gesellschafter\*innen zusammensetzte. Die Initiative erfuhr, dass diese Investor\*innen ein Shoppingcenter für das Areal planten, obwohl es zu diesem Zeitpunkt bereits über siebzig Einkaufshallen in Berlin gab. Die Gruppe um Stahl regte eine Prüfung der Rückabwicklung des Vertrages an. Entscheidend für eine solche ist, ob sich eine ernsthafte Bemühung des Käufers erkennen lässt, tatsächlich auf dem Grundstück zu bauen. Auf eine Einwohneranfrage zum nachhaltigen Baubeginn antwortete das Pankower Bezirksamt am 14.07.2017: „Ob Reparaturen und Instandsetzungsmaßnahmen vertragsrechtlich als Baubeginn zählen, kann das Bezirksamt nicht beantworten, da es nicht Vertragspartner ist.“ Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen habe am 09.06.2017 jedoch deutlich gemacht, dass sie ‚nachhaltige Baumaßnahmen‘ erwartet. [Im April 2018 brach in den alten Schlachthallen ein Feuer aus](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/04/19/brandstiftung-am-alten-schlachthof/?ref=loky.news), das gelöscht werden konnte, ohne den Hallen substantiell zu schaden. Die Polizei ermittelte wegen Brandstiftung gegen Unbekannt, stellte das Verfahren jedoch im Juli desselben Jahres ein. Der bisherige Investor verkaufte das Areal daraufhin an das Unternehmen HB Reavis. Dessen Gründer und Mehrheitsgesellschafter ist der slowakische Milliardär Ivan Chenko. **Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell?** Die Firma entwickelt Projekte in verschiedenen Ländern, unter anderem in Großbritannien, Türkei und Tschechien. In Prag hatte der von HB Reavis initiierte Abriss des vorübergehend denkmalgeschützten brutalistischen Gebäudekomplexes der „Transgas“ zu heftigem Protest von Bürger\*innen geführt. Auf ihrem Teil des Alten Schlachthof Berlins will das Unternehmen nun ein „holistisches Quartier“ mit Büroplätzen und Gastronomie errichten: Das „DISTRCT.Berlin“ bezeichnet die PR-Abteilung des Unternehmens als nachhaltiges und nutzerorientiertes Projekt. Die Mitarbeiterin Anja Strauss sagt: „Die Hallen des alten Schlachthofs wurden, beziehungsweise werden, vollumfänglich saniert und sind mitunter Teil des Areals. Die bauliche Struktur wurde in Abstimmung mit dem Denkmalschutz beibehalten.“ Auch mit den Bürger\*innen vor Ort sei man in Austausch getreten. Davon hat Filip Stahl wenig bemerkt: „Als intensiv würde ich den Dialog nicht bezeichnen“, so Stahl. Beim Tag der Offenen Tür hätte sich allerdings ein Gespräch mit dem Bauleiter ergeben. **Der Trend geht weniger Vokalen** Ein schmaler Streifen am Gebäude der historischen „Freibank“ an der Landsberger Allee ist noch immer im Besitz des Landes Berlin. Diesbezüglich zeigte sich HB Reavis offen, nach Abschluss der Bauarbeiten über ein Konzept für „Urban Gardening“ nachzudenken. Grünes Aushängeschild für Gewerbeimmobilien wolle man laut Stahl aber auch nicht sein. Zumal die Initiative ihr ursprüngliches Ziel bereits erreicht hätte: „Durch die gemeinsame Arbeit hat man sich ausgetauscht und die Nachbar\*innen kennengelernt. Da sind einige Freundschaften und gemeinsame Projekte entstanden – eigentlich genau das, was wir mit unseren Plänen für den alten Schlachthof im Sinn hatten“, so Stahl. Den Plänen der HB Reavis sieht er optimistischer entgegen als denen ihrer Vorgänger\*innen. Während man sich in Prenzlauer Berg noch fragt, wie das am New Yorker Meat Packing District angelehnte „DSTRCT“ sich in der Nachbarschaft machen wird, plant die HB Reavis ihr nächstes Berliner Projekt – PLTFRM. Wenn der Trend, die Vokale aus Titeln herauszunehmen, längst gestorben ist, werden diese Namen vielleicht zu ihrem eigenen Denkmal. Titelbild: Katharina Angus ### Prenzlauer Berg Newsletter #38 trinkt ein Bier im Pratergarten URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-38-trinkt-ein-bier-im-pratergarten/ Last updated: 2025-03-20T18:08:19.000Z ## Politik im Biergarten, Aktuelles zur Schulbauoffensive und Zoff um eine Ampel: Die Nachrichten aus Prenzlauer Berg gibt es im Newsletter. --- Während ich diese Worte schreibe, regnet es draußen in Strömen. Der Sommer und mit ihm die lauschigen Abende im Biergarten sind offensichtlich vorbei. Wusstet ihr, dass sich in Prenzlauer Berg einer der ältesten Berlins befindet? Die Rede ist natürlich vom Pratergarten an der Kastanienallee. Auf dem Gelände wurde schon Bier ausgeschenkt, als Prenzlauer Berg noch ein großer, [von Windmühlen geprägter Acker ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/12/die-muehlen-von-prenzlauer-berg/?ref=loky.news)vor den Toren der Stadt war. Seit mindestens 1852 kommen hier gesellige Menschen auf ein, zwei oder auch drei Kaltgetränke zusammen. In den 170 Jahren hat der Prater einiges mitgemacht, er war „Lustanstalt“, „Sommergartenbühne“, Varieté und Treffpunkt für politische Diskussionen. Meine Kollegin Sonja Koller hat in ihrem ersten Text [die Jahre bis 1900](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/05/auf-ein-bier-in-der-kastanienallee/?ref=loky.news) beschrieben, der zweite Teil folgt in unserem **Text der Woche** - **Biergarten:** Im 20\. Jahrhundert kann sich der Pratergarten der Politisierung nicht entziehen und muss sich immer wieder neu erfinden, um in einer für Deutschland einmaligen Zapfhahndichte zu überleben. [Der zweite Teil unserer Serie über den ältesten Biergarten der Stadt.](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/20/ein-politischer-biergarten/?ref=loky.news) **Was sonst noch los war** - **Wahlwiederholung:** Noch ist nicht entschieden, ob die Wahl von Abgeordnetenhaus und Bezirksverordnetenversammlung wiederholt werden muss. Wir wollten trotzdem von euch wissen: Würdet ihr wieder die gleichen Parteien wählen? [Das sind eure Antworten.](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/18/ich-wuerde-wieder-genauso-waehlen/?ref=loky.news) **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/Kiezfoto_Greifswalder-Stra%C3%9Fe_Julia-Schmitz.jpg) Wecke den Tiger in dir! – Gesehen auf der Greifswalder Straße Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** - **Schulbauoffensive:** Nachdem der Berliner Senat die Investitionsplanung bis 2026 bekannt gegeben hatte und klar wurde, dass etliche der sanierungsbedürftigen Schulen in der Stadt und im Bezirk Pankow darin nicht berücksichtigt sind ([wir berichteten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/29/wie-der-senat-die-schulen-in-pankow-kaputtspart/?ref=loky.news)), kommen nun erste Forderungen aus der Lokalpolitik. Die Linkspartei von Pankow fasste in ihrer Hauptversammlung vergangene Woche den Beschluss, dem Schulplatzmangel entgegen zu wirken und stellte vier konkrete Anliegen vor: Die Mandatsträger\*innen der Partei im Abgeordnetenhaus sollen sich dafür einsetzen, dass die verschobenen Investitionen von Sanierung und Neubau zurückgenommen werden und dass die dringend notwendigen Sanierungen – insbesondere des Gymnasiums am Europasportpark, des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums und des Max-Delbrück-Gymnasium – im Doppelhaushalt des Senats berücksichtigt werden. Außerdem soll Berlin bis zum nächsten Schuljahr mindestens einen neuen Oberschulstandort einrichten und dafür auch die Nutzung nicht öffentlicher Gebäude durch Anmietung oder Kauf in Betracht ziehen. Auch leerstehende Gebäude in Besitz des Landes oder des Bundes könnten dafür infrage kommen, ebenso wie öffentliche Räume, darunter Bibliotheken, Musikschulen sowie Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen. „Die vom Senat beschlossene Investitionsplanung für die Jahre 2022-2026 wird die Versorgung mit Schulplätzen in Pankow dramatisch verschärfen. Das können wir nicht hinnehmen. Daher sind alle Instrumente zu nutzen, um die dringend benötigten Sanierungen zu ermöglichen“, heißt es in einer Begründung der Partei. - **Schulbauoffensive II:** Die erste temporäre Schuldrehscheibe, die in Pankow entsteht, ist zum Glück noch im alten Investitionsplan enthalten und deshalb in trockenen Tüchern: Am Dienstag begann im Bereich Eschengraben/Talstraße der Aufbau der ersten Containermodule. Bis Mitte 2023 entsteht auf dem rund 9.500 Quadratmeter großen Grundstück ein auf 15 Jahre angelegtes Ausweichquartier mit Platz für bis zu 600 Schüler\*innen. Vier Geschosse in insgesamt 51 Modulen enthalten zahlreiche Unterrichtsräume, außerdem gibt es eine Mensa mit 240 Plätzen. Die Grund- und Oberschulen aus dem Bezirk, die jeweils für zwei bis drei Jahre saniert werden, ziehen in dieser Zeit in die Schuldrehscheibe um; den Anfang macht die Wolkenstein-Grundschule aus der Neumannstraße. „Pankow ist mit seinem Schul-Drehscheibenkonzept in Berlin Vorreiter und mit der Montage der Module sind jetzt endlich Fortschritte erkennbar”, erklärt Dominique Krössin, Bezirksstadträtin für Schule, Sport, Weiterbildung und Kultur. „Mich begeistern die Präzision und Logistik, die hier in kurzer Zeit ein hochmodernes Gebäude entstehen lassen.” Eine weitere Schuldrehscheibe entsteht an der Werneuchener Wiese am Rande des Volksparks Friedrichshain. - **Ampeln:** Bis zu 500 Schüler\*innen überqueren fast täglich die Stahlheimer Straße, um in die Carl-Human-Grundschule zu kommen – dichter Durchgangsverkehr und die Tramlinie 12 inklusive. Doch eine Ampel gibt es nicht, denn die hat der Bezirk letztes Jahr abbauen lassen. Es war die einzige in der näheren Umgebung, die die Schüler\*innen sicher zu ihrer Schule brachte. Deswegen fordern Eltern und Schulvertreter\*innen Ampeln an allen Ecken der Kreuzung. [Am Dienstag demonstrierten sie für diese. ](https://trampeln-fuer-ampeln.de/index.htm?ref=loky.news)Gleichzeitig fordern sie ein durchgehendes Tempo 30 auf der Stahlheimer Straße sowie einen Zebrastreifen auf der Stahlheimer Straße vor dem Eingang der Turnhalle. Doch die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz hält dies nicht für nötig: „Im Ergebnis können keine Gründe für eine signaltechnische Erweiterung der Regelung auf den gesamten Knotenpunkt erkannt werden“, heißt es in einer Antwort der Senatsverwaltung auf ein Schreiben der Elternvertretung. Eine Abfrage bei der Polizei Berlin habe keine Anhaltspunkte für eine Ampel geliefert. Auch die Unfallauswertung der letzten Jahre sei unauffällig. - **Freizeitangebote:** Welche Freizeitangebote gibt es eigentlich für Kinder und Jugendliche im Bezirk Pankow? Die CDU-Fraktion glaubt, dass junge Leute nicht wissen, was sie an ihrem Wohnort unternehmen können. Nun möchte sie die Sichtbarkeit von Sport-, Freizeit- und Bildungsangeboten im Bezirk Pankow verbessern. „Vor allem Kinder und Jugendlichen mussten in den letzten beiden Jahren starke Einschränkungen in ihrer Freizeitgestaltung hinnehmen. Dass viele Pankower Einrichtungen trotz der Pandemiebeschränkungen aber ein kontinuierliches Angebot bereitstellen konnten, haben viele nicht mitbekommen“, sagt Eva Scharfenberg, Sprecherin für Kinder, Jugend, Familie und Integration der CDU-Fraktion Pankow. Daher solle das Bezirksamt diese nun sichtbarer machen und den Zugang zu den Aktivitäten erleichtern. Die Fraktion fordert nun, dass die bereits vorhandenen Plattformen wie der [Blog des Medienzentrums Pankow](http://digipankow.wordpress.com/?ref=loky.news) weiterentwickelt werden. Darüber hinaus wünscht sich die CDU eine App, mit der die Bekanntheit der bestehenden Angebote gesteigert werden soll. - **Ehrenamt:** [Das Jugendamt Pankow sucht für das Amtsgericht oder Landgericht Jugendschöff\*innen.](https://www.berlin.de/jugendamt-pankow/service/aktuelles/artikel.1219904.php?ref=loky.news) Nach Paragraf 35 des Jugendgerichtsgesetzes werden sie in ihrer Amtszeit von 2024 bis 2028 als ehrenamtliche Richter\*innen Teil der Rechtsprechung sein. Wer sich für dieses Ehrenamt interessiert, kann sich bis zum 11\. November bewerben. Bewerber\*innen müssen mit Beginn des Jahres 2024 mindestens 25 und höchstens 69 Jahre alt sein und ihren Wohnsitz im Bezirk Pankow haben. **Tipps & Termine** - **28.10.:** Sie gehörte zu den populärsten Bands der DDR: die Klaus Renft Combo. Dennoch war sie den DDR-Behörden ein Dorn im Auge. So erhielt Renft zeitweilige Auftrittsverbote, bis die Band 1975 ganz verboten wurde. 1990 fanden sich ehemalige Mitglieder wieder zusammen. Seitdem spielen sie in wechselnder Besetzung. [Am Freitag tritt die Band in der Wabe auf.](https://www.wabe-berlin.info/okt-2022/28/?ref=loky.news) Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 28 Euro, an der Abendkasse 30. - **3.-6.11.:** Wie passen ein Filmfestival und Dichtkunst zusammen? Das [ZEBRA Poetry Film Festival](https://www.haus-fuer-poesie.org/de/zebrapoetryfilmfestival/zeb/zebra/?ref=loky.news) zeigt, wie es geht. Das Filmfestival findet vom 3\. bis 6.11\. im Haus der Poesie und im Kino der Kulturbrauerei statt. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Wahl:** Am 16\. November fällt die endgültige Entscheidung: Muss Berlin die Wahl zum Abgeordnetenhaus und den Bezirksämtern wiederholen? [Wir haben die Pankower Parteien gefragt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/11/pankow-droht-ein-winter-wahlkampf/?ref=loky.news), was das für sie bedeuten würde. **Zitat der Woche** *„Arbeiter\*innen nutzten Vergnügungslokale in ganz Berlin häufig für Versammlungen und politische Aktionen, die sie als Bierrunden tarnen konnten“,* schreibt meine Sonja Koller. Auch der Pratergarten war früher ein solcher Ort. Nächste Woche erfahrt ihr, warum der Alte Schlachthof ebenfalls ein geschichtsträchtiger Ort in Prenzlauer Berg ist. Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Woche. Eure Christina Heuschen --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Ein politischer Biergarten URL: https://www.loky.news/ein-politischer-biergarten/ Last updated: 2025-03-20T18:08:19.000Z ## Im 20\. Jahrhundert kann sich der Pratergarten der Politisierung nicht entziehen und muss sich immer wieder neu erfinden, um in einer für Deutschland einmaligen Zapfhahndichte zu überleben. --- Um 1900 wurden in Prenzlauer Berg neben Arbeitern auch immer mehr Arbeiterinnen zu gern gesehenen Kund\*innen in Biergärten. Ein Business, das nicht nur im Pratergarten gut lief und das sich auch andere nicht entgehen lassen wollten. In der unmittelbaren Umgebung der Kastanienallee entstanden gleich mehreren Konkurrenzunternehmen. Die Schultheiß-Brauerei in der Schönhauser Allee schenkte nun ebenso Bier aus und auch die Brauereien Pfefferberg, Königstadt und Bötzow hatten große Biergärten eröffnet. Einer dieser Brauereien war es schließlich auch, die den Prater aufkaufte. Die Brauerei Pfefferberg wurde Anfang des 20\. Jahrhunderts Eigentümer des Grundstücks an der Kastanienallee und so auch des Praters. Die Eigentümerfamilie Kalbo kümmerten sich aber weiterhin um die Geschäfte und blieb Akteur. Der Kauf führte dazu, dass der Garten um einen Saal erweitert werden konnte: Wer den Pratergarten heute betritt, sieht ihn etwas hinter dem Eingang links. Kund\*innen wollte man dort mehr Abwechslung bieten, was bei dem harten Konkurrenzkampf immer nötiger wurde. Der Prater musste in einer Gegend mit einer „in Deutschland einmaligen Zapfhahndichte“ überleben, wie es auf der Webseite heißt. Laut Thilo Zantke, der 1987 die ausführliche Geschichte des Biergartens dokumentierte, gelang dies, weil der Prater „Kneipe, Ausflugslokal, Varieté, Volkstheater, Ballsaal, Garten und Versammlungsort“ war. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Ein politisches Fenster** Zu Beginn des 20\. Jahrhunderts gab es in Berlin Bedarf nach Gesprächen, die in institutionalisierten Bereichen der Gesellschaft so nicht erwünscht waren. Also machten Kneipen diese offene Kommunikation möglich. Arbeiter\*innen nutzten Vergnügungslokale in ganz Berlin häufig für Versammlungen und politische Aktionen, die sie als Bierrunden tarnen konnten. Als große Gaststätte in einem Arbeiter\*innenbezirk wie Prenzlauer Berg war auch der Pratergarten, wenn auch am Rande, Austragungsort politischer Versammlungen. Weil es damals verboten war, diese Versammlungen unter freiem Himmel auszutragen, trank und besprach man sich im „großen Saal“ des Praters. Damit auch das schwieriger wurde, galt schnell jede Veranstaltung, bei der ein Fenster offen stand, als eine verbotene Versammlung „unter freiem Himmel“. Bei den langen Besprechungsrunden wurde aber häufig viel geraucht, der Saal so schnell unerträglich verqualmt und eine Lösung musste her: Das Klappfenster wurde geboren. Ob es wirklich im Pratergarten erfunden worden ist, lässt sich nicht mehr vollständig rekonstruieen. Sicher ist aber, dass es im „großen Saal“ eines der ersten Klappfenster der Welt gab. Durch den kleinen Spalt konnte zwar der Rauch abziehen, das Fenster galt aber offiziell nicht als geöffnet. Noch heute ist der Saal des Praters mit einem geschichtsträchtigen Klappfenster ausgestattet. **Freizeitgestaltung im Wandel der Zeit** Weil es der Familie Kalbo wichtig war, unpolitische Unterhaltung zu bieten, gab es im Pratergarten weiterhin Vorstellungen, im Sommer sogar täglich. Paul Kalbo, der die Geschäfte übernahm, nachdem der Gründer Johann verstorben war, zeigte sogar Pantomime und Marionettenspiele. Im Winter feierte man im Prater Bälle. Es tanzte ein unüblich gemischtes Publikum, sowohl Beamte als auch Dienstmädchen, wohlhabende Familien und Militär, wie Zantke in seinem Buch beschreibt. Nachdem Paul Kalbo starb, übernahm seine Witwe Martha Kalbo das Geschäft und wollte im Pratergarten „Gehobeneres“ aufführen. Sie erhielt die staatliche Erlaubnis, 15-mal im Jahr „mehraktige Schauspiele des klassischen Repertoires“ zu zeigen und lies daraufhin den großen Saal umbauen. Aus dem schlichten Raum wurde ein aufwendiges Theater mit Schnürboden und Vorhang – und das erste Sorgenkind des Praters. Denn die Arbeiter\*innen wollten leichte Unterhaltung, Operetten und Blasorchesterkonzerte. Kalbo gab schließlich nach, kam ihrer Kundschaft entgegen und ließ im Prater erste „kinematographische Vorstellungen“ zu. Für die Kinofilme, die nun regelmäßig im Pratergarten gezeigt wurden, konnten sich die Zuschauer\*innen an Kiosken sogar mit Zigaretten, Kuchen, Eis, Schokolade, Würstchen und belegten Brötchen ausstatten. In den Pausen vergnügten sich die Besucher\*innen an Pfeilwurf- Blumen und Schießständen. ![Pratergarten](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/Pratergarten2.jpeg) Der Pratergarten ist noch immer einer der beliebsten Biergärten Berlins / Foto: Sonja Koller **Bier und Würstchen zwischen den Kriegen** Mit dem Vergnügen war während des Ersten Weltkrieges Schluss, der Prater musste schließen. Zwischen den Kriegen aber ging es für die Gaststätte schnell wieder bergauf und das Kino zog als fester Bestandteil ein. Weil aber immer mehr Freizeiteinrichtungen in Prenzlauer Berg auftauchten, die sich mehr und mehr spezialisierten, mussten die Kalbos das Unterhaltungskonzept des Praters erneut überdenken. Zudem hatten Arbeiter\*innen weniger Geld als zuvor, um es für Unterhaltungsprogramm auszugeben. So konzentrierte man sich im Sommer schnell nur noch auf das Gartengeschäft mit Getränken und Essen. Schließlich beließ man es dabei und gab die Lizenz zur Aufführung von Theaterstücken zurück. Während des Zweiten Weltkriegs blieb der Prater unzerstört. Die sowjetische Militäradministration wollte das Gelände deshalb nach Ende der Kampfhandlungen nicht ungenutzt lassen und ordnete an, den Prater wieder als Kulturbetrieb zu öffnen. Schon im Sommer 1945 traten erste Tänzer\*innen, Sänger\*innen und Clowns auf, die schnell wieder arbeiten wollten und mussten. Weil das Haus der Berliner Volksbühne zerstört wurde, zogen die Schauspieler\*innen mit ihren Inszenierungen 1946 im Prater ein, und auch Kinofilme wurden wieder gezeigt. **„Irgendwer verkaufte im Garten noch Bier“** 1967 dann der nächste wichtige Meilenstein in der Geschichte des Praters: Der Magistrat von Ostberlin ernannte ihn zum Kreiskulturhaus, in den Gebäuden, die sich an den Seiten des Gartens befinden, arbeiteten Künstler\*innen. Im Prater wurde getöpfert, musiziert, getanzt, geprobt und aufgeführt. Nach dem Mauerfall wurde das Treiben auf dem Gelände schließlich zu unübersichtlich; auf der Webseite heißt es heute, dass kein Konzept vorhanden war. „Neue Betreiber betrieben undurchsichtige Geschäfte, die Beschäftigten warteten auf eine Dauerstellung, irgendwer verkaufte im Garten noch Bier.“ Der Saal sollte in den 90er-Jahren noch einmal erneuert werden, wurde aber nie fertig. Das Ensemble der Volksbühne spielte also einfach im ganzen Garten, bezog nicht nur die Bühne, sondern auch die vielen Seitengassen ein. Für Zuschauer\*innen ein Spektakel, für die Beteiligten chaotisch. Zumindest ein Neuausbau der Terrasse gelang 1996 und aus dem Prater wurde mit den Jahren weniger ein Ort für Aufführungen, sondern [der Biergarten, den wir heute kennen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/pratergarten/?ref=loky.news). Ohne Operetten und Zirkus, dafür aber mit frisch gezapftem Bier und dem ultimativen Sonntags-Gefühl. ## **Dies ist der zweite Teil der Pratergarten-Geschichte. [Den ersten Teil findet ihr hier](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/05/auf-ein-bier-in-der-kastanienallee/?ref=loky.news).** Titelbild: Sonja Koller ### "Ich würde wieder genauso wählen" URL: https://www.loky.news/ich-wuerde-wieder-genauso-waehlen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Noch ist nicht entschieden, ob die Wahl von Abgeordnetenhaus und Bezirksverordnetenversammlung wiederholt werden muss. Wir wollten trotzdem von euch wissen: Würdet ihr wieder die gleichen Parteien wählen? Das sind eure Antworten. --- Diese Möglichkeit gibt es selten: Vielleicht können wir im Februar 2023 noch einmal unsere Kreuzchen machen. Zumindest bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus und den Bezirksverordnetenversammlungen. Die Entscheidung darüber fällt der Berliner Verfassungsgerichtshof am 16\. November – und dann gehen [die Pankower Parteien in einen Winter-Wahlkampf](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/11/pankow-droht-ein-winter-wahlkampf/?ref=loky.news). Aber was halten die Menschen in Prenzlauer Berg von einer Wahlwiederholung? Eine spontane Straßenumfrage an der Eberswalder Straße ergab, dass alle Befragten diese für notwendig halten, „damit die Demokratie gewahrt bleibt“. Und obwohl sie nicht mit allen Entscheidungen der Parteien, die sie im Herbst 2021 gewählt haben, einverstanden sind, würden sie diese auch bei einer Wahlwiederholung erneut wählen. „Ich bin zwar nicht ganz zufrieden, wie es läuft, aber ich bin grün und würde nicht anders wählen“, sagt eine Passantin. **Nicht alle befürworten Wiederholung** In unserer anonymen Online-Umfrage ergab sich ein etwas anderes Bild. Hier sprachen sich über 73 Prozent der Teilnehmer\*innen für eine Wahlwiederholung aus, während 20 Prozent diese ablehnen; 6,7 Prozent waren unentschieden. Einige von ihnen hatten [am Wahltag mit Hürden und Pannen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/28/drei-stunden-warten-am-teute/?ref=loky.news) zu kämpfen: „Da es sehr voll war, hat der Wahlleiter vor Ort mit den Wahlhelfern eine zusätzliche Kabine aus großen Kartons gebastelt, dies wurde sehr begrüßt. Dennoch gab es viel Wartezeit, hauptsächlich, weil ja sehr viele Wahlzettel auszufüllen waren. Die Stimmung war aber gelassen“, beschreibt jemand den Wahltag. Andere berichten ebenfalls von sehr langen Warteschlangen und Unterbrechungen der Wahl, weil keine Wahlzettel mehr vorhanden waren: „Ich habe knapp drei Stunden gebraucht“. Auch dass ihr Wahllokal noch nach 18 Uhr geöffnet war, schreiben einige Teilnehmer\*innen. ![Wahlwiederholung](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/1_neu.jpg) Ob die Parteien ihre Versprechen aus dem Wahlkampf gehalten und welche Beschlüsse sie seit dem Beginn der neuen Legislaturperiode umgesetzt haben, das konnten die Bürger\*innen nun ein Jahr lang beobachten. Sind sie mit den bisherigen Ergebnissen „ihrer“ Parteien zufrieden? „Es gäbe noch einiges zu verbessern“, antworteten 57,7 Prozent der Befragten, während 23,1 Prozent von der Arbeit der Parteien enttäuscht sind. Nur 19,2 Prozent gaben an, dass die Politiker\*innen ihre Erwartungen erfüllt oder gar übertroffen haben. Und trotzdem sagt die überwiegende Mehrheit: Ja, ich würde auch bei einer Wahlwiederholung noch einmal so wählen. 17,2 Prozent würden ihre Kreuze bei einer anderen Partei machen und 10,3 Prozent haben sich noch nicht entschieden. ![Wahlwiederholung](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/4.jpg) Die anonymen Antworten, welche Partei die Teilnehmer\*innen jeweils für das Berliner Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlung gewählt haben, spiegeln [das Ergebnis aus dem vergangenen Herbst](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/27/so-hat-prenzlauer-berg-gewaehlt/?ref=loky.news) im Kleinen wieder: Damals hatten die Bündnisgrünen drei von vier Wahlkreisen, die Prenzlauer Berg betreffen, für sich entschieden. In unserer Umfrage gaben 37 Prozent der Befragten an, die Grünen gewählt zu haben, gefolgt von der Linkspartei mit knapp 30 Prozent. Drittstärkste Kraft – bei der Wahl 2021 wie auch in unserer Umfrage – ist die SPD mit 14,8 Prozent. Bei der Wahl auf Bezirksebene hatten die Grünen ebenfalls das Rennen gemacht, mit [Cordelia Koch als Bürgermeisterkandidatin](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/20/buergermeisterkandidatinnen-im-check-cordelia-koch-gruene/?ref=loky.news) an der Spitze. Auch unter unseren Befragten haben mit 37,9 Prozent die meisten diese Partei gewählt; gefolgt von der Linkspartei mit 24,1 Prozent und der SPD mit 13,8 Prozent. FDP, AfD und andere Parteien – solche, die es nicht in die Bezirksverordntenversammlung geschafft haben – liegen gleichauf, während die CDU mit 3,4 Prozent unter den Teilnehmer\*innen der Umfrage den letzten Platz belegt. ![Wahlwiederholung](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/3.jpg) ### Prenzlauer Berg Newsletter #37 plant einen Winter-Wahlkampf URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-37-plant-einen-winter-wahlkampf/ Last updated: 2025-03-20T18:08:19.000Z ## Wie bereiten sich die Pankower Parteien auf den Winter-Wahlkampf vor, warum muss die U2 pendeln und kehren wir zurück zur Maskenpflicht in Räumen? Die Nachrichten der Woche gibt es im Newsletter. --- Vor etwas mehr einem Jahr haben wir gewählt, in nur wenigen Monaten könnte es wieder soweit sein: Wisst ihr schon, wen ihr wählen würdet, sollte eine Wahlwiederholung stattfinden? Werdet ihr wieder bei den gleichen Parteien eure Kreuzchen machen? Auch Pankows Parteien machen sich bereits Gedanken. Denn sollte die Wahl wiederholt werden müssen, stehen sie vor einer großen Herausforderung: Sie müssen nicht nur mit einem Wahlkampf im Winter rechnen, sondern sich auch fragen, ob ihre Politik seit letztem Jahr bei den Wähler\*innen angekommen ist. Wir haben die sechs Parteien angeschrieben, Linke, Grüne und CDU haben uns gewantwortet. Wie sie sich vorbereiten, erfahrt in unserem **Text der Woche** - **Wahl:** Am 16\. November fällt die endgültige Entscheidung: Muss Berlin die Wahl zum Abgeordnetenhaus und den Bezirksämtern wiederholen? [Wir haben die Pankower Parteien gefragt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/11/pankow-droht-ein-winter-wahlkampf/?ref=loky.news), was das für sie bedeuten würde. **Was sonst noch los war** - **Umfrage:** Diese Möglichkeit gibt es selten: Anderthalb Jahre nach der Wahl können Berliner\*innen wahrscheinlich ihre Stimme noch einmal abgeben. Wir wollen von euch wissen: [Macht ihr die Kreuze an derselben Stelle](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/14/umfrage-zweite-chance-fuer-waehlerinnen/?ref=loky.news)? **Kiezfoto der Woche** **Aus dem Bezirk** - **Ersatzgebäude:** Verfaulte Fensterrahmen, herabfallende Mauerstücke, Schimmel: Das Gymnasium am Europasportpark gehört zu den marodesten Schulen Berlins. Mitte September wurde dann auch noch bekannt, dass die Schule nicht auf dem Investitionsplan des Berliner Senats für eine Sanierung vorgesehen ist ([wir berichteten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/29/wie-der-senat-die-schulen-in-pankow-kaputtspart/?ref=loky.news)). Der Pankower Bezirkselternausschuss (BEA) zeigte sich empört. Auch die Schulleitung äußerte sich kritisch zu der Situation: „Da wir jedoch die hier arbeitenden und lernenden Menschen keinen Gefahren aussetzen werden, haben wir uns in enger Abstimmung mit der Unfallkasse darauf geeinigt die Schule bei unklarer Wetterlage im Herbst und Winter (vor allem bei Sturm) ggf. für einzelne Tage zu schließen, sollte bis dahin keine Lösung für die maroden Fenster gefunden worden sein. Das heißt jedoch nicht, dass wir dauerhaft ins Homeschooling wechseln werden.“ Wie die taz zuerst berichtete, hat der Bezirk Pankow nun zumindest eine Zwischenlösung gefunden. Das Gymnasium am Europasportpark soll Anfang 2023 in ein leeres Bürogebäude ausweichen. Für das Gebäude liege bereits ein Mietvertrag ab 1\. Januar 2023 vor, sagte die Schulstadträtin Dominique Krössin (Linke) in dem Bericht. Jetzt fehlt nur noch die Zusage der Finanzverwaltung für die Übernahme der Mietkosten. Krössin wolle aber noch diese Woche Finanzsenator Daniel Wesener das 860 Quadratmeter große Gebäude vorschlagen, heißt es. - **Pendelverkehr:** Das Chaos auf der U2 hält an. Momentan müssen Fahrgäste wegen einer Baustelle am Gleisdreieck umsteigen, doch nun kommt ein weiteres Hindernis hinzu: Der Bau eines Hochhausprojektes am Alexanderplatz scheint zu Schäden an einem Ubahn-Tunnel geführt zu haben. Weil sich die Baugrube in unmittelbarer Nähe zu den Gleisen der U2 befindet, hatte die BVG zuvor ein Überwachungssystem eingebaut, um mögliche Schäden an den Gleisanlagen frühzeitig zu erkennen. Nun näherte sich die Messung für das Gleis in Richtung Pankow einem Grenzwert. Der Tunnel senkte sich ab, Risse tauchten in den Wänden auf. Sicherheitshalber sperrte die BVG das Gleis. Bis auf Weiteres fährt die U2 nun zwischen den Bahnhöfen Senefelderplatz und Klosterstraße im 15-Minuten-Pendelverkehr. „Bauexpert\*innen der BVG und externe Gutachter\*innen werden nun den Bereich des U2-Bahnhofs genau untersuchen“, teilte die BVG mit. Erste Ergebnisse der Untersuchungen werden in rund zwei Wochen erwartet. - **Corona:** Es ist noch nicht vorbei: Die Corona-Fallzahlen steigen erneut an. So betrug die 7-Tage-Inzidenz in Pankow am Donnerstag 526,7 (Berlin: 468,2). Bei den über 90-Jährigen lag sie sogar weit über diesem Wert (1963), gefolgt von den 60 bis 69-jährigen (618). Doch wie sieht der Plan des Senats für den restlichen Herbst und den kommenden Winter aus? „Die bestehende Praxis der Corona-Ampel hat sich insbesondere aufgrund der durch die Omikron-Variante verursachten Infektionen, die mit einer geringeren Krankheitsschwere und höheren Infektionszahlen und Personalausfällen einhergehen, als Grundlage für zu treffende Maßnahmen nicht bewährt“, teilte die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung mit. Statt der Ampel solle in Zukunft eine wöchentliche Lagebewertung als Grundlage für die Maßnahmen dienen. Wie Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) am Mittwoch sagte, plane Berlin demnach ein dreistufiges Modell. Während Stufe 1 den aktuellen Status Quo beschreibt, käme bei Stufe 2 eine Maskenpflicht in bestimmten öffentlich zugänglichen Innenräumen hinzu; sollte die Infektionslage sich verschlimmern, könnte die Pflicht auf weitere Räume ausgeweitet werden. Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) reagierte zurückhaltend auf den Vorschlag. Dem rbb sagte sie, dass zu viele Punkte offen seien und der Senat noch nicht über den Plan gesprochen habe. - **Planspiel:** Egal ob es um Fahrradstraßen, die Bebauung von Grundstücken oder die Beleuchtung in dunklen Parks geht: In der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) kommen zahlreiche Themen zur Sprahe. Die einen unterstützen, die anderen kämpfen dagegen an. Aber was machen Politiker\*innen in der BVV eigentlich genau? Ein P[lanspiel soll Berliner\*innen zeigen, wie die BVV funktioniert](https://planspiel-bezirkspolitik.de/?ref=loky.news) und wie sie sich selbst in die Bezirkspolitik einbringen können. Dafür schließen sich die Spieler\*innen in fiktiven Parteien zusammen und versuchen eine Mehrheit für ihren Antrag zu bekommen. Die Planspiele starten 2023 in den öffentlichen Bibliotheken. Vorab bietet eine Webseite ein Quiz zur BVV an, das die wichtigsten Begriffe erklärt. - **Eröffnung:** Nach zweijähriger Bauzeit können die Menschen in Prenzlauer Berg endlich wieder den gesamten Einsteinpark nutzen: Die Grünanlage im Mühlenkiez wurde zwischen 2020 und 2022 aus Mitteln des Städtebauförderprogramms „Nachhaltige Erneuerung“ umfassend saniert und neugestaltet. Nun bietet der Park rund um die zentrale Wiesenfläche mit dem Kunstwerk „Albert und Einstein“ verschiedene Angebote, um sich zu erholen, zu spielen oder um Sport zu machen. Ülker Radziwill (SPD), Staatssekretärin für Mieterschutz und Quartiersentwicklung, sowie die Bezirksstadträtinnen Manuela Anders-Granitzki (CDU) und Rona Tietje (SPD) eröffnen den Einsteinpark am 14\. Oktober ab 15:30 Uhr auch offiziell. Auf dem anschließenden Rundgang durch den Park kann jede\*r mit den Politiker\*innen und Fachplaner\*innen ins Gespräch kommen und selbst erkunden, wie sich die Parkanlage verändert hat. Die Eröffnung wird durch ein kleines Rahmenprogramm mit Tischtennis, Kinderprogramm, Spielmobil, wandelnden Musikern und der Ausstellung „Ahnen“ des Ramba Zamba Theaters begleitet. **Polizeimeldungen** - **Verkehrsunfall:** Am Dienstagnachmittag ist ein Junge bei einem Verkehrsunfall in Prenzlauer Berg schwer verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, sei der Zehnjährige gegen 16.30 Uhr auf einem Tretroller unterwegs gewesen. An der Kreuzung Erich-Weinert-Straße/Prenzlauer Allee soll er die Fahrbahn bei roter Ampel überquert haben. Eine 59-jährige Autofahrerin, die die Prenzlauer Allee in Richtung Prenzlauer Promenade befuhr, versuchte noch auszuweichen, stieß dennoch mit dem Kind zusammen. Der Junge erlitt Hautabschürfungen sowie Kopf- und Nackenverletzungen. Rettungskräfte brachten ihn zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. **Tipps & Termine** - **16.10.:** Noch immer [zittert die Mietergemeinschaft in der Kastanienallee 12 (K12)](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/07/kastanienallee-k12-bedroht/?ref=loky.news), ob ihre Häuser teilungsversteigert werden oder ob eine Genossenschaft sie kaufen kann. Am Sonntag feiert die K12 ein [Hoffest und lädt zur Eröffnung der Ausstellung „Das ist unser Haus!“ ](https://www.instagram.com/p/Cjk3am3M70f/?utm%5Fsource=ig%5Fweb%5Fcopy%5Flink)mit Werken der Fotografin Iris Janke ein. Beginn des Hoffestes ist um 11 Uhr, die Ausstellung wird eine Stunde später eröffnet. - **Bis 23.10.:** Sie kämpfen gegen die Klima-Ungerechtigkeit oder setzen sich für die Gleichberechtigung von Frauen, queeren und trans Personen ein: Zahlreiche Menschen riskieren für ihre Überzeugung alles und fordern ihre Freiheit ein. Das [Human Rights Film Festival ](https://www.humanrightsfilmfestivalberlin.de/de?ref=loky.news)in Berlin widmet sich in diesem Jahr diesen Menschen. Unter dem Titel „Beyond Red Lines“ zeigt das Festival 41 Dokumentationen über die Menschenrechtslage weltweit. Bis nächste Woche Sonntag könnt ihr die Filme im Kino sehen, ein Großteil der Veranstaltungen wird außerdem gestreamt. - **20.-25.10.:** Das [Punkfilmfest](https://toodrunktowatch.de/?ref=loky.news) geht in die neunte Runde. Vier Tage lang zeigt das Festival Filme, die sich mit Punk, Anarchie und Widerstand befassen. Darunter sind Dokumentationen über die Punkszene in anderen Ländern. Aber auch Spielfilme sind Teil des Programmes. Das Festival findet von Donnerstag bis Dienstag im Lichtblick-Kino statt. Tickets kosten acht Euro. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Wahl:** Der Verfassungsgerichtshof empfiehlt in einer ersten Einschätzung eine Wahlwiederholung in Berlin, in Pankow könnten die Karten dadurch neu gemischt werden. [Wie bereitet sich der Bezirk darauf vor?](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/07/nach-der-wahl-ist-vor-der-wahl/?ref=loky.news) - **Pratergarten:** Der Pratergarten ist nicht nur [der älteste Biergarten Berlins](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/05/auf-ein-bier-in-der-kastanienallee/?ref=loky.news). Seine Geschichte erzählt auch jene von Prenzlauer Berg und die der Emanzipation der Berliner\*innen. **Zitat der Woche** „Wir *reaktivieren unsere Wahlkampfstrukturen und schauen, wie viel Geld wir aus der Parteikasse nehmen können und wofür. Ein Winter-Wahlkampf wird für die meisten neu sein und die Parteien vor Herausforderungen stellen“,* antwortete Sandra Brunner, Vorsitzende der Linkspartei in Pankow, auf unsere Frage, wie sich ihre Partei auf einen neuen Wahlkampf vorbereitet. Das war es von mir in dieser Woche. Ich wünsche euch ein wunderbares Wochenende! Eure Christina Heuschen --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Umfrage: Zweite Chance für Wähler*innen? URL: https://www.loky.news/umfrage-zweite-chance-fuer-waehlerinnen/ Last updated: 2025-03-20T18:08:19.000Z ## Diese Möglichkeit gibt es selten: Anderthalb Jahre nach der Wahl können Berliner\*innen wahrscheinlich ihre Stimme noch einmal abgeben. Wir wollen von euch wissen: Macht ihr die Kreuze an der gleichen Stelle? --- Noch ist es nicht entschieden, aber höchst wahrscheinlich muss die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus und den Bezirksverordnetenversammlungen wiederholt werden und zwar bis Ende Februar 2023\. Eine Situation, die so manche Politiker\*innen nervös machen könnte: Schließlich hatten die Wähler\*innen mittlerweile ein Jahr Zeit, die Arbeit der Parteien, Bezirksbürgermeister\*innen und -Stadträt\*innen, Senator\*innen und nicht zuletzt der Regierenden Bürgermeisterin zu beobachten. Wie stark beeinflusst das die Entscheidung bei einer Wahlwiederholung? Wir haben sechs Fragen formuliert, mit denen wir euch um eure Einschätzung bitten. Alle Antworten bleiben anonym. Die Umfrage kann direkt hier im Fenster ausgefüllt werden. Danke für eure Teilnahme! Titelbild: Glenn Carstens-Peters ### Pankow droht ein Winter-Wahlkampf URL: https://www.loky.news/pankow-droht-ein-winter-wahlkampf/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Vielleicht muss Berlin im Februar 2023 die Wahl wiederholen. Wir haben die Pankower Parteien gefragt, was das für sie bedeuten würde. --- Für manche kam es überraschend, andere hatten es schon geahnt: Die Wahl, [die Ende September 2021 stattfand](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/politik/wahl-2021/?ref=loky.news), muss voraussichtlich wiederholt werden. Das gab der Berliner Verfassungsgerichtshof in einer Einschätzung vor zwei Wochen bekannt – mit deutlichen Worten. „Für das Gericht kommt die vollständige Ungültigkeit der Wahlen in Betracht“, sagte Präsidentin Ludgera Selting. Für den Bezirk Pankow könnte das bedeutende Auswirkungen haben. Hier waren besonders viele [Unregelmäßigkeiten und Pannen am Wahltag](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/28/drei-stunden-warten-am-teute/?ref=loky.news) vorgefallen: Es fehlten Stimmzettel, Wähler\*innen mussten mehrere Stunden warten oder konnten erst nach 20 Uhr wählen; manche Wahllokale mussten bereits vor 18 Uhr schließen. **Linker Bürgermeister trotz grüner Mehrheit** Bündnis 90 / Die Grünen holten an diesem Tag in Pankow zwar die meisten Stimmen, doch reichten diese nicht für eine Mehrheit in der Bezirksverordnetenversammlung aus. Eine Zählgemeinschaft mit den anderen Fraktionen kam nicht zustande, dafür aber eine zwischen SPD und Linksfraktion – die später [Sören Benn (Linke) zum Bezirksbürgermeister wählten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/04/habemus-bezirksbuergermeister/?ref=loky.news), vielleicht sogar [mit den Stimmen der AfD](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/06/rathaus-of-cards-in-pankow/?ref=loky.news). Ein kleiner Skandal in der Bezirkspolitik Berlins. Wie gehen die Pankower Parteien mit der Aussicht auf eine Wahlwiederholung um, wie sehen sie ihre Chancen? Wir haben alle gefragt, Linke, Grüne und CDU haben uns geantwortet. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **„Winter-Wahlkampf wird eine Herausforderung“** **Sandra Brunner**, Vorsitzende der Linkspartei in Pankow, war bei der mündlichen Verhandlung zur Wahlwiederholung dabei. „Mit einer kompletten Wiederholung der Wahlen hatte ich nicht gerechnet. Die vorläufige Einschätzung des Gerichts war aber sehr deutlich“, sagt sie. Die Wahl von September 2021 zu bewerten, sei schwierig, denn „im Nachhinein ist man immer schlauer“. Doch schon vor dem Wahltag hätte die Linke Beschwerden über nicht zugesandte Briefwahlunterlagen oder falsche Stimmzettel für die Bundestagswahlen erreicht. Auf eine Wahlwiederholung und den damit verbundenen Wahlkampf bereitet sich die Partei bereits vor: „Wir reaktivieren unsere Wahlkampfstrukturen und schauen, wie viel Geld wir aus der Parteikasse nehmen können und wofür. Ein Winter-Wahlkampf wird für die meisten neu sein und die Parteien vor Herausforderungen stellen.“ Und nicht nur die Witterung wäre neu: „Angesichts der dramatischen Veränderungen seit der letzten Wahl 2021 wird die Wiederholungswahl eine andere sein. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, explodierende Preise bei Energie und Lebensmitteln, Existenznöte und -ängste – all das bereitet tiefe Sorge. Zumal die Ampelkoalition im Bund zu wenig für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen tut.“ Sie hofft, dass [Sören Benn](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/20/buergermeisterkandidatinnen-im-check-soeren-benn-linke/?ref=loky.news) seine Arbeit als Bezirksbürgermeister fortsetzen kann. **„Wir warten ohne Sorge auf den Urteilsspruch“** **Jenni Winterhagen**, Pankower Vorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grüne, befürwortet eine Wahlwiederholung. „Es überrascht uns nicht, dass das Landesverfassungsgericht die Gültigkeit der Wahl sehr genau und kritisch prüft. Die Wahl ist der Moment, in dem wir über die Machtverteilung im Land bestimmen. Wahlen müssen ordnungsgemäß stattfinden. Darauf beruht unser Vertrauen in die Demokratie. Die Fehler bei der Wahl haben das Vertrauen vieler in Berlin erschüttert“, antwortet sie. Die Wahl 2021 habe die Partei sehr gut vorbereitet, deshalb erwarte man den Urteilsspruch ohne Sorge. Die Bilanz der fünf Bündnisgrünen, die im Bezirk direkt ins Abgeordnetenhaus gewählt wurden, sei beachtlich, ebenso wie die Leistungen der Pankower Stadträtin für Soziales [Cordelia Koch](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/20/buergermeisterkandidatinnen-im-check-cordelia-koch-gruene/?ref=loky.news) und Cornelius Bechtler, dem Stadtrat für Jugend und Soziales. „Unsere Bezirksverordneten haben gezeigt, dass sie auch in schwierigen Situationen professionell handeln. Bis zur etwaigen Wiederholungswahl gilt für uns: Die Gewählten müssen ihre Verantwortung wahrnehmen. Stillstand hilft niemanden.“ Eine Herausforderung sieht auch sie in einem Wahlkampf während des Winters, für den vor allem Ehrenamtliche verantwortlich sind. „Wenn die Wahl wiederholt wird, ist das Wichtigste, dass die Innenverwaltung eine ordnungsgemäße Wiederholungswahl sicherstellt. Die Wahl bietet dann die Chance, verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen und heilsam zu wirken. Unser Bezirk und unser Land brauchen eine klar legitimierte Regierung.“ **„Die Deutlichkeit hat mich überrascht“** Ebenso wie Sandra Brunner war auch **Dirk Stettner** bei der Verhandlung vor Ort. „Die Wahlen wurden so schlecht vorbereitet, dass die vielen Fehler eine Wahlwiederholung wahrscheinlich machten. Die Deutlichkeit, mit der die Vorsitzende den zuständigen Senator für die wider besseren Wissens sehr schlechte Wahlvorbereitung und Durchführung kritisierte, hat mich aber überrascht“, sagt der Vorsitzende der CDU Pankow. Die Zustände während der Wahl im Herbst 2021 seien chaotisch gewesen, Wahlgrundsätze seien nicht eingehalten worden: „Jede Wählerin, jeder Wähler muss die Gelegenheit haben, frei, geheim, allgemein, unmittelbar und gleich zu wählen.“ Konkrete Vorbereitungen für die Wahlwiederholung und den damit verbundenen Wahlkampf will seine Partei erst treffen, wenn die endgültige Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes gefallen ist. Und wie sieht Stettner die Chancen seiner Partei bei einer erneuten Wahl? „Das entscheiden die Wählerinnen und Wähler.“ Am 16\. November entscheidet der Berliner Verfassungsgerichtshof, ob die Wahl für das Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlungen wiederholt werden muss. ### Prenzlauer Berg Newsletter #36 bereitet sich auf eine Wahlwiederholung vor URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-36-bereitet-sich-auf-eine-wahlwiederholung-vor/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Wie bereitet sich Pankow auf eine mögliche Wahlwiederholung vor? Was gibt’s Neues aus dem Thälmannpark? Und was bekommt die Musikbrauerei? Die Nachrichten der Woche gibt es im Newsletter. --- Um wie viel Uhr habt ihr im September 2021 eure Kreuzchen gemacht? In meinem Wahllokal am Teutoburger Platz [haben die letzten erst um kurz vor 21 Uhr gewählt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/28/drei-stunden-warten-am-teute/?ref=loky.news), da waren schon erste Ergebnisse im Internet nachzulesen. Über den Tag verteilt gab es in Pankow weitere Pannen wie vertauschte Wahlzettel, manchmal gab es auch gar keine mehr. Die Landeswahlleiterin hatte daraus Konsequenzen gezogen und ihr Amt kurz darauf niedergelegt. Aber ist so eine Wahl überhaupt gültig? Lange haben Verantwortliche darüber diskutiert, vor ein paar Tagen hat der Berliner Verfassungsgerichtshof dann die Wahlwiederholung für das Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlung empfohlen. Im Bezirk Pankow könnten dadurch die Karten noch einmal neu gemischt werden. Wie sich der amtierende Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) darauf vorbereitet, hat er uns verraten für den **Text der Woche** - **Wahl:** Der Verfassungsgerichtshof empfiehlt in einer ersten Einschätzung eine Wahlwiederholung in Berlin, in Pankow könnten die Karten dadurch neu gemischt werden. [Wie bereitet sich der Bezirk darauf vor?](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/07/nach-der-wahl-ist-vor-der-wahl/?ref=loky.news) **Was sonst noch los war** - **Pratergarten:** Der Pratergarten ist nicht nur [der älteste Biergarten Berlins](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/05/auf-ein-bier-in-der-kastanienallee/?ref=loky.news). Seine Geschichte erzählt auch jene von Prenzlauer Berg und die der Emanzipation der Berliner\*innen. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/86dccc60-08bb-3f1b-78af-0c1f9cf763cf.jpg) „Ich bin ein Choriner“ Klassisches Fotomotiv aus der Choriner Straße / Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** - **Thälmannpark:** Vor etwas mehr als anderthalb Jahren begannen die umfangreichen Bauarbeiten im Ernst-Thälmann-Park, jetzt sind sie beendet: Die Wege sind erneuert, neue Bänke und Sonnenliegen wurden aufgestellt. Auch der Teich, der zwischenzeitlich auszutrocknen drohte, ist gerettet: Die Grundwasserreinigungsanlage, die die Altlasten auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks herausfiltert, liefert kontinuierlich Wasser. Mithilfe eines Bodenfilters aus Schilf, welcher das noch vorhandene Ammonium abbaut, kann der Teich bewässert werden. Welche Maßnahmen das Bezirksamt noch umgesetzt hat, darüber informiert es am Montag, 17\. Oktober um 18 Uhr im Saal der Bezirksverordnetenversammlung im Haus 7 in der Fröbelstraße 17. - **Gymnasium am Europasportpark:** In der vergangenen Woche berichteten wir darüber, [wie der Senat Pankows Schulen kaputtspart ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/29/wie-der-senat-die-schulen-in-pankow-kaputtspart/?ref=loky.news)und das Gymnasium am Europasportpark im aktuellen Investitionsplan für Schulsanierungen leer ausgeht – obwohl es fast auseinandefällt. Das [Kindermagazin logo des ZDF hat das Gebäude mit Schüler\*innen besucht ](https://www.zdf.de/kinder/logo/marode-schule-berlin-100.html?ref=loky.news)und desaströse Zustände vorgefunden: Fenster, die sich nicht öffnen lassen oder durch Spanplatten ersetzt werden mussten – und überall der Geruch nach Schimmel. „Man hat ihn dauernd in der Nase, also auch beim Lernen und das lässt einen nicht gut nachdenken“, sagt die 13-jährige Lizzy. Das Gebäude ist über 50 Jahre alt, doch Sanierungen gab es in dieser Zeit kaum. - **Zuschuss:** Mit insgesamt 40 Millionen Euro an Fördermitteln unterstützt die Bundesregierung in ihrem Programm „KulturInvest“ regelmäßig die Pflege und Sanierung kultureller Einrichtungen in Deutschland. Davon profitiert nun auch die Musikbrauerei im Bötzowkiez: 487.900 Euro bekommt sie, um das Dachgeschoss – das so gut wie gar nicht mehr vorhanden ist – zu sanieren. „Die Musikbrauerei hat es geschafft durch ihren besonderen Mix der Kommission aufzufallen. Die Förderung durch den Bund ermöglicht die Erweiterung der Musikbrauerei um Versorgungs-, Klangtherapie- und Regenerationsräume, wodurch der Aufenthalt für Künstler\*innen und Besucher\*innen noch attraktiver und längerfristig möglich wird“, sagt die Bundestags-Abgeordnete Cansel Kiziltepe (SPD) über die Entscheidung. - **Gesundheit:** Vom 10\. bis 20\. Oktober findet bundesweit die [Aktionswoche der seelischen Gesundheit ](http://www.seelischegesundheit.net/aktionen/aktionswoche/?ref=loky.news)statt, in diesem Jahr läuft sie unter dem Motto „Reden hebt die Stimmung – Seelisch gesund in unserer Gesellschaft”. Der Bezirk beteiligt sich: Am Montag, 10\. Oktober rufen die Arbeitsgemeinschaft „Kinder psychisch kranker Eltern“ und der Gemeindepsychiatrische Verbund Pankow zu einer Demonstration auf, um sich für ein soziales Miteinander in schwierigen Lebenssituationen einzusetzen. Die Demonstration startet um 15 Uhr am Planetarium. Am 11\. Oktober finden in der Brotfabrik am Caligariplatz Lesungen, Vorträge und Diskussionen rund um die seelische Gesundheit im Bezirk statt. Beginn ist um 14 Uhr, der Eintritt ist frei. - **Fachkräftemangel:** Auch in Pankow werden Fachkräfte händeringend gesucht. Um eine Lösung für das Problem zu finden, hat sich im Bezirk der „Initiativkreis Runder Tisch Arbeit, Ausbildung, Integration 2.0“ gegründet. Ein Schwerpunkt liegt auf der Integration zugewanderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Am Freitag, 14\. Oktober lädt die Initiative Pankower Firmen zu einer Veranstaltung mit dem Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) und der Stadträtin für Soziales und Gesundheit, Cordelia Koch (Grüne) in die Fröbelstraße ein. Gemeinsam soll darüber diskutiert werden, welche strukturellen Hürden es bisher gibt und wie diesen begegnet werden kann. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr, eine vorherige Anmeldung ist nötig. [Weitere Informationen gibt es hier](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1248999.php?ref=loky.news). **Polizeimeldungen** - **Motorroller ausgebrannt:** In der Nacht zu Mittwoch alarmierte eine Anwohnerin der Schieritzstraße die Feuerwehr, nachdem sie gegen 4.50 Uhr einen brennenden Motorroller auf dem Gehweg bemerkt hatte. Die Einsatzkräfte konnten das Feuer löschen, das Fahrzeug brannte jedoch komplett aus. Das Brandkommissariat des Landeskriminalamtes ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung. --- ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/10/24d385e2-efa0-579a-7c30-f48d3bbf1f4d.jpg) **Verlosung** Ostberlin im Jahr 1989: Suzie (gespielt von Marlene Burow) fliegt kurz vor dem Abitur von der Schule, weil sie bei eine Polizeikontrolle mit einem Buch erwischt wurde, das in der DDR verboten ist. Jetzt muss sie im Kabelwerk Oberspree in Oberschöneweide Schichtdienst leisten. Als sie auf dem Weg dorthin eines frühen Morgens in der Tram fotografiert wird und dieser Schnappschuss auf dem Cover der Modezeitschrift Sybille landet, öffnet sich für sie eine neue Tür: Chefredakteurin Elsa Wilbrodt (Claudia Michelsen) bietet ihr die Möglichkeit, als Mannequin zu arbeiten. Suzie taucht ein in die Welt der Ostberliner Subkultur, wo sie auf den schillernden Rudi (Sabin Tambrea) trifft und sich in den Fotografen Coyote (David Schütter) verliebt. Sie steigt auf zum ostdeutschen Supermodel und erlebt die Freiheit, von der sie immer geträumt hat – aber welchen Preis muss sie dafür zahlen? „In einem Land, das es nicht mehr gibt“ läuft seit dem 6\. Oktober in den Kinos – und wir verlosen 2×2 Tickets für einen Termin eurer Wahl! Um an dem Gewinnspiel teilzunehmen, schreibt uns bis Donnerstag, 13\. Oktober [eine Mail](redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de) unter dem Stichwort „Sybille“. --- **Tipps & Termine** - **13.10.:** Der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hat die Veranstaltungsreihe „[Mein Kiez. Geschichte(n) des geteilten Berlins](https://www.berlin.de/aufarbeitung/veranstaltungen/artikel.1243510.php?ref=loky.news)“ ins Leben gerufen. Im Rahmen dessen gibt es am 13\. Oktober um 17 Uhr einen geführten Spaziergang zum Prenzlauer Berg in den 1980er Jahren, begleitet von dem Zeitzeugen Tom Sello. Weitere Führungen finden am 20.10\. um 16 Uhr und am 22.10\. um 10 Uhr statt. Eine vorherige Anmeldung unter info@aufarbeitung-berlin.de ist nötig. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Schulen:** Im neuen Finanzplan des Senats hat der Schulbau Priorität, heißt es – doch etliche sanierungsbedürftige Schulen gehen leer aus. [Für Pankow könnte das verheerende Folgen haben](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/29/wie-der-senat-die-schulen-in-pankow-kaputtspart/?ref=loky.news). - **Invasive Arten:** Nutrias, Böhmischer Riesenknöterich und Riesenbärenklau kommen ursprünglich aus anderen Breitengraden, haben sich aber längst in Pankow ausgebreitet. Die CDU wollte wissen, [was das für die Flora und Fauna im Bezirk bedeutet](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/27/wenn-tiere-andere-tiere-verdraengen/?ref=loky.news). **Zitat der Woche** *„Ja“,* antwortete Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) auf unsere Frage, ob ihn die Empfehlung des Verfassungsgerichtshofs zu einer Wahlwiederholung überrascht hat. Die endgültige Entscheidung, ob Berlin wirklich noch einmal wählen darf – oder muss – fällt am 16\. November 2022\. Die Vorbereitungen in den Bezirken laufen trotzdem schon auf Hochtouren. Das war es von mir in dieser Woche. Nächsten Freitag versorgt euch meine Kollegin Christina Heuschen mit den Nachrichten! Eure Julia Schmitz --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Nach der Wahl ist vor der Wahl URL: https://www.loky.news/nach-der-wahl-ist-vor-der-wahl/ Last updated: 2025-03-20T18:07:23.000Z ## Der Verfassungsgerichtshof empfiehlt in einer ersten Einschätzung eine Wahlwiederholung in Berlin, in Pankow könnten die Karten dadurch neu gemischt werden. Wie bereitet sich der Bezirk darauf vor? --- Fehlende Stimmzettel, stundenlanges Warten und Stimmabgaben nach offiziellem Wahlschluss: Bei den [Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/politik/wahl-2021/?ref=loky.news) kam es im vergangenen Jahr zu zahlreichen schweren Pannen. Der Berliner Verfassungsgerichtshof deutete in einer mündlichen Verhandlung in der vergangenen Woche an, dass es nach einer ersten Einschätzung eine Wiederholung der Abstimmungen verfassungsrechtlich für notwendig halte. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, soll aber am 16\. November 2022 fallen, erklärte der Verfassungsgerichtshof in einer Pressemitteilung. Im Interview erklärt Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke), wie er die Lage bewertet. **Herr Benn, hat Sie die Empfehlung des Verfassungsgerichtshofes überrascht?** Ja. **Wie bewerten Sie den Verlauf der Wahl in Pankow im Nachhinein?** Die [Wahlen sind in Pankow mit zahlreichen Mängeln behaftet](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/28/drei-stunden-warten-am-teute/?ref=loky.news) gewesen. Das ist allen bewusst und ärgert jene besonders, die sie unmittelbar vorbereitet und organisiert haben. Die Vorbereitungen waren wegen der Vielzahl der Abstimmungen und den Coronahygieneanforderungen umfangreicher und detaillierter als bei jeder Wahl vorher. Dennoch ist es zu den bekannten Problemen gekommen. Die zeitweise Unterbrechung durch fehlende Stimmzettel und teilweise daraus resultierenden langen Wartezeiten vor den Wahllokalen hatten einen besonders großen Einfluss auf den Verlauf dieses Tages und die Verärgerung der Leute. **Was würde eine Wahlwiederholung für den Bezirk und für Sie als Bezirksbürgermeister bedeuten?** Das hängt vom Wahlkampf, vom Wahlergebnis und dem sich anschließenden politischen Prozess ab. Ist also kaum jetzt schon antizipierbar. **Wie bereitet sich der Bezirk auf eine Wahlwiederholung vor?** Konzeptionell arbeitet das Wahlamt bereits seit dem Sommer an einer möglichen Wiederholungswahl. In nächster Zeit wird es dazu eine erste Ämter übergreifende Verständigung geben, um in eine konkrete Vorbereitung zu gehen. Das Wahlamt ist aktuell in Planungen zu möglichem Personaleinsatz (da in Pankow wie in allen Bezirken kein ständiges Wahlamt vorhanden ist), zum Raumbedarf und logistischen Fragestellungen. Dabei wird unter anderem geklärt, wie die kritischsten Wahllokale aus den vergangenen Wahlen entlastet und frühzeitig die Wahllokal-Standorte auf eine Wiederholungswahl vorbereitet werden können. Dabei geht das Wahlamt aktuell vom umfangreichsten Szenario aus. **Was passiert mit den Entscheidungen, die in der Zeit seit der Wahl getroffen wurden? Bleiben diese im Fall einer Wahlwiederholung gültig?** Ja, das hat das Verfassungsgericht klargestellt. **Gibt es im Fall einer Wahlwiederholung einen neuen Wahlkampf? Wenn ja, wird dafür Gelder und Personal zur Verfügung gestellt?** Die Verwaltung wird wieder zeitweise Personal aus anderen Bereichen abziehen, aber auch neu einstellen, sowie auch Räume anmieten und Dienstleister binden müssen. Das kostet selbstverständlich Geld. Ich gehe davon aus, dass der Senat das Notwendige zur Verfügung stellt. Fragen zum Wahlkampf kann ich für die Parteien nicht beantworten. Die werden jetzt jeweils die Köpfe zusammenstecken, in ihre Kassen blicken und sich auf ein Wahlkampfszenario vorbereiten, den es so noch nie gegeben hat und von dem im Augenblick auf noch niemand abschließend weiß, was genau gewählt werden wird. **Wie sehen Sie die Chancen Ihrer Partei Die Linke im Bezirk, sollte eine Wahlwiederholung stattfinden?** Bei der durch die aktuellen Krisen angespannten Stimmungslage in Bevölkerung und Politik sowie der unabsehbaren politischen Lageentwicklung wage ich keine Prognose dazu, wie sich das im März möglicherweise darstellen wird und wie das auf den Bezirk durchschlägt. *Titelfoto: Anja Mia Neumann* ### Auf ein Bier in der Kastanienallee URL: https://www.loky.news/auf-ein-bier-in-der-kastanienallee/ Last updated: 2025-03-20T18:08:19.000Z ## Der Pratergarten ist nicht nur der älteste Biergarten Berlins. Seine Geschichte erzählt auch jene von Prenzlauer Berg und die der Emanzipation der Berliner\*innen. --- Wer von der Eberswalder Straße in die Kastanienallee einbiegt, kann den Pratergarten kaum übersehen. Er ist das niedrigste und älteste Gebäude auf der Kastanienallee und einer der wenigen Stätten öffentlichen Lebens, die aus der Zeit Prenzlauer Bergs als Arbeiterbezirk erhalten sind. Wer an dem bunten Schild am Eingang vorbeigeht, betritt ein Gelände, dessen Größe von außen wohl die Wenigsten erahnen. Unter den Bäumen stehen unzählige Tische und fast 800 Gartenstühle, links eine größere Gaststätte, rechts ein Selbstbedienungstresen. Dort gehen Wurst, Kartoffeln mit Quark und vor allem viel Bier vom Fass über die Theke. Dahinter steht eine Bühne, die heute etwas verloren wirkt. Auf diesem Gelände lässt sich die Geschichte Prenzlauer Bergs erzählen. 1852 eröffnete Johann Kalbo hier einen Bierausschank. Und das, obwohl in der Gegend eigentlich wenig los war. Die Berliner\*innen trafen sich damals Unter den Linden, am Alexanderplatz oder an der Friedrichstraße. Wenige von ihnen fuhren zum Prenzlauer Tor oder gar durch, um sich außerhalb der Stadt im sandigen Prenzlauer Berg herumzutreiben. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Die Kundschaft kam mit der Pferdebahn** Trotzdem funktionierte Kalbos Bierausschank. Denn die Pferdekutscher, die aus Berlin ausreisten, kamen auf ihrem Weg in den Norden hier vorbei und kehrten ein. Das Timing Kalbos war perfekt: In der zweiten Hälfte des 19\. Jahrhunderts explodierte die Bevölkerung Berlins und vor allem Arbeiter\*innen zogen in die Stadt. Prenzlauer Berg wurde zum Arbeiter\*innenbezirk und der Pratergarten hatte auf einen Schlag eine große potenzielle Kundschaft. 1881 dann die nächste positive Entwicklung für den [Pratergarten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=Pratergarten&ref=loky.news): Weil die erste Pferdebahnlinie durch die Kastanienallee führte, wurde der Berliner Norden zu einem beliebten Ausflugsziel. Besonders am Wochenende kamen nun auch Berliner\*innen aus anderen Bezirken in den Prater. Offiziell hieß dieser damals aber noch gar nicht so. Die Bewohner\*innen Prenzlauer Bergs tauften die Gaststätte vermutlich einfach selbst so, wahrscheinlich mit dem Wiener Prater im Hinterkopf. **Ein Prater wie in Wien?** Hatten die Berliner\*innen also einfach die Wiener Version nachgemacht? Nein, das Wort Prater kommt von dem lateinischen „prato“, was übersetzt Wiese bedeutet. Obwohl der Berliner Prater deutlich kleiner war, als die Wiener Version hatten seine Besucher\*innen ähnliche Freizeitbedürfnisse. Wie in der österreichischen Hauptstadt wurden hier ein Park mit Wiese und eine sogenannte „Lustanstalt“ kombiniert. Dort allerdings wurde anderes aufgeführt als im noblen Wien, der Berliner Prater war eine volkstümlichere Variante. So drehten sich die Stücke oft um schwierige Schwiegermütter oder Affären. Schließlich waren es in Prenzlauer Berg vor allem Arbeiter\*innen, die unterhalten werden wollten. Obwohl der Begriff „Lustanstalt“ einen etwas schmuddeligen Beigeschmack hat, handelte es sich um ein damals weit verbreitetes Konzept. Berlinweit tauchten daher in der zweiten Hälfte des 19\. Jahrhunderts immer mehr „Café chantant“ auf, eine Form dieser Lustanstalten. Übersetzt bedeutet der Begriff so viel wie „singende Cafés“. Dort wurde aber nicht nur gesungen, sondern auch Operetten und Theater aufgeführt. Bereits 1867 bat auch Kalbo für sein Etablissement, das auch er damals „Café chantant“ nannte, beim preußischen Polizeipräsidiums um eine Erlaubnis zur Aufführung solcher Lustspiele, die nach zwei Jahren schließlich genehmigt wurde. Wahrscheinlich ist also, dass der Pratergarten, damals offiziell „Café chantant“, seinen Namen von den Berliner\*innen bekam, um ihn von den anderen Cafés mit demselben Namen zu unterscheiden. **Der Prater als Ort der Emanzipation** Der Prater wurde durch seine „Sommergartenbühne“ in den warmen Monaten immer beliebter – auch bei Frauen. Damals war das besonders, weil sich Frauen möglichst selten in der Öffentlichkeit zeigen durften. Tagsüber waren es vor allem Männer, die arbeiteten; die Frauen sollten sich um den Haushalt kümmern. Wenn sie in der Öffentlichkeit zu sehen waren, dann am Markt oder in der Kirche und nicht in einem Ausflugslokal. Weil der Pratergarten aber außerhalb der Berliner Stadtgrenze lag, widersetzen sich immer mehr Frauen den damals gültigen Regeln und gingen in das Ausflugslokal. Ein Schritt zu mehr Sichtbarkeit im Alltag und in Richtung Selbstbestimmtheit. Das dürfte daran liegen, dass dort ein Freizeitangebot geboten wurde, dass Ende des 19\. Jahrhunderts als unglaublich spektakulär galt. Statt wie früher auf Jahrmärkte zu warten, die nur ein oder zweimal jährlich stattfanden, konnten Berliner\*innen nun ihre Unterhaltung in den Alltag einbauen. Der Pratergarten vereinte mit seinem großen Angebot gleich mehrere Elemente der damaligen Freizeitgestaltung: Es gab Theater, Musik, Bier und etwas zu Essen. ## ### **Dies ist der erste Teil der Geschichte des Pratergartens. Wie es nach 1900 weiter ging, [erfahrt ihr hier](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/10/20/ein-politischer-biergarten/?ref=loky.news).** Titelbild: Sonja Koller ### 10.000 Euro für eine illegale Parkbank URL: https://www.loky.news/10-000-euro-fuer-eine-illegale-parkbank/ Last updated: 2025-03-20T18:06:45.000Z ## Harsche Worte vom Ordnungsamt und die unendliche Geschichte der Gleimstraße: Am Mittwoch tagte die Bezirksverordnetenversammlung, wir waren dabei – und fassen für euch die wichtigsten Themen zusammen. --- „Der Mauerpark ist keine x-beliebige Fläche, er ist vor allem eine Klimaressource“ sagte der Bezirksverordnete Axel Lüssow (Grüne) am Mittwochabend in der Bezirksverordnetenversammlung. Er hatte mit seiner Fraktion einen Dringlichkeitsantrag gestellt: Der Bezirk solle den Schutz der biologischen Vielfalt im Mauerpark stärker in den Mittelpunkt stellen. Ursprünglich hatten die Grünen versucht, die [Fällung von sieben gesunden Pappeln im Norden des Parks](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/31/kinder-oder-klimaschutz/?ref=loky.news) zu verhindern. Die Bäume werfen mit ihren Wurzeln Blasen im Asphalt und müssen weichen, damit die Grün Berlin GmbH, die für [die Umgestaltung des Parks](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/03/18/schluss-mit-schlamm/?ref=loky.news) zuständig ist, einen ebenen Zugang zum Neubauviertel anlegen kann. Doch jetzt will Lüssow nicht mehr über einzelne Bäume sprechen, sondern lieber über „das große Ganze“ und eine konstruktive Lösung für alle Beteiligten. In der BVV weist er noch einmal darauf hin, dass Pankow nicht umsonst vor drei Jahren [den Klimanotstand ausgerufen hat](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/08/15/pankow-ruft-den-klimanotstand-aus/?ref=loky.news) und auch im Koalitionsvertrag des rot-rot-grünen Senats die Achtung der biologischen Vielfalt verankert ist. „Der Mauerpark bietet Raum für kulturelle und sportliche Aktivitäten, er ist Ort der Begegnung und des sozialen Miteinanders. Er ist aber ebenso Klimaressource, Lebensraum für heimische Pflanzen und Tiere und Teil des Netzwerk städtischen Grüns – dies sind für [die biologische Vielfalt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/29/mehr-baeume-weniger-beton/?ref=loky.news) entscheidende Funktionen.“ Die CDU erklärte, keine Dringlichkeit in dem Antrag zu sehen und lehnte ab – die Mehrheit der Bezirksverordneten stimmte zu. Um Bäume, genauer gesagt um Baumscheiben, ging es in einer mündlichen Anfrage der Grünen-Verordneten Helene Bond: Unter dem Titel „Geht’s auch netter?“ wollte sie wissen, warum das Ordnungsamt auf zwei Sitzgelegenheiten in der Seelower Straße Aufkleber geklebt hatte: **„Der Besitzer dieser Bank mit Beet wird hiermit aufgefordert, diesen Gegenstand unverzüglich vom öffentlichen Straßenland zu entfernen! Ein Zuwiderhandeln stellt nach § 28 des Berliner Straßengesetzes eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße bis zu 10.000 Euro geahndet werden kann“**, steht darauf in recht scharfem Ton. Die Anwohner\*innen hatten die Bänke eigenmächtig an den Baumscheiben angebracht, um den Patienten des anliegenden Dialysezentrums eine Möglichkeit zum Ausruhen zu geben. „Ja, das geht auch netter“, antwortete Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU). Die Aufkleber seien veraltet, aber weil solche Fälle selten vorkämen, seien eben noch viele davon vorhanden. Die Überarbeitung der Formulierung sei bereits beantragt, ändere aber nichts daran, dass die Bänke dort nicht stehen dürfen: „Sie müssen entfernt werden, damit die Baumscheiben neu bepflanzt werden können.“ Anfang des Jahres hatte das Straßen- und Grünflächenamt [alle Bäume in der Seelower Straße gefällt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/14/mein-freund-der-baum-3/?ref=loky.news), obwohl zuvor nur die Hälfte davon auf Krankheiten untersucht worden war – jetzt will das SGA dort klimaresistentere Arten einsetzen. Und was wäre eine Pankower Bezirksverordnetenversammlung ohne Streit über Fahrradstraßen, Parkplätze und Parklets? Die SPD-Fraktion wollte die BVVler davon überzeugen, die unendliche Geschichte um die Gleimstraße zu verkürzen: Der Bezirk solle das Personal stellen und gemeinsam mit dem Bezirk Mitte die Entlassung aus dem übergeordneten Straßennetz zu beantragen, [damit sie endlich eine Fahrradstraße werden kann](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/07/28/was-wurde-aus-der-fahrradstrasse-gleimstrasse/?ref=loky.news). Es folgte eine längere Diskussion unter den Fraktionen und letztendlich die Überweisung in die Ausschüsse – wo dann erstmal weiter diskutiert wird. > Wieder scheitert ein Versuch die Einrichtung der [#Fahrradstrasse](https://twitter.com/hashtag/Fahrradstrasse?src=hash&ref%5Fsrc=twsrc%5Etfw&ref=loky.news) im [#Gleimviertel](https://twitter.com/hashtag/Gleimviertel?src=hash&ref%5Fsrc=twsrc%5Etfw&ref=loky.news) zu beschleunigen, an [@GrueneBVVPankow](https://twitter.com/GrueneBVVPankow?ref%5Fsrc=twsrc%5Etfw&ref=loky.news). Wir wollen das [#Pankow](https://twitter.com/hashtag/Pankow?src=hash&ref%5Fsrc=twsrc%5Etfw&ref=loky.news) und [#Mitte](https://twitter.com/hashtag/Mitte?src=hash&ref%5Fsrc=twsrc%5Etfw&ref=loky.news) direkt zusammenarbeiten. Pankow sollte die Mitarbeiter stellen. Jetzt werden Monate mit Ausschussarbeit vergehen. [#BVV](https://twitter.com/hashtag/BVV?src=hash&ref%5Fsrc=twsrc%5Etfw&ref=loky.news) > > — fRED (@fhreet) [September 28, 2022](https://twitter.com/fhreet/status/1575178359214317568?ref%5Fsrc=twsrc%5Etfw&ref=loky.news) Etwas schneller fiel die Entscheidung zum Thema Parklets. [Pankow hat schon vier](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/parklet/?ref=loky.news), die aber so gut wie niemand nutzt, weil sie an der stark befahrenen Schönhauser Allee stehen. Sie müssten also dort stehen, wo weniger Verkehr herrscht, sagen die Grünen. Der Berliner Senat hat zur Unterstützung ein Förderprogramm ausgeschrieben, welches den Bezirken die Antragstellung erleichtert. Doch Pankow macht bisher nicht mit. „Es geht nicht darum, alle Parkplätze abzuschaffen, sondern darum, eine Handvoll davon umzugestalten“, sagte Jan Drewitz (Grüne). Der Antrag wurde beschlossen – nicht ohne gegenseitige Anschuldigen der Verordneten, sie machten Wahlkampf. „Angesichts der Entscheidung von heute ist das auch nicht verwunderlich“, zitierten sie sich gegenseitig. Der Verfassungsgerichtshof hatte am Mittwoch in einer ersten Stellungnahme eine Wiederholung der Wahl des Abgeordnetenhauses und der Bezirksverordnetenversammlungen für nötig gehalten – und dann könnten auch in Pankow die Karten neu gemischt werden. --- Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema! ### Wie der Senat Pankows Schulen kaputtspart URL: https://www.loky.news/wie-der-senat-die-schulen-in-pankow-kaputtspart/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Im neuen Finanzplan des Senats hat der Schulbau Priorität, heißt es – doch etliche sanierungsbedürftige Schulen gehen leer aus. Für Pankow könnte das verheerende Folgen haben. --- „Den größten Einzelanteil an der Investitionsplanung macht in den nächsten Jahren der Schulbau aus. Betrugen die tatsächlichen Ausgaben für die Schulbauoffensive im Jahr 2021 noch 653 Millionen Euro, so werden die verfügbaren Mittel auf 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 stetig anwachsen. Den Bezirken stehen 2025 insgesamt 375 Millionen Euro zur Verfügung“, gab die Senatskanzlei am 13\. September bekannt. Es sind große Summen, die Finanzsenator Wesener in der Mitteilung nennt. Doch für Pankow könnte der Invesitionsplan für die Jahre 2022-2026 trotzdem verheerende Folgen haben: Nur zwei Sanierungsvorhaben, die der Bezirk eingereicht hatte, hat der Senat darin berücksichtigt. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Schulplatzdefizit wächst** Denn in Pankow herrscht nach wie vor eine Überbelegung von Schulplätzen, die Klassen sind überfüllt. Noch immer müssen zahlreiche Schüler\*innen [in andere Bezirke ausweichen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/06/27/haetten-sie-ein-gutes-gefuehl/?ref=loky.news). Bereits vor fünf Jahren lag [der finanzielle Bedarf für Sanierungen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2017/03/17/schulen-brauchen-knapp-90-millionen/?ref=loky.news) bei knapp 90 Millionen Euro. „Ohne wirksame Gegenmaßnahmen wird das Schulplatzdefizit im Sekundarbereich I in den kommenden Jahren auf bis zu 7.000 Schulplätze anwachsen. Durch ausbleibende Großsanierungen an maroden Schulstandorten kommen nochmal bis zu 3.500 Schulplätze hinzu, die dem Bezirk fehlen, um eine angemessene schulische Versorgung zu sichern“, heißt es seitens des Bezirksamtes. Weil der erste Entwurf des Finanzplans eine Verschiebung von 29 Sanierungsprojekten um fünf Jahre vorsah, reichte das Bezirksamt Widerspruch ein und arbeitete eine Priorisierung heraus, die sich auf neun Sanierungen und den Neubau von Schuldrehscheiben fokussierte. Die Gesamtsumme bleibe trotzdem gedeckelt, teilte die Senatsverwaltung daraufhin mit, weshalb Pankow noch einmal kürzte, diesmal auf fünf Schulen: Grundschule am Planetarium, Gustave-Eiffel-Schule, [Rosa-Luxemburg-Gymnasium](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/09/26/die-maerchenschule/?ref=loky.news), Max-Delbrück-Gymnasium und [Gymnasium am Europasportpark](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/01/27/mehr-schueler-als-stuehle/?ref=loky.news). Letzteres befindet sich in einem sehr maroden Zustand, die Fensterrahmen sind verfault und werden teilweise durch Spanplatten abgedichtet – und doch taucht die Schule im Investitionsplan des Senats nicht mehr auf. Auch das Rosa-Luxemburg-Gymnasium und das Max-Delbrück-Gymnasium fehlen. Schulstadträtin Dominique Krössin (Linke) hat deshalb den Notfall ausgerufen: „Der Bezirk erlebt durch den Beschluss eine dramatische Verkennung der Sanierungsproblematik, die zu Lasten der Schüler\*innen, der Pädagog\*innen, der Bildungs- und Erziehungsqualität und letztlich auch der öffentlichen Finanzen gehen wird. Ich werde deshalb umgehend die im Senatsbeschluss aufgezeigte Möglichkeit der Antragstellung für besondere Notfälle nutzen.“ **„Einige Schulen werden nicht bis 2026 durchhalten“** Auch der Pankower Bezirkselternausschuss (BEA) zeigt sich empört. Die Entscheidung der Senatsfinanzverwaltung und des Berliner Senates sei eine klare Absage an die Bildung im Land Berlin, heißt es in einer Pressemitteilung von Montag. Der Fokus auf Schulneubau sei zwar grundsätzlich nachvollziehbar und richtig, die Absage an Schulsanierung verkenne aber die individuelle Situation in den Bezirken. 173 Schulen hatte die Bildungsverwaltung für ganz Berlin auf einer Liste nach Dringlichkeit sortiert, nur knapp 40 davon sollen jetzt allerdings Geld bekommen. Pankows Eltern fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. „Was wir mit Sicherheit sagen können ist, dass einige der Schulen, die jetzt (wieder) verschoben werden sollen, nicht bis 2026 durchhalten werden. Der Bezirk Mitte hat eindrücklich gezeigt, was passiert, wenn man Schulen verrotten lässt. Offenbar hat aber niemand im Senat darüber nachgedacht, dass der Bezirk Pankow nicht nur eine potentielle Anna-Lindh-Schule hat“, sagt Vorsitzende Katja Ahrens. Die Anna-Lindh-Schule im Stadtteil Wedding ist wegen starkem Schimmelbefalls geschlossen, die Schüler\*innen wurden auf Ausweichstandorte verteilt. Selbst mit einem Notfall-Antrag brauche es in Pankow noch eine ganze Menge Geduld, bis sich die angespannte Schulplatzlage etwas entspannt, sagt Stadträtin Krössin: „Aktuell ist keiner der 13 angemeldeten Schulneubauten mit Sekundarstufe I einer Baudienststelle zugeteilt und damit finanziell gesichert.“ Wenn alle Schüler\*innen einen Platz bekommen sollen, geht das nur mit Sanierung. Titelbild: Das Gymnasium am Europasportpark muss dringend saniert werden, ist im neuen Investitionsplan des Senats aber nicht berücksichtigt / Foto: Julia Schmitz ### Wenn Tiere andere Tiere verdrängen URL: https://www.loky.news/wenn-tiere-andere-tiere-verdraengen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:23.000Z ## Nutrias, Böhmischer Riesenknöterich und Riesenbärenklau kommen ursprünglich aus anderen Breitengraden, haben sich aber längst in Pankow ausgebreitet. Die CDU wollte wissen, was das für die Flora und Fauna im Bezirk bedeutet. --- Wer in diesen Tagen an Feldrändern, Brachen oder Bahndämmen entlanggeht, sieht es oft golden leuchten: Die Kanadische Goldrute mag trockene Böden und ist ein Treffpunkt für Insekten, die hier ihren Nektar sammeln. Aber sie zählt auch zu den Neophyten: Eine Pflanze, die ursprünglich nicht aus unseren Breitengraden stammt und wahrscheinlich im 17\. Jahrhundert nach Europa kam – wo sie sich seitdem beständig ausgebreitet und andere Arten verdrängt hat. Invasive Arten in Flora und Fauna gibt es in Deutschland einige. Das Bundesamt für Naturschutz listet 168 Tier- und Pflanzenarten auf, die nachweislich negative Auswirkungen auf ihr Umfeld haben. Viele davon kommen auch in Pankow vor, denn im Bezirk gibt es viele Parks, mehrere Naturschutzgebiete, Seen und Wälder. [Der Bezirksverordnete David Paul (CDU)](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/direkt-aus-der-bvv/?ref=loky.news) stellte deshalb eine Kleine Anfrage, welche Neophyten es hier gibt und was das Bezirksamt tut, um sie einzudämmen. Kann man die Natur in ihre Schranken weisen? \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Populationen kontrollieren** Kurz gesagt: So einfach ist das nicht. In Pankow gibt es vor allem Nutrias, Bisamratten und Waschbären, antwortet Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU). Hinzu kommen invasive Fischarten wie Blaubandbärbling und Sonnenbarsch und Pflanzenarten wie Riesen-Bärenklau, Böhmischer Riesenknöterich, Spätblühende Traubenkirsche, Götterbaum und die erwähnte Goldrute. „Das Straßen- und Grünflächenamt entfernt Riesen-Bärenklau beim Auftreten in Grünanlagen sofort bei Bekanntwerden“, so Anders-Granitzki. Die Pflanze kann bis zu drei Meter hoch wachsen und bei Berührung zu schmerzhaften Quaddeln und Blasen auf der Haut führen. Für Tiere gibt es durch das Bundesamt für Naturschutz vorgegeben Maßnahmenkataloge; die besagen zum Beispiel, dass die Population von nicht heimischen Fischen kontrolliert und deren Verbreitung eingedämmt werden muss – notfalls durch zeitweise Trockenlegung der Gewässer. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/09/Riesen-Ba%CC%88renklau.jpg) Der Riesen-Bärenklau kann bei Kontakt mit der Haut zu schmerzhaften Quaddeln führen / Foto: Wikimedia Commons **Waschbären bedrohen Amphibien** Waschbären, die vor allem in den Außenbezirken vorkommen, hält das Umwelt- und Naturschutzamt mit Überkletterschutzmanschetten an Horst- und Höhlenbäumen zumindest teilweise in Schach. „Der Waschbär als räuberisches invasives Neozoon hat vor allem Auswirkungen auf die einheimische Avifauna und Amphibien. Er bedroht den Bruterfolg zahlreicher Vogelarten und muss als relevante Bedrohung für ohnehin zurückgehende Amphibienbestände angesehen werden“, so Anders-Granitzki. Flächendeckendere Maßnahmen seien hingegen nicht möglich, da die Jagd von Waschbären in Berlin verboten ist. Die Biodiversität im Bezirk ist vielfältig,[ aber auch in dieser Vielfalt bedroht](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/29/mehr-baeume-weniger-beton/?ref=loky.news). Anders-Granitzki: „Das ‚Wasserdefizit‘ ist besonders für die Amphibienpopulationen ein Problem und damit für die biologische Vielfalt in Pankow. Die genannten Lebensräume werden zukünftig im Fokus des Biodiversitäts- und Schutzgebietsmanagements stehen, da sie besonders gefährdete Tier- und Pflanzenarten beherbergen. Auch der allgemein festgestellte starke Rückgang der Insekten ist Anlass für die besondere Beachtung dieser Tiergruppe bei Schutzmaßnahmen.“ Noch sei das Wissen über die verschiedenen Arten in Pankow verbesserungsdürftig; für ein gezieltes Biodiversitätsmanagement mangele es aktuell aber an Fachpersonal. Foto: Andreas Schantl / Unsplash ### Prenzlauer Berg Newsletter #34 plant den perfekten Kiez URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-34-plant-den-perfekten-kiez/ Last updated: 2025-03-20T18:08:19.000Z ## Was läuft in der Verkehrsplanung im Bezirk schief? Warum machen die Schulen wieder Probleme? Was passiert mit der Parkbeleuchtung? Die Nachrichten der Woche gibt es im Newsletter. --- Immer wieder gibt es Streit um die Verkehrsplanung in Berlin: Autofahrer\*innen ärgern sich, weil Parkplätze wegfallen. Wer zu Fuß unterwegs ist, stößt immer wieder auf viel zu schmale Gehwege, die plötzlich enden. Und Radfahrer\*innen riskieren an unübersichtlichen Kreuzungen regelmäßig, angefahren zu werden. Doch es geht auch anders. Wie Planer\*innen die Situation verbesseren können, hat mir der Leiter des Fachgebiets für Integrierte Verkehrsplanung am Institut für Land- und Seeverkehr der Technischen Universität Berlin erzählt. Ich habe für euch mit Oliver Schwedes darüber gesprochen, was an der momentanen Verkehrsinfrastruktur in Prenzlauer Berg problematisch ist – für unseren **Text der Woche** - **Mobilität:** Immer wieder sorgt die Verkehrsinfrastruktur in Prenzlauer Berg für Ärger. Der [Verkehrswissenschaftler Oliver Schwedes erklärt im Interview](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/23/den-strassenraum-neu-aufteilen/?ref=loky.news), was sich ändern muss. **Was sonst noch los war** - **Buchtipps:** Es raschelt im Blätterwald: Der Herbst ist die wichtigste Saison auf dem Markt der literarischen Novitäten. [Wir stellen euch fünf neue Bücher vor](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/21/von-erinnerungen-und-traumfetzen/?ref=loky.news), die in Prenzlauer Berg spielen. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/09/Kiezfoto_Saarbru%CC%88cker-Stra%C3%9Fe_Foto-Julia-Schmitz-1024x1024.jpg) Gesehen in der Saarbrücker Straße / Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** - **Rückschlag:** [Pankows Schulen platzen auch weiterhin aus allen Nähten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/10/schulplatzmangel-spitzt-sich-zu/?ref=loky.news): Laut Bezirksamt besteht allein an den weiterführenden Schulen eine Überbelegung von etwa 2.900 Plätzen, was zu übervollen Klassen führt. Seit Jahren müssen immer mehr Pankower Kinder und Jugendliche Schulen in anderen Bezirke besuchen. Die kürzlich vom Senat beschlossene Investitionsplanung für die Jahre 2022 bis 2026 wird die ohnehin angespannte Schulplatzsituation in Pankow nun noch weiter verschärfen: Ohne wirksame Gegenmaßnahmen wird das Schulplatzdefizit im Sekundarbereich I in den kommenden Jahren auf bis zu 7.000 Schulplätze anwachsen. Durch ausbleibende Großsanierungen an maroden Schulstandorten kämen nochmal bis zu 3.500 Schulplätze hinzu. Dennoch sieht der Entwurf der Investitionsplanung für Pankow eine Verschiebung von 29 Sanierungsmaßnahmen um bis zu fünf Jahre vor. „Der Bezirk erlebt durch den Beschluss eine dramatische Verkennung der Sanierungsproblematik, die zu Lasten der Schüler\*innen, der Pädagog\*innen, der Bildungs- und Erziehungsqualität und letztlich auch der öffentlichen Finanzen gehen wird“, erklärt Schulstadträtin Dominique Krössin (Linke). Der Bezirk Pankow hat nun gegen den Entwurf der Investitionsplanung Widerspruch eingelegt, neun Sanierungsmaßnahmen sowie den Bau von sogenannten Schuldrehscheiben priorisiert und erneut eingereicht. - **Fahrradstraße:** Nachdem der Bezirk die Oderberger Straße in verhältnismäßig kurzer Zeit zu einer Fahrradstraße umgewidmet hat, steht die [nächste Maßnahme dieser Art in den Startlöchern](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/21/ein-netz-aus-fahrradstrassen/?ref=loky.news): Die Planungen für die Saarbrücker Straße im Süden des Stadtteils sind laut Bezirksamt bereits abgeschlossen, die Vorfahrt für Radfahrende 2023 soll fertiggestellt werden. Im Zuge dessen soll die Einmündung der Saarbrücker Straße in die Schönhauser Allee nach Wunsch des Bezirksamtes eine Mittelinsel zur sicheren Überquerung von Fußgänger\*innen erhalten, auch soll der Fahrradweg südlich der Straße auf einer Länge von 30 Metern verbreitert werden. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz muss dem aber erst noch zustimmen. Und sie verlangt außerdem „weitere verkehrsregelnde Maßnahmen”, ohne die sie die Finanzierung der Straße ablehnt, heißt es in einer Antwort auf die Anfrage des Abgeordneten Felix Reifschneider (FDP). Die geplante Fahrradstraße ist Teil des „Radvorrangnetzes”, das von der Schönhauser Allee über die Saarbrücker Straße, die Straßen Prenzlauer Berg, Am Friedrichshain, Friedenstraße und Straße der Pariser Kommune bis nach Friedrichshain führen soll. Davon liegen allerdings nur die Saarbrücker Straße und Prenzlauer Berg im Zuständigkeitsbereich des Pankower Bezirksamtes – und für letztere gibt es noch überhaupt keine Pläne. - **Parkbeleuchtung:** Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine lässt Strom und Gas knapp und teurer werden. Nun sollen die Städte Energie sparen – auch in zahlreichen Grünanlagen Berlins bleibt das Licht nun aus. Laut Senatsbeschluss geschieht dies jedoch nur an Orten, bei denen es sich nicht um Schulwege, Wege zwischen Wohnquartieren oder touristisch relevanten Strecken handele. Der Mauerpark hingegen wird als Wegeverbindung genutzt, heißt es in der Antwort auf eine Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Bahar Haghanipour und Gollaleh Ahmadi (beide Grüne) und müsste demnach weiterhin beleuchtet werden. Zu welchen Zeiten und in welchem Umfang im Bezirk Pankow das Licht ausgehen könnte, ist noch unklar: „Es besteht keine gesetzliche Verpflichtung zur Beleuchtung von öffentlichen Grünanlagen. Demzufolge könnte die Beleuchtung komplett abgeschaltet werden“, teilte das Bezirksamt Pankow lediglich mit. Doch dunkle Parks stellen oft ein Risiko dar, die ausgeschaltete Beleuchtung könnte dies erhöhen. Einige Bezirke setzen sich daher mit Sicherheitsaspekten auseinander, Pankow allerdings vorerst nicht: „Aufgrund der Tatsache, dass es keine gesetzliche Verpflichtung zur Beleuchtung von öffentlichen Grünanlagen gibt, erfolgt auch keine solche Prüfung in Zuständigkeit des Straßen-und Grünflächenamtes (SGA). Zudem wäre eine fachliche Beurteilung aufgrund fehlender Daten und fehlender fachlicher Expertise an dieser Stelle auch gar nicht möglich“, heißt es in der Antwort. - **Förderung:** Das Bezirksamt Pankow unterstützt die freie Kunst- und Kulturszene. Künstler\*innen, Initiativen und Vereine sowie Einzelpersonen können sich bis zum 15\. Oktober 2022 [für eine Projektförderung bewerben](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1247197.php?ref=loky.news). Bezuschusst werden künstlerische und kulturelle Projekte, die in Pankow realisiert werden und auf besondere Weise zur Vielfalt und Lebendigkeit des kulturellen Lebens im Bezirk beitragen. Kunst- und Kultureinrichtungen im Bezirk, die keine öffentliche Spielstättenförderung erhalten, haben außerdem die Chance auf eine Infrastrukturförderung. **Tipps & Termine** - **28.9./5.10.:** Der Deutsche Kurzfilmpreis gilt als die wichtigste und höchstdotierte Auszeichnung für kurze Filme in Deutschland. Bereits zum 25\. Mal [bringen die Preisträger\*innen und Nominierten ihre Filme bundesweit auf die große Leinwand](https://www.lichtblick-kino.org/filmreihe/kurz%5Fgesehen/22%5F09%5FKurzFilmTour?ref=loky.news) – auch im Lichtblick-Kino. Die Screenings finden nächste und übernächste Woche Mittwoch statt und beginnen jeweils um 20 Uhr. - **29.9.:** Auch das [Berlin Minute Festival](https://www.lichtblick-kino.org/extra/2022/22%5F09%5F29%5FBerlin%5FMinute%5FFestival%5F2022?ref=loky.news) achtet auf die Filmlänge: Hier dauern die gezeigten Filme jeweils 60 Sekunden. Nächste Woche Donnerstag findet die erste Ausgabe des Festivals ebenfalls im Lichtblick-Kino statt. Das Ticket beginnt um 18:30 Uhr. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Zu Fuß unterwegs:** Sie sind die größte Gruppe im Straßenverkehr und doch oftmals machtlos: Die [Fußgänger\*innen in Berlin](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/09/ein-gehweg-muss-zum-gehen-da-sein/?ref=loky.news). Roland Stimpel, Landessprecher des Fuss e.V., über Zebrastreifen, Fahrradstraßen und das Versäumnis der Verkehrsministerin. - **Toilettensuche:** Wohin, wenn die Blase drückt? [Öffentliche Toiletten sind in Prenzlauer Berg Mangelware](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/13/pankows-pinkel-problem/?ref=loky.news) – vor allem für Frauen. Bezirk und Senat machen jetzt erste Schritte, um das zu ändern. - **Kreativ:** Seit dem Brandanschlag im Januar steht die Paul-Gerhardt-Kirche in der Wisbyer Straße leer. [Eva von Schirach bespielt das Gebäude jetzt mit einem Kunstprojekt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/06/vielen-dank-fuer-die-blumen/?ref=loky.news), bei dem Alle mitwirken können. **Zitat der Woche** *„Wir müssen viel mehr als in der Vergangenheit experimentieren und wir müssen temporärer und niedrigschwelliger planen. Dinge ausprobieren, die man nachher wieder zurücknehmen kann, wenn man feststellt, das ist anders gekommen als wir gedacht haben. Wir müssen es vielleicht justieren, wir müssen es korrigieren“,* sagt Oliver Schwedes. Er ist Verkehrswissenschaftler und glaubt, dass Berlin eine große Chance hat, aus den Fehlern anderer Städte zu lernen. In der nächsten Woche lest ihr an dieser Stelle wieder von meiner Kollegin Julia Schmitz. Jetzt wünsche ich euch erst einmal ein schönes Wochenende! Eure Christina Heuschen --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** Foto: Fionn Große/Unsplash ### Den Straßenraum neu aufteilen URL: https://www.loky.news/den-strassenraum-neu-aufteilen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:23.000Z ## Immer wieder sorgt die Verkehrsinfrastruktur in Prenzlauer Berg für Ärger. Der Verkehrswissenschaftler Oliver Schwedes erklärt im Interview, was sich ändern muss. --- In Prenzlauer Berg protestieren Autofahrer\*innen, weil Parkplätze auf der Schönhauser Allee wegfallen. Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, stolpern über unebene Gehwegplatten. Und Radfahrer\*innen riskieren an unübersichtlichen Kreuzungen wie am Friedrichshain regelmäßig, angefahren zu werden. Der Leiter des Fachgebiets für Integrierte Verkehrsplanung am Institut für Land- und Seeverkehr der Technischen Universität Berlin Oliver Schwedes weiß, wie Stadtplanung besser gestaltet werden kann. **Welche Fortbewegungsmittel haben Sie heute schon genutzt?** Ehrlich gesagt noch gar keine. Ich habe das noch vor mir. Heute werde ich mit dem Fahrrad zum Hackeschen Markt fahren. **Woran liegt es, dass die Situation zwischen Autofahrer\*innen, Radfahrer\*innen und Fußgänger\*innen oft so verhärtet ist?** Das ist eine gute Frage. Ich bin selbst lange Zeit leidenschaftlicher Autofahrer gewesen. Aber ich kenne auch die andere Position. Mein Eindruck ist, dass man eher die Position vertritt, in der man gerade ist. Die Lager sind gar nicht mehr so eindeutig zu ziehen. Wir haben hier in Prenzlauer Berg mal eine Studie durchgeführt, in der wir Haushalte befragt haben, warum sie noch ein Auto haben. Da gibt es sehr unterschiedliche Typen, die wir identifiziert haben. Die Mehrzahl hat gesagt: „Ich halte den privaten PKW eigentlich nur noch für die wenigen Gelegenheiten, in denen ich glaube, den zu benötigen und ich keine attraktive Alternative habe.“ Dazu gehören der berühmte Einkauf bei Ikea oder der Ausflug am Wochenende nach Brandenburg. Den Haushalten fehlen oft die entsprechenden Äquivalente. Dann gibt es aber auch das andere Extrem: diejenigen, die eine emotionale Beziehung zu ihrem PKW haben. Da würde Verkehrsplanern auch nichts einfallen, wie man die erreichen könnte. Ich glaube, das hat viel mit der Kultur zu tun, die sich ändern muss – einer autozentrierten Kultur. Auch die Verkehrsplanung der letzten Jahrzehnte hat sehr stark den motorisierten Verkehr in den Vordergrund gestellt. Das hat sich im öffentlichen Straßenraum niedergeschlagen. Wenn Sie sich die Flächenverteilung angucken, dann ist die, wie viele sagen, sehr ungerecht verteilt. Ein Beispiel ist die fehlende Fahrradinfrastruktur. Man sollte nicht gezwungen zu sein, auf dem Bürgersteig zu fahren und dann mit Fußgängern in Konflikt zu geraten, weil wir, wie hier in Prenzlauer Berg, Kopfsteinpflaster haben. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ So entstehen diese Konfliktsituationen. Das ist kein böser Wille der einzelnen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Weder der Fußgänger, noch der Autofahrer, noch der Fahrradfahrer, sondern das ergibt sich vielfach aus einer Kultur, die sich etabliert hat und auch in der Infrastruktur manifestiert ist, die die einen benachteiligt und die anderen bevorzugt. Ich glaube da müssen wir ran. **Aber wie?** Wenn man zu einer gerechteren und zu einer ausgewogeneren Verteilung kommen möchte, muss irgendwo besser justiert und aufgeteilt werden. Letzte Woche bin ich aus dem Urlaub zurückgekommen. Ich war in Amsterdam und Den Haag, da gibt es ganz andere Verhältnisse. Da ist der [Radverkehr](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=fahrrad&ref=loky.news) in den letzten Jahrzehnten stark gefördert worden, das ist vorbildlich. Dennoch ist das oftmals auf Kosten des Fußverkehrs geschehen. Das sind dann die Schattenseiten, die nicht genannt werden. In Deutschland haben wir die Chance, das von Anfang besser zu machen, indem wir alle Verkehrsbeteiligten integriert betrachten. Auch die neuen Mobilitätsdienstleistungen wie E-Roller müssen wir berücksichtigen. **Wie sähe denn die ideale Infrastruktur aus, in der alle Beteiligten einen Platz haben?** Nehmen wir dieses Beispiel: Wieviel Platzverbrauch haben die einzelnen Verkehrsmittel und welchen Anteil am Verkaufsaufkommen haben sie? Da gibt es eine riesen Diskrepanz. Gerade in Berlin gibt es eine relativ geringe PKW-Quote, also gut 300 Autos pro 1.000 Einwohner. Und trotzdem sehen wir auch, dass der PKW 60 Prozent der Fläche beansprucht. Was besonders ärgerlich ist, weil dieses Fahrzeug eigentlich ein Stehzeug ist: Es steht im Schnitt 23 Stunden am Tag und wird gar nicht genutzt. Für andere Zwecke kann diese Fläche dann leider nicht genutzt werden. Das ist eigentlich eine Privatisierung von öffentlichen Raum, der für alle zugänglich sein sollte. Wenn aber der Raum neu aufgeteilt werden soll und wir den Rad- und Fußverkehr fördern wollen, dann müssen wir diese Flächen, die wir dafür brauchen, irgendwoher nehmen. Denn die sind schon verteilt. Das heißt, wir müssen sie auf Kosten von jemandem nehmen, der sie heute belegt. Und Sie werden es erahnen: es kann eigentlich nur der motorisierte Verkehr sein. Das Beispiel Schönhauser Allee ist sehr aktuell gerade: Da wollen wir eine gute Fahrradinfrastruktur bauen – auf Kosten von Parkständen, weil es nicht anders geht. **Was für Faktoren spielen noch eine Rolle? Ich denke da auch an so etwas wie Ampelzeiten…** Ja klar. Das können wir jetzt durchdeklinieren. Was brauchen Radfahrerinnen und Radfahrer? Was brauchen Fußgängerinnen und Fußgänger? Eine grüne Welle für Radfahrer wäre schön. Das kennen wir bis jetzt nur von Autofahrern. Eine separate Ampelschaltung für Radfahrer, damit dann diese schrecklichen Abbiegeunfälle nicht passieren und Radfahrer besser gesehen werden. Fußgängergerechte Ampelschaltungen sind natürlich auch ein ganz großes Thema, was in der Verkehrsplanung noch überhaupt nicht richtig angekommen ist. Ich bin zuversichtlich, dass man die Ampelschaltung in Zukunft anders gestaltet. Es gibt international ein schönes Beispiel. In Singapur bekommen körperlich eingeschränkte und [ältere Menschen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/10/22/ich-moechte-doch-nur-ein-bisschen-laufen/?ref=loky.news) eine Karte, die sie an die Ampeln dranhalten. Dann kriegen die sofort grün. Und dann auch noch ein längeres Grün, weil sie länger brauchen, um rüberzukommen – eine intelligente Ampelschaltung, die auf individuelle Bedarfe reagiert. Oder Zebrastreifen: Bei uns ist zum Beispiel nicht erlaubt, einen Zebrastreifen auch über einen Radweg zu führen. Das würde dazu führen, dass Radfahrer noch einmal stärker auf Fußgänger Rücksicht nehmen müssten. Aber das wird kommen, weil die praktische Verkehrsinfrastruktur kommt. Wir machen gerade sehr viel für Radverkehr und [an vielen Stellen wird der Fußverkehr nicht ausreichend berücksichtigt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/09/ein-gehweg-muss-zum-gehen-da-sein/?ref=loky.news). **Wie wird denn überhaupt eine Stadt in Bezug auf Mobilität geplant?** Das ist das Dilemma: 2030 ist die neue Benchmark, 2020 haben wir gerissen. Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, der seinen Einsparungsbeitrag an CO2-Emissionen überhaupt nicht erreicht hat. Da bleibt uns eigentlich gar nicht mehr so viel Zeit. Insbesondere gemessen an den langen Zeiträumen, die erfahrungsgemäß die Entwicklungen von Stadt- und Verkehrsentwicklung brauchen. Viele sagen, dass wir deswegen heute eigentlich auch schneller vorankommen müssen als in der Vergangenheit. Das heißt aber umgekehrt auch, dass wir anders planen müssen als in der Vergangenheit. Wir müssen viel mehr experimentieren und wir müssen temporärer und niedrigschwelliger planen. Dinge ausprobieren, die man nachher wieder zurücknehmen kann, wenn man feststellt, das ist anders gekommen als gedacht. Wir müssen es vielleicht justieren, wir müssen vielleicht noch einmal ganz anders denken. Gleichzeitig ist das aber auch die Chance, schneller planen zu können. Sie haben mit Sicherheit diese [Pop-up-Bikelanes](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/04/15/radeln-und-abstand-halten/?ref=loky.news) noch vor Augen, die während der Corona-Zeiten eigentlich über Nacht aufgestellt wurden. In diese Richtung muss man heute stärker denken. Das machen die Bezirke auch. Teilweise, weil sie kein Geld haben, um da jetzt Tiefbaumaßnahmen durchführen zu können oder, weil sie sagen: „Ich trau mich gar nicht eine teure Tiefbaumaßnahme umzusetzen, die dann wieder 100 Jahre halten soll wie in der Vergangenheit.“ **Was muss sich denn strukturell ändern, in den Bezirksämtern oder an der Gesetzeslage, damit so etwas funktionieren kann?** Wir sind an allen Ecken und Enden dran. Angefangen bei den technischen Regelwerken der Verkehrsplaner, die seit Jahren überarbeitet werden. Im technischen Regelwerk steht zum Beispiel drin, wie breit ein Radweg sein muss. Das Mindestmaß war ein Meter, dann 1,50 Meter, jetzt sind es zwei. Wir überlegen schon 2,50 Meter, damit sich auch Lastenräder überholen können. Das hört gar nicht mehr auf. Genauso bei der Rechtsgrundlage: die Straßenverkehrsordnung und das Straßenverkehrsgesetz. Da gibt es viele Hürden, die einer Rad- und einer Fußverkehrsförderung entgegenstehen, weil die Gesetze den KfZ-Verkehr priorisieren. Dort steht, der Verkehrsfluss muss aufrecht erhalten werden, das ist die oberste Priorität. Wenn man zum Beispiel Durchgangsverkehr rausnehmen will in den [Kiezblöcken](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/25/kommt-zeit-kommt-kiezblock/?ref=loky.news), die wir jetzt gerade in Pankow entwickeln, muss alles begründet werden. Ich muss begründen, warum ich etwas für Fuß- und Radverkehr mache, warum ich etwas für die Entlastung der Anwohner machen möchte. Alles muss eigentlich immer mit einer qualifizierten Gefahrenlage begründet werden. Es muss mindestens einen Toten geben. Alles andere ist rechtlich angreifbar. Wenn Sie einen Kläger haben, kann der Ihre Maßnahmen zu Fall bringen. Und das passiert immer wieder. Also muss die Rechtsgrundlage geändert werden, damit es einfacher ist, Lebensqualität zu schaffen und drohenden und auch fließenden Verkehr stärker reglementieren und auch einschränken zu können. **Was muss sich noch ändern?