Ihr Lieben,
wenn die aktuelle Wettervorhersage stimmt, werden diese Zeilen samt obigem Foto für euch wie aus einer anderen Zeit erscheinen.
Wir nennen sie "gestern".
Da hat es nämlich geregnet wie bescheuert, weshalb mich eine Freundin nach Tipps für den akuten Schwiegerelternbesuch fragte. Regenresistent. Geeignet für die angereisten älteren Herrschaften ebenso wie vorhandene Kleinkinder. Und gerne auch: nicht zu teuer.
Im vorletzten Winter habe ich viele Sonntage im Humboldtforum verbracht.
Ja, es gibt 1001 Gründe, das zu meiden, aber der Eintritt war frei, die Ausstellungen sind wirklich gut kuratiert und die Salatbar im Bistro ist echt okay.
Mittlerweile zahlt man dort 14 Euro, pro Person.
Alternativ bin ich als bekennende Vöbb-Ultra auch gerne in der Bibliothek. Egal in welcher.
Die sind ebenfalls kostenlos und haben prima Programm, vom Tanztherapie-Workshop bis zum Repair-Café.
Klar. Im Sommer gehen Park, Plantsche und See.
Aber im Dauerregen?
Jetzt ihr! Habt ihr Geheimtipps? Favoriten? Erfahrungen? Schreibt mir gerne an redaktion@loky.news oder direkt in unseren Briefkasten. Ich sammle und teile.
Wissen
Pankows Bürgerämter: Bezahlen im Retro-Stil

Worum geht's?
Wer im Prenzlauer Berger Bürgeramt in der Fröbelstraße Pass, Ausweis oder Führerschein beantragen möchte, muss nicht nur einen Termin ergattern, sondern auch eine Girocard besitzen.
Anders als etwa in Friedrichshain-Kreuzberg oder Mitte werden an allen Pankower Bürgerämtern keine Kreditkarten akzeptiert.
An den Standorten im Rathaus Pankow, Weißensee und Buch gibt es immerhin noch Bardgeld-Zahlungsautomaten. In der Fröbelstraße ist der aber außer Betrieb — und das schon seit einer Weile.
Dabei verliert die Girocard als Nachfolger der guten, alten EC-Karte gerade an Bedeutung. Banken wir DKB oder ING geben sie etwa nur noch gegen Extra-Gebühren heraus. Auch größere Bargeld-Mengen (Reisepass express: macht 102,00 Euro, bitte) haben Menschen, die ihre Schrippe mit ApplePay zahlen, eher selten dabei.
Was sagen die Verantwortlichen?
Ich habe, kein Witz, folgende Stellen mit der Suche nach einer Antwort beschäftigt, teilweise mehrfach:
- Cornelius Bechtler (Grüne), Pankows Stadtrat u.a. für Bürgerdienste
- Cordelia Koch (Grüne), Pankows Bezirksbürgermeisterin und als solche auch verantwortlich für die Abteilung Steuerungsdienst, SE Finanzen und Personal
- Jörn Pasternack (CDU), Pankows Stadtrat u.a. für Facility Management
- Tobias Schietzelt, Leiter der Pressestelle des Bezirksamts Pankow
- Marlen Koenecke, Sprecherin der Berliner Immobilienmanagement GmbH BIM
Nicht genannt sind im Hintergrund agierende Mitarbeitende, die von den Genannten in die Recherchespur geschickt wurden.
Herausgekommen sind diese Infos:
- Für die Beschaffung der Kartenterminals ist in Pankow die Abteilung Steuerungsdienst, SE Finanzen und Personal zuständig. Die hat Geräte beschafft, die zwar prinzipiell Kreditkarten akzeptieren könnten. Dafür bräuchten sie aber eine spezielle Software. Für deren Installation fehlen aktuell technische Voraussetzungen.
- Der Kassenautomat in der Fröbelstraße ist aufgrund von Sanierungsarbeiten auf dem Gelände bis auf Weiteres außer Betrieb, weil der "erforderliche Bereich sicherheitstechnisch bislang noch nicht entsprechend ertüchtigt ist." Wann sich das ändert, ist nicht absehbar.
- Der Bezirk sagt: "Die Gebäude auf dem Gelände in der Fröbelstraße befinden sich im Eigentum der BIM. Fragen zur Dauer der Bauarbeiten auf dem Gelände kann daher nicht das Bezirksamt Pankow beantworten. Dazu müssten Sie sich bitte direkt an die BIM wenden."
- Die BIM sagt: "Wir können Ihnen mitteilen, dass derzeit keine Bauarbeiten unsererseits an diesem Standort durchgeführt werden."
- Auf den Standortwebsites wird darauf hingewiesen, dass Pankows Bürgerämter nur Girocard akzeptieren.
Immer noch offen ist, was genau "technische Voraussetzungen" für die Installation der Software und "sicherheitstechnische Ertüchtigungen" für den Betrieb des Kassenautomaten sind.
Aber ganz ehrlich: