Zum Inhalt springen
4 Min. Lesezeit Wohnen

Berliner Buden Bitte

Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Berlins Parteien haben da einige Ideen in ihren Programmen für die Wahl am 20. September.

Berliner Buden Bitte

Worum geht's?

„Jeder hat das Recht auf angemessenen Wohnraum“ – steht in der Berliner Verfassung, Artikel 28.

Die Realität? Sieht anders aus: zu wenige Zimmer, zu teure Mieten, oder beides.

Die Parteien wissen das auch. Anlässlich der anstehenden Wahlen in Berlin habe ich mich durch den Abschnitt „Wohnungspolitik“ in ihren Wahlprogrammen gearbeitet.

Einig sind sich alle: Wir brauchen mehr Wohnungen.

Wie und wo die entstehen sollen, dazu haben die Parteien aber unterschiedliche Ansätze.

Dröseln wir das mal entlang der zentralen Fragen auseinander, wobei wir uns an den Themen, nicht den Parteien orientieren.

Woher sollen neue Wohnungen kommen?

Alle wollen ungenutzte Gewerbe-und Büroflächen als Wohnraum nutzen und neue Wohnungen bauen.

Das war's dann aber mit den Gemeinsamkeiten.

Wo und wann sollen bei uns im Kiez neue Wohnungen entstehen?

Im Bezirk Pankow sind ganze Stadtviertel mit tausenden Wohnungen geplant.

Die meisten davon weiter im Norden, wo schlichtweg noch mehr Platz ist. Aber mit dem Pankower Tor und der Michelangelostraße sind auch zwei Projekte im Herzen des loky*landes vertreten.

Hier sind in Pankow neue Stadtviertel geplant

  • Blankenburger Süden: größtes Neubauvorhaben Berlins. Geplant sind ca. 8.600 Wohnungen auf rund 160 Hektar zwischen den Ortskernen Blankenburg und Heinersdorf.
  • Karow Süd: bisher 100 Hektar ungenutztes oder landwirtschaftliches Areal. Später bis zu 5.000 Wohnungen, Gemeinschaftsschule, Sportanlagen und Kitas. Beginn: 2030er, fertig: 2040er.
  • Elisabeth-Aue: rund 73 Hektar landeseigene, landwirtschaftliche Fläche in Blankenfelde. Zählt zu den umstrittensten städtebaulichen Projekten Berlins, u.a. wegen der Größe. Geplant: bis zu 5.000 Wohnungen.
  • Alter Schäferei: bis zu 4.000 Wohnungen, Gemeinschaftsschule und Kita in Französisch Buchholz. Beteiligt: Gewobag und private Unternehmen.
  • Am Sandhaus: 2.700 Wohnungen mit Grundschule und Kitas in Buch. Besonderheit: „10-Minuten-Stadt“: autoarm, klimagerecht und nachhaltig konzipiert. Durch die Nähe zur Moorlinse gibt es Bedenken von Naturschützer:innen.
  • Pankower Tor: rund 2.000 neue Wohnungen, Möbelmarkt, Kitas sowie Grün- und Parkflächen auf dem ehemaligen Bahngelände zwischen S Pankow und S Heinersdorf. Jahrelang politisch und rechtlich heftig umstritten, sind nun Verträge zwischen Investor, Bezirk und Senat unterschrieben, das Bebauungsplanverfahren läuft.
  • Michelangelostraße: Nachverdichtungsprojekt mit bis zu 1.500 neuen Wohnungen und Gemeinschaftsschule. Stockt wegen ungeklärter Eigentums- und Grunderwerbsfragen.

In der Umsetzung sind den Parteien unterschiedliche Dinge wichtig:

Was passiert mit vorhandenen Wohnungen?

Wird die Höhe der Miete geregelt und enteignet – oder nicht?


AfD: mehr, schnelleres, privates Bauen durch weniger Vorschriften. Landeseigene Wohnungsunternehmen sollen sich auf vorhandenen Wohnraum konzentrieren. Mit WBS: Mietzuschüsse für Wohnungen auf dem freien Markt; Abgaben für unzulässig genutzten Wohnraum. „Einheimische“ sollen bei der Vergabe von Sozialwohnungen bevorzugt werden. Zudem soll die Sonderregelung, die schnelles Bauen von Geflüchtetenunterkünften ermöglicht, neu gefasst werden. Ziel: Sonderbaurecht „speziell für Einheimische“ schaffen. Nein zur Enteignung.

Wir berücksichtigen in unserer Wahlberichterstattung die Parteien, die im loky*land in der Vergangenheit relevante Wahlergebnisse erzielt haben. Dazu gehört auch die AfD. Für uns als Redaktion ist diese jedoch keine Partei wie jede andere. Daher dokumentieren wir ihre Positionen gesondert.

Ihr habt dazu Fragen oder Anmerkungen? Schreibt uns an redaktion@loky.news.


Habt ihr noch Fragen und Ideen zum Thema Bauen, Mieten und Wohnen? Schreibt uns an redaktion@loky.news oder direkt in unseren Briefkasten.


Wahlen bei loky*

Am 20. September wählen wir Abgeordnetenhaus und Bezirksverordnetenversammlung. In den nächsten Wochen ist das bei uns großes Thema. Bislang dazu erschienen:


Nachschlag gefällig?

Die kompletten Berlin-Wahlprogramme findet ihr hier: BSW, CDU, FDP, GRÜNE, LINKE, SPD, VOLT und AfD.

Die Wahlprogramme für Pankow findet ihr hier: BSW, CDU, FDP, GRÜNE, LINKESPD und AfD.

Die Wahlprogramme für Mitte findet ihr hier: CDU, FDP, GRÜNE, LINKESPD.


Dieser Newsletter entsteht im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem Media Forward Fund. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei loky*.
“”