** Politik und Verwaltung. Das Ziel muss sein, referatsübergreifend, also zuständigkeitsübergreifend, zu arbeiten: Also Stadtentwicklung, Verkehrsentwicklung zusammendenken, Verkehrsplanung und Soziales zusammendenken, Verkehrsplanung und Bildung zusammendenken, Stichwort Schulwegesicherung. Eigentlich ist Verkehr ein Querschnittsthema, das alle anderen Bereiche mehr oder weniger stark tangiert. Deswegen ist es notwendig, wenn Sie Verkehr nachhaltig, also sozial verträglich, ökologisch und auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sinnvoll entwickeln wollen, dass Sie mit allen anderen Referaten die Köpfe zusammenstecken. Wir müssen günstige und dann gleichzeitig auch sozial-ökologisch nachhaltige, aber auch wirtschaftliche Verkehrsmittel fördern. Und die, die uns die meisten Kosten verursachen, müssen wir eigentlich nach Möglichkeit vermeiden. Wenn das ankommt, dann hätten wir schon viel gewonnen. Aber dazu muss eben die Verwaltung und eben auch die Politik anders agieren. Um noch einmal ein Beispiel zu nennen, was es sehr deutlich macht: Als Verkehrsplaner sind wir zunehmend konfrontiert mit Bürgerinnen und Bürgern, die sagen: „Wenn ihr hier den öffentlichen Straßenraum entwickelt und attraktiver macht, zum Beispiel Autos rausnehmt und stattdessen Parkplets oder was auch immer installiert, dann befürchten wir die Gentrifizierung.“ Das ist eine in den letzten Jahren immer häufiger genannte Befürchtung. Das ist aber natürlich kein originäres Thema der Verkehrsplanung. Das können wir nicht lösen. Da brauchen wir eben die Leute von der Stadtentwicklung und Wohnungsbaupolitik. Es kann nicht sein, dass wir den unteren Einkommensschichten Lebensqualität verwehren oder dass sie darauf verzichten. Wichtig ist, dass man tatsächlich offensiv mit Konflikten umgehen muss. Wenn man den öffentlichen Straßenraum neu aufteilen will, dann geschieht das zu Gunsten der einen und auf Kosten der anderen. Das ist der Konflikt, der sich abzeichnet. Der ist nicht auflösbar, aber den muss ich austragen. Politik und Verwaltung scheuen sich immer noch sehr stark, das öffentlich anzusprechen und diese Konflikte dann auch offensiv auszutragen mit den Betroffenen. Da kommen wir nicht drumherum. Man kann nicht alles in irgendwelchen Kompromissformeln auflösen. Aber ich finde es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger wissen, warum die Politik eine Entscheidung an der Stelle so getroffen hat und nicht anders. Ich glaube, da wären wir viel weiter. Und das können dann auch die, die es negativ getroffen hat, nachvollziehen. Ich glaube, das nimmt viel Frust. *Titelfoto: Markus Spiske/Pixabay* ### Von Erinnerungen und Traumfetzen URL: https://www.loky.news/von-erinnerungen-und-traumfetzen/ Last updated: 2025-03-20T18:08:19.000Z ## Es raschelt im Blätterwald: Der Herbst ist die wichtigste Saison auf dem Markt der literarischen Novitäten. Wir stellen euch fünf neue Bücher vor, die in Prenzlauer Berg spielen. --- **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/09/bu%CC%88cher_orga-privat-189x300.jpeg)Rudolf Braune** **„Das Mädchen an der Orga Privat“** **Jaron Verlag, 174 Seiten, 14 Euro** Hätten die Menschen in den 1920er Jahren schon „me too“ unter der heutigen Bedeutung genutzt, wäre der Roman von Rudolf Brauner mit ziemlicher Sicherheit mit diesem Begriff vermarktet worden. Er erzählt die Geschichte von Erna, die 1928 mit 19 Jahren aus der Provinz in die Großstadt Berlin kommt. Sie beginnt eine Stelle als Tippmädchen in einem Büro auf der Prenzlauer Allee, sitzt mit zehn anderen jungen Damen Tag für Tag an der Schreibmaschine und muss sich die anzüglichen Sticheleien des Chefs gefallen lassen. Kommentare, die heute als sexuelle Belästigung gelten würden. Als eine der Kolleginnen entlassen wird, weil sie schwanger ist – übrigens von einem der Vorgesetzten – weigern sich die Stenotypistinnen weiterzuarbeiten, bis sie wieder eingestellt wird. Braunes Roman, obwohl fast 100 Jahre alt, liest sich wie eine zeitgenössische Geschichte. Hier geht es nicht um die Laster der „wilden Zwanziger“, sondern um den täglichen Kampf der Frauen um angemessene Bezahlung und Gleichberechtigung. Der Jaron Verlag hat [„Das Mädchen an der Orga Privat“](https://www.jaron-buchshop.de/epages/62119018.sf/de%5FDE/?ObjectPath=/Shops/62119018/Products/978-3-89773-971-0&ref=loky.news) im Rahmen der „Berlin Bibliothek“, in der noch weitere Texte aus der Zeit erscheinen, neu aufgelegt. Eine sehr gute Idee! > Herr von Lortzing, wir wollten Ihnen eben mitteilen, dass wir alle die Arbeit verweigern, bis die Kündigung Trude Leußners zurückgenommen ist. Sie wissen genau, warum Trude Leußner in letzter Zeit nicht mehr so arbeiten konnte wie früher, sie wissen aber vielleicht noch nicht, dass sie heute Morgen ins Krankenhaus geschafft worden ist. Hier sind unsere Bedingungen, sie sind klar und selbstverständlich. Gleichzeitig wünschen wir, tariflich entlohnt zu werden. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ --- ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/09/bu%CC%88cher_jan-faktor-185x300.jpg)**Jan Faktor** **„Trottel** **“** **Kiepenheuer & Witsch, 400 Seiten, 24 Euro** Bücher über die „Szene vom Prenzlauer Berg“ der DDR-Jahre gibt es etliche. Doch während einige nicht über eine nostalgische Verklärung rauchgeschwängerter Lyrik-Lesungen in feuchten Hinterhofwohnungen hinauskommen, sticht Jan Faktor mit seinem neuen Roman deutlich hervor: In „Trottel“ mäandert der 70-Jährige Schriftsteller, der 1978 aus Prag nach Ostberlin zog, mit diebischer Freude durch eine wilde Mischung aus Gedankengängen, Erinnerungen, Assoziationen, historischen Fakten und wissenschaftlichen Theorien; auch sein verstorbener Sohn, der sich vor zehn Jahren das Leben nahm, spielt eine wichtige Rolle. Immer wieder fügt der Erzähler dem Text Fußnoten hinzu. Das ist bei Literatur eher ungewöhnlich und macht das Lesen bisweilen etwas flatterhaft, verhilft der Erzählerstimme aber gleichzeitig zu einem unverwechselbaren Charakter – er ist ein liebevoll verpeilter Luftikus. [„Trottel“](https://www.kiwi-verlag.de/buch/jan-faktor-trottel-9783462000856?ref=loky.news) steht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2022; ob er unter den fünf Finalist\*innen das Rennen macht, entscheidet die Jury am 17\. Oktober. > Die Besetzung nachträglich zu legalisieren und die reguläre Miete von 35 Mark zu zahlen, war dann eine Kleinigkeit. Wir besorgten uns die Kontonummer der Verwaltung und zahlten brav Monat für Monat, bis wier etwas später einen Mietvertrag bekamen. Zwischendurch hatten wir irgendwann auch geheiratet, fällt mir noch ein. --- **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/09/buecher_rathenow-188x300.png)Lutz Rathenow** **„Trotzig lächeln und das Weltall streicheln** **“** **Kanon Verlag, 272 Seiten, 24 Euro** Wie Jan Faktor hat auch Lutz Rathenow einiges von der Bohème Prenzlauer Bergs zu erzählen. Seine Gedichte und Prosatexte, die sich durch eine feine Beobachtungsgabe der soziologischen Verhältnisse in dem eingemauerten Land auszeichneten und die [Harald Hauswald](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/09/14/voll-das-leben/?ref=loky.news) mit seinen Alltagsfotografien ergänzte, machten ihn schon zu DDR-Zeiten über die deutsch-deutsche Grenze hinaus bekannt. Nun wird Rathenow, der 1952 in Jena zur Welt kam, 70 Jahre alt – und präsentiert pünktlich zum runden Geburtstag seine literarischen Memoiren. Doch es ist kein Lebenslauf in Schriftform, der sich an Lebensdaten orientiert – auch wenn die ersten Texte von seiner Kindheit handeln. Rathenow mischt kurze fiktionale Texte mit Erinnerungen an die einengende Spießigkeit eines Landes, dass er verachtete und doch nie verließ. Anekdoten aus Kindheit, Jugend, Elternschaft gehen Hand in Hand mit Reflektionen über die Zeit des Mauerfalls und die Entwicklung Prenzlauer Bergs von einem Arbeiterbezirk mit Außenklo zum gentrifizierten Eldorado für die zugereiste Mittelschicht und durchsanierte Eigentumswohnungen. Jahrelang musste Rathenow seine Texte unter größter Gefahr in den Westen schmuggeln, befand sich unter ständiger Beobachtung der Staatssicherheit. Den Mut hat er trotzdem nie verloren – und das liest man aus seinen Texten, die jetzt unter dem Titel [„Trotzig lächeln und das Weltall streicheln“](https://kanon-verlag.de/buecher/trotzig-laecheln-und-das-weltall-streicheln/?ref=loky.news) deutlich heraus. > Das MfS lieferte auch für den Prenzlauer Berg eine lebensbegleitende Persönlichkeitsbeeinflussung, die den einen fördert (Arbeitsplatz, Veröffentlichungsmöglichkeit, Wohnung), den Zweiten behinderte, sich beim Dritten unsicher war und ihm eine Freundin zum Aushorchen an die Seite stellte. Der Vierte soll in den Westen oder den Alkoholismus gedrängt werden. Dafür gab es „Zersetzungsmaßnahmen“ als Planspiel. Die beliebteste und simpelste: das Gerücht verbreiten, der- oder diejenige sei bei der Stasi … --- **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/09/buecher_voigt-178x300.jpg)Jutta Voigt** **„Wilde Mutter, ferner Vater“** **Aufbau Verlag, 256 Seiten, 22 Euro.** Einmal Prenzlauer Berg, immer Prenzlauer Berg: Jutta Voigt, geboren 1941 im Bötzowkiez, ist untrennbar mit dem früheren Bezirk verbunden. Nachdem sie in „Stierblutjahre“ über ihre Zeit in der Ost-Berliner Theaterszene rund um das Brecht’sche Berliner Ensemble und die Künstlerkneipen am Kollwitzplatz geschrieben hatte, erzählt sie in [„Wilde Mutter, ferner Vater“](https://www.aufbau-verlage.de/aufbau/wilde-mutter-ferner-vater/978-3-351-03799-4?ref=loky.news) nun ihre Familiengeschichte. Da sind die Eltern, die sich kurz vor dem Krieg kennenlernen und deren Liebe mitsamt ihres Wohnhauses zu Trümmern zerfällt. Da ist Erzählerin Judy, die die Kriegsnächte im großen Bunkerberg im Volkspark Friedrichshain verbringt, als Jugendliche mit den Halbstarken von der Schönhauser Allee flirtet und früh einen Schauspieler heiratet. Als Erwachsene begibt sie sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit. Doch die Friedberger Straße, in der sie aufwuchs, gibt es nicht mehr. Wer Voigts andere Bücher gelesen hat, dem mag einiges davon bekannt vorkommen; teilweise befinden sich Passagen darin, die sie aus ihren Reportagen für die Wochenzeitung Sonntag geschrieben und bereits 2009 gesammelt veröffentlicht hatte. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass Jutta Voigt zu jenen Autor\*innen gehört, die mit wenigen Worten eine Epoche derart lebhaft in Szene setzen können, dass man sich als Leserin Petticoat tragend zwischen den Ruinen des Prenzlauer Berg spazieren sieht. > „Die Friedeberger Straße wurde beim Wiederaufbau nach dem Krieg nicht wiedereingerichtet“, so ist es unter „Verschwundene Straßen in der Stadtgeschichte“ dokumentiert. „Es verblieb ein unbenannter Fünfzigmeter-Stumpf rechtwinklig zur Hans-Otto-Straße…“ Ein unbenannter Stumpf – das hört sich nach Amputation an. Weg, aus, vorbei auf ewig. Judy sucht immer wieder den unbenannten Fünfzigmeter-Stumpf auf, sie vermisst die Friedeberger Straße. --- **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/09/buecher_wagner-187x300.jpeg)Bernd Wagner** **„Verlassene Werke“** **Faber & Faber, 500 Seiten, 26 Euro** Während Jan Wagner und Lutz Rathenow in ihren Büchern auf die DDR zurückblicken, stammen die Texte Bernd Wagners direkt aus jener Zeit: Dreizehn Jahre lang notiert er in seinen Notizheften kurze Prosastücke und Aphorismen, Träume, Wünsche, Begegnungen. Sein Werk umfasst stattliche 500 Seiten, die man nicht chronologische lesen muss. Zwar sind sie zeitlich in die Jahre 1976 bis 1989 eingeordnet; 1976 als das Jahr, in dem der 1948 im sächsischen Wurzen geborene Schriftsteller nach Ostberlin zog und eine steile Karriere in der Literaturszene der Stadt hinlegte. 1989 als der große Einschnitt, der Bruch, das erzwungende Zusammenwachsen zweier Staaten. Doch haftet den Notizen oft etwas Zeitloses an: „Ich bin kein Liebhaber des Volkes. Ich gehöre selbst dazu“, schreibt er 1986\. Da lebte er bereits in Westberlin, die DDR hatte ihn ein Jahr zuvor ausgebürgert. [„Verlassene Werke“](https://www.verlagfaberundfaber.de/buch/91?ref=loky.news) sei der Versuch, der äußeren Chronologie der Ereignisse eine innere entgegenzusetzen, heißt es über das Buch. Innere Landschaften sind reichhaltig, ungefiltert, assoziativ und bisweilen ziemlich rätselhaft; sie machen Wagners Aufzeichnungen zu einer Fundgrube inspirierender Gedanken. > Nicht das Beste kommt heraus, wenn Menschen sich drängen. Die Gäste im Wiener Café jedenfalls, die die geistige Elite des Prenzlauer Bergs zu sein glauben, kamen wir gestern vor wie die versammelte Dummheit. Als ob bei gegenseitiger Annäherung nicht die Intelligenz, sondern der debile Urgrund nach oben drängt. ## Ihr habt noch nicht genügend Literatur aus oder über Prenzlauer Berg gelesen? [Hier gibt es noch mehr Tipps](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/literatur/?ref=loky.news)! ### Die Pyramiden von Prenzlauer Berg URL: https://www.loky.news/die-pyramiden-von-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Das Gelände auf dem Alten Schlachthof an der Grenze zu Friedrichshain wird umfangreich umgebaut. Ein Investor will dort nun zwei begrünte Bürotürme errichten. --- Die „Pyramiden von Prenzlauer Berg“ wird es wohl vorerst nicht geben: Das ambitionierte Neubauprojekt auf dem Gelände des [Alten Schlachthof an der Grenze zu Friedrichshain](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/alter-schlachthof/?ref=loky.news) entspricht nicht dem aktuellen Planungsrecht, zitiert der Tagesspiegel Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD). Christoph Meyer, Eigentümer der ARGO Properties N.V., hatte vor kurzem zusammen mit Architekt Christian Langhof die Pläne für das Grundstück auf der Eldenaer Straße 42-44 im bezirklichen Ausschuss für Stadtentwicklung präsentiert. **Neubau mit kühlendem Effekt** Auf der vollständig versiegelten Fläche mit einer Größe von 11.700 Quadratmetern wollten sie zwei pyramidenförmige Gebäude bauen, deren Terrassen, Dächer und Fassaden auf einer Fläche von über 9.000 Quadratmetern fast vollständig begrünt sind. „Allein dieses Grün wird für die Nachbarschaften einen nachhaltig kühlenden Effekt bringen”, so Architekt Langhof. In den beiden Häusern sollten Gewerbe, Kultur und soziale Angebote wie Kindertagesstätten und Arztpraxen Platz finden; mittels Photovoltaik, Geothermie und Windenergie sollten 35 Prozent des benötigten Stroms, 37 Prozent der Wärme und 35 Prozent der Energie für Kühlung erzeugt werden. Stadträtin Tietje zeigte sich von den Plänen zwar beeindruckt, sah aber vor allem die Hürden, die für ein solches Vorhaben zu umgehen seien. Pankow hat bereits jetzt mit der Umsetzung von anderen Bebauungsplänen zu kämpfen, vor allem der Personalmangel spielt diesbezüglich eine Rolle. Auch der Denkmalschutz könnte dem Vorhaben einen Riegel vorschieben: Auf dem Gelände am Alten Schlachthofs befinden sich zwei Hammelställe und eine Verwaltungsvilla, die erhalten werden müssen. Titelbild: © Christoph Langhof ### Prenzlauer Berg Newsletter #33 hat dringende Bedürfnisse URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-33-hat-dringende-beduerfnisse/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Warum sind Fußgänger\*innen oft machtlos? Wieso stellen die öffentlichen Toiletten in Prenzlauer Berg ein Problem dar? Und wie geht es weiter im Kampf um die Eschen in der Kniprodestraße? Die Nachrichten der Woche könnt ihr im Newsletter nachlesen. --- Was haben Gehwege und Toiletten gemeinsam? Auf den ersten Blick vielleicht nicht sehr viel, schaut man genauer hin, zeigt sich, dass sie das Miteinander in Prenzlauer Berg beeinflussen. Wer im Stadtteil auf dem Gehweg unterwegs ist, kommt regelmäßig mit Fahrrädern und E-Rollern in Kontakt oder muss aufpassen, nicht über eine der zahlreichen Unebenheiten auf dem Boden zu stolpern. Auch Menschen, die eine öffentliche Toilette suchen, stehen häufig vor einem Problem. Im Bezirk gibt es davon nämlich nicht sehr viele – und die meisten sind kostenpflichtig. Wir haben uns im Rahmen unseres Schwerpunktes zum Thema Mobilität für euch die Situation in Prenzlauer Berg genauer angeschaut in den **Texten der Woche** - **Zu Fuß unterwegs:** Sie sind die größte Gruppe im Straßenverkehr und doch oftmals machtlos: Die [Fußgänger\*innen in Berlin](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/09/ein-gehweg-muss-zum-gehen-da-sein/?ref=loky.news). Roland Stimpel, Landessprecher des Fuss e.V., über Zebrastreifen, Fahrradstraßen und das Versäumnis der Verkehrsministerin. - **Toilettensuche:** Wohin, wenn die Blase drückt?[ Öffentliche Toiletten sind in Prenzlauer Berg Mangelwar](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/13/pankows-pinkel-problem/?ref=loky.news)e – vor allem für Frauen. Bezirk und Senat machen jetzt erste Schritte, um das zu ändern. **Was sonst noch los war** - **Kreativ:** Seit dem Brandanschlag im Januar steht die Paul-Gerhardt-Kirche in der Wisbyer Straße leer. [Eva von Schirach bespielt das Gebäude jetzt mit einem Kunstprojekt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/06/vielen-dank-fuer-die-blumen/?ref=loky.news), bei dem Alle mitwirken können. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/09/IMG_2599-1024x1024.jpg) Wie können wir Lokaljournalismus besser machen? Vergangene Woche war die Prenzlette für einen Workshop an der Ostsee – bei diesem zauberhaften Haus. / Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** - **Baumfällungen:** Dass das Bezirksamt [26 Eschen an einem Weg entlang der Kniprodestraße fällen will](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/05/die-eschen-werden-fallen/?ref=loky.news), um dort einen neuen Weg betonieren zu können, hat mittlerweile überregionale Kreise gezogen; sogar das [Satire-Magazin Extra3 ](https://www.youtube.com/watch?v=wu9DdJIUByY&ref=loky.news)des NDR griff das Thema vor Kurzem in einem Video auf. Die Bürgerinitiative ProKiez Bötzowviertel will sich mit der Entscheidung der Bezirksverordneten nicht zufrieden geben und wirft den Politiker\*innen gleich mehrere Punkte vor: Diese missachteten das Berliner Mobilitätsgesetz, das besage, dass bei Maßnahmen im öffentlichen Straßenland der „Erhalt und die Ausweitung des Bestandes von Bäumen, Sträuchern, Grün- und Blühstreifen sowie nicht versiegelter Flächen“ vorsehe. Außerdem liege in dem von der EU kofinanzierten Förderungsprogramm, aus dessen Mitteln auch die Umbaumaßnahme an der Kniprodestraße finanziert werde, ein Schwerpunkt auf Klimaschutz und Klimaanpassung. Dieser werde bei einer Fällung von mehr als zwei Dutzend größtenteils gesunden Bäumen übergangen, heißt es. Noch im August 2021 hatte das Bezirksamt versichert, dass lediglich ein Baum gefällt werden müsse; im Frühjahr 2022 war die Zahl plötzlich auf 26 angewachsen und umfasste damit alle Eschen an der Allee. Nachdem Anwohner\*innen mit an die Bäume geklebten Zettel gegen die Fällung protestierten, mussten sie sogar ein Verwarngeld von 50 Euro zahlen. Begründung: Der Tesafilm habe zur „Beschädigung der geschützten Bäume“ geführt. Ein Einwohnerantrag soll die Verantwortlichen nun doch noch umstimmen, mehr als 1.400 Unterschriften kamen dafür zusammen, 1.000 mussten es mindestens sein. - **Neubau:** Die „Pyramiden von Prenzlauer Berg“ wird es wohl vorerst nicht geben: Das ambitionierte Neubauprojekt auf dem Gelände des Alten Schlachthof an der Grenze zu Friedrichshain entspricht nicht dem aktuellen Planungsrecht, zitiert der Tagesspiegel Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD). Christoph Meyer, Eigentümer der ARGO Properties N.V., hatte vor kurzem zusammen mit Architekt Christian Langhof die Pläne für das Grundstück auf der Eldenaer Straße 42-44 im bezirklichen Ausschuss für Stadtentwicklung präsentiert. Auf der vollständig versiegelten Fläche mit einer Größe von 11.700 Quadratmetern wollten sie zwei pyramidenförmige Gebäude bauen, deren Terrassen, Dächer und Fassaden auf einer Fläche von über 9.000 Quadratmetern fast vollständig begrünt sind. „Allein dieses Grün wird für die Nachbarschaften einen nachhaltig kühlenden Effekt bringen”, so Architekt Langhof. In den beiden Häusern sollten Gewerbe, Kultur und soziale Angebote wie Kindertagesstätten und Arztpraxen Platz finden; mittels Photovoltaik, Geothermie und Windenergie sollten 35 Prozent des benötigten Stroms, 37 Prozent der Wärme und 35 Prozent der Energie für Kühlung erzeugt werden. Stadträtin Tietje zeigte sich von den Plänen zwar beeindruckt, sah aber vor allem die Hürden, die für ein solches Vorhaben zu umgehen seien. Pankow hat bereits jetzt mit der Umsetzung von anderen Bebauungsplänen zu kämpfen, vor allem der Personalmangel spielt diesbezüglich eine Rolle. Auch der Denkmalschutz könnte dem Vorhaben einen Riegel vorschieben: Auf dem Gelände am Alten Schlachthofs befinden sich zwei Hammelställe und eine Verwaltungsvilla, die erhalten werden müssen. - **Späti:** Er ist Supermarkt, Treffpunkt, Bäckerei, Drogerie und Poststelle in einem: Der [Spätkauf ist fester Bestandteil der Berliner Kiezkultur](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=sp%C3%A4ti&ref=loky.news) und versorgt die Menschen in der Umgebung. Nun widmete der Abgeordnete Roman-Francesco Rogat (FDP) ihm sogar eine Schriftliche Anfrage. Rogat wollte vom Senat wissen, wann dieser plane, Spätverkaufsstellen gewerberechtlich zu definieren und diese in das Berliner Ladenöffnungsgesetz (BerLadÖffG) aufzunehmen. Doch für Spätis gelten die Ausnahmen nicht ohne Weiteres: „Der typische Berliner ‚Späti‘, der die Umgebung allgemein und unspezifisch versorgt, unterfällt nicht der Ausnahmeregelung des §4 BerlLadÖffG“, erklärt Alexander Fischer von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales. Dies sei nur dann der Fall, wenn das Warensortiment der Spätis ausschließlich in einen der gesetzlichen Ausnahmetatbestände fiele – dazu zählen beispielsweise Verkaufsstellen, die ausschließlich Blumen und Pflanzen, Zeitungen und Zeitschriften oder Back- und Konditorwaren anbieten. Spätis jedoch verkaufen meist Getränke und Tabakwaren, gelegentlich aber auch Zeitschriften und Lebensmittel sowie Dinge des täglichen Bedarfs – wie in einem gewöhnlichen Supermarkt. Öffnen dürfen die meisten Besitzer\*innen ihre Geschäfte laut Gesetz am Sonntag daher nicht. Dennoch gehen einige das Risiko ein. In den letzten fünf Jahren wurden im Bezirk Pankow insgesamt 593 Bußgeldbescheide, weil gegen das Ladenöffnungsgesetz verstoßen wurde. - **Gewürdigt:** Jahrzehntelang hat Michael Unger sich für die Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen eingesetzt. Nun wurde die Ikone der ostdeutschen Schwulenbewegung für seinen Einsatz mit der Pankower Bezirksmedaille 2022 geehrt. 20 Jahre lang hatte Unger als Geschäftsführer den Berliner Sonntagsclub, einen bekannten Veranstaltungs-, Informations- und Beratungszentrum für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans\* und Inter\* in der Greifenhagener Straße Ecke Erich-Weinert-Straße in Prenzlauer Berg geleitet. Er war es auch, der half, den Berliner Christopher Street Day zu einer der bekanntesten Großveranstaltungen Berlins zu machen. Auch die erste „Internationale Queer-Konferenz” in der Stadt organisierte er mit. Bezirksbürgermeister Sören Benn und der Bezirksverordnetenvorsteher Oliver Jütting überreichten ihm dafür auf dem Jahresempfang des Bezirksamtes und der Bezirksverordnetenversammlung Pankow die Medaille. Wir gratulieren herzlich! - **Verdreckt:** Die amtlichen Lebensmittekontrollen in Pankow haben in den Restaurants des Bezirks schwere bis schwerwiegende Hygienemängel nachgewiesen, zahlreiche Restaurants erhielten gerade einmal ein „ausreichend“ oder wurden sogar mit „nicht ausreichend“ bewertet. Aber welche Konsequenz hat das für die Betriebe? Die Verordnete Stephanie Wölk (SPD) fragte beim Bezirksamt nach. Demnach erhalten Betriebe Auflagen, wenn Verstöße festgestellt werden und entsprechende Auflagen mit Terminsetzungen, bis wann Mängel abgestellt sein müssen. „In besonders schweren Fällen wird eine Betriebsschließung oder Teilschließung (Beschränkung des Angebots) im Sofortvollzug angeordnet und erst nach Abstellung der Mängel und Nachkontrolle durch die Veterinär- und Lebensmittelüberwachung darf der Betrieb wieder öffnen“, erklärt die Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki. Gleichzeitig würden je nach festgestelltem Verstoß Straf- oder Bußgeldverfahren gegen die Verantwortlichen eröffnet und durchgeführt. Das Pankower Smiley-System solle zudem Verbraucher\*innen Hygienemängel offen legen. - **Mobil:** Unter dem Motto „Pankow in Bewegung“ finden bis zum 22\. September 2022 an vielen Orten im Bezirk kostenfreie Veranstaltungen, lokale Bewegungsfeste und Aktionen für alle Altersgruppen statt. „Wenn wir uns mehr mit dem Fahrrad oder zu Fuß fortbewegen, dann ist das gut für unsere Gesundheit, die Umwelt und das Stadtklima – es macht unsere Kieze lebenswerter“, sagt die Bezirksstadträtin für Soziales und Gesundheit Cordelia Koch (Grüne). Die Veranstaltungen werden im Rahmen der kommunalen Gesundheitsförderung in Kooperation mit Initiativen, Vereinen und Stadtteilzentren organisiert und finden während der Europäischen Mobilitätswoche statt. **Tipps & Termine** - **Digital:** Wie sah Berlin eigentlich in den 60er, 70er und 80er Jahren aus? Die neue Folge der [Doku „Berlin wie es einmal war“](https://www.rbb-online.de/fernsehen/beitrag/berlin-wie-es-einmal-war-von-prenzlauer-berg-nach-pankow.html?ref=loky.news) des rbb nimmt Zuschauer\*innen mit auf eine Zeitreise und zeigt Aufnahmen aus den alten Stadtbezirken Prenzlauer Berg und Pankow – von der Schönhauser Allee, dem Zeiss-Großplanetarium oder dem Wochenmarkt in Pankow. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Verkehrswende:** Erst Fahrradstraße, dann Flaniermeile mit ganz viel Platz für Fußgänger\*innen: So stellt sich die Fraktion der Pankower Grünen die [Stargarder Straße der Zukunft](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/31/parklet-statt-parkplatz/?ref=loky.news) vor. - **Lokalpolitik:** Die Bezirksverordnetenversammlung ist aus der Sommerpause zurück. Worüber hat sie diskutiert, was hat sie beschlossen? [Wir haben die Zusammenfassung.](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/09/02/schmetterlinge-statt-suv/?ref=loky.news) **Zitat der Woche** *„Man kann den Prenzlauer Berg natürlich nicht mit Heiligensee oder Zehlendorf vergleichen, aber gerade in der Innenstadt ballen sich die Probleme, weil die Stadt immer voller wird und damit auch immer enger. In Prenzlauer Berg leben viele Zugehörige der beiden Gruppen, die den höchsten Anteil der Fußgänger ausmachen: Schulkinder und Ältere“,* sagt Roland Stimpel. Da in Berlin mehr Wege zu Fuß als mit allen anderen Verkehrsmitteln zurückgelegt würden, sei eine Lobby für diese Verkehrsteilnehmer\*innen notwendig. Auch in der kommenden Woche berichte ich euch über alle relevanten Neuigkeiten aus Prenzlauer Berg. Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Woche! Eure Christina Heuschen --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** Foto: Brian Merrill/Pixabay ### Pankows Pinkel-Problem URL: https://www.loky.news/pankows-pinkel-problem/ Last updated: 2025-03-20T18:08:19.000Z ## Wohin, wenn die Blase drückt? Öffentliche Toiletten sind in Prenzlauer Berg Mangelware – vor allem für Frauen. Bezirk und Senat machen jetzt erste Schritte, um das zu ändern. --- „Haben wir nicht größere Probleme?“ mögen manche Menschen bei dem Thema denken, aber: die Nutzung von Toiletten ist ein Grundbedürfnis, welches die Aufenthaltsdauer in Parks oder die Länge eines Spaziergangs in Prenzlauer Berg für Menschen häufig verkürzt. Zumindest dann, wenn sie aus anatomischen Gründen nicht im Stehen pinkeln können oder es nicht möchten. Vor allem während der Hochphase der Pandemie, in der ein schnelles Austreten in Cafés und Restaurants aufgrund der Schließungen nicht möglich war, mussten Menschen mit Blasenschwäche ihre Ausflüge ins Freie genau planen. Zwischen Autos oder in den Busch zu pinkeln ist außerdem für all jene, die für den Toilettengang ihr ganzes Hinterteil entblößen müssen, nicht nur peinlich, sondern auch risikobehaftet. Weltweit ist der Gang zur Toilette einer der gefährlichsten für Frauen überhaupt, begeben sie sich dafür doch oft gezwungenermaßen in dunkle, uneinsehbare Ecken. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Zahlen, um Fehlnutzung vorbeugen** Es ist für Menschen ohne Penis aber nicht nur unangenehmer und zeitaufwendiger, eine Toilette an öffentlichen Orten aufzusuchen, es ist auch teurer. Denn während man(n) Pissoirs in der Öffentlichkeit kostenlos benutzen kann, wird für einen Gang auf die kleinen Toilettenhäuschen immer etwas fällig. Es sind zwar nur 50 Cent, aber manchmal hat man gerade einfach kein Geld dabei – oder wird sich bewusst, dass so über die Jahre ein ganz schöner Betrag zusammenkommt, den man lieber gespart hätte. Geht Frau etwa zweimal die Woche für 50 Cent auf eine öffentliche Toilette, kommen im Jahr schon über 50 Euro zusammen. Geld, das Menschen, die im Stehen pinkeln können, für andere Dinge zur Verfügung steht. Für die Pankower SPD-Fraktion, [die sich auch für kostenlose Menstruationsprodukte in öffentlichen Gebäuden einsetzt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/05/03/laeuft-bei-euch/?ref=loky.news), ein untragbarer Zustand. „Noch immer verdienen Frauen rund 18 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen und tragen bis heute die Hauptlast, wenn es um Pflege-Sorge-Arbeit geht. Auch die Renten von vielen Senior\*innen sind auf niedrigem Niveau. Es sind mehrheitlich die Frauen, die nachmittags auf den Spielplätzen mit ihren Kindern unterwegs sind. Selbst für das Wickeln ihrer Kleinkinder fallen Kosten an“, heißt es in der Begründung eines Antrags, der in der Bezirksverordnetenversammlung Ende August mehrheitlich beschlossen wurde. Die Fraktion fordert, dass sich das Bezirksamt bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz dafür einsetzt, die Toilettennutzung in Pankow zukünftig kostenfrei zu machen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/09/O%CC%88ffentliche-Toilette.jpeg) Pissoirs sind kostenlos, „richtige“ Toiletten nicht – und Frauen damit benachteiligt / Foto: Sonja Koller **Immer wieder Vandalismus** Warum die Toiletten, anders als Pissoirs, überhaupt kostenpflichtig sind? „Da nur so Fehlnutzungen vorgebeugt werden kann“, heißt es seitens der Senatsverwaltung. In Berlin kommt noch eine weitere Hürde auf Menschen zu, für die Wildpinkeln keine Option ist: Seit Ende Dezember 2021 sind die Berliner Toiletten Ziel einer Einbruchserie. Vandalismus machte, selbst wenn man eine Toilette gefunden und dafür bezahlt hat, den Besuch in den letzten Monaten oftmals unangenehm. Dabei sind wir in Berlin selbst im europäischen Vergleich relativ gut ausgestattet, wie Staatssekretär Markus Kamrad versichert: „Die Versorgung mit öffentlichen Toiletten in Berlin ist dank des Berliner Toilettenkonzepts moderner und besser als in den meisten anderen Städten Europas.“ Trotzdem ist auch er der Meinung, dass die kostenfreie Bereitstellung öffentlicher Anlagen grundsätzlich wünschenswert wäre. „Dazu bedarf es neben einer langfristigen Finanzierung über den Haushalt aber auch eines Nutzungsverhaltens, welches das ermöglicht. Wir erproben in den kommenden Monaten, welcher Weg gangbar ist.“ **Pink(el)-Revolution** Und damit zur guten Nachricht: Die Senatsverwaltung und die Wall GmbH testen seit dem 15\. August 2022 zunächst für sechs Monate neue Zugangsmöglichkeiten zu den öffentlichen Berliner Toiletten. So sind berlinweit 50 Toiletten bis zum 15\. Februar 2023 erstmals komplett kostenfrei zugänglich, die übrigen wurden auf reine Kartenzahlung umgestellt. Nach einer Evaluation der halbjährigen Testphase wird im Laufe des nächsten Jahres entschieden, nach welchem Zugangskonzept der Toilettenbetrieb zukünftig erfolgen soll. Deshalb: Pinkelt, was das Zeug hält! Denn nur wenn das Angebot auch angenommen wird, bleiben die Toiletten kostenlos. Neben der Entwicklung der Nutzungszahlen liegt auch ein Fokus auf der Beobachtung, wie sich der Vandalismus und die „Fehlnutzung“ bei kostenloser Bereitstellung entwickeln. Die beiden Faktoren sind entscheidend dafür, ob eine kostenlose Nutzung aller Toilettenanlagen mit vertretbarem Aufwand möglich sein wird. Im Moment ist der Nutzen der Aktion für Prenzlauer Berg aber noch überschaubar: Gerade einmal zwei Toiletten, jene am Falk- und am Helmholtzplatz, stehen in den nächsten Monaten ohne Münzeinwurf zur Verfügung. **Eine Toilette für 15.033 Menschen** Das Problem bleibt also bestehen: Obwohl nun mehr Toiletten als bisher kostenlos zugänglich sind, gibt es in Prenzlauer Berg für 165.364 Einwohner\*innen nur elf vom Senat zur Verfügung gestellte Toilettenhäuschen, wovon zehn barrierefrei nutzbar sind. In ganz Pankow sind es insgesamt 24\. Zusätzlich dazu gibt es berlinweit noch Toiletten von anderen Anbieter\*nnen, in Prenzlauer Berg betrifft das aber nur jene im Mauerpark. Jede der Anlagen wird am Tag durchschnittlich 17 Mal genutzt. Das geht aus Zahlen der Senatsverwaltung hervor. Aus eigener Erfahrung werden viele wissen, dass sie sich vor den öffentlich zugänglichen Toiletten zwar selten in lange Schlangen einreihen müssen; die geringe Anzahl an Toilettenhäuschen aber macht es vielen Menschen schwer, überhaupt eines davon anzusteuern. Denn ist die nächste Toilette zu weit weg, verzichtet man vor allem abends lieber auf den Umweg oder lässt einen Parkbesuch gleich ganz ausfallen. **Ein neues Konzept für Toiletten** Dabei gibt es schon Alternativen zum Toilettenhäuschen: Frauen-Urinale. In dieser Art von Urinalen ist es– anders als bei jenen, die für Menschen mit Penis gestaltet sind – dank einer Rinne möglich, dass der Urin von oben, der Seite oder von vorne auf das Urinal trifft, ohne wieder wegzuspritzen. Um die Konstruktion herum könnte eine Wand, wie wir sie von Duschkabinen kennen, vor Blicken schützen. 2017 haben Interessensvertreter\*innen und Bürger\*innen das Konzept sogar im Rahmen eines Partizipationsprozesses diskutiert. Letztendlich wurde die Idee aber verworfen, weil laut Senatsverwaltung„die Akzeptanz solcher Urinale – und damit die erwartbare Nutzung – zu der Zeit zu wenig ausgeprägt war.“ Im Rahmen eines Innovationsprojektes für autarke Toilettenanlagen in Berlin will die Verwaltung aber jetzt untersuchen, ob sich die Akzeptanz für Frauen-Urinale in den vergangenen fünf Jahren erhöht hat. Auf ein bestimmtes Urinal-Modell hat man sich bei dem Test noch nicht geeinigt, fest steht aber, dass es auch für Menschen mit weiblichen Geschlechtsorganen das kostenlose Pinkeln ermöglichen soll. Titelbild: Claire Mueller / Unsplash ### Ein Gehweg muss zum Gehen da sein URL: https://www.loky.news/ein-gehweg-muss-zum-gehen-da-sein/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Sie sind die größte Gruppe im Straßenverkehr und doch oftmals machtlos: Die Fußgänger\*innen in Berlin. Roland Stimpel, Landessprecher des Fuss e.V., über Zebrastreifen, Fahrradstraßen und das Versäumnis der Verkehrsministerin. --- **Herr Stimpel, wie sind Sie persönlich zu Fuss E.V. gekommen?** Ich war schon als Student in einer Initiative, die eine Stadtautobahn verhindert hat. Sie wäre unter anderem durch den heutigen Gleisdreieckpark verlaufen. Einige von meinen Mitstreiter\*innen damals haben später Fuss E.V. gegründet und mich kontaktiert. **Warum brauchen Fußgänger\*innen eine Lobby?** Fußgänger\*innen stellen die größte Gruppe im Stadtverkehr. In Berlin werden zu Fuß mehr Wege zurückgelegt, als mit allen anderen Verkehrsmitteln. Die anderen Verkehrsteilnehmer haben auch alle ihre Lobbys und Verbände. Deswegen ist auch eine Interessenvertretung für die größte Gruppe nötig. **Würden Sie die Lage für Fußgänger von Bezirk zu Bezirk verschieden beurteilen?** Man kann den Prenzlauer Berg natürlich nicht mit Heiligensee oder Zehlendorf vergleichen, aber gerade in der Innenstadt ballen sich die Probleme, weil die Stadt immer voller wird und damit auch immer enger. In Prenzlauer Berg leben viele Zugehörige der beiden Gruppen, die den höchsten Anteil der Fußgänger ausmachen: Schulkinder und Ältere. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Warum werden in den Medien Fußgänger\*innen so wenig thematisiert, wenn man sie beispielsweise mit Radfahrer\*innen vergleicht, denen viel mediale Aufmerksamkeit zuteilwird?** Die Fahrradaktivist\*innen haben einen Vorsprung. Uns, die Fußgängerlobby, gibt es zwar als Verein seit dreißig Jahren, aber es war lange nur ein kleiner Expert\*innen-Verband, der im eignen Saft geschmort hat. Die Fahrradlobby hat es früher geschafft, stärker ins Gespräch zu kommen. Jetzt ist das Fahrradfahren ein Modethema, das von mancher Seite als Allheilmittel für alle Verkehrsprobleme behandelt wird. Da kommen Fußgänger\*innen weniger vor, aber die Sichtbarkeit bessert sich zunehmend. Vor ein paar Jahren hat das Thema noch niemanden interessiert. Mittlerweile wächst es. **Wie gestalten Sie eine erfolgreiche Fußgänger\*innen Lobbyarbeit, ohne die verschiedenen Gruppen im Verkehr gegeneinander auszuspielen?** Ich gehöre auch zu den ältesten Fahrradaktivisten dieser Stadt. Im Jahr 1980, als Student, habe ich den ersten Westberliner Fahrradatlas gemacht. An besonders gefährlichen Stellen waren Totenköpfe eingezeichnet, aber auch schöne grüne Routen. Es geht absolut nicht darum, eine Gruppe gegen die andere auszuspielen, sondern es geht darum, dass gemeinsame Interessen auch gemeinsam vertreten werden. Aktionen, wie Mahnwachen für Opfer des Straßenverkehrs, führen wir beispielsweise auch mit Fahrradaktivist\*innen durch. Aber natürlich gibt es Fälle, in denen wir uns streiten, etwa um Flächen im öffentlichen Raum. Auch Wegkreuzungen sind oft ein Streitthema. Prominentes Beispiel ist die Friedrichstraße, wo eine Flaniermeile versprochen wurde, die als Fahrradstraße geendet ist. ![Fußgänger](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/09/Titelbild_Roland-Stimpel_SilkeReents-e1662467511755.jpg) Roland Stimpel setzt sich für Fußgänger\*innen ein / Foto: Silke Reents **Warum werden bei der Planung von Fahrradstraßen Fußgängerübergänge nicht beachtet?** Bislang hält sich die naive Vorstellung, das Fahrrad sei wegen seiner relativ geringen Geschwindigkeit und seinem zarten Gerüst flexibler und für Fußgänger leichter zu passieren. Für fitte junge Menschen mit viel Mut mag das gelten. Leider unterschätzt diese Annahme das Problem, das viele Leute damit haben, Abstände korrekt einzuschätzen, wenn Fahrräder in dichter Folge von beiden Seiten kommen. Man kann sich nicht sicher sein, ob die Fahrenden bremsen. Aus der Verkehrspsychologie wissen wir außerdem, dass die meisten Menschen Entfernungen besser einschätzen können als Geschwindigkeit. Das bedeutet, dass, auch wenn ein Fahrrad ganz langsam fährt, es für die zu Fuß gehende Person noch immer als Hindernis wahrgenommen werden kann, obwohl man es schaffen würde, die Straße zu überqueren. Das liegt zum einen an der Wahrnehmung, zum anderen verstärken respektlose Fahrradfahrer\*innen das Problem, wenn sie Fußgänger\*innen anschreien, die ihnen „in den Weg“ laufen. Besonders benachteiligte Gruppen, wie Blinde, haben es sehr schwer, solche Straßen zu überqueren. Hier ist unsere Forderung: Ein vorgestreckter Blindenstock soll dieselbe Wirkung haben wie Zebrastreifen. Wer quer fährt, muss anhalten. **Braucht auch der Zebrastreifen ein neues Image? In Berlin wird er doch oft ignoriert.** Wenn der Zebrastreifen nicht mehr genügend Wirkung zeigt, könnte man sich bauliche Maßnahmen überlegen, beispielsweise eine kleine Erhöhung der Fahrbahn, um deutlich zu machen, dass hier die Fußgänger\*innen Vorfahrt haben. Sie müssten dann auch nicht auf die Fahrbahn hinunter gehen, sondern ihr Übergang bliebe eben und somit barrierefrei. **Sollte man, Ihrer Meinung nach, eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Fahrräder einführen?** Ohne Tacho ist es schwierig, die Geschwindigkeit nachzuvollziehen, als Signal könnte eine solche Begrenzung aber sinnvoll sein, weil viele auf dem Fahrrad einfach unterschätzen, was sie anderen für Probleme und auch für Angst machen. Für einen selbst mag unlimitiertes Radfahren ein Gefühl der Leichtigkeit erzeugen, für andere ist es ein Hindernis. Mit der Elektrifizierung der Fahrräder hat diese Problematik noch zugenommen. **Was steht in nächster Zeit auf Ihrer Agenda für Berlin?** Das Mobilitätsgesetz, das hier verabschiedet wurde, ist ein wunderbarer Zielkatalog. Wenn die Welt so wäre, wie sie danach sein soll, wären alle glücklich. Um all das umzusetzen fehlt es aber derzeit an Personal, Etat und bei vielen auch am Bewusstsein, denn letztlich prallen hier verschiedene Interessengruppen aufeinander. In einer echten Verkehrswende sollten sich die Schnelleren den Langsameren anpassen. **Was halten Sie von den Elektrorollern, die überall durch Berlin rasen?** Das Fahrzeug als solches ist ja ähnlich wie ein Fahrrad. Solange es auf der Fahrbahn vorbeikommt, ist es angenehmer als ein Auto, weil es leise und abgasfrei ist. Verheerend ist aber das Verleihgeschäft, weil es vor drei Jahren, auf Veranlassung des damaligen Verkehrsministers Andreas Scheuer (CDU), möglich gemacht wurde, damit auch auf Gehwegen zu fahren. Das funktioniert nicht. Ein Gehweg muss zum Gehen da sein. In Berlin wären strengere Regeln für den E-Scooter-Verleih möglich gewesen, weil noch vor der Neuwahl 2021 das Straßengesetz geändert wurde. Seit dem 01\. September dieses Jahres braucht der Verleih von E-Scootern und E-Mopeds eine Genehmigung. Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) hat diese Genehmigungsregeln zwar sehr präzise gestaltet, aber sie sind nicht kontrollierbar und Verstöße werden fast nie geahndet. So wird in Berlin das E-Scooter-Chaos bleiben. Für die Fußgänger\*innen-Lobby ist es sehr enttäuschend, dass die Senatorin hier gezeigt hat, dass ihr ein paar zehntausend Spaßfahrer\*innen wichtiger sind, als drei Millionen Fußgänger\*innen. Wir sehen das als Affront gegen alle, die zu Fuß gehen. Titelbild: jiangxulei1990 / Unsplash ### Vielen Dank für die Blumen URL: https://www.loky.news/vielen-dank-fuer-die-blumen/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Seit dem Brandanschlag im Januar steht die Paul-Gerhardt-Kirche in der Wisbyer Straße leer. Eva von Schirach bespielt das Gebäude jetzt mit einem Kunstprojekt, bei dem Alle mitwirken können. --- An diesem Vormittag bin ich ausnahmsweise froh, eine FFP2-Maske über Mund und Nase ziehen zu müssen. Der Geruch in der Paul-Gerhardt-Kirche, die ich über den Hintereingang betrete, ist stechend scharf; es riecht, als hätte hier ein riesiges Lagerfeuer gebrannt. Doch was Assoziationen von Gemütlichkeit und Wärme hervorruft, hat einen bitteren Beigeschmack: [Am 20\. Januar verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf das Gotteshaus](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/04/verletzte-kirche/?ref=loky.news). Das Feuer hat den Altar komplett zerstört, ein Teil der Orgelpfeifen ist geschmolzen, an den Wänden haben Ruß und Löschwasser schwarze Schlieren hinterlassen. „Es sieht aus, als ob die Wände weinen würden“, sagt Eva von Schirach. Aber hat ein Gebäude Gefühle? Und hilft es bei der Heilung, wenn man ihm Lieder vorspielt oder Blumen schenkt? Eva von Schirach glaubt an die Kraft der Symbolik. Im Rahmen ihres Kunstprojektes „Umbau ist immer“ führt sie regelmäßig Menschen durch die Kirche in der Wisbyer Straße. Wobei Führung nicht der passende Begriff ist: Sie rattert keine historischen Daten der Gemeinde herunter, schaut vielmehr zu, welche Gefühle und Gedanken der Anblick des Ortes in den Besucher\*innen auslöst. ![Kirche](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/09/Altar-e1662386797384.jpg) Der Altar in der Paul-Gerhardt-Kirche ist komplett abgebrannt / Foto: Julia Schmitz \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Kein Kirchenmitglied** Und niemanden lässt das kalt. „Manche fühlen sich dieser Kirche so verbunden, dass sie eine Beruhigungstablette nehmen müssen, bevor sie hier reinkommen“, erzählt Eva von Schirach, die Ethnologie studiert hat und als Schriftstellerin und Künstlerin arbeitet. Andere sind einfach neugierig, wie es im Inneren nach dem Brand aussieht. Immer wieder erlebt sie, dass das Gebäude in seinem jetzigen Aussehen zu einer Offenheit bei den Menschen führt, dass diese im Gespräch über sich und ihre Beziehung zu Religion und Kirche nachdenken. Sie selbst ist nicht in der Kirche: „Aufgrund meiner Familiengeschichte habe ich eine große Abneigung gegen Organisationen, bei denen man Mitglied werden muss“, sagt sie; ihr Großvater war Baldur von Schirach, der als „Reichsjugendführer“ der NSDAP zu den Hauptangeklagten der Nürnberger Prozesse gehörte. Der Kirche als Institution steht sie kritisch gegenüber, aber das Kirchenschiff in Prenzlauer Berg fasziniert sie trotzdem. Die evangelische Gemeinde hatte den Umbau des Hauptraumes schon länger geplant, unter anderem will sie den Steinboden durch einen weicheren Boden ersetzen, um Platz zu schaffen für Gruppen des Sportvereins Pfefferwerk – eine eher ungewöhnliche Nutzung des sakralen Gebäudes, welches die Gemeinde trotzdem nicht entwidmen, sondern weiter für Gottesdienste nutzen will. Eva von Schirach wollte dem Gebäude während dieser Zeit künstlerisch zur Seite stehen. Jetzt hat ihr Projekt eine völlig neue Dimension bekommen. **Die Veränderung sichtbar machen** Neben den Baustellenbegehungen gibt es weitere Möglichkeiten, an dem Kunstprojekt teilzunehmen: „Jeder kann ein Musikstück oder einen Blumengruß schicken“, erzählt sie. Die Liedtitel spielt sie vor Ort ab, die Blumengrüße – oft sind es Fotografien von Sträußen oder Topfpflanzen – projiziert sie an die Wände oder Fenster der Kirche. „Von der Straße aus kann man nicht erkennen, dass es hier überhaupt gebrannt hat“, sagt sie; „Ich möchte die Veränderung, auch während des Umbaus, sichtbar machen.“ Alle Gespräche zeichnet Eva von Schirach auf, auch die Projektionen und musikalischen Grüße hält sie fest. Manche davon hat sie auf der Homepage des Kunstprojektes in kurzen Texten und Gedichten festgehalten, könnte sich vorstellen, die Fotos und Videos später zusammengesetzt an anderen Orten der Stadt zu zeigen. Für all jene, die es nicht über das Herz bringen, die verwundete Paul-Gerhardt-Kirche selbst zu betreten. „[Umbau ist immer](https://umbauistimmer.de/?ref=loky.news)“ von Eva von Schirach läuft zunächst bis Ende Oktober 2022 in der Paul-Gerhardt-Kirche, Wisbyer Straße 7. ### Schmetterlinge statt SUV URL: https://www.loky.news/schmetterlinge-statt-suv/ Last updated: 2025-03-20T18:08:19.000Z ## Die Bezirksverordnetenversammlung ist aus der Sommerpause zurück. Worüber hat sie diskutiert, was hat sie beschlossen? Wir haben die Zusammenfassung. --- Ein untrügliches Zeichen, dass der Sommer vorbei ist: Die Bezirksverordnetenversammlung tagt wieder. Am Mittwoch kamen die Pankower Fraktionen im lichtdurchfluteten BVV-Saal in der Fröbelstraße zusammen; bereit, handfeste Lokalpolitik zu machen. Nachdem die Verordneten im Schnelldurchlauf einige der älteren Anträge beschlossen oder abgelehnt hatten, entbrannte allerdings anlässlich eines auch nicht mehr taufrischen Antrags eine Diskussion unter den Lokalpolitiker\*innen: Es ging um die Ausweisung der Erich-Weinert-Straße [als Fahrradstraße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/fahrradstrasse/?ref=loky.news). Eine Sprecherin der Kiezinitiative Gertrud-Classen-Platz bat in dem Zusammenhang das Bezirksamt, sich zügig darum zu kümmern. Der Kiez rund um den Platz sei durch die seit drei Jahren andauernde Baustelle der Wasserwerke automatisch verkehrsberuhigt, die Anwohner\*innen hätten sich daran gewöhnt, sagte sie – und hätten jetzt Angst, dass mit der voraussichtlichen Beendigung der Bauarbeiten Ende des Jahres der Durchgangsverkehr wieder einsetze. Dies ließe sich mit einem Modalfilter, also der Sperrung für den Autoverkehr, stoppen. Aber eine Sperrung komme wohl erst infrage, wenn die Fahrradstraße eingerichtet sei. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Hoch oben auf der Prioritätenliste** Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) nahm der Initiative den Wind aus den Segeln: „Ich verstehe, dass man den Zustand gerne beibehalten möchte, wenn man sich drei Jahre daran gewöhnt hat.“ Aber verkehrsrechtlich sei es nunmal vorgegeben, dass die Straße nach Ende der Bauarbeiten befahrbar sein müsse. Auch mit der Einrichtung der Fahrradstraße, die laut Anders-Granitzki „sehr hoch auf der Prioritätenliste“ des Bezirksamtes stehe, komme nicht automatisch ein Modalfilter. Diese Maßnahme werde erst ergriffen, wenn Verkehrszählungen ergeben würden, dass der Durchgangsverkehr nicht abgenommen habe. Der Antrag der SPD, dass in der Erich-Weinert-Straße schnellstmöglich Radfahrer\*innen Vorrang haben sollen, wurde anschließend dennoch mit großer Mehrheit beschlossen. Ob die Umsetzung so lange benötigt wie in der Stargarder Straße oder so schnell geht wie in der Oderberger Straße, wird sich zeigen. **Weniger Autos, mehr Insekten** Und noch eine Straße erhitzte die Gemüter bei dieser Sitzung: Seit April ist es verboten, das eigene Auto auf dem Mittelstraßen der Grellstraße zu parken. Erlaubt war das offiziell nie, aber geduldet – oder einfach seitens des Ordnungsamtes zu wenig geahndet. Der AfD ist dieser Umstand ein Dorn im Auge. [Bereits in der letzten Sitzung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/20/prenzlauer-berg-newsletter-23-findet-normalitaet/?ref=loky.news) hatten sie in einer mündlichen Anfrage die Gründe dafür erfragt und auch eine entsprechende Antwort bekommen; doch das hielt sie nicht davon ab, erneut einen Antrag zu stellen, der den Mittelstreifen zu einem offiziellen Parkplatz machen soll. Diana Giannone (SPD) hielt dagegen: „Sonst sind immer Sie diejenigen, die auf die Einhaltung der Regeln pochen. Sie können jetzt nicht einfach ‚law and order‘ machen und fordern, dass das Parken geduldet wird, obwohl es nicht erlaubt ist.“ Die anderen Fraktionen lehnten den Antrag geschlossen ab, stimmten gleich danach einem weiteren Antrag der SPD zur Grellstraße zu: Die fordert, dass besagter Mittelstreifen wieder begrünt wird, um Insekten ein Zuhause zu bieten – Schmetterlinge statt SUV, sozusagen. **Lücken in der Parkraumbewirtschaftung schließen** Kostenlos parken ist in Prenzlauer Berg nur noch an ganz wenigen Stellen möglich, nämlich im Mühlenkiez hinter der S-Bahnstation Greifswalder Straße, am Velodrom rund um die Conrad-Blenkle-Straße und im Gebiet um den alten Schlachthof an der Grenze zu Friedrichshain. Wenn es nach der SPD-Fraktion geht, soll es auch dort zukünftig Parkraumbewirtschaftung geben: Sie forderte am Mittwoch in einem Antrag, dass das Bezirksamt Machbarkeitsstudien in den beiden letztgenannten Gebieten erstellt. Außerdem will die Fraktion das Langzeitparken einschränken, das rund um das Neubaugebiet am Alten Schlachthof vor allem Wohnmobilbesitzer\*innen in Anspruch nehmen. Beschlüsse dazu gab es in der Bezirksverordnetenversammlung bereits 2020, passiert ist aber seitdem laut SPD nichts. Ähnlich wie bei den Fahrradstraßen nimmt auch die Einrichtung einer neuen Parkraumbewirtschaftungszone teilweise viel Zeit in Anspruch: Von der Idee bis zur Umsetzung des [kostenpflichtigen Parkens in der Wohnsiedlung Carl Legien](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/03/29/denkmalschutz-verhindert-parkuhren/?ref=loky.news) dauerte es mehrere Jahre; das lag aber auch an Bedenken bezüglich des Denkmalschutzes. Titelbild: Julia Schmitz ### Parklet statt Parkplatz URL: https://www.loky.news/parklet-statt-parkplatz/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Erst Fahrradstraße, dann Flaniermeile mit ganz viel Platz für Fußgänger\*innen: So stellt sich die Fraktion der Pankower Grünen die Stargarder Straße der Zukunft vor. --- Restaurants, Cafés, Yogastudios und Läden mit Kleidung und Krimskrams stehen in der Stargarder Straße Tür an Tür. Doch die Bürgersteige sind für Berliner Verhältnisse recht schmal, zu Stoßzeiten müssen Fußgänger\*innen häufig den Stühlen der Gastronomie oder sich gegenseitig ausweichen. Lange Warteschlangen vor beliebten Läden wie der Eisdiele Hokey Pokey oder der Bäckerei Hacker führen zu noch mehr Stau und erschweren das Durchkommen von Kinderwagen und Rollstühlen. „Seit der Corona-Zeit dürfen Gastronomen auch mehr Tische draußen aufstellen. Aber anders als in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln und trotz mehrerer BVV–Beschlüsse dürfen sie das nur auf den Gehwegen. Das führt dazu, dass diese voll sind und man kaum durchkommt“, sagt Patricia Flores (Grüne), die den Antrag verfasst hat. Es braucht also eine andere Raumnutzung, meint die Bezirksverordnete; vor allem zugunsten jener, die zu Fuß unterwegs sind. Seit die Stargarder Straße [zur Fahrradstraße umgewidmet](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/fahrradstrasse/?ref=loky.news) wurde, herrsche hier deutlich weniger Verkehr und der Kiez habe an Aufenthaltsqualität gewonnen. Die könne sogar noch erhöht werden, meint Flores: „Eigentlich müssten die Autos in einer Fahrradstraße längs parken, um beim Rausfahren keine Gefahr für die Radfahrenden darzustellen. In der Stargarder Straße wurde aber das Senkrechtparken beibehalten. Als ich in einer Sitzung nach den Gründen fragte, hieß es: Was sollen wir sonst mit dem frei gewordenen Platz machen?“ In der ersten Bezirksverordnetenversammlung nach der Sommerpause beantragen die Grünen deshalb, der Bezirk solle die Umwidmung von Parkplätzen in temporäre Flächen für Gastronomie und Parklets prüfen – zunächst im besonders belebten Abschnitt zwischen Schönhauser Allee und Pappelallee. **Mehr Gemütlichkeit im Kiez** Bereits in den vergangenen beiden Jahren hatte das Bezirksamt Restaurantbesitzer\*innen die Nutzung von Parkplätzen als Fläche für Tische und Stühle erlaubt; dahinter standen aber in erster Linie die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen während der Pandemie und nicht der Gedanke an die Erhöhung der Gemütlichkeit im Kiez. [Auch mit Parklets hat der Bezirk bereits Erfahrungen gemacht](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/parklet/?ref=loky.news), allerdings eher negative: Die in der installierten Parklets in der Gudvanger, Templiner und Dunckerstraße musste die Initiative PowerShift wieder entfernen, obwohl Anwohner\*innen sie gerne nutzten. Die vier offiziell vom Bezirk für sehr viel Geld aufgebauten Holzkonstruktionen auf der Schönhauser Allee sind hingegen selten besetzt – und wenn, dann nur von Fahrrädern und kaum von Menschen. Zwei davon müssen demnächst abgebaut werden, weil auf der Strecke zwischen Gleimstraße und Danziger Straße [ein geschützter Radstreifen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/26/sonderanfertigung-fuer-pankow/?ref=loky.news) entsteht. Theoretisch könnten sie also in die Nachbarstraße umziehen. ### Prenzlauer Berg Newsletter #31 spricht mit Frauen über Frieden URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-31-spricht-mit-frauen-ueber-frieden/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Welche Risiken nahmen die „Frauen für den Frieden“ auf sich, indem sie gegen die zunehmende Militarisierung der DDR kämpften? Wieviele Kinder warten auf einen Schulplatz? Und was passiert mit dem Kulturbus? Die Nachrichten der Woche gibt es im Newsletter. --- Ende der 1970er-Jahre kommt es zu neuen Spannungen im Kalten Krieg zwischen Ost und West: Die westlichen Staaten fühlen sich durch die Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen in Osteuropa bedroht und reagieren mit dem NATO-Doppelschluss. Doch die Entscheidung ruft in der Bundesrepublik Proteste hervor, auch in der DDR kritisieren immer mehr Bürger\*innen die zunehmende Militarisierung. Als 1982 auch noch die Wehrpflicht auf Frauen ausgeweitet werden soll, reicht es Almut Ilsen. Sie und zahlreiche andere Frauen gründen nach erfolglosen Eingaben die Initiative „Frauen für den Frieden“. Welche Risiken sie für ihre Überzeugungen in Kauf genommen haben, hat Ilsen meiner Kollegin Katharina Angus erzählt für unseren **Text der Woche** - **Widerstand:** Sie waren eine der wenigen kirchenunabhängigen Oppositionsgruppen in der DDR: die „Frauen für den Frieden“. Gemeinsam kämpften sie gegen die zunehmende Militarisierung des sozialistischen Staates. [Mitbegründerin Almut Ilsen teilt ihre Erinnerungen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/22/wir-verstecken-uns-nicht/?ref=loky.news). **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/08/IMG_2143-1024x1024.jpg) Eine kleine Pause gefällig? Gesehen im Weinbergspark / Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** - **Schulplätze:** Berlins schulen platzen aus allen Nähten, Kinder aus neu eingewanderten Familien warten nicht selten mehrere Monate auf einen Schulplatz. Die Bezirksverordnete Eva Scharfenberg (CDU) wollte in einer Kleinen Anfrage wissen, wie die Situation im Bezirk Pankow aussieht. Tatsächlich warten in Pankow zurzeit 331 Kinder darauf, zur Schule gehen zu können. Davon seien 193 Kinder im Grundschulalter und 138 im Sekundarschulalter, teilt die Schulstadträtin Dominique Krössin mit. Mehr als die Hälfte der Kinder komme aus der Ukraine. - **Kulturbus:** Wie kommen Kinder von der Schule oder Kita zum Theater? Die „Offensive Kulturbus” der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa ist ein Erfolgsprojekt, welches auch im kommenden Schuljahr fortgesetzt wird. Über 265 Bildungseinrichtungen haben das kostenfreie Angebot im vergangenen Jahr genutzt, um den Nachwuchs zu einem der teilnehmenden Spielorte zu bringen. Durch die freigegebene Förderung von 121.000 Euro können bis Ende des Jahres, heißt es seitens der Senatsverwaltung, bis zu 230 Fahrten realisiert werden. Unter anderem geht es auch nach Prenzlauer Berg: Zu den 50 Theatern, die an dem Projekt teilnehmen, gehören auch die Schaubude, das Theater o.N. und das Dock 11. **Polizeimeldungen** - **Rassismus:** Am Donnerstagvormittag soll ein unbekannt gebliebener Mann eine Frau während der Fahrt in einer Straßenbahn rassistisch beleidigt haben. Wie die Polizei mitteilte, bestieg die 35-Jährige gegen 9.30 Uhr am U-Bahnhof Eberswalder Straße die Tram der Linie M10 in Richtung Nordbahnhof, als ein mitfahrender Mann ihr bedrohlich nahegekommen sei und sie rassistisch beleidigt haben soll. Erst als die Frau angekündigt habe, sie werde die Polizei rufen, soll sich der Tatverdächtige zu einer anderen Tür der Bahn begeben haben. Dort sei er an der nächsten Haltestelle ausgestiegen. Die weiteren Ermittlungen hat ein Fachkommissariat des Polizeilichen Staatsschutzes des Landeskriminalamtes übernommen. - **Messerstiche:** In Prenzlauer Berg soll eine Jugendgruppe in der Nacht zu Sonntag zwei Erwachsene attackiert haben. Ein 26-Jähriger sei dabei durch mehrere Messerstiche in den Oberschenkel schwer verletzt worden, meldet die Polizei. Passanten hatten gegen 1.30 Uhr Feuerwehr und Polizei zum Kollwitzplatz gerufen. Dort leisteten Zeug\*innen bereits Erste Hilfe, die alarmierten Polizeikräfte unterstützten die Maßnahmen und stoppten die Blutung bis zum Eintreffen der Rettungskräfte der Feuerwehr. Diese brachten den Verletzten zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Laut ersten Aussagen soll es zuvor am Kollwitzplatz zu einer Auseinandersetzung zwischen den Erwachsenen und der Gruppe von rund zehn Jugendlichen gekommen sein. Zeug\*innen berichteten unter anderem von Flaschenwürfen aus der Jugendgruppe. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. **Tipps & Termine** - **4.9.:** Wer lernen möchte, wie man ein Porträt zeichnet, oder mit VR-Brillen einen Einblick in die digitale Ausstellung „Post Normal“ der Prater Galerie bekommen möchte, der sollte zum [Sommer­fest im Kultur­areal Ernst-Thälmann-Park](https://www.berlin.de/kunst-und-kultur-pankow/aktuelles/artikel.1226079.php?ref=loky.news) gehen. Neben verschiedenen Kunstworkshops und Ausstellungen gibt es dort auch Konzerte und die Möglichkeit den Park näherkennenzulernen. Das Sommerfest beginnt um 15 Uhr, der Eintritt ist frei. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Kohleofen:** Seit zwölf Jahren ist Schornsteinfeger Hagen Baacke auf den Dächern Prenzlauer Bergs unterwegs. Die Angst vor einem kalten Winter durch Gasknappheit beschäftigt auch ihn. [Wir sprachen mit ihm über illegalen Ofeneinbau, Notschornsteine und leere Kohlelager](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/17/zurueck-zum-kohleofen/?ref=loky.news). - **Garten:** Am 13\. August 1961 wurde die Berliner Mauer gebaut. Heute kommen [auf dem ehemaligen Todesstreifen an der Bernauer Straße Menschen aus aller Welt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/13/gaertner-fuehren-keine-kriege/?ref=loky.news) zusammen. Sie haben ihn in eine Oase verwandelt **Zitat der Woche** *„Wir haben aber den bewussten Entschluss gefasst, dass wir nicht jeder neuen Frau in unserer Nähe mit Argwohn entgegentreten und unsere Kräfte an Misstrauen verschwenden. Der Tenor lautete: Wir verstecken uns nicht“,* sagt Almut Ilsen. Sie und ihren Mitstreiterinnen wussten, dass die Stasi Frauen bei ihnen einschleusen wird. Dennoch haben sie nicht aufgehört und sich weiter für den Frieden eingesetzt. Nächste Woche berichtet meine Kollegin Julia Schmitz wieder, was alles in Prenzlauer Berg passiert. Ich verabschiede mich und wünsche ein schönes Wochenende! Eure Christina Heuschen --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** Foto: Jon Tyson/Unsplash ### "Wir verstecken uns nicht" URL: https://www.loky.news/wir-verstecken-uns-nicht/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Sie waren eine der wenigen kirchenunabhängigen Oppositionsgruppen in der DDR: die „Frauen für den Frieden“. Gemeinsam kämpften sie gegen die zunehmende Militarisierung des sozialistischen Staates. Mitbegründerin Almut Ilsen teilt ihre Erinnerungen. --- Als Ende der Siebziger Jahre die Sowjetunion hochmoderne Mittelstreckenraketen mit nuklearen Sprengköpfen in Mittelosteuropa stationiert, ist die NATO alarmiert. Es beginnt eine neue Phase des Wettrüstens zwischen Ost und West. Im Jahr 1979 wird der NATO-Doppelbeschluss gefasst, der die Stationierung neuer, mit atomaren Sprengköpfen bestückter Mittelstreckenraketen in Westeuropa fordert. In der Bundesrepublik ruft diese Entscheidung den Protest von Bürger\*innen auf den Plan, Friedensbewegungen entstehen. Und auch in der DDR mehren sich Stimmen gegen die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Friedensbewegung zunächst unterstützt** Das sozialistische Land gibt sich nach außen hin als friedensliebend. Almut Ilsen, eine der Mitbegründerinnen der „Frauen für den Frieden“ in Ostberlin erklärt: „Die DDR-Regierung hat offiziell die westeuropäische Friedensbewegung unterstützt. Aber als 1983 der Bundestag dem Nato-Doppelbeschluss zustimmte und die Stationierung der Mittelstreckenraketen beschlossene Sache war, musste die DDR-Regierung keine Rücksicht mehr nehmen.“ [Oppositionelle Gruppierungen in der DDR](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/opposition/?ref=loky.news) befürchten ab diesem Zeitpunkt, stärker ins Visier der Staatssicherheit zu rücken. Und tatsächlich erfolgen im Dezember 1983 erste Verhaftungen einiger Mitglieder der „Frauen für den Frieden“, die sich als Protestgruppe gegen ein neues Wehrdienstgesetz der DDR formiert hat; das sieht im Fall der Mobilmachung, die Einbeziehung von Frauen zwischen 18 und 50 Jahren in die Armee . **Ein neues Wehrdienstgesetz** In den Achtziger Jahren ist die gesellschaftliche Struktur [der DDR](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/ddr/?ref=loky.news) stark von militärischen Aktivitäten durchzogen. Für Männer gibt es die verpflichtende Grundausbildung bei der NVA, die achtzehn Monate lang dauert. Die Grenztruppen fordern ebenfalls ihr Tribut und selbst in den Betrieben gibt es paramilitärische „Betriebskampfgruppen“. Als 1982 die Wehrpflicht auf Frauen ausgeweitet werden soll, ist der Freundeskreis um Almut Ilsen und Bärbel Bohley entsetzt. „Wir waren glühende Pazifistinnen“, sagt Ilsen. „Und wir hatten erfahren, dass in Mecklenburg-Vorpommern bereits Krankenschwestern zu den Wehrkreiskommandos bestellt und gemustert wurden und ihren Wehrpass bekamen.“ Bohley schreibt eine Eingabe. Diese Form des legalen Widerspruchs gegen politische Entscheidungen ist in der DDR die einzige Möglichkeit, einen offiziellen Weg des Protests zu beschreiten. In der Regel haben Eingaben keine Aussicht auf Erfolg. So erhält auch Bohley nur eine nichtssagende Antwort; viele der Frauen, die ebenfalls eine eigene Angabe verfasst haben, bekommen keinerlei Rückmeldung. Als sich einige Frauen, darunter Ilsen und Bohley, im Sommer 1982 bei Katja Havemann – der Witwe des Regimekritikers Robert Havemann – treffen, sprechen sie darüber, dass man ihre individuellen Schreiben ignoriert. Sie beschließen, im Freundes- und Bekanntenkreis Unterschriften für eine gemeinsame Eingabe zu sammeln. „Das musste natürlich konspirativ passieren. Man hat nur diejenigen gefragt, von denen man sich relativ sicher war, dass sie die Aktion nicht vorzeitig verraten würden“, so Ilsen. **Post für Honecker** Um die 130 Unterschriften senden die Frauen im Oktober desselben Jahres an Erich Honecker. Sie berufen sich auf den Artikel 65 der DDR-Verfassung, der besagt, dass „Entwürfe grundlegender Gesetze“ den Bürger\*innen „zur Erörterung unterbreitet werden“ müssen. Stasi-Mitarbeiter\*innen nehmen diese Erörterung zum Vorwand, um wenige Wochen nach der Eingabe bei den Unterzeichnerinnen klingeln. Sie wollen sie davon überzeugen, ihre Unterschrift zurückzuziehen. Trotz der Gefahr äußern viele der Frauen, die unterschrieben haben, den Wunsch, als Gruppe weiter zu arbeiten. Viele von ihnen leben in Prenzlauer Berg. Die Initiative „Frauen für den Frieden“ ist geboren. Sie rechnen damit, bespitzelt zu werden und nehmen das Risiko in Kauf. „Wir wussten und sind davon ausgegangen, dass die Stasi Frauen bei uns einschleusen wird und das ist auch passiert. Wir haben aber den bewussten Entschluss gefasst, dass wir nicht jeder neuen Frau in unserer Nähe mit Argwohn entgegentreten und unsere Kräfte an Misstrauen verschwenden. Der Tenor lautete: Wir verstecken uns nicht.“ Unter anderen wird die IM Monika Haeger in die Gruppe eingeschmuggelt. Bei einer der Friedenswerkstätten, die zwischen 1982 und 1988 von der evangelischen Erlöserkirche in Berlin-Rummelsburg organisiert wird, und die auch den „Frauen für den Frieden“ einen Stand bietet, entwendet Haeger einen ganzen Karton voller Adressen von Sympathisantinnen. **Im Visier der Staatssicherheit** Auch andere Aktionen der Initiative werden von der Stasi erschwert. So entkommt Ulrike Poppe, eine der Mitbegründerinnen der „Frauen für den Frieden“, der Stasi auf ihrem Weg zu einer Protestaktion im Oktober 1983 in einer abenteuerlichen Verfolgungsjagd. Sie kann den Wagen der Beamten schließlich abhängen, indem sie auf ihrem Fahrrad den Prenzlauer Berg hinunter rast. Sie fährt zum Alexanderplatz, wo die „Verweigerung in Schwarz“ stattfindet. Die „Frauen für den Frieden“ haben einen gemeinsamen Posteinwurf ihrer individuellen Verweigerungsschreiben der militärischen Musterung organisiert. Die Gruppe hat den Ort strategisch klug gewählt: Den Beamten der Staatssicherheit ist der Alexanderplatz zu voll, um öffentliches Aufsehen und das Interesse westlicher Medien zu erregen. Insgesamt ist die Organisation regimekritischer Veranstaltungen noch immer schwierig und bedarf meistens die Unterstützung der Kirche. „Wir waren eine kirchenunabhängige Gruppe, aber kirchliche Orte waren die einzige Chance, eine Art Halböffentlichkeit herzustellen“, erklärt Ilsen. Insbesondere die Form des „politischen Nachtgebets“ ist beliebt. Hier muss zwar die liturgische Struktur bestehen bleiben, um im legalen Raum zu bleiben, die Gestaltung der Inhalte bietet jedoch Freiheiten und ermöglicht den Anwesenden, mitzuwirken. „Wir kannten Christa Sengespeick, die Pastorin der Auferstehungskirche in Friedrichshain. Sie hatte den Gemeindekirchenrat auf ihrer Seite, sodass wir dort Veranstaltungen durchführen konnten. Die Kirche war immer voll“, so Ilsen. **Verhaftungen von Oppositionellen** Im Spätsommer 1983 erreichen Hinweise aus Geheimdienstkreisen die Gruppe, dass für den Zeitraum nach dem Bundestagsvotum zum Nato-Doppelbeschluss im Herbst Verhaftungen Oppositioneller in der DDR geplant werden. Die „Frauen für den Frieden“ verfassen Vollmachten, wer ihre Kinder betreuen soll, falls sie inhaftiert werden sollten. Im Dezember 1983 werden vier Mitglieder der Gruppe, darunter Bärbel Bohley und Ulrike Poppe, verhaftet. Gegen sie wird ein Ermittlungsverfahren wegen Landesverrats eingeleitet. Aus Westeuropa kommt Unterstützung in Form von medialer Aufmerksamkeit und Protest gegen die Verhaftungen. Diese Aufmerksamkeit ist es, die der DDR-Führung in den Achtziger Jahren Druck macht. Die noch inhaftierten Frauen kommen im Januar 1984 wieder frei. „Alleine hätte ich das mental nicht durchgestanden und ich glaube, den anderen ging es ähnlich. Nur durch unseren starken Zusammenhalt haben wir das geschafft“, erinnert sich Ilsen. Ab 1985 erhöht sich durch den operativen Vorgang „Wespen“ der Staatssicherheit der Druck auf die Frauen. Einigen erteilt man Berufsverbote, andere dürfen nicht studieren. Für die Stasi besteht die Gruppe 1988 nicht länger. Die Mitglieder engagieren sich allerdings weiterhin. Wie beurteilt Almut Ilsen heute ihre pazifistische Position von damals? „Durch den Krieg gegen die Ukraine bin ich der Meinung, dass wir eine wehrhafte Demokratie brauchen. Wir hatten hier, in Europa, so lange Frieden, dass wir nicht damit gerechnet haben, dass wieder ein Krieg ausbricht. Früher war meine pazifistische Haltung richtig, aber heute wäre sie falsch.“ Foto: Almut Ilsen hat die „Frauen für den Frieden“ mitbegründet / Foto: Tobia Nooke ### "Aus der Zeit gefallen" URL: https://www.loky.news/aus-der-zeit-gefallen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Der Wettbewerb um den Neubau des Jahnsportparks geht in die zweite Runde, 15 Entwürfe stehen zur Auswahl. Die Bürgerinitiative zeigt sich entsetzt über die Pläne. --- Dass das [Jahnstadion abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/25/keine-zukunft-fuer-das-jahnstadion/?ref=loky.news), ist beschlossene Sache. Aber wie soll das neue Gebäude aussehen? Wer wissen wollte, welche Ideen die beteiligten Planungsbüros für die Zukunft des Sportparks an der Eberswalder Straße haben, musste sich Zeit nehmen: Am 16\. August hatte das Preisgericht alle Entwürfe der zweiten Wettbewerbsphase online gestellt, die nach einer namentlichen Registrierung für exakt acht Stunden einsehbar waren. Denn bis zur Entscheidung Mitte Dezember, welcher der insgesamt 15 Entwürfe umgesetzt wird, muss alles streng geheim bleiben; auch die Presse darf keine Details verraten. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark zeigte sich im Anschluss „entsetzt” über die Pläne. „Der besondere Parkcharakter, der den Jahnsportpark von Parkanlagen unterscheidet und sich in seinem Namen widerspiegelt, wird unter den zu vielen massiven Neubauten erdrückt”, heißt es in einer Pressemitteilung. Man könne außerdem keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Bestand des alten Stadions erkennen, der in das neue Stadion integriert werden soll. **Zu viele Neubauten auf dem Gelände** Fast alle Erkenntnisse aus der ersten Wettbewerbsphase und der Bürgerbeteiligung in Hinblick auf den Klimaschutz werde in den Entwürfen ignoriert. „Der Realisierungswettbewerb hat den Prozess um die Neugestaltung des Jahnsportparks in die Sackgasse manövriert. Der Sportpark wird durch die schieren Massen an Neubauten erdrückt. Der Jahnsportpark wird mit diesen Plänen nicht zum Leuchtturm zeitgemäßer Inklusion, er wird zum Mahnmal völliger Klima-Ignoranz und gescheiterter Bürgerbeteiligung“, so Alexander Puell. Und noch einen Kritikpunkt bringt die Initiative an: Das Bedarfsprogramm, also alle geplanten Bauten im Park, seien in der Summe einfach zu viel für das Gelände. Es sei völlig aus der Zeit gefallen. „Wir fordern die Senatsverwaltung auf, das noch nichtmal genehmigte Bedarfsprogramm endlich deutlich zu reduzieren, damit ein inklusiver und zukunftsfähiger Jahnsportpark entstehen kann.” Foto: Julia Schmitz ### Zurück zum Kohleofen URL: https://www.loky.news/zurueck-zum-kohleofen/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Seit zwölf Jahren ist Schornsteinfeger Hagen Baacke auf den Dächern Prenzlauer Bergs unterwegs. Die Angst vor einem kalten Winter durch Gasknappheit beschäftigt auch ihn. Wir sprachen mit ihm über illegalen Ofeneinbau, Notschornsteine und leere Kohlelager. --- ## **Herr Baacke, welche Aufgaben gehören zu ihrem Beruf?** **Hagen Baacke:** Das Schornsteinfegen im klassischen Sinne, was die Entnahme von Rußresten bezeichnet, macht nur etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Aufgaben aus. Große Bedeutung haben Emissionsschutzmessungen, die an die Bezirke weitergegeben werden. Nur so kann die Politik die Energiewende planen. Ebenfalls wichtig ist die Kontrolle von Gasheizungen: arbeiten sie effizient genug für ihr Baujahr, überschreiten sie das Kohlenstoffmonoxidlimit nicht, haben sie genug Unterdruck? Auch um Brandschutz in der Gastronomie kümmern wir uns, indem wir beispielsweise Dunstabzugssysteme überprüfen. Und wir regeln den Neueinbau von Öfen und Kaminen. **Wie hat sich im Laufe der Jahre Ihr beruflicher Alltag verändert?** **Baacke:** Vor allem gab es Verschärfungen in den Bestimmungen für feste Brennstoffe. Im Jahr 2016 hat die Bundesemissionsschutzverordnung bestimmte Messwerte für Staub eingeführt, die bei der Verbrennung eingehalten werden müssen. Dadurch haben sich die Ansprüche an Kamin- und allgemein Holzöfen erhöht. Es sind nicht mehr alle Kaminöfen durch den TÜV und auf den Markt gekommen. **Konnten in Folge dessen auch einige ältere Öfen nicht länger genutzt werden?** **Baacke:** Das traf insbesondere auf Zusatzfeuerstellen zu, die an bereits bestehende Öfen angeschlossen waren. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Erreichen Sie Zurzeit, im Zusammenhang mit der Energiekrise, verstärkt Anfragen für neue Öfen?** **Baacke:** Ja, das ist bundesweit der Fall. Früher hatten wir ca. fünf Kaminöfeninstallationen pro Halbjahr, in den letzten Monaten kommen wir auf ca. fünf bis sechs Anfragen die Woche. **Machen Sie sich Sorgen, dass Menschen, die keine Erfahrung im Umgang mit Öfen haben, sich jetzt daran versuchen und möglicherweise gefährliche Fehler dabei machen?** **Baacke:** Ja, natürlich. Ich bin einem Kehrbezirk in Prenzlauer Berg zugeteilt. Siebzig bis achtzig Prozent der Gebäude dort sind Altbau. Manche Bewohner\*innen informieren uns nicht, bevor sie ihren Ofen anschließen, die suchen einfach nach einem Loch in der Wand, das nach oben führt. Speziell im Altbau ist es wahrscheinlich, dass der dazugehörige Schornstein bereits belegt ist. Schließt man dennoch den eigenen Ofen an, wird es gefährlich, weil der Rauch nicht abziehen kann. **Was ist, wenn in der Wohnung bereits ein Ofen steht? Kann man einfach mit dem Heizen beginnen?** **Baacke:** Entscheidend ist, ob der jeweilige Ofen im Feuerstättenbescheid des Hauses geführt wird. Dieser Bescheid ist über die Hausverwaltung, bzw. die Eigentümer\*innen einsehbar. Ist mein Schornstein dort verzeichnet, kann ich davon ausgehen, dass er auch auf dem Belegungsplan der Schornsteine erfasst ist, das bedeutet, dass der Schornsteinfeger weiß, wo der Ofen angeschlossen ist und es dadurch nicht zu Doppelbelegungen kommt. Taucht der Ofen nicht im Bescheid auf, kann es sein, dass der Schornstein dafür, beispielsweise im Zuge eines Dachbodenausbaus, längst abgerissen wurde. Benutzt man ihn trotzdem, kann es zu Rauchvergiftungen und anderen Gefahrensituationen kommen. **Was muss man noch beachten, falls der Ofen endlich sachgemäß angeschlossen ist?** **Baacke:** Bei der Abnahme des Ofens macht jeder Schornsteinfeger eine verpflichtende Brennstoffberatung, bei der dem Kunden erklärt wird, wie der jeweilige Ofen zu befeuern ist. Wenn man noch nie einen Ofen befeuert hat, gibt es schon Einiges zu lernen. Es macht auch einen Unterschied, ob man beispielsweise seinen Ofen im Mehrfamilienhaus an einen 120 Jahre alten Schornstein anschließt, der mehrfach gezogen sein kann, oder man im Einfamilienhaus einen modernen Edelstahlabzug hat. **Die Schornsteinfegerinnung Berlin diskutiert dieser Tage, ob man das Prinzip des „Notschornsteins“ wieder einführen könnte. Was ist das?** **Baacke:** In den Neunziger Jahren wurden im Zuge der des massenhaften Gasheizungseinbaus, vor allem im Ostteil der Stadt, viele Öfen abgerissen. Das Gesetz sah aber vor, dass pro Wohnung ein Ofen stehen blieb, um im Fall einer Gasknappheit eine alternative Heizmöglichkeit zu gewährleisten. Dieser Ofen wurde regelmäßig vom Schornsteinfeger kontrolliert, um ihn betriebsbereit zu halten. Ende der Neunziger Jahre häuften sich die Beschwerden. Man wollte auch den letzten Kachelofen der Wohnungen entfernen können, weil er nicht zum modernen Wohnungsinterieur passte oder zu viel Platz stahl. Das Gesetz wurde gekippt. Heute haben diejenigen, die dennoch ihren Ofen stehen ließen, gute Karten. **Und die Schornsteinfegerinnung will das Gesetz zum Erhalt eines Ofens bzw. Schornsteins pro Wohnung wieder zurückbringen?** **Baacke:** Da der rechtliche Rahmen dafür schon mal geschaffen war, müsste man das Gesetz quasi bloß wieder in Kraft treten lassen. Im Moment rennen wir Schornsteinfeger die ganze Zeit Vorbescheinigungen für Öfen hinterher, damit diese nicht ohne Absprache einfach angeschlossen werden. Sie Schornsteinfegerinnung möchte diesen Prozess vereinfachen und jeder Wohnung wieder einen garantierten Schornstein zuweisen. **Was fällt Ihnen bei den Anfragen auf, die Sie erreichen?** **Baacke:** Zurzeit merkt man, dass sich vermehrt Berliner\*innen um Öfen bemühen, die aus Angst handeln und nicht aus Vorliebe für die Ofenheizung. Die wollen sich auf einen möglichen Gasausfall vorbereiten. Dafür ist jeder Ofen recht. Plötzlich geht es nicht mehr darum, welcher Kamin am schönsten in die Wohnung passt. Jetzt nehmen die Leute alles, was noch verfügbar ist. Das ist nicht vergleichbar mit den Anfragen der Vergangenheit, die eher aus einem Bedürfnis nach Nostalgie und Wohlfühlatmosphäre kamen. Solche Motive sind der puren Zweckmäßigkeit gewichen. **Lohnt sich Ihrer Meinung nach der Aufwand des Ofeneinbaus, um Heizkosten zu sparen?** Baacke: Das kommt darauf an. Wenn ein Ofen vorhanden ist und das Gas wird wirklich abgestellt, dann ist kein Aufwand zu gering, um die Wohnung warm zu kriegen. Wenn ich auf der anderen Seite extra einen Ofen einbaue, die Gaszufuhr bestehen bleibt und ich meinen Ofen über die Notversorgung hinaus nicht nutzen will, wäre das Geldverschwendung. **Wie beurteilen Sie die Kohle-Situation?** Baacke: Es gibt in Deutschland nur noch wenige Kohlebriketthändler, die sich nun mit zahlreichen Lieferungswünschen konfrontiert sehen. Den Sommer über produzieren sie Kohlebriketts für die Übergangszeit und den Winter, wenn nur noch aus den Beständen vertrieben wird. Sind diese Bestände leer gekauft, wird es lange dauern, neue Briketts herzustellen. Früher hatte das Thema Kohle eine andere Relevanz, als sie noch von 80-89% der Haushalte genutzt wurde. Heute besitzen ca. 5% der Haushalte einen aktiven Kohleofen. Die Hanger, in denen die Kohle lagert, sind für dieses Jahr bereits leer. **Was wünschen Sie sich für den Winter?** Baacke: Ich wünsche mir, dass wir nicht dasselbe erleben, wie mit dem Klopapier zu Pandemiezeiten. Ich möchte bei meinen Besuchen in Wohnungen keine illegal eingebauten Öfen sehen und auch keine vorsorglich gehorteten Kohleberge im Wohnzimmer. ### Prenzlauer Berg Newsletter #29 druckt illegale Zeitschriften URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-29-druckt-illegale-zeitschriften/ Last updated: 2025-03-20T18:09:52.000Z ## Wie will das Bezirksamt auf die Energiekrise reagieren? Wann beginnen die Bauarbeiten an der Werneuchener Wiese und wie geht es mit dem Jahnsportpark weiter? Dies und mehr im Newsletter zum Nachlesen! --- Heutzutage, wo sich alle auf die Straße stellen und ihre Meinung in die Welt rufen dürfen, ist es kaum mehr vorstellbar: Dass die Zeiten einmal anders waren. Doch in der DDR drohte Menschen, die den Staat öffentlich kritisierten, mitunter eine lange Gefängnisstrafe. Stephan Bickhardt ist das Risiko trotzdem eingegangen. Mitte der 1980er Jahre gründete er – mit dem Wissen, dass es illegal ist – in Prenzlauer Berg die radix-Blätter. Bis zum Ende der DDR druckte er darin regelmäßig Texte von Autor\*innen, die sich mit den Missständen im Land auseinandersetzten und dabei kein Blatt vor den Mund nahmen. Wie er nach mehr als drei Jahrzehnten auf diese Zeit zurückblickt, das hat er meiner Kollegin Katharina Angus erzählt für unseren **Text der Woche** - **DDR:** In den 1980er Jahren entstehen in Prenzlauer Berg die radix-Blätter; eine illegale Samisdat-Zeitschrift, die sich kritisch mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt. [Gründer Stephan Bickhardt erinnert sich](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/12/an-der-wurzel/?ref=loky.news). **Was sonst noch los war** - **Krimi:** Erst war sie Kirchenmalerin, dann Juristin. Jetzt schreibt Eva Siegmund [humorvolle Krimis](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/09/die-leiche-im-gemuesebeet/?ref=loky.news), die in einer Pankower Kleingartensiedlung spielen. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/08/Foto-30.07.22-14-28-11-e1660219189873.jpg) Jägermeister mit Lavendel-Erdbeer-Geschmack – vielleicht ließe sich daraus ein neuer Sommerdrink mixen? Gesehen auf der Choriner Straße / Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** **Energiekrise:** Nur noch kurz duschen statt zu baden, die Heizung im Winter runter drehen und das Licht in ungenutzten Räumen ausschalten: An Tipps, wie sich der Verbrauch von Gas und Strom reduzieren lässt, mangelt es derzeit nicht. Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine könnte in den nächsten Monaten zu einer Gasknappheit führen und so prüft auch Berlin, an welchen Stellen gespart werden kann. **Eine spezielle Task Force der Senatsverwaltung erarbeitet derzeit einen Plan; Ziel ist es, dass die öffentliche Verwaltung zehn Prozent Energie einspart.** Wie Pankow das umsetzt, bleibt zunächst aber noch etwas schwammig. Es werde ein „verlässliches Energiemanagement mit Kontroll- und Handlungsoptionen implementiert“, antwortete Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) auf Anfrage des Bezirksverordneten Reemt Heuke (Grüne). Die Abschaltung der nächtlichen Beleuchtung bezirkseigener Gebäude wie dem Rathaus Pankow sei in Vorbereitung, heißt es weiter. Auch ermögliche man – wie es seit Beginn der Pandemie der Fall ist – der überwiegenden Anzahl der Mitarbeiter\*innen weiterhin Home Office. „Aber auch dann müssen die Gebäude auf eine Mindesttemperatur beheizt werden“, so Benn. Und auch die berühmt-berüchtigte „Eigenverantwortung“ taucht in diesem Zusammenhang noch einmal auf. Denn Heuke fragt auch, ob sichergestellt werden könne, dass Räume nur dann beleuchtet werden, wenn sich darin Menschen aufhalten. Benn: „Im Prinzip ja, es kommt jedoch auf das wache Mitdenken und Mittun der Kolleginnen und Kollegen an.“ Unser Tipp: Der Lichtschalter befindet sich in den meisten Fällen direkt neben der Tür. **Diebstahl:** Früher knackten sie Schlösser oder hebelten Türen auf, heute fräsen sie das gewünschte Objekt offenbar gleich aus dem Fahrzeug: **In Berlin häufen sich die Fälle von Einbrüchen in Autos**. Der Abgeordnete Frank Balzer (CDU) wollte wissen, ob sich dies auch in der Anzahl der registrierten Diebstähle niederschlägt. Ja, antwortet die Senatsverwaltung für Inneres. Pankow befindet sich auf Platz fünf und damit im oberen Mittelfeld: 1.013 Diebstähle aus und an Autos verzeichnete man 2019, 1.252 im Jahr 2020 und einen leichten Rückgang auf 1.031 im vergangenen Jahr; die Zahlen für 2022 liegen noch nicht vor. Spitzenreiter in Sachen aufgebrochener Autos ist übrigens Neukölln: Die Zahl hat sich binnen drei Jahren von 1.083 auf 2.406 Diebstählen mehr als verdoppelt. Die Aufklärungsrate ist ebenso frustrierend: Nur 842 von fast 15.000 Fällen konnte die Polizei letztes Jahr aufklären. **Fahrradweg:** Neue Woche, neues Fahrradthema: Auf dem **Fahrradweg zwischen dem S-Bahnhof Landsberger Allee und der Fritz-Riedel-Straße** kommt es offenbar immer wieder zu Verwirrung zwischen Fußgänger\*innen und Radfahrer\*innen. Der Fahrradweg sei optisch kaum zu trennen von dem vorhandenen taktilen Leitsystem, meint die Pankower CDU-Fraktion. Sie setzt sich deshalb mit einem Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) dafür ein, die beiden Wege deutlicher zu markieren: „Das taktile Leitsystem muss eindeutig von der Markierung des Radweges unterschieden werden können, zum Beispiel durch eine Einfärbung oder die Verlegung. Grundsätzlich stellt sich die Frage, warum auch nur auf diesem begrenzten Stück ein Leitsystem aufgebracht wurde“, sagt der Bezirksverordnete David Paul. **Schuldrehscheibe:** Bauvorhaben in Berlin verzögern sich gerne mal um ein paar Monate bis Jahre. In Sachen [Schuldrehschreibe auf der Werneuchener Wiese](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/werneuchener-wiese/?ref=loky.news) ist der Senat allerdings optimistisch: Die Hochbaumaßnahmen sollen wie geplant bis Juli 2023 fertiggestellt sein, die Freianlagen bis Ende August 2023, berichtet die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie auf Anfrage des Abgeordneten Andreas Otto (Grüne). Als erstes zieht das Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium für knapp zweieinhalb Jahre in den Interimsbau, im Februar 2026 folgt das Gymnasium am Europasportpark, im Frühling 2029 dann entweder die Kurt-Schwitters-Schule oder die Tesla-Schule. Die Sanierungskosten für drei der vier Schulen – die Kurt-Schwitters-Schule ist in der Antwort nicht einberechnet – betragen insgesamt rund 116 Millionen Euro. **Infrastruktur:** Spielplätze, Grünflächen, Nachbarschaftstreffs oder Sportplätze gehören zur öffentlichen Infrastruktur und werten das Leben im Kiez auf. [Ehrenamtliche Initiativen und Projekte, die sich um die Erhaltung und Pflege dieser Orte kümmern](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1233705.php?ref=loky.news), können jetzt beim Bezirksamt Unterstützung beantragen: Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat insgesamt 77.800 Euro zur Verfügung gestellt, die der Bezirk nun verteilen darf. Gefördert werden vor allem Reparaturen und Renovierungen. Anträge mit Angabe von Zweck, Art, Umfang, Zeitrahmen und Kosten können bis zum 31\. August bei den Abteilungen und im Büro des Bezirksbürgermeisters im Rathaus Pankow, Breite Straße 24A-26, 13187 Berlin eingereicht werden, ausschließlich postalisch. **Jahnsportpark:** Das Sportgelände zwischen Eberswalder- und Gleimstraße wird in den nächsten Jahren umfassend neu gestaltet. [Das Stadion soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/25/keine-zukunft-fuer-das-jahnstadion/?ref=loky.news), drumherum ensteht ein Inklusionssportpark. Die erste Wettbewerbsphase ist seit dem 1\. Juli abgeschlossen, nun folgt die zweite: Am 8\. und 9\. August hat eine Jury aus 24 eingereichten Arbeiten 15 für die nächste Phase ausgewählt. Bevor im Dezember einer der Entwürfe das Rennen macht, können sich Anwohner\*innen und Interessierte alle Vorschläge in einer Online-Ausstellung ansehen und kommentieren. Am 16\. August sind diese zwischen 14 und 22 Uhr – nur nach vorheriger Registrierung – einsehbar. [Weitere Informationen gibt es hier](https://wettbewerb-jahnsportpark.berlin.de/?ref=loky.news). **Grillverbot:** Aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit ist der Mauerpark mittlerweile zu einer staubigen Sandwüste geworden. Das Bezirksamt zieht daraus Konsequenzen und verbietet das Grillen auf der ausgewiesenen Grillfläche, vorerst bis zum 15\. September. Im restlichen Park ist dies, wie in anderen Grünanlagen und auf Sport- und Spielplätzen, generell verboten. ![Steady](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Du-willst-Lokaljournalismus-der-zu-dir-passt-Dann-werde-jetzt-Mitglied-%E2%80%93-schon-ab-5%E2%82%ACMonat-1.png) ![Button Prenzlauer Berg Nachrichten](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2017/10/Unterstuetze_uns_auf_Steady_3.png) **Polizeimeldungen** - **Prügelei:** Am Dienstagabend alarmierte ein Passant die Polizei, nachdem auf dem Syringenplatz ein Mann auf einen anderen Mann losgegangen war. Der 48-Jährige hatte mit einem Metallrohr auf den 59-Jährigen eingeschlagen und diesen schwer am Kopf verletzt. Der Angegriffene wurde per Rettungswagen zur Notoperation in ein Krankenhaus gebracht. - **Tötungsdelikt:** Die Mordkommission des Landeskriminalamtes ermittelt derzeit wegen eines vermutlichen Tötungsdeliktes in Prenzlauer Berg: Am Sonntag war eine 27-Jährige in ihrer Wohnung im Schneeglöckchenweg tot aufgefunden worden. Die Ermittler\*innen gehen derzeit von Körperverletzung mit Todesfolge aus, die Leiche wird derzeit obduziert. **Tipps & Termine** - **13.8.:** Am Sonnabend jährt sich zum 62\. Mal der Bau der Berliner Mauer. Anlässlich des Gedenktages legen der Vorsteher der Pankower Bezirksverordnetenversammlung Dr. Oliver Jütting und die Stellvertretende Bezirksbürgermeistern Cordelia Koch (beide Grüne) um 13 Uhr einen Kranz am Grab von Peter Fechter auf dem evangelischen Friedhof Weißensee nieder. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. - **13.8.:** Vom [Turm des Stadtklosters Segen](https://stadtklostersegen.de/termine/?ref=loky.news) auf der Schönhauser Allee haben Besucher\*innen einen weiten Blick über die wiedervereinte Stadt. Dieses Wochenende ist die Turmbesteigung zwischen 15 und 18.30 Uhr möglich, auch werden Rundgänge durch das Kloster sowie Getränke und Kunst im Innenhof angeboten. Der Eintritt ist frei. - **16.8.:** Max Gold gehört zu den feinsinnigsten und humorvollsten Schriftstellern dieses Landes. Am Dienstag liest er [im Pfefferberg Theater](https://pfefferberg-theater.de/spielplan/kalender/?ref=loky.news) aus aktuellen Texten, unter anderem aus „Genieß deinen Starrsinn an der Biegung des Flusses“. Beginn ist um 20 Uhr, Tickets kosten 22 Euro. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Porträt:** [Ghiath Al Mhitawi liebt Filme](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/05/ein-leben-fuer-den-film/?ref=loky.news). Doch lange träumte er nur davon, mit ihnen Geschichten zu erzählen. Nach einigen Umwegen feiert er nun erste Erfolge. - **Geschichte:** Vom nassen Zentrum Prenzlauer Bergs zu einem der ruhigsten Orte des Stadtteils: Der [Park am Wasserturm](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/01/turm-ohne-wasser-der-wasserturm-in-prenzlauer-berg/?ref=loky.news) ist klein, aber sehr fein. **Zitat der Woche** *„In den 1980er Jahren gab es ein untergründiges Gespür dafür, dass sich etwas veränderte und ich gehörte zu denen, die diesen Wandel mit vorantreiben wollten“* sagt Stephan Bickhardt. Mehrere Jahre begab er sich in große Gefahr, um in der DDR illegal die radix-Blätter drucken zu lassen. Wenn ich Erzählungen aus dieser Zeit höre, wird mir immer wieder bewusst, welch hohes Gut die Meinungsfreiheit ist. Und dass diese, entgegen aller pandemisch geprägten Unkenrufe, in unserer Gesellschaft nicht in Gefahr ist. Die kommenden beiden Wochen versorgt sie meine Kollegin Christina Heuschen mit allen relevanten Neuigkeite aus den Kiezen, wir lesen uns Ende August wieder. Bis dahin wünsche ich euch einen schönen Spätsommer! Eure Julia Schmitz Und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** Titelbild: Flo Karr ### Gärtner führen keine Kriege URL: https://www.loky.news/gaertner-fuehren-keine-kriege/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Am 13\. August 1961 wurde die Berliner Mauer gebaut. Heute kommen auf dem ehemaligen Todesstreifen an der Bernauer Straße Menschen aus aller Welt zusammen. Sie haben ihn in eine Oase verwandelt. --- *Ein Gastbeitrag von Bettina Röder* Songjie Lui gießt in der Abendsonne ihr Beet. Schwarzkohl, Zucchini, Tomaten und sogar Gurken aus ihrer Heimat hat die gebürtige Chinesin darauf gepflanzt. Doch auch ringsum grünt und blüht es: violetter Sommerflieder neben weißen Rosen, gelbe Sonnenblumen neben rosa Levkojen. Kleine Apfelbäume tragen schon grüne Früchte. Ein geheimnisvoller Zauber geht von all dem aus. Doch Achtung: Das hier ist kein gewöhnlicher Garten. Es ist einer dieser Orte, die immer wieder berühren, weil sie so seltsam nah und doch so fern sind. Spätestens die bemalten Mauerreste, die ihn zum Elisabeth-Friedhof hin begrenzen, künden davon: Dieser Garten in Berlin-Wedding befindet sich auf dem ehemaligen Todesstreifen, nur wenige Schritte hinter der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße. Die historischen Bilder vom 13\. August 1961, [als der Mauerbau diese Straße zerschnitt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/08/13/die-ddr-faengt-nicht-mit-dem-mauerbau-an/?ref=loky.news), gingen um die Welt. Wo einst geschossen wurde, Minenfelder und Wachhunde Leben erstickten, haben mehr als 50 Menschen aus 16 Nationen diesen Garten angelegt und ihn gemeinsam zum Blühen gebracht. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ ![Garten](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/08/Songjie-Liu_1-e1660144779232.jpg) Songjie Lui im Garten auf dem Mauerstreifen / Foto: Bettina Röder Songjie Lui hat in der Hitze dieses Abends zahlreiche Gießkannen geschleppt. Jetzt sitzt die zierliche Frau im schwarzen Sommerkleid auf einem der Holzstühle, die über den Garten verteilt sind. „Es ist Wahnsinn, hier ein Beet zu haben. Ich bin stolz darauf“, sagt sie. „Die Berliner Mauer berührt die Welt. Ihr Ende ohne Krieg und Blutvergießen.“ Die aus Xi\`an stammende Mikrobiologin, die zunächst in China Landwirtschaft studierte und seit 1992 in Deutschland lebt, weiß sehr genau, was das heißt. Sie war auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 dabei, als das Militär die Hoffnung der Menschen auf ein friedliches Miteinander brutal niederschlug. Genauso denkt sie aber auch an geteilte Länder wie Israel und Palästina oder Korea. Von einer Nachbarin hörte sie von dem Garten, war „einfach hergekommen“ und erfüllte sich einen Traum. „Ein Garten, das ist immer wieder der gleiche große Zauber“, sagt Bernd Schumann, der Obstbauer aus Leidenschaft, der maßgeblich den Plan für alles geliefert hat. Der 58-Jährige mit den grauen kurzen Haaren und den wachen blauen Augen hinter der Brille steht mit dem Fahrradhelm unter dem Arm inmitten der Blütenpracht. **Es braucht viel Leidenschaft** „Nein, nein“, er schüttelt den Kopf. „Zauber, das heißt ja nicht, peng und alles ist gut.“ Die Erde war durch die Geschichte hart geworden. Schließlich war der Todesstreifen ein Ort, an dem kein Grashalm wachsen durfte. Und nach der Maueröffnung luden Besucher\*innen des Friedhofes hier allen Schutt ab, der sich in der Zeit der Teilung angesammelt hatte. Als der Garten 2016 angelegt wurde, mussten die Gärtner\*innen mit großer Mühe die Erde lockern. „Erde, die durch die Geschichte verhärtet ist, braucht Vision und Leidenschaft, um auf ihr wieder Leben möglich zu machen.“ Vor allem brauche es die Überzeugung, „dass sich die Dinge zum Guten ändern können, wenn Menschen nur daran glauben“, sagt der im sächsischen Schönfeld aufgewachsene Bernd Schumann, der heute als Altenpfleger in Berlin-Wedding arbeitet. Diese Erfahrung hat ihn im Jahr 1989, als er bei der Friedlichen Revolution in der DDR mittendrin war, geprägt. Seine Rechnung ging auf. ![Garten](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/08/Bernd-Schumann_3-e1660144829478.jpg) Bernd Schumann hatte die Idee für den Garten / Foto: Bettina Röder Denn schon bald, nachdem die Idee von dem Garten entstanden war, kamen auch Menschen, sie standen am Zaun und wollten mitmachen. Der Plan, jeden ein Beet anlegen zu lassen, funktionierte. Wer kam, war willkommen. Keiner fragte nach Religion oder Herkunft. „Zugehörigkeit braucht keine Eintrittskarte“, ist Schumann überzeugt. Waren es am Anfang zehn Beete, die sich um den Feigenbaum gruppierten, sind es heute 55\. Und für alle ist das auch so etwas wie eine Schule der Demokratie: die Erde des Nachbarn zu achten und zu tolerieren. „Den anderen nebenan aushalten, der möglicherweise ganz anders gärtnert. Oder dessen Sonnenblume gerade dem Mangold auf dem eigenen Beet die Sonne nimmt.“ Bernd Schumann wandert zwischen den eng beieinanderstehenden großen und kleinen Beeten umher. „Demokratie ist ein schweres Geschäft.“ Hier wird sie praktiziert auf der ehemaligen Grenze, die ja eben nur überwunden werden konnte, weil es diesen unbändigen Willen nach Freiheit und Toleranz gab. Ihm, der 1989 als Gemeindepädagoge in Eisenach mit anderen gewaltlos dafür eintrat, ist noch eins wichtig: „Unser Garten ist ein Garten des Friedens. Ein Gegenentwurf gewissermaßen zu den Kriegsfronten dieser Tage, allen voran denen in der Ukraine.“ Er hält inne, lacht: „Ein Gärtner führt keine Kriege“. **Garten und Kapelle der Versöhnung** Das passt zur großen Mystikerin Hildegard von Bingen. Der Brasilianerin Normisa Pereira da Silva ist sie besonders wichtig. Nicht nur die Heilkräuter, sondern auch ihre Lieder haben eine große Kraft, sagt sie. Das musste unbedingt her, in diesen Garten. Schließlich zeugen die Lieder der Benediktinerin von der Schönheit der Natur, vom Grün, das das Leben erhält und immer wieder erneuert. Und so hat die 1960 in Brasilien geborene Musikerin Normisa gleich am Eingang ein Beet angelegt, auf dem unter einer Salbei-Pflanze ein kleines Bild zu sehen ist: ein Auszug aus Musik von Hildegard von Bingen mit Noten und Text in alter lateinischer Schrift. Wer großes Glück hat, kann die Flötistin Normisa hier auch mit einem spontan gespielten Stück erleben. ![Garten](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/08/DSC_3709-2-e1660145157649.jpg) Normisa Pereira da Silva hat ein Musikstück von Hildegard von Bingen in den Garten gebracht / Foto: Bettina Röder In der nahegelegenen Kapelle der Versöhnung hat sie eine ganze Konzertreihe veranstaltet. So wollte sie die Verbindung zwischen Garten und Kapelle deutlich machen, die zusammengehören, weil sie beide für Versöhnung stehen. Die kleine ovale Kapelle wurde an der Stelle errichtet, wo einst die stattliche Versöhnungskirche stand. An einem kalten Januartag 1985 sprengte die SED das Gebäude, weil es mitten auf dem „Todesstreifen“ stand. Die Bilder der einstürzenden Türme gingen um die Welt. Als Normisa nach dem Mauerfall mit ihrem aus Cottbus stammenden Mann nach Berlin zog, brachte er ihr die Geschichte der Teilung noch einmal besonders nahe. Er kannte das alles hier sehr gut, den Friedhof, die unüberwindbare Mauer. „Er sagte mir: schau, hier war für mich die Welt zu Ende.“ Was für ein Einschnitt im Leben eines jungen Menschen! Dass der Garten unter freiem Himmel heute für viele auch so etwas wie eine Kapelle der Versöhnung von Menschen unterschiedlichster Nationen ist, macht Normisa besonders glücklich. **Früher Brennnesseln, heute Levkojen** So mancher Gottesdienest hat hier schon stattgefunden. Begegnungen, Feiern im „Festsaal“ unter der großen alten Linde am Ende des Gartens. Das alles ist gewachsen, niemand hat es organisiert. Doch die Erinnerung an den Anfang ist nah. Thomas Jeutner, heute Pfarrer an der Versöhnungskirche, wird diesen Moment nie vergessen. Als er sich im Februar vor neun Jahren um die Pfarrstelle der Versöhnungsgemeinde bewarb, stand er vor dem Zaun und schaute auf den ehemaligen Todesstreifen. Brennnesseln und zwei Baumstümpfe standen da. Seine Idee: Wenn sie mich nehmen, würde ich anregen, hier einen Garten entstehen zu lassen. Eine Brücke zu den Menschen, eine Brücke zu unserer Geschichte. Ein Garten gegen die Demütigungen und Kränkungen in der DDR. Kein durchgestyltes Areal wie die nahegelegene Mauer-Gedenkstätte sollte es werden. Auch das hat Geschichte. „Widerstehen.