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Schönfließer Brücke, Toilettenloch, Tunnelzaun

Und: Der neue Jahn-Sportpark wird deutlich teurer, bei BASF hagelt es Kündigungen und das Stadtteilzentrum Pankow schreibt Jobs aus.

Schönfließer Brücke, Toilettenloch, Tunnelzaun
Soll bis 2028 viermal so breit werden: die Schönfließer Brücke.

Ihr Lieben.

Die häufigsten Adjektive in Kombination mit Brücken in journalistischen Texten sind "marode", "sanierungsbedürftig", "baufällig", "kritisch" oder "desolat".

Das finde ich wiederum kritisch und desolat.

Dieser Newsletter guckt sich daher die Schönfließer Brücke und die Dunckerbrücke an, die bald völlig neu gemacht werden. Auf dass wir bald wieder mehr von prächtigen, majestätischen, modernen und brandneuen Brücken berichten können.


Wissen

Neubau Schönfließer Brücke: Was kommt, was war und die Sorgen der Nachbarschaft

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So soll die fertige Brücke aussehen. Bild: SenMVKU

Worum geht’s?

Die Schönfließer Brücke verbindet das Gleimviertel und das Skandinavische Viertel. Seit den 1960er Jahren überspannt der nur 2,5 Meter breite Steg die S- und Fernbahngleise.

Ein toller Ort, wenn man mit Kleinkindern Züge gucken mag. Aber für den wachsenden Radverkehr in der Stadt keine zweckmäßige Verbindung. Aus verkehrsplanerischer Sicht hat die Brücke ihr Haltbarkeitsdatum schon seit einigen Jahren überschritten.

Sie ist damit eines von 175 maroden Brückenbauwerken, die Berlin bis 2040 ersetzen muss, etwa 20 davon in Pankow. Weitere 125 sind reparaturbedürftig.

Kosten sollen die stadtweiten Neubauten laut Grobkostenschätzung 1,7 Milliarden Euro (Stand 06/2025). Dazu kommen 125 Millionen für Instandsetzungsarbeiten. Etwa 8,3 Millionen sind für die Schönfließer Brücke veranschlagt.

Warum ist das wichtig?

Bislang ist die Brücke eine Fußgänger:innenbrücke. Sie wird aber auch von Radfahrenden genutzt. Steigen diese nicht ab, können sich die Beteiligten schon mal in die Quere kommen. Der Neubau will diesen Konflikt lösen: Zwei jeweils 3,2 Meter breite Fußwege sollen einen 4 Meter breiten Radweg flankieren.

Mehr Sicherheit und entspanntes Wechseln zwischen den Kiezen also – etwas, dass sich Anwohner:innen in einer 2023 durchgeführten Online-Umfrage zum Neubau gewünscht hatten. Autos hingegen dürfen die Brücke nicht nutzen. Poller würden dies verhindern, so die zuständige Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU). Rettungsfahrzeuge sollen im Notfall allerdings queren dürfen.

Zeitplan der Bauarbeiten

Die gute Nachricht vorweg: Bis der Neubau fertig ist, soll der alte Steg nutzbar bleiben. Erst danach beginnt dessen Abriss. Der Startschuss für die Arbeiten ist laut loky*-Anfrage an die Senatsverwaltung für Mobilität und Verkehr im Februar 2027 angesetzt. Läuft alles planmäßig, wird die neue Konstruktion bis Dezember 2028 stehen.

Doch die Maßnahme hat logistische Tücken.