Worum geht’s?
Sie ist laut und ganz schön kaputt: die Torstraße.
Weil der Asphalt aufgeplatzt und die Gehwege uneben sind, soll die rund zwei Kilometer lange Ost-West-Achse zwischen Chausseestraße und Karl-Liebknecht-Straße nach dem Sommer grundlegend saniert und umgebaut werden. Der Senat will dafür mindestens 10,1 Millionen Euro bereitstellen.
Die vorgelegten Pläne sorgen jedoch für Kritik von Umweltverbänden, Anwohner:innenitiativen und auch vom Bezirk Mitte – unter anderem, weil vier Fahrspuren für Autos erhalten bleiben sollen. Auch für die neuen Radwege, einer auf der Straße, einer auf dem Gehweg, muss der Platz neu verteilt werden – und 34 Bäume gefällt.

Warum ist das wichtig?
Für die einen ist die Torstraße eine zentrale Nord-Süd-Auto-Achse. Zu diesem Team zählt auch die Senatsverwaltung für Verkehr unter Leitung der CDU-Politikerin Ute Bonde.
Für die anderen ist sie eine Straße mit Geschäften und sogar gehobener Gastronomie, die erst mit mehr Platz für Radfahrer und Fußgängerinnen ihr Potential entfalten könnte. Dazu zählt auch der Bezirk Mitte mit seiner politischen Mehrheit aus SPD und Grünen.
Hier kristallisiert sich die Grundsatzfrage: Wem soll in Zukunft der öffentliche Raum gehören?
Was genau ist geplant?

Für Autos: Autofahrer:innen sollen weiterhin zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung haben. Allerdings nur montags bis freitags von 6 bis 9 sowie von 15 bis 18 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten soll der jeweils rechte Fahrstreifen zum Parken freigegeben werden. Damit würden die etwa 130 Parkplätze an der Straße zumindest teilweise erhalten. Parallel zur Fahrbahn angelegte Lade- und Lieferzonen sollen den Gewerbetreibenden das Be- und Entladen ermöglichen.
Für Radfahrer:innen: Radfahrstreifen fehlen bislang. Die sollen nun dazu kommen. Auf der Nordseite ist eine zwei Meter breite Radspur auf der Fahrbahn geplant. Sie wird durch einen 75 cm breiten Sicherheitsstreifen vom Autoverkehr getrennt. Schutzelemente wie Poller sind nicht vorgesehen. Auf der Südseite wird die Radspur teilweise auf den Gehweg verlegt, was den Fußgänger:innen Platz wegnimmt. Auch die Restaurants und Imbisse werden dann draußen weniger Sitzplätze anbieten können. Kurz vor dem Rosenthaler Platz wird der Radweg unterbrochen; der Radverkehr muss sich unter die Autos mischen.
Für Fußgänger:innen: Neue Mittelinseln sind auf Höhe der Novalisstraße sowie der Ackerstraße geplant. Wo Nebenstraßen einmünden, sollen sogenannte „Gehwegnasen“ das Überqueren sicherer machen. Sie verlängern den Gehweg bis an die Fahrbahn.
Fürs Grün: Die Planung sieht vor, dass dafür 34 Bäume gefällt werden. Davon müssen 27 dem Umbau weichen. Sieben weitere sollen entfernt werden, weil sie kränkeln. Laut Senatsverwaltung werden die unversiegelten Bereiche um die erhaltenen Bäume von bisher vier auf sechs Quadratmeter vergrößert, damit diese mehr Wasser aufnehmen können. Nach dem Umbau sollen 34 neue Bäume gepflanzt werden: 26 in der Torstraße, acht im Umfeld.

Wann geht’s los?
Im dritten Quartal 2026, zunächst zwischen der Chausseestraße und dem Rosenthaler Platz. Für diesen ersten Abschnitt sind etwa 2,5 Jahre Bauzeit veranschlagt.
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Hier erfährt du dann mehr über den Umbau der Torstraße wie den weiteren Zeitplan, die Vorgeschichte und die Sorgen der Nachbarschaft.