“ Thomas Jeutner war einer der vielen, die zur Friedlichen Revolution und dem Mauerfall beitrugen. „Dass ich Bernd Schumann dann für unser Vorhaben gewinnen konnte, war ein Glücksfall“, sagt er. „Niemandsland“ haben sie den Garten auf 1000 Quadratmetern genannt. „Die Schreibweise denkt gestern und heute zusammen: Vom Niemandsland an der Grenze im kalten Krieg zum freien Niemands-Land“, sagt der Pfarrer. Und das ist es wohl auch: das Gefühl der Freiheit, das diesen Garten so zauberhaft macht. Titelbild: Bettina Röder ### An der Wurzel URL: https://www.loky.news/an-der-wurzel/ Last updated: 2025-03-20T18:08:19.000Z ## In den 1980er Jahren entstanden in Prenzlauer Berg die radix-Blätter: eine illegale Samisdat-Zeitschrift, die sich kritisch mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzte. Gründer Stephan Bickhardt erinnert sich. --- „Ja, wie man zum Stein spricht, wie du mit meinen Händen dorthin und ins Nichts greifst, so ist, was hier ist: auch dieser Fruchtboden klafft, dieses Hinab ist die eine der wild-blühenden Kronen.“ Mit diesen Zeilen schließt Paul Celans Gedicht „Radix, Matrix“. Als der junge Theologiestudent Stephan Bickhardt es 1985 im Bücherregal seines Freundes Ludwig Mehlhorn in Prenzlauer Berg entdeckt, ist der Titel für die [Samisdat-Zeitschriftenreihe](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/07/30/freiraum-ohne-freiheit/?ref=loky.news), die beide mit einigen Vertrauten illegal herausbringen werden, gefunden. Radix ist lateinisch für Wurzel und repräsentiert für die Herausgeber der radix-Blätter die Absicht, den Dingen rigoros auf den Grund zu gehen. „In den 1980er Jahren gab es ein untergründiges Gespür dafür, dass sich etwas veränderte und ich gehörte zu denen, die diesen Wandel mit vorantreiben wollten“, erzählt Bickhardt, der mittlerweile in Dresden lebt, am Telefon. „In der polnischen Opposition existierte die parallele Welt der Filme und Untergrund-Zeitungen, aber auch der so genannten ‚fliegenden Universitäten‘. Zu diesen hatte ich unmittelbar, bevor wir mit den radix-Blättern begannen, Kontakt. Im Jahr 1985 fuhr ich nach Prag, wo ich Leute aus dem Widerstand, wie Jiří Dienstbier, traf. Man hat mir viel über den tschechischen Samisdat erzählt und als ich nach einer Woche nach Hause gefahren bin, dachte ich: das machen wir jetzt auch.“ \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Kunstraum Prenzlauer Berg** Bei der ersten Ausgabe 1986 soll es sich um eine künstlerische Mappe mit Beiträgen zu Paul Celans Werk handeln. Als von den Nationalsozialisten Verfolgter und Flüchtling vor dem Stalinismus in Rumänien, sprach er insbesondere einen doppelten Verantwortungssinn der radix-Herausgeber für Vergangenheit und Gegenwart an. Die Mitarbeiter\*innen der radix-Blätter rekrutieren sich aus dem erweiterten Freundeskreis der Beiden. Bereits vor der Gründung der radix-Blätter veranstalteten Mehlhorn und Bickhardt in dessen Wohnung der Knaackstraße 34 Lesungen und Diskussionen. Später zieht Bickhardt in die Dimitroff-, heute Eberswalder Straße. Der Prenzlauer Berg ist zu dieser Zeit ein vielfältiger [Kulturraum für Oppositionelle der DDR](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2014/10/08/gegen-den-strom/?ref=loky.news). In der Gemeinde der Zionskirche in Mitte entsteht 1986 [die Berliner Umweltbibliothek](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/27/opposition-im-kirchenkeller/?ref=loky.news), durch den ganzen Bezirk ziehen sich sogenannte „offene Wohnungen“, in denen Kritiker\*innen des Regimes Bekannte zum freien Austausch einladen, und auch die Samisdat-Szene hat in Prenzlauer Berg verschiedene Publikationen zu bieten. Die Besonderheit der radix-Blätter besteht unter anderem in ihrem Erfolg, von der Stasi weitgehend unbehelligt zu bleiben. Während beispielsweise der IM Sascha Anderson andere oppositionelle Gruppen in Prenzlauer Berg infiltriert, kommt er an die radix-Blätter nicht heran.„Von den radix-Blättern erzählt man oft, wir wären jeglicher Bespitzelung entkommen, aber das stimmt nicht ganz. An mich haben vier Mitarbeiter\*innen der Stasi versucht, heranzukommen, aber nur eine Person hat es in eine der Redaktionsgruppen geschafft und nie den gesamten Produktionsablauf überblicken können. Die beiden IM Sascha Anderson und Rainer Schedlinski haben in der Dimitroffstraße bei einem Besuch große Mengen von Druckerzeugnissen übersehen“, erzählt der 62-Jährige. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/08/Radix2-225x300.jpg) Bei der Produktion der radix-Blätter galt strengste Geheimhaltung / Foto: privat **Priorität: Geheimhaltung** Außer Stephan Bickhardt kennt niemand den geheimen Ort der Druckerei, in der die radix-Blätter ihre papierene Form annehmen: eine Kammer hinter dem Schlafzimmer seiner Eltern in deren Haus in Kaulsdorf Nord. Hier parkt das Stasi-Auto nicht auf der Straße, wie vor Bickhardts Wohnung in Prenzlauer Berg. „In Untergrundgruppen gibt es immer die Gefahr, dass sich autoritäre Strukturen entwickeln. Es entsteht schnell ein Gefühl der Unersetzlichkeit; wenn ich es nicht mache, dann macht es keiner. Da können sich unangenehme Machtgefüge bilden. Ich war mir sehr bewusst, dass man dem entgegenwirken muss“, sagt Bickhardt über die Verantwortung, die er mit dem Projekt auf sich genommen hatte. Er behält sich die Wahl der Titel für die einzelnen Hefte vor. Eine weitere Strategie, die aufgeht; von außen wirkt jedes Heft der Zeitschriftenreihe wie ein Einzelheft. Der Aufdruck ‚radix-Blätter‘ befindet sich im inneren der Zeitschriften verborgen. **Ost und West** Die Themen, welche ihren Weg in die radix-Blätter finden, gehen oft aus Diskussionen in Kirchengruppen oder der Mitarbeiter\*innen hervor. Denn zu den Samisdat-Publikationen in Polen und Tschechien gibt es einige Unterschiede. Bickhardt erklärt: „In Ostdeutschland konnte ein Teil des Informationsbedürfnisses von heimlich konsumierten Westmedien gestillt werden, weil man sich im selben Sprachraum befand. Kritischen Intellektuellen und Aktivist\*innen genügte das natürlich nicht. In Tschechien allerdings gab es gar keine freie Literatur in der Landessprache, sodass alleine in der Libri Prohibiti, dem tschechischen Samisdat-Archiv in Prag, 16.000 verschiedene Publikationen zusammengetragen wurden. Dieses Fluidum der intellektuellen Selbstbehauptung gegen den starken Staat war faszinierend und hat auch junge Menschen aus der DDR beflügelt. Die politischen Schriften unter diesen Publikationen waren meistens schärfer in ihrer Kritik am Kommunismus, als ostdeutsche Zeitschriften.“ Die Brücke zum Westen ermöglicht der Opposition [in der DDR](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/ddr/?ref=loky.news) auch die technische Seite der Herstellung eigenständiger Zeitschriften. Tinte und Druckzubehör, wie die Maschinen selbst, werden meistens von westlichen Aktivist\*innen und Politiker\*innen oder Journalist\*innen über die Grenze geschmuggelt. Zahlreiche oppositionelle Projekte erhalten außerdem Unterstützung von Kirchengemeinden in der DDR, die durch ihre Sonderdruckgenehmigung in den Genuss von Freiheiten kommen. Die radix-Blätter bekommen beispielsweise Papier, in der DDR Mangelware, aus den Kellerbeständen des Katharinenstifts in der Greifswalder Straße. **Mehr als eine Zeitschrift** Unter Titeln wie „Schattenverschlüsse“, Spuren” und „Wohnsinn”, behandeln die radix-Blätter bis 1990 verschiedene Themen aus Kunst, Kultur und Politik, oft versehen mit künstlerischen Grafiken und immer mit den Klarnamen der jeweiligen Autor\*innen. Wie in anderen Samisdat-Projekten sind diese überwiegend männlich. „Auch bei uns gab es prozentual weniger Frauen als Männer. Allerdings war bei den meisten oppositionellen Bewegungen in der DDR zu beobachten, dass diejenigen Frauen, die sich engagierten haben, sehr großen Einfluss hatten“, kommentiert Bickhardt diese Auffälligkeit. Aus dem Umkreis der Zeitschrift, die sich immer als Anreiz für weitergehende Aktivitäten verstanden hat, gehen zahlreiche Projekte künstlerischer und politischer Natur hervor. Im Jahr 1989 gründen Mehlhorn und Bickhardt die Initiative „Demokratie Jetzt!“, die sich später ins Bündnis 90 der Grünen integriert. Heute arbeitet Stephan Bickhardt als evangelisch-lutherischer Pfarrer und leitet die Evangelische Akademie Sachsen. Rückblickend auf seine Zeit als Samisdat-Herausgeber sagt er: „Heute ist Freiheit vielfach rechtlich zugesprochen, damals war sie es nicht. Für unser Selbstverständnis war übrigens der Begriff der Unabhängigkeit noch wichtiger als der der Freiheit. Wir wollten unabhängig sein. Denn unabhängig zu sein bedeutet, selbst oder mit anderen festzulegen, was man will. Das ist auch aktuell, in einer Welt der vielen Angebote, aus meiner Sicht besonders wichtig, um stabile soziale Beziehungen auf Dauer zu leben – und sich zu engagieren!“ Titelbild: Stephan Bickhardt mit Dorothea Höck (links) und Maria Zadencka von der Gewerkschaft Solidarność / Foto: Stephan Bickhardt ### Die Leiche im Gemüsebeet URL: https://www.loky.news/die-leiche-im-gemuesebeet/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Erst war sie Kirchenmalerin, dann Juristin. Jetzt schreibt Eva Siegmund humorvolle Krimis, die in einer Pankower Kleingartensiedlung spielen. --- Zu unserem Treffen hat sie mir Saatgut mitgebracht: Ein Tütchen Samen für eine besonders schmackhafte Bohnensorte, die sich sehr einfach im heimischen Beet anpflanzen lässt. Denn wie Eva Siegmund sitze auch ich in meiner Freizeit mit Vorliebe im Gemüsebeet meines Kleingartens, zupfe Unkraut und schaue der Roten Bete beim Wachsen zu. Ich schreibe allerdings keine Bücher darüber – Eva Siegmund schon. Ihr im März unter dem Pseudonym Mona Nikolay erschienener Krimi [„Rosenkohl und Tote Bete“](https://eva-siegmund.de/bucher/rosenkohl-und-tote-bete/?ref=loky.news) gehört als erster Teil zu einer Reihe, die in einer Schrebergartenkolonie im Norden Pankows spielt. Hier haben Caro und ihr Mann Eike nach langem Warten endlich eine Parzelle ergattert. Doch als sie – mit schicker „Gartenkleidung“ ausgestattet, aber ohne einen Funken Ahnung vom Gärtnern – enthusiastisch das erste Beet umgraben, stoßen sie dort nicht nur auf Blumenzwiebeln. Sondern auch auf eine Leiche. Es sind die Überreste von Karl Wischnewski, dem besten Freund des Kleingartenvorsitzenden Manfred Nowak. Oder ehemals besten Freund, denn „Kalle“ hatte sich vor ein paar Monaten überraschend mit allen Gartenfreund\*innen überworfen und nichts mehr von sich hören lassen. Manfred, der bis zu seiner krankheitsbedingten Frühpensionierung als Polizist tätig war, lässt daraufhin seine Kontakte spielen, um den Fall zu lösen. Dass Caro ihn dabei unterstützen will, lehnt er ab. Doch die hängt sich hartnäckig an seine Fersen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **„Schön, aber auch schrecklich langweilig“** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/08/eva-siegmund-300x300.jpg) Eva Siegmund vor ihrer Kleingartenlaube / Foto: privat Dass Eva Siegmund heute erfolgreich Kriminalromane und Jugendbücher schreibt, war nicht von Anfang an geplant. Zwar hatte die 1983 im Taunus geborene Autorin schon in ihrer Kindheit den Hang, „Phantasie und Wirklichkeit zu verwechseln“ und Geschichten zu schreiben. Doch nach dem Abitur entschied sie sich erstmal für ein völlig anderes Gebiet: Sie ließ sich zur Kirchenmalerin ausbilden. „Eine schöne und filigrane, aber auch schrecklich langweilige Arbeit“, erzählt sie. Stundenlang mache man die gleichen, sehr kleinen Bewegungen; Radio hören sei in den Kirchen – vor allem in den traditionellen Gotteshäusern Südbayerns, in denen sie lernte – verpönt, man sei also die meiste Zeit alleine in der Stille. Also war ein Richtungswechsel vonnöten. Aus der bayrischen Provinz zog sie zu ihrem Freund nach Berlin und schrieb sich für ein Jurastudium mit Schwerpunkt Strafrecht ein, arbeitete danach einige Jahre bei einem Verlag in der Rechtsabteilung. „Schreib‘ doch mal einen Roman darüber“, baten Freund\*innen immer wieder. Aber das funktionierte erst mit Hunderten Kilometern Abstand und einem anderen Namen: Catalina Ferrera lautet das Pseudonym, welches Eva für ihre Kriminalromane nutzt, die sie in Barcelona angesiedelt hat. Zwischen 2018 und 2021 hat sie insgesamt vier davon veröffentlicht. **Erst Barcelona, dann Berlin** Nach ihrer Rückkehr aus Barcelona übernahmen sie und ihr Partner einen Schrebergarten in Pankow und mussten sich fortan mit der exakt vorgegebenen Heckenhöhe und dem richtigen Anbau von Kartoffeln auseinandersetzen. „Kleingärtenkolonien sind wie ein eigener, skurriler Kosmos, in dem Menschen auf engem Raum zusammenleben, die sonst wenig miteinander zu tun hätten“, meint sie. Denn trotz engem Bewuchs mit Sträuchern und Stauden bleibt den Gartenfreund\*innen nur wenig voneinander verborgen. Geschichten lassen sich dort pflücken wie reife Äpfel vom Baum – ein gefundenes Fressen für die Berliner Autorin. Der zweite Band „Amsel, Drossel, tot und starr“ erscheint bereits im Herbst. „Jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind natürlich rein zufällig“, sagt Eva Siegmund mit einem Schmunzeln. Oder doch nicht? --- ## Mehr Literatur aus, in und über Prenzlauer Berg [findet ihr hier](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/literatur/?ref=loky.news)! Titelbild: Jonathan Kemper ### Prenzlauer Berg Newsletter #28 sucht das Drama URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-28-sucht-das-drama/ Last updated: 2025-03-20T18:08:20.000Z ## Warum liebt Ghiath Al Mhitawi es, Filme zu drehen? Sind Zettel an Bäumen eine Ordnungswidrigkeit und wie viele Fahrräder wurden in diesem Jahr bereits als „vermisst” gemeldet? Die Nachrichten aus Prenzlauer Berg gibt es im Newsletter. --- Egal ob im Bereich Schauspiel, Drehbuch oder Regie: Der Berliner Filmwelt mangelt es nicht an Nachwuchs, doch die Branche ist hart. Oft fehlt es an Kontakten oder der Finanzierung. Ghiath Al Mhitawi hat es dennoch gewagt. Seit 2019 wohnt er in Prenzlauer Berg und versucht, im Filmgeschäft Fuß zu fassen. Mit seinem Kurzfilm „Return” feiert er erste Erfolge. Ich habe ihn für unsere Reihe „Leute aus dem Kiez” getroffen und mit ihm über seine Liebe zum Kino und sein Leben in Prenzlauer Berg gesprochen. Mehr dazu in unserem **Text der Woche** - **Porträt:** [Ghiath Al Mhitawi liebt Filme](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/05/ein-leben-fuer-den-film/?ref=loky.news). Doch lange träumte er nur davon, mit ihnen Geschichten zu erzählen. Nach einigen Umwegen feiert er nun erste Erfolge. - **Geschichte:** Vom nassen Zentrum Prenzlauer Bergs zu einem der ruhigsten Orte des Stadtteils: Der P[ark am Wasserturm](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/08/01/turm-ohne-wasser-der-wasserturm-in-prenzlauer-berg/?ref=loky.news) ist klein, aber sehr fein. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/08/Kiezfoto_Kastanienalle_Reclaim-Berlin-1024x1024.jpg) Gesehen in der Kastanienallee / Foto: Christina Heuschen **Aus dem Bezirk** - **Widerspruch:** In Prenzlauer Berg schützt das Bezirksamt Bäume, die es fällen möchte, oder doch nicht? Der [Streit um die Eschen in der Kniprodestraße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/05/die-eschen-werden-fallen/?ref=loky.news) wird immer kurioser: Denn weil dort ein neuer Schulweg entstehen soll, müssen 26 der 47 Bäume weichen. Die Initiative Pro Kiez Bötzowviertel wollte das nicht hinnehmen und hängte mit Tesafilm Protestflyer an die Eschen, das Bezirksamt reagierte mit einer Verwarnung wegen einer Ordnungswidrigkeit. Die Begründung: Mehrere Bäume seien durch den Tesafilm beschädigt worden. Doch durch eine Kleine Anfrage des Verordneten Axel Lüssow (Bündnis 90/Die Grünen) kam heraus, dass das Anbringen von Flugblättern gar kein Delikt darstellt: „Es handelt sich weder um eine Ordnungswidrigkeit noch um eine Straftat nach NatSchG Bln (Berliner Naturschutzgesetz) und/oder BaumSchVO (Verordnung zum Schutze des Baumbestandes im Land Berlin-Baumschutzverordnung). Der Baum wird durch das Signalband weder gestört, beschädigt oder irgendwie anders beeinträchtigt“, heißt es in der Antwort der zuständigen Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU). Und weiter: „Es liegen keine zu ahndenden Ordnungswidrigkeit vor. Diese Rechtsgrundlagen können nicht zum Aussprechen einer Verwarnung oder Verhängung eines Ordnungsgeldes herangezogen werden.“ Ob dem Bezirksamt einfach der Inhalt der Flyer nicht gepasst hat? - **Kostenlose Nutzung:** Öffentliche Toiletten stellen im Bezirk Pankow seit langem ein Problem dar: [Es gibt nur wenige, meist müssen die Nutzer\*innen dann auch noch dafür zahlen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/14/auf-dem-weg-zum-inklusiven-bezirk/?ref=loky.news). Ab Mitte August können Berliner\*innen nun zahlreiche öffentliche Toiletten kostenfrei aufsuchen. Für insgesamt 50 im Stadtgebiete verteilte Toiletten ([eine Liste gibt es hier](https://www.berlin.de/sen/uvk/verkehr/infrastruktur/oeffentliche-toiletten/download/?ref=loky.news)) entfalle ab dem 15\. August für sechs Monate das Nutzungsentgelt, teilte die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz mit. Zusammen mit weiteren Anlagen stünden dann etwa 90 WCs kostenfrei zur Verfügung, in Prenzlauer Berg am Helmholtzplatz und am Falkplatz. „Die Nutzung von Toiletten ist ein Grundbedürfnis, deshalb ist eine kostenfreie Bereitstellung öffentlicher Anlagen grundsätzlich wünschenswert. Dazu bedarf es neben einer langfristigen Finanzierung über den Haushalt aber auch eines Nutzungsverhaltens, welches das ermöglicht. Wir erproben in den kommenden Monaten, welcher Weg gangbar ist“, erklärte Staatssekretär Markus Kamrad. Bereits jetzt gibt es in Berlin zahlreiche und kostenfreie Pissoirs. Aktivist\*innen fordern jedoch schon lange, dass auch Frauen einen Zugang zu öffentlichen Toiletten haben, ohne dafür zahlen zu müssen. Die übrigen Berliner Toiletten sollen künftig nur noch bargeldlos nutzbar sein: Dort braucht man dann eine Kredit- oder Girokarte. Der Münzbetrieb der sanitären Anlagen werde vorerst eingestellt, um den Ausfall von Toilettenanlagen und Vandalismusschäden zu vermeiden. Seit Ende Dezember 2021 waren die Berliner Toiletten Ziel einer Einbruchserie, die hohe Geld- und Sachschäden verursacht hat. - **Fahrraddiebstahl:** Nicht nur Pankower\*innen lieben ihre Fahrräder, sondern auch Diebe: Eine Anfrage des Abgeordneten Vasili Franco (Bündnis 90/Die Grünen) zeigt, dass allein im Bezirk Pankow laut der polizeilichen Statistik im Jahr 2021 ganze 3.621 Fahrräder geklaut wurden; im aktuellen Jahr sind bereits 1.962 verschwunden. Meist bleiben sie das auch, denn die Aufklärungsquote ist niedrig. Wie die Senatsverwaltung mitteilt, nutzen die Täter\*innen dafür in den überwiegenden Fällen weiterhin Bolzenschneider oder Trennschleifern. Aber auch Nagelscheren oder Schraubendreher würden genutzt, um die Schließmechanismen zu knacken. Um etwas dagegen zu unternehmen, gibt es seit dem zweiten Quartal 2020 die Koordinierungsstelle Fahrrad im Landeskriminalamt Berlin. Darüber hinaus führt die Polizei vor allem Präventionsmaßnahmen durch und hat die Präsenz an Diebstahl-Hotspots erhöht. **Polizeimeldungen** - **Stichverletzungen:** In der Nacht zu Donnerstag wurde ein junger Mann in Prenzlauer Berg bei einer Auseinandersetzung mit einem Messer verletzt. Erste Ermittlungen ergaben, dass kurz vor 3 Uhr zwei Gruppen junger Menschen aus bisher nicht bekannten Gründen im Mauerpark in einen Streit gerieten, der zwischen einem 21-Jährigen und einem Jugendlichen zu Handgreiflichkeiten führte. Dabei soll der 17-Jährige den Älteren mit einem Messer verletzt haben. Alarmierte Rettungskräfte brachten den 21-Jährigen in ein Krankenhaus, wo die Stichverletzung am Oberkörper ambulant behandelt wurde. Den Tatverdächtigen nahm die Polizei auf einem nahegelegenen Spielplatz fest. Die Ermittlungen laufen noch. - **Stichverletzungen II:** Bereits in der Nacht zu Sonntag war ein 17-Jähriger durch Messerstiche verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, habe es nach seinen Angaben zunächst eine Auseinandersetzung mit einer größeren Gruppe im Mauerpark gegeben. Später hätten ihn Teile der Gruppe in der Kastanienallee erneut angegriffen. Der Jugendliche kam ins Krankenhaus, Lebensgefahr bestand laut Polizei nicht. Einsatzkräfte fanden in der Nähe des Tatortes das mutmaßliche Tatmesser und stellten es sicher. Nun wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. - **Unfall:** In Prenzlauer Berg verursachte eine 32-Jährige am Wochenende mit einem E-Scooter einen Verkehrsunfall. Die Frau sei, gemeinsam mit einer 51-Jährigen, gegen 22.40 Uhr mit einem E-Scooter in der Schönhauser Allee unterwegs gewesen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Dann verlor die Fahrerin aufgrund einer abgesenkten Bordsteinkante die Kontrolle über den Elektroroller und stieß mit einem Auto zusammen. Die 51-jährige Mitfahrerin stürzte und verletzte sich schwer am Bein, Rettungskräfte brachten sie zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Laut Polizeiangaben ergab eine Alkoholkontrolle bei der Fahrerin einen Wert von rund 1,6 Promille. - **Unfall II:** Am Donnerstagmorgen zog sich eine 21-jährige Radfahrerin schwere Verletzungen zu, als sie gegen 6.30 Uhr auf dem Fahrradstreifen auf der Wisbyer Straße Richtung Schönhauser Allee fahrend von einem ebenfalls 21-Jährigen mit einem Van angefahren wurde, der aus der Talstraße kam. Die Frau erlitt Verletzungen am Rumpf und kam mit Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus. - **Rassismus:** Ein Beschäftigter eines Fahrdienstes soll einen Kunden am Samstagabend in Prenzlauer Berg rassistisch beleidigt und ihm die Mitfahrt verweigert haben. Als der 25-Jährige Mann nicht sofort aus dem Wagen ausgestiegen sei, habe der Fahrer ihm Reizgas ins Gesicht gesprüht. Laut Polizeiangaben entfernte sich der unbekannte Fahrer nach dem Angriff. Einsatzkräfte behandelten die Augenreizungen des Mannes vor Ort. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die Ermittlungen wegen rassistischer Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung übernommen. **Tipps & Termine** - **9.8.-3.9.:** Film ab: Bis Ende September verwandelt sich der Innenhof des [Campus für Demokratie der ehemaligen Stasi-Zentrale wieder zu einem Open-Air-Kino](https://www.berlin.de/aufarbeitung/veranstaltungen/artikel.1224784.php?ref=loky.news). Vier Wochen lang zeigt das Campus-Kino dann Filme zur DDR-Geschichte. Sie handeln von Repression, Revolution und Aufarbeitung. In diesem Jahre sind unter anderem „Bettina“, Schlöndorffs „Die Stille nach dem Schuss“ oder die Doku „Auswärtsspiel: Die Toten Hosen in Ost-Berlin“ zu sehen. Die Filme laufen immer dienstags, donnerstags und samstags, jeweils um 19:30 Uhr. Der Eintritt ist frei, die Anzahl der Sitzplätze jedoch begrenzt. - **Donnerstags:** Kater Kamillo kommt in die Schule, Arnold ist ein Superschaf und Oskar erforscht Insekten. Einmal in der Woche können Kinder ab drei Jahren in der [Kurt-Tucholsky-Bibliothek fantasievollen Geschichten lauschen](https://www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow/aktuelles/veranstaltungen/?ref=loky.news#ktb). Das Bilderbuchkino findet jeden Donnerstag um 16 Uhr statt. Eine Anmeldung ist erforderlich. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Bezirksamt:** Die Umwidmung der Gleimstraße zur Fahrradstraße ist nur noch eine Frage der Zeit, hieß es jahrelang. Doch jetzt hat sich herausgestellt: [Der entscheidende Schritt ist noch gar nicht getan](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/07/28/was-wurde-aus-der-fahrradstrasse-gleimstrasse/?ref=loky.news). - **Park-Porträt:** Vom stinkenden Gasometer über die DDR-Vorzeigesiedlung zu einem grünen Ort zwischen Plattenbauten: Der [Ernst-Thälmann-Park](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/07/25/gespenster-im-thaelmannpark/?ref=loky.news) hat eine wechselhafte Geschichte. **Zitat der Woche** *„Natürlich braucht es Drama, aber ich will nichts wiederholen. Ich überlasse meinen Kollegen diese Filme über die Menschen, die sich in ihren 30ern verloren fühlen und immer deprimiert sind“,* sagt Ghiath Al Mhitawi. Der Filmemacher möchte lieber über seine Erlebnisse und die anderer Syrer\*innen erzählen. Es sei an der Zeit, dass sie ihre Geschichte selbst in Spielfilmen erzählen. Nächste Woche berichtet euch meine Kollegin Julia Schmitz, was alles in Prenzlauer Berg passiert ist. Jetzt wünsche ich euch ein schönes Wochenende! Eure Christina Heuschen und die ganze Redaktion ### Ein Leben für den Film URL: https://www.loky.news/ein-leben-fuer-den-film/ Last updated: 2025-03-20T20:00:02.000Z „Natürlich braucht es Drama, aber ich will nichts wiederholen. Ich überlasse meinen Kollegen diese Filme über die Menschen, die sich in ihren 30ern verloren fühlen und immer deprimiert sind“, sagt [Ghiath Al Mhitaw](https://ghiathalmhitawi.com/?ref=loky.news)i. Dabei schaut er sich um. Dann muss er lachen, gerade sitzt er in einem Café in der Oderberger Straße. Die Umgebung wirkt wie die ideale Kulisse für genau die Art von Filmen, die er nicht drehen möchte. „Ich respektiere diese Arbeiten, aber ich glaube, ich habe eine andere Aufgabe.“ Es sei schade, dass Syrer\*innen bisher vor allem Dokumentationen über ihre Erlebnisse produziert haben, Spielfilme gebe es nur wenige. In der Tat beherrschen vor allem amerikanische Spielfilmproduktionen den Markt, die Mehrheit reproduziert Stereotype. „Es ist Zeit, dass wir unsere Geschichte erzählen und das, was wir erlebt haben“, findet Al Mhitawi. _This post is for subscribers only._ ### Turm ohne Wasser URL: https://www.loky.news/turm-ohne-wasser-der-wasserturm-in-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Vom nassen Zentrum Prenzlauer Bergs zu einem der ruhigsten Orte des Stadtteils: Der Park am Wasserturm ist klein, aber sehr fein. --- Vor 135 Jahren hätte ich einen Badeanzug gebraucht, um hier zu sitzen. Oder besser gesagt, um zu schwimmen: Wo heute Hundebesitzer\*innen mit ihren Vierbeinern über die Wiese toben und Anwohner\*innen mit einem Buch auf der Bank in der Sonne sitzen, befand sich früher nämlich ein offenes Becken mit 3.000 Kubikmetern Wasser. Die britischen Bauingenieure und Erfinder Thomas Russell Crampton und Charles Fox hatten es 1856 erbauen lassen, um die Wasserversorgung in der beständig wachsenden Stadt zu sichern. Rundherum gab es kaum Häuser, sondern hauptsächlich [Äcker mit zahlreichen Windmühlen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/12/die-muehlen-von-prenzlauer-berg/?ref=loky.news). Der Prenzlauer Berg, wie wir ihn heute kennen, lag noch einige Jahrzehnte in der Zukunft. **Ort der Großstadtromantik** Die Grünfläche auf dem Plateau am Wasserturm ist winzig, vergleicht man sie mit den größeren Kollegen wie Mauerpark, Thälmannpark oder Volkspark Prenzlauer Berg. Und doch hat sie in meinen Augen zehnmal mehr Charme. Abends sitze ich oft mit Freund\*innen auf einer der verwitterten Parkbänke und betrachte bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang im Kiez: Das ist für mich pure Großstadtromantik. Und obwohl der Hügel nur wenige Meter hoch ist fühlt es sich an, als stünde man hier gewissermaßen über den Dingen. Wie so viele Orte in dieser geschichtsträchtigen Stadt hat allerdings auch der Wasserturm ein paar dunkle Flecken in der eigenen Vergangenheit. Nachdem Berlin den beiden Briten die Anlage 1874 abgekauft hatte, das Becken 1890 überdachen ließ und kurz darauf den sechsstöckigen Turm baute, folgten zunächst einige Blütejahre der Wasserversorgung. Die Windmühlen in der Umgebung wurden in Windeseile durch eine flächendeckende Gründerzeitbebauung ersetzt; der Wasserbehälter musste 1907 sogar ein paar Meter höher gelegt werden, weil aus den umliegenden Wasserhähnen nur Rinnsale tropften. Nur sieben Jahre später stellte die Stadt die Maschinen an der Belforter Straße allerdings ab, das Wasser kam jetzt aus größeren Speichern. Auf der Straßenebene entstand eine erste Grünanlage, durch die die gutbürgerliche Bewohnerschaft flanieren konnte. ![Wasserturm](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/07/Foto-29.07.22-09-53-31-e1659172414287.jpg) Früher Wasserbecken, heute Park / Foto: Julia Schmitz **Wildes Konzentrationslager** Bis am 30\. Januar 1933 Adolf Hitler die Macht übernahm und seine mörderische Gefolgschaft auch vor Prenzlauer Berg nicht haltmachte. Der Kiez rund um den Wasserturm, heißt es, sei überwiegend sozialistisch und kommunistisch eingestellt gewesen. Ob die Nazis sich deshalb entschieden, die leeren Hallen am Wasserturm für [ein „wildes Konzentrationslager“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2013/03/15/am-wasserturm-wird-deutlich-was-faschismus-bedeutet/?ref=loky.news) zu nutzen? Bis 1934 inhaftierten sie hier alle, die es wagten, das Regime zu kritisieren. Als ihre mörderischen Vorhaben weitere Kreise zogen, bauten sie größere Konzentrationslager im Umland – den Wasserturm nutzte die SA jetzt als Speisesaal. Bei meinem Besuch weht ein leichter Wind durch die Bäume, die Weinreben am Südhang des Hügels knistern; es ist ruhig bis auf ein Auto, das über das Kopfsteinpflaster der Belforter Straße klappert. Heute ist es ein friedlicher, schöner Ort. Ich bekomme eine Gänsehaut als ich mir vorstelle, wie viele Menschen an diesem Ort brutale Folterungen erlitten haben oder ermordet wurden. Lange Zeit blieb dieses Kapitel unerwähnt, seit 1981 erinnert eine Gedenkwand an die Verbrechen. **Der Turm in der Literatur** Immer wieder stand der Wasserturm im Mittelpunkt von Filmen und Literatur: [Christiane Neudecker verlegte in ihrem Roman „Der Gott der Stadt“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/08/19/psychodrama-im-wasserturm/?ref=loky.news) eine hochrangige Schauspielschule in die Gewölbe, für die Hauptfigur in [Lutz Seilers preisgekrönten Roman „Stern 111“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/04/20/hinterm-bombenwaeldchen-in-der-rykestrasse/?ref=loky.news) ist der Wasserturm in der unmittelbaren Nachwendezeit wichtigster Orientierungspunkt auf dem Nachhauseweg und Synke Köhler hat ihren Roman „[Die Entmieteten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/11/13/der-letzte-macht-das-licht-aus/?ref=loky.news)“ ebenfalls hier angesiedelt. In dem sechs Geschoss hohen Turm befinden sich heute schick sanierte Wohnungen. Der Kiez rund um die Belforter Straße ist längst nicht mehr kommunistisch, sondern gut bürgerlich geprägt. Doch oben, auf dem Plateau des Wasserturms, lassen sich Gentrifizierung und Mietenexplosion für einen Moment vergessen. Titelbild: Julia Schmitz ### Was wurde aus... der Fahrradstraße Gleimstraße? URL: https://www.loky.news/was-wurde-aus-der-fahrradstrasse-gleimstrasse/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Die Umwidmung der Gleimstraße zur Fahrradstraße ist nur noch eine Frage der Zeit, hieß es jahrelang. Doch jetzt hat sich herausgestellt: Der entscheidende Schritt ist noch gar nicht getan. --- ## Dies ist ein Text aus unserer Reihe [„Was wurde aus…“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/politik/was-wurde-aus/?ref=loky.news) --- Dass die eine Hand nicht weiß, was die andere tut, kommt vor. Doch dass Pankower Politiker\*innen und Behörden derart aneinander vorbeireden, hat Seltenheitswert: Nachdem die Bezirksverordnetenversammlung bereits im Februar 2018 die Entlassung der Gleimstraße aus dem übergeordneten Straßennetz beschlossen hatte, waren die Verordneten davon ausgegangen, das Bezirksamt habe diese mittlerweile bei der Senatsverkehrsverwaltung beantragt. Durch die Entlassung geht die Straße in den Verantwortungsbereich des Bezirksamt über, welches dann wiederum die Umwidmung zur Fahrradstraße veranlassen kann; die Gleimstraße soll an die Stargarder Straße anknüpfen und ist Teil eines geplanten [Wegenetzes, in dem Radfahrer\*innen Vorfahrt haben](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/21/ein-netz-aus-fahrradstrassen/?ref=loky.news). Die notwendigen Verkehrsuntersuchungen waren laut Vollrad Kuhn (Grüne), dem ehemaligen Stadtrat für Stadtentwicklung, Ende 2020 abgeschlossen worden. Im Ausschuss für Mobilität und Öffentliche Ordnung rätselte man deshalb Mitte Juni 2022, warum sich diese Sache derart verzögert. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Antrag existiert nur in der Theorie** Nach einer Schriftlichen Anfrage des Abgeordneten Felix Reifschneider (FDP) eine Ebene höher bei der Senatsverkehrsverwaltung ist nun aber klar, dass es sich gar nicht um eine Verzögerung handelt: > „Die Besonderheit der Gleimstraße ist im Gleimtunnel begründet, der mittels der Unterführung des heutigen Mauerparks im Verlauf der Gleim- / Rügener Straße eine Verbindung zwischen den Ortsteilen Prenzlauer Berg und Wedding schafft. Aufgrund dieser Verbindungsfunktion hätten sowohl das Bezirksamt Mitte als auch Pankow von Berlin einen Antrag auf Entlassung aus dem übergeordneten Straßennetz stellen müssen. Das ist bisher nicht der Fall.“ Jahrelang haben Politiker\*innen und Anwohner\*innen also über einen Antrag diskutiert, der gar nicht existierte; auch die Verkehrsuntersuchungen sind, anders als angegeben, bisher nicht abgeschlossen. „Das schwankt zwischen unendlicher Geschichte und Posse. Seit Jahren sind der politische Auftrag an die Verwaltung und die Prüfschritte klar. Dass die Verwaltung durch Nichtstun die Fahrradstraße verhindert, ist skandalös. Das Radwegenetz kann seine Wirkung erst dann richtig entfalten, wenn lange Strecken sicher und komfortabel befahren werden können. Die Gleimstraße ist ein unverzichtbarer Teil im Streckenzug Stargarder Straße – Gleimstraße – Rügener Straße und Gustav-Meyer-Allee zwischen Mitte und Prenzlauer Berg. Das Bezirksamt muss endlich die Fahrradstraße vorantreiben und in ein Verkehrskonzept für den Gleimkiez einbetten,“ kommentiert Reifschneider. **Kein Personal vorhanden** Die „Hürden, die für die Entlassung überwunden werden müssen“, konnten bisher noch nicht genommen werden, teilt Rona Tietje (SPD), jetzige Stadträtin für Stadtentwicklung, mit. Um überhaupt einen Antrag stellen zu können, muss der Bezirk zunächst nämlich eine Prognose der zu erwartenden Verkehrsverlagerung und des dadurch entstehenden Lärms in den umliegenden Straßen erstellen. Doch Pankow hat zu wenig oder gar kein Personal für diese Aufgaben. Und weil der Nachbarbezirk Mitte, der Antragspartner sein muss, das gleiche Problem hat, sei es zeitlich nicht vorhersehbar, wann es mit der Planung überhaupt weitergehen könne, sagt Tietje. In einer Sache trifft das Bezirksamt jedoch eine klare Aussage: „Eine Sperrung des Gleimtunnels im Zusammenhang mit der Einrichtung der Fahrradstraße in der Gleimstraße ist nicht Bestandteil des Fahrradstraßenkonzepts und nicht beabsichtigt.“ Der Gleimtunnel bleibt also offen – ebenso wie viele Fragen. Titelbild: Auf der Oderberger Straße ging alles ganz schnell, die Gleimstraße wird in absehbarer Zeit hingegen keine Fahrradstraße / Foto: Julia Schmitz ### Gespenster im Thälmannpark URL: https://www.loky.news/gespenster-im-thaelmannpark/ Last updated: 2025-03-20T18:07:23.000Z ## Vom stinkenden Gasometer über die DDR-Vorzeigesiedlung zu einem grünen Ort zwischen Plattenbauten: Der Ernst-Thälmann-Park hat eine wechselhafte Geschichte. Hier kommt das dritte Park-Porträt. --- Wer von der Tramhaltestelle an der Greifswalder Straße aus auf den Thälmannpark zuläuft, steht zunächst vor einer grauen Mauer. Über eine Treppe gelange ich auf eine Ebene, die wie ein einstiger Spielplatz aussieht. Aus einem Metallring, der eine Art Stranddusche darstellen könnte, tröpfelt unentwegt Wasser. Es ist Mittag, kaum ein Mensch spaziert durch den Park. Mich beschleicht ein mulmiges Gefühl. Vielleicht, weil der Park so dürftig besucht ist, oder seine Geschichte und die Kontroverse um das Thälmann-Denkmal bei jedem Schritt mitschwingen. Angelegt zwischen 1983 und 1986, wuchs der Park auf [von Giftstoffen verseuchtem Schutt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2017/03/03/thaelmannpark-bauen-auf-giftiger-erde-erlaubt/?ref=loky.news) des alten Berliner Gasometers, dem einstigen Wahrzeichen des Prenzlauer Bergs. [Im Sommer 1984 wurde es, trotz heftiger Proteste, gesprengt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2014/10/21/unter-der-kuppel/?ref=loky.news). Die Giftstoffe wurden erst in den 1990er Jahren beseitigt. Seit 2004 läuft außerdem eine Grundwasserreinigungsanlage. Der Park beheimatet unter anderem eine Schwimmhalle die derzeit renoviert wird, und das Zeiss-Großplanetarium, welches 1987 als eines der größten und modernsten Planetarien weltweit eröffnet wurde. [Den künstlichen See in der Mitte des Parks](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2017/03/30/fischsterben-im-thaelmannpark/?ref=loky.news) retteten Anwohner\*innen vor einer drohenden Zuschüttung. Denn das Parkgelände liegt den Menschen, die hier leben, am Herzen. Bereits während der ursprünglichen Begrünung zu DDR-Zeiten pflanzten Nachbar\*innen mit. Heute organisieren Initiativen die Teichreinigung, gemeinsame Aktivitäten und Aufräumaktionen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ ![Thälmann](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/07/Wassereinrichtung-e1658743288270.jpg) War das mal ein Spielplatz? / Foto: Katharina Angus **Ernst Thälmann dominiert den Park** Immer wieder überrascht mich die Größe der namensgebenden Ernst-Thälmann-Statue, deren Ausmaß auf Abbildungen nicht erkennbar ist. Der Abriss, den der Senat in den 1990 er Jahren geplant hatte, konnte nicht umgesetzt werden, weil die ca. 50 Tonnen schwere Büste zu viel wog. Man entfernte nur Zitatblöcke von Honecker und Thälmann. Die Pankower CDU [forderte in diesem Jahr dennoch erneut den Abriss](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/22/der-ernst-der-lage/?ref=loky.news). Dabei ist die umstrittene Büste seit 2021 umgeben von orangenen Betonblöcken, die zu der künstlerischen Kommentierung der Filmkünstlerin Betina Kuntzsch gehören; im Auftrag des Bezirksamtes hat sie sich im Kurzfilmformat unter dem Titel „Vom Sockel denken“ mit der Statue auseinandergesetzt. Über QR-Codes an den Sockeln gelangt man zu den jeweiligen Ausschnitten. Auf der Website „Vom Sockel Denken“ heißt es, die monumentale Statue habe bereits bei ihrer Enthüllung gewirkt wie ein Alien. Auf mich macht es den Eindruck eines Zombies. Der Sockel, der Thälmanns Namen ausweist, trägt ein Graffiti in rot-weißer Farbe. Jemand hat das das Wort „Held“ gesprüht. Ein umstrittener Held, der die SPD bekämpfte und Stalin verehrte, der 1931 für ein Volksbegehren und 1932 bei einem BVG-Streik mit den Nationalsozialisten kooperierte, bevor sie ihn 1933 verhafteten. Nach elf Jahren Einzelhaft wurde er 1944 im KZ Buchenwald ermordet. Ein BMX-Fahrradfahrer dreht seine Runden auf dem Platz, springt über die Stufen. Auf den orangenen Sockeln des Kunstprojekts liegt Glas zerbrochener Bierflaschen. Über der Parkanlage thronen die Plattenbauten, die im Zuge der Parkerrichtung entstanden und zu DDR-Zeiten modernen Wohnkomfort im Gegensatz zu den kaputten Altbauten boten. Um den Thälmannpark herum sind in den letzten Jahren zahlreiche Neubauprojekte enstanden. Anwohner\*inneninitiativen treten dafür ein, die Wohnpreise in der Gegend bezahlbar zu halten. **„Gasometer sprengt man nicht“** Zwei spanische Touristinnen neben mir wundern sich. Sie fragen, ob das „Held“- Graffiti zur Statue gehöre. Ich schüttele den Kopf. Sie runzeln die Stirn. Seine Geburtsstunde erlebte das frühere Denkmal in der bereits im Untergang begriffenen DDR. Die 1300 Wohnungen, die man auf dem Gelände des Thälmannparks hochzog, waren das letzte Großbauprojekt des sozialistischen Staates. Gegen die Sprengung der Gasometer gab es langanhaltenden Widerstand: „Gasometer sprengt man nicht“ lautete der Slogan damals. Der Umgang der Verwaltungsorgane mit den Protestierenden offenbarte einmal mehr das Wesen der Diktatur. Einige von ihnen wurden vorrübergehend festgehalten oder mussten Fotoaufnahmen vernichten, einige erhielten Arbeitsverbot, andere sahen sich desillusioniert ob ihrer Mitbestimmungsrechte im öffentlichen Raum. Unschlüssig stehe ich vor „Teddy“ Thälmann. Für mich dominiert er diesen Park. ### Urlaub in der eigenen Stadt URL: https://www.loky.news/urlaub-in-der-eigenen-stadt/ Last updated: 2025-03-20T18:08:20.000Z ## Juchhuu, die Ferien haben begonnen und in Prenzlauer Berg findet man endlich wieder einen Parkplatz! Wir verabschieden uns mit 15 Tipps für den Sommer in eine kleine Pause. --- **Ein Tag in Tempelhof** Für einen Sommertag am Hafen genügt eine Fahrt mit der U6 zur Ullsteinstraße. Hier steht das geschichtsträchtige Ullsteinhaus. Der eindrucksvolle Bau im Stil des Backsteinexpressionismus beherbergte Ende der 20er Jahre die Druckerei des Ullsteinverlages. Noch heute schmückt eine Eule die Fassade. Ihr zu Füßen lässt sich entspannt ein Feriengetränk süffeln. Wer richtiges Urlaubsfeeling möchte, besucht Martis Fischrestaurant auf einem Schiff, das im Hafen ankert. Zwischen Rettungsringen und Piratenfiguren verzehrt man Fischgerichte oder üppige mediterrane Vorspeisenplatten. Dazu ein leichtes Schaukeln der Wellen, wer braucht da noch Mittelmeer? Zum Schlendern nach dem Essen lädt die denkmalgeschützte Monopol-Siedlung um die Ecke ein, die einst für die Arbeiter\*innen einer Branntweinfabrik in den 1920ern erbaut wurde, nachdem die Regierung sich das Monopol auf dessen Herstellung gesichert hatte. (Katharina) *Ullsteinhaus: Ullsteinstraße 114-142* *Martis Fischrestaurant: Tempelhofer Damm 227* *Monopol-Siedlung: Monopolstraße, 12109 Berlin* **Literarischer Kiezspaziergang oder Audiowalk** Ihr möchtet weitere Ecken der Stadt kennenlernen, wollt dabei ein wenig Abwechslung? Ein literarischer Spaziergang oder ein Audiowalk präsentieren bekannte Ecken in einem anderen Licht. So stellen die Autor\*innen der Stadt der [Anthologie der Nachbarschaften](http://zfl-nachbarschaften.org/?ref=loky.news) verschiedene Kieze in ihren Texten vor. Während Lea Streisand etwas über das Bötzowviertel erzählt, präsentiert David Wagner das Viertel rund um den Gesundbrunnen. Wer nicht lesen möchte, der schnappt sich einfach Kopfhörer und Handy und lädt einen Audiowalk herunter oder nutzt eine der bereitgestellten Apps. Die [Kiezpoeten](https://kiezpoeten.com/berlin%5Fpoetry-slam/poetry-slam-audiotour/?ref=loky.news) liefern euch für Touren durch Mitte, Wedding oder Spandau ein wenig Poetry Slam, mit den [Audiowalks der Berlinischen Galerie](https://berlinischegalerie.de/digital/anything-goes/?ref=loky.news) erfahrt ihr bei einem Spaziergang etwas über die Berliner Architektur der 1980er Jahre und [Querstadtein](https://querstadtein.org/news/audiowalk-stimmen-vom-bahnhof-zoo/?ref=loky.news) gibt Menschen das Wort, die auf den Straßen rund um den Bahnhof Zoo und den Kurfürstendamm leben. Sie geben Einblicke in ihren Alltag, erzählen von ihren Nöten und Träumen für die Zukunft. (Christina) **Durch Moorwiesen in Lübars wandern** Eine knappe Stunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Prenzlauer Berg entfernt liegt ein Stadtteil, der wie aus der Zeit herausgefallen scheint: Alt-Lübars. Kopfsteinpflaster, Pferdehöfe und eine kleine Kirche prägen das älteste Dorf Berlins, das 1230 gegründet wurde und seitdem eingebettet in weite Felder liegt. Hier beginnt auch der sieben Kilometer lange [Rundwanderweg durch die Eichwerder Moorwiesen](https://www.barnim-naturpark.de/themen/routen-touren/rundwanderung-durch-die-eichwerder-moorwiesen/?ref=loky.news), der unter anderem am Köppchensee vorbeiführt. Früher wurde hier Torf gestochen, heute ist der Ort Heimat für zahlreiche tierische und pflanzliche Arten. Im Anschluss wartet ein Kaltgetränk im Alten Dorfkrug auf euch, der praktischerweise direkt neben der Bushaltestelle liegt. (Julia) **Ins angenehm klimatisierte Kino gehen** Die meisten kennen das Lied „Sind so kleine Hände/ winzge Finger dran. / Darf man nie drauf schlagen / die zerbrechen dann.“ Es ist von der Liedermacherin Bettina Wegner, die eher nicht dem großen Publikum bekannt ist und selten öffentlich in Erscheinung tritt. Nun aber gibt es einen [Dokumentarfilm von Lutz Pehnert, der schlicht „Bettina“ heißt](https://verlag.buschfunk.com/dokfilm-bettina-von-lutz-pehnert-ueber-bettina-wegner-feiert-premiere-auf-der-berlinale-2022/?ref=loky.news). Dass der Film zum Lachen ist, oft auch nachdenklich und melancholisch macht, liegt natürlich an Bettina Wegner selbst, die oft rauchend auf der Couch sitzt und mit einer unvergleichlichen Reibeisen-Stimme und einer berlinernden Schnoddrigkeit schlagkräftig und pointiert Sätze von großer, humorvoller Nüchternheit spricht: über ihre Beziehungen mit Thomas Brasch oder Oskar Lafontaine, über das Ringen mit der DDR, aber auch über das Leben nach der Wende (Sie lebe heute „drüben“, sagt sie immer noch). Und so sieht man eben einen Film, der zeigt, dass das Leben in DDR weitaus differenzierter war und Menschen widersprüchlich sind. Geht ins Kino – wenn es zu heiß sein sollte oder der Sommer kühl und regnerisch wird. (Peter) **Anderen beim Arbeiten zuschauen** Drei Staffeln lang konnte man die dänische Politikerin Birgitte Nyborg (Sidse Babett Knudsen) auf ARTE dabei beobachten, wie sie sich in zähen Koalitionsvehandlungen dank ungeahnter Verbindungen die Macht sicherte. Hinzu kamen persönliche Schicksalsschläge, wie Scheidung und Brustkrebs. Selten durchleuchtete eine Serie den politischen Betrieb mit einer derartigen Ernsthaftigkeit wie [„Borgen – gefährliche Seilschaften“](https://www.netflix.com/de/title/70302482?ref=loky.news). Nach einer zehnjährigen Pause läuft die vierte Staffel jetzt auf Netflix. Also: Krawatte umbinden, Wein eingießen, auf den ergonomischen Bürostuhl setzen und einschalten! (Katharina) **Mit der BVG-Fähre über den Müggelsee schippern** „Pack‘ die Badehose ein, nimm‘ dein kleines Schwesterlein und dann nischt wie raus zum“ … Müggelsee! Dort dreht nämlich, neben verschiedenen Fahrgastschiffen, auch [die BVG-Fähre (Linie F23)](https://www.bvg.de/de/verbindungen/netzplaene-und-linien/faehre?ref=loky.news) ihre Runden. Für den Schnäppchenpreis von 3 Euro – für alle, die kein 9-Euro-Ticket haben – geht es vom Müggelwerderweg in Rahnsdorf zum Müggelhort, über die Müggelspree vorbei an Neu Helgoland und dann zur Station Kruggasse. Dort wartet die Müggelseefischerei mit geräuchertem Aal und Schillerlocke auf euch. Wer muss da noch ans Meer fahren? Zurück geht’s auf dem gleichen Wasserweg oder per Tram und S-Bahn. (Julia) **Kultursommer erleben** Lesungen im Strandbad, Theater auf der Straße oder ein Konzert im Park: Was wäre ein Berliner Sommer ohne Kunst und Kultur im Freien? Bis September bietet der [„Kultursommer“ kostenlose Open-Air-Veranstaltungen in der ganzen Stadt](https://www.draussenstadt.berlin/de/kultursommerfestival/?ref=loky.news). Dabei sind nicht nur die bekannten Kulturinstitutionen vertreten,sondern auch die freie Kulturszene. Wie wäre es mit einer Mischung aus Performance, Konzert und Live-Visuals [im Garten des Oyoun](https://www.draussenstadt.berlin/de/kultursommerfestival/kalender/ministerium-fur-mitgefuhl-performance-konzert-und/3632?ref=loky.news), einer [Daumenkinographie im Ballhaus Wedding](https://www.draussenstadt.berlin/de/kultursommerfestival/kalender/daumenkinographie-im-ballhaus-wedding/3355?ref=loky.news) oder [Ödipus auf einem Parkdeck](https://www.draussenstadt.berlin/de/kultursommerfestival/kalender/greek-open-air-auf-dem-parkdeck-1/3383?ref=loky.news)? (Christina) **Zeit zum Lesen** Endlich den Stapel Bücher lesen, der sich im Laufe der letzten Monate angesammelt hat. Eines, das dabei sein sollte: [„Meine Schwester“ von Bettina Flitner](https://www.kiwi-verlag.de/buch/bettina-flitner-meine-schwester-9783462002379?ref=loky.news). Bettina Flitner ist eigentlich Filmemacherin und Fotografin. Aber nun hat sie ein großartiges Buch geschrieben: Vor ein paar Jahren rief der Mann ihrer Schwester an und sagt: „Sie hat es getan.“ Jahrzehnte vorher rief der Vater an und sagt: „Sie hat es getan.“ Mutter und Schwester haben sich umgebracht. Ja, es hört sich nach schwerer Lesekost an. Aber es liest sich nicht schwer – im doppelten Sinne nicht schwer. Sie erzählt diese anekdotenreiche Familiengeschichte mit mitreißendem Schwung, mit Witz, Komik und einer Schnörkellosigkeit, die einen nicht als emotionales Wrack zurücklässt. (Peter) Bettina Flitner: *Meine Schwester*, Kiepenheuer&Witsch, 320 Seiten, 22 Euro **Schattenspiele mit Bruno Schulz** „Im Juli pflegte mein Vater ins Bad zu fahren und mich zusammen mit meiner Mutter und meinem Bruder den weißglühenden und berauschenden Sommertagen auszuliefern. Trunken vom Licht blätterten wir in dem riesigen Ferienbuch, dessen Seiten leuchtend flammten und auf ihrem Grund das bis zur Besinnungslosigkeit süße Fruchtfleisch goldener Birnen bargen.“ So beginnt das erste Kapitel mit dem Titel „August“ des Erzählbandes [„Die Zimtläden“ von Bruno Schulz](https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-zimtlaeden/978-3-446-23003-3/?ref=loky.news). Der polnische Autor und Künstler, der 1942 von einem SS-Mitglied erschossen wurde, lebte im Galizien der Jahrhundertwende und schildert in den Geschichten seine Kindheit im Schtetl. Dabei stößt er auf versteckte Plätzen, kabbalistische Erscheinungen und klassische Mythen, die sich in Alltags-Magie kleiden und eine wundersame Authentizität erzeugen. Man möchte mit ihm gehen und die Zimtläden suchen, Kirschen zum Platzen bringen und das Geheimnis der Schneiderpuppen ergründen. (Katharina) Bruno Schulz: *Die Zimtläden*, aus dem Polnischen übersetzt von Doreen Daume, Hanser Verlag, 232 Seiten, 25 Euro **Geschichten vorlesen lassen** Als Buchhändlertochter, Literaturwissenschaftlerin und Kulturjournalistin ist es irgendwie logisch: Bücher spielen eine immens wichtige Rolle in meinem Leben. Ich lese im Bett, am Küchentisch, in der Bahn oder in der Badewanne – und lasse mir außerdem besonders gerne vorlesen! Zum Glück finden auch im Sommer zahlreiche Literaturevents in der Stadt statt. Isabelle Graw diskutiert mit Helene Hegemann über ihr gesellschaftskritisches Buch *Vom Nutzen der Freunschaft* (12.7., 19 Uhr, [Literaturhaus Berlin](https://www.literaturhaus-berlin.de/programm/isabelle-graw-vom-nutzen-der-freundschaft?ref=loky.news)). Lucy Fricke liest aus ihrem neuen Roman *Die Diplomatin und* Andreas Stichmann aus *Eine Liebe in Pjönjang* (14.7., 19.30 Uhr im [Literarischen Colloqium am Wannsee](https://lcb.de/programm/die-diplomatin-und-eine-liebe-in-pjoengjang/?ref=loky.news)). Tom Schmieder nimmt uns in *Als wir einmal fast erfolgreich waren* ins Westberlin des Jahres 1979 mit (15.7., 20.30 Uhr, [Z Bar](https://zbarberlin.com/?ref=loky.news)). (Julia) **Nichtstun** Warum eigentlich immer etwas tun? Warum immer unterwegs sein, Bücher lesen oder Serien gucken? Das schwierigste Tun ist das, das man nicht sieht: das Nachdenken. Also, wie wäre es, die Stille zu suchen, einfach irgendwo zu liegen oder zu sitzen, in den Himmel zu gucken oder Menschen zu beobachten? Auf welche Gedanken kommt man da? Und müssen überhaupt Gedanken kommen? Probiere es, es tut gut. (Peter) ## Nun lüften wir unsere Strohhüte: Habt einen schönen Sommer! Wir sind am 25\. Juli wieder für euch da. ### Prenzlauer Berg Newsletter #26 hat ein Herz für den Mauerpark URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-26-hat-ein-herz-fuer-den-mauerpark/ Last updated: 2025-03-20T18:08:20.000Z ## Warum sprudelt so manche Plansche nicht, interessiert sich eigentlich noch jemand für die Parklets und was macht den Mauerpark so besonders? Die Nachrichten der Woche gibt es im Newsletter. --- Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn: Der Mauerpark lässt kaum jemanden kalt. Vor allem im Sommer nutzen ihn zahlreiche Menschen als Gartenersatz, sie treffen Freund\*innen, gehen zum Flohmarkt oder amüsieren sich beim Karaoke. Oder sie schauen vorbei, weil der Park in zahlreichen Reiseblogs angepriesen wird. Aber Kritik\*innen finden, der Park sei zu voll. Vor allem sonntags drängen die Leute aneinander vorbei, oft lassen sie einfach ihren Müll liegen. Für meine Kollegin Sonja Koller ist der Park dennoch etwas Besonderes. Warum das so ist, berichtet sie in unserem **Text der Woche** - **Besuch:** Im Mauerpark passiert selbst an einem einzigen Tag so viel, dass das Gelände einem Mikrokosmos gleicht. Der V[ersuch eines Portraits über einen Park](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/07/05/mauerpark-singen-auf-dem-ehemaligen-todesstreifen/?ref=loky.news), der mich Berlin lieben gelernt hat. **Was sonst noch los war** - **Eistest:** Die Sommerferien sind da, Zeit für ein Eis! Wer sich in diesen Tagen mal etwas anderes als Schokolade oder Erdbeere gönnen möchte: Wir haben für euch [die ausgefallensten Eissorten im Kiez](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?p=51316&preview=true&ref=loky.news) gesucht – und natürlich auch getestet! **Kiezfoto der Woche** ![Newsletter](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/07/Kiezfoto_Baumscheibe-1-1024x1024.jpg) Foto: Christina Heuschen **Aus dem Bezirk** - **Schulen:** Der Bezirk Pankow wächst und wächst und wächst. Das hat Folgen, denn vor allem die [Oberschulen des Bezirks platzen aus allen Nähten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/10/schulplatzmangel-spitzt-sich-zu/?ref=loky.news). 3.000 Pankower Schüler\*innen müssen derzeit für den Besuch einer weiterführenden Schule in einen anderen Bezirk fahren, kritisiert David Paul (CDU): „Spätestens jetzt ist es an der Zeit, alle zur Verfügung stehenden Optionen zu prüfen und nach Möglichkeit auch zu nutzen, um den steigenden Bedarf an Schulplätzen im Bezirk endlich decken zu können.“ Der statistische Bericht aus dem Jahr 2005 bietet einen kleinen Einblick, demnach hatte Berlin im Schuljahr 1996/1997 noch 979 Schulen; die Zahl nahm bis zum Schuljahr 2005/2006 um 110 Schulen auf 869 ab. Die CDU-Fraktion Pankow fordert daher das Bezirksamt auf, alle nach 1990 aufgegebenen Schulstandorte im Bezirk – wie viele das sind und wo sie sich befinden, ist noch nicht bekannt – auf eine mögliche Wiederverwendbarkeit für den regulären Schulbetrieb zu überprüfen. - **Fahrradstraße:** Die Verkehrswende soll Berlin fahrradfreundlicher machen. Doch im Bezirk Pankow lässt sie immer wieder auf sich warten, Verspätungen sind keine Seltenheit – siehe unser [Dauerthema Stargarder Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/08/ohne-markierung-keine-fahrradstrasse/?ref=loky.news), auf der noch immer ein Großteil der Markierungen fehlt. In der [Oderberger Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/21/ein-netz-aus-fahrradstrassen/?ref=loky.news) geht es jetzt aber voran, denn hier haben die Arbeiten für eine Fahrradstraße vor ein paar Tagen begonnen. Auf der Verbindung zwischen Kastanienallee und Eberswalder Straße sollen außerdem Parkplätze in Abstellanlagen für Fahrräder und E-Roller umgewandelt werden; das Straßen- und Grünflächenamt möchte so erreichen, dass weniger Leute ihre Fahrräder auf den Gehwegen abstellen. Um das Halten in zweiter Reihe zu verhindern, werden zusätzliche Zonen für den Lieferverkehr eingerichtet. Ende 2022 sollen die Umbauarbeiten abgeschlossen sein. - **Parklets:** Könnt ihr euch noch an die Diskussion um die vier Parklets erinnern, die Tausende von Euros gekostet haben und eher spärlich bis gar nicht genutzt werden? Wie kaum ein anderes Thema haben sie [die Gemüter im Bezirk erregt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/02/26/die-parklet-misere/?ref=loky.news). Einige Zeit war es still um die Konstruktionen, doch das könnte sich nun ändern. Denn auf der Schönhauser Allee entsteht ein geschützter Radweg, ein Teil der Parklets stört nun. Auch das Parklet vor der Nummer 127 A ist von der Radverkehrsmaßnahme betroffen. „Eine Entscheidung, ob dieses Parklet innerhalb der Schönhauser Allee verschoben wird oder ob es ausnahmsweise frühzeitig abgebaut werden kann, ist noch nicht gefallen“, sagt die Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki. Die beiden Parklets vor der Hausnummer 58A und 59A sollen spätestens zur Realisierung der Radverkehrsmaßnahme abgebaut werden. Ob die Parklets erfolgreich waren, weiß man beim Bezirksamt nicht – wie in so vielen Fällen „wird darüber keine Statistik geführt“. Insbesondere das mit Fahrradbügeln ausgestattete Parklet vor den Allee Arcaden werde aber rege genutzt, so Anders-Granitzki. - **Wasserspielplätze:** Sobald die Sonne scheint und es heiß wird, strömen Familien zu den zahlreichen Wasserspielplätzen der Stadt, um sich abzukühlen. Doch allzu oft fließt dort gar kein Wasser und kaum jemand weiß warum. Der Abgeordnete Felix Reifschneider (FDP) wollte daher wissen, wann Besucher\*innen der Spielplätze das kühle Nass überhaupt nutzen können. Laut Bezirksamt Pankow werden Planschen bei 25 Grad Außentemperatur in Betrieb genommen; bei durchgängigen Temperaturen unter 25 Grad werden sie nicht angeschaltet, um den Wassergebrauch zu reduzieren – denn sie werden mit Trinkwasser betrieben. „Ebenso dient die Zerstäubung des Wassers der Planschen zur Abkühlung der Umgebung, dies ist bei niedrigeren Temperaturen nicht notwendig“, heißt es weiter. - **Duschmobil:** Selbst wenn man es bei den Temperaturen leicht vergisst: Auch im Sommer stehen obdach- und wohnungslose Frauen vor einem Problem, denn für sie ist Wasser Mangelware. „Sie haben keine Plätze, um sich in Würde ihrer Notdurft zu entledigen und sie können sich nicht waschen. Mit dem Duschmobil versuchen wir, dem zumindest ein wenig entgegenzuwirken“, sagt die Bezirksstadträtin für Soziales und Gesundheit Dr. Cordelia Koch. Um die Frauen in der Sommerzeit besser zu erreichen, verlegt das Duschmobil des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) nun seinen Standort vom Pankower Bahnhof an den Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg. Ab sofort können Frauen dort jeden Dienstag von 11 bis 13 Uhr kostenfrei duschen. Zudem haben sie die Möglichkeit, in Ruhe ihre Sachen zu sortieren und ein Beratungsangebot wahrzunehmen; Hygieneartikel und Kleidung zum Verteilen hat das Team des SkF auch dabei. **Kriminelles & Unschönes** - **Unfall:** Nach einem Verkehrsunfall in Berlin-Prenzlauer Berg ist ein Fünfjähriger im Krankenhaus gestorben. Wie die Polizei mitteilte, hatte ein 79-jähriger Autofahrer das Kind am Donnerstagnachmittag vergangener Woche auf der Wicherstraße angefahren. Der Junge war demnach im Beisein seines Vaters auf einem Fahrrad unterwegs, als er plötzlich auf die Straße gefahren sein soll. Das Kind kam schwer verletzt in ein Krankenhaus. Trotz einer Notoperation erlag er seinen Verletzungen. **Tipps & Termine** - **9./10.7.:** Improvisation steht am Samstag und Sonntag auf dem Programm. Denn dann [entwickeln der libanesische Musiker und Comiczeichner Mazen Kerbaj und das Splitter Orchester in Echtzeit „Synesthesia“](https://www.wabe-berlin.info/jul-2022/09-10/?ref=loky.news). Während Kerbaj live Bilder kreiiert, die hochauflösend auf eine große Leinwand projiziert werden, reagiert das Ensemble musikalisch. Dabei illustrie­ren weder die Bilder die Musik, noch ist die Musik eine Begleit­erscheinung der Bilder, beide beeinflussen sich gegenseitig. Die Veranstaltung beginnt jeweils um 20 Uhr, der Eintritt kostet 15/12 Euro. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Untergrund:** Sie arbeiteten als Friedhofsgärtner oder Hausmeister und druckten im Keller der Zionskirche in der DDR verbotene Zeitschriften: Ein [Gründer der Umweltbibliothek](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/27/opposition-im-kirchenkeller/?ref=loky.news) in Prenzlauer Berg erinnert sich. - **Umweltschutz:** Klimakrise und Artensterben sind längst keine theoretischen Konstrukte mehr. Was kann Pankow dagegen tun? Ein [Gespräch mit dem Grünen-Bezirksverordneten Axel Lüssow](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/29/mehr-baeume-weniger-beton/?ref=loky.news). **Zitat der Woche** *„Der Park, durch den ich jeden Tag zur Arbeit gehe, durch den ich zur Uni gepilgert bin; der, von dem aus der Grillgeruch im Sommer immer wieder bis an mein Wohnzimmerfenster in der Nähe gelangt – und der Park, der mich Berlin lieben gelernt hat“,* schreibt Sonja Koller über den Mauerpark. Am Montag geben wir euch noch ein paar Tipps, wie ihr euren Urlaub in der eigenen Stadt verbringen könnt. Danach machen wir erst einmal eine kleine Pause. Der nächste Newsletter erscheint am 29\. Juli. Bis dahin wünsche ich euch einen wunderbaren Sommer! Eure Christina Heuschen und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Die lustigsten Eissorten von Prenzlauer Berg URL: https://www.loky.news/die-lustigsten-eissorten-von-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-03-17T13:16:57.000Z _This post is for paying subscribers only._ ### Singen auf dem ehemaligen Todesstreifen URL: https://www.loky.news/mauerpark-singen-auf-dem-ehemaligen-todesstreifen/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Im Mauerpark passiert selbst an einem einzigen Tag so viel, dass das Gelände einem Mikrokosmos gleicht. Der Versuch eines Portraits über einen Park, der mich Berlin lieben gelernt hat. --- Es gibt einen Ort in Prenzlauer Berg, an dem man das Gefühl hat, die ganze Stadt an sich vorbeiziehen zu sehen, wenn man nur lang genug sitzenbleibt. Morgens die Fahrradfahrer\*innen auf dem Weg zur Arbeit, die routiniert den Glasscherben ausweichen, für deren Nachschub feierwütige Gruppen nur wenige Stunden davor, wie jede Nacht, neu gesorgt haben. Läuft man am Wochenende vor neun Uhr durch den Park, sieht man noch die letzten Übriggebliebenen der Nacht bei einer Mischung aus Schlaf und Dahinvegetieren. Wenn die Business-Biker am Nachmittag zurückkommen, ist der Park schon von Skater\*nnen besetzt, deren Boards nun die Geräuschkulisse zwischen Bernauer Straße und Falkplatz dominieren. Nur noch wenige Stunden, die Sonne wird noch nicht einmal besonders tief am Himmel stehen, die Golden Hour weit entfernt, dann wird man beim Vorbeigehen wieder Bässe hören, die aus Stereoanlagen verschiedenster Qualität brummen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Der Park, der mich Berlin lieben ließ** Die Rede ist natürlich vom Mauerpark. Der Park, der in unzähligen Berlin-Reiseführern als Must-see angepriesen wird (eine Empfehlung, der Tourist\*nnen gerne nachkommen). Der Park, an dem die Oscar-Ohrfeige von Will Smith schon wenige Tage nach dem Vorfall im Februar 2022 als Graffiti auftauchte und gleichzeitig der Ort, an dem erst Anfang Juni ein homophober Angriff stattgefunden hat. Der Park, durch den ich jeden Tag zur Arbeit gehe, durch den ich zur Uni gepilgert bin; der, von dem aus der Grillgeruch im Sommer immer wieder bis an mein Wohnzimmerfenster in der Nähe gelangt – und der Park, der mich Berlin lieben gelernt hat. Denn wie die meisten der zugezogenen Student\*nnen, die sich mitten in das quirlige Leben in Berlin und allen voran Prenzlauer Berg werfen wollen, konnte man mich während meiner ersten Monate in Berlin sonntags immer an demselben Ort finden: auf dem Mauerpark-Flohmarkt. Es war die schiere Größe und Auswahl an Ständen, die mich damals begeisterte. Von Skianzügen in pink-türkisem 90er Jahre-Mustern über handgemachte Lavendel-Seifen und hausgemachten Dips bis hin zu Vintage-Kameras bekommt man auf dem Markt all das, was das Leben in Berlin eben zu dem machte, was es für mich war und ist: Kreativ, voll, laut und vor allem echt cool. Heute, einige Jahre und ein abgeschlossenes Hauptstadt-Studium später, gehöre ich zu der Fraktion, die über das Gedränge am Sonntag vor allem milde lächelt. Wer einmal im Novembermatsch auf dem Flohmarkt stand, weiß, wie viel angenehmer es ist, nicht bei jedem Stand mit Ringen und Kettchen die Ellbogen ausfahren zu müssen, um sich die immergleichen Prägungen doch noch ein letztes Mal in Ruhe anzusehen. Die matschigen Zeiten aber sind vorbei. [Denn als der Mauerpark Ende Juni 2020 nach seiner Renovierung wiedereröffnete](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/06/30/alles-so-schoen-gruen-hier/?ref=loky.news) , verdoppelte sich nicht nur seine Grünfläche auf 15 Hektar, auch machte es der Betonuntergrund deutlich angenehmer, an Regentagen durch den Park zu stapfen. **Mehr Kohle, mehr Asche** Durch die Sanierung war endlich für alles mehr Platz: Für gemeinsames Gärtnern, Austoben, Erholen und Tischtennis spielen und Karaoke singen. Und: zum Grillen. Denn es gibt wenig, dass so sehr für den Mauerpark steht, wie der Qualm, der an sommerlichen Wochenendtagen über der Grünfläche schwebt. Abgesehen vom Birkenwäldchen und dem angrenzenden Spielplatz kann der Grill hier im Sommer überall aufgestellt werden. Und das wird er auch, zu Hunderten. Rundherum ein Gemisch aus Campingtischen- und Stühlen, Girlanden und Großfamilien auf Picknickdecken. Manche haben sich sogar einen aufwändig aussehenden Sonnenschutz mitgebracht, den man sonst nur an südeuropäischen Stränden sieht. 50.000 Besucher\*innen sind hier an Sonntagen keine Seltenheit, berichtet die Berliner Zeitung. [Entsprechend viel Müll sammelt sich](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/15/pankow-hat-ein-muellproblem/?ref=loky.news). Und zwar nicht nur in den überfüllten Mülleimern, sondern auch auf Wegen und Rasenflächen. Was für Flaschensammler\*innen eine Goldgrube ist, wird zum Problem, wenn der andere Abfall liegen bleibt. Müssen Angestellte der Grün Berlin, die für die Pflege der „neuen“ Fläche zuständig ist und des bezirklichen Straßen- und Grünflächenamtes, das für den „alten“ Teil zuständig ist, stundenlang Müll aufsammeln, bleibt weniger Zeit für andere Aufgaben wie Bewässerung. Und das, obwohl die Grünflächen immer mehr nach beige, als nach grün aussehen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/07/Schwedter_Stra%C3%9Fe_Gleimstra%C3%9Fe_am_Mauerpark_2.jpg) Schwedter Straße Gleimstraße am Mauerpark, Ende einer Fahrraddemo mit Baumpflanzung mit Berliner Mauer, am 01.04.1990 / Foto: Gerd Danigel **Ein Park mit Geschichte** Die „Freunde des Mauerparks“ wollen gegensteuern. Anwohner\*innen haben den Verein 1999 gegründet und sind seitdem Ansprechpartner\*nnen vor Ort. „Wir legen gerne selbst Hand an, zum Beispiel bei der Organisation von Festen, beim Schnitt von Hecken, bei der Bewässerung von Bäumen und der Reinigung des Parks“ heißt es auf der Webseite. Dort wird auch auf etwas hingewiesen, das selbst mir als Anwohnerin und Fan bisher noch unbekannt war: Der Podcast „[Die Mauerpark-Affäre](https://www.podcast.de/podcast/2932840/die-mauerpark-affaere-der-podcast?ref=loky.news)“, für den die 2016 von Heimo Lattner und Judith Laub durchgeführte Recherche zur Entstehungsgeschichte des Parks vertont wurde. In 15 Folgen erzählen Protagonist\*innen der ersten Stunde, wie sie mit anderen Bürger\*innen unmittelbar nach dem Fall der Berliner Mauer im April 1990 eigenmächtig begannen, den ehemaligen „Todesstreifen“ zwischen Ostberlin und Westberlin zu begrünen. Genau fünf Jahre nach der Grenzöffnung, am 9\. November 1994, eröffnete der Mauerpark dann offiziell für alle Besucher\*nnen. Schon damals mit Kopfsteinpflaster und Amphitheater an der Schwedter Straße. Mir fällt kaum eine schönere Möglichkeit ein, eine Freifläche, an der früher mitunter scharf geschossen wurde, den Berliner\*nnen zurückzugeben. Ein ehemaliger Grenzraum, der jetzt das Zusammenkommen ermöglicht. Titelbild: Julia Schmitz ### Prenzlauer Berg Newsletter #25 gründet eine Untergrund-Bibliothek URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-25-gruendet-eine-untergrund-bibliothek/ Last updated: 2025-03-20T18:08:20.000Z ## Warum war die Umweltbibliothek in der DDR viel mehr als ein Ort des Wissens? Vor was für einem Problem steht die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus? Und was gibt es Neues von den Grundschulen im Viertel? Die Nachrichten der Woche gibt es im Newsletter. --- In Prenzlauer Berg haben Oppositionelle Geschichte geschrieben: zahlreiche Bürgerinitiativen hatten hier zu DDR-Zeiten ihren Ursprung. Was in den 1980er Jahren für eine Gruppe junger Leute um Carlo Jordan und Wolfgang Rüddenklau zunächst als Kampf gegen Umweltzerstörung und Atomenergie beginnt, wird schnell größer. Sie gründen die Umweltbibliothek und liefern damit nicht nur Wissen. Denn der Ort ist schnell mehr als nur eine Bibliothek: Er dient als Druckerei für verschiedene Zeitungen, als Veranstaltungsort und Treffpunkt junger Menschen, die dem DDR-Regime kritisch gegenüberstehen. Meine Kollegin Katharina Angus hat sich die Geschichte dieses subversiven Versammlungsortes angeschaut für unseren **Text der Woche** - **Untergrund:** Sie arbeiteten als Friedhofsgärtner oder Hausmeister und druckten im Keller der Zionskirche in der DDR verbotene Zeitschriften: Ein [Gründer der Umweltbibliothek in Prenzlauer Berg](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/27/opposition-im-kirchenkeller/?ref=loky.news) erinnert sich. Was sonst noch los war - **Umweltschutz:** Klimakrise und Artensterben sind längst keine theoretischen Konstrukte mehr. Was kann Pankow dagegen tun? Ein [Gespräch mit dem Grünen-Bezirksverordneten Axel Lüssow](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/29/mehr-baeume-weniger-beton/?ref=loky.news). **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/07/Bild-von-iOS-5-1024x1024.jpg) Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** - **Colosseum:** Seit 20 Jahren arbeitet die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in der Gleimstraße daran, dass ihre Arbeit „überflüssig” wird. Ihre Räume befinden sich im selben Gebäude wie das ehemalige Kino Colosseum. Das soll in Zukunft vom neuen Besitzer Values Real Estate zu einem [„Kreativitäts-Hub”](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/07/kreativitaets-hub-auf-der-schoenhauser/?ref=loky.news) umgebaut werden. Für Beratungsstellen scheint darin aber offensichtlich kein Platz zu sein: „Der Geschäftsführer Dr. Thorsten Bischoff teilte uns mündlich mit, dass die bestehenden Mietverträge für die Büroräume in der Gleimstraße 31/35 nach dem 30\. September 2023 wegen geplanter Umbaumaßnahmen nicht verlängert werden sollen. In dem Nutzungskonzept, das uns Lillemor Mallau, die als Mitglied der Pankower Grünen die Firma konzeptionell berät, bei diesem Termin vorgestellt hat, sind die Projekte des Vereins für Demokratische Kultur in Berlin e.V. und der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e.V. als Mieter\*innen nicht vorgesehen. Ein Angebot für einen Verbleib in der Gleimstraße wurde uns auf aktive Nachfrage hin nicht gemacht”, so Geschäftsführerin Bianca Klose. Eine schriftliche Kündigung sei bisher aber nicht eingegangen. Der Verein Rettet das Colosseum e.V. kritisierte das Vorgehen auf Twitter: „Values sagte kürzlich dem Bezirk, man wolle Raum günstig facettenreich gestalten und zur Verfügung stellen. Wie lange soll noch Augenwischerei betrieben werden, bis alle mal aufwachen?” - **Schulbauoffensive:** Zahlreiche Schulen in Prenzlauer Berg stehen vor dem Kollaps – es mangelt an Platz, es gibt zu wenig Personal und die Schüler\*innen werden immer mehr. Ständig werden deswegen neue Schulbauten geplant, selten geht es voran. Doch jetzt bewegt sich zumindest im Grundschulbereich etwas. Am Mittwoch fand das Richtfest für den ersten Neubau einer modularen Grundschule mit Sporthalle und Außenanlagen in der Conrad-Blenkle-Straße 20 statt. „Neue und moderne Schulbauten sind die hoffnungsvollsten Zeichen für die Lebendigkeit unseres Bezirks. Das Haus wird der Schulgemeinschaft eine positive und hochfunktionale Rahmung bieten und so die Möglichkeiten für die Umsetzung innovativer pädagogische Konzepte erweitern“, sagt Schulstadträtin Dominique Krössin (Linke). Denn in der Grundschule soll das Konzept der Compartmentschule umgesetzt werden. Eine Schule besteht demnach aus mehreren kleineren Einheiten. Jeder dieser Einheiten setzt sich wiederum aus mehreren Unterrichts- und Fachräumen zusammen, die sich um einen zentralen Raum gruppieren. Nach der Fertigstellung sollen dort 576 Schüler unterrichtet werden, die Gesamtkosten für diesen Standort belaufen sich laut Bezirksamt voraussichtlich auf ca. 40,9 Millionen Euro belaufen. - **Personalmangel:** Eine andere Idee hatte die Grundschule am Kollwitzplatz und sorgte damit für reichlich Diskussionen. Sie wollte wegen des Personalmangels den Unterricht erst um 8.30 Uhr beginnen und die Stunden kürzen, wie zunächst die [Morgenpost](https://www.morgenpost.de/berlin/article235741199/Wegen-Lehrermangel-Schulstunde-nur-noch-40-Minuten.html?ref=loky.news) berichtete (€). Doch nun macht die Schulleitung einen Rückzieher: Eine Einführung zum kommenden Schuljahr finde nicht statt, weil diese nicht so schnell realisierbar sei. Die Kürzung der Schulstunden solle verschoben werden und laut rbb erst im Schuljahr 2023/24 stattfinden. - **Jugendschöff\*innen:** Das Jugendamt Pankow sucht [Jugendschöff\*innen für das Amtsgericht oder Landgericht](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1221696.php?ref=loky.news). Während ihrer Amtszeit von 2024 bis 2028 werden sie nach Paragraf 35 des Jugendgerichtsgesetzes als ehrenamtliche Richter\*innen Teil der Rechtsprechung sein. Wer sich für dieses Ehrenamt interessiert, kann sich bis zum 11\. November bewerben. Bewerber\*innen müssen mit Beginn des Jahres 2024 mindestens 25 und höchstens 69 Jahre alt sein und ihren Wohnsitz im Bezirk Pankow haben. - **Pankow-Song:** Rainald Grebe hat bereits über Prenzlauer Berg gesungen. Aber wusstet ihr, dass es auch ein [Lied über den Bezirk Pankow ](https://www.berlin.de/ba-pankow/ueber-den-bezirk/pankow-song/?ref=loky.news)gibt? Der Musiker Tobias Thiele hat dem Bezirk ein Lied gewidmet. „Ich wollte ein Zeichen für Toleranz und ein friedliches Miteinander im Bezirk Pankow setzen“, schreibt der Musiker in einer Mitteilung. Die Idee habe er 2006 gehabt. Mehrfach sei er seitdem bereits mit dem Song aufgetreten, auch das Bezirksamt nutzte das Lied bereits bei Veranstaltungen. So häufig scheint das nicht gewesen zu sein, denn im Bezirk kennt es kaum jemand. Und dennoch: „Es würde mich sehr freuen, wenn auch andere KünstlerInnen (Liebes-)Lieder an, über und für Pankow komponieren und diese dann dem Bezirksamt Pankow ebenfalls unentgeltlich zur Verfügung stellen würden“, sagt Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke). Aber wofür braucht der Bezirk so viele Lieder? Vielleicht bekommen nun allen zukünftigen Bürger\*innen bei ihrer Anmeldung einmal eins vorgespielt? - **Spenden:** Seit Dezember trifft sich die [Initiative Gethsemanekiez](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/12/20/das-ist-keine-diktatur/?ref=loky.news), ein Zusammenschluss aus Nachbar\*innen rund um die Kirche, jeden Montagabend vor dem Gotteshaus, um ein Zeichen gegen sogenannte Querdenker\*innen zu setzen. Diesen nachbarschaftlichen Einsatz möchte die Initiative feiern und „gleichzeitig ein Zeichen für eine lebendige Demokratie an dem geschichtsträchtigen Ort setzen“. Dafür plant sie ein großes Fest am 10\. September mit einem Bühnen-Programm aus Musik, Talks und Kultur sowie einem Kinderfest. All das wollen sie ehrenamtlich machen. Doch das Equipment und die Genehmigungen kosten Geld, um Unterstützung wird deshalb mit einer [Spendenkampagne](https://www.gofundme.com/f/fest-zusammen-im-kiez?ref=loky.news) gebeten. **Tipps & Termine** - **3.7.:** Ein [Konzert und eine Ausstellung](https://www.kmhberlin.de/event-details/benefizkonzert-starke-frauen-starke-stimmen-und-bilder-aus-der-ukraine?ref=loky.news) in einem gibt es am Sonntag in der Kulturmarkthalle. Dort erzählen Frauen ab 17 Uhr musikalisch, bildnerisch und fotografisch von Sehnsüchten, Identität und Alltagsmomenten. Damit sammeln sie Spenden für die Stiftung Solar Universe aus der Ukraine, die Waisenkinder, alleinerziehende Mütter und kinderreiche Familien unterstützt, die durch den Krieg in eine schwierige Situation geraten sind. Mit dabei sind unter anderem die Musikerinnen Iris Forest und Vikar sowie die Künstlerinnen Avviva, Geulla und Rufina Bogoradova. - **5.7.:** Er ist zehn, als in der DDR die Revolution ausbricht. Während viele sich nach Freiheit sehnen, hat er Angst: vor den Imperialisten und Faschisten, vor denen seine Lehrerinnen ihn gewarnt haben. Wenige Jahre später wird er wegen seiner langen Haare von Neonazis verfolgt. Gleichzeitig trifft er sich mit Rechten, weil er sich bei ihnen sicher fühlt. In seinem Roman „Wir waren wie Brüder“ erzählt Daniel Schulz über die oft banalen Ursprünge von Rassismus und rechter Gewalt. Am Dienstag l[iest Schulz um 19 Uhr im Museum in der Kulturbrauerei aus seinem Buch vor](https://www.hdg.de/museum-in-der-kulturbrauerei/veranstaltungen?ref=loky.news). Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung erforderlich. - **7.7.:** Spielen soll Spaß machen. Es verfolgt keinen bestimmten Zweck und es hat auch keine Konsequenzen. Dennoch gibt es in jedem Spiel auch Regeln, die eingehalten werden müssen. Hält man sich nicht daran, heißt es: Game Over. Die beiden [Künstler Jan Klopfleisch und Ingo Panke](https://www.artspring.berlin/kunstraum-fuge/?ref=loky.news) setzen sich in ihrem Werk mit den Spielräumen in ihrer Kunst auseinander. Die Vernissage findet am Donnerstag ab 19 Uhr in der Heinrich-Böll-Bibliothek statt. Danach kann die Ausstellung bis zum 1\. September 2022 im Kunstraum Fuge angeschaut werden. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Verkehrswende:** Die Stargarder ist schon eine, die Oderberger wird es demnächst: Für Prenzlauer Berg sind noch zehn weitere Fahrradstraßen geplant. [In unserer Übersicht ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/21/ein-netz-aus-fahrradstrassen/?ref=loky.news)zeigen wir euch, was wann umgesetzt werden soll. **Zitat der Woche** *„Die Fridays for Future Aktivist\*innen sind im Schnitt deutlich jünger, als wir es damals waren. Auch stand bei uns weniger das Klima im Vordergrund, doch die Gemeinsamkeit, die ich erkenne, ist eine apokalyptische Weltwahrnehmung, die in der Bewegung herrscht“,* sagt Carlo Jordan. Gibt es weitere Aktivist\*innen aus Prenzlauer Berg, über die ihr schon immer mehr erfahren wolltet? Dann schickt uns gerne eure Vorschläge. Von mir lest ihr nächste Woche wieder. Bis dahin wünsche ich euch ein tolles Sommerwochenende! Eure Christina Heuschen und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Mehr Bäume, weniger Beton URL: https://www.loky.news/mehr-baeume-weniger-beton/ Last updated: 2025-03-20T18:06:45.000Z ## Klimakrise und Artensterben sind längst keine theoretischen Konstrukte mehr. Was kann Pankow dagegen tun? Ein Gespräch mit dem Grünen-Bezirksverordneten Axel Lüssow. --- ## Dies ist ein Text aus unserer Reihe [„Umweltschutz & Nachhaltigkeit“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/umweltschutz-nachhaltigkeit/?ref=loky.news) --- **Herr Lüssow, wie sieht es in Pankow in Sachen Biodiversität und Artenschutz aktuell aus?** Axel Lüssow: Aus verschiedenen Gründen nicht gut. Und diese verschiedenen Gründe addieren sich leider alle. Es gibt die allgemeine Klimakrise: Es ist sehr trocken, was den Bäumen und Pflanzen sehr zu schaffen macht; der Druck auf die Lebensräume steigt. In Pankow gibt es zu dem eine besonders hohe Bautätigkeit und im Bezirksamt ist die Personalsituation in Hinblick auf den Naturschutz aktuell sehr angespannt. Zusätzlich kommt man an die privaten Flächen wie Kleingärten, Parkplätze oder Hinterhöfe nur sehr schwer ran. In Prenzlauer Berg gibt es eine sehr dichte Bebauung, die teilweise durch Fassaden- oder Dachbegrünung ausgeglichen werden kann. Aber das sind häufig nicht die Lebensräume, die die vorhandenen Tierarten brauchen, und auch keine Erholungsflächen für Menschen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Was braucht es, um Biodiversität zu erhalten und zu fördern?** **AL:** Auf Pankow bezogen braucht es vor allem im Amt für Umwelt- und Naturschutz ganz dringend mehr Personal. Dieses arbeitet den Bebauungsplänen des Bezirksamts zu und prüft Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen – diese sind meistens im Außenbereich im Norden Pankows, oder gar in Brandenburg. In anderen Bezirken Berlins gibt es etliche kleine Projekte zur Erhaltung der Biodiversität, zum Beispiel auf den Grünflächen. Das ist in Pankow aus diesem Grund aber momentan unvorstellbar. Generell muss man immer abwägen zwischen dem Bau- und Nutzungsplan der vorhandenen Flächen und dem sogenannten Landschaftsprogramm. Eigentlich stehen sich da zwei Seiten gegenüber. Die Naturschutzplanung ist absolut unterentwickelt. Auf den Grünflächen des Bezirks könnte das Straßen- und Grünflächenamt zum Beispiel eine Staffel-Mahd durchführen, also nicht das komplette Gras gleichzeitig mähen. Das erhält Lebensräume für Insekten, und je höher das Gras, desto niedriger die Temperatur am Boden, haben Messungen ergeben. **Was wären denn mittel- und langfristige Lösungen, vor allem auf politischer Ebene?** **AL:** Da muss ich noch einmal auf den Personalmangel im Bezirk zurückkommen. Es braucht dringend mehr Mitarbeiter\*innen, vor allem im Freilandartenschutz, damit auch der Innenstadtbereich mehr abgedeckt werden kann. Das wird allerdings offenbar erstmal nicht passieren. Durch den rot-rot-grünen Koalitionsvertrag werden Hunderte Stellen gleichmäßig auf die zwölf Bezirke aufgeteilt. Davon gehen auch Stellen an den Bereich Klima und den von Stadtentwicklung und Grünflächenamt. Es sieht aber aktuell so aus, dass beim Artenschutz in den Ämtern nichts ankommt. Wir müssen die ganzen Konzepte umsetzen, die bisher nur auf dem Papier stehen. Man kann zum Beispiel die gesamte Bauplanung von Anfang an auf Artenschutz ausrichten, das heißt “Animal Aided Design” und bezieht auch die Umgebung der Gebäude ein. Bei rechtzeitiger Planung ist das nicht teuer, aber für eine naturnahe Grünflächenpflege braucht es mehr Investitionen vom Land Berlin und mehr Kompetenz in den Ämtern und Firmen. **Und was für Maßnahmen gibt es in Pankow bereits und wo gibt es Verbesserungsbedarf?** Es gibt eine Biotopverbundplanung, also die Verbindung verschiedener Rückzugsräume für Flora und Fauna miteinander. Die wurde aber seit 2016 nicht mehr aktualisiert. Das soziale und grüne Infrastruktur-Konzept (SIKo), welches auch ausreichend Grünflächen in die Stadtplanung integriert, hat das Bezirksamt zur gleichen Zeit ebenfalls nicht mehr fortgeschrieben. Pankow ist dem Bündnis der „Kommunen für biologische Vielfalt“ beigetreten, es gibt die “Strategie biologischer Vielfalt”, die “Charta für das Berliner Stadtgrün” und das “Handbuch gute Pflege”. Das Problem ist: Wenn, wie oben erwähnt, zwischen Bauen und Naturschutz abgewogen wird, gewinnt fast immer das Bauen. So lange diese beiden Bereiche nicht auf Augenhöhe stehen, wird es mit der Biodiversität und dem Artenschutz vermutlich immer weiter abwärts gehen. Leider wurde das Baurecht 2005 geändert und zwar dahingehend, dass Bauherren immer mehr Verantwortung selbst tragen: Sie müssen in Eigenregie prüfen, ob an ihrem Gebäude Vögel wie Spatzen, Mauersegler oder Fledermäuse eventuell ihre Nester haben. Sie sind dann verpflichtet, Gutachter ihrer Wahl zu beauftragen, die nachschauen, welche Tiere das sind und ob es Ersatzmaßnahmen geben muss. Und dieses System funktioniert überhaupt nicht! Viele Bauherren wissen das gar nicht oder wollen es nicht so genau wissen, Standards für Gutachten sind erst jetzt in der Entwicklung. Die Folge sind Rechtsunsicherheit und sogar Baustopps, und ein Rückgang von Nestern und geschützten lokalen Lebensräumen wie Sträuchern. **Im Sommer 2018 hat Pankow den Klimanotstand ausgerufen, trotzdem wurden seitdem erst wenige Projekte umgesetzt. Liegt das nur an der Langsamkeit der Bürokratie?** **AL:** Bei den Ämtern gibt es, positiv ausgedrückt, eine gewisse Beständigkeit. Aktuell bin ich zum Beispiel mit Mitarbeiter\*innen im Gespräch darüber, was eigentlich die Definition einer „hochwertigen Grünanlage“ ist. Die Grünflächen werden in in mehrere Kategorien eingeteilt und die Pflege entsprechend finanziert. Es sollte also auch entsprechend viel Geld in den Artenschutz gehen; es können zum Beispiel Totholzhecken angelegt oder eben weniger gemäht werden. Das ist bei den Ämtern aber noch nicht angekommen. Das Grundproblem beim Klimanotstand ist, dass er aufgeteilt ist in zwei Bereiche: Zum einen gibt den Klimaschutz, zum Beispiel durch das Einsparen von Treibhausgasen beim Verkehr, durch weniger Tierhaltung oder durch energetisches Sanieren. Wie schaffen wir es, dass sich die Erde nicht mehr weiter erwärmt, als sie es ohnehin schon tut? Zum anderen gibt es die Klimaanpassung, die leider oft vernachlässigt wird. Dazu gehört die grüne Infrastruktur zur Kühlung der Stadt und als Lebensraum für Flora und Fauna. **Haben Sie ein konkretes Beispiel?** **AL:** Der Biotopverbund geht zum Beispiel Bahnstrecken entlang, auch an der Greifswalder Straße. Wenn dort eine Schule gebaut werden soll ist es wichtig, dass diese nicht direkt an den Gleisen steht und direkt dort auch kein sieben Meter breiter Fahrradweg verläuft. Es muss ein Grünzug übrigbleiben, damit bestimmte Artenpopulationen sich austauschen können. Sonst kommt es zu einer genetischen Verarmung und Verinselung, die zum Aussterben der Arten führen kann. Berlin hat eine höhere Artenvielfalt als die Agrar-Wüste im Brandenburger Umland. Im Bezug auf die Grünflächen im Bezirk sollte man schauen, dass diese ebenfalls nicht isoliert, sondern miteinander vernetzt sind – zum Beispiel durch mehr Begrünung von Straßen-, Dächern und Fassaden und „pocket parks“. Dadurch wird es auch kühler in der Stadt. Das heißt aber auch, dass teilweise dort Bäume und Büsche gepflanzt werden müssen, wo jetzt Autos stehen. **Stattdessen lässt das Straßen- und Grünflächenamt Pankow immer mehr Bäume fällen.** **AL:** Genau. Das ist ein Punkt, der mit Klimakatastrophe zusammenhängt. Es ist immer trockener und etliche Baumarten unserer Gegend sind darauf nicht eingestellt. Das ließe sich zum Beispiel durch Regenwassermanagement lösen: Das Wasser, welches auf den Dächern landet, geht meistens direkt in die Kanalisation – und diese läuft auch noch in Seen über. Denn die Extremwetter durch den Klimawandel sind neben Dürrephasen auch mehr Starkregenfälle. Man könnte Regentonnen an die Fallrohre stellen und das Wasser sammeln. Die meisten Menschen, die aktuell die Straßenbäume gießen, nutzen dafür ja größtenteils Grundwasser oder Leitungswasser. Aber davon haben wir immer weniger. Die Speicherung von Regenwasser in Zisternen, Leitungen und Versickerungsflächen würde allerdings einen Straßenumbau erfordern. Denn selbst wenn man einen Baum dorthin pflanzt, wo vorher ein Parkplatz war, ist das eine Baumaßnahme. Für die braucht es den entsprechenden politischen Willen. Die zuständige Stadträtin von Mitte, Almut Naumann (Grüne), hat angekündigt, dass sie in dieser Wahlperiode ein Viertel der Parkplätze in ihrem Bezirk entsiegeln will. In Pankow habe ich sowas leider noch nicht gehört. **Warum ist Biodiversität überhaupt so wichtig beziehungsweise ihr Verlust gefährlich?** AL: Die Artenvielfalt stellt einen Genpool dar, den wir in Zukunft dringend brauchen werden. Wenn immer weniger Arten existieren, ist das eine Verarmung des gesamten Ökosystems – was irgendwann zum Beispiel komplette Nahrungsketten wie ein Kartenhaus zusammenbrechen lässt. Positiv ist, dass Vögel und Artenvielfalt allgemein unheimlich wichtig für eine lebenswerte Stadt sind. Stichwort Klimagerechtigkeit: Gerade Menschen mit niedrigem Einkommen können sich selten oder nie Urlaub leisten, und auch keine Klimaanlage, weshalb es besonders wichtig ist, dass die Grünfläche und auch kleine Grünanteile erhalten bleiben. In Studien wurde zum Beispiel ein Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Vogelstimmen nachgewiesen. Natur beruhigt. Schaut man sich die Versorgung mit öffentlichen Grünflächen in Berlin an, ist diese aber defizitär – und als Zielgröße soll pro Person ohnehin nur die Fläche eines Fiat Panda zur Verfügung stehen. **Wir haben viel über Politik gesprochen. Aber was kann jede\*r Einzelne tun?** AL: Wer einen Garten oder Kleingarten hat, kann ökologisch wirtschaften. Es gibt die Möglichkeit, Baumscheibenpatenschaften zu übernehmen und diese biodiverser zu bepflanzen. Immer mehr Menschen melden sich außerdem bei mir und den Ämtern, weil sie bei den Grünflächen mithelfen wollen. Wir brauchen mehr Bürgerinitiativen, die sich zusammenschließen und schauen, wie sie ihren Kiez mehr begrünen, entsiegeln und aufwerten können. Dieses bürgerliche Engagement kann viel bewirken, und ich unterstütze das gerne mit Beratung und über die BVV durch Anfragen und Anträge. **Axel Lüssow ist Bezirksverordneter der Grünen in Pankow und Sprecher der LAG Tierschutzpolitik.** ### Opposition im Kirchenkeller URL: https://www.loky.news/opposition-im-kirchenkeller/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Sie arbeiteten als Friedhofsgärtner oder Hausmeister und druckten im Keller der Zionskirche in der DDR verbotene Zeitschriften: Ein Gründer der Umweltbibliothek in Prenzlauer Berg erinnert sich. --- Als 1986 der Reaktor in Tschernobyl brennt und [die DDR](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/ddr/?ref=loky.news) die Atomkatastrophe kleinredet, beschließt eine Gruppe junger Leute um Carlo Jordan und Wolfgang Rüddenklau, gegen Umweltzerstörung und Atomenergie aktiv zu werden. Jordan fährt zu dieser Zeit oft mit Freunden durch die DDR, besichtigt vernachlässigte Industrieanlagen wie das Zementwerk in Rüdersdorf, fährt durch zerfallende Altstädte und zerstörte Natur. Eine Mischung aus Reisen, Trampen und Kunst habe ihn zum Aktivismus bewegt, erzählt er. Zu den ersten Aktionen im Prenzlauer Berg gehören Demonstrationen mit dem Fahrrad. Die Tücher, von den Aktivist\*innen vor Mund und Nase gespannt, sollen dabei nicht die Identität verschleiern, sondern vor Autoabgasen schützen. In Anlehnung an die Friedensbewegung, die in der DDR gegen Ende der 1970er Jahre Fahrt aufnimmt und gegen die verstärkte Militarisierung der Gesellschaft im sozialistischen Staat aufbegehrt, fordern sie „Frieden zwischen Mensch und Natur“. Dazu gehören auch urbane Pflanzaktionen: „Viele meiner Bekannten, die einen Ausreiseantrag gestellt hatten, arbeiteten auf Friedhöfen. Dort haben wir uns oft versammelt und auch manchen Baum mitgenommen, den wir dann in Stadtruinen in Prenzlauer Berg gepflanzt haben“, erzählt Jordan. Die jungen Oppositionellen, die in Ostberlin leben, schmieden den Plan, gezielt eine der Ostberliner Kirchengemeinden zu unterwandern, um sich strukturell zu organisieren. Diese genießen in der DDR einen Sonderstatus, beispielsweise dürfen sie Informationsschriften herausgeben. Carlo Jordan, einer der Gründer der Umweltbibliothek und Bundesverdienstkreuzträger erinnert sich, dass die Gruppe sich zunächst an die Sophien- und Marienkirche gewandt hatte. „Die Zionskirche war bereits bekannt für ihre durchlässige Struktur“, sagt Jordan. **Offene Türen** Der ansässige Pfarrer, Hans Simon ist begeistert. Endlich hat er Mitarbeiter, denn die Gruppe übernimmt sofort Aufgaben für die Kirche und lässt sich in den Gemeinderat wählen. Christian Halbrock Historiker und einer der Mitbegründer der Umweltbibliothek bekräftigt das Vorhaben zur „Propaganda der Tat“: „Wir haben gesagt, unser Konzept ist, mit dieser Bibliothek gezielt das Informationsmonopol des Staates zu unterspülen, symbolisch, mehr können wir nicht, aber im Laufe der Jahre noch viele andere Einrichtungen aufzubauen.“ Ein Modell, das zu dieser Zeit auch in anderen sozialistischen Staaten wächst; die Erschaffung einer Parallelgesellschaft, die sich abseits vom Staat, im halblegalen Raum ihre eigene Organisation schafft. „Wolfgang Rüddenklau war Hausmeister, Matthias Vogt Gärtner und ich war Bauleiter“, so Jordan. „So waren wir vor Ort präsent und ansprechbar.“ Um der Gruppe ihr Druckvorhaben, [die Samisdat-Zeitschrift](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/07/30/freiraum-ohne-freiheit/?ref=loky.news) „Umweltblätter“, zu ermöglichen, weist Pfarrer Simon seinen Schwiegersohn an, die Motorradgarage zu räumen. Hier werden die kritischen Schriften zu Umweltthemen unter dem Deckmantel „Innerkirchliche Information“ in einer Auflage von 150 Stück pro Monat herausgegeben. Auch Bücher stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung, zwar nur als Präsenzbibliothek, allerdings gibt es hier zu Lesen, was im Rest der DDR streng verboten ist: unter anderem die Autoren Solschenizyn, Bernstein und Orwell, die von Westkontakten über die Grenze geschmuggelt werden. Vorträge und Filmvorführungen gehören ebenfalls zum Angebot der Umweltbibliothek. **Heimgesucht** Der Sonderstatus der kirchlichen Druckgenehmigung ist über die Bibliothek hinaus bekannt. Bald wenden sich andere Oppositionelle mit Druckwünschen ihrer Manuskripte an die Zionskirche, so wie die Samisdat-Edition „Der Grenzfall“. Die politische Samisdat-Zeitschrift um Peter Grimm, Ralf Hirsch und Peter Rölle wird 1986 gegründet und erlangt 1987 grenzübergreifende Berühmtheit durch die Operation „Falle“ der Staatssicherheit. Die Mitglieder des Blattes hatten für eine ihrer Ausgaben die Umweltbibliothek gebeten, diese bei ihnen drucken zu dürfen. Der IM (Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit) Rainer Dietrich, eingebettet in den Kreis des „Grenzfalls“, gibt die Information an die Überwachungsorgane weiter. In der Nacht vom 24\. Auf den 25\. November 1987 durchsucht die Stasi die Kellerräume der Zionskirche – mit wenig Erfolg; der illegale „Grenzfall“ wird in dieser Nacht nicht gedruckt. Dennoch erfolgen Festnahmen und Beschlagnahmungen. Die Folgen: massive mediale Berichterstattungen in Fernsehen, Radio und Zeitungen. Die „Zionskirchaffäre“ schadet dem Ansehen der SED und enthüllt das Ausmaß des allgegenwärtigen Überwachungsapparates, der auch vor der Kirche nicht Halt macht. Durch die DDR rollt eine Protestwelle gegen die Verhaftungen, alle Inhaftierten kommen bis zum 28\. November 1987 wieder frei. Innerhalb der Gruppe nehmen interne Spannungen, angeheizt von einem Stasi-Spitzel, zu. Einige Mitglieder der [Umweltbibliothek](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2014/10/08/gegen-den-strom/?ref=loky.news), darunter Carlo Jordan, wollen die Bibliothek DDR-weit stärker vernetzen, andere fürchten Hierarchie-Bildung und Zentralisierung des oppositionellen Organs. Die Gruppe zerfällt. Der verbliebene Teil bezieht 1990 neue Räumlichkeiten in der Schliemannstraße und besteht bis 1998 fort, als die finanziellen Mittel versiegen. Die Nachfolgezeitschrift der „Umweltblätter“, der „Telegraph“, erscheint bis heute. Zwischen der Umweltbewegung in der DDR und Fridays for Future sieht Carlo Jordan sowohl Unterschiede als auch Parallelen: „Die Fridays for Future Aktivist\*innen sind im Schnitt deutlich jünger, als wir es damals waren. Auch stand bei uns weniger das Klima im Vordergrund, doch die Gemeinsamkeit, die ich erkenne, ist eine apokalyptische Weltwahrnehmung, die in der Bewegung herrscht. Für uns bestand die vor allem in der Angst vor dem atomaren Supergau.“ Titelbild: Carlo Jordan / Foto: Katharina Angus ### Ein Netz aus Fahrradstraßen URL: https://www.loky.news/ein-netz-aus-fahrradstrassen/ Last updated: 2025-03-20T18:08:20.000Z ## Die Stargarder ist schon eine, die Oderberger wird es demnächst: Für Prenzlauer Berg sind noch zehn weitere Fahrradstraßen geplant. In unserer Übersicht zeigen wir euch, was wann umgesetzt werden soll. --- Zugegeben, in dem Verkehrswendeprojekt Stargarder Straße war ein bisschen der Wurm drin. Eigentlich wollte der Bezirk die Fahrradstraße schon im Frühling 2020 fertigstellen, nach anderthalb Jahren intensiver Planung. Doch erst durchkreuzte die Pandemie das Vorhaben, dann gab es plötzlich keine Verkehrsschilder mehr. Als diese dann im Dezember 2021 doch aufgehängt werden konnten, waren sie zu klein – [was die Polizei Berlin als „nicht rechtssicher“ monierte](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/08/ohne-markierung-keine-fahrradstrasse/?ref=loky.news) und vorerst auf eine Kontrolle der neuen Straßenregeln verzichtete. Mittlerweile hat das Straßen- und Grünflächenamt größere Schilder montiert und auch erste Farbmarkierungen auf dem Boden angebracht. Autofahrer\*innen nutzen die Stargarder Straße dennoch weiterhin als Ost-West-Tangente; der Verkehr hat nur geringfügig abgenommen, weshalb nach den Sommerferien eine Verkehrszählung durchgeführt werden soll. Trotz dieses Chaos hat der Bezirk große Pläne: [Ein Dutzend Fahrradstraßen soll es in Zukunft allein in Prenzlauer Berg geben](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/12/06/ein-kreuz-aus-fahrradstrassen/?ref=loky.news). \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Planungen abgeschlossen** Zunächst geht es der **Oderberger Straße** an den Kragen. Ab Anfang Juli werden auf der breiten Verbindung zwischen Kastanienallee und Eberswalder Straße Parkplätze in Abstellanlagen für Fahrräder und E-Roller umgewandelt; dies soll laut Straßen- und Grünflächenamt bewirken, dass weniger Leute ihre Fahrräder auf den Gehsteigen abstellen; es ergäbe mehr Platz zum Flanieren und für die Gastronomie. Wie üblich erhält die Fahrbahn eine farbliche Markierung als Fahrradstraße. Um das Halten in zweiter Reihe zu verhindern, werden zusätzliche Zonen für den Lieferverkehr eingerichtet. Ende 2022 sollen die Umbauarbeiten abgeschlossen sein. Für die **Saarbrücker Straße** sind die Planungen zwar bereits abgeschlossen, doch zwei wichtige Punkte bleiben nach wie vor offen: Das Bezirksamt wartet noch auf Zustimmung der die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz. Liegt diese vor, kann es die verkehrsrechtliche Anordnung für die Fahrradstraße sowie eine Finanzierung durch die Senatsverwaltung beantragen. **Erste Planungen** Durch die **Schwedter Straße** geht eine Grenze, nämlich die zwischen den Bezirken Pankow und Mitte. Um aus ihr eine Fahrradstraße zwischen Eberswalder Straße und Schönhauser Allee zu machen, haben sich die beiden Ämter bereits abgestimmt. Die Planungen sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. In der **Erich-Weinert-Straße** will man damit bis Ende 2022 beginnen. Angedacht waren auch die **Senefelderstraße** und die **Dunckerstraße** (zwischen Stargarder und Wichertstraße und zwischen Wichertstraße und Wisbyer Straße) sowie die **Kollwitzstraße**. Doch die Überlegungen dazu pausieren vorerst: Beide Strecken liegen auf dem Panke-Trail, den die Senatsverwaltung und die infraVelo derzeit ausarbeiten; eine parallele Planung ist laut Bezirksamt nicht möglich. Zum Stillstand gekommen ist hingegen die Diskussion um den Vorzug von Radfahrer\*innen auf der **Hufelandstraße**. Dort hatte die SPD-Fraktion bereits Ende 2017 die Einrichtung von Velo-Routen beantragt. Doch die Umsetzung scheiterte bisher an der [Frage, was mit dem Kopfsteinpflaster geschieht](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/11/28/dieses-pflaster-bleibt/?ref=loky.news) – denn das ist nicht unbedingt fahrradfreundlich. Einen Asphaltstreifen in der Mitte der Straße oder auf beiden Seiten neben den Parkplätzen lehnte das Bezirksamt ab, mittlerweile liegt das Projekt auch wegen Personalmangels auf Eis. **Noch keine konkreten Planungen** Bei der **Marienburger Straße** wurden die Planungen erst gar nicht aufgenommen, denn auf der Querstraße zwischen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße liegt ebenfalls holpriges Kopfsteinpflaster. Bei der Umsetzung der Fahrradstraße will man sich am Modell Hufelandstraße orientieren – aber dort geht es ja, siehe oben, erstmal nicht weiter. Gleiches gilt auch für die **Wörther Straße**. Und wie steht es eigentlich um die **Gleimstraße**? Über die diskutieren Pankows Politiker\*innen bereits genauso lange wie über die Stargarder Straße. Die konkreten Planungen haben hier allerdings noch nicht einmal begonnen. Der Grund: Die Senatsverkehrsverwaltung muss die Gleimstraße erst aus dem übergeordneten Straßennetz entlassen, was sie erst tun kann, wenn der Bezirk die verkehrlichen Auswirkungen auf die Nachbarstraßen ausgewertet hat. Mit dem Gleimtunnel und der im Stadtteil Wedding gelegenen Rügener Straße bildet sie allerdings eine wichtige Ost-West-Verbindung; Verkehrszählungen hatten 2018 ergeben, dass der tägliche Autoverkehr rund 60 Prozent ausmacht. Eine erneute Zählung, welche die Senatsverkehrsverwaltung 2021 durchführte, befindet sich aktuell noch in der Auswertung. Wird die Gleimstraße aus dem Straßennetz genommen, dann hat der Bezirk die Zuständigkeit für den Abschnitt zwischen Gleimtunnel und Schönhauser Allee und kann unter anderem die Beschilderung veranlassen. Aktuell liegt das Projekt noch auf dem Tisch der Koordination Infrastruktur-Standortentwicklung (KIS), der Schnittstelle zwischen den verschiedenen Fachämtern und den Senatsverwaltungen; einen genauen Zeitplan gibt es nicht. Foto: Große Schilder auf der Senefelder Straße weisen auf die Zufahrtsbeschränkungen in der Stargarder Straße hin / Foto: Julia Schmitz ### Prenzlauer Berg Newsletter #23 findet Normalität URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-23-findet-normalitaet/ Last updated: 2025-03-20T18:07:49.000Z ## Wird die Haltestelle Milastraße unter den U-Bahn-Bogen verlegt und wohin sind die Parkplätze auf dem Mittelstreifen der Grellstraße verschwunden? Dies und mehr gibt’s im Newsletter zum Nachlesen. --- Fast vier Monate sind vergangen, seit Russland am Morgen des 24\. Februars seine Truppen im Nachbarland Ukraine einmarschieren ließ – und Hundertausende ihr wichtigstes Hab und Gut packten, um das Kriegsgebiet zu verlassen. Iryna war eine davon: mit ihren beiden Kindern Oleksandra und Heorhii versteckte sie sich zunächst in ihrer Datsche in der Nähe von Kyiv, bevor sie nach Berlin flohen. Wie es ihnen jetzt geht, was ihnen an Berlin gefällt und wie sie ein Stückchen Normalität gefunden haben, darüber haben sie mit meiner Kollegin Sonja Koller gesprochen für unseren **Text der Woche** - Ukraine: Tausende Menschen sind seit dem Einmarsch Russlands aus der Ukraine nach Berlin geflohen. Wie geht es ihnen heute? Eine Familie aus Kyiv erzählt. