Worum geht’s?
Die Schönfließer Brücke verbindet das Gleimviertel und das Skandinavische Viertel. Seit den 1960er Jahren überspannt der nur 2,5 Meter breite Steg die S- und Fernbahngleise.
Ein toller Ort, wenn man mit Kleinkindern Züge gucken mag. Aber für den wachsenden Radverkehr in der Stadt keine zweckmäßige Verbindung. Aus verkehrsplanerischer Sicht hat die Brücke ihr Haltbarkeitsdatum schon seit einigen Jahren überschritten.
Sie ist damit eines von 175 maroden Brückenbauwerken, die Berlin bis 2040 ersetzen muss (28 davon in Pankow). Weitere 125 sind reparaturbedürftig. Klingt viel. Laut Tagesspiegel ist die Zahl in Wirklichkeit auch etwas kleiner. Manche der angeführten Brücken sind demnach Verkehrszeichenbrücken – also Trägerkonstruktionen, zum Beispiel für Anzeigetafeln oder Schilder. Und einige der gelisteten "Brücken" sind eigentlich Brückenabschnitte.
Kosten sollen die stadtweiten Neubauten laut Grobkostenschätzung 1,7 Milliarden Euro (Stand 06/2025). Dazu kommen 125 Millionen für Instandsetzungsarbeiten. Etwa 8,3 Millionen sind für die Schönfließer Brücke veranschlagt.
Warum ist das wichtig?
Bislang ist die Brücke eine Fußgänger:innenbrücke. Sie wird aber auch von Radfahrenden genutzt. Steigen diese nicht ab, können sich die Beteiligten schon mal in die Quere kommen. Der Neubau will diesen Konflikt lösen: Zwei jeweils 3,2 Meter breite Fußwege sollen einen 4 Meter breiten Radweg flankieren.
Mehr Sicherheit und entspanntes Wechseln zwischen den Kiezen also – etwas, dass sich Anwohner:innen in einer 2023 durchgeführten Online-Umfrage zum Neubau gewünscht hatten. Autos hingegen dürfen die Brücke nicht nutzen. Poller würden dies verhindern, so die zuständige Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU). Rettungsfahrzeuge sollen im Notfall allerdings queren dürfen.