Ihr Lieben.
Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie doll interessiert euch, dass im kommenden Jahr die Hälfte aller Pankower Parkscheinautomaten ausgetauscht werden muss, weil ihre Technik veraltet ist?
Diese Info hatte ich am Mittwochnachmittag aus einem Nebensatz einer kleinen Anfrage im Abgeordnetenhaus gefischt und dann ganz hinten in meinem Hirn abgelegt. Weil: nicht superaktuell, und der Newsletter für heute ist so schon voll genug.
Doch meine Güte, was lässt sich aus diesem Info-Häppchen alles machen, wenn man darüber mit euch ins Gespräch kommt!
Genau das ist am Mittwochabend bei unserem ersten großen loky*-Event passiert, als ich von den Automaten berichtete als Beispiel für das, was den Job bei loky* unter anderem ausmacht – nämlich Infos zu scannen, zu bewerten und dann die relevanteste Spitze des Info-Eisbergs kompakt aufzuschreiben.
Freut euch also schon jetzt auf die Artikelserie:
- Warum brauchen wir Parkscheinautomaten in Zeiten des Handyparkens?
- Wann wird die handschriftlich mit Edding ausgefüllte Parkvignette digitalisiert?
- Der Bezirkshaushalt am Beispiel der Parkscheinautomatenfinanzierung
- Datenschutz vs. Parkraumüberwachung
- Heute neue Schulen, morgen neue Parkscheinautomaten – welche Investitionen stehen übermorgen an? Und woher kommt das Geld dafür?
- Parkscheinautomaten. Ein Rory-Gilmore-Gedächtnis-Essay.
Womit ich sagen will: Ich liebe es, wenn Themen im Gespräch immer wieder neue Facetten bekommen.
Und das Event war so schön, dass wir das analoge Zusammenkommen sehr bald wiederholen werden. 🫶

Job bei loky*
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Wissen: Uns fehlen dauerhaft 4.000 Oberschulplätze
Worum geht's?
Für wie viele Kinder brauchen wir in Pankow wie viele Schulplätze? Um das im Blick zu behalten, hat der Bezirk seinen Schulentwicklungsplan.
Die neueste Version ist gerade erschienen, schaut von heute 15 Jahre in die Zukunft und stellt fest: Grundschüler:innen sind im Kiez recht gut versorgt.
Bei den Oberschulen bleibt die aktuell prekäre, übrigens im Schulentwicklungsplan vor über zehn Jahren genau so vorhergesagte Situation bis mindestens 2040 prekär.
Die Lage an den Oberschulen

- Derzeit leben 16.400 Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren in Pankow. 2040 sollen es rund 17.000 sein, von denen jedoch nicht alle eine staatliche Schule besuchen werden. Der Schulentwicklungsplan rechnet mit einem Bedarf von 14.727 Schulplätzen derzeit, 15.288 Plätzen im Jahr 2040.
- Dem stehen aktuell 5.100, in 15 Jahren 5200 Schulplätze an Sekundar- und Gemeinschaftsschulen gegenüber. Bei den Gymnasien sind es derzeit 5.684, perspektivisch 5800 Plätze.
- In der Folge fehlen dem Bezirk derzeit knapp 4000 Schulplätze. Für 2040 ist ein Defizit von 4.300 prognostiziert.
- Theoretisch wüsste der Bezirk schon, wo und wie man für 1.800 weitere Oberschulplätze sorgen könnte – etwa durch Erweiterung der Reinhold-Burger- oder Janusz-Korczak-Schule oder Sanierung und Reaktivierung der baufälligen Falkenberger Straße. Neue Gymnasien könnten zudem am Sommerbad Pankow, an der Friedrich-Engels-Straße und der Grumbkowstraße entstehen. Alle Pläne hängen aber, weil das Geld fehlt.
- Sicher finanziert sind derzeit nur die Erweiterungen des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums sowie der Heinz-Brandt-Schule. An letzterer gibt es aktuell Streit, weil dafür auf dem Hof Bäume gefällt werden müssen.
- Hinzu kommt das Problem der Bauverzögerungen. Zuletzt wurde bekannt, dass die Sanierung des Gymnasiums am Europasportpark mindestens ein Jahr länger dauert. Aktuell ist die komplette Schule nach Wilhelmsruh ausgelagert – und wünscht sich mittlerweile, dauerhaft am Ersatz-Standort zu bleiben.
- Anders als bei Grundschulen haben Oberschüler:innen keinen Anspruch auf einen Schulplatz in der Nähe ihres Zuhauses. Derzeit gehen knapp 2000 von ihnen in anderen Bezirken zur Schule, vor allem in Reinickendorf und Mitte.
Die Lage an den Grundschulen

- Kleine Kinder haben ein Anrecht auf kurze Wege. Daher läuft die Schulplanung im Grundschulbereich sehr kleinteilig nach Kiezen.