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/06/kiezfoto.jpg) Die Kunst ist super! – Gesehen im Atelierhaus Milchhof während der artspring Foto: Julia Schmitz --- **Direkt aus der BVV** Am Mittwochabend fand die letzte Bezirksverordnetenversammlung vor der Sommerpause statt – und die Lokalpolitiker\*innen gaben noch einmal alles in Sachen Diskussion. Die maximale Sitzungsdauer von vier Stunden? Komplett ausgereizt. Dafür wurden etliche Anträge und Beschlüsse überraschend einstimmt oder mit großer Mehrheit verabschiedet. Wie immer kamen darin vor allem zwei Themen vor: Fahrräder und Bäume. Die SPD hatte beantragt, Radwege künftig nicht durch Poller, sondern ausschließlich durch abgeschrägte Bordsteinkanten abzutrennen; so, [wie es auch auf dem 720 Meter langen Abschnitt auf der Schönhauser Allee geplant ist](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/26/sonderanfertigung-fuer-pankow/?ref=loky.news). Auch Linke und Grüne haben ein Herz für Räder – sie wollen, dass Pankow dem „Projekt Radwege“ des Berliner Senats beitritt und so unter anderem den **Ausbau des Fahrradstreifens auf der Kniprode– und der Mühlenstraße** vorantreibt. Kurzen Prozess fordert hingegen die CDU mit „Schrotträdern“: Pankow soll dafür sorgen, dass diese schneller aus dem Stadtbild entfernt werden. Und unser Freund, der Baum? Der muss vor allem häufiger gegossen werden. **Auf Antrag der CDU wird der Bezirk demnächst der Initiative #BerlinerBäumeWässerer beitreten**, Neukölln, Mitte und Reinickendorf haben das bereits getan. Doch die BVV Pankow wäre nicht die BVV Pankow, wenn sich die Verordneten nicht streiten würden. Anlass dazu gab erneut **das Grundstück auf der Lilli-Henoch-Straße** ([wir berichteten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/19/in-den-haenden-des-investors/?ref=loky.news)), für das vor kurzem die Veränderungssperre aufgehoben wurde. Gleich drei Anträge hatten die Fraktionen eingereicht; während das Anliegen der SPD, die Gespräche zwischen Eigentümer Christian Gérôme und dem Bezirksamt transparent zu halten, gleich beschlossen wurde, verschob man die beiden anderen zunächst zur weiteren Diskussion in die Ausschüsse. Auch diese drehen sich darum, dass auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs zeitnah eine Oberschule sowie Wohnungen errichtet werden. Ohne große Diskussion hingegen wurde die mündliche Anfrage der AfD-Fraktion vom Tisch gekehrt: Warum auf dem Mittelstreifen der Grellstraße mit der Einführung der Parkraumbewirtschaftung 70 Parkplätze weggefallen seien, wollte sie wissen. Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) antwortete mit einem Schmunzeln: „Sind sie nicht – es waren nämlich gar keine Parkplätze!“ Das Ordnungsamt habe in den letzten Monaten einfach zu selten die Verstöße gegen die Parkordnung überprüft. Es kann so einfach sein, oder? --- **Aus dem Bezirk** **Milastraße:** Die Situation an der Haltestelle Milastraße ist alles andere als optimal: Wollen Fahrgäste in die Tram M1 einsteigen, müssen sie darauf vertrauen, dass die Autofahrer\*innen auf der rechten Fahrspur anhalten; eine Ampel gibt es dort nicht, lediglich eine Markierung auf der Fahrbahn weist darauf hin, dass hier Menschen die Straße kreuzen. Auch der barrierefreie Einstieg in die Straßenbahn ist bisher nicht möglich. Der Bezirk sieht deshalb seit längerem Handlungsbedarf, doch die Haltestelle liegt im Zuständigkeitsbereich der BVG. Wie schaut es aktuell aus mit dem Umbau aus, wollte deshalb der Abgeordnete Felix Reifschneider (FDP) von der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz wissen. **Kurz gesagt: Es dauert noch eine Weile.** Zwar ist die BVG schon mit den Vorplanungen beschäftigt und will demnächst mit den konkreten Entwurfsplanungen beginnen, doch die Fertigstellung der barrierefreien Haltestelle ist erst für frühestens 2025 gedacht. Das hängt auch mit dem voraussichtlich gleichzeitigen Abriss und Neubau der Brücke an den Schönhauser Alle Arcaden zusammen. Entschieden ist auch noch nicht, wie die Haltestelle in Zukunft aussehen soll: Entweder bleiben diese jeweils in Fahrtrichtung am Straßenrand oder werden zu einer gemeinsamen Haltestelle unter das U-Bahn-Viadukt verlegt. **Sommerferien:** Lagerfeuer, Kiefernduft, Salz auf der Haut oder Sand in den Schuhen: Die Schulferien stehen vor der Tür und das Jugendamt Pankow organisiert auch in diesem Jahr wieder [verschiedene Ferienreisen](https://www.berlin.de/jugendamt-pankow/dienste-und-leistungen/allgemeine-foerderung-von-jungen-menschen-und-familien/erholungsreisen/?ref=loky.news#Liste). Kinder zwischen 7 und 17 Jahren können sich noch bis zum 30\. Juni anmelden, dann geht es unter anderem nach Schweden, an die Feldberger Seen, ins Vogtland oder nach Cuxhaven. Einige der Angebote sind bereits ausgebucht, aber es gibt eine Warteliste. **Förderung:** Die zwölf Berliner Bezirke haben sich zusammengetan und gemeinsam ein [Förderprogramm für Kinder-, Jugend- und Puppentheater ](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1216040.php?ref=loky.news)entwickelt: Dies soll vor allem das Angebot von Theaterangeboten in unterversorgten Gebieten sichern. Aber auch Einzelkünstler\*innen und Ensembles ohne feste Spielstätte können ihre Anträge einreichen: Für Projektförderungen von bis zu 10.000 Euro müssen diese bis zum 1\. Juli vorliegen, für Aufführungsprämien zwischen 400 und 1.400 Euro pro Aufführung bis zum 1\. August. Voraussetzung ist, dass die Projekte zwischen dem 1\. September und dem 31\. Dezember 2022 durchgeführt werden. **Obdachlosenzählung:** Eigentlich hätte am 22\. Juni die [Zeit der Solidarität](https://zeitdersolidaritaet.de/2022/03/30/verschiebung-der-erhebung/?ref=loky.news) stattfinden sollen, bei der Freiwillige zählen, wie viele Menschen in Berlin auf der Straße leben. Doch nun musste der Fachverband der Nachbarschaftsarbeit die Aktion schweren Herzens absagen: Zwar hatten sich rund 1.200 Menschen gemeldet, doch damit die Ergebnisse sinnvoll mit der Zählung von 2020 verglichen werden kann, müssten mindestens doppelt so viele mitmachen, heißt es. Für den Rückgang der Anmeldungen gibt es laut Verband einen guten Grund: „Seit mehreren Monaten konzentrieren sich freiwillig Engagierte in besonderer Weise auf die Hilfe und Unterstützung der in Folge des Ukraine-Kriegs geflüchteten Menschen. Tag und Nacht sind somit tausende Freiwillige im Einsatz, etwa am Hauptbahnhof, am ZOB und am Südkreuz.“ **Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Die Zählung soll im Januar 2023 stattfinden.** **Fette Fete:** Zwei Jahre lang konnte die Fête de la Musique nur eingeschränkt stattfinden, in diesem Sommer darf wieder ausgiebig und mit Publikum musiziert werden: Am 21\. Juni wird die ganze Stadt zur Bühne – natürlich auch Prenzlauer Berg. In den **Bornholmer Gärten** und dem neu entstandenen **Schleifengarten** greifen ab 16 Uhr verschiedene Künstler\*innen zur Klampfe, darunter die ukrainische Sängerin Daria Davydova und die Indiepop-Band Fluglotse. Auf dem **Pfefferberg** lässt sich das Quartett Karl-Heinz Johnson ab 17 Uhr musikalisch von den 60er bis 90er Jahren inspirieren, während um 18.30 Uhr die Zentralkapelle Berlin im **Stadtteilzentrum Prenzlauer Berg** in der Fehrbelliner Straße in die Instrumente bläst. Und um 21 Uhr tanzen sich The Hidden Keys im **Kunstgemüse-Garten** durch eine Mischung aus Blues, Funk und Rock. [Das vollständige Programm gibt es hier](https://www.fetedelamusique.de/?ref=loky.news). [![Steady](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Du-willst-Lokaljournalismus-der-zu-dir-passt-Dann-werde-jetzt-Mitglied-%E2%80%93-schon-ab-5%E2%82%ACMonat-1.png)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)[![Button Prenzlauer Berg Nachrichten](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2017/10/Unterstuetze_uns_auf_Steady_3.png)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) **Kriminelles & Unschönes** - **Körperverletzung:** Die Polizei bittet um Mithilfe bei der Aufklärung einer Tat, die sich in der Nacht von Silvester auf Neujahr zugetragen hat: Gegen 2.25 Uhr sollen zwei unbekannte Männer an der Tramhaltestelle Björnsonstraße zwei Zeugen nach einem Wortgefecht mit einer Flasche angegriffen und einem der Beiden ein Messer an den Hals gehalten haben. Als sich ein 31-Jähriger einschaltete, schlugen ihm die Tatverdächtigen gegen den Kopf und bissen ihm in die Hand. Der Mann flüchtete, ebenso wie die beiden Angreifer. [Die Polizei sucht nun Zeug\*innen des Vorfalls. ](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2022/pressemitteilung.1216395.php?ref=loky.news) **Tipps & Termine** - **17.-19.6.:** Im Rahmen des Theaterfilm-Festivals zeigt das Ballhaus Ost in der Pappelallee Filme, die eigentlich auch Theater sind. Oder andersrum? Viele Arbeiten wurden während des Lockdowns gefilmt und umfassen Performance, Tanz, Dokumentarisches und Musik. Tickets gibt’s ab 16,50 Euro pro Tag und [das volle Programm könnt ihr hier nachlesen](https://www.ballhausost.de/theaterfilm-festival/?ref=loky.news). - **18.6.:** Musik, Tanz und Getränke gibt es anlässlich des Weltflüchtlingstag am Samstag unter dem Titel„[Renne!Run!Cours!Bireve!](https://www.kmhberlin.de/event-details/weltfluchtlingstag-renne-run-cours-bireve?ref=loky.news)“ in der Kulturmarkthalle, die Auftritte kommen von der Harake Dance Company und Salam e.V. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. - **22.6.:** Warum hat der Westen den Einmarsch Russlands in die Ukraine nicht kommen sehen? Welche Auswirkungen wird der Krieg auf die Zivilgesellschaft haben? Diesen und weiteren Fragen widmet sich das [Sonderheft „Nachdenken über die Ukraine“ der Neuen Rundschau](https://www.georgbuechnerbuchladen.berlin/veranstaltungen/premiere-der-neuen-rundschau-nachdenken-%C3%BCber-die-ukraine?ref=loky.news). Es wird am Mittwoch im Georg Büchner Buchladen in der Wörther Straße vorgestellt; Beginn ist um 20 Uhr, es wird um Spenden für die Nothilfe Ukraine gebeten. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Schulplatzmangel:** In ganz Berlin wissen zahlreiche Kinder immer noch nicht, wo sie im nächsten Schuljahr in die siebte Klasse gehen werden. [Auch im Bezirk Pankow fehlen Schulplätze.](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/10/schulplatzmangel-spitzt-sich-zu/?ref=loky.news) - **Colosseum:** Vergangene Woche stellte die Values Real Estate ihr Konzept für die [Zukunft des ehemaligen Kinos Colosseum](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/07/kreativitaets-hub-auf-der-schoenhauser/?ref=loky.news) vor. Das lässt allerdings einige Fragen offen. **Zitat der Woche** *„Wir spüren keinen Unterschied in der Mentalität zwischen Deutschen und Ukrainern. Die Menschen helfen proaktiv, alle Konflikte zu glätten. Sie geben sich viel Mühe, Verständnis zu zeigen und wirklich entgegenkommend zu sein.“* sagt Iryna. Sie ist mit ihren Kindern aus Kyiv geflüchtet und hat nun eine Wohnung in Prenzlauer Berg gefunden. Dies waren die Nachrichten aus Prenzlauer Berg in dieser Woche. Habt ihr Tipps und Themen, die wir in nächster Zeit unbedingt aufgreifen sollten? [Dann freuen wir uns sehr über eine E-Mail](http://redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de/?ref=loky.news)! Und wir lesen uns, wenn ihr möchtet, nächste Woche an dieser Stelle wieder. Eure Julia Schmitz und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Vier Wände Unabhängigkeit URL: https://www.loky.news/vier-waende-unabhaengigkeit/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Tausende Menschen sind seit dem Einmarsch Russlands aus der Ukraine nach Berlin geflohen. Wie geht es ihnen heute? Eine Familie aus Kyiv erzählt. --- In Prenzlauer Berg gibt es eine Wohnung, die Iryna und ihren Kindern Oleksandra und Heorhii auf dem Weg zu ihrer Unabhängigkeit helfen soll. Die Familie musste aus der Ukraine flüchten und lebt seit drei Monaten in Berlin. Über eine Wohnungsvermittlungsplattform, über deren Koordinatorin Galy Pidpruzhnykova wir Mitte März berichteten, kamen sie bisher bei einem Ehepaar in Steglitz unter, wo sich die drei ein Zimmer teilen. Jetzt aber klappt es endlich mit dem Umzug in eine eigene Wohnung in Prenzlauer Berg. Doch selbst nach der Flucht aus dem Kriegsgebiet muss die Familie hier in Berlin noch einige Hürden überwinden. Ihre Suche nach einer langfristigen Bleibe startet, wie bei fast allen, auf einschlägigen Immobilienseiten. Dort ist es aber fast unmöglich, fündig zu werden. Besonders für geflüchtete Menschen, die auf dem ohnehin kompetitiven Markt kaum konkurrieren können. Zudem braucht die Familie eine Wohnung zu einem Preis, den das Sozialamt übernehmen würde. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **„Warten Sie auf einen Brief“** Gleichzeitig versuchen sie, sich im deutschen Behörden-Dschungel zurechtzufinden, die rechtlichen Folgen ihrer Flucht werden zur gigantischen Herausforderung. „Hilfreich wäre eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wann man welches Dokument wo einreichen soll, und was die Folge daraus ist“, erzählt Iryna. Obwohl ihre Gastgeber Vollzeit im Flüchtlingszentrum Steglitz helfen und routiniert die richtigen Dokumente beschaffen können, haben auch sie das System nicht vollständig verstanden. Versucht die Familie, bei Behörden nachzufragen, kommt meist die Antwort: „Warten Sie auf einen Brief.“ Ihr Glück: Sie kennen die Ukrainerin Galy Pidpruzhnykova, die sich um die Wohnungsvermittlung von geflüchteten Ukrainer\*innen kümmert. Unseren Text über sie hat auch ein Mann gelesen, der heute nicht mehr in Prenzlauer Berg, sondern in einer anderen deutschen Großstadt lebt. Er wollte helfen und bot Galy seine leerstehende Wohnung in Prenzlauer Berg an, die diese an Ukrainer\*innen weitervermitteln sollte. Und das kostenlos. Doch Galy hatte eine andere Idee. Sie wollte, dass eine Familie langfristig von der Wohnung profitieren konnte und so einigten sie sich auf einen günstigen Mietpreis, den auch das Sozialamt akzeptieren würde. „Da war so viel Mitgefühl und Liebe von einem Fremden“, erzählt Galy später. **Ohne Internet geht es nicht** Eigentlich aber sollte die Familie längst in Prenzlauer Berg wohnen. Seit dem 1\. April läuft der Vertrag. Der Grund für den verspäteten Einzug war erst die Bürokratie, dann das Internet. Denn obwohl die Wohnung nahe des Volksparks Friedrichshain liegt, gibt es dort nicht mal Handyempfang. Ohne den können aber vor allem Oleksandra und Heorhii ihren Alltag nicht weiter bestreiten. Denn der 14-jährige Heorhii machte bis vor kurzem den Online-Schulunterricht in der Ukraine mit. Rund die Hälfte seiner Klassenkamerad\*innen sind mittlerweile in die Ukraine zurückgekehrt; unterbrochen wurde der Unterricht zuletzt nicht mehr so häufig von Bombenalarm, wie es in den ersten Kriegsmonaten der Fall war. Jetzt haben für ihn die Sommerferien begonnen, für seine Schwester Oleksandra aber fallen die in diesem Jahr aus. Die 19-jährige Studentin ist im letzten Semester ihres Pharmazie-Studiums. Weil im März und April nicht ans Studium zu denken war, werden die ausgefallenen Vorlesungen bis Ende August nachgeholt. Ohne WLAN aber kein Studium. **Kein Unterschied in der Mentalität** Worauf sich die Familie am meisten freut, wenn sie umzieht? Nicht etwa auf den zusätzlichen Platz, sondern die Chance, unabhängiger zu werden, sich voll integrieren und mittels Internet und Kursen die deutsche Sprache lernen zu können. Weil fast alle behördlichen Dokumente zumindest teilweise auf Deutsch seien, sei es wichtig, dass alle Gastgeber\*innen den Ukrainer\*innen bei der Übersetzung helfen. Das Ehepaar aus Steglitz unterstützte nicht nur dabei, sondern auch bei der Integration der Familie vor Ort, wie Iryna erzählt. „Wir spüren keinen Unterschied in der Mentalität zwischen Deutschen und Ukrainern“, erzählt sie im Gespräch. „Die Menschen helfen proaktiv, alle Konflikte zu glätten. Sie geben sich viel Mühe, Verständnis zu zeigen und wirklich entgegenkommend zu sein. Damit meine ich nicht nur unsere Gastgeber, sondern auch die Leute, die wir durch die Gastgeber treffen. Generell alle, die wir hier getroffen haben, waren sehr zuvorkommend.“ Im Gespräch betont sie mehrmals, wie dankbar sie sei und wie sehr sie sich unterstützt fühle. Die Familie, so erzählt sie, habe schon ganz Berlin mit der U-Bahn erkundet, nimmt regelmäßig an Protesten und Veranstaltungen für Ukrainer\*innen teil und verbringt viel Zeit in Kletterparks. „Kyiv und Berlin sind sich sehr ähnlich. Uns fällt aber auf, dass Berlin deutlich größer ist, weil die Häuser hier kleiner sind als unsere Hochhäuser in Kyiv. Kyiv ist grün, aber Berlin ist noch grüner. Das gefällt uns sehr.“ Langfristig aber wollen sie nicht hier bleiben. Iryna hat vor, sobald sie sich dort sicher fühlen kann, zu ihrem Mann in die Ukraine zurückzukehren. Oleksandra und Heorhii sollen in Deutschland ihre Ausbildung beenden und dürfen danach selbst entscheiden, wo sie leben wollen. Momentan haben beiden den gleichen Plan „Wir wollen in die Ukraine zurückkehren, weil wir unsere Wirtschaft wiederaufbauen müssen“, sagt Oleksandra. **Verstehen lernen** Ihnen ist wichtig, dass die Menschen in Deutschland verstehen, dass die Ukrainer\*innen, die jetzt hier leben, traumatisiert sind. Iryna erzählt, dass sie keine Geflüchteten aus der Ukraine getroffen habe, die nicht innerlich vollkommen gebrochen waren. Anfangs habe man das allen geflüchteten Ukrainer\*innen direkt angesehen, niemand konnte sein Trauma verbergen. Als sie hier in Deutschland ankamen, erzählt die Familie, hatten sie sogar Angst vor den Hubschraubern. Jedes Mal, wenn sie ein lautes Geräusch hörten, schauten sie aus den Fenstern. Sie brauchten Wochen, um zu verstehen, dass sie jetzt in Sicherheit sind und niemand sie töten würde. Dabei habe vor allem geholfen, die deutsche Familie um sich zu haben. Jetzt aber haben die Geflüchteten gelernt, ihre Angst zu unterdrücken, meint Iryna. Doch trotzdem beginnt jeder Morgen der Familie damit, Nachrichten zu lesen, die Familie anzurufen und zu fragen, ob sie noch am Leben sind. Alle, die auf der Flucht sind, kommen aus einem Kriegsgebiet und brauchen Unterstützung in Bezug auf psychische Gesundheit, betont Iryna, derzeit aber gäbe es kein spezielles Angebot für sie. Daher sei es wichtig, den Geflüchteten Geduld entgegenzubringen, weil sie Zeit brauchen, um sich zu erholen. Die Tochter Oleksandra, deren männlichen Studienkollegen es untersagt ist, das Land zu verlassen, erzählt, wie sich die Situation momentan für sie anfühlt: „Es ist wie die Ruhe vor dem Sturm. Jeder erwartet, dass es wieder schlimmer wird, also ist nur unklar, wann. Es fühlt sich an wie ein endloser Kampf und niemand weiß, wann er enden wird.“ Als sie selbst noch in der Ukraine waren, und in ihrer Datscha in der Nähe von Kyiv ausharrten, gab es tagelang keinen Strom. Wenn es für ein paar Minuten doch möglich war, ins Internet zu gehen, sah sie die Proteste in Deutschland, Frankreich, Italien, in ganz Europa. „Zu wissen, wie viele Menschen uns unterstützten, bedeutete uns die ganze Welt. Ohne zu wissen, dass Europa uns so sehr unterstützt, hätten wir nicht die Kraft und Stärke gehabt, zu überleben. Es bedeutet wirklich viel, einen Ort zu haben, an den wir gehen können.“ Titelbild: Iryna mit Sohn Heorhii und Tochter Oleksanda / Foto: Sonja Koller ### Prenzlauer Berg Newsletter #22 sucht dringend Schulplätze URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-22-sucht-dringend-schulplaetze/ Last updated: 2025-03-20T18:07:23.000Z ## Wieso gibt es schon wieder Ärger wegen der Schulplatzvergabe? Was passiert mit der schummrigen Unterführung an der Greifswalder Straße und warum wird 2022 kein Pankower Frauenpreis vergeben? Die Nachrichten der Woche gibt es im Newsletter. --- Einmal im Jahr wechseln in Berlin Kinder von der Grundschule auf die Oberschule. Wenige Wochen vorher erfahren sie per Brief, wo sie nach den Sommerferien die siebte Klasse besuchen werden. Eigentlich ist das ein einfacher Prozess – doch in Berlin sieht das anders aus. Seit Jahren herrscht hier ein Mangel an Schulplätzen. In diesem Jahr fehlen sogar so viele, dass erstmalig nicht alle Schüler\*innen mit einem Platz versorgt werden können. Wie die Situation im Bezirk Pankow aussieht, erfahrt ihr in unserem **Text der Woche** - **Schulplatzmangel:** In ganz Berlin wissen zahlreiche Kinder immer noch nicht, wo sie im nächsten Schuljahr in die siebte Klasse gehen werden. [Auch im Bezirk Pankow fehlen Schulplätze.](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/10/schulplatzmangel-spitzt-sich-zu/?ref=loky.news) **Was sonst noch los war:** - **Colosseum:** Vergangene Woche stellte die Values Real Estate ihr Konzept für die [Zukunft des ehemaligen Kinos Colosseum ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/07/kreativitaets-hub-auf-der-schoenhauser/?ref=loky.news)vor. Das lässt allerdings einige Fragen offen. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/06/Kiezkunst_Haus-Scho%CC%88nhauser-Allee-1024x1024.jpg) Kunst im Kiez Gesehen in der Kastanienallee / Foto: Christina Heuschen **Aus dem Bezirk** - **Pankower Frauenpreis:** Eigentlich hatte die Bezirksverordnetenversammlung Pankow beschlossen, dass einmal im Jahr anlässlich des Internationalen Frauentages der Pankower Frauenpreis vergeben werden soll. Doch in diesem Jahr fällt die Vergabe aus: „Da der Berliner Doppelhaushalt 2022/2023 bis dato nicht beschlossen wurde, konnte die Preisverleihung in diesem Jahr nicht wie geplant im März stattfinden“, teilte Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Verordneten Ulrike Rosensky (SPD) mit. Weil die Planung der Preisverleihung einen zeitlichen Vorlauf benötige, eine Veranstaltung im Herbst oder Winter wegen der Corona-Pandemie ausfallen könnte oder als Hybridveranstaltung stattfinden müsse und die dafür nötigen finanziellen Ressourcen fehlten, soll der Pankower Frauenpreises erst wieder im März 2023 verliehen werden. - **Fußgängertunnel:** Schlecht beleuchtet und dreckig: Die [Fußgängerunterführung an der S-Bahnstation Greifswalder Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/26/die-mit-dem-tunnelblick/?ref=loky.news) ist kein schöner Ort. Eigentlich sollte der „Tunnel des Grauens”, wie die Morgenpost titelte, im Rahmen der Verlegung der Tramhaltestelle zugeschüttet werden. Doch Anwohner\*innen protestierten mit einer Petition und auch aus der Politik kam Widerstand. Deshalb entschied die Senatsverkehrsverwaltung jetzt, den Tunnel offen zu lassen und zu sanieren. Die Pankower CDU-Fraktion begrüßt diese Entscheidung: „Wichtig ist nun, dass der Tunnel hell und freundlich neugestaltet wird. Dies trägt zum Gefühl subjektiver Sicherheit bei”, so David Paul. Auch der Abgeordnete Tino Schopf (SPD) freut sich: „Tolle Nachrichten für alle Fahrgäste am Bahnhof Greifswalder Straße! Nun wurde offiziell bestätigt, wofür ich mich zusammen mit vielen Nachbarinnen und Nachbarn einsetzte: Der Fußgängertunnel bleibt!” Einen konkreten Zeitplan für den Umbau gibt es bisher aber noch nicht. - **Jahnsportpark:** Wie geht es eigentlich mit dem Jahn-Sportpark weiter? Seit Jahren gibt es Knatsch um das Stadion und das Areal drumherum. Erst Anfang des Jahres hatte die Senatsverwaltung für Inneres plötzlich verkündet, dass das [Stadion im Jahn-Sportpark einem Neubau weichen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/25/keine-zukunft-fuer-das-jahnstadion/?ref=loky.news) soll. Dafür erntete sie vor allem Kritik. Mittlerweile findet ein Realisierungswettbewerb statt, der kommende Woche in die zweite Phase geht. Dann kann sich auch die Öffentlichkeit zu den Plänen rund um das Stadion äußern. Die [Bürgerinitiative Jahnsportpark informiert am 15\. Juni ](https://www.jahnsportpark.de/2022/06/online-treffen-am-15-06-2022/?ref=loky.news)um 20 Uhr per Zoom, wie sich Anwohner\*innen beteiligen können. Der Sportpark soll frühestens in der nächsten Legislaturperiode inklusiv umgestaltet werden, im jetzigen Wettbewerb spielt er nur eine untergeordnete Rolle. **Kriminelles & Unschönes** - **Drohung:** Am Donnerstag vergangener Woche soll ein 46-Jähriger einen 33-Jährigen auf einem Sportplatz an der Choriner Straße schwulenfeindlich beschimpft und mit dem Tod bedroht haben. Der Jüngere verließ daraufhin den Platz und alarmierte die Polizei, die den mutmaßlichen Tatverdächtigen noch an den Übungsgeräten stellte. Den Einsatzkräften gegenüber gab dieser an, der 33-Jährige habe ihm Avancen gemacht, die er ablehne. Er muss sich nun wegen des Verdachts der Bedrohung und Beleidigung verantworten. - **Homohobie:** Ein Unbekannter hat in der Nacht zu Montag einen Mann im Mauerpark nach einem Streit ebenfalls homophob beleidigt, angegriffen und beklaut. Der 31-Jährige wurde bei der Attacke verletzt, teilte die Polizei mit. Die Verletzungen seien anschließend in einem Krankenhaus ambulant behandelt worden. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die weiteren Ermittlungen übernommen. **Tipps & Termine** - **12.6.:** Das Festival artspring berlin findet in diesem Jahr bereits zum 6\. Mal statt. Höhepunkt ist auch in diesem Jahr das [Wochenende der Offenen Ateliers](https://www.artspring.berlin/kuenstler/?ref=loky.news). 320 Künstler\*innen laden dafür heute in ihre Arbeitsräume ein. - **12.6.:** Welche Tiere leben eigentlich vor unserer Haustür? Was sind Totholzhecken? Und welche Bedeutung haben die Felder der Elisabeth-Aue im Nordosten Berlins für das Stadtklima? Der „[Lange Tag der Stadtnatur](https://www.langertagderstadtnatur.de/home?ref=loky.news)“ liefert euch Antworten. Heute könnt ihr während zahlreicher Veranstaltungen die Tiere und Naturräume in der Stadt kennenlernen. - **15.6.:** Die [Lesereihe „Poet‘s Corner“](https://poesiefestival.org/de/mediathek/poets-corner-pankow-lyrik-in-den-bezirken/?ref=loky.news) bringt Gedichte in alle Teile der Stadt. Egal ob in Bibliotheken, Gärten und Kulturzentren, überall im Bezirk lesen Lyriker\*innen während des Poesiefestivals aus ihren Werken vor. In Pankow geschieht dies am Mittwoch in der Brotfabrik. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Literatur:** Weil sich für Novellen und Kurzgeschichten oft nur schwer ein Verlag findet, haben Andreas Baum und Klaus Ungerer einfach selbst einen gegründet: [Die edition schelf.](vhttps://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/31/die-kiezliteraten/) - **Naturnah:** Der [Volkspark Prenzlauer Berg ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/01/auferstanden-aus-ruinen/?ref=loky.news)führt ein randständiges Leben ganz im Osten des gleichnamigen Stadtteils. Wer es ästhetisch weniger formvollendet mag, sollte hier joggen, spazieren gehen oder Kräuter sammeln. **Zitat der Woche** *„Die Zeiten, in denen Schülerinnen und Schüler im Klassenraum etwas zusammenrücken konnte, sind vorbei. Die Schulen – und besonders die Gymnasien im Bezirk – platzen aus allen Nähten!“* sagt Katja Ahrens. Die Vorsitzende des Bezirkselternausschusses Pankow fordert daher Lösungen für das Problem. Und die sind dringend nötig: Die Prognosen des Bezirkes sagen für die nächsten Jahre eine eklatant steigende Differenz zwischen der Menge an Schüler\*innen und Schulplätzen im Oberschulbereich voraus. Damit entlasse ich euch ins Wochenende. In der nächsten Woche informiert euch meine Kollegin Julia Schmitz über Neuigkeiten aus dem Kiez. Eure Christina Heuschen und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Schulplatzmangel spitzt sich zu URL: https://www.loky.news/schulplatzmangel-spitzt-sich-zu/ Last updated: 2024-09-03T13:11:58.000Z ## In ganz Berlin wissen zahlreiche Kinder immer noch nicht, wo sie im nächsten Schuljahr in die siebte Klasse gehen werden. Auch im Bezirk Pankow fehlen Schulplätze. --- Jedes Frühjahr fiebern die Grundschüler\*innen den Briefen entgegen: Werden sie eine der drei als Favoriten angegebenen Oberschulen besuchen? Auch wenn die meisten von ihnen dann tatsächlich einen Platz an ihrer Wunschschule erhalten, wird der Druck vorher immer größer und das Auswahlverfahren immer strenger. Denn bereits in der Grundschule müssen sie einen sehr guten Notendurschnitt vorweisen, um an ihrer favorisierten Schule überhaupt eine Chance zu haben. In diesem Jahr jedoch haben viele Kinder noch gar keinen Brief erhalten, in dem ihnen eine Schule zugewiesen wird. Denn in ganz Berlin fehlen rund 170 Schulplätze. Erstmalig können in diesem Jahr nicht alle Schüler\*innen mit einem Platz versorgt werden. Das ist auch in Pankow der Fall. Wie der Bezirkselternausschuss Pankow (BEA) am Wochendene mitteilte, handle es sich „um 20 bis 40 zukünftige Gymnasialschülerinnen und -schüler, für die nicht nur in Pankow, sondern in der ganzen Stadt, kein Schulplatz zu Verfügung steht.“ Es mangele an Räumen und Personal gleichzeitig. Das sei besonders bitter, weil absehbar gewesen sei, dass diese Situation eintrete. „Seit vielen Jahren hat der Bezirk davor gewarnt, dass dieser Tag kommt. Die bezirklichen Prognosezahlen wurden im Land aber nicht ernst genug genommen“, kritisiert die Katja Ahrens, Vorsitzende des BEA. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ Die zuständige Bezirksstadträtin Dominique Krössin (Linke) kann die Sorgen und Kritik der Eltern nachvollziehen. „Es muss eine adäquate Lösung für alle gefunden werden, nicht nur irgendein Schulplatz“, sagt Krössin. Mittlerweile fehle nur noch für 18 Schüler\*innen ein Platz antwortete sie am Donnerstagnachmittag auf unsere Anfrage. Bis zum 22\. Juni muss der Bezirk die restlichen Schulplätze gefunden haben. **Zu wenig saniert, zu langsam neu gebaut** Seit Jahren[ fehlen in der Stadt Schulplätze](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2017/07/19/schulplatzmangel-reise-nach-grunewald/?ref=loky.news) – nur wenige der bestehenden Gebäude wurden saniert und Neubauten entstehen oft mit großer Verzögerung. Der Bezirk Pankow hat das erkannt und versucht deswegen gegenzusteuern; in den vergangenen zehn Jahren wurden rund 10.000 zusätzliche Schulplätze geschaffen. Dennoch reicht das nicht aus. Die Folgen für die Kinder sind enorm, denn jede Verschiebung erhöht nicht nur das Schulplatzdefizit, sondern muss beispielsweise durch temporäre Schulerweiterungen oder andere schulorganisatorische Maßnahmen ausgeglichen werden, sagt Krössin. „Wir haben im letzten Jahr alles ausgequetscht und nur mit Hängen und Würgen hat alles geklappt“, fasst sie die Situation zusammen. Und auch der bezirkliche Schulentwicklungsplan für die Schuljahre 2021 – 2025 weiß um das Platzdefizit: Bis zum Schuljahr 2030/2031 wird es im Bezirk nicht genügend Schulplätze in der Oberstufe geben, um alle Pankower Schüler\*innen selbst versorgen zu können, denn die Zahlen steigen jährlich. Bereits im Schuljahr 2020/2021 habe der Bezirk [nicht allen Schulplatzwünschen nachkommen können](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/05/28/zur-schule-nach-steglitz-frust-ueber-schulbescheide/?ref=loky.news), rund 500 Schüler\*innen mussten damals berlinweit verteilt werden, die Klassengrößen seien so weit wie möglich ausgereizt worden. Weil Kinder in Berlin im Oberschulbereich grundsätzlich ihren Schulplatz berlinweit frei wählen können, steht der Bezirk vor Schwierigkeiten. „Die Erfahrungen der letzten Jahren zeigen jedoch, dass es an einzelnen Schulen zu erheblichen Übernachfragen kommt, so dass oftmals Auswahlverfahren stattfinden“, heißt es im Schulentwicklungsplan. Aufgrund des berlinweiten Ungleichgewichtes bei der Schulplatznachfrage finden daher jährlich sogenannte Ausgleichskonferenzen zwischen den Bezirken und der zuständigen Senatsverwaltung statt, um die Schulplatzvergabe koordiniert und zeitnah zu gestalten. **Schulen platzen aus alle Nähten** Gleichzeitig möchte der Bezirk weitere Modulbauten nutzen, um temporär Standorte zu erweitern und größere Klassen zu ermöglichen. Krössin reicht das nicht. Momentan werde immer nur für ein Jahr geplant, das müsse sich ändern, sagt sie. Doch allein schaffe der Bezirk das nicht – das sei eine stadtweite Aufgabe. Katja Ahrens fordert daher Lösungen für das andauernde Problem, der Berliner Senat müsse jetzt schnell handeln. „Die Zeiten, in denen Schülerinnen und Schüler im Klassenraum etwas zusammenrücken konnte, sind vorbei. Die Schulen – und besonders die Gymnasien im Bezirk – platzen aus allen Nähten!“, kritisiert sie. Bauvorhaben müssten dringend vorgezogen werden, der Bezirk Pankow benötige personelle Unterstützung für die Beschleunigung der Planungs- und Vergabeverfahren und alternative Raum-Sharing-Konzepte. Es sollten dezentrale Unterrichtsformen ausgearbeitet und rechtssicher gemacht werden. Darüber hinaus brauche Pankow dringend Lehrpersonal. Für das kommende Schuljahr und die neuen Siebtklässler\*innen ist das bereits zu spät. Sie müssen vorerst mit den provisorischen Lösungen leben. *Titelfoto: lourdesnique/Pixabay* ### „Kreativitäts-Hub“ auf der Schönhauser URL: https://www.loky.news/kreativitaets-hub-auf-der-schoenhauser/ Last updated: 2025-03-20T18:07:23.000Z ## Vergangene Woche stellte die Values Real Estate ihr Konzept für die Zukunft des ehemaligen Kinos Colosseum vor. Das lässt allerdings einige Fragen offen. --- Eigentlich können es die Investoren nur falsch machen. Dreht sich das Gespräch um das Kino Colosseum an der Ecke Schönhauser Allee und Gleimstraße, geht bei vielen Menschen der Puls sofort in die Höhe. Zu leichtfertig, meinen manche, habe der Bezirk das Gebäude verspielt, in dem seit fast hundert Jahren Filme gezeigt wurden. 2020 hatte die Erbengemeinschaft den Spielbetrieb mit dem ersten Corona-Lockdown einstellen müssen, danach aber nicht mehr aufgenommen. Kurz darauf war bekannt geworden, dass das Bezirksamt einen Bauvorbescheid für das Gelände bewilligt hatte, ohne zu überprüfen, was sich hinter der Hausnummer Schönhauser Allee 123 befindet. Dem damals zuständigen [Stadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) brachte das eine Rüge](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/09/03/ein-fataler-fehler/?ref=loky.news) durch die Bezirksverordnetenversammlung ein, zahlreiche Anwohner\*innen und Kinofans aus der Stadt gingen auf die Straße, [um gegen die Schließung zu protestieren](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/07/03/die-haessliche-fratze-der-spekulation/?ref=loky.news). Für eine Weile stand die Möglichkeit im Raum, [der Bezirk könne mit Unterstützung des Senats](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/02/25/kauft-berlin-das-colosseum/?ref=loky.news) das Grundstück selbst erwerben. [Mitarbeiter\*innen und Politiker\*innen gründeten eine Genossenschaft](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/21/wie-es-mit-dem-colosseum-weitergeht/?ref=loky.news), um das Kino in seiner bisherigen Form zu retten. Doch für einen Ankauf fehlten die Mittel – und die Values Real Estate nutzte die Situation. Das Immobilienunternehmen, welches unter anderem dafür verantwortlich zeichnet, dass das Altenheim am Hackeschen Markt einem Apple Store weichen musste, hat einiges vor mit dem Haus in Prenzlauer Berg. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Schwerpunkt Filmfestivals** Geschäftsführer Thorsten Bischoff, der vergangene Woche in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Kultur und Stadtentwicklung das Konzept vorstellte, blieb in seinen Ausführungen allerdings eher grob. Der denkmalgeschützte Saal mit den rund 550 Sitzen solle erhalten bleiben – muss er auch – und wieder für den Kinobetrieb genutzt werden, sagte er. Allerdings liegt der Schwerpunkt in Zukunft offenbar auf Filmfestivals wie der Berlinale oder Interfilm sowie der Vermietung für private Zwecke und Gruppenveranstaltungen. Der reguläre Kinobetrieb wird auf ein ausgewähltes Arthouse-Programm reduziert. Außerdem soll der hintere Bereich des Gebäudes an zahlungskräftige Unternehmen vermietet und das Gebäude so in einen „Kreativitäts-Hub“ umgewandelt werden. In dem glasüberdachten Atrium soll eine „Plaza“ mit Café und Sitzmöglichkeiten entstehen, auf der sich die Wege aller Nutzer\*innen kreuzen. Bereits im September dieses Jahres, so Bischoff, beginne die zweijährige Interimsnutzung durch die Games Week; in ungefähr einem Jahr sollen dann die langfristigen Baumaßnahmen beginnen, die Fertigstellung ist für 2025 geplant. **Von den Bezirksverordneten kommt Kritik** Die Bezirksverordneten reagierten mit einer Mischung aus vorsichtiger Kritik bis hin zu offenem Spott: „25 Minuten Inhaltsleere“, twitterte die Pankower SPD-Fraktion im Anschluss an die Sitzung. Und stellten die Frage: „Besteht auf Seiten der Eigentümer die Bereitschaft, auf Einnahmen zu verzichten, um auch lokal verankerte Kreative, Unternehmen und Inititativen eine Anmietung der Räumlichkeiten zu moderaten Preisen zu ermöglichen?“ > Solange in dieser Frage ein klares und öffentliches Bekenntnis des Investors fehlt, ist zu befürchten, dass das Colosseum zu einem Ort entwickelt wird, an dem sich Besserverdienende bei einem Glas Champagner am „Urban Gardening“ erfreuen. Das lehnen wir entschieden ab!“ > > — SPD-Fraktion Pankow (@SPDbvvPankow) [June 2, 2022](https://twitter.com/SPDbvvPankow/status/1532466269156433920?ref%5Fsrc=twsrc%5Etfw&ref=loky.news) Und auch der Verein Rettet das Colosseum zeigte sich empört: „Wir sind uns sicher, dass das angestrebte Projekt durchaus zukunftsfähig ist. Die Frage ist allerdings für wen. Die Values Real Estate wird die Fläche und das Gebäude gewinnbringend für die eigenen Interessen gestalten. Die Bürger\*innen hingegen werden davon nichts oder nur wenig haben“, sagte der Vorsitzende Michel Rieck. Titelbild: Julia Schmitz ### Prenzlauer Berg Newsletter #21 liest Literatur aus dem Kiez URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-21-liest-literatur-aus-dem-kiez/ Last updated: 2025-03-20T18:08:20.000Z ## Pläne für das Colosseum, Gerüche auf der Schönhauser Allee, Literatur aus dem Kiez: Was in Prenzlauer Berg los ist, erfahrt ihr im Newsletter. --- Meist stehen sie unter enormen Zeitdruck, Erzählungen lassen sich nur schwer verkaufen, viele Autor\*innen erhalten gar keine Verträge: Die Literaturbranche ist ein hartes Pflaster. Dennoch haben sich Klaus Ungerer und Andreas Baum bereitwillig in dieses Haifischbecken geworfen und im vergangenen Jahr einen eigenen Verlag gegründet. Was die Literatur der beiden so besonders macht, lest ihr in unserem **Text der Woche** - **Literatur:** Weil sich für Novellen und Kurzgeschichten oft nur schwer ein Verlag findet, haben Andreas Baum und Klaus Ungerer einfach selbst einen gegründet: [Die edition schelf](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/31/die-kiezliteraten/?ref=loky.news). Was sonst noch los war - **Naturnah:** Der [Volkspark Prenzlauer Berg](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/06/01/auferstanden-aus-ruinen/?ref=loky.news) führt ein randständiges Leben ganz im Osten des gleichnamigen Stadtteils. Wer es ästhetisch weniger formvollendet mag, sollte hier joggen, spazieren gehen oder Kräuter sammeln. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/06/Kiezfoto_Kunst-Kastanienallee-1024x1024.jpg) Lobeshymnen im Kiez Gesehen in der Kastanienallee / Foto: Christina Heuschen **Aus dem Bezirk** - **Colosseum:** Was passiert eigentlich mit dem ehemaligen [Kino Colosseum](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/21/wie-es-mit-dem-colosseum-weitergeht/?ref=loky.news) auf der Schönhauser Allee? Wenn es nach der Values Real Estate geht, die das Gelände gekauft hat, entsteht hier in Zukunft ein hipper „Kreativitäts-Hub”. Am Mittwoch stellte Geschäftsführer Thorsten Bischoff das Konzept in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Kultur und Stadtentwicklung vor. Das blieb aber eher grob: So soll der denkmalgeschützte Saal erhalten und wieder für den Kinobetrieb genutzt werden – allerdings mit Schwerpunkt auf Filmfestivals wie der Berlinale sowie privaten Gruppenveranstaltungen. Der hintere Bereich des Gebäudes soll an Unternehmen vermietet und das glasüberdachte Atrium zu einer „Plaza” mit Café und Sitzmöglichkeiten umgebaut werden, an der sich die Wege aller Nutzer\*innen kreuzen. Bereits im September beginne die Interimsnutzung mit der Games Week, bevor in ungefähr einem Jahr mit den langfristigen Umbaumaßnahmen des Areals begonnen werden soll, so Bischoff. Die Bezirksverordneten reagierten mit einer Mischung aus vorsichtiger Kritik bis hin zu offenem Spott: „25 Minuten Inhaltsleere”, twitterte die Pankower SPD-Fraktion im Anschluss an die Sitzung. Und auch der Verein Rettet das Colosseum zeigte sich empört: „Wir sind uns sicher, dass das angestrebte Projekt durchaus zukunftsfähig ist. Die Frage ist allerdings für wen. Die Values Real Estate wird die Fläche und das Gebäude gewinnbringend für die eigenen Interessen gestalten. Die Bürger\*innen hingegen werden davon nichts oder nur wenig haben”, sagte der Vorsitzende Michel Rieck. - **Gestank:** Riecht es in der Schönhauser Allee etwa zu stark nach Frittiertem? Der Verordnete Frederik Bordfeld (Linke) wollte in einer Kleinen Anfrage vom Bezirksamt wissen, ob es deswegen Konflikte zwischen Wohnungs- und Gewerbemieter\*innen in der Schönhauser Allee 173 gebe – schließlich befindet sich ein Burgerladen in dem Gebäude. Die Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) antwortete, sowohl dem Umwelt- und Naturschutzamt als auch dem Ordnungsamt Pankow lägen aktuell keine Beschwerden vor. Lediglich In den Jahren 2005, 2017, 2018 und 2019 habe sich jemand wegen Geruch oder Lärm belästigt gefühlt. Und wie bewertet das Bezirksamt die Installation von Abluftanlagen, die starke Brat- und Frittiergerüche im Erdgeschoss in den Hinterhof ableiten? „Eine solche Abluftanlage würde (vermutlich) nicht dem Stand der Technik entsprechen und damit nicht die Anforderungen des § 22 BImSchG (Bundes-Immissionsschutzgesetz) erfüllen“, heißt es weiter. - **Eröffnung:** Auch wenn die [Werneuchener Wiese](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/05/die-eschen-werden-fallen/?ref=loky.news) in letzter Zeit für Streit im Bezirk sorgte, gibt es nun positive Nachrichten. Am 9\. Juni eröffnet die Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki um 16 Uhr den neuen Lenné-Meyer-Garten. Zuvor war die Grünfläche im Süden der Werneuchener Wiese, auf der sich ein Denkmal für die beiden Berliner Gartengestalter Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer befindet, jahrelang vernachlässigt worden. - **Wettbewerb:** Pankow tritt in die Pedale. Denn bis zum 23\. Juni 2022 [findet die deutschlandweite Aktion „Stadtradeln“ statt](http://www.stadtradeln.de/berlin?ref=loky.news), bei der die Teilnehmenden möglichst viele Alltagswege mit dem Fahrrad zurücklegen. „Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen für mehr Lebensqualität in Pankow und natürlich für den Klimaschutz setzen!“, sagte Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) zu der Aktion. Ziel des Wettbewerbes ist es, an 21 aufeinanderfolgenden Tagen möglichst viele Strecken mit dem Rad zu fahren, um so CO2 einzusparen und gleichzeitig auf die Probleme in der Radinfrastruktur aufmerksam zu machen. - **Umbauarbeiten:** Die Heinrich-Böll-Bibliothek in der Greifswalder Str. 87 bleibt ab sofort bis zum 26\. Juni 2022 geschlossen. Da Möbel und Regale ausgetauscht werden, sei eine Schließung notwendig, teilte das Bezirksamt mit. Währenddessen sei jedoch die Rückgabe von Medien und Büchern möglich, das Lastenrad könne ausgeliehen werden und auch der Foodsharing-Kühlschrank stehe zum Tausch von Lebensmitteln bereit. **Kriminelles & Unschönes** - **Vandalismus:** Unbekannte haben in der Diesterwegstraße in Prenzlauer Berg die Stämme von acht Jungbäumen angesägt und den Stamm eines neu gepflanzten Baum komplett abgetrennt. Dabei sei ein Schaden in Höhe von 19.200 Euro entstanden. Laut Bezirksamt können die beschädigten Bäume nicht erhalten werden und müssen gefällt werden. Das Bezirksamt versuche den Verlust im Herbst durch Neupflanzungen auszugleichen, eine Strafanzeige sei bereits gestellt worden, hieß es weiter. **Tipps & Termine** - **8.6.:** Die meisten kennen ihn als Sänger, Bürgerrechtler und Wegbegleiter Wolf Biermanns: Ekkehard Maaß. Doch nicht nur das. Maaß kennt sich sehr gut mit dem Kaukasus aus, 1996 gründete er die Deutsch-Kaukasische Gesellschaft. Am Mittwoch spricht er mit Wolfgang Thierse über sein neues [Buch „fluchtzeiten“](https://www.georgbuechnerbuchladen.berlin/veranstaltungen/ausstellung-und-buchvorstellung-%E2%80%9Efluchtzeiten-%E2%80%93-25-jahre-deutsch-kaukasische?ref=loky.news). Passend dazu gibt es eine Ausstellung, die einen Einblick in die politische und gesellschaftliche Situation im Kaukasus gibt. Die Veranstaltung findet im Georg Büchner Buchladen statt, der Eintritt kostet sieben Euro. - **Bis 26.6.:** Im Oktober 2021 wurde zum dreizehnten Mal der Egmont-Schaefer-Preis für Zeichnung vergeben. Die Jury zeichnete die im Kurdischen Auto­nomie­gebiet im Irak geborene Künstlerin Havin Al-Sindy als Preis­trägerin aus. [Noch bis Ende Juni zeigt die Galerie Parterre Werke](https://www.galerieparterre.de/ausstellung.php?id=65&ref=loky.news) der Künstlerin. - **Dauerhaft:** Ihr wollt Berlins Kieze näher kennenlernen? Wie wäre es mit einem literarischen Spaziergang? In der [Anthologie Nachbarschaften](http://zfl-nachbarschaften.org/?ref=loky.news) stellen euch die Autor\*innen der Stadt verschiedene Kieze in Texten vor. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Rassismus:** Im Bezirk Pankow [steigt die Zahl rassistisch motivierter Vorfälle weiter](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/27/wo-bleibt-der-aufschrei-rassismus-prenzlauer-berg/?ref=loky.news) an. Viele Menschen wissen das, doch sie tun zu wenig dagegen. - **Kino:** „[Leander Haußmanns Stasikomödie](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/25/klamauk-am-kollwitzplatz/?ref=loky.news)“ ist ein üppig ausgestatteter Kostümfilm über die 1980er Jahre in Prenzlauer Berg – der sich für keinen platten Witz zu schade ist. **Zitat der Woche** *„Das Thema gibt einfach viel her“,* sagt Klaus Ungerer über seinen im Sommer erscheinenden Text „Wir sagen einfach, wovor wir Angst haben“. Könnt ihr euch vorstellen, wovon er redet? Natürlich über die Liebe – die Literatur lebt einfach von den großen Gefühlen. Nun wünsche ich euch ein schönes Wochenende mit guten Büchern! Eure Christina Heuschen und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen [Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Auferstanden aus Ruinen URL: https://www.loky.news/auferstanden-aus-ruinen/ Last updated: 2025-03-20T18:09:23.000Z ## Der Volkspark Prenzlauer Berg führt ein randständiges Leben ganz im Osten des gleichnamigen Stadtteils. Wer es ästhetisch weniger formvollendet mag, sollte hier joggen, spazieren gehen oder Kräuter sammeln. --- Für manche Menschen hört Prenzlauer Berg an der Ringbahn auf. Manch eine\*r denkt, alles außerhalb der Ringbahn sei schon Berliner Umland. Und dem Rand haftet oft etwas Negatives an – etwas, das nicht dazugehören soll und nicht integrierbar ist. Vielleicht schauen deshalb Viele erstaunt wenn sie hören, dass es einen Park gibt, der nach Prenzlauer Berg benannt ist. Und fragen sich gleichzeitig, wo dieser sein soll. Denn alle kennen den Volkspark Friedrichshain, der wahrscheinlich eher dem Lebensstil vieler entspricht. Aber nur wenige kennen den Volkspark Prenzlauer Berg, der im östlichsten Teil des Stadtteils an der Grenze zu Lichtenberg liegt. Die Berliner Geister scheiden sich, ob sich die Natur in diesem Park noch Raum verschaffen darf, also eher verwildert bleiben soll, oder ob er schon verwahrlost ist und zur Müllhalde verkommt, wie die Berliner Zeitung 2018 konstatierte. Die einen finden ihn gerade ob seiner Naturnahheit schön, ruhiger, nicht so vollgemüllt und frei von Partyhipstern – eben im Gegensatz zum Volkspark Friedrichshain. Sogenannte Partyhipster, das kann ich bestätigen, findet man eher selten dort; eher sitzt eine eigenwillige und vielfältige Mischung von Menschen auf der Wiese. Andere wiederum stellen sich unter einem Park etwas Besseres vor, finden ihn ungepflegt, teilweise vermüllt und halten Bäume und Büsche für schlecht geschnitten. Es stimmt schon, der Park ist nicht ästhetisch formvollendet, aber dagegen eben auch nicht übernutzt mit allerlei Freizeitmöglichkeiten. Die Frage lautet also vielmehr, was ein Park sein soll: Eine Naturlandschaft oder ein Gartenkunstwerk? \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Ein Park, der aus der Not entstand** Entstanden ist der 29 Hektar große Volkspark Prenzlauer Berg nicht aus landschaftsarchitektonischen Ambitionen, sondern aus den Ruinen der zerbombten Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte man etwa 15 Millionen Kubikmeter Trümmer und Schutt aus dem Gebiet um den Alexanderplatz hierher. So entstand zunächst die Oderbruchkippe, ein hügeliges Gebiet mit einem Trümmerberg-Doppelgipfel, benannt nach der gleichnamigen Straße in der Nähe. Man füllte die Schuttberge nach und nach mit Mutterboden auf, säte Gras, pflanzte Bäume. ![Volkspark Prenzlauer Berg](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/06/Tru%CC%88mmerberg-Volkspark-Prenzlauer-Berg_Foto-Peter-Schmitz-1024x685.png) Auf der Plattform eines Trümmerbergs im Volkspark Prenzlauer Berg / Foto: Peter Schulz Auf den einstigen Fahrspuren der anliefernden LKW entstand die Mehrheit der heutigen, serpentinenartigen Parkwege. 1969 wurde die parkähnliche Anlage schließlich als Volkspark Prenzlauer Berg eingeweiht. Vielleicht entsteht bei mir deshalb das diffuse Gefühl, dass dieser Park stark verwildert und sich selbst überlassen ist, weil er aus der Not entstanden ist. Regeln für die Natur scheint es glücklicherweise nicht zu geben, die Gräser stehen hüfthoch, der Rasen ist nicht englisch getrimmt, Bäume werden höchstens bei Sturm von den Wegen an die Seite geräumt. Es wachsen Kräuter, Kirschen, Knoblauchrauke. **Knoblauraucke, Meerrettich und Säbel** Auf die üppig wachsende Knoblauchrauke machte mich eine thailändische Familie aufmerksam, die im halbhohen Gras stand und geschäftig etwas abzupfte. Es war ein Teppich aus Knoblauchrauke, den sie ernteten. Von Zeit zu Zeit schrien sie auf, weil dieser Teppich nicht zu enden schien. Sie pflückten und pflückten und pflückten – jede\*r an einer anderen Stelle, so schnell, als würden es ihnen jemand wegnehmen. Ich sprach sie an. Ein wildes Durcheinander entstand, jemand wurde per Telefon zugeschaltet, um das deutsche Wort zu finden für das, was sie in großen Tüten mit nach Hause nehmen. Sie erklärten mir, dass man die Knoblauchrauke mit Salz knete und ein paar Tage ziehen lasse. Sie luden mich prompt ein, um zu probieren, überreichten mir dazu einen Becher Bier. Das Eingelegte schmeckte gut, eine Mischung aus Weinblättern und Salzgurken. Von Galina, einer Moskauerin um die 60, weiß ich auch, wo Meerrettich wächst; es war einer ihrer ehe harmlosen Tipps. Im Hochsommer sitzt oder steht sie, manchmal mit freiem Oberkörper, knabbert viele Sonnenblumenkerne und raucht noch mehr. Vor ihr liegt dann eine silberfarbene Frontscheibenabdeckung für ein Auto, die die Sonnenstrahlen intensiver reflektieren sollen, um ihren Körper schneller zu bräunen. Manchmal hat sie auch Säbel in verschiedenen Größen dabei, um später noch in den Garten zu gehen; oder, wie sie mir einmal sagte: „Um Männer zu kastrieren.“ Dabei lachte sie nicht, sondern erwähnte nur, dass sie es gut könne. Ein anderes Mal, als ich joggen war, sah ich, wie sie eine Art Domina-Peitsche schwang. Die Hiebe waren zu hören, aber da wunderte ich mich schon lange nicht mehr über Galina. Ich wunderte mich auch nicht, als sie mir einmal ominöse Kapseln empfahl, die alle wichtigen Vitamine enthielten, sogar das Coronavirus abhalten sollten. Das war und ist eben Galina. **Im Einsatz für den Volkspark** Dagegen ist der ältere Mann, der sich meistens im südlichen Teil des Parks aufhält, wortkarg, vielmehr still. Er reinigt schweigend die Treppe, die zu einem der Berge führt, befreit die Absätze von Laub und heruntergefallenen Stöcken. Ein Mal säuberte er die Ränder der Wege, damit das Regenwasser besser abfließen kann oder die Wege einfach schön aussehen. Irgendwann sprach ich ihn an, ob er bereit sei zu reden, was er tue und warum. „Nein!“, erwiderte er unmissverständlich, bückte sich wieder und vollendete mit Schaufel und Besen sein Tagewerk. Ich ging weiter und gab mich der Illusion hin, dass hier einer nur für sich allein den Park säubert, weil er es gerne macht und von niemand anderen Anerkennung dafür benötigt. Manchmal hätte es so einen Menschen für den einzigen Spielplatz im Park gebraucht, der eine Zeit lang an den Wochenenden oft vermüllt war, besonders zu Corona-Zeiten. Kürzlich wurde er wiedereröffnet, denn über den Winter wurde vieles erneuert oder anders gestaltet. Ein bisschen seltsam wirkt der neue Spielplatz im Verhältnis zu diesem Park, der vorher immer ein bisschen wie ein Provisorium aussah, ein naturnahes [Stadtbiotop](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/07/02/der-thaelmann-park-ein-vergessenes-biotop/?ref=loky.news), in dem der Mensch wenig eingriff – fernab jedes Optimierungswahnsinns und Nutzungseifers. Von Menschenhand gemacht ist jedoch die Downhill-Strecke, die etwas versteckt in der Nähe des Spielplatz liegt und in Eigenregie entstand. Vor einiger Zeit habe ich gesehen, wie ein paar Sportbegeisterte mit Spaten und Schaufeln Wege und Sprungschanzen bauten, ihren eigenen Raum schufen, um ihrem Hobby nachzugehen; wie sie beieinander standen mit ihren Downhill Fahrrädern und vermutlich fachsimpelten. Irgendwann standen an verschiedenen Stellen um das kleine Areal Verbotsschilder, dass Fahrrad fahren nicht erlaubt sei. Es dauerte nicht lange, bis sie übersprüht waren. Und unweigerlich dachte ich mir: Der städtische, öffentliche Spielplatz in der Nähe verwahrlost mehr als die durch persönlichen Einsatz entstandene Downhill-Strecke. Was stört mehr? **Zukunft des Parks unsicher** Nur wie wird der Park in Zukunft aussehen? Behält er seinen verwilderten Charakter und können Knoblauchrauke, Meerrettich oder Mirabellen weiterhin geerntet werden? Wird auch die selbst geschaffene Downhill-Strecke bleiben? Letztes Jahr wurde entschieden, dass der Park bis 2025 abschnittsweise saniert werden soll – aus dem lange verschollenen Parteivermögen der DDR. 12,1 Millionen Euro bekommt das Land Berlin aus den Mitteln der Parteien- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR, die sogenannten „PMO-Mittel“. Davon stehen 1,2 Millionen Euro für den Park zur Verfügung, vor allem für die Wege, von denen drei Viertel verbesserungswürdig sind. Außerdem müssen auch Gutachten angefertigt, Böden untersucht und der Tier-und Pflanzenbestand erfasst werden. Ich hoffe, dass dieser Park trotz Sanierung naturnah bleibt. Und dass dieser Text, den ich im Zwiespalt zwischen populär machen und unbekannt bleiben geschrieben habe, nicht dazu beiträgt, mehr Menschen in den Park zu locken. Jedenfalls nicht jene, die einen Park gegen die Langeweile besuchen und ausfüllende Freizeitbeschäftigung erwarten. Titelbild: Peter Schulz ### Die Kiezliteraten URL: https://www.loky.news/die-kiezliteraten/ Last updated: 2025-03-20T18:07:50.000Z ## Weil sich für Novellen und Kurzgeschichten oft nur schwer ein Verlag findet, haben Andreas Baum und Klaus Ungerer einfach selbst einen gegründet: Die edition schelf. --- Wie mutig ist es, in diesen Zeiten zu zweit einen eigenen Verlag ins Leben zu rufen? Ich treffe Klaus Ungerer und Andreas Baum an einem sonnigen Vormittag im Café „Lass uns Freunde bleiben“, einer Institution im Kiez rund um den Teutoburger Platz und ein Ort, den wir alle drei sehr schätzen. Im Herbst 2021 haben die Beiden ganz in der Nähe [die edition schelf](https://editionschelf.wordpress.com/?ref=loky.news) aus der Taufe gehoben – denn mit der Literaturbranche kennen sie sich gut aus. Klaus Ungerer debütierte 2008 mit seinem Roman „Alles über die Welt“, Andreas Baum schrieb 2016 in „Wir waren die neue Zeit“ über seine Erfahrungen als Hausbesetzer in der Berliner Nachwendezeit. Beide wildern außerdem in den Feuilletons der großen Zeitungen und dem Radio. Und sie schreiben mit Vorliebe Geschichten im Kurzformat. Doch dass sich Novellen und Erzählungen nur schwer verkaufen lassen, wissen sie ebenfalls. Also verlegen sie ihre Texte jetzt einfach selbst. Zwei haben sie bereits herausgegeben, zwei weitere sollen dieses Jahr noch folgen. Für die Gestaltung haben sie Grafikerin Anusch Thielbeer ins Boot geholt; Presse, Vermarktung und Vertrieb nimmt das Duo selbst in die Hand. Losgelöst vom strengen Zeitplan der großen Verlage – die meist ein üppiges Programm im Frühjahr und eins im Herbst veröffentlichen – erscheinen ihre Bücher eben erst dann, wenn sie fertig sind. Die Resonanz sei bisher sehr gut, erzählen sie mir. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Große Pläne für die Zukunft** So flexibel wie Baum und Ungerer hinsichtlich der Erscheinungsdaten sind, so vielfältig sind auch die Themen, über die sie schreiben. Baums erste im hauseigenen Verlag publizierte Novelle „Hier bist du sicher“ erzählt die Geschichte eines deutschen Lehrers, der die Unruhen im afghanischen Herat 2004 erlebt und trotzdem vor Ort bleibt, während alle Ausländer\*innen das Land verlassen. Klaus Ungerer lässt in „Das Fehlen“ seinen melancholischen, frisch verlassenen Protagonisten durch Prenzlauer Berg streifen; die Stadtkulisse wird zur Projektionsfläche für einen sehnsuchtsvollen inneren Monolog voller Assoziationen und Erinnerungsfetzen. Die Definition einer Novelle, die nach Goethe ein „seltsames, unerhörtes Ereignis“ schildert, legen beide Autoren dabei ebenfalls locker aus. „Eine Novelle ist für mich ein Text, der auf wenigen Seiten eine Geschichte erzählt, ohne dass ein allwissender Erzähler Hintergrundinformationen liefert und durch die Zeitebenen springt“, sagt Ungerer. Dass sein im Sommer erscheinender Text „Wir sagen einfach, wovor wir Angst haben“ wie das erste Buch ebenfalls von Liebe handelt, ist kein Zufall: „Das Thema gibt einfach viel her.“ Auch von Baum wird es neues geben. „Falken klauen“ lautet der Titel und Vögel spielen darin tatsächlich eine Rolle. Dass Literatur ihre große Leidenschaft ist, merkt man Andreas Baum und Klaus Ungerer mit jedem einzelnen Wort an. Für die Zukunft der edition schelf haben die beiden Schriftsteller aus Prenzlauer Berg daher etliches geplant: So sollen in der nicht nur ihre eigenen Texte, sondern zusätzlich die anderer Autor\*innen erscheinen – von wem, verraten sie aber noch nicht. Titelbild: Klaus Ungerer (links) und Andreas Baum / Foto: Anusch Thielbeer ### Prenzlauer Berg Newsletter #20 spricht über Diskriminierung URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-20-spricht-ueber-diskriminierung/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Müssen die Menschen in Pankow und Prenzlauer Berg Ost im Herbst erneut wählen gehen? Wie steht es um den Kiezblock am Arnimplatz? Das und mehr in unserem Newsletter zu Nachlesen. --- Werden Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder Herkunft benachteiligt oder ausgegrenzt, so sprechen wir von Diskriminierung oder Rassismus. Dieser ist auch in Berlin allgegenwärtig, zeigt das Projekt „Berliner Register“: Dort können Betroffene Vorfälle melden, die antisemitisch, rassistisch, LGBTQ- oder behindertenfeindlich waren. Die Anzahl der Hinweise ist in den letzten Monaten stark gestiegen – auch im Bezirk Pankow. Ein Großteil der Angriffe findet sogar in Prenzlauer Berg statt, hat meine Kollegin Christina Heuschen recherchiert. Wie Vereine und Aktivist\*innen sich dafür einsetzen, das Bewusstsein für Rassismus im Alltag zu schärfen, lest ihr in unserem **Text der Woche** - **Rassismus:** Im Bezirk Pankow [steigt die Zahl rassistisch motivierter Vorfälle](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/27/wo-bleibt-der-aufschrei-rassismus-prenzlauer-berg/?ref=loky.news) weiter an. Viele Menschen wissen das, doch sie tun zu wenig dagegen. **Was sonst noch los war** - **Kino:** „[Leander Haußmanns Stasikomödie](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/25/klamauk-am-kollwitzplatz/?ref=loky.news)“ ist ein üppig ausgestatteter Kostümfilm über die 1980er Jahre in Prenzlauer Berg – der sich für keinen platten Witz zu schade ist **Kiezfoto der Woche** ![Kiezfoto](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/05/kiezfoto-1.jpg) Dies könnte ein lauschiger Leseplatz im Freien sein – aber freistehenden Sofas sollte man in Berlin lieber nicht vertrauen… Gesehen im Thälmann-Park / Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** **Bundestagswahl:** Falsche oder fehlende Stimmzettel, stundenlange Warteschlangen und Wahllokale, die erst nach 21 Uhr schließen konnten: Bei der Dreifachwahl im September 2022 kam es in Berlin [zu unzähligen Störungen und Unregelmäßigkeiten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/28/drei-stunden-warten-am-teute/?ref=loky.news). Der Bundeswahlleiter Georg Thiel forderte deshalb in dieser Woche im Bundestag eine Wiederholung der Wahl, heißt es im Tagesspiegel – und zwar in sechs von zwölf Berliner Wahlkreisen. Neben Mitte, Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf wären das auch Pankow (Wahlkreis 76) und Friedrichshain-Kreuzberg Prenzlauer Berg Ost (Wahlkreis 83). Die Berliner Landeswahlleiterin Petra Michaelis hatte nach dem Wahlsonntag zunächst darauf beharrt, personell und organisatorisch gut ausgestattet gewesen zu sein, schließlich seien fast 13.000 zusätzliche Wahlhelfer\*innen waren eingesetzt worden, sagte sie. Aufgrund massiver Kritik trat sie kurze Zeit später aber von ihrem Posten zurück. Ob die Berliner\*innen aus den betroffenen Bezirken in diesem Jahr tatsächlich erneut ihre Kreuzchen machen müssen, ist aber noch nicht klar: Zunächst gibt der Wahlprüfungsausschuss eine Empfehlung an den Bundestag ab, der dann darüber entscheidet. **Kiezblocks:** Es tut sich was in Sachen Kiezblocks: Nachdem das Weißenseer Komponistenviertel bereits in diesem Sommer die erste Verkehrsberuhigung bekommt, gehen laut Bezirksamt nun [auch im Arnimkiez](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/01/der-kiezblock-kommt/?ref=loky.news) **die Planungen „in die heiße Phase“.** Am 19\. Mai führten die TU Dresden und die TU Berlin erneut eine Verkehrszählung durch, die jetzt ausgewertet wird. Sobald die Ergebnisse bereitstehen, wird es eine Beteiligung der Anwohner\*innen geben, bevor die Maßnahmen im 3\. Quartal des Jahres umgesetzt werden. „Die Verkehrszählung ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung des Kiezblocks. Ziel ist, die Situation vor Ort genau zu erfassen, um ein für die konkrete Gefahrenlage optimal passendes und effektives Verkehrskonzept zu entwickeln“, sagte Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD). In den letzten Wochen hatte es Kritik gehagelt, warum Pankow bei der Umsetzung von Verkehrsmaßnahmen jedes Mal deutlich länger zögert als zum Beispiel der Nachbarbezirk Mitte – [wir schrieben ebenfalls darüber](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/25/kommt-zeit-kommt-kiezblock/?ref=loky.news). Zustimmung zu den Kiezblocks kommt von den Pankower Grünen: „Viele Menschen in Pankow leiden unter dem permanenten Durchgangsverkehr in ihren Kiezen“, erklärt Jan Drewitz, Sprecher für Verkehrsberuhigung. „Dieser Verkehr verursacht Lärm und Feinstaubemissionen, gefährdet die Sicherheit für Fahrradfahrende und Schulkinder. Gerade im Arnimkiez könnte ein Kiezblock die Schulwegsicherheit massiv erhöhen und wird deshalb zu Recht von den Anwohnenden dort gefordert.“ **Gethsemanekirche:** „22 ist nicht 89\. Wir leben in keiner Diktatur“ stand weithin sichtbar auf dem Banner, welches monatelang am Turm der Gethsemanekirche hing. [Seit Dezember treffen sich Unterstützer\*innen der Initiative Gethsemanekiez](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/12/20/das-ist-keine-diktatur/?ref=loky.news) jeden Montagabend vor dem Gotteshaus, um ein Zeichen gegen Querdenker\*innen zu setzen; diese versammeln sich dort regelmäßig zu „Montagsspaziergängen“ als Protest gegen die Corona-Maßnahmen. **Vergangene Woche wurde das Plakat geklaut** – von wem und warum, ist nicht bekannt. Doch der Platz an der Fassade blieb nicht lange leer: 17 Geschäftsleute aus dem Kiez sammelten knapp 300 Euro, die sie am Dienstag der Pfarrerin Aljona Hofmann übergaben. „Das ist Gemeinsinn, wie wir ihn auch als Nachbarschaftsinitiative verstehen“, schrieb die Initiative auf Twitter. **Mauerpark:** Happy End für [das beliebte Sonntags-Karaoke](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/mauerpark-karaoke/?ref=loky.news): **Der Bezirk hat die Veranstaltung für die kommende Saison genehmigt**, wie die Berliner Morgenpost berichtet. Vom 29\. Mai bis Mitte Oktober darf wieder gemeinsam im steinernen Amphitheater geträllert werden – sofern Organisator Joe Hatchiban von der Erlaubnis auch Gebrauch macht. In den vergangenen zwei Jahren hatte das Karaoke aufgrund der pandemiebedingten Hygienemaßnahmen nicht stattfinden können. **Bolzplatz:** Noch kein Happy End gibt es hingegen für den **Bolzplatz in der Hanns-Eisler-Straße 6 im Mühlenkiez: Er bleibt weiterhin geschlossen**. Durch Vandalismus seien Schäden am Ballfangzaun und am Tor entstanden, antwortet Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki auf eine Anfrage der Bezirksverordneten Diana Giannone (SPD). Die Reparaturarbeiten hätten bisher nicht durchgeführt werden können; zum einen wegen zu niedriger Temperaturen und fehlender finanzieller Mittel des Bezirks, zum anderen aufgrund von Lieferengpässen und gestiegenen Preisen bei den benötigten Materialien, so Anders-Granitzki weiter. Sie wendet sich zugleich an die Nutzer\*innen: „Das Straßen- und Grünflächenamt wünscht sich, dass durch die lange Schließungszeit, die Besucher des Platzes diesen mit Sorgfalt nutzen, damit diese Situation nicht nochmal entsteht. Gegen Vandalismusschäden gibt es keine Maßnahmen, die getroffen werden können.“ [![Steady](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Du-willst-Lokaljournalismus-der-zu-dir-passt-Dann-werde-jetzt-Mitglied-%E2%80%93-schon-ab-5%E2%82%ACMonat-1.png)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) [![Button Prenzlauer Berg Nachrichten](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2017/10/Unterstuetze_uns_auf_Steady_3.png)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) **Polizeimeldungen** - **Unfall:** Am Sonntagabend fuhr eine 33-Jährige einen 4-Jährigen Jungen mit dem Auto an, als sie an der Haltestelle Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark rechts an einer einfahrenden Tram vorbeifahren wollte. Der Junge hatte gegen 22 Uhr mit seinen Eltern für den Einstieg in die Straßenbahn die Straße betreten, als er von dem PKW erfasst wurde. Er erlitt Verletzungen am Fuß und wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. - **Fahrerflucht:** Am Freitagabend wurden Einsatzkräfte gegen 21 Uhr in der Buchholzer Straße auf einen Mann aufmerksam, der aus seinem Auto Drogen verkaufte. Sie forderten weitere Beamte an, die den Wagen auf der Schönhauser Allee zunächst zum Anhalten gewzungen werden. Als diese sich dem Fahrzeug näherte, gab der Fahrer Gas und streifte einen der Beamten am Arm; anschließend fuhr er auch den zweiten Polizisten an, der auf die Motorhaube prallte und auf den Gehweg geschleudert wurde. Der Fahrer konnte unerkannt flüchten, die Ermittlungen dauern an **Tipps & Termine** - **30.6.:** 2016 erschien die Recherche [„Die Mauerpark-Affäre“](https://www.gleimviertel.de/archives/33951?ref=loky.news) in den Berliner Heften zu Geschichte und Gegenwart der Stadt, nun ist daraus ein gleichnamiger Podcast entstanden. Am Montag ab 19 Uhr gibt es eine Vorstellung im Mauersegler mit anschließender Ortsbegehung. Bitte Kopfhörer und Smartphone mitbringen. - **1.6.:** Zum internationalen Kindertag am 1\. Juni haben sich auch die Pankower Bibliotheken Veranstaltungen für die Kleinen ausgedacht: In der Bibliothek am Wasserturm liest das Team ab 16.30 Uhr aus dem Buch „Das wasserscheue Krokodil“ von Gemma Merino, während die dazugehörigen Illustrationen an die Wand projiziert werden. Im Anschluss wird gemalt und gebastelt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung erforderlich und [per Mail](mailto:bibliothek-am-wasserturm@ba-pankow.berlin.de) oder unter 030 / 90 29 53 921. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Güterbahnhof:** Schulneubau oder Wohntürme? Die jahrelange Diskussion über das Grundstück an der Lilli-Henoch-Straße 10 hat die Bezirksverordnetenversammlung in zwei Lager geteilt. [Doch jetzt gibt es eine Entscheidung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/19/in-den-haenden-des-investors/?ref=loky.news). - **Alkoholfrei:** Champagner und Bier ohne Umdrehungen: [Im ‚Mindful Drinking Club‘](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/17/alkoholfreier-schaumwein-was-soll-das/?ref=loky.news) auf der Prenzlauer Allee kann man fast nur alkoholfreie Getränke kaufen. Was soll das? **Zitat der Woche** *„Das vermutet man im ersten Moment nicht, wenn man an Pankow und Prenzlauer Berg denkt. Aber Angriffe geschehen dort, wo es ein aktives Straßen- und Nachtleben gibt“* sagt Andreas Ziehl vom Verein moskito über rassistische Vorfälle im Bezirk. Es ist ein schweres und unangenehmes Thema – und deshalb so wichtig! In der nächsten Woche informiert euch meine Kollegin Christina Heuschen über alles, was im Kiez passiert. Bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit! Eure Julia Schmitz und die ganze Redaktion ### Wo bleibt der Aufschrei? URL: https://www.loky.news/wo-bleibt-der-aufschrei-rassismus-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-03-20T18:07:23.000Z ## Im Bezirk Pankow steigt die Zahl rassistisch motivierter Vorfälle weiter an. Viele Menschen wissen das, doch sie tun zu wenig dagegen. --- 27\. April 2022: Im Tählmann-Park entdeckt jemand zwei Sprühereien, die Schwarze Menschen rassistisch beleidigt. 16\. Mai: In der Schönhauser Allee finden Leute Flyer einer Gruppierung, die auf ihrer Webseite rassistische Stereotype reproduzieren. 17\. Mai: In der Parkstraße stecken Flyer mit antimuslimisch-rassistischen Inhalt in Briefkästen. Selten sind solche Flyer und Schmierereien nicht. Im Gegenteil: Die Zahl erfasster Vorfälle mit rechtem, rassistischen und judenfeindlichen Hintergrund steigt an. So erfasste die Dokumentationsstelle Berliner Register vergangenes Jahr 4.841 Vorfälle – das macht 13 Fälle pro Tag. Im Jahr zuvor waren es noch 3.822\. Das ist ein neuer Höchststand. Auch im Bezirk Pankow steigen die Zahlen. Hier gab es im vergangenen Jahr insgesamt 343 Meldungen, sagt Andreas Ziehl von „[moskito](http://www.pfefferwerk.de/moskito/?ref=loky.news)“, der Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus für Demokratie und Vielfalt. Die Zahlen seien auch deswegen höher als 2020, weil Menschen aufmerksamer seien. Der Großteil davon passiere in Prenzlauer Berg, bei Angriffen, Bedrohungen und Beleidigungen seien es ungefähr die Hälfte. „Das vermutet man im ersten Moment nicht, wenn man an Pankow und Prenzlauer Berg denkt. Aber Angriffe geschehen dort, wo es ein aktives Straßen- und Nachtleben gibt: In Cafés oder ähnliches und an zentralen Umsteigebahnhöfen passieren immer wieder viele Sachen“, erklärt er. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Rassismus kein Randphänomen** Rund 240 der gemeldeten Vorfälle seien Propagandadelikte gewesen, dazu gehören beispielsweise Schmierereien und Aufkleber im öffentlichen Raum. Hinzu kämen 51 Beleidigungen und Bedrohungen sowie 27 Angriffe. Seit Jahren sei im Bezirk Pankow das Hauptmotiv [Rassismus](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=rassismus&ref=loky.news), knapp ein Drittel der Vorfälle sei rassistisch motiviert gewesen, sagt Ziehl. Gleichzeitig weist er auf eine hohe Dunkelziffer hin; von Rassismus betroffene Menschen meldeten Vorfälle häufig nicht. „Viele, die rassistische Gewalt erfahren, bringen das nicht bei der Polizei zur Anzeige, weil sie durch Racial Profiling oder ähnliche Sachen kein Vertrauen haben, weil es eben manchmal zur Täter-Opfer-Umkehrung kommt.“ Fast die gesamte Bevölkerung in Deutschland, nämlich 90 Prozent, weiß laut dem „Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor“ des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) , dass es Rassismus gibt: Eine deutliche Mehrheit hat ihn bereits erlebt – als betroffene Person oder in dem sie diesen beobachteten. So gaben 65 Prozent der Befragten an, selbst rassistisch diskriminiert oder Zeug\*in solcher Vorfälle geworden zu sein. **Lange gab es keinen Aufschrei** Doch das Wissen um Rassismus hat auch eine andere Seite: Die Studie zeigt nämlich, dass rassistische Vorstellungen in der Gesellschaft teilweise tief verankert sind. Jede zweite bis dritte befragte Person sieht biologische Unterschiede zwischen Menschen oder bewertet andere auf Grund ihrer „Kultur“. Gleichzeitig wehrt ein Teil der Bevölkerung eine kritische Auseinandersetzung mit Rassismus ab. 33 Prozent der Befragten glauben, Menschen, die Rassismus erleben, seien häufig zu empfindlich; 52 Prozent finden sie sogar zu ängstlich. „Lange gab es kaum bis wenig Aufschrei. Lange wurde weggeschaut oder es haben nur gewisse Leute hingeguckt und versucht, das zu thematisieren“, sagt Ziehl. Im Bezirk Pankow haben sich deswegen mehrere Vereine und Initiativen wie moskito und [Total Plural](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/05/11/mit-den-grimms-gegen-rassismus/?ref=loky.news) zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Gemeinsam versuchen sie, Rassismus entgegenzutreten und etwas zu ändern. Sie veranstalten die [Pankower Wochen gegen Rassismus oder Fachtage](https://www.pankow-gegen-rassismus.de/?ref=loky.news), bei denen sie mit Aktivist\*innen zusammenkommen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/05/Naomi-Beukes-Meyer_Foto-Christina-Heuschen-1024x778.jpg) Naomi Beukes-Meyer kritisiert, dass zu wenig gegen Rassismus getan wird. / Foto Christina Heuschen **Rassismus als strukturelles Problem** „Bevor Leute nicht sagen, dass Rassismus nicht richtig ist, bringen all die Workshops nichts. Anti-Rassismus ist ein langer Prozess“, sagt Naomi Beukes-Meyer, die an einem dieser Fachtage teilnimmt. Das beginne bereits bei den Schulbüchern. Die Lehrerin, Filmemacherin und Aktivistin kritisiert, dass diese veraltet seien, viele repräsentierten überhaupt nicht den Alltag und enthielten viele Stereotype. Auch bei Lehrer\*innen müsse ein Bewusstsein dafür geschaffen werden. „Das war schon immer so, höre ich oft von Kollegen, die schon ewig im Job sind.“ „Rassismus ist ein strukturelles Problem, das wir in der Gesellschaft auf verschiedenen Ebenen angehen müssen: in Bildungseinrichtungen, in Verwaltungen, aber auch in Sicherheitsbehörden“, weiß Ziehl. Dort müsse eine höhere Sensibilität entstehen, was Arbeitsweisen ausmachen, was rassistisches Verhalten ist und was dies bei Betroffenen auslöse, sagt er. Alle in der Gesellschaft müssten sich dem Thema annehmen, weil nur so etwas verändert werden könne. „Wir reden alle davon irgendwo was zu ändern, aber wir kriegen das nicht hin“, kritisiert Beukes-Meyer. „Wir müssen mit den Menschen sprechen: im Büro, im Park, auf der Straße. Da wo ich jetzt bin, fange ich an. Auch wenn ich nur mit einem Menschen anfange.“ Auch Ziehl ermuntert alle, bei rassistischen Fällen einzugreifen und Zivilcourage zu zeigen: die Polizei rufen, sich dazwischen stellen oder ähnliches. Denn für Betroffene sei es immer wichtig, zu sehen, dass sie nicht alleine sind. *Titelfoto: Gabe Pierce/Unsplash* ### Klamauk am Kollwitzplatz URL: https://www.loky.news/klamauk-am-kollwitzplatz/ Last updated: 2025-03-20T18:07:50.000Z ## „Leander Haußmanns Stasikomödie“ ist ein üppig ausgestatteter Kostümfilm über die 1980er Jahre in Prenzlauer Berg – der sich für keinen platten Witz zu schade ist. --- Überträgt man eine Geschichte von einem Medium in ein anderes, erfordert das ein gewisses Fingerspitzengefühl. So mangelt es zum Beispiel Verfilmungen oft an Tiefe und Ausführlichkeit, wie sie sich zwischen zwei Buchdeckeln entfalten lässt. Theaterstücken wohnt aufgrund der exaltierten Spielweise der Schauspieler\*innen meistens eine ganz eigene Atmosphäre inne, die sich gar nicht auf die Leinwand übertragen lässt. Oder doch? [Anfang 2019 inszenierte Leander Haußmann sein „Stasitheater“ an der Volksbühne](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/01/07/lsd-in-der-volksbuehne/?ref=loky.news) am Rosa-Luxemburg-Platz; das Stück faszinierte mit einem monumentalen Bühnenbild, driftete aber zügig in den Klamauk ab. Nun hat der 62-jährige Regisseur denselben Stoff als Kinofilm verarbeitet – mit ähnlich kalauerndem Unterton. **Bei den „Nek-Deks“** Ludger Fuchs (Jörg Schüttauf) hat seine ganze Familie eingeladen, um feierlich zum ersten Mal seine Stasi-Akte durchzugehen. Als Oppositioneller hatte er in den 1980er Jahren gegen das DDR-Regime protestiert und wurde später mit zahlreichen Büchern über seinen Widerstand bekannt. Seine Berühmtheit scheint zementiert durch die detaillierten Beobachtungen, die in der Akte enthalten sind – sogar Fotos von der ersten Nacht mit seiner späteren Frau (Margarita Broich) sind dabei. Aber woher kommt der zerrissene und wieder zusammengeklebte Brief voller Liebesschwüre ? Zwansläufig erinnert sich Ludger an eine Zeit, die er lieber verdrängt hätte: Vor seiner Karriere als Schriftsteller hatte er sich nämlich bereitwillig von der Staatssicherheit anwerben lassen. Als interner Mitarbeiter bekam er den Auftrag, die „negativ-dekadente“ Szene – kurz „Nek-Deks“ – vom Prenzlauer Berg rund um das berüchtigte „LSD“-Viertel auszuspionieren. Die Ost-Bohème lebte damals in zerfallenen Altbauten und feierte exzessive Feste mit billigem Schnaps auf den maroden Dachböden oder intoniert melancholische Schlager in Schwulenbars. Ludger (als junger Mann gespielt von David Kross) ließ sich mit Haut und Haaren auf die Menschen ein, vor allem auf die Frauen, und tippte nur widerwillig seine Berichte. Sehr zum Missfallen seines leitenden Offiziers (gespielt von Henry Hübchen samt nikotinschwarzen Zähnen), der wiederholt auf der Matte steht. ![Haußmann](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/05/14976.jpg) Stasi-Offizier Siemens (Henry Hübchen) mit seinem Mitarbeiter Ludger (David Kross) / © UFA Fiction / Constantin Film Verleih, Foto: Nik Konietzny Darf man sich über die DDR und die perfiden Methoden der Staatssicherheit lustig machen? In Haußmanns Film stellt sich die Frage gar nicht erst. Denn was die drei trotteligen Stasi-Männer mit den Faltenhosen in Rentnerbeige und den allzu offensichtlichen Handgelenkstaschen als Überwachungsmethoden anwenden, ist vermutlich so weit entfernt von der Realität wie es das nicht-sozialistische Ausland für die meisten DDR-Bürger\*innen war. Hier jagt ein Kalauer den nächsten, folgt Klischee auf Klischee – etwa wenn Ludger, der die Beziehung von Corinna und ihrem Freund durch gegenseitiges Misstrauen zerstören soll, sich als Liebhaber im Schrank ausgibt, um nicht enttarnt zu werden. Da helfen auch die niedlichen Hundeaugen von David Kross und das authentische Szenenbild nur bedingt. „Leander Haußmanns Stasikomödie“, mit der die DDR-Trilogie aus „Sonnenallee“ (1999) und „NVA“ (2005) nun abgeschlossen ist, hat nicht den Anspruch, das System Staatssicherheit mit einem Augenzwinkern aufs Korn zu nehmen; hier wird den Zuschauer\*innen der Humor vielmehr mit dem Gummihammer eingeprügelt. Es ist ein Film, der für ein paar Lacher sorgt – und dann ebenso schnell wieder vergessen ist. Titelbild: Die geheime Sondereinheit „LSD“ unterwegs im Feindgebiet, v.l.n.r.: Wolke (Eric Spiering), Nullgesicht (Karl Schaper) und Bär (Christopher Nell) / © UFA Fiction / Constantin Film Verleih, Foto: Nik Konietzny ### Prenzlauer Berg Newsletter #19 streitet sich um den alten Güterbahnhof URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-19-streitet-sich-um-den-alten-gueterbahnhof/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Politiker\*innen, die sich fast an die Gurgel gehen und Schrödingers Schadstoffkataster: Prenzlauer Berg in dieser Woche, jetzt zum Nachlesen im Newsletter. --- Dass Politiker\*innen sich gerne vor versammelter Öffentlichkeit verbal duellieren, gehört wohl zum Beruf dazu. Doch in der Bezirksverordnetenversammlung Anfang Mai blieb die Debatte zunächst aus: Ohne Begründung hatten sich Grüne, CDU, FDP und AfD überraschend gegen eine Verlängerung der Veränderungssperre auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs an der Greifswalder Straße ausgesprochen. Und dass, obwohl die Politikr\*innen sonst gefühlt über jede Parkbank und jeden Mülleimer im Bezirk diskutieren. SPD und Linke wollten das nicht akzeptieren und riefen in dieser Woche zu einer außerordentlichen Versammlung mit erneuter Abstimmung zusammen – die war diesmal geprägt von gegenseitigen Anschuldigungen und Vorwürfen. Welche Entscheidung die BVV getroffen hat und was das für das Areal an der Lilli-Henoch-Straße bedeutet, lest ihr in unserem **Text der Woche** - **Güterbahnhof:** Schulneubau oder Wohntürme? Die jahrelange Diskussion über das Grundstück an der Lilli-Henoch-Straße 10 hat die Bezirksverordnetenversammlung in zwei Lager geteilt. [Doch jetzt gibt es eine Entscheidung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/19/in-den-haenden-des-investors/?ref=loky.news). **Was sonst noch los war** - **Alkoholfrei:** Champagner und Bier ohne Umdrehungen: [Im ‚Mindful Drinking Club‘](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/17/alkoholfreier-schaumwein-was-soll-das/?ref=loky.news) auf der Prenzlauer Allee kann man fast nur alkoholfreie Getränke kaufen. Was soll das? **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/05/kiezfoto.jpg) Geheimnisvoller Steinkreis in der Schwedter Straße entdeckt. Aus welcher antiken Kultur der wohl stammt? / Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** **Asbest:** Ende April veröffentlichte rbb24 eine Liste Berliner Schulen, die noch immer mit schwach gebundenem Asbet belastet sind; ein Baustoff, der seit 1993 wegen seiner krebserregenden Wirkung verboten ist. **Aber warum fehlt Pankow in der Aufzählung?** Das wollte die Bezirksverordnete Eva Scharfenberg (CDU) vom Bezirksamt wissen. Bis Anfang der 2000er Jahre seien alle Schulen im Bezirk auf Asbestbelastung untersucht und entsprechend saniert worden, antwortete Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke). Vor jedem Umbau oder Erweiterungen von Schulgebäuden würde dies noch einmal geprüft und in ein Schadstoffkataster eingetragen. Eine Antwort, die auch der Abgeordnete Andreas Otto (Grüne) Anfang April erhalten hatte – **und die ihn verwunderte, da es in einer Antwort auf eine andere Anfrage gehießen hatte, Pankow führe gar kein Schadstoffkataster.** Wer hat recht? Der Teufel liegt hier offenbar im Detail: Die Berichte über Asbestprüfungen bei bestehenden Gebäuden, erklärte der Senat nach Rücksprache mit dem Bezirksamt, werden in die jeweilige Bauakte abgeheftet; die Ergebnisse von Schadstoffuntersuchungen bei bevorstehenden Baumaßnahmen aber in ein Kataster eingetragen. Wo und wann ist das Kataster denn einsehbar, fragt Otto weiter. Gar nicht: „Im Bezirksamt Pankow existiert kein Schadstoffkataster“, heißt es. Schrödingers Schadstoffkataster, jetzt auch in Pankow! **Pop-up-Fahrradstraßen:** In der Stargarder Straße hält sich kaum jemand an die Regeln einer Fahrradstraße. [Einige Wochen führte die Polizei keine Kontrollen durch](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/08/ohne-markierung-keine-fahrradstrasse/?ref=loky.news), weil die Straße aufgrund fehlender Markierungen und zu kleiner Hinweisschilder keine rechtssichere Fahrradstraße war. Trotzdem fordern die Pankower Grünen nun die Einrichtung von Pop-up-Fahrradstraßen: „Es können erst einmal die Schilder aufgestellt werden und die weiteren Maßnahmen folgen dann, wenn es wieder genügend Personal gibt“, schlug die Verordnete Patricia Flores (Grüne) am Mittwoch in der Bezirksverordnetenversammlung vor. Geeignet wären dafür die Straßen, die der ehemalige Grünen-Stadtrat Vollrad Kuhn sowieso zu Fahrradstraßen umwidmen wollte, wie zum Beispiel die Erich-Weinert-Straße. Der Vorschlag traf auf wenig Gegenliebe bei den anderen Parteien. „Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der Regeln kaum. Wie soll das auf nicht vernünftig geplanten und umgesetzten Fahrradstraßen laufen, wenn dort nur ein paar Schilder aufgestellt werden?“, kritisierte Wolfram Kempe (Linke). Bevor die Verordneten über den Antrag entscheiden, steht er nun erstmal zur Diskussion im Mobilitätsausschuss. **Polizeimeldungen** - **Autobrand:** In der Nacht zu Mittwoch brannten ein Opel sowie ein Toyota in der Fritz-Riedel-Straße vollkommen aus. Ein Skoda, der hinter den Autos stand, wurde durch die Flammen auf der Vorderseite stark beschädigt. Eine Anwohnerin hatte gegen 3 Uhr morgens ein Knallen vor ihrem Haus bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung. **Tipps & Termine** - **immer:** „[Berlin wie es einmal war](https://www.youtube.com/watch?v=BeMgUIcAfpw&ref=loky.news)“ heißt eine Reihe des rbb, die auf Youtube zu sehen ist – und in der natürlich auch Prenzlauer Berg und Pankow vorkommen. Anderthalb Stunden dauert die Dokumentation, die Bilder und Szenen aus den 1960ern bis 1980ern zeigt. - **24.5.:** Vergangenes Jahr feierte die Band PANKOW ihr 40-jähriges Bestehen. [André Herzberg, Mitgründer der Band](https://www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow/aktuelles/veranstaltungen/?ref=loky.news#jkb), hat über seine Zeit mit der Band und die Streitigkeiten mit der Kulturpolitik der DDR ein Buch geschrieben. Am Dienstag liest er daraus in der Janusz-Korczak-Bibliothek. Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung aber erforderlich unter 030–90 295 69 65 64. ![Steady](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Du-willst-Lokaljournalismus-der-zu-dir-passt-Dann-werde-jetzt-Mitglied-%E2%80%93-schon-ab-5%E2%82%ACMonat-1.png) ![Button Prenzlauer Berg Nachrichten](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2017/10/Unterstuetze_uns_auf_Steady_3.png) **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Engagement:** [In der FreiwilligenAgentur Pankow](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/13/ehrenamt-braucht-hauptamt/?ref=loky.news) treffen soziale Einrichtungen auf Ehrenamtliche. Wir haben mit Heidi Graf und Christian Dubs über Ziele, Möglichkeiten und die Herausforderungen vom Ehrenamt in Krisenzeiten gesprochen. - **Kiezplatz:** [Am nördlichen Ende der Sonnenburger Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/10/was-wurde-aus-dem-sonnenburger-platz/?ref=loky.news) soll ein vom Autoverkehr abgetrennter Quartiersplatz entstehen. Entschieden wurde das bereits 2008, passiert ist aber auch 14 Jahre später noch nichts. Warum? **Zitat der Woche** *„Es gibt keine Möglichkeit, den Investor zu verpflichten, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen oder Einfluss auf die Gestaltung des Areals zu nehmen“* sagte Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD) bei der Sondersitzung der BVV am Mittwoch. Die Entscheidung war dennoch eindeutig: Die Veränderungssperre für das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs an der Greifswalder Straße ist aufgehoben und die Bahn frei für den Investor und seine Bauprojekte. Selten habe ich Lokalpolitik so zynisch und vorwurfsvoll erlebt – davon muss ich mich erstmal erholen. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende! Eure Julia Schmitz und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den [wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### In den Händen des Investors URL: https://www.loky.news/in-den-haenden-des-investors/ Last updated: 2025-03-20T18:07:23.000Z ## Schulneubau oder Wohntürme? Die jahrelange Diskussion über das Grundstück an der Lilli-Henoch-Straße 10 hat die Bezirksverordnetenversammlung in zwei Lager geteilt. Doch jetzt gibt es eine Entscheidung. --- Als bei der Sitzung am Abend des 4\. Mai das Abstimmungsergebnis auf der Leinwand angezeigt wird, geht das sprichwörtliche Raunen durch die Runde: 31 der anwesenden Bezirksverordneten haben sich gegen eine „Verlängerung der Veränderungssperre“ für das Grundstück Lilli-Henoch-Straße 10/12 ausgesprochen, 21 stimmen mit Ja. Die Entscheidung, die hinter dem bürokratischen Antragstitel steckt, bringt ein enormes Konfliktpotential mit sich. Denn mit der [Veränderungssperre, die Anfang 2019 – ebenfalls mit einer Mehrheit – beschlossen wurde](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/04/01/gueterbahnhof-greifswalder-der-bezirk-greift-durch/?ref=loky.news), hatte das Bezirksamt nicht nur ein Machtwort gesprochen, sondern sich auch Luft verschafft. Auf dem 28.000 Quadratmeter großen Areal zwischen den S-Bahnhöfen Greifswalder Straße und Prenzlauer Allee plant [Grundstücksbesitzer Christian Gérôme seit Jahren](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2014/06/02/wir-wollen-keine-schickimicki-gegend/?ref=loky.news) den Bau von mehreren Wohnhäusern; der Bezirk hingegen möchte dort eine Oberschule bauen, um dem Schulplatzmangel entgegenzuwirken. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Weg frei für Investor** Doch es erfordert Zeit und Personal, um einen Bebauungsplan aufzustellen. Pankow hat von beidem grundsätzlich zu wenig, einen B-Plan gibt es bis heute nicht. Und neben Schulplätzen ist auch Wohnraum im Bezirk ein knappes Gut. Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP und AfD sprachen sich bei der Abstimmung Anfang Mai deshalb gegen eine Verlängerung der Sperre aus und machten damit den Weg frei für den Investor Gérôme. Die SPD-Fraktion, deren Stadträtin Rona Tietje den Antrag gestellt hatte, reagierte empört. > „Die Grünen, CDU und AfD stehen seit dem 04.05.2022 für charakterlose parlamentarische Umgangsformen, erkennen Handlungserfordernisse nicht an und zementieren die Unterversorgung der Schülerinnen und Schüler im Bezirk Pankow und vor allem im Prenzlauer Berg. Scheinbar haben stattdessen die Gewinnabsichten des Investors nun eine Mehrheit in der BVV Pankow. Das ist verantwortungslos“ schrieb Fraktionsvorsitzender Roland Schröder (SPD) in einer Pressemitteilung. Kritik kam auch von links: „Ohne einen Bebauungsplan läge die Entwicklung dieses großen innerstädtischen Areals in den Händen eines Grundstücksspekulanten“, schreibt Fred Bordfeld, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Pankower Linksfraktion. **Neue Abstimmung** In dieser Woche kamen die Bezirksverordneten deshalb auf Antrag von Rot-Rot zu einer erneuten Abstimmung in der Fröbelstraße zusammen. Bereits im Vorfeld hatte die Fraktion der Grünen vermeldet, auch diesmal nicht anders zu votieren. Die Fraktion der Grünen sei natürlich für den Schulneubau, betonte der Bezirksverordnete Karsten Gloger. „Das klappt aber nur, wenn wir uns mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen – also auch mit dem Investor.“ Dieser hatte in einer Mail an die Verordneten geschrieben, sein Bauvorhaben stünde in keinem Widerspruch zu dem Bau einer Schule und dass er zu Verhandlungen über den Austausch von Flächen bereit stünde. Sollte der Bezirk das Angebot annehmen, verzichte er bis September dieses Jahres darauf, einen Bauantrag zu stellen. Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD) sieht ohne Veränderungssperre aber schwarz für den ehemaligen Güterbahnhof. „Es gibt keine Möglichkeit, den Investor zu verpflichten, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen oder Einfluss auf die Gestaltung des Areals zu nehmen“, sagte sie am Mittwoch. Wenn Christian Gérôme jetzt Bauanträge für sieben oder 17-geschossige Hochhäuser stelle, was er bereits einmal getan habe, müsse das Bezirksamt darüber entscheiden. „Maßgeblich ist dann alleine, ob sich seine Bauvorhaben in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen und die Erschließung gesichert ist.“ Und dieser Maßstab könnten auch die Hochhäuser im Thälmannpark sein. Ob auf dem verkleinerten Gelände dann noch eine Oberschule gebaut werden könne, sei strittig. „Wenn, dann wäre das ein Gymnasium ohne die notwendigen Sport- und Außenflächen, ohne Laufbahn, ohne Kleinspielfeld“, sagte Tietje in einer emotionalen Ansprache an die Verordneten. **Bahn frei für Investor** Doch alles Bitten der Stadträtin blieb ungehört. Über eine Stunde diskutierten die Fraktionen mit heißen Köpfen; selten gab es in einer Bezirksverordnetenversammlung so viele gegenseitige Anschuldigungen und Boshaftigkeiten. „Eine Mehrheit der BVV plant, ein etabliertes Verfahren aufzuheben, um sich als Bittsteller an den Tisch eines Investors zu setzen“, sagte Fred Bordfeld (Linke); CDU-Fraktionsvorsitzende Denise Bittner kritisierte, dass seit dem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan vor drei Jahren nichts passiert sei und der Schulbau auf diese Weise noch länger hinausgezögert werde. Am Ende fiel das Ergebnis deckungsgleich zur ersten Abstimmung aus: SPD und Linksfraktion stimmten für die Verlängerung der Veränderungssperre, Grüne, CDU, FDP und AfD hielten erneut geschlossen dagegen. Christian Gérôme hat nun freie Bahn für seine Bauprojekte. Und durch die Bezirksverordnetenversammlung zieht sich ein tiefer Riss. Titelbild: Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs wird derzeit zwischengenutzt, u.a. durch das Kulturprojekt Discobabel e.V. / Foto: Julia Schmitz ### Alkoholfreier Schaumwein. Was soll das? URL: https://www.loky.news/alkoholfreier-schaumwein-was-soll-das/ Last updated: 2025-03-20T18:07:50.000Z ## Champagner und Bier ohne Umdrehungen: Im ‚Mindful Drinking Club‘ auf der Prenzlauer Allee kann man fast nur alkoholfreie Getränke kaufen. Warum? --- ## Dies ist ein Text aus unserer Reihe [Was soll das?](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=was+soll+das&ref=loky.news) --- Die Geburtstagsfeier einer schwangeren Freundin stellt mich vor die Frage: Was bringe ich bloß zum Trinken mit? Als Teenager haben wir uns mit Kindersekt und klebriger Limonade zufriedengegeben, aber ich befürchte, dass ein Six-Pack Capri-Sonne heute eher nostalgisches Kichern als anhaltende Begeisterung ernten würde. Auf der Prenzlauer Allee in Prenzlauer Berg stoße ich auf den *Mindful Drinking Club*. In dem liebevoll gestalteten Raum bieten Jennifer Kießling und Maximiliam Lielje seit einem Jahr alkoholfreie Alternativen für Erwachsene an. Das Angebot reicht von Schaumweinen über Drinks auf Kombucha Basis bis hin zu Sparkling Tea. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Weinalternativen und Saft** „Am häufigsten fragen uns Kund\*innen nach alkoholfreiem Wein. Wir bieten lieber Weinalternativen, sogenannte Wein-Proxys (Wine Proxies), die in ihrer Komplexität den Weinen nachempfunden sind“, erklärt Lielje. „Die Weinproxyrichtung hat sehr viel Potential“, betont auch Kießling. „Die Getränke werden komplexer, zum Teil wirken sie noch ein bisschen edgy. Das ist für die Getränkebegleitung sehr spannend. Man kann ja nicht unbegrenzt Saft zum Essen trinken.“ Saft führt der *Mindful Drinking Club* allerdings auch, und zwar sortenrein. Ich bekomme einen hundertprozentigen Quittensaft zum Probieren, der zu Lieljes Favoriten zählt. Er schmeckt sehr fruchtig, aber nicht zu süß, da bei den hier im Sortiment enthaltenen auf zusätzliche Süßungsmittel verzichtet wird. **Das Narrativ ändern** Auch bekannte Marken von Alkoholanbietern sucht man hier vergeblich. Der *Mindful Drinking Club* setzt auf ausgewählte Label, anstatt auf Masse. „Die großen Firmen, die ebenfalls alkoholfreie, meist entalkoholisierte Produkte herstellen, führen wir zwar nicht im Laden, sind aber dankbar dafür, dass sie durch ihr Angebot alkoholfreies Trinken normalisieren“, so Kießling. Außer den Nullprozentigen Alternativen führen Kießling und Lielje auch einige Getränke mit niedrigem Alkoholgehalt. „Häufig fühlen sich Menschen einem bestimmten Lager angehörig; diejenigen, die Alkohol konsumieren und die, die es nicht tun. Wir betrachten dieses Thema gar nicht radikal und beobachten glücklicherweise ein Umdenken in der Kommunikation. Es ist doch absurd, sich dafür schämen zu müssen, wenn man keinen Alkohol trinkt. Wir möchten dieses Narrativ ändern.“ Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtanfragen e.V. (DHS) ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Reinalkohol pro Jahr zwischen 1970 und 2019 um 4,2 Liter gesunken. Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) gibt eine Steigerung des Marktanteils von alkoholfreiem Bier und Malzgetränken von 53 Prozent im Vergleich zwischen den Jahren 2010 und 2020 an. Dann hat uns die Pandemie also nicht vermehrt zu Hochprozentigem greifen lassen, frage ich Maximilian Lielje. **Reduzierter Alkoholkonsum** „Die Pandemie hat einiges verändert. Viele haben in dieser Zeit ihren Alkoholkonsum reduziert“, vermutet er. „Ich würde den sinkenden Alkoholkonsum in der Gesellschaft nicht als Trend beschreiben, sondern als nachhaltige Entwicklung. Man achtet heute allgemein stärker darauf, was man zu sich nimmt. Uns ist es übrigens sehr wichtig, dass möglichst viele unserer Produkte aus der Region kommen oder Bio-zertifiziert sind.