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5 Min. Lesezeit Rechtsextremismus

Wenn unsere Kinder Hitler grüßen

Der Rechtsruck passiert auch in Prenzlauer Berg, im Kinderzimmer.

Wenn unsere Kinder Hitler grüßen
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Dieser Text ist zuerst erschienen im loky* - Newsletter "The Real Parents of Prenzlauer Berg". Anmeldung und alle Infos hier.

Worum geht's?

Ein Jugendlicher, der sich im Geschichtsunterricht erkundigt, was denn schlimm daran wäre, Flüchtlinge in Lager zu sperren?

Ein paar Jungs, die auf der Ferienfreizeit "Iihh, hier stinkt's" rufen, wenn Menschen mit ausländischen Wurzeln den Essensraum betreten.

Ein Mädchen jüdischen Glaubens, das von drei Mitschülern auf dem Schulhof zum Hitlergruß gezwungen wird.

Das alles ist nicht irgendwo passiert, sondern unter Schüler:innen aus Prenzlauer Berg und den umliegenden Kiezen.

Für sich genommen sind das einzelne Geschichten, dokumentiert von Jugendlichen, deren Eltern und Lehrer:innen. Doch in der Masse stellt sich die Frage, wie normal rechte Umtriebe unter Jugendlichen bei uns sind? Die Recherche zeigt: Das ist ein zunehmendes Problem.

Warum ist das wichtig?

Die Wahlberechtigten in Prenzlauer Berg haben zuletzt mit überwältigender Mehrheit links und grün gewählt. Doch Gespräche mit Jugendlichen zeigen, dass wir hier nicht abgekoppelt vom generellen Rechtsruck in Deutschland existieren.

Ob unsere Kinder mit Holzspielzeug oder Plastik spielen, können wir noch beeinflussen. Doch was genau im TikTok-Feed oder dem Klassenchat abgeht, wissen die meisten Eltern nicht.

Blick in die Statistik

In Pankow ist die Zahl der bei der Polizei angezeigten rechtsextremen Vorfälle an Schulen von 6 im Jahr 2021 auf 17 im vergangenen Jahr gestiegen. In ganz Berlin hat die Berliner Polizei nur in Marzahn-Hellersdorf ebensoviele Fälle registriert. Berlinweit waren es 104, 7 davon sind im digitalen Raum, also in sozialen Medien oder Chatgruppen.