Ihr Lieben.
ich weiß nicht, ob ihr schon urlaubsreif seid. Ich jedenfalls bin reif dafür, dass meine Freund:innen endlich Urlaub machen – einfach, weil ich mal wieder eine Ansichtskarte im Briefkasten finden will statt Steuerbescheiden und Wahlwerbung.
Hat die euch auch schon erreicht? Wir wählen ja im September ein neues Abgeordnetenhaus sowie die Menschen, die uns auf Bezirksebene vertreten werden, und das merkt man schon jetzt.
Wir von loky* sind nicht so schnell und planen gerade noch unsere Wahl-Berichterstattung.
Was wünscht ihr euch von uns? Was sollen wir beleuchten? Was muss sich im Kiez dringend ändern? Schreibt uns an redaktion@loky.news oder als Ansichtskarte in unseren loky-Briefkasten.
Für heute bekommt ihr schonmal einen kleinen Überblick, wer in Pankow Bezirksbürgermeister:in werden will.
- Cordelia Koch von den Grünen möchte ihr Amt gerne behalten.
Konkurrenz machen ihr:
- Manuela Anders-Granitzki von der CDU. Sie ist zur Zeit Stadträtin für Ordnung und den öffentlichen Raum und der Großteil unserer loky*-Anfragen landet auf ihrem Schreibtisch.
- Mike Szidat von der SPD, derzeit Bezirksverordneter in Pankow.
- Jonas Teune von den Linken. Weil er kurz hinter der Stadtgrenze in Brandenburg wohnt, kann er zwar für Pankows Chefposten kandidieren, steht aber nicht auf der Liste für die Bezirksverordnetenversammlung.
- Julius Grottke, 22 und bis letztes Jahr noch Student, tritt für die FDP an.
Ansonsten haben wir wieder Verkehrspolitik für euch: Ein verwaister Tram-Betriebshof und eine brandneue S-Bahnlinie. Viel Spaß!
In einer vorigen Version dieses Textes waren zwei Informationen zu den Bürgermeister-Kandidat:innen falsch. Wir haben das korrigiert und bitten um Entschuldigung. Das entspricht nicht unseren journalistischen Standards.
Wissen
Umbau Tram-Betriebshof Weißensee

Über unseren Briefkasten hat uns eine Anfrage aus der Community erreicht:
„Was passiert eigentlich am Tram-Betriebshof Weißensee? Soll der nicht neu gebaut werden? Wann geht es da los?"
Worum geht's?
Herzensprojekte nennen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihre geplanten Umbau- und Sanierungsarbeiten. Dazu gehörte auch der Tram-Betriebshof Weißensee, bis die BVG im November die geplante Sanierung stoppte.
Betriebshöfe sind Ausgangs- und Endpunkte für die Fahrzeuge der BVG. Diese parken dort über Nacht und werden auch geprüft, betankt oder aufgeladen.
Der Betriebshof in Weißensee ist mit seinen über 110 Jahren für diese Aufgabe zu klein und veraltet. Die BVG versucht seit Jahren, den Standort bei laufendem Betrieb zu modernisieren, unter anderem um Platz für die neuen 50 Meter langen „Urbanliner“-Trams zu schaffen, die als M4 eingesetzt werden sollen (gerade hängt der Start, weil die Mega-Tram zu schwer fürs Rollen über den Alex ist). Die bestehende Werkstatt ist für diese nicht ausgelegt.

Was ist geplant?
Statt einer Modernisierung sollen die Hallen nun abgerissen und neu gebaut werden. Das wird aber wohl frühestens 2030 möglich.
Zuvor muss ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden. Das erfordert verschiedene Berichte, darunter Umweltgutachten, Lärm-, Verkehrs- und Sicherheitsanalysen. Während der eigentlichen Bauphase müssen andere Betriebshöfe die Straßenbahnen aufnehmen, etwa der neue Betriebshof Adlershof, der laut Plan aber erst in vier Jahren fertig wird.
Die langen Urbanliner sollen vorerst in Lichtenberg und Marzahn abgestellt werden. Für die M4 bedeutet das eine logistische Herausforderung, weil die Züge kilometerweit leer durch die Stadt fahren müssen, bevor sie Fahrgäste aufnehmen können.
Was sagt die Nachbarschaft?
Die Bauarbeiten könnten bestehende Konflikte noch verschärften.
Ursprünglich gehörten einige Wohnungen rund um den Betriebshof zur BVG selbst und wurden von Mitarbeitenden genutzt oder gemietet. Nach ihrem Verkauf zogen dort Menschen ein, die nichts mit dem Betrieb der BVG zu tun haben. Einige beschweren sich über die anhaltenden Geräusche vom Hof.
Die BVG hat deswegen 2016 schon einmal umstrukturiert und Ein- und Ausfahrt zum Hof getauscht. Warnsignale und Kurvenquietschen gehörten aber zum „üblichen Ablauf“, so die BVG.
(Quellen: nd; Entwicklungsstadt; Berliner Morgenpost)
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Neue S-Bahn: Ab dem 30. März verbindet die neue S15 die Bahnhöfe Gesundbrunnen und Wedding im 10-Minutentakt mit dem Hauptbahnhof. Das zeigt ein Blick in den Bahn-Navigator. Damit ist der erste Bauabschnitt der Nord-Süd-Verbindung geschafft. Die komplette Linie wird S21 heißen und langfristig auch neue Bahnhöfe am Gleisdreieck und der Perleberger Brücke umfassen. Sie ist seit 1992 (!) in Planung. (Quelle: S-Bahn Berlin)