“ Kießling und Lielje würden ihr Sortiment gerne ausschließlich lokal beziehen, wofür die Produktionsstrukturen aber noch nicht reichen. Ein Großteil ihres Angebots kommt allerdings bereits aus Deutschland und sie hoffen, dass in Zukunft mehr Getränkehersteller auch alkoholfreie Produktion wagen. Die Idee für den *Mindful Drinking Club* kam von Jennie Kießling, die zuvor lange in der Gastronomie tätig war und über die Begeisterung für Geschmackspaarungen in der Gastronomie zum Thema alkoholfreier Genuss gelangt ist. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/05/Mindful_Drinking_2-1024x490.jpg) Mindful Drinking Club in der Prenzlauer Allee / Foto: Jennifer Kießling **Weniger ist mehr** Manchmal, erzählt sie, muss sie sich noch abfällige Kommentare anhören oder erlebt, dass Sommeliers demonstrativ den Raum verlassen, wenn sie bei einer Beratung auf alkoholfreie Alternativen eingeht. „Das ist sehr schade, denn ich will nichts wegnehmen, sondern im Gegenteil einen Mehrwert generieren.“ Ich nehme an diesem Tag einen Sparkling Tea mit Rhabarber und Rosenwasser mit zu der Geburtstagsparty. Nicht nur ist das Getränk alkoholfrei, die Flasche sieht auch schöner aus, als die meisten im Supermarkt erhältlichen alkoholischen Alternativen. Meine Freundin ist begeistert, dass sie auf ihrer Feier statt mit Wasserglas mit einem alkoholfreien rosa schimmernden Perlgetränk anstoßen kann. Manchmal ist weniger tatsächlich mehr. Titelbild: Katharina Angus ### Prenzlauer Berg Newsletter #18 engagiert sich ehrenamtlich URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-18-engagiert-sich-ehrenamtlich/ Last updated: 2025-03-20T18:07:24.000Z ## Zoff um ein Grundstück, Gerangel an der Tramhaltestelle und die Suche nach einem Kita-Platz: Was in dieser Woche im Kiez passiert ist, gibt’s im Newsletter zum nachlesen. --- Senior\*innen beim Einkauf helfen, Kindern Märchen vorlesen oder Geflüchtete auf Behördengänge begleiten: Ehrenamt hat viele Gesichter. In Berlin ist die Bereitschaft, anderen Menschen unentgeltlich zu helfen, besonders groß. Aber wie bringt man Menschen, die sich engagieren wollen, mit den passenden Angeboten zusammen? Und hat sich die Situation mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine verändert? Meine Kollegin Katharina Angus hat die FreiwilligenAgentur in Pankow besucht und nachgefragt für unseren **Text der Woche** - **Engagement:** [In der FreiwilligenAgentur Pankow](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/13/ehrenamt-braucht-hauptamt/?ref=loky.news) treffen soziale Einrichtungen auf Ehrenamtliche. Wir haben mit Heidi Graf und Christian Dubs über Ziele, Möglichkeiten und die Herausforderungen vom Ehrenamt in Krisenzeiten gesprochen. **Was sonst noch los war** - **Kiezplatz:** [Am nördlichen Ende der Sonnenburger Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/10/was-wurde-aus-dem-sonnenburger-platz/?ref=loky.news) soll ein vom Autoverkehr abgetrennter Quartiersplatz entstehen. Entschieden wurde das bereits 2008, passiert ist aber auch 14 Jahre später noch nichts. Warum? **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/05/Foto-11.05.22-09-32-06-e1652438363330.jpg) Ich hab noch einen Koffer in Berlin… / Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** **Thälmannpark:** Vergangene Woche stimmte die Bezirksverordnetenversammlung über einen Antrag ab, dessen Titel denkbar dröge klingt, der inhaltlich aber höchst brisant ist: Hinter der „weiteren Verlängerung der Veränderungssperre 3-61/17 im Bezirk Pankow, Ortsteil Prenzlauer Berg“ für das Grundstück Lilli-Henoch-Straße versteckte sich das Machtwort, mit der das Bezirksamt eine Bebauung des Streifens nördlich des Thälmannparks mit zwei siebenstöckigen Wohnbauten zugunsten eines Schulneubaus verhindern wollte. [Zwei Jahre galt diese Sperre](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/04/01/gueterbahnhof-greifswalder-der-bezirk-greift-durch/?ref=loky.news), nun sollte sie auf Antrag der Stadträtin für Stadtentwicklung Rona Tietje (SPD) für ein weiteres Jahr verlängert werden; das sollte dem Bezirk Zeit verschaffen, einen Bebauungsplan aufzustellen. Aber bis auf SPD und Linksfraktion votierten alle Parteien, ohne Begründung, dagegen. Ein überraschendes Ergebnis, hatte der zuständige Fachausschuss den Antrag doch zuvor einstimmig verabschiedet; seit Jahren diskutiert der Bezirk außerdem über den Schulplatzmangel. Die Pankower SPD zeigt sich brüskiert: „Bündnis90/die Grünen hofieren lieber einen berüchtigten Investor als sich für die Bedarfe von Schülerinnen und Schüler einzusetzen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Christian Gèrôme sei stadtweit „als Motor von Verdrängung durch Aufkauf, Aufteilung und Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen sowie teuerste Luxusmodernisierungen“ und für Verdrängung von alteingesessenen Mieter\*innen bekannt. Vorerst hat Gérôme aber freie Bahn: Die Veränderungssperre läuft am 4\. Juni aus. **Tramhaltestelle:** Ab nächstem Jahr bekommen Radfahrer\*innen auf der Schönhauser Allee mehr Platz, wenn die jetzt noch zum Parken genutzte rechte Spur zwischen Gleimstraße/Stargarder Straße und Danziger Straße zum abgetrennten Radweg umgebaut wird – [wir berichteten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/26/sonderanfertigung-fuer-pankow/?ref=loky.news). Nicht alle sind von dieser Maßnahme begeistert. Der Berliner Fahrgastverband (IGEB) freut sich zwar über gute Radwege, „aber nicht auf Kosten der Straßenbahnfahrgäste“: Mitten auf der Radstrecke liegt nämlich die Haltestelle Milastraße der Tram M1\. Um die Bahn zu erreichen, müssen Fahrgäste aktuell die Straße überqueren und darauf hoffen, dass die Autofahrer\*innen es rechtzeitig bemerken und anhalten. **Zukünftig müssten sie auch noch auf eine Lücke im Fahrradverkehr hoffen, meint der Fahrgastverband und schlägt vor, die Haltestelle unter das Viadukt zu verlegen** oder eine Haltestelleninsel – wie es sie zum Beispiel am Frankfurter Tor in Friedrichshain gibt – zu bauen. Und dann sei da noch ein Problem: Weil der Lieferverkehr in Zukunft nicht mehr auf der ehemaligen Parkspur, sondern in zweiter Reihe halten müsse, würden die Autos wahscheinlich auf die Tramgleise ausweichen und dort Stau auslösen. Die Pankower Linksfraktion hatte bereits 2018 eine Verbesserung der Situation an der Milastraße gefordert. „Wir unterstützen die IGEB-Forderung nach Vorrangschaltung der Straßenbahn. Die Radverkehrssicherheit​ darf nicht zu Lasten des ÖPNV erreicht werden, nur zu Lasten des KfZ-Verkehrs, von dem die Gefahren ausgehen“, twitterte sie diese Woche. **Kita-Atlas:** Erstmal Mutterschutz und Elternzeit, dann langsam überlegen, in welchem Alter das Kind mit der Kita beginnen soll? Das funktioniert in Berlin nicht. [Seit Langem ist die Lage allerorts angespannt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/08/20/kitaplatz-verzweifelt-gesucht/?ref=loky.news), wenn es um die Suche nach einem Betreuungsplatz für den Nachwuchs geht. Und das wird vermutlich in den meisten Bezirken erstmal so bleiben, zeigt der Kita-Förderatlas, der die Berliner Senatsverwaltung vor kurzem veröffentlichte. **Prenzlauer Berg kommt darin allerdings verhältnismäßig gut weg**. Der Bezirk – es ist auch der mit den meisten Kindern – hat in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Kita-Plätze geschaffen; im Großteil von Prenzlauer Berg gibt es noch Platzreserven, heißt es, aber der Bedarf steige ebenfalls. Nur im Gebiet rund um den Helmholtzplatz sinke die Nachfrage. Ob das mit der Realität übereinstimmt? **Nachbarschaft:** Initiativen und Projekte aus den einzelnen Kiezen tragen zu einem lebendigen Miteinander in den Nachbarschaften bei – und das will das Bezirksamt Pankow nun stärken. In dieser Woche unterzeichneten die Stadträtin für Gesudheit und Soziales, Dr. Cordelia Koch (Grüne) und der Stadtrat für Jugend und Familie, Cornelius Bechtler (Linke) einen Kooperationsvertrag mit dem Paritätische Wohlfahrtsverband und dem Verband für sozial-kulturelle Arbeit. Die Partner stimmen ihre Angebote in den Stadtteilen aufeinander ab und entwickeln sie gemeinsam bedarfsgerecht weiter. „Zivilgesellschaftliches Engagement beginnt nicht erst mit der Volljährigkeit. Junge Menschen können und wollen einen aktiven Part in der Gestaltung ihrer Umwelt einnehmen. Es liegt an uns, als gesamte Gesellschaft Räume zu schaffen, die Teilhabe, Begegnungen und Initiativen ermöglichen“, so Bechtler. **Kiezchor:** „Wir singen, trällern, jubeln, jodeln, trillern, flöten, summen, tönen und schmettern Lieder aus Spanien, Frankreich, Südafrika, Bulgarien, Deutschland, Nigeria“, schreibt der Kiezchor Prenzlauer Berg über sich selbst. Rund 20 Menschen treffen sich jeden Donnerstag in der Schönfließer Straße 7 zum gemeinschaftlichen Singen. Und sie suchen Nachwuchs: Aufgrund der Pandemie habe der Chor eine längere Pause einlegen müssen und sei jetzt ausgedünnt, schreibt uns Nadia Lichtenberger. Wer die Gruppe mit der eigenen Stimme unterstützen möchte, [kann per Mail Kontakt aufnehmen](http://kiezchor.de/?ref=loky.news). Und noch ein Anliegen haben die Sänger\*innen: Nach den Sommerferien benötigen sie neue Räumlichkeiten für ihre Chorproben. **Spendenaufruf:** Rund 46.000 Menschen wohnen im polnischen Kołobrzeg; seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine haben über 3.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland Zuflucht in der Kleinstadt an der Ostseeküste gesucht. Weil die Gemeinde bei der Versorgung und Unterbringung der Menschen an ihre Grenzen kommt, bittet die Bürgermeisterin Anna Mieczkowska jetzt um Spenden. Der Verein Freunde Kolbergs e.V., der Verein Für Pankow e.V. und das Bezirksamt Pankow rufen deshalb dazu auf, die langjährige Partnerstadt Pankows zu unterstützen. [Weitere Informationen zum Spendenaufruf gibt es hier](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1205108.php?ref=loky.news). **Polizeimeldungen** - **Prügelei:** Zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe von zehn Personen und einem 25-Jährigen kam es vergangene Nacht gegen 0.15 Uhr vor einer Bar an der Ecke von Stubbenkammerstraße und Prenzlauer Allee. Die Polizei, die von Zeug\*innen gerufen worden war, fand den Mann in einem nahegelegenen Wohnhaus, in das er geflüchtet war, und brachte ihn mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Die anderen Männer entkamen unerkannt, die Kriminalpolizei ermittelt. **Tipps & Termine** - **13.5.:** Im ukrainischen Vinnytsia organisiert die Schule „Боже, вільна школа“ (internationaler Name: „One Crazy School“) seit Kriegsbeginn Unterstützung für Geflüchtete. Der Pankower Träger Netzwerk Spiel/Kultur Prenzlauer Berg e.V., zu dem auch die Demokratische Netzwerk-Schule gehört, sammelt an diesem Freitag bei einem [Spendenflohmarkt auf dem Abenteuerlichen Bauspielplatz Kolle 37](https://www.netzwerkspielkultur.de/vs/never-give-up?ref=loky.news) wiederum für die Schule in der Ukraine. Los geht es um 14 Uhr. - **13.5.:** Unter dem Titel [„Asphaltierte Aussichten“](https://www.baiz.info/programm/?ref=loky.news) lesen Robert Klages und Eric Ahrens am Freitag Ungereimtheiten, Gedichte und (noch) unveröffentlichte Kurzgeschichten. Ab 19.30 Uhr im BAIZ, Eintritt 5 Euro. - **17.5.:** Lea Streisand ist Ur-Prenzlauer Bergerin, Radiomoderatorin und gefeierte Autorin. An diesem Abend liest sie in der Galerie Amalienpark [aus ihrem dritte Roman „Hätt‘ ich ein Kind“](https://amalienpark.de/?ref=loky.news). Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt kostet 10 Euro bzw. 6 Euro ermäßigt. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Baumfällungen:** Schulwegsicherheit sei wichtiger als der Erhalt von Bäumen, sagen die Pankower Bezirksverordneten. Den vorgeschlagenen Kompromiss der Grünen für die [Werneuchener Wiese](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/05/die-eschen-werden-fallen/?ref=loky.news) lehnen sie ab. - **Kunst:** It’s that time of the year again: Seit 2017 findet im Mai im Bezirk Pankow das [artspring Festival ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/02/kunstfruehling-in-pankow/?ref=loky.news)statt. Die sechste Ausgabe steht diesmal unter dem Motto „Der Mythos ist hin“. **Zitat der Woche** „*Ich glaube, dass die Mühlen der Behörden langsamer mahlen, als der Aktivismus der Freiwilligen*“ sagt Christian Dubs von der FreiwilligenAgentur Pankow. Während die Ämter noch Strategien austüfteln, seien oft schon die ersten Ehrenamtlichen schon vor Ort. Engagiert ihr euch ehrenamtlich und möchtet uns davon erzählen? Dann meldet euch gerne [per Mail ](mailto:redaktion@prenzlauerberg-nachrichten.de)bei uns. Wir lesen uns nächste Woche wieder! Eure Julia Schmitz und die ganze Redaktion ### Ehrenamt braucht Hauptamt URL: https://www.loky.news/ehrenamt-braucht-hauptamt/ Last updated: 2025-03-20T18:07:24.000Z ## In der FreiwilligenAgentur Pankow treffen soziale Einrichtungen auf Ehrenamtliche. Wir haben mit Heidi Graf und Christian Dubs über Ziele, Möglichkeiten und die Herausforderungen vom Ehrenamt in Krisenzeiten gesprochen. --- Seit 14 Jahren vermittelt die FreiwilligenAgentur Pankow, die sich in der Berliner Allee befindet, hilfsbereite Berliner\*innen an soziale Organisationen. Mittlerweile umfasst ihr Team drei Beschäftigte sowie drei ehrenamtliche Mitarbeiter\*innen. Geleitet wird die Agentur von Heidi Graf, Christian Dubs ist mit dem Jungen Engagement betraut und Barbara Wacker übernimmt den Bereich der Inklusion. Neben grundständigen Aufgaben wie der Nachbarschaftshilfe, engagiert sich die Agentur in Krisenzeiten in Feldern mit gestiegenem Bedarf, so war sie zu Beginn der Pandemie Teil der Corona-Hotline. In der aktuellen Situation wird sie auch in der Ukraine-Hilfe tätig. **Seit Ende Februar sind Tausende von Menschen aus der Ukraine nach Berlin geflüchtet. Was bedeutet das für Freiwilligen-Agentur?** **Heidi Graf**: Plötzlich gab es sehr viel Druck und Handlungsbedarf. Wir haben wegen der gestiegenen Belastung eine befristete zusätzliche halbe Stelle einrichten können. **Christian Dubs**: Gerade in den ersten zwei Wochen nach Kriegsausweitung passierte alles gleichzeitig. Jeden Tag kamen neue Informationen und wir waren in regelmäßigem Austausch mit dem Bezirksamt Pankow. Auch der Austausch mit bundesweiten Freiwilligenagenturen hat glücklicherweise gut funktioniert und wir haben schnell beschlossen, uns mit einer eigenen Datenbank auf mittel- und langfristige Hilfen einzustellen. Uns war es wichtig, auf Strukturen zurückzugreifen, die in Pankow bereits vorhanden sind und zusätzlich in der Ukraine-Hilfe tätig werden. Von Freiwilligen am Hauptbahnhof haben wir gehört, wie chaotisch es dort teilweise abgelaufen ist, weil es keine offizielle Organisation gab. Eine Agentur wie unsere schützt durch gezielte Verteilung auch vor Überlastung Einzelner. **In der Bevölkerung herrscht oft Verwirrung darüber, warum die Verwaltung scheinbar aus der Flüchtlingsbewegung von 2015 nicht gelernt und keine Strukturen etabliert hat, die bei Bedarf nur noch abgerufen werden müssen. Was lief aus Ihrer Sicht schief?** **Dubs**: Ich glaube, dass die Mühlen der Behörden langsamer mahlen, als der Aktivismus der Freiwilligen. In der Verwaltung muss zunächst geklärt werden, wer welche Vorgänge finanziert, wer das Personal stellt etc. und dann dauert die Planungsphase mitunter noch an, während die Freiwilligen bereits an der Arbeit sind. **Das bedeutet, Sie haben auch hinter den Kulissen keinerlei längerfristige Vorbereitung von Seiten der Behörden mitbekommen?** **Dubs**: Wir standen mit den bezirklichen Behörden in regem Austausch, haben aber von einer längerfristigen Vorplanung auf Senatsebene nichts gehört. **Graf**: Man darf bei aller Kritik am Krisenmanagement allerdings nicht vergessen, dass die Berliner Regierung neu im Amt ist. Der Krieg ist über die Verantwortlichen hereingebrochen, als sie noch dabei waren, sich ihre Aufgaben zu erschließen. Das war auch ziemlich viel auf einmal. **Dubs**: Man sollte auch erwähnen, dass es im Bezirksamt Pankow Mitarbeiter\*innen gab, die morgens bereits um fünf Uhr am Infopoint standen. **Haben sich speziell nach der Ausweitung des Angriffskrieges auf die Ukraine besonders viele Freiwillige bei Ihnen gemeldet?** **Graf**: Die Situation erinnert in dieser Hinsicht an ein Phänomen aus der Corona-Zeit; es gibt mehr Hilfs- und Unterstützungsbereitschaft als angemeldeten Bedarf. Derzeit haben wir 217 registrierte Freiwillige, auf die 14 Angebote kommen. Unsere Agentur vermittelt nur an soziale Einrichtungen, nicht an Privatorganisationen. Die Einrichtungen treten mit ihren Gesuchen an uns heran und wir verbinden sie dann mit den Wünschen und Kenntnissen der Freiwilligen in unserer Datenbank. Die jeweiligen Organisationen müssen bereits eine Struktur für die Freiwilligenarbeit geschaffen haben; beispielsweise eine Ansprechperson. Ehrenamt braucht immer Hauptamt. **Welche Bevölkerungsgruppen engagieren sich bei Ihnen vor allem in der Freiwilligenarbeit?** **Graf**: Von den 217 Freiwilligen für die Ukraine-Hilfe sind 161 Frauen. Das ist schon ein gesellschaftliches Abbild. Als ich im Jahr 2019 hier zu arbeiten begonnen habe, dachte ich, es würden sich vor allem Rentner\*innen für Ehrenämter interessieren, aber das stimmt gar nicht. Die Begeisterung für freiwilliges Engagement zieht sich quer durch alle Altersklassen; so ist beispielsweise der mittlere Altersbereich, von Menschen um die vierzig Jahre, stark vertreten. Da gibt es auch Leute, die voll im Berufsleben stehen und sich trotzdem in ihrer Freizeit engagieren möchten. Das hat mich sehr positiv überrascht. **Dubs**: Wir bieten in unserer Agentur auch den Bereich „Junges Engagement“ an, für Jugendliche bis 27 Jahren. Auch der erfährt viel Zuspruch. **Wie ist die Freiwilligenagentur Pankow entstanden?** **Graf**: Es gibt uns seit 14 Jahren. Die Agentur wurde im Stadtteilzentrum Pankow als Ein-Frau-Betrieb gegründet. Im Jahr 2019 hatten das berlinweite Interesse an Freiwilligenarbeit und die Relevanz des Engagements für den öffentlichen Raum an Gewicht gewonnen und es folgte die personelle Aufstockung. Mittlerweile gibt es in jedem Berliner Bezirk eine Freiwilligenagentur in unterschiedlichen Strukturen und Finanzierungsformen. Wir sind z.B. teils vom Senat und teils vom Bezirk finanziert. **Wie erklären Sie sich den gestiegenen Bedarf am Ehrenamt?** **Graf**: Ich glaube nicht, dass der Bedarf gestiegen ist, aber dass vielmehr die Relevanz stärker ins Blickfeld gerückt ist und sich die Politik mittlerweile sehr dafür interessiert. Das ist natürlich auch der Lobbyarbeit der Aktiven zu verdanken. So hat beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr Alarm geschlagen, als kein Nachwuchs mehr kam. Die derzeit 1500 freiwilligen Helfer\*innen bei der freiwilligen Feuerwehr müssten finanziert werden, wofür das Geld fehlt. In allen sozialen Bereichen ist Ehrenamt notwendig und vorhanden. Deutlich wurde unter anderem auch im Zuge der Flüchtlingsbewegung von 2015 wie groß einerseits die Bereitschaft und andererseits Ausmaß und Bedeutung der Freiwilligenarbeit sind. Der Bereich rückte medial stärker in den Fokus. **Können Sie ein paar wichtige Ehrenamtsbereiche nennen, die speziell in Prenzlauer Berg wichtig sind?** **Dubs**: Da gibt es einige, beispielsweise den Seniorenstift Prenzlauer Berg, oder, SHIA e.V., das ist ein Verein, der Alleinerziehende unterstützt. **Graf**: Unser Ziel ist, weitere Einrichtungen in unsere Datenbank aufzunehmen. Wir bieten für Organisationen auch Beratungen an. **Was wünschen Sie sich in Ihrer Arbeit für Zukunft?** **Graf**: Ich hoffe, dass aufgrund der aktuellen Entwicklungen keine Ressourcen im sozialen Bereich gestrichen werden. Die Freiwilligenarbeit hat meiner Ansicht nach hohe gesellschaftliche Relevanz und die Unterstützungsstrukturen sollten eher deutlich ausgebaut werden. Wenn die Gesellschaft all die Arbeit bezahlen müsste, die Ehrenamtliche für sie leisten, dann wäre sie schon längst zusammengebrochen. Wir würden gerne mehr Projekte entwickeln und anbieten im Bereich Nachbarschaftshilfe und familiäres Engagement. Hier ist die Idee, dass sich eine Familie gemeinsam engagiert, beispielsweise einen Park aufräumt oder eine Patenschaft für einen älteren Menschen übernimmt. Davon profitieren alle Beteiligten, die Familienmitglieder arbeiten an einem gemeinsamen Projekt. Ein anderer wichtiger Bereich bei uns, der gerade ausgebaut wird, ist die Inklusion. Hier bieten wir bereits Peerberatungen und Stammtische an. **Dubs**: Auch im Bereich der Berufsorientierung an Schulen wäre noch viel mehr möglich. Ehrenämter bieten im Vergleich zum Schülerpraktikum eine gute Möglichkeit, sich auszuprobieren und in soziale Berufe hinein zu schnuppern, ohne sich langfristig zu verpflichten. **Graf**: Wir möchten allgemein nachhaltiger in den Bezirk hineinwirken, um als Freiwilligenagentur fester Bestandteil der Nachbarschaftskultur zu sein. Titelbild: Von links nach rechts: Heidi Graf, Barbara Wacker und Christian Dubs von der FreiwilligenAgentur Pankow / Foto: Katharina Angus ### Was wurde aus... dem Sonnenburger Platz? URL: https://www.loky.news/was-wurde-aus-dem-sonnenburger-platz/ Last updated: 2025-03-20T18:07:24.000Z ## Am nördlichen Ende der Sonnenburger Straße soll ein vom Autoverkehr abgetrennter Quartiersplatz entstehen. Entschieden wurde das bereits 2008, passiert ist aber auch 14 Jahre später noch nichts. Warum? --- ## Dies ist ein Text aus unserer Reihe [„Was wurde aus…“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/politik/was-wurde-aus/?ref=loky.news) --- Manchmal stelle ich mir den Aktenschrank des Bezirksamtes wie eine Art Bermudadreieck vor: Die Stadträte und ihre Mitarbeitenden versehen Beschlüsse der Bezirksverordnetenversammlung mit einer römischen Kennziffer, sortieren sie sorgfältig ein – und dann verschwinden die Papiere auf Nimmerwiedersehen. Das wäre zumindest eine Erklärung dafür, warum die Pankower SPD-Fraktion in der BVV-Sitzung Anfang Mai dieses Jahres erneut den Antrag stellte, den „Sonnenburger Platz“ am nördlichen Ende der Sonnenburger Straße endlich zu realisieren. Es ist der vierte Antrag, der dies fordert – der erste datiert auf den 12\. März 2008, auch er kam von der SPD, ebenso wie [der nächste Antrag 2012](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2012/09/26/ein-platz-an-der-sonnenburger/?ref=loky.news). 2021, immerhin neun Jahre später, griffen die Bündnisgrünen das Thema noch einmal auf. Die Bezirksverordneten stimmten, in unterschiedlicher Zusammensetzung, jedes Mal zu. Doch die Sackgasse an der Sonnenburger Straße bleibt weiterhin unberührt. „Wir fragen uns, ob es der richtige Weg ist, jedes Mal einen neuen Antrag zu stellen“, kommentierte die Grünen-Verordnete Patricia Flores Rivera (Grüne) diesen Umstand vergangene Woche [in der BVV](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/direkt-aus-der-bvv/?ref=loky.news). Das Bezirksamt antworte jedes Mal damit, es hätte nicht ausreichend Personalressourcen für die Umsetzung. „Aber wenn wir den Antrag immer neu stellen, hat es dann mehr Ressourcen?“ Offensichtlich sei es nötig, dies immer wieder zu tun, damit endlich etwas passiere, wetterte Wolfram Kempe (Die Linke). Die Sonnenburger Straße sei eine Erschließungsstraße und falle in die Zuständigkeit des Bezirks, nicht in die des Senats – der wusste nämlich auf Nachfrage der Lokalpolitiker\*innen nach dem aktuellen Stand gar nicht, wovon die Rede ist. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Kein Geld, kein Personal** Aber die Sache ist etwas komplizierter. Zwar hatte das Bezirksamt, damals noch unter Bürgermeister Matthias Köhne (SPD) und dem Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne), in einem Schlussbericht 2009 die Abtrennung durch Poller und die Umgestaltung des Sonnenburger Platzes mit Sitzmöglichkeiten und Grünflächen als „wünschenswert“ bezeichnet. Jedoch sei die Finanzierung auf lange Zeit nicht realisierbar und auch nicht sinnvoll, hieß es damals. 2013 berichtete das Bezirksamt, es habe zwar Senatsmittel aus aus dem Programm Umbau Ost beantragt, diese könnten jedoch nicht für Straßenbaumaßnahmen genutzt werden können – also nehme man die Planungen vorerst nicht wieder auf. 2021 hieß es in einem Zwischenbericht, es lägen „keine dringenden Sachverhalte der Verkehrssicherheit bzw. der öffentlichen Daseinsvorsorge“ vor, weshalb man das Anliegen der Bezirksverordneten – erneut wird der Personalmangel erwähnt – nicht zeitnah prüfen könne. **Neubau der Schönfließer Brücke** Wie stehen die Chancen also, dass der Straßenstummel je zu einem gemütlichen Aufenthaltsort wird? Mittlerweile ganz gut. Im Zuge eines Neubaus der Fußgängerbrücke über den Ringbahngraben, für die die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verantwortlich sei, könne gegebenenfalls über weiterführende Maßnahmen nachgedacht werden, hatte Bezirksbürgermeister Köhne damals geschrieben. Und dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen: Im März haben erste Vermessungsarbeiten an der alten Schönfließer Brücke stattgefunden, wie die Senatsverwaltung für Umwelt und Mobilität auf eine Anfrage des Abgeordneten Felix Reifschneider (FDP) mitteilt; der Auftrag für die genauen Planungsarbeiten solle im Laufe des Jahre vergeben werden. Später wird der 1964 eröffnete Steg durch eine sieben Meter breite Überführung, auf der Fuß- und Radverkehr voneinander getrennt sind, ersetzt. In den vergangenen Jahren war es oft zu Stau und Gerangel zwischen den einzelnen Verkehrsteilnehmer\*innen gekommen. Die verschönerte Sackgasse der Sonnenburger Straße, in die auch die neue Brücke münden soll, wäre eine passende Ergänzung, finden Anwohner\*innen: „Der Platz ist ein gutes Beispiel für einen Ort im Kiez, an dem sich Menschen treffen können. Ein idealer Platz, den man umgestalten könnte“, sagt Matthias von der [Initiative Gleimviertel für Alle](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/31/anonymitaet-der-stadt-muss-das-sein-initiative-gleimviertel/?ref=loky.news). Möglicherweise ist die kleine Kiezoase jetzt in erreichbare Nähe gerückt. Vielleicht dauert es aber auch noch weitere zehn Jahre, bis das Bezirksamt hier die ersten Parkbänke aufbaut. Titelbild: So stellt sich die Initiative „Gleimviertel für Alle“ den Sonnenburger Platz vor / Foto: Sonja Koller ### Prenzlauer Berg Newsletter #17 verliert den Kampf gegen die Kettensägen URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-17-verliert-den-kampf-gegen-die-kettensaegen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:50.000Z ## Im Bezirk Pankow gibt es Diskussionen: über Baumfällungen, Radwege und das Ernst-Thälmann-Denkmal. Warum das so ist und was diese Woche sonst noch passiert ist, erfahrt ihr im Newsletter. --- Fallen sie oder fallen sie nicht? In den vergangenen Wochen und Monaten wurde erbittert über einen kleinen Trampelpfad diskutiert: An der Werneuchener Wiese stehen rund 50 Eschen. Und sie stehen im Weg, wenn es um einen sicheren Zugang zur zukünftigen Schuldrehscheibe geht. Warum die Grünen eine neue Lösung suchten, SPD und CDU dagegen hielten und was jetzt mit den Bäumen passiert, das berichtet meine Kollegin Julia Schmitz in unserem **Text der Woche** - **Baumfällungen:** Schulwegsicherheit sei wichtiger als der Erhalt von Bäumen, sagen die Pankower Bezirksverordneten. Den vorgeschlagenen Kompromiss der Grünen für die [Werneuchener Wiese](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/05/die-eschen-werden-fallen/?ref=loky.news) lehnen sie ab. Was sonst noch los ist - **Kunst:** It’s that time of the year again: Seit 2017 findet im Mai im Bezirk Pankow das [artspring Festival](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/05/02/kunstfruehling-in-pankow/?ref=loky.news) statt. Die sechste Ausgabe steht diesmal unter dem Motto „Der Mythos ist hin“. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/05/Bild-von-iOS-5-1024x768.jpg) Foto: Julia Schmitz **Direkt aus der BVV** Nach einer Osterpause im April ging es in dieser Woche mit den politischen Diskussionen weiter: Am Mittwoch tagte die Bezirksverordnetenversammlung zum sechsten Mal in dieser Legislaturperiode. Mit einem straffen Programm: Mehr als 70 Themen standen auf der Tagesordnung – und erstaunlich viele Anträge rund um Fahrräder. Den Grünen kann es im Bezirk in Sachen geschützter Fahrradwege nicht schnell genug gehen. Sie fordern die zügige Einrichtung von Pop-up Radwegen, um eine schnelle Verbesserung der Situation auf den Straßen zu bewirken. Ein hehres Ziel, lässt sich Pankow doch bei Verkehrsprojekten dieser Art gerne mal Zeit, wie der [Radweg auf der Danziger Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/02/07/radweg-danziger-strasse-fertig/?ref=loky.news) (der lange Zeit ins Nirgendwo führte) oder die verzögerte Umsetzung der Fahrradstraße auf der Stargarder zeigt. Apropos: Auch auf der Erich-Weinert-Straße sollen Radfahrende in Zukunft Vorrang haben – das wünscht sich die SPD. Und sollte die Gleimstraße nicht auch längst eine Fahrradstraße sein? Das fragen sich auch die Anwohner\*innen des Gleimkiez, die mit einem Einwohnerantrag eine Erhöhung der Lebensqualität in ihrer Gegend erreichen wollen. Darüber werde seit Jahren diskutiert, ärgert sich Wolfram Kempe (Linke): „Das Problem ist hierbei die Herunterstufung der Gleimstraße zur Fahrradstraße – das muss nämlich von der Berliner Senatsverwaltung und nicht vom Bezirk vorgenommen werden.” Sicherlich schneller zu bewerkstelligen ist da der angenommene Antrag der SPD, weitere Abstellmöglichkeiten für Drahtesel an den Eingängen von Mauerpark und Volkspark Prenzlauer Berg sowie am Arnim- und Falkplatz zu installieren. Auch die Cantianstraße bekommt neue Fahrradbügel, ebenso wie Gehwegvorstreckungen an den Fußgängerüberwegen, stimmten die Verordneten zu. Eine Änderung der Parkrichtung von quer zu parallel zum Straßenverkehr wurde allerdings abgelehnt. Begründung: Das wäre ein Anreiz für Autofahrer\*innen, schneller zu fahren. Bei einem Thema platzte dann etlichen der Lokalpolitiker\*innen die Hutschnur: Ziemlich heftig diskutierten sie über den Antrag des CDU-Verordneten David Paul. Der hatte vor einigen Wochen beantragt, das [Ernst-Thälmann-Denkmal an der Greifswalder Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/22/der-ernst-der-lage/?ref=loky.news) einzuschmelzen und den Ertrag daraus an die Ukraine zu spenden. „Geschichtsrevisionismus verhindern!” empörten sich zahlreiche Pankower\*innen, die am Mittwoch vor dem BVV-Saal Transparente in die Höhe hielten. Und auch bei den anderen Fraktionen stieß die Forderung auf wenig Gegenliebe. „Ich habe den Antrag zunächst für eine Persiflage gehalten”, sagte die Grünen-Verordnete Hannah Wettig und setzte nach: Natürlich müsse man Thälmann kritisch sehen, er sei eine Person, die man nicht ehren könne und das täte man in Pankow auch nicht. „Aber wer vor diesem kolossalen Kopf steht begreift erst, was eine Diktatur bedeutet. Ohne dieses Mahnmal kann man die Geschichte gar nicht erzählen. Langweilige Betontafeln auf einem langweiligen Betonplatz schaut sich doch keiner an!” Auch aus der SPD kam harsche Kritik. „Es wurde acht Jahre darüber diskutiert und mit Expert\*innen gesprochen, die Umsetzung der historisch-kritischen Kommentierung steht kurz bevor – und die CDU interessiert das einfach nicht”, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Roland Schröder. Mit Ausnahme der CDU, die für ihren eigenen Antrag stimmte, lehnten die restlichen Verordneten die Sache dann auch geschlossen ab. Ernst Thälmann darf in Zukunft also weiterhin seine Faust in die Höhe strecken. **Aus dem Bezirk** **Gastronomie:** Immer wieder mussten sie schließen, sie vergrößerten die Abstände zwischen den Tischen und nahmen weniger Reservierungen an: Die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie haben die Gastronomie hart getroffen. Cafés, [Bars](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/04/20/ein-jahr-pandemie-uebereck/?ref=loky.news) und Restaurants mussten mit großen Einbußen kämpfen. Die CDU Pankow möchte daher anfallende Sondernutzungs- und Verwaltungsgebühren für die Außengastronomie bis Ende 2022 komplett erlassen. „In diesen ersten Frühlingstagen startet für viele Betriebe wieder die Außengastronomie, die mit der Nutzung der Außenbereiche einhergeht und geeignet sein kann, entgangene Umsatzerlöse zumindest zum Teil auszugleichen“, heißt in einem Antrag der Fraktion. Das sahen die Verordneten der BVV auch so und stimmten dem Antrag zu. Nun können die Gastronom\*innen im Bezirk auch [weiterhin](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/03/25/auf-ein-bierchen-am-strassenrand/?ref=loky.news) ihr Angebot nach draußen verlegen. Wie in den Jahren 2020 und 2021 dürfen sie dafür auch Parkplätze benutzen, wenn sie dies beantragen. **Bienenwiesen:** In Berlin gibt es zahlreiche Baumscheiben. Doch grün sind nur die wenigsten, auf vielen liegt Müll und Bienen oder Schmetterlinge sieht man dort eher selten. Nun möchte das Straßen- und Grünflächenamt Pankow den Bezirk aufblühen lassen. „Wir legen im Mai mehrere [Bienenwiesen](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1203038.php?ref=loky.news) an, die zum Erhalt eines guten Stadtklimas und der Artenvielfalt beitragen sollen“, erklärt die Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU). Ab sofort sucht das Amt daher Schulklassen und Kitagruppen, die eine Patenschaft für eine der Bienenwiesen übernehmen möchten. Pankows Kinder sollen sich nicht nur um saubere Wiesen kümmern, sie können diese auch mitgestalten und später Insekten beobachten, die sich auf den Bienenwiesen aufhalten. Alle interessierten Schulklassen und Kitagruppen können sich bis Ende Mai melden. **Suche:** Im Rahmen des Projektes „[Zeit der Solidarität](https://zeitdersolidaritaet.de/?ref=loky.news)“ sucht Berlin ab sofort tausende Freiwillige, sie sollen im kommenden Sommer Daten zur Situation von obdachlosen Menschen in Berlin erheben. Ihre Ergebnisse sollen dabei helfen, niedrigschwellige Hilfen für obdachlose Menschen in Berlin weiterzuentwickeln, sagt die Sozialsenatorin Katja Kipping. „Die Zeit der Solidarität steht insofern auch für das gezielte Hinsehen und Wahrnehmen des Problems und das wiederum ist eine wichtige Vorrausetzung, um obdachlosen Menschen auf der Straße zielgerichtet zu helfen“, erklärt sie. Die Freiwilligen werden in Kleingruppen in der Nacht vom 22\. auf den 23\. Juni durch die Stadt laufen, obdachlose Menschen zählen und ihnen, wenn diese möchten, Fragen zu ihren Lebensumständen stellen. Die erste Zählung hatte bereits Anfang 2020 stattgefunden. Sie ergab, dass knapp 2.000 obdachlose Menschen im öffentlichen Raum und in den Notunterkünften übernachtet haben. **Kiezfoto der Woche** [![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/05/Peter_Kagerer_Photography_lowres-170251-1024x683.jpg)](http://hauptstadtmenschen.de/?ref=loky.news) Friedvolle Walpurgisnacht / Foto: Peter Kagerer **Kriminelles & Unschönes** - **Raub:** Der Angestellte eines Spätis hat in der Nacht zu Sonntag wegen eines Raubüberfalls die Polizei nach Prenzlauer Berg gerufen. Dem 38-Jährigen zufolge sollen gegen 0.45 Uhr drei maskierte Männer in das Geschäft in der Schönhauser Allee gekommen sein und Geld verlangt haben. Wie die Polizei mitteilte, seien die Männer mit einer Schusswaffe, einem Messer und einem Nothammer bewaffnet gewesen. Nach der Abgabe von zwei Schüssen, der Beschädigung von Kühlschrankverglasungen und einem Griff in die Kasse, sei das Trio in unbekannte Richtung geflohen. Der Überfallene blieb unverletzt. **Tipps & Termine** - **12.5.:** Am Donnerstag findet der inzwischen [14\. Debütant\*innenball der Buchhandlung Uslar & Rai ](https://uslarundrai.de/veranstaltungen/debuetantinnenball-14/?ref=loky.news)statt. Fünf Autor\*innen lesen aus ihren ersten Romanen vor: Dieses Mal präsentieren Constantin Schwab, Lea Draeger, Domenico Müllensiefen, Johannes Laubmeier und Annika Büsing ihre Erstlingswerke. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr und kostet 12 Euro. - **12.5.:** Tokio, nachts um eins: Im Roman „Gute Nacht, Tokio“ sind eine Filmrequisiteurin, eine Telefonseelsorgerin, ein Privatdetektiv, eine angehende Schauspielerin, ein Barkeeper in der Stadt unterwegs. Sie treffen sich, verpassen sich, träumen und erinnern sich. Am Donnerstag findet [die deutsche Buchpremiere ](https://insel-buchladen.buchkatalog.de/Veranstaltungen/961375899/2?ref=loky.news)statt. Die Verleger\*innen Katja Cassing und Jürgen Stalph lesen in der Buchhandlung „Die Insel“ aus dem Episodenroman“ von Atsuhiro Yoshida vor. Die Lesung beginnt um 19:30 Uhr, der Eintritt kostet 6 Euro. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Radweg:** Auf einem Teil der S[chönhauser Allee muss die Parkspur künftig Platz für den Fahrradverkehr machen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/26/sonderanfertigung-fuer-pankow/?ref=loky.news). Der wird vom Autoverkehr getrennt – mit einer speziell für Pankow entwickelten Lösung. - **Kiezblock:** Während Mitte einfach macht, zählt Pankow noch: Wenn es um die U[msetzung von Verkehrsprojekten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/25/kommt-zeit-kommt-kiezblock/?ref=loky.news) geht, braucht man in Prenzlauer Berg einen langen Atem. Zitat der Woche *„Es sollen keine Kompromisse zur Lasten der Schüler\*innen gemacht werden“*, fordern SPD und CDU in Bezug auf die Werneuchener Wiese. Hier werden wir also bald die Kettensägen kreischen hören. Erstmal wünsche ich euch aber ein ruhiges Wochenende Eure Christina Heuschen und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den [wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Die Eschen werden fallen URL: https://www.loky.news/die-eschen-werden-fallen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:24.000Z ## Schulwegsicherheit sei wichtiger als der Erhalt von Bäumen, sagen die Pankower Bezirksverordneten. Den vorgeschlagenen Kompromiss der Grünen für die Werneuchener Wiese lehnen sie ab. --- [Werneuchener Wiese](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/werneuchener-wiese/?ref=loky.news) heißt das Rasenstück zwischen Volkspark Friedrichshain, Kniprode- und Danziger Straße – und es ist seit vielen Jahren Gegenstand erbitterter Diskussionen. Hier soll demnächst eine Schuldrehscheibe entstehen, die über einen Zeitraum von zehn Jahren bis zu 5.000 Schüler\*innen Platz bietet, während an den bestehenden Schulen des Bezirks dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen vorgenommen werden. Über die Unumgänglichkeit dieser Ersatzbauten herrscht in der Bezirkspolitik längst Einigkeit, nicht jedoch über die Wege, die zu den Gebäuden führen sollen. Denn um entlang der Kniprodestraße eine befestigte Straße zu verlegen und die Schulwegsicherheit zu gewährleisten, müssten insgesamt 47 Eschen gefällt werden, hieß es bereits zu Beginn der Planungen. Im Dezember 2020 lenkte das Bezirksamt ein und reduzierte die Anzahl der Bäume auf 26; auch beschloss es, den Hauptzugang zur Schule auf die Margarete-Sommer-Straße zu verlegen. Zwischenzeitlich hieß es seitens des damals noch von Vollrad Kuhn (Grüne) geführten Straßen- und Grünflächenamtes sogar, es müsse nur ein Baum entfernt werden. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **„Keine Kompromisse“** Doch vor ein paar Wochen [flammte die Diskussion erneut auf](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/31/kinder-oder-klimaschutz/?ref=loky.news), als CDU-Stadträtin Manuela Anders-Granitzki bekannt gab, die 26 Bäume müssten nun doch gefällt werden. In Zeiten der Klimakrise sei dies ein fataler Fehler, meinen die Pankower Grünen und schlugen einen Kompromiss vor: Der Trampelpfad an der Kniprodestraße könne mit einer „wassergebundenen Wegedecke“ – also einer Schotterstraße – zwischen den Baumreihen sowie versickerungsfähigem Pflaster bedeckt werden. Doch SPD und CDU hielten dagegen. Aufgrund von Fundamenttrümmern aus Kriegszeiten könnten die Bäume an dieser Stelle nur flach wurzeln und würden sich früher oder später auch den Weg durch eine Pflasterstraße suchen. Was dann wieder eine erhöhte Unfallgefahr mit sich bringe. Es sollten keine Kompromisse zur Lasten der Schüler\*innen gemacht werden, heißt es in ihrem gemeinsamen Antrag, den sie am Mittwochabend in die Bezirksverordnetenversammlung einbrachten – und der, mit Ausnahme der Grünen, von den anderen Parteien einheitlich beschlossen wurde. Die innere Baumreihe mit den 26 Eschen wird somit fallen, an anderer Stelle wird es Ersatzpflanzungen geben. Titelbild: Julia Schmitz ### Kunstfrühling in Pankow URL: https://www.loky.news/kunstfruehling-in-pankow/ Last updated: 2025-03-20T18:07:50.000Z ## It’s that time of the year again: Seit 2017 findet im Mai im Bezirk Pankow das artspring Festival statt. Die sechste Ausgabe steht diesmal unter dem Motto „Der Mythos ist hin“. --- Auch wenn die Pandemie noch nicht vorbei ist und wir weiterhin vorsichtig sein sollten: Die Stimmung hat sich eindeutig verändert, Frühlingsgefühle lassen sich nicht mehr unterdrücken, die Bäume und Blumen und Sträucher haben binnen weniger Tage alles gegeben, um aufzublühen. Achja, die Sonne scheint auch noch! „Spring has sprung“, sagt man im englischsprachigen Raum und da passt der Titel „artspring“ doch wie Faust aufs Auge: Den ganzen Monat Mai dreht sich im Bezirk Pankow alles um das Kunstfestival. Nachdem die Ausgabe 2020 ausschließlich im Internet stattfinden konnte und [2021 auf eine Hybridform aus online und offline](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/04/29/kunst-in-zeiten-der-ungewissheit/?ref=loky.news) zurückgegriffen wurde, findet in diesem Jahr fast alles wieder vor Ort und in Farbe statt. Den Auftakt macht die **Ausstellung „Curatorial Part de Deux“**, die am Freitag, 6\. Mai im Gewölbekeller der KönigsStadt in der Saarbrücker Straße eröffnet. Sie dreht sich um die Frage, inwiefern Künstler\*innen ihre eigene Handschrift, ihre Ideen und Gedanken beseite schieben müssen, wenn sie für andere Künstler\*innen arbeiten – etwa in großen Studios, wie sie unter anderem von Olafur Eliasson, Tomás Saraceno oder Alicja Kwade betrieben werden. Ebenfalls ab dem 6\. Mai ist die Ausstellung **artspring Signale 2022** im Rathaus Pankow zu sehen. Sie zeigt Kunst von Pankower Künstler\*innen – und die Kunst mit den Künstler\*innen: Im vergangenen Jahr stellte jede\*r von ihnen eines der Werke im Verwalterhaus auf dem Friedhof St. Marien an der Prenzlauer Allee aus und ließ sich damit ablichten. **Offene Ateliers** Besagtes Verwalterhaus ist auch während des Festivals ein Austragungsort, hier gibt es ab dem 15\. Mai ortsbezogene Installationen von Kunstschaffenden aus dem Bezirk zu sehen. Bereits eine Woche früher, am 8\. Mai, eröffnet die Galerie Pankow mit **„artspring – Der Mythos ist hin“** die Ausstellung, die titelgebend für die gesamte Veranstaltung ist. „’Der Mythos ist hin‘ ist eine Behauptung, eine Fragestellung, eine Analyse – wir möchten darüber ins Gespräch kommen“, so die Kurator\*innen Julia Brodauf und Jan Gottschalk. Höhepunkt des Kunstmonats soll auch dieses Jahr das **Wochenende der offenen Ateliers** sein, für das in diesem Jahr 330 Kreative ihre Türen öffnen. Es findet am 11\. und 12\. Juni statt und ermöglicht Einblicke in die großen Atelierhäuser und die kleinen Hinterhofräume. Neben Ausstellungen und offenen Ateliers wird das Programm der artspring um das **Filmprogramm der artspringnale**, **Lesungen, einen Podcast** und den **artwalk entlang der Schönhauser Allee** ergänzt. Außerdem bietet ein **Popup-Laden in den Schönhauser Allee Arcaden** Kunstwerke zum Verkauf an, die am 7\. Mai in einer Benefizauktion zugunsten der Ukraine versteigert werden. **[Das artspring-Festival](https://www.artspring.berlin/?ref=loky.news) findet vom 6\. Mai bis 6\. Juni an verschiedenen Orten statt. Alle Informationen zum Programm findet ihr auf der Webseite.** Titelbild: Atelier Carlos Silva © Ralph Bergel ### Prenzlauer Berg Newsletter #16 geht einen Sonderweg URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-16-geht-einen-sonderweg/ Last updated: 2025-03-20T18:08:20.000Z ## Ärger um ein Werbebanner, ein geschützter Radweg und mehr Unfälle im Bezirk: Die Nachrichten der Woche gibt es im Newsletter. --- Rot-weiß gestreifte Poller oder farbliche Markierungen auf der Straße: Zurzeit entstehen überall in Berlin geschützte Radwege, zahlreiche Ausführungen gibt es bereits. Auch in Prenzlauer Berg soll dafür bald auf einem Abschnitt zwischen Danziger Straße und Gleimstraße beziehungsweise der Stargarder Straße Platz für den Fahrradverkehr geschaffen werden. Aber Pankow geht dabei einen eigenen Weg und bekommt eine Sonderanfertigung. Wie dieser aussieht und warum Pankow nicht einfach eine Idee aus einem der anderen Bezirke übernimmt, das berichtet meine Kollegin Julia Schmitz in unserem **Text der Woche** - **Radweg:** Auf einem Teil der S[chönhauser Allee muss die Parkspur künftig Platz für den Fahrradverkehr machen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/26/sonderanfertigung-fuer-pankow/?ref=loky.news). Der wird vom Autoverkehr getrennt – mit einer speziell für Pankow entwickelten Lösung. Was sonst noch los ist - **Kiezblock:** Während Mitte einfach macht, zählt Pankow noch: Wenn es um die [Umsetzung von Verkehrsprojekten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/25/kommt-zeit-kommt-kiezblock/?ref=loky.news) geht, braucht man in Prenzlauer Berg einen langen Atem. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/05/IMG_2602-1024x1024.jpg) Foto: Christina Heuschen **Aus dem Bezirk** **Illegale Werbung:** 600 Wohnungen, 2 Volleyballplätze, eine Grundschule sowie Wohnungen zu einem Mietpreis von sechs bis acht Euro pro Quadratmeter: Vor ein paar Wochen warb die FDP am Bauzaun an der Werneuchener Wiese großflächig für die Bebauung der Fläche für die Zeit, wenn die Schuldrehscheibe dort nicht mehr gebraucht wird. Betätigt sich die FDP nun im Bezirk als Bauinvestor? Zumindest scheint die Partei davon zu träumen, denn das Bezirksamt möchte die Fläche nach der Nutzung als Schuldrehscheibe weiterhin zur Grün- und Erholungsfläche mit Spielplatz weiterentwickeln. „Die Umsetzung ist für 2024 geplant. Sobald diese Fläche errichtet ist, bestehen 10 Jahre Förderbindung. Das Gleiche gilt für zwei Erschließungswege, welche die Drehscheibe flankieren“, teilt die Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD) auf eine Kleine Anfrage des Bezirksverordneten Mike Szidat (ebenfalls SPD) mit. Die Senantsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gehe aber davon aus, dass die geförderten Maßnahmen auch nach der Förderbindung erhalten bleiben. Doch nicht nur das: Die Werbemaßnahme der FDP war scheinbar illegal. „Die Pankower FDP hat die Anbringung ihrer großflächigen Werbung dem Bezirksamt weder angezeigt bzw. eine Genehmigung beantragt“, berichtet Tietje. Das Bezirksamt habe daher umgehend eine Beseitigung der Werbung verlangt. Doch negative Folgen scheint es für die FDP keine zu geben. Weil eine Kontrolle ergab, dass das Werbebanner nicht mehr hing, sei die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahren nicht möglich und Zeug\*innen fehlten. **Unfälle:** In Berlin kracht es und das häufig: Im Januar und Februar erfasste die Berliner Polizei insgesamt 18.958 Straßenverkehrsunfälle. Das waren 21,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg nach vorläufigen Ergebnissen mit. Allein in Pankow gab es in den ersten beiden Monaten des Jahres 1.685 Unfälle. Dabei wurden im Bezirk 47 Menschen schwer verletzt, eine Person starb. **Ernst-Thälmmann-Denkmal:** Mal tauchen Schmierereien auf der gewaltigen Büste des KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann-Park an der Greifswalder Straße auf, mal fordern Politiker\*innen ihren Abriss. Zuletzt hatte die [Pankower CDU erneut den Abriss](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/31/kinder-oder-klimaschutz/?ref=loky.news) der tonnenschweren Büste gefordert. Immer wieder steht das Ernst-Thälmann-Denkmal in der Kritik. Nun lädt das Museum Pankow und das Aktive Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e. V. zu einer Diskussion über die umstrittene Wirkung der Person Ernst Thälmann und des Denkmals ein. Die Veranstaltung findet am 2\. Mai im Kinosaal des Zeiss-Großplanetarium statt und beginnt um 19 Uhr. **Brücke:** Während der Rushhour kann es auf der schmalen Fußgängerbrücke zwischen Sonnenburger und Dänenstraße schonmal zu einem regelrechten Gerangel kommen: Mütter mit Kinderwagen, Radfahrende und Tourist\*innen, die die authentisch verlotterten Brandwände fotografieren. Das soll sich bald ändern: die bestehende Überführung über den S-Bahn-Graben soll durch eine breitere Brücke ersetzt werden. Das teilte die Senatsverwaltung auf eine Anfrage des Abgeordneten Felix Reifschneider (FDP) mit. Erste Vermessungsarbeiten haben bereits stattgefunden, eine Ausschreibung soll folgen. --- ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/05/Baumpflanzung_Foto-Julia-Schmitz-1024x768.jpg) Schulstadträtin Dominique Krössin und Bezirksbürgermeister Sören Benn (beide Die Linke) pflanzen Jungbäume im Park am Planetarium. / Foto: Julia Schmitz **Prenzlette exklusiv** In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Reibereien zwischen Bürger\*innen und dem Bezirksamt, weil Bäume gefällt wurden: In der [Seelower Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/14/mein-freund-der-baum-3/?ref=loky.news) entfernte das Straßen- und Grünflächenamt gleich alle 21 Weiden, obwohl ein Gutachten ergeben hatte, dass nur zehn teilweise erkrankt waren. Im Mauerpark kämpft eine Anwohnerinitiative erbittert dagegen, dass sieben Pappeln das Zeitliche segnen müssen, weil der Asphalt Blasen schlägt. Doch ab und zu bekommt Prenzlauer Berg auch neue Bäume. In dieser Woche pflanzten Schulstadträtin Dominique Krössin und Bezirksbürgermeister Sören Benn (beide Die Linke) vier Jungbäume der Gattung „Liquidambar styraciflua” (Amber) im Park am Planetarium, um zwölf zuvor gefällte Bäume zu ersetzen. Der symbolische Akt ist der Auftakt für eine größere Pflanzaktion von weiteren 18 Bäumen, die im Rahmen des geplanten Schulneubaus im Thälmann-Park stattfindet. Im Zuge der Baumaßnahmen wird der bisherige Weg zu einem Geh- und Radweg umgestaltet – der dann später von Bäumen gesäumt sein wird. --- **Kriminelles & Unschönes** - **Mord:** In Prenzlauer Berg wurde am Samstagvormittag ein Mann tot aufgefunden. Angehörige entdeckten den Leichnam des 86-jährigen Bewohners gegen 11.50 Uhr in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Hanns-Eisler-Straße. Wie die Polizei mitteilte, hat die Mordkommission die Ermittlungen übernommen. **Tipps & Termine** - **3.5.:** Gute Nachrichten gibt es für Kinder und ihre Eltern. Ab Dienstag wird die [Templiner Straße wieder jeden Dienstag zur Spielstraße](https://stz-prenzlauerberg.de/unser-haus/projekte/temporaere-spielstrasse/?ref=loky.news). Zwischen 15 und 18 Uhr können sich alle Kinder hier austoben. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Geschichte:** Dass [in Prenzlauer Berg einst etliche Mühlen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/12/die-muehlen-von-prenzlauer-berg/?ref=loky.news) standen, ist heute kaum vorstellbar. Doch früher war das Gebiet vor dem „Prenzlauer Tor“ der größte Mehlproduzent Berlins. - **Ostern:** Eier bemalen, Kaninchen suchen, Hefezopf backen: Wir verabschieden uns mit weiteren [Tipps für die Feiertage](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/14/frohe-ostern-2/?ref=loky.news) in eine kleine Osterpause. **Zitat der Woche** *„Wenn wir aber diesen stadtverträglichen und klimafreundlichen Verkehrsarten mehr Raum geben, profitieren alle davon – weil Städte so lebenswerter werden“,* sagt Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne). Nach zahlreichen Diskussionen um Radwege in Berlin, scheint es nun tatsächlich Fortschritte zu geben. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende! Eure Christina Heuschen und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den [wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** Foto: infraVelo / xoio GmbH ### Sonderanfertigung für Pankow URL: https://www.loky.news/sonderanfertigung-fuer-pankow/ Last updated: 2025-03-20T18:07:50.000Z ## Auf einem Teil der Schönhauser Allee muss die Parkspur künftig Platz für den Fahrradverkehr machen. Der wird vom Autoverkehr getrennt – mit einer speziell für Pankow entwickelten Lösung. --- Es gibt einfache und vielfach genutzte Mittel, um eine Radspur von einer Fahrbahn zu trennen: rot-weiß gestreifte Poller zum Beispiel oder eine farbliche Markierung des Fahrradwegs. Das sieht nicht immer pittoresk aus, erfüllt aber seinen Zweck. In Pankow versucht das Bezirksamt, beides unter einen Hut zu bekommen: „Wir wollen es hier einfach gerne schön haben“, sagte Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) am Montag auf einer Pressekonferenz an der Schönhauser Allee. Dort soll auf 720 Metern Länge – auf dem Abschnitt zwischen Danziger Straße und Gleimstraße bzw. Stargarder Straße – ein geschützter Radweg entstehen. Wo aktuell parkende Autos eine der drei Spuren nutzen, werden künftig nur noch Zweiräder rollen. Ein Abgrenzung aus so genanntem Klebebeton soll die Radler dabei auch baulich vom motorisierten Verkehr trennen. ![Schönhauser Allee](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/04/schoenhauser-allee-visualisierung-2022-_c_infravelo-xoio-e1650898285967.jpg) Visualisierung zur Umgestaltung der Schönhauser Allee / Copyright: infraVelo / xoio GmbH \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Sonderanfertigung für Pankow** „Dieses Betonbord gibt es bisher noch nicht, es handelt sich um eine Sonderanfertigung für Pankow“, so Anders-Granitzki. 50 Zentimeter Breite und 12 bis 15 Zentimeter Höhe misst der Bordstein, der im vierten Quartal des Jahres auf der Straße angebracht und bis Frühling 2023 fertiggestellt werden soll. Um die Aufenthaltsqualität auf der Schönhauser Allee zu verbessern, soll im Zuge der Umbaumaßnahmen auch der Bürgersteig vergrößert und Sitzbänke installiert werden. „Auf der Schönhauser Allee zeigt sich exemplarisch, dass die bisherige Flächenverteilung im öffentlichen Straßenland geändert werden muss: Radfahrende können sich auf dem schmalen Hochbordradweg kaum überholen, der Gehweg ist an etlichen Stellen viel zu schmal. Wenn wir aber diesen stadtverträglichen und klimafreundlichen Verkehrsarten mehr Raum geben, profitieren alle davon – weil Städte so lebenswerter werden“, erklärte Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne). **Beginn der Baumaßnahmen noch unklar** Für den Lieferverkehr soll es, mit zeitlicher Beschränkung, ausgewiesene Zonen in den Nebenstraßen geben, um das Parken in der zweiten Reihe zu verhindern. Wann die Baumaßnahmen genau beginnen, ob beide Seiten der Allee gleichzeitig umgebaut werden und was das Ganze kosten wird, darüber kann das Bezirksamt derzeit aber noch keine Auskunft geben. Im Bezirksparlament wird bereits seit längerem darüber diskutiert, die Parkspur in eine Radspur umzuwandeln. [2018 hatte die Bezirksverordnetenversammlung einen entsprechenden Antrag der Grünen verabschiedet](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/09/12/schoenhauser-allee-pankow-will-parkstreifen-zum-radweg-machen/?ref=loky.news), ursprünglich für den Abschnitt zwischen Stargarder Straße und Wichertstraße; weil im Zuge der geplanten Erneuerung der Brücke auf der Schönhauser Allee aber mit weitreichenden Einschränkungen zu rechnen ist, einigte man sich Anfang 2021 mit dem Bezirksamt [auf den Abschnitt zwischen Eberswalder Straße und Gleimstraße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/02/22/was-wurde-aus-dem-radweg-auf-der-parkspur/?ref=loky.news). Titelbild: Vekehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) und Pankows Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) / Foto: Julia Schmitz ### Kommt Zeit, kommt Kiezblock URL: https://www.loky.news/kommt-zeit-kommt-kiezblock/ Last updated: 2025-03-20T18:07:50.000Z ## Während Mitte einfach macht, zählt Pankow noch: Wenn es um die Umsetzung von Verkehrsprojekten geht, braucht man in Prenzlauer Berg einen langen Atem. --- Geschützte und markierte Radwege, Fahrradstraßen und Kiezblocks werden seit einigen Jahren in fast allen zwölf Berliner diskutiert. Auch in Pankow gibt es dazu etliche Ideen, fast in jeder Bezirksverordnetenversammlung verabschieden die Verordneten einen Antrag zur Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr verabschiedet. Und oft passiert danach sehr lange: nichts. Zum Beispiel im Blumenviertel. Das kleine Wohngebiet nördlich der Storkower Straße ist ein friedlicher Kiez mit Einfamilienhäusern, in den Vorgärten sind die Blumenbeete gepflegt und von Gartenzwergen gesäumt. Eine Gegend, wie sie idyllischer nicht sein könnte – wenn nicht der ganze Durchgangsverkehr wäre. Zahlreiche Autofahrer\*innen nutzen den Stedingerweg als Abkürzung, um von der Kniprodestraße auf die Landsberger Allee zu gelangen und so den Stau auf der Storkower Straße zu umgehen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Kampf gegen Windmühlen** Mark Zuckermann will sich damit nicht mehr abfinden. Er wohnt seit langem im Blumenviertel und kämpft seit über zwanzig Jahren dafür, seinen Kiez zu einer verkehrsberuhigten Zone zu machen. Was er früher übrigens auch mal war: In den 1980er Jahren war der Stedingerweg eine Einbahnstraße, wurde später sogar an der Ecke Sigridstraße durch Blumenkübel komplett für die Durchfahrt gesperrt. Doch 1992 hob das Bezirkamt die Sperrung und Einbahnstraßenregelung wieder auf, seitdem nimmt der Verkehr in der Gartensiedlung stetig zu. Zuckermann hat längst den Eindruck, gegen Windmühlen zu kämpfen. „Ich verstehe nicht, warum die Politik immer wieder zögert, hier Maßnahmen zu ergreifen“, sagt er. Dabei gab es in den vergangenen Jahren diesbezüglich mehrere Beschlüsse der Bezirksverordnetenversammlung. Im Herbst 2019 stellten die Pankower Fraktionen mehrheitlich die erhöhte Gefahrenlage rund um den Stedingerweg und die anliegende Grundschule im Blumenviertel fest und verabschiedeten den Antrag, die Straße für den Durchgangsverkehr zu schließen. Das Bezirksamt veranlasste daraufhin eine Verkehrszählung, bei der ebenfalls eine erhöhte Gefahr nachgewiesen wurde, die die „Erprobung einer Sperrung“ rechtfertigen würde, wie es in einem Zwischenbericht von Dezember 2020 heißt. ![Blumenviertel](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/04/IMG_8262-e1650624296361.jpg) Protestplakat im Blumenviertel / Foto: Julia Schmitz Doch der Schleichverkehr fließt weiterhin durch das Viertel. Die Pankower SPD hakte noch einmal beim Bezirksamt nach und bekam die Antwort: Die Schließung einer Straße könne nicht rechtssicher allein aufgrund eines BVV-Beschlusses veranlasst werden, außerdem sei die Gefahrenlage bisher nur eine Annahme – es müsse noch eine weitere Verkehrszählung durchgeführt werden. Das kostet Geld und Zeit. Mark Zuckermann kann über so viel Bürokratie nur den Kopf schütteln. **Mitte probiert es einfach aus** Dass es bei Verkehrsprojekten anders geht, zeigen die Nachbarbezirke Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg. Hier macht man schneller Nägel mit Köpfen: In der Kreuzberger Wrangelstraße hindern seit 2019 Poller Autofahrer\*innen an der Durchfahrt, zahlreiche Fahrradwege auf den Hauptstraßen wurden binnen weniger Wochen mit Pollern vom Autoverkehr abgetrennt – in Pankow kommt die [Umsetzung des geschützten Radwegs an der Behmstraße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/12/10/schleppende-verkehrswende/?ref=loky.news) hingegen nicht voran und [die Umwidmung der Stargarder Straße zur Fahrradstraße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/08/ohne-markierung-keine-fahrradstrasse/?ref=loky.news) ist bis heute mit Problemen verbunden. Der Bezirk Mitte richtete im Dezember 2021 den ersten Kiezblock rund um die Bellermannstraße im Wedding ein; von der ersten Planung bis zur Umsetzung war ein knappes Jahr vergangen. Ob die Diagonalsperren wirklich zu einer Verkehrsberuhigung beitragen? Mitte probiert es einfach aus. In zwölf Gebieten sind laut Bezirksstadträtin Dr. Almut Neumann weitere Kiezblocks geplant. **Mit milden Mitteln beginnen** Auch Pankow beschäftigt sich seit längerem [mit Kiezblocks](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/kiezblock/?ref=loky.news). Insgesamt 19 Gebiete eignen sich laut Bezirksamt dafür, unter anderem der Kollwitzkiez und die Straßen am Helmholtzplatz. Getestet wird das zunächst aber an zwei anderen Stellen: im Weißenseer Komponistenviertel und am Arnimplatz. Doch während in Weißensee im Sommer mit Verspätung endlich eine einjährige Probephase startet, zählt man im Arnimkiez weiterhin die durchfahrenden Autos. [Ab Herbst sollen dann erste Maßnahmen umgesetzt werden](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/01/der-kiezblock-kommt/?ref=loky.news), angefangen bei „milderen Mitteln“ wie Geschwindigkeitsreduzierungen und Fahrbahnverengungen, so Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD). Ein Grund für die Verzögerung ist die Ablehnung des Projekts als Verkehrsversuch; das hatte der ehemalige Grünen-Stadtrat Vollrad Kuhn bei der Senatsverkehrsverwaltung beantragt. Die beabsichtigen Verkehrsmaßnahmen seien allerdings hinreichend bekannt und müssten nicht erprobt werden, so der Senat. Pankow ist deshalb nun für alle Anordnungen selbst zuständig, was nicht nur Zeit und Personal, sondern auch Mut erfordert. Vielleicht können die anderen Bezirke da weiterhelfen? Titelbild: Schleichverkehr im Blumenviertel / Foto: Julia Schmitz ### Keine Pause im Pappelpark URL: https://www.loky.news/keine-pause-im-pappelpark/ Last updated: 2025-03-20T18:08:51.000Z ## Seit Januar ist der Friedhofspark an der Pappelallee geschlossen. Die Grundstückseigentümer\*innen wollen mit dem Bezirksamt über einen neuen Vertrag verhandeln – doch das ruft nicht zurück. --- Anfang des Jahres standen Anwohner\*innen überraschend vor geschlossenen Türen des [Friedhofsparks an der Pappelallee](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/friedhofspark/?ref=loky.news): Die kleine grüne Oase ist bis auf Weiteres geschlossen. Wo an sonnigen Tagen Menschen auf den Bänken zwischen Grabsteinen saßen, herrscht jetzt gähnende Leere. „Wir haben den Park 22 Jahre für die Bevölkerung offen gehalten – und dafür auch eigene Mittel eingesetzt, da die Zuwendungen des Bezirks unseren Aufwand für die vertraglichen Pflichten nicht gedeckt haben“, sagt Anne-Kathrin Pauk, Vorsitzende der Freireligiösen Gemeinde, der das Grundstück gehört. Ende 2021 ist der bisherige Nutzungsvertrag zwischen Gemeinde und dem Bezirk Pankow ausgelaufen. Die Gemeinde habe das Bezirksamt im Dezember darauf aufmerksam gemacht und Gespräche angeboten, so Pauk weiter. „Wir sind zuversichtlich, dass das Bezirksamt dieses Angebot annimmt und wir bald eine gemeinsame Lösung finden.“ Weil aber ohne Vertrag kein Versicherungsschutz besteht und die Gemeinde im Falle von Unfällen selbst haftbar wäre, dürfen Besucher\*innen den Park aktuell nicht betreten. Den drei Kitas, die den Park als Erholungsfläche nutzen, wurde ein Nutzungsrecht auf eigene Gefahr eingeräumt, da die Kinder über die Kindertagesstätte versichert sind. **Rechtslage muss geprüft werden** Sie bedauere die Unannehmlichkeiten, die durch die Schließung für die Anwohner\*innen entstanden seien, so die verantwortliche Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) auf unsere Nachfrage. „Seitens des Straßen- und Grünflächenamtes sind wir stark daran interessiert, dass der Friedhofspark wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird und dieser weiter wie gewohnt in vollem Umfang nutzbar ist. Wir sind in regen Austausch um die bestehenden Differenzen, welche zur Schließung der Anlage geführt haben, abzuwenden und um die Nutzung der Anlage für die Allgemeinheit wiederherzustellen.“ Bei der Gemeinde ist man über diese Antwort überrascht; bisher habe es noch keinen Rückruf des Bezirkamts gegeben. Tatsächlich will das Bezirksamt aber erst die Rechtslage prüfen, bevor es Kontakt mit den Eigentümer\*innen aufnimmt, heißt es in der Antwort auf die Kleine Anfrage des Bezirksverordneten Axel Lüssow (Grüne). Um den Friedhofspark an der Pappelallee hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Streit gegeben; zuletzt 2018, als [ein Teil des Friedhofs zur Lychener Straße hin bebaut werden sollte](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/12/27/erbitterter-kampf-um-den-pappelpark/?ref=loky.news). Titelbild: Julia Schmitz ### Prenzlauer Berg Newsletter #15 kämpft nicht gegen Windmühlen URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-15-kaempft-nicht-gegen-windmuehlen/ Last updated: 2025-03-20T18:09:52.000Z ## Wieso ist der Friedhofspark an der Pappelallee eigentlich geschlossen? Außerdem im Newsletter zum Nachlesen: Spielplätze, Parkraumbewirtschaftung und ein Impfangebot. --- Hättet ihr es gewusst? Wo sich heute in Prenzlauer Berg Altbau an Altbau schmiegt, waren früher weite Felder – und ganz viele Windmühlen. Als sich Anfang des 18\. Jahrhunderts abzeichnete, dass aus den kleinen Dörfern Cölln und Berlin irgendwann eine Stadt mit weltweiter Bedeutung werden könnte, musste natürlich auch die Versorgung der wachsenden Bevölkerung sichergestellt werden. Die Mühlen innerhalb der Stadtmauern konnten den Bedarf an Mehl nicht mehr decken, es mussten dringend neue gebaut werden. Warum dafür das Gebiet, auf dem sich unser Stadtteil befindet, ausgewählt wurde und wieso die Mühlen heute nicht mehr existieren, das hat meine Kollegin Sonja Koller recherchiert für unseren **Text der Woche** - **Geschichte:** Dass [in Prenzlauer Berg einst etliche Mühlen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/12/die-muehlen-von-prenzlauer-berg/?ref=loky.news) standen, ist heute kaum vorstellbar. Doch früher war das Gebiet vor dem „Prenzlauer Tor“ der größte Mehlproduzent Berlins. **#mitglieder** **Was sonst noch los ist** - **Ostern:** Eier bemalen, Kaninchen suchen, Hefezopf backen: Wir verabschieden uns mit weiteren [Tipps für die Feiertage](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/14/frohe-ostern-2/?ref=loky.news) in eine kleine Osterpause. **Kiezfoto der Woche** ![Kiezfoto](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/04/kiezfoto.jpg) Dies geht raus an alle Freund\*innen der Discokugeln! Gesehen auf der Schönhauser Allee / Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** **Vorleserekord:** Die LeseLounge hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Vom 2\. April (dem Internationalen Kinderbuchtag) bis zum 23\. April (dem Welttag des Buches) will sie 21 Tage lang Menschen vorlesen lassen und so den Weltrekord aufstellen – dafür wird rund um die Uhr und an verschiedenen Orten gelesen. Vom 15\. bis 20\. April macht das Projekt Station in der Bettina-von-Arnim-Bibliothek in den Schönhauser Allee Arcaden. Und sucht dafür noch Bücherwürmer, die auch nicht davor zurückschrecken, mitten in der Nacht vor der Kamera ein Buch in die Hand zu nehmen. Anmelden könnt ihr euch für Zeitfenster von jeweils einer halben Stunde. **Spielplatz:** Pünktlich zu den Osterferien hat das Bezirksamt den Spielplatz zwischen Conrad-Blenkle-Straße und Fritz-Riedel-Straße wiedereröffnet: Auf 2.300 Quadratmetern können Kinder aus der Nachbarschaft jetzt wieder auf dem Klettergerüst spielen; auch Schaukeln, zwei Tischtennisplatten und sogar eine Slackline gibt es. Der Spielplatz, der an den Neubau einer dreizügigen Grundschule mit Sporthalle grenzt, war im Mai 2021 für die Neugestaltung geschlossen worden. Auf dem Schulgrundstück entsteht außerdem ein Jugendsportfeld, welches an den Wochenenden ebenfalls öffentlich zugänglich sein soll. **Fördermittel I:** Wer sich für Geflüchtete aus der Ukraine einsetzt, kann durch den Bezirk unterstützt werden: Vereine, Institutionen und Initiativen können beim [Integrationsbüro ab sofort Förderungen aus zwei Töpfen](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1195764.php?ref=loky.news) beantragen. Im Projektfonds #SolidarischesPankow stehen 20.000 Euro für Sachmittel wie Unterrichtsmaterialien, Fahr- und Eintrittskarten zur Verfügung. #SonderprojekteUkraine richtet sich ausschließlich an Projekte von Pankower Migrant\*innenselbstorganisationen (MSO). Insgesamt 100.000 Euro können darüber für die Schaffung von Angeboten vergeben werden, die zum Beispiel geflüchtete Frauen und Kinder aus der Ukraine beraten. Die Bewerbung für beide Fördertöpfe ist bis zum 5\. Mai möglich. **Parkzone:** Viele Jahre wurde darüber diskutiert, ob in der Wohnstadt Carl Legien eine kostenpflichtige Parkzone eingerichtet werden soll und [ob sich das mit dem Denkmalschutz vereinbaren lässt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/03/29/denkmalschutz-verhindert-parkuhren/?ref=loky.news). Seit April gibt es sie nun: Von der Grellstraße im Süden bis zur Ostseestraße im Norden, sowie im Westen und Osten von der Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße kostet das Parken ab sofort Geld. Bis einschließlich 16\. April gewährt das Bezirksamt noch eine Schonfrist, bei fehlendem Parkschein werden Autofahrer\*innen mittels Zettel über die Parkraumbewirtschaftung informiert. Ab dem 17\. April verteilen die Mitarbeiter\*innen des Ordnungsamts dann echte Strafzettel. **Fördermittel II:** Bis zum 31\. Mai können sich außerdem Träger der freien Jugendhilfe um eine [Förderung für Projekte aus den Bereichen Jugendarbeit](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1195881.php?ref=loky.news), Jugendsozialarbeit und Familienförderung bewerben. Vergeben werden die Gelder für eine Realisierung im Jahr 2023. **Impfung:** Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Im [Bezirksamt Pankow in der Fröbelstraße](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1195879.php?ref=loky.news) gibt es ab sofort die Möglichkeit, sich jeden Dienstag und Donnerstag zwischen 15 und 18 Uhr impfen zu lassen – zum ersten und zweiten Mal oder als Auffrischungsimpfung. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Benötigt wird ein aktueller Lichtbildausweis und nach Möglichkeit der Impfass. Kinder müssen außerdem von einem/einer Erziehungsberechtigten begleitet werden. --- ![Friedhofspark](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/04/pappelpark_klein.jpg) Der Friedhofspark in der Pappelallee / Foto: Julia Schmitz **Prenzlette exklusiv** Anfang des Jahres standen Anwohner\*innen überraschend vor geschlossenen Türen des **Friedhofsparks an der Pappelallee**: Die kleine grüne Oase ist bis auf Weiteres geschlossen. „Wir haben den Park 22 Jahre für die Bevölkerung offen gehalten – und dafür auch eigene Mittel eingesetzt, da die Zuwendungen des Bezirks unseren Aufwand für die vertraglichen Pflichten nicht gedeckt haben“, sagt Anne-Kathrin Pauk, Vorsitzende der Freireligiösen Gemeinde, der das Grundstück gehört. Ende 2021 ist der bisherige Nutzungsvertrag zwischen Gemeinde und dem Bezirk Pankow ausgelaufen. Die Gemeinde habe das Bezirksamt Mitte Dezember darauf aufmerksam gemacht und Gespräche angeboten, so Pauk weiter. „Wir sind zuversichtlich, dass das Bezirksamt dieses Angebot annimmt und wir bald eine gemeinsame Lösung finden.“ Weil aber ohne Vertrag kein Versicherungsschutz besteht und die Gemeinde im Falle von Unfällen selbst haftbar wäre, dürfen Besucher\*innen den Park aktuell nicht betreten. Den drei Kitas, die den Park als Erholungsfläche nutzen, wurde ein Nutzungsrecht auf eigene Gefahr eingeräumt, da die Kinder über die Kindertagesstätte versichert sind. Das Bezirksamt war bisher für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. --- **Kriminelles & Unschönes** - **Thälmann-Denkmal:** In der Nacht zu Sonntag nahmem Polizeibeamt\*innen einen 49-Jährigen fest, der zuvor einen Schriftzug auf das Ernst-Thälmann-Denkmal gesprüht hatte und geflohen war; als er gefasst wurde, leistete er zunächst erheblichen Widerstand und bestritt die Tat. Ein 37-Jähriger hatte den Mann gegen 1 Uhr morgens beim Vorbeigehen in der Greifswalder Straße gesehen und die Polizei alarmiert. Das Landeskriminalamt ermittelt nun wegen Sachbeschädigung. **Tipps & Termine** - **20.-26.4**.: Zum 13\. Mal findet in Berlin das [Arabische Filmfestival ALFILM](https://alfilm.berlin/program/cinestar-kino-in-der-kulturbrauerei/?ref=loky.news) statt – neben dem silent green Kulturquartier im Wedding, dem City Kino Wedding und dem Kino Arsenal macht auch das Kino in der Kulturbrauerei mit. Über 44 Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme führen durch die Welt von Somalia bis nach Marokko, vom Jemen bis nach Palästina. Tickets kosten 9 Euro je Film. - **21.4.:** Irina Liebmann ist mit ihren Büchern voller feinsinniger Beobachtungen längst zu einer Chronistin Berlins geworden. Im [Haus für Demokratie und Menschenrechte auf der Greifswalder Straße](https://www.hausderdemokratie.de/Veranstaltung?event%5Fid=370&event%5Flink=Veranstaltungen&show%5Fevent=&ref=loky.news) stellt sie am Donnerstag ihr Buch „Große Hamburger Straße“ vor. Beginn ist um 19 Uhr. - **23.4.:** Am 23\. April ist Welttag des Buches und die [Kunstbuchhandlung in der Wörther Straße am Kollwitzplatz](https://www.kunstbuchkollwitzplatz.com/veranstaltungen/k%C3%BCnstlerin-illustratorin-britta-teckentrup?ref=loky.news) feiert aus diesem Anlass mit verschiedenen Aktionen den Bücherfrühling. Zu Gast ist außerdem die Illustratorin Britta Teckentrup, die vor Ort ihre Bücher vorstellt. Beginn ist um 14 Uhr. ![Steady](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Du-willst-Lokaljournalismus-der-zu-dir-passt-Dann-werde-jetzt-Mitglied-%E2%80%93-schon-ab-5%E2%82%ACMonat-1.png)![Button Prenzlauer Berg Nachrichten](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2017/10/Unterstuetze_uns_auf_Steady_3.png) **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Hilfe:** Anfang März hat Verena Wirwohl zwei ukrainische Frauen und vier Möpse in ihrer Wohnung aufgenommen. [Wie funktioniert Zusammenleben, wenn man keine gemeinsame Sprache spricht](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/07/am-wichtigsten-ist-die-privatsphaere/?ref=loky.news)? - **Rezension:** Ein Videothekenbesitzer vom Helmholtzplatz wird plötzlich zum Star der Presse: Maxim Leo hat mit „[Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/05/held-wider-willen/?ref=loky.news)“ einen amüsanten Roman über den Umgang mit der DDR-Vergangenheit geschrieben. **Zitat der Woche** „*Noch heute gleicht das Straßenbild Prenzlauer Bergs jener Version aus der Zeit, zu der hier noch großflächig angebaut wurde*“ hat meine Kollegin Sonja Koller bei ihrer Recherche über die Windmühlen von Prenzlauer Berg herausgefunden. Der ein oder andere Acker zwischen den Altbauten – das hätte doch was, oder? Die Prenzlauer Berg Nachrichten machen eine Mini-Osterpause: **Am 22\. April erscheint kein Newsletter**. Weiter geht es in der Woche darauf, am 29\. April. Ich wünsche euch kunterbunte Ostertage! Eure Julia Schmitz und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, [den wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Frohe Ostern! URL: https://www.loky.news/frohe-ostern-2/ Last updated: 2025-03-20T18:08:20.000Z ## Eier bemalen, Kaninchen suchen, Hefezopf backen: Wir verabschieden uns mit weiteren Tipps für die Feiertage in eine kleine Osterpause. --- Ja ist denn heut‘ schon wieder Ostern? Ein sehr langes Wochenende steht bevor, an dem ihr euch in Prenzlauer Berg auf verschiedene Art und Weise die Zeit vertreiben könnt. Ob mit Nachwuchs oder ohne: wir haben ein paar Vorschläge für euch gesammelt. **Für Kinder** Wie entwickelt sich das Küken im Ei – und legen Hasen eigentlich auch Eier? In der mit Bilder von Jette von Bodecker illustrierten Sonderausstellung „Weißt du, wie der Hase läuft?“ im [MACHmit! Museum in der Senefelder Straße](https://machmitmuseum.de/?ref=loky.news) erfahren Kinder alles rund um die Bräuche, die zur Osterzeit gepflegt werden. An den Feiertagen (außer Ostermontag) werden außerdem Kreativ-Workshops angeboten. Geöffnet ist Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Für gewöhnlich richtet sich der [Abenteuerliche Bauspielplatz Kolle 73](https://www.kolle37.de/angebote/wochenplan-und-kalender/detailansicht?tx%5Fusercal%5Fcalendar%5Baction%5D=show&tx%5Fusercal%5Fcalendar%5BcalendarEvent%5D=56&tx%5Fusercal%5Fcalendar%5Bcontroller%5D=CalendarEvent&tx%5Fusercal%5Fcalendar%5BstartDate%5D=2022-04-16&cHash=ec029b45e5c7e2c8fdcc5dfc7acb6fde&ref=loky.news) an Kinder zwischen dem 6\. und 16\. Lebensjahr. Doch am Ostersamstag öffnen sich die Türen für alle: Kinder jeden Alters aus dem Kiez und der Umgebung können mit ihren Eltern auf dem Gelände an der Kollwitzstraße werkeln. Besteht der Mond aus Käse? Die kleine Maus Armstrong glaubt nicht daran und will die anderen Mäuse davon überzeugen, dass der Planet aus Gestein besteht. Also baut er sich in seiner kleinen Kammer eine Rakete, um ins Weltall zu fliegen. Das Zeiss-Großplanetarium zeigt am Karfreitag um 11 Uhr und am Ostersonntag um 12.30 Uhr „[Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond](https://www.planetarium.berlin/veranstaltungen/armstrong-die-abenteuerliche-reise-einer-maus-zum-mond?ref=loky.news)“. Geeignet für Kinder ab 5 Jahren. Der Eintritt kostet 9,50 / 7,50 Euro ermäßigt. Tritratrullala? Beim [Prenzlkasper in der Marienburger Straße](https://www.prenzlkasper.de/spielplan-a.htm?ref=loky.news) gibt’s an Ostern das volle Programm: Am Freitag (11 Uhr und 16 Uhr), Samstag und Sonntag (jeweils 16 Uhr) zeigt das Puppentheater „Kasper und der Osterhase“, am Ostermontag (11 Uhr und 16 Uhr) läuft „Kasper im Gespensterschloss“. Tickets kosten 8 Euro. **Für Erwachsene** Am Karfreitag herrscht zwar auch in Berlin Tanzverbot, aber Musik machen ist erlaubt: [Die evangelische Immanuelkirche lädt zur Aufführung von „Stabat Mater“](https://immanuelgemeinde.de/event/12500247?ref=loky.news), dem ersten Kirchenwerk von Joseph Haydn, welches dieser 1767 komponierte. Es spielen Solist\*innen, Instrumentalist\*innen und die Kantorei der Immanuelgemeinde. Tickets kosten 15 Euro bzw. 12 Euro ermäßigt. Beginn ist um 15 Uhr. Woher nimmt die Erde unsere Nahrung? Ein Hund versucht herauszufinden, welche Bedeutung er in der Welt und die Welt überhaupt hat: Mit „Forschungen eines Hundes“ schrieb Franz Kafka einen Text mit Fabelcharakter, der sich leicht auf den Menschen übertragen lässt. Lene Gaiser und Fabian Rosonsky bringen das Stück an [Gründonnerstag und Karfreitag im Theater unterm Dach](https://theateruntermdach-berlin.de/?produktion=forschungen-eines-hundes&ref=loky.news) auf die Bühne. Beginn ist um 20 Uhr, Tickets kosten 15 Euro. Regelmäßig bietet das Museum in der Kulturbrauerei [Kiezspaziergänge zur Geschichte von Prenzlauer Berg](https://www.hdg.de/museum-in-der-kulturbrauerei?ref=loky.news) an. So auch an Ostern: Am Samstag dreht sich ab 11 Uhr alles um die Zeit nach dem Mauerfall, am Sonntag um 14 Uhr geht es um die Oderberger Straße und ihre Vergangenheit. Der Eintritt ist jeweils frei, eine vorherige Anmeldung verpflichtend. Die besten Kurzgeschichten der Berliner Lesebühnen: Die könnt ihr beim [Kantinenlesen](http://kantinenlesen.de/?ref=loky.news) hören, das am Samstagabend in der Alten Kantine in der Kulturbrauerei stattfindet. Es lesen diesmal Dan Richter, Ahne, Falko Hennig, Tube und Thilo Bock. Los geht es um 20 Uhr, Tickets kosten 11/7 Euro ermäßigt. Wir ziehen uns an dieser Stelle für eine Woche in die Ferien zurück. **Ab Montag, 25\. April** berichten wir wieder über alles, was vor eurer Haustür passiert. Bis dahin wünschen wir euch frohe Ostern! Titelbild: Rasa Kasparaviciene ### Die Mühlen von Prenzlauer Berg URL: https://www.loky.news/die-muehlen-von-prenzlauer-berg/ Last updated: 2025-03-20T19:59:01.000Z Eigentlich ist Prenzlauer Berg urberlinerisch. Das Gebiet war nie ein Dorf , das später eingemeindet wurde, es gehörte von Anfang an zu Berlin. Aber es war nicht immer das schicke Altbauviertel, wie wir es heute kennen. Früher gab es hier vor allem viel Wald, der aber bereits im 13\. Jahrhundert gerodet wurde. Es entstand Ackerland, das gemeinschaftlich bestellt wurde. Allerdings sollte nicht nur der Boden der Anhöhe vor dem Prenzlauer Tor die Berliner\*innen ernähren. _This post is for subscribers only._ ### Prenzlauer Berg Newsletter #14 hat Ukrainerinnen aufgenommen URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-14-hat-ukrainerinnen-aufgenommen/ Last updated: 2025-03-20T18:08:20.000Z ## Wie engagieren sich Anwohner\*innen im Bezirk? Was passiert mit der Fahrradstraße Stargarder Straße? Und warum führen Graffitis zu Konflikten? Die Nachrichten der Woche gibt es im Newsletter. ## --- Die Hilfsbereitschaft für aus der Ukraine geflüchtete Menschen ist groß – auch in Prenzlauer Berg. Verena Wirwohl hat nicht lange darüber nachgedacht, als ihr eine Freundin ein Foto von zwei Frauen schickte, die eine Unterkunft in Berlin suchten. Sie sagte sofort zu und nahm Mutter und Tochter mit ihren Hunden bei sich auf. Welche Erfahrungen sie damit gemacht hat, hat sie meiner Kollegin Julia Schmitz erzählt für den **Text der Woche** - **Hilfe:** Anfang März hat Verena Wirwohl zwei ukrainische Frauen und vier Möpse in ihrer Wohnung aufgenommen. [Wie funktioniert Zusammenleben, wenn man keine gemeinsame Sprache spricht?](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/07/am-wichtigsten-ist-die-privatsphaere/?ref=loky.news) **Was sonst noch los war** - **Rezension:** Ein Videothekenbesitzer vom Helmholtzplatz wird plötzlich zum Star der Presse: Maxim Leo hat mit [„Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/04/05/held-wider-willen/?ref=loky.news) einen amüsanten Roman über den Umgang mit der DDR-Vergangenheit geschrieben. **Kiezfoto der Woche** [![Newsletter](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/04/Bild-von-iOS-3-1024x1024.jpg)](er) Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** **Fahrradstraße:** Nach mehreren Verzögerungen, falschen Verkehrsschildern und fehlenden Fahrbahnmarkierungen scheint das Hin und Her in der [zur Fahrradstraße umgewidmeten Stargarder Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/fahrradstrasse/?ref=loky.news) bald vorbei zu sein. Denn in den nächsten Tagen sollen die Markierungsarbeiten beginnen, erklärte Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki auf unsere Anfrage. Obwohl die Fahrradstraße bereits im Dezember vergangenen Jahres eingeweiht worden war, hatte es zunächst Diskussionen zwischen Polizei und Bezirksamt gegeben, ob die Straße ohne die korrekten Verkehrszeichen und Markierungen als Fahrradstraße gelte. Nachdem sich auch die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz zum Thema geäußert hatte, führt die Polizei nun regelmäßig Verkehrskontrollen in der Stargarder Straße durch. „Diese sollen auch in den nächsten Monaten fortgesetzt werden, um einen gewissen ‚Gewöhnungseffekt‘ bei den Verkehrsteilnehmern zu unterstützen“, sagt Anders-Granitzki. Im Sommer dieses Jahres sollen zusätzlich Verkehrszählungen stattfinden, um über die Erforderlichkeit weiterer Maßnahmen zur Unterbindung des Kfz-Durchgangsverkehrs entscheiden zu können. **Graffiti:** Straßenkunst gehört zu Berlin, doch in Berlin darf nur an wenigen Orten legal gesprayt werden. Im Bezirk Pankow ist das[ im Mauerpark ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2018/02/21/legales-spruehen-im-mauerpark-jein/?ref=loky.news)und an einer Graffiti-Fläche im Rosenthaler Weg möglich. Doch das führt häufig zu Konflikten. Denn genau an diesen Standorten bleibe oft Müll liegen, obwohl die Künstler\*innen dazu verpflichtet seien, ihr Material sachgerecht zu entsorgen, antwortet das Bezirkamt auf eine Kleine Anfrage des Bezirksverordneten Maximilian Schirmer von der Linksfraktion. „Die Abfallentsorgung klappt eben nicht wie vereinbart und muss derzeit vom Straßen- und Grünflächenamt (SGA) aus Unterhaltsmitteln des Straßenbaulastträgers finanziert werden“, heißt es außerdem. Für eine weitere geplante Graffiti-Fläche auf dem Fröbelplatz fehle ein Kooperationspartner. Das Straßen- und Grünflächenamt stehe aber seit 2020 mit dem Träger Gangway e. V. in Kontakt, um eine geeignete Regelung für die zu erwartenden Kosten der Sondermüll-Entsorgung zu suchen. **Übersetzung:** Das Sozialamt Pankow sucht ehrenamtliche Sprachmittler\*innen zur Unterstützung von Geflüchteten aus der Ukraine. Wie das Bezirksamt mitteilte, werden Menschen gesucht, die Ukrainisch und Russisch sprechen. Die Registrierung erfolgt bei der [Ehrenamtskoordinatorin des Sozialamtes Pankow](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/ukraine-faq/artikel.1187418.php?ref=loky.news) oder bei volunteer-planner.org. **Senior\*innenvertretung:** Sie haben Rederecht in den Ausschüssen der Bezirksverordnetenversammlung, sind im Vorstand von Pankower Pflegeeinrichtungen und sie erarbeiten Vorschläge dafür, wie der Bezirk die Situation älterer Menschen verbessern kann: Seit Anfang April gibt es eine neue Senior\*innenvertretung, die sich für die Interessen aller Menschen über 60 Jahren im Bezirk einsetzt. „Der Anteil an Senior\*innen in der Gesellschaft wächst. Die Senior\*innenvertretung vertritt damit die besonderen Interessen erheblicher Bevölkerungsteile“, sagte Bezirksstadträtin Dr. Cordelia Koch. Vom 14\. bis zum 18\. März durften alle Ber­li­ne­r\*in­nen über 60 Jahre wählen und gewählt werden. Anfang April berief Koch die 17 Kandidati\*nnen mit den meisten Stimmen in die Vertretung. --- ![Newsletter](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/04/Yogastudio-Sinnlicht-Yoga_Foto-Julia-Schmitz-1024x576.jpg) Dennis Kruse / Foto: Julia Schmitz **Prenzlette exklusiv** Einatmen, ausatmen… Eine Anleitung, die Dennis Kruse regelmäßig in seinen Yogastunden gibt und die er jetzt selbst beherzigen muss: Überraschend wurde dem Inhaber von [„Sinnlicht Yoga”](https://www.sinnlicht-yoga.de/?ref=loky.news) in der Stahlheimer Straße am Humannplatz der Mietvertrag gekündigt – ohne Begründung. Für Kruse ein schwerer Schlag: „Ich habe die Räume 2007 gemietet und komplett selbst umgebaut”, erzählt er. In den letzten 15 Jahren sei das kleine Studio zu einem Treffpunkt im Kiez geworden, habe dank der Unterstützung von Nachbar\*innen auch die fast einjährige Schließung während der Pandemie überstanden. Nun soll er die Räume bis Ende des Jahres verlassen. Doch Kruse will nicht so schnell aufgeben, sammelt Unterschriften für den Erhalt und versucht, den Vermieter zu einem persönlichen Treffen zu bewegen. „Ich wäre auch mit einer Erhöhung der Miete einverstanden, aber die wurde mir bisher ja gar nicht angeboten”, sagt er. Seit dem Einzug des Yogastudios seien nur einmal die Betriebskosten angepasst worden: „Da ist also noch Luft nach oben.” Anders als bei Privatmietern gibt es für Gewerbemieter allerdings so gut wie keinen Schutz, auch ein Kündigungsgrund muss nicht angegeben werden. Sollte der Eigentümer also nicht mit sich reden lassen, muss Kruse sich wohl nach neuen Räumlichkeiten umsehen – und das könnte schwierig werden. --- **Kriminelles & Unschönes** - **Vandalismus:** In Prenzlauer Berg beschmierten Unbekannte am Dienstagmittag das Ernst-Thälmann-Denkmal, teilte die Polizei mit. Eine aufmerksame Passantin habe diese gegen 12.30 Uhr in die Greifswalder Straße gerufen, nachdem sie auf dem Sockel des Denkmals einen Schriftzug mit politischem Inhalt festgestellt hatte. Die Einsatzkräfte machten einen Teil der geschriebenen Worte unkenntlich und leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung ein. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. **Tipps & Termine** - **12.4.:** Vor elf Jahren begann die syrische Revolution, das syrische Regime reagierte mit einem Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Die [Dokumentation „Her Stories‟](https://www.cinestar.de/berlin-kino-in-der-kulturbrauerei/veranstaltung-nahaufnahmen-biografien-aus-nahost-und-nordafrika-im-film?ref=loky.news) zeigt, wie dieser Krieg drei Frauen geprägt hat. Die nächste Filmvorführung beginnt am Dienstag um 19.30 Uhr im Kino in der Kulturbrauerei, im Anschluss folgt ein Gespräch mit dem Regisseur Abd Al-Kader Habak. Der Eintritt kostet 8/6 Euro. - **12.4.:** Im Fokus des Übersetzungsprojekts VERSschmuggel des Poesiefestivals Berlin stand 2021 belarussische Dichtung. Nun präsentieren die Autor\*innen ihre Werke im Haus der Poesie. Die [Lesung](https://www.haus-fuer-poesie.org/de/literaturwerkstatt-berlin/veranstaltungen/alle%5Fveranstaltungen/versschmuggel-belarus-deutschland1?ref=loky.news) findet am Dienstag um 19.30 Uhr statt. Der Eintritt kostet 6/4 Euro. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Ukraine:** Der Angriff auf die Ukraine geht auch an Kindern in Pankow nicht unbemerkt vorbei. [Wie gehen die Schulen damit um?](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/29/ueber-krieg-reden/?ref=loky.news) - **Unterstützung:** Täglich kommen Tausende Flüchtlinge aus der Ukraine am Berliner Hauptbahnhof an, wo sie mit Essen versorgt und an Unterkünfte vermittelt werden. [Unsere Autorin hat vor Ort mitgeholfen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/29/orange-fuer-ukrainisch/?ref=loky.news). - **Bäume:** Erneut setzt Pankow die Motorsäge an: Im [Mauerpark und an der Werneuchener Wiese](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/31/kinder-oder-klimaschutz/?ref=loky.news) sollen etliche Bäume gefällt werden – angeblich für die Sicherheit der Kinder. Spielt der Bezirk hier zwei Themen gegeneinander aus? Zitat der Woche *„Mir ging es von Anfang an darum, den Beiden vor allem Privatsphäre und Ruhe zu geben“,* sagt Verena Wirwohl, die zwei Ukrainerinnen bei sich aufgenommen hat. Wie es weitergehen soll, weiß keine von ihnen. Die anfänglich geplanten zwei bis drei Wochen Aufenthalt in der Wohnung sind mittlerweile längst vorbei. Nächste Woche erscheint der Newsletter übrigens aufgrund der Osterfeiertage schon am Donnerstag. Bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit! Eure Christina Heuschen und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, [den wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Am wichtigsten ist die Privatsphäre URL: https://www.loky.news/am-wichtigsten-ist-die-privatsphaere/ Last updated: 2025-03-20T18:07:50.000Z ## Anfang März hat Verena Wirwohl zwei ukrainische Frauen und vier Möpse in ihrer Wohnung aufgenommen. Wie funktioniert Zusammenleben, wenn man keine gemeinsame Sprache spricht? --- Lange darüber nachgedacht hat sie nicht. Als ihr eine Freundin Anfang März ein Foto von Anastasia und Anna\* schickte, die eine vorübergehende Unterkunft in Berlin suchten, sagte sie sofort zu. Mutter und Tochter waren kurz nach dem [Einmarsch Russlands in die Ukraine](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/ukraine/?ref=loky.news) per Bus aus Kyiv geflohen, das Nötigste hatten sie in Rucksäcke gepackt. „Außerdem trugen sie beide jeweils zwei kleine Hunde im Arm“, erzählt Verena Wirwohl. „Ich habe selbst einen Mops und hatte gehört, wie schwierig es oftmals für Geflüchtete ist, mit ihren Tieren unterzukommen.“ Anastasia und Anna zogen in das Kinderzimmer ihrer sechs- und achtjährigen Söhne, die sich seitdem das Zimmer mit ihrer Mutter teilen. „Das haben wir schon immer so gemacht, wenn wir Gäste hatten“, so die Alleinerziehende; „es ist für uns also keine große Veränderung.“ Drei der vier Möpse sind mittlerweile in Pflegefamilien untergebracht worden, der altersschwache vierte durfte bleiben. Er versteht sich prächtig mit dem anderen Hund. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **„Sie wollten keine Hilfe von mir annehmen“** ![Ukraine](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/04/Verena-Wirwohl_Hunde2-226x300.jpg) Verena Wirwohl mit einem der geflüchteten Möpse / Foto: privat Auch Anastasia, Anna, Verena und die beiden Jungs kommen gut miteinander aus, obwohl sie keine gemeinsame Sprache sprechen. „Mir ging es von Anfang an darum, den Beiden vor allem Privatsphäre und Ruhe zu geben“, sagt Verena. Die ersten Tage hätten die Frauen hauptsächlich im Zimmer verbracht und nur wenige höfliche Worte mit ihr gewechselt. Wo das bruchstückhafte Englisch nicht reichte, half eine App mit der Übersetzung. Mittlerweile sei vor allem die 21-jährige Anna aufgetaut, habe für Verena und ihre Söhne Borschtsch gekocht und von ihrem Leben in ihrem Haus in Kyiv erzählt. Über die Erlebnisse auf der Flucht haben sie bisher nicht gesprochen. Aber darüber, dass beide Frauen verheiratet sind und die Männer in der Ukraine zurücklassen mussten. **Längerfristige Unterkunft gesucht** Die anfänglich geplanten zwei bis drei Wochen Aufenthalt in der Wohnung in sind mittlerweile längst vorbei, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Rechtlich gesehen ist eine Aufnahme von Gästen in der eigenen Mietwohnung bis zu sechs Wochen möglich; danach gilt es als Untervermietung, die nicht alle Vermieter\*innen erlauben. Verena sucht deshalb nach einer längerfristigen Unterkunft für Anna und Anastasia, vielleicht findet sich etwas in Berlin, vielleicht in Brandenburg. Gut möglich, dass die Ukrainerinnen sogar schneller sind: „Am Anfang wollten sie überhaupt keine Hilfe von mir annehmen, haben alles Organisatorische wie die Anmeldung beim Sozialamt selbst erledigt und sich in den Behörden durchgefragt“, erzählt die Prenzlauer Bergerin. Doch letztendlich soll auch dies nur eine Übergangslösung bleiben: Die Hoffnung, dass Anna und Anastasia mit den Hunden bald in ihr Haus in Kyiv zurückkehren können, bleibt. \* Namen von der Redaktion geändert Titelbild: Privat ### Held wider Willen URL: https://www.loky.news/held-wider-willen/ Last updated: 2025-12-10T22:26:41.000Z --- Am 12\. Juli 1983 gelangten 127 Menschen aus Ost-Berlin unvermittelt nach West-Berlin, weil ihre S-Bahn aufgrund einer Weichenstellung aus Versehen auf ein anderes Gleis geleitet worden war. Es handelte sich dabei um die größte Massenflucht aus der DDR. Daran könnt ihr euch nicht erinnern? Stimmt, dieses Ereignis hat auch gar nicht stattgefunden. Aber es hätte passieren können – und deshalb liest sich der neue Roman „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ von Maxim Leo zunächst wie eine authentische Geschichte. Michael Hartung hat mit der Vergangenheit längst abgeschlossen, vielleicht auch mit der Zukunft. Er führt eine kleine Videothek in der Raumerstraße am Helmholtzplatz, wo er allerdings die meiste Zeit alleine verbringt: Längst haben Streamingdienste das Ausleihen von Filmen überflüssig gemacht. Um sich die Zeit zu vertreiben, schaut er sich Filme mit Louis de Funès an und versucht, seine Mietschulden zu vergessen. Bis eines Tages plötzlich Alexander Landmann vor ihm steht, ein ehrgeiziger Journalist auf der Suche nach der nächsten großen Geschichte. In den Stasi-Archiven ist er auf Unterlagen zu der Flucht am Bahnhof Friedrichstraße gestoßen, hat von der langen Intensivhaft Hartungs im Gefängnis Hohenschönhausen gelesen und sieht hier die nächste große Geschichte. Hartung spielt das Ganze zunächst herunter, wittert dann aber, als Landmann ihm ein hohes Honorar anbietet, seine Chance. Nachdem der Text in der Zeitung erschienen ist, wird der melancholische Videoverleiher plötzlich landesweit als vergessener Held der deutsch-deutschen Teilung gefeiert: Er passt einfach zu gut in die Vorstellung über die Menschen [in der DDR](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/ddr/?ref=loky.news), die sich allesamt angeblich nichts sehnlicher gewünscht haben, als in den Westen auszureisen. **Trabis und Nacktbaden** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/03/Maxim-Leo-186x300.jpg)Als sich Maxim Leo zum ersten Mal an die Geschichte setzte, die später sein Roman werden sollte, hatte er genau diese Klischees im Hinterkopf. „Über die DDR werden immer die gleichen Sachen erzählt. Bei jedem Jahrestag geht es um Trabis oder Nacktbaden und wenn jemand sagt, man habe doch auch in der DDR einen ganz normalen Alltag gehabt, wird sofort gekontert: Aber es war doch ein Unrechtsstaat!“, erzählt er mir. Wir haben uns in einem Café im Bötzowkiez getroffen, wo der Schriftsteller mit seiner Familie lebt. Aufgewachsen ist er in Ost-Berlin – und wird heute noch immer um Erklärungen oder Statements gebeten, wenn es in irgendeiner Form um „Ostdeutsche“ geht. Auch Vorurteile hielten sich hartnäckig. „Wenn ich in Westdeutschland Lesungen habe, kommen am Ende keine Fragen; sondern ganze Referate, in denen mir erklärt wird, wie ich mich in der DDR gefühlt habe“, sagt er und lacht. In seinem Roman greift er dies mit ironischem Humor auf. Seine Figuren basieren auf einer Mischung aus realen Personen, sind aber grundsätzlich satirisch überspitzt. Neben Michael Hartung ist da Harald Wischnewsky, der sich während der „Friedlichen Revolution“ im Friedenskreis engagierte und seit dreißig Jahren Vorträge über sein bürgerrechtliches Engagement hält – und sich, auch das ein Tribut an das Klischee, einen langen Bart wachsen lässt. Als er für seine Rede vor dem Bundestag zum 30\. Jubiläum des Mauerfalls überraschend durch den „Helden“ Hartung ersetzt werden soll, sieht er seinen Lebensinhalt gefährdet: „Wenn das so weitergeht, ist bald nichts mehr übrig von unserer schönen Erinnerungskultur.“ **Das Gefühl, akzeptiert zu werden** Maxim Leo muss es großen Spaß gemacht haben, diese satirische Geschichte zu schreiben. Nach den beiden Büchern „Haltet euer Herz bereit“ und „Wo wir zuhause sind“ über die Geschichte seiner weit verzweigten Familie konnte er hier seiner Fantasie freien Lauf lassen. Und so können wir Michael Hartung dabei zusehen, wie er durch seine Heldenreise stolpert, an dessen Ende er – nein, das wird an dieser Stelle nicht verraten. *„*Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ ist aber auch eine Geschichte, bei der parallel zur humorvollen Absurdität eine melancholische Spur läuft, die nachdenklich macht. Braucht es wirklich den drölfzigsten Text über Sitten und Gebräuche in der DDR, der wirkt wie die kulturanthropologische Studie eines fast ausgestorbenen Stammes? „Man könnte die Ostdeutschen ja einfach mal fragen, ob und wie über sie geschrieben werden soll“, schlägt Maxim Leo vor. Oder, wie seine Hauptfigur Hartung an einer Stelle sagt: „Es geht vor allem um das Gefühl. Das Gefühl, akzeptiert zu werden. Das Gefühl, dazuzugehören. Vielleicht sollte man damit beginnen, nicht mehr von *den* Ostdeutschen und *den* Westdeutschen zu sprechen. Ich meine, was hat ein Hamburger mit einem Oberbayern zu tun? Und ein Mecklenburger mit einem Sachsen? Wir sollten aufhören, uns gegenseitig zu beschuldigen und zu belehren.“ **Maxim Leo: „[Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße](https://www.kiwi-verlag.de/buch/maxim-leo-der-held-vom-bahnhof-friedrichstrasse-9783462000849?ref=loky.news)“ ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, hat 304 Seiten und kostet 22 Euro.** **Mehr Literatur aus, in und über Prenzlauer Berg [findet ihr hier](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/literatur/?ref=loky.news).