Worum geht's?
Zelte, Matratzen, Kleiderhaufen von Menschen, die auf der Straße leben müssen: Obdachlosencamps sind bei uns überall. Am Helmholtzplatz, unter dem U-Bahn-Viadukt an der Schönhauser oder unter der Bösebrücke.
Meistens verschwinden die Camps nach wenigen Wochen wieder. Oft werden sie geräumt. Oft sind sie kurz danach aber wieder da.
Die Bezirke Pankow und Mitte haben klare Leitlinien für den Umgang mit Obdachlosen im öffentlichen Raum entwickelt. So soll dafür gesorgt werden, dass obdachlose Personen einerseits so gut es geht in Würde leben können, sie andererseits aber öffentliche Flächen nicht dauerhaft vereinnahmen.
Wie genau läuft das? Und läuft da was schief?
Wir haben in den Ämtern nachgefragt und das für euch aufgeschlüsselt.
Warum ist das wichtig?
- Wir haben in den letzten Monaten viele Nachrichten von euch mit Fragen zu Obdachlosencamps bekommen. Die Grundstimmung: Einerseits Mitgefühl und eine Suche nach Lösungen, die nicht mit der Verdrängung von Obdachlosen enden. Andererseits: Verunsicherung, ein Gefühl der Machtlosigkeit, Ängste.
- Mittlerweile gibt es eingespielte Hilfssysteme in den Bezirken. Doch nachhaltig gegen Obdachlosigkeit helfen die offensichtlich nur bedingt.
Zahlen und Rechtslage
- Campieren im öffentlichen Raum ist grundsätzlich verboten. Die Ordnungsämter der Bezirke sind dafür verantwortlich, das zu kontrollieren und illegale Camps zu räumen.
- Im Ortsteil Mitte wurden in diesem Jahr bisher 195-mal Camps gemeldet, oft mehrfach. 29 Camps wurden geräumt.
- Der Bezirk Pankow hat auf Anfrage keine aktuellen Zahlen für die Ortsteile Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee genannt. Aus einer Kleinen Anfrage im Abgeordnetenhaus ergeben sich über 300 Meldungen allein in diesem Jahr über die Ordnungsamtsapp, die mit Obdachlosigkeit in Verbindung stehen.