Warum geht'?
Das ist schon ein riesiges Privileg: Film schauen im Lichtblick Kino, direkt danach kurz ins Volksbühen-Freibad springen und dann weiter zum Pop-Kultur-Festival.
Alles Kultur, alles im loky*land entspannt mit dem Fahrrad erreichbar – und eine der Sachen, für die Berlin steht.
Die Frage ist nur: Wie lange noch? Kulturpolitik spielt im aktuellen Wahlkampf kaum eine Rolle. Zwar wird mit Berlins kultureller Vielfalt geworben, doch in der aktuellen Legislatur die Mittel gekürzt.
Wie will die Politik dafür sorgen, dass Berlin – und damit auch loky*land zwischen Mitte-Galerie und Kunsthochschule Weißensee – Kulturhotspot bleibt?
Ich habe mir die Wahlprogramme angeschaut und bei denen nachgefragt, die das alles am meisten betrifft: Theater, Festivals, Kinos und Co.
Wie wollen sich die Parteien für Kultur einsetzen?
Museumssonntag und Kostenlos-Kultur für junge Menschen
- Im Dezember 2024 wurde der monatliche Museumssonntag aus Spargründen abgeschafft. SPD, Linke, Grüne und BSW sagen: wollen wir zurück.
- Die Linke fordert zudem einen Kulturpass für 16- bis 21-Jährige, die Grünen vier kostenlose Kulturbesuche für Schüler:innen pro Jahr, das BSW ein Kulturguthaben für 15- bis 18-Jährige und die SPD etwas konkreter: 50-Kultur-Euro pro Jahr für alle 18- bis 23-Jährigen.
- Die CDU will das Programm KulturLeben Berlin auch für Kinder und Jugendliche öffnen – es kümmert sich bisher darum, dass arme Menschen Zugang zu Kultur in der Stadt haben.
- Bei VOLT und FDP gibt's weder den Museumssonntag noch einen Kulturpass oder ähnliches für junge Menschen.
Infrastruktur und Geld
- Die SPD will die kulturelle Infrastruktur sichern (heißt: Ateliers, soziokulturelle Zentren und so weiter), spricht aber nicht über die Erhöhung der Haushaltsmittel. Grüne und BSW setzen auf ein Kulturfördergesetz zur Absicherung; Letztere wollen die zuletzt unter der schwarz-roten Koalition vorgenommenen Kürzungen rückgängig machen. Hauptziel der Linken ist den Anteil der Ausgaben für Kultur im Haushalt kurzfristig auf 2,5 Prozent und langfristig auf 3 Prozent zu erhöhen.
- Die FDP sieht als besten Weg zu mehr Kunstfreiheit in Berlin die Selbstfinanzierung von Kulturorten. Heißt: Kultureinrichtungen sollen zu privatrechtlichen Unternehmen werden. Außerdem: Weniger einzelne Projektmittel, stattdessen institutionelle Förderung und gefestigte Strukturen (FDP und VOLT). Für die CDU stehen vor allem Investitionen in Konzerthäuser und Opern im Fokus.
Musikschulen und Bibliotheken
Parteiübergreifend von links bis rechts sagen alle: Wir müssen die Situation von Musikschulen und (Landes)-Bibliotheken verbessern. Heißt: mehr Platz und finanzielle Sicherheit für die Bibliotheken, mehr festangestellte Lehrkräfte an den Musikschulen.
AfD
Die AFD konzentriert sich in ihrem Programm auf das Bewahren des „christlich-abendländischen Erbes“. Mehr Personal für Denkmalschutz und die Rekonstruktion historischer Gebäude. Ideen, wie sich die Bedingungen für Kunstschaffende und Kulturorte in der Stadt verbessern lassen, hat die Partei keine. Auch der Museumssonntag steht nicht im Programm.
Wir berücksichtigen in unserer Wahlberichterstattung die Parteien, die im loky*land in der Vergangenheit relevante Wahlergebnisse erzielt haben. Dazu gehört auch die AfD. Für uns als Redaktion ist diese jedoch keine Partei wie jede andere. Daher dokumentieren wir ihre Positionen gesondert.
Ihr habt dazu Fragen oder Anmerkungen? Schreibt uns an redaktion@loky.news.
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