** Titelbild: Sven Görlich ### Prenzlauer Berg Newsletter #13 redet mit Kindern über Krieg URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-13-redet-mit-kindern-ueber-krieg/ Last updated: 2025-03-20T18:09:23.000Z ## Zoff über den geplanten Autobahnausbau, sprachliche Feinheiten rund um das Jahnstadion und Pankows Pinkel-Problem: Unsere Zusammenfassung der Woche gibt’s im Newsletter zum Nachlesen. --- Wie spricht man mit Kindern darüber, was aktuell in der Ukraine passiert? Nicht nur Eltern stehen in diesem Fall vor einer Herausforderung, auch Lehrer\*innen sind mit dem Thema täglich konfrontiert. Einerseits, weil viele Schüler\*innen derzeit höheren Redebedarf haben; andererseits, weil auch in Pankow Geflüchtete in den Schulalltag integriert werden müssen. Wie man im Bezirk aktuell damit umgeht, das hat meine Kollegin Christina Heuschen recherchiert für unseren **Texte der Woche** - **Ukraine:** Der Angriff auf die Ukraine geht auch an Kindern in Pankow nicht unbemerkt vorbei. [Wie gehen die Schulen damit um](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/29/ueber-krieg-reden/?ref=loky.news)? **#mitglieder** **Was sonst noch los war** - **Unterstützung:** Täglich kommen Tausende Flüchtlinge aus der Ukraine am Berliner Hauptbahnhof an, wo sie mit Essen versorgt und an Unterkünfte vermittelt werden. [Unsere Autorin hat vor Ort mitgeholfen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/29/orange-fuer-ukrainisch/?ref=loky.news). - **Bäume:** Erneut setzt Pankow die Motorsäge an: [Im Mauerpark und an der Werneuchener Wiese](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/31/kinder-oder-klimaschutz/?ref=loky.news) sollen etliche Bäume gefällt werden – angeblich für die Sicherheit der Kinder. Spielt der Bezirk hier zwei Themen gegeneinander aus? **#mitglieder** [![Steady](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Du-willst-Lokaljournalismus-der-zu-dir-passt-Dann-werde-jetzt-Mitglied-%E2%80%93-schon-ab-5%E2%82%ACMonat-1.png)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) [![Button Prenzlauer Berg Nachrichten](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2017/10/Unterstuetze_uns_auf_Steady_3.png)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) **Aus dem Bezirk** **Autobahn:** Überraschung herrschte in dieser Woche im Berliner Senat: Die zum Bund gehörende Autobahn GmbH hatte am Dienstag eine Ausschreibung für die Verlängerung der **Stadtautobahn A100 bis an die S-Bahn-Haltestelle Storkower Straße an der Grenze von Friedrichshain und Prenzlauer Berg veröffentlicht**; da der Bund seit dem vergangenen Jahr allein für den Ausbau von Autobahnen zuständig ist, musste dies nicht mit dem Land Berlin abgesprochen werden. Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), die von der Entscheidung aus der Zeitung erfahren hatte, zeigte sich laut Tagesspiegel dennoch erstaunt: Im Koalitionsvertrag des Beliner Senats sei vereinbart worden, dass der entsprechende 17\. Bauabschnitt der A100 in der laufenden Legislaturperiode nicht weiter verfolgt werde. Jubel kam hingegen von der FDP, die ihre autozentrierte Politik in den vergangenen Jahren immer wieder unter dem Label „Freiheit“ vorangetrieben hat: Die Erweiterung der Autobahn sei nötig, um den Westteil mit dem Ostteil der Stadt zu verbinden, äußerte sich Daniela Kluckert (FDP), parlamentarische Staatsekretärin im von der FDP geführten Verkehrsministerium und Direktkandidatin für den Wahlkreis Pankow bei der Bundestagswahl 2021\. Abgesehen davon, dass West und Ost in Berlin bereits seit 1989 wieder miteinander verbunden sind: Braucht es dafür wirklich eine Autobahn? „Für die Verlängerung der A100 wird ein sehr vorteilhaftes Nutzen-Kosten-Verhältnis erwartet. Das sollte entscheidend sein, nicht Anti-Auto-Ideologie“, argumentierte der Abgeordnete Felix Reifschneider (FDP) am Mittwoch auf Twitter. Bettina Jarasch (Grüne), Senatorin für Umwelt und Mobilität, äußerte sich hingegen deutlich ablehnend: „Den Weiterbau der A100 braucht Berlin nicht. Das ist Verkehrspolitik von vorgestern. RGR hat deshalb beschlossen, die A100-Pläne nicht voranzutreiben, weil wir den Platz für ein lebenswertes Berlin, für Wohnungen & Grünflächen brauchen. Mobilitätswende statt Autobahn in der Stadt.“ **Jahnstadion:** Als der Berliner Senat Ende Februar bekannt gab, [sich für den Abriss und den Neubau des Jahnstadions entschieden und die Variante der Sanierung ad acta gelegt zu haben](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/25/keine-zukunft-fuer-das-jahnstadion/?ref=loky.news), war die Empörung in Pankow groß. Warum ein Stadion mit 20.000 Sitzen abgerissen werde, um an gleicher Stelle ein neues Stadion mit 20.000 Sitzen zu bauen, erschließe sich ihnen in Zeiten des Klimawandels nicht, hatte die Bürgerinitiative Jahnsportpark damals argumentiert. Aber wer spricht eigentlich von Abriss? **„Der Senat hat sich explizit nicht für den Komplettabriss des Stadions ausgesprochen. Ein Abriss würde den kompletten Rückbau des Stadionkörpers inkl. Wallanlagen, Lichtmasten, etc. bedeuten“**, hieß es nun in der Antwort auf eine Frage der Abgeordneten Claudia Engelmann und Sandra Brunner (Linke). Mit dem Beschluss vom 22\. Februar sei sichergestellt worden, „dass vorhandene identitätsstiftende Merkmale in die Neuplanung einbezogen werden“, also zum Beispiel die Lichtmasten stehen bleiben oder die charakteristischen bunten Schalensitze. Den Architekt\*innen, die am Wettbewerbs- und Realisierungsverfahren teilnehmen, werde so eine kreative Auseinandersetzung mit dem Ort ermöglicht. Erste Entwürfe für den ausgelobten Neubau des Stadions werden von Mai bis Juli erarbeitet, eine Entscheidung soll Ende des Jahres fallen. Die Diskussion über das angrenzende Gelände, das zu einem Inklusionssportpark umgebaut werden soll, wird ebenfalls weiter geführt. Zwar sollen Stadion und Sportpark zusammen gedacht werden, doch ist die Finanzierung von letzterem nicht mehr im aktuellen Senatshaushalt integriert. Pankows Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) sieht darin eine Gefahr: „Können wir sicher sein, dass dann, wenn das Stadion irgendwann mal gebaut ist, der Sportpark mit derselben Vehemenz, mit derselben bedarfsgerechten Finanzierung tatsächlich in eine Umsetzung geht?“, fragte er Ende Februar im Sportausschuss des Abgeordnetenhaus. **Toiletten:** Spaziergänge sind eine schöne Sache, doch früher oder später drückt entweder der Schuh – oder die Blase. Die Suche nach einer Toilette kann dann schnell zum Spießrutenlauf werden; viele Cafés erlauben einen Besuch auf dem stillen Örtchen nur für Kund\*innen, öffentlich zugängliche Einrichtungen wie Bibliotheken sind nicht immer geöffnet. Wer eines der Toilettenhäuschen eines externen Anbieters nutzen möchte, muss zahlen. Die Bezirksverordnete Ulrike Rosensky (SPD) wollte deshalb wissen: **Wie viele kostenlose öffentliche Toiletten für Frauen gibt es eigentlich in Pankow?** Die Antwort der zuständigen Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) ist ernüchternd: Keine. Anders sieht die Situation hingegen für Vertreter des männlichen Geschlechts aus. 12 öffentliche Pissoirs gibt es im Bezirk, darunter am Falkplatz, am Arnswalder Platz, am Helmholtzplatz und an der Stahlheimer Straße. Auch das knallgrüne „Café Achteck“ am Senefelder Platz gehört dazu. Die Nutzung ist übrigens kostenlos. Um das Toilettendebakel zu lösen, hatte die Linkspartei das Bezirksamt bereits Anfang 2021 aufgefordert, weitere Standorte für öffentliche Toiletten in Pankow zu prüfen – auch im Hinblick darauf, dass es während der Lockdowns durch die geschlossenen Cafés noch weniger Möglichkeiten für eine Pinkelpause gab. Doch das Bezirksamt hatte die Sache damals abgewiegelt. Man habe nicht genügend Personal, um den Toilettenbedarf zu ermitteln, hieß es; und: „Auch stehen im Bezirksamt leider keine finanziellen Mittel zu Verfügung, um individuellen Wünschen für mobile WC-Anlagen entsprechen zu können.“ Frauen mit schwacher Blase müssen anscheinend weiterhin auf lange Spaziergänge verzichten. **Gremium:** Der Bezirk Pankow setzt sich dafür ein, dass Personen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung gleichberechtigt am Alltagsleben teilnehmen können; der Beirat für Menschen mit Behinderung spielt dafür eine wichtige Rolle. Noch bis zum 29\. April können sich Träger der öffentlichen Verwaltung, Vereine der Inklusionshilfe und Menschen mit Behinderung für die Mitarbeit in dem Gremium bewerben, welches unter anderem das Bezirksamt und politische Gremien berät. Gesucht werden insbesondere seh- und hörbeeinträchtige Bürger\*innen, um diesen Gruppen eine stärkere Stimme zu verleihen. [Weitere Informationen und das Bewerbungsformular findet ihr hier](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1191831.php?ref=loky.news). **Umweltpreis:** [Pankow hat ein Müllproblem](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/15/pankow-hat-ein-muellproblem/?ref=loky.news) und das nicht erst seit gestern. Deswegen steht auch der [Pankower Umweltpreis](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1190335.php?ref=loky.news), der in diesem Jahr erneut durch die Bezirksverordnetenversammlung vergeben wird, im Zeichen des Abfalls: Wie kann Müll vermieden, getrennt und weiter genutzt werden? Für den mit 3.000 Euro dotierten Preis können sich Einzelpersonen, Gruppen oder Institutionen mit Aufräumaktionen, Recycling-Ideen oder Ideen zur Müllvermeidung bewerben. Einsendeschluss ist der 25\. Mai. **Polizeimeldungen** - **Abi-Feier:** Etwa fünfzig Jugendliche hatten sich am Montagnachmittag auf dem Arnimplatz für eine Abi-Motto-Feier versammelt; als Polizeikräfte, die wegen Ruhestörung gerufen worden waren, auf die Jugendlichen zugingen, zielte ein junger Mann mit einer Schusswaffe auf einen der Beamten und entfernte sich dann vom Platz. Einem weiteren Mann, der eine Faustfeuerwaffe im Hosenbund trug, wurden Handschellen angelegt. Es kam zu Platzverweisen und Strafanzeigen wegen Waffenbesitz. **Tipps & Termine** - **5.4.:** Wie war es, in der Nachwendezeit in Ostdeutschland aufzuwachsen? Hendrik Bolz, Jahrgang 1988, liest am Dienstag im Pfefferberg Theater aus seinem [Debütroman „Nullerjahre“](https://pfefferberg-theater.de/spielplan/kalender/?ref=loky.news). Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt kostet 19 Euro. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Denkmal:** Alle Jahre wieder fordert jemand, das Thälmann-Denkmal an der Greifswalder Straße müsse abgerissen werden. [Die Pankower CDU versucht es nun erneut](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/22/der-ernst-der-lage/?ref=loky.news) – mit einer zweifelhaften Begründung - **Kulturbrauerei:** Konzerte, Kino, Kaffee: Damit auch [im Falle eines Verkaufs des Geländes an der Knaackstraße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/23/bezirk-schuetzt-kulturbrauerei/?ref=loky.news) weiterhin Kultur stattfinden kann, hat das Bezirksamt jetzt einen Bebauungsplan aufgestellt. **Zitat der Woche** *„Nach zwei Jahren Corona können die Kolleg\*innen eigentlich nicht mehr. Dennoch stehen sie jetzt vor einer riesigen neuen Herausforderung, die sie trotzdem anpacken“* sagt Christoph Wälz von der Bezirksleitung Pankow der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft über Pankows Lehrer\*innen und den Umgang mit dem Krieg in der Ukraine. Wie sich Menschen außerhalb der pädagogischen Institutionen für Geflüchtete aus der Ukraine einsetzen, davon berichten wir euch in der nächsten Woche. Bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit! Eure Julia Schmitz und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, [den wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Kinder oder Klimaschutz URL: https://www.loky.news/kinder-oder-klimaschutz/ Last updated: 2025-03-20T18:07:05.000Z ## Im Mauerpark und an der Werneuchener Wiese sollen etliche Bäume gefällt werden – angeblich für die Sicherheit der Kinder. Spielt der Bezirk hier zwei Themen gegeneinander aus? --- Der öffentliche Spielplatz an der Jugendfarm Moritzhof ist einer der quirligsten und beliebtesten Orte Prenzlauer Bergs, bei schönem Wetter tummelt sich hier der Nachwuchs im Sandkasten und an der Kletterwand, Besucher\*innen sitzen im Schatten der Bäume. Doch das ist vielleicht demnächst nicht mehr möglich: Das Pankower Straßen- und Grünflächenamt will nämlich sieben Pappeln im nördlichen Teil des Mauerparks fällen – und dass, obwohl diese laut Gutachter\*innen völlig gesund sind und eine weitere Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren hätten. Der Grund für die anvisierte Entfernung der Bäume ist deren eifrige Wurzelbildung, die immer wieder für „Blasen“ im Asphalt und dadurch entstandene Stolperfallen sorgt. Das passt nicht zusammen mit der Errichtung eines Zugangs zum Neubauviertel auf Weddinger Seite und der Erweiterung des Spielplatzes, die im Rahmen der [Sanierung des Mauerparks](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/03/18/schluss-mit-schlamm/?ref=loky.news) geplant sind und im Herbst 2022 begonnen werden sollen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Zwei Varianten möglich** Das Straßen- und Grünflächenamt muss deshalb nun zwischen zwei Varianten auswählen: Der Abholzung der Bäume und der vorgesehenen Umgestaltung des Geländes inklusive Neupflanzung von Säuleneichen – oder dem Erhalt der Pappeln und deren Einzäunung, um Unfälle zu vermeiden. In letzterem Fall sei eine Vergrößerung der Spielplatzfläche und eine sichere Querung allerdings nicht mehr möglich, heißt es seitens der zuständigen Grün Berlin GmbH. ![Mauerpark](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/03/IMG_7988-e1648545294138.jpg) Streit um sieben Pappeln im Mauerpark / Foto: Julia Schmitz Hier würden Kinder gegen Klimaschutz ausgespielt, ärgert sich Alexander Puell von den Freunden des Mauerparks. „Ich kann es nicht verstehen, warum gesunde Bäume gefällt werden sollen, während regelmäßig tausende Menschen auf die Straße gehen, um für eine andere Klimapolitik zu demonstrieren“, sagte er am Dienstag in der Sitzung des Ausschusses, der für Klimaschutz, Grünanlagen und Spielplätze zuständig ist. Die Initiative hatte mit Bürger\*innen bereits eine Möglichkeit erarbeitet, welche die verschiedenen Interessen berücksichtigt: „Die Pappeln könnten erhalten und der Zugang für die neuen Anwohner\*innen im Wedding ein paar Meter weiter südlich angelegt werden.“ Doch die Verantwortlichen winken ab. So gesund seien die Pappeln gar nicht, weshalb die Wurzeln auch durch die Betondecke brechen würden. Ließe man nur zwei von ihnen fällen, würden die verbliebenen Bäume mit starkem Wurzelwuchs reagieren und das Problem bestünde weiter. Mit pflegeleichteren Stieleichen würde das nicht passieren: „Wir werben dafür, nicht an alten Zöpfen zu hängen, sondern nachhaltige Bäume zu pflanzen, die eine hohe Lebensdauer haben“, so ein Sprecher der Grün Berlin. Auch der Zugang zum Park könne nur geringfügig verlegt werden, da sich die Benutzer\*innen sonst eigenmächtig Abkürzung suchen würden, die dann vermutlich nicht verkehrssicher seien. In diesem Fall könnte die Grün Berlin, käme es zu Unfällen, haftbar gemacht werden. **Wird an der Werneuchener Wiese doch gefällt?** Das Pankower Straßen- und Grünflächenamt scheint in den vergangenen Monaten große Freude am Einsatz von Kettensägen zu haben; erst kürzlich hatte die zuständige Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) den Unmut der Bevölkerung auf sich gezogen, [als sie in der Seelower Straße gleich alle zwanzig Straßenbäume entfernen ließ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/14/mein-freund-der-baum-3/?ref=loky.news). Und auch im östlichen Prenzlauer Berg gehen Bürger\*innen derzeit auf die Barrikaden, um Bäume zu schützen: Auf der [Werneucher Wiese](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/12/05/schulbau-auf-der-werneuchener-wiese-verzoegert-sich/?ref=loky.news) an der Kniprodestraße sollen 26 Eschen entfernt werden, um den Weg zu der auf zehn Jahre Nutzung ausgelegten Schuldrehscheibe zu ebnen, die demnächst gebaut wird – auch diese Bäume hätten, laut eines Gutachtens von Mai 2021, noch eine Lebensdauer von 30 Jahren. Die Diskussion um die Fällung der Bäume ist laut ProKiez Bötzowviertel längst beendet gewesen; das Bezirksamt hatte entschieden, das der Zugang zu den Gebäuden nicht mehr über die stark befahrene Kniprodestraße, sondern über die Margarete-Sommer-Straße erfolgen soll. Der von Bäumen gesäumte Weg müsste dann nicht mehr zwingend planiert werden. „Die Pläne schienen vom Tisch, wurden jetzt aber aus der Schublade hervorgeholt – ohne die Anwohner\*innen zu informieren“, schreibt die Initiative in einer Stellungnahme an das Bezirksamt. **Mit Bäumen kein offizieller Weg** Doch weil die Schüler\*innen aus allen Richtungen des Bezirks kommen, brauche es auch einen Weg entlang der Kniprodestraße, heißt es seitens des Bezirksamtes – auch hier wird das Argument mit der Verkehrssicherheit vorgebracht, die bei einem Trampelpfad nicht gegeben sei. Für einen klassischen Gehweg gelten Regeln, unter anderem muss eine stabile Gehwegdecke errichtet werden, für die tief in den Boden gebohrt wird. „Dort sind aber nunmal die Baumwurzeln.“ Sollen die Bäume erhalten bleiben, wird es also in Zukunft nur Trampelpfade geben; soll es einen offziellen Weg geben, müssen die Bäume weichen. Anders als im Mauerpark muss an der Werneuchener Wiese diesbezüglich schnell eine Entscheidung fallen: Die vom Senat bereitgestellten Fördermittel verfallen sonst. Titelbild: Julia Schmitz ### Über Krieg reden URL: https://www.loky.news/ueber-krieg-reden/ Last updated: 2025-03-20T18:07:05.000Z ## Der Angriff auf die Ukraine geht auch an Kindern in Pankow nicht unbemerkt vorbei. Wie gehen die Schulen damit um? --- Eigentlich standen Fächer wie Mathe und Deutsch auf dem Stundenplan in Pankows Schulen. Der Schulalltag nach den Lockdowns sollte wieder starten. Doch seit dem 24\. Februar sieht das anders aus: Seit vier Wochen sprechen die Schüler\*innen mit Lehrkräften über den Krieg in der Ukraine; erneut kommen geflüchtete Kinder von heute auf morgen in die Klassen, Lehrpläne werden über den Haufen geworfen. „Die Kinder haben großen Austauschbedarf dazu“, sagt Thorsten Falkenberg. Der Lehrer an der HasenGrund-Schule berichtet, dass Schüler\*innen deshalb regelmäßig Gelegenheit haben, Fragen zu stellen, wenn sie etwas nicht verstehen. Die meisten Schulen haben unmittelbar nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24\. Februar 2022 mit ihren Klassen über das Thema gesprochen. Viele Schulen nutzen dafür den Klassenrat, Lehrer\*innen und Erzieher\*innen geben aber auch Zeiten ihres Unterrichts dafür frei – je nach Gesprächsbedarf der Schüler\*innen. Und das geschieht auch in den ersten und zweiten Klassen, sagt die Vorsitzende des Pankower Bezirksselternausschusses (BEA) Katja Ahrens. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Der Krieg schürt Ängste** Viele der Schüler\*innen kennen den Krieg nur aus Erzählungen. Doch die konstante Berichterstattung und die Diskussionen der Erwachsenen – all das schürt Ängste. „Im ersten Moment ging es zunächst darum, den Kindern bestehende Ängste zu nehmen. Anschließend haben einige Schulen sich inhaltlich intensiver mit dem Krieg befasst, wobei das sehr von den Schulen selbst abhängt“, sagt Ahrens. Das schulpsychologische und inklusionspädagogische Beratungs- und Unterstützungszentrum (SIBUZ) Pankow und die Senatsverwaltung für Bildung hätten sehr schnell reagiert und Material zum Thema zusammengestellt. Tatsächlich stand den Schulen bereits Ende Februar Material zur Verfügung, die Eltern erhielten nur kurze Zeit später, Anfang März, einen Brief. Auch der BEA Pankow habe eine erste Materialsammlung für Eltern erarbeitet. „Wir wollten Eltern einen ersten Anhaltspunkt geben, wie das Thema Ukraine-Krieg zuhause angegangen werden kann“, erzählt Ahrens. In den letzten Wochen haben Schüler\*innen auch ihre eigenen Aktionen gestartet. In manchen Schulen sammelten sie bei Kuchenverkäufen Spenden oder Hilfsgüter. Andere gestalteten Plakate. Sie hängen oft an den Fenstern der Klassenzimmer oder, wie in der Grundschule am Kollwitzplatz, am Schulzaun. Häufig sind darauf Friedenstauben oder die blau-gelbe Flagge der Ukraine zu sehen, auf manchen steht in verschiedenen Sprachen das Wort „Frieden“. **Mathe, Deutsch und Englisch sind zweitrangig** Insgesamt sei die Hilfsbereitschaft groß, sagt Ahrens. Besonders wichtig sei es aber nun, sich um geflüchtete Kinder zu kümmern. „Die Kinder, die hier bei uns ankommen, haben viel durchgemacht, das sie ihr Leben lang wohl nur schwerlich vergessen werden. Darum halten wir es für wichtig, eine gute Ankommenssituation zu schaffen. Das bedeutet, zur Ruhe kommen zu können, aber eben auch einen etwas strukturierten Tagesablauf wiederzugeben. Dabei ist es eigentlich zweitrangig, ob gleich Mathe, Deutsch und Englisch unterrichtet wird“, findet Ahrens. Christoph Wälz von der Bezirksleitung Pankow der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sagt, dass dies mit großem Engagement geschehe. „Nach zwei Jahren Corona können die Kolleg\*innen eigentlich nicht mehr. Dennoch stehen sie jetzt vor einer riesigen neuen Herausforderung, die sie trotzdem anpacken.“ Das Bildungssystem werde auch jetzt wieder an allen Ecken und Enden improvisieren. In Pankow hätten an mehreren Schulen die Schulleiter\*innen die Initiative ergriffen und geflüchtete Lehrkräfte mit Deutschkenntnissen eingestellt, damit diese spontan gebildete Willkommensklassne mit ukrainischen Schüler\*innen unterrichten können. **Dauerhafte Strukturen nötig** Dass es bei der Improvisation nicht bleiben kann, darin sind sich Wälz und Ahrens einig. Es bedarf an Räumlichkeiten und geschultes Personal. „Wir brauchen mehr multiprofessionelle Teams, sodass sich nicht nur eine Lehrkraft um eine Gruppe kümmert; sondern feste Teams aus Erzieher\*innen, Lehrkräften, Sozialarbeiter\*innen, die eine Lerngruppe unterstützen und den Kindern in so einer Situation die Unterstützung geben können, die sie brauchen“, fordert Wälz. Der gestiegene Betreuungsbedarf müsse von Anfang an mitbedacht werden, sagt Ahrens. So werde später niemand überrascht. „Letztendlich müssen wir dauerhafte Strukturen aufbauen“, sagt Wälz. Es könne nicht sein, dass immer wieder spontan neue Strukturen geschaffen werden, um in einer Situation wie jetzt auch handlungsfähig zu sein. Dafür solle die Senatsverwaltung „Deutsch als Zweitsprache“ als Schulfach anerkennen und Weiterbildungen anbieten. Nur so sei eine wirkliche Integration an den Schulen möglich. Willkommensklassen könnten letztendlich auch nur eine Übergangslösung sein. *Titelfoto: Julia Schmitz* ### Orange für Ukrainisch URL: https://www.loky.news/orange-fuer-ukrainisch/ Last updated: 2025-03-20T18:08:52.000Z ## Täglich kommen Hunderte Flüchtlinge aus der Ukraine am Berliner Hauptbahnhof an, wo sie mit Essen versorgt und an Unterkünfte vermittelt werden. Unsere Autorin hat vor Ort mitgeholfen. --- Natürlich habe ich mich registriert. Schließlich müssen sie wissen, wer da kommt. Sie, das sind die Freiwilligen am Berliner Hauptbahnhof, die Helfer\*innen wie mich koordinieren. Koordinieren bedeutet allerdings vor allem: eine kurze Anleitung erteilen und Anlaufstelle für Fragen sein. Für alles andere bleibt keine Zeit, zu dicht ist das Gedränge, zu chaotisch die Lage an Gleis 3\. Hier hat man einige Stände improvisiert: Eine Spielecke für Kinder, eine Hygieneartikelsammlung. Meiner Registrierung folgt keine Überprüfung. Ich soll bei einem Gruppen-Briefing zuhören, dann drückt mir einer der freundlichen Koordinatoren einen Stempel mit Datum auf den Handrücken und eine gelbe Weste in den Arm. Die Farbe orange steht für ukrainisch bzw. russisch sprechend, gelb für alle anderen Sprachen. Ein System, das zwar den Helfer\*innen ermöglicht, sich untereinander zu erkennen, sich den ankommenden Geflüchteten aber nicht sofort erschließt. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass diejenigen, die sie auf den Gleisen oder Etagen des weitläufigen Bahnhofs in Empfang nehmen, keine vom Staat beauftragten Expert\*innen sind. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Es mangelt an Informationen** Eine aufgeregte Frau bestürmt mich; sie spricht in einer Sprache, die ich, obwohl ich ein wenig Russisch gelernt und Ukrainisch oft gehört habe, nicht klar identifizieren kann. Sie lächelt mir aufmunternd zu, wie einer Schülerin, die im Unterricht versagt hat und geht weiter. Einer Familie gelingt es, mir zu erklären, was sie suchen. Die Fragen sind meistens dieselben: Wo gibt es die Möglichkeit zur Registrierung, wo eine Unterkunft. Die Antwort ist bitter. Ich weiß es nicht. Die Regierende Bürgermeisterin Berlins, Franziska Giffey verweist in Interviews wiederholt auf massive Unterstützung, die der Staat bereitstelle. Heute, am Berliner Hauptbahnhof, besteht sie vor allem aus einem großen weißen Zelt am Washington Platz. Wenn ich nicht weiterweiß, schicke ich die Menschen dorthin. Fahrkarten innerhalb Deutschlands erhalten Menschen mit ukrainischem Pass derzeit gratis, hierfür gibt es einen speziellen Schalter. An diesem Tag ist das oft das Erste, was ich zu den Menschen sage: „Innerhalb Deutschlands können Sie gratis fahren“. Wenigstens etwas, es klingt wie eine Entschuldigung. Die deutsche Öffentlichkeit hat den Krieg in der Ukraine acht Jahre lang ignoriert und in „Konflikt“ umbenannt. Nun mangelt es an Informationen und Unterkünften für Geflüchtete. **Vertrauen in die Uniform** Niemand kontrolliert die Ausweise der Helfenden, unter uns könnten sich problemlos Kriminelle und Menschenhändler mischen. Man vertraut uns, denn wir tragen Uniform. Das tatsächliche Ausmaß der Desorganisation trauen viele dem deutschen Staat nicht zu. Für Notfälle gibt es die direkte Durchwahlnummer der Polizei am Hauptbahnhof, die wir alarmieren sollen, wenn wir beispielsweise Zeug\*innen dubioser Angebote an Geflüchtete werden. Viele von ihnen sind auf private Unterkünfte angewiesen und die meisten Menschen, die bereit sind, sie bei sich aufzunehmen, haben gute Absichten. Wie man sie allerdings von den anderen unterscheiden soll, ist mir nicht klar. Insgesamt herrscht eine angespannte Atmosphäre. Die Ankommenden sind übermüdet, viele auf der Durchreise. Wer hier wirklich praktisch helfen möchte, sollte sich vorher die Infrastruktur des Bahnhofs einprägen, eventuell ein paar Fahrpläne studieren. Einigen kann man dadurch bereits weiterhelfen. Eine verzweifelte junge Frau erwischt gerade noch rechtzeitig den Zug nach München, weil ich sie auf die Gleisänderung hinweise. Als ich mich auf den Heimweg machen will, fällt mir auf, wie süchtig das gute Gefühl niedrigschwelligen Helfens machen kann. Und dass die Helfenden unter Umständen mehr davon profitieren als diejenigen, denen geholfen werden soll. ### Prenzlauer Berg Newsletter #12 wärmt Debatten aus den 90ern auf URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-12-waermt-debatten-aus-den-90ern-auf/ Last updated: 2025-03-20T18:08:52.000Z ## Warum diskutiert Pankow schon wieder über das Ernst-Thälmann-Denkmal? Wo sollen Bürger\*innen in die Stadtplanung einbezogen werden? Und wie hilft der Bezirk Geflüchteten? Die Nachrichten der Woche gibt es im Newsletter. --- Wann habt ihr das letzte Mal etwas über das Ernst-Thälmann-Denkmal gehört? Allzu lang dürfte es nicht her sein. Erst vor wenigen Monaten wurde die künstlerische Kommentierung des Denkmals eingeweiht. Und kritisiert. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion sorgt das massive Monument für Streit in Prenzlauer Berg, in regelmäßigen Abständen fordert jemand den Abriss – dieses Mal versucht es die CDU Pankow. Bei Twitter diskutieren bereits zahlreiche Leute, ob es eine rein symbolpolitische Aktion sei. Aber was steckt hinter dem Antrag? Meine Kollegin Julia Schmitz berichtet darüber in unserem **Text der Woche** - **Denkmal:** Alle Jahre wieder fordert jemand, das Thälmann-Denkmal an der Greifswalder Straße müsse abgerissen werden. [Die Pankower CDU versucht es nun erneut](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/22/der-ernst-der-lage/?ref=loky.news) – mit einer zweifelhaften Begründung Was sonst noch los war - **Kulturbrauerei:** Konzerte, Kino, Kaffee: Damit auch [im Falle eines Verkaufs des Geländes an der Knaackstraße ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/23/bezirk-schuetzt-kulturbrauerei/?ref=loky.news)weiterhin Kultur stattfinden kann, hat das Bezirksamt jetzt einen Bebauungsplan aufgestellt. ![Newsletter](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/03/bvv-1024x768.jpg) Foto: Julia Schmitz **Direkt aus der BVV** In der 5\. Bezirksverordnetenversammlung, die zum ersten Mal seit der konstituierenden Sitzung im November wieder im großen BVV-Saal in der Fröbelstraße stattfand, lag in dieser Woche ein Fokus auf dem Krieg in der Ukraine, der Pankow vor eine große Herausforderung stellt. „Es geht nicht darum, OB wir diese meistern können – wir MÜSSEN sie meistern”, sagte Bezirksstadträtin Dr. Cordelia Koch. Schon ab fünf Uhr morgens stünden Ukrainer\*innen vor den Toren der Fröbelstraße, wo sich auch das Sozialamt befindet. Um den Ansturm zu bewältigen, musste das Bezirksamt in den letzten Wochen die räumlichen und personellen Strukturen aufstocken; Mitarbeiter\*innen aus Jugendamt, Standesamt und Jobcenter wurden in die Fröbelstraße geholt, 25 Ehrenamtliche sorgen für die Versorgung der Wartenden mit Getränken und Essen. In Zukunft soll es in der Fröbelstraße einen Sonderschalter für Ukrainer\*innen geben. Außerdem geht Pankow als einziger Berliner Bezirk einen Sonderweg: Das Bezirksamt hat mit der Sparkasse ein Scheckverfahren ausgehandelt, welches Geflüchteten das Abheben von Geld ermöglicht, ohne dass sie ein eigenes Konto eröffnen müssen. Einstimmig verabschiedeten die Bezirksverordneten – auch die AfD stimmte zu – außerdem eine Resolution, mit der sie sich solidarisch mit der Ukraine stellen und „den verbrecherischen Angriffskrieg der Regierung Putin” verurteilen. Vom Krieg ging man zur handfesten Lokalpolitik über: Der kürzlich in Gertrud-Claassen-Platz benannte Bereich zwischen Erich-Weiner-Straße und Hosemannstraße soll auf Antrag der SPD zukünftig in eine „Kiez-Oase” verwandelt werden, Anwohner\*innen werden mit in die Planungen einbezogen. In der Wohnsiedlung Carl Legien sollen Bürger\*innen mittels einer Zukunftswerkstatt stärker bei der Denkmalpflege mitsprechen dürfen, auch dies fordert die SPD – ebenso wie die Einrichtung einer autofreien Begegnungszone am Ende der Sackgasse in der Sonnenburger Straße. Die Pankower CDU war dagegen in Abrissstimmung: Sie will – wir berichteten – dem Denkmal von Ernst Thälmann an den Kragen. Auch fordern sie den „schnellstmöglichen Neubau” des Jahnstadions – für den das alte Gebäude abgerissen werden muss. Das Stadion und der Inklusionsportpark müssten aber unbedingt zusammen gedacht werden, so Fraktionsvorsitzende Denise Bittner. Kritik an dem Antrag kam von der Linksfraktion: „Wir sehen dabei die Gefahr, dass die Wünsche und Bedarfe der Pankower\*innen zu kurz kommen. Wir brauchen eine integrative Gesamtplanung und keinen Schnellschuss”, so Dr. Janaa Stiller. **Weiteres aus dem Bezirk** **Rassismus:** Vergangenen Monat beleidigte eine Gruppe von Männern und Frauen eine Jugendliche an der Haltestelle Greifswalder Straße rassistisch und schlug auf diese ein. Der Angriff auf Dilan S. und die darauffolgenden Meldungen sorgten für Aufsehen. Nach dem Übergriff hatte die Polizei zunächst eine fehlerhafte Pressemitteilung veröffentlicht, in der ein fehlender Mund-Nasenschutz als Auslöser für den Angriff angegeben wurde. Die beiden Abgeordneten Ferat Koçak und Niklas Schrader (beide Linke) wollten deshalb wissen, warum die Polizei die fehlende Maske als Tatmotiv angegeben hat. „In der Pressemeldung wurde aus der Strafanzeige bedauerlicherweise eine fehlende Mund-Nasen-Bedeckung als Anlass des Übergriffs auf die Geschädigte missverständlich entnommen und falsch dargestellt“, heißt es in der Antwort des Senats. Doch die Begründung, warum dies passieren konnte, wirkt weiterhin fragwürdig. Denn in der gefertigten Strafanzeige ist dokumentiert, dass es sich um einen rassistisch motivierten Angriff handelt, geht aus der Antwort hervor. Auch im Nachhinein belegt beispielsweise das Videomaterial aus der Tram die Aussagen aus dem Polizeiprotokoll. Dilan S. hatte zuvor in den Sozialen Medien der ursprünglichen Darstellung der Polizei widersprochen, nachdem zahlreiche Medien die falsche Darstellung übernommen hatten. Erst drei Tage nach Veröffentlichung der Mitteilung erfolgte schließlich eine Korrektur der Polizei. **Pankower Tor:** Ein neues Stadtquartier soll auf dem Gelände am Pankower Tor entstehen – seit Jahren sorgt das Projekt für Diskussionen. Nun liegt der Entwurf des Bebauungsplans vor. Dieser informiert über die allgemeinen Ziele und Zwecke sowie die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung. Bürger\*innen können sich ab dem 25\. März den [Entwurf im Bezirksamt Pankow oder im Internet ansehen und sich dazu äußern](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1189307.php?ref=loky.news). „Die Ergebnisse des frühzeitigen Beteiligungsprozesses der Öffentlichkeit fließen anschließend in die weitere Planung ein“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Bezirksamtes. **Corona:** Der Bezirk Pankow setzt seine Impfaktionen fort. Am 26./27\. März und am 23./24\. April 2022 können Eltern ihre [Kinder gegen Covid-19 impfen lassen](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1186840.php?ref=loky.news), teilt das Bezirksamt mit. Für die Erst- und Zweitimpfungen werde der Kinderimpfstoff Comirnaty/BioNTech verwendet. Das Impfangebot richtet sich an Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren und findet im Saal der Bezirksverordnetenversammlung in der Fröbelstraße 17 (Haus 7) statt. **Kiezfoto der Woche** ![Newsletter](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/03/Bild-von-iOS-1024x1024.jpg) Foto: Julia Schmitz **Polizeimeldungen** **Hassrede:** Im Kampf gegen Hasskommentare durchsuchte die Polizei am Dienstag acht Wohnungen in Berlin – auch in Prenzlauer Berg. Den sieben tatverdächtigen Männern im Alter von 20 bis 65 Jahren sowie einer tatverdächtigen 42-jährigen Frau wird vorgeworfen, illegale Inhalte in Chatgruppen und sozialen Netzwerken veröffentlicht zu haben. Laut Bundeskriminalamt gingen in zwölf weiteren Bundesländern Strafverfolgungsbehörden gezielt gegen Politiker\*innen gerichtete Hasspostings vor. Insgesamt durchsuchten die Einsatzkräfte Wohnungen von über 100 Beschuldigten. Gegen die Berliner Verdächtigen ermittelt der Polizeiliche Staatsschutz im Landeskriminalamt nun unter anderem wegen des Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Volksverhetzung und der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten. Die weiteren Ermittlungen, insbesondere die Auswertung der beschlagnahmten Geräte, dauern an. **Tipps & Termine** **Bis 29.3.:** Heute findet die Preisverleihung der Oscars statt. Interfilm bringt zwei der Kurzfilm-Programme in die deutschen Kinos. [In Prenzlauer Berg zeigt das Lichtblick-Kino bis Dienstag die Kurzfilme](https://www.lichtblick-kino.org/filmreihe/kurz%5Fgesehen/22%5F03%5FOscar%5FShorts?ref=loky.news). **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Ukraine:** Von ihrer Wohnung in der Stargarder Straße koordiniert Galy Pidpruzhnykova Wohnungen für Menschen, die aus der Ukraine flüchten mussten. [Die Ukrainerin weiß, wo Hilfe wirklich gebraucht wird.](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/17/ein-bett-ist-nicht-genug/?ref=loky.news) - **Müll:** 175.000 Euro musste der Bezirk im vergangenen Jahr allein für die Müllbeseitigung auf Pankows Grünflächen aufwenden. [Denn die werden immer dreckiger](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/15/pankow-hat-ein-muellproblem/?ref=loky.news) – und das Geld reicht hinten und vorne nicht. **Zitat der Woche** *„Es ist Hohn und Spott für alle ukrainischen Menschen, die gerade vor dem russischen Überfall ihres eigenen Landes fliehen”,* so der Bezirksverordnete David Paul (CDU) als Begründung, warum das Ernst-Thälmann-Denkmal abgerissen werden soll. Dass Geflüchtete aus der Ukraine derzeit auf die Hilfe vom Bezirk und den Bewohner\*innen angewiesen sind, ist uns allen klar. Aber ob der Abriss einer monumentalen Büste dazu beiträgt? Nun wünsche ich euch ein gutes Wochenende! Eure Christina Heuschen und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, [den wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Bezirk schützt Kulturbrauerei URL: https://www.loky.news/bezirk-schuetzt-kulturbrauerei/ Last updated: 2025-03-20T18:07:50.000Z ## Konzerte, Kino, Kaffee: Damit auch im Falle eines Verkaufs des Geländes an der Knaackstraße weiterhin Kultur stattfinden kann, hat das Bezirksamt jetzt einen Bebauungsplan aufgestellt. --- Im Sommer 2021 machte das Gerücht die Runde, das stadtweit als „Kulturbrauerei“ bekannte Gelände zwischen Sredzki-, Knaack-, Danziger Straße und Schönhauser Allee, auf dem [seit 1991 nicht mehr Bier gebraut, sondern Kultur veranstaltet](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2015/11/10/ein-vierteljahrhundert-kulturbrauerei/?ref=loky.news) wird, solle für rund 150 Millionen Euro an einen Investor verkauft werden. Mieter\*innen schlugen Alarm, auch Lokalpolitiker\*innen wurden nervös: Ein weiterer Fauxpax, wie es ihn mit dem Kino Colosseum gegeben hatte, sollte frühzeitig vermieden und die Verdrängung langjähriger Mieter\*innen wie dem [Theater RambaZamba](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/12/02/radikal-laut-und-maximal-inklusiv/?ref=loky.news), dem Frannz Club oder dem Kino verhindert werden. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ Nachdem die [Bezirksverordnetenversammlung (BVV)](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/direkt-aus-der-bvv/?ref=loky.news) das Bezirksamt aufgefordert hatte, unverzüglich zu handeln, machte dieses nun ein paar Monate später Nägel mit Köpfen: Es stellte einen Bebauungsplan auf, mit dem das Areal langfristig als Kulturstandort erhalten werden soll. „Mit der Sicherung des zentralen Versorgungsgebiets Kultur soll einer Verdrängung entsprechender Anlagen und Einrichtungen durch gewerbliche Nutzungen, die keine kulturelle Hauptnutzung aufweisen, ausgeschlossen werden“, heißt es darin. Dafür setzte es das Gelände in der Baunutzungsverordnung als „Sondergebiet mit der Zweckbestimmung ‚Kultur’“ fest und teilte es in zwölf Baugebiete auf; für jedes einzelne legte es fest, dass dort eine Mischung aus Kulturinstitutionen, Kinos sowie Cafés und Restaurants zulässig ist. So will das Bezirksamt verhindern, dass in Zukunft Einzelhandel oder Büroflächen überwiegen könnten und die kulturellen Standorte nach und nach verdrängt werden. Nachverdichtungen sind ebenfalls nicht erlaubt. **Planungsrechtliche Sicherheit** Auch die ansässigen Diskotheken wie Frannz Club, Soda Club, Alte Kantine und Kesselhaus genießen mit diesem Bebauungsplan Bestandsschutz. Neue Orte für „Tanzlustbarkeiten“ dürften aber nur in unmittelbarer Nähe der bereits vorhandenen entstehen – [aus Rücksicht auf die unmittelbaren Anwohner\*innen der Kulturbrauerei](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2015/12/07/keep-on-rocking/?ref=loky.news), die sich in den vergangenen Jahren immer wieder über die Lautstärke bei Veranstaltungen im Innenhof beschwert hatten. Der Bebauungsplan gibt dem Bezirk die planungsrechtliche Sicherheit, dass die Kulturbrauerei auch im Falle eines Verkaufs in ihrer jetzigen Nutzungsform erhalten wird und die Theater und Clubs auch weiterhin keinen Sexshops, Tankstellen oder Spielhallen weichen müssen– dies hatte der Bezirk bereits 1998 in einer Vereinbarung mit den Eigentümern ausgeschlossen. Doch können Pankows Politiker\*innen damit nur auf eine generelle Nutzung einwirken: Gewerbemietverträge sind oft befristet und leicht kündbar, es gibt außerdem keine Mietpreisbremse. Der Berliner Senat führt deshalb bereits Gespräche mit der TLG Immobilien AG, damit das bestehende Mietverhältnis mit dem Land Berlin auch über das Ende der Laufzeit am 31.12.2026 erhalten werden kann. Ein Verkauf des Geländes plane der Eigentümer derzeit aber nicht, hatte es im Dezember auf eine Anfrage des Abgeordneten Felix Reifschneider (FDP) geheißen. Titelbild: Julia Schmitz ### Der Ernst der Lage URL: https://www.loky.news/der-ernst-der-lage/ Last updated: 2025-03-20T18:07:05.000Z ## Alle Jahre wieder fordert jemand, das Thälmann-Denkmal an der Greifswalder Straße müsse abgerissen werden. Die Pankower CDU versucht es nun erneut – mit einer zweifelhaften Begründung. --- Wie umgehen mit Monumenten ehemaliger Diktaturen? Sollte man sie aus dem Stadtbild entfernen oder, mitunter als Mahnung, an Ort und Stelle lassen? Im Falle der 14 Meter hohen Bronze-Statue von Ernst Thälmann, die seit 1986 der Greifswalder Straße ihre erhobene Faust entgegen streckt, nimmt die Diskussion kein Ende. Bereits vier Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war in der Pankower Bezirksverordnetenversammlung beschlossen worden, die überlebensgroße Büste abzubauen; der Beschluss wurde aber nicht umgesetzt. Anwohner\*innen gründeten daraufhin das „Aktionsbündnis Thälmann-Denkmal“, um sie zu erhalten, es gab Diskussionen über den richtigen Umgang mit der Geschichte Ernst Thälmanns. [2012 flammte die Abriss-Debatte erneut auf](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2012/04/16/niemand-hat-die-absicht-thaelmann-abzureissen/?ref=loky.news): die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Angelika Barbe sah in der Statue ein „falsches Symbol in Erinnerung an den Kommunismus und seine Verbrechen.“ Ernst Thälmann blieb weiter stehen, wurde 2014 offiziell in die Denkmalliste aufgenommen und wird, [nach langem Streit](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/02/17/thaelmann-denkmal-einigung-in-sicht/?ref=loky.news), seit Herbst 2021 durch eine künstlerische Kommentierung ergänzt; eine historisch-kritische wurde noch nicht angebracht, da sich die Mitglieder des Expertengremiums lange Zeit nicht auf den Inhalt des Textes einigen konnten. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **„Hammer und Sichel höchst kritisch“** Nun will die Pankower CDU dem Monument erneut an den Kragen: Das Bezirksamt solle sich bei den geeigneten Stellen dafür einsetzen, dass die Büste wieder von der Denkmalliste gestrichen und abgebaut werde; ferner solle es prüfen, „inwiefern der Materialgegenwert den Opfern des russischen Überfalls auf die Ukraine zugutekommen kann.“ In einem seitenlangen Text, in dem er den Lebenslauf Thälmanns bis zu dessen Anfängen bei der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) zurückverfolgt, begründet Antragsteller David Paul seine Forderung: „Die Darstellung von Hammer und Sichel am Denkmal ist höchst kritisch zu bewerten, aufgrund der symbolischen Bedeutung für den Kommunismus. Auch war dies auf der Flagge der Sowjetunion abgebildet. Dies ist von besonderer Relevanz, da der russische Präsident Wladimir Putin in seiner Rede zur Lage der Nation im April 2005 den Zerfall der Sowjetunion 1991 als ‚die größte geopolitische Katastrophe‘ des 20\. Jahrhunderts“ bezeichnete.“ Dass Putin dies persönlich nicht verwunden hätte, habe sich bereits 2014 mit der Annexion der Krim gezeigt, nun erneut mit dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24\. Februar. **Abriss als Symbolpolitik** Eine kritische Kommentierung, wie sie das Denkmal erhalten soll, ist in seinen Augen nicht ausreichend. Vielmehr sei es „Hohn und Spott für alle Opfer von sowjetischen und kommunistischen Diktaturen sowie für alle ukrainischen Menschen, die gerade vor dem russischen Überfall ihres eigenen Landes fliehen“, so Paul. Da alle Beteiligten, darunter auch der Erbauer der Büste, Lew Jefimowitsch Kerbel, „Feinde der freiheitlichen Grundordnung und der Demokratie“ gewesen seien, würde der Bezirk mit einem Abriss ein klares Zeichen setzen. Die Fraktionsvorsitzende der Pankower Bündnisgrünen Hannah Wettig hatte den Abriss gegenüber der Berliner Morgenpost zunächst befürwortet. Auf Twitter ruderte die Fraktion gestern aber zurück. > Wir sind selbstverständlich gegen einen Abbau des Thälmann-Kopfes. Kein Mensch kann das ernsthaft wollen. Politisch, aber auch technisch ist es absurd. Aber wir haben Sinn für Humor: Eine Forderung aus den 90ern aus der Mottenkiste zu holen, belebt durchaus die Debatte. > > — Grüne Fraktion Pankow (@GrueneBVVPankow) [March 22, 2022](https://twitter.com/GrueneBVVPankow/status/1506238749226815495?ref%5Fsrc=twsrc%5Etfw&ref=loky.news) Dass die Pankower Bezirksverordneten in der kommenden Versammlung am Mittwoch mehrheitlich für den Abriss stimmen werden, davon ist nicht auszugehen. Lange und ausgiebig wurde in den vergangenen Sitzungen über den angemessenen Umgang mit dem bronzenen Erbe der Vergangenheit diskutiert, wurde die künstlerische Auseinandersetzung „Vom Sockel denken“ der Filmemacherin Betina Kuntzsch nach zwei Jahren Wettbewerb feierlich eingeweiht. Dies alles wäre im Falle eines Abrisses umsonst gewesen. Was einst ein Denkmal war, ist für viele außerdem längst zum Mahnmal für die Verbrechen des Stalinismus geworden. Die Pankower Denkmalstürmer\*innen müssen wohl weiter warten. Titelbild: Julia Schmitz ### Pankow muss sparen URL: https://www.loky.news/pankow-muss-sparen/ Last updated: 2025-03-20T18:08:20.000Z ## Mehr Geld für Spielplätze und Gehwegsanierung, aber an vielen Stellen muss trotzdem gespart werden: SPD und Grüne kritisieren die strengen Vorgaben des Senats für den Pankower Doppelhaushalt. --- In einer außerordentlichen Sitzung hat [die Bezirksverordnetenversammlung (BVV)](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/direkt-aus-der-bvv/?ref=loky.news) am Mittwoch den Doppelhaushaltsplan für die Jahre 2022/23 beschlossen. Keine einfache Aufgabe, berücksichtigt man, dass der Senat die Berliner Bezirke erst kürzlich aufgefordert hatte, insgesamt 78 Millionen Euro einzusparen. „In diesen Zeiten war es schwierig neuen Projekten die gerechtfertigten Mittel zuzuweisen, dennoch konnten wir viele Projekte mit dem neuen Haushalt weiter sichern und die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung gewährleisten“, so der Fraktionsvorsitzende der Pankower SPD, Roland Schröder. Unter anderem konnte mehr Geld für die Anschaffung von Medien für die Bibliotheken, für die Sanierung von Gehwegen, der Beseitigung von Müll im öffentlichen Raum, für freie Mitarbeiter\*innen in den Musikschulen und Kultureinrichtugen des Bezirks sowie für die Pflege von Spielplätzen und Schulhöhen eingeplant werden. Man habe damit unter schwierigen Bedingungen wenigstens etwas bewegen können, so Schröder. „Spätestens zum nächsten Bezirkshaushalt erwarte ich eine andere Herangehensweise des Senats und insbesondere des Finanzsenators.“ **Konsequenzen des Kriegs nicht absehbar** Auch die Pankower Fraktion der Bündnisgrünen bedauert die Sparauflagen, durch die nun für viele essentielle Aufgaben zu wenig finanzielle Mittel zur Verfügung stünden. Dennoch hätten einige Verbesserungen im Vergleich zu vorherigen Haushalt erzielt werden können; so konnten unter anderem je 18.000 Euro für Untersuchungen im Bereich der Klimaanpassung sichergestellt werden: „Bisher fehlten im die Mittel, um das Thema Klimafolgenanpassung im Bezirk voranzutreiben. Durch die Entsiegelung von Flächen entstehen mehr Grün- und Versickerungsflächen, die im Sommer für Kühlung sorgen und gleichzeitig Regenwasser aufnehmen und für das innerstädtische Grün speichern können. Mit diesem einfachen Mittel können wir auf Bezirkseben für bessere Lebensbedingungen in unseren Kiezen sorgen“, so Fraktionsvorsitzende Almuth Tharan. Der verabschiedete Doppelhaushalt birgt laut Tharan allerdings auch Risiken. „Unter anderem die Konsequenzen des Ukrainekriegs können wir noch nicht vollumfänglich einschätzen. Der Bezirk wird sicherlich mit einigen Problemen konfrontiert sein, aber wie genau die sich auswirken werden, ist noch ungewiss.“ Titelbild: Roman Wimmers ### Prenzlauer Berg Newsletter #11 hilft bei der Wohnungssuche URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-11-hilft-bei-der-wohnungssuche/ Last updated: 2025-03-20T18:07:50.000Z ## Kritik am Abriss des Jahnstadions, Fahrradparkhäuser für Prenzlauer Berg und eine neue Schule für den Mühlenkiez: Die wichtigsten Nachrichten aus dieser Woche gibt’s im Newsletter zum Nachlesen. --- Tausende Flüchtlinge aus der Ukraine kommen derzeit täglich am Berliner Hauptbahnhof an. Einige von ihnen reisen weiter zu Verwandten in anderen Städte, doch viele haben keinen Anlaufpunkt in Deutschland und müssen erstmal in Berlin untergebracht werden. Die städtischen Unterkünfte sind längst voll, immer mehr Privatleute nehmen deshalb Ukrainer\*innen in ihren Wohnungen auf. Damit das nicht zu Chaos führt, bedarf es einer guten Organisation: Galy Pidpruzhnykova aus Prenzlauer Berg arbeitet seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine fieberhaft daran, Geflüchtete mit Berliner\*innen zusammenzubringen. Meine Kollegin Sonja Koller hat sich mit ihr über die aktuellen Situation unterhalten für unseren **Text der Woche** - **Ukraine:** Von ihrer Wohnung in der Stargarder Straße koordiniert Galy Pidpruzhnykova Wohnungen für Menschen, die aus der Ukraine flüchten mussten. [Die Ukrainerin weiß, wo Hilfe wirklich gebraucht wird](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/17/ein-bett-ist-nicht-genug/?ref=loky.news). **Was sonst noch los war** - **Müll:** 175.000 Euro musste der Bezirk im vergangenen Jahr allein für die Müllbeseitigung auf Pankows Grünflächen aufwenden. [Denn die werden immer dreckiger](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/15/pankow-hat-ein-muellproblem/?ref=loky.news) – und das Geld reicht hinten und vorne nicht. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/03/kiezfoto.jpg) Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** **Wochenmärkte:** Müssen in Zukunft alle Wochenmärkte in Pankow [mit Barrieren vor terroristischen Anschlägen geschützt werden](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/18/beton-gegen-terror/?ref=loky.news)? So hatte es Mitte Februar geklungen, als bekannt wurde, dass die Betreiber\*innen der Märkte am Kollwitzplatz von der Polizei aufgefordert worden waren, Betonpoller am Rand des Geländes zu installieren – ansonsten werde ihr Vertrag nicht verlängert. Elisabeth Westphal, die jeden Donnerstag den Ökomarkt in der Wörther Straße durchführt, stellt das vor ein Problem: „Die Betonpoller dürfen nicht vor Ort bleiben. Das heißt, es stünde ein wöchentlicher Transport mit LKW an, wir haben aber nur ein Lastenfahrrad. Dazu kommt, dass wir vor Ort keine Lagermöglichkeit haben. Wenn die Barrieren mit Pollern zwingend errichtet werden müssen, übersteigt das unsere Kapazitäten. Schlimmstenfalls müssen wir den Ökomarkt, der seit 1996 am Kollwitzplatz seinen festen Platz hat, schließen.“ Grundsätzlich können alle Bezirke Auflagen dieser Art anordnen, wenn es die Gefahrensituation ihrer Meinung nach erfordert. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Felix Reifschneider (FDP) wurde jetzt aber bekannt: **Pankow ist der einzige Bezirk, der diese Sicherheitsmaßnahmen für die Märkte am Kollwitzplatz und am Helmholtzplatz angeordnet hat.** Stadträtin Manuela Anders-Granitzki hält dagegen: „Der Verweis von Marktbetreibern darauf, dass derartige Maßnahmen in anderen Bezirken nicht gefordert werden, wird seitens der Polizei nicht bestätigt; alle Direktionen verfahren bei ähnlichen Sachverhalten in diesem Sinne.“ Die Marktbetreiber\*innen seien verpflichtet, bei Antragstellung Maßnahmen zu benennen, mit denen die Verkehrssicherheit im direkten Umfeld des Marktgeschehens gesichert werde. Es gebe keine pauschale Forderung nach Schutzmaßnahmen, sondern immer Entscheidungen im Einzelfall. Mit den Marktbetreiber\*innen vom Kollwitzplatz finde derzeit ein Austausch statt. **„Wir sehen zum derzeitigen Zeitpunkt den Weiterbetrieb der regionalen Wochenmärkte nicht gefährdet“**, so Anders-Granitzki. **Jahnsportpark:** Als vor zwei Wochen bekannt wurde, [dass das Jahnstadion nicht saniert, sondern abgerissen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/25/keine-zukunft-fuer-das-jahnstadion/?ref=loky.news) und durch einen Neubau wird, kam das für einige sehr überraschend – und sorgte umgehend für Protest. Jetzt wandte sich die Bürgerinitiative Jahnsportpark mit einem offenen Brief an Sportsenator Andreas Geisel (SPD), in dem sie ihm irreführende Informationen vorwirft: Im Programm „100 Tage Berlin“ der Rot-Rot-Grünen Koalition hatte es geheißen, es werde ein Realisierungswettbewerb ausgelobt, um den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark zu einem Inklusionssportpark zu entwickeln. Tatsächlich, so die Bürgerinitiative, beziehe sich dieser Wettbewerb nun aber ausschließlich auf den Neubau des Stadions. Die Umsetzung des Inklusionssportpark war bereits [im Dezember auf die nächste Legislaturperiode, also nach 2026 verschoben](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/12/06/senat-verschiebt-entscheidung-ueber-jahnstadion/?ref=loky.news) worden. In Zeiten, in denen die Berliner Bezirke 78 Millionen Euro einsparen sollen und den Schulen die Gelder gekürzt wurden, sei ein Abriss und Neubau des Stadions nicht ökonomisch. „Kinder, Jugendliche, Umwelt- und Sozialbelange bleiben auf der Strecke für ein aus der Zeit gefallenes Prestigeprojekt“, heißt es weiter. **Fahrradparkplätze:** Im Mauerpark [liegt nicht nur viel Müll](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/15/pankow-hat-ein-muellproblem/?ref=loky.news), dort stehen auch zahlreiche Fahrräder – doch gibt es auf dem gesamten Gelände nur 77 Fahrradbügel, um die Drahtesel sicher abzuschließen. Das ergab eine Kleine Anfrage des Bezirksverordneten Oliver Simon (FDP) beim Bezirksamt. Im Eingangsbereich der beliebten Grünfläche gibt es hingegen gar keine Parkmöglichkeiten: „Hier werden bisher überwiegend Verkehrsschutzgitter, Baumschutzbügel und Zäune für das Anschließen von Fahrrädern genutzt“, antwortet Bezirkstadtätin Manuela Anders-Granitzki in trockenem Ton. Wie viele Abstellmöglichkeiten eigentlich benötigt werden, ermittle die Grün Berlin gerade im Rahmen der Sanierung des Parks, heißt es weiter. Seitens des Bezirksamts prüfe man derzeit, ob kurzfristig temporäre Parkmöglichkeiten für Räder geschaffen werden könnten. Zu wenig Platz für Räder gibt es offenbar auch an den S-Bahnhöfen des Bezirks. Die CDU Pankow fordert deshalb, die **Errichtung von Fahrradparkhäusern an der Schönhauser Allee, Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße** zu prüfen: „In der Machbarkeitsstudie soll es nicht darum gehen, ob die Fahrradparkhäuser möglich sind, sondern wie genau der Senat sie an den einzelnen Standorten umsetzen kann. Daraus kann es dann auch Lerneffekte für andere Pankower Standorte geben“, so der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion in Pankow, Jörn Pasternack. **Mühlenkiez:** Das Wohngebiet zwischen Michelangelostraße, Kniprodestraße und Hanns-Eisler-Straße wächst: 1.200 neue Wohnungen sollen hier in den kommenden Jahren entstehen – ebenso wie eine Schule. Der Bezirksverordnete David Paul (CDU) hat sich nun nach dem aktuellen Stand der Planung erkundigt: Wann werde der erste Spatenstich gesetzt? Doch der wird noch eine Weile auf sich warten lassen. Bisher sei lediglich der Aufstellungsbeschluss für das Bebauungsplanverfahren sowie eine Machbarkeitsstudie abgeschlossen, so Baustadträtin Rona Tietje (SPD). **Letztere habe ergeben, dass auf dem Areal eine Gemeinschaftsschule oder eine 4-zügige Grundschule realisierbar wäre**, wenn diese die bereits bestehenden und angrenzenden Sportflächen mitnutzen könne. Im Gespräch ist, das Sportgelände auf eine keilförmige Fläche zwischen Sportplatz und Kniprodestraße zu erweitern. Ein Thema bliebe allerdings wesentlich für den Fortschritt konkreter Umsetzungen: „Auch im Plangebiet sind Restitutionsansprüche geltend gemacht worden. Die entsprechenden Verhandlungen mit dem restitutionsberechtigten Alteigentümer sind von der hierfür zuständigen Senatsverwaltung zu führen“, so Tietje. Knapp 51 Millionen Euro prognostiziert die Machbarkeitsstudie für den Schulneubau, eine Fertistellung ist nach 2028/29 angestrebt. **Tempolimit:** Nur wenige Themen erhitzen die Gemüter derart, wie die Forderung nach einem Tempolimit. Und damit ist nicht jenes auf der Autobahn gemeint, sondern auf den Hauptstraßen in Pankow. [Im Januar 2021 hatte die Pankower Linksfraktion gefordert, Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 zu senken](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/01/19/pankow-tritt-auf-die-bremse/?ref=loky.news) – und zwar auf den Verkehrsadern, die im übergeordneten Straßennetz Berlins in die Kategorie zwei, drei oder vier fallen. Dazu gehören auch die Danziger Straße, die Schönhauser Allee, die Greifswalder Straße und ein Teil der Storkower Straße. Nur auf der Bornholmer Straße, der Ostseestraße, der Kniprodestraße und Teilen der Wisbyer Straße wäre dann eine höhere Geschwindigkeit erlaubt. [Der Protest ließ nicht lange auf sich warten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/02/03/ich-rase-also-bin-ich/?ref=loky.news). Dabei hatte der Antrag damals nur Symbolcharakter: Der Bezirk hat nämlich gar nicht die Befugnis, die Geschwindigkeit auf Hauptstraßen eigenständig zu ändern; das muss über die bundesweite Straßenverkehrsordnung geregelt werden. In dieser Woche hat sich diesbezüglich etwas Entscheidendes getan: Am Dienstag entschied der Senat auf Vorschlag von Umweltsenatorin Bettina Jarasch (Grüne), die Städteinitiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten – eine neue kommunale Initiative für stadtverträglicheren Verkehr” zu unterstützen. Diese fordert den Bund auf, zu ermöglichen, dass künftig jede Kommune selbst über die Anordnung von Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit entscheiden kann – also auch die Berliner Bezirke. „Wir brauchen für die Vision Zero – das Ziel, im Straßenverkehr keine Toten und Schwerverletzten mehr beklagen zu müssen – mehr Möglichkeiten, Tempo 30 anzuordnen. Entschleunigung ist ein entscheidender Faktor für mehr Verkehrssicherheit“, so Jarasch. **Polizeimeldungen** **Rassismus:** Nachdem am Montag in der Heinrich-Böll-Bibliothek der Auftakt der Wochen gegen Rassismus in Pankow stattgefunden hatte, wurden zwei der Organisatorinnen vor dem S-Bahnhof Greifswalder Straße von einer Frau rassistisch beleidigt. Ein älteres Paar kam den beiden zu Hilfe, kurz darauf sei auch die Polizei eingetroffen, heißt es nach Angaben der Veranstalter. **Tipps & Termine** **24.3.:** Sieben Ost-Berlinerinnen wehrten sich 1982 gegen die Einberufung von Frauen zur Volksarmee. Im Rahmen der Sonderausstellung mit Fotografien von Klaus Mehner im Musem Pankow sprechen an diesem Abend unter dem Titel [„Seid doch laut – Die Frauen für den Frieden“](https://www.supersaas.de/schedule/Museum%5FPankow/Veranstaltungen?ref=loky.news) in Ost-Berlin zwei der Gründerinnen über den damaligen Protest. Zu sehen ist außerdem die Dokumentation über die DDR-Geheimdienstmitarbeiterin Monika Haeger, die 1990 ein vierstündiges Interview zu ihrem Leben gab. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. **Das habt ihr vielleicht verpasst** **Gleichberechtigung:** Seit 30 Jahren setzen sich die Frauenkreise für die Gleichstellung von Frauen ein. Immer wieder stellen sie fest, wie schwierig der [Kampf für Gerechtigkeit und Chancengleichheit ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/08/im-kampf-fuer-frauen/?ref=loky.news)ist. Denn viele Frauen erleben mehrere Formen von Diskriminierung. **NGO:** In Russland hat der Oberste Gerichtshof die [Menschenrechtsorganisation Memorial](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/11/man-sollte-sich-einmischen/?ref=loky.news) verboten, doch in ihrer Zweigstelle in Prenzlauer Berg geht die Arbeit weiter. Wir haben mit Dr. Vera Ammer, Mitglied im Vorstand von Memorial International, über die Lage in Russland und der Ukraine gesprochen. **Zitat der Woche** „*Obwohl ich noch nie so viel Leid und Schmerz gesehen habe, habe ich auch noch nie so viel so viel Liebe und Mitgefühl erlebt*“ sagt Galy Pidpruzhnykova über die Hilfsaktionen zugunsten der Ukrainer\*innen. Klare Worte die zeigen, dass wir nicht aufhören sollten, Unterstützung anzubieten – auch wenn wir uns nach einer gewissen Zeit an die Bilder aus dem Krieg „gewöhnen“. Eure Julia Schmitz und die ganze Redaktion ### Ein Bett ist nicht genug URL: https://www.loky.news/ein-bett-ist-nicht-genug/ Last updated: 2025-03-20T18:08:52.000Z ## Von ihrer Wohnung in der Stargarder Straße koordiniert Galy Pidpruzhnykova Wohnungen für Menschen, die aus der Ukraine flüchten mussten. Die Ukrainerin weiß, wo Hilfe wirklich gebraucht wird. --- **Galy, du bist Ukrainerin. Wo genau bist du geboren und aufgewachsen und hast du noch Familie im Land?** Ich komme ursprünglich aus Charkiw, das ist die zweitgrößte Stadt in der Ukraine und eine der Städte, die jetzt sehr stark bombardiert wurden. Ich habe dort gelebt, bis ich zehn Jahre alt war, und bin dann nach Kyiv gezogen. Dort habe ich elf weitere Jahre verbracht, bis ich mit 21 für meinen Master nach Deutschland gezogen bin. Seit zehn Jahren lebe ich jetzt in Deutschland und der Schweiz, seit vier Jahren in Berlin. Meine Eltern wohnen schon seit einigen Jahren in Spanien, mein Bruder in Polen. Aber meine Tante lebt noch in Luhansk und mein Großvater und mein Onkel im Stadtzentrum von Charkiw. Vom zweiten Tag des Krieges an fuhren dort Panzer auf der Straße. Die beiden leben zwanzig Minuten zu Fuß vom bombardierten Hauptplatz der Stadt entfernt. Also habe ich wirklich Angst, weil sie sich weigern, Charkiv zu verlassen. Es ist der zweite Krieg im Leben meines Großvaters, der jetzt 82 Jahre alt ist. Er sagt, wenn Gott will, dass er so stirbt, wird er es akzeptieren. Mein Onkel ist 52 Jahre alt und sagt, er wird bleiben, weil er sich jetzt um 48 Menschen kümmert, die noch in seinem Hochhaus sind. Viele von ihnen sind alt und können sich keine Lebensmittel kaufen. Also organisiert er Essen für sie. Gemeinsam bereiten sie auch Molotow-Cocktails vor, um ihr Haus zu verteidigen. Viele meiner Freunde und Teile meiner Großfamilie sind in Kyiv oder waren es bis vor kurzem. Die Meisten von ihnen dachten, der Krieg würde nur eine Woche dauern, also entschieden sie sich zu bleiben. Jetzt sind sie sehr ängstlich, weil sie so nah an Orten wohnen, an denen Bomben einschlagen und ständig Panzer vorbeifahren. Manche hatten tagelang keinen Strom oder Internet und ich wusste nicht, ob sie noch leben. **Was berichten die Menschen aus der Ukraine, mit denen du in Kontakt bist?** Ich habe Ressourcen für psychische Gesundheitshilfe gesammelt, weil die Menschen, mit denen ich gesprochen habe, wirklich traumatisiert sind. Aber als ich anfing mit Bekannten über psychologische Hilfe zu sprechen, die in den Vororten von Kyiv tagelang ohne Strom überlebten, fingen sie gleich an zu weinen. Sie fliehen jetzt, wollen erstmal gut nach Deutschland kommen und erst dann mit Psychologen sprechen. Sie meinen, wenn sie jetzt damit anfangen würden, wären sie wie gelähmt und könnten ihre Flucht nicht fortsetzen. Die Menschen befinden sich also im Überlebensmodus. Am Wochenende war ich auf der Demonstration am Brandenburger Tor und habe viele Leute getroffen, die ich aus der Ukraine kannte. Alte Schulkameraden oder Kollegen meiner Eltern. Und wir alle funktionieren nur noch auf Autopilot. **Sollen Personen, die helfen wollen, am besten einfach an den Hauptbahnhof kommen?** Es hängt davon ab, was man als Freiwillige verarbeiten kann. Für mich war es zu schmerzhaft, in die vielen persönlichen Geschichten von Menschen eingebunden zu werden. Also habe ich mich vor allem auf Effizienz konzentriert und mich gefragt, wie ich die größtmögliche Zahl an Menschen erreichen und ihnen helfen kann. Für mich ist das freiwillige Engagement auf der deutschlandspezifischen Wohnungsplattform Wunderflats. Dort verbinden wir private Gastgeber, die Betten bei sich zu Hause anbieten, mit geflüchteten Menschen. In der letzten Woche habe ich mich dort für fünf Tage engagiert und über tausend Ukrainer mit Helferinnen zusammengebracht. Es war also sehr effektiv und schön, die Hilfsbereitschaft der Menschen zu sehen. Soweit ich weiß, sind tagsüber aktuell genug Leute am Hauptbahnhof. Wichtig wäre aber, dass vor allem russisch- und ukrainischsprachige Menschen auch nachts aushelfen. Viele Flüchtlinge kommen spät abends oder früh morgens in Berlin an. Zu diesen Zeiten gibt es aber nur noch wenige Helfer vor Ort. **Wie könnte ich bei der Wohnungssuche helfen?** Wer sich wie ich bei der Plattform Wunderflats ehrenamtlich engagieren will, muss dies an vier Tagen in der Woche mindestens vier Stunden tun, damit es für die Plattform effizient ist, sie mit an Bord zu nehmen. Eine andere Möglichkeit zu helfen ist, tatsächlich zum Hauptbahnhof zu gehen. Die Menschen, die dort ankommen, brauchen Personen, die ihre Sprache sprechen und sie tröstet. Also war auch ich dort und habe bei der Übersetzung und dem Matching von Wohnungen geholfen. **Und wenn ich nicht persönlich helfen kann oder will?** Es gibt einige Möglichkeiten, persönlich zu helfen, aber [natürlich hilft auch eine Spende](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/02/hilfe-fuer-die-ukraine/?ref=loky.news). Ich persönlich spende für militärische Zwecke, weil viele Unternehmen das nicht dürfen und an Organisationen spenden müssen, die auf humanitäre Weise helfen. Deshalb finde ich es wichtig, dass Privatpersonen diese Art von Spenden übernehmen. Warum erklärt für mich dieser einfache Satz: „Wenn Russland aufhört zu kämpfen, gibt es keinen Krieg mehr, wenn die Ukraine aufhört zu kämpfen, gibt es keine Ukraine mehr.“ Für mich fühlt es sich so an, dass jedes Mal, wenn etwa ein Kloster zerstört wird, auch ein Teil meiner Identität zerstört wird. Das ist wirklich schmerzhaft. Also unterstütze ich die militärische Ausrüstung. Auch die Zivilverteidigung benötigt Rüstungen, Helme oder Walkie-Talkies für die Kommunikation. **Gibt es Orte in Prenzlauer Berg, bei denen noch Helfer gebraucht werden?** Das Restaurant Datscha in der Stargarder Straße hat in der vergangenen Woche Hilfsgüter gesammelt, auch ich habe einige Sachen dorthin gebracht. Weil die Menge an Spenden aber zu überwältigend war, wird in der Filiale hier in Prenzlauer Berg jetzt nichts mehr gesammelt. Die Orte, an denen Hilfe wirklich gebraucht wird, sind Ankunftsbahnhöfe und Meldestellen. In Prenzlauer Berg haben wir keine davon. Hauptstandorte sind also Hauptbahnhof, ZOB, Oranienburger Straße und Reinickendorf. Dort werden Freiwillige eingesetzt und Spenden gesammelt. **Man hört in den letzten Tagen verstärkt davon, dass bei der Vermittlung von Wohnungen auch Gefahren lauern. Was hat man in dem Bereich verbessert?** Anfangs wurden Wohnungen am Hauptbahnhof ziemlich anonym und schnell an Privatpersonen zugewiesen, die das vor Ort angeboten haben. Weil es keine Ausweisfotos oder Hintergrundinformationen zu den Personen gab, war das aber durchaus unsicher. Jetzt, wo wir dafür stattdessen Wunderflats oder sogar Airbnb haben, ist das viel sicherer. Dort gibt es eine Identitätsprüfung und wir können nachverfolgen, welche Person wir mit welcher zusammengebracht haben, kennen ihre E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Weil es immer mehr Berichte darüber gibt, wie unsicher solche kurzfristigen Wohngemeinschaften sein können, habe ich dieses Wochenende genutzt, um dazu Informationen zu sammeln. Ich habe verschiedene Hotlines angerufen und recherchiert, wo Leute anrufen können, wenn sie in Gefahr sind. Ich lese momentan auch viel über die rechtliche Seite der Dinge und wo sich geflüchtete Ukrainerinnen registrieren müssen. Zu all diesen Themen habe ich Dokumente mit Richtlinien vorbereitet, dass ich geflüchteten Menschen weiterleite. **Woran muss ich denken, wenn ich Leute aufnehmen möchte?** Am besten ist es, wenn man sich erst mal bei offiziellen Portalen anmeldet und angibt, für wie lange man Menschen beherbergen kann. Wichtig ist es nicht nur, ein Bett bereitzustellen, sondern auch persönlich auf die Menschen zuzugehen. Wenn geflüchtete Ukrainer in eines der Evakuierungslager geschickt werden, wo es bis zu 3500 Betten gibt, wird es viel länger dauern, sie zu integrieren. Ich habe zum Beispiel für die Familie meines Patenonkels in Steglitz eine private Unterkunft gefunden, deren Besitzer schon vor seiner Ankunft viel geholfen haben. Bei einem Telefonat mit mir haben sie erzählt, dass der Großvater Russisch spricht, er wird also vorbeikommen. Sie haben auch vor, gemeinsam mit der Familie meines Patenonkels zum Rathaus und zum Sozialamt zu gehen, um bei der Registrierung zu helfen. Und sie haben sie bereits gefragt, ob die Familie etwas Bestimmtes braucht, wann sie ankommen, welches Essen sie am liebsten hätten und ihnen Bilder des Zimmers geschickt. Sie waren einfach so herzlich und einladend, und ich denke, das ist genau das, was die Menschen jetzt brauchen, weil sie wirklich schwer traumatisiert sind. Zu sehen, dass sie willkommen sind und sich mit den Einheimischen austauschen, ist sehr hilfreich für sie. **Du kannst nun nicht mehr Vollzeit helfen, wie du es in den letzten 10 Tagen getan hast. Wie sieht dein Alltag jetzt aus?** Weil ich jetzt wieder Vollzeit arbeiten muss, wache ich zwei Stunden früher als normalerweise auf und bringe Leute für Wohnungen zusammen, bereite Informationen vor oder beantworte Fragen, die ich über Nacht erhalten habe. Dann fange ich an, in meinem eigentlichen Job zu arbeiten und nehme dabei manchmal wichtige Anrufe entgegen. Für die meisten der Situationen, für die ich dann gebraucht werde, habe ich einige Links gesammelt. Wenn also jemand einen Job sucht, kann ich ihm zehn Links schicken, das gleiche gilt für Leute, die medizinische Versorgung brauchen. Manchmal verbinde ich sie auch mit anderen Personen, die helfen können, und übersetze. Abends, nachdem ich meine Arbeit beendet habe, vermittle ich weiter Wohnungen. **Wie schaffst du es, mit der Situation persönlich umzugehen?** Neben all der Tragik bin ich sehr dankbar, so eine große Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit von Menschen zu sehen, die teilweise gar keine Verbindung zur Ukraine haben. Es gab mehrere Situationen und Geschichten, bei denen ich in Tränen ausgebrochen bin, weil ich die Freundlichkeit nicht fassen konnte. Obwohl ich noch nie so viel Leid und Schmerz gesehen habe, habe ich auch noch nie so viel so viel Liebe und Mitgefühl erlebt. Deshalb möchte ich den Deutschen und allen Menschen in den Nachbarländern wie Polen, der Slowakei und Moldawien dafür danken, dass sie die Menschen hier willkommen heißen und auch wirklich unterstützen. Foto: Sonja Koller ### Pankow hat ein Müllproblem URL: https://www.loky.news/pankow-hat-ein-muellproblem/ Last updated: 2025-03-20T18:07:24.000Z ## 175.000 Euro musste der Bezirk im vergangenen Jahr allein für die Müllbeseitigung auf Pankows Grünflächen aufwenden. Denn die werden immer dreckiger – und das Geld reicht hinten und vorne nicht. --- Im Sommer 2020 schrieben wir über [den „Prenzlauer Müllberg“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/06/08/der-prenzlauer-muellberg/?ref=loky.news), auf den uns Leser\*innen aufmerksam gemacht hatten: Nicht nur, aber auch aufgrund der Pandemie hielten sich mehr Menschen in den öffentlichen Parks auf – und ließen ihren Müll liegen. Knapp zwei Jahre später hat sich die Situation sogar noch verschlimmert. Der Bezirk kommt mit der Reinigung kaum noch hinterher und auch die BSR und die Grün Berlin, die unter anderem für den Mauerpark zuständig ist, haben deshalb alle Hände voll zu tun. Das schlägt sich auch in den Kosten nieder: Auf eine Anfrage des Abgeordneten Stefan Evers (CDU) teilte das Bezirksamt Pankow mit, dass es 2020 circa 152.000 Euro für die Beseitigung von Müll auf öffentlichen Grünflächen aufgewendet hat; 2021 waren es schon über 175.000 Euro. Besonders stark gestiegen sind die Kosten für die Reinigung von Spielplätzen und Parks: Von 43.000 Euro auf knapp 158.000 Euro. **1.000 Kubikmeter mehr Müll** Auch um den Mauerpark sauber zu halten, wird immer mehr Geld benötigt: 25.000 Euro waren es 2020, im vergangenen Jahr bereits 42.000 Euro, meldet die Grün Berlin – und das gilt nur für Hausmüll, der Sperrmüll schlägt noch einmal mit weiteren 12.000 Euro zu Buche. Mit 2.332 Kubikmetern wurden [im Mauerpark](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/mauerpark/?ref=loky.news) ganze 1.000 Kubikmeter mehr Müll als im Vorjahr entsorgt, auch der Spermüllanteil stieg um 26 Kubikmeter. Wie hoch das gesamte Müllaufkommen tatsächlich ist, bleibt aber unklar, denn weder BSR noch Bezirk sammeln dazu Daten. Abgesehen davon, dass Parknutzer\*innen ihren Müll einfach in die Tonne werfen oder mit nach Hause nehmen könnten, bräuchte der Bezirk außerdem dringend mehr Geld für die Entsorgung: „In Pankow können im Rahmen der finanziellen und personellen Ressourcen meist nur die nötigsten Arbeiten, beispielsweise zur Sicherstellung der Verkehrssicherheit, durchgeführt werden. Eine nachhaltige Pflege und Instandhaltung der Grünanlagen ist mit den vorhandenen Mitteln leider nicht möglich“, heißt es. Insgesamt 18 Mitarbeiter\*innen des Straßen- und Grünflächenamts seien derzeit an drei Tagen pro Woche damit beschäftigt, die insgesamt 113 Hektar Grünfläche in Prenzlauer Berg zu reinigen. Dazu gehören auch die großen Gebiete wie Ernst-Thälmann-Park und Volkspark Prenzlauer Berg sowie alle 99 Spielplätze. Im Nachbarbezirk Mitte ist die Situation ähnlich. Zwar hätte man aus dem letzten Doppelhaushalt des Senats mehr Mittel für die Grünunterhaltung erhalten, meldet das Bezirksamt. Leider habe man diese Erhöhung aber durch eine enorme Preissteigerung von bis zu 30 Prozent bei der Vergabe von Leistungen aufgebraucht – und durch die Zunahme von Vandalismus und Müllaufkommen. --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, [den wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Prenzlauer Berg Newsletter #10 kämpft für Gleichberechtigung URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-10-kaempft-fuer-gleichberechtigung/ Last updated: 2025-03-20T18:08:52.000Z ## Vom Einsatz für Gleichstellung bis hin zur Aufklärung von Menschenrechtsverletzungen: Das Engagement in Prenzlauer Berg ist vielfältig. Welche Initiativen es gibt und was diese Woche passiert ist, erfahrt ihr im Newsletter. --- Bildergalerien mit „starken Frauen“, Rabatt-Codes für Schminke und Blumen: Jedes Jahr stellen zahlreiche Medien, Unternehmen und Politiker\*innen Frauen pünktlich zum Internationalen Frauentag in den Mittelpunkt. Und jedes Jahr müssen diese erneut darauf hinweisen, dass sie keine Vergünstigungen brauchen, sondern Grundlegendes wie gleiche Rechte und Löhne wollen. Es ist ermüdend. Wir haben den internationalen Frauentag – oder ‚feministischen Kampftag‘, wie er immer häufiger genannt wird – zum Anlass für einen Besuch bei den Frauenkreisen in der Choriner Straße genommen. Das Projekt engagiert sich seit 30 Jahren für Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Wie schwierig das ist, haben mir Gabi Zekina und Niki Drakos erzählt für unseren **Text der Woche** - **Gleichberechtigung:** Seit 30 Jahren setzen sich die Frauenkreise für die Gleichstellung von Frauen ein. Immer wieder stellen sie fest, wie schwierig der [Kampf für Gerechtigkeit und Chancengleichheit](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/08/im-kampf-fuer-frauen/?ref=loky.news) ist. Denn viele Frauen erleben mehrere Formen von Diskriminierung. Was sonst noch los war - **NGO:** In Russland hat der Oberste Gerichtshof die [Menschenrechtsorganisation Memorial ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/11/man-sollte-sich-einmischen/?ref=loky.news)verboten, doch in ihrer Zweigstelle in Prenzlauer Berg geht die Arbeit weiter. Wir haben mit Dr. Vera Ammer, Mitglied im Vorstand von Memorial International, über die Lage in Russland und der Ukraine gesprochen. **Kiezfoto der Woche** ![Newsletter](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/03/Bahnhof-Prenzlauer-Allee-1024x1024.jpg) Foto: Christina Heuschen **Aus dem Bezirk** - **Vandalismus:** Wände sind mit Graffitis beschmiert, Autos brennen, Spielgeräte werden zerstört: Immer wieder werden im Bezirk Pankow Orte oder Gegenstände vorsätzlich zerstört. Auch das Ernst-Thälmann-Denkmal ist häufig das Ziel von Vandalismus. Der Bezirksverordnete Paul David (CDU) wollte deswegen vom Bezirksamt wissen, wie hoch der Schaden ist. „Es ist einzuschätzen, dass die Häufigkeit von Vandalismus im öffentlichen Raum im Sinne von ‚einfacher‘ Zerstörung (z.B. Bänke, Abfallbehälter, Spielgeräte), zahlenmäßig nicht zugenommen hat, was jedoch erkennbar ist, dass der Anteil schwerer Zerstörungen, (z. B. Zerstörung von neu gepflanzten Bäumen, Brandstiftung an- und Zerstörung von Baumaschinen) häufiger werden“, schreibt die Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) in ihrer Antwort. Eindeutig zugenommen hätten Schmierereien im öffentlichen Raum. Auffällig sei, dass insbesondere neue Anlagen innerhalb kürzester Zeit mit Graffitis besprüht würden. Die Beseitigung der Vandalismusschäden am Ernst-Thälmann-Denkmal beliefen sich im vergangenen Jahr auf rund 13.335 Euro. - **Aktionswochen:** Pankow setzt ein Zeichen: Bereits zum dritten Mal führen verschiedene Vereine, Initiativen und Institutionen im Bezirk die [Pankower Wochen gegen Rassismus](https://www.pankow-gegen-rassismus.de/?ref=loky.news) durch. „Unsere wichtigste Aufgabe während der Wochen gegen Rassismus in Pankow ist es, die Bürger\*innen zu ermutigen, Zivilcourage zu zeigen und sich für ein offenes und couragiertes Pankow zu engagieren. Betroffene von rassistischen Beleidigungen und Gewalt müssen unsere aktive Unterstützung erfahren“, sagt Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke). Vom 14\. bis zum 27\. März finden daher Workshops, Kiezaktionen, Ausstellungen, Sportveranstaltungen und eine Fahrraddemo statt. **Kriminelles & Unschönes** - **Massenpanik:** Nach langer Pause können Berliner\*innen seit dem Wochenende wieder in Clubs feiern und tanzen. Wie verschiedene Medien berichten, kam es dabei am Freitagabend in der Kulturbrauerei zu einem Gedränge: Trotz der 2G-Plus-Regel hatten 1.500 bis 2.000 Menschen angestanden, um einen Club besuchen zu können. Mehrere Menschen hätten Panikattacken erlitten, ein Mann sei in Ohnmacht gefallen und eine Frau ins Krankenhaus gekommen, heißt es. Einsatzkräfte räumten schließlich den Hof. **Tipps & Termine** **13.03.:** Die Hilfsbereitschaft für die Ukraine ist groß. Auch die Bands „Odessa Express“ und „La Sonara Brava“ wollen ihren Beitrag leisten. Sie geben am Sonntag ab 17 Uhr ein [Benefizkonzert in der Kulturmarkthalle](https://www.kmhberlin.de/event-details/benefizkonzert-odessa-express-und-la-sonora-brava?ref=loky.news). Damit wollen die Musiker ein Zeichen für ein Miteinander setzen. Die Erlöse und Spendeneinnahmen des Abends gehen an die Initiative „Splitterschutzwesten für medizinisches Personal und Medikamente für Odessa“. **Das habt ihr vielleicht verpasst** **Solidarität:** Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine steht die Welt unter Schock, doch die Hilfsbereitschaft ist sehr groß. [So könnt ihr die Menschen vor Ort jetzt unterstützen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/02/hilfe-fuer-die-ukraine/?ref=loky.news). **Kirche:** Am 20\. Januar brannte der Innenraum der Paul-Gerhardt-Kirche in der Wisbyer Straße, das Landeskriminalamt ermittelt wegen Brandstiftung. [Was sagt die Pfarrerin Almut Bellmann zu dem Geschehen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/04/verletzte-kirche/?ref=loky.news)? **Zitat der Woche** *„Das was sich gesellschaftlich schon längst verändert hat, wird schlecht aufgenommen in die institutionelle und politische Realität. Das halte ich für ein großes Problem“,* kritisiert Gabi Zekina. Dennoch gibt die Geschäftsführerin der Frauenkreise nicht auf. Ich finde diesen Einsatz bewundernswert. Das war der Newsletter für diese Woche – ich wünsche euch ein angenehmes Wochenende! Eure Christina Heuschen und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, [den wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Man sollte sich einmischen URL: https://www.loky.news/man-sollte-sich-einmischen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:24.000Z ## In Russland hat der Oberste Gerichtshof die Menschenrechtsorganisation Memorial verboten, doch in ihrer Zweigstelle in Prenzlauer Berg geht die Arbeit weiter. Wir haben mit Dr. Vera Ammer, Mitglied im Vorstand von Memorial International, über die Lage in Russland und in der Ukraine gesprochen. --- Seit den 1980er Jahren klärt die Menschenrechtsorganisation Memorial über stalinistische Verbrechen und über aktuelle Menschenrechtsverletzungen auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion auf. Doch dann kam das Aus. Mit angeblichen Verstößen gegen das sogenannte Agentengesetz hatte der Oberste Gerichtshof die Zwangsauflösung der NGO begründet. Kritiker\*innen sehen dies als weitere Methode, um die zivilgesellschaftliche Organisation zum Schweigen zu bringen. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Wie gestaltet sich im Moment Ihr Kontakt mit den russischen und ukrainischen Partnerorganisationen?** Zu Memorial in Moskau hielten wir bislang Kontakt per Mail und über soziale Netzwerke. Am letzten Freitag, den 4\. März, führten die einschlägigen russischen Organe Durchsuchungen in den beiden Moskauer Gebäuden durch – unter anderem im Büro von Memorial International in Moskau und im Menschenrechtszentrum. Den anwesenden Mitarbeitern wurden die Mobiltelefone abgenommen, Anwälten und Kollegen, einschließlich dem Vorsitzenden von Memorial International, wurde der Zugang verwehrt. Die Aktion dauerte über 14 Stunden. Als Vorwand diente ein Verfahren, das kürzlich gegen ein Mitglied des Menschenrechtszentrums eingeleitet wurde. Beschlagnahmt wurden Computer, Festplatten, Datenträger und Dokumente. Dadurch ist Memorial International augenblicklich kaum noch aktionsfähig. Die weitere Entwicklung ist nicht absehbar. Unsere Kollegen in der [Ukraine](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/ukraine/?ref=loky.news) sind größtenteils auf der Flucht, nicht zu allen besteht Kontakt. **Ihre Organisation beschäftigt sich mit der Aufarbeitung stalinistischer Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Steht gerade sie deshalb auch im Fokus der Repressionen, weil Putins Propaganda diese Zeit verherrlicht?** Natürlich spielt das Geschichtsbild, das Putin verbreiten will, eine große Rolle. Er hat zwar die Verbrechen Stalins nie direkt bestritten. Sie wurden seinerzeit offiziell bestätigt, fortan aber zunehmend ignoriert. Stalin erscheint in den Staatsmedien als Held, der im Zweiten Weltkrieg die Faschisten besiegt hat. Der Sieg wird heute allein der Sowjetunion und Russland zugeschrieben. Die Ukraine und Belarus, die am meisten unter der deutschen Besatzung zu leiden hatten, werden ausgespart. Diesen Triumph will Putin jetzt reproduzieren, indem er vorgibt, in der Ukraine dasselbe zu tun. Eine Organisation wie Memorial, die ein anderes Geschichtsbild vermittelt, steht ihm dabei im Weg. Alle Verbrechen Stalins und der Sowjetunion sollen ausgeblendet werden. Außerdem hat unser Menschenrechtszentrum auch aktuelle Kriegsverbrechen, beispielsweise in Tschetschenien und der Ukraine, untersucht. **Haben Sie und Ihre Kolleg\*innen den Krieg kommen sehen?** Der Krieg hat vor acht Jahren in der Ostukraine bereits begonnen. Als letzten Herbst die ersten Verdachtsmomente einer Ausweitung des Krieges aufkamen, wurden die Anzeichen dafür in der Innenpolitik Russlands spürbar. Beispielsweise mit der Einleitung des Verbotsverfahrens gegen Memorial International und das Menschenrechtszentrum. Wir hatten sofort die Befürchtung, dass hier ein Zusammenhang bestehen könnte. Innen- und Außenpolitik werden immer aufeinander abgestimmt. Das Verbot gegen unsere Organisation wurde am 28\. Februar dieses Jahres rechtskräftig, beinahe zeitgleich mit den Angriffen auf die Ukraine. **Was bezweckt Putin wirklich damit?** Dieser Krieg ist ein solcher Irrsinn, dass ich Putins Motive dafür absolut nicht nachvollziehen kann. Sicherlich will er ein großes Russland, in dessen Umgebung es keine demokratischen Alternativen gibt. Eine demokratische freie Ukraine, die auch attraktiv für die russische Gesellschaft sein könnte, fürchtet er. Aber das ist ein schwaches Motiv für diesen großen Krieg, der ihn sehr teuer zu stehen kommen wird. Man sollte sich daran erinnern, dass der Partisanenkrieg in der Ukraine nach dem zweiten Weltkrieg noch fast ein Jahrzehnt weitergeführt wurde. Das war alles andere als harmlos. Heute sind die Menschen in der Ukraine natürlich viel mehr motiviert, für ihr Land und für ihre Freiheit zu kämpfen. Entweder Putin war sich dessen nicht bewusst oder er ist tatsächlich bereit, diesen hohen Preis zu zahlen, um Terror in die Nachbarländer zu tragen und jegliche demokratischen Alternativen in den früheren Mitgliedstaaten der Sowjetunion zu verhindern. Das wäre nur mit absoluter Besessenheit zu erklären. Wer weiß, was er als Nächstes vorhat. **Wie personengebunden schätzen Sie das System Putin ein, gäbe es Hoffnung durch einen Machtwechsel?** Das kommt auf den Zeitpunkt und die Umstände eines möglichen Machtwechsels an. Zwar ist das politische System Russlands derzeit eng an die Person Putin gebunden, es basiert aber auf vielen Menschen, die es mittragen. Käme jemand aus seiner unmittelbaren Umgebung, wie Sergei Schoigu, an die Macht, würde sich nichts ändern. Wer hingegen etwas ändern würde, hat keine Chance, an die Macht zu kommen. **Wie schätzen Sie die Proteste von russischer Seite ein?** Die werden sich sicher noch ausweiten. Es gibt neben Unterschriftenlisten von diversen Berufsgruppen, die sich gegen den Krieg richten, zahlreiche Kundgebungen, die von staatlicher Seite aber sofort brutal unterbunden werden. Ein neu erlassenes Gesetz verbietet Begriffe wie „Krieg“, „Verluste“ und jegliche Berichterstattung, die von zivilen Opfern in der Ukraine spricht. Offiziell handelt es sich um eine Militäroperation in der Ostukraine. Wer etwas anderes behauptet, riskiert bis zu fünfzehn Jahre Haft. Die Proteste in Russland sind ehrenrettend für die Bevölkerung, aber dass sie sich zu einem regelrechten Aufstand ausweiten, kann ich mir derzeit aufgrund der massiven Unterdrückung der Opposition nicht vorstellen. **Welche Möglichkeiten zur freien Information stehen der russischen Bevölkerung noch zur Verfügung?** Mittlerweile haben auch freie russische Sender wie „Dozhd“ ihre Tätigkeit einstellen müssen. Dozhd hatte zuvor ganz offen berichtet. Noch gibt es die Novaja gazeta, aber man muss weitgehend auf ausländische Quellen zurückgreifen. Die BBC hat ihre Kurzwellen wieder eingeschaltet, sodass man sie im Radio empfangen kann, was sehr wichtig ist. Ansonsten funktioniert freie Kommunikation nur noch über verschlüsselte Daten. **Die Umsetzung der verschiedenen Repressionen in Russland wirkt oft sehr undurchsichtig. Steckt ein System dahinter?** Bei der Umsetzung von Repressionen kommt es stark auf lokale Behörden und Gouverneure an. Manchmal ist erstaunlich viel möglich, dann wieder versetzt einen das Ausmaß der Beschränkungen in Erstaunen. In Perm gab es einen Fall, wo ein älterer Mann seine Gäste aus Litauen angeblich nicht korrekt bei den Behörden angemeldet hatte und in der Folge zu einer hohen Geldstrafe verurteilt wurde. Wir haben damals Spenden für ihn gesammelt. Er hat allerdings Einspruch gegen das Urteil eingelegt und nicht bloß Recht vor Gericht bekommen, sondern auch eine volle Entschädigung. Solche Prozesse liefen bisher parallel zum Unterdrückungsapparat. **Zeichnet sich in der Zustimmung für Putin bei der Bevölkerung eine Generationengrenze ab; sind ältere Menschen anfälliger für seine Propaganda?** So pauschal kann man das nicht sagen. Natürlich sind die Menschen ab sechzig Jahren aufwärts dem Internet weniger zugetan als die junge Generation und informieren sich vor allem durch das Fernsehen, wo Putins Propaganda läuft. Aber auch im Internet kommen regimetreue Menschen auf ihre Kosten. In den sozialen Netzwerken wimmelt es von den Inhalten, die auch im russischen Fernsehen verbreitet werden. Hierbei geht es nicht um die alte kommunistische Ideologie, sondern um eine nationalistisch imperialistische Idee eines starken vereinten Russlands, das Amerika die Stirn bietet. **Es kommt inzwischen auch zum Boykott russischer kultureller Organisationen durch den Westen. Führen diese Maßnahmen zu weit?** Bei den kulturellen Kontakten sollte man darauf achten, welche Institutionen es betrifft. Gerade im [Kulturbereich](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/12/15/keine-buehne-fuer-putin/?ref=loky.news) sprießt Widerstand, aber auch bei den Organisationen, die man weiter unterstützen möchte, wird es mit dem Ausschluss vom SWIFT-System technisch schwierig, Kooperationen aufrecht zu erhalten. Ich bin für einen Boykott von Institutionen, die den Krieg unterstützen und ich glaube, dass die Übrigen dafür Verständnis haben werden. Sie wissen, dass nicht sie gemeint sind. Von großer Wichtigkeit wäre es auch, darauf zu achten, dass an sich berechtigte Boykottmaßnahmen im IT-Bereich nicht dazu führen, dass das russische Publikum, das sich im Internet informiert, von diesen Informationsquellen abgeschnitten wird. **Was wünschen Sie sich von Seiten deutscher Politik und Bürger\*innenaktivismus?** Man sollte sich, soweit es geht, einmischen. Jetzt kommt viel Flüchtlingsarbeit auf uns zu – auch aus Russland werden sich Flüchtlinge auf den Weg machen. Hier sind möglichst niedrige bürokratische Hürden gefragt, was etwa die Erteilung von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen angeht. Medial ist es wichtig, weiterhin über Geschehnisse wie das Verbot von Memorial International und anderen Organisationen zu berichten, auch dann, wenn wieder andere tagesaktuelle Ereignisse in die Nachrichten drängen. Obwohl NGOs verboten werden existieren die Menschen noch, die für sie gearbeitet haben. Zu ihnen darf man den Kontakt nicht verlieren und auch nicht zu den Anwälten, die sie vertreten. Man muss deren Lage immer wieder auf jeder Verhandlungsebene zur Sprache bringen, damit diese Menschen nicht am Jahresende bereits vergessen sind. --- ***„Agentengesetz“ in Russland*** *Laut dem sogenannten Agentengesetz (russisch: „Gesetz zu nicht offiziellen Organisationen“), das 2012 in Russland verabschiedet wurde, gelten alle NGOs, die Geld aus dem Ausland beziehen und „politisch tätig“ sind als „ausländische Agenten“. Die Definition einer politischen Tätigkeit ist hierbei vom Gesetzgeber nicht klar abgegrenzt. In der Politikwissenschaft wird die Verschärfung des Gesetzes, dessen Urform seit 1996 im russischen Recht verankert ist, als Reaktion auf die Farbrevolutionen in ehemals sowjetischen Republiken gedeutet (Orangene Revolution in der Ukraine 2004/2005, Rosenrevolution in Georgien 2003, Tulpenrevolution in Kirgisien 2005).* *Außer einem enormem Verwaltungsaufwand, hohen Bußgeldern bei bürokratischen Fehlern und strenger Beobachtung der betreffenden Organisation durch die Staatsorgane, bringt die Benennung als „ausländischer Agent“ die Organisationen mit Spionage in Verbindung und verschafft ihnen auf diese Weise einen schlechten Ruf in der russischen Gesellschaft.* *Seit 2020 kann der Titel nicht nur an politische NGOs vergeben werden sondern auch an Medien oder Einzelpersonen.* --- Foto: Sabine Erdmann-Kutnevič ### Im Kampf für Frauen URL: https://www.loky.news/im-kampf-fuer-frauen/ Last updated: 2025-03-20T18:06:53.000Z ## Seit 30 Jahren setzen sich die Frauenkreise für die Gleichstellung von Frauen ein. Immer wieder stellen sie fest, wie schwierig der Kampf für Gerechtigkeit und Chancengleichheit ist. Denn viele Frauen erleben mehrere Formen von Diskriminierung. --- Für gewöhnlich beginnen Lesungen damit, dass Autor\*innen ihre Werke selbst präsentieren. Sie lesen verschiedene Abschnitte daraus vor und beantworten im Anschluss die Fragen des Publikums. Doch bei einer von den Frauenkreisen organisierten Lesung läuft es anders. Hier liest auch das Publikum Passagen aus dem Buch „Why we matter“ von Emilia Roig vor. Jeder Abschnitt wird von einer anderen Person gelesen, es geht um Schönheitsnormen, Klassismus sowie die Überschneidung sexistischer und rassistischer Diskriminierung. Und obwohl die Leser\*innen das Buch nicht selbst geschrieben haben, könnten die Inhalte teilweise ihre persönlichen Geschichten sein. Immer wieder ändert sich die Lautstärke der Stimme, auch der Leserhythmus ändert sich. Mal sind die Stimmen leiser, mal lauter, mal lesen sie schneller, mal langsamer. „Verschiedene Leute bringen eine unterschiedliche Emotionalität in die Lesung rein und interpretieren das Gelesene durch die Art, wie sie lesen. Das sind auch noch einmal zusätzliche Perspektiven, die darein kommen. Das bringt eine Tiefe rein und verstärkt die Legitimität dessen, was da steht“, sagt Niki Drakos, die die Lesung für die Frauenkreise organisiert hat. --- ## Dies ist ein Text aus unserer Reihe [„Famose Frauen aus Prenzlauer Berg“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/alltag/famose-frauen/?ref=loky.news) --- \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ ![Frauen](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/03/Frauenkreise_Niki-Drakos-Gabi-Zekina_Foto-Christina-Heuschen-1024x591.jpg) Niki Drakos und Gabi Zekina kämpfen mit ihrem Projekt Frauenkreise für eine intersektionale Gleichstellung. / Foto: Christina Heuschen Denn Drakos arbeitet als Programmkoordinatorin für die [Frauenkreise](https://www.frauenkreise-berlin.de/?ref=loky.news), die ein intersektionales, feministisches Projekt der lila offensive sind. Die Frauenkreise haben es sich zum Ziel gemacht, strukturelle Diskriminierungen von Frauen aus intersektionaler Perspektive zu bekämpfen. Mit diesem Ansatz beachten sie, dass viele Menschen mehrere Formen von Diskriminierung erleben, die sich überschneiden und so die Ungleichheit noch einmal verstärken. Die Mitarbeiter\*innen der Frauenkreise sind daher überzeugt, dass Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit, Altersdiskriminierung sowie Klassismus nicht unabhängig voneinander betrachtet betrachtet werden dürfen. „Unser Konzept von Feminismus ist daher auch ein Konzept von Menschenrechten“, sagt die Gründerin und Geschäftsführerin Gabi Zekina. Dafür organisieren sie bildungspolitische Veranstaltungen wie Lesungen und Filmworkshops, sie bieten Krisen- und Konfliktberatungen an, führen Empowerment-Workshops durch, organisieren Ausstellungen, beteiligen sich in Netzwerken wie dem Arbeitskreis Pankower Frauenprojekte oder im Netzwerk Pankower Frauen gegen rechts. **Pionier\*innen der Berliner Frauenbewegung** Wenn es um die Geschichte der Frauenbewegung geht, fallen immer wieder dieselben Namen. Doch viele Selbstverständlichkeiten von heute wurden auch durch weniger bekannte Initiativen und Frauen mit auf den Weg gebracht. So zählen durchaus auch die lila offensive, Gabi Zekina und ihre Mitstreiter\*innen zu den Pionier\*innen der Berliner Frauenbewegung. Im Oktober 1989 gründet Zekina mit zehn anderen Frauen, darunter [Annett Gröschner](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/05/28/die-diktatur-riechen/?ref=loky.news), die lila offensive mit dem Ziel, sich in die politischen Umbruchprozesse aus Frauensicht einzumischen. Einen Monat später stellt sich die Frauengruppe schließlich erstmals öffentlich in der Gethsemane-Kirche in Prenzlauer Berg vor und stößt auf große Resonanz. Die fast 200 Anwesenden beginnen Pläne für einen landesweiten Frauenkongress in der Volksbühne zu schmieden, der in der Gründung des Unabhängigen Frauenverbands (UFV) am 3\. Dezember 1989 mündet. Zunächst vertritt Zekina den UFV am Ostberliner Runden Tisch, im Frühjahr 1990 folgen Kommunalwahlen. Zekina erlangt einen Platz in der Stadtverordnetenversammlung (Ost-)Berlin. Doch mit den Gesamtberliner Wahlen zieht sich Zekina aus der aktiven Politik zurück. „Ich habe gedacht, ich will nicht immer das Gefühl haben, ich bin der Feuermelder, der immer Rauch meldet, der immer sagt: ‚Nein, das geht nicht. Nein, Hilfe. Aufhören.’“ Sie wollte sich nicht immer dagegenstellen, sondern etwas eigenes machen und gestalten, erzählt sie heute. Kurzerhand gründet sie mit Sylke Stübner von der [lila offensive](https://lilaoffensive.de/index.html?ref=loky.news) das Projekt Frauenkreise. 2009 ziehen die Frauenkreise in die Choriner Straße. Seitdem sehen sie rassismuskritische Arbeit als einen wesentlichen Bestandteil ihrer feministischen Praxis: Das Programm wird diverser, das Beratungsangebot finden in verschiedenen Sprachen statt. In diesem Jahr feiern die Frauenkreise ihren 30\. Geburtstag. **Trotz Nachfrage gibt es Probleme** ![Frauen](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/03/Frauenkreise-Ausstellung-Malena-Meneses-Gelpi-2_-Foto-Christina-Heuschen-279x300.jpg) Bilder der Künstlerin Malena Meneses Gelpi / Foto: Christina Heuschen Dass das Konzept der Frauenkreise aufgeht und auch weiterhin Bedarf besteht, zeigen die Veranstaltungen. So nehmen fast 60 Menschen an der Lesung mit Emilia Roig teil. Viele von ihnen haben Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren. Eine Teilnehmerin bestätigt, dass das Gelesene ihrem Leben entspreche. Obwohl es nicht geplant war, wurden Bilder der Künstlerin Malena Meneses Gelpi verkauft, die ihre Bilder zurzeit in den Räumen der Frauenkreise ausstellt. ![Frauen](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/03/Frauenkreise-Ausstellung-Malena-Meneses-Gelpi-1_-Foto-Christina-Heuschen-225x300.jpg) Bilder der Künstlerin Malena Meneses Gelpi / Foto: Christina Heuschen Und dennoch gibt es regelmäßig Probleme – vor allem finanzielle. Im vergangenen Jahr drohte Space2Grow, einem Projekt von geflüchteten für geflüchtete Frauen, das Aus, weil die Finanzierung gestrichen werden sollte. Jetzt gehe der Kampf, um Förderungen wieder von vorne los. „Ich mache das seit 30 Jahren. Es ist ermüdend. Eigentlich brauchen wir mehr Geld, wir brauchen größere Räume, wir brauchen barrierefreie Räume“, regt sich Zekina auf. Immer wieder um Basics kämpfen zu müssen, sei einfach nicht fair. Die Arbeit der Frauenkreise und anderer feministischer Initiativen sei eine wichtige, gesellschaftliche Arbeit, die regelfinanziert werden sollte. Die Geschäftsführerin der Frauenkreise will gar nicht abstreiten, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche gesellschaftliche Fortschritte für Frauen erzielt wurden. „Das Problem ist, dass gesellschaftlicher Fortschritt immer in so komischen Spiralen geht, wo man denkt: Jetzt haben wir es und dann geht es wieder rückwärts“, sagt sie. **In Deutschland hat sich eine Bequemlichkeit eingestellt** Denn so selbstverständlich wie Zekinas und Drakos’ Positionen klingen, sie scheinen noch immer nicht bei allen Menschen angekommen zu sein – selbst innerhalb der Frauenbewegung. So gibt es zahlreiche Projekte, die Schwarze Frauen, Women of Color oder eingewanderte Frauen gegründet haben und selbstverständlich intersektionalen Feminismus betreiben. Dennoch seien diese Projekte oft unbekannt und bei den für sie relevanten Themen nicht in die Diskussionen eingebunden. „Das was sich gesellschaftlich schon längst verändert hat, wird schlecht aufgenommen in die institutionelle und politische Realität. Das halte ich für ein großes Problem“, kritisiert Zekina. „Wir sind mit den Kämpfen nicht allein. Wir haben diese Kämpfe auch nicht erfunden, sondern die fanden immer schon die ganze Zeit überall auf der Welt statt – vor allem im sogenannten globalen Süden. Und dort sind sie auch noch viel kämpferischer“, ergänzt Drakos. In Deutschland habe sich eine gewisse Bequemlichkeit eingestellt. Deswegen kämpfen die Mitarbeiter\*innen der Frauenkreise auch weiter. Wie jedes Jahr demonstrieren sie auch dieses Mal wieder am 8\. März. *Titelfoto: Frauenkreise* ### Prenzlauer Berg Newsletter #09 hilft der Ukraine URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-09-hilft-der-ukraine/ Last updated: 2025-03-20T18:08:52.000Z ## Unweit von hier ist plötzlich Krieg – und in Berlin werden ungeahnte Energien freigesetzt. Wie genau, könnt ihr in unserem Newsletter nachlesen. --- Dass Russland in die Ukraine einmarschieren könnte, darüber wurde bereits seit Monaten diskutiert – als es dann tatsächlich geschah, waren unzählige Berliner\*innen sofort hilfsbereit zur Stelle: Täglich entstehen neue Gruppen, die Spenden und Hilfsgüter sammeln, um sie an die Polnisch-Ukrainische Grenze zu bringen, wohin tausende Ukrainer\*innen geflüchtet sind. An den Berliner Bahnhöfen stehen Freiwillige bereit, um die Ankommenden mit Essen und Informationen zu versorgen. Welche Hilfsmöglichkeiten gibt es noch? Wir haben eine Übersicht zusammengestellt für unseren **Text der Woche** - **Solidarität:** Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine steht die Welt unter Schock, doch die Hilfsbereitschaft ist sehr groß. [So könnt ihr die Menschen vor Ort jetzt unterstützen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/02/hilfe-fuer-die-ukraine/?ref=loky.news). **Was sonst noch los war** - **Kirche:** Am 20\. Januar brannte der Innenraum der Paul-Gerhardt-Kirche in der Wisbyer Straße, das Landeskriminalamt ermittelt wegen Brandstiftung. [Was sagt die Pfarrerin Almut Bellmann zu dem Geschehen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/03/04/verletzte-kirche/?ref=loky.news)? **Kiezfoto der Woche** ![Kiezfoto](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/03/Kiezfoto.jpg) Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** **Ukraine:** Über 2.000 Ukrainer\*innen sind in den vergangenen Tagen bereits in Berlin angekommen, bis zu 20.000 werden in nächster Zeit erwartet. Um diesen ein Dach über dem Kopf anbieten zu können, fordert die Pankower CDU Senat und Bezirk auf, schnell und unbürokratisch Unterkünfte zu schaffen: „Wir müssen vorbereitet sein und schnell helfen; als Berlins größter Bezirk vorangehen. In ganz Pankow gibt es dafür Standorte. In Blankenburg und im Prenzlauer Berg stehen ungenutzte Container. Diese sollen an geeigneten Standorten angeschlossen und vernünftig ausgerüstet werden“, so der Abgeordnete Johannes Kraft. **Die aktuell leeren Container oder „Tempohomes“, die schon in früheren Jahren für die Unterbringung von Geflüchteten genutzt wurden, könnten auch in Prenzlauer Berg aufgestellt werden**; zum Beispiel im Volkspark Prenzlauer Berg, am Parkplatz am S-Bahnhof Greifswalder Straße und im Mauerpark. „Es ist unsere humanitäre Pflicht, den vor Putins Wahnsinn fliehenden Familien sofort Hilfe und Schutz zu geben. Viele Bürger, Vereinsvertreter und Unternehmer aus Pankow sind in den letzten Stunden auf uns zugekommen und haben signalisiert: Sie stehen bereit, um zu helfen“, unterstreicht Dirk Stettner, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion Berlin. **Straßenname:** Bisher hatte der kleine Dreiecksplatz zwischen Krüger-, Duncker- und Kuglerstraße keinen Namen. Das ändert sich kommende Woche: **Dann wird das Areal nach Gertrud Pincus benannt**. Die 1890 im schlesischen Glatz geborene Frau arbeitete in den 1920er Jahren im Jugendamt Prenzlauer Berg als Fürsorgerin. Sie war für die Organisation der Krippen, Horte und Kindergärten zuständig und setzte sich vor allem für die musikalische Früherziehung ein. