Worum geht's?
Seit etwa sechs Jahren tüfteln, skaten und feiern Menschen im selbstgebauten Skatepark unweit der S Greifswalder im Ernst-Thälmann-Park.
Aus einer überwucherten Brache ist ein Ort für Skate-Contests, Kurse, Konzerte und vor allem: Gemeinschaft geworden. Zum Skatepark gehören: selbst gebaute Rampen, Hindernisse, Sitz- und Hangout-Bereiche. Dazu kommen ein Pool und eine Bar.
Das Problem: Das Grundstück gehört nicht der Community, sondern dem privaten Investor Christian Gérôme, der dort Wohnungen bauen will.
Nach den aktuellen Planungen müsste der „Greifi“ dafür weichen.
Warum ist das wichtig?
Mehr als 10.000 Menschen besuchen den Ort laut einer Broschüre der Skatepark-Community jedes Jahr. Dazu kommen Skate-Kurse, Workshops, Contests und andere Veranstaltungen.
Ein Skatepark, den eine Community selbst baut, pflegt und ständig weiterentwickelt, ist mehr als Beton und Rampen. Der Greifi ist ein Rückzugsort, ein Stück Kultur und eine Gemeinschaft.
Die ist nun akut bedroht.
Güterbahnhof Greifswalder: Was ist und was werden soll
2011 kaufte Christian Gérôme das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs von der Deutschen Bahn.
Da es lange Streit um das Baurecht hab, siedelten sich dort Zwischennutzungen an; neben dem Skatepark auch der Club Jonny Knüppel und der Zirkus Mond.
Doch nun kommt Bewegung in die Sache.
Geplant ist ein neues Wohnquartier mit rund 400 Wohnungen. Entlang der Ringbahn soll eine achtgeschossige Bebauung entstehen, dazu ein 16- bis 17-geschossiges Hochhaus und weitere Gebäude mit Läden. Ein Quartiersplatz und eine neue Fuß- und Radwegeverbindung durch den Thälmannpark sollen das Viertel ergänzen. Das historische Bahnhofsgebäude von 1870 soll erhalten bleiben.
Für das neue Quartier muss nicht nur der Skatepark, sondern auch der Club weichen. Der Zirkus Mond zog bereits Ende September an einen neuen Standort in Friedrichshain.
