Ihr Lieben.
Es herrscht Glatteis, und der Nahverkehr kollabiert – zumindest in Berlin.
In unserer Nachbarstadt Potsdam war es gestern auch kalt und glatt, doch die Straßenbahnen fuhren ganz normal.
Der Pressesprecher der Potsdamer Stadtwerke konnte sich das auch nicht so richtig erklären. Technisch sind nämlich beide Bahnsysteme ziemlich identisch.
Damit eine Oberleitung nicht zufriert, machen Trams nachts manchmal sogenannte "Enteisungsfahrten", also eine Leerfahrt durch die Stadt. In Berlin fährt die Straßenbahn aber sowieso die Nacht durch; daran sollte es also eigentlich nicht liegen.

Immerhin war unser Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gleich gestern Vormittag am Hackeschen Markt vor Ort, um mit Straßenbahnfahrer:innen zu sprechen.
Da tut wohl jemandem wohl sein Tennisspiel in Zeiten des Stromausfalls leid.
Mindestens bis zum heutigen Dienstagvormittag bleibt die Tram noch außer Gefecht.
Kleiner Service-Hinweis: Vergesst die App und geht lieber auf die Website der BVG, wenn ihr den neuesten Vereisungs-Stand haben wollt. Bei Ersterer war gestern nämlich auch was eingefroren: Die Warnung vom kompletten Tram-Ausfall fand sich dort nicht.

Wissen im Schnelldurchlauf
Nextbike: Das Unternehmen lässt seine Räder, anders als hier Freitag vermeldet, doch auf der Straße – und zahlt dafür 3 Euro pro Rad und Monat Sondernutzungsgebühren. Zuletzt hatte es sich dagegen in einem Rechtsstreit mit dem Land Berlin gewehrt. Um dennoch zu sparen, reduziert Nextbike aber die Zahl der Räder um 1.000 Stück auf 5.500. (Quellen: taz, Stern, Tagesspiegel)
Heizungsausfall: Weil wir gerade bei Updates zu unserem letzten Newsletter sind: die Heizung im Wohnhaus in der Gaudystraße, die seit Ende Dezember herumsponn, geht wieder. Das freut uns! (Quelle: Mail von Mieterin Sabine)
Fördergeldaffäre: Ihr erinnert euch an die Fördergeldaffäre der Berliner CDU? Der Kultursenat hatte Projekte gegen Antisemitismus gefördert, die teilweise keinen Fokus auf Antisemitismusbekämpfung oder mit dem Geld wenig auf die Beine gestellt haben. Unter den umstrittenen Trägern ist auch das Immobilien-Unternehmen Fablhaft aus Weissensee, das im Dezember noch "Max Mustermann" als Geschäftsführer angab, und als Umsatzsteuer-ID die DE123456789. FragDenStaat hat die Akten zur Affäre jetzt öffentlich gemacht. Auch gegen die aktuelle Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos) stehen Vorwürfe im Raum. Sie soll Fördermittel trotz unzureichender Prüfung bewilligt haben. (Quellen: FragDenStaat, taz)