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Pincus aus dem Jugendamt entlassen. Ende November 1941 deportierten die Nationalsozialisten sie, zusammen mit ihrem Mann Paul Pincus, nach Riga und erschossen sie vermutlich in einem der nahe gelegenen Kiefernwälder. Die Namensgebung des Platzes geht auf die AG SpurenSuche des Frauenbeirates Pankow zurück. Die Einweihung mit Stadträtin Manuela Anders-Granitzki findet am 10\. März um 14 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. **Gleichstellung:** Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist auch im Jahr 2022 noch längst nicht erreicht, verstärkt werden Benachteiligungen durch die Pandemie. Das Bezirksamt Pankow ruft deshalb erneut den **Pankower Frauenmärz** aus, mit dem das Thema in verschiedenen Ausstellungen, Vorträgen und Veranstaltungen in den Fokus gerückt wird. So findet am 10\. März in der Bibliothek am Wasserturm eine Podiumsdiskussion zu Frauen, Migration, Kultur und Kunst statt; am 12\. März wird im Museum in der Kulturbrauerei über die Sichtbarkeit von Frauen auf dem Literaturmarkt diskutiert. [Das komplette Programm ist hier verfügbar](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/gleichstellung/?ref=loky.news). **Kriminelles & Unschönes** **Volksverhetzung:** Ein 50-jähriger Mann muss sich wegen Volksverhetzung und Zechbetrug verantworten, nachdem er sich am Mittwochnachmittag geweigert hatte, sein Essen in einem Bistro auf der Pappelallee zu bezahlen. Zeug\*innen gaben zudem an, der Mann habe beim Eintreffen der Beamt\*innen lautstark den Holocaust geleugnet und dabei gegen das Tor der Friedhofsanlage uriniert. **Unfall:** Am Montagabend wurde ein 66-jähriger Mann schwer verletzt, als er gegen 22.50 Uhr die Prenzlauer Allee in Höhe Sredzkistraße überqueren wollte und dabei von einer Tram der Linie M2 erfasst wurde. Rettungskräfte brachten ihn in ein Krankenhaus. **Diebstahl:** Am frühen Sonntagmorgen wurden drei Jugendliche im Alter von 15, 16 und 17 Jahren von der Polizei festgenommen, nachdem sie in einem Mobilfunkshop auf der Schönhauser Allee eingebrochen und dort mehrere Handys entwendet hatten. **Verfolgungsjagd:** In der Nacht zu Sonntag verursachte ein 45-Jähriger einen Unfall an der Kreuzung Lychener Straße/Stargarder Straße und flüchtete. Anschließend kam es zu einer Verfolgungsjagd zwischen Autofahrer und Polizei, die erst in der Nähe der Autobahnauffahrt Pasewalker Straße an einer Laterne endete. Die Beamt\*innen brachten ihn in ein Krankenhaus, da sie den Eindruck hatten, der Mann stehe nicht nur unter Drogen, sondern benötige auch psychologische Hilfe. **Tipps & Termine** **6.3.:** Bis 1989 beantragten fast 40.000 Menschen die ständige Ausreise aus der DDR. Bis diese bewilligt wurde, befanden sie sich in einer Art Zwischenzustand. In ihrem Buch „[Ständige Ausreise. Schwierige Wege aus der DDR](https://www.kmhberlin.de/event-details/lesung-standige-ausreise-schwierige-wege-aus-der-ddr?ref=loky.news)“ versammelt Jana Göbel 24 Geschichten von Betroffenen. Daraus liest sie am Sonntag um 16 Uhr in der KulturMarktHalle. Der Eintritt erfolgt auf Spendenbasis. **8.3.:** Anlässlich des Internationalen Frauentags wirft das Museum in der Kulturbrauerei einen Blick auf die Situation der Frauen in der DDR. 1989 gab es dort eine Frauenerwerbstätigkeit von 98 Prozent, Frauen waren in allen Berufszweigen präsent. Aber waren sie wirklich gleichberechtigt? [Führungen durch die Ausstellung](https://www.hdg.de/museum-in-der-kulturbrauerei/veranstaltungen?ref=loky.news) finden um 14.30 Uhr und 16.30 Uhr statt, eine vorherige Anmeldung ist zwingend. **Das habt ihr vielleicht verpasst** **Abriss:** Eigentlich sollte die Entscheidung erst im Herbst 2022 fallen. Doch seit dieser Woche steht fest: Das [Jahnstadion in Prenzlauer Berg wird abgerissen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?p=50514&preview=true&ref=loky.news) und durch einen Neubau ersetzt. **Soziales:** In der Dunckerstraße befindet sich eine [Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen in prekären Lebenssituationen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/23/die-grundversorgung-ist-unser-magnet/?ref=loky.news), die selbst zu kämpfen hat. Die Lage des Sozialprojektes hat sich nicht nur durch Corona verschlechtert. **Zitat der Woche** „*Der Krieg spielt bei uns eigentlich keine Rolle mehr*“ das sagte mir der Journalist Olexiy noch im Oktober, als ich ihn auf einer Pressereise durch die Ukraine kennenlernte. Er wohnt in Kramatorsk, das nur ca. 50 Kilometer von den seit Jahren umkämpften Gebieten Luhansk und Donesk entfernt liegt. Vor ein paar Tagen postete er nun ein Foto auf Twitter, das ihn mit Helm und schußsicherer Weste zeigt. Es sind schwierige Zeiten, in denen wir uns befinden. Wir sollten deshalb jetzt alles darum geben, weder Mut noch Zuversicht zu verlieren. Ich wünsche euch ein ruhiges Wochenende. Eure Julia Schmitz und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, [den wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Verletzte Kirche URL: https://www.loky.news/verletzte-kirche/ Last updated: 2025-03-20T18:08:20.000Z ## Am 20\. Januar brannte der Innenraum der Paul-Gerhardt-Kirche in der Wisbyer Straße, das Landeskriminalamt ermittelt wegen Brandstiftung. Was sagt die Pfarrerin Almut Bellmann zu dem Geschehen? --- Ich saß mit meiner Familie beim Abendessen, als mich mein Kollege anrief und mir Bescheid gab. Jemand aus dem Team der Jugendarbeit hatte die Fahrzeuge der Feuerwehr in der Wisbyer Straße gesehen und nachgefragt. Nach dem Anruf habe ich mich gleich auf den Weg zur Kirche gemacht und war dann mit einigen anderen den ganzen Abend vor Ort. Während die Löscharbeiten noch liefen, schaute ich immer wieder von draußen in die Kirche und dachte: Die Sitzbänke stehen noch, die Osterkerze steht noch – dann kann es doch nicht so schlimm sein?! Die Feuerwehr konnte den Brand relativ schnell löschen. Doch den Altar, wo das Feuer gelegt worden war, konnten sie nicht retten. Eine große Herausforderung war die Entrauchung des Gebäudes. Es gibt nur wenige Fenster in der Kirche, die man öffnen kann. Dadurch blieb der heiße Rauch ziemlich lange in der Kirche. Erst durch die Hitze wurde die Orgel zerstört, die sich gegenüber des Altars befand. Zwei von den bleiverglasten Fensterscheiben auf der Kirchenfassade zur Wisbyer Straße hat die Feuerwehr entnommen, um die Entrauchung voranzubringen. Der Glaser, mit dem wir schon häufiger zusammengearbeitet haben, hat sie gleich am nächsten Tag durch normales Fensterglas ersetzt, damit die Kirche vor Witterung geschützt ist. Als die Feuerwehr-Leute einen der beiden Engel noch am Abend des 20\. Januars herausholten und vor den Kircheneingang stellten, war ich sehr berührt davon, dass diese Engelsfigur noch da war und dass sie damit so behutsam umgingen. Ich brauchte lange, um wirklich zu begreifen: Dieser Engel hat sich vorher in etwa vier Meter Höhe befunden. Dass er nun hier auf dem Boden stand, konnte nur bedeuten, dass alles andere kaputt und nichts übrig ist. Als mir das nach einer Weile klar wurde, hat es mich ziemlich erschüttert. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Verkohlter Engel als Symbol** Noch am Abend des Brandes kamen Feuerwehr und Kriminalpolizei zu dem Schluss, dass es sich um Brandstiftung handelt. Das hat uns alle sehr schockiert. Natürlich fragen wir uns, was einen oder mehrere Menschen zu einer solchen Tat motivieren kann. Was für eine große Wut dahinter steckt und worauf diese sich eigentlich konkret richtet. Ich werde auch oft gefragt, ob wir schon mehr wissen über die Hintergründe. Ich merke, wie unbegreiflich es für viele Menschen ist, dass diese Frage nach wie vor unbeantwortet ist. Schwer auszuhalten ist auch, eine Kirche so verletzt zu sehen – ein Ort, mit dem so viele Lebensgeschichten von Menschen verbunden sind, ein Haus, das so viel Schutz und Gewissheit und auch viel Freiraum geboten hat. Durch all den Ruß ist es in der Kirche jetzt sehr viel dunkler als vorher. Es riecht sehr unangenehm. Das ist kaum zu ertragen. Für uns als Pfarrpersonen war es eine sehr herausfordernde Aufgabe, Menschen sagen zu müssen, dass „ihrer“ Kirche so etwas zugestoßen ist. Wir haben dann im Pfarrteam schnell entschieden, gleich am nächsten Abend einen Gottesdienst vor Ort zu feiern mit Menschen aus der Gemeinde und aus der Nachbarschaft. Auch eine Woche später gab es eine Andacht im Hof für die Konfirmand\*innen, die Jugendlichen, denen dieser Ort wichtig ist. Und einen Monat nach dem Brand haben wir einen Gottesdienst gefeiert, bei dem Vertreter\*innen aus dem interreligiösen Kontext mit an unserer Seite waren. Dieses Miteinander bedeutet uns sehr viel und gibt Kraft. Jemand aus der Nachbarschaft hat bei der Andacht 24 Stunden nach dem Brand den Engel fotografiert und ihn den „Trostengel“ genannt, das war Andreas Otto von den Grünen. Wir haben diesen Namen aufgegriffen: Die Bilder von den beiden Engeln, die halb verkohlt sind und doch noch da und so eine verletzliche und doch vertrauensvolle Ruhe ausstrahlen, die berühren viele Menschen. Wir wollen die beiden Figuren gern so erhalten, wie sie sind, mit den Spuren des Brandes, sie konservieren und gegen weitere Zerstörung schützen. Sie erzählen eine traurige, erschütternde Geschichte – und weisen doch über das Unglück hinaus. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Hof-Paul-Gerhardt-Kirche.jpg) Der Hof der Paul Gerhardt Kirche / Foto: Daniel Kranz So ist es auch mit der Osterkerze. Das Altarbild vom Auferstandenen Christus wurde zerstört, aber die Osterkerze, deren Licht von der Auferstehung erzählt, stand unmittelbar neben dem Bild im Altarraum und ist nur ein wenig angeschmolzen. Sie kann uns weiter leuchten. Wenn wir im Gottesdienst früher Taufkerzen daran entzündet haben, sprachen wir dazu Worte aus der Bibel: Christus spricht: „Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ So finster diese Kirche zur Zeit innen auch aussieht, ich glaube, das Licht des Lebens leuchtet weiter, auch in unserer Gemeinde. Die Stromversorgung soll bald wiederhergestellt werden, damit die Glocken wieder läuten können. Wir sind eine große, fusionierte Gemeinde mit mehreren kirchlichen Orten. Unsere Gottesdienste konnten daher innerhalb der Gemeinde umziehen. Jeden Sonntag um 11 Uhr feiern wir einen gemeinsamen Gottesdienst in der Gethsemanekirche. Es sind auch Menschen eingeladen, die sich mit Paul Gerhardt verbunden fühlen. Die lettische Gemeinde, die bei uns zu Gast ist, und der Minigottesdienst für Familien mit kleinen Kindern sind in den Elias Kuppelsaal in die Göhrener Straße umgezogen. Die Konfirmandenarbeit probiert jetzt verschiedene Räume in der Gemeinde aus. Diesbezüglich ist viel Flexibilität und Kreativität gefragt, da wir sehr große Gruppen haben. **Die Kirche als Ort der Begegnung und der Kunst** Die Anteilnahme war und ist groß. Das ist sehr berührend. Wir sind froh, dass unsere Versicherung für die Brandschäden aufkommt. Dennoch freuen wir uns über Spenden für die Zukunft, um diese Kirche zu erhalten. Wir wollen an diesem Ort eine Kooperation mit dem Verein Pfeffersport aufbauen und die Kirche zugleich weiterhin als sakralen Ort für Jugendgottesdienste nutzen, auch für andere Gottesdienst-Formate und alle Altersgruppen. Es soll ein Raum entstehen, der vielfältig genutzt werden kann und zur Begegnung, Bewegung und Spiritualität einlädt. Die Paul-Gerhardt-Kirche ist auch ein Ort der Kunst. Von 2010 bis 2020 wurde dort jedes Jahr zur Passionszeit der Altar von zeitgenössischen Künstler\*innen verhüllt. Auch diesen Aspekt wollen wir im Blick behalten. Für die Zeit der Schadensbeseitigung und des Umbaus ist ein Kunstprojekt in und mit der Kirche geplant: Einzelne Personen, die sich mit der Paul-Gerhardt-Kirche verbunden fühlen, begehen das Gebäude mit einer Künstlerin, die Erinnerungen, Wünsche und Träume notiert und künstlerisch verarbeitet. Uns ist viel geholfen damit, dass Menschen neugierig bleiben auf diesen Ort: neugierig darauf, was hier weiter geschieht und möglich sein wird. Und sie sich freuen, diese Kirche wieder oder neu zu entdecken. Wir brauchen an diesem Ort jetzt viel Geduld. Dann wird es hoffentlich wieder ein freundlicher, einladender Raum werden. **Almut Bellmann, 1982 geboren, ist seit 2016 Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord, zu der die Paul-Gerhardt-Kirche gehört.** Aufgezeichnet von Peter Schulz ### Hilfe für die Ukraine URL: https://www.loky.news/hilfe-fuer-die-ukraine/ Last updated: 2025-03-20T18:08:52.000Z ## Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine steht die Welt unter Schock, doch die Hilfsbereitschaft ist sehr groß. So könnt ihr die Menschen vor Ort jetzt unterstützen. --- Der Krieg hat auch in Berlin für Entsetzen gesorgt. Hunderttausende gingen am Wochenende auf die Straße, um gegen die Invasion Putins zu demonstrieren. Die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und jenen, die sich bereits auf der Flucht in eines der Nachbarländer befinden, ist enorm. Viele wollen jetzt etwas tun, sammeln Kleidung und Medikamente und setzen sich ins Auto, um an die Grenze zu fahren. Doch davon wird mittlerweile abgeraten: Vor Ort entstehen Staus und Chaos, die eine sinnvolle Verteilung der benötigten Mittel erschweren. Was ihr stattdessen tun könnt, erfahrt ihr hier. **Unterkunft anbieten** In den letzten Tagen sind bereits über 1.000 Menschen aus der Ukraine in Berlin angekommen, der Senat rechnet mit bis zu 20.000 weiteren, die untergebracht werden müssen. Das kann auch erstmal privat geschehen. Wer ein freies Bett oder Zimmer hat, kann dies zum Beispiel im [elinor Netzwerk](https://elinor.network/gastfreundschaft-ukraine/?ref=loky.news) eintragen, das speziell für Unterbringungen in Deutschland eingerichtet wurde. Schlafplätze in Deutschland und anderen Ländern Europas vermittelt [Host4Ukraine](https://www.host4ukraine.com/?ref=loky.news). **Geld spenden** Das schnellste und einfachste Mittel, um zu helfen ist noch immer die Geldspende. So können vor Ort gezielt die benötigten Güter eingekauft werden. Über [Unicef](https://www.unicef.de/informieren/projekte/europa-1442/ukraine-19470?ref=loky.news), [Care](https://www.care.de/helfen/online-spenden/?ref=loky.news), die [Caritas](https://wirhelfen.shop/aktuell/ukraine/?ref=loky.news), die [Diakonie Katastrophenhilfe](https://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spende/ukraine?ref=loky.news), das [Deutsche Rote Kreuz](https://www.drk.de/presse/pressemitteilungen/meldung/drk-weitet-hilfe-in-der-ukraine-aus/?ref=loky.news) und die [Malteser](https://www.malteser-international.org/de/hilfe-weltweit/europa/ukraine.html?ref=loky.news) kann mit wenigen Klicks finanzielle Hilfe geleistet werden. Spenden für Krankehäuser in der Ukraine nimmt [Medeor, die „Notapotheke der Welt“](https://medeor.de/de/blog/pressemitteilungen/3626-action-medeor-bereitet-hilfe-fuer-die-ukraine-vor.html?ref=loky.news) entgegen, ebenso die [Apotheker ohne Grenzen](https://www.apotheker-ohne-grenzen.de/spendenaufruf-ukraine?ref=loky.news). Wer ukrainische Journalist\*innen vor Ort unterstützen möchte, kann die Spendenaktion des [netzwerk recherche](https://netzwerkrecherche.org/blog/hilfe-fuer-journalistinnen-in-der-ukraine/?ref=loky.news) nutzen oder für das unabhängige Magazin [The Kyiv Independent](https://www.gofundme.com/f/kyivindependent-launch?ref=loky.news) spenden. **Sachspenden** Es gibt auch Organisationen, die Spenden materieller Art an verschiedenen Stationen sammeln. Das [Instytut Pileckiego](https://berlin.instytutpileckiego.pl/en/news/humanitarian-aid-for-ukraine-in-cooperation-with-the?ref=loky.news) am Pariser Platz nimmt täglich zwischen 10 bis 18 Uhr Hilfsgüter entgegen; die Liste der benötigten Dinge wird täglich aktualisiert. Aktuell werden zum Beispiel Thermokleidung, Erste-Hilfe-Kästen, Schlafsäcke und Campingkocher gesucht. Der Verein [Ukraine-Hilfe Berlin](https://www.ukraine-hilfe-berlin.de/krieg/?ref=loky.news) bittet unter anderem um Spenden von haltbaren Lebensmitteln sowie Babynahrung und Hygieneartikeln. Gesammelt wird täglich von 10 bis 17 Uhr in der Schlangenbader Straße 25 in Wilmersdorf. Auch hier gibt es eine täglich aktualisierte Liste. Die Organisation [Moabit hilft](https://www.moabit-hilft.com/unterst%C3%BCtzen/bedarfsliste/?ref=loky.news) hat ebenfalls eine Bedarfsliste für Sachspenden erstellt. Alle Institutionen können auch per Geldspende unterstützt werden. Der [Kreisverband der Grünen Pankow](https://gruene-pankow.de/home/?fbclid=IwAR2dG3byNDQ53GEhwwaRmDFIFw05qGpr6Fsc7Ng9NUD-FGcXuyoL9s8nZnE&ref=loky.news) fährt am kommenden Freitag an die polnisch-ukrainische Grenze und braucht unter anderem stabile Trinkflaschen, Power-Banks und Benzinkanister. Abgegeben könnt ihr die Sachen in der Prenzlauer Allee 22\. Das [Café Datscha](https://datscha.de/?ref=loky.news) in der Stargarder Straße 22 nimmt täglich zwischen 10 und 16 Uhr Sachspenden entgegen, momentan ausschließlich Medikamente, haltbare Lebensmittel, Babynahrung und Hygieneartikel. Auch die Thüringer Stuben in der Stargarder Straße 28 nehmen – nach Absprache mit der Ukrainischen Botschaft – Verbandsmaterial, Babynahrung, Windeln, Medikamente und haltbare Lebensmittel **Mithelfen** Vor allem für die Übersetzung aus dem Ukrainischen oder Russischen ins Deutsche werden derzeit Freiwillige gesucht. Wer eine der Sprachen spricht, kann sich per Mail beim Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten melden. Der Übersetzer Viatcheslav Obodzinskiy [hat eine Liste angelegt](https://survey.lamapoll.de/Translators?ref=loky.news), in der sich ehrenamtliche Übesetzer\*innen eintragen können. Die [Plattform krisenchat.de](https://www.facebook.com/krisenchat/) bietet Kindern und Jugendlichen rund um die Uhr Krisenberatung per Whatsapp oder SMS – auch hier werden aktuell dringend ukrainisch oder russisch sprechende Psycholog\*innen benötigt. Titelbild: Vladyslav Melnyk ### Der Kiezblock kommt URL: https://www.loky.news/der-kiezblock-kommt/ Last updated: 2025-03-20T18:07:24.000Z ## Kiezblocks machen Wohngebiete zu autofreien Zonen und sollen die Aufenthaltsqualität in der Nachbarschaft erhöhen. Jetzt soll das Modell im Arnimkiez getestet werden. --- Während die Nachbarbezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte schon fleißig so genannte [„Kiezblocks”](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/kiezblock/?ref=loky.news) eingerichtet haben, hinkt Pankow diesbezüglich mal wieder hinterher. Doch nachdem im Komponistenviertel in Weißensee im Sommer 2021 erste Maßnahmen geprüft wurden, soll es in absehbarer Zeit auch in Prenzlauer Berg losgehen: Das Gebiet rund um den Arnimplatz ist Teil eines Pilotprojektes, auf dessen Grundlage in Zukunft noch weitere Verkehrsberuhigungen dieser Art im Bezirk entstehen können. Im März oder April sollen erste Verkehrserhebungen angeordnet und die vorgeschlagenen Maßnahmen geprüft werden, so Bezirkstadträtin Rona Tietje (SPD). Das können neben [Fahrradstraßen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/fahrradstrasse/?ref=loky.news) und Einbahnstraßen auch autofreie Straßen oder Diagonalsperren sein. Umgesetzt werden sollen diese dann schrittweise im dritten Quartal des laufenden Jahres. **Vorbild Barcelona** Der Bezirk orientiert sich dabei an den „Superblocks“ in Barcelona: Dort wurde zunächst die Geschwindigkeitsbegrenzung gesenkt, dann ein Fahrverbot eingerichtet, von dem nur Anwohner\*innen und das Gewerbe ausgenommen sind. In einem dritten Schritt wurde der Straßenraum mit Sitzplätzen, Pflanzenkübeln und Spielmöglichkeiten gestaltet. Eigentlich habe sich das Bezirksamt bei der Planung die Unterstützung der Senatsverkehrsverwaltung erhofft, so Tietje; ihr Amtsvorgänger Vollrad Kuhn (Grüne) hatte die Einordnung des Kiezblocks als „Verkehrsversuch” beantragt. Doch der Senat lehnte ab: Die beabsichtigten Verkehrsmaßnahmen seien hinreichend bekannt, es sei also kein Versuch. „Nun ist der Bezirk als Konsequenz für sämtliche Anordnungen selbst zuständig”, so Tietje. Und das dauert. Titelbild: Im Kreuzberger Wrangelkiez gibt es den Kiezblock schon länger / Foto: Kristina Auer ### Prenzlauer Berg Newsletter #08 reißt das Cantianstadion ab URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-08-reisst-das-cantianstadion-ab/ Last updated: 2025-03-20T18:08:20.000Z ## Vom Cantianstadion über die Fahrradstraße Stargarder bis hin zu Kiezblocks: Es gibt zahlreiche Neuigkeiten aus Prenzlauer Berg. Was diese Woche im Viertel los war, erfahrt ihr im Newsletter. --- Egal ob es sich um den Abriss von Gebäudekomplexen, Neubauprojekte oder den Umbau von Teilen der städtischen Infrastruktur handelt: Regelmäßig gibt es in Berlin Diskussionen darüber, ob und wie stadtplanerische Maßnahmen durchgeführt werden sollen. Auch der Jahnsportpark in Prenzlauer Berg sorgt seit Langem für Ärger. Nach jahrelangen Debatten ging es aber nun auf einmal schnell: Das Cantianstadion im Jahnsportpark soll endgültig abgerissen werden. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark kritisiert die Entscheidung. Meine Kollegin Julia Schmitz hat sich die Situation genauer angeschaut. Wie es mit dem Jahnsportpark weitergeht, erfahrt ihr in unserem **Text der Woche** - **Abriss:** Eigentlich sollte die Entscheidung erst im Herbst 2022 fallen. Doch seit dieser Woche steht fest: Das [Jahnstadion in Prenzlauer Berg wird abgerissen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?p=50514&preview=true&ref=loky.news) und durch einen Neubau ersetzt. **Was sonst noch los war** - **Soziales:** In der Dunckerstraße befindet sich eine [Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen in prekären Lebenssituationen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/23/die-grundversorgung-ist-unser-magnet/?ref=loky.news), die selbst zu kämpfen hat. Die Lage des Sozialprojektes hat sich nicht nur durch Corona verschlechtert. **Kiezfoto der Woche** ![Newsletter](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Maidan_Ukraine_Foto-Julia-Schmitz.jpg) „Im Herbst 2021 besuchten die Prenzlauer Berg Nachrichten verschiedene Lokalredaktionen in der Ukraine und lernten etliche engagierte Journalist\*innen kennen. Das Foto entstand auf dem Maidan-Platz in Kyiv. Die Ereignisse dieser Woche machen uns tief betroffen.“ Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** - **Colosseum:** Seit fast zwei Jahren müssen die Leinwände im Kino Colosseum dunkel bleiben. Nun wurde der bekannte Gebäude-Komplex an der Schönhauser Allee, in dem sich das Kino befindet, endgültig verkauft: Der Hamburger Projektentwickler Values Real Estate hat nach eigenen Angaben den Zuschlag für den traditionellen Kulturstandort erhalten. „Nach erfolgreichen Verhandlungen mit den Erben der Filmproduzenten­legende Artur Brauner teilen nun beide Parteien mit, dass der Kaufvertrag für das Objekt unterzeichnet wurde“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Erbengemeinschaft habe sich einstimmig für das Angebot entschieden. Zuvor hatten die neuen Eigentümer bereits einen Bauvorbescheid für einen Bürokomplex bewilligt bekommen, was für Empörung bei den Nachbar\*innen, Kino-Mitarbeitenden und Politiker\*innen gesorgt hatte – das Amt des zuständigen Stadtrats Vollrad Kuhn (Grüne) hatte es versäumt nachzuschauen, welche geschichtsträchtige Immobilie sich hinter der Hausnummer verbirgt. Im Herbst hatten einige von ihnen eine [Genossenschaft gegründet](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/21/wie-es-mit-dem-colosseum-weitergeht/?ref=loky.news), um Druck auf die Eigentümer auszuüben; zeitweise setzte sich das Pankower Bezirksamt außerdem dafür ein, dass die Immobilie durch den Berliner Senat gekauft wird. Wie die Values Real Estate nun mitteilt, will sie den Standort für die Kreativ- und Kulturbranche weiter konzipieren. Geplant sei, den historischen Kinosaal und das Atrium schnellstmöglich wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und die klassische Kinonutzung abseits der Welt der Blockbuster weiterzuentwickeln. - **Geldmangel:** Den Berliner Bezirken fehlt es an Geld, sie gelten als strukturell unterfinanziert. Nun droht sich die Situation weiter zu verschärfen. Anfang der Woche warnten mehrere Bezirksbürgermeister\*innen, darunter auch Sören Benn (Die Linke) aus Pankow, vor den im Haushaltsentwurf geplanten Einsparungen. „Die Lücke zwischen den jeden Tag zu bewältigenden Aufgaben und den zur Verfügung stehenden Ressourcen wird immer größer“, schreiben sie in einer [gemeinsamen Erklärung an den Senat und das Abgeordnetenhaus](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1178577.php?ref=loky.news). Es werde immer schwieriger, verfassungskonforme Bezirkshaushalte aufzustellen. Denn nachdem den Bezirken zuvor erhebliche Personalmittel in Höhe von über 26 Millionen Euro entzogen worden seien, habe der Senat neue Vorgaben gemacht, weitere 78 Millionen Euro einzusparen. Diese Haushaltspolitik sei weder nachhaltig noch sinnvoll: Das Vorgehen führe zwangsweise zu einer weiteren Einschränkung der bürgernahen Dienstleistungen, zu einer Verschlechterung der gesetzlich notwendig zu erbringenden Leistungen und zu einer massiven Kürzung soziokultureller Daseinsvorsorge. Die geplanten Einsparungen könnten auch Folgen für die notwendige Klimaanpassung und die geplante Verkehrswende haben. - **Fahrradstraße:** Die unendliche Geschichte der Fahrradstraße Stargarder scheint sich nun doch ihrem Ende zu nähern. Im Dezember vergangenen Jahres wurde sie umgewidmet. Doch die meisten Autofahrer\*innen ignorieren, dass nur noch Anwohner\*innen die Straße mit ihrem Auto befahren dürfen, der Durchgangsverkehr bleibt weiterhin hoch. Nachdem zahlreiche Politiker\*innen, Medien und Anwohner\*innen die zu kleinen Hinweisschilder, nicht vorhandene bauliche Maßnahmen und fehlende Kontrollen kritisiert hatten, hat die Polizei nun mit Schwerpunktkontrollen begonnen. Und auch Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) scheint es auf einmal eilig mit Änderungsmaßnahmen zu haben. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des Bezirksverordnete Karsten Dirk Gloger (Bündnis 90/Die Grünen) heißt es, dass Mitte März neue Schilder in der korrekten Größe angebracht werden. Und anstatt die geforderten Verkehrszählungen erst in den nächsten Jahren durchzuführen, solle diese bereits im kommenden Sommer stattfinden. Die Einrichtung von gegenläufigen Einbahnstraßen, wie Stadtrat Vollrad Kuhn (Grün) es geplant hatte, wird es unter der neuen Stadträtin allerdings vermutlich nicht geben: Dies sei nur eine von mehreren denkbaren Varianten, um den Durchgangsverkehr zu unterbinden, heißt es in ihrer Antwort. - **Kiezblocks:** Während die Nachbarbezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte schon fleißig so genannte „Kiezblocks” eingerichtet haben, hinkt Pankow diesbezüglich mal wieder hinterher. Doch nachdem im Komponistenviertel in Weißensee im Sommer 2021 erste Maßnahmen geprüft wurden, soll es in absehbarer Zeit auch im Arnimkiez losgehen: Das Gebiet rund um den Arnimplatz ist Teil eines Pilotprojektes, auf dessen Grundlage in Zukunft noch weitere Verkehrsberuhigungen dieser Art im Bezirk entstehen können. Im März oder April sollen erste Verkehrserhebungen angeordnet und die vorgeschlagenen Maßnahmen geprüft werden, so Bezirkstadträtin Rona Tietje (SPD). Das können neben Fahrradstraßen und Einbahnstraßen auch autofreie Straßen oder Diagonalsperren sein. Umgesetzt werden sollen diese dann im dritten Quartal des laufenden Jahres. Eigentlich habe sich das Bezirksamt bei der Planung die Unterstützung der Senatsverkehrsverwaltung erhofft, so Tietje; ihr Amtsvorgänger Vollrad Kuhn (Grüne) hatte die Einordnung des Kiezblocks als „Verkehrsversuch” beantragt. Doch der Senat lehnte ab, die beabsichtigten Verkehrsmaßnahmen seien hinreichend bekannt. „Nun ist der Bezirk als Konsequenz für sämtliche Anordnungen selbst zuständig”, so Tietje. Und das dauert. - **Antidiskriminierungsbeauftragte:** Pankow hat seit dem 01\. Februar als erster Bezirk eine [Antisemitismus- und Antidiskriminierungsbeauftragte](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1179440.php?ref=loky.news). Wie das Bezirksamt mitteilte, werde Monika Flores Martínez sich für ein vielfältiges, diskriminierungssensibles Pankow engagieren und Maßnahmen zum Schutz vor Diskriminierung und Gewalt entwickeln. „Der brutale Angriff auf Dilan Sözeri ist ein drastisches Beispiel für die rassistischen und antisemitischen Vorfälle, mit denen wir uns in Pankow konfrontiert sehen“, sagte Pankows Bezirksbürgermeister Sören Benn. Mit Monika Flores Martínez gebe es nun eine kompetente Ansprechpartnerin für Bürger\*innen, die Diskriminierung und Antisemitismus erleben. **Kriminelles & Unschönes** - **Unfallflucht:** Ein junger Mann soll am Samstagabend eine Frau in Prenzlauer Berg mit dem Fahrrad umgefahren und dann vom Unfallort geflohen sein. Wie die Polizei mitteilte, sei der 24-Jährige in der Eberswalder Straße mit einer Fußgängerin zusammengestoßen und dann weitergefahren. Rettungskräfte brachten die 48-Jährige mit einem gebrochenen Knöchel in ein Krankenhaus. Polizeibeamt\*innen nahmen den mutmaßlichen Unfallverursacher wenig später auf der Mulackstraße in Mitte fest. Nun wird gegen ihn wegen versuchter Unfallflucht ermittelt. **Tipps & Termine** - **01.03.:** Seit zwanzig Jahren stehen Filme über Berlin im Fokus des Lichtbklick-Kinos. Zurzeit erweitert das Kino die Filmreihe „Berlin – Filme der Stadt“ um Filme, die zwischen den 1980er Jahren und Mitte der 2010er Jahre entstanden. Nun zeigt das Kino am Dienstag um 20 Uhr den Film [„Nie wieder schlafen – Nie mehr zurück“](https://www.lichtblick-kino.org/extra/2022/22%5F02%5FBerlin%5FSpecial%5F03?ref=loky.news) in Anwesenheit der Regisseurin Pia Frankenberg. - **Bis 17.04:** In diesem Jahr wäre der Künstler Hermann Bachmann 100 Jahre alt geworden. Nun [würdigt die Galerie Parterre ihn mit einer Ausstellung](https://www.galerieparterre.de/ausstellung.php?id=64&ref=loky.news). Bis Mitte April zeigt die Galerie Werke aus den Berliner Jahren des Künstlers. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Gethsemanekiez:** Um sich Corona-Leugner\*innen entgegenzustellen, treffen sich jeden Montag zahlreiche Nachbar\*innen vor der Gethsemanekirche. Nun haben sie [eine „Demokratie-Erklärung“ formuliert](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/14/kein-platz-fuer-verschwoerungstheorien/?ref=loky.news). Und auch die BVV bezieht eine klare Position. - **Kollwitzmarkt:** Die Betreiber\*innen von Wochenmärkten in Pankow müssen in Zukunft [Betonbarrieren zum Schutz vor Anschlägen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/18/beton-gegen-terror/?ref=loky.news) aufstellen – ansonsten wird ihr Vertrag offenbar nicht verlängert. Droht ihnen das Aus? **Zitat der Woche** *„Ein paar bunte Sitzschalen an der Wand des neuen Foyers sind allenfalls zynisch, aber kein Beitrag zu Klimaschutz, Ressourcenschonung, Baukultur und Bürgerbeteiligung“,* kritisiert die Bürgerinitiative Jahnsportpark. Die Reaktion der Bürgerinitiative nach der Entscheidung des Senats zeigt, dass stadtplanerische Maßnahmen neu gestaltet werden müssen. Prozesse und Entscheidungen sollten offen dargelegt werden, damit Anwohner\*innen verstehen, wie es zu Ergebnissen kommt. Damit entlasse ich euch ins Wochenende. Eure Christina Heuschen und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen Newsletter sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Keine Zukunft für das Jahnstadion URL: https://www.loky.news/keine-zukunft-fuer-das-jahnstadion/ Last updated: 2025-03-20T18:08:20.000Z ## Eigentlich sollte die Entscheidung erst im Herbst 2022 fallen. Doch seit dieser Woche steht fest: Das Jahnstadion in Prenzlauer Berg wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. --- Plötzlich ging alles ganz schnell. Während die Entscheidung in den vergangenen Monaten [immer wieder vertagt wurde](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/12/06/senat-verschiebt-entscheidung-ueber-jahnstadion/?ref=loky.news), und es zuletzt sogar geheißen hatte, vor Herbst dieses Jahres werde überhaupt nichts beschlossen, gab die Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport unter Senator Andreas Geisel (SPD) am Mittwoch bekannt: Der Jahnsportpark soll zur Inklusionssportanlage entwickelt werden, das Jahnstadion werde abgerissen und durch einen [barrierefreien Neubau](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/06/23/der-abriss-ist-alternativlos/?ref=loky.news) ersetzt. Das untersuchte andere Szenario, nämlich die Erhaltung und Sanierung des alten Stadions, wäre damit größtenteils vom Tisch. „Vor dem Hintergrund der Wirtschaftlichkeit, dem Raumprogramm, der städtebaulichen Rahmenbedingungen und den besonderen Anforderungen an ein Inklusionsportstandort hat das Lenkungsgremium entschieden, das Stadion unter Einbeziehung der wesentlichen identitätsstiftenden Merkmale des Jahnsportparks neu zu bauen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das könnten zum Beispiel „Zitate und Reminiszenzen an das Bestandsstadion“ sein oder auch die Erhaltung einzelner Merkmale des Bauwerks. **Bürgerbeteiligung gefordert** Ein Satz, der bei der Bürgerinitiative Jahnsportpark das Blut in den Adern kochen lässt: „Ein paar bunte Sitzschalen an der Wand des neuen Foyers sind allenfalls zynisch, aber kein Beitrag zu Klimaschutz, Ressourcenschonung, Baukultur und Bürgerbeteiligung“, kritisieren sie. Warum ein Stadion mit 20.000 Sitzen abgerissen werde, um an gleicher Stelle ein neues Stadion mit 20.000 Sitzen zu bauen, erschließe sich ihnen nicht. Und auch das mit der Beteiligung von Bürger\*innen durchgeführte Werkstattverfahren, zu dem es im vergangenen Frühling und Sommer mehrere öffentliche Veranstaltungen gegeben hatte, verliere im Hinblick auf die jetzige Entscheidung an Sinn. Die Entscheidung über den Abriss sei „heimlich in einem Hinterzimmer“ getroffen worden. „Wir fordern die Aufnahme einer echten Bürgerbeteiligung“, so Aleksandra Kwasnik von der Bürgerinitiative. Der Senat hält aber an seinen Plänen fest. Im Frühling soll ein offener, zweiphasiger Realisierungswettbewerb für das Stadion mit einem städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenteil ausgelobt werden. Rund 120 Millionen Euro sind für Abriss und Neubau im neuen Haushalt eingeplant. Titelbild: Julia Schmitz ### „Die Grundversorgung ist unser Magnet“ URL: https://www.loky.news/die-grundversorgung-ist-unser-magnet/ Last updated: 2025-03-20T18:08:21.000Z ## In der Dunckerstraße befindet sich eine Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen in prekären Lebenssituationen, die selbst zu kämpfen hat. Die Lage des Sozialprojektes hat sich nicht nur durch Corona verschlechtert. --- Heute wird in der Dunckerstraße 32 Kartoffelsuppe serviert. Schon um 11:30 Uhr sind einige Menschen da, um zuzuschlagen. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein Gericht eines besonders beliebten Restaurants in Prenzlauer Berg. Die Menschen, die heute für einen Teller Kartoffelsuppe in der Schlange stehen, sind hilfsbedürftig. In die Dunckerstraße kommen sie, weil sie dort kostenlos ein warmes Mittagessen, Frühstück und Sozialberatung kommen. Nicht alle der Menschen, die hier nach Hilfe suchen, sind obdachlos. Denn manche haben zwar eine Wohnung, befinden sich aber in einer schwierigen, existenzbedrohenden Lage. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ Jede Person, die hierhin kommt, muss zuerst an Klaus vorbei. Er arbeitet als Sozialassistenz in der Einrichtung für Hilfsbedürftige in der Dunckerstraße; sie gehört zum Verein „Beratung und Leben“, der neben dieser noch 22 weitere Beratungsstellen betreibt. und dem Dachverband Diakonisches Werk unterstellt ist. Genauer: Der Immanuel Albertinen Diakonie. Heute kontrolliert Klaus Impfnachweise. Denn wer gegen Corona geimpft ist, kann in dem großzügigen Gemeinschaftsraum Platz nehmen. Für alle anderen sind draußen Stehtische aufgestellt. Dort können sich die Gäste an weiteren Lebensmitteln bedienen, auch sie sind kostenlos. Dieses Mal können die Besucher\*innen neben dem Mittagessen auch Brötchen, Salat und Artischocken mitnehmen. Die Zutaten sind abgelaufen aber genießbar und wurden von Bäckereien sowie dem nahegelegenen Edeka gespendet. Bleiben Brötchen übrig, holt sie jemand ab, um sie auf einem Bauernhof an Tiere zu verfüttern. Hier kommt nichts weg, was andere noch stärken kann. Einzig der Kaffee, der im Sozialprojekt angeboten wird, ist nicht abgelaufen und so günstig, wie kaum wo anders in Prenzlauer Berg: zehn Cent kostet ein Becher. Wer möchte, kann auch in den Computerraum oder seine Post abholen. Letztere Möglichkeit ist besonders wichtig. Denn ohne Postadresse sind Menschen im deutschen Behördensystem aufgeschmissen. Ohne Adresse hat niemand eine Chance beim Arbeitsamt oder auf dem Wohnungsmarkt. Deswegen kommen hier in der Dunckerstraße Briefe für besonders viele Menschen an, sie durften sich hier eine Postadresse einrichten. Falls ein Brief die Besucher\*innen überwältigt, können sie direkt mit den Sozialarbeiter\*innen in der Einrichtung sprechen. **Hilfe kann auch belasten** Drei Sozialarbeiter\*innen arbeiten hier, sie teilen sich eineinhalb Stellen. Immer von neun bis 14 Uhr sind sie für die Klient\*innen da. Doch das reiche einfach nicht, erzählt die Einrichtungsleiterin Simona Barack. Sie brauche eine Finanzierung für weitere Stellen. Denn genau die seien vor gut zwei Jahren im Sozialausschuss der Bezirksverordnetenversammlung gekürzt worden. Jetzt fehle es an der für diese Einrichtung so wichtigen Zeit für Sozialberatungen. „Das eine ist die Suppe, die sie hier bekommen. Aber eigentlich brauchen die Menschen Hilfe, um wieder Fuß zu fassen. Die Grundversorgung ist unser Magnet. Die Beratung kommt danach“, so Barack. Doch anstelle einer Finanzierung bekäme sie oft Hilfe, die eher eine Belastung sei: „Kleidung brauche ich nicht“, sagt sie. Die müsse Andreas, der Fahrer, extra zu einer Kleiderkammer fahren. Anders, als manche Anwohner\*innen vermuten, sei eine Anlaufstelle für Obdachlose nicht automatisch ein Ort, an dem Kleidung an diese verteilt werde. Zu Monatsbeginn werden hier etwa 60 Mahlzeiten täglich ausgegeben, am Monatsende sind es häufig über 100\. Heute geht eine davon an Toni. Vor einem halben Jahr sei er jeden Tag hier gewesen, erzählt Barack, die ihn freudig begrüßt. Jetzt aber komme er seltener. Früher, so erzählt Toni, habe er in Weißensee übernachtet und sei täglich nicht etwa zu näheren Sozialprojekten gegangen, sondern nach Prenzlauer Berg in die Dunckerstraße gekommen. Der Grund: Das Essen sei einfach besser sei als in vergleichbaren Einrichtungen in Berlin. Toni gehört zu rund 400 Leuten, die das Projekt in der Dunckerstraße kennen und kommen, wenn sie etwas brauchen. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/BEratungsstelle2-2-300x200.jpg) Foto: Sonja Koller **„Ohne die Diakonie könnten wie nicht agieren“** Für alle Kosten, die vom Bezirksamt nicht abgedeckt werden, muss der diakonische Träger aus Eigenmitteln aufkommen. Dazu gehören die Kosten für Benzin, eine Autoreparatur oder den neuen Rechner für den Computerraum. Gerade ist der Staubsauger kaputt. Für das Geld, dass Barack für einen neuen braucht, muss die Diakonie einspringen. Davor hat die Einrichtungsleiterin auf Facebook und auf nebenan.de um Hilfe gebeten und von Privatpersonen drei Angebote für Staubsauger bekommen. Doch die seien schon jetzt Müll. „Die Leute wollen ihr Gewissen bereinigen und spenden kaputte alte Staubsauger“, krisiert Barack. Viele Sachspenden seien unbrauchbar. „Ohne die Diakonie könnten wir nicht agieren“, sagt Barack. Doch durch Corona finden immer weniger Gottesdienste vor Ort statt, es kommen so deutlich weniger Spenden zusammen, als es noch vor der Pandemie der Fall war. Dass die Menschen, die hier nach Hilfe suchen, christlichen Hintergrund haben müssen, sei aber keine Bedingung. „Ich bete nicht mit den Menschen hier“, sagt Barack. Es soll nicht missionarisch sein, eher ginge es darum, im Sinne der christlichen Nächstenliebe Angebote zu machen. **Corona erschwert die Arbeit der Einrichtung weiter** Seit dem Winter 2020 hat sich hier in der Einrichtung einiges verändert. Auf der Strecke bleibe vor allem die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, erzählt Barack. Früher habe man zusammen Ausflüge gemacht. Die Sozialarbeiter\*innen waren beispielsweise mit gut dreißig hilfsbedürftigen Personen in den Gärten der Welt und im Pergamonmuseum. Doch solche Ausflüge sind aufwendig, zwei der drei Sozialarbeiter\*innen, die in der Einrichtung arbeiten, müssen dabei sein. Weil die Stellen gekürzt wurden, ginge das jetzt nicht mehr. Auch vor Ort mussten fast alle Veranstaltungen gestrichen werden. Früher habe man manchmal zusammen gekocht. Für ein Drei-Gänge-Menü etwa habe man extra eine Tafel geschmückt, weiße Tischdecken aufgedeckt und Kerzen draufgestellt. Auch das Frauen-Frühstück gebe es wegen der Kürzungen und Corona nicht mehr. Eigentlich sei aber das besonders wichtig, weil Frauen auf der Straße außerordentlich vulnerabel seien, schlimme Sachen erlebten und einen Ort nur für sich bräuchten. Doch nicht nur die Angebote des Sozialprojekts haben sich aufgrund der Pandemie und den Kürzungen im Budget verändert. Auch die Bedürfnisse der Menschen, die hier herkommen seien jetzt anders, erzählt Barack. „Einer der ersten Orte, die, während Corona zugemacht haben, waren die Ämter. Diese Gruppe von Menschen ist da total ausgeschlossen gewesen. Die, die weder Smartphone noch Tablet oder gar Internetzugang haben. Ich habe die Arbeit der Ämter teilweise mitgemacht. Noch mehr als vorher.“ ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Beratungsstelle3-300x200.jpg) Foto: Sonja Koller Nun suchten im Sozialprojekt Menschen Hilfe, die deutlich jünger seien als es vor Corona der Fall war. Es seien Personen, die vorher selbstständig waren oder in der Gastronomie gearbeitet haben. Durch die Pandemie haben sie jedoch ihre Wohnung verloren oder kein Geld mehr. Es sei schwierig, die erhöhte Nachfrage nach Sozialberatungen zu decken, so Barack. **Die Menschen hinter der Suppenschüssel** Ist die Suppe aufgegessen, gehen die leeren Teller zurück zu Matze in die Küche. Zehn Jahre lang hat er als Koch gearbeitet, eine Ausbildung hat er nicht. Jetzt überlegt er, wie es weitergehen soll. Bis es mit dem neuen Job klappt, hilft er hier in der Küche aus „und auch überall anders, wo man mich braucht.“ Schon zum zweiten Mal arbeitet er in der Einrichtung, weiß aber gar nicht genau, für wie viel Monate ihn das Arbeitsamt dieses Mal zugeteilt hat. Er ist einer von sechs Personen, die hier gerade für etwa zwei Euro die Stunde arbeiten. Den Job hat er, um seine Rückkehr ins Berufsleben zu erleichtern, im Takt des Arbeitslebens zu bleiben. Auch Klaus, der mittlerweile als Sozialassistenz arbeitet, hat in der Küche des Sozialprojekts angefangen. Damals sei es ihm schwer gefallen, aus dem Stand für 60 Personen zu kochen. Erfahrung in der Küche habe er damals noch keine gehabt, musste aber teilweise sieben verschiedene Nudelarten mit verschiedenen Garzeiten zubereiten. Denn die Zutaten, mit denen gekocht wird, sind gespendet. Andreas verwaltet sie im Lagerraum. Er ist gerade 62 Jahre geworden: für das Arbeitsamt gilt das als zu früh für die Rente, für Arbeitgeber\*innen zu spät für einen neuen Job. Jetzt, so erzählt er, schwebe er dazwischen, schreibe täglich Bewerbungen. Er wolle sich aber nicht unter seinem Wert verkaufen. Deswegen sei auch er nun erneut für drei Monate beim Sozialprojekt tätig. Das sei besser, als deprimiert zu Hause zu sitzen, erklärt Barack. Andreas stimmt ihr zu. Außerdem verlerne er das Fahren nicht, wenn er zudem auch immer wieder als Fahrer aushelfen könne, erzählt Andreas. Einen Führerschein habe er, ein Auto, mit dem er die Fahrpraxis beibehalten könne, nicht. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Beratungsstelle2-300x200.jpg) Foto: Sonja Koller Menschen wie Andreas, Matze und Klaus und der Einrichtung zu helfen, sei eigentlich ganz einfach. Dabei sollte man aber darauf achten, einen Fehler zu vermeiden. „Spenden kann man immer brauchen. Dann können wir das kaufen, was wir auch wirklich brauchen“, meint Barack. Wer regelmäßig spenden will sollte das über den Förderverein „Beratung und Leben“ tun. Langsam versucht das Sozialprojekt wieder, sich aufzurappeln. Menschen sollen nicht nur wegen des warmen Essen in die Dunckerstraße kommen. Deswegen will Barack nun einmal im Monat nachmittags einen Film zeigen. Auch Spielenachmittage sollen wieder stattfinden. Dann können die hilfsbedürftigen Menschen bei Doppelkopf und Kanaster für ein paar Stunden ihren Alltag vergessen. ### Die Zeit drängt URL: https://www.loky.news/die-zeit-draengt/ Last updated: 2025-03-20T18:08:21.000Z ## Die Häuser in der Kastanienallee 12 könnten von einer Genossenschaft gekauft werden. Doch dafür braucht es Geld aus den Fördertöpfen des Senats – und die sind aktuell noch leer. --- Werden die Bewohner\*innen der Kastanienallee 12 ihr Zuhause retten können? Vergangene Woche berichteten wir, dass die Häuser aufgrund eines Streits unter den Erben zur Teilungsversteigerung ausgeschrieben sind und die Mieter\*innen sich die Übernahme durch eine Genossenschaft wünschen. Zwei Genossenschaften, die sich den Kauf der insgesamt vier Häuser teilen würden, sind nun gefunden, doch die Sache hat einen Haken: Um das Vorhaben finanziell zu bewältigen, sind sie auf Fördertöpfe aus dem Berliner Senatshaushalt angewiesen. Doch über den wird noch diskutiert, eine Entscheidung fällt vermutlich erst im Sommer. **Versteigerung im Frühsommer** Und das könnte knapp werden: Die Teilungsversteigerung, die aus verschiedenen Gründen nicht zurückgezogen werden soll, findet wahrscheinlich im Mai oder Juni statt. Ist die Übernahme durch die Genossenschaften bis dahin nicht in trockenen Tüchern, darf jede\*r mitbieten – und die Preise steigen vermutlich in astronomische Höhen. „Da können die Genossenschaften nicht mithalten“, sagt Hausbewohnerin Mila, die sich seit fast zwei Jahren für den Erhalt ihres Zuhauses beschäftigt. Nun hoffen die über 100 Menschen aus der K12 auf Unterstützung aus der Politik – denn die Zeit drängt. Aus dem Newsletter / Titelbild: Julia Schmitz ### Prenzlauer Berg Newsletter #07 verteidigt die Demokratie URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-07-verteidigt-die-demokratie/ Last updated: 2025-03-20T18:09:23.000Z ## Pankow lässt mehr Bäume als angegeben fällen und diskutiert über Vielfalt und Toleranz im Bezirk: Was diese Woche in Prenzlauer Berg los war, gibt’s im Newsletter zum Nachlesen. --- Im Herbst 1989 wurde die Gethsemanekirche an der Stargarder Straße zu einem zentralen Schauplatz der „Friedlichen Revolution“: Mit Mahnwachen protestierten Bürger\*innen gegen die Unterdrückung durch das DDR-Regime. Seit ein paar Monaten ist das Gotteshaus erneut Schauplatz von Demonstrationen. Menschen, die die Corona-Pandemie verharmlosen oder leugnen, treffen sich hier jeden Montagabend – sie sind der Meinung, auch jetzt in einer Diktatur zu leben. Anwohner\*innen des Kiezes wollen sich das nicht gefallen lassen und [halten nun ebenfalls jeden Montag vor Ort die Stellung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/12/20/das-ist-keine-diktatur/?ref=loky.news). In dieser Woche hat die „Initiative Gethsemanekiez“, die die Zusammenkunft organisiert, nun eine „Demokratie-Erklärung“ unterschrieben. Was darin steht haben wir uns angeschaut für unseren **Text der Woche** - **Gethsemanekiez:** Um sich Corona-Leugner\*innen entgegenzustellen, treffen sich jeden Montag zahlreiche Nachbar\*innen vor der Gethsemanekirche. Nun haben sie [eine „Demokratie-Erklärung“ formuliert](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/14/kein-platz-fuer-verschwoerungstheorien/?ref=loky.news). Und auch die BVV bezieht eine klare Position. **Was sonst noch los war** - **Kollwitzmarkt:** Die Betreiber\*innen von Wochenmärkten in Pankow müssen in Zukunft [Betonbarrieren zum Schutz vor Anschlägen ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/18/beton-gegen-terror/?ref=loky.news)aufstellen – ansonsten wird ihr Vertrag offenbar nicht verlängert. Droht ihnen das Aus? **#mitglieder** **Kiezfoto der Woche** ![K12](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/k12.jpg) Die Mieter\*innen in der Kastanienallee 12 kämpfen um ihr Zuhause / Foto: Julia Schmitz **Direkt aus der BVV** Die Infektionszahlen sinken, aber die Pankower Bezirksverordnetenversammlung (BVV) findet sicherheitshalber vorerst weiterhin online statt. Und während Prenzlauer Berg am Mittwoch auf den großen Sturm wartete, hatten auch die Bezirksverordneten einige aufbrausende Themen auf dem Zettel stehen. Gleich zwei Resolutionen verabschiedeten sie an diesem Abend: Die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen stellten einen Dringlichkeitsantrag mit dem Titel „**Die BVV Pankow steht für Vielfalt, Toleranz und Demokratie**“; darin beziehen sie sich auf den rassistischen Angriff auf Dilan S. Eine Gruppe von Männern und Frauen hatte die 17-jährige Schülerin vergangene Woche an der Haltestelle Greifswalder Straße rassistisch beleidigt und geschlagen. Bei den Bezirksverordneten herrschte ungewöhnlich breiter Konsens: Bis auf eine Enthaltung stimmten alle BVVler der Resolution zu. Auch die zweite Resolution verabschiedeten sie so gut wie einstimmig: „**Die BVV Pankow verurteilt Anschläge auf Gotteshäuser**“. Anlass war der Brandanschlag in der Paul-Gerhardt-Kirche in Prenzlauer Berg Mitte Januar. Und was wäre eine BVV ohne eine Diskussion über Bäume? Anfang der Woche [fällte das Straßen- und Grünflächenamt in der Seelower Straße 21 Weiden](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/14/mein-freund-der-baum-3/?ref=loky.news), wir berichten bereits im letzten Newsletter über die Kritik daran. Aber warum ist dazugehörige Gutachten, in dem die Begründung für oder gegen Fällungen steht, eigentlich nicht öffentlich nachlesbar? Das wollte Axel Lüssow (Grüne) in einer mündlichen Anfrage wissen – mittlerweile hatte das Straßen- und Grünflächenamt dieses allerdings auf die Homepage gestellt. Und ein Blick hinein zeigt: So ganz koscher ist die Sache nicht. Im September 2021 untersuchten Sachverständige für das Gutachten zwar zehn Bäume in der Seelower Straße, aber nur für sechs von ihnen wurde die Fällung empfohlen; **bei den restlichen vier wäre eine Nachbehandlung möglich gewesen**. Gefällt wurden allerdings alle zehn – sowie elf weitere. Hier ist das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen. Ein ähnlicher Dauerbrenner in der monatlichen Sitzung ist der Straßenverkehr, vor allem im Hinblick auf Fahrradfahrer\*innen. Die haben seit Dezember [eine neue Fahrradstraße in der Stargarder](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/08/ohne-markierung-keine-fahrradstrasse/?ref=loky.news), auch die Polizei hat diese mittlerweile akzeptiert und mit den Kontrollen begonnen. Aber wissen eigentlich alle, welche Regeln in einer Fahrradstraße gelten? Nein, ist die CDU Fraktion überzeugt und wünscht sich, dass das Bezirksamt sich bei der Senatsverwaltung für Umwelt für eine Informationskampagne einsetzt – die am besten gleich in der Stargarder Straße erprobt wird. Der Vorschlag stieß auf breite Zustimmung, lediglich die Linksfraktion stimmte geschlossen dagegen. Und noch ein Antrag drehte sich um die Drahtesel: **In Pankow sollen Fahrradreparatursäulen aufgestellt werden**, beschlossen die Verordneten – wer zukünftig mitten in der Nacht einen Platten hat, muss also nicht nach Hause schieben. **Weiteres aus dem Bezirk** **Brückenerneuerung:** Die Brücke über die Schönhauser Allee ist ganz schön in die Jahre gekommen: Die 1886 erbaute Konstruktion, die später immer wieder erweitert wurde, muss dringend erneuert werden – damit sie auch in Zukunft den täglich rund 22.000 Fahrzeugen standhält, die dort entlang fahren. Ab 2025 wird die Brücke in Hauptbauphasen daher abgerissen und neu gebaut; zunächst waren zwei Jahre dafür eingeplant, mittlerweile wurde die Zahl auf sechs Jahre nach oben korrigiert. Und auch die veranschlagten Kosten sind deutlich gestiegen: **Noch im Dezember war von 21 Millionen Euro die Rede, jetzt sind es bereits 34 Millionen Euro**, wie aus einer Schriftlichen Anfrage des Abgeordneten Dirk Stettner (CDU) hervorgeht. Und es könnte noch mehr werden: „Kostenberechnungen ergeben sich erst nach dem Vorliegen der nächsten Planungsstufen“, heißt es seitens der Senatsverkehrsverwaltung. Die sind allerdings noch nicht abgeschlossen. **Bürgeramt:** Schnell mal einen Termin beim Bürgeramt machen, um einen neuen Personalausweis zu beantragen? In Pankow in vielen Fällen aussichtslos, in den meisten mit Frust verbunden. Dabei hat sich der neue Senat das Ziel gesetzt, dass alle Bürger\*innen Berlins sämtliche behördlichen Anliegen innerhalb von 14 Tagen erledigen können sollen. Doch um das zu realisieren, brauchen die Ämter dringend neues Personal: **Um allen Terminanfragen gerecht zu werden, bräuchte Berlin mindestens fünf weitere Bürgeramtsstandorte und ungefähr 100 Vollzeitstellen**. Doch der Nachwuchs ist nicht leicht zu finden, Stellen bleiben unbesetzt. So waren in Pankow zum Jahresende 2021 7,9 Vollzeitäquivalente (also eine Mischung aus Voll- und Teilzeitstellen) vakant. Die CDU-Fraktion der Pankower BVV hat die Situation ebenfalls auf dem Schirm und setzt sich, damit sich die Situation zumindest kurzfristig ein bisschen entspannt, für längere Öffnungszeiten in den Bürgerämtern des Bezirks ein. „Einen Termin beim Bürgeramt zu bekommen, gleicht einem Sechser im Lotto. Die öffentlichen Aufgaben müssen durch staatliche Organisationen gesichert sein. Es kann nicht sein, dass Bürger aufgrund von abgelaufenen Personalausweisen Probleme im täglichen Leben bekommen. Neben ausreichend Mitarbeitern, digitalen Infrastrukturen und monetären Mitteln fehlt es auch an ausreichenden Öffnungszeiten, damit auch Berufstätige und Familien in Randzeiten Termine wahrnehmen können“, so der Bezirksverordnete David Paul. **Kriminelles & Unschönes** **Unfall:** Erneut kam es zu einem schweren Unfall einer Radfahrerin in Prenzlauer Berg. Als eine 58-jährige Frau am frühen Montagabend auf der Wicherstraße in Richtung Schönhauser Allee auf dem Fahrradstreifen fuhr, erfasste sie ein aus der Gegenrichtung kommender und nach links abbiegender 84-Jähriger mit seinem Wagen. Die Frau prallte gegen die Windschutzscheibe des Autos und wurde mit schweren Verletzungen an Kopf und Rumpf in ein Krankenhaus gebracht. **Festnahme:** Am Mittwochvormittag nahmen Polizist\*innen einen 55-jährigen Mann fest, der sich, nach auffälliger Fahrweise, einer Polizeikontrolle in der Wisbyer Straße entzogen hatte. Als die Beamt\*innen ihn an einer roten Ampel erneut anhielten, gab dieser Gas; mit Unterstützung konnte er in der Charlottenburger Straße /Friesickestraße gestellt werden. Laut Angaben der Polizei machte der Fahrer deutlich, dass er der Reichsbürgerbewegung angehöre und die Polizei nicht anerkenne. Er wurde in Polizeigewahrsam gebracht, der Führerschein wurde ihm entzogen und das Auto beschlagnahmt. **Tipps & Termine** **19.2.:** Zwischen 2009 und 2019 war Holger Biermann jeden Sonntag, am „Tag des Herrn“, im Mauerpark unterwegs. Seine Fotografien von grillenden, tanzenden und trommelnden Menschen fangen die einzigartige Stimmung auf dem Gelände ein. Die [Vernissage im supalife Kiosk](https://supalife.de/ausstellungen/?ref=loky.news) in der Raumer Straße beginnt um 18 Uhr, der Eintritt ist frei. **22.2.:** Was ist eigentlich aus dem geplanten [Kiezblock im Arnimkiez](https://www.radpankow.de/2022/02/07/auftakt-kiezblocks-beschleunigen/?ref=loky.news) geworden und was bedeutet Kiezblock überhaupt? Darüber informieren am kommenden Dienstag Pankows Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD) und Dr. Almut Neumann (Grüne), Bezirksstadträtin in Mitte. Anschließend gibt es eine Diskussion mit verschiedenen Kiezblock-Aktivist\*innen. Die Veranstaltung findet online statt, eine Anmeldung ist erforderlich. ![Steady](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Du-willst-Lokaljournalismus-der-zu-dir-passt-Dann-werde-jetzt-Mitglied-%E2%80%93-schon-ab-5%E2%82%ACMonat-1.png) [**Unterstütze uns jetzt auf Steady** ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Verdrängung:** Erst verschwand der öffentliche Park, jetzt sind auch die anliegenden Häuser bedroht: Erneut müssen [Anwohner\*innen des legendären Hirschhof](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/07/kastanienallee-k12-bedroht/?ref=loky.news) zwischen Kastanienallee und Oderberger Straße zittern. - **Engagement:** Obwohl die Einsatzwagen oft von einem lauten Martinshorn begleitet werden, wissen die meisten wenig über die Feuerwehrkräfte in ihrem Stadtteil. Doch genau die könnten einmal ihr Leben retten. Wir haben die [Freiwillige Feuerwehr Prenzlauer Berg](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/11/ehrenamtlich-tueren-aufbrechen/?ref=loky.news) beim Training besucht. **Zitat der Woche** *„Uns bereitet es große Sorgen, dass umherziehende Protestler\*innen eine angebliche* ‚*Corona-Diktatur‘*‘ *herbeizureden versuchen“* heißt es in der ‚Demokratie-Erklärung‘ der Initiative Gethsemanekiez. Was Menschen, die sich derzeit in Deutschland in einer Diktatur wähnen, wohl machen würden, befänden sie sich wirklich in einer? Ich sehe jedenfalls eindeutig, dass wir uns in einer Demokratie befinden. Und das sollten wir uns immer wieder bewusst machen. In diesem Sinne wünsche ich euch ein gutes Wochenende! Eure Julia Schmitz und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den wöchentlichen Newsletter sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Beton gegen Terror URL: https://www.loky.news/beton-gegen-terror/ Last updated: 2025-03-20T18:07:50.000Z ## Die Betreiber\*innen von Wochenmärkten in Pankow müssen in Zukunft Betonbarrieren zum Schutz vor Anschlägen aufstellen – ansonsten wird ihr Vertrag offenbar nicht verlängert. Droht ihnen das Aus? --- Terroristische Attentate im beschaulichen Prenzlauer Berg? Die Vorstellung wirkt im ersten Moment völlig abwegig. Doch seitdem im Dezember 2016 ein Sattelschlepper in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gelenkt wurde und 13 Menschen getötet wurden, trifft die Berliner Polizei an vielen Orten der Stadt Vorsorgemaßnahmen. Im vergangenen Sommer wurden aus diesem Grund bereits massive Poller am Rand des an die Eberswalder Straße grenzenden Mauerparks installiert; vor allem im Hinblick auf die Menschenmengen, die dort jeden Sonntag den Flohmarkt besuchen. Nun sollen die Betonbarrieren auch am Rande von Wochenmärkten wie jenem am Kollwitzplatz installiert werden, fordert die Polizei. Das teilte Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) am Mittwochabend in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mit: „Die Poller dienen der Verkehrssicherheitspflicht. Es soll ein unbeabsichtigtes – oder auch beabsichtigtes – Einfahren wie auf dem Breitscheidplatz verhindert werden.“ \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Ohne Betonpoller keine Vertragsverlängerung** Die Leiter\*innen der Märkte seien aufgefordert worden, diese zu installieren; dies sei verpflichtend und Voraussetzung für eine Verlängerung ihrer Verträge. Die Frage des Bezirksverordneten Jan Drewitz (Grüne), warum diese Forderung erst fünf Jahre nach dem Attentat auf dem Breitscheidplatz gestellt werde und bisher nur für Pankower Wochenmärkte und nicht in anderen Bezirken gelte, konnte vom Bezirksamt nicht beantwortet werden. Bisher habe es diesbezüglich noch keine vertiefte Rücksprache mit der Polizei gegeben, so Anders-Granitzki. Für die Betreiber\*innen der [Märkte am Kollwitzplatz](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/kollwitzmarkt/?ref=loky.news), wo jeden Donnerstag ein Öko-Markt und jeden Samstag ein großer Wochenmarkt stattfindet, könnte dies zum Problem werden. Betonpoller dauerhaft zu installieren, ist aufgrund der Straßenführung nicht möglich; die Abschnitte zwischen Wörther Straße, Knaackstraße und Kollwitzstraße werden nur für den Marktbetrieb gesperrt. Die Barrieren müssten also jedes Mal manuell aufgestellt werden. „Ich habe erheblichen Gesprächsbedarf“, twitterte Drewitz nach der Bezirksverordnetenversammlung. Titelbild: Peter Wendt ### Kein Platz für Verschwörungstheorien URL: https://www.loky.news/kein-platz-fuer-verschwoerungstheorien/ Last updated: 2025-03-20T18:07:50.000Z ## Um sich Corona-Leugner\*innen entgegenzustellen, treffen sich jeden Montag zahlreiche Nachbar\*innen vor der Gethsemanekirche. Nun haben sie eine „Demokratie-Erklärung“ formuliert. Und auch die BVV bezieht eine klare Position. --- „Vieles fehlt uns in der Pandemie: Menschen, die wir an das Virus verloren haben. Der persönliche Kontakt zu Freunden und Familie. Noch mehr gesellschaftlicher Zusammenhalt in der Krise. Deshalb wollen wir als Anwohner\*innen des Gethsemanekiezes in Prenzlauer Berg ein Zeichen setzen: für Gemeinsinn und demokratische Werte. In unserem Kiez. In unserem Berlin. In unserem ganzen Land“, heißt es auf der Homepage der „Initiative Gethsemanekiez“. Seit Mitte Dezember [versammeln sich jeden Montagabend Anwohner\*innen vor der Kirche in der Stargarder Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/12/20/das-ist-keine-diktatur/?ref=loky.news), um ein Zeichen zu setzen: Sie wehren sich gegen die Vereinnahmung des geschichtsträchtigen Ortes durch Corona-Skeptiker\*innen, die sich hier regelmäßig zu Demonstrationen treffen. Im Herbst 1989 wurde das Gotteshaus zu einem der zentralen Orte der „Friedlichen Revolution” gegen das DDR-Regime; heute wähnen sich die Leugner\*innen, die ihren Protest schönfärbend als “Spaziergang” bezeichnen, selbst in einer Diktatur **100 Erstunterzeichner\*innen** „Uns bereitet es große Sorgen, dass umherziehende Protestler\*innen eine angebliche „Corona-Diktatur“ herbeizureden versuchen. Wir verurteilen diese Verharmlosung von Diktaturen und die Verhöhnung ihrer Opfer“, heißt es seitens der Initiative. Es sei an der Zeit, dass die große Mehrheit der Gesellschaft aktiv werde und für den Zusammenhalt eintrete, beteuern sie. Deshalb haben sie jetzt [eine „Demokratie-Erklärung“ veröffentlicht](https://www.change.org/p/gemeinsinn-leben-demokratische-werte-sch%C3%BCtzen?ref=loky.news), die sich gegen Verschwörungserzählungen und die fehlende Abgrenzung von Corona-Protestler\*innen gegenüber Rechtsextremist\*innen und Antisemit\*innen richtet. Am Montagabend wurde sie im Beisein von Bürgerrechtlerin Marianne Birthler und Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) öffentlich vorgestellt. 100 Menschen aus Politik, Kultur und Gesellschaft haben die Petition bereits unterschrieben, darunter Moderatorin Marion Brasch, Volksbühnenintendant René Pollesch, Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD), Kultursenator Klaus Lederer (Linke), Pankows FDP-Vorsitzende Daniela Kluckert und der Generalmusikdirektor der Staatsoper, Daniel Barenboim. **Bezirksverordnete stimmen zu** Auch in der Pankower Bezirksverordnetenversammlung (BVV) soll diesbezüglich diese Woche eine klare Position bezogen werden. Linksfraktion und Bündnis 90/Die Grünen haben, unter Mitzeichnung der FDP-Fraktion, den Antrag „Kein Platz für Verschwörungserzählungen und Neonazis in unserem Bezirk“ gestellt. Dieser bezieht sich nicht nur auf die „Montagsspaziergänge“ vor der Gethsemanekirche, sondern auch auf die meist unangemeldeten Versammlung vor den Rathäusern in Pankow und Weißensee sowie in Karow. „Die BVV Pankow fordert alle Teilnehmenden auf, sich nicht mit Rechtsextremist\*innen gemein zu machen. Wer die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung ablehnt, kann dies im Dialog mit der Politik jederzeit und frei zum Ausdruck bringen. Wo Einschüchterung, den Faschismus relativierende Äußerungen und die Teilnahme organisierter rechtsextremer Gruppen offensichtlich sind, ist kein Platz für Dialog“, heißt es als Begründung. Am Mittwochabend wurde über den Antrag abgestimmt, nicht ohne Diskussion: Die CDU lehnte ab mit der Begründung, den Dialog fördern zu wollen. Und auch die AfD-Fraktion stimmte nicht zu. Titelbild: Katharina Angus ### Mein Freund der Baum? URL: https://www.loky.news/mein-freund-der-baum-3/ Last updated: 2025-03-20T18:07:51.000Z ## Die für das Grünflächenamt von Pankow zuständige Stadträtin feiert auf Twitter die Pflanzung eines Baumes – und lässt gleichzeitig an anderer Stelle 21 Weiden fällen. Das stößt auf Protest. --- Vermutlich könnten wir fast jede Woche einen neuen Text über Bäume in Prenzlauer Berg schreiben: Aus unterschiedlichen Gründen müssen [regelmäßig einige von ihnen gefällt werden](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/02/17/baume-faellen-in-prenzlauer-berg-wer-entscheidet/?ref=loky.news), ab und zu werden auch welche nachgepflanzt. Aber bitte nur von offizieller Seite, sonst gibt es Ärger mit dem Bezirksamt – wie [Mieter\*innen in der Wohnstadt Carl Legien](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/11/25/immer-aerger-mit-den-baeumen/?ref=loky.news) kürzlich feststellen mussten. Weil in der Heinrich-Mann-Straße im Dezember ein Baum von Unbekannten entfernt wurde, pflanzte die für das Straßen- und Grünflächenamt zuständige Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) vergangene Woche publikumsträchtig an gleicher Stelle einen neuen Baum. > [#2für1](https://twitter.com/hashtag/2f%C3%BCr1?src=hash&ref%5Fsrc=twsrc%5Etfw&ref=loky.news) > Im Dezember fällten Unbekannte einen neu gepflanzten Baum in der Heinrich-Mann-Straße. Das sorgte für Entsetzen. > Heute konnten wir nun die richtige Antwort geben. Wir ersetzen nicht nur den gefällten Baum, sondern pflanzen auch noch auf dem Mittelstreifen einen zweiten. [pic.twitter.com/adSmT1mOl1](https://t.co/adSmT1mOl1?ref=loky.news) > > — Bezirksamt Pankow (@BA\_Pankow) [February 10, 2022](https://twitter.com/BA%5FPankow/status/1491710787714486275?ref%5Fsrc=twsrc%5Etfw&ref=loky.news) Und wird im selben Moment für ihren Umgang mit dem Stadtgrün scharf angegriffen. Wie wir vergangene Woche [im Newsletter](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/13/prenzlauer-berg-newsletter-06-kaempft-um-ein-legendaeres-haus-im-kiez/?ref=loky.news) berichteten, sollen in der Seelower Straße nämlich gleich 21 Weiden gefällt werden, weil sie eine Gefahr für den Verkehr darstellen. „Obwohl sie äußerlich noch sehr gesund wirken, sind die Bäume durch Fäule an Schnittstellen, Stämmen und Stammfüßen stark geschädigt. Da es kein Heilmittel und keine Bekämpfungsmöglichkeit gegen diese Fäulnis gibt, bringt sie die Weiden unaufhaltsam zum Absterben“, teilte das Bezirksamt mit. Eine Fällung der Bäume sei deshalb unumgänglich. In der [Baumfällliste](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/strassen-und-gruenflaechenamt/gruenflaechen/artikel.1085102.php?ref=loky.news), die das Straßen- und Grünflächenamt regelmäßig veröffentlicht, ist hingegen noch von zehn Bäumen die Rede. **„Nicht nachvollziehbar“** Der Abgeordnete Andreas Otto (Bündnis 90/Die Grünen) betrachtet die Gründe als vorgeschoben: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass 21 Bäume auf einen Schlag nicht mehr standsicher sein sollen. Ich fordere, dass ein unabhängiger, vereidigter Sachverständiger die Bäume begutachtet und dass diese Gutachten unverzüglich veröffentlicht werden. Vorher dürfen keine Bäume gefällt werden, die noch standsicher sind.“ Sein Parteikollege Axel Lüssow, Bezirksverordneter in Pankow, sieht das genauso. Die zuständige Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) unterlaufe mit ihrer Entscheidung den Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), die genau dieses Gutachten fordere, sagt er. Bereits in der Vergangenheit habe das Pankower Grünflächenamt Fällabsichten zurückstellen müssen, weil fachliche Zweifel an amtsinternen nichtöffentlichen Gutachten nicht vereidigter Sachverständiger im Raum gestanden hätten. **Vollständige Nachpflanzung erst im Herbst** Für Andreas Otto war noch ein weiterer Faktor entscheidend für seine Kritik: Die geplanten Ersatzpflanzungen. „Pflegeintensive schattenspendende Bäume zu fällen und durch pflegearme ‚Bonsai‘ zu ersetzen, widerspricht allen Bemühungen, den Bezirk an die Folgen des Klimawandels anzupassen.” Die Ersatzbäume müssten jedoch durch ihre Schattenwirkung dazu beitragen, dass künftige Hitzesommer für die Anwohner\*innen erträglich bleiben. Die vom Bezirk zukünftig vorgesehenen schmalkronigen Baumarten leisten diesen Beitrag nicht, sagt Otto. Zunächst werden insgesamt 15 Feldahorne und Stieleichen nachgepflanzt; die restlichen Bäume – hitzebeständige Amberbäume – können aufgrund mangelnder Verfügbarkeit erst im Herbst geliefert werden. Der Protest gegen die Fällung der 21 Weiden kommt allerdings zu spät: Die Bäume mussten an diesem Montag bereits dran glauben. Titelbild: Gefällte Bäume in der Seelower Straße / Foto: Julia Schmitz --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, [den wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Prenzlauer Berg Newsletter #06 kämpft um ein legendäres Haus im Kiez URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-06-kaempft-um-ein-legendaeres-haus-im-kiez/ Last updated: 2025-03-20T18:08:21.000Z ## Wie steht es um die K12? Wie lange gibt es im Bezirk noch DDR-Straßenlaternen? Und warum sorgen geplante Baumfällungen für Ärger? Die Antworten gibt es im Newsletter. --- Der Kampf um Häuser hat in Berlin Tradition. Die Kastanienallee 12, auch K12 genannt, ist einer dieser legendären Orte, an dem sich Bewohner\*innen zusammengeschlossen haben, um gegen den Abriss und den Verkauf zu kämpfen. Zu DDR-Zeiten entstand hier der Hirschhof durch eine Bürgerinitiative, auch heute noch ist der Zusammenhalt in dem mit vier Hinterhöfen ungewöhnlich verschachtelten Gebäude groß. Doch die Idylle ist bedroht – es droht eine Teilversteigerung der Gebäude. Wie es mit der K12 weitergehen könnte, hat meine Kollegin Julia Schmitz aufgeschrieben für den **Text der Woche:** - **Verdrängung:** Erst verschwand der öffentliche Park, jetzt sind auch die anliegenden Häuser bedroht: Erneut müssen [Anwohner\*innen des legendären Hirschhofs ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/07/kastanienallee-k12-bedroht/?ref=loky.news)zwischen Kastanienallee und Oderberger Straße zittern. **Was sonst noch los war:** - **Engagement:** Obwohl die Einsatzwagen oft von einem lauten Martinshorn begleitet werden, wissen die meisten wenig über die Feuerwehrkräfte in ihrem Stadtteil. Doch genau die könnten einmal ihr Leben retten. Wir haben die [Freiwillige Feuerwehr Prenzlauer Berg](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/11/ehrenamtlich-tueren-aufbrechen/?ref=loky.news) beim Training besucht. **Kiezfoto der Woche** ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Drachensteigen_Planetarium-1024x1024.jpg) Foto: Christina Heuschen **Aus dem Bezirk** - **Straßenlaternen:** Die Berliner Mauer ist Geschichte. Doch noch immer ist die Stadt in Ost und West unterteilt – zumindest wenn man sich die Straßenlaternen anschaut. Denn seit Jahrzehnten prägt die Rostocker Straßenlaterne, kurz RSL 1, das Ost-Berliner Straßenbild, rund 17.700 dieses Typs sind auch heute noch in Betrieb. Und das DDR-Überbleibsel scheint nicht unproblematisch: Die Lampen sitzen meistens auf Betonmasten – und die bröckeln langsam vor sich hin. Gleichzeitig verbrauchen die Lampen mehr Energie. Nun wollte der Abgeordnete Stefan Förster (FDP) wissen, wie lange die DDR-Straßenlaternen noch leuchten werden. Aus der Antwort des Senats geht hervor, dass die verbleibenden Leuchten langfristig durch LED-Leuchten ersetzt werden sollen. Doch eilig scheint der Senat es damit nicht zu haben: Vorrangig werde die Umrüstung von gasbetriebenen Beleuchtungsanlagen umgesetzt, die eine wesentlich schlechtere Energiebilanz und erheblich höhere Wartungskosten haben, heißt es. - **Baumfällungen:** Die Diskussionen um Bäume in Prenzlauer Berg reißen nicht ab. Wie wir vergangene Woche berichteten, sollen in der Seelower Straße gleich 21 Weiden gefällt werden, weil sie laut Bezirksamt eine Gefahr für den Verkehr darstellen. Der Abgeordnete Andreas Otto (Bündnis 90/Die Grünen) ist davon gar nicht begeistert: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass 21 Bäume auf einen Schlag nicht mehr standsicher sein sollen. Ich fordere, dass ein unabhängiger, vereidigter Sachverständiger die Bäume begutachtet und dass diese Gutachten unverzüglich veröffentlicht werden. Vorher dürfen keine Bäume gefällt werden, die noch standsicher sind“, sagte er zu der Entscheidung des Straßen- und Grünflächenamtes. Die zuständige Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) hatte die Fällung damit begründet, dass Pflegemaßnahmen nicht mehr möglich seien. Damit unterlaufe sie jedoch den Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung, glaubt der Bezirksverordnete Axel Lüssow (Grüne). Laut diesem müsse ein Gutachten veröffentlicht werden, mit dem die getroffenen Entscheidungen nachvollzogen werden könnten. Doch genau dieses Gutachten fehlte in der veröffentlichen Pressemitteilung. Bereits in der Vergangenheit habe das Pankower Grünflächenamt Fällabsichten zurückstellen müssen, weil fachliche Zweifel an amtsinternen nichtöffentlichen Gutachten nicht vereidigter Sachverständiger im Raum gestanden hätten. Auch mit dem geplanten Ersatz gibt sich Otto nicht zufrieden: „Pflegeintensive schattenspendende Bäume zu fällen und durch pflegearme ‚Bonsai‘ zu ersetzen, widerspricht allen Bemühungen, den Bezirk an die Folgen des Klimawandels anzupassen.” Die Ersatzbäume müssten jedoch durch ihre Schattenwirkung dazu beitragen, dass künftige Hitzesommer für die Anwohner\*innen erträglich bleiben. Die vom Bezirk zukünftig vorgesehenen schmalkronigen Baumarten leisten diesen Beitrag nicht, sagt Otto. - **Artspring:** In diesem Jahr findet das [Kunstfestival artspring](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/04/29/kunst-in-zeiten-der-ungewissheit/?ref=loky.news) bereits zum sechsten Mal statt. Unter dem Motto „Der Mythos ist hin“ wird es ab dem 6\. Mai einen Monat lang unter anderem Ausstellungen und ein Wochenende der offenen Ateliers geben. [Nun sucht das Team Künstler\*innen aus dem Bezirk Pankow](https://www.artspring.berlin/artspring-2022-jetzt-atelier-anmelden/?ref=loky.news), die am Festival teilnehmen wollen. Die Anmeldung ist bis zum 28\. Februar möglich. **Kriminelles & Unschönes** - **Rassistischer Angriff:** In Prenzlauer Berg haben am vergangenen Sonntag mehrere [Erwachsene eine 17-Jährige in einer Tram der Linie M4 rassistisch beleidigt und im Anschluss an der Haltestelle Greifswalder Straße verprügelt](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2021/pressemitteilung.1174189.php?ref=loky.news). Nun hat die Polizei einen Fehler in ihrer ursprünglichen Darstellung eingeräumt. So sei das Mädchen nicht wegen eines fehlenden Mundschutzes, sondern aus einem rassistischen Motiv heraus verprügelt worden. Die Auswertung von vorhandenen Videos habe gezeigt, dass „die Jugendliche beim Ein- und Aussteigen aus der Tram eine Mund-Nase-Bedeckung trug und diese lediglich bei dem auf die rassistischen Beleidigungen folgenden Streitgespräch mit den sechs Erwachsenen kurzfristig nach unten gezogen hatte“. Die Tatverdächtigen hätten überwiegend keine Masken getragen. - **Brandstiftung:** In der Nacht zu Donnerstag [brannten in Berlin mehrere Fahrzeuge](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2022/pressemitteilung.1175607.php?ref=loky.news) – auch in Prenzlauer Berg. Gegen Mitternacht hatte ein Passant bemerkt, dass in der Diesterwegstraße zwei Fahrzeuge in Flammen standen. Das Feuer griff auf weitere daneben geparkte Autos über, am Ende waren fünf Fahrzeuge betroffen. Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus. **Tipps & Termine** - **17.02.:** Kaum ein Fotograf konnte so intensiv über einen langen Zeitraum sowohl in West- als auch in Ost-Berlin arbeiten wie Klaus Mehner. Nun stellt die Ausstellung „[Klaus Mehner. Parallelwelten Ost-West. Fotografien aus Berlin 1964-1990](https://www.berlin.de/museum-pankow/aktuelles/ausstellungen/artikel.1168018.php?ref=loky.news)“ seine Bilder aus beiden Teilen der Stadt gegenüber. Die Vernissage dazu findet am Donnerstag als Hybridveranstaltung statt. Für die Teilnahme vor Ort gilt die 2G-Plus-Regel, eine Anmeldung ist erforderlich. Im Anschluss ist die Ausstellung bis zum 14.03.2022 geöffnet. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Stadtleben:** Wie sieht der perfekte Kiez aus? Ein Spaziergang mit der [Initiative „Gleimviertel für Alle“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/31/anonymitaet-der-stadt-muss-das-sein-initiative-gleimviertel/?ref=loky.news), die möglichst viel öffentliches Leben schaffen will. - **Mieterprotest:** Mieter\*innen in der Dunckerstraße befürchten, dass ihnen ein [Neubau mit tiefschwarzem Dach](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/04/der-helmholtzplatz-sieht-schwarz/?ref=loky.news) jedes Licht nehmen wird. Doch das ist ein Missverständnis. **Zitat der Woche** *„Wir würden ihn in Zukunft gerne wieder für alle öffnen“,* sagt Mila, die in der Kastanienallee 12 wohnt. Der kleine Garten könnte dann wie der damalige Hirschhof erneut zu einem Treffpunkt für die Nachbarschaft werden. Wäre es nicht toll, wenn es solche Orte überall geben würde? Jetzt wünsche ich euch aber erst einmal ein schönes Wochenende! Eure Christina Heuschen und die ganze Redaktion Titelfoto: Gerd Danigel --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, [den wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Ehrenamtlich Türen aufbrechen URL: https://www.loky.news/ehrenamtlich-tueren-aufbrechen/ Last updated: 2025-03-20T18:07:24.000Z ## Obwohl die Einsatzwagen oft von einem lauten Martinshorn begleitet werden, wissen die meisten wenig über die Feuerwehrkräfte in ihrem Stadtteil. Doch genau die könnten einmal ihr Leben retten. Wir haben die Freiwillige Feuerwehr Prenzlauer Berg beim Training besucht. --- In einem Treppenhaus in der Schieritzstraße stehen zehn Männer und Frauen und versuchen, eine Tür aufzubrechen. Sie lassen sich Zeit, probieren verschiedene Hilfsmittel aus. Die Stimmung ist gelassen, die Anwesenden kennen sich gut, teilweise schon seit Jahrzehnten. Schafft jemand es nicht direkt, die Tür aufzubrechen, gibt es von den übrigen Anwesenden sowohl Tipps als auch ironische Sprüche. Die Leute gehören zur [Freiwilligen Feuerwehr Prenzlauer Berg](https://www.berliner-feuerwehr.de/ueber-uns/standorte/freiwillige-feuerwehr-prenzlauer-berg/?ref=loky.news). Sie trainieren für den Notfall, wie sie auf verschiedene Arten eine Tür aufbrechen können. Jeden Donnerstagabend versammeln sich die Mitglieder zu einer Übung wie dieser. Als Freiwillige Feuerwehrkräfte übernehmen sie dieselben Aufgaben wie die Berufsfeuerwehr. Neben Türen aufbrechen löschen sie also auch Feuer, befreien Menschen aus misslichen Lagen und helfen bei Unwetterschäden. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Berufsfeuerwehrkann Einsätze nicht decken** Wer bei der Feuerwehr anruft, landet zuerst in der Leitstelle Charlottenburg-Nord an einem Notrufannahmeplatz. Durch gezieltes Abfragen wird dann ein Stichwort generiert, das den Einsatzkräften der [Feuerwehr](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=feuerwehr&ref=loky.news) übermittelt wird und ihnen sagt, was passiert ist. Letztendlich ist es einzig die Adresse des Einsatzortes die darüber entscheidet, ob die Berufs- oder die Freiwillige Feuerwehr ausrückt. Weil bei der Berufsfeuerwehr manchmal nicht genügend Kräfte im Dienst sind, muss die Freiwillige Feuerwehr aushelfen, die beiden Gruppen treffen sich dann erst am Einsatzort. Mitunter müssen also zwei Feuerwehrautos samt Martinshorn von verschiedenen Feuerwehren zum Einsatzort fahren, um genug Einsatzkräfte zusammen zu bekommen. Eigentlich ist Personalknappheit sowohl bei der Freiwilligen- als auch bei der Berufsfeuerwehr ein großes Thema, wie Wehrleiter Ronny Tenner erzählt. Manchmal reiche das Personal nicht, um „ein Auto voll zu bekommen“, wie die Einsatzkräfte sagen. Sechs bis sieben Personen sollte ein Team immer haben, dass zum Einsatzort fährt. Doch die Freiwillige Feuerwehr Prenzlauer Berg ist wohl eine der wenigen Wachen Deutschlands, die dieses Problem nicht hat. „Es gibt deutlich mehr Bewerber, als aufgenommen werden können. In manchen Monaten bekommen wir Anfragen im guten zweistelligen Bereich“ erzählt Tenner. Dabei gibt es insgesamt nur 47 aktive Mitglieder, acht davon sind Frauen. Das sei ein hoher Anteil im Vergleich zu anderen Stellen in Berlin, versichert Tenner. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/image000031-300x200.jpeg) Foto: Sonja Koller Drei weitere Mitglieder werden heute in die Freiwillige Feuerwehr aufgenommen, zwei der drei neuen Mitglieder sind Frauen. Vor zwanzig Jahren, so Tenner, sei das noch verpönt gewesen. Einige Kollegen hätten damals noch behauptet, Frauen hätten bei der Freiwilligen Feuerwehr nichts zu suchen. Doch heute ist es auch der Charakter, der darüber entscheidet, ob jemand Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Prenzlauer Berg werden kann. „Man muss sich von jetzt auf gleich aufeinander verlassen können.“, sagt Tenner und spricht von Kameradschaft. „Es ist die Masse, die was bewegt. Das muss man wollen und leben.“ Wenn man die Feuerwache in der Schieritzstraße betritt, die an das Treppenhaus anschließt, in dem die Freiwilligen üben eine Tür aufzubrechen, steht man in der Halle mit dem vermeintlichen Star der Freiwilligen Feuerwehr: einem großen roten Feuerwehrauto. Daneben: viel Platz, zwei der vier Mauern sind dicht mit Uniformen behängt. In der Haupthalle stellen sich die Freiwilligen in drei Reihen auf. Alle tragen ihre Uniform. Die schwarze Hose mit dem leuchtenden Streifen, die passende Jacke, Schuhe und den gelben Helm. Zudem haben alle eine FFP2-Maske an, die sie momentan auch bei Einsätzen tragen. Wie im Sportunterricht wird durchgezählt, in drei Stationen lernen die Gruppen verschiedene Techniken. **Wenn Türen aufbrechen zum Training gehört** Im Umkleideraum zeigt ein Freiwilliger einer Gruppe von acht Menschen in voller Feuerwehrmontur, wie sie eine Tür mithilfe eines Hebelwerkzeugs namens Hooligentool aufbrechen können. Der Mann stellt der Gruppe Fragen, erzählt etwas über die Geschichte des Hilfsmittels und dröselt die Bestandteile auf. Alle Teilnehmer\*innen der Gruppe hören aufmerksam zu, obwohl die allermeisten schon wissen, wie es funktioniert. Das bestätigt auch Coline, eine Freiwillige Feuerwehrfrau, die seit sechs Jahren dabei ist. „Aber trotzdem ist es gut, immer wieder zu üben. Außerdem werden hier auch neue Geräte inspiziert“. Die Freiwilligen helfen sich in der Übung gegenseitig und probieren das Tool an verschiedenen Türen aus. Das Miteinander ist herzlich, die Feuerwehrkräfte albern miteinander herum, sind aber trotzdem konzentriert. Obwohl die Mitglieder nur eine Aufwandsentschädigung für ihre Arbeit bekommen, merkt man, dass sie es ernst meinen. Denn ein Drittel der Mitglieder beschäftigt sich tatsächlich auch im Tagesjob mit allem rund um das Thema Feuer und arbeitet bei der Berufsfeuerwehr. Bei den Übungen am Donnerstagabend werden sie deshalb besonders geneckt, sie müssten diese am routiniertesten absolvieren, meist ist das auch der Fall. Stellen sie sich aber ungeschickt an, wird zusammen gelacht. **Nach der Feuerwehr kommt niemand mehr** Die drei Neuen haben die wöchentlichen Übungen nun schon seit drei Monaten begleitet, durften dabei aber nichts anfassen. Ab heute können sie endlich in die Uniform schlüpfen und den intensiven Teil der Ausbildung beginnen. In der Feuerwehrschule lernen sie für zehn Wochen jeden zweiten Tag abends sowie am Wochenende was es braucht, um Feuerwehrkraft zu sein. Das aber ist nur der erste Schritt. Danach folgt eine Ausbildung im Rettungsdient, eine medizinische Untersuchung und auch ihr Vorstrafenregister wird geprüft. Manche Feuerwehrkräfte aber fangen schon im Kindesalter an, sich zu engagieren. Florian etwa ist Mitte 30 und schon seit 25 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Angefangen hat er in seiner Kindheit in Brandenburg. Einsätze fahren dürfen die Freiwilligen in der Jugendabteilung noch nicht, dafür erlernen sie alles Nötige für den Einsatz spielerisch. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/image000021-300x200.jpeg) Foto: Sonja Koller Florian findet wie Tenner, dass sich das Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr auf dem Land und in anderen Bundesländern spürbar von Berlin unterscheidet. Eine Feuerwehrkraft kann am Land etwa keine\*n Spezialist\*in rufen, wenn sie\*er nicht weiterweiß. „Man sagt immer, nach der Feuerwehr kommt niemand mehr. In Brandenburg ist das wirklich so.“ Zudem komme in Berlin mehr Bürokratie dazu. Eine Mitgliedschaft in einem anderen Bundesland zu bekommen sei viel leichter, beteuert Tenner. Die Arbeit bei der Freiwilligenfeuerwehr sei ein großer Spagat, wie Tenner sagt. Obwohl es sich um ein [Ehrenamt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/?s=ehrenamt&ref=loky.news) handelt, müssen die Mitglieder „massiv Zeit investieren“. Neben den Schichten sollen noch Ausbildungen gemacht werden, auch die Anwesenheit jeden Donnerstag ist obligatorisch. Zehn Stunden müssen die Feuerwehrkräfte monatlich mindestens für das Ehrenamt aufbringen. Das sei häufig sowohl eine familiäre als auch eine berufliche Herausforderung, so Tenner. **Freiwillige Feuerwehrkräfte müssen helfen dürfen** Wenn ein Einsatz besonders groß ist und es mehr Kräfte bedarf, als bei der Schicht in der Feuerwache sind, werden die Freiwilligen über einen Pieper kontaktiert. Sie haben dann 20 Minuten Zeit, um sich auf der Wache zu melden. Auch, wenn sie gerade eigentlich Arbeiten. Coline erzählt, dass das bis jetzt bei keinem einzigen ihrer Arbeitgeber\*innen ein Problem gewesen sei. Sie sehen es sogar sehr positiv. So sei es bei den meisten, erzählt auch Tenner. Zudem seien Arbeitgebe\*innen gesetzlich dazu verpflichtet, die freiwilligen Feuerwehrkräfte im Ernstfall freizustellen. Coline erzählt, dass sie zwei bis drei Mal monatlich eine Schicht schiebt. Zwölf Stunden dauern diese, ausrücken müsse sie dabei fast immer. In den sechs Jahren, in denen sie sich bereits bei der Freiwilligen Feuerwehr in Prenzlauer Berg engagiert, habe es nur zwei Schichten gegeben, in denen kein Anruf gekommen sei. Bei etwa einem Viertel der Einsätze, so schätzt Coline, handele es sich um einen Brand, sei er noch so klein. Aber auch wegen einer Ölspur, zum Türöffnen und bei Sturm würden sie häufig gerufen. Wichtig sei auch Erste Hilfe. Oft seien die Feuerwehrkräfte noch vor der Rettung vor Ort und müssten sich dann um Verletzte kümmern. „Ich reanimiere ständig“ erzählt Coline. „Der größte Feind bei einem Einsatz ist Hektik“, meint Florian. Obwohl er versuche, tief durchzuatmen, um das beim Einsatz zu verhindern, müsse es manchmal einfach sehr schnell gehen. Etwa wenn die Feuerwehrkräfte Atemschutzmasken tragen müssen. Coline hat am meisten Respekt vor Einsätzen, bei denen Menschen in der Wohnung sind. „Die Ängste sind ganz individuell“, sagt sie. Florian etwa spricht davon, dass er Einsätze bei Autounfällen besonders schlimm finde, bei denen er Kindersitze auf der Rückbank entdecke, denn er sei Vater. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Feuerwehr-3-300x200.jpeg) Foto: Sonja Koller **„Die Menschen haben das logische Denken verlernt“** Christian engagiert sich bereits seit 25 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr – und das durchgehend in der Feuerwache Prenzlauer Berg. Früher, so sagt er, sei er ständig heiß auf Einsätze gewesen, wollte das Erlernte schnell anwenden. Jetzt sei er auch froh, „wenn nichts passiert. Dann geht’s allen gut“. Das habe aber lange gedauert. Seit Christians Anfängen bei der Freiwilligen Feuerwehr in Prenzlauer Berg aber hat sich nicht nur seine persönlich Einstellung verändert. Denn die Einsätze, für die die Freiwillige Feuerwehr heutzutage zur Hilfe gerufen wird, seien ganz andere als noch vor 25 Jahren. „Der Mensch wird hilflos. Die Leute wissen sich weniger selbst zu helfen.“ Eine große Veränderung sollen auch die Rauchmelder gebracht haben. Neben weniger Bränden sorgen sie auch für mehr Fehlalarme – und mehr Einsätze, bei denen es gar nichts zu löschen gibt. Trotzdem ist die Freiwillige Feuerwehr unverzichtbar. Denn wenn Menschen sich nicht mehr selbst zu helfen wissen, ist es umso wichtiger, dass sie unter 112 jemanden erreichen können, der es tut. Titelbild: Sonja Koller ### Ohne Markierung keine Fahrradstraße URL: https://www.loky.news/ohne-markierung-keine-fahrradstrasse/ Last updated: 2025-03-20T18:07:51.000Z ## Im Dezember wurde die Stargarder Straße nach langer Zeit endlich zur Fahrradstraße umgewidmet. Doch kaum jemand hält sich daran, auch die Polizei kontrolliert nicht. Aus einem bestimmten Grund. --- Kurz nachdem wir Anfang Dezember 2021 gefragt hatten, warum die Fahrradstraße in der Stargarder so lange auf sich warten lässt, weihte das Pankower Bezirkamt die Straße in ihrer neuen Funktion ein. Seitdem ist sie mit ausreichend großen Hinweisen beschildert, Autos umfahren die Straße und Fahrradfahrer\*innen haben viel Platz und freie Fahrt. Wie, das stimmt nicht? Richtig, die Realität sieht völlig anders aus: Die erwähnten Schilder in der Stargarder Straße sind eher von kleinerer Statur, so dass sie von Autofahrer\*innen leicht übersehen werden können und auch übersehen werden. Der Verkehr hat in den letzten Wochen nicht abgenommen, LKWs wie Privat-PKWs – viele davon definitiv keine Anlieger – zuckeln ungerührt über die Ost-West-Tangente. **Fahrradstraße war noch nicht „rechtssicher“** Eigentlich ein Fall für die Polizei, die hier haufenweise Knöllchen verteilen könnte. Doch die Beamten und Beamtinnen in Blau waren hier bisher nicht anzutreffen – weil die Fahrradstraße „noch nicht der Anhörung zur Sammelanordnung sowie dem ‚Leitfaden zur Umsetzung von Fahrradstraßen in Berlin’“ der Senatsverkehrsverwaltung entspricht, heißt es auf unsere Anfrage. Konkret bedeutet das: Kontrollen werden erst durchgeführt, wenn die Rotmarkierungen in Kreuzungsbereichen und die Markierungen der Fahrradwege auf den Asphalt gemalt wurden – bis dahin gilt die Fahrradstraße noch nicht als rechtssicher. ![Fahrradstraße](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Fahrradstra%C3%9Fe_Schilder3.jpg) In der Senefelder Straße wird mit großen Schildern auf die Fahrradstraße aufmerksam gemacht – in der Stargarder sind sie hingegen ziemlich klein / Foto: Julia Schmitz Aber hier beißt sich die Katze in den Schwanz, denn um die benötigten Markierungen auf der Fahrbahn anzubringen, muss die Witterung erstmal trockener sein, sagt das Bezirksamt Pankow. Weil die Posse um die Stargarder Straße nicht ohne Kritik und Spott in den Medien thematisiert wurde, war die Polizei vergangene Woche nun doch vor Ort und führte einen „Präventionseinsatz zur Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer\*innen“ durch. Außerdem hat sie mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz Rücksprache gehalten und beschlossen: Auch ohne Markierungen ist die Fahrradstraße eine Fahrradstraße. Bei den Schildern muss der Bezirk aber wohl oder übel nachbessern: die sind eindeutig zu klein, meint die Polizei. Titelbild: Die Hinweisschilder für die Fahrradstraße in der Stargarder Straße sind in der Tat ziemlich klein und leicht zu übersehen / Foto: Julia Schmitz --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, [den wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Widerstand in der K12 URL: https://www.loky.news/kastanienallee-k12-bedroht/ Last updated: 2025-03-20T18:07:51.000Z ## Erst verschwand der öffentliche Park, jetzt sind auch die anliegenden Häuser bedroht: Erneut müssen Anwohner\*innen des legendären Hirschhof zwischen Kastanienallee und Oderberger Straße zittern. --- „Meet the Mieters“ steht auf einem gelben Transparent, das an der Hausfassade hängt: „Treffen Sie die Mieter“. Über 100 davon leben in den Wohnungen, die sich hinter der mit Stickern beklebten und von Graffiti verzierten Eingangstür der Kastanienallee 12 in vier weitgehend unsanierten Häusern mit Kohleöfen und drei Hinterhöfen befinden. Mehr als 50 Mietparteien haben in dem klassischen Altbau aus der Gründerzeit ihr Zuhause gefunden. Doch ob sie das behalten könnten, ist derzeit ungewiss: Die beiden Erben der Immobilie, zwei Brüder, möchten diese loswerden, sind sich aber uneinig über den Weg zum Verkauf und haben den Fall deshalb dem Amtsgericht übergeben. Das erstellt nun ein Gutachten, vielleicht kommt es daraufhin zu einer Teilversteigerung. Ein Horrorszenario für die Bewohner\*innen der K12. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Selbstverwaltung kommt nicht infrage** „In den Häusern wohnen viele Freiberufler oder Menschen, die von der Grundsicherung leben“, erzählt Mila, die als Sprecherin der Hausgemeinschaft eingesetzt wurde. Eine Selbstverwaltung komme für sie nicht infrage, das sei mit so vielen Mieter\*innen kaum machbar; nach einer Genossenschaft, die die Häuser mithilfe des Vorkaufsrecht erwirbt, suchen sie ebenfalls noch. Doch auch hier könnte der hohe Eigenanteil, den die Genossenschaft und die Bewohner\*innen gemeinsam aufbringen müssen, zum Problem werden. „Das können wir vermutlich nicht stemmen“, sagt Mila. [Auf Instagram teilt die Hausgemeinschaft](https://www.instagram.com/k12.berlin/?hl=de&ref=loky.news) seit kurzem regelmäßig Porträts der Bewohner\*innen, um möglichen Investor\*innen ein Bild davon zu vermitteln, wer hier eigentlich lebt. Wir haben uns an einem grauen Tag Anfang des Jahres im Garten der K12 getroffen, auf dem kleinen Rest, der vom ehemaligen „Hirschhof“ übriggeblieben ist: In den 1980er Jahren, noch zu DDR-Zeiten, hatten Bürger\*innen eine Initiative gestartet und in dem Zusammenhang die noch immer vom Krieg gezeichneten Hinterhöfe gesäubert. Durch Zusammenlegung mit den Hinterhöfen der Nachbarhäuser entstand ab 1985 eine öffentliche Fläche, die von Künstler\*innen gestaltet wurde und in den kommenden Jahren zum [Treffpunkt der „Prenzlauer Berg Szene“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2011/03/10/hirschhof-preussenschloss-im-sand-der-oderberger/?ref=loky.news) wurde. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2021/12/Hirschhof_alt.jpg) Der Hirschhof in den 80er Jahren / Foto: Gerd Danigel **Vom öffentlichen Park zum kleinen Garten** Doch mit der Wende folgte der Verkauf der Häuser nebenan und mit den neuen Mieter\*innen begann der Streit: Man wollte die eigene Gartenfläche nicht mit Hinz und Kunz teilen, forderte die Einzäunung der privaten Grundstücke. Das Oberverwaltungsgericht urteilte 2011, [dass der Hirschhof kein öffentlicher Park sei](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2011/09/30/entschieden-hirschhof-ist-nicht-oeffentlich/?ref=loky.news) und die Eigentümer\*innen also das recht besäßen, sich abzugrenzen. Der Bezirk gab nach längerem Rechtsstreit nach, zog kleine Mauern zwischen den Grundstücken hoch und baute parallel an einem neuen Hirschhof mit Zugang von der Oderberger Straße aus – [seit Mitte 2017 ist dieser mit einem Spielplatz wieder für alle nutzbar](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2017/07/20/geduldsprobe-am-hirschhof/?ref=loky.news). In den nach der Aufteilung nur noch kleinen Garten der Kastanienallee 12 kommt man heute nur, wenn man Bewohner\*innen bittet, die Tür am Ende des letzten Hinterhofs aufzuschließen. „Wir würden ihn in Zukunft gerne wieder für alle öffnen“, sagt Mila. Vielleicht könnte auch die namensgebende Hirschskulptur – die damals von drei Künstlern aus Stahl geschmiedet wurde und den Durchgang zum eigentlichen Hirschhof in der Oderberger Straße 15 bildete – wieder an ihren alten Platz zurückkehren. Doch das kann nur geschehen, wenn die Häuser gesichert sind. Vorerst müssen die „Mieters“ noch abwarten. Titelbild: An der Fassade der K12 hängen Transparente / Foto: Julia Schmitz ### Prenzlauer Berg Newsletter #05 träumt vom perfekten Kiez URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-05-traeumt-vom-perfekten-kiez/ Last updated: 2025-03-20T18:09:52.000Z ## Warum die Polizei bisher die Fahrradstraße in der Stargarder nicht kontrolliert hat und ab wann man in der Wohnstadt Carl Legien fürs Parken zahlen muss: Das könnt ihr Nachlesen in unserem Newsletter. --- Sitzbänke, Pflanzenkübel oder Spiel- und Fahrradstraßen – was gehört für euch zu einem lebenswerten Kiez dazu? Mögt ihr die großstädtische Schnoddrigkeit oder hättet ihr lieber ein bisschen mehr Bullerbü in der Nachbarschaft? Die Bürgerinitiative „Gleimviertel für Alle“ setzt sich seit einiger Zeit unter anderem dafür ein, dass die kleine Sackgasse am Ende der Sonnenburger Straße – dort, wo die häufig fotografierte Fußgängerbrücke über die S-Bahn-Gleise beginnt – zu einem Begegnungsort für Anwohner\*innen wird. Und sie haben noch viele weitere Ideen, wie der „perfekte Kiez“ aussehen könnte. Meine Kollegin Sonja hat mit ihnen, natürlich bei einem Spaziergang durch das Gleimviertel, darüber gesprochen für unseren **Text der Woche:** - **Stadtleben:** Wie sieht der perfekte Kiez aus? Ein Spaziergang mit der [Initiative „Gleimviertel für Alle“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/31/anonymitaet-der-stadt-muss-das-sein-initiative-gleimviertel/?ref=loky.news), die möglichst viel öffentliches Leben schaffen will. (€) **Was sonst noch los war:** - **Mieterprotest:** Mieter\*innen in der Dunckerstraße befürchten, dass ihnen [ein Neubau mit tiefschwarzem Dach](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/02/04/der-helmholtzplatz-sieht-schwarz/?ref=loky.news) jedes Licht nehmen wird. Doch das ist ein Missverständnis.