Zum Inhalt springen
5 Min. Lesezeit Newsletter

Wildtiere im Winter, Ärger an SB-Kassen, Geld für Kiezprojekte

Enten brauchen keine Socken; der hässlichste Park in Prenzlauer Berg; Schüler:innen dürfen nicht selbst scannen.

Wildtiere im Winter, Ärger an SB-Kassen, Geld für Kiezprojekte
Bedingt winterfest: Der Höckerschwan stammt ursprünglich aus Asien Bild: Mathias Krumbholz

Guten Morgen,

vor einigen Jahren sah ich auf dem Weg zur Arbeit einen Kanarienvogel im Schnee sitzen. Ich versuchte, meinen Schal über ihn zu werfen, um ihn einzufangen. Aber so kalt war ihm dann offenbar doch nicht. Er flatterte immer wieder außer Reichweite. Letztlich gab ich auf.

Die beiden Passanten, die Anfang der Woche am Landwehrkanal in Neukölln einen festgefrorenen Schwan loseisten, waren da engagierter. Vielleicht habt ihr das Video gesehen: Sie rückten mit aufblasbarem Kajak an, hämmerten das Eis auf und tauten den zugefrorenen Schnabel des nun befreiten Tiers mit warmem Wasser auf.

Zuvor hatten sie die Feuerwehr um Hilfe gebeten. Die war für den Einsatz aber nicht ausgestattet. Der Schwan offenbar auch nicht: Höckerschwäne stammen ursprünglich aus Gegenden, in denen es nicht friert. 

Bevor ihr nun mit Schauchboot Weißen See und Panke entert, unser Servicebeitrag:


Wissen

Was hilft Berliner Wildtieren im Winter?

Frieren Wildtiere im Winter?

Solange sie trocken sind und genug Energie haben, kommen unsere Mauerpark-Füchse oder Weißer-See-Reiher mit der Kälte gut klar. Das sagte Dr. Sylvia Ortmann im Interview mit radioeins.

Ortmann arbeitet am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. In der kalten Jahreszeit ändert sich bei Wildtieren das Haar- oder Federkleid, so die Expertin. Indem sie es aufplustern, halten sie ihre Körperwärme aufrecht. Oder sie ziehen sich an wärmere Orte zurück – in Komposthaufen oder Holzstapel zum Beispiel. Kleine Vögel mögen dichte Hecken. We're looking at you, Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark!

Und was ist mit Wasservögeln?

Auch Enten brauchen keine warmen Socken. Sie halten Fußtemperaturen von knapp über null Grad aus. Das liegt an den Blutgefäßen, die in den Beinen von Wasservögeln so angeordnet sind, dass sie wie Wärmetauscher arbeiten. Das sagte Derk Ehlert, Naturexperte der Umweltverwaltung, dem Tagesspiegel.

Enten und Schwäne halten das Eis normalerweise auch von sich fern, indem sie Wasser treten. Frieren sie doch kurzzeitig fest, befreien sie sich meist selbst. Ausnahmen wie am Landwehrkanal gibt es natürlich. Dennoch plädieren die Expert:innen dafür, nicht einzugreifen. Versuchen Tiere zu fliehen, kostet sie das wichtige Energiereserven. Und für Menschen ist der Gang aufs Eis ohnehin riskant.

Für Wildtiere ein Problem: Futtermangel

Wenn die Eisschicht alles zudeckt, kommen Wildtiere nicht an Gras und Engerlinge. Füttern soll man trotzdem nicht, sagt Derk Ehlert. Ein harter Winter sei natürliche Auslese. Was jedoch hilft: ein wilde Natur, zum Beispiel im Garten. Wer Laub liegen lässt und auf Laubbläser verzichtet, schafft beste Bedingungen für Igel und Insekten. Und vielleicht schaut ja auch mal ein Fuchs vorbei, um seine Beute abzulegen. Normalerweise würde er die vergraben. Geht aber gerade nicht.

Vogelgrippe – auch im Winter

Der NABU rät: Wer Vögel füttern will, muss penibel auf Hygiene achten. Futterstellen sollten täglich gereinigt werden. Eichhörnchen und Vögel sind bei Frost dankbar über Trinkwasser. Auch hier gilt: regelmäßig die Schale wechseln. Die Graureiher haben sich bereits eine neue Futterquelle erschlossen. Weil sie aus zugefrorenen Seen keine Fische holen können, fangen sie am Bahnhof Gesundbrunnen Ratten an der Böschung.

Wer weiß Rat?

Wer ein Tier findet, das augenscheinlich in Not ist, kontaktiert am besten zuerst das Netzwerk Wildtiernah Berlin für Beratung und Wildtierschutz. Es ist Teil des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW). Auch die Wildtierberatung des NABU unterstützt mit Tipps.

Grundsätzlich gilt: Privatpersonen dürfen kranke oder verletzte Tiere aufnehmen, um sie gesund zu pflegen. Verletzte Wildtiere können direkt zur Klein- und Heimtierklinik der FU Berlin in Zehlendorf gebracht werden.

Für Haustiere wie den von mir entdeckten Kanarienvogel ist übrigens das jeweilige Ordnungsamt zuständig. Die Tiersammelstelle in Lichtenberg nimmt diese ebenfalls auf.


Wann wird der Blankensteinpark zum Park?

Schnee macht's auch nicht schöner.

"Was ist eigentlich mit dem hässlichsten Park Prenzlauer Bergs, dem Blankensteinpark? Soll der für immer so bleiben?"

fragt Martin.

Worum geht's?

Den Park am S-Bahnhof Storkower Straße gibt es seit gut 20 Jahren. Seine Gestaltung soll an die Geschichte des Geländes als Zentralvieh- und Schlachthof anknüpfen. Das Metallgerüst sind die Überreste der ehemaligen Hammelauktionshalle.