(€) **Kiezfoto** [![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/kiezfoto.jpg)](---------) Ich zähl‘ bis drei, dann ist hier Wochenende! Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** **Fahrradstraße:** Im Dezember 2021 wurde die Stargarder Straße [nach langer Zeit endlich zur Fahrradstraße umgewidmet](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/12/03/was-wurde-aus-der-fahrradstrasse-stargarder/?ref=loky.news); seitdem ist sie mit ausreichend großen Hinweisen beschildert, Autos umfahren die Straße und Fahrradfahrer\*innen haben viel Platz und freie Fahrt. Stimmt nicht, sagt ihr? Richtig, die Realität sieht völlig anders aus: Die erwähnten Schilder sind eher von kleinerer Statur, so dass sie von Autofahrer\*innen leicht übersehen werden können und auch übersehen werden. Der Verkehr hat in den letzten Wochen nicht abgenommen, LKWs wie Privat-PKWs – viele davon definitiv keine Anlieger\*innen – zuckeln ungerührt über die Ost-West-Tangente. Eigentlich ein Fall für die Polizei, die hier haufenweise Knöllchen verteilen könnte. Doch die Beamt\*innen in Blau waren hier bisher nicht anzutreffen – weil die Fahrradstraße „noch nicht der Anhörung zur Sammelanordnung sowie dem ‚Leitfaden zur Umsetzung von Fahrradstraßen in Berlin‘“ der Senatsverkehrsverwaltung entspricht, heißt es auf unsere Nachfrage. Konkret bedeutet das: Kontrollen werden erst durchgeführt, wenn die Rotmarkierungen in Kreuzungsbereichen und die Markierungen der Fahrradwege auf den Asphalt gemalt wurden – bis dahin gelte die Fahrradstraße noch nicht als rechtssicher. Aber hier beißt sich die Katze in den Schwanz, denn um die benötigten Markierungen auf der Fahrbahn anzubringen, muss die Witterung erstmal trockener sein, sagt das Bezirksamt Pankow. Weil die Posse um die Stargarder Straße nicht ohne Kritik und Spott in den Medien thematisiert wurde, war die Polizei am Mittwoch nun doch vor Ort und führte einen „Präventionseinsatz zur Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer\*innen“ durch. Außerdem hat sie mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz Rücksprache gehalten und beschlossen, dass die Fahrradstraße auch ohne Markierungen eine Fahrradstraße ist. Bei den Schildern muss der Bezirk aber wohl oder übel nachbessern: die sind eindeutig zu klein, meint die Polizei. **Parkraumbewirtschaftung:** In ganz Prenzlauer Berg muss man bezahlen, wenn man sein Auto parken möchte. In ganz Prenzlauer Berg? Die Straßen in der Wohnstadt Carl Legien kommen bisher noch ohne Parkautomaten aus. Das ändert sich demnächst: Nach jahrelanger Diskussion darüber, ob die Ticketkästen [in einer denkmalgeschützten Siedlung aufgestellt werden dürfen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/03/29/denkmalschutz-verhindert-parkuhren/?ref=loky.news), wird auch in dem Gebiet westlich der Greifswalder Straße ab dem 4\. April die Parkraumbewirtschaftung eingeführt – die Automaten stehen dann allerdings in dem Bereich, der nicht unter Denkmalschutz steht. Wer in dieser Zone wohnt (es ist die Nummer 46), kann seit dem 1\. Februar für 20,40 Euro einen Bewohnerparkausweis beantragen. Julia Schneider, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen im Berliner Abgeordnetenhaus, begrüßt diese Maßnahme: „20,40 € für das Anwohnerparken decken zwar bei weitem nicht die durch die Instandhaltung von Parkplätzen entstehenden Kosten – dennoch ist die Ausweisung der Parkraumbewirtschaftungszone ein wichtiger Schritt, der für mehr Sicherheit und weniger Parksuchverkehr sorgt.“ **Dialogdisplays:** „Sie fahren zu schnell!“ Wenn am Straßenrand rot blinkend dieser Satz auf einem so genannten „Dialogdisplay“ auftaucht, sollte man wohl einen Gang runter schalten. Dass diese interaktiven Schilder tatsächlich zu einem Rückgang der Durchschnittsgeschwindigkeit führen, ja sogar zu einer „Harmonisierung des Geschwindigkeitsniveaus“, hat der Berliner Senat mittels Untersuchungen in der Stadt herausgefunden. Gefragt hatte der Abgeordnete und ehemalige Bezirksverordnete Johannes Kraft (CDU), der die Pankower CDU bei dem Anliegen unterstützt, mehr Dialogdisplays in Pankow zu installieren – vor allem in kritischen Bereichen vor Schulen und Kitas, in denen eine überhöhte Geschwindigkeit zu einer großen Gefahr führen kann. „Bereits 2018 haben wir in der BVV für mehrere Standorte vor Pankower Schulen und Kitas Dialogdisplays beantragt. Dass das in der letzten Wahlperiode nicht mehr umgesetzt wurde, können wir nicht verstehen“, sagt Fraktionsvorsitzende Denise Bittner. Bei der Frage, an welchen Standorten die Displays besonders gebraucht werden, will die Fraktion auch die Pankower\*innen fragen. Vorschläge werden gerne [per Mail entgegen genommen](mailto:info@fraktion-cdupankow.de?subject=Dialogdisplays). **Colosseum:** Quo vadis, Colosseum? Im vergangenen Herbst hatten ehemalige Mitarbeiter\*innen [eine Genossenschaft gegründet](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/09/21/wie-es-mit-dem-colosseum-weitergeht/?ref=loky.news), um das Kino an der Schönhauser Allee zu retten. Doch jetzt wurde die Immobilie offenbar an einen Hamburger Investor verkauft und bei den Unterstützer\*innen herrscht Zerknirschung: „Verwundert und besorgt haben wir die Berichterstattung in den letzten Tagen über das Kino Colosseum wahrgenommen. Im Tagesspiegel hieß es, dass der Verkauf des Kinos an den privaten Investor kurz bevorstehe und dass jetzt auch die Kultur im Haus gerettet sei. Happy End für das Kino? Von wegen! Ein tragfähiges kulturelles Nutzungskonzept von Values für das Colosseum kennen wir nicht“, schreibt Genossenschaftsvorstand Michel Rieck. Der Investor, heißt es, will auf dem Areal ein Büro- und Tagungskomplex bauen; der historische Kinosaal solle jedoch erhalten bleiben. „Das ist jedoch kein Zugeständnis an die Kultur, sondern eine zwingende Vorgabe des Denkmalschutzes“, sind die Genossenschaftler\*innen überzeugt. **Pankower Tor:** Pankow hat einen Masterplan – und zwar für das Gebiet zwischen Mühlenstraße und Prenzlauer Promenade, auf dem das neue Stadtgebiet „Pankower Tor“ entstehen soll. Am kommenden Mittwoch, 9\. Februar, lädt die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) zu einem virtuellen Bürgerforum; mit dabei sind Vertreter\*innen des Bezirksamts Pankow, des Senats und der Krieger Handel SE zusammen mit dem Planungsteam. Der Masterplan ist Grundlage für den Entwurf des Bebauungsplans, der demnächst erarbeitet wird. Beginn ist um 18 Uhr [auf der Projektseite des Pankower Tors](https://www.pankower-tor.de/node/1765?ref=loky.news), eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. **Baumfällung:** Weil sie nicht mehr ausreichend stand- und verkehrssicher sind, müssen in der Seelower Straße ab dem 14\. Februar insgesamt 21 Weiden gefällt werden. Die wirken zwar äußerlich gesund, seien aber durch Fäule an Stamm und Schnittstellen stark beschädigt, teilt das Straßen- und Grünflächenamt mit. Die Bäume werden aber nicht ersatzlos gefällt. „Die nach den unvermeidbaren Fällungen entstehenden Lücken werden wir neu bepflanzen und dabei auf Baumsorten setzen, die nach dem aktuellen Stand der Forschung möglichst gut an die stadtklimatischen Bedingungen angepasst sind“, sagt die für das SGA zuständige Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU). Im Frühjahr sollen acht Feldahorne und sieben Stieleichen gepflanzt werden, im Herbst folgen fünf Amberbäume. Eine Übersicht über Bäume, die in nächster Zeit in Pankow gefällt werden müssen, [gibt es übrigens hier](https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/strassen-und-gruenflaechenamt/gruenflaechen/artikel.1085102.php?ref=loky.news). [![Steady](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/02/Du-willst-Lokaljournalismus-der-zu-dir-passt-Dann-werde-jetzt-Mitglied-%E2%80%93-schon-ab-5%E2%82%ACMonat-1.png)](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) [**Unterstütze uns jetzt mit einer Mitgliedschaft!** ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news) **Tipps & Termine** - **5.2.:** Durch Zufall lernten sich die amerikanische Singer-Songwriterin Mckinley Black und der russische Straßenmusiker Vladimir Spiridonov kennen – und beschlossen, gemeinsam Musik zu machen. [Die „Soulmates“](https://www.wabe-berlin.info/feb-2022/5/?ref=loky.news) treten am Sonnabend in der Wabe auf. Beginn ist um 20 Uhr, Tickets kosten 15 Euro im Vorverkauf und 18 Euro an der Abendkasse. - **5.2.:** Auch im Panda Theater in der Kulturbrauerei gibt es am Sonnabend Musik und zwar von Anna, Lauriane und Juliette, die sich unter dem Namen [„Babayki“](https://www.eventbrite.de/e/babayki-tickets-256805069877?fbclid=IwAR2wb8G0AyJE3NvtmXcE-TpAp2JFGYZfi%5FKKBM6N-8762pBZjgCodeGCLfA&ref=loky.news) zusammengeschlossen haben. Sie singen osteuropäische Folklore-Lieder aus verschiedenen Jahrzehnten. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt kostet 10 Euro im Vorverkauf un 15 Euro an der Abendkasse. - **6.2.:** Wie wäre es mal wieder mit dem Besuch einer Lesebühne? Bei der [Reformbühne im BAIZ](https://reformbuehne.de/?ref=loky.news) tragen Heiko Werning, Spider, Susanne Riedel, Frank Sorge, Ahne und Gott Texte vor, als Gast ist Richard Blaha zuhgegen. Musik gibt es auch, die kommt von Doc Schoko. Beginn ist um 19 Uhr, [eine Anmeldung ist nötig](http://reservierung-reformbuehne@web.de/?ref=loky.news), das Spektakel wird aber auch im Livestream übertragen. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Handwerk:** Seit mehr als drei Jahrzehnten arbeitet Fred Jacob in einer Ladenwerkstatt in der Winsstraße. Er ist einer [der letzten Korbmacher Berlins](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/25/der-prinz-von-der-wins/?ref=loky.news). Von einem, der immer wieder aufsteht. **Zitat der Woche** „*Man spricht immer von einer Anonymität der Großstadt und fragt sich: Wieso muss das so sein? Hier wohnen ja ganz viele Leute, die absolut bereit sind mit anderen in Kontakt zu treten*“ sagt Sabine von der Initiative „Gleimviertel für Alle“. Manchmal, gebe ich zu, mag ich die Anonymität von Berlin gerne – weil ich weiß, dass ich sie jederzeit beenden kann. Denn Großstadt hin oder her: Letztendlich besteht Prenzlauer Berg aus vielen verschiedenen Kiezen, die alle wie kleine Dörfer sind. Ich gehe deshalb heute auf einen Plausch in meinem Lieblingscafé vorbei und wünsche euch allen ein geruhsames Wochenende! Eure Julia Schmitz und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, [den wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Der Helmholtzplatz sieht schwarz URL: https://www.loky.news/der-helmholtzplatz-sieht-schwarz/ Last updated: 2025-03-20T18:07:51.000Z ## Mieter\*innen in der Dunckerstraße befürchten, dass ihnen ein Neubau mit tiefschwarzem Dach jedes Licht nehmen wird. Wer entscheidet eigentlich, wie Häuser aussehen dürfen? --- Natürlich, die letzten Jahre waren purer Luxus. Wer kommt schon in den Genuss einer sonnendurchfluteten Wohnung, obwohl man im Seitenflügel oder Hinterhaus wohnt? Die Mieter\*innen in der Dunckerstraße 17 und 18 wissen ihr Privileg zu schätzen. Bald jedoch werden diese Zeiten vorbei sein, denn der Grund für das viele Licht in den Wohnungen ist eine Baulücke in der Senefelder Straße 21 – und die wird demnächst geschlossen. Hier entsteht das „Helmhouse“, mit 19 Eigentumswohnungen in Vorderhaus und Gartenhaus, dazu kommen zwei Townhouses auf dem Dach. Für knapp 1,9 Millionen Euro kann man eine dieser Dachgeschosswohnungen mit immerhin drei Zimmern erwerben, inklusive weitläufiger Terrasse. Nicht im Blick haben werden die zukünftigen Bewohner\*innen dabei das Schrägdach aus Blech, das auf den Bildern der Immobilienfirma in einem sehr tiefen Grau, fast schon Schwarz gehalten ist. Doch Nachbar\*innen gegenüber schon. Es ist diese dunkle Farbe, die Reinhard Richter richtiggehend auf die Palme bringen kann. „Ja, in Prenzlauer Berg werden dringend Wohnungen benötigt, es muss gebaut werden. Mir ist es auch egal, wer später in diese teuren Wohnungen einzieht, da habe ich keinen Sozialneid. Aber es gibt keinen Grund, das Dach schwarz zu machen, außer, dass es vermeintlich schick aussieht“, sagt er. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **„Wie in der Mietskaserne“** Weil der Neubau nur die wenigen Meter, die in der Berliner Bauordnung vorgeschrieben sind, von den Hinterhäusern der Dunckerstraße entfernt stehen wird, fürchten Richter und seine Nachbar\*innen nicht nur die vollständige Verschattung und gleichzeitige Aufhitzung durch das schwarze Dach, sondern Zustände, wie sie früher in den feuchten und dunklen Hinterhöfen der Mietskasernen herrschten. Richter kennt sich damit aus, er ist selbst in einer Hinterhofwohnung aufgewachsen. Und er fühlt sich als Anwohner übergangen. Anfragen an das Wohnungsbauamt, das Bezirksamt und die Senatsverwaltung haben bisher nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Denn der Teufel scheint hier im sprachlichen Detail zu liegen: Richter spricht immer wieder von einer Wand, die sich steil über drei Etagen zieht und mit ihrer schwarzen Farbe jegliches Licht schlucken würde. Beantragt worden sei aber keine Wand in „nahezu schwarzer Farbgebung“, so Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke), sondern „ein dreigeschossiges, steil geneigtes Schrägdach in Blechdeckung“. Und schwarze Dächer, anders als schwarze Wände, sind auch in Prenzlauer Berg weder ungewöhnlich noch bedürfen sie einer Sondergenehmigung. „Bauliche Anlagen müssen nach Form, \[…\] Werkstoff und Farbe so gestaltet sein, dass sie nicht verunstaltet wirken“, heißt es in der Berliner Bauordnung lediglich. Aber wer entscheidet eigentlich, wie [Neubauten](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/neubau/?ref=loky.news) aussehen dürfen und ob sie sich in die Umgebung einfügen, wie es die Bauordnung verlangt? Ein Rundgang durch Prenzlauer Berg zu jüngeren Bauprojekten oder Beispielen enthusiastischer Farbwahl bei der Fassadengestaltung lässt vermuten, dass sich auch in diesem Fall über Geschmack streiten lässt. „Das ‚letzte Wort‘ hat diesbezüglich die Bauaufsichtsbehörde. Sie ist für das Verfahren zuständig und bearbeitet und bescheidet federführend die Baugenehmigung auf Grund eines Bauantrags nebst den zugehörigen Bauvorlagen“, erklärt Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung Rona Tietje (SPD). Um einen architektonischen Entwurf als ‚verunstaltet‘ abzulehnen, müsse „ein krasses geschmackliches Unwerturteil, wie das einer das ästhetische Empfinden verletzenden Hässlichkeit“ vorliegen, so Tietje weiter. Dass ein schwarzes Dach darunter fiele, könne sie sich nur schwer vorstellen. **Farbe falsch dargestellt** Wir rufen im Architekturbüro an, wo das „Helmhouse“ entworfen wurde. „Der Streit hat sich vermutlich an den Bildern entzündet, die auf den Webseiten der Immobilienvermarktung zu sehen sind“, sagt Peter Bauer, Projektpartner bei Tchoban Voss. „Darauf sind die Dächer tatsächlich sehr dunkel dargestellt. Sie waren aber nie in Grau oder Schwarz geplant, sondern werden eine Farbe irgendwo zwischen Hellbronze und Champagner Metallic bekommen.“ Das Bauaufsichtsamt, erzählt er, habe sehr sensibel auf die Beschwerden der Mieter\*innen reagiert und mit dem Architekturbüro Rücksprache gehalten; mittlerweile wurde der Farbton auch explizit in die Baubeschreibung aufgenommen. Die Nachbar\*innen in der Dunckerstraße müssen nun also doch nicht schwarzsehen. Titelbild: Julia Schmitz ### Anonymität in der Stadt - muss das sein? URL: https://www.loky.news/anonymitaet-der-stadt-muss-das-sein-initiative-gleimviertel/ Last updated: 2025-03-20T18:07:24.000Z ## Wie sieht der perfekte Kiez aus? Ein Spaziergang mit der Initiative „Gleimviertel für Alle“, die möglichst viel öffentliches Leben schaffen will. --- „Wir machen den Kiez schöner!“, heißt es auf der Website der Initiative Gleimviertel für Alle. Aber was bedeutet das genau? An dem Samstagvormittag, an dem wir uns an der Brücke treffen, die die Sonnenburger mit der Schönfließer Straße verbindet, ist die Stimmung im Kiez noch verschlafen, kaum jemand ist auf der Straße. Auf dem Platz aber warten bereits Matthias, Sabine, Sören und sein Sohn Janosch, der im Kinderwagen mitfährt und so routiniert wirkt, als wäre er es gewohnt, dass der Papa Interviews gibt. Matthias: Mit ihm kaufen wir uns die Herzen. Sabine: Naja gut, es ist ja auch für ihn. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Möglichst viel öffentliches Leben ermöglichen** Wir treffen uns nicht zufällig auf den Platz vor der Brücke. Denn die Initiative hat hier einiges vor, Sören hat sogar folierte Bilder mitgebracht. Darauf haben Sabine und ihr Mann die Ideen der Initiative skizziert. Matthias: Der Platz hier ist ein gutes Beispiel für einen Ort im Kiez, wo es Ruheplätze geben sollte, an denen sich Menschen treffen können. Ein idealer Platz, den man umgestalten könnte. Wir als Initiative sind dabei, das voranzutreiben. Sören: Genau, grundsätzlich ist die Idee: Möglichst viel öffentliches Leben zu ermöglichen. Dazu müssen wir Platz schaffen. Das größte Thema ist da das Auto. Wir haben hier einmal den ruhenden Verkehr – Autos, die unglaublich viel Platz wegnehmen – und die Straßen mit aktiven Verkehr. Das ist alles Fläche, die nicht für das Zusammenkommen der Nachbarschaft zur Verfügung steht. Der Kern unserer Änderungswünsche ist daher, dass man eben diesen Platz schafft und dafür auch Regeln ändert. So, dass auch Straßenstände und Straßenverkäufe möglich sind. Mein Vater ist 1941 in Berlin groß geworden. Der erzählt ganz anders von seiner Kindheit. Die haben damals viel auf den Straßen gespielt und in den Innenhöfen rumgetobt. Da spielte sich einfach mehr Leben auf Straßen und Plätzen ab. Dafür wollen wir wieder Vorraussetzungen schaffen, und dafür müssen Gesetze geändert werden. **Wie sieht Platz schaffen konkret aus?** Sören: Wir wollen die Autos hier rausnehmen und Sitzgelegenheiten mit Bänken hinstellen, auf denen man sich unentgeltlich aufhalten kann. Und vor allen Dingen wollen wir viel Grün. Das wird für das Stadtklima immer wichtiger, Stichwort Flächen entsiegeln; und es schluckt Geräusche, macht kühler und einfach gute Laune. Dieser Vorschlag wäre eigentlich ganz schnell realisierbar. Sabine: Diese Nachbarschaftskultur ist wichtig. Und momentan wird es von außen nicht gefördert, dass man mal zusammenkommt und auch auf der Straße Zeit verbringt. Dazu ist es hier nicht angelegt. Sören: Auch öffentliche Toiletten sind ein großes Thema. Wir haben jetzt zwar eine am Falkplatz, aber wenn man sich länger draußen aufhält, dann muss man einfach irgendwann. Dazu sollte man öfter die Gelegenheit haben und ich finde, dass man dazu Bezirksgelder frei machen sollte. **Die Umsetzung wäre einfach** Sicher ist: Der Platz wird in den kommenden Jahren umgestaltet. Aber nicht unbedingt, weil die Bezirksverwaltung auf die Ideen der Initiative eingeht, sondern weil die Brücke im Jahr 2024 erneuert werden soll. Auch dafür hat die Initiative Vorschläge, die Entwürfe sind sogar schon gezeichnet und einlaminiert worden, Sören zeigt sie mir. Sören: Die Brücke hat jetzt schon eine soziale Funktion. Kinder stehen da und gucken sich die Züge an, Eltern trinken Kaffee. Aber leider ist sie ziemlich schmal und weil sie jetzt sowieso neu gebaut werden soll, haben wir einen Entwurf gestaltet, wie sie als öffentliche Fläche genutzt werden könnte. Wir wollen da einen Fuß- und Fahrradweg und daneben Sitzgelegenheiten, wie in einem kleinen Park. Die Angst, die viele Anwohner haben ist, dass da eine Autostraße hinkommt, weil es die Vorgabe gibt, dass Krankenwagen durchkommen sollen. Das finden wir ok, aber wir wollen bei der Planung auf jeden Fall ein Wörtchen mitreden. Matthias: Auch beim Bezirk ist dieser Platz auf jeden Fall im Fokus. Man ist sich in der Politik also einig, dass dieser Platz umgestaltet werden soll. Aber es hapert an der Umsetzung, da geht es nur schleppend voran. Sören: Wir reden hier teilweise darüber, fünf Schilder zu ändern. Wir haben denen schon eine Zusammenfassung gemacht, welches Verkehrszeichen wo hin muss und welche Formulare ausgefüllt werden müssen. Das ist nicht viel, aber sie machen es nicht. Matthias: Genau, das ist ein Beispiel, wo die Umsetzung ganz leicht zu machen wäre. Aber es dauert einfach zu lange. Sören: Da ist auch einfach wenig Vertrauen, dass die Bürger etwas machen. Das man sagt: Wir geben euch diese Fläche und lassen euch da ein paar Pflanzpötte hinsetzen. Sabine: Es gibt oft einen bürokratischen Überbau mit unzähligen Vorschriften. Das bremst alles aus. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/01/Gleimstra%C3%9Fe-1.jpg) Foto: Sonja Koller **Nachbarschaftsgefühl wie in Frankreich** Die Initiative hat sich erst vor etwas über einem Jahr zusammengefunden. Heute gibt es schon einen stabilen Kern von circa 25 bis 30 Leuten. Ursprünglich hatte „Gleimviertel für Alle!“ einen klaren Verkehrshintergrund, die Fahrradstraße Gleimstraße galt als wichtiges Anliegen. Auch heute noch liegt der Fokus der Initiative auf Verkehrsthemen. Zusätzlich kann man sich aber auch vorstellen, Straßenfeste zu organisieren und das Leben im Kiez zu fördern. Sabine: Man spricht immer von einer Anonymität der Großstadt und fragt sich: Wieso muss das so sein? Hier wohnen ja ganz viele Leute, die absolut bereit sind mit anderen in Kontakt zu treten. Aber aufgrund der Strukturen macht man es nicht, die Umgebung verhindert es ja eher. Kaum jemand setzt sich mal auf die Straße zum Lesen und sagt „Ich guck mal, ob jemand kommt“, wie es zum Beispiel in Frankreich üblich ist. Dort ist es normal, dass die Leute auf der Straße auf der Bank sitzen und dann kommen die Nachbarn und quatschen miteinander. Sören: Hier gibt’s gar keine Bänke. Sabine: Das sind ja wichtige gesellschaftliche Aktivitäten, die hier nicht stattfinden, weil es den Raum nicht gibt. **Positivbeispiel Kopenhagener Straße** Wir spazieren weiter zur Kopenhagener Straße, an der sich die Initiative orientieren will. Die Straße und das Nachbarschaftsleben gehe in die richtige Richtung. Auch tolerieren die zuständigen Ämter hier einiges, für das man sonst Sondergenehmigungen bräuchte. Kleine Holzbänke oder Pflanzen auf dem Bürgersteig zum Beispiel. Matthias: Ich wünsche mir, dass es hier im Gleimkiez Plätze gibt, wo man sich treffen und austoben kann. Wichtig wäre, dass es nicht irgendwelche peniblen Verwaltungsmitglieder Bürgerinitiativen behindern und dann sagen, dass man um einen Baum keine Blumen planen darf. Sören: Die Kopenhagener Straße ist da wirklich ein Positivbeispiel. Hier gibt es jetzt zum Beispiel neue Fahrradständer, die gerne genutzt werden. Dann haben die Nachbarn hier auf Eigeninitiative Bänke rausgestellt. Auch toll war, wie der Gleimtunnel 2019 für Bauarbeiten gesperrt war. Man glaubt gar nicht, was das für einen Unterschied gemacht hat. Es ist echt eine andere Welt auf der Gleimstraße, wenn hier nicht tausende Autos durchheizen. **Straßenverkäufer\*innen auf der Gleimstraße** Sören: Die Gleimstraße ist ein riesiges Thema, weil sie ein sozialer Mittelpunkt sein könnte. In Asien etwa hat man überall Straßenverkäufer und Leben auf den Straßen. Hier geht es eigentlich nur um die Autos, die entlangfahren, für die Fußgänger gibt’s nur einen kleinen Bürgersteig. Was wir in der Gleimstraße brauchen, sind Lieferflächen und Zebrastreifen. Momentan gibt es da einfach viel zu wenig. Matthias: Man merkt, die Autos hier fahren fast alle schneller als 30 Kilometer pro Stunde. Wenn sich alle Autos konsequent an das Tempolimit halten würden, wäre es schon ein Fortschritt. Sabine: Dazu könnte man Bremsschwellen einbauen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das viel kostet. Matthias: Aber die Gleimstraße ist immer noch eine Hauptstraße und auf dieser Art von Straßen sind solche Bremsschwellen nicht zugelassen. Das geht nur in Anwohner- oder Nebenstraßen. Sören: Was ich richtig cool fände, sind Schrebergärten für die Gleimstraße. Also einfach kleine Parzellen, die man verlost und zur privaten Nutzung freigibt. Es ist gut, dass man Stadtgrün hat, aber es muss auch gepflegt werden. Mit diesem Vorschlag müsste dann nicht Grün Berlin oder das Bezirksamt übernehmen. Man könnte das an bestimmte Vorgaben knüpfen, sodass etwa kein Zaun um die Grünfläche gebaut werden darf. Auch das Bild wäre schön: Im Moment ermöglicht man ja jedem Autofahrer, für ein bisschen Geld diese Fläche zu nutzen. Genauso könnte man um den Preis auch Schrebergärten ermöglichen. Es ist hier auch nicht nur der fehlende Platz ein Problem. Man muss schauen, was man mit der Fläche macht und mitdenken, dass es ein gewisser Aufwand ist, so eine Fläche zu verwalten. **Brennpunkt Restaurants Onkel Ho und Best Friends** Wir sind an der Ecke angekommen, an der die Gleimstraße auf den Falkplatz stößt. Hier stehen Restaurants dicht aneinander, die Lage vor zwei Restaurants ist der Initiative besonders ein Dorn im Auge. Sören: Hier ist in Brennpunkt. Diese Restaurants, die haben ein halbes Jahr lang ihre Tische draußen und Fußgänger können dann nur einen kleinen Streifen nutzen, um vorbeizugehen. Da müssten Parkplätze weg, damit Fußgänger vorbeigehen oder Tische dort stehen könnten. Die zweite große Sache ist der Lieferverkehr. Weil dieser häufig in der zweiten Reihe parkt, herrscht zu oft Chaos. Dann staut sich der Verkehr und für die Radfahrer ist das wirklich gefährlich. Wir brauchen also viel mehr Fllächen dafür. Von den 400 Parkplätzen hier wollen wir, dass die Hälfte umgewandelt wird. Und diese 200 neu gewonnenen Parkplätze wollen wir zu einem Drittel zu Lieferzonen machen, der Rest soll zu freien Sitzflächen werden. Es soll Platz für Toiletten und öffentliche Gewerbe geben. Wir wollen, dass die Gleimstraße zu einer sozialen Fläche wird. Es ist zu eng in der Stadt, dass wir es uns leisten können, dass jeder ein Auto abstellen kann. Matthias: Ich bin etwas weniger Anti-Auto. Bevor ich sage, „Autos weg“ will ich ein Bild im Kopf haben, wie es stattdessen aussehen kann. Hier ist ein Beispiel einer Situation, wo ich sage: ja, hier in der Gleimstraße sollten alle Anwohnerparkplätze weg. In den anderen Straßen, wo keine Restaurants sind, können die Autos ruhig bleiben. Titelbild: Sonja Koller ### Prenzlauer Berg Newsletter #04 stellt Möbel selbst her URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-04-stellt-moebel-selbst-her/ Last updated: 2025-03-20T18:08:52.000Z ## Ein Korbmacher in der Winsstraße, eine Grundstückssuche im Blumenviertel und eine Diskussion über Parkplätze auf der Schönhauser Allee: Wer und was in dieser Woche in Prenzlauer Berg Thema war, erfahrt ihr im Newsletter. --- Habt ihr schon einmal ein Möbelstück speziell für euch anfertigen lassen? Heutzutage beherrschen Möbelhäuser das Stadtbild und kleine Handwerksbetriebe haben es immer schwerer. Fred Jacob lässt sich davon aber nicht die Laune vermiesen. Er ist einer der letzten Korbmacher in Berlin, seine Werkstatt in der Winsstraße kann sich vor Aufträgen kaum retten. Mein Kollege Peter Schulz hat ihn für unser [„Leute im Kiez“-Spezial ](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/alltag/leute-im-kiez/?ref=loky.news)besucht. Unser **Text der Woche:** - **Handwerk:** Seit mehr als drei Jahrzehnten arbeitet Fred Jacob in einer Ladenwerkstatt in der Winsstraße. Er ist einer [der letzten Korbmacher Berlins](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/25/der-prinz-von-der-wins/?ref=loky.news). Von einem, der immer wieder aufsteht. **Kiezfoto der Woche** ![Kiezfoto](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/01/Ubahn-Eberswalder-Stra%C3%9Fe-1024x768.jpg) Foto: Christina Heuschen **Aus dem Bezirk** - **Schuldrehscheibe:** Pankows Schulen platzen aus allen Nähten oder modern vor sich hin. [Seit Längerem plant der Bezirk daher eine Schuldrehscheibe auf der Werneuchener Wiese](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/12/05/schulbau-auf-der-werneuchener-wiese-verzoegert-sich/?ref=loky.news) zwischen Volkspark Friedrichshain, der Danziger Straße, Kniprodestraße und Margerete-Sommer-Straße. Nun scheint es tatsächlich [Fortschritte](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1170226.php?ref=loky.news) zu geben. „Das Konzept der Schuldrehscheiben hilft uns dabei, bestehende Schulen zu sanieren und zu erweitern, ohne dass dabei vor Ort der laufende Unterricht gestört wird. Wir hoffen, dass das Ausweichen auf den Drehscheibenstandort für die betroffenen Schulgemeinschaften neben der zeitweiligen Umstellung vor allem eine Entlastung ist”, sagte Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke). Derzeit werde der Bau des temporären Schulgebäudes inklusive Sporthalle auf dem Gelände vorbereitet. Und weil die Schuldrehscheibe in einer modularen Holzbauweise errichtet werde, benötige der Aufbau der Gebäude nur eine vergleichsweise kurze Zeit. Der Plan sieht vor, dass im Sommer 2023 das Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium als erste Schule dort vorübergehend einzieht. Die Gesamtkosten für die Maßnahme belaufen sich auf 32.265.000 Euro. - **Grundstückssuche:** Sag mir, wo die Blumen blühen: vermutlich bald nicht mehr im [Gemeinschaftsgarten „Peace of Land”](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/09/07/mit-uns-spricht-keiner/?ref=loky.news), auch wenn der passenderweise im Blumenviertel liegt. Hier machen sich ebenfalls die Platznöte der Schulen bemerkbar, denn die Grundschule im Blumenviertel benötigt eine neue Turnhalle. Dafür müssen die Gärtner\*innen weichen – denn sie hatten mit dem Bezirk nur eine Zwischennutzung vereinbart. „Der politische Wille war nicht für den alternativen Plan zu begeistern, die Turnhalle für die Grundschule im Blumenviertel auf den benachbarten Flächen Sigridstr. 11a und Syringenplatz zu bauen“, schreibt uns Silke Meyer. Das Grünflächenamt Pankow hatte den Gärtner\*innen daher andere Flächen im Bezirk angeboten. Doch dem Projekteam sind diese zu weit vom jetzigen Standort entfernt. Nun sucht „Peace of Land“ nach einem anderen, näheren Grundstück, das dauerhaft genutzt werden kann. - **Parkplätze:** Die Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg gilt als eine der vielen Straßen, in der das Radfahren besonders unangenehm ist. Deshalb soll auch auf einem Abschnitt zwischen Eberswalder/Danziger Straße und Gleimstraße/Stargarder Straße [ein mit Pollern abgesicherter Radweg](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/02/22/was-wurde-aus-dem-radweg-auf-der-parkspur/?ref=loky.news) angelegt werden. Doch der Abgeordnete Stefan Förster (FDP) befürchtet eine Schikane von Autofahrer\*innen. Er wollte deshalb von der Senatsverwaltung wissen, wie viele Parkplätze durch den Umbau wegfallen. „Da es sich nicht um einzeln markierte Parkstände, sondern den rechten Fahrstreifen handelt, kann keine genaue Anzahl genannt werden. Schätzungsweise finden insgesamt auf beiden Straßenseiten derzeit circa 150 Pkw Platz“, heißt es in der Antwort auf die schriftliche Anfrage. Auch seine Befürchtung, dass der Weg lediglich gebaut werde, damit Radfahrende sich überholen können, sei nicht zutreffend. Auf Twitter wird bereits heftig darüber diskutiert. „Für den [Radweg](https://twitter.com/prenzlix/status/1486693574611722243?ref=loky.news) auf der Schönhauser Allee fallen 150 Parkplätze weg. Der Parkplatzsuchverkehr im Gleimviertel und im Helmholtzkiez wird wohl steigen”, schreibt Felix Reifschneider (FDP). „Laut Verkehrszählung sind auf der Schönhauser Allee täglich bis zu 10.000 Fahrradfahrer unterwegs. Selbstverständlich müssen läppische 150 Parkplätze dafür weichen”, kommentiert ein anderer Nutzer. - **Kirchenbrand:** Nachdem es vergangene Woche in der Paul-Gerhardt-Kirche in Prenzlauer Berg gebrannt hatte, ermittelt die Polizei nun wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung. [Erste Ermittlungen](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2022/pressemitteilung.1169663.php?ref=loky.news) haben ergeben, dass ein Zeuge einen unbekannt gebliebenen Mann kurz vor Ausbruch des Brandes beim hastigen Verlassen des Gotteshauses gesehen hatte. Seit dem Brand erfährt die Gemeinde nach eigenen Angaben große Unterstützung. „Aus der Nachbarschaft, von Politikerinnen und Politikern, aus der Ökumene, von jüdischen und muslimischen Glaubensgeschwistern, etwa vom Präsidium des House of One und vom Deutschen Muslimischen Zentrum Berlin, erreichen uns Zeichen der Verbundenheit. Diese Solidarität und das Miteinander als Gemeinde geben Kraft und machen die Erschütterung erträglicher“, sagt Pfarrerin Almut Bellmann. Das Feuer hat einen erheblichen Sachschaden hinterlassen, berichtet die Gemeinde. **Kriminelles & Unschönes** - **Zusammenstoß:** Am Montagmittag ereignete sich ein Verkehrsunfall in Prenzlauer Berg. Laut Aussagen von Zeug\*innen soll e[ine 73-jährige Fahrerin aus Richtung Cantianstraße kommend](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2022/pressemitteilung.1170480.php?ref=loky.news) widerrechtlich die Haltelinie einer roten Ampel an der Kreuzung Gleimstraße Ecke Schönhauser Allee überfahren haben. Wie die Polizei mitteilte, kollidierte kurz darauf ihr Honda mit einer aus Richtung Kopenhagener Straße kommenden Straßenbahn der Linie M1\. Der 36-jährige Tramfahrer leitete eine Gefahrenbremsung ein, konnte den Zusammenstoß jedoch nicht verhindern. Während die Fahrgäste der Tram unverletzt blieben, erlitten die Autofahrerin und ihr Beifahrer einen Schock sowie Verletzungen an Oberkörper und Kopf. Beide wurden stationär in einer Klinik aufgenommen. **Tipps & Termine** - **Bis 23.2.:** Unter dem Titel „Candela“ beginnt nun Teil drei des [artspring Lichtkunstfestival](https://www.artspring.berlin/artspring-lichtkunstfestival/?ref=loky.news) im Pavillon am Milchhof in der Schwedter Straße. Gezeigt werden Arbeiten von Marta Djourina, Maxi Pfeil, Wolfgang Gross, Frauke Bergmann, Claire Laude, Boohri Park und Andrea van Reimersdahl. - **Bis 06.06.:** Der Ernst-Thälmann-Park gilt als Prestigeobjekt des sozialistischen Städtebaus in der späten DDR. Heute steht die Anlage vor allem im Mittelpunkt verschiedener Diskussionen. Eine [Ausstellung im Zeiss-Großplanetarium](https://www.planetarium.berlin/ausstellungen/ernst-thaelmann-park?ref=loky.news) zeigt jetzt die Entstehungsgeschichte des Ensembles. Der Eintritt ist frei. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Corona-Politik:** Trotz steigender Infektionszahlen herrscht in Berliner Schulen Präsenzpflicht, viele Eltern fühlen sich allein gelassen. Ein [Gespräch mit der Vorsitzenden des Bezirkselternausschusses über die Lage](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/21/augen-zu-und-abwarten/?ref=loky.news) in Pankow. - **Pläne:** Während viele Neujahrsvorsätze eher kurzlebig sind, haben sich die Mitglieder des Bezirksamts Pankow langfristige Ziele gesetzt. Aber welche sind das genau? [Wir haben bei den Stadträten und -rätinnen nachgefragt.](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/18/bezahlbare-wohnungen-fuer-normalverdiener/?ref=loky.news) **Zitat der Woche** *„Erstma mach ick sowieso allet. Ick fürchte mir vor nüscht“,* sagt Fred Jacob. Der Korbmacher hat schon so manch einen verrückten Wunsch erfüllt: einen Hut für den Genfer Autosalon, unter dem ein Auto präsentiert wurde, oder zwei über vier Meter große Hände für das Opernhaus in Los Angeles. Nun wartet er laut eigener Aussage darauf, welche Spinnereien die Zukunft bringt. Bis dahin macht er einfach weiter. Das war es mit unserem Spezial zu „Leuten im Kiez“. Nächste Woche lest ihr bei uns, wie sich eine Initiative von Bürger\*innen den perfekten Gleimkiez vorstellt. Jetzt wünsche ich euch aber ein schönes Wochenende! Eure Christina Heuschen und die ganze Redaktion Titelfoto: jhenning / Pixabay --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den [wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Der Prinz von der Wins URL: https://www.loky.news/der-prinz-von-der-wins/ Last updated: 2025-03-20T18:08:21.000Z ## Seit mehr als drei Jahrzehnten arbeitet Fred Jacob in einer Ladenwerkstatt in der Winsstraße. Er ist einer der letzten Korbmacher Berlins. Von einem, der immer wieder aufsteht. --- ## Dies ist ein Text aus unserem Schwerpunkt [„Leute im Kiez“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/alltag/leute-im-kiez/?ref=loky.news) --- \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ Vor dem Laden von Fred Jacob steht eine Frau, holt ihr Smartphone aus der Tasche und macht ein paar Fotos von dem Schaufenster, in dem momentan zwei große, hängende Korbsessel ausgestellt sind. „Da, es wird schon wieder fotografiert“, ruft Jacob, während er von seinem Arbeitsplatz aufsteht und etwas aus der Werkstatt im hinteren Teil des Ladens holen will. Er bleibt kurz stehen, dreht sich um und erklärt mit ausgebreiteten Armen und spitzbübischem Selbstbewusstsein: „Weil ick der Beste bin, weil ick der Prinz bin.“ Schon über dem Schaufenster seines Ladens ist folgende Aufschrift von draußen deutlich zu lesen: „Berlin’s innovativster Korbmachermeister“. Seit 1984 ist der 61-Jährige selbstständig und betreibt die Ladenwerkstatt in der Winsstraße. Vielleicht redet er deshalb beim Arbeiten. Oder arbeitet beim Reden. Beides mag er gern, aber Zeit ist eben Geld, wenn man ein eigenes Geschäft hat. Gerade sitzt er im wahrsten Sinne des Wortes an einem Auftrag, flicht einen Hocker mit Peddigrohr, aus dem Mark der Rattanpalme gewonnene lianenartige Stränge, aus. Er ist vier bis fünf Monate im Voraus ausgebucht. Ein wenig Kunst hatte er ab und zu auch noch gemacht, aber es bleibt seit drei Jahren einfach keine Zeit mehr dafür. Wenn man ihn fragt, was sich beruflich während der Corona-Zeit geändert hat, dann sieht er einen etwas ungläubig an und sagt: „Ja nix, hat sich jar nüscht jeändert.“ Eher hatte er mehr Aufträge, die Kunden waren dankbarer, schätzen wieder die Kunst des Handwerks. Fred Jacob drückt es so aus: „Weil noch einer in seinem Leben jearbeitet und nich nur zu Hause jesessen hat.“ 1984, mit gerade einmal 24 Jahren, übernimmt er den 1952 gegründeten Laden eines anderen Korbmachers und beginnt ein Jahr später die Meisterschule. Prompt muss er, die Theorie hatte er schon abgeschlossen, pausieren, um für eineinhalb Jahre die Armee-Zeit abzuleisten. „Da hab ick schön euern Arsch jerettet, alle Ostler hab ick beschützt, dass se in Ruhe schlafen konnten“, sagt Jacob schelmisch und lacht. Die Angestellten, die er bereits hatte, führten in dieser Zeit den Laden weiter. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/01/Korbmacher-1.jpg) Im Atelier / Foto: Peter Schulz Eine alte Kundin betritt das Geschäft – die Erste, seit der Laden vor drei Stunden öffnete. Jacob ruft ihr zu: „Hallo, womit kann ick ne Freude machen?“ Die Frau erwidert: „Hallo und guten Tag und gesundes, neues Jahr.“ Der 61-Jährige wünscht gleiches. Nun schildert sie ihr Anliegen, sucht die Fotos und als sie ihm das Smartphone hinhält, konstatiert er sofort: „Wiener Kaffeehaus-Stuhl, der kostet 97 Euro fuffzig und ist in den letzten 20 Jahren produziert worden.“ Die Kundin lässt sich versichern, dass es der Preis vom Geflecht ist und überlegt laut, wie sie die drei Stühle in den Laden bekommt. Als sie ihm noch ein Bild von der Stuhlunterseite zeigt, wird er etwas energisch: „Ick weeß, es interessiert mich nich. Ick brauch nur een Blick. Nach 37 Jahren sollte man dit drauf haben.“ **Wie der Vater, so der Sohn** Die Korbmacher-Tradition der Familie beginnt schon 1918 in der Singerstraße in Friedrichshain. Sein Großvater Karl Jacob gründet damals ein Korbmachergeschäft, auch sein Vater Arthur wird Korbmacher. Doch der sagte gleich zu ihm: „Sohn, lern einen vernünftigen Beruf, geh in einen Großbetrieb.“ Da hatte der Vater schon zwei seiner Kinder als Korbmacher ausgebildet. So ging Fred Jacob, der jüngste Sohn der zehn Kinder in der Familie, 1982 beim ältesten Bruder für zwei Jahre in die Lehre. Dieser besaß ein Geschäft in der Raumerstraße, er starb 1995\. Heute betreibt sein anderer Bruder noch einen Laden in Mitte und sein Neffe einen in Pankow. Und sogar seine Tochter hat bei ihm Korbmacherin gelernt, arbeitet aber zurzeit in einem Supermarkt. Fred Jacob will jedoch nicht über seine Familie reden und fragt energisch: „Haste nicht andere Fragen, die interessant sind?“ Er will ausschließlich über sein Leben erzählen und sagt: „Ick bin icke. Um mich gehts und nicht um meine Eltern.“ Also ist nur so viel zu sagen: Er wird 1960 geboren und wächst, bis er die Schule abschließt, in Altglienicke auf. Nach der Schule absolviert er, so wie sein Vater ihm rät, eine Ausbildung im Werk für Fernsehelektronik. Dort ist er zuständig für die Funktionstüchtigkeit der Produktionsmaschinen und schon mit Anfang 20 in der höchsten Lohngruppe der DDR. Für ihn konnte das nicht alles gewesen sein. So beginnt er die Lehre des Korbmachers, um anschließend die Ladenwerkstatt in der Winsstraße zu übernehmen. „Man nannte mich auch den Senkrechtstarter der Familie“, gibt er nicht ohne Stolz wider. **Vom Handwerk zu Billigware** Dieser Senkrechtstarter arbeitet bis heute in dem Geschäft. Zu DDR-Zeiten war das Arbeiten jedoch ein anderes, damals mit sechs Angestellten. Bei Ladenöffnung um 10 Uhr steht schon eine Schlange vor der Tür und zwei Stunden später ist alles ausverkauft. Die Materialvergabe wird planwirtschaftlich geregelt und die Preise seiner Produkte – Einkaufskörbe, Wäschebehälter, Tabletts – müssen vom Preisamt in Leipzig genehmigt werden, was lange Wartezeiten bedeutet. 36 Korbmacher gab es früher in Ostberlin, heute sind es nur noch eine Handvoll. Vielleicht hat er deshalb so viel zu tun und fragt sich manchmal, wo die Leute die ganzen Stühle hernehmen. Aus ganz Deutschland bringen Menschen ihre Stühle nach Berlin, wenn sie ihre Kinder besuchen, oder schicken sie sogar per Post. Das freut ihn natürlich, denn es gab auch andere Zeiten. Nach dem Fall der Mauer lief erst einmal gar nichts mehr, erzählt der 61-Jährige. Alle sechs Angestellten werden entlassen. Nun wollen die Menschen vor allem Westprodukte kaufen, in seinem Handwerk heißt das: billige Rattanmöbel. Also verkauft er jahrelang Rattanmöbel im Laden , bis es ihm über ist, um den Preis zu feilschen oder sich von den Kunden anzuhören, dass es woanders billiger ist. Er beginnt wieder mit eigener Produktion. Dabei sind fünfzig Prozent seiner Arbeit alltägliche Stuhl-Reparaturen – neben seinen Aufträgen für Theater- und Opernhäuser oder Sonderanfertigungen. Mit so einem Einzelstück, einem geflochtenem Frauentorso, gewann er 2001 den Landespreis Gestaltendes Handwerk von Berlin-Brandenburg – und damals 20.000 DM Preisgeld, das sofort den Gerichtsvollzieher vor der Tür stehen ließ. ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/01/Korbmacher3.png) Korbstühle sind noch immer gefragt / Foto: Peter Schulz Die Geschichte der Pleite hat nichts mit dem Korbmacher-Geschäft zu tun, sondern mit drei Lebensmittelgeschäften Anfang der 90er Jahre. In dieser Übergangszeit, in der der Ostdeutsche langsam lernen muss, wie der Westen denkt und handelt, eröffnet Jacob drei Läden ausschließlich mit Ostprodukten. Sein Geschäftspartner ist ein sogenannter Ostwessi, so seine Wortschöpfung. Ein Ostwessi, erklärt er, ist ein Ostler, der in den Westen abgehauen war und dann zurückkam. Der 61-Jährige vervollständigt: „Diese Spezies ist jefährlich, denn die wissen, wie nen Ossi is, haben den Westen kennenjelernt und wussten dann, wie se nen Ossi bescheißen konnten.“ Eine sechsstellige Summe Schulden hinterlässt dieser sogenannte Ostwessi ihm, seit fünf Jahren sind sie getilgt. Und mitten in diesem Prozess steht die Scheidung nach 30 Jahren Ehe an – keine Schulden, keine Ehe mehr. **Kein Gedanken ans Aufhören** Fred Jacob aber betitelt sich selbst als Stehaufmännchen, ein Mann, der nicht aufgibt und sich gerne Herausforderungen stellt. Man glaubt es ihm sofort. Er hat keine Angst vor speziellen Kundenwünschen und sagt: „Erstma mach ick sowieso allet. Ick fürchte mir vor nüscht.“ Dazu gehörte ein Hut für den Genfer Autosalon, unter dem ein Auto präsentiert wurde, oder zwei über vier Meter große Hände für das Opernhaus in Los Angeles. Nur einmal ist er an seine Grenzen gekommen und hat abgesagt: einen menschengroßen Bienenkorb herzustellen –wegen einer besonderen Flechttechnik. Dieser Umstand kratzt jedoch nicht an seinem Selbstbewusstsein: „Ick bin wer und kann auf dit, was ich erreicht habe, stolz sein.“ Die Leute hier im Kiez mögen ihn, er hat sich einen Namen gemacht. Aber er hört noch lange nicht auf, das steht fest. Sein Bart und seine Haare werden zwar grau, witzelt er, und die Jahre gehen weiter ins Land. Aber auf die Rente bereitet er sich nicht vor. Sein Plan ist es, mit 90 Jahren aufzuhören, vier Jahre Rente zu bekommen und dann „geh ick in die Kiste.“ Fred Jacob wird nicht freiwillig aufhören. „Mich muss man hier tot aus dem Laden raustragen“, sagt er mit ernstem Nachdruck und begibt sich in die Werkstatt im hinteren Teil des Geschäfts. Einen Augenblick später steht er arbeitend am Brenner und redet dabei noch lange über unsere verrückte Gegenwart und die „Spinnereien, die die Zukunft bringt.“ Aber der Prinz aus der Winsstraße richtet auch dann seine Krone und macht einfach immer weiter. Fotos: Peter Schulz ### Prenzlauer Berg Newsletter #03 diskutiert über Präsenzunterricht URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-03-diskutiert-ueber-praesenzunterricht/ Last updated: 2025-03-20T18:07:05.000Z ## In Prenzlauer Berg gibt es Ärger: um den Präsenzunterricht, eine Bürger\*innensprechstunde und eine Fahrradstraße. Warum das so ist und was sonst in dieser Woche passiert ist, erfahrt ihr im Newsletter. --- Momentan gilt für Berliner Schüler\*innen wieder Präsenzpflicht, doch nicht alle Eltern sind glücklich, dass endlich wieder Unterricht in der Schule stattfindet. Denn das Risiko ist hoch, dass sich ihre Kinder anstecken. Hatten sie Kontakt zu einer infizierten Person oder wurden sie sogar selbst positiv getestet, müssen sie in Quarantäne. Kommen sie wieder, haben sich andere Mitschüler\*innen oder Lehrer\*innen angesteckt. Ein funktionierender Unterricht scheint so kaum möglich. Wie ist die Lage aktuell in Pankow? Meine Kollegin Julia Schmitz hat mit der Vorsitzenden des Bezirkselternausschuss (BEA) gesprochen. Wie Katja Ahrens die Situation einschätzt, erzählt sie in unserem **Text der Woche:** - **Corona-Politik:** Trotz steigender Infektionszahlen herrscht in Berliner Schulen Präsenzpflicht, viele Eltern fühlen sich allein gelassen. Ein [Gespräch mit der Vorsitzenden des Bezirkselternausschusses über die Lage](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/21/augen-zu-und-abwarten/?ref=loky.news) in Pankow. **Was sonst noch los war:** - **Pläne:** Während viele Neujahrsvorsätze eher kurzlebig sind, haben sich die Mitglieder des Bezirksamts Pankow langfristige Ziele gesetzt. Aber welche sind das genau? [Wir haben bei den Stadträten und -rätinnen nachgefragt](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/18/bezahlbare-wohnungen-fuer-normalverdiener/?ref=loky.news). **Kiezfoto der Woche** ![Kiezfoto](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/01/e26b5fe9c114451b84a56b1dbd054686-1024x1024.jpg) Wenn alles nicht mehr hilft… / Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** - **Bezirksamt:** Eine Einladung zu einer Bürger\*innensprechstunde sollte eigentlich niemanden aufregen. Doch genau dafür steht Manuela Anders-Granitzki (CDU), Bezirksstadträtin für Ordnung und öffentlicher Raum, derzeit in der Kritik. Nutzte sie die Veranstaltung für parteipolitsche Zwecke? Anfang Dezember hatte sie zu einer virtuellen Diskussion über die Verkehrssituation in der Kastanienallee (aber nicht die in Prenzlauer Berg, sondern in Rosenthal) geladen, die Anmeldung erfolgte per Mail. Doch die Durchführung der Videokonferenz lief nicht etwa über einen offiziellen Account des Bezirksamtes Pankow, sondern über den Privataccount eines anderen BVV-Mitglieds aus der CDU – der die Veranstaltung darüber hinaus in den sozialen Medien inklusive Parteilogo bewarb. Das Bezirksamt – und dazu gehört auch Stadträtin Anders-Granitzki – spricht allerdings „mit einer Stimme“ und darf derartige Veranstaltungen nicht parteipolitisch verreinahmen. Der Bezirksverordnete Mike Szidat (SPD) hat deshalb eine Kleine Anfrage bei eben jenem Bezirksamt gestellt, weil er eine Wiederholung solcher Vorfälle befürchtet – die Antwort steht, trotz längst abgelaufener Frist, allerdings noch aus. - **Fahrradstraße:** Autos parken in zweiter Reihe, Autofahrer\*innen überholen Radfahrer\*innen und eine Menge an Leuten nutzt sie als Abkürzung: eine Situation, die in der [Stargarder Straße](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2021/12/03/was-wurde-aus-der-fahrradstrasse-stargarder/?ref=loky.news) keine Seltenheit ist, obwohl die Straße im Dezember letzten Jahres in eine Fahrradstraße umgewandelt wurde. Durchgangsverkehr dürfte es daher dort nicht geben und Radfahrer\*innen hätten theoretisch Vorfahrt. Doch so ganz funktioniert das nicht. Denn viele Autofahrer\*innen halten sich nicht an diese Regel. Stefan Gelbhaar (Bündnis 90/Die Grünen) kritisiert, dass das Bezirksamt nichts dagegen unternimmt. „Die CDU-Stadträtin will zurück zum ‚Gestern‘ in der Pankower Verkehrspolitik. Statt für Flächengerechtigkeit zu sorgen, wird der Autoverkehr zu Lasten des Fuß- und Radverkehrs einseitig bevorteilt“, schreibt der Politiker, der für den Wahlkreis Pankow im Bundestag sitzt, auf seiner Webseite. Es reiche nicht aus, Verkehrsschilder aufzustellen und die Fahrbahn zu markieren. Er glaubt, dass die gegenwärtige Situation die Konflikte weiter verschärfen werde, wenn der Durchgangsverkehr nicht geblockt werde. - **Radwege:** Weil manche Radwege in Berlin eher einer Buckelpiste gleichen, wechseln zahlreiche Radfahrer\*innen lieber auf die Straße. Manch eine\*r nutzt die Radwege nicht, obwohl sie sich in einem guten Zustand befinden – und wird dafür mitunter von der Polizei sprichwörtlich aus dem Verkehr gezogen. Das passiert auch in Pankow: Zwischen 2017 und Ende 2021 wurden im Bezirk 200 Verstöße gegen die Benutzungspflicht von Radwegen mit Bußgeldern bestraft, ergab eine Anfrage des FDP-Abgeodneten Stefan Förster. - **Kostenlose Masken:** Die Corona-Pandemie treibt auch weiterhin ihr Unwesen, die Zahl der Infizierten steigt und die Maßnahmen werden verschärft – unter anderem gilt nun wieder die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Personen mit geringem Einkommen können sich deshalb ab sofort [FFP2-Masken kostenlos](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1168944.php?ref=loky.news) in den Rathäusern Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee abholen. Die Ausgabe erfolge solange der Vorrat reicht. **Kriminelles & Unschönes** - **Tram:** Wie die Berliner Feuerwehr mitteilt, hat es am Donnerstagabend auf der Landsberger Allee Ecke Storkower Straße einen Unfall mit einer Tram gegeben. Dabei soll eine [Person eingeklemmt und lebensbedrohlich verletzt](https://twitter.com/Berliner%5FFw/status/1484218494350770181?ref=loky.news) worden sein. Die wurde Person befreit und ins Krankenhaus transportiert. - **Verkehrsunfall:** In Prenzlauer Berg ist ein [Radfahrer gegen eine geöffnete Taxitür gefahren](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2022/pressemitteilung.1167724.php?ref=loky.news) und schwer verletzt worden. Wie die Polizei berichtet, war der 45-Jährige am Freitagnachmittag vergangener Woche mit seinem Lastenfahrrad auf dem Radweg der Schönhauser Allee unterwegs. Kurz nach der Stargarder Straße habe ein Taxi am rechten Fahrbahnrand gehalten, da eine 32 Jahre alte Frau aussteigen wollte. Als diese die hintere rechte Fahrzeugtür öffnete, sei der Radfahrer dagegen gefahren. - **Überfall:** Drei [Jugendliche sollen am Samstagnachmittag einen jungen Mann überfallen](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2022/pressemitteilung.1167775.php?ref=loky.news), geschlagen und verletzt haben. Laut Polizeiangaben überquerte der 18-Jährige die Bösebrücke, als ihn drei ihm flüchtig bekannte Männer angriffen. Im Anschluss forderten die mutmaßlichen Täter ihn auf, sein Portemonnaie, das Handy und seinen Wohnungsschlüssel herauszugeben. Mehrere Passant\*innen bemerkten den Überfall und alarmierten die Polizei. Die eingetroffenen Einsatzkräfte nahmen die drei mutmaßlichen Räuber im Alter von 16, 17 und 18 Jahren noch in der Nähe des Tatortes fest. Hinzugerufene Rettungskräfte brachten den Überfallenen mit Kopf- und Beinverletzungen in ein Krankenhaus. - **Geständnis:** [Eine junge Frau hat sich zwei nach einem begangenen Raub gestellt.](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2022/pressemitteilung.1166333.php?ref=loky.news) Zuvor hatte die Berliner Polizei mit einem Foto nach ihr gesucht. Die 17-Jährige Tatverdächtige soll am Abend des 26\. November 2020 in Prenzlauer Berg ihre vier mutmaßlichen Mittäter in die Wohnung eines 27-Jährigen gelassen haben. Diese sollen den Wohnungsinhaber mit einer Pistole bedroht und später seine Arme auf dem Rücken gefesselt haben. Schließlich durchsuchten die Tatverdächtigen die Wohnung und entwendeten ein Mobiltelefon, Geld sowie den Schlüssel des PKW des Überfallenen, mit dem sie dann auch den PKW stahlen. **Tipps & Termine** - **29./30.1 und 11.-13.2.:** Ist Zeus ein Verbrecher? Das glaubt zumindest Kommissar Hans-Herakles im neuen Stück des RambaZamba-Theaters. Der sterbliche Kommissar möchte Zeus zur Strecke bringen. „[Cold Cases: Antike](https://rambazamba-theater.de/inszenierungen/cold-cases-antike/?ref=loky.news)“ feiert nächste Woche Premiere. Der Eintritt kostet 21 Euro. - **Dauerhaft:** Berlin gilt als Musik-Metropole. Aber welche Songs, Musiker\*innen und Stile haben Berlin geprägt? Das [Berliner Stadtmuseum erzählt die musikalische Geschichte der Stadt](https://www.stadtmuseum.de/berliner-klaenge?ref=loky.news) online. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **BVV:** Urbane Räume wurden in der Vergangenheit hauptsächlich von Männern für Männer geplant. In Pankow soll sich das ändern: Die SPD will mithilfe eines Frauenbeirats [Pankow gendergerechter machen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/14/auf-dem-weg-zum-inklusiven-bezirk/?ref=loky.news). - **Leute im Kiez:** Doreen Persche betreibt einen der letzten Hutläden Berlins: [Kleemann Hüte](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/10/zu-besuch-bei-keiner-hutmacherin/?ref=loky.news) hat auf der Schönhauser Allee schon einiges überdauert. Im Gespräch erzählt sie, warum sie keine Hutmacherin ist und warum sich der Laden in Prenzlauer Berg halten wird. **Zitat der Woche** *„Es gibt so viele Dinge, die versäumt worden sind, die auch nach zwei Jahren Pandemie noch nicht funktionieren.* Die Situation lässt nur den Gedanken zu: Augen schließen und abwarten“, sagt Katja Ahrens. Die Vorsitzende des Bezirkselternausschuss kritisiert, dass es noch immer kein vernünftiges Konzept für die Schulen während der Pandemie gibt. Und dennoch sind sich selbst die Eltern über Sinn und Unsinn der Präsenzpflicht uneinig. Jetzt wünsche ich euch aber ein schönes Wochenende! Eure Christina Heuschen und die ganze Redaktion Titelfoto: Maximilian Scheffler / Unsplash --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den [wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Augen zu und abwarten URL: https://www.loky.news/augen-zu-und-abwarten/ Last updated: 2025-03-20T18:08:21.000Z ## Trotz steigender Infektionszahlen herrscht in Berliner Schulen Präsenzpflicht, viele Eltern fühlen sich allein gelassen. Ein Gespräch mit der Vorsitzenden des Bezirkselternausschusses über die Lage in Pankow. --- Fragt man Katja Ahrens nach ihrer Einschätzung der Situation in den Schulen, bekommt man erstmal ein Seufzen als Antwort. „Wir befinden uns in einer Gemengelage, die wie ein Strudel ist. Viele Entscheidungen der Senatsverwaltung verstehen wir nicht“, sagt die Vorsitzende des Bezirkselternausschuss (BEA) in Pankow. Zwar habe die Senatsverwaltung ein umfangreiches Regelwerk erstellt, wie die einzelnen Bildungseinrichtungen mit der Pandemie umgehen sollen; der Schwerpunkt liege vor allem auf Maskenpflicht und dreimal die Woche testen. Doch die Umsetzung sei vielerorts schwierig, vor allem in den Grundschulen des Bezirks, so Ahrens. Und überhaupt, die Sache mit dem Testen: In die Anzahl der infizierten Kinder und Jugendlichen werden nur diejenigen eingerechnet, die vor Ort im Schulgebäude getestet wurden – nicht aber jene, die außerhalb der Schulzeit zwei Striche auf ihrem Schnelltest haben. Die Dunkelziffer Infizierter bis zum Stichtag 14\. Januar liegt vermutlich also deutlich höher als die offizielle Anzahl von 438 Pankower Schüler\*innen – welche aber als Grundlage für aktuelle Entscheidungen dient. **Sind die Schulen wirklich ein sicherer Ort?** Eine davon lautet deswegen weiterhin: Präsenzpflicht. Wer nicht zum Unterricht erscheint, bekommt unentschuldigte Fehlstunden vermerkt, Home-Schooling ist derzeit nicht erlaubt. „Angebote des schulisch angeleiteten Lernens zu Hause (saLzH) sind bei unentschuldigtem Fehlen nicht vorgesehen“, heißt es in den Senatsregeln. „Wenn man die Kinder schützen will, muss man aber auch über Wechselunterricht reden. So zu tun, als ob nichts wäre – das ist problematisch“, sagt Ahrens. Immer wieder werde das Narrativ wiederholt, die Schulen seien ein sicherer Ort für die Kinder und die Ansteckung finde im privaten Bereich statt. „Aber das ist nicht glaubwürdig. Wir wünschen uns einen ehrlichen Umgang mit den Zahlen und dem Stufenplan, und das dieser auch angewendet wird.“ Die Inzidenz unter den Schüler\*innen ist in den vergangenen Tagen sprunghaft angestiegen; in Spandau hat das Gesundheitsamt als erster Bezirk die Kontaktnachverfolgung sogar ganz eingestellt, in Pankow arbeitet es diesbezüglich seit langem am Limit. > 19.1.22 > in Berlin: [#7TageInzidenz](https://twitter.com/hashtag/7TageInzidenz?src=hash&ref%5Fsrc=twsrc%5Etfw&ref=loky.news) 1055! Kinder 0-4 bei 933! Kinder 5-9 bei 2143!! Kinder 10-14 bei 2382!!! 15-19jährige bei 1892! Aber Präsenzpflicht bleibt & Wechselunterricht ist Teufelszeug? Wie egal kann die Gesundheit von Schüler\*innen und Beschäftigten sein? [#Omicron](https://twitter.com/hashtag/Omicron?src=hash&ref%5Fsrc=twsrc%5Etfw&ref=loky.news) [pic.twitter.com/HVbFYCqWmy](https://t.co/HVbFYCqWmy?ref=loky.news) > > — Regina Kittler (@regina\_kittler) [January 19, 2022](https://twitter.com/regina%5Fkittler/status/1483705364260474880?ref%5Fsrc=twsrc%5Etfw&ref=loky.news) **Psychische Folgen beachten** Selbst bei einer Klassenstärke von 30 Schüler\*innen sind diese mittlerweile oft spürbar ausgedünnt. Und dennoch gehen die Meinungen zur Aussetzung der Präsenzpflicht im Bezirkselternausschuss auseinander. Etlichen Eltern sitzt noch die lange Zeit der Schulschließungen in den Knochen. Und das nicht nur wegen der Doppelbelastung aus eigener Arbeit und der schulischen Betreuung: „Viele Kinder haben den Anschluss verloren, als die Schulen geschlossen waren“, sagt Ahrens. Daraus entstünden mitunter soziale und psychische Probleme, doch auf die werde nicht eingegangen. Was auch daran liege, dass Lehrer\*innen dies nicht auch noch leisten könnten; es brauche zusätzliches Personal, darunter Psycholog\*innen und Sozialarbeiter\*innen, um die Kinder aufzufangen. „Es findet aber kein sensibler Umgang mit der Kinderseele statt. Die langfristigen Folgen davon werden wir noch lange aufarbeiten müssen“, ist Ahrens überzeugt. Im Bezirkselternausschuss hat sich in den letzten Monaten Frustration und Resignation breit gemacht, weshalb dieser sich in dieser Woche – gemeinsam mit den Ausschüssen von zehn weiteren Berliner Bezirken – in einem offenen Brief an die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey und die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie Astrid-Sabine Busse wandte. „Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Bildung. Genauso haben sie ein Recht darauf, so unterrichtet zu werden, dass davon keine Gefahr für ihre Gesundheit ausgeht. In der aktuellen politischen Kommunikation können wir jedoch nicht erkennen, dass hier sorgfältig abgewogen wird“, heißt es darin. Sie fordern, dass die Leitlinien, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit Expert\*innen entwickelt wurden und bei Stufe ‚Grün‘ greifen, auch eingehalten werden; dazu gehören unter anderem der Wechselunterricht und flexible Unterrichtsmodelle. Auch sollen in den Schulen ausreichend Mund-Nasen-Bedeckungen für die Schüler\*innen vorhanden sein und tägliche Tests angeboten werden. Katja Ahrens ist die Erschöpfung anzumerken: „Es gibt so viele Dinge, die versäumt worden sind, die auch nach zwei Jahren Pandemie noch nicht funktionieren. Die Situation lässt nur den Gedanken zu: Augen schließen und abwarten.“ Titelbild: Marco Fileccia / Unsplash ### Bezahlbare Wohnungen für Normalverdiener URL: https://www.loky.news/bezahlbare-wohnungen-fuer-normalverdiener/ Last updated: 2025-03-20T18:08:52.000Z ## Während viele Neujahrsvorsätze eher kurzlebig sind, haben sich die Mitglieder des Bezirksamts Pankow langfristige Ziele gesetzt. Aber welche sind das genau? Wir haben bei den Stadträten und -rätinnen nachgefragt. --- Anfang November wurde das neue Bezirksamt Pankow vereidigt, vier der sechs Stadträte und -rätinnen bekleiden zum ersten Mal dieses Amt. Was haben sie sich für 2022 vorgenommen? \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/01/BA_Benn.jpg)Sören Benn (Die Linke)** **Bezirksbürgermeister von Pankow und verantwortlich für die Bereiche Wirtschaft, Finanzen, Personal, Facility Management** **Herr Benn, welche Ziele haben Sie sich für Ihre Bereiche bzw. als Bezirksbürgermeister für 2022 gesetzt?** Eine wesentliche Herausforderung bleibt, Pandemiebekämpfung und Arbeitsfähigkeit der Verwaltung miteinander auszubalancieren. Der Schulneubau auf der [Werneuchener Wiese](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/werneuchener-wiese/?ref=loky.news) wird beginnen und diverse Sanierungsmaßnahmen in Grundschulen realisiert. Das Mensaausbauprogramm wird fortgesetzt. Die [Parkraumbewirtschaftung in der Carl Legien-Siedlung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2019/03/29/denkmalschutz-verhindert-parkuhren/?ref=loky.news) geht am 4\. April an den Start. Der Prater und die Prater-Galerie sollen fertig werden. Vieles andere hängt von der Entwicklung der Pandemie ab und ist derzeit schwer einschätzbar. **Welches Vorhaben hat dabei für Sie die höchste Priorität?** Der Schulneubau. **Bis wann wollen Sie das umsetzen?** Bis Mitte 2023. --- **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/01/BA_Koch.jpg)Dr. Cordelia Koch (Bündnis 90/Die Grünen)** **Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin für Soziales und Gesundheit** **Frau Dr. Koch, wo sehen Sie Ihre Aufgaben in diesem Jahr?** Ich bin politisch für die Ämter Soziales und Gesundheit verantwortlich und damit im weitesten Sinne für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Aufgaben, die in diesen Ämtern vor uns liegen, sind mannigfaltig. Und durch bzw. nach Corona werden sich einige Fragen noch dringlicher stellen als zuvor. Mit dem Auftreten des Virus ist spürbar: Der Klimawandel begünstigt die Verbreitung von Viren. Dass wir alle auch in Zukunft gesund in Pankow leben können, damit beschäftige ich mich als Stadträtin für Gesundheit. Als Stadträtin für Soziales bin ich für Menschen zuständig, die besondere Bedarfe haben und für jeden Einzelnen will gesorgt sein. Einen Aspekt will ich doch hervorheben: Unsere Gesellschaft verändert sich. Der Anteil von Menschen in reiferem Lebensalter nimmt zu, unter anderem aufgrund der (erfreulicherweise) steigenden Lebenserwartung. Viele Menschen reiferen Alters begreifen sich dennoch nicht als „Senior“. Gerade in Pankow ist es leicht, innerlich jung zu bleiben – ob nun im Innenstadtbezirk oder am naturnahen Stadtrand mit seinen Reizen. Welche Bedürfnisse haben Menschen in den unterschiedlichen Altersgruppen heutzutage? Darum möchte ich mich kümmern. --- **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/01/BA_Tietje.jpg)Rona Tietje (SPD)** **Stadträtin für Stadtentwicklung und Bürgerdienste** **Frau Tietje, welche Prioritäten setzen Sie in diesem Jahr?** Es gibt drei konkrete Schwerpunkte für meine Arbeit in 2022: Ich möchte, dass Normalverdiener wieder bezahlbare Wohnungen in Pankow finden. Deswegen müssen die Wohnbaupotentialflächen, auf denen vorrangig städtische Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften bauen sollen, zügiger entwickelt werden als bislang. Wesentliche Voraussetzung dafür ist der frühzeitige Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Dazu gehören aber auch die Verhandlungen mit dem Senat, die nicht immer einfach zu führen sind. Ein zentrales Projekt, das in diesem Jahr auf den Weg gebracht wird, ist das „Integrierte Verkehrs- und Mobilitätskonzept“ für den Bezirk Pankow. Dieses ist wichtige Grundlage, sowohl um die aktuelle Verkehrssituation zu verbessern; für mehr Sicherheit beim Radfahren, für Entlastung von Wohngebieten durch Gewerbegüterverkehr etc., als auch perspektivisch, um Neubaupotentiale gut und modern erschließen zu können. Hierfür wird jetzt die Ausschreibung erfolgen. Bei den Bürgerdiensten möchte ich, dass es für die Pankowerinnen und Pankower leichter und vor allem schneller geht, ihre Angelegenheiten im Bürgeramt, im Standesamt und im Wohnungsamt zu erledigen. Hier wurde in den letzten Jahren viel versprochen, aber noch wenig eingelöst. Deswegen werde ich mich in 2022 darauf konzentrieren, die derzeit noch offenen Stellen in diesen Ämtern zu besetzen. Ein besonderes Herzensanliegen im Prenzlauer Berg habe ich noch: Ich möchte die kulturelle Nutzung der Kulturbrauerei durch einen Bebauungsplan sichern, damit dieser großartige Ort für den Kiez und für Berlin in seiner Vielfalt erhalten bleibt. Hierfür werde ich jetzt Anfang 2022 den notwendigen Aufstellungsbeschluss in das Bezirksamt einbringen. **Welches Vorhaben hat dabei die höchste Priorität für Sie?** Die Verbindung von Sozialem, Klimaschutz und Beteiligung ist wichtiger denn je und in der Praxis nicht so einfach umzusetzen. Angesichts der erforderlichen Verfahrensschritte und Abläufe müssen viele Projekte parallel entwickelt werden und können nicht sinnvoll priorisiert werden. Das ist eine besondere Herausforderung in der Stadtentwicklung. --- **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/01/BA_MAG.jpg)Manuela Anders-Granitzki (CDU)** **Stadträtin für Ordnung und öffentlicher Raum** **Frau Anders-Granitzki, was sind Ihre Themen für das neue Jahr?** Eines der wichtigsten Ziele ist es, in Pankow – vor allem in den völlig unterversorgten Ortsteilen des Bezirks – ausreichend [Spielplätze](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/spielplatz/?ref=loky.news) neu aufzubauen und zu sanieren. Das gleiche gilt für viele Pankower Schulhöfe und Grünanlagen im ganzen Bezirk. Außerdem liegt mir das Thema „Sicherer Weg zur Schule und zur Kita sehr am Herzen“. Hier soll es, je nach den Bedürfnissen an den jeweiligen Standorten, Schwerpunktkontrollen, verschiedene verkehrliche Maßnahmen, wie Dialogdisplays, Zebrastreifen oder Verkehrsberuhigungen, aber ggf. auch Verkehrssicherheitsprojekte mit den Schulen und Kitas geben. Auch das Thema Verkehrssicherheit allgemein finde ich enorm wichtig für Pankow. Hier sollten wir ein besonderes Augenmerk auf die Fußgänger richten, zum Beispiel mit dem Thema Gehwegsanierungen oder Bordsteinabsenkungen. Nicht zuletzt ist mir das Thema öffentliche Ordnung ein Anliegen. Mit dem Projekt „Pankow weihnachtsschön“, haben meine Ämter und die Pankower im Dezember gezeigt, wie schnell wir in der Lage sind, Dreck-Ecken im Bezirk zu beräumen. Jetzt geht es darum, dafür zu sorgen, dass die Müll-Sünder es in Pankow viel schwerer haben, unsere Natur mit ihrem Unrat zu verschandeln. Darum soll es Schwerpunkt-Kontrollen und nach Möglichkeit härtere Strafen geben. Allgemein möchte ich eine Erhöhung der Präsenz des Ordnungsamtes im Bezirk erreichen. Das Ordnungsamt ist für den gesamten Bezirk zuständig und soll unterstützend und kontrollierend wahrgenommen werden. Ich wünsche mir ein Pankow, in dem Bürger, Politik und Ordnungskräfte gemeinsam für einen attraktiven und lebenswerten Bezirk einstehen. Ein Pankow zum Wohlfühlen. **Bis wann wollen Sie das schaffen?** Aus allen genannten, aus meiner Sicht gleichermaßen wichtigen Zielen, lassen sich erste ganz konkrete Projekte bereits im Jahr 2022 umsetzen. --- **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/01/BA_Kro%CC%88ssin.jpg)Dominique Krössin (Die Linke)** **Stadträtin für Schule, Sport, Kultur** **Frau Krössin, Sie leiten seit kurzem den Bereich Schule, Sport, Kultur. Was wollen Sie dort 2022 angehen?** Der Bau von neuen Schulen und Turnhallen und die Sanierung von den in die Jahre gekommenen Einrichtungen ist natürlich eine Aufgabe mit hoher Priorität für meine Mitarbeitenden und mich in Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen des Bezirksamtes. Zusätzlich brauchen wir sogenannte Drehscheibenschulen, in die jeweils eine Schule umziehen kann, die saniert wird und dann wieder Platz für die nächste Schule machen kann. Für die kulturellen Einrichtungen und Initiativen heißt es zunächst pandemiebedingt alle Möglichkeiten zu nutzen, damit wir alle an Kultur und Kunst teilhaben können. Ein Blick in unseren Nachbarbezirk Lichtenberg zeigt, dass die musikalische Früherziehung in den Kindertagesstätten erfolgreich eingeführt werden konnte. Das schauen wir uns genauer an. **Welche Prioritäten haben Sie für dieses Jahr gesetzt?** Die Drehscheibenschulen müssen im nächsten Jahr fertig werden, damit wir weiterkommen mit den dringend notwendigen Sanierungen. Schön wäre auch, wenn es 2022 gelänge, endlich einen Sanierungsfahrplan für das [Kulturareal Thälmannpark](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/tag/ernst-thalmann-park/?ref=loky.news) mit der GSE festzumachen. --- **![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/01/BA_Bechtler.jpg)Cornelius Bechtler (Bündnis 90/Die Grünen)** **Stadtrat für Jugend und Familie** **Herr Bechtler, Sie sind kürzlich zum Stadtrat für Jugend und Familie gewählt worden. Was haben Sie sich für 2022 vorgenommen?** Für mich ist eine gute Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ein wichtiges Anliegen. Aus meiner Sicht können Kinder und Jugendliche immer noch zu wenig ihre Perspektiven und in wichtige Entscheidungen im Bezirk einbringen. Dabei ist es ein wichtiges Ziel, im öffentlichen Raum mehr Orte für junge Menschen zu schaffen und zwar nach ihren Vorstellungen und Bedürfnissen. Das zweite Ziel wird für mich durch die anstehenden Beratungen über den Bezirkshaushalt gesetzt: Bisher besteht eine erhebliche Lücke im Haushaltsplanentwurf. Ich möchte mich – wie natürlich das gesamte Bezirksamt – dafür einsetzen, dass die Angebote für junge Menschen wie z.B. die Jugendfreizeiteinrichtungen erhalten bleiben und auch nach neuen Bedarfen weiterentwickelt werden können. Kinder und Jugendliche haben nämlich sehr mit den Folgen von Corona zu kämpfen. Sie werden kein Verständnis dafür haben, wenn wir in dieser Situation Jugendclubs schließen müssten. In diesem Jahr wollen wir als Bezirksamt darüber nachdenken und dann auch eine Entscheidung treffen, wie wir die [Angebote für Menschen mit Behinderung](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2020/06/25/kultur-ohne-hindernisse/?ref=loky.news) verbessern können. Hierzu hat der Bundestag uns durch den Beschluss des Bundesteilhabegesetzes einen Auftrag gegeben. Teilhabe heißt, dass Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens selbstbestimmt teilhaben können. Für junge Menschen mit Behinderungen heißt das z.B., dass wir sie in der Schule, aber auch genauso bei Aktivitäten in ihrer Freizeit so unterstützen, dass sie wie andere junge Menschen ein gutes Leben führen können. Dort, wo diese jungen Menschen und ihre Familien Unterstützung und Beratung erhalten können, müssen wir unsere Ämter noch zugänglicher und freundlicher gestalten: Ein Haus der Teilhabe ist ein großer Anspruch. Im Jahr 2022 wollen wir im Bezirksamt einen ersten großen Schritt in diese Richtung gehen. **Welches Vorhaben hat dabei die höchste Priorität für Sie?** Alle drei Projekte sind wichtig. Daher würde ich keine Prioritäten setzen wollen. Die drei Projekte haben aber unterschiedliche Zeithorizonte: Die Kinder- und Jugendbeteiligung ist ein sehr langfristiger Prozess. Hier müssen wir uns Teilziele stecken und sind noch sehr am Lernen. Der Haushaltsbeschluss steht im Frühjahr an und ist klar terminiert. Das Haus der Teilhabe braucht auch seine Zeit und wird in diesem Jahr noch nicht vollendet sein: Hier wollen Cordelia Koch und ich zusammen mit unseren Ämtern für das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung einen guten Vorschlag entwickeln, der dann schrittweise umgesetzt werden kann. --- Titelbild: Rona Tietje (SPD), Manuela Anders-Granitzki (CDU), Dr. Cordelia Koch (Grüne), Cornelius Bechtler (Grüne), Sören Benn (Linke) und Dominique Krössin (Linke) bilden das neu gewählte Bezirksamt Pankow / Foto: Jonas Teune ### Prenzlauer Berg Newsletter #2 lässt Frauen die Stadt planen URL: https://www.loky.news/prenzlauer-berg-newsletter-2-laesst-frauen-die-stadt-planen/ Last updated: 2025-03-20T18:09:23.000Z ## Was passiert mit der Kulturbrauerei, wird die Cantianstraße umgebaut und warum gab es erneut Pannen bei einer Wahl? Das und mehr in unserem Newsletter zum Nachlesen. --- Liebe Leserinnen und Leser! Kurze Ampelphasen für Fußgängerüberwege, unerreichbar hohe Haltegriffe im Bus, schummrig beleuchtete Tunnel und Wege, mangelnde Barrierefreiheit, nur wenige öffentliche Toiletten – etliche Elemente der städtischen Infrastruktur wurden, schaut man genauer hin, an den Bedürfnissen von Frauen, älteren Menschen oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen vorbeigeplant. Jahrzehntelang haben Stadtplaner\*innen – Berlin ist da keine Ausnahme – auf die Fortbewegung mit dem Auto und auf lineare Wege zwischen Arbeitsstätte und Wohnung fokussiert gebaut. Doch die Realität sieht anders aus: Vor allem Frauen nutzen viel häufiger öffentliche Verkehrsmittel, gehen zu Fuß und wechseln über den Tag verteilt meist zwischen mehreren Orten. Auch in Pankow. Es ist deshalb an der Zeit, dass der Bezirk gendergerechter wird, findet die Bezirksverordnete Ulrike Rosensky (SPD). Sie fordert deswegen die Einrichtung eines „Frauenbeirat Stadtplanung“. Was das bedeutet, haben wir sie gefragt für unseren **Text der Woche:** - **BVV:** Urbane Räume wurden in der Vergangenheit hauptsächlich von Männern für Männer geplant. In Pankow soll sich das ändern: Die SPD will mithilfe eines Frauenbeirats [Pankow gendergerechter machen](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/14/auf-dem-weg-zum-inklusiven-bezirk/?ref=loky.news). **Was sonst noch los war:** - **Leute im Kiez:** Doreen Persche betreibt einen der letzten Hutläden Berlins: [Kleemann Hüte](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/10/zu-besuch-bei-keiner-hutmacherin/?ref=loky.news) hat auf der Schönhauser Allee schon einiges überdauert. Im Gespräch erzählt sie, warum sie keine Hutmacherin ist und warum sich der Laden in Prenzlauer Berg halten wird. Kiezfoto der Woche ![](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/01/Kiezfoto_140122.jpg)Schlechte Laune? Ein Spaziergang durch die „Wimpelstraße“ hilft immer! Foto: Julia Schmitz **Aus dem Bezirk** - **Corona**: Die Pandemie hält Deutschland und Berlin weiterhin im Griff, die Zahl der Infizierten steigt erneut sprunghaft an – auch in Pankow. Am Donnerstag lag die Inzidenz im Bezirk laut RKI bei 890,2\. Die Bezirksverordnete Katja Ahrens (SPD) wollte deshalb wissen: Wie erklärt sich das Bezirksamt die steigenden Fallzahlen in Pankow, die derzeit sogar oberhalb des Berliner Durchschnitts (aktuell bei 918,5) liegen? Auch wenn Friedrichshain-Kreuzberg (1398,2) und Neukölln (1247,7) mit ihren Inzidenzen Pankow locker den Rang ablaufen, ist das kein Grund zur Beruhigung. Was kann der Bezirk also tun, um die Zahl zu senken? Die Verläufe der Infektionszahlen seien in allen Berliner Bezirken ähnlich, Pankow habe in den letzten Monaten dabei meistens unter dem Durchschnitt gelegen, so Dr. Cordelia Koch (Grüne), Bezirksstadträtin für Gesundheit. Möglicherweise hänge der sprunghafte Anstieg Inzidenz bereits mit der Omikron-Variante zusammen, so Koch weiter; „aber wir haben keine Kapazitäten, um Forschungen über Ursache und Wirkung der Ausbreitung anzustellen.“ In Pankow setze man daher nicht mehr allein auf die Isolierung von Patient\*innen und Kontaktpersonen, sondern vor allem auf die Impfung: Vom 3.-7\. Januar hatte Kochs Abteilung eine dezentrale Impfwoche organisiert, die vor allem im Norden des Bezirks für Zulauf sorgte. 584 Spritzen wurden verabreicht, die meisten davon so genannte Booster-Impfungen. - **Seniorenwahl:** Die Pannen der Dreifachwahl Ende September sind noch nicht lange her, da geht es im Bezirk erneut drunter und drüber: Anfang Januar erhielten rund 90.000 Pankower\*innen, die über 60 Jahre alt sind, eine Benachrichtigung für die Wahl der Seniorenvertretung ihres Bezirks. Doch die kam nicht aus Pankow, sondern aus Reinickendorf – und sorgte für ordentlich Verwirrung. „Zuerst erhielt ich die Wahlbenachrichtigung vom Bezirksamt Reinickendorf. Zwei Tage danach lag die Wahlbenachrichtigung vom Bezirksamt Pankow in meinem Briefkasten. Hätte ich die zweite Nachricht nicht erhalten, wäre ich am 17.März zur Wahl im Fontane-Haus angetreten. Hätte ich dann dort in der Liste der Wahlberechtigten gestanden mit meiner Pankower Adresse?“, schreibt uns Harro Lorenzen. Das Bezirksamt sei für diese Panne nicht verantwortlich, heißt es in einer Pressemitteilung der zuständigen Bezirksstadträtin Dr. Cordelia Koch (Grüne); es habe sich um einen technischen Fehler des IT-Dienstleistungszentrums gehandelt. Lorenzen nimmt das Ganze mit Humor: „Ich gehöre nicht zu jenen, die am liebsten das ‚Totalversagen‘ der Ämter deklamieren. Nach den bis heute unter den Teppich gekehrten Merkwürdigkeiten der letzten Wahlen nehme ich vergnügt zur Kenntnis, wasalles unstimmig sein kann in der Vorbereitung einer Wahl.“ - **Kulturbrauerei:** Kino, Theater, Literatur, Kunst? Gibt es hier alles! Allen Unkenrufen der letzten Jahre zum Trotz ist Prenzlauer Berg noch immer ein Ort mit vielfältigem kulturellem Programm: Das steuern sowohl die kommunalen Einrichtungen wie das Theater unterm Dach, die WABE und die Prater Galerie als auch Standorte wie das Ballhaus Ost, das Machmit Museum oder das Pfefferberg Theater bei. Dass dem Bezirk auch die nicht hauseigenen Spielstätten am Herzen liegen, betont die neue Stadträtin Dominique Krössin (Die Linke) in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage des Bezirksverordneten Thomas Enge (FDP): „Es gilt – gerade in diesen Zeiten – genau diese Vielfalt insgesamt zu stärken und die pandemiegeschwächte Kunst- und Kulturszene zu unterstützen.“ Der Wille ist da, doch die Umsetzung nicht immer einfach: „Die Problematik besteht grundsätzlich darin, dass das Bezirksamt gegenüber den immensen Interessen des Immobilienmarkts nur schwerlich mit öffentlichen Geldern konkurrieren kann“, so Krössin. Die Ateliers in der ehemaligen Australischen Botschaft gingen aus diesem Grund verloren, ebenso die KunstEtagenPankow. Zu den aktuellen kulturellen Sorgenkindern des Bezirks gehört, neben dem Kino Colosseum, auch die Kulturbrauerei. Weil das Areal verkauft werden sollte, forderten die Bezirksverordneten im vergangenen Sommer die Aufstellung eines Bebauungsplans, um das von Kulturstätten wie dem Theater RambaZamba, dem Kesselhaus und dem Kino genutzte Gelände langfristig als Kulturstandort zu sichern. Die Beschlussvorlage für den Bebauungsplan ist nun – nachdem, ganz geordnet bürokratisch, alle Antworten der zuständigen Senatsverwaltungen und der bezirklichen Fachämter vorliegen – laut Krössin „weitgehend fertiggestellt“ und wird demnächst dem Bezirksamt vorgelegt. Der Mietvertrag zwischen dem Land Berlin und dem Eigentümer der Kulturbrauerei läuft noch bis zum 31\. Dezember 2026; der Senat will sich dafür einsetzen, diesen zu verlängern. - **Cantianstraße:** Den Pankower Grünen sitzt offenbar etwas zu quer, und zwar die Autos auf der Cantianstraße – deshalb wollen sie, dass diese in Zukunft längs, als entlang des Bürgersteigs parken und nicht mehr mit der Nase zum Bordstein. Der Bürgersteig ist nämlich, im Vergleich zu anderen in Berlin, sowieso schon recht schmal und wird oft durch „überhängende“ Autos noch enger. Auch in puncto Fußgänger\*innenfreundlichkeit in der Straße, die tagsüber vor allem als Schulweg genutzt wird, sehen die Bündnisgrünen Änderungssbedarf: „Die weiße Farbe der Gehwegvorstreckungen an den Kreuzungen Cantianstraße Ecke Milastraße und Gaudystraße ist abgeblättert und kaum noch sichtbar. Das führt dazu, dass die Kreuzungen zugeparkt sind und die Zufußgehenden Schwierigkeiten haben, über die Straße zu kommen“, heißt es im Antrag, der in der Bezirksverordnetenversammlung am Mittwoch besprochen wurde – und einiges an Gegenwind bekam. Zwar unterstützen auch die anderen Parteien den Grundgedanken, doch gab es erheblichen Zweifel an den vorgeschlagenen Maßnahmen: Diese könnten zusammenfallen mit dem Umbau der Brücke auf der Schönhauser Allee und für Stau sorgen, argumentierte Mike Lenkeit (SPD); Wolfram Kempe (Die Linke) sah das Problem vor allem in der Änderung der Parkordnung: „Die Cantianstraße ist objektiv ziemlich breit, mit der Änderung der Parkplätze wird sie gefühlt noch breiter und könnte zur Rennstrecke in das Wohngebiet hinein werden“. Weiter diskutiert wird nun im Ausschuss für Mobilität und Ordnung. - **Danziger Straße:** Apropos Verkehrssicherheit: Die wird auch auf der Danziger Straße als verbesserungswürdig eingeschätzt, diesmal von der CDU-Fraktion. Vor allem die Situation an der Kreuzung mit der Winsstraße, wo Radfahrer\*innen aufgrund der Abschüssigkeit Richtung Friedrichshain schnell an Geschwindigkeit zulegen, müsse verbessert werden: „Das größere Risiko an dieser Stelle besteht demnach nicht für die an der Ampel wartenden Radfahrer beim Wechsel von rot nach grün, sondern für die bei grüner Ampel schnell herabfahrenden Radfahrer“, so Antragstellerin Denise Bittner (CDU). Um den Rad– vom Autoverkehr zeitlich zu trennen, solle außerdem eine Fahrradampel in Betracht gezogen werden. Auch dieser Antrag wurde erstmal an den Ausschuss überwiesen. - **Fahrradreparatur:** Vielleicht gesellt sich zu der Fahrradampel in Zukunft noch eine Fahrradreparatursäule? Die wünscht sich die Linksfraktion „an geeigneten und vom Fahrradverkehr hoch frequentierten Verkehrsknotenpunkten im Bezirk“; zum Beispiel auf dem Berlin-Usedom-Radweg, der durch Prenzlauer Berg führt. Abschauen könnte sich Pankow das Prinzip bei Rostock oder bei Reinickendorf, die die mit Werkzeug ausgestatteten Säulen für Spontanreparaturen bereits erfolgreich einsetzen – bespricht das Ganze aber erstmal im kleineren Ausschuss-Kreis. - **Greifswalder Straße:** Schlechte Nachrichten gibt es von der Greifswalder Straße – diesmal gleichermaßen für Radfahrer– und Autofahrer\*innen. Nach einem Wasserrohrbruch ist die Straße zwischen Storkower Straße und Thomas-Mann-Straße gesperrt und zwar voraussichtlich witterungsbedingt noch bis zum 20\. Januar. Autos müssen die Sperrung umfahren, Radler\*innen absteigen und schieben. Ob sich alle daran halten werden? - **Bürger\*innendeputierte:** Mit der neuen Legislaturperiode hat die Bezirksverordnetenversammlung einen neuen Ausschuss für Partizipation und Integration eingerichtet – und der [sucht nun Bürger\*innendeputierte](https://www.berlin.de/ba-pankow/aktuelles/pressemitteilungen/2022/pressemitteilung.1166334.php?ref=loky.news). Vorschläge können unter anderem von Migrant\*innenselbstorganistationen (MSO), die auf der Öffentlichen Liste zur Wahl des Landesbeirats für Partizipation stehen, eingereicht werden. Der Ausschuss tagt alle vier Wochen, die ehrenamtliche Arbeit wird mit einer Aufwandsentschädigung vergütet. **Kriminelles & Unschönes** - Wohnungsraub: Die Polizei bittet mit der Veröffentlichung eines Fotos um [Mithilfe bei der Suche nach einer Tatverdächtigen](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2022/pressemitteilung.1166333.php?ref=loky.news): Diese habe am Abend des 26\. November 2020 vier weitere Tatverdächtige in die Wohnung eines 27-Jährigen gelassen. Nachdem die Vermummten den Mieter mit einer Pistole bedroht und gefesselt hatten, stahlen sie Geldbörse, Smartphone und PKW-Schlüssel, später auch den PKW. Der Überfallene konnte sich befreien und die Polizei alarmieren. - **Fahrzeuge brannten:** In der Hanns-Eisler-Straße gerieten in der Nacht zu Samstag gegen 0.20 Uhr vier PKWs in Brand, nachdem zuvor ein VW und ein Audi angezündet worden waren. Die Feuerwehr löschte die Flammen, die Fahrzeuge erlitten erheblichen Schaden. **Tipps & Termine** - **15./16.1.:** Die gigantische Büste von Ernst Thälmann thront seit DDR-Zeiten an der Greifswalder Straße. Im Auftrag des Bezirks hat sich Künstlerin Betina Jentzsch mit dem Denkmal auseinandergesetzt, herausgekommen ist die Dokumentation *[Vom Sockel Den­ken](https://www.brotfabrik-berlin.de/events/kopf-faust-fahne-perspektiven-auf-das-thaelmanndenkmal-15/?occurrence=2022-01-15&ref=loky.news)*, die an diesem Wochenende in der Brotfabrik am Caligariplatz gezeigt wird. Beginn ist jeweils um 16 Uhr, der Eintritt kostet 8/6 Euro. - **Bis 23.1.:** Gundula Schulze-Eldowy gehört mit ihren markanten schwarz-weiß-Bildern zu den bekanntesten Fotografinnen der DDR. Nach dem Mauerfall ging sie auf Reisen, im Gepäck eine Polaroidkamera. [Die Ausstellung *Mangoblüte & Wildrose*](https://galerie-pankow.de/veranstaltungen/gundula-schulze-eldowy-mangobluete-windrose-polaroids-stills-und-filme/?ref=loky.news) in der Galerie Pankow zeigt über 230 der Aufnahmen, die zwischen 1991 und 2003 entstanden sind. Geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 12 bis 20 Uhr und Samstag/Sonntag von 14 bis 20 Uhr. **Das habt ihr vielleicht verpasst** - **Künstlerin:** Fast ihr ganzes Leben hat Monika Meiser in Prenzlauer Berg verbracht, seit knapp fünf Jahrzehnten wohnt sie im selben Eckhaus. [Ein Besuch bei der Künstlerin](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/2022/01/04/ich-wollte-nie-weg/?ref=loky.news), die analytisch denkt und abstrakt malt. **Zitat der Woche** *„Die Chance, unsere Viertel ganz neu und aus feministischer und weiblicher Sicht zu gestalten, haben wir jetzt“* sagt Ulrike Rosensky. Sie setzt sich in der BVV dafür ein, dass Frauen in Zukunft stärker in die Stadtplanung miteinbezogen werden. Unsere Kieze „weiblicher“ zu gestalten bedeutet übrigens im Umkehrschluss nicht, dass Männer in irgendeiner Form benbachteiligt oder ausgeschlossen werden sollen. Aber wäre es nicht einfach schön, wenn eine Stadt für alle Menschen gleichermaßen gestaltet wäre? In diesem Sinne wünsche ich euch ein wundervolles Wochenende! Eure Julia Schmitz und die ganze Redaktion --- **Dir gefällt, was wir machen? Hinter den Prenzlauer Berg Nachrichten steckt kein großes Medienunternehmen, sondern ein Team aus freien Journalist\*innen mit großer Leidenschaft für Lokaljournalismus. Damit wir auch in Zukunft unabhängig und werbefrei aus den Kiezen berichten können, brauchen wir deine Hilfe: [Unterstütze uns jetzt mit deiner Mitgliedschaft ](https://steadyhq.com/de/prenzlauerbergnachrichten/about?ref=loky.news)und erhalte Zugang zu allen Artikeln, den [wöchentlichen Newsletter](https://prenzlauerberg-nachrichten.us4.list-manage.com/subscribe?u=4e8030cfb6f571d2824c094ed&id=6cb6668d5e&ref=loky.news) sowie den monatlichen Sondernewsletter zu einem Schwerpunktthema!** ### Auf dem Weg zum inklusiven Bezirk URL: https://www.loky.news/auf-dem-weg-zum-inklusiven-bezirk/ Last updated: 2025-03-20T18:07:51.000Z ## Urbane Räume wurden in der Vergangenheit hauptsächlich von Männern für Männer geplant. In Pankow soll sich das ändern: Die SPD fordert die Einrichtung eines „Frauenbeirates Stadtplanung“. --- Kurze Ampelphasen für Fußgängerüberwege, unerreichbar hohe Haltegriffe im Bus, schummrig beleuchtete Tunnel und Wege, mangelnde Barrierefreiheit, nur wenige öffentliche Toiletten – etliche Elemente der städtischen Infrastruktur wurden und werden noch immer, schaut man genauer hin, an den Bedürfnissen von Frauen, älteren Menschen oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen vorbeigeplant. Jahrzehntelang verfolgten Stadtplaner\*innen und Architekt\*innen die Vorstellung eines linearen Alltags, der sich auf eine strikte Trennung von Arbeit und Freizeit konzentriert und das Auto in den Mittelpunkt stellt: Raus aus dem Haus, rein in das Fahrzeug und ins Büro, abends retour. Doch der Tagesablauf vieler Menschen, nicht nur in einem Innenstadtbezirk wie Pankow, sieht in vielen Fällen anders aus. \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ **Was macht eine inklusive Stadt aus?** Vor allem für Frauen: Noch immer leisten diese einen Großteil der so genannten „Care-Arbeit“, kümmern sich also um den Nachwuchs, bringen ihn zu Kita, Schule und zum Musikunterricht. Laut Statistischem Bundesamt legen sie häufiger als Männer ihre Wege dabei zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück, mitunter mit Kinderwagen im Schlepptau – eine Straße zu überqueren, ohne zwischendrin auf der von Tram und Autos umtosten Mittelinsel warten zu müssen, ist aufgrund kurzer Ampelphasen oft unmöglich. Öffentliche Toiletten sind Mangelware; findet sich eine, ist die Nutzung für Frauen meistens kostenpflichtig, die Pissoirs für Männer sind jedoch gratis. Wie sähen Städte also aus, wenn stärker auf die Bedürfnisse bisher weitestgehend vernachlässigter Gruppen eingingen? Wie könnte der öffentliche Raum in Pankow „weiblicher“ oder, besser gesagt, inklusiver werden? Die SPD Fraktion Pankow möchte dies erreichen, indem sie in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) die Einrichtung eines „Frauenbeirat Stadtplanung“ fordert. Dieser soll „Problemlagen und Fragen von Frauen im Bezirk in der Stadt- und Bauplanung, bei den Themen Wohnen, Grünplanung, Umweltschutz, Mobilität und Straßengestaltung aufgreifen und dazu konkrete Anregungen geben“, heißt es im Antrag. **Idee ist nicht neu** Was für manche Kritiker\*innen wie ein versponnenes Konzept bezirkspolitischer Feminist\*innen klingen mag, ist hingegen nicht neu: Bereits in den 1970er Jahren entstanden erste Ideen für geschlechtergerechte Stadtplanung; in Wien setzt man diese seit über 30 Jahren um, auch die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat 2011 ein „Handbuch für Gendermainstreaming in der der Stadtentwicklung“ herausgegeben. In Pankow hat sich die Bezirksverordnete Ulrike Rosensky dem Thema angenommen. Sie ist Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), der Frauenorganisation der SPD und mit dem Bereich der Gleichstellung bestens vertraut. „Frauenspezifische Aspekte, Sichtweisen und Lebensgefühl in Planungen der Kommunen und Städte einfließen zu lassen, ist schon länger ein Thema. Für unseren Antrag haben wir uns den Frauenbeirat Mitte zum Vorbild genommen. Die Empfehlungen des damaligen Frauenbeirates Tiergarten aus dem Jahr 1993 machen deutlich, dass zur Verankerung frauenspezifischer Kriterien, zum Beispiel in Bebauungsplänen, formale Verbindlichkeiten erforderlich sind. Ich wünsche mir, dass zukünftig dieser Beirat ganz klar im Pankower Stadtentwicklungsamt angesiedelt ist. Die Chance, unsere Viertel ganz neu und aus feministischer und weiblicher Sicht zu gestalten, haben wir jetzt“, sagt sie. In der Bezirksverordnetenversammlung am Mittwoch wurde der Antrag in die Ausschüsse für Stadtentwicklung und Gleichstellung überwiesen, wo sie demnächst diskutiert werden. Titelbild: Öffentliche Pissoirs – hier ein klassisches „Café Achteck“ am Senefelder Platz – sind fast immer kostenlos, öffentliche Toiletten hingegen nicht / Foto: Julia Schmitz ### Zu Besuch bei keiner Hutmacherin URL: https://www.loky.news/zu-besuch-bei-keiner-hutmacherin/ Last updated: 2025-03-20T18:08:21.000Z ## Doreen Persche betreibt einen der letzten Hutläden Berlins: Kleemann Hüte hat auf der Schönhauser Allee schon einiges überdauert. Im Gespräch erzählt sie, warum sie keine Hutmacherin ist und warum sich der Laden in Prenzlauer Berg halten wird. --- ## Dies ist ein Text aus unserem Schwerpunkt [„Leute im Kiez“](https://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/category/alltag/leute-im-kiez/?ref=loky.news) --- \_\_\_STEADY\_PAYWALL\_\_\_ Seit 1905 werden an der Schönhauser Allee 131 Hüte verkauft. Vor dem Laden „Kleemann Hüte“ dürften die meisten Bewohner Prenzlauer Bergs schon Zeit verbracht haben. Wahrscheinlich haben viele von ihnen das aber gar nicht bemerkt. Denn das Geschäft liegt direkt hinter der Straßenbahnstation Milastraße. Wer auf die Tram wartet, muss sich also nur umdrehen um im Schaufenster Hüte zu bestaunen oder mit Doreen Persche plaudern. Sie ist Inhaberin des Ladens und hat eine Vielzahl der Hüte hier selbstgemacht. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass man sie trifft, wenn man sich den Laden genauer ansieht. Denn sie hat nur eine weitere Mitarbeiterin, betreut Kund\*innen an den meisten Tagen selbst. Geübt hat sie dafür quasi ihr ganzes Leben lang. Schon ihre Oma, ihr Opa und selbst ihr Onkel waren Hutmacher. Und auch Doreen wollte seit ihrer Kindheit immer nur mit und an Hüten arbeiten. Nur Lehrerin hätte sie sich als junges Mädchen für sich auch vorstellen können. Heute macht sie beides, ein bisschen. **Modistin, keine Hutmacherin** Betritt man das Geschäft, sieht man auf einem Blick hunderte Kopfbedeckungen: klassische Fedoras, Melonen (das Markenzeichen von Charlie Chaplin), Schiebermützen, Ballonmützen und Cloches, deren Form an eine Glocke erinnert. Selbst Wollmützen und Baseball Caps gibt es hier. Dazwischen: eine Frau mit offenem Gesicht und einem Maßband, das sie um den Hals trägt. Rot, orange, lila, gelb, rosa, silber, blau – Doreen verkauft Kopfbedeckungen in jeder Farbe. Die Männerhüte sind fast ausschließlich zugekauft, die Damenhüte macht Doreen teilweise selbst. Trotzdem ist sie keine Hutmacherin, wie sie erzählt. Hutmacher\*innen arbeiten arbeiten mit Pressen an der Grundformen eines Hutes, sie formen den Hut. Doreen aber ist Modistin. Sie garniert den Hut, und das in der Schönhauser Allee bereits seit 1989\. Damals übernahm sie das Geschäft von ihrem Onkel. Er war es, der ihr von klein auf beigebracht hat, mit Hüten zu arbeiten. Mit dem Namen „Kleemann“, der auch heute noch groß vor über dem Eingangstor steht, hatte der Laden aber schon damals nichts mehr zu tun. Das waren die Gründer, erzählt Doreen. Ihr Onkel hatte ihnen den Laden abgekauft. Ihre ersten Jahre bei „Kleemann Hüte“, die 90er, seien schwer gewesen. Damals war die Schönhauser Allee voller Läden mit Produkten, die eher außergewöhnlich und mitunter seltsam waren. Ständig sei einer davon Pleite gegangen, sagt Doreen. Das warf kein gutes Bild auf die Einkaufsstraße, der Ruf der Schönhauser Allee hinderte Doreen und ihren Laden am großen Erfolg. „Heute sind die Läden hier stabil“ sagt sie. Die Gegend ist teurer geworden, das merkt die Modeliererin. Aber auch für das Material musste sie in den letzten zehn Jahren immer mehr ausgeben. Ein Hut, den sie etwa vor zwei Jahren noch um 140 Euro zukaufen konnte, kostet mittlerweile um 190 Euro. Das macht sich auch bei den Preisen für Kunden bemerkbar. ![Doreen](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/01/img_7422.jpg) Im Atelier von Doreen Persche / Foto: Sonja Koller **„Auch normale Menschen sollen sich Hüte leisten können“** Die Tür geht auf, herein kommt ein Mann mittleren Alters. „Ich brauche für meinen Freund einen Lederhut mit Federn.“ „Wissen Sie die Kopfgröße?“ Doreen nutzt das Maßband um ihren Hals, um den Kopf des Kunden abzumessen. 59\. Sollte der Hut für den Freund zu klein sein, könnte sie ihn auch im Nachhinein noch weiten. Häufig macht sie Veränderungen und Reparaturen an älteren Modellen. Doreen bietet dem Mann treffsicher mehrere schwarze Hüte an; der Kunde entscheidet sich schnell, bezahlt 139 Euro. Wenn sie den Preis für einen ihrer Hüte nennt, „zucken Viele nicht mal“ erzählt die Verkäuferin später. Ihre Preise sind human, deshalb laufe es gut, meint Doreen. Wichtig ist ihr eins: „Auch normale Menschen sollen sich Hüte leisten können“. Doreen will, dass sie nicht nur wohlhabenden Menschen vorbehalten sind. Wer für einen besonderen Anlass einen Hut braucht, soll sich den auch leisten können, findet sie. Ihr Beruf ist für sie keine Kunst, sondern Handwerk. Doreen will normale, tragbare Mode herstellen. Überkandidelte Hüte mag sie gar nicht. Während die Frau im grauen, unscheinbaren Pulli erzählt, wird klar, dass auffallen auch für sie persönlich kein Ziel ist. **Ein Leben als Modist\*in ist fast unmöglich** In anderen Geschäften in Berlin gehe nichts unter 500 Euro über den Tresen, erzählt Doreen. Sie schüttelt den Kopf, wirkt eher enttäuscht als verachtend. „Da werden Hüte gemacht, die können wir auch herstellen“. Aber günstiger. „Da mache ich lieber einen Hut mehr. Nur einen pro Monat um 500 Euro zu verkaufen, das wäre nichts für mich“. Im Gespräch ist zu spüren, dass Doreen ihr Handwerk liebt. Ihr Wissen gibt sie regelmäßig an Lehrlinge weiter. Der Traum vom Lehrerdasein hat sich also zumindest teilweise erfüllt. Sieben Lehrlinge hat sie schon ausgebildet, darunter nur ein Mann. Aber das Leben als Modist\*in ist schwer. Sechs der sieben von Doreen ausgebildeten Modist\*innen entschieden sich gleich nach Abschluss der Ausbildung bei Doreen, ein Studium in einem anderen Bereich anzufangen. Nur eine junge Frau konnte in der Branche bleiben und machte in einer anderen deutschen Stadt einen Laden auf. Und musste diesen schon kurz darauf wieder schließen. Das Geld reichte nicht. ![Doreen](https://storage.ghost.io/c/7d/16/7d16f185-219f-4881-8506-d627ebb51163/content/images/wordpress/2022/01/img_7426.jpg) Kleemanns Hüte / Foto: Sonja Koller **Warum kann Kleemann überleben?** Wie schafft Doreen es, dass [Kleemann Hüte](http://www.kleemann-huete.berlin/?ref=loky.news) auch 116 Jahre nach seiner Eröffnung noch funktioniert? Vielleicht liegt es daran, dass ihr Geschäft in einem Holländischen Reiseführer empfohlen wird. So fahren manche Touristen extra nach Prenzlauer Berg, um bei Doreen einzukaufen. Neben Urlaubern sind es aber auch Stammkunden, denen der Laden seinen Erfolg zu verdanken hat, meint Doreen. „Für viele gehört der Hut mittlerweile zur Persönlichkeit“, erzählt sie. Einige der Stammkunden hat sie noch nie persönlich kennengelernt. Denn seit sie sich im März des letzten Jahres dazu entschieden hat, zusätzlich über einen Instagram Account Hüte zu verkaufen, hat sie auch auf den sozialen Medien einige treue Käufer gefunden. Trotz Corona war 2021 ein „echt gutes Jahr“ für Kleemann Hüte. Heute sind die Hüte farbenfroher geworden, erst kürzlich habe sie an einen Herrn einen pinken „bucket hat“ verkauft, erzählt Dorren schmunzelnd. Und wie stets bei der Modeliererin mit den Hüten? Doreen selbst hat nur eine Handvoll davon zu Hause und trägt sie nur zu wirklich besonderen Anlässen. Im Laden trägt sie niemals Kopfbedeckung. Titelbild: Sonja Koller _Includes the latest 500 public posts. Use `/sitemap.xml` for the complete archive of public content._